/ genLralargan her Deutschen sozialdemvkratkstzen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit««»»ahme dee Mentrg tikgkich früh>" Einzelprei« 70 Heller Redaktion und Derwaltung: PragXll., Fochova 62—, Telephon 53077— Herausgeber: Siegfried Taub— DerantwoMcher Redakteur: Karl Kern, Prag Aus dem Inhalt: StöJadinovIS will die kroatische Frage lösen Kinder-Erholungsaktion bei Maisbrot, Pferdefleisch und Walfischtran? Ein Freund AI Capones Im Egerer Gefängnis Alldeutsche Demonstration in Breslau 17. Jahrgang Sonntag, 1. August 1937 Nr. 179 ? Mitteleuropa vom Westen gesehen nun großer Krieg? pan bereitet sich zweifellos auf. eine Auseinander» isetzung mlt- den^ängelsächsischen Brächten 7üiü die Herrschaft, im Stillen Ozcanvor,dic in diesem»der .im nächsten Jahrzehnt fällig.ist./ Je stärker die Po- sition Japan» auf dem-asiatischen Festland ist, eine desto größere Echt vermag es in dem-.kommenden Mtnischpv.'Krieg zu entwickel». Die fällige Krise im Londoner Richtinterven- tionSaüsschuß ist vorläufig wieder durch eine Vertagung erledigt. Es scheint, daß man sowohl in London als auch in Rom vor allen Zeit gewinnen will. Inzwischen erwartet man irgendwelche entscheidenden Ereignisse vor Madrid. In London hat man sich,, wie es scheint, bereits mit der Anerkennung von Franco als einer krieg- sührenden Partei abgefunden. Anders lassen sich die letzten Aeußerungen von Eden im Unterhaus« nicht' erklären. Man nifltmt/im Foreign Office an, daß auch die Franco-RegierUng sich den Forderungen der britischen Regierung, fügen, werde. Die-ganze iErzindustrie'Spaniens'gehört englischen Kapitalisten.- Es ist nicht richtig, daß einige von diesen Erzgruben an-.Deutschland und Italien abgetreten sind.- Im- Gegenteils nach absolut glaubwürdigen Jnformätioneuist die Ausbeutung Loirdon. Seit der Sü-Minuten-Konfcrenz GrandiS mit Neville Chamberlain reihen die Gerüchte über Englands neue Politik nicht Wb, Wir erfahren aus zuverlässiger Opell«, daß sich in den politisch führenden"Kreisen des konservativen England die Lage ungefähr so darstellt: Die sittliche Legitimation scdcs politische» Führers ist der Grad seines Verantlvortnngsgc- tion von Rom, wo man glaubt, daß ein Sieg der Rebellen Italiens Stellung bei weiteren Ver- handlnngcn über das Mittelmeerproblem bedeutend stärken würde. Deshalb versuchte Mussolini auch mit allen Mitteln Franco zu unterstützen. Dagegen verspürte" die berliner Regierung keine Neigung,' wegen Spaniens mit Loudon in einen Konflikt einzutreten. Denn man weih in Berlin, dflh auch ein durchschlagender Sieg Francos die Position Deutschlands im-Mittelmeer nicht wesentlich stärken würde. Für Berlin ist Spanien ifherhaupt ein bloßes Kompensationsobjekt, und die dortigen^Provokationen dienen ganz anderen Zwecken. Für Frankreich hätte allerdings der Sieg Francos schwerwiegende Komplikationen äußeren und inneren Charakters zur Folge. Es scheint aber, daß- England endgültig die-Leitung der ganzen Nichtintervention" an sich gerissen hat und eine radikale Liauidicrung des Konflikts auf Grund eines Vergleiches nut Italien apstrebt. .* -. Rom. Die Agentur Stefa n i meldet, daß in.den dem- britischen Foreign Office nahestehen- dey Kreisen- bestätigt werde, daß der^.englische Ministerpräsident E Ham b c r l a t n am Schluß •feiner• letzten Unterredung' mit- dem italienischen Botschafter Grandi diesem ein an M ir s s o- lsin i gerichtetes H a n d s ch r eiben überreicht habe. Graf Dino Grandi, 'der italienische Botschafter in London „Lokale Strafaktion“ beendet Die Schwäche der Mächte ermutigt Japan Auffassungen xiar Lage i. i—. Man muß mit einer technischen Feststellung beginnen. Die Sudetendeutschen leben zwar in einem Brennpunkt des europäischen Geschehens, aber sie vermögen die internationale Kräfteverteilung von ihrem Standort aus nicht zu überblicken. Die Sudetcndeutschen leben rm Schatten einer chinesischen Mauer. DIesechi- n e si s,ch e Mauer sind d i e G r e n- zen des Dritten Reiches. Hinter diesen ' Grenzen wurde in den letzten Jahren ein mächtiger Terror-Gewalt- uiid Propagandaapparat 'aufgebaut. Diese Maschinerie wirft ihre drohen- •dcn Schatten und auch ihre verlockenden Ausstrahlungen auf- das Dasein unserer Grenzbewohner. So ist- eilte Art geistigen oder vielmehr ungeistigen AuSnahmszustandes geschaffen, der das politische Leben beherrschst Viel innere Widerstandskraft haben die Su- detendeutschen in diese außcrordeittllche Lage, in die sie versetzt wurden, nichst mitgebracht. Denn die deutschenGebicte der-Sudctenländer- sind durch Jahrzehnte der klassische Boden bürgerlichi- nationaler,Machtpolitik gewesen.. Geistige Begriffe, Gesinnungen, europäische Aspekte haben, in -diesem Bereich nie: eine, überragende Rolle gespielt Nachdem Hitler das benachbarte Deutschland- ganz in das Fahrwasser-einer abstrakten Machtpolitik, gelemt hatte, war.für die sudetendeutschen. Lokalpolitiker, Bürger, Mittelständler sind.Intellektuellen-das,goldene Zeitalter völki- Durch do»«errat der gekauften chinesischen Unterführer in Peiping ist das ganze Berteibi- gungSshstem der SV. Armee über Rächt zusammen,eiroche». Nordchina ist nach der Besetzung von Nrutstn fest in der Hand der japanischen Kwantnng»Armee. Die Japaner selbst erklären, daß damit die»Strafaktion" beendet sei, mit anderen Worten, daß ihr erstes Ziel, die Eroberung iw» Höpei Und Tschachar'«reicht ist. Aber die Möglichkeit, nunmehr weiter nach Süden chorzufloßen ünd auch-das wichtige Schantung noch annektiere» zu kütiiren,-wodurch' die nordchlnesischen Basallenstftateu für alle spätere» Fälle eine stärkere Position gegen Zentral- und Südchinä rrhwftrn, verlockt ds, Japaner zu Weiterer Offensives Man niinnft nach den vor- liegenden Meldungen als- sicher a'y, däß die Japaner, wie die Minister-bereits in ihren Kam» mertRrdett erklädt haben, nunmehr die GenerälVereläigung mit China, erzwingen werden. Ob es dabei wirklich zu einem großen Krieg kommt, h ä n g-t immer noch mehr von C hin a als von J-g p a N' ab. Wenn Tschiaug-Kai-Schek in die Abtretung ganz Rord» .- Chinas jvilligt, kann Japan sich den Krieg erspare», weil die Regierung von Nanking in diesem Fall ohnehin die Revolution hepäUfbeschptSrt.. Wehrt sich Tschiäng-Kai-Schek, wie er es unter dem Druck der BolkSmaffen wohl tun wirb, so ist der große Krieg da. En-tf ch e i d e» d für JäpänS'LffrnsivwM» ist in erster Linie die Haltung der G r o ßmä ch t e. Die Unentschlossenheit Englands, die Aneinigkeit zwischen London Und Washington,-die schwer zu erklärende Teilnahmslosigkeit Rußlands, das Gewehr hei Fuß zusteht, wie die Japaner Nord- china verspeisen, scheinen Tokio die lkekierzeugung zu geben, baß jevt eine-'nie wiederkehrende GelegeUheit zur-Begründung eines großen FrstlandSteicheS unter japanischer Führung ge- geben ist..' ■(Slii) WaS heute von den Japanern in Nord« . chwa-betrieben wird, ist-keineswegs eine Improvi sation. Der alte. Plein von Hiicosta, d em jetzige» Anßemninjster>im. Kabinett Konoyö, besteht darin, an» Nordchina,«in'e-gewaltige strategische und kriegS« Wirtschaftliche Basis zu.schaffe»..ES handelst sich um- -drei Provinzen des eigentlichen China: H o p e i, h ojvt ii'n g^ Und, um zwei !*Proöuizen^crJM?kenMmWln?Brt t-ju^an und Ch ah ar. Das ist ein Gebiet von über ein« Million Quadratkilometer, also Mehr als zweimal so groß wie Deutschland, mit einer Bevölkerung von etwa 75 bis 80 Millionen. Die kriegswirtschaftliche Bedeutung dieser Gebieter besteht darin, daß hier die wichtigsten Kohlen-, Erz- und Naphtha lag e r von Nordchina sich befinden. Vom Stand punkt der Transportes sind alle diese Provinzen für die japanische Industrie außerordentlich günstig ge legen, da die großen Handelshäfen von Tientsin und Tschifu am Gelben Meer durch relativ gute Eisen bahnverbindungen mit. dem Inland« verbunden sind. Für den Kriegsfall wird aber da» Gelbe Meer von der japanischen Flott« beherrscht. Vom strategischen ' Standpunkt geht er bei der Besetzung der fünf Pro vinzen um die südöstliche Verlängerung der großen . Defenslblinie am Hingang-Gebirge, die in den letz ten Jahren von de» Japanern auSgebaut wurde, bi« zum Mittellauf der. Gelben Flüster. Zugleich werden durch die Besetzung von Nordchina alle Verbindun gen zwischen Rußland und Südchina, also dem Machtbereich der Marschalls Tschiangkaischek vollkommen abgeschnllrt. Die Beherrschung der ndrdchinesischen Eisenbahnen sowie-der Eisenbahn verbindungen' zwischen Nordchina und der Man dschurei gibt dem japanischen Generalstab die Mög lichkeit der Operation auf der inneren Linie, sowohl gegenüber.der Sowjetunion alr auch gegen Nanking. ' Konoyö-Hirota wollen jetzt bestimmt keinen Krieg, die Parole der jetzigen' Außenminister» be steht in dem Schlagwort„Siegohn« Krieg". Bor allem möchte man um jeden Preis einen Krieg mit Rußland vermeiden. Denn gerade der Schutz der besetzten ungeheuren nordchinesischen Gebiete» wurde, im Falle einer kriegerischen Auseinander setzung mit einer modernen, gut ausgerüsteten und regulären Armee, von Japan Streitkräfte verlangen,' über welche.' die Regierung von Tokio heute nicht verfügt.' Besonder» würde- da» für einen Zwei frontenkrieg,.gegen eine etwaige russisch-chinesische .Allianz: gelten. Diese, zu. verhindern,' ist überhaupt eine». per Hauptziele der japanischen Außenpolitik. Tokio.'.'vertraut auf die D«-organtsi«rung de» staat- ' lichc» Apparate» in Nordchina, die ja seit Jahr und Tqg durch.die-Japaner gefördert wird, und auf die geschichtlich sKvachen Bisidungen von Nordchina an die südlich» Metropole.'Man vergesse nicht, daß der - chinesisch-japanische Krieg von 1894/95 tatsächlich lediglich, durch Nordchiya auSgeföchten und von der chinesische öffentliche Meinung damals als ein« mehr oher. minder, lokale Angelegenheit', aufgefpßt wurdc. selbstverständlich isstfest, dieser Zeit bä».-national« Selbstbewußtsein der-Chinesen bedeutend gewachsen, aber auch htmto.ist der...Unterschied zwischen Nord« und Südchina sehp.groß..'.> - Japan» Vorgehen in Nordchina isl keine Im-' provisation, er ist ein w« l t p o hüt i s ch e r A k f v ost« u-n g e u r e r Bede u t u n g. Ja- sinter den Kulmen der Nichtintervention Was City und Downing-Street planen schor Illusionen gekommen. Sie denken nicht mehr, sie glauben und hoffen aber mit solcher Inbrunst, die jede- geistige Auseinandersetzung, jede ver- nunftmäßige Betrachtung ausschließt.. Das ist mehr als ein Glaube an den totsicheren Enderfolg der nazistischen Machtpolitik. Dieser Glaube ist vermischt mit der unklaren Hoffnung auf den Sieg einer faschistischen Woltrevolu- t i o n. Gleichermaßen Grund zur Nationaltrauer ist für diese Sudekendeutschen, wenn ein deutsches Kriegsschiff bombardiert wird oder wenn ein Flugzeug mit dem spanischen Faschistenhäuptling Mola abstürzt. Ueberhaupt hat die landläufige Begeisterung für die menschcnschlächterische Offi- zierSrevolte in Spanien mit nationaler Gesinnung nichts mehr zu tuns' In ihr manifestiert sich ein nvuer Internationalismus d e r 1l n m e n s ch l i ch k c i t. In den Blättern dar Geschichte' wird diese Geistes- und Seelenhalfung unserer derzeitigen BolkSmehrhcit nicht mit RuhnieSlesttern eingetragen sein. Der sudetendeutsche Stamm, soweit er von Henlein vorläufig repräsentiert wird, hat alle Aussicht auf den traurigen Ruf, sich am tiefsten selbst erniedrigt zu haben und wieder einmal am spätesten aufgcwacht zu sein. Für den Irrtum der Massen lassen sich nachträglich manche Emschül- digungen und Erklärungen finden. Für die Verantwortungslosigkeit einer- politischen Führung gibt«S aber kein Verzeihen. Spätere Geschichts- schrcibxr. werden dem Thema mehr Zeit, lvihmen können? wieso' ein sogenannter smnunesfiihrcr harmlose Borträge übers Kinderkriegen und Blubo-Komplexe justament in einer Zeit hallen konnte, da sich jeder halbwegs vernünftige europäische Staatsmann und Politiker in schwerer Sorge um das Schicksal des Friedens befand. Sollte der Mann tatsächlich so totalitär unpolitisch sein, wie ihn seine engsten Mitarbeiter schildern? Ist er ein absolut willfähriges Werkzeug fremder Austräger-, in deren Diensten er die Situation vernebelt? Immerhin bezeugt die rührig betriebene Flüsterpropaganda, daß die Herrn Führer doch nicht ganz auf dem Mond leben und zumindcstens stillschweigend dulden, daß die Kriegsgefahr zu EiNschüchterungSzwccken möglichst kraß an die Wand gemalt wird. Alles zusammen genonmien erlvcckt den Eindruck, daß In der kameradschaftlichen Teufelsküche eine ausgesprochen antisudetendcutsche Politik nach dem Motto: Je schlimmer es kommt, desto besser! zusammeuge- braut wird.- der Eiscnerzgruben im eroberten Biskaja an die englischen Besitzer übergeben lvordcu. Eben so befindet sich der Betrieb der berühmten Kupferminen in Rio Tinto auch weiter in englischen Hän den. Die deutsche Regierung hat allerdings mit Franco ein Abkommen über Ausfuhr vo» Eisenerzen aus Biskaya abgeschlossen, aber cs handelt sich ausschließlich, um jene Erzmengen, die die spanische Regierung, also jetzt Franco, laut dem Konzcssionsvcrtrag von dem Grubeneigontümer i» Natur erhält. Das sind keine bedeutenden Quantitäten. Alle übrigen biskayischen Eisenerze gehen nach Loudon, und.werden von dort allerdings nach Deutschland verkauft. Das geschieht mit Wissen der englischen Regierung: dafür erhält England von Deutschland Roheisen, Stahl und andere Halbfabrikate, die England für seine Aufrüstung braucht. Man nimmt in London an, daß Menschen. Deshalb ist auch die Wirksamkeit d°S Ascher Kontrolle stehen werden. Man scheint auch putschen AktiviSmuS aus uusercin politische» Le- 1?Sieg der Rebellen Mcht wegzudenken, weil doch jemand da sein AK,«.»ju'm? 1■ muß, der für ein hochgesährdetcs und dabei in fei» schwachen wird. Wesentlich anders ist die Post-| ncll großen Teilen geradezu verbrecherisch chloro- """”' formiertes Volk Verantwortung empfindet nud tätig auSübt. Die unerhörte sittliche Kraft, welche unsere deutsche Arbeiterbewegung in den letzten schweren Jahren entfaltete, hatte ihre ticssten Wurzeln in den> hochentwickelten Berantwortungö- gcfiihl für die Bewahrung menschlicher Werte in der Politik unseres Volkes. Diese innere Verpflichtung gebietet auch, der bewußten Falschmünzerei-eines einseitigen außenpolitischen Denkens immer wieder die Stirne zu bieten und der sudetendeutschen Oeffentlichkeit unermüdlich zu sagen: Das Weltbild, das NazismuS und SdP» Propaganda unserer Bevölkerung a u f z w i n g e n wollen, istpurerTrug u n d S ch w i n d o I. Es ist nur ein Reflex der gigantischen Selbsttäpschimg, in der die faschistischen Diktatoren und detzen Anbeter lebeii. Die wirkliche Kräftevrrtciluua iit Europa und in der Welt sieht ganz anders aus. Wir wollen sie mit kaltem Realismus'«rf.iise» und auch zu uns selbst aufrichtig sein. Aber unsere historische Funktion ist es, eluein politisch verblendeten und mißbrauchten Volke täglich die Tatsachen der wahren Weltlage vorzuhalten. S-egen wird, nicht wer die größere Schnauze, sond-cn wer das echtere, das wahrere Weltbild besitzt. Es ist daher uuter diesen Unistäudcn nicht ohne Nützen, wieder einmal das Bild der euro- Seite 2 Sonnten, 1- August 1937 Rr. 179 päischcn, und besonders der mitteleuropäische» Situation nachzuzeichnen, wie cs die demokratischen Länder des Westens sehen, Dabei soll nicht besonder» angeführt sei», mit welchen französischen, englischen und belgischen Beobachtern der Lage die folgend skizzierten Meinungen auSge- tauscht wurden. Ein Gebot der Gewissenhaftigkeit schreibt vor, nur jene Auffassungen wiedcr- zugcben, die gleichsam Gemeingut deS augenpolitischen Denkens der linken, Ivie der mittleren und rechten Parteirichtungcn dieser Länder sind. Wie sieht also der demokratische Westen Mitteleuropa? Das Gesamtbild ist— etwa im Vergleich zum Jahresbeginn— viel einheitlicher und klarer. Wir wollen gleich den markantesten Punkt hervorheben: M a.n fürchtet im W c st e n die militärischen Vorbereitungen desDrittenReicheSnicht mehr. Man mißt den faschistischen Mächten auf keinem militärische» Seltor eine entscheidende Ueberlegen- heit z». Auf den Schlachtfeldern deS spanischen Bürgerkrieges ist der Mythos der faschistischen Waffen zerstört worden. Insofern war besonders dje Schlacht von Guadalajara tatsächlich von welthistorischer Bedeutung, denn sie hat auch nach.der moralischen Seite hin die Unterlegenheit der faschistische» Elitesörmationen geossenbart. Selbst die höchste Bewunderung der spanischen Freiheitskämpfer kann nicht übersehen, daß die technisch hochgerüstete und völlig durchorganisierte Armee eines modernen demokratischen Landes den Schwarz- oder Braunhemden einen ganz anderen Gegner abgeben würde. Außerdem behaupten nicht nur antifaschistische Ureise, sondern auch sehr berufene Fachleute, dah sich ganze Waffengattungen der deutschen und italienischen Aufrüstung in Spanien als wertlos erwiesen haben. Rüstungsmaterial, das in Deutschland vor kaum drei Jahren erzeugt wurde und als höchste Vollendung der Waffentechnik galt, muh nun wieder in Massen verschrottet werden, die demokratischen Länder vertrauen aber, ohne viel zu prahlen, aus die technische Höhe und auf die Qualität ihrer Aü- wehrrüstung.' • Darüber hinaus weiß man in Paris und London, in Brüssel und Washington über die inneren Schwierigkeiten Deutschlands und Italiens ausreichend Bescheid. Di« Schätzungen, wieviel Monate das Dritte Reich mit seinen augenblicklichen Rohstoffvorräten Krieg führen könnte, gehen nur unwesentlich auseinander. Oppositionelle deutsche Wirtschaftskreise, die genau wissen, wie viel es geschlagen hat, scheinen im wohlerwogenen Interesse des deutschen Volkes für eine einheitliche Informierung des Auslandes zu sorge». Die faschistischen Methoden des Bluffs und der Erpressung verlieren bei dieser Sachlage mehr und mehr an Wirksamleit. Die Demokratien lavieren noch, aber sie handeln nicht mehr aus einer Angstpsychose heraus, sondern im Vollge- süht ihrer täglich wachsenden Kraft. Solange noch Hoffnung besteht, daß der Krieg irgendwie zu vermeiden ist, werden sie weiter lavieren bis zu dem Punkt, wo die Gegensront entscheidende taktische Vorteile zu erreichen strebt. Dieser Punkt kann in Spanien erreicht werden, oder in Oesterreich. Das konservative England und das bürgerliche Frankreich wollen sich allerdings nicht eindeutig für die republikanische Valencia-Regierung festlegen, aber sie werden weder italienische noch deutsche KricgSvölker dauernd auf der iberischen Halbinsel festschen lassen. Berlin ist überdies nicht in Zweifel gelassen worden,.weicht augenblicklichen Konsequenzen der Versuch einer, Verschiebung der Grenzen nach dem Südosten haben würde. Das Interesse für die Sicherheit der' Tschechoslowakei ist in den letzten Jahren nickt nur in London enorm gestiegen. Auch die Bereinigten Staaten haben mehrfach zum Ausdruck gebracht, dah sie ein kriegerischer Versuch zur Aufrichtung einer nazistischen Vorherrschaft in Mitteleuropa nicht unberührt lassen würde. Nach Pariser Darstellungen hat Roosevelt in seinen Gesprächen mit van Zeeland erklärt:»Wenn, das heutige Deutsche Reich, die Tschechoslowakei plötzlich überfiele, so würde das auf der anderen Seite des Ozeans eine fast einmütige Erbitterung Hervorrufen." In diesem Zusammenhang ist auch folgende Stelle der Erklärung von Interesse, die der amerikanische Botschafter in London unlängst zur Feier des Unabhängigleitstages abgegeben hat:»Ich gebe zu, dah man mit sehr viel Berechtigung sagen kann, di« Diktatur sei di« besser« und wirksamere Methode, einen Krieg zu planen. Aber ich bin ganz sicher, dahdieDemokra- tiedie bessere Methode ist, den Krieg zu beendigen und zu gewinnen— den sie haßt und verabscheut." * In allen Gesprächen über die mitielquro- päische» Friedensprobleme wird von westeuropäischen Beobachtern die Ucberzeugung vertreten, dah daS nazistische Regime nach jeder militäri; scheu, wirtschaftlich-finanziellen, innen- und außenpolitischen Berechnung nicht in der Lage ist, einen erfolgreichen Angriffskrieg nach mehreren Fronten zu führen. Einer der hervorragendsten Vorkämpfer deS Friedens fügt« noch hinzu:»Ein solcher Krieg würde mit einem Triumph der Demokratien enden. Die Demokratien wollen und brauchen aber keine militärischen Triumphe, darum werden sic bis zum letzten Augenblick um die Rettung des Friedens kämpfen." Auf den naheliegenden Einwand, dah diese optimistische Betrachtung zu wenig die Innere Zwangsläufigkeit der faschistischen Diktaturen berücksichtige, nimmt d,aS Gespräch eine Wendung, die besonders vom Standpunkte des deutschen Freiheitskampfes interessant ist. Wir wollen diese Partie eine» Meinungsaustausches hier noch fragmentarisch anführen: Und wenn dem nazistischen Regime dennoch keine andere Lösung seiner inneren Schwierigkeiten übrig bleibt als die Flucht in den Krieg? Dann ist daS deutsche Volk in einem solchen Augenblicke mehr gefährdet als alle seine Nachbarn I Ja, aber die friedliebenden VoUsmaffen in Deutschland haben doch keine Möglichkeit, ihren Willen zu bekunden und dem Unglück auszuweichen... Das ist nur bedingt richtig i Vor den Schüt- zcngräb'en hört die Macht des Kriegrregiint'sVüs. Man kann Menschen zwingen, wider Willen zu schießen, aber man kann nicht kontrollieren, wie sie zielen. Der Glaube an eine freiere Zukunft des deutschen Volkes gewinnt im demokratischen Europa an Stärke. Von Frankreich weiß man, daß eS im Augenblicke einer militärischen UeberfalleS, der den Lebensnerv der europäischen Demokratien bedroht, für die Dauer der Gefahr nur Franzosen geben wird. Kann dies auch ein faschistischer Diktator von seinem ganzen Volke sagen, wenn eS in einem Angriffskrieg um spanische Erze oder rumänische» Petroleum verbluten soll? Jedenfalls können sich alle Freunde des Friedens darauf verlassen, daß die Beantwortung' dieser Fragen den faschistischen KricSgpolitilern .mehr Kopfzerbrechen macht als den demokratischen Staatsmännern^ s * Zu dieser Betrachtung ist noch ein Nachwort fällig. Mancher wird fragen: Wie reimt sich zu diesem Weltbild die Flüsterpropaganda im sudetendeutschen Bereich und das Wichtigmache« rische Getue unserer heimischen KriegSanbeter? Die Antwort darauf ist nicht schwer: Wer da glaubt, daß irgend jemand bloh den sudetendeut-1 scheu Wirrköpfen zuliebe einen Krieg anfangen wird, ist das größte Hornvieh auf unserem Planeten. Die Entscheidungen fallen weder in Asch noch in Rumburg oder Wallern. Sie sind, von dem großen Kräftespiel abhängig, in welchem neben Berlin und Rom auch.. Paris und London, Washington und'Moskau mehr zu sagen haben» als sich unsere sudetendeutschen Lokalgröhen träumen lassen. Auch«für diese Zeit und besonders für den sudetendeütschen Sektor der europäischen Friedensfront^ gilt die kaltblütige Losung Viktor Adlers:»Wirlassenunsnichtprovo- zieren, aber auch nicht ein- schüchtern I" Belgrad gegen den deutschen Gesandten Berlin und der Kirchenstreit— Stojadinovlc will die kroatische Frage lösen— Jugoslawien, nicht Serbien die Parole Belgrad, lieber die Ereignisse, welche sich im Zusammenhänge mit der Beratung des Konkordate» und mit dem Tode des Patriarchen Barnaba entwickelt haben, erhält das Tsch. P.-B. aus der Negierung nahestehenden Kreisen folgende Informationen: Man. kann nicht sagen, dah die Regierung Dr. Stojadinoviö.als solche durch das Konkordat gebunden wurde. Es war der König selbst, welcher daS Wort gab, dah das Konkordat durchge» führt werden wird. Dies war ein Wort des Königs und die.Regierung ist der zur Durchführung berufene Faktor, denn die Staatspolitik führen stets die verantwortlichen Regierungen durch. Das in den internationalen Beziehungen gegebene Wort muh gelten. Ein solches Wort wurde gegeben und muhte deshalb eingehalten werden. Das Kabinett Dr. Stojadinoviö war demnach genötigt, das Konkordat zu verwirklichen, da eS sich dessen bewusst war, dah es sich nicht mehr lediglich um Serbien, sondern um Jugoslawien handelt, dessen Bestandteil auch Kroatien ist. Die heutige jugoslawische Negierung anerkennt die Bedeutung der kroatischen Frag« und auch die Notwendigkeit ihrerLösung. Aus diesem Grunde muhte auch die religiöse Frage gelöst werden, in deren Nahmen sich auch die katholische befindet, und zwar auf Grund des Konkordates. Die Kroaten beschweren sich, dah sich im Staate an den leitenden Stellen Serben befinden. Wenn sie in ihren religiösen Angelegenheiten nicht in gerechter Weise befriedigt werden können, würden sie sagen, dah man auch in diesen den Serben entgegenkomme. Es bestand hier die Möglichkeit, zu zeigen, daß sie für gleichberechtigt anerkannt werde». Deshalb war es schon im Hinblick auf di« kroatisch« Frag« vom staatlichen Standpunkt aus ckstöderkich, dnS'Konkordat zum Gesche zu machen, denn der' Staat ist Jugoslawien und nichtSerbien. Wenn«S zu einer Entscheidung zwischen Jugoslawien und Serbien käme, wird sich dir RegierungfürJugo- s l a w i c n entscheide». Wenn zwischen Gleichberechtigung und einer Kirche gewählt werden soll, wird sich die Regierung für die Gleichberechtigung entscheiden, da sie entfchte-' den den religiöse«, Frieden wünscht. Eine andere' Wahl gibt es nicht. Wiewohl die serbisch-orthodoxe Kirche von den Notwendigkeiten der Maßnahmen in dieser Frage informiert worden war, lehnte sie es ab, das Problem zu prüfen. Deshalb war der einzige Ausweg eine Entscheidung der Regierung. Als die Regierung den Gesetzentwurf zur Abstimmung unterbreitete, versuchten gewisse politische Desperados, tvelche bisher stets das Vertrauen des Volle» verraten haben, durch Vermittlung der serbischen orthodoxen Kirche selbst um den Preis einer Störung des kirchlichen Friedens das Kabinett zu stürzen. An der Demonstration nahmen die bekannten Oppositionellen teil, welche sich früher nicht zur serbischorthodoxen Kirche bekannt haben. Die Kirche wurde rechtzeitig von dem Verbote eines Umzuges verständigt und versicherte den Behörden, daß der Umzug nicht veranstaltet. würde. Inzwischen wurde aber das gegebene Wort nicht«ingehalten und der Versuch unternomme», den Umzug zu veranstalten. Bischof Simeon schritt an der Spitze des verbotenen Demonstrationszuger ohne Rücksicht auf das Gesetz, die Verordnung und die auS ihr sich ergebenden Polizeimahnahmen. Es läht sich nicht feststellen, wie der Bischof unter dem Auge einen Schlag erhielt. Es ist bekannt, daß über den Tod• des Patriarchen Varnava Gerüchte durchsichtiger Tendenz, er sei vergiftet worden, verbreitet wurden. ES wurde deshalb eine Untersuchung über den Verlauf der Krankheit und über die ärztliche Behandlung«ingeleitet. Einstweilen geht aus den Bulletins der Aerzte hervor, daß die Krankheit des Patriarchen nur eine Folge seiner früheren Krankheiten war. Da dem Tode des Patriarchen Varnava eine derartige Ursache unterschoben wurde, konnte sich di« Stadtvertretung an dem Leichenbegängnis nicht beteiligen. Kreise, die der Regierung nahestehen, versichern, daß die Negierung ihre bisherige Politik konsequent sortsetzen wird. Die Regierung hält daS Konkordat für den er st en Schritt zur Lösungderk r o a t.i scheu Fra g e. Die Regierung hat festgestellt, daß im Hinblick auf daS unpassende und unschickliche Verhalten, welches in Angelegenheit des Konkordates gegen die Regierung«ingeleitet wurde, an dem Leichenbegängnis des Patriarchen Varnava die ausländischen Diplomaten nicht teilgenommen haben. Den Regieriingskreisten ist es aber nicht entgangen, daß daS einzig« Mitglied deS diplomatischen Korps, welches bitte Solidarität nicht«In* hielt, der deutsch« Gesandte von Herren war, welcher allein es für paffend«nrchtete, an Akten tcilzimehmen, deren Hintergrund bekannt ist und derentwegen auch die Beteiligung der Regierung Sr. Btajestät des Königs, an deffen Hof« er akkrediert ist, entfallen ist. 8 Roman von L Prlngsheim (Es war Frau Franzis großer Kummer, den einzigen energischen Wunsch ihres Mannes respektieren zu niüssen, ihre anfänglich unentwegten Tclephongespräche mit dem Amt einzustellen.) Das Mädchen beschloh, ihrer-Herrin nicht mitzuteilen, dah Doktor Glaser mittags nicht erschienen war.„Wie gchts dem Vogerl? Decken Sie es gut zui Und geben Sie ihm Bussi vom FraucrlI"„Jawohl, gnädige Frau l" muhte Finni mindestens zehn Mal antworten, bis sie dann auf die letzte Ermahnung, dem Mopserl sein Bett zu richten, erleichtert abhängen konnte. Wenn das Mädchen einmal zu Ende gedacht hätte, iväre cs ihr schreckhaft zu Bewuhtsein gekommen, in was für einem Mißverhältnis diese Herrin zu ihrer Existenz stand. Aber das Mädchen dachte nicht zu Ende, sonst Iväre sie auch nicht dort geblieben und hätte den Kampf mit ganz anderen, neuen Grundproblemen gesucht. Inzwischen schwamm Frau Franzi glücklich in ihrem Kreis von Damen, meist getreue Abklatsche ihrer eigenen Person. Jede einzelne war überzeugt von ihrer eigenen Unentbehrlichkeit. Bridge wurde nur mühsam der Mode wegen ge. lernt, die einzige Unterbrechung in ihrem sonst unaufhörlichem Reden. Gleich und gleich gesellt sich gern. Sie kopierten alle die neueste Mode in Kleidung und Frisur, ganz gleich, ob sie kurz oder lang, dick oder dünn waren. Die lächerlichsten Hütchen schwebten auf dicken Köpfen oder jeweilig große Hüte auf kleinen Köpfen. Die Lippen zu sehr geschminkt, die Kleidung zu jugendlich, die Auge» leer und satt und doch'unruhig. Wohl keine in diesem Kreise hatte«ine festere Bindung außer der finanziellen zu ihrem Mann. Die Männer sprachen kaum mehr das Nötigste mit ihren Frauen. Aus Verflachung, Enttäuschung oder Bequemlichkeit. Die meisten waren zu gutmütig oder zu faul, um Konsequenzen zu ziehen. Man war halt mal verheiratet, weil eS Sitte ist, man Ivar scheinbar treu, auch aus Sitte, aber man wollte keine Unbequemlichkeiten. Witze machte man unter Männern, und sich ausleben tat man ab und zu mit williger käuflicher Ware. Kaum einer schien wie Dr. Glaser ganz nach innen zurückgezogen. Alle diese Frauen standen [ in dem schwierigen Alter zwischen vierzig und fünfzig, wo eigentlich die Frau ernten sollte, was sie gesät hat. Dieses Alter, welches zu den schwer- 'ccn Hysterien und Konflikten Anlah gibt, wo tat- ächlich nur Arbeit und starke» Innenleben helfen iönnen. Eine grohe Familie leitet die tätige Frau unbemerkt hinüber, ebenso wird die geistig inier- essiertc Frau die Krise mit großer Innerlichkeit überwinden. Unten bei der PortierSfrau dachte niemand an schwierige» Alter, weil ihr ganze» praktische» Naturell gesund basiert war. Hier in diesem Krei» machte cs sich in seiner'kindischen wichtigen Leere in Klatsch und Geschwätz erschrek- kend bemerkbar. Die'Bridgepartie war nur der Vorwand, um länger beisammen zu bleiben. Man fühlte sich so sicher unter Freundinnen, nichts konnte passieren, daheim starb man ja doch vor Langeweile. Zur selben Zeit, als Doktor Glaser Fräulein Mirza ansprach, richtete Berts junge Frau daS Bad für das Baby in einem alten Abwaschwännchen mühsam her. Als Bert wider Erwarte»' ihr ein paar Lebensmittel mitbrachte, sprach sie etwa» freundlicher und beinahe mit älter Wärme zu ihm. ES ist überall so, dah die kleinste, Summe Geldes eine verändernde seelische Wirkung hat. »Ich traf unten Frau Hardt, weiht du, die Frau, die bei Portiers wohnt," sagte Bert,„sie war so furchtbar nett zu mir und schenkte mir zehn überflüssige Franken, mit denen sie nichts anfangen kann." Esther saht« gerade ins Badewasser, und sagte:„Aber das nimmt man doch nicht an, die Frqu ist doch selber arm!" Bert erwiderte selbstgefällig':„Nun vielleicht ist es ihr gerade eine Freude, es mir zu schenken. Ich bin doch etwas Seltenes in ihrem armseligen Leben." Ein Aufschrei unterbrach ihn.„Um Gottes willen— wie sieht bas Kind aus I" Esther riß das Baby aus dem Waschkörbchen, Bert sah das Köpfchen so sonderbar herunterfallen und plötzlich wuhte er, ohne die Kraft zu besitzen, hinzueilen, dah da etwas Furchtbares geschehen sei. Die junge Frau riss dem Kind das Hemdchen vom Körper, horchte verzweifelt das Herzchen ab, dann schrie sie:„den Arzt— den Arzt I" Bert überlief es eiskalt, er raste zum alten Sanitätsrat im Haus und kam sofort mit ihm zurück. Dieser schüttelte das Kind, nahm es an den Fußspitze»'und schwenkte es hin und her, dann präparierte er eine Spritze. Die Mutter schrie auf, als die Nadel eingeführt wurde, aber der winzige Körper blieb leblos.„Das Kindchen War zu schwach, um lebensfähig zu sein," sägte der Arzt behutsam:»Vielleicht wäre es ein kranker Mensch geworden. Es ist besser so. Bitte, regen Sie sich nicht so furchtbar auf." Er drückte Esther die Hand, nzurinelte noch einige Ermahnungen, sprach mit Bert einige leise Worte und verlieh sehr ernst die Stube. Esther lehnte ganz versteinert an der Wand. Plötzlich funkelten ihre Auge» fast tückisch zu Bert' hinüber und sie rief:»Du bist schuld,— nur dul —■ es ist verhungert durch deineSchuldI" Und «ine Flutchon Schmähungen sinnlosester: furchtbarster Anklagen entströmten diesem'sonst sosanf- ten Munde. Bert sah immer nur diese entstellte fanatische Frau verständnislos an. Er.konnte'einfach nicht begreifen, dah es seine. Frau sei. Plötzlich'warf sich Esther über das Kind» küßte es, preßte cs an sich und beschwor die arme, kleine Leiche, zu leben:„Ohne dich bin ich nichts,-mein Einziges, mein süheS Winziges, Iah mich nichts allein, mein Alles I" Immer wieder kamen neue, leidenschaftliche Kosenamen, unterbrochen von fassungslosem Schluchzen. Als Bert sic unglücklich und verzweifelt aufrichten wollte, wehrte sie heftig ab, ihr Gesicht sah plötzlich versteinert und gesammelt aus. Sie ging an den Schrank, packte eilig einige Sachen in ihr Täschchen, ohne Bert zu beachten, welcher auf das tote Kind starrte. Dann zog sie dem Kind Hemdchen und Jäckchen an, wickelte cs behutsam in Tücher und band eS in ein Kissen. Sie zog ihren Mantel an, nahm das kleine Bündel auf den Arm, das Handtäschchen in di« Hand und sie wirkte beinahe matronen- haft, als sie mit harter stiller Stimme zu Bert sagte:»Ich gehet" Bert schien es, als sei Esther meilenweit von ihm entfernt, als spräche ein völlig fremdes Wesen zu ihm. Er machte nicht- einmal den Versuch, sie zurückzuhalten. Er wuhte, dah es unnütz- war. Esther nahm die Schlüssel, verschloh die Tür von außen, daß Bert nicht her- auskonnte. Dann eilte sie die Treppen hinunter, immer das Bündel fest im Arm. Bei Portiers gab sie die Wohnungsschlüssel ab mit dem Bemerken, ihr Mann habe sie vergessens man möge sie ihm dann abltefern, sie müsse mit dem Kleinen zur Untersuchung ins, Krankenhaus. Esther lief die Straßen entlang bis zum nächsten Pfändhaus. Es war noch einige Minuten Zeit vor Schluß, wie'stets stand- vor dem Schalter eine lange Rette mißmutiger Menschen. Den Mänteln und Kleidern haftete meist der typische Armeleutegeruch' an, dieser seltsam modrige Geruch urigelüfteter. Sachen. Jeder versuchte gierig einen Blick, auf-die Pfänder der an- deren' zu' wehfen unds zu erlauschens, wieviel' der gefürchtete Pfandmeister abschähte. Auf den Bäy- kensaßendieüblichen Pfandhausgäste, zum Teil arm oder Obdachlose, die sich wmnnen wollten, oder, die Vermittler, Dienstmänner' und einige Neugierige. (Fortsetzung«folgt.) Nr. 179- Sonntag, 1. August 1937 Seite 3 MetendeufMfter Zcitspfcgcf j^SSSaSSSBSSSSSSSSSSSSSSSSSSgSSSSSSSSSSSS Großpreußische Kundgebung In Breslau Breslau. Gelegentlich des grasten SängcrfestcS in Breslau sprachen Samstag vor 60.000 Sängern auch der Reichspropa- gandaminister Goebbels und Reichs- kauzler Hitler. Goebbels sagte in seiner Ansprache u. a., das Fest sei nicht eine Angelegenheit der deutschen Sänger allein, es sei ein nationalpolitisches Ereignis» das die Deutschen im Reiche mit den Brüdern jenseits der Grenzen verbinde. Bei dieser Stelle der Rede Goebbels setzten Sprech chöre mit den Rufmr„Ein Volk» ein Reich,«in Führer" ein. Man kann, sagte Goebbels weiter, an de» Grenzen zwar hölzerne oder steinerne Barrikaden aufrichten, was deutsch ist, wird sich bis in all« Ewigk«it zusammengehörig fühlen. Hitler feiert« in feiner Rede die Macht deS deutschen Liedes. DaS deutsche Volk, daS in seinem Liede sich selber suche, werde keine Macht und keine Kraft an seinem Aufstieg hemmen. Die Rede Goebbels und die natürlich nicht ohne Bewilligung und Leitung denkbaren„Ballskundgebungen" sind wie eS scheint, die lohale Antwort des Dritten Reiches auf das E»t» gegenkommen der tschechoslowakischen und der österreichischen Regierung, die den Breslau-Fahrern die Bewilligung zum Besuch der grostprenstischen Manifestation erteilt haben.— UebrigenS setzte gegen beide Länder wieder«ine scharfe Pressehetze»in: die Tschechoslowakische Republik wird wegen der verweigerten Reise der 6000 Kinder, Oesterreich alS„vatikanische Kolonie" und seine Behörden alS„vatikanische Tscheka" angegriffen. Nachfeier In Belfast Belfast.(HavaS.) Samstag gegen 2 Uhr früh explodierte in Belfast vor einem unbewohnten Hause in der DevonShire Street eine ans den Gehsteig gelegt« Bombe. Die Explosion forderte keine Opfer, beschädigte nur das Mauerwerk und drückte einige Fensterscheiben in dem Hause«in. Di« erwähnte Straste liegt in unmittelbarer Nähe der Straste, durch die sich am Mittwoch der KönigSzug bewegte. Francos Schwenkung zur Monarchie United Preß verbreitet die Version, daß in der neuen Burgos-Regierung sieben Monarchisten und nur ein republikanischer Faschist, der berüchtigte Radiogeneral Queipo de Llano sitzen werden. DaS würde die seit einige» Woche» umgehenden und durch die Versöhnung AlfonS XIII. mit seiner Gemahlin Erna(geb. Fürstin Battenberg, piner Enkelin der Königin Victoria von England) erhärteten Gerüchte bestätigen, daß Franco vor allein, um sich mit England leichter verständigen zu können, sein, faschistisches Programm eines totalitären Staates aufgibt und zur Monarchie zurückkehrt. Allerdings soll di« Einsetzung deS Königs erst»ach dem„Siege" erfolgen. Auch soll nicht AlfonS sondern sein dritter Sohn Juan der Favorit sein. Julius Deutsch In Antwerpen Beim! Aufmarsch der Nationen bei der Olympiade in Antwerpen sprach auch der Präsident der Sozialistischen Arbeitersportinternationale, Julius Deutsch, der als Divisionsgeneral in der spanischen Armee Dienst macht. Er führte unter dem jubelnden Beifall der Zuhörer, unter denen sich auch eine starke spanische Delegation befand, u. a. aus: Kameraden, da» Bild, da» sich vor mir a«s- breitet, überwältigt mich. Bestem stand ich noch auf meinem Kommaudopoftm in Spanien, jetzt stehe ich vor der Jugend Europa» und Amerika». Ich wohn« nicht allein einer Demonstration de» Arbeitersportes bei, sondern auch einer Demonftrasio» für Kultur »uh Sozialismus. In unserer Mitte sind Spanier, Söhn« eine» Volke», da» in dies«, Augmblick am Port Hetze— hier Hilfe! Des Manöver mit der angeblichen Kinderhilfsaktion des BdD Wir haben bereits darüber berichtet, in welch gehässiger Weise die Henlein-Goebbel»- presse die Verweigerung der Bewilligung einer angeblich geplanten Entsendung von 6000 Kindern nach Deutschland zu einer Hetze gegen die Tschechoslowakei auSnüht. Aus den Pressenachrichten geht immer deutlicher hervor, daß überhaupt«ine er»st« Absicht, Kinder zu entsenden, gar nicht vorlag und daß es vielmehr den Drahtziehern dieses Spiels darauf ankam, wieder einmal den Frieden in der Republik zu stören und gegen die Tschechoslowakische Republik zu Hetzen. Wir erfahren, daß noch E'nde Juni intervenierende Vertreter des Bundes der Deutschen keine genauenDaten über die geplante Aktion mitteilen konnten und als Erklärung angaben, daß die organisatorischen Vorbereitungen weder in der Tschechoslowakischen Republik, noch in Deutschland soweit fortgeschritten seien, um genaue Angaben machen zu können. Die„Veranstalter" waren sich dabei wohl bewußt, daß daraufhin«ine Bewilligung überhaupt nicht erteilt werden kann, denn es ist klar, daß zu einer Bewilligung genaue Angaben über Namen oder mindesten» Zahl der Kinder, Herkunft, Art der Auswahl, Bestimmungsort, Art der Versorgung usw., gemacht werden müssen. Bei der ganzen Sachlage muß man also annehmen, daß die K i n d« r a k t i o n nur in einer Eingabe an di« Behörde, nicht in organisatorischen Vorbereitungen für die Entsendung der Kinder bestanden hat. WaS hätte mm» auch diesen Kinder« In Deutschland biete« können? Statt Butter— die Lehre, daß Kanonen wichtig« feie« als Butter, MaiSvrot und, zur Wiederbelebung altgerma- nifcher Sitten,— Pferdefleisch. E» ist bezeichnend für unsere Henleinpresse, wie sie diese Verweigerung einer nicht vorbereiteten Aktion in die Welt ausposaunt, während sie die großen Leistungen des Gesundheitsministe« riuinS, das unter der Leitung de» Genoffen Dr. Czcch steht, systematisch verschweigt. DaS Gesundheitsministerium schließt seit dem Jahr« 1936 eüw Genesungsaktio» an die andere an. Soeben wird die dritte Aktion durchgeführt. Bisher wurden 29.041 Kinder auS dem Krisengebiet durch sechs Woch«n hindurch auf Kasim deS Staates in ErholungSheimm untergebracht. In der drittm Aktion werden 5000 Kinder entsendet werden. Die Auswahl erfolgt auf Grund ärztlicher Untersuchungen und objektiver Feststellungen über die soziale Lage. In den Heimen bekommen diese Kinder wirkliche Butter und überhaupt ausgezeichnete Verköstigung und sie werden den Eltem erholt und gekräftigt übergeben. Wie berechtigt das Mißtrauen unserer Behörden gegen die Entsendung von Kindern in das Ausland ist, beweist«ine vor einigen Tagen im„Teplitz- Schönauer Anzeiger" wiedergegebene Nachricht von einem Betriebsunfall, der einem sudetendeutschen Kinde offenbar bei landwirtschaftlichen Arbeiten in der Schweiz zugeswtzen ist. Ueber alle Lügen und Hetze hinweg wird auch unsere Bevölkerung zu der Einsicht kommen, wer ihr wirklich hilft: diejenigm, di« bloß flunkern oder Kinder an ausländisch« Landwirt« alS billig« ArbeitSkrüft« verschicken, od« die an» d«m, welche die Kind« in treue Obhut nehn»«n, gut ernährm und gut versorgm! Henlein wieder del Leopold? Wie dem„Prager Mittag" aus Wien gemeldet wird, sollen in letzter Zeit in Linz und in Badgastein Konferenzen zwischen den österreichischen illegalen Nazis und Henleinleuten stattgefunden haben. Henlein soll persönlich mit Hauptmann Leopold, dem Führer der illegalen NSDAP in Oesterreich, aber auch mit dem Botschafter P a p e n zusammengekommen sein. Die Beratungen sollen— wie wir hören— dem gemeinsamen, Herb st Programm der beiden Bruderparteien, bzw. der Durchführung der von dritter Stelle«ingelangten Weisungen für die beiden Stammesführer gegolten haben. Rebellion In der Saazer SdP Nun beginnt auch in Saaz langsam in die „Volksgemeinschaft" Bewegung zu kommen. I» der letzten Sitzung der Ortsgruppe Saaz hat«S einen sewaltigen Krach gegeben. Der OrtSgrup- penleiter Hlawatschek auS Saaz hat de» Bezirkspropagandaleiter Oberbuchhalter Kameraden Rudolf Müller von seinem Amt enthoben und auS der Partei auSgefchloffen. Ebenso wurde die Motor- und Fahrradstaffel und dir gesamte Bezirkspropaganda-Abteilung aufgelöst. Sie soll neu formiert werden» nach dem Willen deS Saazer OrtSleiterS Hlawatschek. ■ Die Ursache für diesen Konflikt soll in einer Kompetenzstreitigkeit zu suchen sein. Bei dem LezirkSfest in Komotau unterhandelte der Br- zirkSpropagandaleiter mit dem ArbeiterstandeS- führer Rudolf Kasper wegen der Urbernahmei ein« Veranstaltung in Saaz. DaS patzte dem OrtSleiter nicht in den Kram und als Folge der so entstandenen Auseinandersetzungen ist die Amtsenthebung gekommen. Innerhalb der Ortsgruppe Saaz besteht aber noch«ine andere oppositionelle Gruppe/ die aüf den Sturz deS bisherigen OrtSleiterS hinarbeitet, der durch einen jungen Juristen ersetzt werden soll. Tatsache ist jedenfalls, datz«S innerhalb der Volk-Gemeinschaft an allen Äkrn und-Enden gärt und brodelt. Wie daS Theater eines Tages z« Ende gehen wird, weiß man heut« noch nicht. Daß aber etwas faul ist im Staat« Dänemark, steht heute schon«Indeuttg fest, denn eS wird auS den verschiedensten Anläsien klar und deutlich stchtbar. Vor einem Lohnkampf der Hopfenpflücker Ende Juni wurde mitgeteilt, daß der„Landesbeirat für Angelegenheiten der landwirtschaftlichen Arbeiterschaft für Böhmen" den Kollek- tivverirag für die heurige Hopfenpslücke genehmigt habe und daß die Lohnalkordsätze wie alljährlich zu Beginn des Monats August verlautbart weäien würden. Die Sitzung des Beirats, in welcher über diese Fragen entschieden werden sollte, fand am 80. Juli statt. Die Vertreter der Hopfenbauern legten dort provokativ einen Antrag auf-Herabsetzung der Akkordlöhne um 10 Heller für ein Viertel(30 Liter amtlichen Gewichts) vor! Die Arbeitervertteter forderten und begründeten di« Erhöhung des Lohnes um. 20 Heller. Die Hopfenbauern erklärten sich nach langer Weigerung bereit die vorjährigen Löhne d. i. Xi 1.60 im Saazer und XL 1.80 im Raudnitzer Gebiet zu zahlen. Die Sitzung endete ohne Ergebnis. Der Bertteter des Vorsitzenden des LandeS- beirateS schlug im Laufe der Verhandlungen vor, die Löhne um 10 Heller für«in Viertel zu erhöhen. Als die ArLellervertreter auf diesen Vorschlag«ingingen, zog sich der Vorsitzende zurück! ES ist ganz offensichtlich, daß der agravische Einfluß so stark ist, daß der beamtete Vorsitzende der Körperschaft nicht ernst daran denkt, seine Funktion anders als dn Sinne der agrarischen Gruppe auSzuüben. Er berief für den 6. August ein« neue Sitzung des Beirats ein, in welcher die Streitfragen bereinigt werden sollen. Wenn die Vertreter der Arbeitgeber auf ihrem jetzigen Standpunkt beharren, rückt die Möglichkeit eines Lohnkampfes der Hopfenpflük- ker, das sind mehr als 4000 Partien und 70 bis 80.000 Menschen, in gefährliche Nähe. Trotzkistenzefle in der„Roten Fahne"? Die „Rote Flchne" zitiert in.ihrer Rubrik„Wir lesen" einen laiigen Absatz aus dem Leitartikel des„Sozialdemokrat" über den japanisch-chinesischen Krieg. Die. Redaktion der.Roten Fahne" fügt hinzu:„Richtig, tausendmal richtig! Aber wer kann..." ustv.(es folgt das Uebliche). Wir. wollen.nicht aus der Schule schwätzen, aber wir müssen die„Rote Fahne" doch in ihrem eigenen Interesse darauf aufmerksam machen, daß unseren Informationen zufolge der zitierte und, wenn auch mit Einschränkung, so doch sehe heftig gebilligte Artikel aus der berüchtigten „Trotzkistenzelle" des„Sozialdemokrat"- stammte'. Es scheint uns denn doch überaus gefährlich.und mit den Pflichten eines, dem„Führer der Völker" treu ergebenen Blattes nicht vereinbar, daß t r o h- kistische Artikel in solchem Umfange z i t i e r t und auch noch durch ein„Richtig, t a u• s en dmalrichtt gl" unterstrichen werden. Mit diesen- Mitteln wird ma:. den Trotzkismus ewig nicht'ausrotten. Wir hoffen, daß die„Rote Fahne" ehesten» mit sich selbst ins Gericht geht und daß die„Massen" demnächst- schon in. ihren Resolutionen die„AuSräücherung, der Trotzkisten- zell« in der Rote» Fahne" fordern,, Ferienfürsorge der Stadt Aussig. Auf Kosten der Stadtgemeinde Aussig, die alljährlich eine großzügige, Ferienfürsorge durchführt, betreute der Verein,„Deutsches Erholungsheim für Schulkinder in Aussig" im heurigen Jahr 60 erholungsbedürftige Kinder durch vier Wochen in der Kolonie Auscha. Fünf Kinder wurden durch den Verein ausgenommen. Die Unterbringung im Schulhaus ist-sehr gut. Ueberall herrschte peinlichste Sauberkeit. Die Verpflegung war reichhaltig und sehr gut zubereitet. Die Kinder waren Tag und Nacht unter ständiger Aufsicht. Fttihlich singend durchwanderten sie die schöne Gegend, nur e i n Regentag hielt sie im Hause. Zwei Spielplätze standen zur Verfügung und an fünf Tagen wurde das Auschaer Freibad besucht. Jede Woche war zweimal Wannenbad. Die letzte Woche wurde eine Ganztagwanderung auf den Geltsch unternommen, Die Kinder haben sich in Auscha sehr gut erholt, das zeigt auch die Gewichtszunahme, tvelche im Durchschnitt bei den Knaben 8.2 Kilo und bei den Mädchen. 8.1 Kilo betrüg. Die Kolo« nie wurde auch von den Organen de» Elternp hauptausschusscs besucht, die sich von der gutey- Unterbringung und Verpflegung Überzeugten. vas Autobusunglück bei Antwerpen Die Verlebten außer Lebensgefahr Antwerpen. Zu dem AuwbuSunglvck, daS sich im Freitag in der Nähe von Brüssel ereignete, wird noch ergänzend mitgeteilt: Teilnehmer der dritten Internationalen Arbeiter- Olympiade, durchwegs Mitglieder des Arbeiter» Turn- und Sportverbandes aus Aussig, unternahmen in drei Autobussen einen Ausflug nach Brüssel. Einer der Autobusse stieß in einer kleinen Ortschaft vor Brüssel mit eincm schwere» Lastaittouiobil zusammen. Es bestätigt sich, daß die 30jährige Irma Schmidt au» Preßburg da- bei ums Leben kam. Das Befinden der beiden Schwerverletzten Hermine Peschl und Elisa Trampeuau sowie des Ehegatten der Schmidt, Otto Schmidt, hat sich gebessert und es besteht bei ihnen keine Lebensgefahr mehr. Unter den Verletzten befindet sich auch Erna Wick aus Trau- tenau. seine Ezifteuz kämpft, ein Volk, da» aufgestande» ist, ein Volk in Waffen. Ich bin stolz, im Namen und im Auftrag der Soldaten, die mit uns In Spanien fechten, sprechen zu dürfen und den Dank an alle zu überbringen, die unS geholfen haben und uns noch weiter helfen wollen. Mit dem Danke der Spanier will ich beschließen. Ich bleibe auf meinem Posten, bleibt Ihr auf Eurem Posten, um zu helfen, Spanien srelzumachen. Es lebe Spanien, eS lebe da» Europa der Freiheit, e» lebe der SozialiSmu»." Nach dem japanischen Erfolg Tokio.(HavaS.) Der sapanifche Kriegsminister S u g i j a m a erklärt« im Parlament, datz Japan entschlossen ist, alle heutigen Pro- vlem«durch eine Kriegsaktion zu lösen. Außenminister Hirota erklärte, daß zu Anfang deS Konfliktes mit stiordchina Japan bereit war, ein« Lösung durch ein lokales Abkommen zuzustimmen. Dies habe aber Nanking abge- lehnt, wodurch wahrscheinlich die Entwicklung der weiteren Ereignisse«inen anderen Charakter erhält. Schanghai.(Reuter.) Wie in einem Kommuniqut des japanischen GeneralstabeS gemeldet wird, werden die Strafaklionen im Gebiet von Tientsin und Tungtschao SamStag abends abgeschlossen werden. Die Chinesen erwarten nun den japanischen Druck in der Richtung auf Pao- tiugf«, doch bestehen vorderhand keinerlei Anzeichen für eine derartige Absicht des japanischen Kommandos. Tokio.(Havas.) Die japanischen Zeitungen schreiben in ihren Kominentaren zu de» Ereignissen in Nordchina, datz die japanische Armee vorbereitet ist, den Kampf mit den Abteilungen der Armee der chinesischen Zentral- regierung aufzunehmen, welche auf 60.000 Man» geschätzt werden und die nach Nordchina im Marsche sind. Die Blätter teilen weiters mit, datz sich die Kämpfe der japanischen Truppe» mit der 29. chinesischen Armee sich in einen großen Konflikt zwischen China und Japan umzuwandeln drohen. Ehrung 3aur£s* Paris. Zur Ehrung des Andenkens von Jean Jaurts, der zu Beginn des Weltkrieges am 31. Juli 1914 ermordet wurde, veranstalteten Samstag nachmittags die Parteien und Organisationen der Volksfront einen großen Umzug von der Place de la Bastille durch Paris zum Pantheon, wohin unter der Regierung Herriots im Jahre 1926 die sterblichen Ueberreste Jean Jauris' überführt lvorden sind. Bon einer Estrade hielten zahlreiche Redner, u. a. Blum und Delbos Ansprachen. Einleitend wurde eine Botschaft des Ministerpräsidenten ChantempS verlesen, der dem Andenken Jaurös' huldigr und ausführt, die von der Regierung durchgesührle Sozialpolitik sei in großem Maße der Ausdruck der Gedanken Jauris'. Des tragischen Todes Jaurös' gedenkend, sagt Chauiemps:„Die Demokratie hat ihre Helden, ihre Märtyrer und ihre geistigen Führer. Jauris war der größte und reinste unter ihnen". Abends fand auf dem Platz vor dem Pantheon eine zweite Jauris-Feier mit vorwiegend lünst- lerischem Programm statt. London.(Reuter.) Außenminister Eden ist zum Urlaub an di« Südküste Englands abgereist. Sein Urlaub wird drei Wochen dauern. Köln a. Rh. Zwei bekannte katholische Prediger, di« Dominikaner-Pater Elger Hagemann und Ignaz Eschmann, wurden verhaftet. Sie sollen deS Verbrechens angeklagt werden, in ihren Predigten da» nationalsozialistische Regime scharf kritisiert zu haben. Barcelona. Die Poltzeidirektion gibt bekannt, daß in der Nähe von Canet Demar ein unter fremder Flagge fahrendes Schiff von Flugzeugen der Aufständische» angefallen wurde. Zur gleichen Zeit fuhren in der Nähe zwei Einheiten der Regierungsmarine vorbei, welche die Flugzeuge in die Flucht schlugen. Berlin. Der Reichspropagandaminister hat allen jüdischen Geschäften den Verkauf des sogenannten BolkSeuipfäugers und ebenso seiner Bestandteile Verbote». Seite 4 Sonntag, 1. August 1937 Nr. 119 Das Ist der Krieg! Vorstadt von Madrid, 23 Jahre nach dem Ausbruch des Weltkrieges, 18 Jahre nach „Fried'ensschluß"... 3aAe«mügKeitek Märchen der Ewigkeit ' ES.war einmal ein alter Vulkan, der schon lange fein'Feuer mehr ausgcschlcudcrt hatte. Mißmutig reckte er seinen düsteren, kahlen Gipfel in den reinen Himmel. Aber an seinen Abhängen standen kleine weiße Häuschen mitten in blühenden Blumen, grünen Reben und schattigen Oclbäulncn. Ein Geschlecht fleißiger und zufriedener Bauern tummelte sich seither zwischen all dem duftigen Leben. Da begann der alte Berg zu grollen.„Ich bin hier der Herr!", sprach er zu den Ocl- bäumcii.„Ihr seid freche Eindringlinge, die ich Pcrnichtcn werde!", raunte er boshaft den Weinstöckcn zu.„Ich hasse eure milden Farben, — hier darf nur mein Feuer leuchten!", donnerte er die Blumen an. Und er zitterte und reckte sich und mit unwiderstehlicher Wucht warf er die feurige Glut über seine Flanken hinab. Rauschend und zischend vergingen die Blumen, wie Fackeln leuchteten die Bäume auf, ehe sic vergingen, wie armes Kindcrspiclzcug knickten die Häuser zu- sammcn und in Not und Jammer flohen die Menschen der rettenden Ebene zu. Düster glühende Massen legten sich breit und schwer über das Land. Das Leben war vernichtet, der Feuerbcrg triumphierte:„Ich bin der Herr!" Aber die Jähre gingen dahin. Als starrer, kalter Panzer lag die erloschene Glnt über den Fluren. Segnender Regen rauschte herab und bald hob das erste grüne Pflänzlcin sein anmutiges Köpfchen aus dem Grau der Lava. Und wieder Jahrzehnte später furchte der erste Bauer das neue Land, säte die Samen, pflanzte die jungen Bäume und sah froh und mutig zu dem finsteren Steinhaupt empor:„Ewig, unüberwindlich ist das Leben!" ?aul Füraten au Deutscher Bomber abgcstürzt.(F. K.) Zwischen Schleswig und Flensburg stürzte vor wenigen Togen ein schwerer Bomber ab. Ein Flügel der Maschine köpfte ein junges Ddädchen aus Kopenhagen, das hinter ihrem Verlobten auf dem Motorrad saß. Beide hatten eine Fcrienfahrt nach Hamburg unternommen. Der Verlobte selbst wurde tym dem explodierenden Benzin so schwer verletzt, daß er starb. Zwei Kompanien Soldaten aus Flensburg, die seitlich von der Chaussee lagerten, wurden teilweise mit brennendem Benzin überschüttet. Dabei v e r b r a n t e ein F ä h n- r i ch. Dreiundzwanzig der Soldaten mußten in das Lazarett eingcliefert werden. Sechs davon sollen nach einer neueren Mitteilung an den Brandwunden verstorben sein. Die deutsche Presse hat entweder gar keine Notiz von dieser Katastrophe genommen oder sie ging nur in kleinster Schrift an versteckter Stelle auf den Sturz des Flugzeugs ein. Die Folgen wurden verschwiegen. Ernteurlaule: 21 Tage. Militärpcrsouen, die entweder selbst Landwirte sind oder in der Landwirtschaft benötigt werden, können einen Ernteurlaub in der Dauer von 21 Tagen(nicht, Ivie verschiedentlich irrtümlich gemeldet wurde, von sechs Wachens erhalten. Der Ernte- und der A n b a u- Urlaub zusammen dürfen sechs Wochen nicht überschreiten. Wegen des Nachdic- nens ist Heuer noch keine Entscheidung gefallen, es ist aber anzunehmcn, daß das Nachdienen derartiger Urlaube auch Heuer wieder nachgesehen wird.(DND.) "Wenn der Gendarm tobsüchtig wird. I» der bcssarabischcn Gemeinde Zlotzi erschoß ein Gen- darmericwachimeister in einem Tobsuchtsanfall vier Personen, darunter auch seine Frau. In Freiheit lebenslänglich Die„Frankfurter Zeitung" schreibt: „Mit der Frage der Fürsorgearbeit an entlassenen Strafgefangenen befaßt sich in einer neuen Gemeinschaftsarbeit, die von Staatssekretär Freister herauSgcgebcn ist, der Geschäftsführer des Deutschen RcichsverbandcS für Gcrichtshilfe, Gefangenen» und EntlaffungSsürsorge, Dr. Bogel- s a n g." Dem aber war, wie anders als In den„Meistersingern", kaum„der Schnabel hold gewachsen." Man höre ihn selbst—: „... Eine lokale Verpflanzung der Strafentlassenen tvcrde nur dann vorgenommcn, wenn sie zum Zwecke der Arbeitsvermittlung angczeigt sei, oder wenn sie dazu diene, schlechte Mtleu- etnslüsse l— nämlich der glcichgeschalteten Bolks- gemeinschast der bekanntlich„saubersten Stadt" Berlin—) zu verhindern. Der Strafentlassene müsse grundsätzlich in seine Heimat zurückkehren...' Unter ständiger Aufsicht der Dorf- und Familiengemeinschaft werde er seinen guten Willen beweisen können... Der kleinste Betrieb sei für die Entlassenen immer am geeignetste»... Landarbeit..» besonders zu empfehlen. Eine lokale Verpflanzung aus der Großstadt sei dagegen dringend zu empfehlen, sie helfe vor allem de» politischen Strafentlassenen... Die Auswanderung... sei inbcdingt abzulehncn, denn sie bilde auf jeden Fall eine Belastung für das AuSlanddeiltschtum." Aber Teuerster, aber ällergerechtester Dr. Lastzug entgleist. In der Nähe von Sudbury in Ontario entgleiste ein Frachtzug. Mehrere Wagen stürzten in eine Schlucht. Acht Personen wurden getötet. Ueber dir Einwandcrungsmöglichkcite» in Mexiko teilt die mexikanische Gesandtschaft in Prag mit, daß weder aus Gründen der Rasse, noch der Rationalität oder Religion Schwierigkeiten für Einreisende, seien es Touristen oder Einwailderer, gemacht werden. Die früher bestehenden administrativen Hindernisse wurden von der jetzigen Regierung beseitigt. Die Ausübung der religiösen Gebräuche ist vollkommen ftei, soweit ihr Ort Gotteshäuser oder andere nichtöffentliche Gebäude oder Plätze find. Kongreß der Blinden. Blättermeldungen zufolge findet vom 7. biS 15. August in Warschau' ein internationaler Blindenkongreß statt. Die Blinde» werden von ihren Professoren begleitet sein und es werden Blinde aus 14 Staaten an dem Kongreß teilnehmen, darunter aus. der Tschechoslowakei,. England, Schweden, Belgien» Finnland.— Kongreß der Blinden— es klingt absonderlich, und doch taucht beim Lesen der Meldung fast zwangsläufig der Getzänke auf, die meisten Kongresse seit. 1919 seien Kongresse von.Bl i n d e n gewesen! Flugzeugabsturz. In der Nähe des Rio Patana lArgentinic») stürzte ein Flugzeug ab. Unter' den verletzten Passagieren befindet sich auch Mbrecht von Habsburg, der nach Paraguay flog. Albrecht, der Sohn des verstorbenen Erzh. Friedrich, ist lange Zeit der Kandidat der„freien Königswähler", ein Gegenspieler der Legitimisten und des Erzh. Otto gewesen. Der Kongreß der Internationalen Föderation der Ligen für Menschenrecht wird am 31. Juli und am 1. August 1987 in Paris staitfinden. Der wichtigste Puiikt der Programmes ist die Untersuchung über die neuen Formen der faschistischen Offensive gegen die Demokratien und die internationale Verteilung der Demokratie gegenmuSländische Eingriffe. Zu diesem Punkte sind acht Referate von hervorragenden politische» und wissenschaftlichen Persönlichkeiten angesctzt. Die Liga für Menschenrecht in der Tschechoslowakei nimmt am Kongreß mit. einer Delegation teil, die am 29. Juli 1987 von Prag abgcreist ist. Freisler, seit wann diese ganz neue Beschränkung in der Gangster-Exportförderung? Oder wird denn wirklich jeder Strafentlassene in, die SS- und Reichskulturkammer ausgenommen und in. den. Stand gesetzt, als AuStauschprofeffor oder sonstiger Umschulungsleiter gemeingefährlich zu werden? Dann allerdings könnte das Auslanddeutschtum nach dieser neuen Maßnahme endlich aufatmen. Doch das ist zu schön, um wahr zu sein.— „,... Am schwierigsten seien Arbeitsbeschaffung und lokale Verpflanzung bei den sogenannte» „intellektuellen" Entlassenen. Ihre Zurückführung in ihre frühere Arbeit sei in den meisten Fällen ausgeschlossen. Dies bedeute/ daß sie auch meistens nicht an ihren früheren Wohnort znrückkehren.könn- tcn. Von Ihm müsse deshalb verlangt werden,'daß sie. auch, eine Beschäftigung, als. Handarbeiter übernehmen, sofern sie körperlich dazu in der Lage seien". Hier muß aber denn doch„durch AUfkiärungS- arbeit darauf hingcwiesen werden", daß das doch seit 88 längst geschieht, auch in der sogenannten unbescholtenen Freiheit, und niemals danach gefragt wurde, ob die Patienten„körperlich dazu in der Lage seien" wer wüßte nicht, daß auch außerhalb des KZ und jedes Strafvollzuges, sogar außerhalb der Arbeiftlager, mitten s» Berlin, die. „sogenannten. Intellektuellen" Kohle» und Kartoffeln schleppen, Handwagen um die Gedächtniskirche hcrnmjongliercn, Zentner von Wurfsendungen einer, blöden Reklame treppauf treppab verteilen, um dem sozialen Arbeitgeber 8 Psg. pro Drucksache Immer modern und fortschrittlich... Bisher wurden in L i t a u e n Todesurteile durch Erschießen vollstreckt. Diese Hinrichtungsart ist abgeschafft worden und an ihre Stelle ist die Hinrichtung durch Giftgas getreten. Dieser Tage wurde das erste Todesurteil durch Giftgas an dem fünffachen Mörder Pogunzinskjs vollstreckt. Wie verlautet, ist Koh» lenoxydgas benützt worden. Der Todeskandidat wurde iy. die hermetisch abgeschlossene Zelle geführt und verblieb dort sieben Minuten. Geheimnisvolles Verbrechen. SamStag nach 18 Uhr wurde in das Pilsner allgemeine Krankenhaus ein schwerverletzter Mann Lbergeführt, der, wie später, festgestellt wurde, Front. Bronec heißt und aus Prag stammt. Der Verletzte wies Stichwunden am Hals und Rißwunden am Kopf auf. Die Nachforschungen»ach dem Täter sind dadurch erschwert, daß das Befinden des Verletzten zur Zeit eine eingehendere Einvernahme nicht gestattet. Eine gute Propaganda-Zeitschrift. Die tschechischen, und.deutschen Selkswerwaltungskörtzer, haben nun' ihre eigene Propagandagesellschast,' die' Unter dem Namen /,Gesellschaft für Propaganda der Selbstverwaltungskörper in-her ESN" als erstes Unternehmen die schöne Bilder-Revue„Das Herz Europas" mit deni Untertitel.„Die Tschechoslowakei in.Wort Und Bild" herauSgibt. die unsere Republik in jeder Hinsicht propagandistisch In das richtige Licht bringt. Sie zeigt in Wort und Bild, was die Tschechoslowakei an Naturschönheiten sowie Kultur- und Wirtschaftsreichtümern zu bieten hat und erregt großes Äuftchen hauptsächlich im Ausland, wodurch die Neigung' die Tschechoslowakei zu besuchen, erheblich wächst. Das letzte Heft dieser Zeitschrift, eine Bädernummer, zeigt unsere bedeutendsten Badeorte, mit Ausnahme einiger slowakischer, die noch immer kein Interesse zu.einer Beteiligung zeigten, in einer bei uns noch nie dagewesenen geschmackvollen Ausführung. Die Gesellschaft verdient sicher unterstützt zu werden, da ihre'Tätigkeit, wie-sie immer wieder betont, allen Teilen der Republik gleich zugute kommen soll. Vorsitzender der. Gesellschaft ist der Taborer Bürgerineister V. Soumar, erster Stellvertreter Herr Abg. Stüla, der Bizebiir- germeister von Prag und zweiter Stellvertreter Herr R. Schopfeld, der Bürgermeister von Saaz. Unter anderen arbeiten hier. n.och mit: Herr Dr. V. Frank, der Sekretär des deutschen Verbandes der SclbftvcrwaltungSkörpcr, Herr L. K a i f e r, Lttn- desbeisther und Dir. K r a n p a tz, vom deutschen Landesverband für Mhren-Schlesien. zu ersparen, als Marktschreier für die FunkäuSstel- lung und Grüne Woche bis drei Uhr nachts für 80 NM pro Woche arbeiten, ganz egal ob'sie tuberkulös sind oder nicht. Und wenn sie von solcher Tätigkeit etwas allzu rosig aussehen, was bei'Tuberkulösen öfter Vorkommen soll: kommt die Lungen- fürsorge und läßt vorsichtshalber"den betreuten Patienten mündlich sagen: Sie hätten diesmal zuviel Milch gekriegt' und müßten nachzahlen auf die vvlkSgtmelnschaftliche Spende.; So geschehen im Juli 88 in Charlöttenburg veranlaßt durch die städtische Lungenfürsorgestelle,' KaiserFriedrichstraße.— ? Auf djcse Weise sei es möglich, sie stufenweise. in.ihren früheren, Beruf züriickzufuhren.", Zweifellos: Wenn etwa einer Arzt ivars-kommt er. durch diesen Stufenstrafvollzug in-der Freiheit „auf diese. Weise", unbedingt wieder in». Spital, also..in',die einzige noch vorhandene Heimat. Und jetzt kommt-etwas, weswegen der, Dichter Falladä noch vor ztvei'Jahren alS Verleumder, an- geprängert wurde:-„Die- Gefangenenfürsorgestellen übernähmen dse Verwaltung des Gelder, das ihnen' von der Anstaltsleitung überwiesen werde, und- sie überwachten auch den richtige» Einsatz des Guthabens. Preisrätsel für Deutschprofcssoren: Wie^„überwacht" ntaü''de'n'',-Einsatz"-'eines Guthabens/ das man ,,übernommen'' hat? Wit' setzt der Entlassene Geld eip, da» ihm ziivor gehört, das er aber nicht„verwaltet"? Wo hört die-Wititerhilfe aus-undwofangt der- Diebstahl an? Arbeitsbeschaffung für den Henker Neue Filmstreifen für ein gewisses Privatkino-■• Berlin. Die vom.„Volksgerichtshof* Wege» Landesverrates zum.Tode verurteilten 24- jährigen Gerhard Holzer nnd Reinhold I u l u s, der 43jährige Ferdinand T h I m s e an» Saarbrücken nnd der 28jährig« Ernst Oppitz ans Sagan sind SamStag morgens in Plötzensee durch das Fallbeil hingerichtet worden. Drittes Reich In der Jüdischen Schnapsbutike Innsbruck. In Innsbruck wurde eine illegale nationalsozial ist ische Kanzlei auSgehoben, die ihren Sitz in einem SchnapS au Sschank hatte, der dem j tt- bischen Kaufmann Egon D u b s k y gehörte. Der Kaufmann wurde verhaftet. ein freund AI Capones In Karlsbad verhaftet Das Geheimnis um „Kapitän Manfredo“ gelüftet Karlsbad.(Eig. Ber.)-Wir berichteten seinerzeit über die am 29. Juni in Karlsbad erfolgte Verhaftung eineS Mannes, der sich Kapitän Manfred» nannte und drei Pässe verschiedener Staaten bei sich führt«. Der Polizei ist eS nun> gelungen, über den Mann, der unterdessen Im Egerer KreiSgericht in Gewahrsam gehalten wird, allerlei Interessantes in Erfahrung zu bringen. Manfred» heißt richtig Zipko und ist österreichischer Staatsbürger. Er wird von der Bun- deSpolizei Wien wegen Raubes, Betrügereien und Einbrüchen gesucht. Roch bedeutender aber ist, waS Zipko nach den nun eingelangten Akten der nordamerikanischen Polizeibehörden bisher geleistet haben soll. Er wird von den Polizeibehörden verschiedener BundeSstaaten Amerikas wegen Mitschuld und Mittäterschaft an 3 7 Morden» Mädchenhandel inlsiFällen,schweren Raübtaten, Banküberfällen ete. gesucht. Zipko war ein Freund und Helfer A l Capones. Die Bluttaten, größtenteils an Polizisten begangen, ereignete» sich bei Zusammenstößen von Zipkos Bande mit der Polizei.. AlS Amerika zu unsicher wurde, ging Zipko mit seinen Leuten nach Europa. Bei seiner Berhaftimg hatte er eine Million liä in verschiedenen Devisen-bei sich. . Schöner Sopntag. In Mitteleuropa herrscht nun neuerdings sommerliches Wetter vor. Die Temperaturen steigen allgemein an. SamStag nachmittag» wurden auch bereits in den Niederungen Mährens nnd Böhmens 28 Grad verzeichnet. Die weitere Wetterentwicklung bleibt jedoch noch unsicher. In Südftankreich bildet sich nämlich eine Störung aus, welche voraussichtlich ab Montag vom Westen her in Böhmen eine Verstärkung der Gewitterneigung bringen dürfte. Wahrscheinliches Wetter Sonntag: Wechselnd bewölkt, Neigung zu lokalen Gewittern, sommerliche Temperaturen, ruhig. Wetteraussichten fürmorgen: Keine wesentlichen Acnderungen, weitere Erwärmung. Vom Rundfunk EmptehlMiwcri», au, den Prosremmeni Sonntag Prag, Sender I: 7.00: Frühkonzert au» Karls bad. 10.80: Mujiks Salonquartett: Smetana, Per- golesi etc. 12.20: Prinzessin aus Slowakisch-Mhren, Operette. 14.16: Deutsche Arbeiterfen düng: Gab. M. Lippmann:„Krieg und Frieden". 16.80: Hörbericht von der HI. Internationalen Arbeiter- Olympiade. 17.86: Deutsche Sendung: Klassische^ Zeugen, Funkwochenschau,„Schtveizer Bilderbuch". 18.60: Deutsche Presse. 19.06: Konzert au» dem Baumgarten. 20.80: Biolonkonzert. 20.46: Ansprache des Schweizer Gesandten Brugmann zum Schweizer Nationalfeiertag.— Prag, Sender II: 14.80: Arbeitersendung: Für Volk und Frieden., 14.86:„Wenn die Sonne hinter den Bergen versinkt",«ine bunte-Stunde. 16.80: Literarische Stunde.— Brünn: 16.66: Reportage aus LMce:" Hochzeit in Slowakisch-Mhren. 17.86: Deutsche Sendung: Wehrerziehung und Pazifismus,— Unterhaltungskonzert. 18.60: Prag.— Preßburg: 8.80:,Schallplatten. 14.00: Schallplatte». 17.86: Slowakische Tanzlieder.— Kascha«: 16.60: Promenadenkonzert. 18.80; Schallplatten.— Möhr. Ostrau: 8.80: Schallplatten: Caruso. 8.46; Arbeitersendung. 17.60: Deutsche Sendung: Lieder für Männerchor, Montag Prag, Sender I: 10.05: Deutsche Nachrichten. 11.00: Schallplatte». 14.00; Deutsche Sendung: Nachrichten vom Prager Viehmarkt. 14.06: Fernegg: Ausländer im Dienste tschechoslowakischer Unterneh»' mungen.-14.40: Schallplatte». 18.06: Deutsche Sendung:„Aus der Sommerfrische".„Bor Urlaubs« antriit", Funkszene..Meine Entente auf Markenbil« dem." 20.06: Volkstümliches Konzert. 21.20; Quintett. 22.20: Schallplatte». 22.40: Deutsch» Nachrichten.— Prag, Tender II: 15.00: Schall« platten, Opernarien. 16.20: Deutsche Sendung: Alles dreht sich im Leben um die Liebe. l6.60; Deutsche Presse,— Brünn: 18.80: Schallplatten« 14.26: Klavierkonzert auf Schallplatten.. 16,10: Salonorchesterkonzert. 17.40: Deutsche Sendung». Buchbesprechung.— Die Bahnfahrt Belgräd—- Sarajevo—Rägissa.— Preßburg: 14.06: Deutsche Nachrichten. 14.20: Schallplatte«. 17.40: Russisch, Romanzen.'-22.85: Tanzmusik-auf Schallplatte»»«ckv -/‘ Rr. 179 Sonntag, I. Angnst 1937 Seite 5 gen erfüllt fiat, fiat Anspruch auf 60 Untccstüi-- zungstage. Ein Versicherter, dessen UnterstUtzungS- nnspruch erloschen ist, mutz sich einer Bcdürftig- keiiSprüfung unterwerfen. Wird die Bedürftigkeit anerkannt, so kann eine soziale HilfSentschädignng bis zur Höhe der Arbeitslosenunterstützung gewährt werden. Die Auszahlung der Unterstützungen soll bei Vollerwerbslosen durch ihre Be- russvereine erfolgen, sofern diese von der Zentralversicherungsanstalt anerkannt sind, lieber di« Höhe der zu leistenden Arbeitslosenunterstützung werden bestimmte Vorschläge in diesem Bericht noch nicht gemacht. Hitlers Schiffe auf Reisen... Die norwegische Telegraphenagcntur meldet, dass Freitag der Kriegshafen Bergen von vier deutschen Minensuchern passiert wurde, ohne dass diese vorher eine Urlaubnis zum Einlaufen in den Hafen eingohlt hätten. Der Hafcnlommandant beauftragte ein Flugzeug, die Verfolgung der Schiffe aufzunehmen. Der Pilot stellte nach einem Signalaustausch die Nationalität und Identität der Minensucher fest und kehrte hierauf nach Bergen zurück, während die Schiffe ihre Reise fortsetzten. Der Kommandant der norwegischen Flotte erklärt«, über den Vorfall sei an das Nationalverteidigungsministerium berichtet worden. Laut Havas hat die deutsche Regierung sich in Oslo entschuldigt. „Sozialismus" a la Göring (AP) Auch inJtalien nimmt der Eisenmangel immer schärfere Forme» an. Zwar wird die einheimische Produktion mit allen Mitteln forciert, aber ihr Ertrag ist nur gering. Die Einfuhr aus dem Ausland sank von 79.909 auf 29.999 Tonnen monatlich. Man Verivandie das Eisen der beiden abgerüstcten Kriegsschiffe„Fer- ruccio" und„Pisa", aber das war natürlich ein Tropfen auf einen heissen Stein. Zahlreiche Konservenfabriken mussten den Betrieb aus Materialmangel einstellen. Das hat zur Folge, dass in der Romagna die Gemüse- und Obsternte nicht zur Herstellung von Konserven verwandt werden kann. Umso grösser ist die Jagd nach Alteisen. Nach einer neuen Verfügung müssen sämtliche Cisenzäune abgebrochen und durch anderes Material ersetzt werden. Die englischen Interessen in China Der japanisch-chinesische Konflikt wird nicht nur aus politischen, sondern vor allem auch aus wirtschaftlichen Gründen von den Grossmächten mit besorgter Aufmerksamkeit verfolgt. Die Jn- tereffen der europäischen Mächte in China sind ausserordentlich gross, aber die britischen sichen dabei weitaus an der Spitze. Grossbritannien hat in China rund 289 Millionen Pfund investiert, d. h. ebenso viel wie Japan. An zlveiter Stelle steht in weitem Abstand noch immer Russland mit 99 Millionen Pfund, an dritter Amerika mit 69 Millionen. Sehr wesentliche Interessen Haven ferner Frankreich, Deutschland, Belgien, Italien und Holland, ebenso Portugal in der Kolonie Macao. Die englischen Interessen in China sind fast 199 Jahre alt. Sie datieren seit dem Opiumkrieg von 1842, als Hongkong britisch wurde und fünf andere Häfen, darunter Schanghai und Kanton, für den europäischen Handel geöffnet ivurden. Das Hauptinteresse Englands bezieht sich neben Hongkong vor allem auf S ch a n g h a i, wo fast der gesamte In- und Export Großbritanniens nach China konzentriert ist. Die Schanghaier Stadtverwaltung wird von englischen Beamten kontrolliert, obtvohl die Japaner und Chinesen in ihr sogar jeder für sich die Mehrheit haben. Die Schanghaier Bank steht unter britischer Leitung, und Großbritannien kontrolliert damit die chinesische Währung, da hier die Wechselkurse für den China-Dollar festgesetzt Iver- dcn. England kontrolliert weiter die Eisenbahnlinie nach Kanton, hält das Aktienkontrollpaket der Peling-Mulden-Eisenbahn in den Händen und ist auch in hohem Masse an der Schanghai- Nanking-Eisenbahnlinie interessiert. Die Kailan- Minen stellen wahrscheinlich die größte englische Investition dar. Die britische Schiffahrt ist zu einem lebenswichtigen Teil an der Bedienung der chinesischen Häfen interessiert. Fünf deutsche Flieger gefangen (Agence Cspagne.) Fünf weiter« deutsche Flieger, die im Dienste Francos standen, sind seit Donnerstag in Madrid gefangen. Es handelt sich um die Flieger Schellkorn, Bruno Lib- bein, Johann Bemling, Hermann Schmidt ui.d H. Setter. Die ersten vier gehörten der Besatzung eines Funkersflugzeuges an, das im Laufe eines nächtlichen Kampfes von Leutnant Rodrigctz Mateo abgeschoffen worden war. Leutnant Ma- teo ist aus Anlass dieser Tat zum Hauptmann ernannt worden. Außer Libbein, der nur einen leichten Nervenschock erlitt, sind alle anderen mehr oder minder schwer verletzt. Di« Regierung besitzt nun- die Beweise, dass diese Flieger zu einer Sondergrupp« gehörten, di« besonders für nächtliche Bombenflüge ausgebildet wurde. lichen Verwaltung sowie die Angestellten, deren Jahresarbeitsverdienst den Betrag von 89.999 belgischen Franken übersteigt oder die einen Dienstvertrag haben, der auf mindestens drei Jahre abgeschlossen worden ist. Das Alter für die Zulassung zur Arbeitslosenversicherung soll das gleiche sein wie Mr die Zulassung zur Arbeit. Für ausländische Arbeitnehmer soll die gleiche Behandlung wie für die belgischen gelten. Der Anspruch auf Leistung hat-ie Entrichtung einer bestimmten Anzahl-von Beiträgen zur Voraussetzung, Jugendliche und Personen, die ihren Anspruch auf Versicherungsleistungen erschöpft haben, sind zum Besuch von Umschulungskursen verpflichtet. Jeder Versicherte, der die Voraussetzun- IHMsuürtsckast und SozialpMk die 1988 1986 ober« Einfuhr der Tfchechoslo» Bon 1984 bis jetzt wuchs sie aber weiter und erreicht nunmehr 879.990. Es ist also in wenigen Jahren ein« Betmehrung um fast ein Drittel eingetreten. Nicht gestiegen, sondern im Gegenteil gesunken ist aber das Einkommen der Angestellten. Die Ivicdcrholt vertagte Lohnbewegung im polnischen Bergbau scheint-jetzt in ein entscheidendes Stadium zu treten. Die Lohnfrage wird um so dringlicher, als die Arbeitszeitverkürzung, wie wir berichteten, ohne gleichzeitige Regelung des Lohnausgleiches erfolgte. Um mehr als 121 Millionen KC ist demnach gegenüber dem ersten Halbjahr 1984 die Ausfuhr nach Rumänien gestiegen. Für über 199 Millionen KC mehr konnte die Tschechoslowakei nach Jugoslawien ausführen und auch nach Oesterreich und nach Ungarn ließ sich die Warenausfuhr kräftigsteigern. Dagegen hat sich die Ausfuhr nach d'er Türkei nahezu-halbiert und- auch nach Bulgarien und Griechenland weist die Ausfuhr gegenüber 1988 einen Rückgang auf. Bemerkenswert ist, dass die Einfuhr aus den drei Ländern Bulgarien, Griechenland, Türkei bei weitem die Ausfuhr übersteigt, so dass die" Handelsbilanz für die Tschechoslowakei mit einem be- trächtlichen Passwum abschließt. Im ersten Halbjahr 1988 konnte die Tschechoslowakei im Warenverkehr mit diesen Staaten einen Ausfuhrüberschuss erzielen. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 1988 ist also die- tschechoslowakische Einfuhr aus allen Staaten des europäischen SüdostenS gestiegen. Am stärksten hat sich die Einsühr aus Rumänien erhöht, nämlich um über lOO 1 Millionen Kä oder um mehr als 199 Prozentl Die Einfuhr aus der Türkei hat sich verdoppelt, die aus Griechenland liegt um fast das Zweieinhalbfache höher und die aus Bulgarien hat sich vervierfacht. Oesterreich steht als Warenlieferant in dieser Staatengruppe an erster Stelle. Die AuSfuhreniwicklung zeigt dieses Von(fern Schiedsspruch in der Lodzer Textilindustrie Kommende Woche wird die von der Regierung eingesetzte Schiedskommission zusanimcntre- ten, um in den noch strittigen, allerdings besonders wichtigen Fragen, die Entscheidung zu fällen. An den letzten Tagen hat eine aus Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern zusammengesetzte gemischte Kommission wiederholt getagt und in einem Teil der Fragen ein Einvernehmen erzielt. Von den 179 Punkten wurden bis Freitag etwas mehr als 89 durch Einigung geregelt. Der Rest wird der Schiedskommission vorgelegt werden. Dii Vorschläge für eine Arbeitslosenversicherung in Belgien Die belgische Regierung ist bekanntlich dabei, di« Einführung der Arbeitslosenpflichtversicherung ernsthaft zu prüfen. Der Geltungsbereich für die vorgeschlagene Arbeitslosenpflichtversicherung erstreckt sich auf alle Arbeitnehmer, die in einem ArbeitS- oder, Dienstverhältnis stehen mit Ausnahme der Landwirtschaft und der häuslichen Dienste. Durch besondere Entscheidung der Behörden können Saisonarbester sowie Berufe, in denen weder die Einkommen noch die Arbeitslosigkeit kontrollierbar sind, von der Versicherung ausgenommen werden. Ferner fällen nicht unter die Versicherung das ständige Personal tzer öffent- Polen erweitert Getreideausfuhrverbot. Nunmehr wurde die angekündigte Verordnung des Ministerrates veröffentlicht, auf Grund welcher das Verbot der Getreideausfuhr bis zum 81. Juli 1988 verlängert wird. An der neuen Verordnung wird das Ausfuhrverbot auch auf Weizen- und Roggenkleie ausgedehnt. Der Minister für Handel erhält das Recht, entsprechende Getreidekontingente fiir den Export freizugeben. 18.900 Bergarbeiter in USA im Streik. AuS SpringSfield(Illinois) wird berichtet: Der Bcrgarbeiterverband hat seine 18.909 Mitglieder äufgcfordert, sofort die Arbeit niederzulegen, nachdem die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und den Arbeitgebern crgebniSloS abgebro- ck>en worden sind. Die Gewerkschaft verlangt einen kürzeren Arbeitstag, der jetzt 7% Stunden beträgt, und die Ausschaltung der zweiten Schicht. — Vor der seit Wochen bestreikten Werft RobinS im New Yorker Stadtteil Brooklyn kam es zwischen Streikenden, Arbeitswilligen und Polizei zu Zusammenstößen, in deren Verlauf 46 Teilnehmer-verletzt wurden. Die Polizei nahm zehn Verhaftungen vor. Daraufhin zog die Menge vor die Polizeistation und verlangte die Freigabe der Gefangenen. Die Polizei verriegelte Türen und Fenster, um ein weiteres Blutvergießen zu verhüten. Auch ft» Frankreich Bergarbeiterstreiks. Samstag streikten im Liller Gebiet 18.090 Bergleute. Beweggrund des Streiks ist das Bestreben, eine Aenderung der Maßnahmen für den Auf- sichtsdienst zu erreichen. Da die Verhandlungen zwischen den Parteien ergebnislos verliefen, hat der Vorstand der Bergarbeitcrgewerkschaft Freitag beschlossen,..-«inen 24stündigen Generalstreik anSzurufen. Paul Schiemann, der bekannte deutsche Minderheitenvolitiker, beschäftigt sich in einem ausgezeichneten, tiefgründigen Äuffav mit dem gesamtdeutschen Gemeinschaftsaektim und der gesamtdeutschen Kulwraufgabc. Wir geben aus seinen Darlegungen im folgenden den Schlußvassus wieder: In den bösen Zeiten„geistigen und seelischen Niedergangs", da gab es dieses Gemeinschaftsgefühl, da erwachte in fast schon verlorenem Deutschtum das Bewusstsein nationaler Bestimmung. Halb magyarssierte Banater Schwaben wussten mit einem Male wieder, daß sie Deutsche sind, und fanden sich mit den Volksgenossen verschiedenster Gebiete und verschiedenster Anschauungen in gemeinsamer Aufgabe. Der nichtdeutschen Umgebung gegenüber waren wir auslandsdeutschen Volksgruppen(von besonderen Verhältnissen der Tschechoslowakei soll hier nicht gesprochen werden) eine geschloffene Einheit. Gewiss hatten sie gegenüber dem ständig wachsenden NationalisinuS der staatsführenden Böller einen schiveren Stand, erlitten auch manche Niederlage im parlamentarischen und kommunalen Kampf, aber so manche bU« Absicht konnte doch vereitelt, zu so nmncher fruchtbaren Arbeit der Grund gelegt werden. Und überall geiwffen die deutschen Fraktionen Achtung und Vertrauen. Das deutsche Wort galt etwas in Europa. Hoffnungslos war die deutsche Sach« nur im faschistischen Italien. Und dann fanden die faschistischen Schlagworte Eingang in ganz Europa, gepriesen von den Nationalsozialisten.aller Länder und gleichzeitig gepriesen von der auSlandSdeutschen Er« Lohnbewegung im oberschlesischen Bergbau DI« Bergarbeitergewerkschaften Im schlesischen Revier haben im vorigen Monat den im Kohlenbergbau geltenden Lohnvertrag für den 31. d. M. gekündigt. Sie verlangen gleichzeitig eine 18 bis LOprozentige Lohnerhöhung. In einer Freitag stattgefundenen Sitzung der Bergarbeitergewerkschaften und der Kohlenindustriellen lehnten die letzteren die Lohnforderungen der Arbeiterschaft ab und erklärten, daß die gegenwärttge Situation im Kohlenbergbau nicht die geringste Lohnerhöhung zulaffe. Die weiteren Berhandlun- gen, in welche die Regierung vermittelnd eingrei- fen wird, wurden bis 4. August vertagt. ncuerungsbetvegung. Der Gedanke, daß der Staat nur die Verkörperung eines bestimmten Volkstums fei, wurde zur Parole, auf deren Grundlage die Minderheiten wirtschaftlich, politisch und kulturell entrechtet wurden. Die Minderheiten selbst aber„erneuerten" sich an dem gleichen Gedanken. Der GemeinschaftSgedanke wurde aufge- geien und durch den Parteigedanlen, durch«in nur im Terror zu erhaltendes geistiges„Einheit- lichkeitSideal" ersetzt. Ob einer als Deutscher empfindet, ist gleichgültig, wem» er nicht auf die neu« Fahne schwört. Durch Saalschlachten und gegenseitig« Beschftnpfungen entwertete sich daS Auslandsdeutschtum vor seiner nichtdeutschcn Umgebung. Die Zeiten der Achtung und deS Vertrauens sind vorüber. Sm Kulturleben ist jede geistig« Jntereflengemeinschaft ohne parteipolitisches Vorzeichen verpönt. Die deutsche Sprach« wird in demagogischer Equilibristik verschandelt. DaS religiöse Leien des Volkes wird untergraben und durch den Raffenmythos ersetzt. Das Sittengesetz wird auf den Kehrichthaufen sonstiger„Hu- manitätSduseleirn" geworfen und vom machia- velistischen Lehrsatz deS völkischen Nutzens abgr- löst. Wgs bleibt, ist straffe Organisation und Selbsweryerrlichung einer Generation. Und daS soll ich voll BerständniS als Vorbedingung einer neuen Kulturepoche, als Erneuerung deS Auslandsdeutschtums anerkennen? Vielleicht begreift man doch, warum ich den Zeitpunkt des seelischen und geistigen Niederganges unseres Volkstums anders datiere. Im ersten Halbjahr 1987" Berteuert« Kolonialwaren-Einfuhr. Die Einfuhr von Kolonialwaren hat heuer infolge der eingetretenen Preissteigerung auf dem Weltmärkte und infolge der Devalvation erheblich mehr Devisen erfordert, als im Vorjahre. Mengenmäßig sind die Bezüge von Kakao nur auf 8898 (i. B. 4868) Tonnen gestiegen, während dem Werte nach mehr als eine Verdoppelung der Einfuhr auf 84.6(i. B. 18.1) Millionen Kronen eingetreten Ist. Nicht so stark ist die Preissteigerung in K a f f e e; einem mengenmäßigen Cin- fuhrrückgang auf 8892(i. V. 8627) Tonnen steht aber doch eine wertmäßige Importsteigerung auf 40.4(I. B. 88.8) Millionen gegenüber. In T e e hat sich die Mengen- und Werteinfuhr ziemlich gleichmäßig auf 218(i. B. 178) Tonnen bezw. 4.2(i. B. 8,2) Millionen erhöht. Lohnbewegung der Prager Bauarbeiter. Bor einigen Monaten überreichten- die freigewerk- schastlichen Bauarbeiter in Groh-Prag Lohnforderungen, deren Ziel im wesentlichen die Wiederherstellung des im Jahre 1984 bestehenden Zustandes, und eine lüprozentige Aufbesserung war. Einige Wochen später folgt« ihnen der kommuni« stifche Verband, während die anderen Organisationen bis heute nichts unternommen haben. Die Forderungen der Bauarbeiter wurden"von den Bauunternehmern bisher abgelehnt. Die Entscheidung über die Art der weiteren Führung des Lohnkampfes wird Im Laufe der nächsten Woche falle»,- in welcher Funkttonärkonferenzen stattfinden werden. DaS Verhalten der Bauunternehmer ist um so aufreizender, als die Forderungen der Arbeiterfchast durchaus zurückhaltend sind und die Baufirmen mit. Lohnerhöhungen sogar, schon in- ihren Kalkulationen gerechnet haben. ' Der Anteil der Angestellte» tut der Beschäftigtenzahl ist gewachsen.„Pr. Lidu" macht darauf aufmerksam, daß als Folge der Rationalisierung und Kartellierung die Zahl der Angestellten in höheren Diensten seit 1929 beträchtlich gesttegen ist, damit auch deren Anteil an der Zahl der Be« schäsiigien.überhaupt. Seit dein Jahre 1929,-wo Ihre Zahl 290.090 betrug, ist ein langsamer Ansiegen" bis Ende 1981 zu verzeichne», worauf eimgtzkingfügigcr Rückgang c’nh-nt' Die Zahl bewegte sich aber ständig UM 810.090 bis 820.090. Der Handel mit SUdosteuropa Der tschechoslowakische Außenhandel mit den südosteuropäischen Staaten hat in den letzten Jahren eine kräftige Ausweitung erfahren. Der Gesamtumsatz ist erheblich gestiegen. Ein Vergleich der Ziffern der Ein- und Ausfuhr des ersten Halbjahres 1987 mit denen aus der gleichen Zeit der zwei vorausgegangenen Jahre zeigt, wieweit-die einzelnen Länder an dem Aussenhan« delsaufschwung teilhaben. ES betrug"“■--- wakei auB Die Diffamierung des Deutschtums durch den Nationalsozialismus Bonnets Finanz- und Wirtschaftsmaßnahmen DaS Amtsblatt veröffentlicht zehn Regierungsverordnungen, welche fast ausschließlich den Ersparniffen gelten. Die wichtigste von ihnen beschränkt die außerordentlich en Budget« auSgaben im Sinne der gemeldeten Ausführungen des Finanzministers. Eine weitere Berord- nung regelt neu die Ausgaben für öffentliche Arbeiten und die StaätSbeteiligung an solchen Arbeiten, errichtet«ine Finanzkontrolle der Stadt Paris und der Pariser Bezirke u. a. m. Alle ausserordentlichen Budgetausgaben werden durch besondere innere Anleihen finanziert werden, deren. Zeichnungsbedingungen, Zinsendienst usw. durch einen besonderen 8-Milliarden-FondS gesichert wird, den die Regierung errichtet hat. Die Verstaatlichung der noch, in privatem Besitz befindlichen sechs Eisenbahngesellschaften wird bis Ende August durchgefühkt sein. Es' ist nicht ausgeschlossen, dass der Präsident der Republik, in etwa einer Woche einen außerordentlichen Minister« rat einberufen wird, sobald die Entwürfe eines Wirtschaftsplanes, die Massnahmen zur Bekämpfung der Teuerung und insbesondere das neue Eisenbahnregime vorbereitet sein wird. Die Regierung hat die Absicht, durch verschiedene Unterstützungen, besonders durch Steuererleichterungen das Anwachsen der privaten Bautätigkeit zu fördern, da die öffentliche Bautätigkeit infolge der Sparmassnahmen leiden wird. Oesterreich in Millionen XL 209.8 189.9 148.8 Ungarn 87.0 88.7 81.8 Rumänien 188.7 189.9 89.2 Jugoslawien 178.1 148.9 188.9 Bulgarien. . 98.9 29.4 18.1 Griechenland 88.2 88.1 28.8 Türkei 78.8 82.9 39.9 Bild: Ausfuhr im ersten Halbjahr 1987 1986 1988 in Millionen XL Oesterreich 482.7; 880.9 849.8 Ungarn 98.1 99.9 69.9 Rumänien 288,2 188.9 194.9 Jugoslawien 287.8 199.8. 189.1 Bulgarien 28.3 28.8 86.2 Griechenland 21.8 14.9 26.9 Türkei 24.1 48.8 48.6 Ein gesundet Merz und starke Nerven siegen« Nahmen 81» dl».klinisch*| J({ämrka}L- -HM ärztlich empfohlenen Pastl.llen^.*-’; WW i 24 Paat/xe.^ Für Diabolik.« r in gleicher Züsammonsötzünt- ohne Zucker Mit dar Bezeichnung P ly J»d» f Agölh»*»• Sette 6 Sozialdemokrat' Sannt-g, 1. August 1037. Nr. 17" Für gesunde Vorladung sorgt das natürliche Abführ-Erweichungsmittel, Für Dlabptili er in gleicher Zusammensetzung ohne Lucier> Mn der Bezeichnung D In|«dor Aootheke in Verbindung- zu bringen! die Gestalten der Bosto- dec und Werich wie zwei SHakespearesche Narren :—oder richtiger noch: wie zwei brave Soldaten Svejk— in den politischen Kampf HIfieinzubrin« gen und sie aus abnungslos Hineingeratenen zu Helfern der guten Sache zu machen. Da, gibt es Szenen lwie die Tollheiten mit Handgranaten, Gasmasken und Maschinengewehr), die dem Zuschauer nur die Wahl lassen, sie grausig oder genial zu finde». Und andere, Über die man-lacht, weil sie dar Unsinnige und Unmenschliche unserer Zeit witzig und spottend enthüllen. Die" Verschmelzung von politischem Kampfstück und grotesker Komik- ist freilich nicht vollküm- men gelungen. Zuweilen fehlen did Uebergänge,-zuweilen erscheint die Streikhandlung etwas schattenhaft neben den lebensvollen Komiterszcnen, und, von dem etwas schwerfälligen Tempo, von, dem auch die besten tschechischen Regisseure vorläufig nicht los- kommen, hat sich auch-der Regisseur dieses Fisins, Mae Friä,-nicht ganz befreien können. Aber dass der Film nicht auseinanderfällt und daß jede einzelne Szene bi» zur Pointe durchgearbeitet ist, das ist eine Leistung, die Anerkennung verdient. Der Erfolg bei der Premisre war gross. Manche Szenen waren-von Gelächter umbraüst, der Ausruf zur Verteidigung der Demokratie aber weckte begeisterten Widerhall, und Boskovee konnte am Ende einen Beifallsturm Über sich ergehen kaffen, den-er auf den anwesenden Regisseur und den abwesenden laber mit, einer Handbewegung deutlich umschriebenen) Werich abtenfte und vekteilte.-eis- .»Dio, weihe Grossmacht" ist. ein amerikanischer Gangster-Film, der den Vorzug hat,- dass er- dar Gangster-Gewerbe mit dem Versuch zur Realistik darstellt als eine besondere Form der kapitalistischen Konkurrenz uänllich,.die durch Terror- den Kleinhändler-unter da» Diktat brutaler Monopol- Banden zwingen, will. Allerdings- ist nur ein Teil de» Films realistisch und instruktiv: der Regiffeur George B. Seitz glaubte ohne wilde Sensationen (mit Flugzeugtatastrophen und technischen Heldenstückchen) nicht auskommen zu könnens- und da di« Angelegenheit auch noch in eine Liebergeschichte au»« klingt, bei der die Unschuldigen glücklich werden/ ist aus dem Gangster-Film am Ende der übliche Kri- minalftlm geworden. Franch» t Tone und Madgo Evans spielen dar herkömmliche schöne Liebespaare, während Joseph Calleiä in der Rolle einer Kokainisten eine interessant« Charakterstudie liefert.•••—eis—- Frauen um Ludwig XIV.". Drei Prager Kino! bringen die Premiere einer reichsdeutsch« grossen Ausstattungsfilms, dir eintn lächekndin und leicht lächerlichen Sonnenkönig im Kreist schöner Frauen zeigte mit denen selhst ein König seine Schwierigkeiten hat. Eine.der Frauen, die Maintenon, stellt die schöne Dorothea Wieck dar. die man schon lange nicht mehr gesehn hat, und, die auch schauspielerisch über dem allgemeinen Durchschnitt dieses Filme» steht. Renate Müller spielt die Liselotte von der Pfalz, berühmt durch ihren nicht gerade zimperlichen Briefwechsel. Der Drehbuchautor freilich brauchte eine deutsche Prinzessin, die im ftanzö- sischen Sündenpsuhl durch ihre Reinheit- ausfällt. Seinen Ludwig XIV. gestaltet Miehael Bohnen al» dicken Geniesser,, eine Art Falstaff in königlichem Gewände. Eugen Klöpfer, Ida W ü st und Hilde Hildebrand sieht man in verschiedenen Prachtgewändern. Ein Schaufilm, in dem auch die Bomben de»- deutschen Filmer sich als Blindgänger erweisen und das Wort untergeht in dem Funkeln der Toiletten, des Schmucks und der emaillierten Frauengesichter. Aber es ist nicht alle»'Gold, .was glänzt.-.. jk V« Mw „Die Welt gehört uns** Da Voskove rund S t rich nicht nur höchst populäre, sondern auch höchst talentierte und dabei(waS am meisten für sie'spricht) sehr ehrgeizige Komiker sind, die sich nicht mit Lacheffekten und Spassmacherei begnügeN, sondern an einem eigenen Stil arbeiten und- an den Dingen dieser Zeit-auf ihre Art Anteil nehmen— da diese» Künstlerpaar also hoch über den Durchschnitt steht, ist e» selbstverständlich, dass auch ihr neuer Film wieder kein Durchschnittsfilm,, sondern etwa» sehr E.igen- arfigeS und schon deshalb Sehenswerte» geworden ist.-.». Er liesse sich gewiss mit ihrem vorigen Film „Hej rupl" und mit ihrem letzten Theaterstück„Rub a- lte" vergleichen, er liesse sich übrigen» auch szenenweise zu'Chaplin»„Moderne Zeit" in, Beziehung bringen(den'al» Vorbild zu erkennen'Und zu benützen nur rühnilich-sein kann),.und die Art, wie„®+S" ihre Komik untereinander aufteilen und miteinander aufbauen, kann auch Erinnerungen .an Laurel und Hardy Wecken(die freilich viel un- gefstiger sind al» die-beiden Prager). Da» Wesentliche dieses Film» ist aber nicht da», woran er erinnert. sondern das, wa» neu an ihm ist/'' .And. dieses Neue ist'ein- Wagnis; nicht mehr wie in„Hej rup!" die Verbindung von satirischer Komik mit idhllsicher(wenn auch ernster) Darstellung der..Zeitmisere> sondern eipe. Berbinduna von Groteske, und politischem'Kampfstück, wobei die .Gegenwart.nicht.mehr satirisch oderädtzllisch'gesehen ist,-sondern blutig ernst erscheint^ Die Handlung' spielt in- unbestimmter Gegend: sm-Zimmer de» „Gouverneurs" hängt Lincolns Bild und auch die „Noel"-Werke, nm die der Kampf der Streikenden .mit- den faschistischen Streikbrechern enfbrennt,»tuten amerikanisch an, aber,auf den s Eisenbahnen steht CSD zu lesen— die Gegend» in'der dieser.Film 'Welt, ist-also ein.demokraiischeS Land, und da», ist bestimmt genug und-wird' im.Verlauf...der Vorgänge nür noch klarer. Da» Wagnis nun wgr: die /Verteidigung der Demokratie mit grotesker!-Komik Prager Märkte Auf dem Gemüsemarkt gibt es schon heurige grüne Kukuruzähren um 0.80 bis 1.60 K6 für ein Stück, Salzgurken find wieder billiger— Stück 80 bis 70 Heller, Schock 6 bis 8 Ai, Einleggurken Schock 6 bis 8 Ai, Erbsenschoten 1 Kilogramm 8 bis 6, Fisolenschotcn 1 Kilogramm 2.60 bis 8, Tomaten lind wieder um 1 Ai billiger— 8 bis 4, Karfiol Stück 0.80 bis 2.50, Spinat 1 Kilogramm 2 bis 8, Kraut weiss Stück 80 Heller bis 1.50, Kartoffeln neu 1 Kilogramm 80 Heller bis 1.20 Ai. Tie Obstmärkte bringen heurige Pomeranzen ksüdafrikanische) um 6 bis 12 Ai für 1 Kilogramm oder 1 bis 1.80 für ein Stück und neue Preiselbeeren um 4 bis 0 Ai für 1 Kilogramm. Neue heimische Aepsel 1.80 bis 8.50, heurige Birnen 1.50 bis 6, Stachelbeeren 2 bis 8, Marillen sind um 2 Ai für 1 Kilogramm teurer-— 8 bis 12, Johannisbeeren sind um 1 Ai teurer— 1 Kilogramm 5 bis 6 Ai, Pflannten(ungarische und bosnische sind billiger)— 4 bis 6,.heimische Pflaumen und Zwetschken 2.60 bis 6 Ai. Auf den Fleischmärkien bemerken wir. in dieser Woche höhere Preise bei allen Schweinfleischsorten (und zwar rund um 1 Ai für 1 Kilogramm), Rindfleisch Vordere? mit Zuwachs kostet 10 bis 14 Ai. Hinteres 12 bis 17 Ai, Vorderes ohne Zuwage 12 bis 10, Hinteres 14 bis 10, Lungenbraten mit Zuwage 18 bis 20, ohne Zuwage 20 bis 28, Kalbfleisch Vorderes mit Zuwage 0 bis 0, Hinteres 10 bis 18,. Vordere» ohne Zuwage 8 bis 11, Hinteres 12 bis 20, Rindsleber 8 bis 12 Ai. Geflügel und Wild. HauSente Stück 28 bis 40 Ai, heimische Gans 1 Kilogramm 12 bis 14 Ai, Schmalzgans geschlachtet 1 Kilogramm 14 bis 18, heurigeS Huhn billiger, jetzt 1 Kilogramm 22 bis 28, Henne Stück 15 bis 85 Ai, Tauben 2 Stück 12 bis 18 Ai. Schwämme. Es gibt hier schon die ersten frischen Rötlinge, 1 Kilogramm um 0 bis 12 Ai, Pilze lind in dieser Woche um 2 Ai billiger, jetzt 1 Kilogramm 5 bis 8 Ai, Eierschwämme 4 bis 5 Ai. Verschiedene Ware. Eier, frische tschechische, Schock 82 bis 88 Ai, Stück 55 bi» 80 Heller, slowakische, Schock 20 bis 81 Ai. Stück 45 bis 55 Heller, Butter frisch(Landbutter), 18 bis 10 Ai, Teebutter im 5-Kilogramm-Paket 22 bis 24, Topfen frisch 1 Kilogramm 4 bis 8 Ai, Honig rein 14 bis 18 für 1 Kilogramm, Brot 1 Kilogramm 2 bis 2.50 Ai. (O. Zenker) Wirtschaft, Wirtschaft, Horati»! Man sage nicht, dass die Prager Stadtverwaltung sich nicht um die Interessen der Einwohner kümmert. Wir haben zwar die schlechteste Lust, wir habe» zu enge Strassen, wir haben unzulängliches Pflaster und schmutzige Gassen, wir haben eine Slrassen- bahn, die zu den unmodernsten Europas gerechnet werden darf, aber wir haben einen reichen Wechsel in den Strassennamen. Wie ost ivacht man früh aus und merkt, dass man in einer anderen Gasse ist, bis man entdeckt, dass sie nur wieder einmal umbenannt wurde. Für den Herbst wird eine neue grosse U m b e n e n n u n g s a k t i o n in Aussicht gestellt. Wir schlagen vor, endlich auswechselbare Strassen taseln anzubringen und vor allem eine eigene Magistratsabteilung mit dem nötigen Personal einzurichten, das dann mit den Taseln Karten spielen, sie mischen, ausgeben und wieder einsaintneln kann. Auf diese Weise tvürde der Prager Fdeälzustand, dass jede Gasse jeden Tag einen anderen Namen hal, doch am leichtesten zu erreichen sein. Die Strassenbahn tvürde sich sicher mit ihrer Abteilung für den regen und daneruden Austausch der Nummern der einzelnen Trambahnlinien anschliehen. Die Mehrkosten bringt man am besten ein, indem man jeden Fremden oder Vergesslichen, der an der falschen Station umsteigt, unbarmherzig Strafe zahlen lässt. Man lönnte auch polizeiliche Prüsungen für die Prager Bürger einsühren und jeden, der nicht sämtliche Namen, die seine Gasse in den letzten zehn Jahren hatte, auswendig hersagen kann, mit einer entsprechenden Geldstrafe belegen I Neubau der deutschen Universität wieder vertagt! Infolge de» Widerstandes, des Prager Stadt- raies gegen die zum Bau der deutschen Universität an der Hlävkabrücke nötigen baupolizeilichen Massnahmen, tvird mit dem Ban des neuen Kollegien- hauses der Deutschen Universität auch in diesem Jahr nicht begonnen werden können. Das ist aus mannigfachen Gründen sehr bedauerlich, weil die alten Räume sachlich ganz unzulässig sind und die Ver- Her Krieg In Spanien ist das Thema der Vortragsreihe, die vom 2. bis 8. August liach 8 2 des Versanunlungsgesetzes täglich von 17 bis 21 Uhr im Odborovh düm, Prag I., Peröthn 11, stattfindet. Während der Vorträge wird Bildermaterial über die spanischen Ereignisse ausgestellt sei». Einladungen sind erhältlich im Sekretariat der DSAP., Prag XII., Slezskä 18. Mläckeik soc. dem., Krajskä odborovä.«da 086., Sozialistische Jugend, Prag. schleppung ausserdem die nationalistische Agitation nährt, zumal da unzählige Male V ersp.rechurr» gen Über den Baubeginn gegeben wurden, Don tschechischer Seite wird behauptet, dass die Deutschen insofern an-der Verzögerung schuld seien, als sie sich weigern, eine» anderen Bauplatz zu akzeptieren. Die Stadt aber wünscht die Verlegung der Hochschulen an die Peripherie,, wo ja auch die neuen Gebäude der tschechischen Technik, der Forstwirtschaftlichen Hochschule, das Priesterseminar u. a. m. errichtet wurden. Tatsächlich würde ein Baugrund in Dejvie den Interessen der Universität mindesten» ebenso genügen wie der Baugrund an der Hlävkabrücke mitten im Lärm und Verkehr der Stadt., Brennender Teer verbrennt eine Hütte. Gestern früh um halb 7 Uhr kochte der Metallgiesser Pankratz Keil und sein 88sähriger Gehilfe Josef Pöait aus Vinok im Hof eine» hölzernen Gemeindehäuschen» i» Prag II Teer in einem eisernen Kessel. Hiebet floss der Teer aus und setzte den Zaun der benachbarten Holzhäuschens, das der Holzhändler Emil Stein au» Prag II gemietet hatte, in Brand. Die Hütte mit sämtlichen darin enthaltenen Vorräten verbrannte vollständig. Der Schade beträgt etwa 80.000 Ai, Ist aber-um Teil durch Versicherung gedeckt. Dar Feuer griff sodann, auf die Hütte Keil» über, die ebenfalls zur Hälfte niederbrannte; hier wurde ei» Schaden von 7000 Ai verursacht und ausserdem verbrannte Keil» Fahrrad im Werte voir 600 Ai.— ES muhte ein grössere» Aufgebot Feuer- toehr und Polizei an die Brandstätte entsandt werden. Ivo es zu einem beträchtlichen Menschenauslauf gekommen war. Die Löscharbeiten nahmen über eine Stunde in Anspruch. Au»fl«g»züge der CSD. Vom.14, bis 22. August nach Karpathoruhland Ai 476.—, vom 14- bis 22. August zum Lagern im slowakischen Paradies Ai 296,—, vom 15. August nach Hirsch- berg Ai 90.—, am 18. August einen geheimgeltenden Ausflug Ai 82.— und vom 21. bis 25. August zur Rebhühnerjagd nach.Novi Zämky und Nitra Ai 1800.—. Anmeldungen und Informationen im Bazar neben dem Wilson-Bahnhof. Telephon 388.35. Gatte und Amtsperson (DivifionSgericht) Prag.(—rb—) Unter schwerer Anklage stand der Gendarmeriewachtmeister K. L. der Egerer Gendarmeriestation vor dem Prager DivifionSgericht. Die Anklage lautete auf das Verbrechen der Notzucht und die Uebertretung nach 8 1 de» Ter- rorgesetzeS. Bemerkenswert ist, dass da» Objekt-der angeblichen Vergewaltigung die. Gattin eine» Kameraden der Angeklagten Ivar. Wie die Anklage auS- führte, hat der angeklagte Wachtmeister diese Frau zu einem Spaziergang aufgefordert und sie dann unter Gewaltanwendung missbraucht Ferner soll er später unter der Drohung, dass er ihrem Gatten von dem Vorgefallenen Mitteilung machen werde, die Frau zur Duldung toelterer Zärtlichkeiten veranlasst haben. Das vor dem Militärgerichtshof de» Oberstleutnants Dr. K e t t n e r durchgeführte Beweisverfahren ergab ein merkwürdiges Bild von der Sachlage. Der Gatte der in Rede stehenden Frau hatte an ihr durch längere Zeit ein so verändertes Benehmen bemerkt, dass er sie eine». Tages nach, allen MOORBAD Imi rott Oschitz, SlitlH Hrissdert.Teteahon OscMIz I hallt Rlwuma, Gicht, Ischias, FrauenlnWtn Zeitgemäße Preise. vorzUgl. Unterkünfte und Ver- nfleffunff. Tfijcl. Konzerte. Nene Strandbadaulage. Kurhauaffarten. Tennisplatz. Keffelbahn. Waldreiche Umxebunff für kurte Wanderungen. Pro- soekte und Anfragen durch die Kurrerwaltunff. Regeln der VechörungSkunst ins Gebet»ahm', worauf sie ihm„Geständnisse" ablegte, die die Er«. Hebung der Anklage zur Folge hatten.' Als sie in groben Umrissen den Sachverhalt geschildert hatte; setzte s'ch der gekränkteGatie an die Schreibmaschine und schrieb nach den Angaben der„vergewaltigten" Gattin ein rege.l- rechtes Protokoll, in welchem kein Pünktchen der vorgeschriebenen Formalitäten fehlte. Fein säuberlich sind da zunächst d i e P er.sonalien der Anzeigerin v e r z e i ch n e t, die Zeit de» Verhörs und es fehlt auch nicht die Klausel, dass sie ihre Aussagen freiwiNig und ohne irgendwelche Beeinflussung ablegte..Dann ist in vorschriftsmässiger Stilisierung, der Hergang ausgezeichnet, Dieses Protokoll, das die Anzeigerin unterfertigte, wurde mit einem Durchschlag geschrieben. Das eine Exemplar schickte der korrekte Sicherheitsbeamte ass die vorgesetzten Stessen zur Einleitung der entsprechenden Amtshandlung gegen den beschuldigten Kolf 'legen, den Durchschlag behielt er in Äertvohrung für den Scheidungsprozess,-dess er auf Grund diese» Geständnisses anstrengte. 1 • Nun zeigte sich bei der Verhandlung vor dem DivifionSgericht, dass es mit dem„Geständnis" der reumütigen Gattin seine eigene. Bewandtnis hatte, Der Verteidiger Dr. Mell an wie» bei der'Erörterung der Einzelheiten des angeblichen Sittlich- keitSattentätes daraus, hin, dass nach der Schilderung der„vergewaltigten" Frau der Beschuldigte hätte 'm i ni e it e tt-8 drei Hände haben müssen, wenn er die Tat in der geschilderten Art hätte vollbringen wollen. Ferner wurde festgestellt, dass der Angeklagte' sich' mehrfach anderen Kollegen gegenüber darüber beklagt hatte, dass die Frau seine» Kollegen, die ihn so schwer bezichtigt hatte, sich ihm.in Unangenehmer. Art aufdrängte und er ihr aii» dem Wege ging, wo immer er konnte. Angesicht» dieses Sachverhalte» gelangte dar Gericht nicht zu der Ueberzeugung von der Schuld de» Angeklagten, der offenbar das Opfer. einer ungerechten Bezich- tigung geworden ist und sprach ihn frei. Der Scheidungsprozess nimmt, allerdings— und jetzt wohl erst recht— seinen.Lauf.. Kunst iulä Mssea. Bekannte Komponist« beim Musikfeftival in Trentschin-Teplitz. An den Ersten europäischen Kammermusik-Festwochen, die vom 14. bis 29. August in Bad Trentschin-Teplitz stattfinden, nehmen nicht nur die prominentesten Kammermusik-Ensemble» Europa» teil, sondern, auch eine ganze Reihe b-.it bekannten Komponisten haben ihre persönliche Anwesenheit angemeldet. Professor Hofrat Josef Ma rx, Professor der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien, wird der Uraufführung seine» neuesten Werke» beiwohnen. Ernst von Dohnänvi und Böla B a r t t k, die Repräsentanten der modernen ungarischen Musik werden in Bad Trentschin-Teplitz von der Musikerweü genau so begrüsst wie Jean Absil, Präsident der musikalischen Vereinigung „La Sirene" au» Bruxelles, E. P i p c o f f.einer der führenden Komponisten Bulgarien». Prof. O eeo- nomide», Direktor der Musikhochschule in Athen und Repräsentant der modernen Kumt von Hella». Alfredo Casella, Komponist" der italienischen modernen Musik und viele ändere. Die neue romantische tschechische Musik wird vom Komponisten Vitöz- slav N o v ä k und die slowakische Musikwelt von Jan Levoslav Bella vertreten: Die erst« sudetrndeutsche Theaterdirektorin, Am 1. Oktober wird die Schauspielerin und Regisseurin Hildegard Bertram al» erste Theaterdirektorin der Tschechoslowakei das Gablonzer Stadttheater Wieder eröffnen Ta» Theater ist vom Staate mit Ai 100.000.—, vom Lande mit Ai 25.000.— subventioniert. AIS erste Aufführung ist Ibsens„Peer Gynt!' angesetzt; am 20. Oktober Len- gyelr„Zarin" mit Hildegard Bertram al» Regisseurin und in der' Titelrolle, Großer Erfolg de» FnmzenSbader Knrthe'ater». D!an schreibt uns au» Franzensbad: In den letzten Jahren wurde da» Franzensbader Theater, wie die ander« Bühnen der Weltbäder, arg von der Krise heimgesucht. FranzenSbad hat nun mit seinem Theater Heuer, al» erste deutsche Bühne der Tschechoslowakei, die Krise siegreich überwunden. ES ist dies ein Verdienst der ausgezeichneten Kräfte de» Theaters, die unter der Führung von Alexander Haber stehen. Zum Grossteil setzt sich das Ensenckle ans ehemaligen Mitgliedern der Vereinigten, deutschen Theater Brünn zusammen. Die Vorftellüngen sind durchwegs gut besucht und erfreuen sich de» grössten Beifalles. Sie bgb.eu Gross« stadtniveau. Außer' den' heimischen‘ BdifkelltlnKn fanden in den letzt« Tagen eine Reiht von Gäst- spielen statt. So gastierte zweimal da» Wiener Bnrqtheaier.. die Grünbaum-FarkaS-Revue. der Filmschauspieler. Fritz Schultz und Sköke Szakall, Otto Dewald, Sonja Scheucher und Walter Kochner. Er ist hervorzuheben, dass hauptsächlich Sudetendeutsche dem Ensemble anaebören. ES befinden sich Künstler darunter, von denen man wohl bald hören wird. Eine Reihe von ihnen wurde für die nächste Winterspielzeit an deutsche Bübn« der Tschechoslowakei verpflichtet: Sascha Arden. Sedh von Ant- burg, Alexander Haber- und Otto Dewald, Ernst Waldbrunn. Ernst. Ratak. E. Hellmer. Hin» In Prager Lichtspielhäusern Adria:„Die weisse Grossmacht".(A.)— Alfa; „Die Sünde einer Nacht".(Nach S. Zweig. Fr.)— Apollo:„Ehe ohne Hochzeit".(Ä.)— Avion:„Die weisse Grossmacht"..(A-)—Ftnix:„Die Welt gehört uns".(Boskovee u. Werich. Tsch.)— Flora: „Der Müsterdiener"..(Charles Laughion- A.)— Hollywood:„Schwanda, der Dudelsack-. Pfeifer".(Tsch.)— Hvizda:„Schwanda, der Dudelsackpfeifer".(Tsch.)—Juli»;„Frauen Um Ludwig XVl.".(D.)—Shtema: Journale, Groteske», Reportagen.— Koruna: Aktualitäten, Journale, Grotesken.— Kotva;„Schwanda, der Dudelsackpfeifer". (Tsch.)— Lucerna:„Die Welt gehört un»".(ÄoS- koveeü. Werich. Tsch.),— Metro:„Frauen uni Ludwig XVI".(D.)— Praha:„Frauen um Ludwig XVl.".(D.)— Skaut:„Marokko".(Marione Dietrich, Garh Cooper. A^).—' Svitozor:„Ehe ohne Hochzeit".(A.)—Äajkal:„Der Mann ohne Herz".(Paul Wegener. D.)— Belvedere:„Ter Postillon von Lonjumeau",.(D.)— Peseta:„Ter Jäger vom Fall".(D.)— Illusion:„Da» Mädchen im Schaufenster".(Tsch.)— Lid,«:„Der Mann ohne Herz".(D.)— Louvre:„Der Muster« diener".(Charles Laughion. Ä.)— Maeetkö: .Folie» Bergdre".'•. Mitteilungen aus dem Publikum. . Rodisforter, der„Kristallquell"; Kristallklar wie er dem. Urgestein entspringt, kommt/«r auf Ihren Tisch> Rodisforter ist. ein. rein natürlicher alkalischer Säuerling, modern gefasst, hygienisch ein« lvandfrei gefüllt, wohlschmeckend und. hün Orgäni»« mu» zuträglich. 7ZU chjesem hetwoxkggendqn. Wen- schaftfir gesellt.sich>- ein.Msoudjrr-;.iy-.hex.hMtigsN Zeit nicht zu unterschätzender weiterer Vorzug: Htzk außergewöhnlich billige Preis....- ®"u?sb ek> in g un» e.'n: Bei Zustellung in« Sau» oder bei Bezug durch die Post monatlich Ai IS.—,. vierteljährlich Aö 4S—, halbjährig: Ai 98,- gaWhrigAä 198.-4.- Inserate: wertztzWut:■ Xactf billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt', nur bei Einsendung der Retoürmaxken. Wie Zeitungsfrankatur tmzrde vonder Bost-imWkele- graphendirektion mit. Erlab Nr. 1P.80V/VH/1VS0 bewilligt.- Druckerei:.Orbis** Druck-. Verlags- und ZeiNMgS-L-G.cVrag. ft'.