Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoflowakischen Republik Erscheint«it Anenah«, de« Montag thgttch srLH/«inzelprei» 70»etter «und Verwaltung. Prag XII., Fochova 62- Telephon 56077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 17- Jahrgang Dienstag, 3. August 1937 Aus dem Inhalt: ZugsunglUdc bei Reichenberg Lügen Uber Sparfienkämpfer Abschluß In Antwerpen ÖSR siegt Im Flugwettbewerb Gewerkschaftserfolg bei Mannesmann Nr. 180 Ein faules Geschäft: Viermächte-Pakt wieder in Sicht Was kostet das„neue Locarno“? z Mussolini antwortet Chamberlain z Auch an Hitler ein Handschreiben? ■ Die letzte» 48 Stunden haben die Vorgänae hinter den Kulisse» der Londoner Politik, über die wir Sonntag bereits in groben Umrissen berichten in aller Deutlichkeit hervortreten lasten. US bestätigt sich voll und ganz, was wir über den Kurswechsel der britische» Politik geschrieben und stfort nach dem AuSbruch deS fernöstlichen Kon- fliktS als deffen wahrscheinliche Folg« angekiin. djgt. haben. London versucht, sreie Hand in Asien «> bekommen und will sich deshalb auf jeden Fall den Mittelmeerweg und die vorderasiatischen Stellungen Englands durch eine Gencralverstän- digun, mit Italien, sichern. Die Wünsche Eng. landS sollen sich vor allem auf zwei Punkte richten: • 1. Einstellung der italienischen Ssü st ungen in Labien. 2. Einstellung der a r a b i s ch. n a. H analen Rundfunkpropagan da, die von dem italienischen Sender in Bari in arabischer Sprach« betrieben wird. Außerdem wünscht man daS Mittelmeerabkommcn vom Jänner auf all« noch strittigen Frag«» auSzud«hn«n. Dafür rittet England vor allem die An» r r k e n nung der.itali« nischen Her r- schäft in O st a frik a..Neber den Weg hur-Unfopfermia Abesstnjenh ist man sich noch nicht ganz Tlar, der Wiste aber ist da. Eine andere Frage ist die Zukunft Spanien S. England scheint über daS Angebot deS Eden- PlaneS zunächst nicht hinauSgeheu zu wollen. Italien wird aber in'der spanischen Frage mehr fordern. Zwischen Frankreich und England ist, kann« Merkbar noch, aber doch auch schwer zu übersehen, bereits eine leichte Trübung' der Freundschaft entstanden, Eden hat den Franzosen versichert, dast England 1>ie Interessen Frankreichs nicht opfern wolle. Aber eS ist doch sehr bezeichnend, dast im selben Augenblick, da Mussolini daS eng- lischt BerständigungSangebot mit Freude» aufgreift, die italienisch« Presse«ine heftig« Kam pag ne gegen Frankreich beginnt. Die Angriffe waren so schwer, dast> Frankreich distlömatisch ringeschritten ist. Autzenittinister DelboS hat mit dem Botschafter Cerruti, der französische Geschäftsträger Blmidel nrit Ciano konferiert. Die Gespräche Chamber- lainS mit Grand! haben eine Fortsetzung in der Aussprache deS Grafen Eiano mit dem britischen Botschafter Sir Erie Drummond gefunden.. Es verlautet nun, dast auch Deutschland in die Ber- handlungen einbczogen werden soll und daß Chamberlain auch an Hitler ein Handschreiben gerichtet habe oder richten werde. Während London in PariS beruhigt und als Lockung daS neue Locarno, den alten B i e r m ä ch t e- Pakt anbietet, versucht Frankreich einerseits die Ryssen zu beschwichtigen und zur Nachgiebigkeit in/der spanischen Frage zu bewegen, weil.sich schon jetzt eine'gemeinsame englisch-deiitschFta- ltrnische Tendenz zei'gt^ die Russen für das Scheitern'.der»Nichtsnservention" verantwortlich zu niächen und Frankreich in der spnnischen Frage zu isoliere«. ,.■■■• ■ Wenn die Manöver zwischen London einer-' seit», Berlin und‘ Rom andererseits wieder so vettäufelß. wie'noch alle ähnlichen Machinationen der letzten Jähre, s« dürfte rö Spätherbst werden, bi» mit vielen/Wenn und Aber«in neue» Locarno zusamm'engeb'räut ist. Inzwischen wird Japan, wenn China sich nicht aus eigenem Helsen kann, seine Eroberungen gesichert, haben,. Sobald England dann die Hände frei hat und gegen Japan anftrumpfen wird- kann der Tqnr.in Europa von ncueni loSgehen. Diesen Illusionen zubegcg- nrn, den Trug)>» zerreißen und wirkliche Klar- heit zu schaffen, wird jetzt vor allem dir Auf- gab, der. P o l s t i k F r a n k. r e i ch S und sein erB i,i b ü« d e t e n sei«, Sin Block Fkalikreich-Nustland-Tschrchoslowakei, dem. sehr, viel« bedrohte Kleinstaaten sekundiere» würden, mutz stark genug sein/ im Zusammenhang snittzen L»cärno"'-Berätungen da» g e s a m t e Frieden»-, pköblkm Gijifnufe hl jn hen icpicn 8,hren immer nachgegeben hat, w.enit e» einen starken Willst spürte, ist Inr Falle einer Entscheidung ja doch aus SclbsterhaltungSgrüuden gezwungen, für PatiS und gegen Rom-Berlin zu entscheiden. Da zwischen Frankreich und Italien im'Grunde weniger Gegensätze bestehen alS zwischen Italien und England, da Frankreich und Italien in gelviffe» Fragen— z. B. der österreichischen— starke gemeinsame Interessen habe», mutz die britische Politik, wem» sie auf Kosten Frankreichs Geschäfte' machen will, noch immer mit der Möglichkeit rechnen, daß Frankreich dieJnitiative ergreift und den Gegenzug einer Blockbildung Paris-Rom-Moskau erwägt. Neville Chamberlain R o m.(DNB) Mussolini hat einer amtlichen Berlautbarung zufolge auf die handschriftliche Botschaft von Chamberlain mit einem eigenhändigen Schreiben oit den englischen Premierminister geantwortet,' das der italienische Botschafter Graf Grandi Montag nachmittags in Downingstreet überreicht hat.. Tientsin.(Havas.) Als das Verbot erlasse« wurde, daß die japanischen-Truppen die internationale Brücke nicht betreten dürfen,--hat rin Teil, dieser Abteilungen«inen Angriff gegen eine kleine sranzöstsche Abteilung unternommen, welche auf Grund deS Protokolls vom--Jahre 1001 über die Verteidigung der. ausländische» Konzessionen den vstbahnhos bewacht. Diese klein« französische Abteilung, bestehend au» drei, französischen und vier gnamitischen Soldaten, wurde von japanischen Soldaten überfallen-.und entwaffnet, worauf dir Japaner den Gefangen en di e A u g«u v e r b t n d e n wollten. Es gelang jedoch den französischen Soldaten, sich zu befreien und sich in einem Lokal des Bahnhofes zu verbarrikadieren, woraus die Japa- n e r- ein i g e H an d g r a n a t en w» r- f e n, durch welche. rin- französischer.' Sergeant und«in Man» schwer verwundet wurden.' Die Japaner liehen di« Verwundeten durch sechs Stunde» ohne Hilfe und ärztliche Behandlungen und erst dann wurde der verwundete Sergeant behandelt. Die änderen französischen Truppen- abteilungcn konnte«- jener, kleinen Gruppe erst am Freitag früh-zu ,Hilfe jammen. Beim Kom- ,nando her japanischen Abteilungen murde sofort Protest-eingelegt- die Japaner behielten dessenungeachtet die den- französischen Soldaten abge- nommenrn Waffen und Ausrüstungsstücke.. London. Das Schreiben des Ministerpräsidenten Chamberlain an den italienischen Ministerpräsidenten Mussolini wird von den führenden Montagsblättern lebhaft besprochen, „Daily Telegraph" meldet, datz Chamberlain eine Zusammenkunft der Locarno- Mächte England, Frankreich, Deutschland und Italien im Oktober in Lo,»don zustande zubringen hoffe. Auhenminister Eden sondiere bereits die Stellungnahme der deutschen Negierung und werde möglicherweise später einen persönlichen Besuch in' Nom abstattcn, der in dem Schreiben Chamberlains angeregt worden sei. Chamberlain habe im Kabinett die Ansicht vertreten, datz di- Schwierigkeiten Europas am besten durch den Abschluß eines neuenBierinächtspaktes auf Grundlage des alten Locarno-AblommenS geregelt werden. Man hoffe, datz Freiherr von Neurath und Graf Ciano zur Teilnahme an der geplanten Konferenz nach London kommen tvürden. Dabei werde in London nicht übersehen, datz Graf Ciano eine Einladung nicht annehmen könnte, wenn nicht Matznahmcn für die rechtliche Anerkennung der italienischen Oberhoheit in Ostasrika getroffen seien. Aus diesem Grunde werde daS Vorgehen der Völkerbundver- sammlung im September von grösster Bedeutung sein, falls die Versammlung feststellen würde, datz Abessinien als unabhängiger Staat sticht mehr bestehe, würden die Völkerbundstaaten freie Hand haben, die neue Lage anzuerkennen. Sollte andererseits der Völkerbund sich dieser Frage wiederum entziehen, dann könne England zusammen mit anderen Staaten der Ansicht sein, datz es über die de facto-Anerkennung des italienischen Kai- I.W:cich«s»wtcht, HinauSgeheu—dürfe—Aus—jede«. Fall wünsche Chamberlain eine volle Klärung der Läge im Herbst, um ein großes Hindernis gegenüber irgend einem praktischen' Fortschritt -zur Befriedung Europas zu- beseitigen. Eine Antwort Mussolinis' auf das Schreiben Chamberlains Ivcrdc täglich erwartet. ES sei an- zunchmen-, datz der italienische Ministerpräsident in ermutigendem Tone antworten werde. Auch„Morning Post" schreibt, es bestehe kein Zweifel, datz Chamberlain eine endgültige Regelung der Frage der Anerkennung Jtalienisch- OstafrikaS wünsche. DaS Blatt vertritt jedoch die Ansicht, datz zur Zeit noch kein Plan für einen Besuch Edens in Rom bestehe. „Daily Vigil" erklärt, je mehr sich England, Deutschland, und Italien. einer Vereinbarung nähertest, um so besser sei eS für die Sicherheit der ganzen Welt.' „Daily Mirror" glaubt, datz Chamberlain demnächst ein ähnliches Sch reibe» wie an Mussolini auch a n H i t I e r senden werde. Die japanischen Truppen ließen es nicht zn, daß ein französisches Lastauto mit LebenSmittel- vorräteu von der französische» Konzession zum franz. Arsenal fahre und unterbrachen auf dm internationalen Brücke die Verbindung zwischen den--französischen Abteilungen in« Arsenal- und in der französischen Konzession. Di« japanischen Militärbehörden erklären dies«. Maßnahmen da» niit, daß«S den japanischen-Truppen nicht erlaubt wurde, die international« Brücke zu über» -Mrriten,-al» sie eine-chinesische Abteilung über- fall«« wolltet, svelche sich in der Nähe deS Ostbahnhofes anfhält. Da» Konsnkarkprps und- die Kommandantsn der- ausländische» Militärab- te.ilstnge« in Tientsin hatten den. französischen Behörden die. Bewachung der internationalen Brück« übertragen und ihnen auch-anfgrtragen, über, die Neutralität der-internationalen Konzessionen»st wachen. '•--- PariS Nach einer hier vorliegenden Meldung au» Schanghai hat der Oberbefehlshaber der.japanischen Truppen General Katsuki dem Befehlshabercher französischen Garnison in Tient. st«: lein Bedauern über di« letzten Zwischenfälle zuM' AuSdruck gebracht. General Katsuki.. vcr- sichert« dem französischen Befehlshaber- daß hi« japanischen Truppen die freie Verbindung zwi- schen der Konzession und dem französtschew-Arse- nal nicht! stören«werden. Mehr Sachlichkeit! . Obzwar die Krise der Negierung rasch iiber- lvundcn worden ist und die Minister spät aber doch ihren wohlverdienten Urlaub angctrcien Haven, obwohl also auch inncrpolitisch Ferien eingctre- ten sind, findet es der„Venkov" oder vielmehr sein streitlustiger drl-Rcdakieur für zweckmäßig, in sonderbar gewundenen Gcdankcngängcn niil dem linken Flügel, der RegiernngSniehrheit zu polemisieren. Welchen Zweck diese Polemik hat, ist nicht recht ersichtlich, vermutlich glaubt Herr drk. daß er die Leser seines Blattes damit unterhält. Der„Venkov" beschuldigt die Linksparteien, die Linkspresse und die für diese arbeitenden Journalisten, dass daS Ausland von diesen über die republikanische Partei schlecht informiert werde, was z. B. aus der„Sunday Times", dem Blatte des englischen Autzenamtcs, hcrvorgche, welches geschrieben hatte, an der Ncgierungolris« sei die Agrarpartei schuld gewesen. Die Linkspresse, die derartiges von der grössten Partei ver Republik behaupte, von Gegensätzen in der Partei des Ministerpräsidenten spreche, und diese Nachrichten angeblich ins Ausland lanciere, schade damit dem Ansehen des Staates. Man muh sich tvirklich zwingen, ob dieser Behauptung des„Venkov" nicht hell auszulachen. Bilden denn den rechten Flügel der Agrarpartei, zu ivclchcni der ehemalige Ligist und Sttibrnn« Anhänger drk gehört, wirklich lauter Unschuldslämmer, die kein Wässerlein trüben und von denen das Ausland überhaupt nichts erfahren würde. Wenn sie nicht die böse Linkspresse anschlvärze» würde?. Glaubt, der. Schreiber, des Aussatzes im. „Venkov", die Vorgänge bei der Präsidentenwahl 1035 sind für Europa außerhalb unserer Grenzpfähle ein tiefes Geheimnis geblieben? Hat er damals nicht tiefgreifende Gegensätze in der größten Partei der Republik gegeben? Hat damals die Partei in schicksalsschwerer Stunde den Staat geführt oder hat sie nicht vielmehr ein Bild der Zerrissenheit und Führerlosigkeit geboten— während die Linke einmütig, geschlossen und entschlossen Ivar? Wenn die Gegensätze in der Agrarpartei scstgestcllt und in der Presse besprochen' tvcrde», wird dadurch einer Tatsache Rechnung getragen, die für das politische Leben dieses Landes nicht unwichtig ist, und die auch für daS Ausland lein Geheimnis bleiben kann. Ist cs den Agrariern unangenehm, datz im AstSlande über die Verhältnisse in ihrer Partei gesprochen und geschrieben wird, dann mögeii sie im eigenen Hause Ordnung niachen, statt die andern für die Unordnung verantwortlich zu machen. . Noch scheinheiliger und unangebrachler ist die Behauptung des„Venkov", cs schade dem Staate,-wenn man zn viel über die Verhältnisse in der republikanischen Partei spreche. Die tschechoslowakischen Agrarier könnten den Patriotismus, den sie da predigen, viel niehr erweisen, wenn ihre.Presse, voran'ihr Häuptblätt« in allen Fragen,-besonders aber in jenen der Aussenpolitik mehr Disziplin, Selbstzucht und staatsinänuisckieu Sinn bewahrte. Man erinnere sich doch an die Kampagne, welche der„Venkov" seinerzeit gegen die offizielle Aussenpolitik der Koalition, von der die tschechischen Agrarier ein- Teil sind und zu deren geistiger Führung sie kraft ihrer Stätte berufen wären, inszeniert- haben. Ta hat Herr drk. der plötzlich so viel Sorge um das Ansehen des Staates im Ausland« hat, nicht daran gedacht, lvelche Wirkung diese-seinerzeitigen Polemiken im Auslande und inobesonliere bei den Freunden und Verbündeten.der Republik hcrvorgernscil haben. Mutzte nicht das Vertrauen unserer Freunde in die Biindnispolitik der Tschechoslowakei erschüttert werdeir, wenn die.grützte Partei der Republik, die Partei, welcher der Regierungschef angehört, eine andere Aussenpolitik ctnpfiehll' und —- mehr demonstrativ als sachlich begründet— eine Annäherung an unsere Nachbarn fordert,>vo doch die gesamte Koalition Teilten sehnlicheren Wunsch hat als Friede«» und Verständigung mit alle»? Wenn also der„Venkov"'von den Linksparteien verlangt, man dürfe.im Ausland über die> Agrarpartei nicht, ein Sterbenswörtchen sagen, muss diese grotze-Partci zuerst selbst Disziplin in den Fragen der Aussenpolitik' üben nno vor allein Ihre Press« zügeln, die nur-allzu oit streitsüchtig und'von.einer'Undiszipliniertheit ist, die ihr viel von dem Ansehen nimmt, luelckieS das Hauptblatt der grössten Regierungspartei als Organ des. Ministerpräsidenten-sonst geniessen müsste. Japaner gegen Franzosen Seite 2 Dienstag, 3. August 1937* Nr. 180 Abschluß In Antwerpen Siege der Tschechoslowakei Antwerpen.(Tsch. P.-B.) Dir dritte internationale Arbeiter-Olympiade in Antwerpen erreichte am Sonntag ihren Höhepunkt. Das SamStag-Programm, das mit Sport- und Turnwettbewerben auSgefiillt war, wurde am Abend mit einer Festszene im Sportpalast vor anSver- kauftem Haus abgeschlossen.» ES wirkten über 50V Personen und ein grosses symphonisches Orchester unter Leitung des Orchesterchefs des belgischen Rundfunks mit. Rach Beendigung der Szene wurde vom Sportpalast ein Fackelzug durch die Strassen von Antwerpen zu dem festlich beleuchteten Platz vor dem Rathaus veranstaltet, an dem über 15.000 Personen teilnehmen. Der Sonntag, der Haupttag der dritten Arbeiter-Olympiade, stand im Zeichen eines absoluten Sieges der Tschechoslowakei. Am Bormit- tag wurde ein Festumzug der Nationen veranstaltet. Der Zug formierte sich in den Strassen um den Antwerpener Park, von wo er über die Avenue de Franee zur Staatsoper marschierte, wo sich auf einer Tribüne die Mrenden Persönlichkeiten der belgischen politischen Kreise und hervorragende ausländische Persönlichkeiten versammelt hatten, so u. a. der Präsident des belgischen Abgeordnetenhauses und Bürgermeister der Stadt Ant- Iverpen Camil H u y s m a n s, die belgischen Minister Spaal, Merlot, Wanters und A n s e l e, der norwegische Justizmintster T r y g v e u. v. a. Den Zug eröffnete die amerikanische Delegation, es folgten in alphabetischer Reihenfolge Dänemark, England, Finnland, Frankreich, Ungarn, Palästina, Sowjetrussland, die Schweiz, Spanien, die Tschechoslowakei, Lettland, Deutschland, Oesterreich und Belgien. Die tschechoslowakischen Sportler und Turner, insgesamt etwa 2000, marschierten hinter der Staatsflagge, deren Ehrenbegleitung Schüler, Nachwuchs und Mitglieder bildeten. Der Zug der Tschechoslowaken rief ungewöhnliche Aufmerksamkeit hervor und wurde überall in den Strassen begeistert begrüht. An dem Umzug nahmen 25.000 Arbeiterturner teil. Am Sonntag nachmittag fand im grossen Stadion der Stadt Antwerpen das öffentliche Auftreten der Turner und Sportler statt. Bor 65.000 Zuschauern traten zunächst etwa 000 Frauen und dann die Männer zu Freiübungen an. Der gelungenste Programmpunkt des Nachmittags war das Auftreten der Tschechoslowakei. Gegen Schluss des Haupttages der Olympiade traten noch einige Nationen zu Freiübungen und zu Geräteübungen an. Ferner fand das Finale in den Sportwettbewerben-und der Fussball-Endkampf Sowjetrussland—Norwegen statt. • Antwerpen.(Eigenbericht.) Die III. Arbeiter- Olympiade gehört nun der Vergangenheit an. Bier Tage lang kämpfte und spielte die Arbeiterjugend aus 17 Staaten um die Palme des Sieger und die olympische Ehre ihrer Landesverbandes. Sportler und Sportlerinnen aus dem hohen Norden— aus Finnland, Norwegen ustv.— massen ihre Kräfte mit jenen aus dem Süden— Palästina, Spanien— und den übrigen Staaten von Mittel-, West- und Osteuropa. Antwerpen zeigte sich als würdige Nachfolgerin der früheren Olympia-Stätten von Frankfurt a. M. und Wen. Die Bevölkerung und die Stadwerwaltung zeigten sich als ausgezeichnete Gast, geber und der. belgische Brüderverband hatte keine Mittel und Mühe gescheut, um all den vielen tausenden Sportlern den Aufenthalt so angenehm al» nur möglich bü machen. Der, Eröffnungstag sah schon vom frühen Morgen an die Sportler und Sportlerinnen aller Sparten in eifriger Tätigkeit und am Abend folgte im vollen Stadion der Aufmarsch der Nationen. Prächtige, junge Menschen in schmucker Dress, angeMrt von der amerikanischen Delegation, marschierten auf. Jedes Land und jede Nation wurde mit starkem Beifall und jubelnd begrübt; besonders die spanische und russische. Müller, Devlie- g e r und Dr. Deutsch hielten begeistert aufgenommene Ansprachen. Der Abschluss bildete hierauf das Defilee der Wettkämpfer und Wettkämpferinnen auf der Aschenbahn. Die III. Arbeiter-Olympiade war damit offiziell eröffnet. Der zweite Tag stand in seinen sportlichen und turnerischen Ergebnissen und Leistungen dem vorhergehenden nicht nach. 06 auf der Aschenbahn, ob im Schwimmstadion oder im Sportpalast, überall gab e» schöne und spannende Kämpfe, die teilweise aus Vorentscheidungen und zum Teil auch au» Schlusskämpfen bestanden. Einm schönen und ehrenvollen'Erfolg hat unser AtuS durch de« Ansfiger John im Turm- unli Kunstspringen errungen. John bot überaus erft- kkastige Leistungen und sei« erster Platz sowie der Olympiameifter-Titel sind die gebührende Anerkennung gewesen. In der Leichtathletik konnte sich der AtuS immerhin behaupten; da» Fussballturnier brachte ebenfalls beachtenswerte Ergebnisse, doch zeigt sich hier die Ueberlegenheit der Norweger und besonders der Russen. Dar Radfahrerteam, welche» dar 60 Kilometer- Mannkchatfrrennen mit bestritt, kam durch Defekte und unsportlicher Verhalten der holländischen Rennfahrer um einen Achtungserfolg. Einen weitere« Erfolg errangen die Atu»-Tm' nerinnen, welche sich beim Geräteturnm hinter Russland und die Schweiz placierte«. Eine Ausländer-Akademie am Abend beschloss den zweiten Tag. Diese Feierstunde wurde eingeleiiet durch eine Trauerkundgebung aus Anlass der Auto- Unglücks, das AtuS-llnion-Mitglted^r betroffen hatte. Nach der„Egmont"-Ouvertüre gelangten körperbildende Hebungen der Finnen, Dänen und der DTJ zur Aufführung. Grosser Beifall wurde dem Aruk- BundeSmeister Kosten im Zweier-Kunstfahren gezollt. Wir lasse« nun die Ergebnisse aus der Leichtathletik und dem Fussballturnier folgen. Die übrigen Ergebnisse tragen wir in den folgenden Nummern nach, wobei wir uns Vorbehalten, auch speziell auf Ergebnisse und Leistungen der AtuS-Sportler hinzuweisen, wenngleich sie unter den vier Erstpla- cierten nicht.zst findest ssntz,, Finnlands Ueberlegenheit In der Leichtathletik Sportler: 100 Meter: 1. Savolainen, Finnland 10.0 Sek.; 2. Koloktiv, Russland 11 Sek.; 8. Hansen, Norwegen 11-4 Sek.— 200 Meter: 1. Ljulko, Russland 22.0 Sek.; 2. Savolainen, Finnland L8.g Sek.; 8. Adam, Frankreich 28.8 Sek.— 400 Meter; 1. Euere, Norwegen 61.8 Sek., 2. Jackct, Frankreich 62.8 Sek.; 8. Larsen, Norwegen, um Brustbreite.— 800 Meter: 1. Nobigon, Frankreich 2:00.8 Min.; 2. Parimarso, Spanien 2:00.8 Min.; 8. Kolin, Tschechoslowakei-DTJ 2:01.2 Min., neuer DTJ- Rekord.— 1600 Meter: 1. Salmi, Finnland 4:10.1 Min.; 2. Hellen, Finnland 4:11 Min-; 8. Borreson, Zur richtigen Zeit hat in dieser Atmosphäre zwecklosen, kleinliche» Streites der Vorsitzende der tschechischen Sozialdemokratie Abg. H a m p l im sonntägigen„Prävo lidu" das richtige Wort gesagt. Er meint da: Nach Jahren kriegerischer Leiden und wirtschaftlicher Not kam die Zeit der sittlichen Verelendung der Welt. Das'einfache Volk, dem die Diplomatie in der eBrgangenheit immer eilvas Geheime» und Geheimnisvolles war, welches insbesondere seit den Worten WilsonS die hohe Politik weniger abstrakt zu beurteilen begann, und geglaubt hat, dass so wie im bürgerlichen Leben auch in der Diplomatie die Grundsätze der Wahrheitsliebe und Ehrenhaftigkeit in Geltung bleiben müssen, ist in diesem Glauben tief erschüttert, ES glaubt zum Schluss nicht einmal dort, wo der Glaube berechtigt und im Interesse der Erhaltung der Ordnung und de» Staates notwendig ist. Das sind unserer Meinung nach schwere moralische Verluste, mit denen die Welt lange kämpfen wird und deren Folgen auch die Völker in ihrer Innenpolitik spüren werden. AufderUnwahrheitlässt sichnichtSaufbauen. Nicht kleinliche Polemik, sondern Sachlichkeit und Wahrhaftigkeit ist das Erfordernis der Zusammenarbeit in der Koalition, denn»auf der Unwahrheit lässt sich nichts ausbauen". ES ist Zeit, dass einige extrem rechts eingestellte Persönlichkeiten in der tschechischen Agrarpartei und insbesondere im„Venkov" dies erkennen, sonst werden sie sich statt der Lorbeeren, die sie erhoffen, eine Schlappe nach der andern holen. Die sozialistischen Parteien der Koalition haben kein Interesse an einem Partner, dessen Reihen zerrissen sind, sie wünschen zielbewusste, klare, disziplinierte, ehrliche, sachliche Mitarbeiter. Rascheres Tempo notwendig Aktivistische Landeskonferenz in OimUtz Sonntag, den 1. August 1987, waren in OI- niütz die Vertreter der mährisch-schlesischen Bezirksstellen der deutschen aktivistischen Parteien zu einer Arbeitstagung versammelt. In Vertretung der Zentralstelle der deutschen aktivistischen Parteien, welche die Konferenz einberufen hatte, nahmen an der Tagung Dr. Pruscha und Sekretär Willi Wanka teil. Die Beratungen selbst fanden unter dem Vorsitze Dr. Zieglers, Neutitschein, Abg. Rudolf Zischka, Sternberg und Prof. Franz Stowitscheks, Römerstadt statt. Der Sekretär der Zentralstelle erstattete zunächst ein Referat über die bisherigen Erfahrungen bei der Durchführung der Regierungsbeschlüffe vom 18. Feber d. I,, er 'berichtet eingehend über die Bestrebungen der Zentralstelle, das mit der Feber-Vereinbarung begonnene Werk weiter auszubauen, und behandelte sodann die Aufgaben der Bezirksstellen. Diesem Berichte folgte eine sehr rege Aussprache, die viele wertvolle Gesichtspunkte für die weitere Gestaltung der aktivistischen Zusammenarbeit erbrachte. Die Konferenz billigte die bisherige Arbeit der Zentralstelle und setzte einmütig die weiteren Arbeitsmethoden fest. Nach Abschluss dieser erfolgreich verlaufenen Tagung wurde nachstehende Entschliessung angenommen: „Die Sonntag, den 1. August d. I., In Ol- mütz versammelten Vertreter der Bezirksstellen der deutschen aktivistischen Parteien in Mähren- Schlesien haben in mehrstündigen Beratungen ein» Man sprach familiär zueinander, renommierte mit Sachkenntnis und gab gute Ratschläge. Jeder wegen Schäbigkeit des Pfandes Abgewiesene versuchte nochmals sein Heil beim Schätzmeister, aber er liess sich auf nichts ein.„Der Nächste, bitte I" Die Abgelviesenen sahen furchtbar enttäuscht oder zum Teil verzweifelt aus. Nur ganz Junge kicherten, denn wenn sie versetzten, geschah es öfters eines Vergnügens als um des täglichen Brotes willen. Esthers Herz klopfte hörbar, und sie hielt den letzten Rest ihres Schmuckes, ein kleines goldenes Medaillon und ihren Ehering, fest in der Hand. Sie traute Bert nicht mehr ein echtes goldenes Medaillon zu. Aber der Beamte untersuchte es genau, kratzte mit einer Feile, sah durch die Lupe, dann fragte er nach einem kurze;» forschenden Blick auf dieses blaffe Wesen mit dem Bündel auf dem Arm:„Wieviel wollen Sie haben?" Esther nannte etwas mehr, als der Preis der Fahrkarte nach Berlin ihr erinnerlich war und erhielt es anstandslos. Sie war so schwach vor Aufregung, dass sie sich auf die Bank setzte, wo nian ihr freundlich Platz machte. Eine noch jüngere, zahnlose Frau fragte:„Wie alt ist das Kind? Sie wären auch froh, es wäre nicht auf der Welt— was? Aber was will man machen?" „Ja, ja—" sagte der Dienstinann,„Kinder sind rascher da, als der Reichtum." ,Eine alte. Frau kicherte:«Die Männer müssen doch immer ihr Vergnügen haben, und die Weiber haben die Last." Eine aufgedunsene Vermittlerin meinte Sachverständig: Das Kind erstickt Ihnen ja, wenn gehend die bisherigen Erfahrungen bei der Durchführung der Regierungsbeschlüsse vom 18. Feber 1037 erörtert'und einmütig ihre weiteren Arbeitsmethoden bestimmt. Die Konferenz"anerkannte die Tatsache, dass sich die RegierungSbc- schlüsse vom 18. Feber in einzelnen Gebieten bereit» günstig auswirken. Die Konferenz hälteSaberauch für ihre Pflicht, die Regierung darauf aufmerksam zu machen, dass noch viele Fragen, welche mit der Durchführung der Grundsätze einer gerechten Minderheitenpolitik zu- sa in men hängen, einer Regelung bedürfen. Vor allem ist es notwendig, dass die Regierung alle behördlichen Instanzen dahin belehrt, dass bei der Durchführung der Regierungsbeschlüffe vom 18. Feber 1987 ein rascheres Tempo eingeschlagen werden muh, um diese zum Wohle de» Staates wirksam zu machen." Ausmusterung der jungen Offiziere. Sonntag fand die 18. feierliche Ausmusterung der Absolventen der Militärakademie in'Mähr. Weihkirchen zu Berufsoffizieren unter Beteiligung des Vertreters des Nationalverteidigungministers, Armeegeneral Syrovh, der Generalität, von Mitgliedern der beiden Häuser der Nationalversammlung, der Repräsentanten der staatlichen und autonomen Behörden usw. statt. Nach der Ab« nähme der Parade der Absolventen durch den Generalinspektor der tschechoslowakischen Wehrmacht wurde an die Fahne der Akademie eine vom 20. Bezirk der Arbeiter- Turnvereinigung gespendete Schleife angeheftet. Im Namen des Ministers für Nationalverteidigung grüßte der General« inspeftor der Wehrmacht, Armeegeneral Syrovh, die neuen Offiziere. Er sagte u. a.: Die Armee ist ein Bestandteil des ganzen Volkes, seien wir daher loyal zu jedem ohne Rücksicht auf die Unterschiede der Religion, der Nationalität und der Bildung. Nur durch gemeinsame Arbeit werden wir die Freiheit der Nation erhalten, die un» zur Eintracht und zur Aufopferung verpflichtet. Die Soldaten wiffen, dass sich die. Nation auf die Armee verlässt und deshalb müffen sie auch stark und vorbereitet sein. Unsere Offiziere müssen Sinn für Ehre, Mut, Ehrlichkeit und Loyalität, Eigenschaften eines wahren Manne» haben. Die Legionäre waren Träger aller hervorragenden Eigenschaften des guten Soldaten. Folget dem Beispiel unseres ersten Präsident-Befreiers und unseres gegenwärtigen Präsidenten, die leuchtende Beispiele aufopfernder, uneigennütziger, ganz dem Volke gewidmeter Arbeit sind. Der neunte Weltkongreß- der Internationalen Frauenliga für Frieden und.Freiheit wurde um Mitternacht zum Sonntag abgeschloffen. Zu Beginn der letzten Kongrehsitzung wurde nach längerer Debatte eine Erklärung der Amerikanerin Detzer über die Neutralität grundsätzlich angenommen, die die Exekutive nach eigenem Ermessen ergänzen oder abändern wird. Hierauf wurden kurze Berichte der nationalen Sektionen über die politische und wirtschaftliche Entwicklung in den einzelnen Ländern seit der im heurigen Frühjahr stattgefundenen Tagung der Exekutive in Brügge erstattet. Sonntag vormittags fand auf dem Kurplatz eine öffentliche Versammlung statt, in der die Delegierten der auf dem Kongreh vertretenen Länder unter grosser Beteiligung des Publikums über das Thema„Die Frauen, der Frieden und die Freiheit" sprachen. Sie es so zudeckenj" Aus Angst, vor Entdeckung und Vereitelung ihrer Absicht überwand Esther ihren Schwächeanfafl, erhob sich, grühte leise und verschwand. Sie erreichte eine Strassenbahn zum Bahnhof, und löste die Fahrkarte nach Berlin. Ihren Paß hatte sie bei sich. In zwei Stunden ging der Zug, den sie, mit der kleinen Leiche fest an die Brust gepreßt, bestieg. Es war abends, niemand schaute auf das zugedeckte Baby, welches scheinbar so fest schlief. Sie atmete erst auf, als sie die Grenze hinter sich hatte. Die Mitreffenden schliefen, und der Grenzbeamte hatte sich höflich zu dem hübschen blaffen Frauenwesen mit dem schlafenden Baby benommen. Man fragte sie nur mehrmals, ob sie gar kein Gepäck habe, aber auch da wusste sie eine Antwort:„Mein Mann ist mit den Koffern vorausgefahren." Und sie erreichte Berlin im ki'chlen nassen Morgengrauen^ Frau Hardt ging dke Treppen hinauf'(der Lift war nur für die„besseren" Wohnungsinhaber), da Härte sie klopfen und blieb stehen. Das kam von der Tür des jungen Ehepaares. Sie ging hin und hörte Berts rufende Stimme; sie eilte zu Portiers, den Dietrich holen, erhielt aber dafür die abgegebenen Schlüssel und öffnete. Sie wollte soeben ahnungslos lachend die Befreierin mimen, aber al» sie Bert ansah, erfror das Lachen, und sie erriet, ein Unglück. Die Heere des Zimmers, der arme kleine Waschkorb sprachen deutlich. Bert sagte nichts. Er empfand, nur Er» lösung über die endlich geöffnete Tür, die ihn aus seiner beinahe lächerlichen Lage befreite. Auch spürte er das Bedürfnis nach einer Zigarette. Ihm war ganz übel. Er bat Frau Hardt voraus« zugehen, da ihm schlecht sei. Eine Etage tiefer musste er sich einen Augenblick am Treppengeländer festhalten. Gerade entstiegen dem Lift eine grössere Gesellschaft von Damen. Die Dore« chana hatte den.berühmten Gast tatsächliche eingefangen und in ihrem eigenen Wagen znm„Rout" abgeholt. Einige Anwesende mit grossen Hornbrillen umschwärmten sowohl die Dorechana als die noch Berühmtere. Man Mlte sich enorm wichtig. Der Gast selber machte einen sehr bescheidenen Eindruck und war sichtlich unangenehm berührt durch diese Ueberrumpelung, die sie alber als total Fremde nicht hatte vermeiden können. Ihre Schlichtheit wirkte seltsam in dieser Umgebung, in welche sie sichtlich nicht hineinpaßte. Plötzlich Weiteten sich ihre forschenden Augen ui»d blieben auf Bert haften, welcher sich noch immer am Treppengeländer festhielt und dessen buntkariertes Hemd von» schmalen, verzweifelten, blaffen Gesicht traurig abstach. Die berühmte Frau erkannte sofort an seiner Haltung, dass da etwas Ungewöhnliches vorlag. Und ohne sich um die schwatzende Damenmenge zu kümmern, ging sie plötzlich zielsicher auf Bert los:„Kann ich etwas für Sie tun?", fragte sie hilfreich in ihrem gebrochenen Deutsch. Sie legte alle Wärme und Stärke ihres sicheren Gefühles auf das Wörtchen„tun"! Der schmale, kleine Aesthet war so aus der Bahn geschleudert, dass«r wie ein Ertrinkender auf die eigentlich unscheinbare Dame starrte und„ja" sagte. Dann verbeugte er sich plötzlich und sprach seinen Namen laut und deutlich aus. Die SchriststelleriU kannte' den Namen und schien überrascht. Währenddessen hatte die Dorechana die Situation sofort erfaßt, sie stürzte wie ein Habicht auf die kleine Gruppe, tat ungeheuer bekanktt mit dem ihr völlig fremden Bert, flüsterte läut dem berühmten Gast zu, dass er ein verarmter Schriftsteller von bester Familie sei ustd lud' mit weit ausholender Gebärde beide in ihre Wohnung. An der Eingangstüre standen die dienstbeflissenen, auf englisch verkleideten Dienstmädchen, die sonstigen Eingeladenen warteten restzettvoll ab, Wer dann geschah da» Unerwartete: der Gast erklärte, plötzlich dominierend:„Ich sehe, dass dieser junge Mann allein sein will, Aussprache mit mir und' Hilfe'braucht. Ich werde ihn.in mein Hotel'nist«' nehmen und Ich bitte,»sich zu entschuldigen-"und mir einen Wagen zu bestellen!":?'’ t Es war kein Widerspruch möglich. Die Dorechana sah grürilich blass ans mit roten Wutflecken. Ihr Lächeln wirkte fratzenhaft, aber sie beherrschte sich, da sie einer Macht gegenüberstand, welcher sie in keinerlei Form gewachsen war. Ihr ganzer kunstvoller Effektbau drohte zu tvanken, und das durfte nicht sein. Mit forcierter Stimme wandte sie sich an ihre Getreuen:„Bitte, meine Damen, wir werden dennoch unseren lieben Gast feiern, wenn er sich auch wieder in gewohnter Güte charitativen Zwecken widmet." Und sich zur Gruppe Bert und feiner so plötzlich anfgelauchten Beschützerin wendend:„Ich hoffe, Sie nachher bei mir zu sehen, Liebste, Verehrteste l Und Sie, lieber snnger Freund) sollen sich bei mir wie zu Halkse fühlen, Sie-können zu jeder Zeit auf mich rechnen!" Ein kurzes verächtliches Auflachen ertönte von der unteren Treppe, so dass alle sich erschreckt unffahen. Unten hatte Frau Hardt' in echt weiblicher, begreiflicher Neugierde den Vorgang belauscht, Dann ging sie würdevoll und langsam auf Bert zu:„Das ist eine andere Sprache als heute vormittags, als ich für Sie an dieser Stelle um Hilfe bat." Die Dorechana schloss eilig ihre Wohnungstür. Bert aber stolperte fast willenlos mit dem Gast die Treppe herunter, nachdem Frau Hardt noch einen Blick de» volle« Einverständnisses mit seiner Beschützerin.ausgetauscht hatte: ein Blick des plötzlichen gefühlsmässigen Verstehens, wie er nur Frauen eigen ist.' Dr. Glaser betrat restlos glücklich dafreundliche'Zimmer von Mirza, die ihn verliebt und doch befangen bat, e» sich bequem.zu machen und auf Tee zu warten. Dann hantierte sie mit plötzlich-freudig beschwingten Bewegungen herum,' die nicht» mit ihrer sonstigen'Apathie zu tün hatten. (Fortsetzung folgt.) 9 Nr. 180 DienStag, 3. August 1037. Seite 3 Sudetendeutscher Zeitspiegel Norwegen 4:11.8 Min.; 4. I. Znamcnsli, Mutzland 4:11.8 Min.— 10.000 Meter: 1, Tikkancn, Finnland 81:31.6 Min., 2. Peltomaki, Finnland 82:10.0 Min.; 8. Jaume, Spanien 82:11.8 Min^— 110 Meter Hürden: 1. Lestinen, Finnland 16 Sek.; 2. Glaser, Schweiz 16.6 Sek.; 8. Szebinovsky, Tscheche« slolmckei-DTJ, nm Brustbreite.— 400 Meter Hürden: 1. Brüter, Schweiz 87.7 Sek.; 2. Kirrta, Finnland 86.8 Sek.; 8. Hellios, Finnland 88.0 Sek.— Hochsprung: 1. Billanin, Norwegen 1.88 Meter; 2. Lehtinen, Finnland 1.82.6 Meter, 8. Kleppe, Norwegen 1.80 Meter; 4. Tiöitel, Tschechoslowakei-DTJ 1.78 Meter.— Weitsprung: 1. Lebtonen, Finnland 7.12 Meter; 2. Kolokain, Rußland 6.80 Meter; 8. Karin, Finnland 6.68 Meter.— Stabhoch: 1. Ozo- lin, Nutzland 4.20 Meter, 2. Martelius, Finnland 8.80 Meter; 8. Salmi, Finnland 8.40 Meter; 4. Barak, Tschechoslowakei-DDJ 8.20 Meter.— Dreisprung: 1. Tannni, Finnland 14.22 Meter; 2. Lch- tcnen, Finnland 18.96 Meter; 8. Kartu, Finnland 13.76 Meter.— Speer: 1. Autonen, Finnland 64.86 Meter, 2. Rautavaahan. Finnland 68.92 Meter; 8. Mattila, Finnland 69.80 Meter.— DiSkuS: 1. Lja- kov, Rußland 44.80 Mter; 2. Kleppe, Norwegen 42.38 Meter; 8. Sellin, Finnland 40.99 Meter.— Kugel: 1. Ello, Finnland 14.68 Mtter; 2. Ljiah, Rußland 14.42 Meter; 8. Haahen, Finnland 18.72 Meter.— 10 Kilometer Gehenr 1. Huat, Frankreich 61:28.8 Min.; 2. Jakobsen, Norwegen 51:66.2 Min. >— Schlenderball: 1. Lijak, Rußland 68.16 Meter; 2. Ulgensen, Norwegen 48.82 Meter; 8. Skorski, Tschechoslowakei-Alu» 46.70 Meter.— 4X400 Meter; 1. Norwegen 8:88.2 Min.; 2. Finnland 8:36.2 Min.; 8. Frankreich 8:42.2 Min.; 4. Tschechoslowakei 8:49.8 Min.— Schwedenstaffel: 1. Norwegen 2:02.8 Min.; 2. Frankreich 2:04.9 Min.; 8. Schwei- 2:09.2 Min.; 4. Tschechoslowakei 2:18.6 Min.— Fünfkampf: 1. Kleppe, Norwegen 2943; 2. Arnes, Finnland 2842; 8. Lehto, Finnland 2687; 4. OSmaniik, Tschechoslowakei 2426; 6. Breite, Tsche« choslowakei-Atu» 2180 Punktes— Zehnkampf: 1. Ullmann, Schweiz 6089 Punkte; 2. Djermin, Rußland 6987 Punkte. Sportleriimenr 100 Meter: 1. Herwelk, Holland 14. Sek.; 2. Boulanger, Frankreich 14.1 Sek.; 8. Rajkovä, Tsche- choslowakei-DTJ 14.4 Sek.— 200 Meter: 1. Nor- get, Frankreich 28.6 Sek.; 2. Herberger, Holland 29 Sek.; 8. Boulanger, Frankreich 29.6 Sek.— Speer: 1. Pokorovä, Tschechoslowakei-DTJ 83.72 Meter; 2. Schramm, Schweiz 81.46 Meter; 8. Gautschi, Schweiz 81.42 Meter.— DiskuS: 1. Lijissaja 41.46, 2. Puncow 89.85, 8. Kirskaja 86.44 Meter; sämtliche Rußland.—. Weitsprung: 1. Karpitschowa, Rußland 6.48, 2. Trowa, Rußland 6.42, 8. Osolina, Litauen 4.74, 4. Rajkovä, Tschechoslowakei-DTJ 4.45 Meter.— Dreikampf: 1. LIvijaka, Rußland 1888, 2. Karpovitschowa, Rußland 1198, 8. RaZ- kobä, Tschechoslowakei-DTJ 846 Punkte. Dm Olympla-FuDballturnler brachte nachstehende Ergebnisse: Schweiz gegen Finnland 8:2(2:0,2:2), Norwegen gegen Palästina 7:1 :(6:1), Frankreich gegen England 8:0(2:0), Rußland gegen Dänemark 8:0(6:0), Tschechoslowakei« lltus gegen Holland 5:2(8:1), Norwegen gegen Schweiz 6:0(4:0), Spanien gegen Belgien 2:0 '<1:0), Tschechoslowakei-AtuS gegen Norwegen 1:8, Rußland gegen Spanien 2:1, Norwegen gegen Rußland 0:2. Da Polen und Ungarn keine Ausreise« Erlaubnis erhielten, fielen ihre Spiele aus. Sieger der Turniers wurde Rußland, dar Wohl die beste von allen Mannschaften darstellte. Die Olympia-Fußballmannschaft der AtuS-Union trägt heute Dienstag auf Ihrer Rückreise von Antwerpen«in Spiel 1» Fischern«Karlsbad aus. Die Kanonen schweigen Im Niemandsland Madrid.(HavnS.) Die KriegSopemtio» nen im Frontabschnitt bei Brunete find eingestellt worden. Das republikanische Hauptquartier versichert, daß di« Republikaner in den letzten Tagen die Angriffe des Feindes an einigen Stellen abgeschlagen haben. Di« Umgebung deS Dorfes Brunete ist zu einem„RiemandS- l a n d" geworden. Südlich daS Tajo-Flusse- unternahmen Abteilungen der Regierungstruppen einen plötzlichen Angriff auf Raval Billarr Deibon und eroberten zwei' Schützen grabenlinden. Die Aufständischen wurden überrascht und fetzten nur schwachen Widerstand entgegen. Ihre Verluste waren sehr bedeutend. Die RegierimgSslugzeuge haben den Flugpbch in Leon bombardiert und zwölf F lug z e« g e z e r st S r t. Ans dein Flugplätze in-der Nähe, von Salamanca habe» dir RegierungSflugzeug««ine« Brand Verursacht. Spanien plant einen Vorstoß In Genf Baten eia.(HavaS.) Der Ministerrat, der Sonntag elf volle Stunde» tagt», beschäftigte sich mit'der Sitzung deS BölkerbundrateS, die ain 10. September zusammentritt. ES wurde beschlossen, z« dieser Sitzung«in« Delegationmit dem Ministerpräsidenten N e g r i n an der Spitze zu entsenden.' AlS Mtglieder der Delegation wurden bestimmt: AtvarrS del v atz o, Giral, der Londoner Botschafter A m o r a t o, der Prager Gesaydie.Ttmrnez.d e Asua und der Moskauer Botschafter P a s o u a. Die Delegation wird vom Böliertünde mit aller Energie Sanktionen gemäß dem Pakte über den Angreifer und daS Einschreiten gegen di« Invasion fremder/ Militär- pbteilungen auf spanischem Gebiete fordern. ZiiasunglUck bei Reichenberg 30 Verlebte Reichenberg. Sonntag abcndS um 6 Uhr ereignete sich auf der Strecke Reichenberg— Friedland«in Zugsunglück. Der gegen Reichenberg fahrende Personenzug 1127 hatte«in« Nachschublokomotive, die vor der Fahrt nach Raspemm abgekuppelt worden war, aber hinter dem Zug herfuhr. Bor der Station Raspenau erhielt der Zug«in Haltesignal und brenrste ab. DaS Haltesignal wurde von der nachfahrenden Lokomotive zu spät bemerkt und sie stieß infolgedessen auf de» Zug auf. Durch den Anprall der Lokomotive wurden die letzten drei Wagen deS ZugeS zertrümmert. Glücklicherweise befanden sich in diesen Wagen keine Passagier«. Die besetzten Waggons wurden nicht beschädigt, doch wurden durch den heftigen Ruck beim Zusammenstoß einige Reifende durch herabfallende Gepäckstücke und durch Anstoßen an harte Gegenständ« verletzt. Bei 28 Reisenden sind die Verletzungen leichter Natur. Schwee verletzt wurden Biarie B e m a t e r auS Karolinenthal Sei Haindorf (Nervenschock) und Marie Schul» aus Friedland(Quetschungen am Bein). Der ZugSverkehr war auf der Strecke bis 2.15 Uhr morgens gestört, die Reifende» mußten umsteigen.— Die Staatsbahndirektion Käniggrätz hat di« Untersuchung«ingeleitet. Die„Rote Fahne** lügt Ober Spanien-Kämpfer Die„Rote Fahne" veröffentlichte in ihrer Ausgabe vom 24. August, unter der Ueberschrift „Ein Bezirksführer der R.W. in Spanien" einen Bericht, in dem angebliche Aeußerungen des in Spanien befindlichen RW-Funktionär Brech aus Bodenbach wiedergegeben werden. Brech soll nach der„Roten Fahne" gesagt haben - Genosse Kern, der vor einer Woche mit einer Delegation der Sozialistischen Jugend« internationale hier in Spanien war, hat diese Einheit mit eigenen Augen gesehen. Ich hoffe, daß man sich darnach richten wird«,." 1' Die'Einheit der spanks chen Jugendbewegung— jene der Parteien ist noch lange nicht verwirklicht— wurde von der Delegation der Jugendinternationale zur Kenntnis genommen und wird von der Sozialistischen Jugendinternationale überhaupt als zweckmäßig erachtet. Brech aber hat mir gegenüber die Methoden der kommunistischen Einheitsfrontpropaganda in der Tschechoslowakei verurteilt und sich zur Politik der sudetendeutschen Sozialdemokratie zustimmend geäußert. Wie wir ihn kennen, hat er nicht eine Woche später dem Helmut Legler zuliebe— so heißt der Berichterstatter der„Roten Fahne"— das Gegenteil gesagt. Bielmohr ist anzunehmen, daß die„Rote Fahne" und ihre Mitarbeiter skrupellos genug sind, aus dem Heldenmut der Sozialdemokraten, denen die Sache des s p a n i s ch e n B o l k« s, nicht aber jene der S t a l i n i st e n heilig ist, politisches Kapital zu schlagen. Karl Kern. Zwei sozialdemokratische Kundgebungen Im Kreis Reichenberg Samstag und Sonntag hielt die Bezirksorganisation Reichenberg der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei einen BezirkS- arbeitertag ab. Bei der Spanienfeier am Samstag abend» waren bereit» viele hunderte Teilnehmer bereinigt. Zu ihnen sprach Karl Korn, der ein Gelöbnis der spanischen Freiheitskämpfer überbracht« und ihren Heldenmut schilderte. Nach d^r Ansprache würden die neuen RW-Männer angelobt, dann trug die SJ eine Folge, von Liedern und Gedichten vor, die den Freiheitskampf in Spanien feierten. Sonntag mittags bewegte sich durch di« Straßen Reichenberg»«in ansehnlicher Fcstzug auf das Sokolstadion in Ober- Rosenthal. Dort sprachen der Bezirksvertrauensmann F r e n z e I, der Vertreter der Jugendorganisation Ludwig Löwit und der Kreisver- trauenSmann Wilhelm Weigel zu den Erfchie« 'neuen. Dann übergab im Auftrag der Frauen- bezirkSorgänisation Reichenberg Hilde M a c o u n der RW«ine Fahne. ES folgten turnerische Darbietungen. Der Bezirksarbeitertag war ein voller Erfolg. Einen ebenso erfreulichen Verlauf nahm das Freundschaftstreffen, da» die Bezirksorganisation Gablonz-Tannwald der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei am Sonntag beim RäturfreundehauS auf der Königshöhe abhielt. Viele Hunderte Teilnehmer waren am Nachmittag bei einer Kundgebung für Spanien ver- sammelt, in der Karl K e r» sprach. Die Vorführungen der RW und der Turner ergänzten da» Nachmittagsprogramm. Bis in die späten Abendstunden währte das gesellige Beisammensein, der Teilnehmer. Mn Fest der Arbeitersänger Die Gaue Karlsbad-Fischern, Falkenau und Komotau deS Verbände» der Deutschen Arbeitergesangvereine veranstalteten Samstag und Sonnig in Karlsbad ein großes Kreisfest. Sonntag vormittags wurde im überfüllten Stadtpark-Saal ein großes Konzert gegeben, an dem 1500 Sänger und Sängerinnen mitwirkten. Die Darbietungen, die auf beachtlicher künstlerischer Höhe waren, wurden mit Begeisterung ausgenommen.— Sonntag nachmittag» wurde im Garten des Arbeiterheims in Altrohlau eine große Kundgebung abgehaisten. Nach der Rede des Bundesvertreters Zelenka überbrachte Abgeordneter S t i v i n die Grüße der tschechischen Arbeiterbewegung. Er verwies auf di« kulturelle Leistung der Sängerbewegung und auf ihre Mission, der nationalen Verständigung zu dienen. Die eigentliche Festrede hielt sodann Ernst Paul. Er schilderte das Entstehen der freien Sängerbewegung, die sich zugleich mit der freien Arbeiterbewegung entwickelte, und machte auf die kämpferischen und kulturellen Aufgaben der sozialistischen Sänger aufmerksam. Der Kundgebung folgten gesangliche und musikalische Darbietungen. — An dem Festzug nahmen 2000 uniformierte Sänger, Jugendliche, RW.-Leute und Turner teil.— Das erste größere Auftreten der westböh- mischen Arbeitersänger war von einem großen Erfolg begleitet. Im Rahmen des Gau-Sängerfestes wurde ein« Rundfunkübertragung durchgeführt. Samstag nachmitta. s fang der Freie Sängerbund Komotau 1 im Karlsbader Kurhaus. Es waren 90 Sänger und Sängerinnen unter der Führung des Chormeister» Eberhard T o f t beteiligt. Die Uebertragung des Konzertes war ausgezeichnet. Bor den Darbietungen hielt der Dundcschormcister Z e l e n k a einen Vortrag Wer das Wirken der Arbeitersänger. Durch diese Rundfunkübertragung wurde das hohe Können unserer Arbeitersänger unter Beweis gestellt. Beileidskundgebungen nach, dem Antwerpener Unglück Die Leitung der Hl. Arbeiter-Olympiade erhielt nach der Katastrophe bei Antwerpen das nachstehende Beileidstelegramm des belgischen sozialistischen Gesundheitsministers Arthur Wau- ters: «Ich litte Sie, de» tschechossowakischen Sport- lern meine innigste Sympathie anläßlich de» tra- gtschen Todes der Genossin Schmidt zu vermitteln. Ich hoffe, daß die Verletzten bald wieder hergestellt sei» werden." Der„P e u p l e", das Zentralorgan der belgischen sozialdemokratischen Partei, schließt seinen Bericht über das Unglück mit einer Bci- teidskundgebung fiir die Olympiade, alle sozialistischen Turner und Sportler und insbesondere für di« Exkursion aus der Tschechoslowakei, Ein klägliches Fiasko... Die deutsche Arbeitergewerlschaft, Sih Gablonz(DAG) hatte mit großen farbigen Plakaten uird tausenden Flugzetteln die deutsche Bevölkerung der Bezirke Dux, Bilin, Teplitz und Karbitz zu einem»Fest der deutschen Arbeiter" am 1, August nach Teplitz-Schönau eingeladen. Diese Massenkundgebung sollte — wie der„Teplitz-Schönauer Anzeiger" zu berichten wußte,„m e h r w e r d e n als die Veranstaltung einer Organisation". Es sollte im Zeichen»der abgeschlossenen Ackeitsabkommen mit dem Bund der Deutschen und dem deutschen Turnverband" stehen. Das Blatt stellt weiter fest, daß es„die KainpfesveÄundenheit mit der größten völkischen Angestelltenorganisation, dem DHV, öffentlich unter Beweis stellen" sollte. Und schließlich hatte die„Heimattreue Bevölkerung zu beweisen, daß sie auf der Seite des völkische» Arbeiters" steht. Für die Aufstellung des Festzuges waren die Tischlergaste, die Feuerwehrstratze, dm Bramschplatz und die anschließende Lastenstraße vorgesehen. An alle Lichtbildner—• wir folgen immer noch wörtlich dem großen Organisationsplan, den der»Teplitz-Schönauer Anzeiger" veröffentlicht hat— erging der Aufruf, den Festzug im Bild festzuhalten. Die Berges kreisten und ein ganz kleines Mäuschen wurde geboren. Treffender konnte die DAG nicht beweisen, daß die Masten dm arbeitenden Menschen ans ihr« Ausrufe pfeifen. Um halb 3 Uhr kam der Festzug anmarschiert, Wir zählten—- einschließlich der Musikkapellen— SIS Personen.. Der Vorbeimarsch dauerte in Dreierreihen vier- einhalb Minuten. Wer aber glaübt/daß nur die obgenannten vier Bezirke auSgerückt waren, der irrt, denn am Schulplatz in Teplitz-Schönau stand ein' großer AutiBu» mit der Aufschrift:„Niemand, kann uns V rauben Liebe und Glauben zur DAG". Und woher kam das Fahrzeugs Au s D a u b a I Hoffentlich haben die Lichtbildner ganze Arbeit geleistet und diesen„grandiosen" Aufmarsch fcstgehalten. Die Hauptleitung soll überwältigt gewesen sein.., Dänische Kinder in Prag. Eine Gruppe von 80 Roten Falten ,.uS Dänemark, die in Trautcnau untergebracht sind, kam am Montag in Begleitung von Funktionären der sudetendentschen Kinderfreundebewegung zu einem zweitägige» Besuche nach Prag. Die jungen Dünen lvohnen im Baxa- Heim der Stadt Rrag und sind in Prag Gäste des GEC.-Verbandes und der übrigen deutschen sozialistischen Organisationen. Sie sind Uber die herzliche Ausnahme, die ihnen überall zuteil wurde, hocherfreut und von Prag begeistert.— Wir freuen uns des Besuches der dänischen Kinder und Ivün- schen ihnen, daß sie bei ihrem weiteren Aufenthalt in unserer Heimat noch viel Schönes erleben.— Dio dänischen Gäste wurden Montag mittags im Hause des GEC.-Verbandes im Namen des Parteivorstandes von Paul und Kern, im Namen des gastgcbcudeu GEC-Vcrbandcs von K r e j s k y und Weber begrüßt. Tödlicher Unfall im Stcinbruch. Am Samstag. stürzte in Hiekes Steinbruch in Topkowitz- Prosscln aus 30 Meter Höhe der 38jährige Steinarbeiter Nikolaus T e r e n t i u k ab. Er starb auf dem Wege ins Krankenhaus. Tercntiul war ein treues Mitglied der sozialistischen Bewegung und hinterläßt außer der Witwe zwei Kinder im Alter von drei und acht Jahren. Der schwergeprüften Familie wendet sich die Teilnahme der gesamten Bevöllerung, vor allem der Arbeiterschaft, zu.— Die Ursache des Unglücks wird untersucht. Ziim Kriegführen gehört Geld Tokio. Dem Blatte„Asahi" zufolge wer- den die zusätzlichen Ausgabe» für die Armee, die Marine und das Außenministerium in der Höhe von 310 Millionen Ben das Budgetdefizit auf insgesamt 1.4 Milliarden Ben erhöhen, die ausschließlich durch Anleihen aufgebracht werden müssen. Zwischen Okkupation und Krieg In China Die Japaner suche» in ihren Meldungen den Anschein zu erwecken, daß sie ihre Strafaktion und die„Befriedung" der bombardierten und eingeäfchertru Städte beendet hätten und sich nun ganz de» organisatorischen Aufgaben zuwenden wollten. Um ihre große» Rüstungen zu rechtfertige», behaupten sie dauernd» die Chinesen seien mit etwa 20 Divisionen im Anmarsch. Tas ist angesichts der Sachlage eine geradezu alberne Behauptung. Dagegen scheint es zu stimmen, daß sich der chinesische Widerstand versteift, daß die von Norde» zurückgehende» Militär- und Polizeiabteilungen iin Süden von vorrückenden Detachements aufgefangei: werden und daß langsam eine B o r p o st e»l i» i e entsteht. ES könnt« auch stimmen, daß aus dem sogenannte»„sowjc- tisterten" China eine„rote Armee", daS heißt irreguläre Bauerimvteilungen, gegen Hopei im Anmarsch sind. Die Japaner tilge» mit bekannter Gründlichkeit jede» Rest chinesischer Staatshoheit in den tesdtzten Gebiete» aus. Sie bombardieren alle Kasernen, zerstören die Häsen, umzingeln die kleine» Garnisonen und metzel» die chinesischen Gendarmen, Soldaten und auch Zivilisten, die gefährlich erscheinen, rücksichtslos nieder. Daß es in de» nächste» Tagen oder Wochen zu größeren regelrechte» Schlachten kommt, ist wenig wahr- schemlich. Dagegen dürfte die japanische Okkupation gegen Schantnng noch fortschreiten. Ob China Krieg führen kann, wird sich erst nach Wochen, ja nach dem Ausfall der ersten Rüstungsversruhe erweise». Selbstmorde und Verhaltungen vom rage Moskau. Der H a v a Sberichterstatter meldet: Gerüchten zufolge, für die eine Bestätigung nicht zu erreichen>oar, haben der zineite Sekretär des ExekutivausschuffeS der sowjetrussischen Ju- gendorganißation„Komsomol", Lukijanow, und der Vertreter der kommunistischen Jugend bei der Komiuter», Feinberg, Selbstmord begangen. Im Zusammenhang damit wird darauf hingewießen, daß die„Prawda" Feinberg kürzlich als Spion bezeichnete. Die„Prawda" meldet weit««, daß der Pressechef des Blatte» „Junge Garde", Lefchtiner, und dessen Chefredakteur als Volksfeinde erkannt wurden. SS Mtglieder des ErekutivauSschusseS deS nkraini- sichen Komsomol wnrden ausgeschlossen.. Ferner laufen Gerüchte um» daß Alexei Nehm nun, der Chef der dritten Abteilung für westeuropäisch« Politik- im Kommissariat für AeußereS, die sich vorwiegend mit französischen Fragen befaßt, sowie der ehemalige Direktorstcllvertreter dieser Abteilung, Weinberg, verhaftet wnrden. Schließlich bezichtigt„Literaturnaja Gazeta" den Direktor der Borlagsgesellschaft„Gosizdat", R a- k»r i j a k o w, sowie dm Oberdlrektor dieses Kn». ternehmenS, L u p P o l, trotzkistischer Gesinnung, Seite 4 DienStag, 3. August 1937. Nr. 1Y0 Ana die„Schätze der Königin von Sahn“ echt? Entdeckungen und Widersprüche 3aAesnmigLei,kn. Zaubertricks aus Deutschland Die„Deutsche Allgemeine Zeitung" meldet, daß in Berlin ausfallend viel Bauchredner ausgctaucht sind.. Woher dieser Andrang? Hängt das damit zusammen, das; mail in Berlin den Mund nicht ausmachen, oder, wie der Berliner sagt,„keine Lippe riskieren darf"? Die Kunst dcS Bcntroloquisten besteht be- kanntlich darin, unter Vortäuschung der Stummheit unbewegten Mundes zu reden und die Stimme irreführend von irgendwoher ertönen zu lassen— eine in Diktaturstaaten sehr zeit- gemäße und Praktische Kunst. Welche unerhörten Möglichkeiten haben die Bauchredner in der Untergrundbahn, in Kaffee- Häusern und Theatern, überall, wo viele Men- scheu beisammen sind! In London geht der Mann, der etwas auf dem Herzen hat, in den Hydcpark, stellt sich aus die Rednertribüne und spricht„zum Volk". In Berlin hat man nichts ans dem Herzen zu haben, darum hat man es— im Bauch. In Berlin darf man nicht reden, wie einem der Schnabel gewachsen ist— die groteske Konsequenz ist, daß die Bauchredner sich der- mehren... Es ist eine Art Notventil der aus- weglosen, verdrängten Stimme des Gewissens. Man stelle sich die Verwirrung vor, wenn plötzlich in einem iibcrftillten Lokal in vollem Tageslicht eine Stimme„aus dem Dunkel" tönt:„Das einzige, was wir satt haben, ist die Diktatur. Gebt uns Brot und Freiheit!" Lähmendes Entsetzen und wildes Durch- einander. Die allgegenwärtige Gestapo spitzt die Ohren.„Wer hat das gerufen? Woher kam die Stimme?— Sie sind verhaftet I" „Ich war eö nicht I JchG habe den Mund nicht aufgemacht, ich habe Zeugen! Die Stimme kam von dort, aus der Ecke". „Sie, Männecken, ja Sie dort, in der Ecke, kommen Sie mal raus, Sie waren eß!" „Ich habe ein Alibi. Ich bin unschuldig. Ich habe eincFistelsttmme, ich kann cs ärztlich be- legen, und die Stimme vorhin war tief wie aus einem Faß, wie aus einem Bauch."» „Ein Bauchredner ist unter uns! Faßt ihn!"—„Aber wer ist es, wo steckt er?" Man hat in Deutschland flüstern gelernt,— warum soll man nicht bauchreden lernen? In der totalen Diktatur versteckt sich die Meinungsfreiheit sogar im— Bauch. Er ist eine Art Tarnkappe des Wortes, das zu solchen Zaubertricks Zuflucht nehmen muh. WeS der Mund voll ist, den fließt das Herz' auf seit- same Art über. Man hat in Deutschland schweigen gelernt, aber immer noch nicht genug. Die Behörden haben herausgefunden, daß die Zauberer Deutschlands(nicht jene, die cs verzaubert haben) zum schmunzelnden Verständnis ihrer Zuhörer viel zu viel reden. Das muh anders werden. Verbot Nr. 1: Die Zauberer dürfen ihre Kunststücke und Experimente nicht mehr mit nmnteren Reden begleiten, in die sich allerlei Anzügliches einschleicht. Verbot Nr. 2: Es ist untersagt, fiir die Tricks Eier, Milch oder andere Lebensmittel zu verwenden. Zauberkünstler besitzen nicht nur Finger-, sondern auch eine gefährliche Zungenfertigkeit; sie wissen im Handumdrehen eine doppelbödige Rede anzubringon, die außen ganz harmlos und innen voller Stacheln und Widerhaken ist, in die sich die Kritik und Gelächter verfangen. Die große Stummheit hat bewirkt, daß man in Deutschland mit doppelten Ohren hört. Die Diktatoren verstehen etwas vom Zaubern; das muß man ihnen lassen. Sie wissen, daß die ununterbrochene, ablonkende Rede für das Zustandekommen der Tricks und Wunder unentbehrlich ist. Sie sollen es einmal versuchen, die Diktatoren, ob sie niit einem ein- fachen Hokuspokus und ohne eine groß angelegte Rede auch nur die kleinste Illusion zustande bringen! No. Griechischer Ausflugsdampfer gesunken. Sonntag nachts stieß iin Hafen von P i r ä u s der Dampfer„Hydra" mit dem Dampfer„Anasta» sios" zusammen, wobei der Dampfer„Anasta- sios", der 64 Personen, zumeist Ausflügler, an Bord hatte, sank. Dreißig Personen werden vermißt. Bisher wurden zehn Leichen aus den Wellen geborgen. „Normandie" holt daS Blaue Band zurück. Der Ozeandampfer„Norniandie", der seinerzeitige Inhaber des Blauen Bandes des Ozeans, hat nunmehr den Rekord des englischen Riesendamp- fcrs„Queen Martz" auf der Fahrt von Europa »ach Amerika überboten. Die„Normandie" legte diese Strecke in 95 Stunden und 2 Minuten mit einer Durchschnittsgcschwindigkeit von 80.88 Knoten(etwa 65 Kilometer) zurück. Die Maximalleistung der„Normandie" betrug 31.35 Knoten. Die Wundcrmiir aus dem Niemandsland Drei Schotten— Ellsworth Brown, Harold Atkinkon und der Archäologe Viscount Byron of Prorok—, die ein Jahr lang die unerforschten Gebiete Arabiens durchstreift haben, behaupten, das Goldland der Königin von Saba gefunden zu haben. Die Sage», die sich um diese legendäre Herrscherin ranken, sind bekannt. Die griechischen und jüdischen Historiker der Antike haben ihr den Namen„Balkis" gegeben und erzählen uns, daß sie den König Salomo besuchte, ihm reiche Geschenke brachte, die Mutter seines Sohnes Menelik(des Stammvater- der Dynastie Abessiniens) wurde und dann wieder in ihr Land zurückging; sie berichten uns auch, daß die Hebräer in der Folgezeit zahlreiche Schiffe in das der Königin von Saba untertänige Goldland Ophir sandten und mit unermeßlichen Schätzen an Gold, Silber, Elfenbein und Juwelen zurücklehrten. Seitdem hat die Legende von Saba und Ophir zahllose Mystiker, Schatzsucher und Wissenschaftler aller Völker in ihren Bann gezogen. Vor einem Menschenalter behauptete Eecil Rhode-, da- Wunderland Ophir in den Ruinenfeldern von Simbabye in Südafrika wiedergefunden zu haben, in deren Trümmern In der Tat viele» auf ägyptisch-phönizische Einflüsse hinwie». 1921 überraschte dann der Engländer Philby, der heute als Derwisch im Hed- schaS lebt, die Welt mit der Nachricht, unwiderlegliche Beweise für die Identität der antiken Ophir 'mit dem östlichen Bergland de» südarabischen Reiche» Femen entdeckt zu haben. , Seitdem war e» um Saba und Ophir still geworden, bis der abessinische Krieg der Frage neue Aktualität verlieh. Heute behaupten die erwähnten drei Schotten jedoch, direkt au» Ophir zu kommen und sogar seine Schätze gefunden zu haben, von denen, sie interessante Kostproben mitbringen. Nach ihrer Angabe befindet sich da» Wunderland in dem zwischen dem südlichen Irak, dem nördlichen Hadra- maut und dem östlichen Femen liegenden Niemandsland der arabischen Wüste. Da» Bewei»material Der schottische Graf au» der Familie de» berühmten Dichter» hat mitten in dieser Wüste Ruinen, Reste von Schutzdünen, Schleusenwerken und Bergwerksanlagen gefunden, die darauf Hinweisen, daß sich hier in grauer Vorzeit ein reiche», entwick- kelte», dichtbevölkerte» Land befand. Er erzählt von unermeßlichen Vorkommen an Gold, Edelstei- nen und— Petroleum. Er hat eine große Anzahl Schmucksachen au» massivem Gold, Smaragde von außergewöhnlicher Größe, Elsenbeinge- genstände und Skulpturen— darunter diejenige einer Frau, die, wie er sagt,„sehr wahrscheinlich" die Königin von Saba ist— mitgebracht und will sie jetzt— zusammen mit einem.von ihm hergestellten Film/ der die Funde und Forschungsarbeiten zeigt— in Pari» zeigen. Dann WM er, und zwar noch vor Ende August, wieder nach Arabien fahren, um„das Eisen zu schmieden, solange e» warm Ist", d. h. um den Rest der Schätze zu bergen und sich gleichzeitig die Mutungsrechte auf die gefundenen Petroleumvorkommen zu sichern. Zahlreiche Inschriften, die er teil» auf den gefundenen Gegenständen, teil» in den Ruinen entdeckt und bereit» entziffert hat, sollen beweisen, daß e» sich wirklich zweifelsfrei um da» Wunderland der Königin von'Saba handilt. Lücke» und Einwände Man wird natürlich die bevorstehende Auästel« Ein Anwesen in Nollendorf durch Feuer vernichtet. Samstag abends kündete ein weithin sichtbarer Feuerschein, daß im Erzgebirge ein Großfeucr ausgebrochen war. Jetzt wird bekannt, daß in einem Anwesen des Herrn R. Klepsch in Nollendorf aus bisher noch nicht geklärter Ursache ein Schadenfeuer ausgebrochen war, das die Scheune mit den.Erntevorräten vernichtete. Ein Nachbargebäude, auf das die Flammen übersprangen, konnte dank der umsichtigen Arbeit der Feuerwehren erhalten werden. Außer einigen Schweinen, die verbrannten, konnte das Vieh rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Zu dem Brand waren eine große Anzahl Feuerwehren aus der Umgebung erschienen. Man nimmt an, daß es sich um eine Brandstiftung aus Rache handelt. Sudetendeutsche in Oesterreich verunglückt. Montag nachmittags fuhr der Fabrikant Robert Weber aus Schluckenau in Böhmen mit seinem Personenauto, EvidenzNummer ES 85.178, von Salzburg nach Linz. Der mit großer Geschwindigkeit fahrende Wagen geriet infolge eines Pneudefektes ins Schleudern und überschlug sich einigemal, wobei die Insassen,, der Fabrikant Weber; Frau: Gertrude Tope-Pfeifer und der Chauffeur Heinrich Hohlmann auf die' Straße geschleudert wurden und Verletzungen erlitten, deren Natur noch nicht festgestellt werden konnte. Die Verletzten wurden in,ein Linzer Krankenhaus geschasst. Schnellzug überfährt ein Fuhrwerk. Montag, den 2. August um, 12 Uhr 50 wurde auf der Strecke Lundenbürg—Prerau, zwischen den Stationen Hodonist und Rohatec vom Schnellzug Nr. 152 ein Pferdefuhrwerk überfahren.' Zwei Personen wurden getötet, das Fuhrwerk wurde beschädigt und die Pferde verletzt,.Die Ursache des Unfalles wird von' einer Kommission untersucht. Rekord, in Zugsverspätungen. Seit dem letzten Wochenende nehmen die nunmehr schon obli- gaten und für unseren- Bahnbetrieb wahrhaftig nicht rühmlichen. Verspätungen im Schnellzugs-: verkehr— und damit auch im ganzen an,hängenden Anschluß und Nahverkehr— die.Formen von lung abwarten müssen, um zu sehen, wieweit die Funde die an sie geknüpften Erwartungen und Versprechungen tn der Tat halten. Die bisher veröffentlichten Berichte der Expedition enthalten jedenfalls befremdliche Lücken, die zu einer ganzen Reihe von Einwänden heraüsfordern. Viscount Byron stützt sich in erster Linie auf die von ihm gefundenen Inschriften, spricht jedoch gleichzeitig immer nur von einer„Königin Balkis". Fest steht jedoch, daß dieser Name lediglich eine griechische Verunstaltuna de» wirklichen Namen» der Königin ist. Außerdem sagt Byron keineswegs klär, was er wirklich gefunden zu haben glaubt: Ophir oder Saba, Ja, er wendet sogar beide Bezeichnungen gleichzeitig an, al» ob sie die Definition eine» einheitlichen geographischen Begriffes seien. Nach der Auffassung fast sämtlicher Aegyptologen bedeuten „Ophir" und„Saba" jedoch die Bezeichnungen zweier grundverschiedener Begriffe;„Saba" ist danach da» Stammland der Königin,„Ophir" jedoch eine von diesem entfernte-(offenbar durch dazwischenliegende fremde Länder getrennt gewesene) Kolonie, au» der die Leute von Saba ihre Schätze— oder wie wir heute sagen würden, kolonialen Rohstoffe— holten. E» wird interessant fein', ob und wie Virconnt Byron diese Widersprüche aufklären wird. EI» interessanter Gegenzeuge Diese Einwände erhalten- eine weitere Bekräftigung durch ein im Erscheinen begriffene» histori- sche» Werk, da» in seiner Art einzig dastehen dürfte. E» führt den Titel:„Da». Geheimnis um Makeda, die Königin von Saba", ist von dem in Rom lebenden. Prinzen Jakub von Aethiopien, einem Neffen Menelik» II., verfaßt und wird in Kürze gleichzeitig in französischer und italienischer Uebersetzung erscheinen. Der Verfasser hat e» auf Grund alter am- harischer Handschriften geschrieben, die zweifelsfrei authentisch sein sollen. Er erzählt darin die vollständige Biographie der Königin Makeda und die ebenso vollständige Genealogie ihrer Familie, deren Reich die alten. Aeghpter„Syrmia" nannten, woraus wahrscheinlich die hebräische Bezeichnung„Saba" entstand. Nach seiner Darstellung bewarb sich der damalige Pharao um die Hand der noch im Kinderalter stehenden„jungfräulichen Königin", wurde jedoch abgewiesen, und Makeda sand dann später ein kurze» Liebesglück an der Seite Salomos, ohne jedoch — ihrem Schwur,»»vermählt zu bleiben, getreu— feine Gemahlin zu werden. „Saba" ist nach dieser Darstellung gleichbedeutend mit dem äthiopischen Reich Schoa, dem Siammland der Menelik-Dynastie. Ophir jedoch war entweder eine entfernte Kolonie diese» Reiche» oder sogar nur deb Sammelbegriff,für eine Reihe solcher entfernten Besitzungen, aü» denen die Shrmier oder Sabäer, also die Vorfahren der heutigen Abessinier, ihre Schätze holten. E» ergibt sich also die Möglichkeit,„Ophir" gleichzeitig-in Simbabye, Femen,- dem zentralarabischen Wüstengebiet Byron» und eventuell noch im drei oder vier anderen Gegenden zu suchen. ' Ein merkwürdiger Zufall hat e» gefügt, daß beide Entdeckungen, von denen dsejenige de» abessinischen Prinzen von der historischen Forschung ganz Europa» mit ungeheurer Spannung erwartet wird fast im gleichen Augenblick vor die Oefsentlichkeit treten werden. E» wird' darum- doppelt interessant sein, wie sich die Theorien, die sich au» ihnen ergeben, miteinander vereinbaren lassen. (MTP) Rekordleistungen an. Um nur wenige Beispiele herauSzugreisen: der Zug Prag-Berlin fuhr Sonntag nachts mit halbstündiger Verspätung weg. Der Zug Berlin—Bodenbach—Präg kam Montag nachmittags mit einstündiger Verspätung an, der Abendzug aus Karlsbad halte dreiviertelStunden Verspätung. Um es den Reisenden nur ja recht bequem und angenehm zu machen, werden die Zugsverspätungen selbstverständlich nicht ordentlich. angeschrieben, sondern entweder nicht oder mit einem Bruchteil der tatsächlichen Verspätung, damit die Leute nur ja recht lange sinnlos herumstehen und sich drängen können. Die Bahnen werden sich wieder mit dem dichten Verkehr entschuldigen, der bei uns, wie es scheint, ja nicht als erfreuliches Zeichen der wirtschaftlichen Belebung, sondern nur als. I äst i g e Störung stilleren Betriebes angesehen wird. Aber.- die Kunst, einen guten. Bahnverkehr zu organisieren, beginnt ja eben dort, wo die Schwierigkeiten anfangen. Tribüneneinsturz. In Abbeville-hei. Amiens brach Montag eine aus Anlaß der dortigen Messe mit Zuschauern dicht, besetzte: Tribüne. ein.. 40 Personen wurden mehr oder-weniger schwer verletzt. Mord im Rathau», In der Nacht zum Montag wurde im Nathause von Tarnow, eine-geheimnisvolle Mordtat begangen...Auf der Stiege de» Rathausturme» wurde morgen» dle.Leiche Äne» Feuerwehrmannes gefunden, der-im Rathäufe in-der Nacht den Dienst versah. In der Wachstube de» Rathausturme» wurde ferner ein zweiter-Wächter! mit schweren Verletzungen aufgefunden, der kaum mit dem Lehm davonkommen dürste. Nach den Urhckern diele» geheimnisvollen doppelten Mordanichlage», von denen jede-Spur fehlt, wird gefahndet. - Wahrscheinliches Wetter heute: Wechselnd, stel- leniveise ziemlich bewölkt,- zeitweise-Schauer»- nur mäßig- warm, Nordwind;— Wetteraussichten für m o.r g e n: Veränderlich, vereinzelt Schauer, ziemlich wärm, Nordwestwind.' CSR Im Flugmeeting abermals siegreich Zürich.(SDA.) Der letzte-Tag de» Inter» nationalen. Flug-Meeting» wurde sehr vom Regen beeinträchtigt. E» hatten sich etwa 40.000 Zuschauer zu. den Flug-Wettbewerben eingefunden. Die' internationale Konkurrenz im Stafettenflng der Kategorie A für Militärflieger und einsitzige Flugmaschinen brachte den tschechoslowakischen Teilnehmern der flebenglledrigen Stafette einen glänzenden Sieg. Die siegreiche Stafette, Lentnant N o v t k, Leutnant S i r o k 8, die ZugSsührer Tand y, H n b a ä r k, SI m e k, P u d a und M o- ttzika starteten ausnahmslos auf den Flugzeugen de» Typ» Avin B-1S2 mit Aviamotoren RK 17 zu je 880 HP. Die Konkurrenz lief) die freie Wahl der Zusammensetzung und ging über dreimal'3'Kilometer. Klassifizierung:- Sieger: Tscheche- slowakei mit 248.25 Punkte. 2.1 t allen, Ogliedrige Stafette unter Kapitän Remondino Aldo auf Maschinen ER 32 mit Alfa-Motore»— 233 Punkte. 3. Frankreich, Ogliedrige Stafette unter Kapitän Degtailae ans Dewoitlne-Maschinen 501 mit Hispano-Motoren Sim Suiza—' 75 Punkte. Die übrigen drei Plätze besetzten nacheinander die schweizerische» Stafetten.. Zürich.(SDA) Im Rahmen dcS Internationalen Flugmeetings fand Montag im Dübendorf der Wettbewerb, in der Einzelakrobatie statt, In welchem Leutnant Noviik(Tschechoslowakei) auf einem Flugzeug Avia B 122 mit einem Motor von 850 PH mit 184.55 Punkten den e r st e n Platz besetzte. Zweiter«nrde der Reichsdeutsche AchgeliS mit- einem Focke-Wulf, Flngzeugtype Stösser, Motor Arg«» mit 240 PS, mit 143-85 Punkten. Den dritten Platz-belegte Leutnant Sirokh(Tschechoslowakei)-.ans einem Flngzeug gleicher Type wie Leutnant Noviik mit 130.875 Punkten und Vierter wurde Rottmeister H«bäLek mit 180.875 Punkten aus einer Maschine gleichen Typ». Elite Serie- von Wetterkatastrophen Ujhorod. Das östliche Karpathenrußland wurde in der vergangenen Woche von. schweren Gewittern heimgesucht, bei denen einige Personen durch Blitzschlag ihr Leben verloren- Beim letzte» dieser Gewitter schlug der Blitz in der.Gemeinde Sirokh Luh, Bezirk Taiievo in eine unter einem Baum stehende Wiege und erschlug den gewissen Fiki Mariner, betäubte den. Mikula Daloka und verursachte der. Mutter, der'Schwester und. dem Bruder des getöteten Mariner Brandverletzungen. An der Gemeinde Uhle im Bezirk TaLevo tötete der Blitz zwei Kühe. Wien.- In der Nacht zum, Montag jging'.in der Umgebung von Korneuburg bei Wien ein heftiger Wolkenbruch nieder, der große Schäden verursachte. Am schwersten wurde die Ortschaft Nje- der-Nußbach betroffen, tvo einige Hütten zerstört wurden... Manila. Auf den Philippinen habest- andauernde Regensälle große Ueberschwemmungen verursacht. Aus Luzon wurde ein großer Teil der Ernte vernichtet. Viele Häuser wurden verstört. Bis jetzt wurden vier Tote geborgen. Man befürchtet den Ausbruch von Mässenerkrankungen. Im Tal des AgnoflusseS in der Provinz Pangasinan sind zahlreiche Menschen ertrunken. Ueber zwanzig erlagen der' Ruhr. Ganze- Ortschaften mit Tausenden von Bewohnern sind von. der Außenwelt abgeschnitten. Schwere Flugünglücke Kairo. Montag früh ging auf dem Flugplatz Wadi-Hälfa(Sudan) ein italienische» Großflugzeug beim Landungsmanöver in Flammen aus. DaS Flugzeug wurde vollkommen vernichtet. Fünf Man» der Besatzung und vier Fahrgäste sanden de«» Tod. Oslo.(HS.) Ein große» Flug,egg, da» mit Reisenden au» verschiedenen Tellen Norwegen» besetzt war, welche die Hauptstadt an» der Last sehe» wollten, ist plötzlich au» großer Höhe atgestirzt. Die Insassen, unter denen sich auch Chris Braathen befand, der sich seinerzeit an der Antarktis-Expedition Byrd» beteiligt hatte, kamen sämtlich«mH Leben.' VomRundf unk CatpfaManiwarta» au» dan Praarammaai Mittwoch: Prag, Sender 1:11.05: Populäre» Konzert ans Schallplatten. 12.85:- Blaskapelle der Post- und Te« lcgraphen-Angestellten. 18.40: Deutscher Astbeit»« markt. 14.00: Deutsche Sendung: Heimische Komponisten(Klavier und Gesang): 17.05: Konzert. 18.05: Deutsche Sendstngr Marien- und' Wiegetme- der. 18.20: Arlettersemmngr- Bürgermeister Fritz Keßler:„Seelischer Umschwung durch Arbeit". 18.'40 Sozialinformationen. 18.45: Deutsche Presse- und Wetterbericht. 20.20:, A. Dvorak: Aus den mäh'ri- schen Zwiegesängen. 21.25: B. Smetana: Tschechische Tänze.-22.20: Schallplatte«.— Prag,.Schwer■ II: 15.00; Opernarien auf Schallplätten, 15.15: Deutsche. Sendung: Sensation im Schnellzug' 208, Hörspiel. 15.50: Deutsche Presse.— Brünn: 17.40:- Deutsche Sendung: Heuere» Programm. 10.20: Mst« sikaltfche» Kaleidoskop.— Preßbnrg: 14.00: Deutsche Presse und, Wetterbericht. 14.15: Bünte» Programm auf Schallplatte«. 18.10: Promenadenkonzert aus Pieftyan! 20:50 Populäre» Konzert desFunkorchester». — Käs»«,: 12.05 OperetteNärien äüf.'SchäMättest: 18.15. Aus Operetten.—, Mähtlsch-Vstra«: 18.00 Jugoslawische Bollrlieder.: s Nr. 180 Dienstag, 3. August 1937. Seite 5 ^)MsEisck«ft wtul äoÄaipoilüL Die Beschäftigung der Industrie Der letzte Bericht der Nationalban! über den Stand der Beschäftigung in den einzelnen Industrie» zweigen stellt im ganzen ein Andauern der gün- stigcn Lage fest. In bezug auf die Kohlen» und Kok»erzeug»ng sowie die M e t a l l« und Maschinenindustrie faßt der Bericht die bereit- bekannten Produktionsdaten zusammen und bemerkt, daß die Eisenindustrie jetzt wieder einen wachsenden AuftragSeinlauf aus dem Inland aufzuweisen hat; nur in einigen Zweigen macht sich eine leichte Abschwächung bemerkbar. Stein» und Erdeninduktrie: In der letzten Zeit waren keine wesentlichen Äenderunzen zu verzeichnen, bloß die Steinbrüche arbeiten stellenweise auf Vorrat. In den Koalinwerken ist die Beschäftigung besser als im Vorjahre. Der Absatz von Baukeramik war sowohl sllr den Inlandsbedarf, wie auch für den Export ziemlich lebhaft. Der Absatz feuerfester Waren ist in» felge der lebhaften Beschäftigung der Hüttenindustrie und der umfangreichen RenovierungSarbeiten dieses Industriezweiges ebenfalls gestiegen. In dec Poczcl» laninduftrie ziegt sich in letzter Zeit infolge der Franc-Devalvierung und der Kontingentschwierig- keiten mit Italien und Dänemark eine gewisse Ex» porterschwerung, während der JnlanSabsatz unverändert war. Auf dem Gebiete der elektrotechnischen Porzellans erreicht die Beschäftigung nahezu dar Niveau des. Jahres 1SLS. . Glasindustrie: Die Glaserzeugung befindet sich weiter ib Aufstieg, die Vergröberung der Exportwer» teS betrug im Juni 48 Prozent und im ersten Halbjahr 4V Prozent des Vorjahrrwener. An dieser Besserung find alle Zweige der GlaSerzeugung beteiligt, bis auf die Erzeugung von GlaSflaschen. In den ersten fünf Monaten der Jahres betrug die Erhöhung de» Exports von Flachglas 27 Millionen Ai, d. t. 70 Prozent gegenüber derselben Zeit des Vorjahres, von Hohlglas LS Millionen Ai, d. t. ungefähr 80 Prozent, bei gewöhnlichem Hohlglas 6.8 Millionen Ai<22 Prozent), und bei raffiniertem Hohlglas 7.8 Millionen Ai<21 Prozent), bei Pretzglas SS und bei Gablonzer Glaswaren 84 Prozent. Auch für die nächsten Monate wird eine Exportsteigerung erwar» tet. Trotz dieser Besserung herrscht in der Glasindustrie noch eine ziemlich bedeutende Arbeitslosigkeit, die gemindert werden könnte, wenn cs gelingen würde, beim Eport nach USA. Erleichterungen zu erzielen. In der Gablonzer Industrie verzeichnen Kristallerie« und Flakonerielvaren einen höheren BeftellungSein- lauf, während fit der Bijouterie Bestellungen etwas nachgelassen haben, da sich gewisse Aenderungen in der Mode ergeben haben, denen sich die Erzeuger jedoch wieder gleich anpaffen. Für Sparterie, Glas« und vergoldete Hohiperlen liegen aus dem Orient drückter Preisen. Im ganze» ist nur bei stark gedrückten Preisen. In ganzeii ist in dec Gablonzer Industrie eine'Btsserung" zu"verzeichnen. Die private Babiätigkeitist lebhaft Und im Durchschnitt höher als im Vorjahr, sie scheint sich jedoch eher auf die gröberen Städte, sowie auf Haudels- und Jndustrieobjekte gröberen Umfanges zu konzentrieren. Der Bau von Zinshäusern ist mit einer stärkeren Nachfrage nach Bau» und Hhpothekarkrcditen verbunden. Zur Belebung der Bautätigfeit haben auch die Notstands- und JuvestitionSarbeitm der ös- fentlichen Hand beigetragen. Hingegen scheint die private Bautätigkeit in der Provinz schwächer zu sein als im Borjahr«. Die Zahl der Baubewilligungen siir Neubauten ist in 88 gröberen Städten um 24 Prozent und die Kubatur dieser Bauten"um IS Prozent gestiegen. Die Zufuhr von Baumaterialien nach Groß-Drag war um SV Prozent höher al» im Vorjahr. Die Arbeitslosigkeit der Bauarbeiter ging stark zurück, nach qualifizierten Kräften herrscht Nachfrage. Die Beschäftigung der Papierindustrie ist weiter, sehr lebhaft. Ebenso macht sich auch, in graphischen Papieren in letzter Zeit eine Wendung"zum Befferen. bemerkbar Der starke Konsum von Pack- vapicr hält weiter an. Die Beschäftigung der Buchdruckereien war Im allgemeinen günstiger als in den vorangegangenen Monaten. " In der Gcsamtbeschäftigung der Textilindustrie War ein« gewisse Abschwächung des Bestellungr- einlaufeS zu verzeichnen, die zum Teile auch Saisoncharakter trägt. Beachtenswert find die bedeutenden Vorräte:in" der Distribution, so daß hinsichtlich der Absätze, im Herbste keine einheitliche Ansicht besteht. Jedenfalls' scheint der JnlandSverbrauch hinreichend gedeckt zu sein. Die FlachSsvinnereien sind gut beschäftigt,, während"in der Äaumwoll- und Wollindustrie keine nennenswerten Aenderungen vorliegen. In der" Strickwarenbranche sind die Detaillager ziemlich bedeutend, im übrigen ist die momentan« Situation bester als im vorangegangenen Monat. Ehemisch« Industrie.- In der Schwerchemikalien- industrie hielt auch, im Juki die Besserung, der In- lqndsäbsätze» bei anorganischen Und organischen Er« zeugntffen an. Ebenso ist auch die Exportbesserung anhaltend gewesen^ obwohl der Export nach den Nachbarländern auf bedeutende Zahlungsschwierigkeiten stieb. In der Gummiwarenindustrie war die Lage innverändert. Der günstige Absatz von Farben und Lacken hielt auch im Juni an. Die teerverarbeitende Industrie war im gleichen Matze wie im Vormonate beschäftigt."Der Absatz von Phosphordünge- mittelmwar ruhig, während sich in der Stickstoff, düngemittelindustrie Vorbereitungen für Vorverkäufe in der kommenden Naeherntesaison bemerkbar machten. Her Absatz von, Erzeugnissen au» Mineralölen zeigt eine mäßig steigende Entwicklung. Die rüsstsche istner» Anleihe zur Stärkung der N^tionälv'erteldlgung,. die einen Gesamtbetrag von vier Milliarden-Rubel haben soll;, wurde in den ersten" fünf Tagen nahezu" völlig gezeichnet. Die Kautschnk-Etnfuhr ist^irn.ersten tzalb- jähpüyf mehr als 79 MMiqnen Kronen hinauf», geschneist", Än.den. ersten.sechs Monaten de» Iah-. res'1986 beto>g:Pe noch 29 Millionen. Mengifnz mäßig'ist die Einfuhr allerdings nur, vow 8104". auf 6614 Tonnen gestiegen. Erfolg des Internationalen Metallarbeiterverbandes Bei der„Fa. Mannesmannröhrenwerke A. 6." in Komotau Am Jänner dieses Jahres, war es dem Internationalen Metallarbeiterverband gelungen, den im Jahre 1986 bei der Firma Mannesmann in Komotau vorgeNommenen Lohnabbau wieder wett zu machen, und die Löhne wie sie vor dem Abbau bestanden haben, durchzusetzen. Der Wunsch der Arbeiterschaft war e» nun noch, jenen Betrag, der ihnen durch den Abbau verloren ging, wieder zurückzuholen. Auf dieser Grundlage wurde nun vom„Internationalen Metallärbei- terverband" eine Eingabe gemacht und gleichzeitig wurde auch diesbezüglich vom BetriebsauS- schußobmann des Werkes, Sacher, gemeinsam mit Sa jan anläßlich der Berwaltungsratsitzung in Prag beim Herrn Zentraldirektor Klesper interveniert. Auf diese Vorstöße wurden nun für den 19. Juli die ersten Berhandlungen festgesetzt. Das von der Firma bei dieser Verhandlung gemachte Angebot war unzureichend und wurde von dem .Verhandlungskomitee, des Metallarbeiterverban- dcs abgelchnt. Zwei Betriebsversammlungen, die von rund tausend Beschäftigten besucht waren, lehnten das Angebot der Firma ebenfalls ab und beauftragten den Metallarbeiterverband weiter zu verhandeln, um ein besseres Ergebnis zu erzielen. Bei der"nächsten Verhandlung mutzten die Vertreter des Metallarbeiterverbandcs feststellen, datz mit den anderen Organisationen im Betrieb darüber verhandelt wurde, datz der von der Firma angebotene Betrag für die Aushilfe zu Weihnachten ebenfalls Verwendung finden soll. Dies wurde von den Vertretern des Metallarbeiterverbandes abgelchnt und sie erklärten, datz die Aushilfe zu Weihnachten aus den jetzigen Verhandlungen ausgeschieden werden mutz. Die Firma hat diesem Verlangen entsprochen nnd zugesichert, datz zu Weihnachten derselbe Betrag wie im Vorjahr zur Auszahlung gelangt und datz nur über den jetzt zur Auszahlung zu gelangenden Betrag verhandelt wird. Nach schwierigen Verhandlungen ist es dann möglich gewesen, Beträge von 299 AL für Verheiratete, 169 AL für Ledige und 199 AL für Jugendliche unter 17 Jahren zu erreichen, welche in der ersten Hälfte August fiir alle jene Arbeiter, die am 81. Dezember 1936 im Betriebe wären, zur Auszahlung gelangen.. Dyzu.ist ejne Summe von mehr als 799.999 j(L notwendig! Zu Weihnachten erhalten alle Arbeiter, die jetzt im Betrieb sind, eine Aushilfe von 169 AL für Verheiratete, 199 AL für Ledige und 69 AL für Jugendliche unter 17 Jahren. Außerdem wird für jedes Kind ein Betrag von 80 AL zur Auszahlung gebracht. Wenn auch das"Ergebnis nicht vollinhaltlich den gestellten Wünschen entspricht, so mutz dennoch festgestellt werden, datz damit ein Teil dessen, waS abgebaut wurde, zurückerstattct wird. Es wird an den ManneSmannarbeitern selbst liegen, die notwendige, einheitliche Stärke im Betrieb zu schaffen; um auch in der Zukunst erfolgreich vorgehen zu, können., Festgestellt mutz werden, datz dieses Ergebnis einzig und allein auf die Initiative des„Internationalen Meiallarbeiterver- bandeS" zurückzufiihren ist,, da von den anderen Organisationen«ine Forderung jetzt nicht überreicht wurde und die von ihnen im April eingc- brachte Forderung von der Firma abgelehnt worden war. Wenn diese ebenfalls verhandelt haben, so nur auf Grund der Eingabe deS Metallarbeiterverbandes. Große Umsatzstrlgerungrn der Konsumgenossenschaften. Aus den eintreffenden Berichten der Genossenschaften geht hervor, daß eine große Anzahl von ihnen sehr"beträchtliche Umsahsteigerun- gen im Geschäftsjahr 1986/87 zu verzeichnen hat. So beträgt die Steigerung beim Konsumverein „Vorwärts" in. Karlsbad rund 876.999 Kronen, beim Bezirkskonsumverein Aussig 614.999 Kronen, beim Konsumverein Tissa 168.999, Neuern 266.999, N-ubistritz 88.999, Oberplan 776.999, Brandeifen 26.999, Grulich 866.999, Klein« Mohrau 39.999, LandSkron 196.999, Nenpowih 19.999, ZläbingS 69.999, Zwittau 836.999 AL. Der Zentral-Konsumverein Lazy berichtet über einen Umsatz von 83,689.469 Kronen; die Umsatzsteigerung beträgt 3,898.687 Krone«' Die Kohlenbezüge" Italiens aus der Tsche« choslowakei erreichten im ersten Halbjahr 1987 die Höhe von 898.999 Tonnen. Die Tschechosto« wakei steht damit hinter Deutschland(dreieinhalb Millionen Tonnen), Polen und England an vierter Stell« in der Einfuhr Italiens. Im Jahre 1984 war unsere Ausfuhr nach Italien unter 1999 Tonnen; Die englischen"Lieferungen sind in der gleichen Zeit um zwei Drittel zurückgegangen. Erweiterung der Brünner Waffenfavrik. Die Brünner WäsfeNfabrik kaufte von der" Ersten Brünner Maschinenfabrik die.Gie^e^eien»Na ^Zvonäkce* in Brünn zuyr Preise von 4.6 Millio- ' nen Kronen.- Die Brünner Waffen"' werden in die- ser"Neuen Abteilung Maschinenbestandteile erzeugen, und einig« hundert Arbeiter beschäftigen. Gemeinsames Biehvcrkaufsbüro Ungarns ünd Jugoslawiens. Das Prostlt einer gemeinsamen Verlaussorganisation der vier exportierenden Donaustaaten ist nun so weit gediehen, datz zwischen Ungarn und Jugoslawien ein derartiges Abkommen erzielt wurde. Der Zweck der Organisation ist di« Ausschaltung der Konkurrenz auf dem italienischen, österreichischen, tschechoslowakischen und deutschen Markt. Der Anschluß Rumäniens und Bulgariens an das Abkommen wird erwartet. Der Bergarbeiterstreik im Liller Gebiet wurde bsigelegt. Die Arbeit wird Dienstag wieder ausgenommen. Asua zweiter Vorsitzender der sozialistischen Partei Spaniens Der spanische Gesandte in Prag, Asua, wurde auf dem soeben zu Ende geführten Kongreß der sozialistischen Partei Spaniens zum zweite« Vorsitzenden der Partei gewählt. Asua erstattet« auf dem Kongreß das außenpolitische Referat und hielt bei einer großen Massenkundgebung der Partei in Valencia die Hauptrede.— Der Gesandte ist Montag wieder in Prag eingetroffen. Eduard Windsor grüßt römisch! Großes Aufsehen erregte cS in Venedig, als der Herzog von Windsor beim Verlassen seines Motorbootes die auf dem ilfer Versammelten mit dem Faschistengrutz begrüßte. Schon kurz nach der Hochzeit war es ausgefallen, daß der Herzog und Mrs. Windsor sich in Mailand, während der stärksten anglo-italienischen Spannung, ostentativ feiern ließen. Abbau der Kriegsrenten (F. K.) Viele reichsdeutsche Reutenbczieher haben die Mitteilung erhalten, daß vom 1. Oktober dieses Jahres ab, erhebliche Rentenkürzungen eintreten werden. Unter den von der Kürzung Betroffenen befinden sich viele Leute mit amputierten Beinen und Armen und solche mit schweren Erfrierungsschäden. Ihre Rente soll größtenteils von 199 Prozent auf 49 Prozent herabgesetzt werden. Auch anderen Kriegsopfern, die hundertprozentige Renten erhalten, aber noch etwas verdienen können, wurde der Abbau der Rente angekündigt. Gegen die AiierkennNngFrancos durch England■ wendet sich der Laboür-Äbgcordiiete Philip Noel- B a k e r im„Daily Herold". Nach einer Erörterung der Vorteile, die Franco durch die Zuerkennung der Rechte einer kriegführenden Partei haben würde, schreibt er:„Keine britische Regierung hat (wie Noel-Baker irrtümlich und in typisch englischer Großzügigkeit gegenüber historischen Tatsachen behauptet; Anmerkung der Redaktion) seit 1824 Rebellen die Rechte einer kriegführenden Partei zuerkannt, außer im amerikanischen Bürgerkrieg, als die Aktion der Negierung von Washington dazu zwang. Heute fordert weder"die Notwendigkeit noch das nationale Interesse, daß die gegenwärtige britische Regierung Rebellen die Rechte einer kriegführenden Partei zuerkennt. Und wenn sie e» tut, wird sie wieder das opfern, was der wichtigste Bestandteil des internationalen Rechtes ist: den BMcrbundspakt. Wenn wir dem General Franco die Rechte einer kriegführenden Partei gewähren, werden deutsche und italienische Marine-Offiziere sie ausnützen, und aüf dem Lande werden eS deutsche und italienische Divi»' stonen und Lustgeschwader sein, die den Nutzen davon haben. Wenn alle fremden Soldaten den Boden Spaniens verlassen haben, dann könnte man die Anerkennung kriegführender Parteien diskutieren. Dann würden wir wenigstens erkennen, ob die spanischen Helfer des Generals Franco imstande sind, den Bürgerkrieg fortzusehen. Aber die KrtegSrechte zu gewähren, bevor die völlige Evaluierung der Fremden stattgefunden hat, das würde unzweifelhaft die Legitimierung eines Angriffskrieges und eines Bruches des Völkerbundspaktes sein. Täten wir das, dann würden wir die. Verletzung des feierlichsten und wichtigsten aller Verträge sanstionieren und einen neuen Schlag gegen die ,Herrschaft deS Gesetzes" führen, auf welcher, wie unser Außenminister selbst gesagt hat, unsere Friedenshoffnungen beruhen." Mail erhält für K6 100 Reichsmark.... 783.— Markmünzen... 896.— 109 österreichische Schilling 631.59 109 rumänische Lei... 17.95 199 polnische Zloty... 531— 199 ungarische Pengö.. 568.59 199 Schweizer Franken.. 859,59 199 französische Francs. 197.79 1 englisches Pfunp•• 142.62 1 amerikanischer Dollar. 28.69 199 italienische Lire i.. 186.99 199 holländische Gulden. 1582.— 199 jugoslawische Dinare. 65.95 199 BelgäS. /.... 483.75 199 dänische Krone».. 686.— 199; schwedische Kronen. h l 78&r- Das russische Konsulat ausseraubt Schanghai.(Havas.) Aus guter Quelle verlautet: Die Japaner habe» unter Mithilfe von Weißgardisten am 39. Juli das sowjcirnffische Konsulat in Peiptng überfallen und es besetzt. Die Dokumente deS Konsulates transportierten die In, Pnner hierauf mittels Lastautomobilen in die japanische Konzession. Der sowjetrussische Konsul berief im Zusammenhang damit das Konsulatskollegium zusammen, worauf der sowjetrussische Botschafter in Japan bei der japanischen Regierung Protest eiulegte. Gmniniknappheit verlangsamt Motorisierung (F. K.) Die Motorisierung Deutschlands ist durch den Mangel an Aumnii stark gehemmt. Im Zusammenhang damit geht seit Ende 1936 die Zahl der ausgcgcbenen Führerscheine zurück. Bei einem Vergleich der Ziffern für die ersten Vierteljahre 1936/1937 ergibt sich ein Rückgang der Zahl von ausgegebenen Führerscheinen bei Krafträdern um 26 Prozent, bei Pcrsoneiiivagen um 19.6 Prozent, bei Lastkrasilvagcn um 7 Prozent. Znr Knappheit und schwierigen Beschaffung der"Reifen kommt seit dem ersten Juli dieses JahreS der nochmals erhöhte Preis als neues Hindernis. Die„Contincntal-Gnnimiwerke AG" in Hannover haben durch Rundschreiben ihren Abnehmern mitgeteilt, daß auf PcrsoneiUvagcn- Rcifen und Schläuche mit dem 1. Juli ein Aufschlag von 29 bis 26 Prozent erfolgt, Göring vernichtet den deutschen Wald (AP.) Göring hat einen Erlaß an die Forstbehörden gerichtet, in dem diese verpflichtet lverden, in diesem Jahr mindestens 169 Prozent der normalen HolzschlagcS fällen zu lassen, d. h. andcrthalbmal die Menge, die sich jährlich durch Zuwachs regeneriert. Danach läßt sich ausrcch- nen, daß der Wald in einer Anzahl von Jahre» verschwunden sein muß. Denn der Raubbau wird nun schon im vierten Jahr betrieben. 1984 wurde erstmalig ein„Vorgriff auf die Zukunft" verfügt. Zuerst leisteten die Förster passiven Widerstand und sabotierten die befohlene Abholzung, aber heute ist das nicht mehr möglich. Denn die Forstverwaltungen müssen ihren Waldbestand und ihre Pläne einreichcn. Dann bekommen sic genaue Vorschriften und die gefällten Hölzer müssen einer Zentrale angebotcn werden. Ein freihändiger Verkauf ist, ebenso wie in der Landwirtschaft verboten. Dadurch erfolgt eine genaue Kontrolle. Der jährliche Holzeinschlag erreicht zirka 48 Millionen Festmetcr. In den letzten vier Jahren ist für rund 2 Milliarden Mark Holz aus den deutschen Wäldern herausgchauen worden!. Die. jährliche Holzeriite betrug zirka 2,6 Prozent des gesamten WaldwerteS. Die zwei vollen Jahresernten, die man in diesen vier Jahren zu viel fällte, inachen also ein Zwanzigstel der deutschen Forste aus. Sie verschwanden in dem— bodenlosen Faß der deutschen Aufrüstung. Schon zeigen sich die Folgen. Die Förster klagen, daß die schlagreifcn Bäume knapp werden. Vereinzelt mußten schon nicht ausgercifte Bäume gefällt werden. Das wird sich von Jahr zu Jahr steigern. Je jünger die gefällten Bäume lverden, umso mehr muß ihre Zahl zunchmen, um das gleiche Resultat zu erzielen. Es dürfen auch die Waldränder geschlagen werden. Solche Wälder aber, deren Rand geschlagen ist, werden anfällig gegen Wind und Wetter und wachsen sich nie mehr zu ihrer alten Größe aus. Nach wenigen Monaten ist dort auch der H n m« s- boden verschwunden. Der Raubbau lvird also nicht mehr zu reparieren sein. Was jetzt verschwindet, kann später keine noch so sparsame Forstwirtschaft zum Leben erwecken, nnd cS lvird auch Jahrzehnte dauern, bis die arm geschlagenen Wälder wieder auf ihren alten Reichtum zurückgebracht sind. Schon singen die Lenke in Deutschland, in Abwandlung eine? alten deutschen Volksliedes:„Wer hat Dich, Du fchöucr Wald, abgeholzt so hoch da droben!" Zu viel versprochen Wie aus Kalkutta gemeldet wird, veranstalteten dort am Sonntag die Mohaminc- dauer der Provinz Bengalen eine Massenkundgebung gegen die geplante Teilung Palästinas. In einer Entschließung der Versammlung heißt es, die indischen Mohammedaner seien zu jedem Opfer bereit, um den Arabern den Besitz der heiligen Stätte des Jftams zu erhalten. Die Aufteilung Palästinas sei eine Verletzung des f e i e r l i ch e n Versprechens, das E n g l a n d den indischen Mohammedanern imWeltkriegc gegeben habe. Sie würden niemals eine ständige nichimohammedanische Regierung in Jerusalem dulden. Kein Verbot, nur Schikanen! Berlin.(HavaS.) Au» berufener deutscher Quelle wird gemeldet, daß kein Verbot dec katholischen Wallfahrten nach Rom erlassen wurde. Durch' Polizeimaßnahmen wurde lediglich die Ausgabe von Sammelpässen aufgehoben, die bisher verwendet wurden. Nunmehr muß jeder Wallfahrer seine» eigenen Paß besitzen. Diese Maßnahme wird zum Teil damit begründet, daß junge Reichsdeutsche nach den neuen Vorschriften, fall» sie militärdienst- pflichtig sind, erst die Genehmigung der zuständigen militärischen Behörden«inholen müssen, Gleichzeitig wird von den Pilgern" die strenge Einhaltung der Devisenvorschriften gefordert, Sette 6 Sozialdemokrat' Dienstag, 3. August 1037. Nr. 180• $twr Rettung „Der Kries In Spanien" Unter diesem Titel haben die Prager Kreis- lcitungen der Sozialistischen Jugend und der Jugend der tschcchoslowalischcn sozialdemokratischen Arbeiterpartei im„Odborövh düm" eine Ausstellung veranstaltet, die einen Icbendigeit Eindruck von der Art und Bedeutung der Kämpse in Spanien vermittelt. An den Wänden hängen die groben sarbigen Plakate dec Madrider Vcrteidigungsjunta, des Propaganda« und llntcrrichiöministcrinms von Valencia, die in biidhastcn Snmvolen, Karikaturen und Schlagworte» den Charakter des Krieges nnd die tvichtiglten Forde» rnngcu an das spanische Volk zum Ausdruck bringen. Tic zeigen de»„nationalistischen" Feind in seiner Abhängigkeit von ausländischen Diktatoren, sie zeigen das spanische Polkshcer mit seiner Parole„An- greisen und siegen", sie uiahncn„Helft Madrid", sie lehren„Die Produktivität der Felder und Fabriken erhöhen, heißt die Kampfkrast der Fronten verstärken" und„Die Ernte sichern ist soviel lvie eine Schlacht gclvinncn", sie fordern zur Solidarität aller Aolksfrontgruppcn aus .. Da geschieht das Unglaubliche, das mir. alle' Glieder lähmt. Der Stamm, auf dem„ich; sitze,, schwankt, neigt sich mehr.und Mehr drill: reißend- den Wasser unter mir zu. Ich versuche rückivärts kletternd einen anderen'dicken: Ast zu erreichen, den ich unklar im ersten Schimmer des Morgen» unweit von mir sehe. Langsam schiebe,'ich Mich. vorwärts, endlich: habe ich den rettenden Äst': mit beiden Armen umklammert. Da:—unter mir ein Brechen, Fallen, Aufschlagen, das Wasser- spritzt zu mir herauf, und Nichts stveiter als gähnende Leere und dunkle, reißende Fluten. Eifie Sekunde früher,, und ich iväre mit-dem Baumstamm: hin», abgestürzt,-in das brodelüde Wasser.> Heller und Heller wird es, und jetzt erstsehe ich, daß der Ast, an dem ich baumelei/veit: Wer das überschwemmte Ufer des Flusses jagt. Eno» stich, nach langen Bemühungen', habe ich mich so weit hängend am Aste iweitergearbeitet,., daß es mir möglich Wrdt festen Fuß äuf?einem-in ditr Nähe befindlichen Ast zu fassen/und ich bin-vom" Tode- des Absturzes und'des ExtrinfenS gerettet. Nach kurzer Zeit bin ich bis, an'den,-mächtigen' Stamm dxs.-Ärlpaldriesen', gelangt, upd erschöpst- suche ich- mjp einen-Platz.zum.AustWys.beschitu- ,- nen. von-den^ ersten Strahlen,^erHorgensonne.)' aber.immer noch umheult von dem npr allniäh-- W WWWWDDMSWDMWWWMM........ Bezug» bedtng u n g n: Bei Zustellung ms Hans oder bei Bezug durch die Post monatlich Ai 18.—, vierteljährlich Ai 48.—, halbjährig Ai 08.- ganzjährig-Aö 192.—.—'Inserate werden laut,' Tarif billigst berechnet. 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