Aentralorgan der Deutschen sozialdemokratische« Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme de» Montag tiiglich früh^Einzelpreis 70 Heller Redaktion und Verwaltung: Prag XU., Fochova 62- Telephon 56077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Rsdaktsuc.Kaci Kern, Prag 17. Jahrgang. Mittwoch, 4. August 1937 Kur dem Inhalt: Weitere Antwerpen-Berichte Der Streik der Prager Bau-Arbeiter Freifahrt nach Breslau England ist stark— aber nur gegen baskische Kinder Nr. 181 Japan sucht einen Vorwand zur Fortsetzung des Krieges Die Meldungen aus China und Japan bestätigen unsere schon früher geäußerte Ansicht, daß die Japaner de» Kampf nicht einftell«» wollen, ehe sie nicht auch die Praoinz Schantung annektiert und daS uordchinesische Basallenreith soweit nach Süden oorgeschoben haben, daß ihre Basis gegenüber der äußeren Mongolei oon Süden her gedeikt, daS Gelbe Meer zu einer japanischen Binnensee geworden nnd die Macht der Nanking» Negierung mindestens nördlich deS Hwang-H» annulliert ist. Derzeit befinde» sich die Japaner noch immer rnnde 280 Kilometer vom Hwäng-Ho und gute 350.Kilometer von den beherrschenden Gebirgszentren der Provinz Schantung entfernt. Ist einmal der chinesische Aufmarsch vollendet, so würde es Japan ungeheure Mühe kosten, die geivaltige Strombarriere des Hwang-Ho zu foreiere». Andererseits könnte in einem iapanisch-rufstschcn Krieg eine chinesische Armee in Schantung de» Japanern sehr unangenehm werden. Daher drängen die Preße, die Armee, die Parteien auf rascheste Fort« setzung der Operationen. Ma» will d i e Z«i t a n S n ü h e n, da China noch nicht bereit ist. Um aber für de»«eiteren Vormarsch einen Anlaßzu haben, fehle Japan di« Geschichte von den »20 Divisionen der Chinesen" in die Welt, von dem immer»enger werdenden Ring um Pei- ping" und der wachsenden Bedrohung Japans in Nordchina, der man nur. durch rasche Gewaltstöße begegnen könne. Die Kwantung-Arme« selbst dürfte freilich»och zu schwach sein, nm wesentlich über Tientsin hi»auSzukomt»en. Die beschleunigten Rüstungen sollen eine Armer auf die Beine bringen, Pf« imstande wäre, binnen wenigen Woche» di« japanische Macht bis zum Hwang-H» auSzndehnen. Weitere 5000 Kinder in Erholungsheime In erster Reihe- Kinder aus den deutschen Gebieten Das Ministerium für öffentliches Gefund- htitswesrn und körperliche Erziehung hat soeben alle Vorbereitungen.für. die Auswahl oon weiteren 5000 Kindern für die dritte staatliche Er- holnngsaktion.für' Kinder Arbeitsloser. getroffen, welche gn den Ferieh-Erholungsaufenthalt in einzelnen für diesen. Zweck besonders nnsgewähltcn und bewährten Erholungsheimen anknüpfen wird. Diese Aktion umfaßt die in gesundheitlicher Beziehung bedürftigsten- Kinder hauptsächlich auS den Grenzbezirken und ist ein praktischer Beweis der Sorge der Staatsverwaltung um den Gesundheitszustand-der"Kinder aus den bedrohten Gebieten.' Nächtliches Bombardement Madrid« Alle drei Sekunden eine Granate Madrid.(HnvaS.) Dienstag nach Mitternacht haben-die Batterien der Aufständischen «in heftiges Feuer gegen die Hauptstadt eröffnet. Wir es scheint,«Ude.insbesondere das Zentrum der Stadt in Mitleidenschaft-gezogen. !- Der- Reuterberichterstatter bezeichnet daS neu«. Bpßtbardement Madrids als eine» der stärksten, welches bisher von-der-Artillerie Fran- eos burchgeführt wurde. Die'erste Granat« fiel 15 Minuten nach'Mitternacht' in. den Straßen -Madrids nieder.-Ein«"ganze Stund« lang schlugen dänn die Granat«» im Zentra»,-der Stadt ein, zw. 15 bis 20 in der Minute. Die Zahl der Opfer ist bisher'nicht bekannt, doch wird an» genommen, daß'sie sehr'groß sein wird. '.\' Madrid.(Havas.) An der Front bei Carabanchel unternahmen die Fraueotruppen bei Morgengräntn heftige" Angriff«, um die verlore- nen Stellungen Wiedetzuerobern, doch gingen dir RrgierUngstrUppe» zum Gegenangriff über, wo- bei.sie einige gegnerische.Stellungen" besetzen konnten.'" Vie Verhaftungen vom Vage Mos k a u. lHavaS.) Nach hier umgehenden Gerüchte» wurde Generäl Petrovski, Delegierter des Bolkötomniistariates für ÄeußereS in der Ukraine und Sohn" des Vorsitzenden deS Zen- tralexekutivkomitees der-Ukraine Gregor Iwanowitsch Petrovskijs, der unlängst unter Polizeiaufsicht gestellt wurde, er sch»ff en. Weiter v«r» lautet i»Moskau, daß der-Stellvertreter des Ber- tridigungSkommissärs üstd Befehlshabers der See- streitkräfte, Admiral O r l o w, der Befehlshaber der PaeifikrLkadre, Admiral B i k. t» r o w, der ehemalige Militärkommandant, im-nördlichen Kaukasus, General K a.s.ch i.t i. n, der Kommandant des ukrainischen Tankregiments Oberst B» r i- s e n I o' u. a. v e r h ä f t.e t. wurden. Den gleichen Gerüchten zufolge ist das Mitgsied des ErekutivkomitreS der."Komintern M o s I w i n, der die. Politik Dimitrows gegenüber Spanien nicht billigte, verhäfiet-lvorden.. Vemokratlrcke khrendeieugung Mr RUrnderz? '. London. DecKongreß derNationalfozialisti- schon deutschen Arbeiterpartei, der vom 6. bis 18. September 1987'inMrnberg tagen wird, beschäftigt gegenwärtig die- französische und. die britische Reglernng,- welche"beide /Regierungen bisher zu diesem"Kongreß ebensoHjedie-Bereinigten Staaten,-leineosfiziellen/Vertrete.rentsandt haben. Etz soll npnmehr zu einem Kompromiß-,in der-Weise kommen, daß sowohl der-französische als auch der britische Botschafter-. iä/Perlin je.«inen-Tag zur Teilnahme /an dem Äarteikongreß fahren soikn, doch machen sich Schysierigkeiten inider Richtung hemyrkbar, daß hie B e re i.ni-g tle»iS. t a, a- b«l»- vöwAäiev.ikst es pH/wie.vor ädslr h n.e n, sich an dem Parteikongreß der Nationalsozialistischen Partei Deutschlands vertreten zu lassen. Die chinesisch« G e s-a« d t s ch a f t in Prag stellt den Blättern, folgende Information zur Bersügung:- Allem Anschein nach bereiten dl« Japaner in China weitere Kricgsoperationen auf noch breiterer Grundlage, und zwar gegen ganz China vor, Japanische Flugzeuge unternehmen Erkuy- dungsflügo über Hantscha», der Hauptstadt- der Provinz.Tschfkiang, über Wenast, der Hauptstadt ter Provinz. SchaMuug^und. über^schautschoo, d«r Hauptstadt der'Propinz Honan. Auf hohe« See vor dem Häfen Hantscha» wurde», Montag fünf japanische-Kriegsschiffe beobachtet. Sine Abteilung japanischer Marineinfanterie wurde bei Hanning in der Rühe von Hantschao ausgebootet. Einige japanische Kanonenboote sind- vor Swäta» eingetroffen. wo die Läge seit der japanischen Forderung nach Ränmung der Stadt durch die chinesischen Truppen sehr gespannt ist. Die japanische» Konsulate in den Städten am Oberlauf des Jangtse sowie die Konsulate in den Provinzen Honan und Schansi wurden geschlossen und die japanische» Staatsangehörigen in diesen Provinzen evakuiert. Zur Zett, halte» die chinesische» Truppe»»och die Stadt L i a n g s i an-südlich von- Schan- singtirn an der Bähiistrecke Peiplng—vanlau und Tfchansingtien südlich der Eisenbahn,, während sich tzi« 29. chinesische Armee bei Tschinghai südlich von Tientsin eingegraie» hat. Die Gattin des Marschalls Tschiangkaischek führt gegenwärtig .eitle, gesamtst.-atliche Kampagne. für die Organi- Wungder Hilfe für di« Berteidigung Rordchinas und für 40.009 Flüchtlinge durch," dir." durch'die rücksichtslose Bombardierung, ungeschützter..Dürfe« "ringsum Tientsin ihre Heimat verloren haben.- S.ch a«I ha i..(Neyter.), Japanische Truppen»rsetzfen Ja« Li» Tschin westlich von Tientsin, ohne, dabei uns Widerstand zu-stoßen-, Japanische Slugjtiige-bombärdierten Päotiuf'u/ Kälgä'n-utzd andere. Städte in der. Provinz Hopej. USckstss Ziel: Schantung Tokio. fHavaS.) Meldungen auS Tsinan zufolge wachsen die Besorgnisie, daß infolge des Anschlusses deS Generals Hansutschu an Marschall Tschiangkaischek nnnmehr auch der Gouverneur von Schantung die bisherige„neutrale" Politik, die er in den verflossenen zehn Jahren den Javanern gegenüber verfolgte, ändern werde. In Schantung spitzt sich die Lag« immer mehr zu und f» der ganzen Provinz herrscht eine Kriegsstimmung, die durch den Bormarsch von Abteilungen der chinesischen Zeniralregierung gen Norden Usch verstärkt wird. Nachrichten auS Takinpao und aus Kalgan zufolge haben zahlreiche japanische Flugzeuge den Paß lei Ranke».bombardiert. Japanische Infanterie und Kavallerie unternahm einen Angriff aus die chinesischen Strllnngen, der aber erfolglos blieb. Die Kämpfe dautr». an. DaS Ziel der Japaner scheint di« von Pelping nach Sujan führende Eisenbahnlinie zu sein. Man erwartet auch den" Ausbruch von Kämpfen längs der Großen Mauer. Die Strllnngen bei Ranken werden von der zur" 29. chinesischen Arme« gehörigen 102. Division verteidigt. Italienische,,Nichteinmischung" auch in China I Schanghai-(HävaS.) Die Ranksnger Zeitung„Häinmingpao'i.meldet, die italieni- s ch e n B e hör d e n hätten' den japanischen Abteilungen, den' Dürch marsch durch die italienische Konzession"gestattet und damit- das internationale Recht verletzt, wodurch, sie auch der Reutralr t ätSv erp f li ch tu n g untre u geworden seien. Dieses Vorgehen stimmt, fo schreibt das Blatt,' keineswegs mit den wiederholten Versicherungen, der Freundschaft für China von"italienischer Seite überein. Die Verluste Tokio.(Reuter.) Wie ein offizieller Bericht des japanischen Außenministeriums feststellt, betrugen. die japanischen Verluste seit Beginn der Feindseligkeiten, in Nordchina 880 Tote, und 887 Verletzte. In der Stadt Tunschau.sollen 130 Leichen von Japaner!» und-Koreanern, darunter viele Frauen-und Kinder,-'aufgefunden worden sein.—' Die C h i n e s e n sollen etwa z e h.n» mal so große Be«.lüste erlitten'haben. Ein Mißerfolg der. Japaner? '. Schanghai.(Reuter.) Nach einernicht offiziellen-Meldung^ aps chinesischer Quell« wurde in eiste«.Entfernung von.zirka. 25.Kilometer südwestlich von Pelping«in-japanisches Flugzeug abgeschossen, wobeidle" beiden-japanischen, Militär- Mger- tödliche. BMetzungen erlitte». Nach der» selben-.'Informationsquelle unternahm eine japanische Militäräbteilunw- einen Angriff.^äüf die Stftdt'LianjiaN,.der" über. abgewehrt- würde ,- wobei ein" japanischer Tank'in die Hande der. chinesischen Soldaten fiel. Die Japaner-sollen sich bei Tient- sirt'.-vsir Histesischer- Flußwachtschiffe bemächtigt 'haben. Chamberlains Geheimpolitik Am vorigen Freitag hielt das britische Parlament seine letzte Sitzung vor de» Ferien ab, die drei. Monate danern solle». Kurz zuvor hatte sich der Londoner NichteinmischungSauSschuß aus unbestimmte Zeit vertagt, da der Vorschlag, nach Zurückziehung der ausländischen Freiwillige» aus Spanien den beiden kämpfenden Parteien die Rechte kriegführender Mächte' zu gelvähren, an der Ablehnung Italiens, Deutschlands und schließlich auch der Sowjetunion gescheitert lvar. I» diesem Augenblick eines außenpolitischen Vakuums fragte der Oppositionsführer Attlee den Außenminister Eden, ob die Regierung das Versprechen geben wolle, das Parlament vor Ablauf der Dreimonatsferien einzuberufeu, wenn eine Entscheidung über die Auerleunuug der Franco» Junta als kriegführende Macht getroffen werden solle. Aber Eden erwiderte, daß die Regierung ein solches Versprechen nicht geben könne, sie werde das Parlament nur dann vorzeitig cinbe» rnfen, wenn es sich als„notwendig" erweise. Die Regierungsblätter verteidigten tags darauf diese ausweichende Antwort mit der Begründung, daß die Regierung möglicherweise sehr schnelle Entschlüsse werde fassen müssen, die eine vorherige Einberufung des Parlaments nicht mehr zulassen. Und gerade, als diese Erklärungen er, schienen, sandte Chamberlain an Mussolini, seinen Antwortbrief ab, von dem das Parlament und die Oeffentlichkeit ebensowenig wußten, lvie von der Botschaft deS Duce, die vorausgegangen war." Der neue Premierminister Chamberlain, der seine Außenpolitik mit der berühmten Paria« nientSred««inläitet«, in der er vor jedem lauten Wort warnte, das die Kriegslawin« ins Rollen bringen.könnte, hat jetzt also ein geheimes Spiel begonnen. Es loar von Neville Chamberlain schon früher bekannt, daß er dem Reden abgeneigt ist und lieber fertige. Tatsachen vorlegt als zu diskutieren. Die Wendung zur Gchcinidiploniatie dürfte demnach seinem Temperament und Charat» ter entsprechen. Aber die Frage ist, ob sie den Notwendigkeiten der gegenwärtigen europäischen Situation entspricht. ES fällt fchiver zu glauben, daß der offene Konflikt zwischen faschistischen und nichtsäschistischen Mächten, den weder die Diplomatie deS Völkerbundes noch" die Taktik des Nichteinmischungsausschusses beilegen konnte, nun durch einen geheimen Briefwechsel bereinigt werden kann. Wenn auch der Inhalt dieses Briefwechsels unbekannt ist, so läßt sich doch vermuten, worum eS geht. Es ist(durch die britische Presse selbst) bekgnnt geworden, daß Generäl Franco'neuerdings heftig um Englands Gunst wirbt: er hat den britischen Besitz der Bergwerke von Rio Tinto und der Erzlager von Bilbao»icht angetastet, sondern bestätigt, er hat damit gewisse Hoffnungen deutscher und italienischer„Kolonial-"Politiker-enttäuscht und er soll sogar(da zwischen ser» neu eigenen Leuten und den italienischen Bundesgenossen Konflikte im Gänge sind) das Angebot gemacht habeil, sich von Italien loSzusägen, falls ihm England Hilfe gewährt."Nun.ist es natürlich völlig unwahrscheinlich,.daß England bei seiner Abneigung gegen die Einmischung" überhaupt einen Krieg gegen die Italiener und die Valencia-Regierung zugleich führen.möchte. Aber eS ist sehr wahrscheinlich, daß Chamberlain der Ansicht ist, man müsse den günstigen Angenblick benützen, u>n Mussolini zum Nachgeben zu bringen. Die Situation ist ähnlich der vom Dezember 1985, als man Mussolini mit dem„Hoare-La- val-Plan" von der Fortsetzung deS abessinischen Krieges abbringe» wollte. Schon damals wurde Neville Chamberlain als Mitautor des Kompro- mihplans genannt, und ein halbes Jqhr später, älS der damalige Schatzkänzler. als" erster sein« Stimme für die Aushebung der Sanktionen erhob, galt er sogar als der eifrigste Mussolini-Freund im britischen"Kabinett. Inzwischen soll er sich ge» wandelt, unter dein Eindruck de« Ereignisse und der Mahnungen- Edens die Gefahr, die dem britischen Reich von dem Duce, droht, eingesehen haben. Aber es scheint nun,, daß gar keine Wandlung stattgcfunden hat:"denn Chamberlain war wohl" auch.beim Hoare-Laval-Plan kein Freund Mussolinis, sondern ein Diplomat der alten, eng- lischen Schule, der gerade den gefährlichsten. Gegner durch-, borteilhaft« Angebote zur Ruhe bringen will, und an diese Möglichkeit scheint er auch jctzt^wiedcc zu glauben. -- Der Hoäre-Laval-Plan ist seinerzeit an zwei" Umständen gescheitert: erstens daran, daß Musso- Seite 2 Mittwoch, 4. August 1987. Nr. 181 lini ihn zunächst einmal ablehnie und zweitens daran, das; das britische Parlament den. Augen, Minister Hoare« seltsames, glückseliges Lächeln. Halb wahnsinnig zog Mirza zuerst etwas über und lief instinktiv zuerst zu Portiers. Dann fiel ihr der SanitätSrat«in, Sie rannte die Treppe herunter u* läutete bei ihm Sturm. Er öffnete selbst und erkivnnte staunend das Fräulein Mirza, welche nur stammeln konnte:„Rasch, rasch— oben liegt er— kommen Siel" Ohne weitere Fragen war er in einigen Sekunden angezogen,. hatte die Instrumententasche bei sich und betrat mit ihr die Wohnung. Er verriet sein Erstaunen nicht, als er Dr. Glaser erkannte. Sorgfältig horchte er Ihn ab, probierte noch Kämpferspriden,. dann sagte er leise: „Ein schwerer Herzfehler.— Tot."' Da brach Mirza.vor dem Toten zusammen.„Richt" sagte der Doktor und führte sie in das Badezimmer, wo er sie" auf den Dstvan bellet«.. Mirza sagte nichts, Sie hörte nichts weiter. Sie'wufite nur, bass sie das Furchtbarste ge« troffen hatte und nichts Schlimmeres kommen konnte. Der Doktor erkannte alle Schwierigkeiten. Er wollte auf alle Fälle Polizei und Gerichts« Mediziner vermeiden, der Herzfehler stand Liv- wandfrei fest. Aber die Frau und diese Situation! Vielleicht ging er doch selber am besten züm Portier, dein er großes Vertraue«« schenkte und bat ihn und Frau Hardt um Unterstützung in der seltsam peinlichen Angelegenheit.' Bei Portiers war die Frau schon in der Waschküche, Frau Haxdt erschien sofort, denn sie war immer bereit für alle außerordentlichen Fälle. Auch hatte sie die Nacht durch geweint, weil ihr Sohn ihr wieder das Uebliche vorgeworfen hatte und sie auch die Wahrheit seiner Anklage empfand. , Ihr Wesen war eben in der Welt ergossen und so wenig bürgerlich verankert, daß sie immer Schiffbruch erleiden mußte. So gesaimnelt uni einsichtsvoll sie fremdes Leid beherrschte, so an« greifbar und kindlich oppositionell stand sie zum eigenen Mut. Wie oft klagte und beschuldigte sie stundenlang,: während sie diesen Vorgang bei ihren Mitschwestern sofort hätte übersehen und helfen können. Das Mißverhältnis ihrer Existenz zu. ihrer geistigen und menschlichen Substanz empörte ihre Kinder. Es war Ihr vorgeschrieben, daß ihr Lebensweg stets den eines anderen in Not geratenen Geschöpfes streifte, Sie gewann große seelische Erkenntnisse, die'sic früher ost schon rhetorisch verwendet hatte,' Wer-im eigentlich pro- düttwen Sinn' waren ihre Fähigkeiten noch nie «tmgesetzt. Biele' hasten früher die Kinder Hardt um Ihre Mutter beneidet, und erbittert jnit. ihrer eigenen verständnislosen Mutter, verglichen. Aber die Kinder Hardt tappten uferlos im Dunklen, denn da, wo sieHalt suchten,' war die Mutter nicht befestigt. Stets bereit zu-' schwimmen, den Ertrinkenden zu-retten, war sie selber nicht der Rettungsring für die Kinder, Dabet liebte sie die Kinder leidenschaftlich und besonders jetzt, wo fit größer waren, undinalle West zerstreut, quäkte sie die Sehnsucht.'.-- i?. Die Kinder hätten ihren eigenen Weg gesucht, e» blieb der große begabte, aus der Bahn geschleuderte' Sohn, der ihr nüfl als einziger der sonst so zahlreichen Familie zuseben mußte,, wie Russischer Protest In Tokio MoSkau. Die sowjetrussische Regierung hat gleichzeitig auf der japanischen Botschaft in Moskau sowie im Tokioter Außenministerium einen Protest gegen den japanischen Angriff äuf das sowjetrussische Konsulat in Tientsin überreicht. Die Sowjetregierung fordert sofortige Bestrafung der Schuldigen und Ersatz des angerichteten Schadens. In fowjetrussischen Kreisen glaubt man, daß der Zwischenfall'ernste Folgen haben kann, doch wird gleichzeitig Hinzuge« fügt, daß die Sowjets bei aller Entschlossenheit, shre auswärtigen Vertreter zu schützen, den Frieden wünschen. Trauerkundgebung; des Atus In Antwerpen Antwerpen.(E.-B.) Sonntag nachmittags begab sich die Delegation der AtuS-Union zur Totenhalle und defilierte an der Bahre der auf so tragisch« Weis« auS dem Leben geschieden« Genossin Schmidt vorbei nnd nahm tieferschüttert Abschied von der Kampfgeföhrtin. Fahnen senkt« sich vor der Bahr« und Mitglieder de« BerbandS- leitung hielten Ehrenwache. Aktivistische Arbeitsstellen. und BdL „Das junge Landvolk"'(Organ Gusiall Hackers) schreibt u. ä. folgendes: Wir sehen im JungaktiviSmuS eine starke, treibende Kraft unserer Bewegung und müssen uns auch für unser» aktivistischen AübeitSstellen nicht schämen. Wären diese Stellen Zeichen nur eines losen politsschen Bündnisses, dann wäre die mancherorts vor« gebrachte Krittk gerechtfertigt. Diese Stellen sollen und können nicht der politischen Verbrüderung dienen, sie sind,«wer durchaus notwendig, wenn der 18. Feber nicht nur ein Tag der Versprechungen, sondern auch ein Tag der Erfüllung sein soll. Gerade diese Arbeitsstellen, die der anderen Seite so viel willkommenen Ägitationsstoff geboten haben, sind von großer völlischer Bedeutung. Wenn wir uns diesen Arbeitsstellen angeschlossen haben, so haben wir gewußt, daß wir un» durch diesen Anschluß so manch Unrechte- Wort werden gefallen lassen müffenl Wir hechen diesen Anschluß aber doch hcvbeigeführt, beileibe nicht zu unserem besonderen Nutzen, sondern einzig und allein um unseres sudetendeutschen Volke» willen, einzig und allein, um'in dieser Zeit die Not unserer Volksbrüder zu lindern. Keine Ausweisung Franz PfempfertS. Einige Blätter-bcachten di« Nachricht, daß der Schriftsteller und Photograph Franz:Pfeinpfert, früher Herausgeber der„Aktion"(Berliq), der seit 1988 in Karlsbad lebte, aus der Republik ausgewiesen worden sei. Diese Nachricht ist unrichtig. Pfempfert hat sich vor einigen. Monaten nach Paris begeben, um an der Ausgestaltung einer bedeutsamen phototechnischen Erfindung, die er in Karlsbad gemacht hat und für die«ine Pariser Firma sich interessiert, weiterzuarbeiten. PseMp« fert wird wahrscheinlich nach Abschluß seiner Arbeiten wieder nach Karlsbad in sein Atelier zurückkehren. Irgendein Grund zu seiner Ausweisung lag und liegt nicht vor. Allerdings haben stalinistische Denunzianten Pfempfert. bereits vor Monaten bedroht und bei amtlichen Stellen zu vernadem gesucht./ seine Mutter für wenig Geld Wohnungen aufräumte. Obwohl doch nicht mehr Hoffnung war, die» jemals ändern zu können, rüttelte er unentwegt am Wesen der Mutter und brachte sie durch Kritik im kleinen zur Verzweiflung. Von dem phantasievollen, großzügigen Kind von früher war ihr die ungeheure Eindrucksfähigkeit geblieben- Und wenn gutsituierte Frauen ihre» Alters schon längst ihre Umfriedung haben,-ihre festgelegten familiären, häuslichen und sonstigen Interessenwar Frau Hardt stets bereit, alle» aufzugeben. Ja, der winzige Haushalt, angefangen vom Anblick eint» Mülleimers in der Frühe bis zu bet zerbrochenen Tasse am Millag, die unerbittlich scharfen Augen ihres Sohnes, schienen ihr. al» da? Symbol einer Freiheitsberaubung- Dabet wäre sie auch, wenn es ihck gut ginge, unbewußt stets bemüht, sich das Leben so ünbcguem wie möglich zu gestalten, weil es„Millionen so schlecht geht". Diese„Millionen"- verließen sie nie. Fra» Hardt war die typische Frau,, welche auch In de» Wüste irgendwo das Wimmern eines kleinen KIn--' des oder das Stöhnen eines.Menschen höre» würde., Der kurze Bericht des Arztes traf sie als» auch iin Morgengrauen bereit.^ Da sie es haßte, mit Schlafrock und Pantoffeln hermnzuschlürfen« war sie sofort gewaschen und angczvgcn, während der Arzt mitdem Portier verhandelte. DaUn stiegen alle drei /leise zu' Mirzas Wohnung hinauf. Der Portier verlor, kein Wort.- Er war ein Männ ohne jegliche Sensationsgier,' sein Verständnis und seine Beobachtungsgabe hätten sich'in seinem Berufe verschärft. Auch ohne die'kürze Andeutung des SanitätSrateS wäre es ihm söfoxt klar gewesen," daß'jegliches Aufsehen vermieden werden mußte. Während Frau Hardt Schadenfreude genug hatte, um Franzi Gläser die Blamage des so rätselhaften uNd von der Norm abweichenden Ort'des Todes ihte» Mannes zu gönnen. V (FoPtsehuNMolgt)' Jtr, 181 Mittwoch, 4. August 1037. Seite» 'fudztendeutecficr Zeitspic^el fünftausend Sozialdemokraten In Freudenthal Dio schlesische Weberstadt Freudenthal war am Sonntag der Schauplatz eines gelvaltigen Aufmarsches der deutschen Sozialdemokratie. Die Veranstaltmwen. wurden am Samstag eingeleitet durch eine Feier der sozialistischen Äugend, deren Freudenthalcr Organisation. zugleich mit dem .Arbeitertag das. Fest ihres zehnjährigen Bestehens feierte." Nach dem Eintreffen des Sonderzuges aus Römerstadt Sonntag vormittags erfolgte der Aufmarsch zur Kundgebung. Den Festzug eröffneten eine Fahnengruppe und die Republilaniiche Wehr. Dann folgten die Jugendlichen mit zwei FanfarengcupPen, die Radfahrer, die Mitglieder der AtuS-Union und die übrigen Teilnehmer. Bei der Kundgebung auf dem Ma- sartzkpiatz waren 8000 Menschen versammelt. Zu ihnen sprachen der Bezirksvertrauensmann Markus und der Abgeordnete Jak sch, der, stürmisch begrüßt, die Aufgaben der sudetendeutschen Sozialdemokratie aufzcigtc und die Arbeiter mahnte, sich an den spanischen Freiheitskämpfern ein Beispiel, für die treue Pflichterfüllung zu nehmen. Zum Schluß führte Jaksch, an die Jugend und an die Frauen gewendet, u, a. aus: ..Wir wollen durch eine gefahrvolle Zeit die leuchtend roten Fahnen vorantragen, mit Stoltz im Aerzen, daß ivir dazu berufen sind, die Sache des Sozialismus in schwerer und gefahrvoller Stunde zu vertreten. Wir haben das Erbe der Alton zu verwalten, die unter viel schwierigeren Umständen das große Werk der Arbeiterbeweguna errichtet haben. Diesen unbekannten Soldaten der Idee, die sich auch heute, außer unserem Genossen Scharnowcll. zerstreut unter der Menge befinden, haben wir er zu verdanken, daß wir ein Faktor im öffentlichen Leben geworden sind. Wir versvrechen in dieser Stunde, daß sie keine unwürdigen Erben finden sollen. Ihr Geist bleibt lebendig in der kraswollen roten Jugend. Antwerpen.(Eigenbericht) Die sportlichen Ereignisse deS dritten Tages spitzten sich auf die Entscheidungen zu. Die Leistungen in den Borlämpfen werden zum Teil noch verbessert und reicher Beifall belohnt die Anstrengungen der Wettkämpfer und Wettkämpferinnen. Im Turnen, Boxen und Gewichtheben zeigen die Russen, was sie können und das ist wirkliche staunenswert. 6 Bemerkenswerte ist beiden Russen, daß nicht all« Vertreter einer Ration sind, sondern daß sich in der Mehrzahl unter ihnen Grusinier und Ukrainer befinden. Dabei ist aber augenscheinlich, daß sich ddese Mannschaften für unsere Begriffe aus sogenannten Halbprofessionals zusammensehen, was besonders bei den Tümern und Turnerinnen ins Auge fällt. ES find Swdenten und Sportlehrer, die da Rußlands Sport repräsentieren. Ihre Leistungen sollen damit nicht geschmälert werden, aber es hat den Anschein, als. ob aus der viele Millionen betragenden Masse de» russischen Verbandes gerade nur diese für wert befunden wurden, zu zeigen, daß auch im mssischen Sport ein ungewöhnlicher Aufschwung zu verzeichnen ist. Zur Information teilen wir mit, daß Rußland nur als Gast an der Olympiade ieilnimmt und.daher außer Konkurrenz startet. Der Zehnkampf der Turner fand auch sein Ende. An der Spitze steht di« mssisch« Mann- Willi Schlamm dar um» Preis im Buchhandel KL 28.— Zu beziehen durch di« Zentralstelle für daS BildungSwesen, Prag XU, Slezskt 13. schäft. Den zweiten Platz besetzen di« Schweizer und auf den dritten Platz folgt« Tschechoslowakei-DM- DaS ist ein bemerkenswerter Erfolg der tschechischen Genossen- Dann folgen«rst die Finnen. Die Radfahrer-Deleation der„Union" bracht« khre Radturnübungen zur Vorführung, dann fuhren die WarnSdorfer einen schönen Kunstreigcn und die Kostener führten Einer-, Zweier- und Dreier-Kunst fahren vor.- Starker Beifall folgte diesen Hebungen. Das Radrennen über 180 Kilometer wurde als Rnndenrennen gefahren. Hundertmal ging er über,«ine. Strebe, von 1800 Metern. Wie fast vor» au-zitsehen wär, schieden die tschechischen Vertreter von Pilsen und Prag und schließlich auch die deS Aruk aus. Anton Gößnitzer war bi» zur 87. Runde al» unser letzter Vertreter im Rennen. '• Die turnerischen Proben für Sonntag fanden große» Interesse. Rach Frankreich, Belgiens Schweiz zeigten die tschechischen Genossen Abschnitte aus ihrer Sondervorführung. Die Fußballspiele de» Atu»« Team».mit Norwegen und Spanien mit Rußland (die Emebnisse haben wir ja schon mitgetcilt) schlossen die Wettkämpfe de» Tage» ab. 'Zum Spiel des Atus-Teams"mit Norwegen wäre zu sagens daß der Bessere gewönnen hat.- Die Norwegen pstegttn das W-System, waren ungemein flott,am Ball-und hart im,Angehen- Die AwS». spieler zeigten dagegen-nur'bessere Ballbehandlung und-Aufopferung/aber trotzdem zu langsam und zu weich. Das Ergebnis ist aber für da» Atu»-T«am ehrenvoll. Der dritte Treffen der Norweger fiel au» iinem sehr haxtaestrgften Hgnoelfmeter. Da» einzige" Tor erzielt Müller durch Kopfbass.. Sonstige Spielergebnisse: Schweiz gegen Finnland 8:2, Belgien Ihr jungen Freunde. Ich will euch eine» sagen: Niemand wird euch Vorwerken können, daß ihr Kon- iunktursozialislen seid! Ihr seid zur Beweauna gekommen in schwerster Stunde. Ihr liefert in jungen Jahren den Bewei». daß ihr die Kraft habt, a e g e n den Strom zu schwimmen. Geschichte machen nicht die. die jedem Narrenspnk und jedem Lorch wage» nachlaufen, Geschichte machen diejenigen, die stolz die Idee In sich tragen und den Mut haben, die Stirne zu bieten den Gewalten, die gegen sie anstürmen. Ihr seid heute in der wdetendeutschen Jugend eine Minderheit.°>hr werdet morgen ein« Mehrheit und die Führer der werktätigen Volk«» in unserem Lande sein. So wollen wir mit dem Be- loußtsci», daß unsere Sache triumphieren wird über Faschismus und Kriegsgefahr, daß die Idee des Sozialismus unausrottbar wobnt im Aerzen der Arbeiterklassen. diesen Taa feiern und wollen Kraft sammeln au» dem heutigen Massenbild, um die Schande auszutilgen, daß zebntaulcnde sudetendeutscher Proleten mit denen laufen, die sie am Sonntag verhimmeln und ihnen Wochentag» die Löhne abbauen. Noch ein Wort an euch Frauen! Sie wollen von euch, daß ihr weniger schöne Kleider tragt, dafür mehr Kinder bringt. Wer so spricht, hat vom Leben des sudetendeuischen arbeitenden Volkes keine Ahnung. Er soll dies den Damen de» reichen Bürgertums sagen. Er soll dafür sorgen, daß die arbeitenden Volksgenossen menschenwürdige Löhne bekommen,«r soll nicht nur reden, sondern beweisen, daß er die Volksgemeinschaft ernst ninunt. wenn er nicht vor der Geschichte al» Scharlatan dastchen will. Mögen fie höhnisch über un» lächeln: Sie haben keine Ahnung von unserer Stärke. Tausend Fäuste reckten sich empor, als die „Internationale" ertönte. Die vom Bezirkssekretär Schön vorgelegte Entschließung wurde einstimmig angenommen. Die Hcnleinleuic waren über den machtvollen Aufmarsch der„Splitteripartei" entsetzt. gegen Holland 6:8, England gegen Dänemark 2:1, Palästina gegen Finnland 1:1. Dar Straßenbild ist sehr bunt und lebendig. Sehr viel Französisch und Holländisch hört man. Kein Wunder, aus beiden Ländern ist es nicht so weit. DaS beweist ja, daß die Mehrzahl der Teilnehmer au» Holland auf ihren Fahrrädern cintraf. Vstl Bzachsffng finden bis Teilychmer auS^ex Tschechoslowake! und besonders bie"schmucke Tracht der tschechischen Genossinnen. Ein Sprachenbabylon,'in dem sich jeder zurechtfindet, weil er beseelt ist durch die Solidarität der arbeitenden Menschheit und Wille .und Kraft gegeben ist durch das Bekenntnis zum Sozialismus. Es waren schöne und auch unvergeßliche Tage. Der Sonntag, welcher die III. Arbeiter- Olympiade abschloß, bildete mit dem grandiosen Fest, zug, den Massenfreiübungen und den Entscheidungen in den wichtigsten Disziplinen den Glanzpunkt der ganzen Veranstaltung." Uebcr diese Begebenheiten ist ja schon berichtet worden. Nachzutragen wäre, daß Dr. Deutsch herzliche Worte des Dankes an alle erschienenen Delegationen richtete, wie auch an die belgische Regierung und die Stadtvertretung von Ant- werpen..Ferner dankte er im Namen der svanischen Delegation für die erwiesene Ehrung und schloß seine Ansprache mit der Mahnung:„Hütet die Demokratie". i Da» Handball-Schlußspiel Schweiz gegen Holland endete zur normalen Spielzeit mit 6:8 und «rst di« Verlängerung bringt den Schweizern den Sieg mit,8;6 und damit den Olympiameistertitcl. Im Fußballturnier unterlag im Kampfe um den dritten und vierten Platz das Atu»-Team gegen Spanien mit 0:1(0:0). Die Spanier mußten alles aufbieten, um gegen unsere Mannschaft, die gegen den Vortag ein viel besseres Spiel lieferte, siegreich zu bleiben..— Im Trostturnier gewann England gegen Finnland 2:1 durch einen in ben letzten Spielminuten verwandelten Elfmeter. SdP-Flasko InChodau Der Karlsbader„Volkswille" berichtet über das Fiasko, welches die Sudetendeutsche Partei am Sonntag anläßlich ihres BezirkrfesteS iM Chodau im Bezirk Ellbogen erlitten hat. Obwohl die SdP Leute bis aus Abertham, Tepl, Eger und Komotau herangeholt hatte, war das Fist sehr schwach besucht. Insgesamt waren einschließlich der 400 Ordner 42Y0 Menschen im Festzug, der sich durch die leeren Straßen von Chodau bewegte. Dabei hatte die SdP bei den Maiwahlen von 1938 allein im Elbogener Bezirk 19.000 Stimmen aufgebracht, und die Organisatoren des Festes sprachen davon, daß am Sonntag an 60.000 Gäste das Elbogener Bezirksfcst besuchen werden. Welcher Mißerfolg das war, geht allein daraus hervor, daß die deutsche Sozialdemokratie, welche doch von der SdP al» Splitterpartei bezeichnet wird, am 1. Mai dieses Jahres 6000 Personen versammeln konnte, und auch an dem Genossenschaftsfest 4000 Personen teilnahmen. Ain Sonntag war auch die Enttäuschung an den Gesichtern der lokalen Führer der SdP abzulesen. Das Bezirksfest der.SdP in Chodau hat den schlüssigen Beweis dafür geliefert, daß auch im Elbogener Bezirke die Hcnleinbewegung ihren Höhepunkt überschritten hat. Kostspielige Propaganda Aus Oderberg wird uns berichtet, daß die ausländischen Besucher des Sängerfestes in Breslau aus den reichsdeutschen Bahnen kostenlos fahren können. Gegen Vorweisung der Festkarte wurde den Ausländern an der Grenze ein Freifahrschein ausgehändigt. Angeblich geht die „Stundung" des Fahrgelde» zu Lasten der Festleitung, in Wirklichkeit aber ist das Geschenk an die ausländischen Besucher als Propagandamaß- nahmc des Herrn Goebbels zu werten, der möglichst viele Teilnehmer aus Oesterreich und den sudetendeutschen Gebieten bei der großdeutschen Kundgebung in Breslau haben wollte. Die so beschenkten Teilnehmer sollen mit möglichst „guten" Eindrücken nach Hause fahren und für das Dritte Reich Propaganda machen. Solche Dinge läßt man sich im Dritten Reich etwas kosten. Dafür gibt«S dann weniger Butter und Fleisch fürs Volk, vor allem aber weniger Lohn für die Arbeiter," Eine kommunlttbche Veranstaltung Die Kommunisten bereiten gegenwärtig einen „KreiSaufnmrsch aller Freunde der Volksfront" für den 4. und 6. September in Aussig vor. Selbstverständlich soll diese Veranstaltung dazu dienen, der Kommunistischen Partei neuen Auftrieb zu geben, wie überhaupt dnsBolkSfrontgerede der Kommunisten nur dar bolschewistischen Partei, Propaganda dient.— Tas kommunistische KreiS- sekretaciat in Teplitz-Schünau gibt hektopraphierte Einladungen hinaus, die vor allem an sozialdemokratische Organisationen verschickt werden. Die Empfänger dieser Einladungen werden aufgefordert, einen Vertreter in das vorbereitende Komitee zu entsenden, das von assen Ortsgruppen der KP§ gebildet wird und„Delegierte" zu einem Volksfrontkongreß am 6. Scp- tureber zu lvählen.„Ihre Kreis- und Gebietsleitungen", so heißt es dann,„lverden von uns ebenfalls schriftlich verständigt und eingeladen." Dadurch soss der Anschein erweckt lverden, als seien die sozialdemokratischen Organisationsstellen mit dieser Methode der.„BolkSfroilt"»Bikdung „von unten" einverstanden.— In Wirklichkeit hat die sozialdemokratische Partei mit dieser kommunistischen Veranstaltung selüstverständlch nicht das geringste zu tun und keinem Sozialdemokraten wird es cinfallen, die„neuen" kommunistischen Einheitsfrontbestrebungen durch seine Teilnahme an der Aussigee Tagung zu unterstützen. „Der Kampf** Sozialistische Revue Nr. 8, Au» u st 1037 ist soeben erschienen und enthält folgende Beiträge; Der permanente Krieg Politische Reise,Eindrücke au» Spanten(Karl Kern) Der Marseiller Kongreß(Carl Robert Schwarz) Da» Werk Max Adler»(Emil Fronzel) Europa» Herr?(Josef Hofbauer) Die Solidarität der Klaffen(Oda Olberg) Politische Bemerkungen: Tuchatschcwskt und das deutsch-rufffsche Bündnis— Ist die DAI mitschuldig?— Die Tel- lung Palästinas— Tas Kriegspotential der „Achs»!' Au» dem geistigen Leben: Ein böhmischer Sozialist vor Marx— Zwei tschechische Dichter— Blochdeutsch— Au» per Werkstatt der Teutonen Bllcherschau: Dorf In Scherben— Gedanke und Tat—- Preußen, die Gefahr Europa- Weltwirtschaft— Anzeigen und Hinweise Preis des HefteS 5 KL, JahrcsbczugspreiS 50 KL. Redaktion und Verwaltung: Prag H-, Neue reichsdeutsche Kampagne gegen die Tschechoslowakei „Lidovö Noviny" machen auf die neue Kampagne des„Völkischen Beobachter»" gegen die" Tschechoslowakei aufmerksam. Das genannte Berliner Blatt schreibt in seiner Sonntagsnummer, Prag antworte auf die Angriffe dar reich»deNt- schen Presse stets mit dem stereotypen Satz„Schon wieder neue Prehpropaganda der deutschen Presse gegen die Tschechoslowakei".~o habe man angeblich auf das„Faktum" geani tct, daß In der Tschechoslotvakei Flugplätze errietet werden» welche„nach Prager und Moskauer Geständnissen(I) als Stützpunkte der Sowjetflieger dienen sossten", so habe man auf die Schilderung „mittelalterlicher Torturen" der Eingespercten in den Prager Polizeigesängnissen geantwortet, und so antlvortete man nun auf die Beschwerden der deutschen Presse darüber, daß 8000 deutschen Kindern aus der Tschechoslotvakei nicht erlaubt lvorden ist, Erholung in Deutschland zu finden. Die Hungersnot in den sudetendeutschen Gebieten könne die tschechoslowakische Propaganda nicht ableugnen, und deshalb sei das Verbot der Kinderexpeditionen nicht nur ein Akt der Unmenschlichkeit, sondern auch keine freundschaftliche Geste gegenüber Deutschland. Die Prager amtliche Aufklärung dieses Falles genüge nicht. Die Behauptung, daß die tschechoslowakischen Behörden nicht genügende Informationen Uber die vorbereiteie Expedition erhielten, sei schon deswegen nicht wahr, weil man über diese Angelegenheit einen Monat zivischen Prag und Berlin verhandelt habe. Demgegenüber heben„Lidovs Noviny" hervor, daß unsere Acmter trotz aller Urgenzen bis zum letzten Augenblick von den Veranstaltern der Expedition nicht Informationen darüber erhalten konnten, wo, bzw. in welchen Orten die Kinder, in Deutschland untergebracht werden sollten. Die Veranstalter gebrauchten hiebei die Ausrede, daß die Orte wohl bezeichnet werden könnten, aber nur dann, wenn die Sicherheit bestünde» daß di« Expedition erlaubt werde. Das erweckt de» Eindruck, daß es den Veranstaltern überhaupt nicht um die Verwirklichung der Expedition ging, sondern daß durch die ungenügende Vorbereitung der Expedition das Verbot geradezu provoziert wurde, damit dann dieses Verbot zur Propaganda gegen die Tschechoslowakei auSganutzt werden kann. Wie-seriös aber der„Völkische Beobachter" ist, geht daraus hervor, daß das Berliner Blatt neuerlich auf die bereits längst widerlegten Nachrichten zurückgreift, wonach man bei uns Flugplätze für Sowjetslieger baue, und daß die Prager Polizei die Gefangenen einer mittelalterlichen Tortur unierwerfe. Ebenso unsinnig sind die Nachrichten, welche der„Völkische Beobachter" ans dem französischen Blatte„Je suis partout" übernimmt, welches Blatt von einer Prager Zentrale der Komintern schreibt, von der ans angeblich die kommunistische Bewegung In Oesterreich» MagyarieN, Palen, der Schweiz uiid Jugoslawien geleitet werde. Von der llnwahrhafiigkeit dieser Nachrichten zeugt die Erzähiusig von irgendeinem Major der ischechoslowakischen Arme«, der in der tschechoslowakischen Organisation der Komintern, welche„Vibraz" genannt wird, tätig sein soll. Dieser Major soll unbegrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung haben und Militärdiepste für Soivsetrußlanb und die kommunistische Zentrale besorgen. E» wird da weiter gesqat, daß, die tschechoslolvakischen Behörden zlvar die Tätigkeit dieser Zentrale nichtstünterstützen, aber dulden, wo» durch die Tschechoslowakei ein Moment der"Gefahr für die umliegenden Länder sei. Solche Dinge wagt dab deutsche offiziell« Blatt als Fakta hinzustellen. Daraus ersieht man also, daß derartwe Artikel- des„Völkischen Beobachter-" tatsächlich keinen änderen Sinn haben al» den, gegen die Tschechoslowakei Propaganda zit machen. Auf. der Tribüne des Stadions zu Antwerpen Man«Iaht u. a. Heinrich Mil 11 er. Minister Spaak, Julius Deutich und ganz rechts: Friedrich Adle r.' WM Fl /M ■ IMME MW? MMM Ole Antwerpener Festtage Veite 4 Mittwoch, 4. August 1937; Nr. 181 ■ W ir'.AW HW riAmar- &.W Ük‘ w- Das schwere Eisenbahnunglück bei Paris 3ogmeiügfceiten> „Keine Freiheit ohne organisierten Frieden" Leon Blum Über Jean Jaures Samstag, den 31. Juli, fand In Paris vor dem Pantheon, In welchem eich das Grab von Jean Jturii befindet, eine gewaltige Volkskundgebung statt, die dem ersten Toten ■ des Weltkriegs galt, der vor 33 Jahren ermordet wurde.. Hervorragende französische Politiker, wie Jean I, o n g u e t, der Außenminister Yvon Delaos, Victor S a sch und Lion B 1 u m, hielten dabei Reden. Nachstehend bringen wir im Wortlaut die kurze Ansprache des Führers der französischen Sozialdemokratie, Lion Blums, wie sie der ,,Populalre" vom 1. August bringt: Jaurhs war Sozialist; er wollte nichts anderes sein als Sozialist; aber er war zur Idee des Sozialismus gekommen, indem er die Grundlehren- der Republik vertiefte und erweiterte. Keine Freiheit ohne gesichertes B r o tt lc e i n e Freiheit ohne organisiertenFrie- d e n. Die Devise der Volksfront findet sich rein in den Gedanken Jaurbs’. Kein Mensch hat hartnäckiger und leidenschaftlicher den Frieden unter den Völkern erhalten wollen, aber dieser Friedenswille entsprang bei ihm nicht nur dem, was man Gefühle der Menschlichkeit nennt, oder nur einem gefühls--und verstandesmäßigem Schrecken vor dem Kriege. Jaures war überzeugt, daß die Interessen des Friedens— des „abgerüsteten Friedens", denn dieser Ausdruck stammt von ihm— untrennbar sind von jenen der Demokratie. Fragen wir uns nicht, was Jaures an unserer Stelle gemacht hätte, denn niemand hat das Recht, ihm seine eigenen Gedanken zu unterschieben. Fragen wir uns, was er hätte wollen, daß wir tun, wir mit unseren bescheidenen menschlichen Mitteln. Wir können nicht Jaurös sein, aber wir können in seinen Spuren wandeln, wir können für dieselbe Sache kämpfen wie er, nicht mit seinem Genie, aber mit derselben Entsagung, mit demselben Mut, mit derselben Opferbereitschaft. Wir können leben und sterben für die Freiheit, für die Gerechtigkeit und für den Frieden! Gepolsterte dritte Klasse. Die^StaatSbahn- verwaltung hat neuerlich toieder einige Wagen dritter Klasse in Betrieb gestellt, die mit gepolsterten Sitzen ausgestattet sind. Borläufig handelt cs sich nur um bierachsige Schnellzugswaggons, die für den internationalen Zugsdienst bestimmt sind. Immerhin ist der Versuch erwähnenswert, da er für unsere Berhälinisse eine absulute Neuheit darstellt. In England und den nordischen Staaten ist diese Einführung allerdings seit langem Brauch. „Befriedung.", Der Chefredalteur der„Wiener Stadtstimmen,', Dr. Steiner,. erhielt die freundliche Mitteilung, daß auf ihn hon nationalsozialistischer Seite 1090 Schilling Schuhgeld ausgesetzt worden seien. Wer ist die größere Bestie? Harold Davidson, der früher einmal Pfarrer der Gemeinde Stiffkcst war, aber schon lange von der anglikani- schen Kirche wegen Unboimähiglcit exkommuniziert wurde, Ivar auf allen englischen Jahrmärkten als Dompteur bekannt. Seine Attraktion bestand darin, dah er noch immer den Titel„Reverend? führt und in der Amtslleidung seine Dressurvor- führungcn macht. Bor einigen Tagen ist er das Opfer seines„Berufes" geworden. Der Reverend besitzt keine eigenen Tiere. Er suchte darum stets irgendeine Menagerie oder einen Zoologischen Garten, dec ihm die-Erlaubnis gibt, sich zu produzieren. Dies war auch in dem Vergnügungspark eines Seebades der Fall. Aber diesmal liehen sich die Löwen keineswegs von der Predigt bekehren, die Davidson, wie üblich, an sie richtete. Eine Löwin griff ihn an und schlug ihn zn Boden. Er wnrdc zwar durch das Dazwischcntretcn seiner ständigen Begleiterin, der Dompteuse Somer, die sich in den Käfig stürzte und die Tiere mit einer Eisenstauge in Schach hielt, befreit, ivar aber so schwer verletzt, dah«r im Krankenhaus verstarb. Die Leitung des Vergnügungsparkes aber hat unmittelbar nach dem tragischen Vorfall am Eingang ein Plakat angebracht, das folgende Inschrift trug: „AcrztlichcS Bulletin: Der Gesundheitszustand von Reverend Davidson ist hoffnungslos. Vcrsäumcn Sie darum n i ch t, sich die B e st i e n anzusehen, die den Reverend' tödlich verletzten. Sic sehen auch die kühne, junge Dompteuse, die ihn zu retten versucht hat." Wer ist wirklich die B e st i e, das instinkthäft handelnde Tier, oder der„Mensch", der solche Reklame, erfindet, liest, beachtet?!„ Die„Dame von Welt" im Gefängnis, Die Attentäterin Magda Fontanges, die dcn ehcma- ligcn französischen Botschafter in Rom, Graf de Chambrun, anschoh, dann nicht nur ihre unverbrüchliche Liebe zu Mussolini bekannte, sondern dieser auch in einer sofort beschlagnahmten Skan- dalpnbiikation einen wenig geschmackvollen Ans- druck gab, ist nun also praktisch fceigesprochen lvor. den. Die Verurteilung erfolgt«, zu.einem.Jahr Gefängnis mit Bewährungsfrist und noch am gleichen Tage verlieh Magda Foutangos, von zahlreichen Neugierigen und Presscphotographen sehnsüchtig erwartet, das Frauengefängnis La Ro- quette. Am nächsten Tage schon gab sie Ihr erstes Interview, das in der großen Abendzeitung „Ce Soir"'mit entsprechend eleganter Photographie veröffentlicht wurde. Nur die Sensationsgier konnte an den snobistisch-faden Ausführungen von Madame Fontanges' Gefallen finden, die in der sprichwörtlich„entzückenden" Manier einige Geheimnisse über das Leben im Gefängnis auS- plaüderte,. das scdenfalls für elegante Pariserinnen ein an Komfort kaum zu überbietendes LüxuS- Hotcl zu fein scheint.„Die Vorschriften", sagte Magda Fontanges,„sind an sich ganz'und gar nicht ungewöhnlich härt., Aber es gab etwas, worunter ich stark litt, däS war die Promiskuität. Ja, denken Sie einmal, man unterscheidet in diesen Etablissements nichteinmal zwischen Franen niedercr Stände und c i n er D am«von Welt!" Glücklicherweise hat die Redaktion des„Ec Soir" selbst ein„sic" hinter diesen wenig angebrachten Satz gestellt. Aber, es wäre vielleicht gut, Madame de Fontan- geS daran zu erinnern, dah„Franen niederer Stände"' für das gleiche Verbrechen im allgemeinen in diesen.„Etablissements" sahrclang zubringen müssen. Des weiteren erfährt man noch viel erstaunlichere Dinge.„Ich durfte eine alte Landstreicherin zu meiner persönlichen Bedienung anstellen. Sic hieß Köval, war ungeheuer robilst, aber eine Seele von einem Menschen. Sic machte mir das Bett, wusch das Geschirr auf— mehr war sä nicht zu tun— und war mir absolut er-' geben." Hoffentlich überprüft der französische. Justizminister daraufhin einmal die Zuständz in dem,„Gefängnis" La Röquettc. Nichts ist mehr sicher.(SDA.j Dieser Tage ist zum erstenmal der Gipfel des Rigi mit einem öi/hpferdigen Kleinauto, das mit zwei Personen besetzt war und'830, Kilogramm Eigengewicht aufwesst, erreicht worden. Außerdeni hatte das Kleinauto 220 Kilogramm'Werkzeuge und Ersatzteile, geladen. Es fuhr den schmalen Weg, der von Weggis über'Rigi-Kaltbad und Staffel zum Gipfel des Berges führt, bei einer Steigung bis stellenweise 40 Prozent mit Geschwindigkeiten von 4 bis 107 Stundenkilometer aufwärts. Das größte Hindernis gab'eS kurz'vor dem Endpunkt: einen ISO Meter langen Tceppcnan^icg mit 34 Knüpvelstiegen bei 40 Prozent Steigung. Der Wagen hielt, nach. Iscbcrwindung des Berges an. Die. Talfahrt erfolgte auf einem Umweg über Rigi—First.' Ein großer Waldbrand,. der am 28. Juli ausbrach, hat' in der Gegend' von Letourncuse (Algier) bereits mehr als 700 Hektar Wald verheert. Der Brand, der auch'zahlreiche Weinberge vernichtet Und'eitlige Anwesen"beschädigt hat, breitet- sich« itnmeri weiter- ästs.. Revolte im Irrenhaus. Montag abends' brach-in'einer Straßburger.Jrrenanstglt eine Revolte aus..-77, GeisteSkränke zerstörhen die gesamte Inneneinrichtung- der Anstalt und versuch- tcst: Feuer-ast daS Gebäude zu legen^'-Der.Gendarmerie und-dirr Feuerwehr gelang- es erst nach drti'Stünbens-dt'esJnsaHn der-'Anstalf.-zu überwältigen-. Springslstteyi Im? Bezirk voy Bürmal.tsi, Indien sind über 80 M eWs.ch e.n l ech e g großen. Springfluten zum-Opfer gefallen..3000 bis 4000 Personen,'.sind obdachlos; geiporden. Mehr Blstt, alß Poden.- Die Landwirtstochter Julie- Fxauenthaler' aus-, Hartberg' in Steiermark wstrde'in eistrm nahen Walde, ermor- det-aufgcfunden., Von dein TäterMM- iede, Spur;. Gleichzeitig, ipird: asts. der-.steirischen- Gemeinde Untergreith: gemeldet, dah. dort.- der Landwirt Josef Falzker' ermordetwürde/.: Der■ Mörder Franz Heisserer: aus einer Mchbärgemeinde wutd« verhaftet./ Mit-ihm, würden, die, Gattin des Ermordeten, nnd. ihre Schwester unter- dem' Verdächte verhaftet. Heisserer, dev-Mit beiden cin'Licbesb^r- hältnis unterhielt,-zu der Tat angestistet. zu haben.- Blitzschläge. In der Gemeinde Rieding bei Klagenfurt schlug der Blitz in das Gehöft deS Johann Stückler ein und traf dessen neunjährige Tochter, die ihren einige Monate alten: Bruder Im Arme hatte. Das Mädchen, dessen Kleider Feuer fingen, wurde getötet, während der Knabe ohne Verletzungen davonkam.—In der Gemeinde Neumarkt an der Grenze zwischen Kärnten, und Steiermark. schlug der Blitz in einen Bauernhof und tötete die Besitzerin Julie Einwallner. Ein Medium schwänzt die Schule. Der sensationelle Fall des Mediums Angelo Gulandris, eines 17jährigen Gymnasiasten, der in Trance fallen, di« Zukunft Vorhersagen und Tischrücken produzieren konnte, hat eine sehr nüchterne Aufklärung gefun- dcn: Gulandris ist als Schwindler entlarvt worden. Jutrrcffant ist aber, wie er dazu kam, sich mit-der vierten Dimension in Verbindung zu setzen. Er hatte in den Zeitungen etwas über spiritistische Söancen gelesen und erkannte darin ein vorzügliches Mittel, um der Schulpflicht zu entgehen-»Schon während der nächsten Maihcmatikftunde fiel er in Trance und prophezeite dem- darob sehr erschreckten Lehrer, den baldigen Tod. Dann setzte er die Komödie auch zu Hause fort, begann bald darauf eine regelrechte Ordination, nahm Äunderhcilungen vor, täuschte sogar einige'Acrzte und verriet sich erst dann, als ihm'-eist IlniversitätSprofessor einige. Fallen stellte. Er gab an, daß er den, ganzen Schwindel nur deshalb inszeniert hätte, um nicht mehr zur Schule, gehen zu müssen; Angelo Gulandris wird sich vor Gericht zu verantworten haben, denn seine Schwindeleien-haben' ihm ein kleiner Vermögen cinhebracht. Seine Opfer waren die. vielen Leute, die zu ihm-kamen, um sich von dem berühmten Medium weissagen zu lassen.- Der Araber als Gorilla- Dor einigen Wochen wurde aus dem Departement Gard die unwahrscheinliche Nachricht gemeldet, daß in-der Umgebung-ein großer Gorilla gesehen wurde, der nachts Obst» Und Gemüsegärten plündert«. Die. Polizei.ist der Sache nachgegangen und sie hat das seltsame Wesen- dingfest gemacht- Es stellte/sich-heraus, daß«S ein flüchtiger Araber von riesenhaftem Wuchs war,, der wegen einer Sittlichkeitsverbrechens von der Pariser Polizei seit langem, gesucht wird, und der sich: durch ganz ^Frankreich durchgeschlagen hat. Er wollte bi» nach Marseille kommen, um von dort sich nach seiner Heimat einschisfen zu können- Um die Leute-zu.erschrek«' kcn, hat er, wenn er sich Gemüse oder'Obst zum Essen stahl, unartikulierte Laute von sich gegeben,;so daß die Bauern voll Gard tatsächlich annehmen konnten, daß er sich.um ein wildes Tier handelte-- '„Gerechtigkeit"...(mb.) Vor einiger Zeit hgkte die Polizei von Chicago fünf streikende Arbeiter erschossen. Die schuldigen-'Polizisten konnten nicht sestgestcllt werden. Das Gericht, vor dsts der Fall gebracht wurde, erklärte,, es.habe sich «M„ftijtisiable homicide", also üm Totschlag'ge- händelt, der sich-„rechtfertigen" lasse. Der Fall ist emedigt. - z- Intelligenz,(mb:) Ein" enMscher Arzt; Dr. Thomas- Wright, erklärt:-„Die Intelligenz des N«'nschcn nim:nt zu- dis zum' vierzehnten-Lebens- jahr und beginnt mit 38 abzÜnehmcn: ein Mstnn vmi vierzig Jahre» ist also miHt-intMuenter äls ein vierzehnjähriger-Hiave." schlimm, sehr schllmml.— Dr. Wrigth ist übstigejis, 8C Jahre nlji,;S«ine Behauptung dürfte Mos-ugg^fsthr. der Intelligenz ÄnÄ.'KH»Miässen^.«M«chpk'- -i Der Nordpol schmilzt.(iNh,) Die russischen Wrscher am Nordpol beilägest sEWer-schlechtes Wetter s Nicht daß cs ihnen.zn^viel schneit oder-zu kaltist'—'es r'e'gpct.1?ES scheint Wt-dem- Nopd- pob üherhäupt'nicht alles'ist Orditststg^zü-.sein: Deh'.-Hasen von Dowjjj>Pütts ich-Db-Busest.-tpar 1927-nur 18 Tage eiSfiei,102Säbtr 40,.1l)82: 4Y,,M84: 80 und, 108.8: 83 Lago. Wenn:das-so WÄtergehts, wird) Mstst' Bald': ich- Wistfor stuS<■ den kam» Mittelmeerlstnderü-stach» dpnrsoßnigsn M- fisden- des' nördlichen' Eiswee'resircisen:-'.'-. -'Ein Wahnsinniger. rottetlfrineFamilieauS. Jwdein Dorfe, Vieez; ist'ffteinpoM'föW; eich Etn- wohner iiamenS Gajeivski'in-Änem. WahstsiststS- anfgll drei seiner Kinder, die'im Altervöndrci Monatei«,: zwei. Jahren-üyd sechs.JahrestWüdcn, Der LckScte! von Descartes (MTP) dar dreihundertjährige Jubiläum d-S Erscheinen», der Hauptwerkes von Descartes„DiS- courr de la Möthode" wird an der Pariser Sor« bonne feierlich begangen. In Gegenwart de» Präsidenten der Republik.- und unter Vorsitz des Ustter- richtSministerS Jean Zay.'in.Anwesenheit-zählreicher prominenter. Persönlichkeiten der internationalen wissenschaftlichen Welt wird dar Andenken de» großen französischen Philosophen gefeiert. Bei dieser Gelegenheit erinnern-die Blätter daran, daß man aus Anlaß der Jubiläums vielleicht ein« ganz besondere Ehrung von Descartes hätte vornehmen können, und zwar indenrinan Körper und Schädel, di« seit Jahrhunderten getrennt sind, wieder in ein^r Gruft vereinigt. Wie bei vielen Herrschern oder Berühmtheiten haben die sterblichen lleberreste von Descartes ihre eigene Geschichte- Unmittelbar nach seinem Tode ist der Kopf vom Körper getrennt worden; lediglich der Körper ist von Schweden zunächst nach Dänemark, dann in die Picardie gebracht worden, der Nationalkonvent beschloß, ihn endgültig, im Pantheon beizuschen, war aber nicht geschah. Er ist nach der Revolution in der Pariser Kirche St. Germain de» Prös beigesetzt worden. Der Schädel aber blieb lange Zeit verschollen. Er ging von Hand zu Hand, und endlich entdeckte Ihn der berühmte schwedisch« Chemiker Berzeliu», der ihn für«inen lächerlichen Preis von heute 87.80 Franc», kaufte- Er erwarb ihn von dem Besitzer einer Spielklubs namens Arngvcn Und hat sich auch mit der strengen Wissenschaftlichkeit, die ihm eigen war, um die Vorgeschichte gekümmert. Er konnte eiste vollständige Liste der Besitzer seit dem Tode von Descartes im Jahre 1680 aufstellen, und dabei ergab sich, daß der Schädel nicht weniger als achtmal den Besitzer wechselte. 1821. schenkte BerzeliuS die kostbare Reliquie Frankreich, und seit 1808 kann man. den Schädel im Ehrensaal der Anthropologischen Sammlungen ter Naturgefchichtlichen Museum» in Pari» besichtigen. Die Authenzität de»' Schädel» wird wissenschaftlich kaum bestritten, da der Kapitän der schwedischen Garden, Israel Planstrom, der-di« erst« Exhumierung de» Körper» von DeScarte» auf dem Friedhof von Stockholm überwachte, einen Akt über-den Schädel angefertigt hat. Der letzte Besitzer vor Derzeliu», Arngren-, hat seinen Namenszug sogar in einen Schädelknochen eingemeißelt. Vom V u n cif u n k Cmplshltnswartss aus den PiMnaMM Donnerstag Prag, Sestder I: 10.15: Deutsche Sendung; Frauenfunk: Hausfrauensorgen im Sommer. 12.11-r Konzert auf-Schallplatte«. 14.00: Deutsche Sendung: Musik als Sprache von-Volk zu Volk., 14,40: Heitere» Programm auf- Schallplatten. 18.05: Deutsche Sendung: Heimische Kmnvonisten.— Vortrag: Biene und Bauer.—- Deutsche Presse. Kulturbericht. 20.55: Shinphöniekonzert aus Karlsbad, 22.80: Tanzmusik auf,Schallplatten:— Prag, Sender U:'45:00 Violinkonzert auf Schallplattcn.'15.15; Deutsche Sendstim:. Vortrag: Der Laie äl».. Kunstrichter. Schallplgften, Deutsche Nachrichten.— Brüst» 18.80: ArbeitSmartt(deutsch),"17.40:' Deutsch« Sendung: Heteitersunkr Ratschläge für dar erst« Schuljahr.— Vortrag, Kinderstunde.—7 Preßburg: 12.85: Konzert des FunkorchestcrS. 14.05: Deutsche Presse und Wetterberichts! 17.40:'Konzert.--für Violinerund-,Klavier. 1(1.10: Jazzkonzert..—' Sag schau: 18,10: VölkSmusik äst» der'Ostslowqkei:(l,-7« Mähr. Ostrau: 11.05: Militärchüsik. 18.10: Deüjst fche. Sendung: ,Sagen-aus Schlesien.— Waidzauber, durch Axthicbc und verletzte das vierte Kind im Alter von fünf Jahren und seine Frau schwer. Der wahnsinnige Mörder wurde verhaftet. Abgestürzt. Im Gebiete de» Watzmann stürzt« ein Felsstück mit dem 18jährigen Touristen Heinz Grundmann au» Gotha in eine Schlucht. Grundmann wurde in der Schlucht tot ausgefunden. Fabrilbrand. In der Fabrik der Firma Tausch ist Petrjalka brach Dienstag um 8 Uhr früh au» unbekanMer Ursache ein Brand au», der«in Hölzer«. ucs Magazin einäscherte, in welchem sich. Holzwolle und Stahlvorräte befanden. Während de» Brandt» ersölgten zwei Explosionen,-welche von zwei Sauerz stoffzylindern herrühren dürften. Bei den Rettungrarbeiten brach der Chauffeur de» Feuerwehrauto», Antonia Vojäiek, den rechten Arm. Sinnig« Gate. Der Bürgermeister derStadk— Magdeburg Dr. Markmann hat dem JÄnisch'en Staate das Haus zum Geschenke. gemacht, in welchem im Weltkrieg Marschall Pilsudski während seiner Gefangenschaft-in Deutschland wohnte. Vom Tierarzt kuriert,(mb.) Herr W. E. Rich aus Chippcnham(England), Angestellter einer Ver- steigerungsfirma, ist.vom Krankenlager aufgestanden und wieder an seine Arbeit zurückgckehrt. Er war in Behandlung einer. Tierarztes, denn er hatte— Maul- und Klauenseuche. Ist also vermutlich durch eine Roßkur geheilt' worden. Cromwell» Mache,(mb.) James Cromwell,«in amerikanischer Schriftsteller, ist von einer Reise durch die Sowjetunion nach New Nork zurückgekehrt. Während de». Aufenthalter in der USSN war er ein« Zeitlang verhaftet. Nachdem er di« russische Grenz« hinter sich hatte, rächte er sich, indem er Stalin?!ss Exemplar feine» Bucher„Verteidigung de» Kapitalismus" zusandtc. Wahrscheinliche» Wetter von heut«:..Veränderlich, zeitweise Schauer oder. Gewitter, stur mäßig, warm, Nordwind. W e t t e r a u» s i ch t e n f ü r m 0 r g en: Keine wesentliche Aenderung.— Jin den Tiroler Bergen hat«» übrigen» Dienstag g e« s ch n eit. »r. 181 Mittwoch, 4. August 1937. Seite 8, WKsmirtsckast muläoLlaipo-tltiL Streik der Prager Bauarbeiter (rb.) Dienstag trat die gesamte Prager Bauarbeiterschaft in Streik. Dieser erstreckt sich auf sämtliche Bauten und wuvde von der Arbeiterschaft einmütig beschlossen- Anlaß zu dem Streik gab die Ablehnung,derFordernng nach einer Ivprozentigen Lohnerhöhung durch die Arbeitgeber, die von den Gewerkschastsorganisationen erhoben tuorden war. Diese Forderung nach Lohnerhöhung ist keineswegs übertrieben, sondern ist vollkommen begründet in der allgemeinen Verteuerung der Lebenshaltung, namentlich in den gesteigerten Lebens- mittelhreisen und der Preiserhöhung sonstiger lebenswichtiger Artikel. Die Lohnforderungen wurden seitens der Gewerkschaftsorganisationen dem Verband der Baumeister bereits im Dezember vorgelcgt. Die Dienstgeber schoben indessen die Verhandlungen Immer wieder hinaus und so kam «S erst am 22. Juli zu Besprechungen, die aber zu keinem Ergebnis führten, da auch in der Folgezeit die Dienstgeber ihren strikt ablehnenden Standpunkt aufrecht erhielten. Die Beschäftigung Im tschechischen Gebiet Bei 84 KranlenversicherungSanstalten, welche dem Zeniralverband der Krankenkassen in Prag angeschlossen sind, hat die Zahl der Versicherten im Juni 832.039 erreicht., Im Laufe des Monats ist dies eine Steigerung um 13.708, seit dem Juni 1886«ine Steigerung um 105.768. Nach den Meldungen der einzelnen Anstalten sind an der Vermehrung der Beschäftigtenzahl diesmal die" industriellen Berufszweige in erster Linie beteiligt. Nur vereinzelt melden Anstalten, daß der Zuwachs auf die vermehrte Beschäftigung in der Landwirtschaft oder im Baugewerbe mit den Hilfsgewerbezweigen zurückzuführen ist. Aus den Cinzelberichten geht ferner hervor, daß es die Bczirks-KrankenversicherungSanstalten im Lande Mähren-Schlesien sind, die im Juni über den größten Zuwachs ju berichten haben. Dies entspricht auch den Ausweisen.über den Rückgang der Arbeitslosigkeit, der im Juni in Böhmen geringer war als in Mähren-Schlesien. Bemerkenswert ist, daß neun Anstalten einen Rückgang der Bersichertenzahl im Vergleich zuiy Mai 1887 melden, und fünf Anstalten einen Rückgang gegenüber dem Juni 1836. Alle diese Anstalten liegen in Gebieten mit sehr schwach entwickelter'Jndustrie. .'Die Prager. Baufirma Nckvasil, das größte Bauuntcrnehmen in der Repwblik, ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Nekvasil beschäftigt allein in Prag derzeit 2000 Arbeiter und außer diesen fürchten viele Hunderte Gewerbetreibende, in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Die Firma Nekvasil ist auch außerhalb Prags, von wo ihre Entwicklung ihren Anfang nahm, überall bekannt, da sie eine Unzahl privater und vor allem öffentlicher Bauten in allen Teilen des Staates durchgeführt hat oder durchführt. - Der Streik der Handschuhmacher geht jetzt in die vierte Woche. Das Angebot der Unternehmer, die sich bei sofortigem Arbeitsantritt zu einer in drei Raten fälligen TeuerungSauShilfe in der Höhe von 450 Kronen bereit erklärten, wobei Hilfskräfte die Hälfte bekommen soNten, wurde bei den am-Montag geführten Verhandlungen von den Arbeitern mit beträchtlicher Mehrheit abgelehnt. Änden Streik greifen jetzt auch die Agrarier mit einem Artikel des„BeLer" ein, in welchem-sie unverblümt Partei für die Arbeitgeber ergreifen und gegen die Lohnbewegung der Handschuharbeiter Stimmung zu machen versuchen- Zlehuns der Staatsbaulose 1 Million Kö Serie 4496, Ix» 1fr, 282. Prag, 2. August, Bel der Montag-Ziehung der Staatsbaulose wurden nachstehende größere Gewinne gesogen(die erste Zahl bedeutet Serie, die! zweite die Nunimer): Kö 1,000.000— Serie 4496, Los-Nr. 282;’*, Kö 500.000 Berte 8955, Los Nr. 159, Kö 100.C07 Serie 768, Los Nr. 81, 2715,114, 4665 10, 4968 247, 772 16, 819 178, 1120 867, 2062 158, 4864 29; Kö 50.000 4441 269, 1736 278, 2996 809, 2716 866, 887 206 4512 259, 2805 189, 2066 184, 24 94, 22 146, 657 866, 582 4, 2788 288, 688 827, 794 200, 167 862. Kö 20.000 4986 191, 8484 121, 954 13, 1006 828, 2482 349, 1680 246, 2200 878, 2868 816, 599 182, 1240 97, 4481 887, 2790 840, 2726 201, 1872 877, 1559 115, 8868 130, 947 889, 4169 144, 1797 324, 548 288, 58 889, 1874 215, 1609 811, 8848 88, 2824 45, 4827 10, 1294 292, 631190, 412 22;, 3890 268, 4186 77, 2651 840, 885 119, 4542 219, 3506 247, 4989 198, 3929 77, 498 288, 4748 226. Prag? 8. August. Bel der Dienstag-Ziehung der Staatsbaulose wurdeivaachstehende größere Gewinste/gezogen.(Die erste Zahl bedeutet die Serie, die zweite die Nummer.) 500.000 Kö; Serie 1902—- Los Nr. 190. 100.000 Kö:- Serie 8157— Les Nr. 125. 50.000 Kö: Serie 381— Los Nr. 190, 2782— 314, 3098—880. 8103— 278. -20.000 Kö: Serie 33— Lob Nr. 834, 240— 285, 43jtalBf4425102, 861—' 245, 8464— 48, 4550807, 801,— 851, 8407— 855,686— 248, 2449— 78. Bei* der Zrsatzlehung der OV ObOsKö-Gewsuste stiert und durch Nr. 1899.— Serie 122 ersetzt, Beginn der HandeSvrrfragSverhandlnngen mit Ungarn, In Bad Podibrad begannen Dienstag Handelsvertragsverhandlungen zwischen der Tschechoslowakei und Ungarn mit der Vorlage der gegenseitigen Wunschlisten. Es handelt sich um die Neuregelung des kleinen Grenzverkehrs, verschiedener Veterionärregeln, sowie um eine Revision der Handelsbeziehungen. Die neuen Vereinbarungen gelten für das Recht des noch in Kraft befindlichen Handelsvertrages vom 22. Dezember 1036, der mit Ende des Jahres abläuft, und dpr verschiedene Beschwerden laut werden ließ, um deren Beseitigung cs sich handelt. Große Handels» vcrtragsverhandlungen dürften erst gegen Jahresende geführt werden.. Postsparkaffa-Einlagen im Juli um 26.4 Millionen-gestiegen. Im Juli wurden bei der Postsparkassa 17.04-1 neue Einlagebücher vermerkt, so daß Heren Zahl 622.044 mit einer Endforderung von 508.07 Millionen AL beträgt. Der Zuwachs für-Juli stellt sich auf 26.48 Millionen Kronen.--- Einnahmenzuwachs der Tabakregie. Die' Einnahmen- der Tabalregie betrugen im Juli 150.86 Millionen Kö, b. s. um 4.5 Millionen AL mehr als im Juli 1036 und in den ersten sieben Monaten 1037 insgesamt 073.5 Millionen AL, um 25 Millionen AL mehr als in der gleichen Borjahrszcit. Die Einnahmen des StraßenfondS betrugen Im Juni 25.1 Millionen AL(im Vorjahr 21.4) und im ersten Halbjahr ,1087 insgesamt 185.4 Millionen AL(im Vorjahr 127.7-Millionen AL). Im einzelnen erbrachten die Einnahmen im ersten Halbjahr(in Millionen Ai, elngcklammert die Ziffern für die gleiche Zeit 1086): AuS der Motorfahrzeugsteuer 35.0(84.4), Hälfte des Mine- ralölzolleS 16.3"(16.0), Pneumatikzoll 1(1.)', 67prozentiger Anteil an der Verbrauchssteuer für Mineralöl 75.1(60),* 70prozentigcr Anteil an der Kontrollgebühr für Spiritus zu Mischungszwecken 7.1(6.4), Fahrpreisermäßigung für Hopfenpflücker. Das Landeszentralarbeitsamt in Prag teilt mit: Anweisungen für die zulässige Fahrpreisermäßigung für Hopfenpflücker werden ausschließlich in den Bezirksanstalten ftir Arbeitsvermittlung zum Preise von 20 Hellern für sein Stück verkauft. Dort ist auch ein gedrucktes Flugblatt erhältlich, in Welchem Informationen über die Vorschriften für Fahrpreisermäßigung enthalten sind, die von den Hopfenpflückern genau eingehakten werden müssen. Ferner enthält das Flugblatt die„Bedingungen" des Kollektivvertrags für die heurige HMenpflüitel Da die Ui/sfüllunll.und Beglaubigung der Anweisungen für die Fahrpreißermä- tzigung ausschließlich die erwähnten öffentlichen Bezirksvirmittlungsanstalten durchführen, brauchen die Partieführer keine andern Wöge zu machen als den Weg zur zuständigen Bezirksanstalt. Partien, welche nicht vorher Beschäftigung bei der Hopfenpflücke gesichert haben, können die. Anweisung für eine ermäßigte Fahrt nicht bekommen,, Arbeiterlöhne In Schweden Nach den Berichten des Schwedischen Sozial- instituteS ist im Jahre 1036 das durchschnittliche Einkommen deS Arbeiters auf 2520 schwedische Kronen gestiegen. Damit wurde zum erstenmal der Stand der Konjunkturzeit erreicht,, denn im Jahre 1030 betrug das Durchschnittsjahreseinkommen 2588 Kronen. Der durchschnittliche Stundenlohn stieg ebenfalls. Ein mehr als 18 Jahre alter Arbeiter verdiente im Durchschnitt 1.26 schwedische Kronen(1085: 1-24, 1080: 1.20), eine Arbeiterin verdiente durchschnittlich 0.75 schwedische Kronen(1035: 0.74). So wie einzelne Berufszweige niedrigere Löhne haben, wie z. B. Textilarbeiter in Spinnereien, deren durchschnittliches Jahreseinkommen nur"1600 schwedische Kronen an-macht, und Wäschearbeiter, die nur 1550 Kronen verdienen, so übersteigt das Einkommen anderer Avbeiterkategorien den Durchschnitt, zum Teil sehr beträchtlich, wie bei den Bauarbeitern., Maurer weisen ein Jahreseinkommen von 14.000 schwedischen Kronen aus und habe» Heuer noch eine Lohnerhöhung von 10 Prozent durchgesetzt. Da auch die Preise in Schweden im Steigen sind, ist maßgebend für die Beurteilung der Lohnverhältnisse das Verhältnis der beiden Entwicklungslinien. Dec Reallohn ist etwas langsamer gestiegen, und zwar im Jahre 1086 durchschnittlich um 1.4 Prozent,-seit 1030 um 4 Prozent. Ein neues Sofortprogramm der norwegischen Arbeiterpartei Der Generalrat der norwegischen Arbeiterpartei nahm ein neues Programm an, dessen Grundgedanke wirtschaftliche Eingriffe des Staates in demokratischer Form vorsieht. Die Partei fordert die Bildung eines besonderen Ministeriums für Industrie, dessen Arbeit die Ergebnisse der-neuen technischen und wissenschaftlichen Forschungen berücksichtigen soll. Besondere Aufmerksamkeit wird im Rahmen dieser Bestrebungen zur Entfaltung der wirtschaftlichen Kräfte und Arbeitsbeschaffung und den Fragen gewidmet, welche in der norwegischen Wirtschaft eine hervorragende Rolle spielen: Die Eisenerzförderung, Bau von Schisfen und Elekttizitätswerlen, die Sicherung des Brennstofsbedarfs,- Ausbau der Verkehrswege. Von besonderem Interesse ist die Forderung nach Rationalisierung der norwegischen Textilindustrie. In der Sozialpolitik stellt das Programm die Wohnungsfürsorge in den Vordergrund, dann folgt die Ausgestaltung der Sozialversicherung. Ergänzt und unterbaut wird das Programm durch Einzelforderungen auf dem Gebiete des Steuerwesens, der Kredit- und der Währungspolitik. Vor einem Handelsvertrag Rußlands mit den Verewigten Staaten. Die Verhandlungen über eine Erneuerung des sowjetrussisch-amerika- nischcn Handelsvertrages nähern sich ihrem Abschluß. Während im vergangenen Jahr der Wert der sowjetrussischen Einfuhr aus den Vereinigten Staaten etwa 30 Millionen Dollar betrug, wird diese Quote im kommenden Jahr anscheinend erhöht werden. Die Hochkonjunktur der Rohstoffländer. Die Aussiihr Argentiniens hat im ersten Halbjahr 1037 einen rapiden Aufschwung genommen; der Menge nach wurde mit 11.3(i. B. 6) Millionen Tonnen diehöchsteAusfuhrallerZei- t e n erreicht. Auch wertmäßig hat sich die Ausfuhr verdoppelt; nur 1020 ist ein etwas höherer Ertrag erzielt.worden. Die Einfuhr Argentiniens erreichte*kin ktsteit"Semester den höchsten* Stand ftit 1080.’•-■* Englische WirtschastSbemühnngen in Ingo- slawien. Zum Zwecke der Finanzierung des bri- ilsch-jugoslawischen Handels wird in Jugoslawien nunmehr eine englische Bank mit einem Kapital von 50.000 Pfnnd gegründet. Man erhält für I« 100 Reichsmark..>. 738.— Markmiinze»... 785.— 100 österreichische Schilling 533.50 100 rumänische Lei..'. 17.05 100 polnische Zloty... 526.— 100 nngärische Pengö.. 568.50 100 Schweizer Franken. W 650.— 100 französische Francs.' 107.50 1- englisches Pfund.. 142.62 1 amerikanischer Dollar. 28.60 100 italienische Lire... 136.90 100 holländische Gulden. 1583.50 100 jugoflawische Dinare. a 64.30 100 483.50 100 dänische Kronen.. 636.— 100 schwedische Kronen, N » 735.— Generalprobe kür die englische Marinewoche Die englische Marinewoche soll eine gigantische Darstellung der englischen Flotte und ihrer modernsten Schiffe werden. Hier wird auf dem Kreuzer„Eurleto" am Flugzeugabwehrgeschiitz exerziert. Strafe für Baskenkinder England kann auch hart sein... In einem der englischen Lager, in denen die ans dem Baskenland geretteten Kinder nntergebracht sind, gab es vor kurzem eine lleine Revolte. Die Kinder schlugen einiges kaputt, warfen Fensterscheiben ein, errichteten Barrikaden, die sie mit Steinen sogar gegen ein paar Polizisten verteidigten. Kurzum: Kinder eines an sich schon sehr temperamentvollen BokkeS, von denen zudem ein Teil durch monatelange KriegSerlebniffe psychische Erschütterungen davongetragen hatte, reagierten auf irgendeinen Anlaß, der sie in«Erregung krachte, sehr rabiat. Zur Sühne dafür, daß sie das innere Gleichgewicht verloren, beschloß das für ihre Rettung aus Franco- Händen und ihre.Unterbringung in England verantwortliche Komitee, vierundzwanzig von ihnen, die „Rädelsführer", zurückzuschicken. Die Sache bildete sogar den Gegenstand einer Anfrage im Unterhaus. Ein Mister Petherick erkundigte. sich uutcr.andercm.folgendermaßen:->,Ln Hinblick aus die Tatsache, daß die Buben großen Schaden anrichteten und daß einer von ihnen die Köchin mit dem Messer verfolgte und daß in vielen Fällen ihre Mentalität nicht einem stri kt orthodoxen Standpunkt entsprach"(womit Mr. Petherick offenbar andeuten wollte, daß die Buben in sittlicher Hinsicht eben Bube» und keine durch achtzig Jahre- Erdenwallen zur Senilität abgeklärten englischen Lords waren)„... Ist der Herr Unter-- staotssekretär bereit, die Versicherung abzugeben usw.I...?". . Der Herr Unterstaatssekretär Lloyd war bereit, Er sagte:„Tatsächlich war eS so, daß d ie Kö ch i n. mit ihrem eigenen Messer aus Versehen eines der Kinder verletzt hatte, bevor sich der Zwischenfall ereignete. Ich denke, man wird allgemein zustimmen, wenn ich sage, das Komitee tat recht daran, die verantwortlichen Kinder nach Hause zu« rückzuschicken." Man sieht, was vorging: Die Kinder, fremd in fremdem Land, unter fremdsprachiger Bevölke- rung, deren ganze Art zu denken und handeln ihnen fremd ist, erlebten, daß eines von ihnen verletzt wurde, und haben in einem Anfall von Massenpsychose, der scwst bei Erwachsenen in Masseuansamm- lungen(Kasernen, Lagern usw.) gelegentlich auftritt, geschweige denn bei so temperamentvollen,, durch ihre furchtbaren Erlebnisse besonders labil gewordenen Jugendlichen, aus einem Mißverständnis heraus einen Aufruhr unternommen. Was tut das mitleidige, mildherzige England? Schickt es ins Lager ein paar spanisch sprechende Pädagoge», Merzte und Pflegerinnen? Bemüht«S sich, die durch ihre Erlebnisse psychisch in Unordnung gebrachte» Kinder durch geeignete Behandlung zu heilen? Nein. Es behandelt die Sache wie einen Zwischenfall zwischen zwei Staaten: es fordert Wiedergutmachung, und zwar dnrch Bestrafung der„Verantwortlichen". Ein alter Pädagoge hat gesagt— und der Sah wird den angehenden Lehrern in der Ausbildungszeit immer wieder eingctrichtert:„Bon allen Fehlern und Untugenden der Zöglinge muß der Lehrer den Grund zuerst in sich selbst suchen." Hier hat niemand gesucht; man behandelt die Kinder als verantwortliche Erwachsene und schickt einfach«in Dutzend von ihnen zur Strafe dafür, daß sie sich nicht als brave Buben erwiesen, nicht wie junge Lords benommen habe», denen ein feudaler Hausmeister, Eton oder Oxford rechtzeitig guten Ton beibrachten, iiach Haufe. Wo«, hin? Ins westliche, von der Regierung besetzte Spanien, in das noch nicht von Franco eroberte Nordspanien? Auf alle Fälle irgeudtvohin, wo sie Gelegenheit haben, durch. AuSkostcn der Lebensmittelnot und der Jliegerüberfällc darüber nachziidenken,. daß eS In England ratsam ist, ein braver Bub zu sein. Der eine oder andere von ihnen mag auch' durch' eine Granate oder Bombe umkommen und so - mit seinc'm Leben dafür bezahlen, daß er in England «in« Feusterscheiby'kaputtgeschmiffen hat, R. B.. Man trägt„gestreift 1 Seit» 6 Mittwoch, 4. August 4837. Nr. 18! Ausland Doriot von einem Kommunisten. geschlagen Paris.(HavaS.) Bei den ErgänzungSwah- len In die Deputiertenkinnmer wurde im Wahl» bezirk Saint Denis der kommunistische Kandidat Grenier gegen den Kandidaten der französi» scheu BolkSpartci Doriot gewählt. Diese Wahl wurde infolge der Demission DorioiS notwendig, der anläßlich der alloemeincn Wahlen im Vorjahre über Grenier gesiegt hatte. Gilt nicht nur für Oesterreich! Die„ReichSpost" schreibt über die Breslauer Demonstrationen' der österreichischen Nationalsozialisten: „Oesterreich dankt allen seinen Sängern, die ihm in Breslau vor den herbeigeströmten deutschen Sängerschaften aus aller Welt Ehre bereitet haben. Um so bedauerlicher ist cs, daß der große künstlerische Erfolg der österreichischen Sängerschaften an den beiden Festtagen durch politische Sonderveranstaltungen österreichischer Nationalsozialisten beeinträchtigt werden konnte. ' Es war nicht nur eine schwere Verfehlung gegen die selbstverständliche Verpflichtung jedes österreichischen Teilnehmers gegenüber seiner Heimat, sondern auch ein Akt beispielloser Inkollegialität und Unkameradschastlichkcit, tvenn beim Feuerwerke am SamStag und' beim Festzuge am Sonntag Nationalsozialisten aus Oesterreich durch eine politische Kundgebung für den reichsdcutschcn Nationalsozialismus, die'sich auf dem unpolitischen Sängerfeste ausnahm wie ein Ochse in einem Konzertsaal, die verantwortungsbewußte Sängerschaft in eine peinliche Situation brächten. Es sind ja immer die gleichen keiner Belehrung zugänglichen Kreise, die den Mißton in das Sängerfest brachten,' wie sie den Zug det Olympischen Fackel durch Wien, den Empfang de? deutschen Außenministers in Wien, den Handball-Länder- kmnpf im Wiener Stadion und zuletzt das Front- kämpscr-Trefscn in Wels durchProduktionen eines pathologischen Oesterreich-HasseS gestört haben. Die parteipolitische Extratour belastet ausschließlich das Konto der an der Sängerfahrt beteiligten österreichischen Nationalsozialisten und fällt einzig und allein in die Kompetenz der österreichischen Innenpolitik. Es besteht keine Vorschrift, dcmonstrationssiichtige’ Nationalsozialisten an Fahrten in das Ausland teilnehmcn zu lasten. Für die unverbesserlichen Provokateure gibt.es nur e i n lo i rksames Rezept, d i e starke Faust, die nicht nur gelegentlich warnend gezeigt wird, sondern die auch prompt z u s chläg t." Forderungen der bulgarischen Arbeiterschaft Die bulgarische Regierung hat den Beschluß gefaßt, die Erwerbslosen nicht mehr zu unterstützen. Dieser Beschluß hat die Arbeiterschaft in Erregung gebracht. Die bulgarische Arbeiterschaft fordert, daß alle Erwerbslosen Unterstützung erhalten sollen. Ein weiterer Grund zur Erregung ist die Tatsache, daß die Unternehmer' die drei Tage, an welchen die bulgarischen Betriebe aus Anlaß der Geburt des Thronfolgers geschloffen wurden, entgegen dem seinerzeit gegebenen Vcr- , sprechen nicht bezahlt haben. Eine große Fahl Ion Arbeitern demonstrierten vor dem Arbeitcn- ministerinm. Ein europäisches Problem Pierre de Quiriclle befaßt sich im„Journal des Dcbats" mit dem französisch-tschechoslowaki- schen Verhältnis im Lichte der letzten Ereignisse sind verweist auf den agrcffivcn Artikel der /.Frankfurter Zeitung", welcher kurz vor dem' Aufkommen der Affäre Bruno Weigel erschienen wär und in welchem der deutsche Journalist behauptete, daß die Tschechoslowakei, die— wie er sagte— in Europa eine Schlüsselstellung ein- nehMe, das„wichtigste und nahezu einzige Hindernis eines französisch-deutschen Einvernehmens" sei. Es ist kein französisch-deutsches Pro- blem, sagt de Ouirielle, cs ist ein deutsch-euro- päischcS Problem, in welchem die Tschechoslowakei eine wesentliche Rolle spielt'. Inmitten der zerrütteten Europas erscheint dem französischen H Beobachter die Tschechoslowakei als ein Land der Ruhe und der Ordnung.„In einer' gesunden finanziellen Lage nach ziveimaligcr, umsichtig und kfug durchgeführter Devalvation, boll wirtschaftlicher Tätigkeit, sorgt die Tschechoslowakei in bewundernswerter Weise für ihre nationale Verteidigung." Reue Schwierigkeiten im Ehac» (AP.) In der Chaeo-Frage sind neue Schwierigkeiten aufg'ctaucht. Im Jänner wär nach der Panamerikanischen Konferenz ein Son« dcrabkommcn zustandcgckonnnen, ivonach Para« guan in der strittigen Zone, durch die der für Bolivia wichtige Oclwcg läuft, Polizeirechte ausüben, aber keine Truppen stationieren dürft«, Man bcrpslichtcte sich auch zur Aufnahme der diplomatischen Beziehungen, aber eine Grenzziehung erfolgte nicht. Durch neue Zwischenfälle kam es! dann nicht zur Ernennung der beiderseitigen Ge-■ sandten. Erschwert wird die Lage nicht nur durch den Putsch in Bolovia, der den Oberst Busch an| Stelle des Präsidenten Toro an dse Spitze der' Regierung brachte, f. deril auch durch Unruhe» in Paraguay, die sich aus Zwistigkeiten zwischen dem Militär und der Regierung Franco ergäben. Das-ist um so überraschender, als Franco an sich als Exponent der Militärs galt'. Die Paraguay«- Nischen Offiziere weigerst sschnämlich, die.strittige, Zone zu räumen und der Zivilpolizei gemäß dem Jänncrabkoinmcn zu überlassen, mit der Begriin- duug, daß sich dort Wasser befinde. Sonst müßten sie nicht nur, ivie eS das Abkommen vorschreibt, einige Kilometer,. sondern mehr als 100 Kilo- meter-zurückgchen, nm wieder Wasser zu finden. Dadurch, aber würden Gebiete preiSgcgeben, die von, Paraguay unter den größten Blutopfern erobert worden seien. Zur Nachprüfung des Sach- Junge Menschen auf der Weltausstellung Geht man. durch, das Paris des Sommers 1937, so scheint,die Hoffnung berechtigt, an den Beginn einer neuen Acra in den Beziehungen der Völker zu glauben. Wozu diente, sonst wohl eine Weltausstellung^'wenn, nicht dem Zwecke, die Nationen. einander näherzubringen, ihr Verständnis füreinander zu wecken oder zu vertiefen und'tn schönem Wettstreit um die Krone des Sieges vor den Augen der Weltöffentlichkeit auszubreiten, was an kommerziellen, technischen, künstlerischen, ideellen und kulturellen Zielen erreicht. worden ist? Fremde Gäste aus aller Herren Länder beleben das Stadtbild; Scharen von Schülern und Schülerinnen aus der französischen Provinz und aus Paris überfluten das Ausstellungsgelände: die Klappsessel haben sie imter den Arm geklemmt, den Proviantbeutel umgchängt, die Schülermütze leck auf dem Kopf: so ziehen sie unter Führung des Lehrers von einem Pavillon zum anderen, vom italienischen zum deutschen, vom russischen zum englischen, vom schweizerischen zum belgischen, tschechischen» kanadischen, schwedischen... So sehen sie das erste Fernrohr, mit dem Galilsii sah, und er ist nicht gewiß, ob sie bemerken, daß das Italien von heute es, bezie- hungsreich genug, gerade aus die.grandiosen graphischen Darstellungen der eroberten-Abessinien an den Wänden gerichtet hat.. Denn diese Jugend, so scheint es. geht mit offenem, unbestechlichen Augen und.unvoreingenommenem Blich durch diese größte international«' Schau. Sie spürt das Herz der Völker schlagen, aller Völker ohne Ausnahme und ohne Haß. Denn diese Lugend will lernen, will sehen, will sich ein objektives Bild vom Weltzustande machen,— dies« verhaktes wurden Sachverständig« in das Gebiet geschickt. ES heißt weiter, daß Präsident Franco die Garnisonen von Asuncion und Encarnacion habe veranlassen wollen, in den Chaco einzurücken, um die widersetzlichen Regimenter zur Räumung, zu zwingen, aber diese Garnisonen hätten sich geweigert. Die Armeekreise sind gegen den verstän- digungSfrcundlichcn Außenminister Dr. Stefanich, dein ii: das Abkommen zum Borwurf machen, und damit auch, gegen Franco, der viel zu sehr auf Stefanich höre. Die innerpolitische Entwicklung in Paraguay hat also erneut die Atmosphäre vergiftet, und mau fürchtet, daß die Regierung den Radikalen nachgibt. Eine Rede Stefanichs in Asuncion deutete- schon darauf hin. Jugend,.die ein-böser Zeiterbe zu überwinden haben wird, will wissen, auf welchem Punkte die Menschheit von heute«»gekommen, ist.. . Sind sich die auSstcllenden.Staaten der Bedeutung bewußt gewesen,^ die die Exposition inter- stationäle insbesondere für die Jugend hat? Einzigartige Gelegenheit war geboten, auf dem Wege der Gemeinschaftsarbeit eine geimue Vorstellung ßu vermitteln von der. Entwicklung der Technik,, dem Stande der Wissenschaft und der Künste, der Weitcrerforschung des Weltenalls und den unendlichen Mühen, dem Blute, den Tränen und Kämpfen, die es kostete,-unermüdlich dem Fortschritt zu dienen, das Weltenrad vorwärts zu drehen. Wunderbarer Anlaß war gegeben,-in einer Zeit der Wettriistung und Kriegsgefahr eine in Wort, Bild, Ton und Statistik überzeugende Welt- friedenSaktion einzuleiten, eine Aktion mit dem Ziele, den. Kindern von heute und Männern von morgen die schöpferische Kraft des Friedens, die finstere Zerstörungswut des Krieges, die Sinn- sosigkeit des Hasses unauslöschlich- ins Gewissen zu prägen....•' ■ Nach dem, was Lis jetzt zu sehen ist(die Ausstellung-ist-, noch... immer nicht vollendet) und nach dem, iväS man von den europäischen Staaten gewöhnt sein muß, haben sie sich in seltener Eintracht diese einmalige Gelegenheit, die Mensch- heit von morgen bildc'n Und fördern zu helfen, entgehen lassen, Statt dessen hat jede.Nation die Resultate ihrer Arbeit ausgestellt, ihre Höchstleistungen offenbart.die charakteristischsten Zeugnisse ihres Fleißes und ihrer'Erfindungskraft ausgestellt. Und auch' das ist ychon viel., Denn,' wenn' es nur gelingt, der Ingen,d, dje mit so selbstbewußtem Schritt durch die verschiedenen Pavillons schreitet, die Augen, nicht noch, künstlich'-'zu: verbinden, so sieht sie' jagenug... Trager AMmg Im lebten Auacnblick absprang, in die Sandgrube rollte. Die Pferde erlitten hiebei leichte Verletzungen und miißten anSgcspannt werden. Das Gefährt wurde beschädigt. Eine Greisin Sberfahren. Gestern früh überfuhr der 41jährige Kaufmann Karl Libiger ans Prag-Weinberge in der Jugoslawischen Straße die 71jährige Witwe Antonie Geiger ans Prag XII, die offenbar vor dem WarnungSzeichen erschrocken und zum Gehsteig, zurückgelaufen war. Die Vermi- glückte würde mit einer schweren Gehirnerschütterung und einer Rißwunde an der rechten Schläfe vom gleichen Wagen auf die Klinik Jirasek gebracht. Libiger wurde der Führerschein entzogen. Iümst und Mssen Künstlervereine gegen die tschechoslowakische Exposition auf der Pariser Ausstellung. Der Verband bildender Künstler in Prag und eine Reihe anderer Künstlervcreine aus Prag, Preßburg, Brünn, Pilsen, Budlveis und Waag haben, ei» Flugblatt äuSgegebeii,' dar gegen die Art protestiert. Ivie die tschechoslowakische Exposition auf der Pariser Ausstellung mit Kunstgegenständen beschickt wurde. Dar Flugblatt wirft der. ExpositionSleitung das vollkommene Unverständnis für ihre kulturelle Aufgabe vor und spricht von einer„haarsträubenden Unverant- tvortlichkeit in der Behandlung der kulturellen und finanziellen Aufwandes". Man habe sich nicht bemüht, auf der Pariser Ausstellung alle Richtungen der bildenden Kunst in der Tschechoslowakei auszustellen, sondern habe einzig und allein die Kunstschaffenden um den Verein„AiäneS" bevorzugt. Die Ausstellung.Dunst' und Technik" sei von der Tschechoslowakei nur durch die Kunstgewerbeschule, nicht aber durch die Kunstindustrie beschickt worden, so daß l»t. Besuchet- der- sranMschen Ausstellung nur eia Bild des"„avantgatdist!schcn Dilctranti'SwuS", nicht Mit der reifen künstlerischen Persönlichkeiten gewinn«.(DRD) Die Heimkehr der Sieger Prag. Die siegreichen tschechoslowakischen Flieger sind Dienstag nachmittags nach Prag zurückgekehrt. wo sie auf dem Flugplatz in Kbely von sehr zahlreichen Vertretern der-Armee und Korporationen .sotvie von unübersehbaren PnblikuniSmassen in großartiger Weise empfangen wurden. Vor dem Haupt- hangar nahm vor 18 Uhr eine Ehrenstaffel mit der Regimentsfahne und Musik Aufstellung. zur rechte» Seite'versammelten sich zahlreiche militärische Würdenträger mit dem Generälinspcktor der Wehrmacht Armeegeneral S» r o v h als Vertreter der Natio- nalverteidignngsmintsters an der Svitze; anwesend ivar auch die französische Militärmiffion, gekührt von General F a u ch c r; die beiden WehranSschüffe der Nationalversammlung vertrat der Vorsitzende der WchranSschuffeS des Abgeordnetenhauses Abgeordne- ter D a v i d. Bei seinem Eintrekfen auf dem Flugplatz nahn> der Gencralinfvektor Armeegeneral Stirovh die' Besichtigung der Ehrenstasfel vor, worauf er die anwesenden Würdenträger begrüßte. Um 18 Uhr erschienen di« Flugzeuge der tschechostowakischen Flie« aerexpedition in mustergültiger Formierung über dem Flugplatz. Nach der Landung und den stürmischen. Willkommensgrüßen erstattete der ExveditionSleiter Major Seß Armeegeneral Svrovh die Meldung über dje glückliche Rückkehr der lögliedrigen Geschwaders von den internationalen Flugkonkurrenzen. Nach dem Vortrag der Staatrhtzmne ergriff Armeegeneral Svrovh in Vertretung des NationalverteidigungS- minifterS das Wort-- Ein allzu ehrlicher Konkurrent. Vorgestern wanderte der 42iährige arbeit-'- und wohnungslose Arbeiter Franz Jirsa ans Böhm.-Kamnitz zu Fuß nach.Prag und traf In einem Dorf bei Raudnitz eine Kirchweih an, auf der sich»wei Artisten beim Schluk- ken von Glassplittern sehen ließen. Jirsa meldete sich zum Wettbewerb und verschluckte— nach seinen AMW— Md zehn z'MMM'.HWWfii.«sh u nach Prag kam. stellt«.erIch im allgemeinen. Krankenhaus nnd er-siblte sein Abenteuer. Er wurde auf der Klinik Schlofter untersucht, wo sich' kein« Angaben zwar als übertri-ben heranSftellten. einige Glassplitter aber doch in seinem Innern gefunden wurden;, hierauf wurde er auf di« Isvchiatrische Klinik empfohlen und nach vollzogener Untersuchung in die LandeSirrenanstalt in Prag II überstellt. Pferde und Wagen in eiste Sandgrube gestürzt. Gestern nachmittags fnbr der Kutscher Karl Cernh von einer Baustelle in Bkevnov Lehm in einem zwci- spännigcn Waaen zu eüier. AblägerungSstelle. In der Bolestavgalle.blieb, als er«inen. Hügel hart am Rande einer.Sandgrube hinaufgefahren war. ein Rad im Boden stecken und zerbrach, woraus der Wagen mit den Pferden und dem Kutscher, der noch Walter Kolarz: Das Regime Blum Preis KS 16— Bei allen Kolporteuren oder beim Verlag: Zentralstelle für daS Bildungswescn, Prag XU, Slezfkä 18. B e z n g s b e d» n g ii n g. n: Bet Zustellung ins Haus oder bet Bezug durch die Poft monatlich Kä IS.—, vierteljährlich K£, 48.—halbjährig Kä 06.— Taris billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung dec Rcionnnarken.— Die graphendirettion mit Erlaß Nr. 1S.800/VIl/1S80 bcwilligt..— Druck'rei:.Orbis" Druck-, BerlagS- und Leitung Hana Bitovn in„NrkaS Professor" Der Krieg In Spanien ist das Thema der Vortragsreihe, die vom 2. bjck 8. August nach 8 2 des VerfammlungSgcfetzes täglich von 17 bis 21 Uhr im Odborovh düm> Prag I., Persthn 11,'stattfindet. Während der Vorträge tvird Bildermaterial über die spanischen Ereigniffe ausgestellt sfein-. Einladungen sind erhältlich im Sekretariat der DSAP.,- Prag XII., Slezfkä.18. bllückeL soc> dem., Krajskä oilborova,*ada OSO-, Sozialistische Jugend, Prag. Nlme in Prager Lichtspielhäusern Adria:„Die weiße Großmacht".(A.)—Altar „Tie Sünde einer Nacht".(Nach S. Zweig. Fr.)—- Apoll«:„Ehe ohne Hochzeit".(A.)— Avion:„Die weiße Großniacht".(A.)— Fönix:„Die Welt gehört uns".(Vorkovec u. Werich. Tsch.)— Flora: „Der Mn st erd i euer".(Charles Laughton. Ä.)— Hollywood:„Schwand«, der Dudelsackpfeifer".(Tsch.)—Hvizda:„Schwanda, der Duhel- sackpfeifer".(Tsch.)—Julis:„Frauen um Ludwig XVI.".(D.)— Kinerna: Journale, Grotesken, Reportagen.— Koruna: Aktualitäten, Journal«, Grotesken.— Kotva:„Schwanda, der Dudelsackpfeifer", (Tsch.)— LUcema:„Die Welt gehört u»S";(Bor« kovee u. Werich. Tsch.)— Metro:„Fpauen um Ludwig XVI".(D.)— Praha:„Frauen üin Ludwig XVI.".(D.)— Staut:„Marokko".'(Mädl-iie Dietrich, Gary Cooper. A.),— Svitozorr.„Ehe ohne Hochzeit".(A.)— Bajkal:„Der Mann ohne Herz".(Paul Wegener. D.)— Belvedere:„Der Postillon von Lonjumcan".(D.)—Bcscda:„Der Jäger vom Fall".(D.)—- Illusion:„Das Mädchen im Schaufenster",(Tsch.)''— Ltd« M;„Der Mann ohne Herz".(D.)— Louvre:„D e r Mnster- diener".(Charles Laughton. A.)— MaccSka« „FolieS Bergöre"..'- j', Verlanget überall Volkszünder Sie sieht auch, kvenn-sie-sich'sn den'schönen, schattigen Park abseits-der Paläste der-Nationen verirren sollte, eine Sondcrschäu, die-dem Kiüde, s der Ftau nnd der Familie gewidmet ist. Sitz lyird' vor den entzückendsten Kinderzimmerustehen, die Einrichtungen der mydernen Hygiene bewundern und-vielleicht auch die Tabellen studieren, auf' denen in prachtvoller Photomontage an Wänden nnd. unter großen Glästascln- der, französische Staat von jenem; sozialen, Aufbauwerk berichtet, das er'im Jntereffe eines gesunden Nachwuchses geleistet hat,- Sieht sie nur-alles,- was zu sehen ist, witzse. neue Jugend, dann wird- sie,;-soviel- ist gewiß, selbst von dieser Weltausstellung, lernen; oberen ganze- Anlage in Form,- Inhalt und, Aufbau der, dtzütlichste Beweis, für- die.Notlvendigkeit'.-Wid-/, licher staatlicher Zusammenarbeit aller Nationen und Völker- ist. Und sie wird sich energisch wehren gegen das-Wort vom ewigen Opfer; das mir bon eiiier fn der sozialen-Fürsyrste^tiaenj'estttzn-der Kinderpavillons betreYelidenrArqjtzjjM.-elltMlrn« gehalten wurde," als ich; iNtziuen Freude, üvtzstkdip Musterschau für Msttter stich Kino, auf der Pelt» ausstellüng Ausdruck gah-und meiner"Furcht, daß' alle'Mühen iliii"die-Z>lkunft der.Jugend-"Durch einen' neuerlichen Krieg'umsonst- sein;'könnten. Das„ewig.notlvendige Opfer" dec Jugend von heute soll nicht, wie jene-Frgü-^ ditz ihron;H'ann- und.ihre BrUderaufdeniSchlachtfcldcließ— cs glaubt,'"''ein neues Bliitopfer^seist; sonderst^dä.s einzigtz, löchklich sinttbolle Opfer' an NtzWen» Kiiaft, Geist ilnd'Wisfen,- tzas von'eiuep'Meiffchf heitsgeneration. für dicnudere'gebracht.'lvepdest. f ntutz,. weil es d.i« einzigtz Möglichke^.bodeuEch^ daS" Däs?in.chpr, ,Menschheit-?, nicht, eiiiesj.Nasi^. schmachvoll.-getilgt wird.aüs'stdpv, Äeschichre'^der-\ Welt,"^-'^'.">:' , ganzjährig iiö 1V2.—.— Jalerate werden laut,,'j ZeitiingSirankatur wurde von der Post- und TeI«i>..st.W'