Sozialdemokrat Aentralorgan der Deutschen sozialdemokratische« Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit W««s«h«» de« Mouta, ttgttch fr»h/«inzelprets 70»etter - Telephon S3077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: KarIK«rn,Prag Aus dem Inhalt: Die Teplitzer Ausstellung „Freiheit und Licht“ Die LUgenhetze der„Zeit“ Pastor Dlbelius freigesprochen Der Fall Nekvasil Samstag, 7. August 1S37 Nr. 184 klugreug HdaKau-Prag verunglückt Alle- sechs Insassen verbrannt Wien. Sy Wien traf Freitag abends die Nachricht ein, daß das sowjetrussische Personen.Flug,eng der Flugstrecke Prag—Moskau am Rach, mittag mit sechs Personen««weit der Gemeinde Saracel im Bezirk Bister, «ih in Siebenbürgen abgestürzt ist. Das Flugzeug ging In Flamme« auf «ad verbrannte bin««, weniger Minu- ten vollständig. Sm Flugzeug befanden sich zwei tschechoslowakische Paflagiere sowie vier Mitglieder der Besatzung. Alle Snsaffe« wurde« tot ausgefunden. Zh-e Namen konnten bisher nicht fest, gestellt werde«..- Meldungen aus Bukarest-bestätigen lediglich die-Tatsache des Unglücks;. dieNämen der Ber- unglückten sind noch unbekannt. Auch der Prager Flugplatz hat noch keine näheren Nachrichten über das Unglück. Madrid unter schwerem Feuer .-Madrid, Die schwere Artillerie der Aufständischen sombardöette Frritaa vormitta,» gegen«en« Uhr wiederum di« spanisch, Hauptstadt.- Das Bombardement hatte per allem di« Meryl im Zentrum,-er Stadt zum Ziel« und hielt-IS IS Uhr-an. Besonders das Arbeiter. , riertel Ouatrocaminos wurde schwer betroffen. Offizielle» Berichten zufolge forderte daS Bom- bordement zahlreiche Opfer. Die republikanische Artillerie leantworyte dieses Bombardement mit einer Beschießung der feindlichen Stellung«« in Gerabitas. . Beider Bombardierung Madrids wurde durch die Explosion einer Granate das Palais der päpstlichen Nuntiatur beschädigt und der Sekretär deS päpstlichen RuntiuS getötet. . Die Negierungstruppen.eroberten am Don». nerStag das Dorf FriaS de Allarrarin«ach har» temKämpfe: Der Feind soll große Verluste erlitten haben. Ein« Aktion der DynamiteroS ermöglichte den RegierungStruppe» die Einnahme 'zweier weiterer Häuser deS Dorfes Lara» bauch e l. Im Abschnitt von Guadalajara' gelang es den Regierungstruppen«ach Flieger» Vorbereitung, ihre Stellungen an der- Straße nach A r a g o n zu verbessern. heue Italienische Iruppentransporte .. Madrid. Einwohner von Malaga, die-in Gibraltar angekommen sind, erzählten dem Sonderberichterstatter der Agence espagne, daß fast jede Nacht von fremden Schiffen, starke Tr.uppe n k o n t'.i n g e n t e ausge» bootet werden. Sie fahren sofort.inLast- autos nach Modril weiter. Es handelt sich in den meisten Fällen um I t alten e r,, deren Zahltsi' Malaga von Tag zu Tag wächst. Franco— ein kleiner Herrgott • SNlaiNänca.(DNB.) General Franco hat 'eItt'Dekret''Uber den Aufbau der neuen StaätS- pqrtei unterzeichnet, die die Grundlage des ueuW.sÜastischcn Staates darstellen sollt' Die Partei setzt, sich aus aktiven Mitgliedern üNdAn- Hänger» zusammen.«kiiöe' PMeiwUMeder, Werden«;'a? die Gweräle, Offiziere und Wtep« offiziere der Arme-V Mariiy Und AyWUM wie soÄe Personen sein,''die dssrch persönlichen Entschluß Generäl Franco» dazu gemacht wer-- dem Der erste Nationalkat der Partei wird, vpl-lständig von WjPjHigj; Di« Zahl seWr MWed-r darf lromIcht'Mr- schrelte«.. Generäl'Ftänco veWrpsrt.sü seiner Person'ÄeTa'h'.s.oYl^- Aä.t.o,r'k't»fty Vie Annäherung l.ondonkom klngehende vesprechungen In Nom verabredet, R o in.' Bei' der donnerstägigen Unterredlmg de» italienische» Botschafter» Grand! mit dem ständigen Generalsekretär de» englische« AußenamtrS Bansittard kam man, wie die Agenzia Stefan! meldet, überein, dir italimisch-englischen Besprechungen entsprechend einer italienischen Anregung in R o m stattfinde» zu lassen. Die nächsten Wochen sollen zunächst sowohl von der englischen wie von der italienischen Regierung dazu benutzt werden, die verschiedenen Fragen nach ihrem neuesten Stand zu Prüfen und so daS gesamte erforderliche Material für diese Besprechungen beiderseits vorzubereiten. Bansittard hat ferner bei der Unterredung Grand! gegenüber zum Ausdruck gebracht, welch günstigen Widerhall die Erklärungen deS italienschen Außenministers Grafen Cian» in England gefunden Haien. Die englische Regierung sehe indicscm Interview einenSchritt von großer Tragweite im gegenwärtige» KlärungSprozeß der italienisch-englischen Beziehungen. Mit dem Jnterview sei der Weg für die bevorstehenden Besprechungen in Rom frei ge-, macht worden.- ßiach britischen Meldungen begibt sich der britische Botschafter Sir Erie Drummond dieser Tag, auf Urlaub und wird nicht vor September nach Rom zurückkehren. Die lrltifch-italirnische Aussprache wird erst um diesen Zeitpunkt wieder neu ausgenommen«erden. BIS dahin dürste auch in Genf bereit» ein« Entscheidung bezüglich AbessinienS gefallen.seist und auch ist Spanien könnten neue Verhältnisse eingetreten sein- Londoner Ausschuß vertagt London. Der Unterausschuß deS Nicht» einmischungSauSschusseS vertagt« sich Freitag nach knapp«inständiger Beratung voraussichtlich bis Anfang September. In der Zwischenzeit soll«in technischer Unterausschuß'Untersuchungen über technische Einzelfragen der Land» und. See» kontrolle anstelle» und dabei sowohl die.Vorteile wie di« Mängel de» bisherigen System» berücksichtigen. Diese Atempause'wurde von-allen Delegierte».»»genommen.. x Der" Borsitzende' des Nichteinmischung SmS^' schusseS, Lord Plymouth, wurde am Donnerstag abends bei einem Automobilunfall verletzt. Er erlitt eine Ritzwunde über dem linken Auge, konnte aber der Sitzung des Unterausschusses am Freitag schon wieder präsidieren. Zeitungsverbot aufgehoben Rom. Einer Meldung der Agenzia Ste- fani zufolge wurde das am 8. Mai d. I. ausgesprochene Verbot der Einfuhr englischer Zeitun- gen fetzt wieder aufgehoben. Von dem Verbot waren blotz die.Daily Mail", di«.Evening unv-ber-„-Observer" ausgenommen.- „Entartete** Kunst mehr gefragt als die offizielle! London. In Londoner Sammlerkreisen herrscht großes Interesse für die jüngsten reichsdeutschen Maßnahmen, die die Reinigung der reichsdeutschen Museen im nationalsozialistischen Sinne betreffen. Es handelt sich für das.Ausland darum, ob die aus den Museen verbannten Bilder verkäuflich sind oder nicht. Auch wird be- furchtet, daß möglicherweise diese Bilder- von einem-ähnlichen-Schicksal- ereilt werden- könnten. wie di« durch den Nationalsozialismus verpönten Bücher.die bekanntlich 1988 verbrannt wurden. - viel vermerkt wird hier vor allem die Tatsache, daß die al» Abschreckungsmittel gedachte Ausstellung„Entartete Kunst" in München in den ersten 14 Tagen einen Rekordbesuch von 396.000 Personen,» darunter viele«-Engländern und. Amerikanern, z» verzeichnen hatte, während, die große offizielle Ausstellung im „Hause der deutschen Kunst" bisher lediglich von 120.000 Personen besucht-wurde. Japan fordert Wei Provinzen Nopel und Tschachar sollen„ Tokio. Rach Berichten der hiesigen Presse über die Reise- de»' japanischen- Botschafter» K a w a gor«ach Nanking sind die japanischen Forderungen, di« er der chinesischen Zentralregierung vorlrgen wird, folgrnder 1. Die Nanking-Regierung läßt die Bil dung einer autonomen Regierung ist H o p t i und Tschachar zu. 'S. Japan wird n i ch t daraus dringen, daß die autonome Regierung von der Nanking- ' Regierung amtlich anerkannt wird. ' 8.' DI« chinesischen Truppen verlassen die .^Provinzen Hope! und Tschachar. 4. Auch die japanischen Truppen ziehen sich sch r i t t w e i s e aus Rordchina nach . Mandschukuo zurück. Der Botschafter soll auch»ersuchen, mit der Nanking-Regierung'»ine. 3« s a m m e n- a rbot-t. zst r U n t erdrück« n g de» Komm« n i, S m u S zu vereinbarem worauf di« japanische-, Arm«««roße» Gewicht lege. ES wird jedoch bezweifelst daß Nanking, auf eine solch« Allianz eingehen-werd«. Neue Kümpfe Im Gange P e i p li n g. Während dir Bahnlinie Pei- ping—Tientsin anscheinend aus dem Kampfbereich gerückt ist. nnd ider Verkehr-auf dies« Strüke wieder ausgenommen wird, entwickeln, sich entlang den änderen Eisenbahnlinie« langsam die S ärstpss-e'»wischen denjapanischenunvchinesi- sche« Trappen. .selbständig** werden An der Hankau-Bahn konnten die chinesischen^ Truppen di« Japaner au» Lianghstang, 30 Kilometer südlich von Peipin», vertreiben. Entlang- der- Tsingtau-Punkau-Bahn sind Kämpf« zwischen T s ch i n g h a.i<43 Kilometer südlich von! Tientsin) und Malschank<72 Kilometer südlich von Tientsin) im Gange. Hier wurden' japanische Bombenflieger eingesetzt, doch werden größere Kämpf« durch den'heftigen Regen behindert.' An der Bahn Tientst—Tsinan dränge«'die Chinesen bis zum Eisenbahndepot Uang- liun^ing<20 Kilometer südlich Tientsin) vor. Dir-chinesischen.Truppe» an der Bahn Peiping— Suivüan und in Nord- und Ost-Suiyuan wurden erheblich verstärkt. .. DieBesatzung der japanischen.Konzession in H a n k a« wurde durch Abteilungen der Marineinfanterie verstärkt...Der'Flottillenchef hat daS Standrecht verkündet. Von japanischer Seite Wirch erklärt, daß'diese Maßnahmen notwendig wurde«:"weil ein Angriff der. Chinesen Mf, hie japanische Konzession drohe. Bon chinesischer Seite wird diese Absicht' in Abrede gestellt. Mm erwartet jedest Augenblick den Ausbruch eistes Äampfes.> , T.....,,• ■- t. Auf Grund der Beschlüsse der' chinesischen Regierung, alle chinesische« Staatsbürger aus Jsstmst abzutranSportteren, erhielten' chinesische GWstüWö'linim,' den AÜfträg, Dampfer bereit- gststellen..Der größte Tell der in Japan stndiere»- den Chinesen ist bereit» zurückgekehrt. Palitische Macht und gewerkschaftlicher Kampf Vor zwei Tagen haben wir an dieser Stelle den Ausführungen eines tschechisch-bürgerlichen Blattes gegenüber das Recht der Arbeiter aus de» Streik vertreten. Wir haben dabei das Blatt,, um das es sich handelte, nicht genannt, weil wir nicht den geringsten Anlatz zu einer unsachlichen Polemik geben, durchaus auf dem Boden einer sachlichen Auseinandersetzung bleiben und den Standpunkt der Arbeiterschaft, als deren Sprachrohr wir uns fühlen, ebenso ruhig wie entschieden darlegen wollten. Wir freuen uns nun feststellen zu können, daß der„Venkov"— nun können wir sagen, um welches Blatt eS sich handelt — die Sachlichkeit unserer Antwort anerkennt und dies an leitender Stelle zum Ausdruck bringt. Diese Atmosphäre, in der eine sachliche Klärung der den Gegenstand einer Auseinandersetzung bildenden Fragen möglich ist, veranlaßt uns auf die für di« arbeitende Klaffe im gegenwärtigen Augenblick autzerordentlich bedeutsame Frage der Berechtigung des Stteiks noch einmal zurückzukommen und ein weiteres Argument, das der „Venkov" in die Diskuffion geworfen hat, zu prüfen. Wir wissen zwar, daß wir uns mit dem Hauptorgan der republikanischen Partei nicht werden einigen können, glauben aber doch, daß eine Klärung auch dieser Frage nützlich ist. Der„Venkov" behauptet, daß es unnötig sei zu streiken, weil die Arbeiter ihre Vertreter in der Regierung haben. Hat dieses Argument Be» rechtigung? Hat tatsächlich der Streik keinen Sinn in einem Lande, in welchem die Arbeiterschaft«inen— größeren oder geringeren— Anteil an berStaatSgewält hat? Der Kampf der Arbeiterschaft um ihre wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Ziele ist umfassend wie das soziale Leben selbst und spielt sich auf den verschiedensten Gebieten ab. Auf jedem Kampffelde steht dem Proletariat ein anderer Gegner gegenüber, mutz sich die Arbeiterschaft anderer Kampfmittel bediene« und be-, sondere Organisationen schaffen, denn die arbeitenden Menschen müssen sich vereinigen, müssen ihre Zahl zum Ausdruck bringen, wenn sie sich Geltung verschaffen wollen. In den Anfängen der Arbeiterbewegung gab es eine Richtung, man nannte deren Anhänger Selbsthilfler, welche von einer.politischen Betätigung nichts, von einem wirtschaftlich- genossenschaftlichen Zusammenschluß alles erwarteten. Dagegen ttat der große Erwecker der deutschen Arbeiterschaft Ferdinand Lassalle auf," der den Arbeitern die Ueber- zeugung beibrachte, daß sie die politische Macht erobern müssen, wenn sie ihre wirtschaftlichen Forderungen durchsetzen wollen.(Die Anhänger Lassalles. nannten sich damals StaatShilfler). Seither ist die überwiegende Mehrheit der Arbeiter und Angestellten davon überzeugt, daß der BefteiungSkamvk des Proletariats sowohl auf politischem als auch aus wirsschaftlich-gewerk- schaftlichem Gebiet geführt werden müsse. Später entstand insbesondere in den romanischen Ländern neuerlich eine Bewegung, welche vom politischen Kampf der Arbeiter nichts wissen wollte und die Gewerkschaften als einziges Kampfmittel des Proletariats betrachtete, der Syndi-» kalismus. Aber nach dem Weltkriege ist die Stoßkraft auch, dieser Bewegung gebrochen worden und heute ist es eine Binsenwahrheit, daß der politische Kampf ebenso n.-twendig sei wie der gewerkschaftliche. Der Sinn aller politischen Arbeit des Proletariats und seiner klassischen Vertreterin, der Sozialdemokratie, ist der Kampf um die StaatS- gewalt, deren Wirkungsfeld sich seit der Lassalleschen Agitation noch bedeutend ausgedehnt hat. Anteil an der polittschen Macht bedeutet Einfluß auf die Gesetzgebung und Verwaltung, von ter die Freiheit des Staatsbürgers und deren Gebrauch durch die arbeitende Klaffet ebenso abhängt Wie die sozialen Grundlagen der ArüeitS, und LebenSverhältnlffe der Arbeiter. Deswegen anerkennen auch die Gewerkschaften die Notwendigkeit der politischen Arbeit ustd ihen hiebei' mit der Sozialdemokratie Hand in Hand. Dadurch wird aber die besondere Tätigkeit der Arbeiter auf dem Gebiet ihrer. Existenzbedingungen mit Hilfe besonderer Organisationen, eben der Gewerkschaften, nicht überflüssig. Trotzdem, der Staat aüf Wirtschaft und Gesellschaft einen immer größeren Sette 2 Tamkiäg, 7. viigttft 1937. Jfc. 1« Britischer Tankdampfer bombardiert London. Der britische- Tons-Dampfer „British ll o r p o r a l" ist nach einem Bericht ans Algier am Freitag morgen- von drei Eindeckern eine Stunde lang lombardiert worden. Von der 43köpfigen Besatzung de- Schiffe- ist niemand verletzt worden. Da- Schiff wurde nur leicht beschädigt. Ueber die Rationalität der Flugzeuge wird in dem Berichte nicht- gesagt. Einfluh gewinnt, der liberale Staat durch den sozialen verdrängt wird, leben wir iy der privatkapitalistischen Ordnung, in welcher der Staat wohl'dem Unternehmer viele- im Interesse der Arbeiter vorschreiben sann— wenn die Arbeiter Einfluh in der Regierung besitzen— er kann aber beim Stande der heutigen Gesetzgebung und Verwaltung den Unternehmern nicht befehlen, in einer Zeit aussteigcnder Konjunktur höhere Löhne zu zahlen. Die Sozialdemokratie hat es in der Tschechoslowakei in'der Zeit der Krise durchgesetzt, dah die Kollektivverträg« nicht gekündigt werden dürfen, sondern automatisch weiterlaufen müssen und hat dadurch bei,manchen Arbeiterschichten den Roman von L Pringsheim „Nein", sagte Frau Hardt fest—„weil ich überhaupt auf solche Arbeit verzichte. Und keinen Mops jemals tvieder spazieren führe." Die Wittve schluchzte laut:„Mein armes Hundert— jetzt schimpfen Sie noch auf ihn, wo ich doch alle- verloren Habel"—„Nein!" rief Frau Hardt erbarmungslos—„Sie verloren nicht alles. Sie —", dann zwang sie sich noch in letzter Sekunden keinerlei Trümpfe auszuspielen. Und während Franzi weiter schrie und weinte, holte Frau Hardt die arme Finni, welche sich in der Küche etwas Kaffee lochte und bat sie, die Schreiende zn beruhigen. Dann ging sie au» der Tür und wußte, dah cs das letzte Mal sei. Jetzt hatte sie innerhalb noch nicht vierundzwanzig Stunden ihren zweiten Posten ausgegeben, aber sie konnte nicht mehr. Sie war müde, müde, sie war müde— müde vom fremden Leid. Es muh auch ohne die Posten weitergehen. Und wenn c- nicht weiterging, dann stand auch bei ihr einmal das Rad still. Ihr fielen Melodien und Worte au-Brahms Requiem ein:„Und alle Oual und alle Qual hat nun ein Ende." War unten der Sohn vielleicht nicht doch wichtiger? Brauchte sie nicht doch vielleicht einer der verstreuten Kinder? Es passiert so viele-, und sie ist nicht dabei, muh sie denn immer verschlungen werden von dein,, war um sie geschieht? Mirza würde ihren Weg finden, Bert hatte eine Gönnerin, ganz ohne ihr Zutun. Seme junge Frau würde jetzt erst selbständig werdest und sich aus dem gehorsamen Kind zu einem selbständigen Menschen entwickeln. „Es geht doch alles ohne mich", sagte sie vor sich hin. Und ihre geschwollenen Führ taten wth. Absturz der Löhne in- Bodenlose verhindert, aber dcn-Wiederaufttieg der Löhne auf, dar Niveau von 1929 mit politischen Mitteln bürchzusetzens-sind wir sticht imstande. Da- bleibt Aufgabe det Gc»' werkschaften,. welche die Erhöhung der Löhnelinst Verhandlungswege durchzusetzen die redliche Ab-^ sicht haben und vernünftige,' der wirtschaftlichen Lage'entsprechende Forderungen'stellen. Wenn aber die Unternehmer den Arbeitern keinen Anteil an der Konjunktur gewähre«: wollen— dann bleibt nichts andere- übrig al- zu der natürlichen, der Arbeiterschaft durch den Charakter der Wirtschaftsordnung aufgedrängten Waffe de- Streiks zu greifen. Die Anteilnahme der'Sozialdemokratie an der Regierung eines Staates kann daran-im Rahmest des Kapitalismus grundsätzlich nichts ändern, sie kann höchstens dazu beitragen, dah der Staat al» Vermittler in sozialen Konflikten auftritt und die Zahl der offenen Kämpfe' in den einzelnen Zweigen der Wirtschaftslebens vermindert. Die Arbeiterschaft wird auf allen Gebieten gesellschaftlichen Lebens, auf allen sozialen Schlachtfeldern ihre» Kampf weiterführen' und sich hiebei aller, wist es im alten Hainfelder Pro- gramm von 1888/89 heißt,„zweckdienlichen und dem natürlichen Rechtsbewußtsein dcS VolkcS entsprechender Mittel bedienen". Gestern war ihr Sohn besonder» gereizt, dann stellte sich Fieber und etwas Grippe ein. Wenn sie ihn,nicht pflegt, pflegt ihn nicht so leicht ein anderer."Uno wenn er sie.auch abwehrt«, sie wollte eS versuchen.„Lah nur",fuhr er auf, al» sie sich über ihn beugte.„Sicher-hat oben jemand Schnupfen oder kriegt ein Kind, oder nimmt sich das Leben, und du bist nötiger als hier." Aber sie antwortete ausnahmsweise nichts. Sie richtete eine heihe Limonade und als. die erste Helligkeit in das Zimmer drang, sagte sie plötzlich:«Weißt du, daß ihr als Kinder immer so gerne krank wart?-Und dich mußte ich mein„Goldautomobil- chen". nennen, sonst schliefst du nicht ein." Bei der Dorechana hatte der Rout sehr lange gedauert. Sie war mit allen Mitteln bestrebt, die erlittene Schlappe gut zu machenstund sich nichts anmerken zu lallen., Als man an. kleinen Tischen, zusammensaß, ließ sie. ihr Mas erklingen und hielt eine Ansprache:.. „Meine verehrten, lieben Gäste I Eigentlich sollte unsere teure'große Nordische Kämpferin Lei uns weilen. Aber ihr warmes gutes Mütterherz stieß aus ein verlassenes Kind und sie nahm es auf und. tröstete eS in der Einsamkeit."(Auf Viesen Anfang wax die Dorechana sehr stolz, sie hatte eine ähnliche Rede bei ejner Muitcrtagung gehört und mitstcnographiert. Bei ihrem ausgeprägten Ord- uungS- und OrganifationStalentwär es ihr tatsächlich gelungen, sofort-in ihre^ Kartothek^die Rede zu finden und rasch zu überfliegest.). Dann macht«'sie ein« ergriffene Pause und fuhr fort:». Bei der ungeheuerlichen geistigen Rot der Jetztzeit besteht die dringlichste Forderung nach Abhilfe. Wenn wir heute sehen, daß tatsächlich 'ein hochbegabtes Menschenkind' am Zusammenbrechen'' ist, weil ustsere Gesellschaftsordnung die Hilfe versagt, weil die zuständigen Behörden,und' Einrichtungen keine Ohren, und, keine Augen haben,, will ich«inen, Verein zur Hilfe für geisftg Arbeitende gründen. Aber ein, Fond» muß bereit sein. Ich muß Meine lieben-Freunde bitten, bei« zusteucrn. Ich werde-kein-Mittel unversucht lassen, Der FallNekvasil Ast den letzten Tagen hat der Zusammenbruch der größten Baufirma der Tschechoslowakischen'Republik, der- Firma' Nckvastl, bedeutende» Aussehen erregt. Die Firma hat 18 Millionen 'Schulden, eine Reih« unvollendeter Bauten stehen, da, sie ist nicht imstande, ihrer Zahlungspflicht nachzukommen und hat deshalb die sie patroni- sierenden Banken ersucht, di«.finanziellen Mittel aufzubringen, um den weiteren-Betrieb der Firma möglich zu machen. Wie eS scheint, sind die Banken nicht dazu bereit und eS ist wohl mit dem endgültigen Zusammenbruch der' groheft Firma zu rechnen- Der Fall muß umso mehr'Aufsehen erregen, als er in einer wirklich guten.Bausaison erfolgt. An den letzten Jahren sind in den verschiedensten Ländern der Welt sowohl große Banken al» auch große Jndustrieuilternehmungen, ganze Millio- ncnkonzerne zusammengebrochen. Aber da» war in der Krise, wo die Aufträge immer geringer ' geworden, die Preise gesunken sind und di« Kre- diwerhältnisse sich verschlechtert haben. Daeigenartige an dem Zusammenbruch der Firma Nekvasil ist, daß er ist der Konjun k t u r erfolgt, in welcher ebenso wie die Unternehmungen anderer Produktionszweige auch' diejenigen Baumeister, welche beschäftigt sind, gut verdienen. Gerade die Firma'Nekvasil hat au» der Konjunktur in der Bauindustrie großen Nutzen gezogen, denn sie war«S, welche die meisten Bauten hatte, und der c» gelang, insbesondere große öffentliche Bauten an sich zu ziehen. Da»'deutet auf gewisse ungesunde Erscheinungen nicht nur in der Geschäftsführung gerade dieser Firma, sondern' in der privatkapitalistischen Wirtschaft überhaupt. Nekvasil gehörte zu jenen Unternehmungen, die von einem hemmungslosen AuSdehnungSdrang besessen sind, die alles an sich reihen, alle» niederkonkurrieren wollen. Die Firma hat, um andere Firmen aus den Wettbewerb aurschalten zu können, solche Konkurrenzbedingungen gestellt, daß ein privatwirtschastlich rentable» Baqen nicht möglich gewesen ist, wodurch die Gefahr entsteht, daß unsolid geballt wird, wa» angesichts gewisser Vorfälle in den letzten Jahren nicht unbeachtet bleiben sollte. Um nun eine monopolartige Stellung auf dem Baumärkt zu erobern und alle» an sich zu reißen, hat die Firma groß« Schulden äufge- nommen, wodurch sie immobil geworden ist. Und vielleicht nicht nur da». E» wird sich ja zeigen, ob die Passiven die Aktiven nicht übersteigen, da» heißt, ob die Firma nicht nur immobil, sondern auch passiv ist. So bietet der Zusammenbruch der Firma Nekvasil ei^ Beispiel für die-ungesunde Entwicklung gewisser Großbetriebe, die keine andere Rück» «sicht kennen, als.ihre eigene Ausdehnung und-die «Beherrschung des Markte». Da»"ungehemmte Machtstreben und. der Gewinnhunger solcher Unternehmungen werden da» Grab nicht stur jeder soliden Produktion und Geschäftsgebarung, sondern-der wirtschaftlichen Tätigkeit solcher Firmen überhaupt. Der TrotzklSmuS breitet sich aus! Die„Rote Fahne" hat eine erschütternde Entdeckung gemacht:' di«.Trotzkistenzelle" im.„Sozialdemokrat" empfängt ihre Weisungen zum„Kampfe gegen die Sowjetunion" vom Henleinabgeord- neten Rudolf Sand wer! Da» ist schwarz auf weiß'im Stalinistenblatt zu lesen. Wer e» ist nicht anzunehmen, daß die„Rote Fahne" schon diesen Verein, in der Oesfentlichkeit bekannt zu machen, und bitte nur um Ihre Zustimmung, die Statuten, den,Vorsitz und die übrigen Formalien festzulegen, E» wird auch in Ihrem Sinne sein, wenn-wir den Vereist stach unserer teuren, leider momentan abwesenden Freundin nennen, da wir döch auch ihr zu Ehren hier beisammen sind. Ich bitte Sie, sich zu erheben und mit mir auf die Zukunft de» Vereines, auf unsere berühmte nordische Dichterin, sümma summarum auf jeden strebenden Geist anzuswßen!" Rian klatschte begeistert Beifall, und- die Gründung wurde, in allen Einzelheiten beredet. Mit dieser Rede hatte sich die Dorechana gerettet. 'Sie war ganz entzückt von sich und ihrer Wirkung. Meist sprach sie gegenüber einem Spiegel, um'sich am eigenen Spiegelbild zu steigern. Sie-fand-sich unerhört bedeutend aussehend und der Gedanke, so, den Abend gerettet zu haben, brachte sie tzi bleu», dende Stimmung.', Man brachte.Sekt, sie trank diel, die Damest wurden alle laut und.lustig. Einige Herreu kamen stoch dazu, denn der Denuh der aüten'.KUche und Zigarren..bei, der. Dorechana war',berühmt, Die Söhne, boten«mit. an-und warfen ihrer Mutter .schwärmerische Micke äu»' feuchten Augen mit Bweren Lidern zu.'Abed etwas brannte stoch' ist , e Dorechana: die. Erinnerung an da» spöttische Lachen der Hardt,'Jmister wieder'glaubte'sie es zu hören und eS'veristischte' sich mit dem abweisenden Blick deS fehlenden Gaste». Sie war klug-genug,. sich darüber im klaren zu sein, daß ihr» Geldmacht pnd erklügelte Position nicht an«die Stärke etmscher^UedetßeiiMNsskhergnreichte. Aber ha,' wo ihre Macht''und ihr'Können'versagte, MM« ihre Schlaitheit herhalten. Und heute ließ sie me'Schlauheit äußer-ächt:-sie trank. Wenn die Dorechana trank/ war sie weist wütend-«und diese Wut steigerte sich im- Alkohol-faft zu ordinärer >Aü»gelästetih«it; Dann vergaß ,fichrdlese-JrauiMd ihre''--spontane i Entfesselung"- wirft«- paradoxi zu ihrer kunstvollen Plato-Äelt. E» geschah aller» dings höchst selten, da sie sich ganz in ter Gewalt Dibellus contra Kerrl Der Pastor vom Sonderaerlcht freigesprochen Gestern sand in Berlin der Prozeß gegen den Führer der Bckenntnükirche, den evangelischen Pastor Dr. Otto D i b.e l i u S, statt. Dibe» liuS war angeklagt, weil er an den Kirchenminister Kerrl einen offenen Brief geschrieben hatte, dessen Verbreitung verboten wurde, wa» ober die klnhänger des Angeklagten nicht hinderte, den Brief in den Kirchen zu verteilen. Ob man sich zu den religiösen Auffassungen, die Dibeliu- in diesem Brief ausspricht, bekennt oder nicht— in gleicher Weise wird jeder zugeben müssen, daß dieser Brief das mutig« Be- k c n n t n i s eines von seiner Ueberzeugung durchdrungenen Menschen ist, der bereit ist, für diese Ueberzeugung Opfer zu tragen. Aus diesem Grunde veröffentlichen wir diesen Brief, der als ein interessantes Dokument der Zeit und de» Widerstandes gegen das Hitlcrsystem Gütung behalten wird. Der Brief lautet im Auszug: Gehr verehrter Herr Reichsminister! Eie haben nach den mir vovlieaenden Berichten acfaat: der katholische Bischof von Gallen und der evanaMche GeneralsuveriniendeM Zoellne« hätten Ihnen beibringen wollen, wa» Christentum sei; daß er nämlich-um die Anerkennung gebe, daß Jesus Gotte» So in. sei.. Das sei lächerlich und nebensächlich. Die ÄeftämJest« ckuk'M Wirken lassen und ein Christentum der Tat leben— das sei alle». 'Der Satz, daß Jesu» Cbriitui Motte» Sohn ist. ist nicht ein Lehrsatz, von Menschen erdacht, sondern die arundleainde Berkündiauna-der heiligen S ch r i s t. An diesem Satz hängt unser Glaube. Aus ihm nehmen wir den Halt für unser Leben und Trost für unser Sterben. Denn wenn Jesu» von Nazareth«in Mensch aewesen ist wie wir alle, dann hat di« Kirche nicht mehr da- Recht, dem Mhtho» Alfred- Rosenbergs da» Evangelium entgegonzuftetlen, al» di« ewige und unabänderliche Wahrheit Gotte». Sie haben gesaat: der Wille des Vater», den wir nach den Worten Jesu erfüllen sollen, sei nn» in» Blut gegeben. Da» Neue Testament weih nicht» davon, da- un» de« Will« Gott«» in» Blut gegeben ist. . Sie haben weiter gesagt: die Priester behauv- teten, Jesu» sei«in Iude: sie redeten von dem Juden Paulus und sagten, da».Heil komme von den Juden. Da» gehe nicht! Jawohl. Jesu» von Nazareth ist nach seiner menschlichen Natur aus dem Geschlechte Davids, also ein Jude! So lehrt e» das Neue Testament unmißverständlich und klar. Daß Paulu» ein Jude gewesen ist. hat noch niemand bestritten. Von den Briefen diese» Apostel» zu lassen.' ist der Kirche verwehrt, wenn sie nicht aufhören will: Kirche Jesu Christi zu sein. Wom Sie sagen, e» gehe nicht, dnh evangelische Pafwven-diese Ding« Pagen, dann bedeutet da», dah Sie den Pastoren verwehren wollen, zu sag««, wa» im Neuen Testament steht. Daraus können wir nur antworten, daß sich«in wangelischer Geistlicher«mr von Gott«» Wort, nicht« iberdon den Menschen»orschreibvn läßt,«a» er zu vvedigen hat, und dah-er, wenn.«» hart auf hart geht, Gott m«b r gehoochou-'muh al» de« Mrnschrn. Herr RcichSminister. wenn de» morgen» im Religionsunterricht den Kindern gesagt wird: die Bibel, da» ist Gotte» Wort, da» zu un» redet im Alten und im Neuen Testament!— und wenn am Nachmittag memoriert wird: Welcher ist unsere Bibel?' Unser« Bibel ist Hitler»»Mein Kampf" wer muß hier seine Lehre ändern?.. Hier ist ider entscheidendesPunkt."WestU Sie,for»; dein, daß di««bangeiliiche Kirche nicht Staat im Staat sein soll, so sagt feder evangelische Christ dazu I a I Ab«» sobald der Staat Kirche sein«td dl» Macht über di« Deelen ter Mensche« und üb« die Predigt der Kirch« an sich nehmen will, sind wir nach Luther» Wort gehalten. Widerstand zu leisten in Gotte» Ramm. Und wir werdm da» tau! Dr. Otto Dibeliu».. * Da» Berliner Sondergericht hat Dr. Di- beliuS freigesprochen. In der Urteilsbegründung wird' darauf hingewiesen, daß dem Angeklagten nicht nachgewjesen werde» konnte, daß er unwahre Angabm bewußt verbreitet habe. . Pari». Donnerstag abmd» ist hieb d«r bekannte ungarisch« sozialistische Publizist«nd Politiker Josef Dincr-DkneS im 81l HetmS« jahr« gestorben;---'i Der Verstorbene, dessen Lebensarbeit wir erst vor kurzem aus Anlaß' feines 80. Geburtstage» (am 27. Juni d. I.) ausführlicher gewürdigt haben, HSt sich schon in den neunziger Jahren al» Literat und Kunstkritiker-der„Nepszava"«inen Namen geschaffen und gehörte zu den hervdr» ragendswn sozialistischen Theoretikernund Sozialpolitikern Ungarn». Nach dem Umsturz war«r im Kabinett Karolyi Staatssekretär für Aenßere» und mußte später wie alle sozialistischen Führer in die Emigration gehen. Seither lebte er'.in Pari». Du Nachspiel von Wels Der Sicherheitenrektor maß gehen Linz. vn Ischl wurde der dortige bekannte Advokat Dr. Fran» Konrad»«haftet und im Zusammenhänge mit he» nationalsozialistischea Demonstrationen-in Mel» in dal Songentia- tionslager von WöllerSdorf gebracht. Ferner wurden in Ischl-lt> Mitglieder der illegalen Organisation. der Hitlerjugend verhaftet? elf derselben wurden zu Gefängnis(von zwei bis sechs Wochen verurteilt. Auch diese Organisatto» hatte«inen Anteil an den Ereignissen in wel». Außerdem wurde in demselben Zusammenhang» der Licherheilsdirettor von Oberöfterreich, Pete« R e v r r t e r a,«in«hemaliger vertrauter Mitarbeiter Starhernberg», auf längeren Urlaub geschickt, von welchem er nicht mehr in sein Amt »urvckkehren wird. den Gipftlpunkt der Idiotie erreicht hat. Sie kann und wird auch noch'blöder werden. Bedrohung mtt dem Jagdgewehr. In dem nur einige Häuser zählenden Orte Rabenstein hat der 89 Jahre eckte Eisenbahnpensionist Adolf Michel den Gastwirt Ernst Heller, der ihn wegen einer Zechschuld von 104 Kd gemahnt hatte, tätlich angegriffen und schließlich da» geladene Jagdgewehr auf ihn angelegt. Heller bemerkte dies im letzten Augenblick, sprang au» der Schußlinie und schlug dem Michel das Gewehr aus der Hand. Auf Grund der erstatteten Anzeige ist Michel, der geflüchtet war", in atn tzn'-Gaßhäuse in Jober bei Wernstadt von her Gendarmerie' verhaftet worden. Michel ist Moholiker, hätte jedenfalls während de» Vorfall«» sein übliche» Räuschchen und"war auch bei seiner Verhaftung in stärk angetrunkenem Zustande. Er-wurde dem Leiptee KreiSgericht«ingeliefert. Arno Plauert gestorben. In Warn»dorf ist der Ehef der Maschinenfabrik Plauert gestorben» Der Hingang PlauertS wird auch von der Arbeiterschaft de» Betriebes schmerzlich, empfunden, denn Plauert hatte e».' verstanden, zu seinen Arbeitern ein.sehr herzliche» Verhältni» herzustellen, und kam ihren Forderungen und Wünschen imm^r sehr wohlwollend entgegen. hatte,-aber heute passierte.es. Di« anderen Anwesenden merkten e» kaum, da-die starken alkoholischen Getränk« auch auf sie wirkten. Di« Dorechana. lachte laut und gellend, warf den Kopf.zu» rück, schüttelte ihr dickes rötliches. Haar, strich sich über di« Hüsten und preßte die Brust herapS. Ihr breiter Mund öffnete sich riesengroß und immer wieder trank sie in gierigen Zügen, dann begann sie billige Witze zu erzählen, sang minderwertige Lieder und ihre Manieren glitten hinüber in. ihre Jugendzeit, wo sie al» stüh entwickelte» Kind ein Vagabundenleben, mit.ihrer Mutter führte. Schließlich wurde Gramnwpyon gespielt,-'man tanzte, di« Dorechana warf ihren großen. Körper hin und her und glich der Parodie einer Bacchantin. Sie umschlang ihre Tänzer und Tänzerinnen fest, auch die Dienerschaft war animiert durch Al» kohol und Wirbel. Einer der Diener vergaß sich soweit, daß er einer der englischen Mädchen.in ihr pralles Hinterteil kniff, sie quietschte und ließ da» Tablett fallen. Da-kam die Dorechana etwas-zu- sich, das Grammophon-wurde abgestellt, Müdigkeit machte sich hi«-und. da bemerkbar- und- nach einiger Zeit brachen-die erhitzten Gäste auf. Die Dorechana mimte.wieder Haltung, aber noch brannten» ihr. rote-Flecken-auf Hal» und Gesicht und die-Augen flimmeüeN'-hektisch. Sie Leh ihre Gäste an der-Tür defilieren und schloss, etgsnhän* dig den Lift auf, welcher mehrmals hinunter und herauf fuwc, um die vielen, Leute-zu befördern.' -Al» dex-Lift wieder hielt, entstieg, unerwartet der Portier, welcher chben beim Semitätsrät bei,-der Abholung der traurigen Last. durch die Leichenbestattung behilflich fein sollte. Beim Anblick de/ Portier», epnnerte sich die Dorechana wiidev"ast Frau Hardt und redete ihn' an, war schift sehr .selten geschah. Der Portjer wargftvißkein boshafter Mensch und sehr ruhig.. Aber diese. grille Frau,War ihm von jeher zuwider. Und heüteb^' sonder», wo er dfe gatize Nacht an,dem Mfterest Schicksal da oben.bet«iligi/wgr.,"Di« Dorechana. sagte mit.ihrer lauten, prägnanten Stimme; .(Fortsetzung folgt.), W. 18* SamStag, i. August 1937. Seite 3 WWDeHi«Eeußs«KrGr Zeitspic&ei „Freiheit und Licht“'. Vierzig Jahre sozialistische Arbeiterbewegung Im Teplitzer Gebiet Eine groBe und sehenswerte Ausstellung . Aus Anlaß des 49jährigen Jubiläums der Teplitzer Arbeiterbewegung und der„Freiheit" veranstalten die sozialistischen Organisationen des nordwestböhmischen Gebietes in Teplih neben dem. großen KreiSarbeltcrfest am.14. und IS. August eine Ausstellung unter der Devise„Freiheit und"Licht". Heute wird sie in den Räumen der'Bürgerschule auf dem Schulplah in Teplitz und Im AuSstellungS-Saäl des städtischen Museums eröffnet. Sie verdient, daß viele Tausende Menschen sic sehen, ehe sie nach dem Kreisfest ihre Tore' wieder schließen wird. WaS in dieser Ausstellung in bunten Bildern,»in L c h r« und L.e s e b u ch für jeden,"der zu lesen versteht, zusammengestellt wurde, ist mehr als ein Stück Partei« oder GewerkfchaftS-, oder Geuoffeu- schastSgeschichte. Hier spiegeln sich v i« r I a h r- z ech n t ewi r"l l i ch c r V o l k S g e schichte, kulturellen Werdens, sozialer Entwicklung einer großen Sektors der Sudetendeutschen, Im Zeichen der Demokratie Man tritt durch dar große Tor der alten Teplitzer Bürgerschule in die geschmackvoll drapierte, mit.Grün geschmückte Vorhalle..Die Treppe ist mit den Regenbogenfarben der Genossenschaften geschmückt, vöm Treppenabsatz spricht .tn kapitalen Lettern ein Schillerwort uns an, mahnend,, daß jeder zum Ganzen strebe. Rechts und.links des Treppenaufganges stehen die Büsten der. ersten beiden Präsidenten der Republik. Masaryk und Benes, die Stifter und Hüter der tschechoslowakischen Demokratie sollen auch" die Hausgötter dieser Räume sein. Den demokratischen Errungenschaften, dem zähe erkämpften Stück Volksherrschast dankt man das soziale und kulturelle Werk, das hier zur Schau gestellt wird. Der Demokratie aber, ihrer Idee, dem Gedanken der Volksstaates, der freien Gemeinschaft arbeitender und sittlich verantwortlicher Menschen dient auch, was die Organisationen. der Arbeiter geschaffen haben und weiter schaffen. Des zum Zeichen und nicht nur als Tribut der Loyalität stehen hier die Büsten der großen demokratischen und. sozialen Denker, Kämpfer und Staatslenker. ■„Wlründjung“’'* Freundliche Bilder grüßen un» von den Wänden des ersten Saales. Die Kinderfreunde, die S o z i a l i st i f ch e Lugen d, die AtuS-Union stellen aus. In ausgezeichneten Lichtbildern gehen di« Roten Falken«inen Querschnitt ihrer Arbeit. Helle Ge- sichter. offene, ehrlich« Jungen» und Mädelaugen, Jugend auf der Wanderschaft, Jugend im Zeltlager, singende, zukunftsfrohe Jugend ist hier in schönen Bildern eingefangen und"unter den Bildern finden wir Zeitschristen, Broschüren, Werbe- material, Statistiken, die von der Arbeit der Kinderfreunde und der Falken melden. Inmitten des Raumer ist ein Globus ausgestellt, rot« Bänder find zu den einzelnen"Ländern gespannt und münden auf eine Karte, die das Reh der Welt« orgänisation der Kinderfreunde verzeichnet. Was wird aus der Jugend? Der Rechen- fchastsbettcht der Atu»-Union zeigt, wie die" Größe unserer Kulturorganisationen die mündig werdende, dem Falkenlager entwachsende Jagend weiterführt zu BerantwortungSfreud«, zu stählerner Disziplin, zu körperlicher und moralischer Leistung.» Große graphische Darstellungen zeigen die OrgänisationSarbeit, die Gliederung d«r AtuS-Union im Kreisgebiet, dem altett Kerngebiet" der Sportbewegung. Was der Attis an körperlicher Ertüchtigung leistete, däS will die Sozi a list i f ch e Ä ugend an geistiger Erziehung schaffen.„Wir wollen d!« Jugend formen, damit ihr starker Willen dann die Freiheit bringe" heißt es ayf einer der. Wandtafeln. Man verfolgt.an den Zeitschriften die.kürze und. doch so dramatisch bewegte Geschichte unserer. Jugendbewegung, ftir die seit dem Umsturz Teplih das Zentrum geworden ist, die in'Teplitz erneuert, wurde, äls.dje kommuni- stifchcn Spalter sie zerschlagen"haften, Auch für di«.Jiigei,d waren die letzten Jahre.eine"besonders.schwer«. Zeit, gerade für die'Jugend wären sie ßielleichtldie stärkste Nervenprobe.".Da. gsbt es ein" Wahrhaft.erschütterndes" Dokument/ Es ver-" schwindet fast sinter'.den bunten Plakaten und Zeitungen. Aber es verdient tzeleseii"zu werden. Eist Blatt nur, eig„kurz?r" soziologssche.r..Vkfund und doch".so vielsagend.„Wir stellen vor", heißt es. z 18: Jugendliche' aus Katharinaberg im Erzgebirge find"mit"Namen, Alter, Beruf/ Funktion,"Lebenslage und—-«S,ist.wichtiger als man aüf/.dlft/ersten Blick".glauben will:") ijüt Angsibe -ihrgr Schlafstelle angeführt/ Da ist; einer dabei. 17Jahre alt," verdient, in der Holzbranche 60flä die Woche,und ist der einzig« Verdiener für sechs Prrsonen;^,MläMin der Kammxr". Älle schla-" fen sie in KasNtnern, Dachkammer, auf dem Dachboden. Man muß tvissen,.wäs.M.sudefendeutschen Mietskasernen eine Kammer ist. und gar«in« Dachkammer. In neunzig von hundert Fällen „eindeutig sozial" charakterisiert: ein zugiges, schmutziges Loch, das gerade noch zu einem Hühnerstall taugen würde. Ei» 28jähriger lebt mit dpr b l.i n d e n Tante und der b l i n d e n Groß-, mutter, im Haushalt zusammen. Seit fünf Jahren ist er arbeitslos. Einer schläft neben der Hobelbank.— die„Brauchtumsforscher" vom BdD könnten ihre helle Freude daran haben, wie sich da noch die„guten alten Zeiten". lebendig erhalten haben I Einer, 22 Jahre, Vater tot, Mutter krank, hat drei Personen zu ernähren und muß jetzt einrücken. In wenigen Worten rollt ein Schicksal vor uns ab," ein Roman, mündend in eine bange Frage. Doch die Jugend will nicht nur zeigen, daß sie leidet, sie will vor allem zeigen, daß sie arbeitet und kämpft. Da find Arbeiten Jugendlicher ausgestellt, Schnitzereien in Bein und Holz, Pla- sttken, Zeichnungen, von geschickten Händen zeugend. Da ist verzeichnet, was die Jugend in Spanien leistet, wo sie das Reservoir des Offiziersnachwuchses ist, da grüßt uns von der Wand eist Bild des Genossen Jakfch und der Text meldet, daß er.einst hier in Teplih der SJ angehört hat. Weiter läuft der Kulturfilm. Die„S- BUHne" stellt sich vor. Der Arbeitersängerbund zeigt seine Leistungen, eine Fülle von. Publikationen zeigen nicht nur den Umfang, sondern auch die Qualität der Arbeit, die in Jahrzehnten geleistet wurde. Bilder von Brahms, Schubert, Beethoven melden auch hier, daß die Arbeiter-Kulturbewegung dem besten Kulturerbe der Nation ihren Respekt erweist. Ein großes Bild von U t h m a n n ehrt den Pater des sozialistischen Kampfliedes. Photos aus vergangenen Tagen sind als Meilensteine des Werdens einer Bewegung zu werten, die. mit einem Uhlig— den noch eine Gruppenaufnahme von 1928 zeigt— und mit manchem anderen Anteil an der Erweckung der arbeitenden Menschen zu einem neuen Ideal hat. Ein kleines Gruppenbild aus früher Zeit wird besonderes Interesse finden. Die Teplitzer Arbeiter-Liedertafel mit Josef Seliger, mit Kränke!, dem Schriftsetzer Gustl H ermann, Rudolf Sch neid e r» ist, hierfestgehalten. ' Die wahre Volkshilfel Die Gewerkschaften sind, wie es ihrer Bedeutung entspricht, in einigen Räumen beherrschend vertreten. Was sie bedeuten, das wird"hier so recht anschaulich gemacht. Am deutlichsten vielleicht erkennt mast es auch an einer . Die„Zeit" brachte, um die wegen des Kindertransportes von Herrn Goebbels inszenierte Hetze gegen die Tschechoslowakei zu unterstützen, am 4. August einen Artileh unter der Ueberschrift „Partoipolitik bestimmt soziale Fürsorge",» in dem der„Nachweis" geführt werden sollte, daß die vom Gesundheitsministerium eingeleiteten Er» holungSaktioncn nichts anderes als parteipoli- tische Unternehmungen sind. Die„Zdit" nimmt ein« im Borjahr durchgeführte Hilfsaktion des Gesundheitsministeriums für arbeitslose Jugendliche zum Anlaß für ihre Hetze. Es handelt sich um das Jugendlager in" Ober-Wernersdorf, das angeblich zu" einer Institution der» Sozialdemokraten gestaltet wurde. Wir sind» in der Lage, die Behauptungen der>,Zeit" Wort für Wort zu w i d e r- legen und.sie als die übelste Hetze gegen die Arbeit des GesundhtitSministeriumS zu entlarven. So ist er nicht wahr, daß aus manchen Bezirken„nur Parteigenossen des Herrn Gefund- . Ministers oder Kommunisten" ins Lager geschickt wurden. Die Jugendlichen wurden im Gegenteil von den B e'a i r k s j u gen d.f ür f argen oder. von den Bezirkskomitees für H e i.l f ü r« sorge■ ausgesucht. Politische. Gesichtspunkte Waren bet der Auswahl überhaupt nicht maßgebend. Der pädagogische Lage.rlefter war nicht .ein Elektromonteur aus""der Komotauer Gegend", sondern war ein arbeitsloser Kupferschmied aus"der Teplitzer Gegend, der. über die besten Zeugnisse als Fürsorger verftigt.— Er erließ;"eiii A b z c i ch e n v e r b o t, um die Politisierung deS Lagers zu verhindern. Daran mptzte auch" einer. der Helfer erinnert werden,. und" zwar der"Rechtshörer Ernst. Rudolf, Mitglied der S d Pupd Mitarbeiter der ,,Zeit".. Jugendliche aus dem Käadener Und Du^er Bezirk, die später eintrafen und von denen einige Sozialdensokrgten waren, kamen mit Dreipfeilabzeichen auf der Bahnstation an. Der Helfer Rudolf Storzer,einv ölki s ch. gesinnter Student der MdizsiU,'holte sie ab, gab ihnen däS Abzeichenberbot bekannt und die Jugendlichen Zusammenstellung, die sich in der Exposition der Union der Textilarbeiter findet. Da Ist mit Zahlen belegt und graphisch dargestcllt folgendes zu sehen: 322,598.545 US hat die Union, eine einzige Gewerkschaft also, in den Krisenjahrrn von 1939 bis 1938 an Unterstützungen auSgezahlt. In derselben Zelt hat die Sudetendeutsche BolkShilfe der eindeutig sozialen ganze 29 Millionen aufgebracht. Ein Sechzehntel dessen, WaSeineeinzige Gewerkschaft leistet! Alle Gctvorkschaste» zeigen in interessanten Diagrammen den Verlauf der Krise, die Fieberkurven der letzten Jahre. Die Textilarbeiter haben 1983, im ärgsten Krisenjahr 77 Millionen ausgezahlt. Wo wäre unser Volk ohne seine Gewerkschaften?! Aber auch die Kämpfe, die gegen die„eindeutig sozialen" Unternehmer geführt werden mußten, sind ausgezeichnet. Die Union der Textilarbeiter hat die Angriffs- von den Abwehrkämpfen gesondert registriert. 1920 sind die Arbeiter im Angriff, zwei Fahre später gipfelt die Abwehrbewegung in gewaltigen Streiks, an denen in jenen Jahren an 209.999 Menschen teilnahmen. Auch auf den Korridoren stellen die Gctverk- schaften aus. Der E i n h e i t S v e r b a n d der Angestellten zeigt sein sprunghaftes Wachstum in anschaulichen Bildern. Die Union der Geschäftsreisenden ist von 15 Mitgliedern im Jahre 1908 auf 7283 im Jahre 1986 gewachsen. Der A A B kann ähnlichen Bericht geben. Besonders interessant und bunt ist die Ausstellung der Glas- und Keramarbei- t e r. Der Gang der Produktion wird in Bildern vorgeführt, aber auch die Geschichte der Glasindustrie und der Porzellanbrennerei und die Folgen der Rationalisierung. Figürliche Darstellungen machen die Angaben besonders anschaulich. Da mußten die Kapseln früher 16 Stunden im Rundofen gebrannt werden. Heute fährt eine Wagenladung durch den„Tunnelofen" und kommt fertig„gebacken" heraus. Die Folge?.Billigere Produktion? Nein, vor allem unrationeller Betrieb. Die teuren Ocsen stehen da und man hat keine Arbeit für sie, weil sie zu schnell arbeiten. Abziehbild und Spritzverfahren verdrängen den Arbeiter, den Kunstgewerbler. Die Hartford- Maschine, die Ovens-Maschine ersetzen viele, allzu viele Arbeiter. Ein Arbeiter konnte 889 Flaschen in acht Stunden erzeugen, die zwölfarmige Ovens erzeugt in derselben Zeit ,12,yü9^ die, fünfzehnarmige sogar 82.009 Ua- schenl" In ächt Stunden produziert"""«Ine Tafelglasmaschine 5999 Quadratmeter Tafelglas. Da reichen zum Transport fteilich nicht mehr die Leiterwagen aus, die man hier abgebildet sieht und mit denen einst das Glas in ferne Länder ttanSPorttert wurde. Heute sind es die großen Ozeandampfer, die unser böhmisches Glas in alle Länder der Erd« führen. Ein Schmelzofen aus entfernten die Abzeichen selbstverständlich sofort. Parteilieder durften weder die Sozialdemokraten, noch die Völkischen singen. Alle Burschen bekamen Sonntag nachmittags Urlaub. Einige sozialistisch gesinnte Jugendliche besuchten das Zeltlager der SJ, das sich in der Nähe befand und. von, dessen Existenz der Lagerleiter nichts wußte." Die Jugendlichen erzählten erst nach dem Besuch im Zeltläger dem pädagogischen Leiter von ihrer Wanderung?— Das Ergebnis einer schriftlichen "Umfrage unter den Zöglingen,, das nur für die Information des pädagogischen" Leiters bestimmt war, kann der„Zeit" nicht bekannt sein, da es Äußer dem Lagerleiter niemand erfuhr. Di« Behauptung der„Zeit", daß sich die Jugendlichen über die„Henleinseuche" und das„Hitler- regime" ausgelassen hätten, ist also eine bloße Erfind» n g. Immerhin sei mitgeteilt, daß sich nur«in Drittel der Burschen zum„Marxis- MuS"bekannte. Zwei Drittel der Burschen waren Mitglieder des Deutschen Turnver» bandes oder indifferent, womit auch die Behauptung der„Zeit" widerlegt ist, daß die Auswahl der Jugendlichen nach parteipolitischen Gesichtspunkten erfolgte. Die Politikaster des Lagers wären di« Henlein st u den fe n, denen es nicht paßte, daß der staatliche Charakter des Lagets immer wieder betont wurde und die dagegen opponierten. Die SdP- Jugendlichen demonstrierten immer wieder durch das Anstecken 'ihrer Abzeichen und ein Mitglied des Deutschen Turnverbandcs machte abfällige Bemerkungen »über den Staatspräsidenten und die Republik. AuS diesem Grunde kam eS zu einem Verhör mit ideri/Äendarinerje.~. ’ Das istdie Wahrheit über jenes. Läger. Nicht blc' Sozi a l demoIraten, sondern die H.e n l,e i n.l.e u t e stören und gefährden die FürMgearbeit, indem sie sie zu politisieren ver- fuchen. Die„Zeit" har, im vorliegenden Falle. deinHerrn Goebbels sehr schlechtes Material ge< liefert, Immerhin hat der gerade an. den dxeckig- sten Verleumdungen seine Freude,, weshalb er der/„Zeit" dankbar sein darf. dem Jahre 1990 ist abgebildct und eine Glashütte aus dem 17. Jahrhundert. Wie" Kinderspielzeug nimmt es sich»eben den ungeheuren Betrieben von heute aus. Auch die Glasarbeiter und Porzcllancr zeigen die Entwicklung ihres Verbandes, ihrer Verbände eigentlich, die sich bald einigen, bald Neuer Zersplitterung verfalle», sich wieder»zusammenschließen. Ein« Serie guter" Agitations-» bilder wird gezeigt. An der Entwicklung der Organisation ist interessant, daß die Glasarbeiter nicht nur wie die Bergarbeiter einst im ganzen alten Oesterreich ihre Ortsgruppe» hatten, sondern auch in L o n d o u, im H i m a l a Ha- Gebiet, in KonstantinopelI Bilder ans dem H a i d a e r M u s e. u m zeige» die Kunstfertigkeit unserer Glasschleifer, in einem Schrank sind Produkte unserer Keramindustrie ausgestellt. Ein Modell eines Schlcifapparatcs Mit Fußbetrieb ist im Original zu sehen und— eine besondere Kostbarkeit: die gedruckte Anklageschrift gegen die Maschincn- st ü r m e r v o n 1890, gegen„Rudolf Barta und Genossen", die vor dem KrciSgcricht in Reichen- berg»»geklagt waren, weil sie zur Selbsthilfe gegriffen hatten. Ein großes Triptychon von Georg H. Trapp schmückt die Wand, auch dieses Bild zeigt den Kampf der Maschinenstürmer. Gewaltiges haben die Metallarbeiter geleistet. In knappen Zahlen melden sie inhaltsreiches Geschehen. Stellenvermittlung, Ar- beitsbeschaffung, Krjscnhikfe. 1988 haben sic 42 Millionen Unterstützung ausgezählt. Arbeiten alter Metallarbeiter, kunstgewerbliche Spielereien schivicligcr, schwerer und doch so geschickter Arbci- tcrhände sind zu sehen, Bilder vom Jugendheim der Metallarbeiter in Kleinhan im Erzgebirge. Hier meldet ein Bild von E r n st H i r s ch, daß derAngestelltenverband, heute in Reichcnberg, einst in Teplitz seinen Sitz, daß»er hier seinen eigentlichen Ursprung hat. Dicht daneben blicken zwei wohlbekannte Gesichter von der Wand: AntonJarolim und Ado l»"s Pohl, zwei Männer,.in denen sich wie selten in einzelnen Persönlichkeiten Werden, Aufstieg: Schicksal und Geist einer Arbeiterschicht verkörpert. Kraft und Zähigkeit, Klugheit und Beherrschung, unermüdlicher Fleiß und ein gerades Wesen sprechen aus diesen unvergeßlichen Zügen zu uns, die, wir sie kannten und zu denen, für die sie schon Geschichte geworden sind. Traurige Kunde geben die Aufnahmen von der Nelson- Katastrophe, hoffnungs- voll stimmen die Dokumente sozialer Hilssarbeit der R e v i e r b r. u d e r l a d e n, die Aufnahmen von den Heimen in Hohenstein und Rodisfort, Errungenschaften langen Kampfes, der sich in den ausgelegten Blättern des„Glückauf'.', den Dokumenten der Union der Bergarb eiter, so sinnfällig dokumentiert. . Da» Volk verwaltet Eine reiche Schau bieten die sozialistisch verwalteten Gemeinden des Teplitz-Saazcr KreiSgebietcS. Wohnbauten, produktive Arbeits- loseusürsorge, Kulturarbeit, Sozialpolitik werden nicht nur in zahlreichen Photos vorgefühxt, sondern auch in graphischen Darstellungen und statistischen Tabellen gezeigt. Die Teplitzer,Gemeinde hüt so viele Effcnsportionen an Arbeitslose ausgegeben, daß»ein Kochtopf, mit diesem Essen gefüllt 108 Meter, höher als der Stcphansturm cmporragcn würde. 199 Autos mit je 1909 Kilo Brot veranschaulichen die Menge der ausgcgc» denen Brote. Bilder vom Theater, ein Modell des geplanten Umbaues der inneren Stadt, zeigen, wie mannigfach die Arbeitsgebiete der Teplitzer Gemeinde sind. Aber auch die kleinen Gemeinden haben ihre großen Leistungen aufzuweiscn. So- b r u s a n, L a n g u g e z d, L o o s ch, Zuckmantel, Gr a u P e n, Weislirchlitz u. a. stellen aus. Sportplätze,. Straßendautcn, Promenädenwege, Volkswohnungen, Gemeindehäuser und ost wird das Bild des erneuerten Ortes dem Bild des früheren Zustandes gegen» übergestellt. Es ist ein gewaltiges Stück Kulturarbeit, das da seit 1919 geleistet wurde. Die Gemeinde K.l e i n- A u g e z d hat 1984 für Stra- ßenbauten 281.990 Kö,. 1980 für die. Schule» 81.000 UL, 1934 fiir den Armcnfonds 27.000 KC auSgegcben(gegen 1200 im Jahre 1919). Für soziale Fürsorge ist 1919 nichts auSgewie- sen, anno 38 sind es 288.000 flöi In Probst au sind 1919 monatlich 15, jetzt aber 50 XL .Im Durchschnitt für einen Armen auSgcworfen worden...' H ostomitz stellt sein« Bielaregulierung, L o o s ch seine netten kleinen Parkanlagen aus. Turn zeigt seine Entwicklung zur Industriestadt, von 1448 Einwohnern im Jahre 1870 ist cs auf. 18.159 angewachscn. Es zeigt die Bevölkerungsbewegung. Gewaltig hoch ragt in der Statistik die TodeSsäule des Jahres 1917 p Mahnung" an den Weltkrieg!" Der, Angerteich wie er Ivar, wie er heute»ist, wird im Bilde vorgeführt— cs gibt kein Gebiet der Kommunalpolitik, auf dem der Einzug der Soziald cm ok r a leit indieGemeittdestuben nicht.tyirklich Revolution, Erneuer jung, Aufbau, Eroberung einer neuen Welt bedeutet hätte I... K o m o t a u und Dux reihen sich den Ge-, mcindcn deS. Teplitzer Bezirkes an. 109,090 Portionen Milch, 809.009 Mittagessen hat Komotäu 1988 an Arbeitslose äusgegebeu,. S e t t c n z zeigt in einer Photomoytage seine Wohnbauten, auf einer anderen Tafel das neue Gemcindekt.no „Capitol"/,» Auf dem Korridor weifen die Kranlen- »Iä s sie» ihre»Leistungen aus. Bilin mit»dem Vie Lügenhetze der„Zeit** <3t|le 4 «»mittag, 7. August 1037. Nr. Itzt schönen Anibulatorium fällt besonders auf, Tcplih geigt an einer anschaulichen Tabelle, wie.unsinnig di? Behauptungen von der Verschwendungssucht der Kassen sind- 31 Millionen VerwaltungSkosten stehen im Laufe der Jahre neben 114.5 Millionen Krankengeldern, 15. Millionen Spitalskosten, 29 Millionen Aerztekosten, IS Millionen Medikamenten u. ä. m. Don großen Selbsthilfe-Organisationen schließt sich die A r b e i t e r s L r s o r g e an. Zehn Jahre Arbeitersürsorge— auch das ist ein Kapitel, daS allerhand Respekt fordert. 438.S4S Kc hat die Teplitzer Arbeitersürsorge in diesen gehn Jahren aufgebracht und verwendet. Sie hat die Armen wahrhaft bekleidet, gespeist, geheilt, ihnen tausendfach geholfen. . Die Fahne der Partei Ein Saal meldet von den Kämpfen der Partei in vier Jahrzehnten. Da ist vor allem die Parteipresse ausgestellt, die Blätter unserer Bewegung, die tschechischen Bruderblätter, die Hauptblätter der Sozialisten aller Länder. Auch die„Arbeiter-Zeitung" ist da: ihre Ausgabe vom 15. August 1913, mit Bebels Kopf und der Botschaft von'seinem Tod, die Ausgabe, die den Tod Friedrich Austerlitz' meldet und manche andere. Die deutschen Zeitungen sind da und eine Karte Deutschlands. Quer drüber läuft eine Schrift: Heinrich Heines Worte sind er, vor. 499 Jahren geschrieben und so furchwar aktuell: Denk ich an Deutschland in der Nacht,- So bin ich um den Schlaf gebracht,■; Ich kann nicht mehr die Augen schließen J, Und meine Tränen fließen. Illegale Literatur aus Deutschland und Oesterreich beweist, daß die Bewegung nicht tot ist. In reicher Fülle ist das Schrifttum der Bewegung ausgestellt, Zeitschriften, Bücher, Broschüren, Dokumente, alte Protokolle, Briefe, Legitimationen, Photos. Die Bilder Viktor Adlers, Seliger?, Cermaks, Hillebrands»md eine Diarx« büste schmücken die«ine Wand. Alte Handschriften sind unter Glas zu sehen, Briefe von Heinrich Bartel, dem in Teplitz Unvergessenen, von Seliger selbstverständlich. Photos melden von Demonstrationen, von Kämpfen in alter und neuer Zeit. Man sieht wie schwer e» einst war und doch auch wieder wie leicht. Da erschien 1948 eine Märzgedenkschrist der österreichischen Arbeiter mit folgendem Text auf dem Titelblatt:„Unsere Zensur ist wirklich blöd"(Kaiser Franz I.) und«S wird quellenmäßig angeführt wann und wo der Kaiser den Ausspruch getan hat. Der Zensor hatte da? Titelbild konfisziert, nun schlägt man ihn mit einem Kaiserwort. Gemütliche Zeiten'--- wo ist die Zensur, die heute noch so mit sich spaßen ließe?! . Diloher und Bilder Der Buch» und Zeitschristcnschau der Partei schließt sich, nicht räumlich, aber dem Sinne nach die Ausstellung unserer Kolporteure und der Büchergilde Gutenberg an. Das„politische Buch", dar„antifaschistische Buch",„tschechisch« Autoren",„Völker und Länder", die„Gildenbücher",„Bücher, die Geschichte machen" sind in Sonderkollektionen vertreten. Die„Bücherei einer Arbeiters" wird gezeigt. Im Museumsaal stellen die Naturfreunde eine große Zahl hervorragend schöner Photos aus. ES hätte wenig Sinn, sie zu beschreiben. Wer Gelegenheit hat, sie anzusehen, versäume er nicht. Neben den Photo? finden wir Bilder unserer Künstler: die Städte- und Fn- dustriegraphiken Helmut KrommerS, Oel- bilder, Zeichnungen, Graphiken von Georg H. Trapp, Radierungen einer jungen Arbeiter? aus dem Jsergeüirgc. D o l f B o ck, Zeichnungen und Holzschnitte von E. Arnold. Auch die? ein« sehenswert« Sammlung für sich. Drokmaoht OEC Der ganze 1. Stock des Schulgebäudes ist der Ausstellung unserer Genossenschaften eingeräumt., Da kündet der Gec-Verband von seinen Arbeiten und gewaltigen’ Leistungen. Eine Büste von Robert Owen steht mitten in dem Saal. Bon den Wänden springen in instruktiven graphischen Darstellungen festgehalten, wuchtige Zahlcnbilder dem Beschauer entgegen; im Jahre 4988: 17 Millionen Brote und Weißgebäck, 80.099 Schlachttierc, 28.2 Mill. Xi Reserven, 39 Millionen Anteile, 240.099 Mitglieder, 408 Millionen Umsatz, 178 Millionen Spareinlagen der Mitglieder, 109 Millionen, zu 95 Prozent hypothekenfreier Hausbesitz, 189.990 Auflage des FamiliilchlatteSl Ein zweiter Raum zeigt die Eig«nprotz u k t i o n vor allem der Nährmittelwerke Nera- t ö w i tz. DaS Modell der Fabrik ist plastisch dargestellt. Eine Esfigfabrikation en miniature, da? einzige derartige Modell in der Republik, wird Techniker, Chemiker,.Jungen und Hausfrauen gleichermaßen interessieren. Im Zimmer 8 sehen wir war Herbitz und Z na im zu bieten haben.' Dazu stellt dieBauabteilung ihren imposanten Bericht bei. , Im Zimmer 4 sind die Ehrungen und Preise zu sehen, welch« der Verband von bisherigen Ausstellungen heimbrächte. Dazu ein« VcrteilungSstelle aus dem Holzbearbeitungsbetrieb und eine Darstellung des großen Bodenbacher Betrieber. Zimmer 5 gehört den Erzeugnissen der Wäschefabrik Bärringen, die.in ihrer Art einzig unter den Betrieben der Republik dasteht. Zimmer 6 gehört den K a m- nitzer Betrieben, der Schuh» und Strumpf-Fabrikation, und im letzten Raum stellt neben den Konsngnvereinen Teplitz- Schönau, Kömotau und Saaz die Versicherungsabteilung„B o r s o r g«"' aus. Die Ausstellung der GEC ist eine große Schau für sich, beinahe schon eine kleine M u st e r m e s s e, ein Beweis für die Macht und Bedeutung unserer Genoffenschaftsbewegung und für die Rolls, die ihr im Prozeß des Aufstieges der Arbeiterklasse zukommt. Eine Klaffe, die diese Bewegung geschaffen, dieses Werk aufgebaut hat, die hat ein für allemal vor der Geschichte ihren Befähigungsnachweis erbracht. Di« Teplitzer Ausstellung„Freiheit und Licht" unter der Mitarbeit zahlreicher Genossen zuftandegebracht, geleitet vom Genossen Paul Fürstenau, ist seit dem Auffiger„Haus der Arbeit" die bedeutsamste, schönste und sehenswerteste Spiegelung unserer Bewegung und der Kräfte, die in ihr schlummern. Möge ihr voller Erfolg beschieden sein! Henlein hat Geld! - Vor kurzem wurde dem Ausschuß für die Verwaltung der Egerer Gedenkhalle mitgeteilt, daß„ein ungenannt sein wollender" Spender einen größeren Betrag für die Herstellung eines großen Freskogemäldes gestiftet habe. Die Mitteilung stammt« vom Kulturamtsleiter der SdP, Franz Höller. Der Ausschuß nahm die Spende an. Daraufhin gab Höller dem Denkmalausschuß auch den Namen des Spenders bekannt: es ist K o n r a d H e n l e i n, der 80.999 XL zur Verfügung gestellt hat. Auf diesem Wege hat die SdP erreicht, daß die Egerer Gedenkhalle zu einem Haus« der SdP degradiert wird.— Im übrigen ist wohl die Frage gestattet: ivoher hat der arme Turnlehrer soviel Geld, daß er, mir- NichtS, dirnichts, 80.000 XL stiften kann? Der Herr Führer muh die Pölitik als ein gutes Geschäft kennengelernt haben", wenn er in so kurzer Zeit so reich geworden ist. Di« KP kommt mit ihrrr Weisheit zu spät. Man schreibt uns aus Freudenthal: Die „Rote Rahne" vom 5. August 1937 bringt einen Bericht über die Streichungen von Lebensmittelkarten im Freudenthäler Bezirk. Auch wir wissen, wie diese Aktion von der Oefsentlichkeit ausgenommen wurde und darum intervenierten die Sozialdemokraten schon fünf Tage vor dem „Eingreifen" der Kommunisten. Jetzt schreibt die „Rote Fckhn«", daß ausgerechnet Herr Dresl und erst recht der Herr Nießner kommen mußten, um die unrechtmäßigen Streichungen rückgängig AgesneuigLelkw Der Kries wird abgetchaffftl Unser F. A.-Mitarbeiter hat auf Grund erstklassiger Informationen einen echt amerikanischen Vorschlag vorweggenommen, durch den Krieg und Kriegsgefahr einfach abgeschafft wer den. E» ist überflüssig'zu betonen, daß alle Einzelheiten dieser Vorschlages seiner freien Phantasie entspringen, wie auch die Namen der. in dieser Glosse vorkommenden Diplomaten bis heute vollkommen unbekannt waren. Der Botschafter der Bereinigten Staaten von Amerika hat heute dem Foreign Office die bereits gemeldete Note überreicht, mit welcher Amerika klipp und klar erklärt, daß, im Jntereffe des Weltfriedens, die Ereignisse in China keinesfalls als Krieg aufgefaßt werden dürfen Washington lädt di« Regierungen der übrigen Mächte ein, sich diesen Standpunkt zu eigen zu machen. Wie Ihr F. A.-Sondevberichtevstatter dazu aus maßgebenden diplomatischen Kreisen erfährt, hat der amerikanische Borschlag, der allgemein als sehr besonnen angesehen wird, im Foreign Office und besonders im zweiten Unterausschuß der ersten permanenten Expertenkommission des sstichtinterventionS-KomiteeS«ine durchaus freundliche Aufnahme gefunden. Darüber hinaus liegt bereits eine positive Zustimmung seitens her japanischen Regierung vor, die sich den Standpunkt der Bereinigten Staaten umso vorbehaltloser zu eigen macht, als ja Tokio stets den Standpunkt vertrat, daß im Fernen Osten weder Krieg geführt werde, noch eine, latente Kriegsgefahr bestünde. Die italienische Regierung hat Washington wissen lassen, daß sie sich der Interpretation änschließt und deren nachträgliche Anwendung auf den italienisch-äbessini- schen, bekanntlich durchaus friedfertig ausgetragenen Streitfall anzuwenden wünscht. Mussolini hat dabei durchblicken lassen, daß er die amerika- nische. Initiative als Revozierung der seinerzeit stark übertriebenen Ansichten ansicht, denen zufolge in Abessinien Krieg geführt tvorden sei, während tatsächlich nur mehrere Verhaftungen widerspenstiger Eingeborener erfolgt waren, wobei allerdings im Rahmen dieser Polizeiaktion tätlichen Widerstand leistende. verbrecherische Elemente seitens der uniformierten Polizei'im deren berechtigter Notwehr teils verletzt, teils getötet wurden. zu machen. Am Donnerstag, den 29. Juli, sprachen folgende Sozialdemokraten bei der Behörde vor: Schmidt Rudolf, UHmann Franz, Gabriel Josef, Schön Willi und als Vertreter des ArbeitSlosenamteS der Herr T h e i n« r. Ei« erreichten, daß noch am selben Tage die ganzen Listen durchgearbeitet wurden. Uns ging cs darum, nicht unnötig rumzureden, sondern zu handeln. Wir brauchen den„Führer" DreSl nicht„stürmisch" beim Autobus zu erwarten, bis er„Wunder" wirkt, sondern wir tun die notwendige Arbeit selber. Am Samstag will die KP wieder eine Vers amml u n g machen; doch bis dahin iverdcn die bedürftigen Menschen auf Grund unserer Intervention schon die Lebensmittelkarten haben. Vom Erhabenen bis zum Lächerlichen ist bekanntlich nur ein Schritt und diesen Schritt hat ein etwas zu dienstbeflissener Polizist für sich ustd gleichzeitig auch für die ganze Polizei getan. Sonntag hatten die Trautenauer Nationalgardisten ein Fest, das am Vormittag mit einem Aufmarsch cingeleitet wurde. Als der Zug beim Hotel Zippel auf dem Ringplatz vorbeizog, saßen dort viele Gäste und unter anderm auch ein Herr mit einigen Damen beim Mittagmahl. Da eS weder üblich noch Vorschrift ist, in einem Hotel aufzustehn, wenn ein Festzug mit Fahnen vorbeimarschiert und Aufzüge kein besonderes Ereignis in dieser Zeit sind, blieb der Herr desinteressiert auf seinem Platz sitzen, was offenbar irgend einem Funktionär des vorbeiziehendcn Vereines mißfiel. Dieser gab dem in der Nähe befindlichen Polizisten den Auftrag, gegen den Herrn cinzuschrei- ten, weil er der Fahne nicht die notwendige Reverenz erweise. Der Polizist dachte über seine Aufgaben nicht weiter nach und ging auf den Herrwtin der bei Polizisten meist gebräuchlichen Weise los und herrschte ihn an, aufzustehn, was aber eine recht eigenartige Folge hatte. Der Herr kam nicht aus seiner Ruhe, sondern legitimierte sich dem Polizisten gegenüber als Sektionschef des Innenministeriums," der am gleichen Sonntag in Trautenau eine kommissionelle Begehung hatte. Sehr fatal für die Polizei, die. sich nachträglich bei dem Beamten zu entschuldigen hatte, sehr lehrreich aber auch für sie. Auch die Polizei wird sich, wenn sie für den Aufbau der Staates wirken will, weniger mit Äußerlichkeiten? mehr aber mit den großen, ihr aber bisher wenig bekannten Problemen, die es im. deutschen Gebiet zu bewältigen gibt, beschäftigen müssen. Wozu diese Komödie? Die Kommunisten halten am 31. Juli und 1. August in Mähr.» Trübau einen„Schönhengster Volkstag" abgehalten. Diese Menschen scheinen«S überall darauf ankommen lassen zu wollen, lächerlich zu wirken. Obgleich sie auS halb Mähren ihre Anhänger zusammengerufen hatten, marschierten in ihrem Demonstrationszug nur 257 Personen auf und am Festplatz hörten sich 300 Leute die Reden zweier kommunistischer Parlamentarier an. Im Völkerbund hat Washingtons energischer diplomatischer Vorstoß einhellige Zustimmung ge« sunden. Professor Oyashuma Pichitawa als Delegierter MandschukuoS interpretierte die Deutung, aus Washington bejahend, indem er darauf hinwies, daß exaltierte Pressemeldungen seinerzeit auS einer friedlichen Expedition in Mandschukuo lästernde KriegSgreuel machten. Marquis Don FraciSco de Las GattiaS als Beobachter der Regierung von Salamanca erklärte dem Vertreter der Shizu Buru News nur Nagasaki, daß durch die einen höchsten Friedenswillen atmenden Bekundungen Amerikas die ganzen Nachrichten Mer angebliche kriegerische Handlungen auf der iberischen Halbinsel ins Reich der Fabel verwiesen ivüvden. Professor Lungenspitz, der bekannte dänische BölkerrcchtScxperte, äußerte seine Anerken» nung für Staatssekretär Hüll, der durch die Herbeiführung einhelliger Beschlüsse der Großmächte, Kriege als solche als nicht existent anzusehcn, den Weg zum Frieden gewiesen hat. Wie man in dem Böllerbund nahestehenden Kreisen- hört, wird diese Institution mit der ihr innewohnenden Energie nunmehr darauf dringen, daß auch da« Wort„Krieg" als solches inhibiert und damit allen" aufreizenden Uebertreibuugcu ein für allemal ein Ende bereitet werde. MTF. Weltkriegsgranate fordert drei Todesopfer. Donnerstag mittags explodierte' in dem Dorfe Wiimsi bei Tallinn ein« alte Handgranate, welche Fischerknaben in einem leeren Brunnen fanden. Zwei von den Jungen wurden sofort getötet, zwei weitere schwer verletzt. Einer der Schwerverletz« tcn ist inzwischen gestorben. Mehrere Personen, welche zur Hilfeleistung herbeigeeilt wgren, mußten mit einer Nperit-BergiftUstg ins Krankenhaus gebracht werden. TodeSfwrz in den„TodeS-See".. Die 80- jährige BankbeamtenSgattin Emilie Polesnä aus MHr.«Ostrau, di« sich zur-Sommerfrische in Mähc.-Weihkirchen aufhielt, wollte sich am Donnerstag die Schlucht imHurky-Wäldchen ansehen. Sie stieg Aer die Einfriedung, um besser in die Schlucht mit dem„TodeS-See"; zu sehen, rutschte aber auf dem steilen Abhang äu», und stürzte aus einer Höhe.von 29 Metern in di« Schülcht.. Durch den Fäll wurde der Schädel der" Frau zertrümmert und sie blidb auf der Stelle tot liegen.•• i,. ■’i Großfeuer in Antwerpen. Donnerstag abend» kam im Gebäude des großen HqndelShause»„Au' boir.Märcht",-nachdem dar Personal ihereitS di« " GeschäftSräumlschkeiteyfverlassen hatte,.ein Brand zum'Ausbruch. Bereits' um 21 Uhr stand ein Sudetendeutsche Kinder Ih Dänemark Die Deutsche Landeskommission für Kinderschutz und Jugendfürsorge hat 728 erholungsbedürftige Kinder aus den deutschen Gebieten Böhmens nach Dänemark zur Erholung geschickt. Die Kinder fühlen sich dort sehr wohl und erholen sich nach den Vorliegenden Berichten gut.' Selbstverständlich wurde die Ausreise-Erlaubnis fifr das demokratische Dänemark ohne jede Schwierigkeit erteilt. Teil des Gebäudes in Flammen, die zu einer Höhe von 15 Meter emporschlugen. Sämüiche Antwer- pener Feuerwehren erschienen an der Brandstätte. Um 22.45 Uhr waren zwei Nachbavgebäudd durch da» Feuer ernstlich bedroht. Der Brand, der, im "vierten Stockwerk zum Ausbruch gekommen wär, griff in kurzer Zeit auch auf das fünfte Stockwerk Mer, das beinahe vollkommen vernichtet wurde. Dann griff der Brand auch auf das dritte Stockwerk über. Die unteren Stockwerke sind von dem Feuer unberührt geblieben. Erst um 1 Uhr früh konnte der Brand lokalisiert werden. DaS Ende deS„Flamingo". Wie„Het Volk" mitteilt, besteht Grund zur Annahme, daß das kürzlich in Belgien verunglückte holländische Flugzeug„Flamingo", dessen Passagier auch der holländische Gewerkschaftsführer NathanS war, nicht einem Blitzschlag zum Opfer gefallen ist, sondern einem Brand in der Kabine. Es sollen sich Film« .entzündet haben, die wahrscheinlich von einem Reisenden mitgeführt worden waren;- Ein Taifun, der am Dienstag abends über Shanghai wütete, nahm währeM der darauffolgenden Nacht und während des Mittwoch seinen Weg nach Norden und fegte über, die. Provinz Kiangsu hinweg. Die an der südlichen Aangtse- Mündung gelegene Ortschaft N a n f e n g wurde .in der Nacht zum Mittwoch durch eine haushohe .Sturmflutwelle überschwemmt. Mehrere"hundert Bauern wurden getötet. Der Fluß spülte" im Laufe des Donnerstag etwa 69 Leichen von Ertrunkenen an die Ufer.-— In Nord-Korea verwüstete«ine Unwetterkatastrophe besonder» die Provinz Heian. Bi» jetzt wurden bereit» 290 Tote gefunden, di« Zahl der Todesopfer ist aber bei weitem höher. Au» verschiedenen Gebieten wurden noch zahlreiche Personen al» vermißt gemeldet. Der Sachschaden ist noch nicht abzuschätzen. Baöura und Kozlik zum zweiten Mal« verhaftet. Gestern wurden in Wien zwei der gefährlichsten Prager Einbrecher Ondrej Baöura und Franz Kozlik verhaftet, die, wie erinnerlich, in den ersten beiden Monaten dieses Jahre» in Prag eine Reihe großer Einbrüche verübt und dabei ettva eine halbe Million Xi erbeutet hatten. Nach ihrem Einbruch in das Büro der Oil Company, bei dem sie 18.090 XL au» der Kaff« raubten, wurde bei ihnen eine Haussuchung vorgenommen, doch gelang es ihnen damals, durch einen Lichtschacht zu.flüchten. Bei der Verfolgung durch di« Polizei kam es später zu einer Schießerei am Botiibach, wo— hinter der Michler Schule— Baöura eine Zusammenkunft mit seiner Mutter und seiner Geliebten haben wollt«, aber von der Polizei empfangen wurde. Auch damals gelang es den beiden Einbrechern wieder zu fliehen. Am März wurden sie in Wien verhaftet, doch gelang es ihnen Mitte Avril, auszubrechen und spurlos zu verschwinden. Jetzt, nach der zweiten Berhäf« tung, soll Baöura zunächst seine Strafe in Wien ahsihen, während Kozlik unter starker Bedeckung nach Prag gebracht werden soll. ,/ Familiendrama. Der 88jährige südamerikanische Schweizer Dr. Karl Heinz Läderach, der früher in Buenos Aires und etwa seit einem Jahr in Deutschland lebte und vor einigen Tagen mit seiner Familie nach Romanshorn zog, beging Freitag auf einer. Bootsfahrt auf dem Bodensee Selbstmord, nachdem er vorher seine Frau und sein dreieinhalbjähriges Söhnchen erschossen hatte. Da» Motiv de» Selbstmord» ist noch nicht geklärt. Neuer Direktor der Allgemeinen PenfwnSanstalt in Brünn. Zum Direktor' der ÄmtSstelle der Allgemeinen Pensionsanstalt in Brünn wurde Univ.- Prof. Dr. Zdenik Neubauer ernannt. Der bisherige Leiter, RüZiika, ist ab 1. Juli d. I. in den Ruhe« stand getreten.(TND) Da» Wetter. Die Reste von Druckstörungen Wer Südosteuropa lösen sich zwar allmählich auf, trotzdem dauert unter ihrem Einfluß in der Osthälfte der. Republik etwas kühleres Wetter mit Regenschauern an. Dagegen ist es im Westteil der Festlandes schön und sehr warm;.in Frankreich stieg die Temperatur gm Freitag bi» auf 85 Grad an; Prag hatte gleichzeitig SS Grad, Kaschau 19.— W ah r- scheinlicheS Wettrrvonh«ut«: Keine größere Aenderung. Im. Westen im ganzen.schön und tagsüber ziemlich warm,, Im Karpathengebiet noch unbeständig mit Neigung zu Regenschauern, Temperatur wenig verändert.— WetterauSsich« t«n für Sonntag: Warm, auch im Osten etwa» bessere» Wetter..• Die Prager Deutedie Arbeltereendung bringt in dieser Woche: . Sonntag, 8. August, 14-15 bi» 14.25 Uhr» Gärende» Japan(Dr. Gregor Bienstock)— 14.80 bi» 14-85 Uhr(Strähnte«): Für Br« und -Frieden- Mitt wo ch, 1t. August, 18.40 bi» 18.45 Uhr; Arbetthmlirkt18.29-1» 18.40 Mr:«,» ich in Spant«, sah(«atl Kern)''!— 18.40 bi, 18.50 Ahr: Gözialr Jnfdrchatwmn. Freitag, 18. August; 18«, bi» 18.45 Uhr» Aktuelle zehn Minuten. R». 183 Freitag, 6. tfuguft 1037.. Seite 3 und§o«aip«ilM Die wirtschaftliche Laie in den Yereiiigtea Staaten GUnatlfl» Konjunktur— Noch immer Arbeitslosenproblem— Gewerkt echaftliche KümpfeWirkungen der europäischen. Krise Eine der großen New Aorker Investition«' Gesellschaften, die„Garanth Trust Lompanh", hat socken«inen Bericht über die Wirtschaftsentwicklung Le» ersten Halbfahre» 1037 ver- . öfsentlicht, in dem e» heißt: „Die' amerikanische Wirtschaft zeigte im ersten Halbjahr 1937 eine ständige Erholung trotz eine Anzahl ziemlich ernster Hindernisse wie Streik», Ueberschwemmungen, WährungSpro- blemen, einer unsicheren politischen Lag« und einer höchst beunruhigenden Situation im Ausland. Die Fähigkeit von Handel und Industrie, unter solchen Umständen weitere Fortschritte zu machen, beweist di« Kraft der Faktoren, di« der Konjüstk- tsickewegimg zugrundeliegen und stärkt die Hoffnung, daß die Tendenz auch»ährend der zweiten Jahreshälfte trotz andauernder Schwierigkeiten anhalte« wird. Di« Aussicht auf weitere Erholung in Industrie und Handel aber hängt in nicht geringem Maße von der Weisheit und Mäßigung ab, mit der gehandelt werden wird.. Vom Standpusikt unserer amerikanischen Wirtschaft sind die Hanpt- ersordernisse für«ine gesunde Entwicklung«in ausgeglichenes Staatsbudget und die Aufrechterhaltung de» industriellen und internationalen Frieden«: Der Durchschnittsstandard der Geschäft», in den ersten sechs Monaten dieses Jahres war der höchste seit Beginn der WirtschaftScrholung, obgleich der Aufstieg langsamer wurde al» 1933. Der Jiwex der Geschäftstätigkeit zeigt««in«n Gewinn von.annähernd 18 Prozent über der ersten Hälfte der Vorjahres. Der höchste Punkt, der in den ersten sechs Monaten diese» Jahres erreicht wurde, war aber nur wenig höher al» der im Dezember 1938, und die allgemeine Tendenz wurde durch Schwankungen von Monat zu Monat getriwt.■ ' Der bezeichnendste und ermutigendste Zug de» relativ höhen Standard» der Geschäftstätigkeit war die Tatsache, daß sie von einem weiteren beträchtlichen Anstieg der Brschäftiming begleitet war. Leider bleibt da» Arbeitslosigkeitsproblem noch immer in größerem Umfang bestehen, teil» weil die nicht verarbeitenden Industrien mit den verarbeitenden nicht Schritt halten konnten, teil» weil sich die arbeitend« Bevölkerung in den letzten Jahren um mehrer« Millionen vermehrt hat, so daß eine Erhöhung der Beschäftigung, die vor einigen Jahren noch volle Beschäf- tigung bedeutet hätte, heut« nicht mehr bi£fc Bedeutung hat. Die Arieittloflzkeit ist«och immer der dunkelste Punkt im Wirtschaftsbilde, und es stad«sch beträchtliche Fortschritte in der Erhelun» notwendig, um da» Problem zu läsen. Wohl nie zuvyr haben Streik»«ine solche Rolle in der Jndustrietätigkeit gespielt wie in den letzten sechs, Monaten. Da» Jahr begann mit einem Streik in der Westküstenschiffahrt, und bevor der Konftikt beigelegt Ivar,, fand ein größerer Ausstand in der Auw-Industrie statt. Dann drohte« Streik» in der Stahl» und Kohlenindu- strie, die glücklicherweise vermieden werden konn- ten. Schließlich erfolgte«in Streik in den wichtigsten»Unabhängigen" Stahl-Gesellschaften, der nsin beigelegt ztr sein scheint. Diese großen Ar- beitskonflilte waren nur die sichtbarsten Manifestationen einer Unruhe, di« Hunderte von Unternehmungen im ganzen Lande betraf." Mehr al» je zuvor, warender Gezenstand der Konftikt« nicht Lohn- und Ar- »eittbedingunzen, sonder« die Anerkennnu» der Gewerkfchosten, ein Thema, dar von dem AckeitSgesetz in den Vordergrund. gestellt wurde, da» den Unternehmern verbietet, Kollettivverhandlungen mit den Arbeit- nehnern abzulehnen. Die Lag« im Arbeitskampf scheint sich nach der Wiederaufnahme der Arbeit in'den Stahlwerken gebessert zu haben, qjber e» wäre verfrüht, darüber zu, urteilen, ob«in gewisse» Maß industrielle« Frieden» bei der'heutigen Rechtslage aufrechterhalten werden kann. Ein völlige» Aufhören der Streik» ist nicht zu- erwarten.:'■•*,!, ' Im Außenhandel sind Fortschritt« zu verzeichnen. Einfuhr und Autfnhr hab«« leftändi» zuze- nommen. Der Aufschwung ist teilweise auf da» Ansteigen Mail erhält für« 100 Reichsmark......., 728.— MprkmHsize«. i.....783.— 100 österreichische, Schillin,..531.50 100 rumänische Lei...... 17.05 100 polnisch« Slot«..,.' st.- 521.— 100«ft,arisch» Pen»»... 5S8.H0 100 Schweizer Franken.;. 658,50 100 französische Franc».. 107.45 1 amerikanischer Dollar,. 28.65 1 amerikanischer Dollar L.; 28.60 100 italienisch««ir«.;.. Ä» 13040 100 holländische Gulden AM... 1581.-7- HVO jugoslawische Dinare..' 64.30 klärt nur einen ftcinen Teil der Steigerung. Die Erhöhung de» Imports Ivar beträchtlich größer als die des Exports, mit dem Ergcknis, daß kür jeden der vier ersten Monate des Jahres ein Einfuhrüberschuß festgestellt wurde. Trotz de» Ein» fuhrübevschuffe» hat der Gold ström in die Vereinigten Staaten angedauert. Der Zuwachs de» Goldvorrat» während der ersten sechs Monate de» Jahre» belief sich auf 1,087 Millionen Dollar, also mehr al» zweimal so viel wie in der entsprechenden.Zeit de» Vorjahre». Diese Situation entspringt der Investition großer Summen fremden Kapitals in lang- und kurzfristigen amerikanischen Sicherheiten, wa» auf die günstigen Anlagemöglichkeiten in unserem Lande und teilweise auf die unsicheren Bodingimgen im Ausland«. hinsichtlich der Zukunft der Währungen zu- rückzuführen ist. D«r hohe Gvldzuswom wurde durch die Sterilisierung»politik des Staatsschatzes daran gehindert, inflatorisch zu wirken. Das gesamte importierte Gold wurde von der Regierung mit geliehenen Mitteln aufaekaust. Vom politischen Gesichtspunkt au» waren die Hauptelemente der Unsicherheit die Lage des Staatsbudgets und der heftige Streit um die Reform de» Obersten Gerichtshofes. Das Defizit von 2,700 Millionen Dollar, da» am Ende de» Finanzjahres ausgewiesen wurde, kann nicht als beruhigend betrachtet werden. Auch die Frage des Obersten Gerichte», obgleich eS sich um keine eigentlich ökonomische Frage handelt, ist von Iso fundamentaler Bedeuwng, daß sie auch einen großen wirtschaftlichen Einfluß hat. Die Situation im Ausland bleibt weiter höchst ungewiß. Während in den führenden Nationen die ökonomische Erholung fortschreitet zeigen die internattonalcn Beziehungen keine deutliche Besscning. Tatsächlich hat auch die wirtschaftliche Erholung weniger Vertrauen erweckt als e» der Fall wäre, wenn sie nicht in solchem Maße auf die RüstungSprogramme aufgebaut wäre. In ihrem Einfluß auf die amerikanische Wirtschaft wirken die ausländischen Verhältnisse mehr potentiell als aktuell. Obgleich in unserem Lande Industrie und Handel sich in beträchtlichem Maße unabhängig von den gegenwärtigen Krisen in Europa und Asien gebessert haben, ist die Bedeutung der Krieg»- und Frieden»auSsichten hei den führendm Rationen de» AuSkande» al» Faktor der wirtschaftliche« Aussichten nicht hoch genug zu t«. werten. TkchtchoslowaklKha Wlrtschaftsnachrlchten Stromerzeugung immer höher. Da auch lm Juni eine weitere Steigerung der Stromerzeugung zu verzeichnen ist, liegt sie im ersten Halbjahr 1987 mit 1680 Millionen kWh um 20.1 Prozent über dem Vorjahre. Die Ausfuhr von Pneumatik». Während im ersten Halbjahr 1938 nur für 1.4 Millionen Kronen Pneiimatiks ausgeführt wurden/ erreichte der Export diese» Artikes» in der ersten Hälfte de» laufenden Jahre» die Höhe von 4.4 Millionen Kronen. RatwnalökonomischeS Werk de» Prof. Engliö. Der Nationälbankgouvecneur Prof. Dr. Eng- liS hat ein nationalökonomisch«»' Standardwerk beendet, da» unter dem Titel„System der Volkswirtschaft" im Herbst im Prager„Melantrich"- Verlag erscheint. Das Buch wird über 2000 Seiten haben.(DND) X Der, englisch« Banknetenumlaus hat die Rekordhöhe von 803,877.488 Pfund Sterling erreicht, wa» mit dem Begin» der englischen Reisesaison zu er- Erntezelt Wie ein roter Ball,hckt sich am fernen Horizont, di« Sommersonne empor, da» Land miteinem einzigartigen Glanz erfüllend. Ein leichter" Morgenwind weht,, spielt im Geäste de» nahen Wal« des, streicht über die goldgelben, mit rötlichem Glanze überzogenen Getreidefelder und die ährtnschweren Halme wiegen sich hin und her. Die ausgedehnten Aehtenfelder gleichen einem riisigen See,"auf dem der Wind sein'Spiel mit den Wellen treibt. Höher steigt die Sonne und höher, bi» sie in sengender Glut vom Zenith. strahlt. Trotzt der frühen Morgenstunde sind schon viele fleißige Hände am.Werke. E» ist Erntezeit I Drüben im Felde, weitab vom Fuhrweg, arbeiten "Mäher. Wie silberne Streifen blitzen die Sensen lm Licht, wenn sie in.rastloser Arbeit von starken Armen geschwungen werden. Und jeder Schlag .bringt einen Hellen Klang hervor» Da» schallt wie liebliche» Glockengeläut«, da» von fernher tönt.'Die Sensen singen da» Lied der Ernte, den Sang vom täglichen Brot.' Rauschend Uno knisternd fallt« di« Halme zur Grd«, bedecken den weg,-den die Schnitter gegangen sind, sind werde«, von fleißigen Händen zü Garben züsamistengefaht.Jnfltegender Eil« geht die. Arbeit vonstatte«, denn mit fortschreitendem Tag muß da»'stsempo.verlangsamt wer« 'de»,^wcil die^gluhend'e Sonne jede'AnsftenAng klären ist. Gegenüber dem gleichen Zeitpunkt de» Vorjahres ist der Banknotenverkehr um 60 Millionen Pfund Sterling angewachsen. Zum Teil ist dieser Zulvach» an umlaufenden Banknoten auch auf da» Zuströmen französischen Fluchtkapital» und auf die gckefferte Konjunktur zurückzuführen. ..„jj Die Reicheerbersee Messe— ein-eeter Linkaufsrrrarkt! Die Reichenberger Messe hat al» bedeutende» WirtschaftSunternehnien feit ihrem Bestände durch 18 Sollte hindurch wesentlich zur Belckung unserer Wirtschaft beigetragen. Durch da» äußerst vielseitige Angckot hochwertiger und preiswerter Industrie-Erzeugnisse, besonder» aber durch die befriedigenden Ceschästrerfolg«, welche der Großteil der Aussteller alljährlich erzielen konnte, hat sich die Messe al» hervorragender Einkaufimarft im In- und AuSlande besten» einzu- ftihren vermocht. Auch die diesjährige Reichenberger Messe, welche von Sonntag, dm 18., bi» Inft. Sonntag, den 22. August, ftatfindet, wird de» Einkäufern und Besuchern ein umfassender Bild tschechoslowakischer Qualitäts-Erzeugnisse aufzeigen. Sie wird an Umfang und Mannigfaltigkeit jene der Borjahres iiberireffen. Durch die erhöhte AuSstellecketeiligung ist er notwendig geworden, zwei Messckäufer in diesem Jahre neu einzubeziehen. Die Allgemeine Messe ist wiederum in 18 Warengruppen eingcteilt. Biele technische Neuheiten und sonstige, für unser WirtschaftSlcken und den Konsum wichtige Erzeugnisse werden auf der Messe ausgestellt sein. Besonder» vertreten sind: Textilerzeugnisse, Büromaschinen und-Bedarf, Papierwaren, Beleuchtungskörper, Galanterie und Spielwaren, Reise- und Sportartikel, Möbel, chemische Erzeugnisse, Parfümerien und Toiletteartikel, Nahrung»« und Genußmittel, Klaviere, Radioapparate, Photoapparate und-Bedarfsartikel, Metällwaren, Nähmaschinen, Elektrotechnik, Maschinen aller Art. Eine besonder« Bedeutung kommt der Textilmesse zu, wa» durch die zentrale Lage der Messe im nockböhmischen Texsilindustriegebiet bedingt ist. Durch die gckesserten Geschäftsverhältniffe in der Textilindustrie hat sich für di« Textilmaschinenmesse gegenüber dem Vorjahre ein größere» Interesse bemerkbar gemacht. Diese» gesteigerte Interesse wird in der Beteiligung einer namhaften Anzahl von Textilmaschinenfabriken zum Ausdruck kommen. Die Technische Mess« ist eine der wichtigsten Hauptgruppen der allgemeinen Messe. Sie wird auch Heuer wieder betrtckrtechnisch« Neuheiten und Ma- schinm aller Art in großer Auswahl aufzeigen. Im Rahmen der Technischen Messe ist die Radiomeffe sehr gut beschickt. Auch verschiedene andere-Gruppen, wie: landwirtschaftlich« Maschine« und Geräte, sowie haulwirtschaftlich« Maschinen sind Heuer besser als im Vorjahre vertreten. Die tschsl. Tatakregi« wird kn diesem Jahre ebenfalls wieder vertreten sein und wird den Besuchern den interessanten Werdegang von Zigarren und Zigaretten direkt am Stande vorführen. Diese Erzeugnisse gelangen auch zum Verkauf. So wie alle Jähre, wird die große allgemeine Warenschau durch eine Reihe verschiedener Sonderveranstaltungen ergänzt. Erstmalig wird eine groß« Trogislrn-Werbeschau unter dem Leitwort„Wa» tie- tet Dir»le Drogerie" stattfinden. Diese wird au» einer großen Lehraulstellung und au» einer Au»- stellung von Erzeugerfirmen bestcken. Die LehrauS- stellung soll dm breitesten BckölkerungSkreisen die Notwendigkeit und die Verwendungsmöglichkeiten der vielen Artikel de» Drogistengewecke» aufzeigen. Sie wird folgende Lehrkojen umfassen: Die gckflegte Haut— da» schöne Haar— Mund- und Zahnpflege— Nähr- und Kräftigungsmittel— Verbandstoffe, Sanität»« und Gummiwaren— Farben, Lacke, Pinsel— Photo und Heimkino—, Schädlingsbekämpfung— Die Drogerie al» Helfer der Küche— Pflege und' verschönere Dein Heim— Kräuter der Drogerie— Weine, Fruchtsäfte und Mineralwässer— Chemikalien— Laboratoriumsbedarf— Ausstellung der Drogisten-Fachschule. Weiter» Wick die im Vorjahre mit besonderem Kreditanstalt der Deutschen Hin . Sewgeschiift«. ! Verwalwnga-Kapital ' 1 Milliarde«e. Haftung»«,»ital v» Millionen Kf. 81 Riederlassaage». Erfolg durchgeführte Elektro-Sonderschau heuer unter dem Motto„Strom überall" wiederholt. In dieser Gemeinschaftsausstellung der Elektroerzeugerfipmen mit dem Deutschen Verband der Elektrizitätswerke und dem Landesverband konz. Elektro-Installateur,- werden folgende Fachgebiete dargestellt sein: Elektrowärme im Haushalt und Gewerbe— Elektroanlagen in HauS und Hof— Lichttechnik— Zweck-, Mischlicht», Luftschuhbeleuchtung etc.— Elektrizität als »»» (Sonntag bla Inkl. Sonntag) 4200 Heilfaktör— sowie die vom staatlichen Gesundheitsamt« durchgeführte Wanderausstellung„Die Augen Ihre» Kindes sind in Gefahr". Im Gewerieflchs- rnngsinstitut wird al» Ergänzung zur Elektro- Sonderfchau die Gruppe„Elektrizität im Gewerbe" gezeigt. Es werden dort elektrisch beiriehene Maschinen für Industrie und Handwerk im Betriibe vorgeführt. Schließlich wird auch heuer zum ersten Male eine Briefmarkenmesse und-Ausstellung abgehalten werden. Diese Fächveranstaltung wird insbesondere ein« SonderauSstellung de» Postministcriums, de» deutschen Philatelistenverbandei, sowie Warenangebote in- und ausländischer Briefmarkenhändlerfirmen umfassen. Außerdem wird ein internattonaler Händlertag sowie eine Bricsmarkcnbörsc abgehalten Wecken. Ein Sonderpostamt mit Sonderstempel, sowie ein Tauschzimmer werden eingerichtet sein- und eine Sonderpostkarte zur Ausgabe gelangen. Der Erfindungen- und Neuheitenausstellung wird eine Sondergruppe, welche den Titel„Erfinder- Tank" führt, angegliedert sein. Um den Meffehesuch zu erleichtern, werden, wie alljährlich, auf den in- und ausländischen Eismbahne» sowie auch auf der kürzlich neu errichteten Fluglinie» welche Reichenberg mit der Hauptstadt Prag verbindet, FahrpreigerMäßigun- gen gewährt. Vom Rundfunk fapfeMenswertes ess«Iss PreerssHsesi Sonntag Prag lr 11.00 Promenadeickonzert aus Luhaco- vie. 12.20 Orchesterwnzert au» Preßburg.'14.15 Deutsche Arbeitersendung: Dr. G. Bienftock: Gärende» Japan. 16.80 Salonorchesterkonzert mit Gesang. 17.38 Deutsche Sendung: Klassische Zeugen— Funkwochenschau— Sommer in der Natur. Konzert de» FunkorchesterS: Honnegger, Haydn, Beethoven, Gesang. 18.80 Deutsche Presse und Wetterbericht- 20.08 Weltbekannte Stimmen auf Schallplätten. 22.80 Jazzorchester, Uckertragung aus dem Cqfi „National".— Prag II: 14.80 Deutsche Sendung: Arbeitersendung: Für Ball und Frieden— Schallplatten— Der skalpierte Chefredakteur.— Argun: 9.80 Bunte Schallplatten-Äevue. 14.00 Deutsche landwirtschaftliche Sendung: Zwiegespräch: Kennst du den Pilz? 19.08 Balalaika-Konzert russischer Hochschulstudenten.— Prehburg: 12 20 Unterhaltungskonzert de» Rundfunkorchesters.— Kascha»; 10.18 Geigenkonzevt mit Klavier. 18.80 Gesang auf Schallplatten(Caruso).— Mähr.-Ostraa: 9.00 Orgelkonzert auf Schallplatten. 20,88 Volkstümliches Konzert. zur Oual macht. Schon ist da» halbe Feld mit Getreidepuppen besetzt. Auf den auSgefurchien, holperigen Landwegen kommen mit Pferden bespannte Fuhrwerk« daher, biegen in da» Feld«in und die Räder der Wagen drücken tiefe Spuren in den weichen Boden. Garbe um Gacke wird auf die Wägen verstaut, bi» sie voll beladen sind. Dann schaukeln st« auf den schlechten Pfaden heimwärts, hochbeladen mit köstlichstem Gut, dem Brote der Menschen. ..Die Ernte wird heimgebracht, Tennen und Scheuer« füllen sich mit körnigem Gold. Auf den großen Wirtschaftshöfen donnern die Dampf- dreschmaschinen ihr wilde» Lied. In wller Hast wird gewerkt; Staub und Schmuhwolken hüllen diesen Arbeitsplatz ein. Spreu Wird vom Weizen gesondert, da» Stroh zu mächtigst Schobern aufgetürmt. Der Winter ist lang und der Landwirt muß auf Vorrat arbeiten. ■ Kahl und grau liegen setzt schon Stoppel- felder da. Richt lange wird e» währen, dann schreiten vor den Pflügen wieder schweißdamp- fend'e Pferde über dq» Land, Scholl« um Schölle umstürzend, sie zur Aufnahme für neue Saaten bittitend. In ewiger Gleichmäßigkeit schafft der Landwirt mit seinem fleißigen Volke. - Manchesmal machen Unwetter all« Arbeit zunichte. In einem AugeUblick Wick zerstört, wa» moMefange Arbeit geschaffen hat, da» mühselig kultivierte Land"verwüstet. Doch mit unvergleich licher Zähigkeit geht da» Landvolk wieder daran, aufzubauen, zu säen und zu ernten.' Sm Winter werden dann die fleißigen Landproleten, die da» ganze Jahr Brot und Getreide gebaut haben, wieder arbeitslos und auf die Unterstützung au»'der Ernährungsaktion angewiesen sein. Wie blutiger Hohn klingt«», daß die Landarbeiter kein Brot und die Schuster feine Schuhe haben, aber e» ist so eingerichtet in dem Leben von heut«. Erntezeit! Auch unter den Menschen wurde kostbare» Saatgut au»gestreut, aber eS ist von Unkraut überwuchert. Der Gedanke der Sozialir- mu», der die Menschwerdung unserer Klafft zum Ziel hat, wurde von demagogischen Elementen verfälscht und entehrt, nationalistisch verbrämt und wieder sind die Menschen verlogenen Phrasen zum Opfer gefallen., Ein politisches Ungewitter hat große, kultivierte Fluren in karstiges Oedland umgewimdelt. Der' FaschiSmu« hob frech sei«- Haupt und vernichtet« Mit brutaler Gewalt, wa» jahrzehntelang« Arbeit an wertvoll- sten Kulturgütern heckorgebracht hatte. Aber auch in diesen Gebieten sind Landwirt« tätig, die unter den Menschen den Boden für die ishsnahme der alten, ewig neuen Lehre de» Soziallrmns borbereiten und am End« der Entwicklungrepowe Werden wir Arbeiter die Ernt« einheimsen, wird die vom, Unkraut des Faschismus überwucher'e Saat sozialistischen Wollen» aufgehen und kostbare Fiüchte tragen.'- Franz Kern. SämStag, 7. August 1N37. Samstag, 7. August 1937. Nr. 184 Sette 6 WM MtMg Ein lebhafter Traum. Gestern nachts fast auf dnm Standplatz-der. Privätkräftwägen duf beut Wen- zelsplah der 22jährige Wageulenkec Kari Vodräjkä im Auto,. seines Dienstgeber» und schlief. Hiebet träumte er ofterchar so lebhaft, daß er plötzlich mit den.Arinen risti sich.zu. schlagen begann, die Schutz«, scheibe zerschlug und sich mit den GlaSsplittern Verletzungen im Gesicht und an den Pulsadern zufügte/ Die Wache mußte ihn ins Allgemeine Krankenhaus bringen. Verbotene Rückkehr. Vorgestern abends wurdet der'4j8jährige,'jetzt'wöhnungSlose, mehrfach borbe« strafte Räuber Rudolf MotuS verhaftet, der-für immer" auS dem Prager Stadtgebiet abgeschafft war. Während der Nachforschungen, ob er nicht als Täter irgendeines in der letzten Zeit hier verübten Einbruchs in Betracht komme, stellte sich heraus, baß er am l. August in die Wohnung des Kaufmanns Kan Merbaut in Nusle eingedrungen ist und Schmucksachen im Werte von 8000 K£ entwendet bat. Eine Person; die" ihn vor dem Lause beobachtet hätte, erkannte, ihn mit aller Bestimmtheit. Er wurde nach Pankratz gebracht und wird nach Per» büßung seiner Strafe aus dem Prager Stadtgebiet entfernt werden- ' Wieder ein flüchtiger Chauffeur. Der 42jäh« rige Expedient Wenzel Frolik aus ZiZkov wurde vor- nefterN abends auf der Liebener Landstraße zwischen Ziskcv undLieben' von einem unbekannten..Auto Überfähren, dessen Lenker nach der Tat. da« vo»fuhr. Frolik wurde von dec.RettungSgesell- schast auf-die. Klinik JIrasek gebracht, wo neben mehreren. Rißwunden eine leichtere Kopfverletzung festgestellt wurde. Nach dem flüchtigen Wagen wird geforscht.''- Selbstmord bei der Arbeit. Vorgestern nachmittags arbeitete der 22jährige Lackierer Wenzel Ploe aus Holleschowitz an einem Haus In Koschirsch, wo er.die Vorderseite des vierten Stockwerks.an« strich. Plötzlich sprang er vom Gerüst hinunter und blind bewußtlos auf der Straße liegen-- Die Rettungsgesellschaft brachte dest tödlich Verletzten auf die Klinik Jirasek, wo ein Schädelbruch und eine schwere Gehirnerschütterung sowie einige Ritzwunden festgestellt wurden. Der Gründ seiner Tat ist nicht bekannt; nach Angabe der Verwandten war er bereits seit längerer Zeit.trübsinnig gewesen. Ab Montag kein nächtlicher Strahenbahnverkehr auf dem Graben. Wegen Auswechslung der Straßenbahnschienen wird ab Montag 8 Uhr abends der Straßenbahnverkehr auf dem Graben zwischen 8 Uhr abends und 6 Uhr morgens einige Tage stilliegen. Die Stillegung erfolgt streckenweise, so daß zunächst die Zone vom Brücke! bis zur BevgmannSgaffe ohne Verkehr fein wird. Umgekehrt werden die Straßenbahnen vom Pulvertum zunächst nur bis zur Berg- mannSgaffe fahren. AuSflugSzüge der tschechoslowakischen Staatsbuhnen: Vom 7. bis 15. August guer durch den Böhme r w a l d 440 Kö, vom 7. bis 18. August Rundreise durch Mähren 600 liä, vom 7. bis 16.' August Wochenausflug in die H o h e T a t r a 640 Uh. vom 22, bis 28. August Über den böhmischmährischen Höhenzug 610 Uö. Anmeldungen und Kn» formationen im Basar neben dem Wilsonbahnhofe, Telephon 8888ch © Ortsgruppe Prag. Samstag, den 7. August: Treffpunkt um 148 Uhr am Smichover Bahnhof, Fahrt nach Rev- nice und Wanderung zur Hütte, am Sountag Badetour, führt Pick. BiraFerhasovännb AntonieNedoLinskä, die tschechischen Filmliebliuge in ,,Falsche' Katze". Der Mm- Keln tschechoslowakischer Film nach Venedig- Pelm diesjährigen Filmfestival in Venedig. wird kein tschechoslowakischer Film gezeigt werden, obwohl feit langem die Beschickung des Festivals durch die hiesige Produktion angekündigt worden war. Als Grund für das Fehlen der heimischen Filme in Vene, dig wird angegeben, daß keiner von den Filmen, die sich nach ihrem Niveau für die Vorführung in Venedig geeignet hätten, zur rechten Zeit fertiggestellt werden kann. Man darf diese Begründung wohl al- recht Merkwürdige bezeichnen und eher als ein Eingeständnis der hiesigen Produzenten ansehen, daß sie ihre bisherigen Produkte selbst nicht für internationale Sehenswürdigkeiten halten. Film« In Prager Lichtspielhäusern M.KOHORN INSTITUT GEGRÜNDET 1840 KOLONNADE MARIENBAD, EGER KOLONNADE FRANZENSBAD«zzo Moderne Holz. erstkloMae Sonstruktloa' uni ilu-Iübmna, für Ztantmifi ItonSontrleb ober direkt onoe bautem Motor. 4281 Hilf OW-WERKI tzeUbiardettunaS- molchwensodrte Ridiara Mo1 v Mama schaut ihn an mit denselben Augen, wie sie Lisa anschaust wenn sie sie zu Belt bcingt. . Nach eüiigeN Tagen.kamen Mama und.Onkel Kostja nach Hause, beide waren sehr lustig, voll bepackt mit Paketen und Blumensträußen, und Mama.sagte: N,un, Lisaweta, da hast du deinen nencn Papa. Geh und. begrüße ihn. Guten Tag, Onkel Papa Kostja, flüsterte Lisa höflich und heulte ganz unerwartet auf, ES schien ihr plötzlich, dieser große Mann habe ihr, die Mutter weggenommen und sie sei überflüssig in diesem Zimmer.'*. Schau,'Lisa: welch schöne Sachen ich dir mitgebracht hab?,'sagte schüchtern Onkel Kostja, als er ihre Tränen sah, und öffnete die Pakete.' Schau, hier hast du'eine Puppe. Sichst du, wie sie die Augen verdreht? Und'drückst du,: so piepst sie. aber kräftig piepst sie, was? ' Kräftig—■ stimmte Lisa leise und höflich bei. Am Nabel muß man sie drücken. So. ging es Onkel Kostja mit' allen Geschenken. Er seufzte hoffnungslos und sah die Mama an. Ich kenne mich nicht aus, Wera.-Jch-habe keinen Erfolg. Und'flüsternd fügte erhiuzü: Sie hat mich nicht gern/ich gefalle ihr Nichts.Mit-dir ging es viel leichter'.-.'- w-/ ■ Sie wird sich gewöhnen beruhigte die Mama-■ An diesem Wend wurde viel, angerufen. Onkel Kostja wurde beglückwünscht. Mama ging erfreut durch das HauS und summte vor sich hin -,- nur Onkel Kostja saß finster da' und schaute verstohlen zur Lisa hinüber. Während der Nächt hat er lange über irgend etwas mit der Mama geflüstert und das.Licht wurde,nicht ausgelöscht. -.Am Morgen kam. ein Auto, Onkel Kostja, zu holen, da man auf ihn in' irgendeinem'Amt wartete. Rasch trank er seinen Kaffee und schaute auf Lisa. Ich kannte einen Hasen— sagte er plötzlich, ohne Lisa anzusehen— ein kräftiger Hase war das. Mann kann schon sagen, er war fürchterlich. Und da war ein Fuchs. ■ Und wie war' der?— fragte Lisa und ek» hob Ihre blauen Augen.-'.. Erfreut antlvortete OnkeL-Kostja: Als der Hase den Fuchs erblickte, haute- er ihn auf den Bauch.. Wieso haüte er ihn?—‘’ '' Mit der Pfote. Einmal.' hat er sogar den Schwanz des. Fuchses angebissen.. Alle im Walde hatten vot ihm Angst.. ,- v.... — Und er? Er fürchtete niemanden. Einmal schritt der Wolf durch den Wald, der Hase.aber saß- im Shrauch und lächelte vor sich hist. Mein Ehrenwort. Es ist schon Zeit, Kvstja, sagte-zärtlich die. Mama, der Chauffeur hat schon zum zweitenmal gehupt. Gleich, gleich.. Und schau, da geht der Hase'und der alte Dachs sitzt auf dem Feld. Na, ! was hupt.er schon wieder?....-. -'" Der Dachs hupt?—-., --Nein,Lisa, der Chauffeur-—Lisa, wenn ich zurückkomme,' erzähle ich dir zu Ende. Aber wirst: du?— '-- Bis zu seiner Ankunft spielte-Lisaruhin, horchteiauf jedes- Läuten, und. rastnte jedesmal in den Korridor. Onkel Kvstja war bald wieder.zurück, und während er Mantel und Rock avlegte, fragte>er Mama: Nä, wie fteht's?— Sie wartet schon, ,-sägte lächelnd Vie Mamät: Onkel.Kostja wuiche plötzlich ganz lustig,tv m-s,< Am nächsten Tag ist Onkel Kostja-zu irgendeinem Empfang-gegangen. Die Mama war freudig erregt und steckte ihm Taschentücher in die Manteltasche. Lisa sagte ihm eisig: Kaufe' Mr keine Geschenke mehr, halt dich.mcht zu viel in den' Geschäften auf, komm lieber schneller nach Hause, wir-haben worüber zu reden. Onkel Kostja war den ganzen Tag sticht zu. Hause. Mama ging immer wieder zum Telephon und bedankte sich für irgendwelche Glückwünsche. Lisa wurde früh zu Bett gelegt. Onkel Kostja kam. sehr spät nach Hause. Ev trat auf Zehenspitzen in' das Zimmer. Na, erzähl, erzähl, wie war es— bestürmte ihn die Mama. Sie schläft schon? fragte er enttäuscht und zeigte-zum Schirm, hinter dem Lisa schlief.'— Sie schläft, nun erzähl doch..'! Gleich. Schläft sie schon länge?'-— Schon lange, lange. Willst'du Tee? Da plötzlich ertönte hinter dem Schirme eine' schläfrige Stimme: Papa, ach Papa. Mir scheint, sagte Onlel Kostja leise und' verlegen, sie hat mich Papa-genannt...-. Dich, dich. Geh, küß. sie schon, Wenn du so ungeduldig bist.'-'S• Mama saß lange allein, beim Tisch und läs die Abendzeitungen. Böm Schirm her drang ein begeistertes Flüstern zu ihr., — Na,,und der Bär, was?— Und der Bär: — packte ihn"am Schwänze imd riß ihn in die Bärengrube.— Ustd was hat der Hase dazuge» sagt?-—Hät aufgelacht.— Wieso?—-Mit einem kleinen leisen Lächeln, so wie alle.Hasen lachen., Der Tee.ist kalt geworden. ES ist schon Mitternacht vorbei. Mama ist vorsichtig zum Schirm 'gegangen,- klopfte mit dem.Fingfr ast.un^sstgte istreng:,,Schlafen, Finder, schlafxn Ist-.- dieser Nacht sah'Lisa im,^zmste,' wie- zu chr ejn-Wölf lam,„Wxr.gap nM-so,eW schreck- :kicher,. Er verlängre Kuchen. von-'M. Und HM . weft vost ihr' schlief' ein großer stächmiaer Mstnn einen gesunden und glüDichen ,Schlaf,,.Erhäfte das gefunden, wobon' er so sehnsüchtig heimlich igetWistf,hakte— cincOwe't^,', ,-(Ins Deutsche übertragen von Rccha Katz.) B 4 z u as B e b i ngu n g en: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug dirrch die Post monatlich lli 16.—, vierteljährlich Kä 48.—, halbjährig Kt 06.- ganzjährig llö 102.—.— Inserate werden laut Tarif' billigst berechnet.. Bei-öfteren' Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt stur,bei Einsendung der Retourmarken..— Die Zeiiungsfrankatur wurde von der Post- und Tistee . i graphendirektion mit Erlaß Nr. 1S.8vü/VlIl1080 bewilligt,— Druckärei:.Orbitz", Druck-. Verlags- und ZeitungS-A.-G. Prag:■