Aus dem Inhalt: Feierliche Eröffnung der Teplitzer Ausstellung Das Recht auf den Streik Die Eisenbahn nimmt Ingenieure auf Die Baseler„National- Zeitung“ zur tschechoslowakischen Innenpolitik Der neue Kurs der Komintern 17- Jahrgang Sonntag, 8. August 1937 8 alorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit«usnohme des Moeteg t»a«ch frLH/ Einzelpreis 70 Heller ' rwaitung. PragXll» Fochova 82- Telephon 53077- Herausgeb«: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Nr. 188 Pressekonflikt London-Berlin London weist drei deutsche Journalisten aus/ Unter Splonaseverdacht £Äo? F,“ eo’ T,u* en Mad rid. RepublikanischePatroMenbe> richten,-dätz stch in Toledo eine ziemlich große maurischer und spanisch« Soldaten im rrz. bischöflichen Pakais und in der Kathedrale v«. barrikadiert haben, wo sie mit anderen Abteilun- gen der Aufständischen.Armee Kämpfe auSfoch. ten. AuS d« gleichen Quelle kommt die Nachricht, daft In Toledo italienische Abteilungen eingetrof. fen seien. Während Freitag abendS Ruhe herrschte, war in der Nacht starkeSGe- wehr feuer zu hären- Flugzeuge der Aufständischen kreisten üb« Toledo. Vor Madrid neue Artlllerletätlgkelt Ai a d r i b. An der Madrider Front kam eS am Samstag nur zu einem Feuerwechsel der Artillerie in der Sierra de Guadarrama unweit von Quijerna und Billa Rueda del Pardillo. Di« republikanischen Truppen unternehmen zahlreich« Ausfälle gegen den Feind und stoßen»st auf Patrouillen der Aufständischen.* - Nach einem Bericht der Polizeidirektion erreicht di« Zahl der Opfer des samstägigen Bombardements 2vü Personen. Am Freitag ist bei der Beschießung der Städt nicht-7— wie ursprünglich gemeldet wurde -7-7--der Sekretär der päpstlichen Nuntiatur getötet w«den, sondern rin subaltern« Beamter' spanisch«-Rationalität. .»..'-•■.. Dynamiteros an der Arbeit Eine Gruppe republikanischer DynamiteroS ist'bis zu dem Dorfe C 0 r n e l l a n a vorgedrun- gcn, wo sie die Brücke über den Fluß Narcea in die. Luft sprengte. Da hiedurch die Straße nach Gallice unpassierbar geworden ist,-werden die Aufständischen genötigt sein, zur Versorgung ihrer yörderen Linien einen großen Umweg zu wählen. Die republikanischen Truppen haben kleine Abteilungen' mit Maschinengewehren ausgesandt, um'leicht« die Stelle beschießen zu rönnen, an welcher früher die Brücke stand. Dadurch sollen die Aufständischen am Wiederaufbau der Brücke gehindert werden. Negrln In Barcelona Barcelona. Der Vorsitzende der republikanischen Regierung, N e g r i n, traf Freitag nachmittags inkognito in Baroekona ein und hatte Sams- tag nachmittags eine-Unterredung mit Companys. An politischen Stellen Barcelonas wird dieser Unterredung große Wichtigkeit beigelegt. London. Di« britisch«» Behörden Haien die Aufenthaltsbewilligungen von drei deutschen Jonrnalisten nicht tisehr verlängert, und zwar die: deS Londoner Korrespondenten- deS»Berliner' Lokalanzeigers", Herrn von Crim e, und dessech Sekretär und Mitarbeiters Wrede und schließ»? lich deS Londoner B«treterS deS„ZeitungS- diensteS Graf Reischach", Lange n. -' Dir Verweigerung der AnsenthattSbewilli- gungen wird mit der Wahrung wichtiger ö f f, n t l i ch r r I n t e r essen begründet und hinzugefügt, daß die Berliner zuständigen Stellen von Loudon auS vorher rechtzeitig von dieser Maßnahme verständigt wurden. Man' habe in Berlin wissen lassen, daß man in London die Art der Berichterstattung der genannten drei Journalisten,als zumindest sehr indiskret empfinde, doch würden auch Meinungen laut, daß es sich um/S p i 0 n a g e t ä t i g- k r i t handle. Der„ZeitüngSdienst Graf Reischach" habe sich insbesondere auf dir Berbreitung von S e n s a t i 0« S m e l'd ungen aus Spa nie n spezialisiert und-feine Tätigkeit habe in letzter Zeit mehrfach zu Unzukömmlichkeiten London. Außer dem britischen- Tank- Dampfer„British Corpora l" sind' am Freitag. auch- das französische Handelsschiff „D j e b«l Ä m 0 u r" und der, italienische Dmnpfer„M 0 n g i 0 l a" ün westlichen Mittelmeer von drei Flugzeugen unbekannter Rationalität bombardiert worden. Diese Angriffe haben in politischen Kreisen Londons große E r r e g u n g hervorgerufen. Rach einer Mitteilung deS britischen Generalkonsuls in Algier handelt eS sich wahrfchekn- lich um Flugzeuae der Aufständischen. Di« britischen Behörden haben bei den lokalen Stellen auf Palma, der Flugbasis der Aufständischen, gegen diesen Borfall energisch protestiert. Wie der Korrespondent deS„Daily Herold" berichtet, waren die abgeworfenen Bomben deutschen Ursprungs. Nanking.(HavaS.) Die Zentralregie-- -rung hat eine«msangreichr Aktion für die Armeemusterungen eingeleitet. In, die Reihen der Armee können alle tauglichen Männer von-18 bis AS Jahre» eintrrten. Die Behörden Halen in großer Zahl Manifeste verbreiten lassen, in-denen die Bedeutung' deS SoldatrndirnstrS hervorgehoben wird. China könne mit fein« Arm« von 48 Millionen Mann jede» Feind zurückfchlagen. Bürger, die sich dies« Pflicht zu entziehen suchen, werden strenge bestraft werdend H a n k a u.(Reuter.) Die japanische- Re- gierung hat den japanischen Abteilungen-Befehl erteilt, die Stadt H ä n la u am 8. August mittags:-« verlassen. Die japanischen Einwohner der Stadt sind bereits atgereist. Die Verwaltung der-japanischen Konzession in Hankau haben di« chinesische», Behörden übernommen.• i'!' - In Ä ch a n g h a i verlautet, die Räumung erfolge'-Üu s militärisschen Gir ü n-d e n» trotzdem die japanischen Kreise behaupt«»», das Ziel dieser Mäßinihnie sei haS Bestreben geweseii) - geführt, die u. a. auch ei» Einschreiten des englischen Botschafter- in Berlin nötig gemacht hatte. Crome arbeitete bereits feit drei Jahren in London, die Seiden anderen Journalisten waren «st vor wenigen Monaten nach London gekommen. DaS britische Innenministerium hat ihnen 'zum Berkaffen deS Landes eine vierzehntägige -Frist gestellt. Berlin kündigt Repressalien an Berlin. Das Deutsche Nachrichtenbüro teilt mit: Eine Reihe von englischen Zeitungen meldet heute früh die Ausweisung der drei deutschen Journalisten Crome, Wrede und von Langen. Wie wir erfahren, ist seitens t: deutschen Regierung kein Hehl daraus gemacht worden, daß sie von den englischen Maßnahmen auf das Peinlichste berührt ist. Da die englische Regierung den Standpunkt zum Ausdruck gebracht hat, daß der Aufenthalt der fraglichen Persönlichkeiten im, Interesse der deutsch-englische» Beziehungen unerwünscht sei, wird begreif- licherweise' auch auf deutscher Seite diesem Gesichtspunkt entsprechend- verfahren-werden. Bei d« Beschießung des italienischen Schiffes wurde dessen Kapitän, Franco Solari, durch-einen Schuß in die Lunge schwer verwundet. Bevor er ins Krankenhaus nach Algier geschafft werden konnte, erlag er Samstag früh seinen Verletzungen. Der auf dem Schiff befindliche holländische Beobachter erlitt, als er vor dem Bombardement in eine Deckung flüchten wollte,, einen Arinbruch; sein Gesundheitszustand ist jedoch zufriedenstellend. ein weiterer Dampfer angefallen Marse i l l e. Die hiesige Rundfunkstation gibt bekannt, daß sie radiotelegraphische Hilferufe des Schiffes„K,t i st i k i S" aufgefaugen hat, das 48 Meilen westlich von Algier durch ein Flugzeug bombardiert wurde. Legende vom Segen des Kapitalismus ' Kurz vor dem Ausbruch der großen Wirtschaftskrise ist in Amerika,, vor allem unter dem Einfluß von Henry Ford, die Lehre von der«wi» gen Prosperity, von dem kapitalistischen Jdcalzu» stand eines Zeitalters hoher Gewinne, hoher Löhne und Ivohlfeiler Preise, der krisenlosen, den Reichtum dauernd mehrenden Kapitalismus ent> standen. Die Büch«, die solche Lehren verbreiteten, waren zum großen Teil noch druckfeucht, als der große Bum kam und mit den Vermögen, den Löhnen, den Fabriken, den Warenlagern auch die Illusionen und Legenden ins Bodenlose absackten. Sieben Jahre lang haben die Lobredner des Kapitalismus geschwiegen, sich peinlich gehütei, auf irgendeine polemische Herausforderung zu reagieren. ES gab keinen Professor, keinen-Publizisten, keinen Politiker mehr,, der offen für den Kapitalismus als, eine vernünftige-oder, gar segensreiche Ordnung eingetreteu tväre. Er wäre unisono auSgepsiffen worden. ES war die Zeit, da selbst Unternehmerblätter nach der„dirigierten Wirtschaft", nach Planung und' Ordnung riefen. Kaum ist die Krise soweit überwunden, daß man in großen Sektoren von einer Konjunktur sprechen kann(wobei freilich beträchtliche Partien der Wirtschaft, ganze Andustrlereviere und Betriebszweige samt Hunderttausend«» Arbeitslosen auf der Strecke-bleiben) kaum-steigen die Aktien wieder, so tauchen auch schon die Prediger aus der Versenkung auf und schreien das Lob des Kapitalismus in, allen. Tonarten in die-vier Minde,— Ein« sehr bezeichnende Stimme, dieser Art zitierte Samstag das„Prager Tagblatt" an-leitender Stelle aus- dem„Ämertea.n Mercy r y". Ein Russe, Georg: E. S 0 k 0 l s k y- der aber in seinem geistigen- Habitus ganz und gar amerikanisiert zu sein scheint, erklärt den Kupi- talismus für die einzig vernünftige, einzig rentable, ja auch für, die einzig menschenwürdige Form der gesellschaftlichen Produktion. Denn nur der, Kapitalismus garantiere auch die Freiheit, nur auf der wirtschaftlichen Grundlage des Kapitalismus sei die Demokratie möglich, während Kollektivismus, staatlich dirigierte Wirtschaft und Sozialismus zu Diktatitr und Sklaverei führen. Es gehört natürlich jenes, charakteristische, amerikanisch Gemisch von Oberflächlichkeit und Primitivität dazu, um solche Folgerungen ziehen, die Begriffe so durcheinanderwerfe» zu können. Wer aus den Ereignissen der letzten Labre schließt, daß„die Abschaffung der Eigentumsrechte immer begleitet ist von einer radikalen Ausschaltung aller menschlichen Rechte und daß die Zerstörung des Kapitalismus auch die Zerstörung der Demokratie bedeutet", der hat stch deu Znsam. menhang zwischen Oekonomie und politischer Form gar nicht klar gemacht. Es würde ihm sonst doch wohl aiisfallen, daß es die Zersetzungserscheinun- gen des Kapitalismus, durchaus organisch äys dem Kapitalismus herauswachsende Erscheinungen stzd, die zum ,Faschismus und zur Diktatur führen. In gewissem Singe,gilt das auch für Rußland, Ivo der Krieg als der Versuch, ein noch nicht durchorgänlsiertes,-ein noch:- halb feudalistisches Land den Gesetzen kapitalistischer Kriegswirtschaft, zu, unterwerfe», zur Auslösung der Wirtschaft, zur Zerstörung- der- VroduktioiiSmittel und Lähmung der Produktivkräfte geführt hat.- Und Ivar eS in Deutschland etwa der Sozialismus, der die Enteignung der kleinen ,Sparer, des-ganzen-Mittelstandes, den Ausverkauf der kleinen Leute durchgesührt und so die erste Voraussetzung: des Faschismus geschaffen hat? ES Ivarcn der verlorene Krieg und die kapit alistische K re- di t w i r t s ch a f t im Kriege, eS war das Verbrechen der Inflation, das Finanznia- növer des RuhrkciegeS,-und nach der Stabili- sierung der Mark die hochstaplerische,mit.geborgtem amerikanischen Kapital-betriebene Rats 0- n a l i s-i e r u-n g, die,zur-faktischen Enteignung von Hundcrttausenden, zur- Verelendung des Volkes und damit zu einer sozialen Kriie führten, die in denRaziSmuS mündete. Und Io falsch es ist,,di« Diktatur,als den Ausfluß antikapitalistischer, sozialistischer Maßnahmen. anzusprechen, so'falsch ist,-eS, die, Demokratie als,«ine Folge des Kapitalismus hinzustellcn. Wenn Amerika,' das-Sokolsky als Beispiel anführt. demokratisch geblieben ist,, wenn: es, die,Krise.überdauern. Nanking mobilisiert die 20- bis 25|ährigee Japaner räumen Hankau - Durch die mllltlrlKhe Lase gezwungen?. den Konflikt in Rordchina nicht dehnen. weit« auSzu» Meldungen der chinesischen Presse zufolge rückt«» di« chinesischen Trnppenäbtrilunge» an der Eisenbahnlinie Hankau—Peipin, nördlich von Llgnsissg biS nach Rankavan vor, ohne qufjapa- nischen Widerstand zu.stoßen. Die an-der Eisen- bahn,.welch, nach Pukan führt,-liegend«» Abteilungen- der 38. Division, die an den Julikämpfen n» Tientsin tcilgenommen haben, wurden- durch fische Truppen ahgrliist.... Die Negierung beginnt jetzt auf Grund deS neuen Gesetzes über die Militärdienstpflicht alle tauglichen Männer von 38 bis 25 Jahren zn mobilisieren.- Oute Vorsitze... Schanghai. Der japanische Botschafter Kavagoe, der auf der Reise nach Nanking Sams« tag hier eintraf, erklärte, er werde alle möglichen-diplomatischen Schritt« unternehmen, um dse, Lösung des chinesisch-japanischen Konfliktes durchzüsehen.- Franco-Flugzeuge beschießen Italienischer KapHOn getötet neutrale Dampfer Beile 2 Sonntag/8. August 1937 Nr. ISS konnte, so war Vas ja gerade dein Bruch mit der kapitalistischen Tradition, war es der neuen Wirtschaftspolitik Roosevelts und der lieber nahm« wesentlicher Gedanfeu des Sozialismus in den New Deal zu danken I Der Lobredner des Kapitalismus gibt selbst zu, das; die Segnungen des Kapitalismus äußer« stensalls eine Minderheit beglücken. Zwar könne auch das vom Lohn Erspart« in Unternehmungen angelegt worden und Profit tragen,„nur ist der Arbeiter selten in derLage, etwas zu ersparen und zu investieren". Die Ris- ken im Kapitalismus aber treffen, so meint er, doch nur den Einzelnen.„Aus dem kapitalistischen System an sich entstehen niemals Verluste für die ganze Gemeinschaft, wenn es nicht durch Korruption verfälscht ist". Gewiß, von schmutzigem Wasser allein stirbt man nicht, cs mnß auch TyphuSbazillen enthalten. Aber es enthält sie merkwürdigerweise fast immer I Die Korruption gehört zum Kapitalismus, sie verfälscht ihn nicht, sondern ist ein lebenswichtiger Teil dieses Systems, es kann gar keinen Kapitalismus ohne Korruption geben; darum sind heute doch alle Strafparagraphen gegen die Korruption Kinderpfeile gegen einen gepanzerten Riesen. Wenn man aber behauptet, daß der Kapitalismus„die B e r l u st c durch Verderb- n i S und Bruch au f e in M i n im u m r e d u- z i c r t, daß er nie dec Gesamtheit einen Verlust zufüge, daß, was der ein« verliere, gewöhnlich der andere gewinne, so rechnet man mit einen; sehr kurzen Gedächtnis der Menschen, welche die Krisenjahrc von 1930—1987 erlebt haben. Sind nicht u nm eßbar« Mengen vonGütern zerstört, Anbauflächen vernichtet, Baumwolle, Reis, Kaffee, Weizen, selbst Schlachwich, Fische, Milch in ganzen SchissS- !adüngen Lahr um Lahr künstlich verderbt worden? Sind nicht nagelneue Maschinen verrostet oder abmontiert worden, stehen nicht Riesenfabriken als Ruinen da? Hat sich nicht die Rationalisierung als die größte und kostspieligste Fehlinvestition der Wirtschaftsgeschichte erwiesen? Nur zum Schaden des Einzelunternehmers? Umgekehrt wird«in Schuh draus I Der Einzelunternehmer flüchtete ins Kartell, in einen Konzern, er wurde zum Rentner, aber die Gesainthcit durfte zahlen. ES ist em guder Witz, anno 1937 zu schreiben: „Die Regierung sollte niemals Erträgnisse garantieren oder gegen Verluste schützen". Gerade davon lebt doch heute der ganze Kapitalismus, gerade dazu hat er di« Regierungen gezwungen, und zwar, wenn«s nicht anders ging, eben durch organisiert« politische Gangsterei, durch den Faschismus. Natürlich, jetzt in der Konjunktur, möchten die Kapitalisten jede Kontrolle und Beschränkung gern loswerden, aber nach dem ersten Börsenkrach werden sie wieder nach den Rettungsbooten des Staates, der„dirigierten Wirtschaft" schreien. Und man vergesse schließlich nicht, daß die ganze Ankurbelung der Wirtschaft nur möglich war durch Planung, durch staatliche Eingriff«, durch Verstaatlichung großer Wirtschaftszweige, man vergesse nicht, daß unser« ganz große Konjunktur doch nur im Treibhaus der Kriegswirtschaft, der Aufrüstung gedeiht! * Und nun zum letzten Argument. Es ist so alt wie di« andern auch. Der Kapitalismus hebe den Lebensstandard der Maße wie keine andere Wirtschaftsform. . Unter dem kapitalistischen System, ist es möglich geworden, ob n«G«walt di eLöh ne und den Lebensstandard des ameriranischen Arbeiters auf die höchst.«, Stuf« zu heben. Cäsar batte kein Automobil: Napoleon keine Elektrizität: Königin Viktoria keinen elektrischen EiSschrank und»doch sind diese, und tausend andere Beouemlichkciten unter den Mittelklassen und Arbeitern des amerikanischen Volkes im gewöhnlichen Gebrauch. Nahrungsmittel von allen Teilen der Erde sind auf dem Tisch des amerikanischen Arbeiters: Orangen aus Kalifornien, Grapefruit aus Florida: Kaffee aus Brasilien, Tee aus China. KrebSschwänze aus Japan, Käse aus Kanada, Schinken aus der Tschechoslowakei und Polen. Nicht nur in den Bereinigten Staaten, auch in Großbritannien, Frankreich. Skandinavien. Lolland, Schweiz, den leitenden kapitalistischen Ländern, ist der h ö ch st r Lebensstandard f ü r d i e a r b ei te n- den Klassen, zumindeftenr«in höherer wie für dieselben Klaffen in Ländern unter irgend« einem anderen ökonomischen System. Der gute Herr Sokolsky vergißt die Kleinigkeit, daß die Hebung des Lebensstandards der amerikanischen Arbeiter(und vielleicht noch einiger anderer Privilegierter) nicht nur mit der Schaffung einer Arbeitslosen« arme« in diesen selben Ländern, mit der Auf« spaltung des Proletariats in Privilegierte und in Paupers, bezahlt wird, sondern auch in der Pauperisierung der Arbeit«! Das Recht auf den Streik In den tschechischen Blättern wird gegen« ■ wärtig die vom„Venkov" aufgeworfene Frage, ob die Arbeiter gut daran tun, zu streiken, eifrig diskutiert. In einem Leitaufsatz äußert sich das„Närodni Osvobozeni" in der nachfolgenden beachtenswerten arbeiterfreundlichen Weise: Beim Umbruch der Krise und bei Beginn des neuen Wirtschaftsaufstieges kam es bei uns zu einer zweimaligen Devalvation der Krone, ohne daß das Unrecht gutgemacht worden wäre, welches den Arbeiter- und Angestelltenschichten aus der früheren einseitig durchgesührten Deflationspolitik erwachsen war. Außerdem begann seit dem Herbst vorigen Jahres in der ganzen Welt und auch bei uns ein Steigen der Großhandels« und teilweise auch der Kleinhandelspreise, der Roh« stosse, Nahrungsmittel und übrigen Lebensbedürfnisse, während Löhne und Gehälter weiter auf dem niedrigsten Niveau verblieben. Und schließlich kam in einer Reihe von Jndustriebran- chen eine Entfaltung der Konjunktur und in einigen schließlich ungewöhnliche Rekorde im Erreichen von Produktionszissern und Gewinnen(z, B. in der Eisen-, RüstunaS- und Bauindustrie),' ohne daß die Arbeiterschaft einen gerechten Anteil an den Früchten'dieser neuen Prosperität erhalten hätte. Kann sich unter diesen Umständen bei uns noch jemand wundern, daß nun die Anzahl' der Streiks wächst und daß innerhalb der arbeitenden Schichten eine spontane Bewegung für die Wie- dcrcrhöhung der herabgedrückten Löhne und Gehälter entstanden ist? Bemühen sich doch auch die Aktionäre aus den heurigen Generalversammlungen der Unternehmungen um«ine Erhöhung ihrer Dividenden und auch die landwirtschaftlichen Kreise haben Heuer eine bessere Entlohnung für ihre Arbeit in erhöhten Getreidepreisen erhalten. Deswegen anerkennt die breite Oeffentlichkeit in< unserem Staate vielleicht bis auf unbedeutende| ganze r.g ro her Länd er. Weil die Akkord» apbcitcr in Chicago Gcapefvuit, Orangen und KrebSschwänze genießen.mussen di« italienischen Cafoni eben Polenta aus faulem Mais fressen, müssest die ungarischen Landarbeiter'hungern und die Erzgebirgler darben. ES besteht da ein sehr enger und logischer Zusammenhangl „Was der«ine verliert, gewinnt gewöhnlich der andere."' Richtig! Und was zehntauserw gewinnen, müssen hunderttausend bezahlen. Daß aber Hiller im Auto fährt,, während Napoleon noch zu Pferde ritt, daß die Queen keinen EiSschrank hatte, während Frau Babbitt einen hat, daß Joan Crätvfovd sich die Brauen rasieren und die Nägel rot lackieren kann, während Lady Hamilton das vermutlich nicht tat, daß Al Capone«in WE aus Ntavmor benützt« und eine Maschinenpistole, während George Washington wahrscheinlich auf die Latrine ging und«in« Steinschloßflinte hatte, daS wird wirklich nur von den simpelsten Fortschrittsanbetern in Chicago, Berlin und Moskau noch für ein Zeichen menschlicher Höherentwicklung angesehen. Hungersnöte, Seuchen, Rationalisierung, chemischer Krieg, Faschismus, Entseclung und Verdummung gehetzter Massen, das füll» Fortschrittssegnungen des Kapitalismus, die uns wahrlich auch inmitten der„Konjunktur" allen Grund und das sittliche Recht geben, eine vernünftigere, bessere und schönere Ordnung zu fordern! Ausnahmen, die.volle Berechtigung der heutigen Lohn-, und Gehaltsbewegung der arbeitenden Schichten und ihre Bestrebungen um Erreichung günstiger Kollektivverträge. Gleichzeitig verurteilt sie auch die Taktik jener Unternehmerorganisationen, deren Streben dahin geht, den Anspruch der Arbeiter und Angestellten auf gerechten Anteil an der steigenden Wirtschaftskon- junktur mit einfachen einmaligen Beiträgen, statt durch eine ordentliche Erhöhung ihrer Löhne durch neue Arbeitsverträge, a^utun. Tschechoslowakische Innenpolitik In der Darstellung eines Schweizer demokratischen Blattes Die Baseler„Rationat-Zeitung",«in ebenso gut informiertes wie gut demokratisches Organ, bringt in ihrer Folge vom 6. August einen längeren Situallonsbericht ihres Prager Korrespondenten. Wir enwehmen dem Artikel die nachfolgende Stelle, die sich auf die inner- polillschen Angelegenheiten bezieht: Die tschechoslowakische Innenpolitik hat in der letzten Zeit gewisse Erschütterungen durchge- isiacht, die zwar die Hoffnungen der'Gegner ebenso trogen wie etwa— wenigstens für den Augenblick— die letzte französische Kabinettskrise, die aber bedingt war durch Spannungen, die noch nicht als endgültig beseitigt gelten können. Das Kabinett Hodja ist zwar in derselben Zusammensetzung innerhalb von fünf Tagen mit der einzigen Aenderung, daß an Stelle des Finanzministers Dr. Kalfus Minister Dr. Franke trat, wiedergekehtt, aber es dürste doch im Herbst noch weitere Aenderungen geben. Der Schwerpunkt liegt in der Politik der Agrarier, die die bisherige Koalillon mit den Sozialisten als.lästig für ihre Wünsche empfinden und schon eine Anzahl Vorstöße unternommen haben, die allerdings, besonders in der letzten Zeit, zum Teil gescheitert 14 Roman von L Pringsheim „Sie— hören Sie— bei Ihnen wohnt doch diese gewisse Frau Hardt!— Da haben Sie sich nicht gerade eine angenehme Mieterin zugelegt! Die Frau benimmt sich impertinent, einfach impertinent. Und nimmt dazu noch anderen ihre Arbeitsstellen fort. Also hören Sie mal, mein Bester, Sie werden sich einen anderen Mieter zulegen! Ich möchte dieser Person hier nicht mehr begegne»! Es wird Sie nichts losten— im Gegenteil — in dieser Beziehung brauchen Sie keine Sorge zu haben." Und sie deutete mit den Fingern die Geldbelohnung an. Der Portier hatte stets mir natürlichem Widerwillen den Gegensatz dieser Frau zu ihrem erkauften Aufstieg empfunden. Er und seine Familie besaßen das Unerlernbare eines natürlichen Taktes und der richtigen Einstellung zu Ereignissen und Menschen. Niemals neugierig, eher reserviert, lebten sic ihr eigenes, mit der Arbeiterwelt verbundenes Dasein. Sie wußten genau, daß es ihnen im Verhältnis zur ungeheuer anschwellenden Arbeitslosennot noch relativ gu; ging. Aber sie gehörten zu den Ausnahmen, welche die Not nicht vergessen. Man konnte bei ihnen trotz der festgelegten Tages- und Nachtarbeit, trotz Plüschsopha und porzellanenen Ungeheuern in der Wohnung sogar von einer„ideellen" Welt reden. Sie lasen ihre Arbeiterpresse und Literatur, sie verfolgten lebhaft die Politik des In- und Auslandes, sie waren da eben von Geburt an verankert. Sie bildeten das strikte Gegenteil zur forcierten Welt der Dorechana, und wenn diese ihre Vorträge und Versammlungen über die„Entrechteten" hielt, war es ihnen bekannt, und der Portier pflegte über sie sonst nur die Achseln zu Pulken. Damit war sie für ihn abgetan. Heute war es anders. Die schwere Nacht mit ihren Ereignissen hatte sich bei. ihm verdichtet und ein Ventil mußte geöffnet werden, sonst zersprang sein gutes klares, derbes Inneres. Mit rotem Kopf hörte er die Dorechana an und sah das von Alkohol noch immer verschwommene Gesicht, die elegante zerdrückte Kleidung und das wilde Haar. Dann fuhr er sie laut an: „Was verlangen Sie da von mir? Ich soll eine brave Frau hinaussetzen? Bloß weil sie nicht nach ihrer Pfeife tanzt? Was fällt Ihnen denn ein? Ich lasse mich auf keinerlei Erpressungen ein— wenn Sie auch von so einer hochgeschraubten Gnädigen sind. Mir können Sie nicht so kommen wie all den Leuten um Sie herum. Denen inlponiert nur Ihr Geld! Auslachen müßte man Sie! Wer sind Sie denn? Wo kommen Sie denn her? Bestimmt nicht aus der vornehmsten Gegend! Ich kenne meine Pappenheimer! Hätten Sie Ihr Geld nicht— so könnten Sie auch nicht hie andern zum Narren halten! Reden Sie doch einmal Ihr Zeug vor wirklichen Arbeitern— die pfeifen Ihnen etwas! Und wenn Sie beim Hausherrn versuchen wollen, mir einen Strick zu drehen — es wird Ihnen nicht gelingen— ja es dürfte Ihnen noch schlecht bekommen! Das sag ich Ihnen — und mir können Sie glauben!" Laut ünd deutlich hallte die Sprach« auf der nächtlichen Treppe. Die letzten Gäste hatten erschreckt-die Wohnung verlassen, um: nicht in den Streit hineingezogen zu werden. Herr Dorechana begleitete mit seinem Wagen eine ältere Dame (gute Kundschaft) heim und war gar nicht zugegen. Das Personal versuchte trotz alkoholischer Nachwirkungen atemlos und voll' Freude jedes Wort zu erlauschen. Die Dorechana hätte ja hineingehen können, hätte dem Mann eine Ohrfeige geben können, ihn mit ihrer berühmten Rhetorik klein kriegen, aber es geschah absolut nichts. Sie lehnte an der Wand, ihre Augen traten ganz wässerig hervor und sie brachte kein' Wort heraus. Sie wollte Pit Beleidigungsklage drohen, fühlte aber instinktiv, daß sie dabei eine lächerliche Rolle spielen würde. Zum drittenmal stand heute eine Macht vor ihr, und dieses Mal in Gestalt des einfachen vierschrötigen. Mannes ohne Kragen und mit der Portiermüttze. Ihre Waffen versagten. Etwas gedämpfter fuhr der Pottier fort: „Die Hardt ist nicht bcsserund nicht schlechter als die andern wirllich Armen, um die Sie sich ja gar nicht kümmern! Trotz Ihrer Klugheittz- vereine! Die Hardt ist eben arm und Sie sind reich! Mit Ihrem Geld glauben Sie'alles zu, erreichen und sind doch närrisch! Aber Sie können sich satt essen. Sie glauben, wenn Sie mir hundert Schillinge Trinkgeld geben, dann, bin ich zufrieden, weil ich keine Bildung schluckte. Und wenn die Hardt obdachlos auf der Gasse herumirrt, sind Sie auch zufrieden, weil Ihnen niemand einen Borwurf machen könnte. Aber wenn Ihr ganzer Damenverein und all. die Leute, die Ihnen nachlaufen, Ihnen die Hardt anbringen würden, dann hülfen Sie ihr, Weib man Sie dann als Wohl« täterin feierte! Na, und wenn Ihnen irgend so ein feiner Herr oder berühmte Dame sagte, ich sei ein Dichter, dann wär ich bald Stammgast bei' dir! Und jetzt geh schlasenl" Der'Portier duzte im Eifer seiner Rede die sprachlose Frau». Er nahm keine Rücksicht auf..sie und: sah in ihr ein verstiegenes Kind des Volkes. Sichtlich erleichtert ging er fort.' -.Die Dorechanss, wandte sich langsam zu ihrer Wohnung. Das Personal stob auseinander, aber sie' hatte jetzt keinen Blick für die Leute.. Als ihr Mann ahnungslos heimkehrte, fand er seine Frau scheinbar seekrank auf dem Bett sitzen. Er traute sich keine teilnehmende Frage zU stellen, da siemie- mals die nachteilige Wirkung des Alkohols zUge« ben. würde. Auch konnte»nicht wissen, ob die bedeutende Gattin nicht foeben die Idee eines neuen ,Dramas gebar..'.Er ließ sie also Mpektvoll sitzen. Da Herr Dorechana heute früh noch eine mehrwöchige Geschäftsreise''antreten mußte, lohnte es nicht, sich'hinzulegen, und er beschloß/eist ausgiebiges Bad zu nehmen. sind. Die Ambitionen dieser Partei,'- deren Einfluß unvermindert groß ist, haben, eigentlich ihren ersten Echee erlitten,: als Benes der Nachfolger Masaryks wurde und der weitsichtige Hodja, selbst Agrarier, eisten Umbruch in der- Staatssührung der Republik veichütete, der dieser verhängnisvoll hätte werden können. Seitdem ist- nun- Beliess Einfluß, der sich als Staatsoberhaupt keineswegs kaltgestellt fühlt, immer weiter gewachsen. Nicht nur die Mitte und die Linke stehen geschlossen hinter ihm, sondern auch, und zwar einheitlich, die Armee Mit dem gesamten Offizierskorps. Wenn sich also die Agrarier heute nach einer anderen parlamentarischen Konstellation sehnen, so bliebe ihnen nur der Austausch der bisherigen Bundesgenossen mit der Pattei Henleins und die Einbeziehung der Nationaldemokraten,, die sich vor einiger Zeit von den noch rechtsradikaleren Stkj- brnh-Leuten getrennt haben. Daß Henlein zu einem Eintritt in ein« Rechtsregierung mit Freuden bereit wäre, ist selbstverständlich. Dis Entwicklung der„Sudetendeutschen Partei" in Nordböhmen hat aber einen Umfang angenommen, der mit seinen Turnverbänden, Arbeitslagern, SchulungScampS, Boykotts der Nichtanhänger sowie der Juden eine Tatsache darstellt, die als solche schwer mehr diS- kutierbar ist. Henleins Ziele und inner« und äußere Abhängigkeiten vom Ausland sind bekannt. Wenn sich die Agrarier heute mst ihm zu einer Koalition bereit finden würden, so würde das für sie letzten Endes einem nationalen Selbstmord gleichkommen. Aber Politik ist oft nicht weitsichtig, namentlich, wenn er sich um vorübergehende Ausbeutung von Exportmöglichkeiten handelt. Zudem kommt ein gewisser Kokettieren mit bestimmten Rechtsentwicklungstendenzen in Europa. Trotzdem: ganz abgesehen davon, daß die Tschechoslowakei mit einem Anschluß an solche Strömungen dann zu einer Zeit beginnen würde, in der diese offensichtlich als Gesamterscheinung den Höhe« punkt ihres Wlaufs bereits hinter sich haben, besteht im tschechischen und slowakischen Volk überhaupt kein Boden für derartige Regierungsprinzipien, so daß sie theoretisch nur mit Gewalt durchgesetzt werden könnten. Einer solchen Gewalt würde aber eine viel stärkere Gegengewalt aus allen Schichten des Bürger-, Bauem- und Arbei» tertumS einschließlich der Armee entgegengesetzt werden können, so daß eine etwaige offene Austragung der Gegensätze von vornherein in ihren Gewinnchancen bestimmt wäre. Benes und Hodja zu den Manöver». Fast alle Minister werden ihren Urlaub bereits Mitte August beenden, um an den Manöver» teilzunch- men, die Heuer an mehreren Stellen in kleinerem Nahmen stattfinden. Große SchlußMmgen wie im Vorjahre finden nicht statt und infolgedessen dürsten auch keine ausländischen Militärdele- gationcn— außer den in Prag- akkreditierten Militärattaches— teilnehmen. Dagegen werden sowohl Präsident Dr. Benes wie auch Ministerpräsident Dr. Hodja auch Heuer wieder zu den Manövergästen zählen.(SM) Ernennungen und Anstellungen im Finanzdienst. Mit RegierungSboschluß vom 9. Juli wurden—laut Mitteilung der aktivistischen Zentralstelle— im Bereiche der FinanzlandeSdirek- tion Brünn und der Finanzdirektion Troppau fünf deutsche Beamte zu Obersteuersekretären in der fünften Gehaltsstufe ernannt. Bei der Finanzprokuratur in Brünn hat ein deutscher Konzeptsbeamter am 81. Juli d. I. den Dienst angetreten.(DND) Bert folgte seiner Gönnerin wie esn Kintz. Sie stiegen in das Auto und fuhren zunächst in ihr Hotel. Dort ließ sie ihm ein Zimmer anweisen und erklärte, daß das Gepäck des Herrn erst am ändern Tag folgen werde. Dann beschloß sie, mir ihm zu essen, dabei würde der arme Junge gewiß ins Erzählen geraten. Sie gehörte zu den Frauen, die sich einfach vornehmen, die Menschen gut zu finden. Selten empfand sie Abneigung. Aber dann spontan, wie heute im Dorcchana-Kreis. Sie lebte stark in ihrer, eigenen nach eigenen Gesehen gezimmerten Welt. Aber trotz ihrer viele» Reisen, ihrer großen mensoUichen Güte, ihrer gesicherten Verhältnisse tvar sie nicht welttlug. Jemand,,hätte einmal vpu ihre behauptet:„Sie tut so viel Gutes da und dort, so wie man liebevoll die Pflanzen gießt, aber sie kennt die Erde nicht." Bis jetzt hatte sste eigentlich wenig Undank erfahren, denn sie erwartete ja auch keinen Dank. Sitz empfand die Welt und: den Menschen gut in seiner Totalität, in welche sie. hie Fehler mit einreihte. Sie wär zu einfach em Auftreten, zu gebefreudig, undzn sreundlichim Wesen, um auf Dank oder Opposition zu stoßen. Ihre Werke zeigten große Men- schenkitnntnis, gepaart mit wunderbarer Phantasie. Ihre Kinderbücher' gewännen'alle. Herzen, auch die der Großen. Und ihre großen'Bücher sicherten ihr warmes Verständnis der Erwachse« nemJederfühlte sich mit einem Buch von. ihr verwandt, und genausowirüe sie,aw Mensch. Ihre- Freuntze leiteten usttz.beeinflußten-sie gern in ihren äußeren Handlungen. Desto.ftoher'wär sieln diesem Fäll bei Bert, ganz selbständig ihren „Fund" betreuen zu können. Der kleine Bert wiederum war so gewöhnt, von der sanften Esther angebetet zu. werden und ,sie selbst zu leiten, er war sä Überzeugt von seiner Begabung.und dem ihm gebührenden Respekt, daß er in der umgekehrten Rolle zunächst/etwaS.. verschüchtert wirkte, was ihm.einen eigenen gewissen Reiz verlieh. (Fortsetzung folgt.» Nr. 185 Sonntag,»..August 103? Seite 3 fudetendeutscfier Zeitspielen !————————————■'' Mißbrauchte Kinder Feierliche Eröffnung der Teplltzer Ausstellung SamStag, den 7. August, versammelten sich in der Bürgerschule in Teplitz-Schönau(Schulplatz) die Vertreter der staatlichen Behörden, der ösfcntlichen Korporationen, der Presse und die Abgesandten der Gemeinden, Bezirke und Verbände, die Delegierten der an der Ausstellung beteiligten Organisationen und die Mitglieder des AuSstellungSlomttees. Bon der staatlichen Polizeibehörde war Herr Rat Soukup anwesend, für die Teplltzer Bezirksbehürde Herr Rat Albert, für die Zentralstelle für das Bildungswesen in Prag und die Karlsbader Kreisorganisation Wondra!, für den Parteivorstand Abgeordneter K r e j i i aus TrauteNau, die leitenden Funktionäre der GEC und des Verbandes deutscher WirtschastSgenossenschaften in Prag, Vertreter der KÜnstlevschast und eine Reihe anderer Personen des öffentlichen Ledens. Man sah auch den Bürgermeister der Stadt Teplitz und fast alle Gemeindevorsteher des Teplitzer Gebietes. Für daS Ausstellungskomitee begrüßte die Gäste Direktor Paul Fürstenau, woraus im Namen aller Verbände und Organisationen Anton Merbs die fertigen Räume übergab. Fürstenau würdigte nun in einer sinnigen, tiefdurchdachten Festansprache das Werk; anschließend sprach MaxSchwantner, Prag, über die genossenschaftliche Abteilung, deren Eingliederung in den Gesamtaustau ihren Idealen entspricht. Damit war die Ausstellung eröffnet. Die Gäste gingen durch die Räume und sprachen ihre Bewunderung tiböt den Austau und die Ausftat- tung, über Inhalt und Tendenz aus. Mögen nun jene Tausende, für die diese Knlturschau spricht, die 1b Abteilungen in der Schule und im Museum besuchen. Es ist eine Tat, die volle Würdigung verdient l Lob der sudetendeutschen Arbeiterturner Im„Prävo Lidu" veröffentlicht Senatspräsident Dr. Soukup einen längeren Aufsatz über die Arbeiter-Olympiade in Antwerpen, in welchem er insbesondere die Leistungen der Lrbeiterwrner der Tschechoslowakei hervorhebt. Soukup, der, wie man weiß, besonders freund- schastliche Beziehungen zu unserer Bewegung .hat und schon so ost an großen Veranstaltungen unserer Partei teilgenommen hat, vergißt dabei . auch nicht unserer sudetendeutschen Arbeiterturner, denen er hohes Lob zollt. Er schreibt: Aufrichtigster Dank gebührt auch unseren Genossen und treuen deutschen Mitarbeitern vom Aussiger Atus, die nach Antwerpen in imposanter Zahl gekommen waren, die hier in Antwerpen in glänzenden und disziplinierten Reihen, Männer sowohl wie Frauen, auf internationalem Forum mit erhobenen Häuptern mit der großen entfalteten Fahne der Republik marschiert sind, unmittelbar hinter unseren DTJ, und die mit ihren Reihen im Umzug und durch Ihre Leistungen im Stadion die Begeisterung und den Respekt Zehntausender unserer belgischen Freunde erweckt haben,■ welch letztere sich durch Kundgebungen jauchzender Freude und nicht endenwollender Grüße bewußt wurden, daß die Arbeiterbewegung in der Tschechoslowakei und die junge im Meer des Faschismus feststehende Tschechoslowakische Republik heute in der Welt und in Europa doch noch etwas bedeutet. „prävo Lidu“ zum Jubiläum der„Freiheit“ Das„Prävo Lidu" gedenkt in seiner Samstagnummer des Jubiläums der„Freiheit" und hebt hervor, daß Teplitz-Schönau ein traditioneller Mittelpunkt der deutschen Sozialdemokratie in Böhmen ist.. Mit Teplitz bleibt das Wirken der verstorbenen Genossen Josef Seliger und Karl ikermal innig verknüpft. Das„Prävo Lidu" hebt dann lobend die schöne Festnummer der„Freiheit" hervor und schließt mit dem Wunsche, daß nicht nur im Interesse der Arbeiterbewegung, sondern der gesamten Republik die Arbeiterbewegung des Teplitzer Gebietes auch, in Zukunft dieselben Erfolge aufweisen möge, wie in den stolzen vergangenen vier Jahrzehnten, von denen die Festnummer der„Freiheit" berichtet. Eine Blamage der„Zelt“ In ihrer SamStagauSgabe hat die»Zeit" den Rücktritt des Generals Miaja vom Oberbefehl gemeldet. Wie verhaßt ihr dieser General der spanischen Volksarmee ist, geht daraus hervor, daß sie die Meldung einer sonst von ihr als jüdisch bezeichneten Zeitung" entnahm(die sich übrigens in- ihrer Sensationsgier wieder einmal geirrt hat). Die»Zeit" hat die Falschmeldung aber auch gleich'kommentiert: Der.Giustd für den Rücktritt iei in der ungünstigen strategischen Lage zu sehen, m'd'er sich die»roten" Truppen bei'Brunete befänden. Die Amtsniederlegung Miajäs lasse darauf schließen, daß die Offensive bei Brunete auf der ganzen Linie gescheitert sei. Es'sei trotz größten Opfern nicht gelungen, den, Vormarsch der Mr haben bereits gezeigt, wie offenkundig sich die Aktion des Bundes der Deutschen als Bluff enthüllt. Noch Ende Juni waren die Funktionäre dieser Körperschaft nicht in der Lage, den Behörden irgendwelche konkrete Angaben zu machen, ja nicht einmal eine genaue Zahl anzugäben. Von 6000 Kindern war nie die Rede, diese Zahl tauchte erst in den hüben und drüben erschienenen Hetzartikeln auf. Wir haben auch bereits den traurigen Unglücksfall evwähnt, der einem Tepliher Kinde — offenbar bei landwirtschaftlichen Anetten— in der Schweiz zugeswßen ist und haben daran die Notwendigkeit äußerster Vorsicht bei der Bewilligung von Entsendungen ins Ausland nachgewiesen. Dieser Fall verdient, ausführlicher besprochen zu werden. Der„Teplitz-Schönauer Anzeiger" berichtete am 17. Juli dieses Jahres: „Ferienpech eines Teplitzer Knaben. In der Schweiz ernstlich verunglückt. Auf ganz eigenartige Weise verunglückte in der Schweiz ein Teplitzer Knabe im Alter von 16 Jahren. Er weilte dort in einem Dorfe bei einem Bauern zum Ferienaufenthalte und hatte beste Erholungsmöglichkeiten.. Als er eines Tages vom Heuboden Heu herunterwerfen wollte, das gebraucht wurde, rutschte er aus und stürzte durch die Bodenöffnung hinunter auf die Tenne. Er hatte das Unglück mit dem linken Arm auf die Häckselschneidemaschine aufzuschlagen, wobei ibm der Oberarm fast völlig durchschnitten wurde. Wie durch ein Wunder blieb die Schlagader und ein ganz kleines Sehnenstück unverletzt. Obwohl die Kantonsstadt 16 Kilometer entfernt »nationalen" Truppen aufzuhalten, die in den letzten Wochen entscheidende Geländegewinne erzielt hätten. Dazu komme noch eine wachsende Knappheit an technischen und stnanziellen Hilfsmitteln bei den„Roten". Der Rücktritt Miajas ist vorläufig nicht bestätigt worden. Und den Kommentar zu dem nichterfolgten Rücktritt haben sich die Redakteure der „Zeit" aus den Fingern gesogen. General Miaja hat das Oberkommando an der Madrider Front zu einer Zeit übernommen, da die Lage Madrids als hoffnungslos erschien. Er ist also nicht der Mann, der irgendeiner Gefahr aus dem Wege geht. Im übrigen' aber w u r d e der„Vormarsch" Francos bei Brunete aufgehalten: von dem etwa 20 Kilometer bettagenden Geländegewinn der republikanischen Armee hat er bestenfalls sechs zu- rücketobert.Und seine..Positionen.. hleiben.schwep, gefährdet. Di« Materialschlacht vor Brunete, vei der Franco deutsche Spezialtruppen, italienische Infanterie und ungeheure technische Mittel zum Zwecke des Durchbruchs der republikanischen Front einsetzte, hat Franco verloren. Und von der wachsenden Knappheit an technischen Kampfmitteln kann bei der republikanischen Armee überhaupt nicht die Rede sein. Im Winter wird die Armee der spanischen Republik eine Million Mann zählen, das Kricgspotential der Republik steigt durch den Ausbau der Kriegsindustrie Tag um Tag und an dem militärischen Sieg der Republik, der allerdings sorgswn vorbereitet wird, ist überhaupt kaum zu zweifeln. Die spanische Regierungsarmee toird der„Zeit" und ihren Freunden, mit oder ohne Miaja, noch böse Stunden bereiten. Reiseverkehr mit Deutschland gefährdet? .Die„Prager Presse" meldet, aus Berlin: Wie das Reichs- und preußische Wirtschaftsministerium mitteilt, sind di« für den Reiseverkehr nach der Tschechoslowakei vorhandenen Mittel nunmehr vollständig erschöpft. In der letzten Zeit komtten nur noch befürwortete Anträge berücksichtigt werden. ES sei auch nicht damit zu rechnen, daß in absehbarer Zeit neue Beträge zur Verfügung stehen werden: so daß Anträge'im Reiseverkehr nach der Tschechoslowakei künftighin nichtmehr erledigt werden dürften. Die Eisenbahn nimmt Beamte auf! Das Eisenbahnministerium(zentrale Bauverwaltung) nimmt als Beamten-Anwärter oder im Berttagsberhältnis auf: Ingenieure der kon- struktiven und VcrkehrSrtchtung, ausnahmsweise auch der wasserwirtschaftlichen und kulturellen Richtung,."sowie Jngenieure-Geometer, gegebenenfalls im BertragsverhältniS Absolventen einer höheren Gewerbeschule(Hochbauabteilung) mit Matura und Praxis. Die Bewerber müssen der tschechoslowakischen Sprache mächtig sein. Gesuche, die mit dem Tauf(GeburtS-) schein: der Bestätigung Mer die Staatsbürgerschaft, dem Zeugnis über die'erste und zweite Staatsprüfung, dem Protokoll über die zweite Staatsprüfung(Fort-, gangsprüfungen), bzw. bei Absolventen der Gewerbeschule mit dem Maturitätszeugnis, dem' Auszug aus dem Strafregister, der Bestätigung' über, das Milijärverhältnis und. Zeugnissen Mer" die Praxis belegt sein müssen,. sind ehebaldigst,' spätestens bis.'.Ende August d. I., an das Eisen« bähnminlsteriüjn'— zentrale Bauverwaltung—•' zu richten. liegt, war das telephonisch angeforderte Krankenauto binnen einer Biertelswnde zur Stelle und der Knabe nach Anlegung eines NoWerbandeS innerhalb einer Stunde im Krankenhaus. Wie tapfer der Knabe den bösen Unfall trug, bezeugt Wohl am besten, daß er noch allein ins Auto stieg. Nun ist die ärztliche Kunst dabei, ihm den Arm möglichst ganz und bewegungsfähig zu erhalten. Die bisherigen Aussichten sind recht befriedigend, der Knabe befindet sich ttotz dieses tragischen Ferienpechs sehr wohl und munter." Weil man eben schon ost böse Erfahrungen mit solchen„Wohlfahrtsaktionen" gemacht hat, sind unsere Behörden mit Recht gegen gewisse Formen her„Kinderhilfe" mißtrauisch. Dazu sind sie um so mehr berechtigt, als die direkte Hilfe des Staates und seine indirekte Förderung der Er- holungSfürsorge eine gewaltige Steigerung erfahren haben, die die privaten Aiislandsentscndun- gen weit in den Schatten stellen. Wenn gar der Verdacht berechtigt ist, daß sich unter dem Schein der Wohltätigkeit die Vermittlung billiger Helfer in die Landwirtschaft verbirgt(und wir tviffc» doch, daß der Bund der Deutschen in der Vermittlung billiger Arbeiter Hebung hat), ist umso größere Wachsamkeit und Strenge geboten. Wir erwarten, daß unsere Behörden diesen llnglücksfall, den der„Teplitz-Schönauer Anzeiger" zu beschönigen sich bemüht, urst als„Fcrienpcch" bezeichnet, gründlichst untersuchen.' Aufnahmen Deutscher bei der Postdirektion in Prag. Die Zentralstelle der deutschen aktivistischen Parteien ist nunmehr in der Lage, über die Aufnahme deutscher Bewerber durch die Post- und Telegraphendirektion in Prag zu berichten. Darnach wurden in der Zeit vom 1. März bis 81. Juli 1987 29 vollbeschäftigte Postgehilfen der 2. Dienstklasse, 12 nicht vollbeschäftigte Postgehilfen der 2. und 3. Dienstklasse, 22 nicht voll- beschäftigte Postboten und 16 vollbeschäftigte Postboten ausgenommen. Die 16 vollbeschäftigten Postboten wurden in den Kurorten als Saisonbriefträger angestellt. Aktivistische Gemeindcvcrtreter gegen Umgehung der Beschlüsse vom 18. Feber. Die aktivistischen Gcmeindevertreter des Reichenbcrger Bezirks haben eine Entschließung abgefaßt, in der ■a»-«. darauf hingewiesen wird, daß der Geist.des 18. Feber bis jetzt bei verschiedenen unteren Behörden und Staatsstellen entgegen den Interessen des Staates noch nicht Eingang gefunden habe. Die deutsch-aktivistischen Gemcindevortreter richten daher an alle verantwortungsbewußten Faktoren der Negierung den dringenden Appell, allen Versuchen der Umgehung der Beschlüsse des 18. Feber aus staatspolitischcn Gründen mit größter Entschiedenheit entgegcnzutreten. Gleichzeitig erklären sie ihr unerschütterliches Bekenntnis zur tschechoslowakischen Demokratie und ihre Entschlossenheit, die demokratische Staatsform als den geeigneten Boden für die Erfüllung der berechtigten Erfordernisse der sudetendeutschen Bevölkerung mit allen Mitteln zu verteidigen. Sie sprechen den deutschaktivistischcn Parteien ihr volles Bcr- trauen aus und sind entschlossen, ihre Bestrebun- gen mit allen'zweckdienlichen Mitteln zu unterstützen.(DND). Mähr. Ostrau und der 18. Feber. Es ist nicht uninteressant, auch gebietsweise zu untersuchen, zu welchen Ergebnissen die Regierungsbeschlüsse vom 18. Feber d. I. bisher gefiihrt haben. Die Zentralstelle der deutschen aktivistischen Parteien macht zum Beispiel auf die Bczirksstelle Mähr. Ostrau aufmerksam, wo cs gelungen ist, drei deutsche Bewerber für Beämtcnstellen im Bereiche der Postdirektion Troppau unterzubringen, einen deutschen Briefträger im Bereiche der Prager Postdirektion, einen deutschen Juristen bei der Staatsbahndirektion in Preßburg und einen kommerziellen Beamten bei der staailichen Bäderdirektion in Prag. Aus dem Gebiete der gleichen Bezirksstelle wurde ein,Jurist und ein Beamter der zweiten Dienstklasse im Bereiche der Staats- bahndirektio» Olmütz untergcbracht. Außerdem ist es gelungen, bei der Staatsbahndirektion in Olmütz die Aufnahme weiterer 15 Bahnbediensteter zu erreichen.(DND), Hopfen-Akkordgrundlohn für 1937. Bei der am Freitag, den 6. August l. I.,' stattgefundencn Landesbeiratssitzung wurde neuerlich über die Akkordsätze'für die Hopfenpflücker verhandelt. Die Forderung der Gewerkschaftsvertreter bewegte sich dahingehend, daß der bisher gewährte Akkordlohn um 10 Prozent erhöht wird. Demgegenüber verlangten die Vertreter der Arbeitgeber, daß ein Abbau von 10 Hellern erfolgt. Nach mehrstündiger Verhandlung wurden nachstehende Akkord-! preise festgelegt.— Für Saaz pro.Maß(80 Liter) der Preis von XC 1.60 bis XL 1.70.— Für Raudnitz, Auscha und Dä uba pro Maß(80 Liter) der Preis von XL 1.40 bis 1.50. —Alle Ländarbeitergruppen und Hopsenpflücker- partien erhalten die nächsten Tage dürch den Verband der Holz- und Landarbeiter, Sitz'Reichenberg: die Beschlüsse des Landesbeirates in Form einer Kundmachung zugestellt. Das Ideal der Freiheit Samstag vormittags wurde— wio wir auch an anderer Stelle berichten— in Teplitz die schon besprochene Ausstellung„Freiheit und Licht“ eröffnet. Der Leiter der vorbereitenden Arbeiten. Genosse Paul Fürstenau(Direktor der Teplltzer Handelsakademie), hielt die Eröffnungsrede. Er dünkte allen Mitarbeitern und erkllirte. daß die Ausstellung das Werk kollektiver Anbeit, eine Leistung der Gemeinschaft sei. En fuhr fort: Aber eben durch diese Art ihres Entstehens ist unsere Ausstellung der richtigste Ausdruck für das, was sie darstellcn will: für die sozialdemokratische Bewegung. Denn auch diese ist nicht das Werk eines Einzelnen oder einer kleinen Führergruppe, sondern sie ist gemeinsames Fühlen, Denken und Wollen der vielen Tausende, die durch gleiches Schicksal und gleiches Streben verbunden sind. Und was wir heute sind und was wir als das Unsere zeigen können, ist nicht von der heutigen Generation allein geschaffen, sondern diese steht auf den Schultern der Eltern und Voreltern; nur ganz wenige von denen, die zuerst zum Bewußtsein ihrer sozialistischen Gesinnung und Richtung gelangten, weilen noch unter uns und das buntfarbige Bild, das wir Ihnen heute bieten können, ist von Tausenden von Händen gewoben, deren viele nun schon still ausruhen von jeder Arbeit. Wir wissen, daß wir ein unschätzbares Erbe übernommen haben mit der Pflicht, cs treu zu verwalten und nach besten Kräften zu erhalten und zu mehren. „Freiheit und Licht ft haben wir unsere Ausstellung genannt. Dies soll in eine Formel gefaßt aussagen, wohin die sozialdemokratische Bewegung nicht nur ihre Anhänger, sondern alle Mitmenschen führen will. Freiheit von körperlicher Not, Freiheit eines Daseins in Menschenwürde und Menschenclirc, Freiheit des vorurteilslosen Denkens und des unverdorbenen Fühlens, Freiheit für alle gleich und in allein gleich, jene einzig wahre, edle Freiheit, die, die eigenen Grenzen erkennt und die Grenzen des Mitmenschen achtet, die sich freiwillig und freudig einordnet in das Gefüge, in dem das Wohl Aller und jedes Einzelnen begründet ist. Und dadurch solche Freiheit ein Leben im Licht des Geistes, der Lebensfreude, der verständnisvollen Liebe zur Natur und zu den Werken der Kunst,— ein Leben echten Menschentums. Bo werden Bie, wenn Sie jetzt diese Räume durchschreiten, die wunderbare und vielstimmige Harmonie der Stimmen vernehmen, die sehnsüchtig das Lied von Freiheit und Licht ertönen lassen, Sie werden sehen, tqio die Kinder aus der Enge und den Nöten des Proletarierlebens zur Freiheit der Jugendlust geführt und allmählich zu Freunden und Trägern des Lichts gebildet werden. Wie die Körper der arbeitenden Menschen zu schöner Gesundheit, zum freien und doch beherrschten Spiel aller Kräfte entwickelt werden, wie sich ihre Seelen auf den Schwingen der Musik über die Not des Alltags zu gesinnungsvoller Begeisterung erheben. Bie werden sehen, was gewissenhafte Arbeit für das Gemeinwohl im Rahmen der Gemeinden geleistet hat und wie gemeinsame Arbeit auch den Aermsten beisteht in Not und Krankheit. Sie werden endlich sehen, wie der Wille zur Verwirklichung der Ideale sich formt zu politischer Kraft, zur Partei und zu ihrer Stimme, der P r e s 8 e. Der Jenseitige Flügel unserer Ausstellungsräume will Ihnen zeigen, wie in den berufsständischen Körperschaften, den G c- w e r k 8 o haften, die vielen Schwachen sich einen zu verbundener Kraft und wie diese Einheit den Einzelnen stützen und das Berufsleben der Gesamtheit immer besser gestaltet. Hier spricht auch das Bemühen, unser Volk zu befreien von einer schweren Last, der Wirkung des Rauschgiftes, und hier werben in stiller Wärme die Boten des Geistes, die besten Waffen des arbeitenden Volkes, die Bücher.— Im ersten Stockwerk wieder umfängt uns ein Bereich kräftig tätigen praktischen Lebens. An dem bewundernswerten Wachstum und den Erzeugnissen der Großeinkaufsgenossenschaft und der Konsumgenossenschaften erkennen wir wieder, wie weit einiger Wille und selbstlose Zusammenarbeit die Menschen fördern können; ein Ausschnitt des Wirtschaftslebens beweist, daß planmäßige Gemeinwirtschaft kein leeres Schlagwort, sondern lebendige Wirklichkeit sein kann. v Wenn Sie uns dann noch hinüberfolgen in den Saal des Museums, dann treten Sie wieder in das Reich des Geistes: innige Liebe zur Natur hilft nicht nur, sie in ihrem Wesen und Weben zu verstehen, sondern bildet auch das Auge, ihre Schönheit zu sehen und festzthalten, und eine Reihe unserer t Künstler beweist in ihren Werken, daß auch iy der Kunst die starken Kräfte immer von neuem aus den Tiefen des Volkes emporsteigen. Freiheit und Licht! Wir wissen wohl, daß wir damit nicht Worte der Vollendung, sondern ein Ziel der Zukunft aussprechen, daß wir nur erst kurze Atemzüge der Freiheit geatmet, nur einen Schimmer des vollen Lichts erahnt haben. Daß wir dies aber tun durften, daß wir Weiterarbeiten, weiterkämpfen, uns immer näher. heranbringen können an das Seife 4 • Sonntag, 8. August 193?— Nr. 185 Der Herzog von Kent weilt gegenwärtig zu einem'Besuch in Polen.und. zwar als Gastodes Grafen Potocki. An diesen Besuch wurden verkchiedene politische Vermutungen, geknüpft.- Gewissen Versionen.zufolge.soll der Herzog von Kent ein Kandidat-für: den polnischen' Thron sein.'Er ist zwar nicht katholisch, aber baß. würde mach dein Konflikt der Regierung mit dem Erzbischof S a p i e h a vielleicht nicht, mehr so schwer.wiegen.'-, große Ziel, das danken wir in vollem Bewußtsein der Demokratie unserer Republik, Wir geloben auch heute, für sie einzustehen mit allen Kräften und wir gedenken in dankbarer Verehrung der Männer, die aus' der Wahl des Volkes kraft ihrer persönlichen Bedeutung an ihrer Spitze stehen, des Präsident-Befreiers Thomas O. Masaryk und unseres verehrten Staatspräsidenten Dr. Eduard Beneä. Gerade die Betrachtung ihrer schweren Kämpfe und ihres Sieges gibt uns die frohe und starke Gewißheit, daß unser ehrliches Wollen nicht wirkungslos bleiben wird und daß die Sozialdemokratie auch durch die Stürme und Nebelwolken dieser Zeit siegreich ihren Weg fortsetzen wird zur Freiheit, ins Lichtl" NationalverteldigungSminifterimn sucht Techniker für den Baudienst. Da» Nationalverteidi- gungSminifterium nimmt für den Daudienst einige Techniker(Baumeister-Ingenieure), Absolventen einer höheren staatlichen Gewerbeschule und Absolventen von Fachschulen für Bauwesen auf. Berücksichtigt werden Bewerber, die den militärischen Präsenzdienst am 89. September d. I. mit dem Rang eine» ZugSführer-llnwärter» oder Unterleutnant» verlassen. Nach den Feber-Abmachungen kommen für diese ausgeschriebenen Dienststellen auch deutsche Bewerber in Frage. Die Stellengesuche können bi» spätesten» 2k). August überreicht werden. „Der kleine Lord Fauntleroy" gestorben. Da» Urbild de»„kleinen Lord Fauntleroy", Bwian Barnett, ist soeben gestorben, und zwar unter sehr tragischen Umständen: er rettete vier Schiffbrüchige, deren Jacht gekentert war, erlitt jedoch gleich darauf einen Schlaganfall. Er war der Bruder von Franee» Barnett, die vor rund fünfzig Jahren den berühmten Roman schrieb, den wir alle in unserer Jugend gelesen haben.„Der kleine Lord Fauntleroy" ist auch verfilmt worden. Mr». Barnett hat in ihren Tagebüchern, die nach ihrem Tode im Jahre 1924 bekannt wurden, genaue Aufzeichnungen über da» Verhalten ihre» Bruder» Bwian gemacht, und diese Notizen haben für die wichtigsten Episoden de» Helden ihre» Roman» al» Vorbild gedient. Eine Dreschmaschine explodiert. Bei Craiova(Rumänien) explodierte. Dienstag eine Dreschmaschine. Vier Bauern wurden getötet, vier weitere so schwer verletzt, daß ihr Tod stündlich erwartet wird. Durch Erdhebenstöße, die auch in Nanking, Kaifeng, Tientsin und anderwärts verspürt wurden, stürzten in Hsutschau über SO ältere Häuser ein. Ueber 20 Menschen wurden getötet oder verletzt. Vom Blitz erschlagen. Im Dorfe Nzeczka im Wilnagebiet wurden im Verlaufe eines schweren Gewitters kurz hinter einander drei Personen durch Blitzschlag getötet und eine Person verletzt. Entgleist. Bei der Einfahrt in den Bahnhof von Brügge entgleiste Samstag nachmittags der fahrplanmäßige Zug Brüssel—Ostende. Lokomotive, und Tender des Zuges stürzten um- Der Lokomotivführer wurde lebensgefährlich verletzt. Etwa 13 Reisende und der Heizer wuÄen leicht verletzt. „KIndesrüuter"? Vor 14 Tagen war in Pari» eine 22jährige amerikanische Tänzerin i» Begleitung ihrer Taute eingetroffen; die Nichte verschwand drei Tage, später. Die Tante erhielt nunmehr von ihr einen Brief, in welchem die Nichte ersucht, man möge ihr övo Dollar al» Lösegeld schicken, da man sie sonst ermorden würde. Die amerikanische Botschaft.hat unverzüglich die Polizeipräfektur von dem Vorfall verständigt. Bisher konnte noch nicht festgestellt werden, ob e» sich um eine Flucht oder um Entführung handelt. Fest steht nur, daß die junge Dame gleich nach ihrer Ankunst in Pari» einen, jüngeren Mann kennen lernte, mit dem sie auch Briefe gewechselt hat. Dokumentenraub. Die Witwe nach dem verstör» denen Führer der ungarischen Sozialdemokratie und ehemaligen Minister Ernst G a r a m i erstattete eine Strafanzeige gegen unbekannte Täter, welche in ihr Hau» eingedrungen sind und eine Tasche mit politischer Korrespondenz und Anmerkungen ihres verstorbenen Gatten entwendet haben. F. Maurette gestorben. Der gewesene Vizedirek- tor de» Internationalen Arbeitsamtes, F. M a u- rette, der sich um da» Internationale Arbeitsamt unter Thomas sehr verdient gemacht hat, und nachher! da» Pariser Büro. des. Internationalen Arbeitsamtes geleitet hatte, ist im Krankenhaus in Genf im Alter, von 58 Jähren verstorben.. Unter Thoma» leitete Maurette das wissenschaftliche Institut de» Internationalen Arbeitsamtes. Diesem Institut stand er zehn Jahre vor. Autobusse verunglückt. Samstag' früh ereignete.sich unweit von Veverskä Bithskä im politischen Bezirk T i ö n o v ein Autobusunglück. Ein vollbesetzter Autobus der' tschechoslowakischen Staatsbahn, der. von dem Chauffeur Emil Va- »ikek gelenkt wurde, fuhr bei der sogenannten Tejkal-Mühle an einen Betonpfeiler auf, den er umbrach. Der Autobus stürzte sodann um und kam quer über den Straßenkörper zu liegen. Kurz.darauf traf-an. der: Unfallstelle ein, Sanitätswagen des tschechoslowakischen Roten Kreuzes,' welcher 13 Personen,, die bedeutendere Verletzungen erlittypl.hithpn,: ins' Krankenhaus abtrans,, portierte. Ein unbekannter Arzt,-der'zufällig an die'Unfallstelle kam, brachte zwei weitere.: Ver-, letzte; in feinem Auto ins Krankenhaus. Der Chauffeur Vasiiek, der gleichfalls verletzt wurde,, wurde verhaftet und an Ort und. Stelle einem: Verhör.unterzogen.— Aus Sofia: Zwischen dem Kurort Nareöene und dem Städtchen Asenowgrad in Siidbulgarienstürzte-ein mit 48 Passagieren' besetzter Autobus beim Nehmen einer... scharfen: Kurve in eine:tiefe Schlucht. 32 Passagiere-wur-: den. herausgeschleudert-, und erlitten leichte- Abschürfungen. Die anderen Fahrgäste, konnten aus dem brennenden Fahrzeug- geborgen werden; zehn von-ihnen-sind, schwer, die übrigen leichtverletzt.. Der Wagenlenker-ist aus-Furcht vor.Strafe, geflohen.:: Ernährer von 60.000- Läusen. Wie Dr.- Weigel dcm.Tfch. P.:B. aus Warschau.mitteilt, widmet die polnische medizinische Forschung, der Bekämpfung der Typhus grotze Aufmerksamkeit, wobei-e» darauf an» kommt, zunächst die Typhusurheber festzüstellen. Im nationalen Hygiene-Institut' in.'Warschau..haben sich drei Aerzte und' der Laboratoriums'vorständ auf-die Erforschung dieses Bazillus-spezialisiert. Jährlich' werden ist: Polen 10.000-Injektionen gegen Typhus hergestellt. Zur Herstellung- einer Injektion-benötigt man. 100, Läuse, die sich von-.menschlichem Blüte' nähren, Die erwähnten vier Aerzte opfern-ihr. eigene» Blut, um so.die Ernährung der Läuse zu ermöglichen!' So'erniih'rt z. B.'Dr. Mösim täglich.6000' Läuse. Die. Anzahl der Stiche,.denen er tägljch ausgesetzt ist, beträgt 18.000. Bei.seinen. Versuchen, in Kleinpolen, ernährte er mit. seinem Blut 60.000 Läuse. Auf dem. Nordpol wird es wärmer. Der bekannte Polarforscher Prof. W. Wiese hat.soeben ein Werk beendet, in welchem'er seine Forschungen über die Aenderung de» Klimas in den Polarländern niedergelegt-hat. In den letzten' 17- Jahren sind in der Arktis-die-Mittleren-Jahrestemperaturen um 2 Grad unh an-manchen Stellen sogar-um 5 und 7 Grad gestiegen. Diese' Aenderung des Klima» hat u. a. ein Zurü'ckweichen- der Gletscher, andererseits aber auch-Veränderungen in der Tierwelt'der Arkti» zur Folge. Insbesondere die Fische dringen jetzt weit nach Norden vor. Prof.' Wiese erklärte diese: Erscheinung durch den intensiveren Austausch-der Lüft zwischen den Polar-- und Aeqüätoriällände'rn,- da gleich» zeitig eine- Abkühlung in-den' tropischen- Ländern zu Häihachtrn-M«£.'•&»£.•'..» ' i Der Herzog von Kent, der jüngste Bruder -des englischen Königsi ist Samstag-mittags- mit 'Gemahlin und seiner'Viergliedritzen'Begleitung .aus Kättowih' im Auto in Tschechisch-Teichen eingetroffen.--Bon-hier'fuhr er-'über OlMütz und Brllmi nach Nikolsburg, sto.e'r um 16.50 Uhr die Staatsgrenze in'der. Richtung' nach Wien passiertes Der Herzog wird feinen Bruder,.dem Herzog von Windsor, auf Schloß Wasserteonburg .in Kärnten' einen. Besuch abstatten.' Rot. Im 14 Wiener Bezirk-würden- die-55jäh- rige Ernestine Hischhorn'. und' ihr 27 Jähre'.alter Sohn-Friedrich erhängt aufgefunden. ES-handelt- sich um" einen- gemeinsamen' Selbstmord,.infolge' von Schulden und Rots--.- ,- Radio-Zwischenfälle haben in der letzten. Zeit mehrmals- den: Londoner' Rundfunk hpinigesuchti'fBor einigen.Tagen haiteogeräde, GesundheitSministcr.Sir Kingsley: Wood nach-den- Zchn-Uhr-Nvchrichien einen Vortrag über-das Peilsionswesen,mit dem Zuruf an"die'Hörer-b,eeni>et:';;Wartet-'nicht,-bir er-zu spät-istl"'(offenbar)^ sich.'zu versichern),.als- eine .tiefe,.klangvolle Stimme- hinzufttzte: ,>Lhe b-m'an". Das war ein. nicht sgerade-.schnleichelhafteö Zimt sau» Bernard Shaws„Atnphytrion", wo-allerhand. Bosheiten gegen: Britannien in dieser Weise.; verzapft werden.-.Gleich-darauferklärte-der-offizielle-Ansager, das sei ein:Bvuchstück aus.der Unterhaltung in-einem anderen. Studso'.- gewesen/-sei an sich-einwaydfrei/nnd Vie Xetestropke 6« Russenfluszeuss Bukarest.(Rador.) In den frühen Morgenstunden tvurden au» Bukarest folgende Einzelheiten zu dem Flugzeugunglück berichtet:-Im Flugzeug befanden sich insgesanit sieben Personen» und ztvar ztvei Passagiere solvie: fünf Besatzungsmitglieder, darunter ein Chefpilot, ein Pilot, zwei Mechaniker und ein Radiotelegraphist. Einer der Fahrgäste soll der Iwlienische HandelS-Attachi in Moskau, Machino, gewesen sein; bei dein anderen Passagier handelt es sich enstveder nm einen Engländer oder um einen Beamten der sowjet- russischen Diplomatie. Unter den verunglückten Mitgliedern der Besahnng soll sich der Chefpilot Guriewitsch befinden. Nähere Einzelheiten konnten bisher noch nicht ermittelt werden, da da« Flugzeug vollständig in Flammen' aufging und die Toten bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt sind. Bukarest.(091.) Zu der Katastrophe des Sowjetflngzeuges, welches unweit der ruinäni- schen Gemeinde Saratzele abstllrzte,«neidet.das rumänische. Pressebüro: Das Flugzeug meldete kurz vor Cluj(Klausenburg) radiotelegraphisch, dass es einen Motoreirdefekt habe. Um. die Möglichkeit eines Unfalles in der bergigen Gegend, die das Flugzeug eben überflog, auszuweichen, stieg es auf 8000 Meter Höhe. Das Flugzeug geriet sodann plötzlich in Brand und stürzte kopfüber ab. Unter den Toten befindet sich auch der italienische Handelsattache Macchino aus Moskau, der ohne Fallschirm aus. dem Flugzeug sprang. Sein Körper wurde zerschmettert drei Kilometer von der Unfallstelle entfernt aufgesunden. Auch eine Fran befindet sich unter den Getöteten, deren Schuhe unweit gefunden tvurden- Das rumänische Luftfahrtministerium hat eine Kommission an die Unfallstelle entsandt. habe nichts zu tun mit dem vorhergegangenen Vortrag. Der Minister hat dazu erklärt, von diesem Zwischenruf nicht» bemerkt zu hoben. Bor kurzem erst blieb plötzlich mitten in beul Hörbcricht von der groben Flottenparade in Spithead die Stimme de» Sprecher» Lt.-Commander T. Woodroffe für längere Zeit unhörbar infolge eines Fadings(Schwindeps). Und die Zeitungen berichteten von einem Beispiel überwältigender Rührung, die den patriotischen Offizier' für einige Minuten zum Reden unfähig gemacht Habel Während der Uebertragung der KönigSkrönung endlich hatte bekanntlich ein vollkommen unbefugter junger Mann ungehindert eine der Mikrophonzellen nahe dem Buckingham-Palace betreten und eine ganze Weile die Vorgänge auf seine Weise geschildert.(—bn—) Wahrscheinliche» Wetter heute: In den böhmischen Ländern ziemlich-heiter und warm, auch im Karpathengebiet allmähliche BewölkUngSzümchme und etwa» wärmer. Nur im äußersten Osten sind noch einzelne- Schauer möglich.— Wetteraussichten für morgen: Sehr warm. Vom Rundfunk (MNilmwertMiu den Proirammem Montag Prag I: 11.05 Jazzkonzert. 12.11 Schallplatte«. 12.85 Volkstümliches Konzert auf Schallplat- ieü. 14.05 Deutsche Sendung: Die Aufgaben de» Gastgewerbe» in der Fremdenverkeh'r»bewegüng. 17.05 Volkstümliches Konzert der ffchechischen Philharmoniker.-17-40 Slowakische Volkslieder. 18.05 Deutsche Sendung: Aus der Sommerfrische—Toni Kollmer: Buntes Allerlei— Vortrag. 18.45 Deutsche Presse und Wetterbericht. 22.40 Deutsche Nachrichten-— Prag II: 15.00 Tanzmusik auf Schallplatten. 15.20 Deutsche Sendung: Musik erklingt. 15.50 Deutsche Presse.— Brünn: 14.25 Gesang auf Schallplatten. 17.40 Deutsche Sendung: 100. Jahre Morsetelegraphie— Schallplatte»— Ta» Problem der Arbeitslosigkeit.— Prestburg: 14.05 Deutsche Presse und Wetterbericht- 20.55 Konzert der Rundfunkorchesters, Schuman, Schubert, Mendelssohn usw.— Kascheur 12.05 Slowakische Musik auf Schallplatte». 18.80 Konzert für Violoncello.— Mähr-Ostrau: 18.10 Deutsche Sendung: Arbeiter- funk:'Dr. Fritz Haag; Aktuelle»— Lieder der Stände. 22,40 Deutsche Nachrichten.. Dlcnschwandcriuulcn| Eines der geheimnisvollsten und am wenigsten geklärten Gebiete der Naturforschung ist der Fragenkomplex, der sich um die seltsamen Wan- dernngen der Fische rankt. Schon den Laien macht es. stutzig: der Aal,- der jahrelang ein friedliches Leben in einem Teiche des Binnenlandes gefristet hat, lvird plötzlich unruhig, verläßt sein heimisches Wasserbecken, gelangt in den nächsten Fluß, von dort in einen Stram, durchschwimmt das Meer und kommt so bis nahe an den Golf von Mexikos wo er laicht. Das Sargassomeer ist die Heimat seiner Kinder, der Glasaale, die die Reise ihrer Mutter in umgekehrter Richtung zurücklegen und schließlich, wenn auch nur zu einem Teile, wieder in den: Teiche landen, aus dem ihre Mutter gekommen war.> Oder, um ein anderes Beispiel zu nehmen: der Lachs, der sonst im Meere lebt, steigt zu ge- wissen Zeiten, die in allen Ländern verschieden sind, in die. Flußmündungen, schwimmt die Ströme empor und überklettert dabei auch Wehre und andere Hindernisse, um im Süßwasser zu laichen. Diese beiden Fische verkörpern gleichzeitig die beiden hauptsächlichsten„Wandertypen? der Flossenträger. Die einen leben in den Flüssen und wandern in die Ozeane, die anderen sind Meeres bewohner und.,bringen ihre Kinder,im Süßwasser zur Welt.: Zur ersteren Gruppe gehören p. a..die Störe, i Andere Fische,:.wie die' Bachforelle, kommen: nicht ganz bis zym-Meer, sondern- bleiben im Strömdelta„stecken"; die Meersorelle, die:ihr. sehrnahe verwandt Ist,'-kommt ihr. von der Fluß- mündung: her entgegen,-und auch die'Barben,-die Nasen, die Neunaugen und viele-andere Fische' wandern. j •- Das„Warum",-ist vollkommen, ungeklärt; der Anlaß, ist. bekannt.- Fast immer' stehen- die Fischwanderungen mit dec Laichzeit' ist.Züsam« menhang. Entweder wanbern die, Fische, um in. and'e'reni Wasser izü-laichen,, oder, sie legen, erst- ihre Eier, ab- und machen sich.dann,i zu..einer Zpit' des höchsten Nahrungsbedürfnisses, aus den Weg. Es.hat sich' auch seststeNen.lassen,, daß der Sauer-. stoffg'ehält.des' Wassers,, der. zu gering.', füh i hie> Fische- geworden-ist;. die' Wanderungen. auslöst, daß-Lichtmangel.sie.begünstigt,Md.'deshalb wer-'- den. in' denFischfassen an d'e'n Wehren häyptsäch-! sich nachts die-meisten Fische gefangen. Fische aus trübem Wgfser sind' wanderluftiger.'als solche aus' klaren Gewässern, Der.' Wässerstand-und.', seine Schwankungen.-ist ebenfalls von'.Einfluß', auf-den- Termin des Wanderungsbeginns,'.und'- auch^-dev Salzgehalt der Meerei. de^manchmal ziemlich stäicki schwankt', löst' die, MaffenbewegüngeN aus.. ' Tann setzeni-sich oft'im Läufe' weniger Tage Hünderttausende von- Heeresfischen-'ünd. Tausende i von Flußfischen ist- Bewegung, überwinden'-Strö» mungen- und- Hindernisse, legen manchmal-, sogar kürzere' S trecken auf dem Lande- zurück Und- streben'ihrem- geheimnisvollen.- BestimnMvgsort, zu, der-geradezu durch Natutgesetzüfestgelegt- scheint. Was die. Pale-bewegen sann,.sich-gerade das soi sehr.von. Europa entfernte-Sargassomeer zum Laichen-aüszüsuchen','>ivirhnie.eiw.MestIch'.,erfahren. Manche Forscher.meinen.'daß'die.Tierchdem' Lauf eines ungeheuren- ,U'rstromes,.folgten,'. den sie durch' Jahrmillionen vererbte''Gewohnheit'., auch Heutes noch.kennen,'s wo(dieser- Äsüß^' lcürM- im Meere. liegt.. Aber Wgrü'w häben'<;dänn,die-ersten Aale gerade am dieser-fiktiven Melle,d'eh)zMxo- mes gelaicht? Und wie kommt es,;' dybiiasteiAale -j-‘ um" bei-diesem; Fisch.'zu-bleiben» auch.aus den entferntesten-Gewässern kommen und-mit der Sicherheit.'vön.AutöMtern bei, einer Sfern,fahrt vön>den'.verschied'ensten'-Startpuniten.>au's'lgerade eiV>ünozd'asse'lhe',Hiel; äussucheii?.'lsnd-;. endlich: was ist das für ein Naturgesetz, das den Fischen Aüf.dieseV Frägengibtes n'pchikeine.-Ant« worten, Die-Richtung,.der! Fischwanderungen selbT war/sehr länge Zest^unbekanM-WnVkänn .den.iSchuppentieren.nichteinfach-wieseinem.-Vogel seinen beschrifteten. Ring:ums Bein- binden,, um dann das Wiederauftauchen de» Tieres an, einem anderen Orte abzuwarten und daraus Schlußfolgerungen auf die mutmaßliche Reiseroute zu ziehen. Wenn man die Fische, wie es ost geschieht, wirksam markiert, dann verletzen sie die Markierungen so,.daß sie daran- eingehen, namentlich, dann, wenn eS-sich um jüngere Tiere handelt. Große und widerstandsfähige Fische wehren sich-auf ihre Art: gestutzte Flossen, die, ein>;be« stimmteS Zeichen darstellen sollen, wachsen wieder, nach; Die Durchbohrung der Kiemendeckel- verwächst sich, und wenn man H'artgummimärken rinden Schwänz eindrückt, Farben in die Häut em« lagert oder Drähte und Seidenfäden. durch Körperteile- hindurchzieht,' dann macht der Fisch von ejner Kraft Gebrauch, die jhm gestattet,: die verletzten Teile mitsamt den^ Fremdkörpern abfaulen zu läffen und durch neue zu ersetzen.- So. ist die Fischwanderungs-Forschung- die noch-so viele Geheimnisse zu klären.hätte, mehr al» die Vogelforschung auf unsichere ZufaslS- funde angewiesen,-und das erschwert die'ALbeit derartig, daß man erstaunt sein muß,^ wie,,- sehr man schon in die äußerlichen Gehestnnisse der Fischwanderungen efngedruNgen ist ünd/wenigstens' über die Reiserouten selbst Bescheid weiß,' Nr. 185 Sonntag, 8. August 1037 Seite 5 IWsMrtsckaft undSomCpafi-tife Die Prager Bauarbeiter bleiben fest ' Die Einigleit der streikenden Prager Bauarbeiter konnte durch die Versuche der Unternehmer, Sonderabkonunen mit agrarischen und faschistischen Organisationen zu treffen, Sonder- zugeständnisse bei einzelnen vom Streik besonders betroffenen Baufinnen zu machen und auch durch den Versuch, einzelne Avbeiterkategorien, tote die Zimmerleute, von der Lohnerhöhung auszuschlie- tzcn, nicht erschüttert tvevden. Die streikenden Bauarbeiter, deren Zahl nun schon 20.000 über' stiegen hat, beharren auf der Forderung einer allgemeinen zehnprozentigen Lohnerhöhung, und ihre Vertreter haben bei den Verhandlungen am Freitag alle anderen Vorschläge für indiskutabel erklärt, insbesondere die Bedingung, vor Beendi- gung der Lohnverhandlungen die Arbeit wieder aufzunehmen. Die Lohnverhandlungen, bei denen die Arbeitgeber ihre Angebote schon erhöht haben, wurden lckgebrochen und werden voraussichtlich erst am Mittwoch wieder ausgenommen werden. Der Zentralstreikausschuß hat in allen Prager Bezirken für Montag Streikversammlungen einberufen, während die Arbeitgeber in einer Sitzung mn Dienstag Uber die vpn den Arbeitern erhobenen Forderungen beraten wollen- Der Streik Ist bisher ohne Zwischenfälle verlaufen. Mit Genehmigung der Streikleitung sind in dringenden Fällen Sicherungsarbeiten an den Bau' stellen durchgesührt worden. Probleme 6er kreuenerdett Sitzung des Internationalen gewerkschaftlichen Arbeiterinnenkomitees In Paris, 80. nnd 31. Juli 1937 Unter dem Vorsitz von I. Chevenard fand am 30. und 31. Juli in Paris eine ordentliche Sitzung des Internationalen gewerkschaftlichen Arbeiterinnenkomitees statt. Der MB war durch seinen Generalsekretär W..Sche»enels vertreten, fernernahmen folgende Delegierte teil: I. Chevenard, begleitet, von Genossin Delabit(Frankreich)', A. Loughlin, begleitet von N. Adam (Großbritannien), A. Andersen(Dänemark), B. Novötnä(Tschechoslowakei), H. Burniäux (Belgien), A. de Jong(Niederlande), sowie Frau Thibert als Vertreterin des Internationalen Arbeitsamtes. Den ersten Punkt der Tagesordnung„Die H c i m in b u..itx i e;.besonderer.Schutz,der in der Heimmdustvie.beschäftigten, Frauen" leitete die Vorsitzende I. Chevenard ein. In der Diskussion wurde insbesondere auf die großen Veränderungen hingewiesen, die durch den technischen Fortschritt innerhalb der Arbeitsprozesse der bestehenden Heimindustrien sowie in bezug auf die Abgrenzungen bzw. Erweiterungen gegenüber anderen Jiidustrien eingetreten sind und. eintreten, Der Vorstand des JGB wurde eingeladen, anhand eines Fragebogens sofort eine Erhebung einzuleiten über die Ausdehnung der Heimindustrie, die bestehende Gesetzgebung, die Möglichkeiten und Modalitäten der Kontrolle sowie' die auf diesem Gebiete erzielten. Resultate der Gesetzgebung und Reglementierung, endlich über die Organisationsund RekrutierungSmethoden unter den Heimarbeitern. Diese Erhebung soll den Weg ebnen für eine systematische nationale und internationale Gdsetz- gcbung. Genossin Burniäux hielt das Referat, zum zweiten Punkt der Tagesordnung:„Organisierung der Hausange st eilten; Möglichkeiten der Erzielung eines gesetzlichen Schutzes durch Aufstellung von Musterarbeitsverträgen."' Die Referentin gab einen sehr ausführlichen Bericht über den Stand der Gesetzgebung in den verschiedenen Ländern sowie über die Methoden des Schuhes dieser schwer erfaßbaren PerufSkatego- rie. In einem Vorschlag an den Vorstand des 2GB wird-eine intensive Rekrutierungskampagne sowie der gesetzliche-Schutz der Hausangestellten verlangt, und zwar, durch die Einführung von Musterarbeitsvertragen, die genaue Vorschriften enthalten'sollen über das Ausmaß der-zu.leisten- den Dienste und ihre Entlohnung, das Datum der Lohnzahlung, die Arbeits- und Ruhestunden, die Freizeit, die bezahlten Ferien, die UnterkunftS- und Ernährungsbedingungen,, die Arbeitssicher-, heit, hie ärztliche Behagplung, die- EntlaffungSbe- dingungen, die Regelung des Beschcherdewesens und- die Organisierung einer Kontrolle. Genossin Loyghljn(Großbritannien) sprach- über dar Problem.'^G le ich e A.rb e..i t-— g l e ich er Loh n". Durch die Krise;uWdie RätlonÄlistergng- sowie Technisierung sind.auch auf diesem Gebiete zahlreiche' neue Symptome in Erscheinung getreten. In Zusammenhang mit der vom Internationalen..Arbxifsffmt", eingehsteten Erhebung'M'diö»ehandÄng dieser Frage-iiNtev dem Gesichtswinkel der-praktischen Erfahrungen untz Erfordernisse fortgesetzt werden. Zum Schluß, hielt W. SchevenelS ein Referat über die Roll e d e r F r a u in der Vertei» diauslaSaktjoy ,,deS Fr-i ed ens sowie Mer die BeeiNfiüssu>ig,Md. BorbereitstW der Frauen hin-' sichtlich-einer-konkreteren und, energischeren Aktion zWnsten des Friedens.. In- der anschließenden DiSküsston trat der Unbedingt-! Friedenswille sowie die absolute-Gegnerschaft der Frauen gegen den Krieg besonders stark in- Erscheinung. I» einer auSgeqrbeiteten, Entschließung, die dem Vor-: stand des JGB zur Annahme empfohlen wird, wird gesagt, daß sich das Komitee nicht damit' begnügen könne, lediglich gegen den Krieg zu protestieren und sich den Beschlüssen des JGB anzuschließen. Das Komitee„hält es für seine Pflicht, auf Grund aller ihm, zur Verfügung stehenden Mittel unter den Arbeiterinnen und allen änderen Frauen tätig zu sein, um in. konkreter und wirksamer Weise zur allgemeinen Aktion der Arbeiter gegen, den Krieg beizutragen". ES müßte, so heißt'eS in dem Beschluß u.„als Schande für die Menschheit betrachtet werden, wenn für die Verteidigung des Friedens und der Freiheit' nicht ebenso viel Opferwille, Begeisterung und Leidenschaft aufgebracht- werden könnte wie von gewissen irregeleiteten Massen für die Verteidigung einer dunklen Ideologie derGewalt und des Nationalismus", In der Frage der Zusammenarbeit mit anderen Organisationen.sowie mit den auf den verschiedenstem. Gebieten, vorhandenen und auftauchenden Komitee» wurde die grundsätzliche Haltung deS JGB einstimmig bestätigt, Indem über solche Gesuche von Fall zu Fall entschieden werdensoll. Endlich wurde eine engere Fühlungnahme sowie Materlalaustausch mit devi Frauenkomitee der SA8 beschlossen. Anläßlich der Sitzung des KomileeS fand Im Salle Wagram eine große internationale Friedenskundgebung statt, auf der verschiedene Delegierte des Komitees das Wort ergriffen. Der Boom In Rohstahl Höchstatelgerung in der Tschechoslowakei Der durch Ibie internationale Aufrüstung gesteigerte Bedarf an Metallen läßt das Treiben an den internationalen Eisen- und Stahlmärkten immer stürmischer werden. Die Produktion steigt in allen wichtigen ProduktionSländern weiter, die Preise werden von den internationalen Verbärgen htnaufgesetzt und die Ein- und Ausfuhr von Eisen und Stahl erfährt dadurch nicht die geringsten Hemmungen. Den beträchtlichen Umfang der Produktions- steigerung in Stahl, der im ersten Halbjahr 1987 zu verzeichnen ist, macht ein Vergleich mit Seit die Stalin-Diktatur die Erschießung des Marschalls und der sieben Generale, der Kommandierenden im Fall eines Krieges an Rußlands Westgrenze, mit der Legende von der Verräter- oder Spionenrosse der Erschossenen begründet hat, mußte man allen Erfahrungen nach damit rechnen, daß Stalin selbst die seit langem zu'erwartende Annäherung an Berlin stärker betreiben werde. Es wäre nicht das erstemal, daß Stalin die Opposition niederschlägt, um dann ihre Politik zu übernehmest— wenn es in diesem Fall die Politik der Opposition gewesen wäre. Faktisch liegen auch heute noch keine Beweise dafür vor, daß Tuchatschewski und die anderen Generale deutschfreundlicher gewesen wären als dse Regierung im Kreml. Sie waren vermutlich eher frankophil. Die Audienz Jurenews bei Hitler und die hiebei ausgetauschten Reden sind allgemein ausgefallen. Nunmehr berichtet die rechtsstehende, aber meist richtig informierte „Aftenposten"(Oslo), daß zwischen Marschall Woroschilow und dem Außenminister Lit- winow ein Konflikt über die weitere Politik gegenüber Deutschland entstanden sei. Litwinow — der sich heute mehr als je hüten wird, etwas ohne Stalin zu unternehmen— strebe eine Z u- sammenkunft mit Neurath an, um sich mit ihm über eine freundschaftliche Politik zwischen Hitler Und der USSSi zu einigen. Woroschilow sei gegen diese,Politik ausgetreten. Wo- roschilow würde in dem Falle, daß die Information stimmt,'nur. den Kurs Tuchgtschewskis fortsetzen.. - Interessant ist es auch, die Auswirkungen der'neyen Politik der Komintern, bzw- Rußlands auf dieängefchlossenen Parteien zu beobachten. Die Führung der'KPD würde bekanntlich'Mün- zenberg entzogen, und an Ulbricht übertragen. Ulbricht war schon 1923 der Mann deS sozialpatriotischen, nationalbolschewistischen Kurses, der. .mit Ruth Fischer und Radek, versuchte, Brücken, z ü den. Na z i s zu schlagen. Seit dem Führerwechsel werden,in der KPD alle Aeußerungen deutscher Redotütionärt, die von Hitlers Kriegs- willenund der Kriegsschuld des Nazismus sprechen, al»„Provokation" und.„Arbeit für die Gestapo"- bezeichnet. Man dürfe die Kriegsschuld 'Nicht Deutschland- zuschieben, müsse vielmehr jetzt seine nationale-und patriotische Politik mache», um Hitler keine Handhabe gegen die Opposition zu gehen. Auf den nationalen und patriotischen Ton ist auch die DBZ, das Orgqn der deutschen Ko- minternabteilu.ng in Prag gestimmt.' In einem Leitartikel„Eine Antwort an Hitler" vom 1, August.bespricht das kommunistische Blatt, sehr. den Produktionsziffern der gleichen Vorjahrszeit klar,' Es betrug d!e Rohstahlproduktion in den 'wichtigsten ProduktionSländern: Wenn sich die ProiduktionSentwicklung in der Soivjetunion weiter so fortseht, dann wird sie die deutsche Stahlproduktion noch in diesem Jahre einholen und damit Deutschland von der zweiten Stelle, die es jetzt unter den bedeutendsten StaWroduzeuten dec Welt eiunimmt, auf die dritte abdrängen. 1. Halbjahr 1. Halbjahr Zunahme 1986 1987 in% in Millionen Tonnen Bereinigte' Staaten 21:62 29,23' 35,2 Deutschland 9,81 9,55 2,6 Sowjetunion 7,86 8,65 10,1 'England 5,84 6,44 10,8 Frankreich 3,36 8,90 16,1 Japan 2,45 2,92 19,2 Belgien 1,47 1,88 24,5 Luxemburg 0,92 1,82 43,5 Tschechoslowakei 0,70 1,10 57,1 Italien 1,05 1,07 1,9 Kanada 0,59 0,78 28,7 Polen 0,52 0,68 30,8 Schweden 0,46 0,54 17,4 Britisch-Jndien 0,44 0.46 4,5 Australien 0,84 0,41 20,6 DaS Bemerkenswerteste an dieser lieber- sicht über die international« Rohstahlprodnktion ist, daß von allen Ländern gegenüber dem ersten Halbjahr 1936 die Tschechoslowakei mit 57,1% die höchste Steigerung verzeichnet. Deutschland, daS mit dem Fortgang seines ProduktionS- Aufschwunges«ine Rirsenreklame macht, ver- zeichnet demgegenüber nur eine ProduktionSzu- nahnw von 2,0%! Wachsende Ausfuhr nach Französisch-Marokko. Im Mai erreichte die Einfuhr Frauzösisch- Marollos aus der Tschechoslowakei 2.89 Missionen Francs; dadurch erhöhten sich die Jmvorte in den ersten fünf Monaten auf 12.8 Millionen Francs gegen nur 7 Missionen im Vorjahre. WaS die einzelnen Warenarten anbelangt, fo erzielten im Mai Steingut, DelenchtungsglaS, Kristall- uud Zierglas, Baunnvoll- und Kunstseidenstrümpfe, Wäsche und Gummiwaren bessere Ergebnisse.— Ein rapider Aufstieg ist auch in der Ausfuhr nach der Tschechoslowakei zu verzeichnen; im Mai wurden für 0.55 Missionen Franc Waren nach der Tschechoftowakei ausgeführt gegen nur 4800 Francs im Vorjahre. Diese Steigerung ist allerdings mehr statistischer Natur, da Heuer auf Grund der llrsprungSzeugniS-Pflicht die Exporte genau statistifch erfaßt werden. breit und ausführlich die Vorteile, die ein russisches Bündnis fiir Deutschland hätte. Natürlich wird hier einschränkend immer von einer„parlamentarisch regierten deutschen Volksrepublik" gesprochen,' die sich mit' Rußland verständigen ivürde. Es ist aber unverkennbar, daß der Lockvogel vor allem für Adolfs Ohr pfeift: „Die militärisch stärkste Großmacht, die reiche und rohstoffreichste Sowjetunion, will in Frieden und Freundschaft mit dem dentschen Volke leben.« Da die rohstoffreiche Sowjetunion durch Lieferung von Spezialerzen schon heute die deutsche Aufrüstung M.ö g l i ch in acht und zu den wenigen Ländern gehört, deren Handel mit Deutschland dauernd steigt, wirkt das Argument. besonders überzeugend. Die auf Seite 1 aufrechterhaltene Einschränkung„parlamentarisch regierte deutsche Bosssrepublik" ist auf Seite 4 derselben DBZ schon fallen gelassen. Dort erscheint ein Artikel: „Die Beziehungen zwischen der Sowletunion und Hitler- Deutschland" ,ausdrücklich„Hitler- Deutschland", damit 'man wicht an die„Bosssrepublik" denkt! Der Artikel beginnt Mit der berechtigten Feststellung, daß der, Empfang Jurenews„durch die ganze Art vorübergehend Aufsehen erregt'' habe. Die„I S w e ft i j a", berichtet die DBZ nun,, «heben mit Genugtuung hervor, daß Hitler immerhin ein» solch» einfach» Wahrheit aner- kennt" nämlich die Notwendigkeit„normale" Beziehung aufrechtzuerhalten. DaS veranlaßt die DBZ zu folgender Ergänzung: „Wir«ollen hinzusügea, daß auch da» '--deutsche Boll nicht» sehnlicher w ü n. s ch t als zuminde st normale Beziehungen deS faschistische« Deutschland zur sozialistischen Sowjetunion wünscht" denn herzliche Beziehungen, heißt, es weiter,.würden erst möglich sein, wenn die Volksrepublik hergestellt sein wird. Dann zitiert die DVZ nach.„Jswestijn" die Bedingungen'Rußlands für die Herstellung normaler Beziehungen: „daß die'deutsche' Spion» g e ihre Umtriebe in d,er UdSSR einstellt, da» Reh von deutschen Agenten i N d e r UdSSR a« j h S x t, sich mit Agitationen gu befassen, aufhört aussichtslose Versuche zu machen, faschistische Organisationen zu schassen, faschistische Literatur zu verbreiten, von der anderen Arbeit der faschistischen Agenturen ganz zu schweigen" -DaS sind wohlgemerkt die Bedingungen der „Jswestija"; sie erstrecken sich nur auf Rußland und sind faktisch inhaltslos, denn was da an nazistischer Betätigung aufgczühlt wird, ist doch offenbar identisch mit dem sagenhaften„TrohkiSmuS" und nicht mit irgendeiner Wirklichkeit. Mit anderen Worten: sobald Stalin erklärt, daß die Liquidation des TrotzkiSniuS vollendet, Rußland von den Spionen befreit fei, steht dec Berftändigiing mit Hitler nichts im Wege. Die DVZ selbst scheint das peinlich zu finden, denn es hängt inunerhi» aus eigenem den Wunsch an, daß die Einmifchung Deutschlands nicht nur in Rußland, sondern auch in Spa- n i e n und den„verschiedensten Ländern" aufhören müsse. WaS ein Wunsch der DVZ bei Stalin gilt, ist leicht zu ermessen, aber ohne beleidigend zu werden schwer auszudrücken. Die DVZ betont mit gutem Grunde, daß sie sich keine Illusionen über die praktischen Folgen der Hitler-Rede(und tvohl auch der Rede Jurenews) mache. Gewiß, über die Auswirkungen einer deutsch-russischen Annäherung. auf den Frieden und die Demokratie darf man sich keinen Illusionen hingeben. Was dagegen die Möglichkeit der Verständigung zwischen Stalin und Hitler auf Kosten der europäischen Demokratie betrifft, so ist keine Illusion groß genug, um nicht dereinst durch die stalinistische Wirklichleii übertroffen zu werden. Da? mindestens läßt sich nach der„ganzen Art" und Tonart der Einlei- tungSmanöver behaupten. Piefke In Sevilla Selbst spanischen Faschisten wird es zu bnntt London. In den mif Rebellenterritorium liegenden Städten in der Nähe von Gibraltar sind von de« Deutschen deussche Bürgermeister eingesetzt worden- Der Berichterstatter des„Daily H e r a l d" in Gibraltar meldet dazu, daß im südlichen Teil des von Franco besetzten Spanien die Deutschen beschlossen hüben, sich aller öffent-. lichen Behörden und vor allem derSteuer- ämter zu bemächtigen, mit der Begründung, daß sie von General Franco nicht im Verhältnis zu ihren Leistungen entfchädigt werden. Der Berichterstatter des„Daily Herold" in Gibraltar gibt auch neue Einzelheiten über den Auf st and in Rebellenspanien bekannt, wo die Meuterer noch immer bie Zuckerfabrik in Motril besetzt halten und sich dort ver- fchgnzt.haben:-Er schreibt:>,Sie(die Meuterer) beherrschen nicht nur mit ihren Maschinengewehren alle Zufahrtsstraßen, sondern halten sich mit Lnft- abwchrgeschützen auch die feindlichen Flieger vom Leibe. Es lvar bisher unmöglich, sie zur Unterwerfung zu veranlassen." Der Berichterstatter des „Daily Herald" erwähnt im Zusaminenhang mit den Unruhen in Malaga, daß der General Oueipo del Llano von Sevilla nach Malaga geflogen ist, um die Operationen gegen die Meuterer selbst zu leiten. Alle Telephonverbindungen nach Andalusien sind seit Tagen abgeschnitten. Aus dem dunkeln Oesterreich Neun Monate Arrest für die Verbreitung eines historischen Meisterwerkes Der Wiener Arbeiter Leopold Strassel hat einige Exemplare von. Marxens„Der 18. Bru- maire", der weltberühmten historischen Schrift Marxen» über den Staatsstreich Napoleons III., zur Weiterverbreitung übernommen. Deswegen tvurde er zuerst von der Wiener Polizei zu drei Monaten Polizeiarrest verurteilt, dann dem Wiener Landesgericht überstellt und von ihm wegen Vergehens der Auftviegelung zu weiteren sechs Monaten Arrest verurteilt. Er hat also für die bloße Absicht, die glänzende Streitschrift von Karl Marx zu verbreiten, neun Monate Arrest bekommen! Marx ist in Oesterreich verboten,— aber Hitlers„Mein Kamps" ist in Oesterreich jetzt erlaubt worden. Gandhi beim Btzeköntg Am vergangenen Mittwoch hatte Gandhi eine Unterredung mit Lord Linlithgow, dem Vizekönig von Indien, der Gandhi zu dieser Besprechung, die im Amte des Vizekönigs in Delhi stattfand, eingeladen hatte. Gandhi hatte dir Einladung unter der Bedingung angenommen/ daß er seine Forderung zur Sprache bringen dürfe, das gegen ihn verhängte Verbot, die indische Nordwestprovinz zu betreten, auszuheben. Der Vizekönig hatte diese Bedingung, auf die sein Vorgänger niemals eingehen wollte, angenommen und hat Gandhi zugesagt, auf. die Aufhebung des. Verbots, hinzuwirken. Die englischen Zeitungen widmen der Tatsache, daß Gandhi seit 1931'(dem Jahre der Round-Table-Konserenz) zum erstenmale wieder beim Vizekönig war, große Beachtung. Sie berichten, daß Gandhi, der nicht mehr offizieller Führer der Kongreßpartei ist, mit dem Vizekönig vor allem über die Lage der. indischen Bauern gesprochen habe. Sie weisen aber darauf hin, daß die Reise Gandhis zum Vizekönig in ganz Indien beruhigenden Einfluß ausüben- werde, ha. Gandhis Autorität trotz der Abtretung der politischen Führung an Nehru noch immer ungeheuer groß.sei.. Der neue Kurs der Komintern Für„normale Beziehungen** Stalins zu Hitler Seite 6 Sonntag, 8. August 1037 Kunst und Wissen wird Die See Dim, .Warnsdorf. M Eine Klarstellung. Wir brachten vor Einiger Agit einen Artikel von katholischer Seite„E i n vaar Outside r", der sich gegen die Gleich« schaltungStcüdenzen und nazistischen Manöver gewisser katholischer oder pseudokatholischer Männer wandte. Nun teilt uns Herr R. M. Dostali mit, daß man in einer anontzmenDenunz i a- t, i o n 8<5 christ ihn als den Autor des Artikels bezeichne,, der mit„Roland" gezeichnet gewesen sei. Wir stellen dazu fest, daß der Artikel — der auch gar nicht mit„Roland" gezeichnet war — nicht von Herrn Do st a bi stammt, hast dieser ihn weder geschrieben, noch eingesandt »der empfohlen hat. Ta» Verfahren selbst, jemandem schaden zu wollen, indem man ihn als Autor ■ eine» antinazistischen Artikels denunziert, ist bezeichnend für die Leute, die sich solcher Methoden bedienen und eS anscheinend für richtig halten, daß katholische Publizisten sich nenheidnisch betätigen! Die Redaktion. Da» Deutsche Theater in MSHr.-Oftrau seine diesjährige Spielzeit, die" wieder unter! der Leitung Dir.' Rudolf Geisels'steht, mit'einet. Aufführung von Shakespeares„D e r W i d e r s p e isst i gen A ä h m u n g" eröffnen. Den Petruechio spielt der bisher in Troppau engagierte Schauspieler Döring!", lebensfähig zu erhalten. Wenn Sie ein.natürliche» Mineralwasser trinken, so. erfüllen Sie"diese Forderung in idealer Weise, denn Sie führen dem Körper nicht nut die notwendige Jlüssigkeitsmeuge zu, sondern auch alle jene wichtigen Ausiba,trstoffe,.di§, in jedem Qualitäts-Mineralwasser enthalten sind. Besonders Maiioni's„Giehhübler" vereinigt in idealer Weise diese Vorzüge mit einem erfrischend prickelnden Wohlgeschmack und großer Bekömmlichkeit. Gieß» rlrania-Kino Saisimeröffnim» am 13. August mit dem Lach- schlageb..Du kannst nicht treu sein" in fortgesetzter Premiere. Mit Lucie Englisch. Joe Stöckel. SpeelmanS etc. llaelilalataaia-oraUiIalla, Frliauclrim, RatialfeahnaascMm,. Bahrwarta, Shaping-1, HefeaUaaaeklaaa Spaaalatlar in modernster Ausführung erzeugt: . Werkzeugmuchlnenfabrlk ArnoPlauett ist dieses Tagebuch und verrät doch zwischen, den Zeilen eine unendliche Liebe für das Kind. Klein-Walter ist jetzt drei Jahre alt. Seit zwei Fahren schon hat er keine Mutter mehr». Wenn sie dem Beil zum Opfer fällt, wird er vielleicht als Faschist erzogen, dem Geiste des Deutsche» Reiches entsprechend: der Sohn einer Sozialistin, die ihr Leben für die Befreiung der Menschen eingesetzt Hat- Solange ein Mensch lebt, darf man die Hoffnung nicht verlieren, und so hofft mag, das; es den von den verschiedensten Seiten eingeleiteten Schritten gelingen wird, Liesl Hermann und ihre Schicksalsgenossen zu befreien. eha. Eine Junge Mutter In der Todeszelle Bor einigen Wochen ist in Stuttgart, wie wir bereits gemeldet haben, die junge Lieselotte Hermann gemeinsam mit drei Genossen wegen politischer Betätigung zum Tode verurteilt warben. Mre LebenSgeschichte und ein Teil ihrer Tagebuchblätter ist uns bekannt geworden. Nachstehend einiges daraus zur allgemeinen Kennt- niSnahme. Lieselotte Hermann, in ihrem Kreise Liesel genannt, ist jetzt 28 Jahre alt. Sie ist in Berlin geboren- ihr Vater ist Ingenieur und lebt heute in Stuttgart. Als das sehr begabte Mädchen mit 18 Jahren, zur Universität kam, mußte sie sich ihren Lebensunterhalt und ihr Studiengeld selbst verdienen- Sie war als Dienstmädchen und Fabrikarbeiterin tätig und kam dadurch In Verbindung mit dem eigentlichen Volke, der AiBeiterklassc, für deren Kämpf sie sich aus innerster Ueberzeugung ganz stark einsetzte. Auf der Hochschule war sie als Antifaschistin bekannt und wurde deshalb bereits im Jahre 1038 relegiert. Obgleich nun Liesls Zukunft in Frage gestellt war, hat sie ihre Gesinnung nicht geändert. Für Freiheit und Menschenrechte hat sie solange weitergekämpft, bis sie der Gestapo zum Opfer siel. Das tvar-im Sommer des Jahres 1935. Seitdem lebt sie in der Zelle. Sie ist als erste Frau unter dem jetzigen Regime im Deutschen Reich von einem oodentlichen Gericht— dem sogenannten Volksgericht— zum Tode verurteilt worden. Noch ist dieses Urteil nicht vollstreckt, noch versuchen deshalb- alle sür die Menschenrechte arbeitenden Kreise in jedem Staate der- Welt sich für die Befreiung dieser jungen, tapferen-Frau einzusehen. Im Jahre 1933 wurde ihr ein Sohn geboren. Man weiß nicht, wer der Vater des Kindes ist. Die Mitteilungen besagen-nur, daß es ihm,von vornherein durch das Regime unmöglich gemacht wurde, für das Kind zu sorgen. Vielleicht sitzt er im Konzentrationslager, vielleicht ist er geflüchtet. Das Kind jedenfalls hat ihn nicht vermißt, wenigstens nicht in seinem ersten Lebensjahre, als die Mutter noch bet ihm war. Liesl führt, ein'Tagebuch„Walters Menschwerdung". Karg im Ausdruck, sachlich im Inhalt MOORBAD KUNNERSDORF rast Oschitz. Statlan Krittaorl. Tilaphan OichRz 8 hallt Rbouma, Gicht, lachiaa, FrauenleMan Zeitgemäße Preise. vorzügl. Unterkünfte und Verpflegung. Tilgt. Konzerte. Nene Strandbadanlage, Kurhausgarten. Tennisplatz. Kegelbahn. Waldreiche Umgebung für kurze Wanderungen. Pro- snekte und Anfragen durch die Kurverwaltung. plötzlich verliebt bat, eine Analphabetin zu sein 6°. katarrhalischen Erkrankungen der Atmung», und Verdauungsorgane, in der Rekonvineszenz und bet allen fieberhaften Erkrankungen und besonder» auch in der Kinderpraxi». Wer Gesundheit! Qualität und Wohlgeschmack schätzt,' winke täglich den weltberühmten„Gieß"...... Die falsche Katze Die Hauptgestalt diese», tschechischen Film»- ist!........... ,.._.... eine junge Dame, die, um dar Herz eine» Arzte» zu shübler ist nicht nur da» Tischgetränk von Weltruf, betören,-in den sie sich auf»ner Weinberger Straße sondern auch ein eiHrobte» Gesiindheit»getrank.bei Hauptes und sich ganz so stellt, als ob sie er wirklich wäre.' Sid ist damit'ein Symbol der heimischen Filmgaitung, zu der dieser Film gehört: auch die Hersteller solcher Filmware nämlich stellen sich, als seien sie Analphabeten, und hoffen, mit ihrer aus dringlich betonten Einfalt, mit ihrer Unkenntnis.'de» künstlerischen und technische»' Film-Alphabets, mit der nntleiderregciiden Aermlichkeit ihrer Einfälle und Spässe die Herzen eine» gutmütigen Publikum» zu gewinnen.' Der Regisseur S l a v i n s k h, der hem- nningsloseste Anwender des Analphabeten-Rczepte», hat damit sogar goldene Medaillen gewonnen, und c» genügt zur Charakterisierung seine» neuen„Wer ke»", festzustellen: daß er sich treu geblieben ist.. Von der Kartenlegerin bis zum Küchenidyll, von der Bor- stadtkncipe bis zum GesangSschlager,- von der falschen Schulmädchenkomik(die sich peinlicherweise mit der Komik des-Shawschen„Ppgmalion" vergleichen'will) bis zum Happyend, da» Mißverständnisse'ausklärt, die der Zuschauer nach den erste» zehn Minuten nicht nur durchschaut, sondern ausführlich erklärt bekom men hat.— cs ist alles wieder da, wa» diese Filme so umständlich, geistlos, unbeholfen und aufdringlich macht. Daß Vera Ferbasovä in der Haupt rolle nm jeden Preis lustig sein will und Antonie Red o S i n s k ä in einer Nebenrolle sich zum ungefähr hundertsten Male wiederholt, sei ohne.Lob oder Tadel, sondern nur mit der bedauernden Be merkung verzeichnet, daß in Filmen solcher Art für die Darsteller nur die Wahl bleibt, zu übertreiben oder zu chargieren..■— ei»— oseoia,»atm, nirtt, a,*man- werten Sie velriedtgen in Dtlesten» arSHIer Sommerfrische Kartsthnt im Alttatergeblrae. Breite:»e» X- 4.—. 8.—. MttiägSmeng 8«>» 11 Kt. Browette, SuMunfl, w-hnlls««» dnrch de».- emelnde«ml.»«rl»i»«t.« Walter Kolars:: Das Rgfllme Blum Preis KC 16— Bei allen Kpltzprleurpn oder'beim Berlagr- Zenwalstelle für da» Bildungswesen, Präs. XII, Slezskä 13.' Soidalliitoclm Aenlwelhh Sonntag, den 18. August 1987,, vormittag» lOUHv, in T e p l i"tz- Sch ö'n.^a n,' EafkReznlk, am Schplplatz:,,,.... Konstituierung der Ortsgruppe. Aussig-Teplitz>»-. Stellungnahme»um Gesetzentwurf über da« Kranken- hanSwesett•■ Teilnahme am Arbeitertag- . Wir erwarten rege Beteiligung der Kollagen und GenossenI. Für den Vorstand de» Verein» der deutschen. 1 sozialdemokratischen Aerzte:- MllDr! A. Holitfcher. MÜDr. E- Liebe.». Der Pan-Ainerlcan-vllpper varunglUckt Das fahrplanmäßige V.erlehrsflugzeug, das die Strecke Miami—Buenos Aires im Nord» südamcrika-Dienst fliegt, stürzte mit U Fahrgästen an Bord ab. Bei' der Suchaktion waren Flugzeuge, Unterseeboote und allo zur Verfügung'-stehenden' sonstigen HilsHkr'äfte eingesetzt'. Ein Telegramm aus Amerika meldet jetzt, daß die Trümmer des Mugzeuges in der Nähe der Panamastadt Colon, im Brackwasser liegend! apfgefünden worden sind. Man muß annehmen» .jtzqß. bei-dein.Flugzeugunglück.-sämtWe!Jsisassett:mns:'^eben^gekommrn flndi. ler per Stück und kostet 80 Heller bi» 2 Ak.— Die Obstmärkte bringen diese Woche eine Verteuerung der Pfirsiche um 2 Ak i 1 Kg. und kosten 6—10 Ak. Bosnische Pslaümen stieaen im Preise ebenfalls um 2 Ak auf 8—10 Ak ä 1 Kg.. Preiselbeeren sind um 1.80 Ak billiger und kosten 8.80 bis 8 Ai. Hintbeeren fielen um 2 Ak auf 3.80—8 Ak. gelvöhnliche Melonen um 1 AL auf 1—2 Ak, Zuckerund AnanaSmelonen um 1 Ai auf 2.80—1.60 Ai per'Kg. Neue heimische Aopsel kosten 1 Kg. 1.80 bi» 8.80 Ai, heurige'Birnen 1 Kg. 1.80—8 Ai. Bananen 1 Kn. 6—8 Ak, Zitronen Stück 10—70 Heller.— Auf de» FIeischmärkt.en bemerken wir in dieser Woche wieder höhere Presse bei einigen Schweinefleischsorten kn. Uv. rund um 1 Ai für 1 Kn-) und dasselbe bei Kalbfleisch. Rindfleisch Vorderes mit Zuwaage kostet 10—14 Ai. Hintere» 12 bi» 17 Ak. Vorderes ohne ZMvaage 12—18 Ak, Hintere» 14—19 Ai. Lungenbraten mit-Zuwaage 18—20 Ai, ohne'Zuwaage 20—28 Ai, Kalbfleisch Vorderes mit Zuwaage 10—12 Ai. Hintere» 12 bis 13 Ai, Vorderes ohne Zuwaage 10—12 Ai. Hinteres 14—22 Ai. Schweinefleisch Vordere» 11 bi» 12 Ak, Hintere» ohne Zuwaage 18—20 Ai. Schöpsenfleisch Vordere« mit Zuwaage 8—11 Ai. Hinteres 10—14 Ai. Vorderes ohne Zuwaage 10 bis 18 Ai. Hinteres 1B—18 Ak, Rindsleber 8 bis 12 Ai,' Rindszunnc roh 11—14-Ai. geselcht 18 bis 18 Ai, Rindsbirn 18—18. Ak. Kalbsbi'rn 18 bi» 24 Ak: Schweinshirn 18—24 Ai. Kntielflecke 1 Kg. 8—7 AL.'— G e fl ü g e.l u n d Wild: HauSinte Stück 28—40 Ai, heimische Gans^ gefüttert. Stück 40—100 Ai. ncschlachtcs 1 Ai 12—14 Ak, Schmalzgans geschlachtet 1 Kg. 14—18 Ai, heuriges Huhn 22—23 Ai Stück, Henne 18—88 Ak Stück. Taichc» sind per Paar um 2 Ai billiger und kosten 12—18 Ai.—Schwäm m'e. Diese Woche gibt e» billigere Eierschwämme u. zto. sür 2.50 bi» 8.50 Ai 1 Kg-, Pilze kosten 8—8 Ak. Rötlinge 9 bi» 12 Ai.—Verschiedene Waren. Eier, frische, tschechische, ein Schock um 1 Ak teuerer, 83 bis 88 Ai. Stück 80—85 Heller, slowakische ebenfalls nm t Ai teuerer. Schock 30—82 Ai, Stück 50—60 Heller, Butter(frische Landbutler) 18 bis t9 Ai, Teebutter im 5-Ka.-Paket 22—24 Ai. Topfen frisch 1 Kg. 4—6 Ai. Honig rein 14—16 Ai, Brot 1 Kg. 2—2.50 Ai. O. Zenker. Schwerverletzter auf der Landstraße. Gestern nachmittags brachte ein Chauffeur, der mit seinem Kraftwagen nach Prag fuhr, einen unbekannten Mamt auf die Ärevnover Polizeiwachstiche, den er auf der Karlsbader Autostraße blutend und ohnmächtig gesunden hatte. Die RettungSgesellschgft brachte ihn ins allgemeine ÄrankeuhauS, wo eine schwere Gehirnerschütterung und eine tiefe Rißwunde am Scheitel bei ihm fcstgestellt wurden. Er konnte später als der 54jährige Alfred Schneider aus Eger sichergestellt werden; nach Aussage eine» Zeugen ist er mit seinem Kleinauto, mit dem'er einen Ausflug hatte machen wollen, in den Straßengraben. gestürzt.'wobei das Auto zertrümmert wurde. Er selbst kann sich an nichts erinnern. B«, u aS b edi n g ü n g-. n: Bei Zustellung in» Hau» oder des Beziig durch die Post monatlich Ak IS.-l.MrtelläWlch'ÄL 48.—. hälbMlg Ai 9», ü-> ganzjährig Ak 192.—-— Inserat« werden lallt'- Tarif billigst berechnet. Bel öfteren' Einschaltungen Preisnachlaß:— Rückstellung Yon Manuskripten erfolgt nur'beilEiusendiiug derMetoübniärken^—-Die ZeitimaSftankatür würde von der Pakt» iiitbSäs»." •«raphendlreltwn mit Erlaß Nr. 1S.8Ü0/VII/1980 b-wUigt/- DruckipeiL.0rbiS". Druck», verlas-utch.Z°i^»-«"w.°P^"!''* f Sozialverjicherungt- Briefkasten W- R. E-: Ihnen wurde von der Krankcnver- ficheruug-amtalt da- Krankengeld wegen Unheilbarkeit Ihrer Krankheit eingestellt und"da- Bevsähren wegen Znerkemiung der Invalidenrente, eiflgeleitet. Hiedurch fühlen Sie sich geMdtgt. dir Sie dar Kränkengeld erst, durch zwei Monate bezogen haben und die Invalidenrente, wenn sie Ihnen überhaupt zuerkannt'werden wird, bedeutend niedriger.sein wird als Ihr Krankengeld von 13 Ai füglich,... Hiezu bemerken wir. Die KBAmuß Sie unterstützen, solange Sie„krank" sind, cd, h. solange Ihr Zustand ärztliche Hilfe und Medikamente erfordert. Es kommt nicht.darauf an.. ob sich von dieser. De- haNdlüna die'Heilung der Krankheit erwarten."läßt oder ob sie nur' z. B. der Schmerztinberüng"Mnt.- WenN Sie also, wie Sie schreiben, ständig Mor- phiuniinjektionen erhalten müllen- um Ihren Zustand zu ertragen, dann haben Sie Anspruch auf Behandlung und auf Krankengeld durch«in-volle» Jähr, auch wenn Ihre Krankheit unheilbar- ist. Der Anspruch auf die Jnvglidenrenie erwächst" etst nach Erschöpfung der einjährigen UntersUitzunärdauerr, Verlange» Sie-ehesten» di« Herausgabe-eine» Bescheider durch dir KVA. und beantragen.'Sie in. der Mage äN das.Schiedsgericht, Ihren.Arzt als Zeugen, daß Sie auch' weiterhin behandlungSbedürf» tig find. Eine Aussichtsbeschwerde an die Zenträl». sozialverkicheriingranstalt in Prag, würde vielleicht noch rascher zum Ziele führen.,• Selbstmord eine» Gefreiten. Am 8. d. M. er- - schoß sich in seiner Ubikation in der Zijskover Kaserne der Gefreite des Fliegerrcgiment» Nr. 8 Jaroslav Ptäinik, der dem Fliegerlager in Prag X zugeteilt war. Die Ursache, des Selbstmorde» konnte nicht genau feftgcstellt werden, doch scheint e» sich einem Brief seines Mädchens zufolge um unglückliche Liebe.und Lebensüberdruß zu handeln(das letztere wohl auf jeden Fall!). Zwei Zusammenstöße, drei Verletzte. 28jShcii;e Beamtin Beatrix Hcrzam stieß gestern nachmittags mit ihrent Motorrad auf dem Komen- . skvplatz in Zi.skov gegen das Lastauto des Chauffeurs Anton Äobylak. Hiebei wurde sie zu Boden geworfen und erlitt außer einigen Hautabschürsun- gen einen Bruch des rechten Schienbeins. Sie wurde auf die Klinik Jiräsek gebracht.— Gestern vormittag« stieß um 11 Uhr an der Kreuzung Zborovcr 'und Bärrandeswaße in Smichow da» Lastauto des Franz Spurny aus Smichow mit dem Privatwagen de» Franz Falkner au» Horomtkitz zusammen. Das Lastauto überschlug sich, wobei Spurny und ein neben ibm sitzender Beamter der Firma leicht verletzt wurden. Sie wurden in» allgemeine Krankenbans gebracht. Beide Fahrzeuge wurden stark beschädigt. Neberficht der Prager Märkte. Auf den G e- müsemärkten gibt es eine große Menge Gurken und Krautköpse. Salatgurken kosten 80 bis "80 Heller, Zlviebol ist um 20 Heller ü 1 Kg. billiger, kostet 80—1.20 Ak, Knoblauch neu 3—5 Ai 1 Kg.. Fisolenschoten 1 Kg. 2.50—8 Ai, Tomaten sind wieder um 8 Ak ü 1 Kg. billiger, kosten 1.50—2 Ak, Karfiol Stück 0.80—2.50 Ak, Karotten. Möhre zBund) 70—1.50 Ai. Rot« Rübe Bund 1.20—1.50 Ak,- Salat Stück 30—50 Heller, Spinat 1 Kg. 2—8. Ai. Kraut tweiß) Stück—.80—1.50 Ak. Paprika(grünt Stück 20—50 Heller, neue Kartoffeln find nist' 10 Heller billigte. kysttst 80—90 Heller, Kohl ist ebenfalls billiger, u. zw. um 50 Hel- Trinken'Sie Gefmidheitk„Wassertrinken ist-gesund", so heißt eS allgemein. Uichekümmert.stellt per Volksmund die Behaüptungen auf,'die ebenso richtig und unrichtig sind, wie da» alte Sprichwort:„Salz und Brot macht die Wangen rot." Wohl liefern Sie Ihrem Körper, mit Trinkwasser die'nötige..Flüssig- Tschechische Theater eröffn»«. Die Prager tsche- 1 leit, die sein Organismus braucht, doch'wissens Sie chischen staatlichen und städtischen Bühnen eröffnen anch,.daß.gewöhnlich-r Trin«wasscr keinerlei Heilkraft im August mit volkstümlichen Zyklen. Da» National- besitzt und? meistnur.den Dkagen beschwert. Jeder theater beginnt mit' ter„V erkau ft en. Organismus unterliegt den ewigen Naturgesetzen. B r-a u t". da» Ständetheater^ mit der„W ei ßen Jeder Organismus verbraucht täglich einen Teil sei- Energien. Und unerläßlich ist.-» daher, jhm da» Kammertheater in der Hybernstä' mit B-urd-tSneu« naturreine<^offe,zuzuMren,ZMHn „F r i c Fra e", beide am 16. August.