Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei kn der Tschechoslowakischen Republik Aus dem Inhalt: Zucker für Arbeitslose und Minderbemittelte Vor dem Eingreifen der katalanischen Armee Ein Hereinfall der SdP Achtung auf SdP-Spitzel erscheint mit»«««ahme de« Montag ISglich sr«h/ Einzelpreis 70«eilet Redaktton und Verwaltung: Prag XII., Fochova 82-Telephon 83077- Herausgeber: Siegfried Taub'- Verantwortlicher Redakteur: Kari Kern, Prag 17. Jahrgang Mittwoch, 11. August 1937 Nr. 187 .Oesterreichs Irrweg # I Die Behörde» der spanischen Aufständischen Schiffe. und auf Gibraltarsl) unternommen. iKcrkmürifih für Bstorralchladiö Kommunisten... ■ Wien. DicnStaa verantworteten sich vor. dem Diese unkontrollierbaren Meldungen veranlassen das japanische Hauptquartier bereits zu der Annahme, dass rin K r i e g n i ch t ver> miede» w e r d e» I ö n n e. Die japanische Heeresleitung sei zu Truppenlandungen grossen Stils zwischen Tsingtau und Schanghai entschlossen. Japanische BerstLrkungen und viel« Materialzüge rollen täglich in der Richtung Pei- ping. Auch in Tientsin haben die Japaner mit der Anlage von Befestigungen begonnen. Montag und DienStag kam es an der Front etwa 30 Kilometer südlich von Tientsin zu schweren Artilleriekämpfen. DienStag nachmittags herrschte wieder Ruhe. Chinesen und Japaner liege» einander am grossen Kanal gegenüber. Die zwischen Liamvangschuang und Tulienchen über den Kanal führende Eisenbahnbrücke wurde zerstört. Der Kriegöminister wurde DienStag vvm Kaiser zur Berichterstattung über die Lage in Nordchina empfqngen, Neber den angeblichen Bormarsch der Chinesen meldet das japanische Hauptquartier genaue Einzelheiten. So sollen sich nordwestlich PeipingS drei und in der Richtung Kalga«»Wei Divisionen der chinesischen Zentralarmee langsam «ach Norden verschieben. Provinzialtruppen marschiere» angeblich i» der Richtung Tsingtau vor. König Carol zurückgekehrt Bukarest. Nach einmonatiger Reise in das Ausland, wobei Frankreich, England, Belgien, die Schweiz und Jugoslawien besucht wurden, ist Montag abends König Carol nach Bukarest zu- rückgckehrt, wo er am Bahnhose von dem Ministerpräsidenten, den Mitgliedern der Regierung Und den höchsten zivilen und militärischen Würdenträgern empfangen wurde. . L o n d an. Wie„Preß Association" meldet, ist der britisch« Botschafter,in, Henday» angewiesen wordsn, bei den Franeo-Behärden di« nachdrückliche Forderung,äufFreilassung von drei britischen Schissen z« stellen, die in letzter.Zeit von Franco-Streitkräften aufgebracht stwrde» sind. -Unter diesen drei Schiffen befindet sich der Dampfer„M o l t o n"/ der am 14. Juli vom Kreuzer der Aufständischen-„Almirante Cetverä" in den Küstengewäffern bei- Santander beschlag- Wlr wenden mi» daher, an Sie, Herr Reichskanzler, um in letzter Stunde Sie aufzufordern, von dem Ihnen zustehenden Gnadenrecht Gebrauch zu mache« und dies« vier Opfer ihre« Gesinnung vor dem Henkecsbeil zu bewahren. Insbesondere würde eS, wie die zahlreichen Pressestimmen beweisen, in de« übrigen Welt mit tiefem Leid empfunden werden, west« durch die Vollstreckung des Urteil» eine junge Mutter ihrem unmündigen Kinde entrissen würde, lediglich weil si, sich aufrecht zu ihrer Gesinnung belannthat. Wir appellieren dahei an Sie al» oberste Rechts i» sta n z nochmals in aller Eindring- lichkeit, da» Leben der Frau Liefe! Herrmann und ber drei anderen Angeklagten zu retten. Das Hauptblatt der französischen Sozial- denwkratie,„Le Populaire", veröffentlicht den ' nachstehenden Leiwussatz, der nicht nur die Meinung der französischen Sozialdemokratie über dar gegenwärtige Regime in Oesterreich darstellt, sondern wohl auch die Ueberzeugung der westeuropäischen Demokratie und der deshalb bei uns ebenso wie In Oesterreich gelesen werden sollte. Der Kanzler Schuschnigg ist In die Ferien gegangen. Aber bevor er wegfuhr, hat er bemcr- lcn müssen, dass die nationalsozialistischen Organisationen fortsahren, sehr aktiv und gefährlich zu sein. Er hat auch, eS sind erst utigcfähr zehn Tage her, eine ganze Serie sportlicher Veranstaltungen, deren sich die jungen Nazis bemächtigt hatten, einschränkcn müssen. Er hat ihre Vereine untersagt. Er hat ihre Ausschreitungen verurteilt, er' hat Massnahmen verkündet,' um die Neubildung dieser Organisationen zu verhindern. Die Polizei ist auf der Hut. Sie sucht energisch die Anstifter, sie verfolgt die Rädelsführer. Sie droht, sie versucht sie einzuschüchtern. Verlorene Liebesmüh I Herr Schuschnigg kann mit der Agitation der Hitlcrleute nicht fertig werden. Wenn er da» Gegenteil glaubt, wenn er hofft, die Agenten des Dritten Reiches mattzusctzen, täuscht er sich gewaltig. An Oesterreich wie anderswo kann man nicht den Faschismus und den Hiflerismur ohne bi« werktätige Hilfe der Arbeiterklasse und ihrer poli» tischen KUdec bekämpf»«.»u... ES Ist noch weniger möglich, dem Faschismus die Stirne zu bieten, wenn man zu gleicher Zeit die Arbeiter verfolgt. An dem Tage, an dem über Veranlassung Mussolinis und des Vatikans der Kanzler Dollfuss die oppositionelle Armee der Sozialdemokratie provoziert und den Aufstand des Schubbundes im Blute ertränkt hat, an dem Tage hat er den Weg für den HitleriSmus frei gemacht. Aber dieser hat noch nicht endgültig triumphiert. Die Nazis haben sich noch nicht aller Kommandohöhen bemächtigt.Das verdanken wir freilich nicht der Tat deS Jesuiten Dollfuss. Er bat sein Verbrechen und seinen unheilvollen politischen Arrtum mit dem Leben bezahlt. Aber dieses unfreiwillige Opfer hat nichts genützt. An Wirllichkeit sind eS weder Dollfuss noch sein Nachfolger Schuschnigg, welche bis heute die Unabhängigkeit Oesterreichs gerettet haben. ES war die internationale Lage,, welche Hitler-ungünstig gewesen ist. Wird sie eS aber immer fein? Wird sie sich nicht zu seinen Gmisten ändern? Werden sich die Gegensätze zwischen dem Duce und dem Führer nicht vermindern und nicht einer Zusammenarbeit Platz machen, oder wenigstens nicht einer Parallelaktion-der beiden-Faschismen in Oesterreich? Es ist nicht verwunderlich, dass die Hitlergefahr von Tag zu Tag bedrohlicher wird.,. Aber während die Nazi-Agenten bis in die letzten Tage nur formal verfolgt wurden, behielt sich die Polizei ihre ganze Strenge den kämpfenden Sozialisten gegenüber vor. Sie verfolgt sie unbarmherzig, sic versucht mit allen Mitteln, die gezwungenermast m geheimen Organisationen der Arbeiter zu vernichten/ Sie scheut sich nicht, die Arbeiter,, die Angestellte», die Antcllektüellc», welche das„Verbrechen"- begangen haben, die „Arbeiter-Zoitung" zu lesen, für ein, zwei und selbst fünf Aahre in die Gefängnisse und Konzentrationslager einzusperren. So fährt die-katholische Diktatur de» Kanzlers Schuschnigg fort, ihre Blutgier gegen die einzige Kraft zu richten, welche entschieden antihit» leristisch,. weil demokratisch und sozialistisch, gesinnt ift die einzige K ist, welche fähig! ist, dem germanischen SitlerismuS erfolgreich zu widerstehen.- ES hat sich"ein Zustand herauSgebildet, den man in Wien d>'rch.fnlgendeu AuSwi och bezeichnet:-„An Oesterreich bestehen zwei Parte^n. die einander-bekämpfen: die Regierung Und das Volk.* -Die Situation wird, noch deswegen erschwert, V3*.' ueutjyujiw vw 1,)L-ie>SllUllHVN IUI10 II Ulli kCsN-ivrrr, Cartagena zu schieben. Bon-dort aus würden an- weil- das'Lsterteichische Volk, bedrängt durch-die üMich iustteö der Vorspiegelung: dass es- sich um Klerikalen eine gewiss«'"'enUgtuustsi darüber emp« Frattco-Flugzeuge Handl«, Angriffe auf neutrale findet dass In Denischiand Hitler die Kirche be- Schifse, uftd auf- Gibraltars!) unternommen-'. kämpssi Man'übersieht leicht die Gefahr, welche Äerstjk>Md. ÄnA DAs^je^siebttt-Monate, Ä. London. Rach den Informationen dcS »Evening Standard"-dürfte in der nächsten Zeit rund 400 Personen ihre Aufenthaltsbewilligung für Großbritannien entzogen werden. Seit Ende der ParlamentSsession hat das britische Jnnen» ntinistrrium umfangreiche Informationen, insbesondere über die unerwünschte Propaganda-Tat i'g'k ei t von i n En gland l eb e n d en Ra t i o n a ls»»i a li» st e n erhalten, deren Aufgabe vorliegend darin bestehen soll, die hier'befindlichen Deutschen zu überwachest Und Berlin über ihre politische Haltung und ihr Tun zu inforinieren. Die-in England lebenden dentscheii SläntSäugchärigtn werden Insgesamt auf 20.000 Personen geschätzt. Der Kries unvermeidlich? Ole japanischen Generale suchen immer neuen ZUndstoff Gnade für Lies ei Herrmann I Die„Union für Recht und Freiheit" sandte an Hitler folgendes- Schreiben: Prag, den 10. August 1837."'- Herrn Reichskanzler de» Deutschen Reiche», Obersalzbcrg bei Berchtesgaden. Am 12. Juli fällte da»' Stuttgarter Volksgericht de» Todesurteil gegen die Arbeiter Josef Steidle, Arthur Göritz und Lowatsch und gegen die ehemalige Studentin Liese! Herrmann, Mutter eine» dreijährigen Kinde». Wie jetzt bekannt wird, sind die vier Lerprteilten vor wenigen Tagt» in das Aefängni» nach Plötzensee übergeführt worden. Au» dieser Üeterfühnmg ergibt sich,-daß der Vollzug d e r T» d e»« r t«i l e bevor steht. Demgegenüber schildert der Sprecher der j a p a» n i s ch e n A d. m i r a l i t ä t den Zwischenfall folgendermassen: Oberleutnant O h a m a habe nach seiner Ankunft in Schanghai die n o r m a l e R u n d f a h r t(?) in der Nähe der japanischen Baumwollspinnereien I» Westschanghai machen wollen. DaS Auto lenkte der japanische Matrose Saito. Mei dieser Rundfahrt seien beide von chinesischer Hplizei.tzberfMeirworden.--_ l Neber die Beilegung des Zwischenfalls würde» in S ch a n g h a i Berhandlungen zwischen der. Bürgermeister und den japanischen Behörden geführt, die angeblich bestrebt'sind, den Konflikt auf normalem diplomatischem Wege zu erledigen. - Rach Meldungen aus Tokio scheinen jedoch weitere„S t-r a f m a tz n a h m e n" bevorzustehen. China hat die Forderung nach gemeinsamer Untersuchung unter Heranziehung der japanischen Marine- und der Konsulatsbehörden angenommen. Sinne brqntwortet, daß 32 Mitglieder der Schiffs, tesntznn« Wegen ihrer'„roten Shmpathien" be- kanntseien„ Eiste Austlärung der Gründe, derentwegen daS'Schiff beschlagnahmtwurde, hatten die Franco-Behörden a b g«l e h n t. * Francos neuestes Märchen Privaten Meldungen zufolge hat General Hranco ferster' den britischen Protest betreffend die Pömbardierustg'des Schiffes„B r'i t't's h Civ-'p- oAi a l"' mit' der-Behauptung-. abgetan, datzan dem.' fraglichen Tage seine' Luftmacht 'überhaupt«keine Flüge unternommen habe. Er -sucht Vie Schuld auf^di«„unter-russischer Kon- troll«-stehende" Flügbäsis der Regierung bei Tokio, Kriegöminister Sugiqama erklärt« nach der Sondersitzung des Reichstages, daß die '' JUimilll. gegenwärtige Lage»d i e f chlimmsteWen» ihm feine ÄufenthaltStewillignng mit 1-1 tägiger düng" nehme. Da China durch'den Bormarsch Frist entzogen würde, hat. in London ein« seiner Truppen seine vertraglichen Berpslichtun- kleine Sensation erregt, obzwar seit' gen verletzt habe, sei Japans Geduld zu Ende, längerer Zeit bekannt war, daß Ebbut im Drit ten Reich als««beeinflußbarer Kritiker sich geringer Beliebtheit erfreut. Wie verlautet,.werden di«„Times" den Korrespondenten n i ch t selbst abberufen, sondern es auf die Ausweisung ankomnien lassen. De» drei deutschen Journalisten, die England verlassen müssen, wird allgemein in der Press« vorgeworfen, daß sic d e u t sch e E m i g r an- ten bespitzelten und beunru higten. Der Zwischenfall von Hunglao Neue„Strafexpedition“ In Sicht? Schanghai. Ueber die möglichen Kon sequenzen des bereits gemeldeten Zwischenfalles auf dem hiesigen Flugplatz, wobei ein japani scher Morineoffizicr und sein Begleiter von chi nesischer Polizei getötet wurden, sind einander ganz widersprechend« Meldungen im-Umlauf.' Die. ziemlich glaubwürdige chinesische Darstel lung des Zwischen falls ist folg-nvc: Zwei btwnfinew, Japaner ist Marineimiformen versuchten, mit Ge walt'auf den Flugplatz in Hungjao zu gelangen. Sie wurden von chinesischen Wachen angehalten, auf welche sie dar Feuer eröffneten. Die chinesischen Wachen erwiderten da» Feuer nicht und die Japa ner esttfernten sich. Unterwegs trafen sie aber auf chinesische Milizionäre, welche die Schüsse gehört hatten. Die Japaner schossen auf sie und töteten einen Milizionär.-Die chinesischen Sol daten erschossen dann einen Japaner und verletzten den anderen tödlich. Anwachsen der deutschen Waffenlieferungen an Franco London. Nach den Mcldungen eines. Sonderberichterstatters des„Daily Herald"' aus Hamburg soll der' Kriegsmaterialhandel Deutschlands nach Rebellen-Spanien im Laufe der letzten Woche beträchtlich angewachsen sein. Einige der-wichtigsten Docks, besonders aber der Park-Hafen, sind' ausschliesslich- für die Ladim- gen nach Spanien bestimmt. Der Park-Hafen trägt,' sogar den' Spitznamen„F r anco'« Qua i". Bis Anfang Juni wurden die Ladungen nachts vollzogen, ustd zwar von auSgewähl» ten SS-Leuten., Aber,mit der wachsenden Wichtigkeit des Handels wurden bald, alle Rücksichten fallen, gelassen. Die Ladung«« werden jetzt bei hcllichtem Tag borgenostunen Md von gewöhn» lichen Dockarbeitern ausgeführt, die bet' der Auf» '.nähme zum Schweigen.verpflichtet werden,, Das Material, das stach Spanien gesendet 'wird, besteht hauptsächlich aus chemischen E r>z eistig-n j-s/st.e n--d« r- I.- G.-FäÄen- Jndststrie und,«in Dynamit der^Firma Dynamit A.-G, in Treisdorf. Gewiss« Ladungen Werbin als Sendungen nach Shanghai bezeichnet. Der Berichterstatter fügt seiner Meldung hinzu, dass das nach,.Spgst!en verführte Material von keiner deutschiin Waffenfirma, sondern direkt aus den- Arsenalen der deutschen Reichs» wehristamme. i-i- Vie„Times" fügen sich nicht Sie lassen es auf die Ausweisung Ebbuts ankommen Die Nachricht von dem deutschen Ersuchen! an die britische Regierung, dahin zu wirken, daß die„T i m e s" ihren Korrespondenten Norman Ebbut aus Berlin abbernfen» widrigenfalls England stellt Franco Freilassung dreier britischer Dampfer gefordert ■. Wien, wwaß,veranrworreren irry vor oem w-*** . Wiener Gericht eini« Köchnunisten,.die illegale nahmt wurde. Das Schiff hatte einerr irischen Des . Militärische' Spodwrgäyisationen.gegründet. ustd abachter des intetnat. Kontrollausschusses- ALszte ^militärische, Hebungen im Wiener, Walde tzeran», und vier Krankenpfl-germnen. an Bürd und sollte . ftaltet hatten. Der.Hauptangeklagte Karl Saxin-'h,ch t l i nge au s S p a ni«'n' be« - Ev-erhielt,acht Monate, Abraham Slstbnh, Franz förderst. Wernik und Ansta FuchS je sieben Monate. A.. Di«. Behörden derspanifchenAufständlschen - Zijla und Otto Pampichler je 5 Monate schweren hatten yin vergststgenrn Freitag die erste in dieser' Kerkers.- Angelegenheit überreichte britische Noje in dem «tite 2 Mittwoch, 11. August 193? Skr. 18? Opposition und Ablenkungsmanöver Brief eines höheren deutschen Beamten so entsteht, wenn sich die Arbeiter sagen: Aller, War nnS Hitler wegnehmen könnte, hat uns die Diktatur der österreichischen Jesuiten bereits ge» nonimc»; alles, iuas uns Hitler rauben könnte, hat uns die klerikale Diktatur bereits geraubt; allen Verfolgungen, denen wir durch Hitler hätten ausgesetzt werden können, hat uns der Mann des Vatikans, der Kanzler Schuschnigg, bereits ausgesetzt. Wir werden nichts verlieren, wenn wir die Herrschaft des Italienisch-österreichischen mit der des deutschen Faschismus vertauschen. Wenigstens wird uns Hitler rächen, indem er die Klerikalen auf die Knie zwingt. Und den Vatikan auch/ So kann man den Geisteszustand, der in Oesterreich zu herrschen beginnt, znsanimenfasscn. Der Kanzler Schuschnigg sollte das bedenken. Die Basler„NaiIonal- Zeitung" schreibt über di« Lage an den spanischen Fronten: In den letzten Tagen nun aber hat sich das st io teg> sche Bild au» zwei Gründen vollständig gewandelt. Di« Aufständischen haben eine Offensive an der strategisch gefährlichsten Stelle begonnen, bei T c r ii c l, wo sie, zwilchen Madrid und Valeneia stehend, sowohl die einzige Verbindungsstraße der beiden Städte angreifend erreichen können, als auch durch einen strategischen Vormarsch auf Valencia eine kriegSentschendende Bewegung zu machen in der Lage sind. Hier ging eS ihnen aber bisher Ühnlich wie Miaja westlich von Madrid. Ihr erster Angriff war erfolgreich. Sie eroberten das Bcrgland von Muela de San Juan und drangen von hier bedrohlich in die Nähe von Cuenca vor, lvährend sie rein südwärts bis auf 100 Kilometer an Valencia gelangten. Aber dann erreichten die von Miaja eiligst gesandten Reserven die Gesechtsfclder, und c» scheint heute auch diese Offensive aufgefangen zu sein. Sie hat keine weiteren Aussichten mehr, seitdem in den letzten Tagen die große katalanische Armee— ein Organisationswerk des von Miaja nach Barcelona entsandten GeneralSPozaS— in Aktion getreten ist. ES hat nach schweren innerpolitischen Auseinandersetzungen in Katalonien«Mich der naheliegende Gedanke sich durchgesetzt, daß ein teilnahmsloses Zusehen, wie die RegierungStruppen von Valeubia schließlich unterliegen, auch die Existenz Kataloniens in Frage stellt, und daß die alte katalanische Eifersucht auf alles Spanische in so kritischer Lage das Dümmste ist, dem sich die Katalanen hingeben können. Rach den eingegangenen Meldungen soll eine katalanische Arme« von drei großen Armeekorps gebildet sein, die etwa 200.000 Mann um ihr.tägliche» Leben zu fristen. Keiner hatte sich Mühe gegeben, in ihr Interessen zu wecken, und sie beherrschte lediglich die Skala des ihr gebotenen Eros und die damit/verbundenen Beichten. Wer was ihr jemand nacht» zsiflüfterte, war qm Tage vergessen. Und weist sie für eistige kurze Stunden gut war, der hatte keine Lust, es weiter auszudehnen. lieber Glaser» Frau wundert« sich Mirza, gar nicht. Es war ihr bekannt, daß viele, gerade der besten Männer von wesensfremden und unbedeutend« Frauen beherrscht wurden, und daß die Bequemlichkeit und da» Bedürfnis, kein Aufsehen zu erregen, selten bet Ehepaaren Veränderungen herbeiführten. Um Ruhe zu haben, willigten die Männer in"tausend kleine Wünsch« und lächerliche Opfer«in,.-- ging« in» Theater und Kino, kauften ihren Frauen Pelze, wie Kindern«in Spielzeug. Vielleicht waren diese Frauen ftüher als Mädchen ganz liebreizend und qnspruchslos, aber-die Gewohnheit der gesicherten Position, auch bje mangelnde Macht der. Männer, st« zu erziehen, sie heranzubilden, hätten da» aus ihnen gemacht,- Mirza konstatierte da» ganz nüchtern; vielleicht wäre sie ebenso geworden, wenn fie die Gelegenheit gehabt hätte, gut bürgerlich zst heiraten. Aber e» kam halt ander» und sie teilte da» Los mit Million« von hübschen und gut gewachsenen Mädchen. Sie hatte aber au-früherer Kindheit ein Quantum Ordnungssinn und Sauberkeit mit übernommen, dementsprechend sie auch ihren Beruf ohne Exzesse, beinahe«hig und pünktlich gestaltete. Da» Schmerzlichste dieses Spazierganges im Morgendämme« war die Erkenntnis, daß all diese» Schöne, Süße und. geistig ebenbürtige vor wenigen Stunden nun für immer entschwunden und sie«S nie wieder finden würde. Mer keine Sekunde wäre ihr der unwirkliche Gedanke gekommen, deshalb ihren Verdienst aufzugeben. Das Erlebnis mit Glaser war wo anders verankert. Es schien eine Insel! auf uferlosem Meer. Und Mirza rannen wie« der die Tränen au» den gut getönten Augen, da sie trotz ihre» Schmerze» di« gewohnheitsmäßige Pflege nicht vergaß. Esther dachte sonderbarerweise überhaupt nicht an Bert. Auch keine Reue spürte sie. Nur so ein junge», zarte» und kindliche» Geschöpf konyte sich so restlos, so absolut abkehren. E» stand bei ihr fest, daß das Kind lebte, wenn Bert zum täglichen Leben.mehr beigetragen hätte und keinerlei Logik hätte ihr beweisen könsten, daß das Kind, an und für sich nicht lebensfähig geboren war.- Eigensinnig, wie sie war/stand da» Gegenteil. fest, und immer wieder durchlebte sie die entsetzliche Entdeckung und preßte das Kind an sich, als wenn sie eS wärmen könnt«. Die Vergangenheit war ein herüntergebrannte» Hau»« welches sie al» Trümmerhaufen verlass« hatte. In Ihr bohrte nur- ein'. Gedanke,' ein' Gefühl» „heim!'' -^Fortsetzung.folgt) Rr. 187 Mittwoch, 11. August 1937 «Seite 8 tfudetendeutscfter Zcitspiegel HESS 1- 111"= E S 11 I= SS: S 10 SS 248 eine dauernde Herabsetzung des Zuckerprei« seS eintreten. Wo ist ater die SdP geblieben, alt es sich darum handelte, ein so wichtige- Bownah- rungSmittel zu verbilligen? Wenn sie wirklich das BoR in seinen Lebensinter- essen vertreten wollte, hätte sie mit aller Leiden» schäft an dem Kampf, den die sozialistischen Parteien gegen den hohen Zuckerpreis entfesselt haben, tetlnehmen müssen. Sie hat es nicht getan und sie kann es nicht tun- Denn diejenigen im tschechischen Lager, die sie am meisten unter« stützen, das ist der rechte Flügel der Agrarier, sind eS, welche aus dem hohen Zuckerpreis den meisten Nutzen'ziehen. Es ist bekannt, dass ein großer Teil der mährischen Zuckerindustrie im Machtbereich des Herrn Stoupal liegt, welcher bekanntlich ein guter Freund der SdP ist und mit den führenden Menschen der Heinleinbewegung in enger Fühlung steht, bzw. schon oft Besuche der Führer der SdP empfangen hat. Da die Sudetendeutsche Partei sich mit aller Gewalt an die Rockschöße der Herrn Stoupal anhängt, kann sie nicht gegen den hohen Zuckerpreis kämpfen und schaut ruhig zu, wie die Zuckerbarone das Volk auswuchern. Der Kampf gegen den hohen ZuckerprviS ist ein schwieriger, aber die Sozialdemokraten werden darin nicht erlahmen. Sie werden weiter fortfahren, für eine Verbilligung dieses wichtigen Nahrungsmittels tätig zu sein. Freilich werden sie dabei die Unterstützung der SdP nicht finden. Die SdP-Blätter werden weiter vorgeben, eindeutig sozial zu sein, in Wirklichkeit aber werden sie keinen Muckser gegen die Zuckerbarone tun, weil eS ihre Freunde von der tschechischen Rechten nicht wollcn. Sie sind die Sklaven der tschechischen R e ch t s k a p I t a l i st e n, als die wir sie vor der sudetendeutschen Oefsentlichkeit anprangern.. Im Einvernehmen aller KoMtionSparteien wird in der nächsten Zeit eine großzügige Belieferung von Zucker an Minderbemittelte und Arbeitslose erfolgen, wobei der Zucker zu dem niedrigen Preise von zwei Kronen Pro Kilogramm Abgegeben wird. Diese Aktion hat de» Zweck, daß Personen, die in schlechten sozialen Verhältnissen leben, wenigstens einmal die Möglichkeit erhalten, sich billigen Zucker zu versorgen. Die Aktion wird unter der Aussicht dcS Ministeriums für Soziale Fürsorge durchgeführt, wobei für die Arbeiterschaft die Verteilung durch die Konsumgenosson- jchaften erfolgt. Mit dein Zucker sollen Arbeitslose beteilt werden, die in die ErnährungSaktion einbezogen sind, also kein anderes Einkommen haben alS , die ErnährungSkarte, ferner bedürftige Arbeitslose, welche die Arbeitslosenunterstützung nach dem Genter System beziehen, und schließlich auch andere sozial bedürftige Persoiien. Bei der Zusammenstellung der Verzeichnisse der Personen, die mit dem Zucker zu beteilen find, werden. Mitglieder der Bezirks- und Gemeinde« Sozialkommissionen mitwirken. ' Diese eminent soziale Mion, den bedürftigen Schichten wenigstens einmal billigen Zucker zu verschaffen, wird nun von den Blättern der Sudetendeutschen Partei, denen diese Tat der soziaben Fürsorge ein Greuel ist nur deswegen, weil sie von den demokratischen Parteien der Koalition auSgeht, zu einer Hetze benützt, welche unwirksam bleiben wird, aber doch auf den Charakter der SdP ein Helles Licht wirft. Es wird da nämlich behmiptet, zuerst in der„Rundschau" und dann in der„Zeit", daß der billige Zucker angeblich nur„für Parteibuchbesitzer der Koalifion" auS- gegeben werde, daß also jeder, der den billigen Zucker haben will, seine hcnleinistische Gesinnung abschwören müsse, damit er von dieser sozialen Aktion etwas Hibben könne. Wie,schonaus,der ganzen Organisattondie- ser Aktion hcrvorgeht, wird Nicht im geringsten daran gedacht, den Bezieher deS billigen Zuckers etwa nach feiner politischen Gesinnung zu fragen. Gerade die deutsche sozialdemokratische Partei wird in ihrem Bereich sozial Bedürftige bedenken, und bei der Verteilung wird eben der Maßstab der Bedürftigkeit, aber nicht der Gesinnung deS Arbeitslosen oder des Minderbemittelten angelegt werden. Die Aktion wird durchgeführt werden/ mag die „Rundschau" und die„Zeit" noch so sehr schreien. Ihr Gekläff wird unwirksam bleiben. Die Bevölkerung wird vielmehr sehen, daß die Koalitionsparteien bestrebt sind, den sozial bedürftigen Menschen ein so wichtiges Nahrungsmittel zu einem Preis zur Verteilung zu bringen, der erträglich ist. Die sozialistischen Parteien setzen sich schon seit langem für eine Herabsetzung deS Zuckerpreises ein und eS war der EmährungSauSschuß, der unter dem Vorsitz deS deutschen Sozialdemokraten Falsch alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, um eine Herabsetzung des Zuckerpreises zu erzielen/ Diese Aktion ist noch nicht abgeschlossen und die sozialdemokratische Partei wird, weiter für 44 ISS 1740 2482 4672 Leute zusammen. Der„VolkSwille" stellt fest, daß dies gegenüber dem 1. Mai dieses Jahres ein M i n u S ben 2000 Teilnehmern ist. Insgesamt sind von den 28.000 SdP-Mählem deS Bezirkes Fcklftnau höchstens 6000 Personen zum Fest erschienen,,eingerechnet den Zuzug au» anderen Bezirken..- Vorbereitungen getroffen worden. Mer die „Empfängsordner" hatten wenig Arbeit, weil die Teilnehmer nur in kleinen Gruppen von drei bis fünf Personen nach Klostergrab kamen. Im Umzuge marschierten 140 Dreierreihen Frauen und 184 Dreierreihen Männer, die 18 Fahnen trugen. Bei der Bezirkswahl am 10. Mai 1986 erhielt die SdP noch 12.000 Stimmen, in der Stadt Klostergrab selbst im Mai 1938 1889 Stimmen. So war diese Veranstaltung in Klostergrab eine klägliche Sache, denn selbst die wenigen Teilnehmer stammten nicht alle aus dem Bezirksgebiet, sondern waren zum Teil bis aus dem Teplitzer Gebiet gekommen. Partelfeier In Tachau Am Sonntag wurde- in Tachau das vierzigjährige Bestehen der deutschen sozialdemokratischen Ortsorganisation gefeiert. Einen besonderen Charakter bekam die Feier durch den Umstand, daß sie in dem eben geschaffenen Arbeiterheim stattfinden konnte, das mit dieser Feier zugleich eröffnet wurde. Mit der Feier war eine Ehrung der Alten verbunden; die starke Teilnahme der Jugend an dieser Veranstaltung fiel besonders auf. >> Nach dem Vortrag eines GesangSchoreS würdigte Parteisekretär M ü l I e r die in den vierzig Jahren geleistete Arbeit und vor allem da» Wirken der Alten. Er nannte besonders Karl Fleischmann, Michel Schmidt, Michel Lanzendörfer, Johann Uebelacker, Karl G r ü n h u t, RaimuNd Czerny, Josef Sametschek, Georg John er, M. Härtel, Georg Schmidt und Wenzel Keim. Diesen-tapferen Männern wurden in der Feier Motze Ehrungen zuteil, Den alten, blinden Karl Fleischmann, der cm der Veranstaltung nicht teil« nehmen konnte, besuchte dann eine Abordnung in seiner Wohnung.— Die Festrede hielt Hans Dill, der.den Jubilaren den,Dank der Kreis- orgajtisation überbrächte. Die schlichte/Feier wird den, Teilnehmern noch lange in Erinnerung Wir haben vor einiger Zeit die aufsehenerregende Schrift„ckosioü dos" ausführlich besprochen, in der das imiere Getriebe der SdP beleuchtet wird und deren finanzielle Beziehungen zum Dritten Reich enthüllt werden. Die SdP, insbesondere aber deren Hauptorgan, die„Zeit", hat auf diese Schrift mit wütenden Beschimpfungen geantwortet und u. a. behauptet, ihre Verfasser seien„marxistisch-jüdische Emigranten". In Wirklichkeit handelt es sich bei den Verfassern der Schrift„Jejlch boj" um Tschechoslowaken. Die„Zett" wurde von einem der Verfasser, und zwar von Josef Fischer, aufgefordert, eine Berichtigung ihrer lügenhaften Darstellung zu bringen. Die„Zeit" lehnte die Aufnahme dieser Berichtigung ab. Daraufhin wurde die Berichtt- gungsklage überreicht und das Gericht verurteilte die„Zeit" zur Veröffentlichung der Berichtigung und zur Tragung der Kosten. Die Berichtigung, die in der„Zett" vom 10. August erschien, hat folgenden Wortlaut: -• Presseberichtigung.., Der Inhalt der in der Zeitschrift„Die Zeit"« vom SS. Mai 1987, Folge ISO, Jahrgang 8, Seite 8, unter der Ueberschrift„18.000 bei der SdP-Kundgebung in Gablonz" und dem Zwischen, tttel„Mit Lüge und Fälschung gegen die SdP" veröffentlichten Nachricht ist folgendermaßen rich- ttgzustellen: Es ist nicht wahr, daß in den letzten Tagen eine Broschüre de» marxisttsch-emigrantischen Dreierkonsorttums Fischer-Paca-Perth erschienen, ist. Wahr ist vielmehr, daß alle drei Verfasser der erwähnten Broschüre tschechoslowakische Staatsbürger sind und daß keiner von ihnen Emigrant ist. ES ist nicht wahr, daß diese Broschüre Ver- naderungen und Verdächtigungen gegen da» völkische Sudeten d eu t schtum enthält; wahr ist vielmehr, daß die Broschüre mir die Sudeten d eutsch e P artet betrifft. ES ist nicht wahr, daß man der politischen Tätigkeit der SdP Katastrophenabsichten unterschieben will und daß man der StP die Urheberschaft erfundener Mstchten und Gefahren unterschiebt; wahr ist viel, mehr, daß der SdP nicht» unterschoben wird. ES ist nicht wahr, daßzur Unterstützung und Rechtferttgung erfundener Absichten und Gefahren Briefe und Geldbescheinigungen gefälscht werben; wahr ist viel mehr, daß nichts gefälscht worden ist. Um Berlchtigimg ersucht Josef Fischer, Mitverfasser der Schrift„Ihr Kampf"(Jejlch boj). Die„Zeit" ist also genötigt, einzugestehen, daß' ihre Behauptung,„Jejich boj" sei von „marxistischen Emigranten" geschrieben worden, eine Lüge war. Außerdem verweist die Be- richtigung ausdrücklich darauf, daß in ver.B.rpschürp nicht Kätasirophenähsichten')! n t e r- schoben werden, sondern— man lese die Berichtigung genau—, daß die SdP Katastrophenabsichten hat. Das wird ja in der Schrift auch bewiesen. Schließlich wird auch die Behauptung der„Zeit", die in der Schrift„Jajloh boj" veröffentlichten Belege über die Geldgeschäfte der SdP seien gefälscht, ausdrücklich zuriickgewiesen. So ist die„Zeit" also tüchtig hineingefallen und mit ihr die SdP. Es splittert ab bei den Totalitären ' Der„Karlsbader Bolkswille" berichtet, daß die SdP mit ihrem Falkenauer großen Bezirk stressen, das in Wahrheit eine Kreisvevaustaltung des ganzen. Egerländer war und sowohl den vorjährigen Arbeitertag in den Schatten stellen als auch das im Vorjahr verbotene Kreisfest der SdP nachholen sollte, ein Fiasko erlitten hat. Ein^ gewalttger Wevbeapparat war in Tätigkeit gesetzt worden. Bei herrlichstem Wetter fand da» Fest statt. Der Festzug wies folgende Zusammensetzung.auf: Mann zu Pferd Motorradfahrer Pfeifer und Trommler Art„SA"-Männer in Uniform mit Fahnen und Stiefeln Funktionäre(Führer, Unterführer) Ordner mit Arnchlnden Frauen Männer Zucker für Arbeitslose und Minderbemittelte GroBzIlglge Zuckerversorgung zum Preise von 2 Kü pro Kilogramm Unter Mitwirkung des Ministeriums fOr soziale FUrsorge und der Bezirks- und Gemelnde*Sozlalkommlsslonen Achtet auf den SdP-Terror und die Spitzel! Wir leseü im„Trautenauer Echo" den folgenden Appell, der wohl alle Sozialdemokraten angeht;-... Trotz der Drohung, die der Ortsleiter der Sudetendeutschen Partei, von Trauten«! im »Trautenauer Tagblatt", veröffentlichte; die Leute- von der. Sozialdemokratie mit der„vollendeten Handschrift", die man in der SdP„vollkommen beherrsche", zur Raison zu bringen,. machen wir darauf aufmerksam, daß in diesen Wochen von der SdP Trautenau Verzeichnisse änge» l egt werden, die die Details übtr ÄrbeitS- und AnstellunasverhÄtnisse der Funktionäre'der Sozialdemokratie festhalten. Diese Registrierung geschieht offenbar zu dem Zweck,' gegen die Sozialdemokrajen durch-Entzug der Awettsplatzes hin- ' zuarbeiten, um so die Sozialdemokraten äuszu- hungern und andererseits Mach der Machtergreifung" sofort,-gegen sie Vorgehen zu können. l Es^empfiehlt sich daher, in diesen Tagen besonders auf di'e Spitzel der SdP zu achtem und sie, wenn sie kommen, um ihr Material zu sammeln, so abzufertigen, wie er sich ge- HLri..'Nicht elnschüchterß und nicht verlocken lassen l Wir leb.en/Ndch, nicht M^ Dritten Reich und Terror wird hierzulande gesetzlich verfolgt, auch, wenn er sich, gegen Arbeiter richtet. Spitzel mÜs- sest-sofort^durch Meldung bei den zuständigen Karteistellen unschädlich gemacht werden! Seit Wochen trafen' die SdP-Leuie ihre Vorbereitungen für da» große Bezirkst r e f- f e tt, das Sonntag, den 8. August, in Klostergrab, veranstaltet wurde. Mit dem Versprechen, daß an dieser Veranstaltung der Führer seichst erscheinen, werde, glaubte man, Klostergrab zum Ziel aller Sudetendeutschen machen zu können. Mer so wies sich die Herren„Kameraden" v o r dem 8. August aufgeblasen hatten, so enttäuschte Gesichter konnte man.in Klostergrab am Sonntag nachmittag» beobachten.: Nicht nur,'baß- Henlein seine Getreueste im Stiche gelassen hat und auch der Herr ZippeliüS fdhlte;— es blieben auch die M-a s s e n au».-. Für zehn-bis zwanzigtausend Menschen waren die i bleiben. Krach In dar Komotauer „Volksgemeinschaft“ Vor einigen Wochen wurden Bezirks- und Ortsgruppenleitung der SdP in Komotau aüge- setzt. Diese Maßnahme war die Folge eine» Krachs, den man vergeblich immer wieder zu vertuschen suchte. Der Sohn des Komotauer Bürgermeisters, Gustav Herbrich, wurde zum kommissarischen Leiter deS Bezirke» bestellt, während man den früheren OrtSleiter Josef Richter abgesetzt rmd aus dec Partei ausgeschlossen hat. Seither sind noch andere Personen aus der SdP gegangen worden, so beispielsweise Herr Baumeister Löb und das BezirkSleitungSntitglied Haspel. Gut informierte Personen behaupten, daß auch der Bezirkssekretär R z i h a„gegangen werden" soll, weil man zu ihm kein rechtes Vertrauen hat. Montag abends, so erzählt man sich auf dem Komotauer Marktplatz, soll eS im EdP-Se- Iretariat zu Handgreiflichkeiten zwischen dem Bezirksleiter und seinem Sekretär gekommen sein. Im Verlaufe derselben hat e3 angeblich für den„Kommissär" zwei saftige Watschen geregnet. Inzwischen hat auch schon eine Sitzung der Opposition in einer Privatwohnung stattgesunden, an den zwölf Funktionäre teilgenommen haben. Doriselbst wurde ein KriegSplan entworfen, ivelche weitere Vorgangsweise gegen die„Majestätstreuen" eingeschlagen werden soll. Auch sonst gibt eS allerhand Konfliktsstoffe, so vor allem um die Kandidaturen zur kommenden Gemeindewahl. Jedenfalls iit die Situation ungemein verworren und man sieht die„Kameraden" sehr oft mit roten Köpfen beisammensihen. Die„Gemeinschaft" kracht in allen Fitgen. Dementierte Gerüchte Uber politische Konferenzen Dr. Hodias Prag. Einige Prager Blätter verzeichneten auS ausländischen Zeitungsquellen verschiedene Kombinationen über den Urlaubsaufenthalt des Vorsitzenden der Regierung. DaS Tschechoslowakische Pressebüro ist zu der Erklärung ermächttgt, daß alle Kombinationen Wer politische Zusammenkünfte Dr. HodjaS mit ausländischen Staatsmännern während seines Aufenthaltes im Auslande nichts anderes sind als eben bloßeKom- b.'i'n ä t i o n e st.— Tagung der Arbeitsvermittlungsanstalten Am Sonntag, den 8. August 1987, wurde in. Reichen berg eine Versammlung der Leiter der Bezirksanstalten für allgemeine, unentgeltliche Arbeits- und Dienstvermittlung veranstaltet, vor welcher eine Besprechung der Leiter der ArbeitSvermittlungSanstalten des nordböhmischen Bereiches bereits am Samstag nachmittags stattgefunden hat. An der Versammlung haben 63 Vertreter der ArbeitSvermittlungSan- stalten teilgenommen. Allgemein wurde auf die schwere verantwortliche Arbeit der Angestellten der öffentlichen Arbeitsvermittlungsanstalten hingewiesen, die auch durch die Regelung der Arbeitsvermittlung auf Grund der Regierungsverordnung. Nr. 217 vom 9. Juli 1986 nicht bedeutend erleichtert wurde. Eben diese Verordnung brachte für die öffentlichen ArbeitSvermitt- sungSanstalten viele neue Aufgaben mit sich, wodurch die Agenda dieser Anstalten ziemlich gestiegen ist. Die mit der vorerwähnten Regierungsverordnung eingeführte Pslichtmeldung aller Arbeits, und Dienststellen brachte bis jetzt pur zum Teil die gewünschte Zentralisierung des Arbeitsmarktes und die Erleichterung der Arbeit der Anstalten mit sich. Ihre Bedeutung für eine bessere Uebersicht des Arbeitsmarktes und für eine bessere Statistik der Arbeitslosigkeit, die besonders für die linterstiitzungsaktionen einen ziemlichen Wert hat, kann jedoch keinesfalls Unterschätzt werden. ES wurde auch auf die Notwendigkeit einer weiteren Aufklärungsarbeit, d. i. der Hinweise auf die Bedeutung der Pflichtmeldung der Stellen, sowie der öffentlichen, allgemeinen, unentgeltlichen Stellenvermittlung überhaupt hingewiesen. Die tu Vorbereitung stehende Regelung der Berufsberatung wäre so zu lösen, damit jede weitere Zersplitterung der Arbeitsvermittlung, vermieden wäre; e» wird notwendig sein, für eine weitere bessere Zentralisierung der ArbeitSmarkteS zu arbeiten. Hin« gewiesen wurde auch auf die unbedingte Notwendigkeit einer einheitlichen Evidenz und Kontrolle der Arbeitslosen in allen öffentlichen Arbeitsver- miitlungSanstalten, sowie auf die Notwendigkeit der Vereinfachung und Beschleunigung der Kontrolle der Arbeitslosen unter Mitwirkung der Träger der Sozialversicherung. Dr. Benes» Straß« in Franzensüad. Dee Stadtrat von FranzenSbad beschloß, die zu»n Casö „Amerika" führende Promenade„Dr.-Eduard- Benetz-Straße" zu benennen. Seife 4 Mittwoch, 11. August 103? Nr. IW Der Friedhof von Brunetei nach dem Trommelfeuer 3fl#meiugfeeiten Was dem einen recht Ist... '■(mb) Dcr anierikanische Pfarrer L. M. Birkhcad hat de» deutsche» Botschafter in den Vereinigten Staaten, Herrn Dieckhoff, uni die Erteilung eines besonderen Visums gebeten, das ihm ermöglicht, aus unbestimmte Zeit»ach Deutschland zu reisen, um dort„unter deutschen Bürgern, die der freiheitlichen und demokratischen Lebensweise immer noch freundlich gegen- überstehe», Ortsgruppen der Freunde der Demokratie zu gründens. Birkhcad fühlt sich zu diesem Antrag berechtigt, da ja die„Freunde des Neuen Deutschland" in) Amerika die gleichen Rechte geniesten. Sie unter, halten.eine ganze Reihe voll Nazilagorn und -kolonicn, in denen nur deutsch gesprochen, der deutsche Chauvinismus verherrlicht wird, und in denen nur deutsche Nazis, nicht aber amerikanische Bürger Grundstücke erwerben können. In diesen Kolonien und Lagern wird gegen die Demokratie gewühlt und die RcgierungSform dcr Vereinigten Staaten verhöhnt. Birkhcad verlangt: '„In diese Genehmigung möchte ich das Recht eingcschlosson wissen, die Freunde der Demokratie. auf deutschen Wegen und Straßen mit dem Sternenbanner marschieren zu lassen. Fe» ner möchte ich in diese Genehmigung einge- schlossen wissen die Ausrufung von Losungen der Jessersonschcn Demokraten, aus der ameri- konischen Unabhängigkeitserklärung und aus unserer Verfassung. Dann sollte in meinem Visum ausdrücklich gesagt sein, hast die Freunde der De- mokratie getarnte Militärlager auf deutschem Boden errichten und offene Propaganda gegen den Nazismus betreib en dürfen". Wahrscheinlich hat' Herr Dieckhoff. keine Vollmacht, so weitgehende Genehmigungen zu er- teilen; aber sicher wird der Führer und Reichs- kanzler höchstpersönlich gerne bereit sein, Herrn Birkhcad die nötige Erlaubnis zu geben, nach dem Grundsatz:„Gleiches Recht für alle!" Raubmord Im Kralowitzer Geilet. Auf dem Waldwege zwischen Zebnice und Bladmikice bei Kralowitz wurde SamStag abends gegen 10 Uhr der 21jährige Handlungsgehilfe Josef Makik, als er. auf dem Rade nach Bladmikiee zu seinen Eltern fuhr, meuchlings«mordet..Makik,. der.in..der Zcbnicer Filiale de» Kaufmannes Bavkik aus Plash beschäftigt war, führte die Geschäftslosung in der Höhe von,800 bis 1000 Xä'mjt sich',.die ihm der Mörder raubte. Die Leiche MakikS wurde erst am Montag gefunden. Der Tater wurde noch nicht.gefaßt.-' Die Affäre dei Gcrichtsbeamten Mlädek, über die wir seinerzeit'schon berichtet haben, beschäftigt neuerdings die Presse. Wie bekannt, wurde Mlädek, der dem'Prager Exekntionsgcricht zugeteilt-war, unter dem Verdacht schwerer Verfehlungen in Dtsziplinaruntersuchung gezogen, lieber.das Ergebnis dieser Disziplinarverfahrens ist nichts Näheres bekannt, doch steht fest, daß die Akten der Staatsanwaltschaft abgetreten wurden, I die nunmehr die Voruntersuchung gegen Mlädek, der übrigens auch Funktionär der ,,Exekutive der öffentlichen Angestellten" war,«ingelcitet hat. Die Stkibrnh-Presse brächte die Nachricht, daß im Zusammenhang mit dieser Affäre gegen 23 Prager Advokaten dar Disziplinarverfahren eingelcitet worden sei, welche Behauptung allerdings bestrtt- ien wird. Tatsächlich waren'mit dieser Ange- Struensee Vor 200 Jähren wurde Johann Friedrich Struensee geboren, dcr Staatsmann, dessen Bemühungen um soziale Gerechtigkeit und die Vernunft. als Rcgierungsprinzip seiner Zeit weit voranseilten, aber an seiner Gewaltpolitik scheiterten. Er, war der Sohn eines hochangesehenen pietistischen Priesters in Halle an der Saale. Des Vaters Frömmigkeit und, die strenge Zucht im Elternhaus stiesten ihn ab und machten ihn zum begeisterten und tatenlustigen Jünger der französischen Freiheitsphilosophen. Er selbst war Schriftsteller, studiert« aber gleichzeitig Medizin, ein'Fach, in dem er es durch seine Tüchtigkeit zum Stadtphhsikus in Altona und im Jahre 1768 zum Leibarzt und ständigen Begleiter des erst'10jährigen dänischen Königs Christian VII. brachte. Zwei Jahre später wurde er deffen„Vorleser". Hatte er bisher schon starken Einfluß, auf den, schwächen und sodann geisteskranken König ausg'cübt, so schwang er sich nun zum fertigen Diktator Dänemarks auf. Der Staatsminister Härtvig.Ernst B e r» ft o r' f f wurde in Ungnade verabschiedet, und noch im selben Jahre schaffte Struensee die Zensur ab. Bolle Pressefreiheit wurden cingeführt, was den' alten Voltaire zu einem Preisgedicht. auf Christian VII. veranlaßte. Der neue Geheime Staatsminister/(diesen Titel legte sich der bisherige.„Vorleser" selbst zus'rbegann nun durch Verordnungen einen Umsturz: Das veralteteFinanzsystem wurde refor» »viert, die Berivaltung der Hauptstadt stark Ver legenheit bisher nur der Dlszlplinarsenat des Prager Obergerichtes und die zuständigen' Kontrollorgane des Justizdienstcs befaßt. Die Untersuchung ist im Zuge. Flucht aus der ZwangSarbeitSanstalt. Aus der ZwangSarheitSanstält in Ruzyni bei Prag, wo mehrfach' rückfällig« Abgesträfte nach Ber- büstung der urteilsmästigen Strafe angehalten werden, sind dieser Tage zwei schwere Jungen ausgöbrochen, nach, denen di« Gendarmerie nun eifrig forscht. Jn.letzter Zeit, ist es übrigens, mehrfach. voogekommen, daß Insassen dieser Anstalten das AuSbrechen gelang. In diesem' letzten Fall handelt«S sich um den 24jährigen Stanislav S r o u b c k aus Schlau und den 23jährigen Wilhelm E t a r h aus Prag. Die beiden hatten die Flucht offenbar von. länger Hand vorbereitet und. dann.ganz methodisch durchgesichrt- Vorher ließen sie auf nicht näher bekannte Art zwei Anzüge von Gefängnisbeamten mitgehen, die sie dann anzogen und in denen sie unangefochten ver- schwanden. ' Wölfe rauben einen Knaben. In einem Dorfe PolesienS wurde dieser Tage ein achtjähri- ger Junge beim Viehhütcn von einem Rüdel: Wölfe Ubersallcv und weggeschleppt... Obgleich dir Einwohnerschaft von ächt Dörfern sofort-die Suche, näch dem Jungen aufnahm, wurde bisher' keine Spur von ihm gefunden.. Der Vorfall ist um. so bemerkenswerter,' als fönst in dieser. Gegend' Wölfe in der' Sommerzeit'nicht vorkommen. ■ Bei den Luftmanövern über London stürzte Dienstag nachts ein Flugzeug ab. Die beiten Insassen kamen um» Lebe». Sie reisen am bequemsten... Ein Passagier-Großflugzeug der Eastern Airlines stürzte kurz nach Aufstieg in der. Nähe des Flugplatzes von Dähton(-Florida) in Sumpfdi'ckicht stL Die beiden Piloten und, ein Passagier kamen ÜmS Leben. Ein'anderer Passagier wurde schwer verletzt.'Die- übrigen'vier Passagiere kamen init leichten Verletzungen davon.' .. Mit.200.Passagieren gesunken.. Wie aus Caracas' gemeldet wird) ist im. Golf von. Maracaibo das Motorschiff„Anna. Cecilia" mit 200 Fahrgästen, an Bord gekentert u»d gesunken. Obgleich unmittelbar nach, dem Unglück, eine.große Zahl von) Küstenfahrzeugen zur Hilfeleistung ausliefen, konnten.nur wenige Personen geret» einfacht und ihre Polizei neuorgänisiert. Durch Errichtung eines Hof- und Stadtgerichtes und die Abschaffung der Tortur Ivährend der Verhöre gab-er der Justiz ein neues Gesicht, den Frondienst-der Bauern begrenzte er sehr erheblich und schuf gerade-für sie Verhältnisse, die-auf die völlige Abschaffung der Leibeigenschaft) zusteuec- tcn. Auch.in'das Unlver'sitätswcsen und die Beamtenschaft zog ei»' fortschrittlicher Geist' ein, die Kirche aber verlor an Macht, ihre Feiertage'wurden vermindert, die öffentliche Wohlfahrt ihr entzogen und bedeutend erweitert.-Aus dieser Re» sormärbcik ritz ihn plötzlich per von seinen, reaktionären Feinden lange vorbereitete Staatsstreich in der-Nacht- auf-den 17. Jänner 1-7-72) als der Hof eben einen Prunkball beendet hatte-und zur Ruhe gegangen war. Bewaffnete Offiziere drangen, in.--die Schlafgcmächer-ein und- setzten S tru e n s-e e,-dessen,Freund Enevold B r an d und die Königin Caroline Mathilde, die allgemein undmit Recht-als StruenseeS Geliebte, galt,- gesangen. . Des Köpigs Ehe wurde,durch Gerichtsurteil getrennt und Cärpline Mathilde landesverwiesen:. Sie, ging mit ihrer) Tochter Louisa Augusta, zweifellos einer Frucht des-.Verhältnisses-mit- dem, Geheimen iStaqtsmiyist«, nach Deutschland-und- starb im Mter-von nur 24- Jähren in-Celle'an der Aller, wo sie die Verehrung' der- Bevölkerung genossen hatte:-DasOchickM der besde». gestürzten Männer' polleydete sich-noch, rascher; als der schlvachsistliige König-bi« Dfonäte-nach- dem'Itzn» stürz ihre Freilassung anordnete, Ware», beide schon, drei- Wochen Porher)' qm 28. tzspril. 1772- — nach Absprcchung von Ehre, Leben- und Gut tet werden. Die Unglücksstelle wird weiter abgesucht, e8 besteht jedoch nut geringe Hoffnung, noch Ueberlebende aufzusinden. Bier Menschen vom Zuge ersaßt. Vier Personen, die.in dem Ort Weidenthal(Oberpfalz) ihren Urlaub verbrachten, wurden auf. einem Spaziergänge In. einer Unterführung von, einem in schneller Fahrt, befindlichen. Lastzug. erfaßt. Drei.von ihnen wurden, auf. der Stelle- getötet, der vierte.starb im Krankeyhause..... Herzschlag während der Narkose. Die- Gattin der Direktors-der Budapester' Internationalen- Messe, Dr. Georg'Anker, erschien Montag nachmittags, in Begleitung ihrer Diannes und-ihres-Bruders, einer Budapester Universttätsadjunkten, bei' einem Zahnarzt, um' sich-«inen schmerzenden Zahn-ziehen- zu lassen. Da die Frau sehr nervös-wär und-sich vor wen Schmerzen desEingrifst fürchtete,«suchte-sie, narkotisiert zu- werden.'M«' Narkose-besorgte ihr Bruder. Nachdem der Arzt den schmerzenden Zahn entfernt hatte, versuchte Man)die Frau-wieder.zum Bewußtsein zu bringen,' was jedoch nicht mehr gelang. Der.Polizeiarzt stellte-fest, daß die-Frau -einen Herzschlag erlitten hatte:.- ... 80.000 Rubel für den Mu, Moskau—FriSko. La» Zentralexekutivkomitee der.'Sowjetunion'«< Mß eine Verordnung,,-durch welche für tie,'Durchführung^dez ersten Nonslopflüges Moskau—Nordpol— Bereinigte Staaten, den Flicgun Tschkalow, Baidukow.und' Beljakow. der Rotbanner-Ordtn verliehen.und.jedem von ihnen eine.G e l'd p r ä- mie von. 80.000 Rubel znerkannt wird.,... Bärenjagd wegen eine» Flöh».' In der' bulgarischen Hauptstadt siyd zwei.englische Jnsektenfpr- scher eingetroffeu, die die weite. Reise, zurückgelegt haben, um'einen-^- Floh zu sängen:. Dieser Floh dürfte'allerdings zu den seltensten' Tieren der Welt gehören: er lebt ausschließlich.auf, dem Balkanbären, ,und da der Balkanbär auf dem Aussterbe-Etat-sieht, »ist ,es-auch'höchst«-Zeit) daß sein Floh Dir-die- Wissenschaft, gereitet Wirtz. Sein Fang ist besonders deshalb schwer, weil' er, wie übrigens' die' meisten Flöhe;- seinen Wirt: verläßt,'- sowie' dieser- gelotet ist. Man muß)ihn! alsoiaUf dem lebenden iBättn fangen-: Unter, diese». Umständen ist eS.erklärlich,', daß man bisher überhaupt-erst ein Exemplar erbeutet hat,. das sich tu■ der Rothschildschen Jnsekiensamm- lung befindet. Dke-beiden.Engländer:wollest,btt- suchen, im Balkangebirge- noch.-weitere Flöhe auf den Bären aufzutreiben. —. enthauptet worden. Die Hinrichtüng wär-besonders grausam.' Zuerst, zerbrach d«"Henker das gräfliche- Wappen'beider, dann würde"ihnen die rechte Hand abgeschnitteN, und schließlich fcmd die Köpfung,statt'.: Ihre Kötp« wurden gevierteilt und gerädert, die: äbgeyaUenen-Rechten aber wurden an einem hohen Mast zu SchäM' und Schande, Abschreckung und Mahnung'angebracht. Selbstverständlich' wurde die-gesamte' Neue Gesetzgebung abgeschäsft und die-„gottgewollten" überlieferten Einrichtungen- wieder ins! Leben zursickgerufen.- Ein« eigentliche Opposition"gegen die-Gefangennahme-und Hinrichtung StruenseeS machte-sich nicht bemerkbqri DaS'Volk war nicht reif,- seine, Reformen, zu begreifen und-der Geheim« Staatsminister-hatte Feinde geyugl'die sh'n>d'«S Landesverrates üyd-deutsch« Gesinnung anksägien, deren.'sie auch das Todesurteil: sch,ultzig erkennt. Nach seiner Gesangennahme) wurde->d« König'- zusammen"' mit dem Drahtzieher:,des Staatsstreiches, ErbprinzFresder-il, Won den Kopenhagenern-mit'endloseni Jubel begrüßt: Das war die Stimmung der sStratze,! Und- in dein auch heute noch stark verbreiteten dänischen Geschicht'swerk.) svon)!Fäbril!ias:> tllIed'"Strüense'e folgendcpntäßon- dargestölltt-'.-,„Er)tzätte))estv;gt- nuitliches Wesen, reiche Naturanlagen, aber wär gleichzeitig lehrgeizig: und-, ivollüstig.-'ünd.hätte-mit: dcr damaligen s französischen-Bildung-Verachtung ,für>REi'än-,-ünh-Si.tilichkeit.::in'.'sichs'-ä'stfghli.oin-: men-Das demokratische Dänemark- von: heute ahötzssiM--inj'-d«m-.gÄilätensReforindtär:-einpflsder- Bogvsinder,'dä^iicher-Modernität)'Wd), dänischer Freihchf,Mfl-sH ss vss klsendsknunslüclr auf der Tlschnowltzer Strecke .. Bei der Eisenbahnkatastrophe auf der-Streck« Brünn—Dentsch-Brod kann man von einem glücklichen Zufall sprechen, daß es nnr ein Menschenleben forderte. CS war ein-Glück) daß der Zug nur von 20 Personen besetzt wär, von denen sieben verletzt wurden, und zwar der Oberinspektor Stan- Jilak aus Prag mit seiner Gattin, der Arbeiter Matthias H o r ä k aus Sokolnitz, dcr Arheiter Johann Poläk aus Kozlov, der Arbeiter Johann Stastnh aus Königsfeld, der Assistent Johann VLelä'k ans llngwar und der Anton Slalnik aus Lelekowitz. Alle wurden ins Krankenhaus nach Poliäka gebracht. Die meisten kpnnten nach erster Hilfelcistnug häusliche Pflege aNfsuchen. In Krankenhauspflege verblieben nur BLelckk und Skalnik, die aber inzwischen auch entlassen wurden. Bon allen Berichten blieb daher nur der Heizer Mojmir D o b r o V s k h in Spiialspsiege, von dem ursprünglich gemeldet wurde, daß er-gleichfalls bereits töt sei. Diese Meldung entspricht aber nicht den Tatsachen, da Dobrovskh lebt. Es droht ihm auch keine Gefahr. Die' Untersuchung ergab, daß die Gerüchte, die Geleise seien schlecht gewesen,'unbegründet sind. Die Geleise wären einwandfrei. Erst 100 Meter hinter der Un« glückSstclle waren die Geleise beschädigt, das berg ursachte aber bereits der entgleiste Zug.' ES wird allgemein angenommen, daß der Lokomotitzjührer, der bei der Katasttophe ums Läben kam, zu.-schnell gefahren und dadurch die Lokomotive entgleist- sei. Der- Lokomotivführer P e k i k sollte am Sonntag frei haben, er wurde jedoch zum Dienst einberufen lind fand so den Tod. Er hinterläßt eine Frau und zwei Kinder. Seine Gattin verlor bei einem. Eisenbahnunglück in der Slowakei. auch ihren Bat«, der gleichfalls Eisenbahner war. Fünf Schimpansen, die vor einigen. Tagen-.zu wissenschaftlichen Versuchen in eine Neapler Klinik eingeliefert wurden, sind vor zwei Tagen, ausgebrochen und treiben sich im königlichen Park von Cam« pobimonw herum. Obgleich- mehrer« Treibjagden veranstaltet wurden, bei-denen sogar Militär eingesetzt-war, ist es bisher noch nicht gelungen, aller Tiere habhaft zu werden. Nur eine» konnte bisher abgeschoffen werden. Schwedische Reiseftipendien. Das Ministerium für Schulwesen und DolkSauskläruNg schreibt einen Konkurs für zwei Ferienstipendien der schwedischen Regierung für tschechoslowakische Professoren an Mittel» und Fachschulen auS, die in den Hauptferien der Jähre» 1087«ine wissenschaftliche, oder eine Studienreise näch Schweden, unternehmen wollen.' Das Stipendium beträgt 700 schwäbische Kronen für einen fünf» bis sechswöchigen Aufenthalt.-Di« Gesuche sind mit'einer Empfehlung der Direktion der betreffenden Schul«, an der der Gesuchsteller' tättg ist, mit einem Reiseplän bis 12. August-d: I. direkt dem-Ministerium für Schulwesen und Voltsaufklä- rung-in Präg vorzulegen. In dem Gesuch möge gleichzeitig um die Gewährung eine» entsprechenden Urläilbes zu. Beginn der Schuljahres 1087/88 für die Beendigung des Aufenthaltes in Schweden angesucht werden. '- Die Berlosung der Gewinste der dritten- Klass« der 87. tschechoslowakischen- Klassenlotterie wird,.am 18. August 1087 um 18 Uhr im Ziehungssaale der Direktton der Siaatslotterien, Präg i-, Kozi.4,. beginnen und. wird am 10. August 1087 um 8 Nhr fortgesetzt Wutzen- Verlost werden im ganzen.2038 Gewinste im Gesamtbetrag« von 2,02v.'40v iss, welche den Spielern vhne Abzug ausgezahlt werden, Bon-höhere» Gewinsten werden ausgelost: Ein Gewinn.zu 140-0.00.' Ki, einer zu 70,000 XL, drei zu je-20.000 iik, siöhen zu je 10.000 Ak,. 18,zmje 8000.Ai,. 80 zu je 2000 Kt usw. Die amtliche Berlosungsliste yirtz am 20, August 1087 erscheinen, . Wahrscheinliche» Wetter Mittwoch: In der West« Hälfte der Republik- wieder verringert«. Bewölkung und' vielfach trocken; ziemlich warm.. Im" Karpathengebiet wechselnd bewölkt, verschiedentlich Gewitter, im allgemeinen ein wenig kühler.— W« t- terauSsichten für Donnerstag: Ziemlich- warm,- allgemeiner Wttterungscharakter jedoch unsicher,.Lokalgewitter' möglich. Vo m Runcfturik CMpf*hl«RM*rt«» am das Proaraauaaai. Donnerstag' Prag, Lender I: 10.05: Deutsche Presse mü>' Wetterbericht. 10.15: Deutsche SeNdutig: Müsik-dei Morgenlandes, ein Hörbild mit Schällplatten. 10.80: Arien auf Schallplatten.- 11.05: Opernszenen auf Schallplatten. 12.85: Salonquärtet. 14.00: Deutsch« SendunguuD« Brautschoft", Schlesisch'«-Erzählung. 14.40: Slowakische Lied«-auf Schallplatten. 18:06; Deutsche Sendung: Sporworschau-— Landwirtschaftsfunk. 18)48: Deutsche,Press«-und' Wetterbericht. 18:55. Deutscher Rulturbulcht. 10.45: L. Jä- nhiek: Sonate' für Violine'untz. Klavier. 20:5v:-.Zum Todestag Janäieks..21.00: Jannöel: Räkos Räkoey, Ballett im' Rundfunkguerschnitt.' Uebertra- gung nach Dänemark. 22.26: Zeitgenössische türkisch» Musik.— Präg;' Send« H: 15.00: Unterhaltungsmusik auf'Schällplatten. 15.15: Deutsche Sentzungr Leo' Kestenbergt-/ Ein musikalischer SttpunungSbild.' )15.50-.- Deutsche, Presse.—»rünss:-17.40: Deutsch» Seüdung:--Arbeite r s.e n d u n g: A. Schmidt: Gorki-Schallplatten-Bottrag. 10.45: Sä« lönorchefterkonzert.—. Prehturg:)'14.05: Deutsche Presse.und Wetterbericht. 14.20: GesangSkonzert.' 16.10: Konzert de» Rundfunkorchesters. 17.40: Violinkonzert. 10.45: Fagottsolo.— Kaschau: 12.05: Dvokak:: Slawische Tänze) Schällplatten.— Möhr.» Ostrau: 14.20:. Schallplatten. 18.10: Deutsche.Sendung:'Früldcn.dt» Dorfkinde»— Da»'Lwew'dÄ- Tschechischen AuMrus Kollär. Nr. 18? Sette Mittwoch, 11. August 1037 2uden velgrsder Vorfälle» Ausland Arbeitszeit soll auf höchstens vierzig Stunden in der Woche festgesetzt Weeden. Religionsunterricht In Spanien Balen eia.(Havas.) Das Justizministerium hat den Pressevertretern Lekanntgegeben, daß es die Regierung für angezeigt erachtet hat, den Religionsunterricht zu gestatten,' in der gegenwärtigen Zeit jedoch nur privaten Unter-. richt. Die Entscheidung über die Oeffnung der.. Kirchen wurde auf spätere Zeit verschoben. rungen auf dem Flugplatz in Ruzynö drehten. Diese Besprechungen wurden jedoch nicht abgeschlossen, sondern vorläufig auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.■ i Kanadische Ernte sehr schwach. Die amtliche Statistik zeigt, daß die heurige Ernte in Kanada die schwächste der letzten 80 Jähre ist. Am 81, IM betrug die, Ernte nur 88 Prozent der 'Durchschnittsernte anderer Jahre. .Belgrad.(Eig.- Ber.) Eine. geschichtliche^ Parallele: Durch drei Tage und drei Nächte läuteten alle Belgrader Glocken Sturm gegen das Konkordat, nur die katholische Kirche in' der Krunskä ulica schwieg. Bor noch nicht hundert Jahren hatte laut, großherrlichem Gesetz die Glocke des einzigen christlichen Gotteshauses sogleich zu verstummen, wenn di« Muezzins von den Minarets zu singen begannen. Schon damals verwandte man den Glauben zur Betonung der polsiischen Borherrschast.' Freilich war die Lage damals weniger ver- wickelt. Der eindeutige Wille des Unterdrückers diktierte den bedingungslosen Befehl und solange er die Macht hatte, jeden Aufruhr in einem Strom'von Blut zu ersticken, gab es keinen Einwand. Wohl hat auch heute das jugoslawische Boll keine Möglichkeit zur Selbstentscheidung, aber Macht und Wille sind längst nicht mehr in der gleichen Hand und die Richtung des Staatsschif- fe» entscheidet der Kampf der Führer untereinander. Man darf diehochpolitischeBedeu- tung der Konkordatsfrage keineswegs unterschätzen. Die Kroaten, welche sich — abgesehen von provinzialistischen Abweichungen— derselben Sprache bedienen wie die Serben, erweisen ihren nationalen Unterschied auf den ersten Blick nur durch die Religion.(Tiefergehend ist allerdings die AnderSartigkeit der Denkweise und die nähere Zugehörigkeit zur mitteleuropäischen Kultursphäre.) Andererseits wäre es das Ideal der übernationalistischen Strömung Serbiens, die Mehrheit der Bevölkerung„von drüben" im Glauben anzugleichen, um auf diese Weise an Stell« Jugoslawiens ein groß-serbisches Reich treten zu lassen. Der orthodoxe. Klerus (und an seiner Spitze der verstorbene Patriarch varnava) erfaßte mit Freuden diese Utopie eines religiösen Feldzuges, dessen Gelingen seine Einflußzone ungeheuer verbreitert hätte. Der Unmöglichkeit einer derartigen Umgestaltung war sich aber die Regierung, als sie für das Konkordat«intrat, sehr wohl bewußt. Auch wußte sie, daß«S diesmal nicht allein um die Kroaten, fon- ■ Vierzigstundenwoche und Mindestlöhne In Amerika Jin Senat der Bcoeinigten Staaten habe» in den letzten beiden Wochen zwei wichtige sozialpolitische Gesetzentwürfe Roosevelt- ein« Mehrheit geftmden.Am vergangenen Freitag wurde die »Housüch Bill" mit 84 gegen 18 Stimmen, eine Woche vorher die„Wage» and Hour» Bill" mit 88 gegen 28 Stimmen angenommen. Der erstgenannte' Gesetzentwurf'betrifft den Bau'. billiger, und gesünder Wohnungen für die minderbemittelten Schichten, und er sieht vor, daß, zu diesem Zweck Anleihe» an die Gemeinden bi» zur Höhe von 1n»g«samt 708-Millionen Dollar und direkte Subventionen bis zu 28 Millionen Dollar gegeben werden sollen, Da» andere Gesetz betrifft die Festsetzung der Löhne und der AÄeiwzeit in den Per« 1(.«ff S.tu«X A ri'Y Uva größten Teil kulturellen Ztvcckcn zugute; das dem Gesandtschastsviertel zugestandene System der Selbstverwaltung ist nie verletzt worden; da» Recht, Bahnverbindungen zwischen Peiping, Tientsin und dem Hasen von Shanhaikwan offen« zuhalten und an allen strategischen Punkten der Linie ausländische Garnisonen zu stationieren, ist von den Chinesen immer anerkannt worden. Nach dem Boxerabkommen hat also Japan kein Recht, sich in chinesische Dinge einzumischen, und. es möge sich daran erinnern lassen, daß, soweit es sich um Rcchie handelt, andere ganz genau so autorisiert sind wie Japan— das ist der Sinn dieses Passus. Und was ist mit dem Washingtoner, Abkommen der Neun? Alle am Pazifik in«■ teressierten Staaten, einschließlich Japans und der USA, haben darin sestgelcgt, daß Chinas territoriale und administrative Integrität respck« i tiert bleiben muh. Ferner sind darin ausdrücklich alle Berhandlungen irgendeines der Beteiligte» verboten, die auf eine Abmachung mit China oder einer anderen Nation abzielen, durch welche Chinas Souveränität über irgendein Gebiet sei, neS Territoriums angetastct wird. Wir wollen mal nicht von der Mandschurei und Jehol reden,- sagt das Blatt; aber die Loslösung des nördlichen Hopei, das der als legal anerkannten Nanking- Regierung untersteht, ist, auch wenn sie im Einverständnis mit einem Puppen-Gouverneur,. einem Werk- und Spielzeug Japans, durchgeführt wird, eine eindeutige Verletzung der administrativen Integrität Chinas. Wie, in des Teufels Namen, fragt die so plötzlich für das Recht entflammte Redaktion,' haben die,,verräterischen" Chinesen in letzter Zeit das Boxerprotokoll verletzt? Allerdings: der Personenverkehr auf der Linie Peiping—Tientsin' —Shanheikwan ist kürzlich unterbrochen worden — durch die Japaner. Sie taten es, um ihre Truppenbewegungen zu erleichtern. Bei Losa, freilich, versuchte ein kleiner Trupp chinesischer Soldaten vergeblich die Linie zu unterbrechen—- um den Zustrom japanischer Truppen und japanischen Kriegsmaterials zu unterbinden. Und dieses häßliche Verbrechen gegen das Boxerprotokoll war es, das die Japaner veranlaßte, die chinesische Nation des bösen Willen« und des„Ber-' rats" zu bezichtigen. Sagt das Blatt. Es ist doch merkwürdig, wie rasch, der Rechissinn aufwacht, wenn es um die eigenen Interessen geht.- Und wie fest er schlummert, wenn nur fremde gefährdet sind... Natürlich hat die„Herold Tribüne" vollkommen recht. Natürlich ist es erfreulich, wenn sich die Bereinigten Staaten zugunsten Chinas regen. Mer noch viel erfreulicher wäre es, wenn sie sich, als Kämpen der Humanität und des Rechtes, auch für die spanische Demokratie dem Feind entgegengeworfen hätten. ............M.axBarth. Mittwoch Beginn der Verhandlungen im Prager Bauarbeiterstreik. Die Streiksttugtion blieb im. Laufe des Dienstag.im ganzen unverändert. Lediglich bei der Bezirksbehörde, Prag». Land fanden Unterhandlungen statt-, die sich um die Liquidierung. des Streikes für di« Baufüh- Welche Posse, dies» Sitzung des Nicht- interventionskomitee» vom 8. August l Anderthalb Stunden diskutierte man, um schließlich zu dem Beschluß zu kommen, daß man zu keinem Beschluß kommen könne. Die Sowjetunion erklärte von neuem, daß sie Franco nicht oft kriegführende Macht anerkennen könne. Worauf Italien, Deutschland, Portugal, beglückt, eine faule Ausrede gefunden zu haben, kategorisch die kategorische Forderung der Russen auf Zurückziehung aller Freiwilligen ablehnten.(Und dabei hatte die SU bereits früher angedeutet, daß sie geneigt sei, zu überprüfen, ob nicht die Marokkaner doch zu den Spaniern gerechnet werden könnten. Damit hatte sie die juridisch« These Azaäa», daß die Marokkaner als Untertanen des Sultans von Marokko ausländische Truppen seien, geopfert.) Nachdem die beiden Lager ihre Erklärungen abgegeben hatten, gab es ein kleiner Durcheinander und erregtes Hinundher. Offenbar, das sah' jeder ein, war man in einer Sackgasse. Aus dieser ausweglosen Situation fand dann Lord Plymouth den Ausweg, indem er-vorschlUg; vorläufig überhaupt keinen Ausweg zu suchen. Mit der Be- gabung des Engländer» für di« Verschiebung brennender Fragen und die Lösung von Entweder- oder-Problemen durch ein Teils-Teils oder Nlcht- nur-Sondernauch schlug er vor, die Sitzung des Unterausschuss«» auf unbestimmt« Zeit zu vertagen. Alles stimmte begeistert zu, und so bleibt vorerst alle» beim alten. Man rechnet damit, daß der Ausschuß in etwa einem Mona t wieder zusammentreten wird. Wieviel Spanier die. Ferien der Herren Diplomaten mit ihrem Leben bezahlen werden, berechnete man nicht. Mer da» fällt ja auch nicht in» Aufgabengebiet de» Komitee». Apropos: Ferien. Den Delegierten drohte plötzlich,, im Moment, da sie schon auseinandergehen wollten, eine Verkürzung ihre» Sommerurlaubes. Der Sekretär teilte ihnen nämlich mit, daß die Kaffe leer fei, so daß da» Komitee, selbst wenn e» wollt«, nicht weiterarbeiten könne. Bon den fünf Großmächten, die sich ver« pflichtet hatten, gemeinsam achtzig Prozent der Unkosten aüfzubringen, waren alle im Rückstand äußer.Großbritannien...Am letzten Zahlungstermin, dein 8., Juls,. hatte sonst, kein anderer seinen.'Teil entrichtet; am 8. Juni hatte außer Großbritannien wenigsten» noch Deutschland bezahlt. Er sehe sich wahrscheinlich genötigt, sagte der Sekretär, in der nächsten Woche eine- Sitzung zur Besprechung, der Kassenlage einzuberufen, wenn irage gezamr wuroen..«voraus oie L-cregierien, einigten Staaten. Danach soll der Milchesklqtzn pro Vor der Drohung,'in'dieser Hitze weiterarbeiten, «Stunde',vierzig Cent»(12 liö) betragen, und die' und gar noch ihre Ferienzeit kürzen zu nütssen, Jmbusch auSgebürgert Der katholische Gewerkschaftsführer und srü«. Here RcichstagSabgeovdnete Heinrich Jmbusch■ wurde durch ein Dekret der deutschen.ReichSregie- rung zusammen mit seiner Frau und seinen fünf- Kindern auS Deutschland ausgebürgert. Die neue. Ausbürgerungsliste umfaßt 44 Namen. Jmbusch' löbt in Frankreich. Goebbels macht Kinder mobil In den„Münch. N. Nachrichten" lesen wir: Zu den verlogenen und verlegenen Behauptungen der tschechischen Pöesse'über den„Lebensmittelmangel im Reich", mit der von Prag eine „Begründung" des Ausreiseverbotes für die sudc- tendcuischcn Kinder zu geben versucht wurde, nehmen die Teilnehm erdesFrei zeit« lagersBen. necken st ein(Harz) i n erfrische nderWeise Stellung. Die 2 0 8 0 T h ü r i n g e r I u n g e n, die in dem Freizeitlager in Benneckenstein von der Lügenhetze Kenntnis erhalten haben, verwahren sich entschieden gegen die verleumderischen Unterstellungen, daß die verhärmten und Hunger leidenden sudetendeutschen Kinder im Reich nicht genug zu• essen bekommen würden und protestieren gegen'- die lügnerischen Behauptungen, daß die Kinder" im Reich statt Butter nur. Maisbrot und Pferdefleisch zu ihrer. Beköstigung erhielten. In'der■ Stellungnahme dcrThürin g e r. Jungen heißt es, daß sie Milchsuppe mit Knäckebrot zum Kaffee^ Gemüsesuppe mit Rindfleisch zu Mittag, und Schokolade, Butterbrot.und' Käse zum Abend im Lager erhallen und daß sich, ein jeder von ihnen nachholen kann, so viel er will.„Wenn die bedauernswerten Kameraden und Kameradinnen, aus den sudetendcutschen Gebieten"in unseren herrlichen Freizeitlagern weilen und mit.un» unser Brot, unsere Butter und unser Fleisch tei- len könnten, dann würden wir alle satt-Md'.• würden gemeinsam erleben, wie s ch ö'n u n d he r r I j ch u n d reich u n s e r d e u t- sch es Vaterland ist."— Womit- der Zweck der ganzen Hebung auch erfüllt wäret dern auch um die sonst weniger heftig opponierenden— größtenteils klerikal gesinnten— Slowenen gehe. Durch die aus solchen Gesichtspunkten diktierte Stellungnahme hat sich nun der Kampf im serbischen Lager selbst ergeben, bei dem Kroaten Und Slowenen, obwohl mittelbarer Anstoß,, diesmal nur die Zuschauerrolle einnehmen. Als Barnaba plötzlich starb und die Regierung durch öffentliche Kundmachung des Patriarchats indirekt des Mordes bezichtigt und das Anathema auf sie geworfen wurde, erhielt die Polizei den Auftrag,' jede Manifestation zu unterdrücken. Merkwürdigerweise duldete aber diesmal die U.G.B.(Uprava Grads Beograda— Polizeipräfektur Belgrads), die sich sonst sehr wohl zu Helsen weiß, nicht nur endlos« Umzüge der Geistlichkeit, sondern cs wurden auch die Anschläge nicht entfernt..Das amtliche Kommunique teilte mit, daß die Kundgebungen der Geistlichkeit auf —„kommunistische" Inspiration zurückzuführen feiensI) Diesen Scherz erlaubte sich der Polizeipräsekt wohl im Hinblick auf die Tatsache, daß die Regierung seit jeher jeder ihr nicht genehmen Meinung„marxistische Umtriebe" unterschob. Wie bekannt, blieben die Mitglieder der Regierung dem Begräbnis des Patriarchen fern und aus Courtoisie versagte sich, bis auf den deutschen Gesandten, auch das diplo« mafische Korps die Teilnahme. Herr v o n H e r* ren hat durch diese Geste die Rechnung dafür präsentiert, daß— als Jugoslawien von Frankreich abrückte— es wohl dem Dritten Reich den Finger reichte, aber mit der Auslieferung der ganzen Hand noch zögerte. Bielleicht kann man aus diesen Borfällen einige Lehren ziehen: Nicht überall eignet sich der Boden für das„totale Regime" und es kann leicht vorkommen, daß sich die einzelnen Glieder der Diktatur nach eigenem Gutdünken selbständig machen und ein Chaos zu entstehen droht. Und um die Freundschaft totalitärer Staaten ist es «Ine eigene Sache: Sie gebärden sich als Herren nicht nur im eigenen, sondern auch im fremden Hause. WMWMWM! ,»Spotten ihrer selber und wissen nicht wie“ Diese» Goethewort kann man in der Tat; als Titel einer Notiz voransetzen, die E. F. in' der„Konsumgenossenschaft" veröffentlicht. ES. . wird da u. a. erzählt: ■ In der jüngsten Zeit,wird von den Gegnern' der konsumgenoffenschastlichen Selbsthilfe der Berbraucher das alte Schlagwort vom»Kapitalismus der Konsumvereine" wieder in Umlauf! gesetzt. Herr Dr. Mayer-Exner, der General«! selretär des ReichSverbande» der Kaufmannschaft, Sitz Teplitz-Schönau, beliebte, die falsche Münze, wieder kräftiger in Verkehr zu setzen. So zitiert das Blatt der Genossenschaften der Kaufleute „G ede ka"(Aussig) in der'August-Nummer die Aeußerungen de» Herrn Dr. Mayer-Exner: ,K«in Unternehmen, auch kein genossenschaftliche» Unternehmen, kann ohne Kapital aupkom- men. Die Genossenschaften aber verfügen heute bereit» über Millionenvermögen, sie sind K a pit alist«ntnd«»WorteS reinster Bedeutung geworden.und werden daher heute noch zu Unrecht al» Instrument zur Ueb'erwindung de» Kapitalismus bezeichnet." Die„Gedeka" und die kaufmännischen Selbsthilfegenossenschaften sind, wie bekannt, dem Allgemeinen deutschen Genossenschafts-Verband« in der Tschechoslowakischen Republik, Sitz Aussig, angeschlosstn, in welcher BerbandSzentrale der leiterche Direktor der Kreditanstalt der Deutschen, Herr Anton Kiesewetter, ein. führender Funktionär ist. In derselben Nummer der„Gedeka"«Zeitung, in welcher die Genossenschaften ganz im allgemeinen' als kapitalistische Unternehmungen angesprochen werden, wird dem Leser auch«in Artikel de» Genossenschaftsfunktionärs Anton Kiesewetter nahegebracht, der- den Herren Kaufleuten von den„Gedeka"«Genoffenschaften einen Begriff vom Wesen der Genossenschaft vermitteln soll. Anton Kiesewetter schreibt u. a.: „Die Genossenschaften bieten da» vorzüg- lichste Mittel zur Selbstbchauptung einer BollS- gruppe. Die Liebe zu Volk und Heimat kommt im genossenschaftlichen Wirken ganz besonder» zum Ausdruck. Die Hauptaufgabe der Genossenschaften ist, da» Zusammenwirken der Kräfte zu organisieren. In der Genossenschaft liegt eine allmähliche, aber sichere wirtschaftliche Entwicklung mit sozialer Auswirkung. In ihr lebt der Gedanke einer höheren Organisation, die Selbstzucht, Ueber- und Unterordnung verlangt. Die G-e n.os s« ns-ch q.f t ist k e iw« Kapitalgesellschaft! /Sie ist ein« Bereinigung von Menschen unter ftei erwählter Führung für einen bestimmten wirtschaftlichen Zweck mit gemeinsamem Ziel, Die Genossenschaft wendet sich an den Menschen, da» heißt, sie bindet ihn und seine wirtschaftliche Kraft an die Gemeinschaft, Die Genossenschaft, muß ihre Geschäfte nach dem Grundsätze eine» ordentlichen Kaufmannes führen. Ihr Ziel muß aber immer sein, durch ft.« dem volle zu dienen." War sollen nun di« Leser der„Gedeka"» Zeitung eigentlich glauben? Da wird die Kateride.; de» Herrn Dr. Mayer-Exner weitergegeben, daß' die Genossenschaften, die Wer Millionenver- mögen verfügen, Kapitalisten in de» Worte»'reinster Bedeutung seien, und.in der gleichen Nummer läßt man durch den GenoffenschaftSfüNktionär Anton Kiesewetter verkünden:„Die Genossenschaft ist keine Kapitalgesellschaft l" von diesen itziden Standpunkten kann nur einer der richtige sein, Gilt der.Standpunft de» Herrn Dr. Mayer- Exner, Genossenschaften mit Millionenvermögen seien kapitalistische Unternehmungen, für Ge- nossenschaften schlechthin, da» heißt für alle, sv kann die„Gedeka"«Zeitung den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, auch die großen, kapitalstarken Selbsthilfegenoffenschaften der Kaufleute und der Gewerbetreibenden, die„Gedeka", diq Großein- kaustgenoffenschast der Kaufmannschaft, al» kapi« talistlsche Unternehmen zu kennzeichnen. Wa» hilft«S also, ioenn Herr Anton Kiesewetter in der „Gedeka"«Zejtung. betont,' die Genossenschaft ist keine Kapitalgesellschaft, wenn in'der gleichen Nummer'diese» Blatte» die genossenschaftsfeindliche Ansicht de» Herrn Dr. Mayer-Exner unterstrichen wird.-—Wahrhaftio, da kann man e» mit dem Wort Goethe» halten:„Spotten ihrer seiber ' und wissen nicht Wiel" Pfste 6'.■„Sozialdemokrat" D*aqer ZMmg Iskerl-fürsorse Wer in Wort und Schrift flickend gcrnmnisch redet, kann niitnnter nicht deutsch. Wer die„Kameradschaft" gepachtet hat, ist geneigt, die Leute als Schafherde von„Untermenschen" zu behandeln. Und wer Brücken znin Ilebcrmcnschcn baut, muh mitunter ei» schämiges Plakat aufpappcii: Das Steheubleiben ist tvegcn Einsturzgefahr verboten. In diesem Sinne lautet der neueste SdP-UkaS in der„Polksnotküche", Thnskä 17, wörtlich: „Laut Weisung der Hausverwaltung ist den Besuchern der Polksnottüche das Verwesten in der Hausflur, auf dem Hofe und im StiegcnhauS verboten. Zuwiderhandelnden lvird der Besuch der BvikSnotküche untersagt, da durch Nicktbefolgung der Weisung dcrBestanddcrBolkSnot- küch«gefährdet wir d." Wir empfehlen dem„Kultur-Amt" der SdP folgendes Preisausschreiben für RS-Barden: zwo Wanderburschen mit dem Stab in der Hand kommen auf Gottes weiter Flur sdi c Flur), also ziemlich Iveit entfernt von allem Asphaltähnlichem. Dennoch erschüttern ihre markigen Sticbcl merklich„den Bestand der Volksnotküchc". Und wenn sies»versuchte zuerst, selbst zu löschen, musste aber, als ihm dies misslang, die Feuerwehr verständigen, die in- Begleitung einer Polizcimannschaft auf der Brandstätte eintraf. Der Schade beträgt 80.000 XL, ist aber, fast völlig durch Bersicherung gedeckt. Personen wur-' den nicht verletzt. Vorläufig kein« Verteuerung lni Friseurgewerbe. Vor einiger Zeit wurde von verschiedenen Blättern die Nachricht gebracht, dass die Erhöhung Preise In den Praaer Rasier- und Friseurbetrieben bereits festacleat sei und dass die neuen Minimalpreise mit 2 XL für Rasieren, 4 Xi für-Haarfchneiden und 40 Xi für eine Ondulation bcstimmt worden seien- Nun hat sich gezeigt, dass diese Nachrichten zum mindesten verfrüht waren. Zwar hat die Genossenschaft der Prager- Friseure einen solchen Antrag einge- bracht, der namentlich gegen die billigen„amerikanischen" Rasierstuben- qerichtet ist, doch besteht, nach Übereinstimmenden Nachrichten an-massgebender Stelle keine Neigung, diesen Anträgen stattzugeben.. Zwei nächtliche Brände, die zum Glück keine grösseren Ausmasse annahmen, verzeichnet der gestrige Polizeibericht. In der Filiale der SklHereifipma „Zeinka" gegenüber dem Masarykbahnhof brach infolge Kurzschlusses an dem zum Betrieb der Gefrierkammer installierten Elektromotor ein Feuer aus, das rechtzeitig entdeckt und gelöscht werden konnte.— Der zweite Brand wird für den Eigen-' tümer de» betroffenen Hauses unangenehme Folgest-- haben, obwohl der angerichtete Sachschaden minimal, ist. In diesem.Fall hatte, allerlei Gerümpel und. Bodenkram aus bisher noch nicht festgestellten Ursachen Feuer gefangen.. Da die Aufbewahrung von Gerümpel auf dem Boden nach den Vorschriften Wer die. Fliegerabwehr unstatthaft jst, wird der Hauseigentümer wegen Uebetschreitung dieser Vorschriften zur Rechenschaft gezogen werden., , Gasvergiftung eines Installateur». Bei Reparatur der Gasleitung im Keller eines Hauses der Biskupfkä ulice in Zijkov atmete der 25jährige Jn- ftallatenr Ladislav F i S c r aus Neu-Wyfotschan das entweichende Gar in solchen Mengen ein, dass er plötzlich ein heftiger Unwohlsein verspürte und da» Bewusstsein verlor. Er wurde ans die Klinik des Prof. Pelnäk geschafft, wo er, in Pflege belassen wurde. Nmst Utul Msse-Ie „BolkSbühnenbund" in Prag. Der vor einiger Zeit gegründete Und der Prager„Urania" ange« schlosscne„BolkSbühnenbund", der sich die Förderung der Laienspiels in der Provinz und die Hebung des Niveaus der sogenannten Dileltantenvereine zur Aufgabe gemacht hat, will im Herbst Kurse für Amateur-Schauspieler veranstalten. Die Kurse sollen in groben Zügen die Adepten der Schauspiekunst über das Wichtigste in Regieführung, Inszenierung, Bühnenbildbau, Schminken etc. ausklären. Allabendlich. werden die groben Prager Theater besucht werden. Der Mm, Arania-Kino Ab Freitag fortgesetzte Premiere des ausgelassenen Schwanks„D u kannst nicht treu sein" mit Lucie Englisch, Joe Stöckel und Speel- manr etc. etc.- Zum Biennale in Benedig, haben 18 Staaten 89 abendfüllende Filme entsendet. Unter den Teilnehmern befinden sich die Schweiz, und auch Japan, während die Tschechoslowakei und Oesterreich nicht vertreten sind. England hat u. a. den Anna- Hella- Film„WingS of the morning" entsendet, Frankreich den. Äntikriegssilm„La grande Illusion" von Jean Renoir, gegen dessen Aufführung die deutsche Regicning vergeblich protestiert hat, und den S a s ch a G u itry« F i l m„LeS Perles de la couronne". Amerika wird u. a. einen Film „The liw of Zola" zeigen, daneben-noch eine Reihe schon bekannter Filme wie„Three smart girlS" und „Thegay Desperado", die unter dem Namen„Drei Robert Montgomcrh, William Powell und Ioan Crawfordovä-| in„Betrüger auf Reisen" fesche Mädels" und„Der lustige Desperado" auch in Prag liefen, und die Neuverfilmung der Berg- ner-FilmeS„Der träumende Mund" unter dem Namen„Dreaming lips". Italien zeigt den Luis Trenker-Film„Condottiere" und einen „Scipio"-Film. Deutschland ist u. a. mit dem Janningsfilm„Der Herrscher"(nach Gerhart Hauptmanns.„Bor Sonnenuntergang") und dem auch in Prag bekannten Kriminalfilm„Da» Geheimnis um Truxa".(mit der Exotin La.Jana In der Hauptrolle) vertreten.. filme la Prager Lichtspielhäusern Adria:„Die Weiße Großmacht." A.— Alfa» „Die Sünde einer Nacht." Nach St. Zweig.— Apollo:„Betrüger auf Reisen." A.— Avion:„Dia weiße Großmacht." A.— Beranck:„Die Frau am Scheidewege." Tsch.— Fenix:„Die.Welt gehört un S." Voskovec u. Werich.— Flora:„Nacht« flug." A.— Hollywood:„Betrüger auf Ressen."-7- Hvizda:„Schwanda, der Dudelsackpfeifer."—* Juli»:„Die falsche Katze." Tsch.— Kinema b. B, B.: Spanien-Reportage, Journale.— Koruna(Akt.'« Th.): Journale, Groteske, Reportage.— Kotvar „Das Mädchen aus der Bar." A.— Lucerna:„Die Welt gehört unS." Voskovec u. Werich.-7- Metro:„Die falsche Katze." Tsch.— Praha:„Der weiße Adler."— Radio:„Die Frau am Scheidewege."— Sknut:„Zirkus." Ruff.— Svitozorr „Die falsche Katze." Tsch.— Alma:„LiebeSparade." I. MacDonald, Maur. Chevalier.— Baikal:„Wiener Fiakerlied." Lev Slezak. D.— Belvedere:„Die Kreutzersonate." D.— Besedar„ES geht um mein Leben." D.— Carlton:„Die Kronzeugin." D.— Illusion:„Für ein Weilchen Glück." A.— Lido H: „Zirkus." Ruff.— Louvre:„Der Musterdiener." Charles Äaugthon. A.— Maeeikär„Die Abenteuer des Bulldogg Drummönd." A.— Olym» pic:„Die Kronzeugin?"— PerStyn:„Die liebe Verwandtschaft." Laurel u. Hardy.—Roxy:„Di- Frau am Scheidewege."— Tatra-Wcinberge:„Di- Kronzeugin." D.— tt Vcjvodu:„Nachtangriff." Wallace Beery--— Baldek:„Liebesparade." I- MacDonald, Maur. Chevalier.— Beletrhy:„Di- Frau am Scheidewege." Tsch. verlanget überall Dolhsriinder! Ein lustiger Schnappschuß vom Sportplatz Der Gerettete Hcrmynia zur Mühlen, die bekannte Erzählerin, veröffentlicht,im Verlag Ludwig Rath, Wien-—Leipzig, unter dem Titel„Fahrt ins Licht— Sechsundsechzig Stationen" einen Band von Kurzgeschichten, deren größerer Teil - eine interessante, anregende Lektüre darstellt und der künstlerischen Gestaltungskraft der Schriftstellerin neuerdings ein sehr schönes Zeugnis ansstellt. Als Probe aus diesem Band verösfcntlichcn wir nachstchcnd die Kurzgeschichte „Ter Gerettete". Angelo war ein schlechter Koch: seine Suppen waren schmutzige Brühen, seine Braten verbrannt und seine Mehlspeisen eigneten sich eher zu Wurfgeschossen als zum Essen. Nichtsdestoweniger blieb Angelo einige Jahre bei meinen Verwandten. Sic aßen seufzend die Suppe, sie verzehrten betrübt den Braten und sagten, mit wehmütigem Blick auf die ungenießbare Mehlspeise: „Ja, der arme Angelo, er kann nicht lochen, aber man darf nicht vergessen.,." Und trenn die Frau des Hauser das leiseste Wort des Tadels tvagie, nahm sie cs nach einer Minute bereits beschämt zurück.. Angelo reckte sich zu seiner vollen Höhe empor, seine schwarzen Augen loderten, sein schönes Läusbubengesicht verzerrte sich, er fnchcltc mit den Händen, stampfte mit den Füssen:„Signora, lv.ie können Siel Sic wissen doch, was ich erlebt habe. An jenem Tag in Messina I Vierundzwanzig Sfunden verschüttet. Ein anderer hätte den Vcrstmid.verloren. Danken Sie Gott, der mich gerettet hat, dass ich überhaupt noch kochen kann!" Er hiess im ganzen Ort„il scappato", der Entkommene, und jeden Abend war die Küche voll mit Menschen, besonders mit jungen hübschen Mädchen, die-hingerissen,-schaudernd seinen Erzählungen lauschten.. Die Schilderungen, des Grauens schienen ihnen Appetit zu mache», und Angelo bewirtete sie auf grossmütige Art.- Die Vorräte waren im Nu verschwunden, aber wer: hätte gelvagt, ihm einen Vorwurf zü machen? „Wenn ich an jene Tpge denke",..pflegte er- zu sagen,«so verlvirrt sich mein Kopf, und ich weiss nicht, was ich tue." Angelo liebte cS nicht,. wenn meine' Verwandten Gäste bei sich sahen. So ost die Frau; des Hauses verlegen und etwas schüchtern sagte: „Angelo, morgen kommen ein paar. Leute zum Essen, nur vier, es wird.Ihnen keine grosse Mühe machen",' begann er mit den-,Augen zu-rollen. Er griff sich an den Kopf. Er sank-schwer atmend- auf den nächsten Sessel.- „Die Erde bebt", stöhnt^ er.„Fühlen Sie nicht, Signora, wie die Erde bebt? lind sehen Sie, die Möbel, beginnen zu'tanzen., Tie Mauern wanken. Gleich, gleich wird das Haus. eiu- , stürzenI"■'';•‘-7 Seine Worte und Gebärden wären, dermassen, lebendig, dass man wirklich glaubte, die Erde zittern zu fühle».' „Millionen Menschen schreien um Hilfe", fuhr Angelo mit bebender Stimme fort.„Ach, meine armen, alten Eltern. Ich sehe sie in einem Abgrund verschwinden.. Die gute Mutter, den geliebten Vater. Die Luft ist von Staublvolken erfüllt. Es donnert und kracht. Das jüngste Gc? richt ist angebrochen. Vierundzwanzig Stunden verschüttet.. Lebend begraben.. Und. da soll ich ein-Diner für-sechs Menschen kochen?"-' Angelo weinte. t„Die Menschen sind grausam?» klagte, er. „Das Erdbeben hat-mich verschont, Hch bin einer, der wenigen, die gerettet lpurdcn. Und jetzt, jetzt verlangt man- von mir Unmögliches, Wen» ich das meinen Freunden, erzähle, sy werden sie entsetzt sein über’.-bic Herzlosigkeit^ der Fremden,, die sich in unserer Sonste.wäpmen, unse'rö gütest Speisen essen,, unsere schönen.Mädchen verführen und uns behandeln.wie das Vieh.? Er starrte in die Lust. 1 ...,„O, ich sehe das Unheil nahest l' Ich bin eist Unschuldiges Kind, mein, guter Enget bettete sstich. Ach,«nein guter Enges, weshalb,^ hass du NM> ge- rettet^wenn ich so furchtbar gequält werde? Ward ich doch unter, den Trüinmexst,umgekoiiimen,' itzie meine/teuren Eltern," ..Das Ende ivar immer das gleiche. Die Frau des'Hauses sagte- entschuldsgeud':,-„Güt,-güt,, AilWo,hie- Gäste.Werden ,niw.zum?sch)vflrzen Kafste.kom'meü,,'Und den soche sch seshst,, PW«, higcn Sie sich, bitte. Dal rauchen Sie eine Zigarette. Trinken Sie ein Glas Kognak. So--- und kochen. Sie, was Sie wollen.". Angela wischte sich die Augen, schnupfte noch ein paarmal auf, lächelte dann schwach ugd meinte schliesslich grossmütig: „Ich verzeihe Ihnen,'Signora.-Sie haben es ja nicht miterlebt, Sie können nicht'wisscn.'.." wissen....."- Meine Dante über schrieb an die Gäste:„Ich,' kann Euch leider nicht zum Essen bitten.,'Fhr lvisst ja, dass Angelo viel Schlveres durchgemacht.hat.? Er darf'sich nicht anstrengen und- vor-allemmtM-'- aufregen." Eines Tages'erschienen in der Küche zwei nette alte Leute^die Astgelo ünt..den,Hals?,sielest' und ihNulbliMen.?Ang^o/stWtz