Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutsche» sozialdemokratischer^Arbeiterpart^ei in-er Tschechoslowakischen Republik «rsch-1«t»lt»e«»gttch ftl|/ Cinaelptei» 70«eilet 8ttiaMon und Verwaltung. Prag XU., Fochova 62- Telephon 58077— Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Aus dem Inhalt: Voller Erfolg der Joachimsthiler Handschuhmacher Faschistisch-kommunistische Einheitsfront gegen eine soziale Aktion Unsere Roten Falken in Brlgthon Attlee gegen die Einheitsfront 17. Jahrgang Donnerstag, 12. August 1937 Nr. 188 Francos Blutorgien Eigene und deutsche Offiziere hingerichtet' B a l e n t i a. Die Spannung zwischen den Spaniern und dm Ausländern int Rebellenlager J«t»ei der jüngst gemeldeten Meuterei in Ma- ! L 8 Weiterungen geführt, über welche erst jetzt nähere Einzelheiten bekannt werden. So «ritte Me Mißstimmung zwischen spanischen und italienischen Ossizierrn in eine förmliche M e n t ere i aus. Drei italienische vsfizere wurden auf der Straße tot aufgefunden. Daraus, »in wurden 80.spanische Offiziere verhaftet und funf vim ihnen, denen die Tötung der Italiener angrilich nachgewiesen wurde, wurde» erschossen. Die Meuterer hatten sich auch der Kasernen »rmachtigt, wo sie große Mengen von Waffen vorfanden, die sie inS Feld verschleppten. Zwischen Spanien und Ausländern fanden nächtliche Kämpfe statt. Im Gefolge dieser Errignisie wur» den auch zwei deutsche Offiziere und auch ein höherer Komma»- baut, nachdem sie von ihrem General deara- dieri worden waren, erschaffen. Angriff bei Carabanchel abgewiesen Madrid. Im Abschnitt«ei Carabanchel entlang der Straße nach Estremadura Haden die republikanischen Truppen einen Angriff der Aufständischen auf die Stellungen»ri Sasa Blanca zurückgeschlagen. Die AngriffSvorberei. tungen wurden von den Horchposten rechtzeitig bemerkt. Al« die ersten Angreifer in Sichtweite tat; geftttttr fernen, traten die automatischen Waffen und Mörser in Aktion. Die Fran«,. Abteilungen wollte» mit Hilfe von Handgranate» vorwärts kommen, mußte» sich aber nach einem kurzm und blutigen Kampf zurückziehen. Die Verluste:der Aufständische» werde» auf 200 Man» geschätzt.«_ . Haussuchungen nach Geld Beträchtliche Unruhe herrscht in der Umgebung von Gibraltar. Die Francotruppen haben ausserordentlich mit Geldmangel zu kämpfen, dq die Bevöllerung das Geld zurückhält. Da im Hause einer bekannten Persönlichkeit in La Linea vor kurzem eine enorme Menge Geldes gefunden wurde, wurde ein Gesetz erlassen, nach welchem die Soldaten des Generals Franco ermächtigt sind, Durchsuchungen der Häuser.vorzunehmen, Die Häckser, in denen zurüätzehaltenes Geld gefunden wird, werden konfisziert und ihre Besitzer ins Gefängnis geworfen. Italienische„Nichteinmischung" Rom. Aus sicherer Quelle erfährt mqn aus Bologna, daß eine Bologneser Transportfirma von der italienischen Regierung die Konzession für alle Transporte nach Rebellen-Spanien.erhalten hat. Die Firma soll im Begriffe sein, zahlreiche Chauffeure Mr Lastenautos zu engagieren und sie unverzüglich an ihre BestimmungS- orte zu bringen. Dia britischen Luftmanöver London. Die britischen Luftmanöver über London sind bisher zur Zufriedenheit der militärischen Autoritäten verlaufen, wurden aber mit Rücksicht auf das Dienstag eingetretene ungünstige. tzöetter unterbrochen■ unb' erst Mittwoch abends wieder ausgenommen. Bon den angreifen« den Bombenflugzeugen wurden 80 Prozent aufgehalten und. nur 20 Prozent konnten, ihr Ziel errriM. 25 von 26 Mgzeugangrisfen wurden abgMlagen. Der FachMesPondent Mr Luft« fahrtwesen des„Daily Telegraph" meint, man Msse die Hebungen genau verfolgen und vorsich- tig. beurteilen. Die Berteidigung habedie Mr London vorgesehene.. BaI.ton- S p eri r e noch nicht Keile ejt.b rt'unb da» Wetter sei Mr die Flugang^iffe-Mänglich zu klar gewesen. Ein tatsächlicher Angriff Mn> Kriegsfälle dürfte voraussichtlich, betchtzhligem.iRetisr ver« sucht'werden. Die ErsolMseien hessterkenswe« gewesen. Die meisten ÄchMMllleitsn habe die Abwehr von Angriffen ausMristgen,Sähen be- reitet, wobei.sich, erwiesest M«--»ah die Ge. schwindigkeitSunterschiede zwischen Bomben- und Kachhfflügiteüsten von Wichttstkeit srnd: kmtte Ksmpke nördlich von peiping Japaner schieden Ule 5ta6t Nankau In Brand' Tokio. Die Agentur Semei meldet den seit langem erwarteten Beginn der Kämpfe »wische» japanischen Truppen und Truppen der chinesische» Zentralregierung südlich deS Ran- kau-PaffeS an der Eisenbahnstrecke Peiping— Suiquan, etwa 50 Kilometer nördlich von Peiping. Rach Meldungen aus Peiping habe».japanische Truppe» einen Angriff auf Ran- kau unternommen, welche Stadt sie unter Artilleriefeuer nahmen und in Brand steckte». Die chinesischen Abteilungen, denen Truppe» a«S Dschehol zu Hilfe eilen, leisten Widerstand und unternehmen. Gegenangriffe. Anter den chinesischen Abteilungen bei Kalgan und Rankau befinden sich vier Divisionen der reguläre» chinesischen Armee. Rach japanischen Meldungen sollen die Chinesen— drei bis vier Regimentern der 80. Division— mit Artillerie und Grabengrschlltzr» gut ausgerüstet sein. erbitterter Widerstand der Chinesen Reuter meldet zu diesen Kämpfen aus Schanghai: Die chinesischen bewaffneten Kräfte, die mit der japanischen Armee in Kampfhandlungen begriffe» sind, gehören zur 89. Armee und sind aus Schansi gekommen, wo sie in der Stadt Ran-' kau garnisoniert sind. De» eingetroffenen Meldungen zufolge hat daS japanisch« Militär einen Angriff gegen Rankau unternommen,' stieß jedoch sofort auf.ungewöhnlich he fti g e n Witz e r st a n d. Die Japaner setzten daher" den Infanterie-Angriff au» und leiteten eine starke B o mvardier»»H der Stadt mit Ekrastt- und Brand,ranaley. ein, se daß Rastest in Sl»«n- men steht. Japanischen Meldungen infolge sind die japanifchstt Truppest, bei ihrem erste» Angriff vorgerückt und' haben ein« wichtige Position ist unmittelbarer Nähe der Stadt besetzt. Ein japanisches' Aufklärungsflugzeug Meldete, daß daß chinesische Militär" die Eisenbahnbrücke zwischen Peiping und Sujtschuan an drei Stellen in der Nähe von Nanking mit Dvimmit in die Lust gesprengt hat. Bon der 89. Armee beteiligt sich an der gegenwärtigen Schlacht feine Abteilung. peiping von der Welt adgeschnitten AuS Peiping trifft die Nachricht ein, daß die Stadt von der Welt ständig aigeschnitten ist und kein« telegraphisch«»der telephonisch» Neber» landverlindung besitzt. Der Postverkehr funktioniert unregelmäßig, da daS Hostamt in Tientsin desorganisiert ist. Rach Tientsin verkehrt täglich nur. ei» Zug, der nicht genügt, um.die Massen der chinesischen Bevölkerung, die. nach Süden transportiert zu werden wünscht, zu evakuieren. Japanisch« AnmaOuns r(Havas.) Da« japanische Kpstsstlat" sandte dem Konsularkorps'«In nicht unterschriebenes Memorandum, in welchem es niitteilt, daß die japanischen Behörden di« Absicht haben, die Post. Md Telegraphenämter in der britischen Konzession und daS Telegraphenamt.in der französischen,■ Konzession zu kontrollieren, 27 japanische Kriegsschiffe vor Schanghai Repressalien für den Zwischenfall von Hungjao Schanghai.(Reuter:) Am DienStag sind in Wusung in der Rähe von Schanghai 20 japanisch« Kriegsschiffe eingetroffen. vier kleinere von ihnen fuhren klar zum Gefecht in den Hafen von Schanghai ein. Sie' passierten die: Forts von Wusung u n g e hindert. ' Ihnen folgten weitere Schiffe nach. Später sind»och sieben weitere japanische Kriegsschiffe rin- getroffen, wvmid sich die Zahl der in der Nangtse-Mündung vor Anker liegenden japanischen Kriegsschiffe aus 27 erhöht hat.'.. Die japanische Aktion hängt offenbar mit dem kürzlichen Zwischenfall auf dem Schanghaier Flugplatz zusammen. In.einer dreistündige» Unterredung'Mit Oberbürgermeister Sui. forderte der japanische Generalkonsul Okamato als Borbedingung Mr die.Regelung dieses Zwischenfalls die Zurücknahme der chinesische» Gendarmerie Md die Beseitigung aller von de« chinesischen Gendarmen angelegte» Verteidigungsstellungen. Die japanische» Kriegsschiffe laden ungeheuere Mengen von'Munition, Kriegsmaterial und Lebensmitteln.MS. Die.Japaner sind offenbar entschlossen, Gewalt anzuwenden, wenn die Chinesen ihrer Bedingung nicht zustimmen sollt«», daß auS. Schanghai di«■ militärischen Einheiten zuriickgezogen und dir BerteidigungSarieiten der Stadt geschleift werden. UWWRRWESIEI^^WMWWWWWWWWMWaWWnWWPWWWnWWWWWWWMb) England von Nazi-Agenten überschwemmt Wie die Ausländsdeutschen terrorisiert werden London. Neue Einzelheiten über di«.Tätigkeitreichsdeutscher Agenten in London werden vom „Da i,I h H erali" veröffentlicht. Dem Blatte zufolge befinden sich gegenwärttg rund 500 natio- nalsozialistische Agenten in..London, die. von einer' in ddm Bezirk. Baythwater befindlichen Zelte.aus planmäßig astbeiten. Die Führer dieser Zelle waren die drei ausgewiesenen deutschen Journa- listen. Diese Zelle stand' i n t.ä g l i ch e r B er- h i n d. u.n g m i t B'« l i n und ästbeitete besonders für ,einen.gegenwärtig in Berlin in Herstellung befindlichen.Index d e r A n's- lanirsdeutsch.e-n.^- ./ Seit Monaten feien besondere Beamten von Scotland Hard, diefließeüd deutsch sprechen, mit der tlntersuchungdieser Angelegenheit betraut gewesen. Sie hätten auch Pläne Mfgedeckt, insbesondere was die E^Njsch üjch t e r u n-g deut-l .sch er n ich t arisch er F lü ch t'l-img e; hetrifft..Die Tätsafeit dew Narjonalsozialisten ini stondön.sei. sogqr. sö weit- gegangen/"dass.-.UH Briefkästen in der Nähe der Wohnungen der betreffenden Personen geöffnet und die Briefeuntersucht worden seien. !'.. Die Berichte ginge» a n'.H e r r n B o h l e i n B e rl i n, den Führer der Deutschen im Aus» layde, d«r England ebenfalls seinerzeit verlassen musste Ferner wurden Ms London die Namen ÜM Bilder sülchec Pevsönlichkeiten Englands nach Berlin gesandt. die dem Faschismus, feindlich, gesinnt',find^ Diese Bilder.wurden dann in Berlin Ustter dem Titel'„Haffer Deutschlands" veröffentlicht. In jenen Ländern, welche ein geschlossenes 'hrütscheS Siedlungsgebiet besitzen,' werd« di« dortige Jugend, g e z w unge n, der Hitlerjugend WMMN- und,' dem Führer' sowie’ Deutschland Treu«, zu schwören.' Die Kinder'werden angewiesen, nach Deutschland zu kommen, um dort im inats-nälsoztalistischem' Geiste erzogen zu werden. ^Titel^dytMest'Nationalsozialisten> in England haben regelmäßige Zusammenkünfte. Alle Deutschen imLlnslnude, die hier leben.'sind g ezwun- g e n, der Organisation anzügehören. Stalinismus, Trotzkismus und Sozialdemokratie Der kommunistische Abgeordnete Köhler hat es Mr zweckmäßig gehalten, den Generalsekretär der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, Taub, in einem Briese auf das Treiben- der„Trotzkistenzelle" im„Sozialdemokrat" aufmerksam zu machen, die nach der Behauptung Köhlers in ihrem„Kampfe gegen die Sowjet- union" genau nach den Richtlinien des SdP- Abgeordueten S a n d n e r handle. Köhler hat den Brief, noch ehe er. eine Antwort erhalten hatte, in der„Roten Fahne" publiziert. Und in der Mittwochnummer der„Roten Fahne" wird mit beredten Worten daraus Hingeiviesen, daß die kommunistische Presse die Deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei seinerzeit vor Sanduer gewarnt habe und das; die Kommunisten sürchien, die,,Trotzlistenzelle" im„Sozialdemokrat" werde sich zu einem zwellen Fall Sanduer entwickeln. Der„Sozialdemokrat" müsse wieder ein sozialdemokratisches Organ werden(I). Köhler ist uns an und für sich zu unbedeutend, als dass wir uns genötigt sähen, uns. in eine Diskussion mit ihm eiuzulassen. Die folgenden Feststellungen, die wir als das Zentral- .o r g a n der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei machen, das für seine Haltung einzig und allein dem Parteitag und den sozialdemokratischen Parteikörperschasten gegenüber verantwortlich ist,, sind nicht, so.sehr eine Antwort an Köhler, sondern eine Abrechnung mit Men' Unberusenen. die sich unterfangest,. sich als unsere Zensoren aufzusptese».' Die Haltung unseres Blattes gegenüber der. Sowjetunion und ihren' wirtschaftlichen Leistungen ist durchaus positiv. Sie'entspricht der Haltung der Sozialistischen' Arbeiterinternationale, die insbesondere auf deren Marseiller Kongress zum Ausdruck gekommen ist. Aber wir stehen der Sowjetunion nicht kritiklos gegenüber und lehnen es insbesondere ab, sie mit dem Diktator Stalin gleichzusehen. Die Unfehlbarkeitsthese anerkennen wir nicht einmal Mr unsere eigenen Parteiführerr— sie haben auch nie auf sie Anspruch erhoben—, geschweige denn gegenüber Stalin. Die Gleichsetzung Stalins mit der Sowjetunion entspricht genau der von den Faschisten angewandten Methode, Hitler mit dem deutschen Bolte gleichzusehen. Diese Methode hat mit sozialistischer Gesinnung nicht das geringste zu tun und schadet der Sowjetunion mehr als sie ihr nützt. Für die K o m m u n i st e n möge Stalin sakrosankt sein wie der Papst für die Katholiken; für uns ist er es nicht. Bei aller Bejahung der wirtschaftlichen Leistungen der Sowjetunion, bei aller Anerkennung ihrer jetzigen aussenpolitischen Haltung wäre das Verschweigen oder gar das Loben dessen, was an schandbaren Verstössen gegen die sozialistische Moral in diesem Lande geschieht, lväre die Billigung des schnöden Treibens seiner Staatsanwälte und Henker, wäre die Zustimmung zu den Methoden, mit denen man die Opposition auSrottet, gleichbedeutend mit der. Mitschuld an der Schändung der sozialistischen Lehre, einer Schändung, für die vor allem Stalin veraniwort- lich ist. Für uns ist der Sozialismus eben mehr als dir Steigerung der ProduktionSzisfer In der Sowjetunion, für uns ist er eine Gesinnung und ein sittliches Bekenntnis. Wir werden die Stimme unseres sozialistischen Gewissens nicht deshalb zum Schweigen bringen, weil sie Stalin und jenen, die sein Brot esseii, unangenehm ist. Es ist nicht unsere Schuld, dass, in der Sotvjetunion- apf dem Gebiete der öffentlichen Moral und der Justiz so viel geschieht, das unsere Kritik heraus-' fördert. Wer nicht will, dass wir. kritisieren, der schaffe die-U r fache unserer Kritik ab. Die richtige Adresse,, an die sich die„Rote Fahne" dabei■ zu wenden hat, ist nicht die s ozialdemokra- tisch e P r esse, sondern S.t a li»., Wir haben, das sei mit aller Deutlichkeit gesagt, mst dem Trotzkismus nichts gemein, auch mit dem nicht, was die kommunistische Presse für . Trotzkismus hält und was sie als TrotzkiSninS bezeichnet. Für. sie' ist alles trohkistisch, was den Prinzipien' Stalins widerspricht und-seine Un- . fehlbarkeit bestreitet. Ustsere Stellung zum Trotzkismus hüben wir schon'vor Jahresfrist an dieser Stelle in einem grundsätzlichen Artikel kundgetan. Seite 2 Donnerstag, 12. August 1937 Nr. 188 Der große starke Trieb nach ihren Eltern, nach deren Verständnis gab ihr die Kraft, de» winzigen starren Körper an sich zu halten. Wenn der eine Arm erlahmte, nahm sie das armselige Bündel auf den anderen Arm, so behutsam, als lebte es. Und mit der eisernen Willenskraft trotziger Jugend und erwachter Mütterlichkeit ertrug sie diese furchtbare Fahrt. Frau Hardt schien sich inzwischen ganz klar zu sein, daß auch für sie ein Abschnitt beendet sei, denn ihr Erleben und Leiden mit fremden Schicksalen blieb unproduktiv für ihre eigenen Kinder und sich selbst. Nun fiel auch noch ihr bißchen Verdienst durch den Verlust der zwei Stellen aus. Auch darüber war sie nicht erstaunt, denn noch nie war ihr etwas Fortlaufendes, Geregeltes geglückt. Flüchtig und schmerzhaft fiel ihr noch ein:„Warum steht nicht einmal mein Sohn so auf der Treppe wie der junge Bert am Abend, und warum Hilst i h m nicht diese sympathische berühmte' Damei" Aber ihr Sohn eignete sich nicht, so auf der Treppe zu stehen und verzweifelt an der Wand zu lehnen. Das paßte nicht zu ihm und erzwingen kann man nichts. Sie wußte auch, daß die freundliche Welle zu ihrem Sohn nicht lange anhalten würde, nach dem ihr eigenen Gesetz der zu nahen Verwandtschaft, und der damit verbundenen nervösen Angriffsflächen. Auch etwas Neid empfand Frau Hardt, wenn sie an die ihr zum Teil bekannten Bücher der großen Schriftstellerin dachte. Statt die ungeheure Kraft an Gefühl, Zeit und Teilnahme für andere zu vergeuden, hätte sie, Frau Hardt, besser getan, auch ein Werk zu verfassen. Und je älter sie wurde, desw mehr redete sie selbstquälerisch vom Nicht-Erreichten. Bi» ihre Kinder sie anschrien:„Dann tu doch, wa» du gerne willst, schreib doch endlich und laß uns In Ruhe!" Dann weint« Frau Hardt, weil man sie anbrüllte. Es gab Streit und Jank, fruchtlose Erörterungen, aber das Buch— es blieb ungeschrieben. Sie besann sich genau aus ihrer Jugendzeit, ältere Frauen meist gräßlich gefunden zu haben, weil sie so klagten und sich wiederholten. Und jetzt war sie selber so und noch tausendmal entsetzlicher. Wenn si« sich einmal in den Spiegel sah, blickte sie«in fremdes Gesicht mit tiefen Falten an, fie wagte kaum mehr hinzusehen, weil so viele Zähne fehlten und die früher an ihr bewunderten Augen blickten verweint oder verstört. Nur bei Fremden wirkte sie beherrscht. Aber diese Beherrschung erkaufte sie mühsam und sie entlud sich in ihren vier Wänden.„Ich bin nicht in die richtige Zeit geboren" spottete sie oft, melancholisch über sich. Denn was hatte ihre damals berühmte„fortschrittliche" Erziehung genützt? Alle Kämpfe, die man damals mit der Umwelt hatte, die schweren Lösungen dunkler Geheimnisse wären mit ein großer Teil Kraft erübrigt. Ihre Jugend fiel in«ine zu einem Viertel«Machte und dreiviertel schamvoll verhüllte Zeit, welche die Entstehung del Menschen mit billigen Mätzchen umgab und die eine furchtbare Aufgabe für die grübelnde leidenschaftliche Pubertät bildete. Der Händedruck eines verehrten Menschen bedeutete mehr al» heutzutage eine Umamung. Und die Probleme, die unenträtselt an der Jugend rüttelten, sind heute sogar für Ftlmtttel veraltet. Was man leidenschaftlich zergrübelte, heute' steht e» in grellen Lettern in Ftlmreklam«. Im Grunde waren-alle BegeisterungSfähigteit und damit verbundene Schüchternheit, die noch«Hafteten,' lächerlich, und damit gelängte Frau. Hardt zu ihrem Lieblingskomplex„lächerlich" zu werden. Wir halten die Theorien Trotzkis für phantastisch und gefährlich und bekämpfen sie. Die trotzkistischc Bewegung wird von uns gewertet als das, was sie ist: als eine unbedeutende Splittergruppe im Rahmen der sozialistischen Gesamtbcwegung. Die kommunistische Presse möge in Ihrem Bestreben immerhin sortsahren, au» dem Trotzkismus einen Popanz zu machen, der Denkfaule abschrecken und die kommunistische Journalistik der Mühe entheben soll, sich über Probleme der Arbeiterbewegung mit g e i st i g e n Waffen auscinanderzusetzen. Der Vorwurf des Trotzkismus gegen Leute, die eine eigene Meinung haben, ist kein Argument; er stellt höchsten» die geistige Armut jener bloß, die ihn gebrauchen, Die Waffe unserer Kritik an den Zuständen in der Sowjetunion schmieden wir im eigenen geistigen Arsenal, über da» wir, zum Unterschied von den Unterläufcln Stalins, verfügen und die Behauptung, tvir hätten zu unserem„Kampfe gegen die Sowjetunion", den wir gar nicht führen, ausgerechnet die Schützenhilfe des Herrn S n n d n e r nötig, ist so läppisch, daß wir un» mit ihr gar nicht auseinandersetzen. Der Stalinismus, den wir k r i t i s i e- r e n, kann der Sowjetunion, die wir bejahen, höchstens zum Schaden gereichen. Wir werden nicht aufhören, ihn zu kritisieren, und wir Auch Dlmltrofffs Stellung erschüttert? Der„M a t I n" behauptet, daß neuerdings auch D i m i troff bei Stalin in UngmHe gefallen seiend daß I«' f Sji o Nieder'Pdllzeichef Stalins, die Leitung der Komintern übernehmen solle. Angeblich steht, eine große Reinigung der AnslaickSkilialen der Komintern bevor, in denen es von„Trotzkisten" wimmelt. Die Hälfte der Mitglieder des Polbllros soll laut„Matin" ausgeschlossen werden. Andere Blätter berichten von einer neuen Hinrichtungsserie im Fernen Osten und berufen sich dabei auf russische Zeitungen. Alle diese Nachrichten sind vor allem deshalb schwer zu überprüfen, weil die stalinistische Presse sich einer sehr rastinierten Methode des Verwischen» aller Tatsachen bedient. Sie sucht sich aus der Fülle der Meldungen gewöhnlich die eine oder andere heraus, die irrig, verfrüht oder nicht beweisbar ist, tun dabei unsere sozialistische Pflicht, ebenso, wie sie die anderen Blätter der Sozialistischen'Arbeiterinternationale tun, aüf die sich Köhler und die. Seinen sehr zu Unrecht berufen. Mit Herrn Sandner sind wir s elber fertig geworden« es ist eine Kühnheit, das Geschichtsmärchen indie Welt zu fetzen, die K o m m u n i st e n hätten ün» vor ihm bewahrt, dieselben Kommunisten,^ die zu jener Zeit in Preußen gemeinsame Sache mtt de» Hakenkreuzlern gemacht haben. Darüber,. ob unsere Presse der geistigen Haltung unserer Partei entspricht, befinden, das sei nochmals mit allem Nachdruck gesagt, lediglich die Körperschaften unserer Partei, die cs ablehnen, von Köhler und der„Roten Fahne" Weisungen und Beschwerden entgegenzunehmen. Unsere Parteikörperschaften legen im Gegenteil großen Wert darauf, von den Stalinisten Mit solchen Weisungen und Beschwerden nicht mehr belästigt zu werden. Wir sind es gewohnt, Über unsere eigenen Parteiprobleme zu diskutieren, denn wir sind eine demokratische Partei. Und wir werden uns. um so weniger einer außerparteilichen Zensur unterwerfen, wenn er sich dämm handelt, die für die gesamte Arbeiterbewegung und die Sowjetunion gefährlichen Bocksprünge de» Stalinismus zu beleuchten. dementiert sie leidenschaftlich und lenkt so das Interesse von den neunzig Prozent beweisbaren und zugcgsbenen Nachrichtemnaterlals ab. Ja, wenn derselbe Würdenträger, dessen Verhaftung gestern noch entrüstet dementiert wurde, morgen spurlos verschwindet, so- geht da», nach dem vor« ausgegangenen Lärm sben unbeachtet unter-, 72 sibirische Eisenbahner 1 hlngerlchtet Moskau. Wie die ostsibirische„Prawdä" aus Irkutsk berichtet, hat dort ein neuer Monsterprozeß stattgefunden, der mit der Hinrichtung von 72 Angestellten der ostfibirlschen Eisenbahn endete. Sie waren beschuldigt worden, einer Gmppe terroristischer und trotzkistischer Saboteure und Spione angehört und am 19. März bei Komso- molsk einen Zug vernichtet zu haben, wobei 14 Personen getötet und 80 schwer verletzt wurden. Löhne unter Hitler , Am IS. November 1918- wurde zwischen Hen deutschen Arbeitgeberverbänden und den Gewerkschaften ein Berträg geschloffen, durch den sich die Arbeitgeber zur Anerkennung der Gewerkschaften vePflichteten.' Bon diesem Vertrag nahm daß Lohntarifwesen in der Republik seinen Ausgang. Die Löhne wurden von den Sachverständigen beider Parteien in langwierigen Verhandlungen ausgehandelt. Kam e» zu keiner Einigung, so konnten di« Arbeiter streiken, und nur wenn der Wirtschaft Gefahr drohte, konnte der Staat mit einem Schiedsspruch' eingreifen, der für verbindlich erklärt werden konnte und dann sowohl die Arbeitgeberverbände wie auch die Gewerkschaften in gleicher Weise band. Da der Eiysluß der Gewerkschaften auf den Staat bedeutend war, ließen e» die Untemehmer nicht gern auf einen verbindlichen Schiedsspruch ankommen. Die Stellung der Gewerkschaften bei den Verhandlungen war also stark. Für die Tarife, die so zustande kamen, galt der Grundsatz der Allgemeinverbindlichkctt und der Unabdingbarkeit. E» konnte also keine Außensetter geben, und es konnten auch nicht durch private Abmachungen einzelne Bestimmungen aufgehoben werden. Uebcr die Ausführung de» komplizierten BertragSwerke» wachten die- von den Arbeitern, frelgewählten Betriebsräte. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Bezahlung von Ueberstunden zugewendet, die mitunter über die normale Arbeitszeit von acht Stunden im Tag hinaus geleistet werden mußten. Nur wenn di« Ueberstunden eine Ausnahme blieben und wesentlich höher bezahlt wurden al» die normalen Arbeitsstunden, blieb der Achtstunden- Tag eine Realität. Es versteht sich von selbst, daß die Arbetter freizügig waren, also nicht gehindert werden konnten, aus einem Betrieb in«inen änderen zu gehen. Fanden'kie keine Arbeit, so sorgte die ArbettS- losenversicherung für ein immer noch erträgliches Auskommen. Infolge diese» System» gehörte der deutsche Arbeiter in der Zeit von der Stabilisierung der Mark bis zum Ausbruch des Dritten Reichs zu den bestbezahlten Europas. Der Wandel, der seitdem eingetrcten ist, ist ungeheuer. Die Gewerkschaften haben zu existieren aufgehört. Jeder Versuch, ihre AÄeit. fortzusetzen, wird mtt Zuchthaus bestraft. ES gibt nicht mehr Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die. al» gleichberechtigte Parteien miteinander verhandeln, sondern nur noch eine BetriebSgemeinschast, deren Führer der Unternehmer ist, während die Arbeiter al» sein«„Gefolgschaft" ihm zur Treue ver- pflichtet sind. ES gibt infolgedessen keine Betriebs- ritte, sondern nur sogenannte Vertrauensräte, die so heißen, weil sie da» Vertrauen der Arbeiter nicht besitzen und ihnen aufgedrängt sind. Aber auch diese Vertrauensräte dürfen nicht allein unter sich beraten, sondern nur in Anwesenheit de» Unternehmer». Die Freizügigkeit ist aufgehoben, der Arbeiter an den Betrieb gebunden. An die Stelle de» Tarifv e r t r a g e s, der von beiden Parteien vereinbart ist, tritt die Tarif, ordnu ng, die von oben diktiert wird. Wa» ist da» Ergebnis dieses System» für die Arbeiter? In der ersten Zeit nach'dem nattonalsoziali- stischen Umsturz wurde versichert, daß an dem sachlichen Jnhaü der Tarifverträge nicht» ge- t ändert werden solle. E» sollten im großen und ganzen die alten Tarifsätze gelten, Inzwischen begannen aber die, Leben»mitttlpreis« zu steigen, so daß bei gleichbleibenden Miniwallöhnen, die Reallohne sanken. Jedoch blieb es nicht dabei. Wie die„Deutschländ-Beiichte" der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in-ihrer neuesten Ausgabe auf Grund-fine» umfassenden Tatsachenmaterials nachweisen, stich auch die Nominallöhne in weitem Umfange gesenkt worden. Bei den Bauarbeitern z. B. beträgt die Senkung seit Ende 1982 je nach der» besonderen Kategorie und dem Ort 2 bi» 19 Prözent. Für einen großen Teil der deutschen Arbeiter steht es also schon so, daß sie bet gesteigerten Lebenskosten'mit einem auch ziffernmäßig verringerten Einkommen vorlieb nehmen müssen. Lohnerhöhungen, die in einzelnen Fällen gemeldet werden, widersprechen diesem System keineswegs. Während die Gewerkschaften darauf bedacht waren, ein übersteigertes Hetztempo in den Betrieben zu vermeiden, und auch schwächeren Kräften das Mitkommen zu ermöglichen, verfahren die Nazibehörden nach den Prinzipien der sogenannten Leistungslöhne. Besondere Leistungen Iverden besonders belohnt. Andererseits werden die Löhne weniger guter Arbeiter oder auch ganz allgemein die der Jugendlichen, gesenkt. Will der Arbeiter bei steigenden Lebenskosten und finkenden Nominallöhnen sich und sein« Familie erhalten, so muß er Ueberstunden leisten. Nun besteht aber die Tendenz, die Differenzie, rung zwischen Ueberstunden und normalen' Arbeitsstunden zu verkleinern und sie schließlich ganz zum Verschwinden zu bringen. Da» bedeutet für den Arbeiter die Notwendigkeit, noch mehr lieber» stunden zu leisten, um da» alte Niveau zu halten. ES bedeutet aber auch, daß normale Arbeit»« zett und Ueberstunden zu einer Einheit verschmelzen, so daß der Acht-Stunden-Tag praktisch zu existieren aushört. Jetzt schon liegt eine ganze Reihe von Tarifforderungen vor, in denen der Acht-Stunden-Tag für zahlreiche Ärbeitergruppen aufgehoben und die 64« und Sll-Stundenwoche festgesetzt wird.' Verlust der Koalitionsfreiheit, der Freizügigkeit, der konstttuttonellen Rechte Im'Betrieb, des tariflich gesicherten Lohnes, des Acht-Stun- den-Tages— wie ertragen die Arbeiter alles das? ES ist nicht allein der Terror, der bewirkt, daß-sie das alles ertragen; die nattonalfoziali- stifche Demagogie und eine gewisse Elastizität im Gewähren von Zugeständnissen wagen auch das ihre dazu bei. Die Provaganda weist immer wieder darauf hin,, daß Hitler Millionen wieder in Arbeit gebracht'hat. Das System de» Leistungslohnes, der Prämien und der Gratifikationen trägt dazu bei, die Arbeiterschaft zu spaüen und «in Gefühl der Solidarität nicht aufkommen zu lassem Als«In geschickter Schachzug-erweist e» sich, daß das heutige Regime auf die Frage- der Urlaubs fein besonderes Augenmerk gerichtet hat. Zwar gab e» auch schon in den Tarifen, die Vie Gewerkschaften erkämpften, Bestimmungen über bezahlten Urlaub, doch ist nicht zu leugnen, daß das Regime auf diesem Gebiet weitergegangen ist. Im Durchschnitt gilt jetzt ein Urlaub von sechs Tagen im ersten Beschäftigungsjahr nach einer Wartezeit von sechs Monaten. Der Urlaub steigt dann mit den Jahren der Beschäftigung bis auf zwölf, manchmal bis auf achtzehn Tage. Dafür, daß die Urlauber im Sinne des System» beeinflußt werden, sorgt dann die Organisatton„Kraft durch Freude". Alle diese Dinge tragen dazu bei, daß die I große Masse der Arbeiter bis jetzt noch keine Nei- ZlonistenkongreO gegen Teilungsplan Aber für weitere Verhandlungen mit England Zürich. Der Zionistenkongreh hat Mittwoch mit 300 gegen 168 Stimmen eine Resolution angenommen, durch die die Verhandlungen mit Grostlritannien gebilligt werden und der Plan zur Teilung Palästinas als undurchführbar algelehnt wird. 20 Delegierte nahmen an der Sitzung nicht teil, sieben Delegierte enthielten sich der Stimme. In der Refolutton heißt e» unter anderem: Der Kongreß erklärt, daß für die Schlußerklärung der Königlichen Kommission, daß die nationalen Bestrebungen des jüdischen Volkes und der Araber in Palästina nicht zu bereinigen seien, keinerlei Grundlage vorhanden ist. Er be stätigt die Bereitschaft des jüdischen Bolle», mit der arabischen Bevölkerung Palästinas zu einer friedlichen- Verständigung auf der Grundlage gegenseitigen Verständnisses für die Rechte und die Freiheit der Entwicklung beider Völler zu gelangen. Der Kongreß erllärt-den von der Königlichen Kommission eingebrachten Teilungsplan al» u n a n n e h m b a r. Er bevollmächtigt die Exekutive, in Verhandlungen einzutreten, um die genauen Bedingungen der britischen Regierung für die borgeschlagene Errichtung eine» Judenstaates festzustellen. In diesen Verhandlungen darf die Exekutive weder sich selbst noch die zionistischen Organisationen binden. „Weißt du", sagte fie in der plötzlich erwachenden Vertraulichkeit eines Beschlusses, mit der bisherigen Lebenweise abzutun, ,,e» gibt so einen Ausdruck.Mmmerer" für«inen Menschen, der immer>in fremde Angelegenheiten verwickelt ist. Ich bin so eine„Kümmerin", und da» ist auf die Dauer lächerlich. Ich halbe auch immer gelacht über eine Bühnenfigur, die zum Beispiel auf„Typifch" festgelegt ist. Nun bin'ich selber so eine komische Alt«. Alle» verfehlt—" Und dann berichtete sie ganz stoh ihrem Sohn, daß sie die zwei Stellen ausgegeben hätte. Und schloß zögernd mit der Beichte von der Hergabe der letzten zehn Franken. Er ärgerte sich furchtbar.„Aber Mama, wie willst du denn leben ohne dein Existenzminimum I" rief er nervös.„Du nimmst ja fogar schon fremde» Geld! Meine- mühsam behüteten zehn Franken. Nächstens lasse ich mir. überall Schlösser anfertigenI— Die gibst du noch so einem verschrobenen Aestheten und an mich denkst du keine Sekunde. Ich kann dir auch nicht helfen, denn wenn ich einmal ein wenig Arbeit habe rind ein paar Groschen verdiene, so reichen sie doch im Leben nicht für zwei. Da. Mutzten erst einmal einige Pfandscheine ausgelöst'werden und wa» noch alle» geschehen mützw, um pur einigermaßen zu«xistierenl Noch nie in deinem Leben hast du praktisch denken können. Wie kann man nur au» sinnlosem Zorn zwei Stellen auf einmal aufgeben 71-Laß doch die Leute, wie sie sind. Du -Anderst nichts an ihnen. Am wenigsten Mit söge»! nanntem„Stolz"! Die Folge ist, dah ein anderer-das Geld kriegt und du nichts!" -„Nein"-—'schluchzte die Mutter,«da geh' ich'ttiemals mehr hin! Es gibt eben fo Momente, wo'einmal da» Ventil für alle» Erlittene und Erlebt« geöffnet werden'muß. Ich weiß," schloß steer Tschechoslowakei. Bei den Lehrlingsprüfungen der Fachgenoffenschaft der konzessionierten Elektrotechniker in Leitmeritz wurde unter den 18 Lehrlingen auch ein Mädchen freigesprochen, da» jetzt seine Lehrzeit' beendete. Brunhilde Brandner, die Tochter eine» in Leitmeritz tzerstorbenen Elektrotechnikers, ist daS erste Mädchen iniünserer Republik, das die Lehrlingsprüfung mit, gutem Erfolg bestanden hat. Juzendurlaut in der Schwei,. Di« herrliche Schweiz war dieser Jahr da? Ziel der Jugend- Urlaubsfahrt der Allgemein enA n g e- stellt en« P er b and« S, an der sich, über 80 Jungen, und Mädchen beteiligten. Di« Fahrt berührte bei- ortskundiger Führung die bedeutendsten und schönsten Ort« und Gebiete der deutschen und«ine» Teile» der französischen Schweiz. Ueberau» interessante Städtebesichtigungen Ivechselten mit schönen Bergbesteigungen tib. Das unausgesetzte Beisammensein Wt. Schweizern, vor allem mit der schweizerischen gewerkschaftlichen Äugend, gab reichlich Gelegenheit zur gegenseitigen Bekanntmachung und zur Pertiesubg der fteundschaftlichen Beziehungen. Dar -Völlig« Gelinge.^ der Fahrt veranlaßt den Allgemeinen Angestelltenverband, seine billigen Jugend- Urlaub?jährten in? Ausland fortzusetzen. Rach fast fünfwöchiger Dauer deS Streikes der Handschuhmacher in JoachimSthal, Wiesenthal, Stolzenhain und Umgebung, die für Prager Firme» arbeiten, fanden Mittwoch nochmals Verhandlungen beim Gewerbeinspektorat in Karlsbad statt. Rach mehrstündigen Verhandlungen gelang eS,, b i c Forderungen der Arbeiter restlos durchzusetzen. Für alle Akkordarbeiten, die neu verausgabt werden, erhalten die Handschuhmacher 18 bis 2V Heller Zuschlag pro Paar. Der Tarifvertrag wird bis Ende 1988 verlängert. Als Weihnachtsgratifikation erhalten die neu eintretenden Handschuhmacher 75 AL, die über fünf Jahre Beschäftigten nach dem Ermessen deS Unternehmers Wir haben gestern über eine soziale Mtion berichtet, die auch im sudetendeutschen Gebiet durchgeführt werden wird. Sie wird darin bestehen, die minderbemittelten Schichten mit einem gewissen Quantum Zucker zum ermäßigten Preise von zwei AL zu beliefern. Diesen Zucker sollen vor allem Arbeitslose erhalten, welche sonst auf den Bezug der Ernährungskarten angewiesen sind und die nun für einen bestinunten Betrag etwa dreimal so viel Zucker erhalten al? sonst. Aber auch Arbeitslose, die im Genuß einer gewerkschaftlichen Unterstützung stehen, sollen von dieser Aktion nicht ausgeschlossen werden und schließlich können den billigen Zucker auch sonstige bedürftige Menschen erhalten. Die Verteilung des billigeren Zuckers ist«in« der vielen Aktionen, welche im Laufe der letzten Jahre getätigt wurden, man erinnert sich, daß früher schon ebenso Kohl«, Kleider, Schuhe, Kartoffeln, Grieß, Mehl und andere Lobensmittel und Bedarfsartikel zur Verteilung gelangten. Die letzte Aktion rmn wird von den Gegnern der Regierung dazu benützt, um den sozialen Charakter der Zuckorverteilung anzuzweifeln. Wir höben schon gestern erzählt, daß die SdP-Presse den Koalitionsparteien vorwirft, daß den Zucker nur deren Anhänger eichalten werden und daß auf diese Weise Seelenfang getrieben wird. Dieser. Borfturf. wird von einer Seite erhoben, welche mit der„Sudetendeutschen Volkshilfe" eindeutig politische Ziele verfolgt und arme Leusel, hungrige Menschen dadurch in ein Abhängigkeitsverhältnis gebracht hat. In dasselbe Horn stößt nun auch die „Rote Fahne", so daß«S zu einer faschistisch-kommunistischen Einheitsfront gegen den billigen Zucker gekommen ist- Henlein und Gottwald. Sandner und Köhler marschieren wieder—wie so oft— In einer Reihe. Dabei hat die faschistische Presse da? Zeichen gegeben und auf ihrem Pfiff hin begann die kommunistische Presse zu tanzen. Wie aber sind die Tatsachen. Im sudetendeutsche» Gebiet steht di« Verteilung des billigen Zuckers unter der Aufsicht deS Ministeriums für soziale Fürsorge. Richt ein« Parteistelle, sondern eine staatliche Behörde ist Brüx. Teilstreiks auf einigen Schächten bildete» die Veranlassung zu einer gemeinsamen Aktion der Bergarbeiterorganisationen des gesamten nordwestböhmischen Braunkohlenreviers zür Erhöhung der Zahl der wöchentlich befahrenen Schichten, Mittwoch vormittags erschienen beim Revierbergamt in Brüx die Vertreter der Bergarbeiterorganisationen deS Reviers, Vertreter deS Revierrates sowie der Betriebsräte qnd Belegschaften einzelner Grube» und überreichten die Forderung nach Einführung einer vierten ArbeitSschtcht in der Woche. Auf diese Förderung wird in einer Konferenz, dir von dem Revierbergamte für den 18. d. M. einberufen wurden mit den Vertretern der Bergwerksunter- nehmungen»erhandelt werden. vne Arbeltslosentragtfdle vor Gericht ' In Tr i e b e n d o r f, einem Jndustriedorf bei Mährisch-Trübau, wurde vor mehr als viex Jahren von den damaligen Besitzern ohne ersichtlichen Grund die ehemalige Baumwollweberei Abele?& Comp., in der über 800.Leute beschäftigt wären, stillgelegtl Bon jenem Tage an begann— wie auch vielfach anderwärts, man denke bloß an Rothau und Holleischen— für die, Triebendorser Arbeiterschaft und. ihre Gemeinde eine erschütternd«'Tragödie.'ES war der einzige Fabrikbetrieb, im Orte, viele Hunderte Menschen? wurden samt ihren Familienangehörigen in daS Nicht? geschleudert und die Ortschaft geriet in finanziellen Ruin.")'• Diese' unselige' ArbeitSlosenträgödi« wurde am 7. August diese» Jahre? vor Gericht neu auf«' einen höheren Betrag. Eine Maßregelung erfolgt nicht, alle Handschuhmacher werden mit den alten Rechten wieder in die Betriebe aufgenommen. Am DonnerStag wird in allen Filialbetrieben die Arbeit aufgenommen und der Streik damit alS beendet erklärt. Durch diesen Abschluß ist der Lohnkamps nunmehr in der gesamten Handschuhindustrie beigelegt worden. Den herrlichen Erfolg verdanken die Handschuhmacher ihrer Disziplin, Geschlossenheit und AuSdauer und nicht zuletzt dem BekleidungSarbeiterver- band in Reichenberg, der als Interessenvertretung der Arbeiter alles aufgeboten hat, um diesen Erfolg zu sichern. Kote Falken auf großer Fahrt Seit dem 22. Juki sind 220 Rote Falken au? dem sudeiciideutichcn Gebiet auf einer Ferienrcise. Aussigcr Falken sandten uns diesen Bericht: Wir bringen allen Lesem die herzlichsten Grüße aus dem Internationalen Zeltlager. Es sind für uns herrliche Tage, die wir hier verbringen können und sie werden sicherlich allen ein unvergeßliches Erlebnis bleiben- Die Arbeiterolympiade in Antwerpen hat auf uns einen großen Eindruck gemacht und wir sind mit Stolz in dem prächtigen Fcstzuge mitmarschicrt, wußten wir doch alle, daß e? ein Triumphzug der Arbeiterschaft ist. llnserc große Angst vor der Ucbcrfahrt nach England war ganz unbegründet, denn cs war nicht halb so schlimm, al? wir eS uns vorgcstcllt haften; im Gegenteil, von der gefürchteten Seekrankheit war sehr wenig zu spüren. Das Löben in der Internationalen Kinder« restublik in Brigthon ist sehr schön. Es bringt uns neben vielen lustigen Stunde» auch Tage ernster Arbeit. Wir leben hier mit Arbeiterkindern verschiedener Nationen zusammen und wir wollen recht viele Stunden in gemeinsamer Arbeit, das heißt bei Spiel, Tanz und Wandern verbringen. Es ist eine wunderschöne Gemeinschaft und c? gibt oft viel Spaß, wenn wir uns mehr mit den Händen als mir dem Munde verständigen müssen. Wir hoffen, daß wir weiter so schönes Wetter haben werden, wenn wir auch abend? wegen des berühmten Nebels oft früher als uns lieb ist die Zelte aufsuchen müssen. Um so angenehmer ist am Tage die heiße Sonne. Unser Lager liegt ganz in der Nähe des Meeres, so daß wir auch Salz» wasser schlucken und Ebbe und Flut bewundern können, was viele der hier lebenden Falken wohl das erstemal erleben. Wir wollen Euch nur noch sagen, daß es auf uns einen großen Eindruck gemacht hat, als wir mit eigenen Augen sehen konnten, daß auch in anderen Ländern die Arbeiterkinder zusammenhalten und daß eine Verbindung mit den Kindern aller Nationen etwas Wunderschönes ist. Freundschafti Goethe heim Bund der Deutschen unbeliebt Bor kurzem wurde das Haus des verstorbenen Apotheker? I a n o t a in Falkenau vom Bund derDeiitschen gekauft. Dem gutdeutschen Geschäftsmann Lindner wurde vom neuen Besitzer des Hauses gekündigt, dadiirch wurde Lindner existenzlos. Aber der Bund der Deutschen hat auch eine Marmor-Tafel, die an einen Besuch Goethes in Falkenau erinnerte, von dem Hause entfernen lasse». Goethe ist also beim Bund der Deutschen unbeliebt. Der größte Dichter der Deutschen ist übrigens auch im Dritten Reich nicht sehr geachtet, denn er ist ein Dichter der Menschlichkeit. So hat denn der Bund der Deutschen wieder einmal bewiesen, daß ihm nichts so sehr verhaßt ist, wie die wahre deutsche Kultur. Ihm ist die„Kultur" der ReichstagSbrandstister und Kameradenmörder lieber, deren Herrschaft heute das unglückliche Deutschland auSgeliefert ist. Die Liquidierung der deutsche» Bolksbank beginnt endlich. Dieser Tage wurde durch die Beamten der Hypothekenbank, die zufolge Regie- rungsverovdimng mit der Durchftihrung der Liquidierung der deutschen Volksbanl für Böhmen in Leitmeritz betraut worden ist, die GeschäftS- fiihrung der Volksbank übernommen. Die Liquidierung wird von Prokuristen Pkenicka der Hypothekenbank mit einem neuerlich verringerten Beamtenstande unter der Oberleitung des Direktors Bürger durchgeführt werden. Direktor Bürger hat inzloifchen die Geschäftsführung der deutschen Landbauk Tetschen übernommen, deren Liquidierung gleichfalls unter feiner Oberleitung erfolgen wird. Ezalositzer Gemeindevorsteher unter dem Berdacht der Amtsunterschlagung verhaftet. Montag nachmittags wurde nach einer von der Bezirksbehörde in Leitmeritz beim Gemeindeamt in C z a l o s t tz unvermutet vorgenommenen Revision der Kassenführung der Gemeindeverwaltung der Gemeindevorsteher Kühnel verhaftet, da bei der Kassaprüfung ein Fehlbetrag von Mer 80.000 Xi festgestellt wurde, wofür Kühnel haftbar gemacht wird, Vorsteher Kühnel war schon lange Zeit in finanziellen Schwierigkeiten, eS liegt deshalb der Verdacht einer Veruntreuung vor. ES wird angenommen, daß er die Gelder für persönliche Zlvecke auSgegeben hat. Kühnel wurde dem UntecsuchungSgericht in Leitmeritz eingeliefert. Es ist das im Laufe der letzten Lahre der dritte Fall, daß der Vorsteher sich Malversationen zuschulden kommen läßt. Kühne l/g cbört der örtlichen Leitung derS dP a n. Billigerer Zucker Faschistisch-kommunistische Einheitsfront Segen eine soziale Aktion Bergarbeiter fordern die vierte Schicht also die oberste Kontrolle. DaS Ministerium wird Richtlinien herausgeben Und gemäß diesen wird die Berteilung erfolgen.- Daß eine gentralböhävde bei der Berteilung nach der politischen Gesinnung der sich Meldenden fragen wird, ist geradezu absurd. Dabei werden die Bezirksbehörden sowie die Bezirks- und Gemeinde-Soztalkommiffionen, die doch eine reiche Erfahrung in sozialen Aktionen besitzen und über eine Kenntnis der lokalen Verhältnisse verfügen, Mitwirken. Die Anweisungen werden den Stempel der Bezirks- und Gemeindebehörde haben— cs wird also in der Tat eine unabhängige kontrollierte Berteilung sein. ES geschieht eben alles, um ein« gerechte Durchführung der ganzen Akfton zu geivährleisten, die Bedürftigkeit soll entscheiden .und nichts anderes. DaS ist menschlich, das ist demokratisch und Faschisten und Kommunisten haben nicht die sittliche Berechtigung, die Berteilung des Zuckers in der erwähnten Weise zu kritisieren. Wir werden«nS weder von den Anhängern Hitlers noch von jenen Stalins Lehren über Menschlichkeit und Gcsinnungsfreiheit erteilen lassen. Das faschistische Regime in Deutschland und die -russische Diktatur kennen keine MeinungS- und Gesinnungsfreiheit und«rsftcken und erschießen die Menschlichkeit in den Konzentrationslagern der Gestapo und den Gefäugniskellern der Ascheka. Sie mögen beide zur Kenntnis nehmen, daß wir unS von ihnen keine Moralpredigten halten lassen, weil ihre politische und menschliche Moral tief unter unseren demokratischen, Humanitären sittlichen Auffassungen stehen. Wir werden die im Interesse der unbemittelten Schichten liegenden sozialen Aktionen durchführen in dem Bewußtsein, daß die kleinste Tat der Sozialdemokratie den ärmeren Bevöl- kerungStcilen mehr nützt als die größte Phrase der SdP und KP8, die einander wieder einmal gefunden haben. Sie sind einander wertgefrischt. Die Menschen dort draußen hatten seinerzeit gehofft, daß der Betrieb wieder einmal sein Tor öffnen werde... Aber eines Tagewürde das Fabriksobjekt einem Alteisenhändler aus Göding verkauft und die Triebendorser Arbeiter mußten zusehen, wie man das Haus abzutragen begann. Das war am 18. Juli 1988. Die empörten Menschen drangen an jenem 18. Äult 1938 in den Fabrikhof ein. Die Ocffent- lichkeit erhielt Kunde von den Vorgängen und die Verzweiflungstat der Baumwollweber von Triebendorf war von dem Erfolg gekrönt, daß die Abtragung des Fabriksgebäudes eingestellt werden Müßte. Heute läuft dieser Betrieb wieder bei eingeschränkter Kapazität. Aber jener Mteisenhändler namens Bernhard Piräk, der vor den Arbeitern mit dem Revolver herumfuchtelte, sand den„Mut", 21 Arbeitslose wegen„Hausfriedensbruchs" anzuklagen. ■ Die Hauptverhandlung darüber fand am 7. August, vor einem Senat des Brünner KreiSge- richtes statt. Sämtliche Angeklagten wurden von Dr. Emil C z e ch(Brünn) verteidigt. Vier Angeklagte wurden vollständig freigesprochen und die übrigen sind bedingt zu zwei, beziehungsweise Monate verurteilt wordey, mit zweijähriger Bewährungsfrist. Dann werden dies« „Strafen" gelöscht sein. Als tatsächlicher Angeklagter steht aber die fluchbeladene kapitalistische Gesellschaft da. H. H. Bergarbeitertod Der 80jährige Bergarbeiter EliaS Bradl aus OberleutenSdorf geriet im„Johann II"« Schachte bei Maria-Ratschitz zwischen zwei Hunte, wobei ihm der Brustkorb«ingedrückt wurde, Bradl Mrd« tot aitfgefünden.' Nr. 188 Seite 4 Donnerstag, 12. Jtyflnft 1037-'-, Frauen in Asiens Entscheldiinaskampf auch in Europa nicht unbekannt. Nur wenige wissenabhr,, da», auch dtp Wertvollste- Kraft- der brttischen Pirqtenabwith'r zü' Hvstgkong eine- Mau list: D chi's y^M, e n g,Ächter-ei.nes.irischen Aben- teurerS-lmd einer Chinesin,"v.or>fünf,'Jayrey Ka- pitänin sdes Pi'rÄten.schisfeS; iSun"', heute Son«. derkomMissarist der' Hafenpolizei"von- Hongkong. Der:-.berühmteste.Ruüdfunistäi:--Japans, dcffen,Schallpiät'ten--zu' Hunderttauföndeü"bis nach Bängkrck,- Jakutsk'.und. Hawäi verkauft-.werden,? ist-, ei,ne^Früu: K-aä su ta ro/b.iS^ Vor acht Fahrest'Geisha'.in eln'etn'TeehaUS- zu Niigatä,-''.' . Did-Seele. der jäpgn.frdliiidlicheu' Anschluß- becheüstn.ll. ägf den-Philippingn' ist--eine Fräux OIs englischen Luftstreitkräfte über London lieber London, fanden die bisher umfangreichsten. Luftmanöver- Englands statt,-für die etwa -100 Flugzeuge aller Gattungen, von-den schwersten.Bombern bis zu den leichten, schnellen Jagdmaschinen, eingesetzt wurden. Mit Gasmasken-ausgerpstete Mannschgften? txagen die Bomben zu de» Flugzeugen.— Das Urteil der Schiedsrichter lautete:^ Im-Ernstfall wäre- London'ein rauchender Trümmerhaufens, .Vorn Rundfunk ImptahleniwsetM aus den Prosrammani - Freitag Prag, Sender I: 10.08: Deutsche Presse und Weiterbericht. 11.05: Schrammelkonzeri.- 18,88: Börse und Wetterbericht(deutsch). 14.00: Deutsche Sendung: Barockfest im Garten, ein'Hörbild,' 17.06: Botksstümlichcs Konzert' der Tschechischen Philharmonie, Weber, Tschaikowski. 18.08: Deutsche Sendung, Stift Kladrau, eine Hörfolge. 18.88-Deutsche A r b ei t e r s e-st d u-n g: Ak t u e l.l e 10 Mist u't e n? 18.48: Deutsche Preffe und Wetterbericht. 18.68: Deutscher Kulturbericht.- 21:18: Beethoven: Septett ES«Dur.— Prag, Sender, Ur 15.15: Tanzmusik auf Schallplatte». 16.18: Deut« - sche Sendung: Edvard Grieg— ein musikalisches Lebensbild. 16.60 Deutsche Preffe. Brünn: 14.26:- Quartett, Schallplatte». 17.40: Deutsche Sendung: Schallplatte»— Proben aus Büchern .von Ha»S Sachs his Wilhelm Busch. 18.18: Lieder aus der Lausitz, Schallplatte».-—Pressbnrg-' 14.00: Deutsche Presse und Wetterbericht. 19.10! Welcher, welcher Strauß?— Kascha»! 20.46: GesangSkon« zert.— Möhr.-Oftraur.18.10: Deutsche Sendung: Reise durch Karpathorußland Klavierkonzert.-j Die drei Schwestern Soong sind nicht-die-einzigen Frauen, die wichtige Fäden der entscheidenden-Dinge in Fernost in ihren kleinen gelben Händen halten. Freilich gehört die Kaiserin von Mandschukuo ebensowenig zu ihnen wie,, die Gemahlin des Mikado. Die Rolle der japanischen Kaiserin ist rein repräsentativ; mit aktiver Politik Hai sie-Nichts zu tum Nur eine einzige japanische Herrscherin hat diese von tausendjähriger Tradition gezogene Grenze' zu sprengen vermocht: Kaiserin Saiako, die Gemahlin des Mikado Muisuhito, die nicht nur die ersten sozialen Einrichtungen Japans schuf, sondern auch an dem künstlerischen und.literarischen Leben des Landes regen Anteil nahm. Die Gemahlin HirohitoS hat nicht ihr' Format; sie ist die mit göttlichen Ehren bedachte Gemahlin des Herrschers, aber sie hat weder die Fähigkeit noch auch nur den Ehrgeiz, Herrscherin zu sein. Auch die Gemahlin des Mandschu-Kaisers Kang-Teh, die in der englischen Konzession von Tientsin auswuchs und dort den gar-nicht chinesischen Vornamen„Elisabeth" erhielt, regiert nicht. Sie ist Christin anglikanischen Ritus' und darum ihren buddhistischen Untertanen mehr oder weniger eine Fremde geblieben. Wohl aber ist sie, ohne eigenes Wissen und Wollen, für eine andere Frau zum gefügigen Sprungbrett in die hohe Politik geworden. Die gestohlene Kaiserin Als der damalige.„Mister Pu-gi" mandschurische» Thron bestieg und die Japaner in Jehol einmarschierten, befand sich die neue Kaiserin noch in Tientsin. Die Chinesen ließen sie nicht aus den Augen und zeigten nicht wenig Lust, sie beim ersten Verlassen ihres Palastes oder gar der Fremdenstadt als Geisel festzunehmen. PurAi forderte jedoch als Grundbedingung für seine Zustimmung, sich in den Kaiser„Kastg-Teh" zu verwandeln, die Befreiung seiner Gemahlin. Der Chef der chinesischen Angelegenheiten im japanischen Generalstab, Oberst Jtagaki, übertrug diese heikle Mission der jungen Prinzessin Uoshiko Kawafhima, Tochter eines Mandschu- FUrsten und einer Japanerin. Sie hatte als Amazone im japanischen Expeditionskorps gekämpft, sich bei der Einnahnie der Festung Hwai-Ngan ausgezeichnet, eine wichtige Sondermission in Schanghai erfolgreich durchgeführt und sich so das uneingeschränkte Vertrauen der japanischen Heeresleitung erworben. An Bord eines japanischen Torpedobootes fuhr sie nach Tientsin, kundschaftete in der Ver- kleid'ung einer Taxichauffeurin' einige Tage die Oertlichkeiten aus, drang dann mit mehreren als chinesische Soldaten verkleideten Japanern, in den Palast ein,„verhaftete" die Kaiserin, schaffte sie in ihr Auto und brachte sie dastn auf allerlei Umwegen,. um den zahllosen, die Stadt durchstreifenden chinesischen Patrouillen zu. entgehen, sicher zum Häfen, wo Enifiihrer und Sntführte ein japanisches Kriegsschiff bestiegen. Seit diesem Tage ist Uofhiko Kawashima eine der wichtigsten ünd einflußreichsten Persönlich- feiten der japanischen Kontinentalpolitik, und General Doihara, der inzwischen, die Nachfolge Jta- galis übernommen hat,- unternimmt keinen wichtigen Schritt, ohne zuvor ihre Meinung eingeholt zu haben.- Das Haar der Unbekannten. Schischiru Tokada, die einstige japanische Sprachlehrerin aus Schanghai, hat vielleicht nicht geringere Leistungen aufzuweisen als ihre berühmte mandschurische Kollegin, aber nur wenige außerhalb des. Fernen Ostens kennen ihren Namen. Eüi schweres Lungenleiden hat sie vor einigen Jahren gezwungen, sich von der aktive» Politik— oder dem, was man in Fernost so, in Europa jedoch ganz anders, nämlich Spionage, nennt, zu- rllckzuziehen; in einem Sanatorium zu Kobe siecht sie, trotz der Hilfe der bedeutendsten Aerztc Nippons, langsam dahin.- Die' Namen der Chinesin Tschang« t'schan-tiao, der Amerikanerinnen Hella Bondy und May Scott, der Russin mit dem englischen Namen Kay Murphy und anderer, gelber, und weißer Frauen, die-in. den immer noch existierenden Piraten-Orgätlisatioiien der chinesischen.Südküste eine Rolle spielen, sind „Aussöhnung" In der Aula.-der Berliner Universität wurde am Montag der 12. Internationale Ho m ö o p a- t h.i s ch e K o n g r e ß feierlich eröffnet, so feierlich, daß-sogar kein Geringerer, als der „Reicksminister" Rudolf H e h, der Stellvertreter des„Führers", eine Ansprache halten.mußte, aus der hervorging,, d.aß er die„Schirmherrschaft" über.den Kongreß-übernommen habe- Wenn sich die Wissenschaft und.die homöopathische Medizin will ja eine Wissenschaft sein:— unter den Schirm eines- stellvertretenden Diktators- begibt, nimmt, sie sich.spndeäbar genug aus.-Noch. sonderbarer aber nimmt sich der„Schirmherrscher" aus, wenn er kraft seiner inneren Erleuchtung— und vermutlich nach einem kurzen Blick-ins Konversationslexikon— der W i ssen-sch a,f-t seine Offenbarungen bckauntgibt und-ihr-fachmännische Weisungen erteilt.- Der Herr-Reichsminister Heß orakelte also.Wer die Aufgaben der Medizin, und er-kmir,-ungeachtet- der Tatsache, daß. er-zu.einem angeblich internationalen Kongreß, sprach,' zu-.dein taktvollen Schlüsse, daß-sich die.Medizin-,nach.de» Grundsätzen des„neuen Deutschland".'zu-richten habe.^die ihpersejis darin bestehen, daß niaN das Ganze Über den^Teil.stelle.-Die meHizinischeiNuh-' anwendüng^>mch. dem Vorbild der, neudeutschen N^gierüngSWthodest die„,ohi>onierenden-TsH".zu amputieren,- damit der gleichgcschaltetc Rest, den man-der Eyifächheit halber. daS Gänze".-nennt, umsio fetter' werde,'zog' der. H^rr'Reichsminister allerdings-nicht, wahrscheinlich im Hinblich darau f, daß sich'sein.-Pärteifr'eund-J-u' l-'i.iil‘5 S't-r"e,i« ch e; r ntit- seiner- Begeisterstnch^für- Kstrpfuscher- Theovien, schön zu:.oft vor.wissenschaftlichen Zu- hörern blgmiert hat. Für alle Fälle.aber erinnerte der- ReichsnDtftör-' Heß-däran! daß-man? Leittens. die'neüe'MÄ^inische^Methoden- einpföhlesi haben', schon-ostiljinreM'gdtän'und E,sie'.viest-zü'sW-ge- würdiht-habdi-llnd-z'iyn Besveise zjtierth'er-'(-frisch aus,-dem^Lit'xiW)-',-jenen- b'epühMe'n. FafliiiN'dem eist-Arzt vor-^ründ-hundert.Fähr'eE'bei.-d'lir Bekämpfung: des-Kindbettfidhers' die- Leih'rei, von der Sepsis.'.und Asepsis' älifsteliie-> üstti-deshalb zeit seines.-Lvbeä's i.von-feinest-.iöeimfsüenofsess-bevlächt' näniit'e,',dlr'MNeSwegS'a-r:l's-ch?e"W.i'enev'.-Adzt Scinmelweis war, der im-iDriiten.-Rtzichggr'nicht iN-die Lage-käme» ign'einer KlitiikStudien Mächen' zn-könnütl und nicht wegen-einer(Entdeckung,'.son- dcrn auf Grund.• der Nürnberger Gesetze amtlich angefeindet-.-werden würde:. Der;.-Frankfurterj Zef^tyg? MMk.tl^eii''y^beqsWe,shyichlim^ktchÄ- ReichSministers-Heß', vor.,einsM'-4---wenN'.auch^ lange toten,-^- Nichiä'rier- smWentlich,) daß sieaUs- T o n r i st i.chäbgestssrzt.. Sie- konnte, nurmehr als Leiche geborgen werden.- Im-Gebiete der-Le« västitäler' Alpen ist«in B g u.e rtr s'o h n.'äbg'e- stiirzt. Er ist mit tödlichen, Verletzungen ins Kratz-, kenhauS einfteliefect-worden. - MÜlleimerschnüffler,'ein'neuer. Beruf.-"Vor uns\ liegt ein tzroßbedruckter gelber Zettel-,' dessen SchmUtzspüren den nicht gerade' lavendeldiifken« den Herkunftsort verratest;, er klehtenöck vor- kürzer Zeit ckuf einem der zehntausend Mistküibll'v'yn. Karlsruhe und teilt dem Besitzer des Mülleimers mit:- "---.'„,Z u r B e.a'ch t u'.n g I,. Dieser. Mülleimer enthielt noch. verwertbare , Spessereste: ,. Im Wiederholungsfall müßte-An» .-zeige erfolgen.> ''s Städt. Tiefbauanit."". Darf.'man also-in Deutschland, schon lange sticht mehr sagen-und lesen, was man will, kann Man nicht-immer essen, was Man will, so ist es neuerdings.'auch verboten,-wegzuwerfen, was Mim nicht will.. ^Erwünscht" ünb„notwendig"!, Bei dem Gesundheitsamt der Stadt Leipzig ist Hie-Stelkr. eines hauptamtlichen Arztes(Medizinalrat) zu besetzen. In den Inseraten formuliert dir Oberbürgermeister die Anforderungen, sot-. „E r w ü.n s ch t sind: Erfahrung iw öffentlichen Gesundheitsdienst und der Nachweis der'äb« .gelegten staatsärztlichen Prüfung.. Notwendig sind: rücksichtsloses Eintre- ' ten- für den nationalsozialistischen Staat Und '-' arische-Abstammung.- Und da sich.das Erwünschte- so selten, mit dem Noiwendigen trifft, sind eben mehr und mehr Stellen im Dritten Reich mit Hohlköpfe», befrist, die das Parteibuch, aber keinen Befähigungsnäch« weis besitzen.. Amerikanisch.(Mb) Am 2. August ist:Charles.JayneS in Riverstde(California) zum Pfar» «r geweiht worden. 16l>0 Menschen hörten sich. seine Ordinationspredigt an. Das. Thema Wad: s)Die Hölle oder Gottes' Strafanstalt". Pfarrer Jaynes ist 7, in Worten sieben Jahre alt. Er-kann angeblich-fünf Sprachen sprechen.. Er hat-sofort eine Predigtreise angetreten, begleitet von einenl. Erzieher und einem Kinderfräulein.'. Hitzewelle. Im Osten der Vereinigten Stääten herrscht eine neue Hitzewelle, welche im Gebiet von Reu-England 26 Todesopfer gefordert hat.- Sieben neue Fluzpolizci-Stationen. Bisher.bestanden in der Tschechoslowakei insgesamt fünf Flug- polizei-Staiionen,. von denen sich drei' in. Böhmen befanden und je eine in Mähren und in der Slowakei. Die' Zentralbehörden bereiten nun die Er'rich» wng von neuen'Flugpolizei-Stationen vor;. zwei sollen noch' in diesem Jahre und weitere fünf lm kommenden-Jahre aktiviert werden- Die. neuen^Formationen sollen mit den neuesten Apparaten, sowohl mit-Jagd- als auch BeobachtungS- und' Kurierflugzeugen auSgestattet werden.- G. B. S. hat Alpdrücken. G. B. S.— für-die, die ei noch nicht wissen sollten, find diese Initialen. die Abkürzung für„George Bernard Shaw"—chät verraten, daß er über seinen Nervenzustand ernstlich besorgt ist. Er hat nämlich jede Nächt' Alpdrücken, ünd zwar durch einen geradezu furchtbaren Traum, der immer wiederkehrt. Sobald er- die Augen schließt, sieht er einen Vorhang sich erheben und. befindet sich- mitten auf einer Szene. Er muh eine Arie singend Das Orchester beginnt mit einer Melodie,' die ihm gut bekannt ist-, aber er'hat die Worte völlig vergessen.-Er beginnt also, zu improvisieren und-singt i völligen Unsinn. Das Publikum merkt das bald,' wird wütend; ein Polizist dringt auf ihn ein und führt ihn ab.'Er wird mit einer-empfindlichen Strafe belegt, aber, nicht etwa für. die falsch gesungene Arie,- sondern, weil er es gewagt hat, nur mit kurzen ltn« terhösen bekleidet vor das Publikum zu treten, lins will scheinen, daß G. B. S. diesmal: ein Plaziatan Chaplin begangen hat.'. 10.000 Elefanten zu verkaufen. Auch die bri» tischc Armee in Indien wird jetzt durchgreifend nwto- risiert.. Bisher verwendete- man, insbesondere'.für Gebirgsartillerie,. Elefanten' al» Zugtiere, die aber jetzt durch-Traktoren ersetzt-werden. Wie groß die Zahl der Tiere ist, die dadurch überflüssig werden,' ersieht malt aus einer, amtlichen Bekanntmachung der in-Birma-stationierten Truppenteile,, wonach. dort nicht weniger als 1Ü.000 Elefanten meistbietend sau»- HeereSbeständen zum' Verkauf lonunen. .„Was die Frau intereffiett."' IM Rahmen" der- kommenden Prager Herbstmesse wird vo'in'6. bi» 12, September die.vor- zwei- Jähren erstmals' veranstaltete Sondermesse„War die Frau' intereffiert".- ber«st» zum-dritten:Mabe'wiederholt-werden. Die diesjäh-- rige Veranstaltung- Hrd' den gänzen rechten Flügel des Jndustriepalastes am Alte» Ausstellungsgelände einnehmen- und-'verschiedene-AnterabteUuNgen/.'wie die.Gruppe„Model,- Pelze,..Künstlerische? Wvh«' nungSeinrichtungen", technischen' HauSbedärf ,usw. pmfasssn,-.'::',.'.':'.-.'. ,. 1:-- Este 75jöhrizer ans»em Weiterhom. Bon Grindelwald aus unternahm in Begleitungleine»' dortigen Beogfühvers ein? 76jähriger Mann aus.dem Kanton--Bern zur Feier seine» 76. Geburtstage» eine-Besteigung des. Wetterhorn» Wer deü. Nordgrät,' die- trotz schwieriger Verhältnisse in der' güten Zeit'v'oü siebeneinhäÄ Stunden gelang.'''., ■- Wahrscheinliches Wetter Donnerstag: Wechselnd bewölkt, stellenweise,noch GeWittern0igung, ündÄvär vesonderr in' den. Karpathenländern, sphstyMsche r 'Mr F r e;i. t'a g:^Andaüern' de»/spjnmeekichem!Mi-" terunrrchäräkter»,.mit'.'äMWni'GeD'fteM)^^'.--.',-- Vorsicht.versicherte,,.den.Wortlftnt?derRode. nach dem Bereich., des' Deutschen. Nachrichtenbüros wiederzügeben.Sö'-wollen, auch, wir nvs..streng. an den Wortlaut halten,;.ddn'. dar'Ä'eu'tsche'^Näch» richtekchüro..übermitteit'' hat) wenn. wir., idie rednerische Glanzleistung, des'Herrn..-Heß zitieren:'.iWie.sehr'.'es.möftlicht'.ist,-.scheinbar sich widersprechende uüd einander ausschlicßcudc Begriffe'And deren Auswirkungen' miteinander.zu' versöhnen,'.'d'astib--M''in Deutschland der Beweisen den.^'letzten Jähren-' erbracht worden. Voc nicht allzu- länger- Zeit förderte die Behauptung;-. Nationalismus und Sozialismus hätten sich eiimirdcr zu ergäiizetz.'ischwecste Angriffe,-.Höhn und'Spgtt'heräUsi-.Heute Mdem gesamten deutschen Volke, zur Sebhstverständilichkelt gelvovdeN, daßiste sichjiü-'der-Tät-ergänz'en-.Jn'der Parallele zu dieser politischen- Erfahrung glaube ich getrost' fägen-izu können.'däß-aüf?:m'edizinischem Gebiet die-Zeit-kommen wird, in der ebensp selbstverständlich Homöopathis und Allopathie Nicht als - einander- äusschließend, sondern als sich ergänzend angesehen-wetzdim,'-;.^'.." t»:Ilnd: Herr'.Heß- schloß dqyn,--?)>ieKmal^niH^.-,gn:;der Härällell",^sondern in-dcr-Hoffnung,-„daß die Tagung-des 12. Internationale»:HomöoPathjschen.Koiifti!csses, ir>37- in .Berlin.beitragcn-möge>',eine'.AuSsohnuisg?in. einander: ergänzc.ndem.'Sjnne-'^n^d'ie Maye^Zukunft zü-rWtz."^-'-- r j'., i ..-ÄerrlHeß/ kchitzj«- zu;'-'seinem,-Np^'en'damit Kongl^ks'? we'ch)»- Mgyjwlniwr^Spr^kenMffisse das tDetztsche-'söinch^ Rotze, nicht^genügend zu ge- nisßem.und zu-bewopkeis.'Mstgiche, wären-Hshfyd'aß hier einer-der Prttveräntwörtkichen.deS'Terro'rS im Drjtten-Reichees'-wägtetPe'Methodedev.EpMor- dinige», Folsernnften','-Honzenträtionstage'r. und Ausbürgerungen als>,Bexsohnlzüg"-zubIzeichnen, das läßt- sich rM-MnUMtz Beherrschung der deutsch'eülSptgchel AiM eMchMigkn-!-- ,-Cs^zeügt vielmehr von-einciirGsistesznstastd, der. tatsächlich vor einem-medizinischen.-Koggreß- gehört,', freilich nicht in' der Rolle eines.„Schirncherrschers".'."Ein' preußischer Minister hgf-einmal'däschöse'.pnd'von der-Geschichte ilä>igsttiüedeOvsÄf'/der-GesetzgKjmdsMA. Bon' den''- Nätiönalschjiäilisten.:Wt>ÄW>'-^Wu-r^tit T chr üa-t a Mi-v. aM.-IsoWr,' des.".Fürsten.:,sder JnsellSulu.-Uyd^Ggttin., des-M^iPpistischen?:PÜli- tiierStDÄwTaM;An^skine''-Freilnde',oest''ulseüen Äguinäldw'.-''nenirenL^-i’’;‘.Ä-X''•?--. : Ja, sogar der Göuveriicur der tibetanischen Pr'vvinz''-Putdng!-:lisw.e eine.'.Ftaik: ,"T>i.-'-W'-a'n, Tochter-eiNÄ'Mandak.inen>äuS''Tailäköt,euNd-die Regierung des ÄaläiiLäma zii Lhaffä-hat bisher kcinen-Anlaßgehpbt.nntthrer-Ncgiekuugstätig- keitmnzufxieoed' ^ichs-,.htzbe'n^in wenigen- Jahren. cinc stäl-kc'rc Gleichberechtigung auf-fämtlichell-'EeMiüM^ttzsri-öfsbkituchitz Lebens e'rffalien'äfSiih'reÄchwieskepft.t'in manchen'-Ländern Eüropäslsieib'esitzen..^ke. r. 1?.',• i--(MTP)' ,.„ r.... Abst«rr-Seriein!dlin4lkpkn?i8w'«'i'reichs- deutsche. Touristen;? Pis' d«n-Gipfel,-des-Wiesbäch- ho'rnS bei Salsbürg bestiegen hattest,- sind.auf«dem 'MAiyU'r7tliK; zweite,. der'.-schwere-.-VerwtzW'gen-,' davongetragen hatte,-ist bei der Ueberführung iys Krankenhaus gestorb^;-Astf-'dzv!AsiMandesttss!s?HerIny,tal den-,Tod':-ffdfp,iche»i,..'!l)ntveitivofl"MnMnWeM Nr. 188 Die Prager Herbstmesse ‘Weltes Programm der 85. Veranstaltung Starke Beteiligung der Exportindustrie Prag. Die diesjährige Prager Herbstmesse^ welche im Mcssepalaste bereits am 8. September und auf den AusstellungSgeländen am 5. Septem» ber Eröffnet und bis-zum 12. September zugänglich bleiben wird, fällt in diesem Jahre in eins Zeit wirtschaftlichen Aufstieges. Dieser Umstand hat auch auf die Organisation der bevorstehenden Veranstaltung, günstige Reflexe geworfen. Die Industrie hat nahezu im Umfange der stets besser beschickten Frühjahrsmessen ihre Anmeldungen abgegeben. 18 Exportgruppen ...Im Aufbau der Messe stehen wieder, wie aus dem soeben erschienenen Prager Messeanzeiger hervorgeht, die 18 Cxportgruppen des Zen- tral-Messepalast im Vordergrund. Die größten Abteilungen werden von den Ausstellern der Glas- ü n-d P o r z e l l a n i n d u st r i e gebildet; die Zahl der Glassirmen hat sich seit 1980 etwa verfünffacht; die Gruppe der Por- zellantndustrie, in der auch die Erzeuger von Feinkeramil ausstellen, bildet heute, infolge der Leistungsfähigkeit der tschechoslowakischen Por- zellanindustri«, einen der maßgebendsten Einkaufsplätze Europas.' Die Spiel Warenabteilung war diesmal als erste Gruppe bereits im Mat vollbesetzt; ebenso nimmt die Leder- und Lederwarenindustrie breiten Raum ein. Für beide Gruppen ist die Herbstmesse infolge des Weihnachtsgeschäftes für das Inland wichtiger als die Frühjahrsmesse. In der L e x t i l a b t e i l u n g, in der die Taschentuch-, Wäsche-, Strick, und Wirkwarenfirmen dominieren, konnten einige neue Aussteller— namentlich aus der Leinen- und Kunstseidenindustrie— gewonnen werden. In der Abteilung der Haus- und Küchengeräte ist dar Angebot in Geschirrwaren, Messerwaren, Haus» Haltungsmaschinen, Blech» und Drahtwaren am größten. Die große Gruppe der Galanterie schließt die Erzeuger von Metallgalanterie, Kleinmetallwaxen, Knöpfen, Reklameartikeln, Bijouterie,. Rauchrequisiten, Korbflechtwaren usw. ein. DaS Erdgeschoß und Mezzanin des Messepalastes ist der T e ch n i s ch e n M e s s e Vorbehalten und voll besetzt. Die übrigen Gruppen im Messepalaste wie die Papierindustrie, die chemische und Nahrungsmittelindustrie u. a. wer» den zur kommenden Herbstmesse im bisherigen Umfange vertreten sein. --Reu» Sonderveranstaltungen--i»- ns Dse.bÄd'en’ ÄusstelluNgsgeläNde" dir Prägest Messe find wieder" vorwiegend Spezialmessen und Sonöerveranstaltungcn Vorbehalten. Zur Herbstmesse finden insgesamt neun statt. Die beiden" wichtigsten, die Rad io messe und die Möbel» u n d Piano m e s s e sind voll beseht; die Radiomesse weist seit ihrem Bestände die größte Fläche auf und für die Möbel» und Pianomesse mußte auf dem Neuen AuSstcllungSgelände ein vierter Pavillon freigemacht werden; außerdem nimmt sie den fünften und sechsten Stock des Messepalastes«in. Auf dem Neuen Ausstellungsgelände findet.ferner die.Hauswirt- schaftsmesfe" statt. Das Alte’ AusstelluggSgelände hat seit der letzten-Frühjahrsmesse eine Veränderung erfahren.".Die" Stände vor dem Jndustriepalaste, die „Freie--Fläche" ist nach rückwärts"verlegt wor» den, während der vorder« Trakt in ein parkähnlicher Vorfeld zum Jndustriepalaste-gelöst worden ist.’ Der Jndustricpalast beherbergt diesmal-die Fachmesse ,lD. a.S moder neBü ro", die" Abteilung-„W a S d'ie Frau"i n t e r» es fiert" und im linken- Flügel der V. D r o» g i st.e n» F a ch m e s.s.e. sowie die U n fall» v c r h ü t u n g S- Aus st eil u n g. Die Maschinenhalle wird von der Gartenbau- m e ssc, der eiste Obstschau angeschlossen" ist, eingenommen.,Im Messevalaste. kommt-schließlich die vierje.Wiederholung der Fachmesse„Foto— K i n-o—- O P t. i l"" zur Abhaltung. Mehr AuSlandsexpösitwnen Der'"internationale Charakter.der- Messe wird diesmal durch eine erhöhte Beteiligung des Auslandes betont. Neben ausstellenden Einzelfirmen— por allem aus Deutschland, Oesterreich, der Schweiz,- Ungarn, Schweden,-USA— werden.einige Staaten durch offizielle Expositionen vertreten-sein. Bul gart en wird- auf dem Alten'Ausstellungsgelände vor allem landwirt» Man erhält fUr M 100»ieichSmark..,.,» 728.— Marimünzen...,,» 790.— 100 österreichische Schilling'. 529.50" 100 rumänische Lei i.r.-.,» 16.95 lÜÜs-olnifche Zloty".-. 521— lOOsuntzärische Pengö. ,.r.z»'"566.—" lOÜ-Tchwetzrr Franken" 657.50 100 französische Francs.»', 107.40. 1 englisches Pfund...-." 142125 1 amerikanischer Dollar,. 28.55 lOO ttalienische Lire., 137.40 100 HMnbische Gulden-.,. 1579.— 100' jugofläwische Dinare.j 64.80 lOO PelgaS...--.. 483.-" 100 dänische Kronen».,.,636.— Ivo schwedische Krane» ," p» 734.— schaftliche Produkte vorsühron: ebenso werden in der Exposition Mexikos Rohstoffe und Agrar« produfte im Vordergrund stehen. Ueber die Beteiligung NorivegenS werden noch Verhandlungen geführt. Im Messepainste befindet sich das ständige Informationsbüro und«Ine Musterschau brasilianischer Prodult«. Außerdem stellt auch L e t t l a n d offiziell aus. Verhandlungen Im Prager Bauarbeiterstrelk vorläufig ergebnislos Wie bereits gemeldet, wurden Mittwoch die Verhandlungen zwischen den Vertretern der Vertragsgewerkschaften und der Arbeitgeberorganisation über die Liquidierung des Prager Bauarbeiterstrelks ausgenommen. Vorläufig konnte jedoch.l e in e Einigung über di« grundsätzliche» Fragen erzielt werden. Es kam aber, auch zu keinem Abbruch der Verhandlungen, die. nach mehrstündiger Dauer auf Donnerstag vertagt Warden. In vier Monaten 51 Bergarbeiter tödlich verunglückt In den-Monaten Jänner, Feber, März und. April 1987-sind, wie wir dem„Glückauf" entnehmen, im tschechoslowakischen Bergbau insge samt 51 Bergarbeiter tödlich verunglückt, davon 18 im Steinkohlenbergbau, 8 im Braunkohlenbergbau und 2 in anderen Zweigen des Bergbaues. Allein im Monat April sind 28 Bergarbeiter, davon 11 in der Grube„Ferdinand" in Chomle, tödlich verunglückt. Gegenüber dem Vorjahre weist die Unfallstatistik für das Jahr 1987 eine bedeutende Zunahme der tödlichen Unfälle auf. So sind in den ersten vier Monaten dieses Jahres um 29 Bergarbeiter bei der Arbeit in den Gruben mehr verunglückt, als in der gleichen Zeit des Jahres 1988. In den ersten vier Monaten dieses Jahres sind jeden Monat durchschnittlich 12 bis 13 Bergarbeiter gegen durchschnittlich 5 bis 6 im Vorjahr tödlich verunglückt. Daraus geht hervor, daß die Bergarbeiter bei ihrer Arbeit erhöhten Gefahren ausgesetzt sind. Die britische Roheisenproduktion im Juli 1937 war die größte seit 1920, also feit" 17 Jahren. Sie betrug 729.800 Tonnen. Die Rohstahl-Erzeugung erreichte in dem genannten Monat 1,059.200 Tonnen gegen 1,108.400 Tonnen im Juni und 074.100 Tonnen im Juli d"eS Vorjahres. Der Mckgang der Stahlerzeugung gegenüber Juni- erklärt sich durch die Ferien in- Schottland, während welcher auch die Hütten feiern. Wesen und Ziele des britischen Sozialismus 'Attlee gegen die„Einheitsfront“ Soeben ist im Londoner Verlag Gollancz «in Bruch des Führers der Labour-Parth, Majo r A t t l e«,„The Labour-Parth in Pcrspec-- tive" erschienen, in dem Attlee Geschichte, Programm und Aufgaben der Laböur-Party darstellt. Er weist darauf hin, daß die Grund« lagenderLabour-BcwegungReli- g i o n u n d.I d e a I i S m u S waren und- daß die Labour-Parth nicht- Vertreterin eines Klas- sciicgoisinuS,, sondern eines, ethischen Prinzips ist. Die Marxisten sind in der Partei nur eine Fraktion neben-anderem und dl« Stellung der Labour- Parth zur Demokratie ist schon dadurch gegeben, daß die Anfänge der Bewegung in England in die Zeit der parlamentarischen Demokratie fielen, deren sich die Labour-Bewcgung in der Praxis immer bedient-habe und bedienen wolle, wenngleich ihr Ziel nicht nur die Demokratie, sondern der Sozialismus sei. Attlee lehnt in seinem Buche sowohl die B o l k Sf r o n t als auch die Einheitsfront mit den Kommunisten ab. Nur wenn eine unmittelbare Gefahr für die britische Demokratie bestäi^tA,, erschiene, die Bildung,einer Volksfront, "zu,iMr PeMHigüng"n^stöesthifl!"abev eM" sÄche Gefahr bestehe zur Zeit nicht",' ustd'westn man sie auch nicht als völlig ausgeschlossen bezeichnen könne, so glaube die Labour-Parth doch daran, daß die überwiegende Mehrheit deS britischen Volkes unter allen Umständen an der demokratischen Regierungsform festhalten werd«. So bestehe also kein Grund, sich aus Sorge um die Demokratie mit den Liberalen zu verbinden, die an den Sozialismus nicht- glauben und die außerdem so schwach sind, daß ein Bündnis mit ihnen keinen Gewinn für die Labour-Parth bedeuten würde. Eine Einheitsfront mit den Kommunisten komm« aber für die Labour-Parth deshalb nicht in Frage, weil die Kommunisten das Mehrheits- Prinzip mißachten und sich dadurch fundamental von der Labour-Parth unterscheiden. Attlee spricht di« Ueberzeugung aus, daß das britische Volk den Kommunismus ebenso wie den Faschismus ablehne. Die Labour- Parth setze sich das Ziel, den Sozialismus nicht auf gewaltsamem Wege zu erreichen, sondern durch ständige Ausbreitung des„sozialisierten Sektors" In der Wirtschaft. In seinen Betrachtungen über die Außenpolitik wendet sich Attlee ebenso gegen den Pazifismus derer, die jeden Rüstungskredit und jeden Kriegsdienst verwei- gern wollen, wie gegen, die Passivität der konservativen britischen"Negierung gegenüber den friedensfeindlichen Regierungen der faschistischen Staaten. Was die britische Außenpolitik erreichen müsse, sei eine Festigung des Völkerbundes, da weder durch eine Bündnispolitik alten Stils noch durch Jfolierungspolitik der Friede gerettet werden könne. Das internationale Rohstoffproblem solle durch Oeffnung der Kolönialmärkte- für alle Nationen gelöst werden. Abzulehnen aber sei die Forderung, die Eingeborenen an Regierungen "auszuliefern, die bewiesen haben, daß sie nicht .imstande find, ihre Minderheiten gerecht zu behandeln."(eis) Keine deutschen Minderheiten im Judenstaat Die deutschen Templer, die drei große Kolonien in Palästina besitzen, verhandelst im Libanon 'über den Ankauf von Boden, wohin sie zu übersiedeln beabsichtigen.Es handelt sich um die Nachkommen von Auswanderern aus Schwaben, die im vergangenen Jahrhundert aus religiösen Gründemistach-Palästiha-zögen. Die heutigen Be- lvöbner dieser Koloniem sind infolge,-er jüdischen Einwanderung und des vorteilhaften Grundverkaufes zu ansehnlichem Besitz gelangt. Bei der Aufteilung Palästinas sollen diese Kolonien durchwegs in das Gebiet deS jüdischen Staates fallen, was die deutschen Kolonisten beunruhigt, so daß sie in das benachbarte arabische Gebiet des Libanon auszuwandern beabsichtigen. Logen aufgelöst (HavaS.) Der Führer der Gestapo und der Reichspolizei Heinrich Himmler hat die den Freimaurerlogen ähnlichen Organisationen aufgelöst.. ES handelt sich u. a. um die„Arbeiterfreimaurer-" liga" in Dresden und um die„Internationale Arbeiterloge" in Hamburg. Ihr Vermögen wurde beschlagnahmt, weil sie, wie eS heißt,„der Unterstützung der feindlichen Tendenzen gegenüber Boll und Staat" gedient haben. Gewissenszwang gegen emigrierte Jude»- Aus Istanbul wird gemeldet, daß etwa zehn deutsche Juden, die Deutschland wegen der Judenverfolgungen verlassen haben, von den türkischen Behörden den Befehl erhielten, das türkische Gebiet zy verlassen. Diese Maßnahme war durch keinerlei Verletzung der bürgerlichen Gesetze begründet, soll aber auf Grund eines Ersuchens türkischer„nationaler" Kreise getroffen wovde» sein. Nach zahlreichen Interventionen habe man sich auf. folgende Regelung geeinigt: Der gegen! Dies und das Die unsterbliche Neger-Königin Die Königin deS Stammes Bolobedi in Nord» Transvaal, Modjadje, steht zur Zett in Unteöhand- lungen'mit der Südafrikanischen Union Über die Ueberlassung von 20 Acres Land,.auf dem sie ihren Stamm, hem sein Territorium zu eng geworden ist, > anjieheln will. Au? diesem Anlaß veröffentlichen die südafrikanischen Zeitungen ihr Bild— er ist dies da- Bild eines blutjungen Mädchens, und mit Recht war man verwundert, wie. der Stamm sich von einer so jungen Königin beherrschen ließe. Noch sonder- . barer aber war, daß, man erfuhr, daß die Königin der" Stammes Bolobedi immer jung ist— sie ist nämlich unsterblich. Der Sage nach hat sie di« "Fähigkeit, wie die Schlange sich zu häuten. Sobald ihr Teint runzlig wird, zieht sie sich auf einige Monate zurück, um ihre Haut.zu wechseln, die dann in einer phantastischen Zeremonie in Anwesenheit, aller Stammeshäuptlinge verbrannt wird, wobei die. verjüngte Königin dem Stamme gezeigt wird. Man hat nu» dieser Legende nachgespürt und ihren recht, prosaischen,, aber immerhin bemerkenswerten Inhalt .festgestellti, Der Stamm wird wie diel« andere faktisch von, dem Rat der Aeltesten regiert. Und dies«' - sind ter Meinung,, daß die Königin iüun« jung sein müsse. Sobald sie also zu alt Wirtz, wird sie einfach entfernt und. durch ein anderes ihr möglichst ähnlich sehendes junges Mädchen ersetzt- Dies geschieht" jedoch-so, daß niemals jemand etwas über den Bestbleib der alten Königin erfährt, so daß der Stamm an das Wunder der Verjüngung und Un« sterblichkcit seiner Herrscherin glaubt. Die englischen Behörden aber sind begreiflicherweise skeptischer, und unversehens haben die Staatsverhandlungen mit deut Stamme der Bolobedi dazu geführt, daß jetzt eine Untersuchung in die Wege geleitet wird, ob nicht di« Aeltesten des Stammes die Vorgängerin der jetzigen Königin einfach ermordet haben. , Englische Richter Der Friedensrichter von Brighton ist wahrhaft salomonisch zu nennen. Ihm wurden vor einige« Tagen zwei 15jährige-Jungen vorgeführt, die aus „bester Familie" stammten, aber-sich einer relativ schweren Vergehens schuldig gemacht hatten."Sie -hatte» nämlich«inen frtmden Wagen vom Parkplatz entführt, und erst, als dar Benzin, völlig auSgegaIlgen-war, die Spazierfahrt abgebrochen. Sie leugneten nicht, erklärten aber, daß sie von ihren Eltern so knapp gehalten-würden,-daß sie sich eine solche Spazierfahrt auf andere Weise nicht hätten leisten können-.Sie seien bereit, die Strafe auf sich zu nehmen, da» Vergnügen habe sich gelohnt: Der Richter Seite 5 die betreffenden Juden erlassene Befehl zum Verlassen- der Türkei wurde auf Grund einer' von den Firden auf Empfehlungen einflußreicher Persönlichkeiten getroffener Entscheidung, sich in der Türkei naturalisieren zu lassen und gleichzeiiig zum mohammedanischen Glauben Lberzutreten, aufgehoben. Diejenigen, welche sich diesen Bedingungen nicht unterwarfen, hätten die Türkei verlassen. England und der neue Weltkrieg In Otto Strassers„Deutscher Revolution"' schreibt Dr- F. Klein über die„Einkreisung Englands". Er konunt zu folgendem Ergebnis: „In Summa läßt sich also sagen, daß die britische Macht an allen Ecken und Enden bedroht ist, daß England heute politisch trotz der welt- mnfassenden Ausdehnung des Empire-gewissermaßen auf der„inneren Linie" ficht, dauernd in Gefahr, irgendwo angegriffen und schwer verletzt zu werden, während cs sich andcrStvo gerade zur Wehr setzt. Es wird immer klarer, daß der neue Weltkrieg keineswegs in den Fronten ausgefochten Iverdcn wird, die ihm die Ideologen in beiden Lagern geben wollen. Er wird kein Krieg deS Faschismus gegen den Bolschewismus sein, kein Krieg der Koalition von 1914 gegen die europäische Milte, sondern er wird in erster Linie ein Krieg um B o st a n d oder Untergang deS britischen Weltreiches sein. Unllar bleibt dabei freilich noch, wo die einzelnen Mächte stehen werden, die nicht die unmittelbaren Gegenspieler Englands sind. ES ist bei Deutschland und Rußland noch nicht restlos geklärt, ob sie am Ende für England gegen Japan— Italien oder mit diesen gegen London kämpfen werden. WaS Deutschland betrifft, so riskiert eS freilich, die Zeche zu bezahlen, weil seine heutige Fühvung den Primat der Außenpolitik nicht anerkennen will und nicht auf die Wahrung der säkularen Interessen des Reiches und der Nation, sondern auf die Erhaltung des polittschen Regimes ausgöht." Auch Franco läßt Bücher verbrennen. Wie der„Daily Herald" meldet, Ivurdcn in Bilbao bei einer Feier zu Ehren des Ignatius von Loyola, des Begründers der Societas Jesu, nach dem Muster Hitler-DeutschlandS öffentliche Bücherverbrennungen vorgenommcn. Unter den verbrannten Schriften befänden sich auch Nummern des„Daily Herald", der fiir die Valencia- Regierung eintritt. Unter den Autoren, deren Werke verbrannt wurden, befinden sich der englische Dichter CharleSDickens, die Franzosen Emile Zola und A n a t o l e France, der Spanier BlaSco I b a ä e z und- — selbstverständlich— Karl Marx. 'Kriegsdjmtstperwefgexex in, Hallauh," In Holland wurde- für-prinzipielle-Kciegs- dicnswerweigercr ein Arbeitslager eingerichtet." Das Lager befindet sich in Hoek van Holland und hat die Aufgabe, Regulierungs» und Planie» rungsaibeiien durchzuführen. Rußland bestellt in Amerika drei Panzerschiffe New-Bork.„New Bork Times" melden, daß eine russische Kommission mit amerika- nischcn Firmen über den Bau von drei Panzerschiffen verhandelt. Gegenwärtig werde über den Bau eines Kreuzers von 35.000 Tonnen, bestückt mit neun lözölligen Geschützen, verhandelt. Die Sowjetregierung möchte jedoch insgesamt drei Panzerschiffe und dreißig lözöllige Kanonen an Stelle von zwei Panzerschiffen kaufen, uni die sie die amerikanische Regierung im Frühjahr ersucht hat, was Äer damals abgelchnt wurde. Dieser Auftrag würde durch Vermittlung einer eigens zu diesem Zweck gegründeten Gesellschaft durchgeführt werden. Der Auftrag beläuft sich auf 100 bis 200 Millionen Dollar. Sämtliche Einwände gegen die Bewilligung seien bereit» beseitigt lvovdcn und es erübrige bloß noch die Beendigung der Verhandlungen. Litwinow in Wien. Der sowjetrussische Volkskommissär für Aeutzeres Litwinow ist zu mehrtägigem Ailsenthalt in Wien eingctroffe», um sich einer ärztlichen Behandlung zu unterziehen. hörte sie an und— ließ sic laufen. Er sagte zu ihnen:„Eigentlich ist e» gegen das Gesetz, aber Ihr könnt gehe», wenn Ihr mir versprecht, so etwa» nie wieder zu tun. England braucht Jungen wie Euch, die mutig und frech sind, und für ein Vergnügen, da» sie sich leisten wollen, auch einstehen. Aber England kann Euch nur brauchen, wenn Ihr Euren Unternehmungsgeist in gesetzlichen Bahnen auSwir- ken laßt. Ich Haffe, Ihr werdet da» von nun an immer tun." Wa» die Missetäter auch mit einem kräftigen Händedruck feierlich bestätigten. Venus aus der Muschel Wie'PenuS aus der Muscheln so sahen die ver- blüfften Leuchtturmwärter von Far-lliockawah. Ueber dessen Anraten stattete er einen gewissen W a l l e n st e i n(ob der wirklich so geheißen hat oder ob nicht auch hie.r ein Fall der berüchtigten trotzkistischen Paßkälschungen vorticgt, ist in diesem Zusammenhang von nur nebensächlicher Bedeutung), mit einem Obristen- patcnt. aus. Dieser Wallenstein floh daun knapp vor ÄriegSauSbruch über Mähren nach Wien, wobei er die KciegSkasse seines ReginienteS mitnahm. Die Einzelheiten der Schlacht auf deni Weihen Berge waren bereits Jahre vor ihrem Stattflnde» zwischen Friedrich und dem Herzog von Bayern.aufs genaueste besprochen. Um für sie einen Vorwand zu schaffen, lieh man den.Prager Fenstersturz stattfinden, der bis heute ein Musterbeispiel trotzkistischer Provokateursarbeit geblieben ist- Als Belohnung für seine Dienste sollte Friedrich daS lebenslängliche Jagdrccht in einem elsässischen Revier zugesprochen erhalten. Sei» Vcr« rgt. brachte ihn dann aber gar nicht die erhofften JudaSsrüchtc. Diese geschichtlichen Tatsachen sind unwiderlegbar, denn der Winterkönig hat sie selbst der GPU g e st a n d e n. UebrigenS deutet schon der Namen Wintcrlöni.g auf eine Verwandtschaft mit dem Pariser Korrespondenten des „Prävo. Lidu", der ei» bekannter Feind der Einheitsfront ist. „Man niuh— sagte der Grübler— aus der Geschichte lernen. Schon einmal hat der doppelzünglerische BanditiSmitS der trotzkistischen Atörder- und Verschwörerbande unser Land in einen Abgrund gestürzt. Dse gleichen verbrecherischen Elemente sind auch heute wieder am Werke. Die alten Römer vilcg- ten in solchen Situationen zu sagen:„Cäbeant con- siileS", was z» deutsch so viel heißt wie:„Die Polizei schreite endlich ein!" An Material über die Trotzkisten kann eS ihr nicht mangeln, denn wir haben ste damit reichlich versorgt. Wenn eS überhaupt noch eine! Beweises bedurft hgt, schloh der Naieubohrer unter allgcmistnci: Zimimmung, haben ihn die eben vorgebrachten diamaterialistischen Forschungsergebnisse geliefert." Ein Hörer der SeminareS wurde der Nüchternheit überführt und tvegen Trotzkismus zuni Straf- böchstauSniah(in den Ländern der Diaspora gilt dafür bloh der Ausschluß) verurteilt.—cht Wieder vier Personen überfahren. Vorgestern nachmittags wollte der Löjährige Wagenlenker Leopold Glückmann aus Wysoischan in der Pilsener Strahe in Smicholv eine» ander» Kraftwagen überholen und überfuhr hiebei den 31jährigen Arbeiter JaroSlauS Trojäiek aus Prag II, der dort nüt Pflasterarbeiten beschäftigt war. Er brachte den Verletzten, der Verwimdungen ini Gesicht und einen Bruch des linken ArmS erlitten hatte, selbst auf die Klinik.Schlosser.— Etwas später wurde an der Ecke der Bräf» und Bnbentscher Strahe in Bubentsch der 23jährige Glasarbeiter Alois S y n e k aus Nusle von: Auto des 40jährigen Wenzel Sokol aus Nusle zu Boden geworfen und leicht verseht. Die Ret- tungSgesellschaft brachte Ihn auf die Klinik Schlaffer: Sokol wurde der Führerschein entzogen.— Gestern nachmittags stieh in der Fochstraßein der Nähe des Wolschaner Friedhofs das Lastauto, der 46jährigen Augustin M a t o u S aus Pitkowitz zwei Frauen zu Boden, die eben aus dem Auto gestiegen waren, um zu einem Begräbnis zu gehen- Die beiden wurden inS Allgemeine Krankenhaus gebracht) wo in ihnen dse 88jährige Beamtin Antonie Kubik und die 83jährige Köchin Vlasta Stzkora festgestellt wurden; beide hatten eine Gehirnerschütterung, die Kubik, die einige Schritte weit geschleift worden war. auch einen Bruch des Schlüsselbeins erlitten. Der Wagenlenker MatouS bestreitet seine Schuld am Unfall. DaS Verfahren wurpe eingeleitet. Bon einem Pferb verletzt. Gestern Mittags wurde der 27jährige Schmied Anton Kopäiek aus Michle auf die Klinik JIräsck gebracht; ec chatte einen offenen Bruch des rechten Schenkelknochens erlitten, den ihm ein Pferd, das er eben beschlagen wollte, durch einen Hufschlag zugefügt hatte. Ein ZeltungSftand gestohlen. In der Nacht auf gestern wurde von unbekannte» Täter» der Verkaufsstand des ZeitungSverkäuferS Jan Stkpanek an der Strahenkreuzüng bei der Jirasekbrücke von unbekannten Tätern davongetragen- Es handelt sich offenbar um einen ordinäre»Racheakt. Allem Anschein nach haben die Täier den hölzernen Verkaufsstand, der zwei Meter hoch und zweieinhalb Meter lang war, in die Moldau geworfen. Dem ZeitungSverkäuser erwächst ein bedeutender Schaden, da in den» gestohlenen Stand Zeitungen und Zeitschriften im Werte von etwa 2000 Ke verwahrt waren, für die er nun aufkommen muh. Der Bau der neuen Ätefanikbrücke beginnt im nächsten Frühjahr. Die Bauabteilung des Prager Magistrates hat ein umfangreiches Programnr für mehrere Brückenbauterr anSgearbeitet, dessen wesentlichstes Projekt die Errichtung der neuen Stefanik- brücke darstellt, die bereits im kommende» Frühjahr in Angriff genommen werden soll- Mit der Durchführung dieses Projektes wird einer der Hauptpunkte der Prager Verkehrsproblems seiner Lösung zugeführt. Wie nicht anders zu ertvarten, fehlt auch in dem neue», auf zehn Jahre berechneten Brücken» bauprogramm das Prsjckt der Brücke über das Nusler Tal nicht, dessen Durchführung bisher stets an der Jinanzierungsfrage gescheitert ist. In dem Bauprogramm ist seiner die Eindickung dcS BotiL- baches vorgesehen, der im größten Teil seines Laufes innerhalb des Weichbildes der Hauptstadt durch eingegrabene Röhren geleitet werden soll. AuSflngSzüge der Staatsbahnen vom 21. bis 25. August zur Rebhühnerjagd nach Novö Zämky und Nitra für 1800 KC; vom 21. bis 2V.'August Lager im slowakischen Paradies sür 205 XL; vom 21. bis 20. August in die Beskiden für 480 XL und vom 21. bis 81. August nach Karpathoruhland für 600 XL. Anmeldungen und Informationen im Basar neben dem Wilsonbahnhofe, Telephon 88886. Kuast und Msscn. Gedenkpreise zu Ehren RtznS. Der Vorsitzende der Regierung Dr. Milan Kodjfa hat das Andenken des verstorbenen slowakischen Schriftstellers Martin Näzns durch die Ausschreibung zlveier Literaturpreise geehrt. Ter erste Preis Ivird 16.000 XL und der zweite 10.000 XL betrage». Die Wettbewerbsbedingungen werden im Monate September bekanntgegeben werden. Ein neues literarisches Theater. Der Schauspieler Leon Epp eröffnet am 20. September im Prinz Eugen-Palais auf dem Wiener Parkring ein literarisches/Theater, das sich„Die Insel" nennt. Zur Ausführung werden Werke von Stefan Zweig, Franz Werfel, Ernst Lissauer, Felix Braun, Romain Rolland, Ernst Barlach, Byron, Marivcaux, Müsset, Poltaire gelangen- Die erste Borstellung ist„PlytnS" von AristophaneS in 'der Bearbeitung von Prof. Joseph Gregor. Weinberger schreibt eine Faust-Musik- Jaro Weinberger, der Prager Komponist dcS Opccnwölt- ersölgcs..'.Schwända,-der-Dudelsackpfeifer", schreibt eine neue Begleitmusik für Goethes„Faust II". der in einer SdnderauMhrung des Wiener Deutschen VolkStheaterS herauskommt. Ein Symptom., Der Verlag der Zeitschrift „Die Jugend", die G. HIrth-Verlag Ä--G. in München, hat den Konkurs angemeldet. Das ursprünglich 800.000 RW betragende Kapital wurde zur Deckung der Verluste bis auf 60.000 RM herabgesetzt.... Ser Mk Rudolf Forster geht nach Amerika. Einer der besten deutsche» Film» und Bühnenkünstler. Rudolf Forster, hat sämtliche Filmengagementr gelöst und ist nach Amerika abgereist, wo er zuerst in einem Broadway-Theater spielen wird. Forster dürfte dann im Herbst ein Hollywood-Engagement antreten.- An dem Pariser Arbeitersportmeeting im Sta- dion ColombeS beteiligten sich auch die russischen Leichtathleten und Fußballer. Golusckstin(Rußland) lief die 100 Meter in 10.8 Sek. und Ozolin(Ruhland) erreichte im Stabhoch 4.10 Meter. DaS Fuß- ballniatch Rußland gegen Spanten— beide trafen bekanntlich in Antwerpen nicht aufeinander— endete mit einer 2:0-N!ederlage der Spanier. Boitschenko, der ausgezeichnete russische Brust- schtvinnner, legte in Paris bei einem Schauschwimmen die 100 Meter in 1:08.8 Min. zurück und blieb auch diesmal um eine Sekunde unter dein Weltrekord des Franzosen Cartonnet. Boitschenkg, der de» sogenannten Butterfly-Stil schlviunnt, lieh seine Schlvimmart nämlich überprüfen und das Urteil von drei bürgerlichen(I) Experten» lautete dahin, dah die scherenförmige Bewegung her Beine von selten des Russen durchaus„den Bestimmungen entsprechen". Diese Art der„Kontrolle" eines Könnens ist immerhin bemerkenswert... Um den„Großen Preis von Monaco“. In Monte Carlo kommt am Sonntag das traditionelle Autorennen um den Grohen Preis von Monaco zum Austrag. Die bekanntesten Repn- fahrer von Europa nehmen daran teil, so daß bestimmt wieder erbitterte Kämpfe um den Sieg stattsinden werden. MLMcrkwItaor erhöht ihren Umsatz|■- ihren Gewinn r Industrielle, Kaufleute, Gewerbetreibende, kaufen daher auf der 15. bis 22. August 19S7 (Sonntag bis lnkt Sonntag):. Allgemeine Mustermesse- 18 Waren* gruppen* Textllmesse- Technische Messe Textilmaschinen* Land wlrtsch. Maschinen Technik im Gewerbe* Elektrotechnik Radiomesse- Büromaschinen- Möbel und Klaviere* Nahrungs- und GepuBmlttel Markenartikel- Erfindungen und Neu* helfen usw« Sonder Veranstaltungen: Elektro-Sonderschau„Strom-überall?/ Drogisten-Werbeschau„Was bietet. Dir die Drogerie?** I. Tschechosl. Briefmarkenmesse und Aus* Stellung,„Erfinder-Dank«Ausstellung- rahrpreksermaoianne auch lm Flugverkehr , Legitimationen erhält!, in allen größeren Städten und im Messeamt Reichenberg Mlleiümgnr»Urania« Urauia-Kino. Morgen Saisonerösfnung mit der Lachbombe„Du kannst nicht, treu, sein", mit Lücie Englisch, Joe Stöckel, Speelmani etc. In Obermur- gel gibt er heitere Verwicklungen um die Zähmung der ehescheuen Lucie Englisch, mit Tanz, Gesang Und Keilerei. Ein-handfester, ausgelassener Schwank, dir dauernd Lachstürme hervorruft. Die neue Wochenschau„Aktualita" in deutscher Premiere. Lteratar Bon Konrad Hcidcns„Ein Man« gegen Europa“ erscheint soeben, vier Woche» nach der ersten Ausgabe, das zehnte bis zwölfte Tausend^ Die.tschechische Ueb-ersetzung erschien bereits,weitere llebersetzungen sind in Vorbereitung. Dr. Frantibek Kraus: Die Laienbeisitzer in der ArleitSgerichtSbarkeit. Im Verlag des Metallarbeiterverbandes in der Tschechoslowakei(Prag II-, BiS- kupskä 7) ist nunmehr die Uebersetzung einer ausgezeichneten kleinen Broschüre erschienen(Preis. 1 XL), die wir bereits im Oktober v. I- anläßlich deS.'Erscheinens der tschechischen Ausgabe eingehendbcspto- chen haben. Dr. Frantiiek Kraus, einer der besten tschechischen soziologischen und inKisoMre rechtswissenschaftlichen Publizisten, har es verständen, auf kleinstem Raum nicht nur eine Fülle praktische» Materials in knapper und doch nahezu erschöpfender Form zu bieten, sondern auch die Grundzüge.der demokratischen Justiz und insbesondere die Bedeutung der Laienrichter für die demokratische. Rechtsprechung klarzulegen.- Die 42 Seiten der deutschen-Ausgabe dieser Publikation unterrichten nicht nur den.Laienbeisitzer über feine Obliegenheiten, sondern sind auch geeignet, jedem sozial Denkenden- mit. wesentlichen Problemen der heutigen Rechtsprechung vertraut- zu machen. Zn den Vorzügen der kleinen Schüft gehört ihr klarer Stil und- ihre Ilebersichtlichkeit. Jeder in Partei oder Gewerkschaft Tätige wi.rd aus dem Büchlein reichen Nutzen ziehen-' rh- der Arbeiterfürsorge finden jede« G a m stagbon 5—7 Uhrim Bereiu deutscher Arbeiter, Smcckagasse Nr. 27, statt. Der, Gerettete (Schluß-l Die Signora mochte ein betroffenes Gesicht gemacht haben, denn Angelo griff sich an den Kopf, rollte die Augen und jammerte: -„Meine armen Eltern. Durch ein Wunder sind sie vor dem Tode bewahrt worden. Man müßte sie aufnehmen tute die lieben Heiligen, und dennoch irren sie jetzt heimatlos von Ort zu Ort, meine arme, alte Mutter, mein guter, alter Vater. Sic haben die Erde beben gefühlt, haben die Häuser brennen ge>ehen.. Wenn man vor ihnen das Wort Messina ausspricht, wird ihnen schwarz vor den Augen." Selbstverständlich bezogen die beiden. Alten das leere Zimmer in der kleinen Villg. Sie blieben drei Monate. Der alte Mann saß im Garten, rauchte die Zigarren meines Onkels und gab der Tante Ratschläge bei der Gartenarbeit. Die Mutter-kochte bisweilen an Stelle des Sohnes, und falls die Kochkunst- eine ererbte Eigenschaft ist, so konnte man begreifen, weshalb Angelo ein sc- schlechter Koch war. Nach drei Monaten kam die alte Frau zu meiner Tante: „Wir danken sehr für die Gastfreundschaft, Signora.--Wir-wollen jetzt-heim.". Meine Verwandten hatten sich bereits an die alten Leutchen gewöhnt, sie störten niemand und ihre Anwesenheit versetzte Angelo in gute Laune. „Wohin wollen Sie gehen?" fragte meine I Tante.„Ihr Heim ist zerstört. Bleiben Sie doch noch bei uns und Ihrem Sohn." Die Alte lächelte freundlich. „Wir haben einen kleinen Bauernhof im Toskanischen", erwiderte sie.«Wenn die Signora einmal in die Val d'Ema kommt, muß sie uns besuchen." „Im Toskanischen? Jä, stammen Sie bentj nicht aus Messina?" Die Alte machte ein hochmütiges Gesicht. «Wir sind doch keine Sizilianer", entgegnete sie ärgerlich.„Sind aus Toskana, wärest nie in Sizilien. Was hätten wir denn bei den Mas» siosi suchen sollen?" -„Und Angelo?" stammelte meine Tante. .'„Angelo? Was fällt.Ihnen ein, Signora. Angelo hat in Florenz die Schule besucht. Angelo ist ein echter Norditäliener. Er wäre nie nach dein Süden gekommen, wenn die Ausländer nicht einen so gemeinen Geschmack hätten und in Neapel oder gar Sizilien leben wollten.". Nachdem di« Eltern, bepackt mit. Gaben des liebenden Sohnes, abgereist waren, ging meine. Tante zu Angelo in die Küche. Sie ist von Natur aus die güte Stunde selbst, hält alle. Menschen für Engel und glaubt jedes Wort,, das man ihr sagt. In diesem Glauben und mit dieser kindlichen Güte war sie sechzig Jahre alt geworden, ohne jemals eine Enttäuschung erlebt zu habens öffenbar, weil ihr Mann das Gegenstück zu ihr isst I Nun jedoch wär sie tief gekränkt. Sie konnte nicht begreifen, daß ein Mensch so lügen könne tvie Angelo. Sie sagte es ihm, leise, sanft/ohne Zorn, aber betrübt. Er griff sich an den Kopf und rollte die Augen. „Signora", rief er vorwurfsvoll.„Ich ver- stchc Sie nicht. Habe ich Sie nicht immer gesiebt wie eine Mutter? Habe ich nicht durch mein, gutes Kochen Ihre kostbare Gesundheit und die Gesundheit des gesegneten Signore erhalten? Sind Sie ,nicht in meiner Pflege sünger statt älter. geworden?">;. -„Ja, ja, Angelo, Sie haben-immer gut für uns gesorgt, aber tveshalb haben.Sie gelogen? Warum haben Sie uns/ immer erzählt, daß Sie wie durch ein Wunder dem Erdbeben entkommen sind?.Und dabei, waren.Sie stie in Messina;" „Gut, Signora, ich war nie in Messina,-aber ich.hätte doch dort sein könnest,, nicht, wahr? Die Erde hat gebebt, die Häuser sind cingestürzt, es hat gekracht und gedonnert/ die Flämmen, haben gelodert. Mein guter Engel hat mich gerettet. Ist«S nicht einerlei, wenn er mich dadurch gerettet hat, daß ich überhaupt nicht' dort war?. Dür» . fielt wir den himmlischen Geistern vorschreiben,- auf welche Art sie uns. beschützen- sollen,- Signora?^' Angelo weinte.,- '-„Nie hätte ich gedacht, daß ein'Mensch, msr borwerfen könnte,-Ich sei-bei dem Erdbeben nicht ü'myekommen." ' Jetzt aber wurde.es sogar meiner-Tante zu bunt. „Angelo", erklärte sie zornig,.„Sie höben uns belogen,' Ich kisndige Jhsten für,''.sS&fc Und nun sagte Angelo etwas, worauf' sie keine Antwort fand. „Signora",' sagte er,„als ich zu Ihnen kam. sollte das, kleine Podere meiner. Eltern versteigert werden. Für die Armen-bebt die' Erde immer, und für sie kann jeden T „Und schließlich ist eS Wirklich,nureiti Zst- fall, daß. ich nicht in Messina war. ES sistd- doih so viele Menschen--dort- gewesen!" f.- Angelo blieb stoch drei. Jahre- km, Hause. Dann heiratete er eines der reichsten Mädchest des' Dorfes, sind der Pfarrer erwähnte in der.Träu»' rede gerührt hie Rettung' des-Bräutigams/ der. beim-, Erdbeben-.von- Messina vlerttndzwaNziä-. Stunden verschüttet gewesen war:. Angelo wjrd.anch heute noch„is'stappatö"/ genannt,.-und.seine Wölf Kinder erzählen mit Stolz-allen-Fremden:.-<■>'•----stv'. „Ja, der. Bqter. war beim Erdbeben. von -Messina. Er ist nur durch:ein-Wunder,.gerettet,, worden:"- Untz nachher,sagen die Kleinsten, denn die Zeitewsind. schlecht:.„Äst soldo,„