8WWMMÄ Aentralorga» der Deutsche» sozialdemokratische« Arbeiterpart^ in der Tschechoslowakische» Republik Erscheint mit Ausnahme de» Montag tSglich früh/ Einzelpreis 70 Heller Redawonund Verwaltung: PragXII., Fochova 62- Telephon 63077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern,Prag Aus dem Inhalt: SdP-Manöver (fegen die Zuckerhilfe Außenhandel weiter aktiv Dramatische Verhaftung eines Nazis Unwetterkatastrophen Bild von der„Volks* gemeinschaft“ SdP-Spitzelei in Karlsbad 17. Jahrgang Samstag, 14. August 1937 Nr. IW Kriegsschrecken Uber Schanghai Heftige Kämpfe Im Innern der Stadt Wilde Flucht detgZIvllbevölkerung Schanghai. Im Norden Schanghai- begannen Freitag morgen- heftige Kämpfe zwischen den chinesischen und iapanischen Truppen. Die eigentlichen Krieg-Handlungen wurden durch japanische Marineschützen eröffnet, die einen Angriff gegen dir an der Eisenbahnlinie Tschapei stehenden chinesischen Truppenabteilungen unternahmen. Die chinestschen Truppen setzten sich zur Wehr. Rach Tschapei wurden chinrstsche Verstör- kungelt entsandt. Japanische Truppen find in die Chinefenstadt in Schanghai eingedrungen, die japanische Flott« hat in ein Gefecht am Ufer des. WusungftuffeS mit schwerer Artillerie eingeriffen. — Im Verlaufe der Kämpfe wurde von den Japanern schwer« Artillerie eingesetzt, welch," die chinestschen Stellungen bombardiert. Die Bevöl- kerung Schanghai- befindet sich in wilder Flucht, ihrer hat sich eine Panik bemächtigt. Die Straßen, die au- Schanghai hinausfiihrcn, sind mit Flücht» lingen verstopft, die die fortdauernden Explosiv, ne» mit Entsetzen verfolgen. Da- chinesische, Armeekommando hat in Schanghai die besten chinesischen Truppen einge» seht, die insbesondere die Aufgabe haben, den Nordbahnhof zu schützen.. Dieser Bahnhof liegt unter dem Feuer der japanischen Geschütze. Die Granateinschläge haben in der.Stadt einige große Brände verursacht und viele Opfer gefordert. Die Internationalen. Konzessionen in SchWghai befinden sich in^VerteidiguügSznstand.' Ihre Besatzungen wurden verstärkt,, die Eingänge zu den Konzessionen wurden befestigt. Die Äe» samtstrcitkräste der Internationalen Konzessionen zählen 4666 Mann.■>-' Vorstoß der Chinesen Schanghai.(DNB.) Nach chinesischen Meldungen besetzten die.chinesischen Truppen im Verlauf der Kämpfe am Freitag nach Artillerie» vorbereitungen die Patsu-Brücke und hielten sie gegen die Angriffe der Japaner. Der Kampf um die Brücke führte zu einem Artillerieduell, dagroße Gebäudekomplexe, an der Paoshan-Straße zerstörte. In dieser Straße und in der Gegend der Tientungan-Straße wurde heftig gekämpft. Nankaü von den Japanern besetzt Die japanischen Truppen haben nach heftigen Kämpfen, bei denen sich ihre technisch« Ueber- legenheit über die chinesischen Truppen zeigte, die Stadt Nankau beseht>.nachdem sie Mit Hilfe schwerer. Artillerie die chinesischen Befesti» Auslandkorrespondenten Mehren sich Verl in. Die Bereinigung der Auslandspreise in Berlin Hat beschlossen, eine Delegation züm Pressechef per Reich-rrgjerung, dem Staatssekretär F u n ck, und zum bevollmächtigten Minister Asch mann zu senden, um die Beschuldigungen äufzüUären, welche durch die reich», deutsch« Presse gegen die Ausländskorrespondenten in Berlin erhoben wurden, Gleichzeitig sandte die.Bereinigung an den „Ang riff" eine» Brief, in"welchem u. a.,erklärt wird, daß der Ausschuß der Bereinigung der AuSlandspresse in Berlin mit Erbitterung die Beschuldigungen, zur Kenntnis nehme, welche das Blatt am Donnerstag gegen die AuSlandS- iournaliften erhobt Die Bereinigung weift entschieden" die Beschuldigung zurück, daß sich" die AuSlandSkorrespvndenten in Berlin«nd.inStesvn» der« der ehemalige Borsitzende der Bereinigung und elaeS ihrer bedeutendsten«nd geschätztesten Mitglieder,iRorman Eb tntf, Sei ihrer Bericht-' erstatt««» einer unehrenhaften Korruption durch böswillige Verzerrung der Tatsachen oder gar durch gegenrevolutionäre, gegen die ReichSregie» rung gerichtete Tätigkeit schuldig gemacht, hätten: BiSher sei auch nicht die-kleinst«: Tatsache angeführt worden, auf welche, sich diese/Befchuldiguny stützen: kiinnte. Pie: Schreibweise»' der deutschen- Presse könne, nicht zu einer gedeihlichem Entwick- lung der internationalen Beziehungen beitrügen, gungen. und den Bahnhof zerstört hatten. Aus den Trümmern deS Bahnhofs. pflanzen sie die japanische Fahne auf. Die Zidatelle ist noch im" Besitze der Chinesen, die geschlagenen chinesischen Streitkräfte zogen sich in die Berge zurück. Die Besetzung Nankau» sichert den Japanern die Eisenbahnlinie Peiping—Tientsin. Es wird verhandelt? Aus Tokio wird gemeldet, daß»in am Freitag abgehaltenrr KabinettSrat beschloß, di« Maßnahmen„für den Schutz der Japaner in In der Pacht auf Donnerstag wurde daspanische RegierungSschiff„lk o m p e a d» r"„ daS 9600 Tonäen Benzin geladen hatte, von zwei Torpedobootzerstörern angegriffen und durch Schüsse versenkt.■ Ein Zerstörer trug kein Kennzeichen, der andere war der italienische Zerstörer „Sratta". Die beiden Zerstörer, hatten da» Schift verfolgt«nd fielen«8- bei Einbruch der Dunkelheit von der Seit«, an. Durch Geschützsalven würden zwölf. Mann der Besatzung getötet, da» Schift ,fi»g.F«arr und ging unter. Die Geretteten wur- den nach Tunis gebracht. Italienische U-Boete gegen Regierungsschiffe Valencia. Das Nationalverteidigung-Ministerium meldet, daß Donnerstag früh«in unbekannte» Unterseeboot in der Nähe von Carthage» na die Torpedobootzerstörer der Regierungima» rine„Almirante Antequera" und„Churruga" überfallen habe. Der„Churruga" wurde von einem Torpedo getroffen und erheblich beschädigt. Drei Mann der Besatzung wurden getötet, neun Mann.verwundett— Die Aufständischen verfügen über keine Unterseeboote. Vie Zerschlagung der nationalistischen Blockade Valencia. Man meldet au- Gijon: Die Flotteneinheiten, die in den ersten-Morgenstunden ausgelaufen wdren, entdeckten, vor dem Hafen da- nationalistische Kriegsschiff„Jupiter". Nachdem einige Schüsse gewechselt worden waren, flüchtet« der„Jupiter". Auch die republikanisch« Luftwaffe'griff in den Kampf ein unh verhindert«, daß da» nationalistische Kriegsschiff„Cer» vera" in'den Kampf«ingreife und dem.Jupiter"-zu Hilfe komme. Auf diese Weis«'wurde die Einfahrt in den Hafen von Musel freigelegt. Mehret« englische. Schiffe lüden dort im. Laufe des Tages 20.000 Tonnen Lebensmittel aus. Eines dieser Schiffe lud Lebensmittel au», die ein"Geschenk englischer. Bergarbeiter an.die Arbeiter.von Spanien darstellen." England schlleBt Franco-Konsulat Gibraltar.(HavaS.) Die britischen Behörden haben die Schließung de» Konsulqt» der spanischen Aufständischen-Regierung angeordnet, das ist der.Hauptstraße:, von Gibraltar errichtet wurde. Da» Konsulat hatte bcre.it» mehrere Reisepässe ausgefolgt, obzwar es keine" Bewilligung hiezu, besaß.* England verlangt Aufklärung London. Di«;,Times" kehren zu dem Flugzeugangriff: auf das Tankschiff„British Corpo- ral" zurück'und, schreiben: Ain' Mittwoch abends 1 erklärte da» Hauptquartier' in Salamanca in einem Mundsunkbericht,7 dah- Eine Hausdurchsuchung förderte weiteres wertvolles Material zu« tage," durch welches Einzelheiten über diese Spipnage-Organisation," welche in den Diensten de- General Francos stand,': aufgedeckt wurden, Verhaftungen In Bagdad " Gintste" Offiziers de« Bagdaders Garnison Würdest im: Zusammenhang mit der Ermordung des Generalstäbschefsfustd deSChef»"der"Luftwaffe'der italischen" Armee'.verhstfM Der'Tel«» phoN-ündEisenbahnverkehrmitMossulwarzeit- WeiseWtftbr0chen, wurde aber wieder ,hergestellt. Ist- Kastdad wurdest militärische Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Italienischer Seekrieg gegen Valencia Ein spanisches Schiff versenkt Ble Volksvermehrung Der statistische Staatsrat hat in feiner - letzten Sitzung die Regierung auf die ungünstige Entwicklung der Bevölkerungsbewegung aufmerksam gemacht. Die Bevölkerung Europas hat von etwa.185 Millionen im Jahre 1800 auf über 400 Millionen 1900 und 522 Millionen 1985 zugenommen, sie hat sich in diesen. 185 Jahren fast verdreifacht, trotz der Auswanderung vieler Millionen nach Uebersee und trotz der Menschenopfer des Weltkrieges. Am ausgiebigsten war die Zunahme sowohl überhaupt wie im Verhältnis zur Einwohnerzahl von 1870 bis 1913. Die starke natürliche BolkSvermehrung war hauptsächlich den Fortschritten der Medizin und Hygiene und der Bcsse» ypng der Lebensverhältnisse der Massen im Zeitalter deS Ausstieges der Arbeiterbewegung zu danken. Die BevölkerungSwissenschast hatte aber längst erkannt, daß der Menschenzuwachs nicht auf die Dauer in einem ähnlichen Tempo weitergehen wird wie zu Ende des 19. und zu Anfang deS 20. Jahrhunderts; denn der Herabminderung der Sterblichkeit ist eine Grenze gesetzt, die früher oder später erreicht werden mutz, während andererseits die sinkende Tendenz der Geburtenhäufigkeit in den meisten Ländern Europas schon seit Jahrzehnten bestand und keine Anzeichen sichtbar würden,, daß sie zum Stillstand kommen werde. Anlaß zu-ernsten Bedenken gab das Problem der BolkSvermehrung erst in der Nachkriegszeit," als. fast überall in Nord-; West» und Mitteleuropa 'der jährliche Ueberschuß der Geburten- über die SterhejäM auf«in im Vergleich zu früheren Zeiten ganz geringe» Maß eistgeschrumpst war. In Oesterreich, Frgnkreich, Schweden, England und "Belgien beträgt der Ueberschuß auf 1000 Einwohner berechnet bis zu 4, in den meisten anderen Ländern— darunter der Tschechoslowakei— stellt er sich auf 4 bis 8. Nur in den Niederlanden und in Süd- und Osteuropa ist die natürliche Bevölkerungszunahme noch ausgiebig(10 und darüber im Jahre auf 1000 Einwohner). Unmittelbar vor dem Weltkrieg hatten die meisten Länder Geburtenüherschüsse von 8 bis 12, einige sogar von 18 bis 18. Aus der BierteljahreSübersicht des Statistischen Staatsamtes über die Bevölkerungsbewegung in der Tschechoflowakei ist zu ersehen, daß der Geburtenüberschuß weiter, abnimmt. Während die Zahl der Todesfälle nur eine geringe Abnahme verzeichnet, geht die Zahl der Geburten stark zurück. Es gab im Jahre 1938 im. gesamten Staatsgebiet noch 287.677 Lebendgeborene. Im Jahre 1984 wurden"280.757 und 1985 870.926 Lebendgeborene gezählt. Im vorigen Jahre war die Zahl weiter auf 264.647.zurückgegangen.. Gegenüber 1938 ist das eine Abnahme von 8 Prozent. 193.7. hat diese ungünstige Entwicklung-im ersten Vierteljahr angehalten, denn es wurden. nur 66.842 Lebendgeborene gezählt, während- es in der gleichen Zeit des Vorjahres 68.000 waren. AuS diesem Rückgang der Zahl der Lebendgebore- nen ergibt sich dann die Abnahme des Geburtenüberschusses. Bon 1938 bis 1936 ist ein Rückgang von 82.464 auf 62.176, also um 20.288 Geburten oder um 24 Prozent zu verzeichnen. Auch diese rückläufige Tendenz ist im ersten Vierteljahr 1937 festzustellen. Ergab sich im ersten Jah- reSviertel im Durchschnitt der Jahre 1938/86 ein Geburtenüberschuß von 14.000, so betrug er im ersten Vierteljahr 1987 nur 7710. . Der Rückgang ist zu einem Teil veranlaßt durch Aenderungen in der Altersgliederung der Bevölkerung, besonders in der fortschreitend stärkeren Besetzung- der höheren Altersklassen infolge der Verlängerung der-Lebensdauer der Menschen; zum anderen Teil, jst er in einer Abnahme des Kinderreichtums begründet. Wenn die Bevölkerungin Altersklassen von je fünf- Fahren eingeteilt wird, so-sind die Kinder'.unter fijns Iah'» rcn nicht mehr wie früher die. zahlreichste Kl ässe: Sie sind, weniger zahlreich- als die fünf» bis zehnjährigen und die zehn» bis fünfzehnjährigen; während" fäst?.überall"die ,fünfzehn- bis zwanzig- und zwanzig» bis."fünfundzwanzigjährigen Personen zahlreicher sind" als jede andere FünfjahreS» klaffe. Unter den Frauen des Gebäralters sind jetzt ebeüfalls die älteren Jahrgänge stärker vertreten als ehedeßr.\ Der wichtigste Grund deS AbsinkenS der Gebürte,«Ziffern' tfi" die verminderte weibliche Fruchtbarkeit,' die"guf verschiedene Ursachen zu» Stile 2 Samstag, 14. August 1937 Nr. 190 Außenhandel Im Juli weiter aktiv VolumenrQckgang gegenüber dem Juni— Fertigwarenausfuhr nur wenig betroffen— Rohstöffelnfuhr um 17 Prozent geringer* rückgcht und teils gewollt, teils jedoch zweifellos ungewollt ist. Die Verlangsamung der BolkSzunahme macht jenen Kreisen die schwersten Sorgen, welche die Bevölkerungsentwicklung vornehmlich vom militärischen Standpunlt auS betrachten. Sie befürchten eine Verminderung der Wehrhaftigkeit der Völker und suchen nach Mitteln zur Hebung dcS Kinderreichtums. In Italien und Deutschland wurden schon praktische Versuche gemacht, die Zähl der Eheschließungen zu vermehren und durch wirtschaftliche Begünstigungen Anreiz zur Aufzucht von mehr Kindern zu geben. Die Ergebnisse lvaren negativ. Weder Jünggesellensteuern, noch Eheschließungsdarlehen, noch Steuernachlässe für Väter zahlreicher Kinder haben den gewünschten Erfolg gebracht. Die in Frankreich und Belgien mit Lohnzulagen an Familienväter gemachten Erfahrungen waren nicht besser. DaS ist nicht überraschend, denn die Kinderzähl ist eben njchi ein ausschließlich wirtschaftliches Problem. In Italien, Frankreich und Belgien wurde versucht, die absichtliche Geburtenbeschränkung durch gesetzgeberische Mahnahmen zu unterdrücken oder doch einzuschränken, ohne dass ein positiver Erfolgt erzielt worden wäre. Auch dar ist nicht verwunderlich, aus Gründen, auf die nicht weiter eingegäNgen werden soll. Um ein« fortdauernd mehr oder minder ausgiebige Vermehrung der Bolkszahl der europäischen Rationell zu gewährleisten, mühte das soziale Bewuhtsein der Massen tiefgreifend beein- fluht und auf einen wesentlich höheren Stand gebracht werden. DaS wird beim Fortbestand der jetzigen Sozialordnung kaum zu erreichen sein. Wenn wir uns auf die Betrachtung der Gcgenwartsverhältnisse beschränken, so muh gesagt werden, dah eine Verminderung des Devöl- lerungsdrucks nach auhen und innen für das Volk nur von Vorteil sein kann. Der BevöllerungS- druck nach auhen führt zu ExpansiönSdrang und Vergröberung der Kriegsgefahren. Japan, Italien und Deutschland sind einleuchtende Beispiele. Gewaltsames Expansionsstreben wird in unserer Zeit um so mehr begünstigt, weil es so gut wie unmöglich geworden ist, durch Auswanderung den Bevölkerungsüberschuh zu vermindern. Fortschritte der Technik der Güterproduktion und Verteilung im Verein mit Aenderungen der weltwirtschaftlichen Struktur haben in der Nachkriegszeit in den industriell hoch entwickelten Ländern einen Bevölkcrungsüberschuh entstehen lassen, der auch dann von der Wirtschaft nicht aufgesaugt werden kann, wenn die Produktion in vollem Schwung ist. Trotz Hochkonjunktur und angestrengter Aufrüstung gibt er z. B. in Groß« britannien noch 1.5 Millionen Arbeitslose und in den Bereinigten» Staaten sind nach amtlicher Schätzung zwischen sechs und sieben Millionen Menschen arbeitslos. Der technische Fortschritt wird, wenn nicht alles trügt, auch in Zukunft bedeutend sein, der Ersatz menschlicher durch mechanische Kraft wird so bald nicht zum Stillstand kommen. Eine Eindämmung des Menschcnzuwachses wird beitragen zur Herbeiführung eines Gleichgewichtszustandes zwischen der Volksvermehrung und der Fähigkeit der Wirtschaft, neue Arbeitskräfte auszunehmen. Der Drang zur Fortpflanzung ist dem Menschen angeboren. Heute wird er in starkem Mähe durch elterliches VeraniwortungSempfinden und manche andere Umstände eingeschränkt. Er wird erst dann wieder mehr zur Geltunglommen, wenn mit einer einschneidenden Aenderung der sozialen Verhältnisse die Angst um dar Schicksal von Nachkommen von den Eltern weicht. Die eben veröffentlichten Außenhandelsziffern für Juli 1937 weifen im« e{n t n Warenverkehr folgende Ziffern(in Millionen K£) auf: Ju» 1837 Juli 1836 vlus Einfuhr 881,9 548,7 283,2, Ausfuhr 873,8 579,5 294,1 Während im Juni sowohl die Einfuhr wie die Ausfuhr gegenüber dem Juni 1938 mit über 80 Prozent Steigerung einen Rekord aufzuweisen hatten, zeigen sich im Juli, geniessen an diesen Rckordziffern, gewisse Ermüdungserscheinungen. Immerhin betrügt gegenüber dem BorjahrS-Juli die Steigerung der Einfuhr noch immer 51,8, die der Ausfuhr 50,7 Prozent. In diesen Grenzen bewegt sich»auch der Außenhandel in den er ft en sieben Monaten dieses JahreS, wie folgende Ziffern in Millionen KC zeigen: giwuer tl« Juli: 1937 1936 viu» Einfuhr 8-138,3 4.0334 2.104,9 ÄuSflihr 6.354,6 4.068,1 2.286,5 ,. Gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres konnte also die Einfuhr Heuer um 52,2, die Ausfuhr um 56,2 Prozent gesteigert werden. Für den Juli 1937 ergibt sich ein Ausfuhrüberschuß von 41,6(30,7) Millionen, für den Jänner-Juli 1937 ein Ausfuhrüberschuß von 216,3 Millionen Ai gegenüber 34,7 Millionen in der entsprechenden Zeit deS Vorjahres,, Nach den.einzelnen Warengruppen evgibtz sich folgendes Bild: Die tschechische Politik im Weltkriege Erstaunlich, dah es fast zwei Jahrzehnte gebraucht hat, bevor das erste größere umfassende und dabei auf wissenschaftlicher Quellenforschung beruhende tschechische Werk über die Geschichte des tschechischen Volkes im Wcltkiege erschienen ist, obzwar seit Jahren eine wertvolle Memoiren» und historisch-kritische. Literatur von verschiedenen, historischen Persönlichkeiten und über einzelne Tatsachen dieser Zeit vorliegt. Der Verfasser der Werkes ist der als Historiker bekannte und geschätzte Chef der Prager Parlamentsbibliolhei Dr. Zdenik Tobolka, der cs als vierten Band seiner Geschichte der Tschechen von 1848 bis zur Gegenwart erscheinen lägt."). Das Buch weist dieselben Vorzüge auf wie die früheren Bände: » Dr. Zdenkk T-bolka: Politik« döjinh keskoslovensköho näroda od r. 1848 aZ do dneöni doby (Politische Geschichte des tschechoslotvakischen Pottes voin Jahre 1848 bis zur Gegenwart). Vierter Teil: 1914—1918. Prag 1987, Verlag des.Ceskofloven- stl> KompaS". 499 Seiten mit 14 Bildern. Preis XL 45.— Daraus geht hervor, dah der wichtigste Aktivposten unseres Außenhandels, die Ausfuhr von Fertigwaren,"gegenüber dem Vormonat nur um 57,8.Millionen oder 8,8 Prozent zurückgegangen ist. Der Rohstoffexport ist fast unverändert geblieben, während nur die AuSflchr von Lebensmstteln und Getränken von 102,9 auf 52,0 Millionen stark zurückgegangen ist. Sie ist aber immer noch fast doppelt so hoch ÄS im Juli des Vorjahres. a) Einsuh r:..: . ,. ,.- 3uH 67. JUNI 87 JuN 86 ^Lebende Tiere"12,3 11,3. 14,2 LSbenSmittel" u. Getränke 69,7 97,4 60,9 Rohstoffe 499,9 608,8 812,9 Fertigwaren 249,9 268,6 159,8 b) Au S f u h r: Lebende Tiere 0,9 6,8 0,0 Lebensmittel U. »Getränke 52,0 102,9 27,5 Rohstoffe 183,3 182,6 118,2 Fertigwaren 686,5 698,8 438,4 Die wichtigste Post bei der Einfuhr, die E i n f u h r von R o h st o f f« n, ist um 103,9 Millionen oder um 17,2 Prozent zurückgegangen, die.Fertigwareneinfuhr um 18,7 Millionen. die LebenSmitteleinfuhr um 27,7 Millionen. Er scheint, als ob die Importeure mit RUck- sicht auf die Entwicklung"auf den Weltmärkten die Einfuhr nicht mehr so forcieren, wie in den letzten Monaten. Dah unser Export von Fertigwaren von dem Rückgang des gesamten AußenhandelSvolu- menS nur vechältnismätzig geringfügig betroffen wurde, darf neben der erfreulichen Aktivität des Auhenhandels auch im Monat Juli gewih ÄS ein Zeichen gewertet werden, das für längere Sicht einen Beibehaltung der gegenwärtigen günstigen WirtschäftSentwicklung zu Vevsprechen scheint. Verläßlichkeit, kritische Sichtung der Quellen, Illustration der geschichtlichen Entwicklung durch eine Fülle bemerkenswerter Einzelheiten und eine sorgsame, gewiffenhaste Charakterisierung der führenden Persönlichkeiten jeder Epoche. So erscheint die Darstellung der Person des gegenwärtigen Staatspräsidenten Dr. Eduard Bene 4 ÄS die umfassendste und treffendste Charakteristik dieser politischen Persönlichkeit. Die Geschichte der Tschechen im Weltkrieg Hai seit Jahren eine Reihe von Problemen und Streitfragen aufgeworfen.an denen Tobolka, der selbst in der tschechischen Politik von 1911 bis 1918 eine Rolle gespielt hat, nicht vorübergeht. Vollkommen richtig beurteilt der Verfasser die verschiedenen Strömungen in-der tschechoslowakischen Politik im Weltkrieg nicht vom Standpunkt der Nachkriegszeit und vom politischen Bedürfnis der tschechischen Parteien der Gegenwart mis, sondern vom Blickfeld der politischen Situation der einzelnen Phasen des großen Krieges. Für die Beurteilung der tschechischen Politik jener Zeit erscheint ihm maßgebend, dah in den ersten KriegSjahren die Zerschlagung Oesterreichs nicht zum Kricgsziele der Entente gehörte— eine Abfassung, die auch der Verfasser dieser Aufsatzes in seinem Buche»Die Entstehung der Tschechoslowakischen Republik" im einzelnen dargelegt hat. Die Entente wollte die Monarchie dem Einfluß Deutschlands entziehen und erst att dies unmöglich erschien, änderte sich die Meinung der lestenden Staatsmänner der Entente allerdings untbr dem Einfluß^ der Führer der tschechischen Auslandsrevolution Ma- saryk.und BeneS. WedcWder militärische noch der politische AuSgang deSskriegeS war bis zum Frühjahr 1918 gewiß. Deshalb glaubt Tobolka die sogenannte aktivistische Politik einer großen Teiles der tschechischen Abgeordneten rechtfertigest zu können.»Die austrophile Politik der tschecho- slowakischen Nation war nicht überflüssig, sonder» notwendig zu einer. Zeit,, da die Entente über, die Zerschlagung Oesterreich-UngarnS noch nicht entschieden hatte.- Die austrophile Politik konnte erst dann aufgegeben werden, als es sicher war, daß die Weltlage in ein Stadium getreten jvar, da es überflüssig war, an der austrophilen Orientierung festzuhalten." Obwohl also ein Teil der Politiker an Oesterreich festhielt, wünschte es andererseits, wie Tobolka Hervorhcbt, niemand, dah Oesterreich siege, denn die Umwandlung des Reiches in einen Staaienbund seiner Völker war nur möglich bei einer mehr oder weniger großen Niederlage der Zentralmächte. Tatsächlich waren weder die im Lande verbliebenen legalen Führer der Nation, die Abgeordneten, noch diejenigen, welche die Auslandsrevolution durchführten, selbst Masaryk und BeneS nicht, vom Siege der Entente überzeugt. Kann manWs deswegen als Bermt an der nationalen Sache ansehen, so fragt der Auwr, wenn die Politiker zwei Eisen im Feuer hielten, wenn sie die Verfolgungen, denen die Nation ausgesetzt war, zu mildem suchten, wenn sie schon im Kriege bemüht waren, eine Plattform der Verhandlungen für den Fall vorzichereiten, daß Deutschland siegen und Oesterreich-Ungarn erhalten bleiben sollte? Sicherlich hat eine solcheMrgumentation etwas für sich, aber man muß nur fragen, bis zu welchem Grade die patriotischen Kundgebungen einzelner Personen und Bereinigungen hätten gehen müssen und ob Ächt manches davon der sittlichen Kraft der Nation Abbruch getan hat. Die Politik der Nachkriegszeit und der Kampf der tschechischen Parteien haben die Frage,-wem der Hauptanteil daran gebührt, dah der Jahrhunderte alte Traum der Tschechen von einem selbständigen Nationalstaat Wirklichkeit geworden ist, zu einer der umstrittensten gemacht. Spitzt man diese Frage darauf zu, welchen Persönlichkeiten dar größte Verdienst zusällt, so gebührt zweifellos den Mänstern der Auslandsrevolurion Masaryk und Benes vor den JnlandSsührcxn Svehla und Rast» die Palme. ES gereicht Tobolka, der selbst ein Aktivist und einer der führenden Personen der tschechischen JnlandSpolitik gewesen ist, zur Ehre, daß er eine Rangordnung^cr Verdienste, in welcher die AuslandSrevolutionäre an erster Stelle stehen, anerkennt. Man" wird auch damit einverstanden sein, dah dic agyic Weltentwicklung,'" die Ueberlegenheit der westlichen Demokratien über die halbfeudalen Mittelmächte, sowie die WirtschastS- und Kulturentwicklung de» tschechischen Voltes den Sieg MÄarykS und Benes' über die Habsburger möglich gemacht hasten und es berührt besonders erfreulich, wenn Tobolka einen gebührenden Teil des Verdienstes um die Erringung der staatlichen Selbständigkeit dem tschechischen Proletariat zuschreibt, welche» der revolutionären Bewegung de» Volkes Schwung und Kraft verliehen hat. Nur wenn man die tschechische Politik des Weltkrieges einreiht in die allgemeine weltpolitische und soziale Entwicklung eines Jahrhunderts, kann man den Ausgang des grohen Ringens verstehen, das zur Entstehung der Tschechoslowakischen Republik gefiihrt hat, E. St Sollte sie sich nach einem anderen Posten umsehen? Am beste wäre eS, mit Portiers darüber zu sprechen. Denn die wußten über das Los einer armen Hausgehilfin Bescheid. Sie warf einen. Blick auf die festschlafend« Franzi und beschloß rasch und heimlich, jetzt ihre Lage mit Portiers zu besprechen, und der Frau beim Wäscheaufhän- gcn behilflich zu sein, weil man ja dabei gut über alles reden konnte. Franzi würde jetzt lange schlafen und sie konnte dieses überheizte Schlafzimmer endlich verlassen, wo sie doch so wie so kein Auge auf dem kleinen, stark parfümierten Sopha schließen konnte. Das Unglück aber wollte cs, daß Fran Franzis Magen auf den gestrigen Diättag und dem übermäßigen Genuß vom Schlagobers am Abend, dem nächtlichen Schrecken und dem verabreichten Schlafßulver revoltierte und sie unter heftigen Uebelkeiten erwachte. Sie muhte sich ein paarmal übergeben, ächzte zwischendurch nach Finni, bis sich das Aechzen in Rufe» und Schreien verwandelte, um dann schließlich wutentbrannt ans Telephon zu eilen und mißtrauisch PorsierS nach dem Verbleib von Finnt zu fragen. Ihre Wut"steigerte sich noch mehr, ÄS sie erfuhr, Finni sei unten. Sie vergaß die nötige Reserve, die Trauerstimme der eben erfolgten Witwenschaft und beorderte keifend, Finni soll« sofort erscheinen. »Na Servus!" murmelte der Portier, welcher schlaftrunken den Hörer, in her Hand hielt, denn die Müdigkeit hatte ihn doch.übermannt, Und ohne sich sonderlich zu beeilen, ging er langsam in den Hof, wo Finni eifrig schwätzend seiner Frau beim Wäscheaushängen half. t »Servus—", sagte auch Finni ob dieser alarmierenden Nachricht, und bat dcst Portier himmelhoch, sie nicht alleine hinaufzulassen, da. sie sich vor dem Krach der Gnädigen fürchtete. „N»m sagen Sie einmal, sind Sie kein Mensch?" erwiderte.er ruhig.»Was heißtKrach? Ein kühler Blick aus den hornbebrillten Augen traf ihn. Eine scharfe Stimme erwiderte:»Du und'krank?— Das ist ja gelacht I-— Gelacht ist das!— Was"heißt krank? Zu dick bist du— Kobes! Und eine Entfettungskur, angesangen mit Massage und Orangensaft statt Kaffee mit Schlagobers, wäre das beste! In England erhält man zum Frühstück immer Orangensastl" (Die opulenteii englischen Nachspeisen.verschwieg die Dorechana aus Etziehungsgründen.) Und schloß:»Also werden wir einig über die Auflösung? Daß du mir nicht weiter mies machst, was ich beschließe!" Damit verließ sie"den Baderaum" und der Gatte erhob sich etwas schwerfällig zur anstrengenden Geschäftsreise. Di«- Söhne hörten" ohne Widerspruch von der bevorstehenden Aenderung und küßten dankbar die Hand der bewunderten Mutter, welche stet» so weise für die geistige Substanz ihrer Kinder sorgte. Unter den vielen Zetteln mit Anordnungen war auch ein besonderer Vermerk von der Do- rcchana an Fräulein" Biner, dem Portier kein Extratrinkgeld zu geben, da eS diesem Mann seiner sozialen Stellung nach schon viel zu gut ginge und er eS auch sonst nicht verdiente.' Frau Franzi war unter der Einwirkung des vom SanitätSrat. verabreichten Schlafpulvers schließlich eingeschlafen, zur großen-Erleichterung von Finni, welche sich, schwere Sorgen über ihre Zukunft machte. Sollte sie bei dieser Gnädigen 19 Roman von L Pringsheim bleiben, jetzt, wo der Herr nicht mehr lebte? Gar nicht» brauchen Sie sich gefallen zu lassen,— Würde sie den verdreifachten Launen und Wün« gar nichts! Sie haben das Recht, um halber sechse schcn gerecht werden? Hatte es einen Zweck?'etwa» Lust zu schnappen, und wenn die„GnÄIge Frau" hundertmal Witwe geworden ist! Aber sie hat kein Recht zu schimpfen,— die Gnädige! Sie soll sich gar nicht so hochgestochen fühlen,— es wirtz überall mit Wasser gekocht. Sie gehen jetzt in aller Ruhe hinauf, und wtnn sie's Ihnen zu arg macht, dann kündigen Sie— ein Mädel wie Sie kriegt überall Stellung! Da verlassen Sie sich nur auf mich!— Ich sag'- Ihnen,— ich, — der Hausbesorger! Gar nichts kann Ihnen passieren! Lassen Sie die ruhig da oben schimpfen, haltens den Mund, kündigen Sie und packen Sie Ihre Sachen. Und bevor Sie eine Stellung finden, ist immer noch«in Platz bei uni!" Damit schloß er Finni eigenhändig den Lift auf, eine»außertourliche" Handlung, aber da- Mädel verdiente es wirklich. Finni wurde unter tobendem Schluchzen und Vorwürfen empfangen. Frau Franzi ließ keine Pause eintreten: »So eine Frechheit!— So eine Anmaßung! Sie lausen fort und ich. sterbe hier! Totkrank bin sch, der Herr wird nicht mehr länge auf mich warten brauchen— und Sie beschleunigen nöchmein Ableben! Hat man. je so«in Mädel erlebt, das die sterbenskranke Frau kurz nach dem Tode ihres Mannes allein, ohne Hilfe, schutzlos verläßt? Um irgendwelchen Bergnüßungen nachzujagen!" Auf"den vergeblichen Einwurf von Finni schrie sie:->,Natürlich, Vergnügungen! Wahrscheinlich halben Sie was mit dem Portier! Woher sonst diese-Freundschaft! So ungebildete Leute müssen ja gleich was haben! Kommen Sie "Mir nur nicht mit anderen Gründen! Jetzt, wo mein armer Mann tot ist,j glauben Sie«IN« schutzlose Frau schlecht behandeln zu können! Aber Sie-werden es büßen I- Das-lasse ich mir nicht gefallen!" Franzi hatte zwar keine Ahnung, w i e sie sich das nicht gefallen lassen könne,.aber sinnlos drahte sie weiter:»Sie werden e» noch an anderer Stelle zu verantworten haben, wi« Sie mir schadeten! DerSanitätSrat wird«» beweisen können!" Hier stockte sie, denn eine erneut« UebelkeitSwelle überkam sie." »WaS wird er beweisen können?" fragte Finni, froh, die Pause benützen zu können,■„et! wird beweisen können, daß gnädige Frau zu viel! Schlagsahne gegessen haben! Und-der Mops und gnädige Frau sich immer nach dem Bridge-Kränzchen den Magen überladen! Daran ist doch kein armes Mädel wie ich schuld! Und ich werde die gnädige Frau, verklagen wegen Ehrenbeleidigung, den kreuzbraven Portier zu verdächtigen!" Und, mit erneutem Mut, eingedenk der stärkenden Worte unten im Hof, schrie jetzt auch Finni:»Und wenn auch der Herr jetzt auch seit einigen Stunden tot ist, ex wird sich gefreut haben, daß er sterben kann, denn so gelacht hat. er nie im Leben wie er im Tode lacht! Ich hab-kein Mitleid mit der gnädigen Frau und ich gehl Morgen ist eh der Exste, da soll sich die gnädige Frau ein anderes Mädel suchen! Vielleicht, eine Wärterin' mit weißem Häubchen für das Hundsvieh! Also Ich gehl Den rückständigen Lohn werden Sie mir zum Portier hinunterschicken und wenn nicht, sprechen wir uns vor Gericht!"« Obwohl Frau.Franzi mjt der Dorechana nicht das'geringste.gemeinsam hatte, jetzt, in dem Moment der völligen Sprachlosigkeit erinnerte sie an die Dorechana" nach der Rede der Frau- Hardt. Gänzlich unfähig,, ein Wort hervAzubringen, die Arme schlaff heräbhängend, hielt, sie den Kopf stoch etwas über dm Eimer gebeugt, vergaß ihre-Uebel« keit und schielte mit wässerig hcrvorquellenden Augen auf die gigantisch Heranwachsende Finni». - Das Mädchen War an und für sich gutmütig'. Und al» sie die bemitleidenswerte Gestalt iMich zusammengesunken sah, wurde ihr doch nicht gang wähl zumute. Sie zögerte einen Moment, dünst sagte sie freundlicher:„Nm es wird nie so heiß gegessen, wie gekocht wird. Jetzt beruhigen Sitz sich und dann können Sie sich ja in-einiger Zeit ein« ander« Hilfe suchen. So läng bleib ich'noch," schon im Asidenken an den Herrn!". Hier schlüchzte Finni, l" .(Fortsetzung folgt-X"-• Nr. 100 SamStag, 14. August 1037 Seile S SdP fabriziert„Volkszorn“ gegen die Zuckerüilfe Für heute„spontane“ Proteste befohlen/ Auf der Suche nach einem Propagandaschlager EI» Funktionär der SdP stellt uns ein Rundschreiben der EgererHaupt- stelle zur Verfügung, das folgenden Wortlgut hat: Houptstelle ter StP Eger. Eger, am 11. August 1037. Sonder Weisung, ergeht an alle Kreisleitungen und Bezirksleitungen am Sitze einer politischen Behörde. D r 1 n g e n dl Verpflichtend! Betrifft: Dringende Verspräche bei der zuständigen BezirkSbehörde wegen Zmkerangelegen- heit. Werte Kameraden! Fed e Bezirksleitung am.Sitze . einer politischen Behörde muss im Laufe des SamStag, den 14. August 1037, vormittags durch eine Dreier-Deputation möglichst mit einem Parlamcntaricr, Lande-- oder Bezirksvertreter beim zuständigen Leiter der Bezirksbehörde vorsprechen und heilt egendenPrat» st ' tm Namen der Wähler der Sndetendeutschen Par- ‘ tri ihre- politischen Bezirke- überreichen. "'■ Für die fri st g erechteDürch- führuNJ ist der Bezirksleiter»der fein derzeitig« Stellvertreter persönlich verantwortlich. Heber die Durchführung ist der zuständigen Kreisleitung sofort zu berichten. Mit deutschem Grus,, Für die Hauptstelle der SdPi R. Dietl, m. p. Weiter heißt es dann: „Die tieferstehende Protcstschrift ist sofort auf .Folioformat abzuschreiien. Der Ortsname der BezirkSbehörde sowie die Zahl unserer SdP-Wähler de- politischen Bezirkes Ist«Inzusetzen und die Denkschrift mit der Stampiglie der Bezirksleitung und den Namen der Delegierten, die dir Borsprache vornehme», zu unterfertigen. Im Falle die Wählerzahl nicht einwandfrei ermittelbar ist, ist an der betreffenden Stelle die Formulierung zu verwenden:„im Name» d« Wähler der SdP.. Wie man sieht, ist für alle» borgesorgt und die Gefolgschaft braucht nicht lange nachzudenken. Wie sich'S für eine totalitär-autoritäre Partei mit Fllhrerprinzip versteht,«werden E m p ö r un ff und Argumente f eiti g Relief e rt' und noch das Format des Papiers, auf dem der „Bolkszorn" Raum finden soll, wird vorsorglich angegeben. Wir drucken diese Weisung ab, damit jeder sich von dem„spontanen" Charakter und der„von unten" kommenden Einpörung ein Bild machen kann, die da heute vorgetäuscht werden soll und in Wahrheit eine gleich geschaltete Aktion derHauptstelle E g e r ist. In der Eingabe selbst finden sich die„Argumente", die wir aus der nazistischen und stalinistischen Presse der letzten Tage bereits kennen. Die Ausgabe von billigem Zucker an die Arbeitslosen, eine längst geforderte Aktion, der andere ähnliche vorauS- gcgangen sind, tvird als Parteisache und Protektionismus zugunsten der Koalition verdächtigt. UebrigenS hat der G o e b b e l S- R u.n d- funk schon Freitag die Sache aufgegriffen und als die übliche Anti-ESR-Hetze aufgezogen gehabt..Die SdP und ihre Helfer beten also nur nach, was ihnen von Berlin vorgesagt wurde. Mit demselben Recht, mit dem die SdP sich jetzt gegen die Zuckeraktion wendet, hätte sie sich früher auch gegen die Brot-, die Milch-, die ganze Lebensmittelaktion des Staates für die Arbeitslosen wenden können. Daß sie jetzt plötzlich gegen eine soziale Aktion losgcht und sic als „Wahlmache" bezeichnet, hat ganz andere Gründe. Die SdP bereitet eine Propagandir- Offenfsve für den Herbst vor. Es soll daS rin Glied in der»roßen nazistischen Offensive sein, die für dir nächsten Monate geplant ist und die Goebbels, Henlein und in Oesterreich Leopold führen werden. Schon die H e tz e wegen der verwcig«ten Ausliefnung der 0 0 00 Kinder an die Rikrntenschulen des Nazismus gehörte in dieses Kapitel. Die Zuckeraktion ist rin weiterer Borwand. Daß die„Wähler", die sich eben inBres- lau mit LebenSmittelpaleten und anderen Liebesgaben, mit Freikarten der Reichsbahn und ähnlichem von Hitler dafür bezahlen ließen, daß sie Staffage für eine preußisch-imperialistische Kundgebung machten, jetzt als empörte Demokraten und Richter über die soziale Politik der Regierung der TSR ausspielen werden, ist eine v q l il e n d e t e K o m ö d i e. Man, wird die, heute fällige„Protcstaltion"also.ge6ührend'eisi- zuschätzen wissen I Professor Wilhelm Ostry 60 Jahre alt Heute begeht der Professor für tschechoslowakische Geschichte an der Deutschen Universität in Prag, Wilhelm W o st r y, seinen 60. Geburtstag. Professor Wostry, ein gebürtiger Saazer, hatte sich vor dem Krieg an der Deutschen Universität habilitiert. Seine wissenschaftliche Ar- beit, deren Hauptgebiet damals die späthussitische Periode der böhmischen Geschichte, das Zeitalter der ersten staatsrechtlichen'Annäherung zwischen den drei Ländergruppen im Donauraum war, wurde durch den Weltkrieg unterbrochen, während dessen Wostry wertvolle Jahre in russischer Gefangenschaft verbringen mußte. 1022 wurde Wostry zum Professor für tschechoslowakische Geschichte ernannt und trat aus dem Bibliotheksdienst in das Lehramt über. Er war seither auch Dekan der philosophischen Fakultät, ist Vorsitzender der PrüfungSkommiffioy für das Lehramt an Mittelschulen, Herausgeber'und Leiter der Zeitschrift für sudeiendeutsche Geschichte(früher Mitteilungen des Vereins für Geschichte' der Deutschen in Böhmen). Wostry hat sich mit älterer und jüngerer böhmischer Geschichte von Wenzel dem Heiligen bis zur 48er Revolution beschäftigt. Eine seiner bemerkenswertesten Arbeiten Ist seine große Studie zum deutschen K o l o n isat ions- prob l.e m^in den Sudetenländern, die Antwort auf die bekannte Bretholzsche Theorie. Liebe zur Wahrheit, peinliche Gewissenhaftigkeit der kritischen Arbeit, der Blick für die größeren und tieferen Zusammenhänge des historischen Geschehens und eine hochentwickelte'Kunst' der Darstellung zeichnen.Wostry alsForscher, Geschichtsschreiber und Bortragdnden aus. Die persönlich je°mit ,ihm zu tun Hattens werden sein gewinnendes Wesen, seine Gerechtigkeit usidi/LiebenSwürdigkeit, nicht minder als seine, wissenschaftlichen Qualitäten zu schätzen wissen/. Sein kritischer Geist und fein' männlicher Eharakter haben Wostry auch-in den ' Achtung, Radiohörer I . Montag, den 10. August, wird in der Zeit von 18.16«hr-i» 18.45«hr vom O st r a u e r Sender eine Reportage' über de» KreiSarteit«tag in Jägerndorf mit der Kundgebung deS Abg. Siegfried T a u b übertragen. letzten Jahren davor bewahrt, sich trotz einer nie verleugneten nationalen Gesinnung und bürgerlichen Weltanschauung in den Dienst totalitären Strebens nach geistiger Gleichschaltung zu stellen. So ist Wilhelm Wostry nicht nur eine tragend^ Säule. des akademischen Lehrkörpers, sondern auch ein würdiger Repräsentant wahrer sudetendeutscher Kultur. Streik In der Porzellanfabrlk Kratzer Josef& Söhne, Haindorf Die Arbeiterschaft dieses Betriebes trat am 11. ds: in Streik, weil sich die Firma weigerte, die Bertragslöhne nach dem Protokoll von: 27. Mai zu bezahlen. Alle Bemühungen der Arbeiterschaft um- Einhaltung der Vertragsbedingungen scheiterten an dem ablehnenden Verhalten der Firma. Die Arbeiterschaft dieses Betriebes nmßte in den Kcisenjahren Opfer um Opfer auf sich nehmen und war dem ständigen Druck auf Abbau ihrer Löhne ausgesetzt. Sie verlangt nicht mehr als die Anerkennung der Vertragslöhne. Für diese'Forderung ist sie in den Streik getreten. Sie wird einig und geschlossen den Kampf führen. Dramatische Verhafturis eines Nazis Donnerstag nachmittags zwischen 8 und 4 Uhr schritt die Staatspolizei zur Verhaftung d-s bekannten' Bodenbacher Nazis Josef Schade. 'Schade flüchtete jedoch und sprang über die steile Uferböschung ittj die Elbe. Er wollte schwimmend das andereMser erreichen und von, dort aus das. Weite suchen. Die Stäätpolizei folgt ihm in einem Kahn. Als Schade sah, daß er nicht entkommen könne, schwamm, er an das Ufer zurück. Hier wurde er schließlich sestgenommen. Bei seiner Flucht hatte Schade eine lange, scharfgeladene Flöbertpistole verloren.Die Verhaftung' hatte einen großen Menschenäuflauf zur Folge. Die Gründe für die Verhaftung Schades-sind unbekannt. SdP*Spltzelel In Karlsbad Der Karlsbader„Volk-Wille" beschäftigt sich in seiner Freitag-Ausgabe'sehr-ausführlich mit der, Tatsache, daß gewisse Politiker, die sich in! Karlsbad ,aufhglten, von.der SPP bespitzelt wer-, den. CS ist bekannt, daß dieser Tage T i t u l e S e u in Karlsbad war. TituleScu ist in Deutschland unbeliebt, aus diesen: Grunde haßt ihn auch tzie SdP. Und daruin haben die SdP-Lcute jeden seiner Schritte in Karlsbad überwacht. Der „Zeit" nmh das Ergebnis dieser Spitzele! sehr wohl bekannt gewesen sein, denn sie hat die Tätigkeit TitulescnS in Karlsbad gewissenhaft registriert und hat es auch nicht unterlassen, Titu- leScu als„mongolischen Mischling" zu beschimpfen. Titulescn hat cs vorgezogen, seine» Aufenthaltsort zu wechseln. Die„Zeit" des Herrn Goebbels hat also ihr Ziel erreicht, wenn anch die Forssetzung ihrer sauberen Tätigkeit Karlsbad schweren Schaden zufiigen muß. Volksgemeinschaft In der Praxis Eine Türmitzer Einwohnerin hatte die Phrase von der Henleinschen Volksgemeinschaft, die in der SdP gepredigt wird, wörtlich gcnom- inen. Sie Ivar nickst nur ein braves Mitglied der SdP, sic betätigte sich auch praktisch und strickte fleißig Strümpfe für die SBH, bis die Ernüchterung einsetzte. Die Frau, die mit ihren zwei minderjährigen Kindern von ihrem Mann, einem henleinischen Baumeister, verlassen^wurde,'geriet in Not und konnte den Mietzins an den Hausherrn nicht mehr entrichten. Die Kameraden Hausherren, reiche Leute, vornehme Besitzer mehrerer Häuser, betrieben mit Erfolg die Delogierung der armen„Kameradin". Eine Intervention des Bürgermeisters um Hinausschiebung der Delogierung war erfolglos. Im Beisein eines Vertreters der Nussiger Advokatenkanzlei Dr. M q r e sch. wurden die Habseligkeiten der ver- armten Miterin auf die Straße gesetzt. Einige Arbeitslose, die man um ihre Mithilfe anging, weigerten sich, das volksgemeinschaftliche. Werl zu vollziehen.' Schließlich fand sich ein williger „Kamerad",.der mit zwei Koniplizon das Werl der Volksgemeinschaft durchführte. Wahrlich, eine treffende Illustration zu dem Gerede von der Volksgemeinschaft. Die Habseligkeiten einer deutschen Volksgenossin vor! den Häusern der Hausherren sieben Stunden lang auf einer der verkehrsreichsten Straßen, daneben eine deutsche Mutter mit ihren zwei unmündigen Kindern. Die Kameraden Hausherren haben kein Erbarmen, Mitglieder der Partei der Volksgemeinschaft leisten dem Besitz Handlangerdienste. Diese deutsche Mutteb erlebte eine furchtbare Enttäuschung. Der sozialdemokratische Bür- germeister handelte menschlicher als die Volksgemeinschastler. Auf seine Veranlassung wurden die Habseligkeiten der, armen Mieterin abtransportiert und in städtischen Gewahrsam genommen. Unwett&r In Westböhmen Freitag nachmittags ging über Eger und Umgebung ein schweres Unwetter nieder. Die Stadt Eger wurde von einem Wolkenbruch heim« gesucht, der großen Sachschaden verursachte,-Am Gregoriusplatz und in der Unteren Grabenstcaße drangen die Wassermassen in viele Häuser ein, von denen niehrerx schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Schäden sind deshalb besonders groß, weil das Niveau der Häuser unter dem der Kanäle liegt, welche die großen Wassermengen nicht fassen konnten. Ueber den Umfang der angerichteten Schäden wurden vom sozialdemokrati- schen VizeÜiirgerineister Heinrich mit Hilfe vö». städtischen Beamten sofort-Erhebungen durchgeführt,- i Wolkenbruch auch Über Prag ■ Auch über Prag ffhtfl Freitag abends nach 7'Uhr>ein wolkenbruchartiger.Regen nieder, der einzelne Straßen in- Bäche verwandelte. Die Kanäle konnten die WasserMaffen nur schwer aufnehmen; an einigen Stellen mußten die Kanäle freigelegt werden. Besondere Schäden- wurden nicht.angerichtet. Eröffnung der lüTschechoslowakischen Briefmarkenmesse. Sonntag,, den 15. August, um 8.80 Uhn vormittags vor der offiziellen Eröffnung der Reichenberger Messe in den Messehallen, wird die l„ Tschechoslowakische Briefmarkenmesse- und Ausstellung in der HändelSakädemie eröffnet." Oie Prager Deutsche Arbeitersendung bringt In dieser Woche: S o n n'ta g, 15. August, 14.50—15.00: Friedrich Schiller als politischer Dichter(Dr. Otto Löwe), 14.80—14.85(Strainicc): Für Bolt und Frieden.* Mittwoch, 18. August, 13.40—18.45: Ar- beitömarkt, 18.20—18.40: Menschenrechte und Böl- kerfricde(Dr. Alois Mühlberger, Trautenau), 18.40—18.50: Soziale Informationen. Freitag, 20. August, 18.85—18.45 Aktuelle zehn Minuten. Eröffnung der Reichenbcrger Messe aui 15. August 1037. Die Reichcnberger Messe wird am Sonntag, den 15. August, um 0 llhr 30 vormittags eröffnet. Die Messe ist sehr gut beschickt, umfaßt 12 Messehäuser und bietet hervorragende Kaufgelegenheiten. Fahrpreisermäßigungen erleichtern den Besuch der Messe. Messclegitimatiouen sind in den Verschleißstcllen in allen größeren Städten erhältlich- Neue Hinrichtungen Moskau. Die„Turkmenskaja Iskra" berichtet von eitlem großen Strafgericht in der turkmenischen Sowjetrepublik, dem fast alle bisherige» Spitzenfunktionäre Sowjet-Turkmenistans zum Opfer gefallen sind, nämlich der. bisherige Präsident der turkmenischen Sowjetrepublik A i t a k o w, der Borsttzende deS Volkskommissar rcnrateS der turkmenischen Sowjetrepublik Atabu j e w, der stellvertretende Borsttzende deS Bolkskmnmissarenrates S a ch a t o w, der stell- vcrtrcteitde Präsident des turkmenischen zentrale« Exekutivkomitees 11 m ansk i, sowie acht Mitglieder deS turkmenischen zentralen Exekutivkomitees. Vettere Ausweisungen von Nazis aus England London. Einer Meldung deS„Daily Herald" zufolge sind weitere Deutsche aus England«ilsgewiese» worden. DaS Blatt teilt mit, es sei sicher, dass zahlreiche deutsche Staatsbürger voin Ministerium des Innern mifgefordert wurden, England zu verlassen, was sofort geschehen ist. Andererseits beschlossen viele andere Deutsche nach einem Verhör, welchem sie von Beamten deS Scotland Vard unterzogen wnrdcn, s e l b st England zu verlassen. England bereitet Minensperren vor London. Die Admiralität hat, wie der Flotienlorrespondent des„Daily Telegraph" meldet, neue Maßnahmen ergriffen, um die. britischen Häfen in der Heimat und in Ucbersee im Fglle eines Krieges durch M i n e n f e l d e r zu schützen. Für die Vorbereitung und Erhaltung kontrollierter Minenfelder, d. h. solcher lliiinen, die durch Fernzündung von der Küste aus zum Explodieren gebracht werden können, ist jetzt die Siekrutierung des nötigen Sonderpersonals innerhalb der Flotte beschlossen worden. Attentat auf Woroschilow dementiert Moskau. An amtlichen Stellen wird erklärt, daß die Nachrichten über ein Attentat auf Woroschilow in Tula Nicht auf Wahrheit beruhen. Litwinow nach Gastein Wien..' Der sowjeirussische Volkskommissar Litwinow, der am Mittwoch in Wien eintraf, hat sich von hier nach Bad Gastein begeben. Oberschlesien-Gesetze In Geltung Im polnischen Gesotzblatte wurden die während der letzten außerordentlichen Tagung des Parlamentes angenommenen sogenannte» Ober- schlesien-Gesetze veröffentlicht. Es handelt sich u. a. um das Gesetz über die Ausdehnung der Bestimmungen betreffend die Durchführung der Bodenreform aus Oberschlesien, ferner das Gesetz über die Aufhebung des Fideikommisses des Fürsten von Heß und um das Sprachengesetz, durch welches die polnische Sprache als die im amtlichen Verkehr in Oberschlesien geltende Amtssprache eingesührt wird. Die erlvähnicn Gesetze, die die Wiedereinführung der vollen Anerkennung der Oberhoheit der polnischen Regierung auf dem Gebiete Oberschlesiens bezwecken, sind somit, heute in Kraft getreten., Das neue Naturfreundehaus in» Riesengebirge im Bau Seite 4 SamStag, 14. August 1037 Nr. Iva 'Aerztliche Hilfe aus den Wolken Im Flughafen von Buc bei Paris fand dieser«Tage eine interessante und neuartige RettungS- Vorführung statt. Ein„Schwerverletzter" war auf freiem Feld, ohne jede Hilfe, äufgesunden worden. Durch Telephon und Rundfunk wurde daraufhin sofort die Rettungsstation des Flug» Hafens verständigt. Schon»ach kurzer Zeit erschien ein Flugzeug über der Unsallstelle, auf dem ein Arzt und eine Krankenschwester mit Hilfe des Fallschirms absprangen. Die erforderlichen Geräte und Medikamente folgten auf dem gleichen Wege, so daß die erforderliche Operation sofort auf freiem Felde vorgenommen werden konnte. AgesnemALeitrn, . Die geblendeten Sänger Adolf Hitler hat in seiner Rede am Breslauer Sängerfest über den deutschen Gesang das Beispiel der geblendeten Singvögel gebraucht, die ihrem Schmerz durch unaufhörlichen Gesang klingende Sprache verleihen. So habe auch wohl das durch ein schweres Schicksal gequälte deutsche Poll im Verlauf seiner harten Geschichte gelernt, seinem Lied im Gesang Ausdruck zu geben. Der Vergleich gehört in die Kategorie der verunglückten Beispiele. Die Sangesleistung der geblendeten Vögel ist kein Gefühlsausdruck, sondern die schauerliche Folge der grausamen Zerstörung einer Nervenzentrums durch das AuSglü- hen der Augen. Die schandbare Prozedur soll die armen Tiere ja auch als Lockvögel Herrichten, die durch ihren Ruf die großen Wanderzüge in di« Netze locke».- Sie können gar nicht anders als unaufhörlich singen, bis sie sterben, einfach weil ihr Gehirn verstümmelt ist, also weder aus Schmerz noch aus Freude. Mit der.Sangeslust des deutschen Bolles, dessen Schicksal, wenn man bei der Wahrheit bleiben will, übrigens auch keineswegs nur leidboll und kärglich war, wie eine sentimental anklägeri- schc nationalistische Pseudohistorie glauben machen will, hat die traurige Erscheinung der geblendeten Vögel"gär nichts zu tun. Diese ist einfach eine künstlich herbcigeführte Krankheitserscheinung, ein« Folge menschlicher Gefühllosigkeit. Sie ist eher den Konzentrationslagern verwandt, nur daß bei diesen mehr bewußte Quälerei und gemeine Rachsucht im Spiel sind, während das Menden der Vögel nur aus roher Jagdlust und Gewinnsucht betrieben wird. Auch zum ZtvangScharaktcr des Gesangs der blinden Vögel findet sich in den Konzentrationslagern eine schauerliche Parallele. Die Häftlinge werden durch Drohung und Lagerterror zum Singen gezwungen. Singen unter Zwang ist deshalb so ungeheuerlich, weil der Gesang die natürliche gesteigerte Ausdrucksform der Lebensfreude ist. Singen aus Leid, und nun gar aus völkischem, wie es die Breslauer Rede glaubhaft machen will, gibt es sa gar nicht. Auch Trauerliedcr sind immer noch ein Stück gehemmter Lebensfreude. Wirkliches tiefes Leid ist stumm. Aber die Lebensfreude hat allerdings die verschiedenartigsten Formen. Manchen Leuten wird es erst recht wohl, ivenn sie trüben und tzunkeln Gefühlen nachhänge» können. lind ein großer Teil der Volkslieder kommt diesem Bedürfnis entgegen. Von der großen tragischen Oper gar nicht zu^rcdcn- Ich kann mir nicht helfen, fiir mich hat jede Neigung zu solchen süß-schmerzlichen Kunstübungen etwas leicht Verdächtiges und gedanklich Unsauberes. S a l a n d e r in der„Basier Nationalzeitung". Warum keine Gepäckträger in wichtigen Um» steigkstationen? Der Wille der Staatsbahnverwaltung, diesen Betrieb weitgehend zu entbürokratisieren und dem zeitgemäßen Gedanken des„Dienstes am Kunden" Eingang zu verschaffen, scheitert offenkundig an dem mangelnden Verständnis untergeordneter Dienststellen, die über dem Wortlaut der Vorschrift die Notwendigkeiten des praktischen Lebens vergeßen. Daß das Ricfengebirge ilnd insbesondere gctvisse Kurorte dieser Gebietes sich eines starken Zuspruches aus allen Teilen des Staates zu erfreuen haben, ist eine allgemein bekannte Tatsache. Ebenso ist auch bekannt, daß eine namhafte Zahl dieser Besucher aus den östlichen Teilen des Staates kommt. Die Besucher aus Mähren-Schlesien, bzw. der Slowakei haben eine gute Verbindung ins Ricfengebirge mit dem Schnellzug über HannSdorf-Königgrätz. In Kö- niggrätz müßen diese Besucher auf die Strecke Pardubitz—Reichenberg umsteigen, um nach etwa dreivierlelstündiger Fahrt in Josesstadt-Jaromik neuerlich nach Trautenau umsteigen zu müßen. Früher verkehrten b«i einigen Zügen direkte Wagen zwischen Kvniggrsitz und Trautenau, doch ist diese direkte Berb.avung seither aus unbekannten Gründen kaßiert worden. Es ist unerfindlich, warm» man nicht für die zwei Schnellzüge, die die Verbindung zwischen den östliche» Ländern und dem Riesengebirge herstellen, einen direkten Anschluß nach Trautenau-Freiheit(Johannisbad) schafft, sondern die Reisenden den Plackereien eines zweimaligen UmsteigenS anSsetzt. Doch nicht genug damit— in der Umsteigstation Josefstadt- Jaromiistehen nicht einmal Gepäck- träger zur Verfügung, um den umsteigenden Reisenden das Gepäck in den bereits wartenden Zug zu schaffen. Vielen der Passagiere wird das Tragen des Gepäcks recht schwer, zumal unter ihnen in steigender Zahl solche sind, die in Johannisbad Heilung von Gliederlähmungen suchen. Wie wir hören, rechtfertigen die Eisenbahnorgane diesen Mängel mit dem Hinweis daraus, daß die Bestellung, von Trägern auf einem Bahnhof die Erlegung einer Kaution voraussetze, wofür sich in einem kleine» Bahnhof, der keinen hinreichenden Verdienst verspreche, keine Interessenten finden- Das mag schon sein, tvqs hindert aber die maßgebenden Stellen, in eigener Regie einen' Trägevdienstl zu organisieren, der für manchen kleinen Bahnangestcllten einen erwünschten Nebenverdienst bedeuten könnte? Wär anderswo möglich ist, muß auch bei uns möglich sein und wenn man mit Recht den Fremden verkehr propagiert, müßte auch ein Weg gesunden weiden, die Papiervorschrift mit den Bedürfnissen deS Lebens in Einklang zu bringen. Der Raubmord bei Pilsen aufgeklärt. Wie wir bereits gemeldet haben, wurde am Samstag, den 7. August, in der Filiale des Kaufmannes Franz Vavkik in Zebnicc beschäftigte 21jährige Handlungsgehilfe Loses Makik aus Bladmikice bei Kralovice meuchlings ermordet. Makik fuhr jeden SamStag auf seinem Fahrrad zu seinen Eltern nach Bladmikice. Am letzten SamStag wurde er auf einem Waldwege meuchlings angeschoßen, und durch Messerstiche in den Kopf getötet. Die Leiche Maklk^wurdz am Montag abends aufgefunden. Die Gendarmerie-Fahndungsstation aus Pilsen und die umliegenden Gendarmeriestationen haben die Nachforschungen ausgenommen und am Mittwoch wurde in seiner Wichnung in Zebnice der 28jährige Maurergehilfe und Sohn des Bauern JosefKoäa in dem AugeMick unter dem Verdachte der Täterschaft verhaftet, als er sich eben rasierte, um an dem Begräbnis seines Kameraden teilzunehmen, das an diesem Tage in Manitin statfand. Koia wurde zur Gcndarmerie- FahndungSstation Pilsen gebracht, wo er verhört tvurde. Am Donnerstag abends wurde er zurück in seine Wohnung gebracht, wo er den Gendarmen daS Gewehr auslieferte, aus dem er den Schuß gegen Makik abgegeben hatte, sowie das Messer, mit dem er seinen Kameraden tötete. Er gab auch die Stelle im Walde an, wo die Taschcinchr verborgen war, die er dem Makik abgenommen hatte. In der Freitag-Nacht hat Koka ans der Gendarmeriestation in Pilsen den Mord vollständig ein- gcstandcn. Er behauptet, dem Makik nur 47 KL abgenommen und aus Rache deshalb getötet zu haben, tveil er ihn wegen seines Mädchens aus- gelacht habe. ES handelt sich jedoch um einen Raubmord. Freitag nachmitags wurde am Tatort des Mordes eine Rekonstruktion der Tat durchgeführt. Lewanjewski überflog den Nordpol Freitag um 18.40 Uhr und erreichte eine Höhe von 6000 Meter. Gutsverwalter erschiesst einen Schmied und wird von der Menge gelyncht. Zwischen dem 34- jährigen Verwalter deS Gutes Szyrszyce, Gemeinde Ezarnocin(Polen), Justyn Czarnecki und dem 29jährigen Schmied Franciszek Bednarek, bestand seit längerer Zeit Feindschaft, weshalb es auch dieser Tage wieder einmal zwischen beiden zu einer Auseinandersetzung kam, die dazu führte, daß der Verwalter einen Revolver zog und den Schmied durch drei Revolverschüffe zu Boden streckte. Mit Blitzesschnelle durcheilte die Nachricht hiervon den Ort und die Nachbarschaft und es sammelten sich einige hundert Bauern an, Bie in die Wohnung Czarneckis eindrangen, diese demolierten und ihn erschlugen. Die Polizei aus Czarnocin konnte di« erregte Menge nicht überwältigen und rief aus Lodz Hilfe herbei. Am Orte ist der Polizeikommandant des Lodzer Kreises, Kommissar Kocupcr, und der stellvertretende Leiter des UntersuchungsamtcS, Kommissar Schöberl«,«ingetroffen, dick eine Untersuchung einlci- teten und mehrere Personen in Hast nahmen. Brudermord nach fünf Jahren aufgedeckt. Im Dorfe BiSkupia Wola, Gemeinde Czarnocin, Kreis Lodz, wurde jetzt ein Verbrechen aufgedeckt, dar vor fünf Jähren begangen wurde. Im Jahre 1982 starb hier der Landwirt Dalia. Die Wirtschaft hatte der Verstorbene seinem ältesten Sohn, dem damals 22 Jahve alten Stanislaw, vevschrie» ben, der seine Geschwister, einen Bruder und zivei Schwestern, aurzahlen und außerdem der Mutter den Unterhalt sichern sollte. Bald nach Bekanntwerden dieses Testament«? verschwand aber der : Erbe Stanislaw Dalia. Die Untersuchung zeitigte ' fein Ergebnis und wurde schließlich eingestellt, Die Wirtschaft verwalteten die drei Geschwister des Verschollenen und dessen Mutter. Dieser Tage kam es nun während eines Streites unter den Angehörigen der Familie Dalia ans Tageslicht, was mit Stanislaw geschehen ist. Es stellte sich heraus, daß Stanislaw Dalia von seinem jüngeren Bruder Wladyslaw ermordet wurde, wobei ihm seine beiden Schlvestcrn halfen. Auch die Mutter wußte von der Mordtat. Die Leiche des Ermordeten wurde in einem nahen Wald vergraben, wo sie auch jetzt aufgefunden wurde. Angesichts dieser Aufklärung der Angelegenheit wurde Wladyslaw Dalia, deffen Schwester Anna und die 48jährige Mutter Barbara verhaftet und ins Gefängnis eingcliefert. Die weitere Untersuchung ist im Gange. Ein Opfer der französischen Faschisten. Wie aus St. Malo gemeldet wird, hat sich der Zustand des Obersten Guillaume, des Redakteurs des Wochenblattes„Choc", verschlechtert. Guillaume wurde vor vierzehn Tagen durch einige Angreifer, die der sogenannten französischen sozialen Partei angehören, schwer verletzt. Das Motiv des Angriffes war der Hatz gegen Guillaume wegen seiner scharfen Artikel gegen de la Rocque und seine Bewegung. Das gerichtliche UntersuchungSverfahrcn des Falles,.in welchen vier Personen verwickelt sind, ist noch nicht beendet. Londoner Untergrundbahn unter Wasser. Ueber London ginge» Freitag den ganzen Tag wolkenbruchartige Regengüsse nieder. Im Lause des Nachmittags drangen in die Tunnelanlagen einer der Hauptlinien der Londoner Untergrnno- bahn große Waffermengen ein, die die Signalanlagen zerstörten, so daß der Bcrkchr eingestellt werden mußte. Zum ersten Male in der Geschichte der Londoner Untergrundbahn hat sich eine solche Verkehrsstörung ereignet. Die andrän- gcnden Wassermasscn waren so gewaltig, daß die Pumpenanlagen ihrer nicht mehr Herr werden konnten, so daß nun die Tunnelanlage».auf eine länge Strecke unter Wasser stehen. AutobuS stürzt in eine Schlucht. In der Provinz Belluno ist auf der Bergstraße des Zoltano- TaleS«in mit elf Personen besetzter Autobus in eine Schlucht gestürzt. Zwei der Insassen wurden getütet, sieben Personen schwer verletzt. Italienischer Militärssieger atgestürzt.. Ein Wafferslugzeug des Militärflughafenö Livorno stürzte Freitag mit fünf Mann Besatzung ins Meer. Drei llijann kamen ums Leben. Noch«i» Flugzeugabsturz. Freitag mittags stürzte über dem Flugplatz Hannover das Flugzeug D-AKN ab und verbrannte nach dem Aufschlag. Die acht Insassen kamen ums Leben.. Verluste, wie vorzeiten im Krieg. Aus der amtlichen Unfallsstatistik geht hervor, daß in diesem Monat in England, 807 Personen durch Straßenunfälle getötet und 22.728 verletzt wurden. Jin Juni waren 526 MenscheiMMS Leben gekommen und- 21.417 verletzt worden.... Ein Wal in OSl» gefangen. Im Hafen von Oslo wurde Donnerstag abends von einem dort liegende»'Walfängerboot«in.Wal mittlerer Größe erlegt.. Dar durch die Harpune. verwundete Tier nghm dar Boot inr Schlepp und zog es, mit voller Kraft an den Ladeplätzen der Osloer Bevölkerung borbei in den Bundsfjord hinein. Schließlich gelang es, den Wal, nachdem er sich jnaltgekäinpft hatte, zu bergen. ES gehört zu den größten Seltenheiten, daß der Wal sich so tief in dar Innere der Fjorde ^gibt. .. Unwetter über Ostrau. Im Laufe de» Freitag ging über Ostrau-dreimal«in Gewttter nieder..Daheftigst« war gegen 14 Uhr, wobei drei elektrische Leitungen, die Teschen mit elektrischem Strom versorgen, zerstört wurden. Infolgedessen war die Stadt Teschen ohne Strom. Der OstSau-Karwinek elektrische Stadtbahn wurde während der Gewitters zweimal der Sttwm auSgrschaltet. Der mjt hem Gewitter verbundene Sturm brach im ganzen Kreis viele Obstbaume-und schüttelte dar unreife Obst ab, wodurch«in beträchtlicher Schade angerichttt wurde. Die Weltreise von Liverpool nach Kalifornien hat einvierjähriger Knabe, JackAllanach, zu seinen Eltern, die in Santa Paula in Kalifornien leben, ganz allein unternommen. Der Knabe reist« von Liverpool nach Southampton, von wo. er nach New Jork die„Queen Mary" benützte, um von New Aork nach Los Angeler, wo er von seinen Eltern erwartet wurde, mit dem Flugzeug zu reisen. Hie Reise dauerte sechs Tage und sechs Stunden. Unerwünschter Resultat,(mb.). Der amerikanische Gangster Fred I. Hüll, der wegen Betei- sigung an der Ermordung der Buchmacherr Sam Druckman zu„zwanzig Jahren bis lebenslänglich" verurteift worden war, hatte Berufung eingelegt. Die neue Verhandlung hat vor wenigen Tagen stattgefunden, und-das Urteil lautete auf„Tod im elektrischen Stuhl". Internationale Rcchtsfakultit. Beim Internationalen Kongreß für vergleichendes Recht, der im Haag stattfand, unterbreitete Professor Louis B. Wehle aus New Nork einen. Antrag auf Errichwng einer Jnternattonalen Fakultät für vergleichender Recht im Haag.. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen uiü> es wurde beschlossen, eine Kommission zu ernennen, die so rasch'als möglich einen Bericht über die Möglichkeiten der Verwirklichung dieses Antrages ausarbeiten soll Diese Internationale Fakultät soll zu einer ständigen Institution mit dem Sitze im Haag-werden. Für Sammler. Beim Druck der englischen 1%< Penee-KrönungSmarken ist, wie nunmehr bekannt wird, ein Druckfehler unterlaufen. Die KoNtrollnum« mern wurden teilweise ausgelassen und dadmch entstehen Schwierigkeiten für das Postpersonal. Der englische Generalpostmeister erklärte-dicscs'Versehcn durch die Kür^e der Zeit, die für die Vorbereitungen zum Druck der Krönungsmarken zur Versügcküg stand. Wahrscheinliches Wetter SamStag. In den böhmischen Ländern wechselnd, zeitweise ziemlich bewölkt, Neigung zu Gewittern oder Schauern, ettvaS kühler, Südwestwind. Im Osten noch heiter und sehr warm. Später auch dort Zunahme der Gewitterneigung. WetterauSsichten für Sonntag: Unbeständig, Neigung zu Schauern oder'Gewittern, mäßig warm, Westwind. Aus dem„Kultursplegel“ der Basler„Nattonal-Zeitung“ „Schacht" von Franz Reuter, Gemeint ist der deutsche Reichsbankpräsident, dessen Biographie hier vorliegt. So heißt cS auf Seite 224: „Er ist eben doch vor- allem ein sehr zäher K ä m p f e r und Gegner.. Wie er eine Sache anpackt, die SitlAtion sofort beherrschend und dem Gegner bald pon dieser, bald von jener Seite, bald mit leichter, bockd mit schwc- rerWaffe zusetzend..." Heroismus auch im Bankgewevbe,— es sind lauter Siegfriede, ob sie Straßen fegen oder an der Spitze einer Armee stehen l Der Leutnant Argenti in dem Buch„Wir kämpfen in Abessinien. KriegSerlebniffe italienischer Alpenjäger" von-Enzo Romano, fragt den Soldaten BaSchetti beiläufig:„Sag mal, was würdest du mit Ras Kassa machen, wenn du ihn antreffen solltest?—BaSchetti schmunzelt. ES ist sicher, daß ihm. diese Frage oft gestellt wird, um, seine wilde Antwort herauSzufordern.— Ich würde ihm die Leber fressen Herr Leutnant.— Und dann?— Dann Ivürde ich ihn dem Marschall bringen und zu ihm sagen:„Exzellenz, er fehlt ein Stück, aber ich habe ihn so gefunden.— Die beiden Offiziere l a ch e n."‘ * Ans einer Besprechung deS Buches„Deutsches Grenzland Ostpreußen" in der führenden geographischen.Zeitschrift„Pctermanns Mitteilungen" zitieren-wir:„Er ist nicht einzusehen, warum der Leser ,.. unbedingt erfahren muß, daß der emigrierte Kultur bolschewist Thoma- Mann sich in Nidden ein Haus baue», ließ." Im Mund« dieser Sorte nimmt sich das Wort 'Kultur immer genau so aus wie die Uhr im Munde des Affen.- Vom Rundliink empfehlenswerte! ans den Proiraauneai Sonntag Prag I: 7.00 Konzert mir Karlsbad: Mar« eagni, Kalmän ufw. 12.20 Unterhaltungskonzert- 14.50 Deutsche Arieitersendung: Dr. Löwer Friedrich. Schiller als politischer Dichter.. 16.80 Schallplakien» konzert. 17.86 Deutsche Sendung: Anr Böhmisch« Krumau: Aul dem Schatzkästlein Südböhmen». 18.50 Deutsche Press«..19-05 MüzikS Salonquartett: Bet« lini, Beethoven, Twokäk usw- 20,00--„Polenblut", Operette von Nedbal. 22.80 Jazzörchester.— Prag H: 14.80 Deutsche Arbeiterseuduug: Für Volk und Frieden. 14:85 Zum 75. Geburtstag von.Debussy, 14.55 Tonfilm bei uns.— Brünn: 9-80 Salon-, orchester. 17.85 Deutsche Sendung: Salonorchesterkonzert.— Preßburg: 10.15 Opernarien.-12.20 Rundfunkorchesterkonzert.— Kafch»ur16.00 Militärkonzert. 18.80 Schallplatte».— Mähr.-Oftrau: 8.55 Klavierkonzert: Scarlatti, Debussy,- Seife 8 «e. 100 ®amliag, 14. August 1937 und ScMäo^pelUifc Die USA bauen RuOlands Kriegsflotte Die englischen Großhandelspreise sind die höchsten seit sieben Jahren. Die Index-Ziffern für den britischen Groh-, resp. Kleinhandel betragen für den Monat Juni 1037 111.8 resp. 118.1 gegen 101.8 resp. 115.3 im Juni 1036. Die Preise für Jndustrieprodukte sind im Durchschnitt um 21.5 Prozent gestiegen, die der Lebensmittel um 14 Proz., des Getreides um 37.8 Proz., für Fleisch, Fische und Eier um 7.5 Prozent, für Eisen und Stahl um 27.3 Prozent, für Wolle um 31.9 Prozent und für Baustoffe um 0.1 Prozent. Beteiligung Bulgariens an der Prager Herbst, messe. Sofia. Tas bulgarische Exportinstitut hat beschlossen, die kommende Prager Herbstmesse(3. bis 12.-September) mit einer ofsiziellen Exposition zu beschicken. Es ist dies bereits das zweite Mal, dah sich Bulgarien an dec Prager. Messe beteiligt. serungrpflicht ist so streng, dah die zur Befriedigung des Eigenbedarfs und zur Fortführung des landwirtschäftlichen Betriebes erforderlichen Brotgetreidemengen(für Saat, Deputate, etc.)' in jedem einzelnen Fall vom, Reichsnährstand vorgeschrieben werden. Daraus geht hervor, dah man mit den früheren Ablieferungskontingenten keine guten Erfahrungen gemacht, d. h. dah die Landwirte das Gesetz umgangen haben. Ebenso streng ist die Bestimmung des Gesetzes, dah nämlich Brotgetreide unter keinen Umstän- den zur Viehfütterung verwendet werden darf. Hierzu wird gleichzeitig betont, dah aus dem ÄuSl'ande bezogener Futter- mais und Futtergerste zu billigen Preisen zur Verfütierung den Landwirte» zur Verfügung gestellt werden sollen. Im letzten Getreidewirt» schastSsahr sind'nämlich in Deutschland annähernd ztvei Millionen Tonnen Roggen und 0,5 Mill. Tonnen Weizen„nicht der menschlichen Ernährung", sondern der Biehfütterung zugefiihrt worden.. Da die Futtermittelbelieferung aus dem AuSkande bestritten werden muh, ergibt sich für die deutsche ErnährungS- und Volkswirtschaft eine heue Schwierigkeit: die rechtzeitige und ausreichende,Einfuhr von Futtermai S und Futtergerste, bzw..die Bereitstellung von Devisen hierfür. Hier Handelt es sich nämlich um einen Posten,. der durch keine Verordnung, durch keine Maßnahme mehr eingespart werden neuen 35.000 Tonnen-Schiffen durch Italien. Uin die sehr grohen ausgedehnten Küsten Ruhländs erfolgreich schützen zu könne», braucht die russische Admiralität vor allem mehrere Flugzeugmutterschiffe. Jedes über 20.000 Tonnen große Schiff konnte in Rnhland selbst unmöglich gebaut werden. Die Russen wandte» sich zunächst an England, aber die englischen Werften lehnten den Bauauftrag ab, da sie voll sür ihre eigene Aufrüstung zu tun haben. ES blieben also Frank- reich und die USA. Frankreich konnte nicht ohne weiteres den Austrag übernehmen, da ei» Bau russischer Kriegsschiffe auf französischen Werften in der heutigen gespannten politischen Situation von verschiedenen Mächten falsch ausgelegt werden könnte. Deshalb wandten sich die Russen endlich an die USA und hatten das Glück, infolge eben dec gleichen gespannten politischen Lage im Fernen Osten er zu erreichen, dah von nun an die amerikanischen Wersten, also die besten Werften der Welt, ihre Kriegsflotte bauen tverden. Rach den halbamtlichen Angaben werden die .Russen.außer den- 200 Millionen Dollar, die sie "für die ersten drei Panzerschiffe bezahle», den amerikanischen Werften Aufträge in Höhe von 900 Million em Dollar geben. Die Zahlungen erfolgen nicht in bar, im Gegenteil, man ist überzeugt, daß voyßyun an?, besonders nach dem neuen russisch-amerikanischen Handelsvertrag, ein Teil in russische» Lieferungen beglichen wird und so rege Handelsbeziehungen zivischen den beiden Staaten in Fluß kommen werden. Man versichert außerdem, daß eine andere russische Delegation in England weilt, und daß es nicht ausgeschlossen sei, daß noch in diesem Monat die englischen Werften einen Auftrag für zwei Flugzeugmutterschiffe und einen großen Kreuzer erhalten 0nd diesmal annehmen werden. Die russische Regierung soll eiste Summe von ungefähr zwei Milliarden Dollar(56 Milliarden KL) für.den Ausbau der Flotte bewilligt haben,, die Rußland im Jahre 1030 den Platz einer Seemacht ersten Ranges einzunehmen erlauben wird.- . Streik In. USA Mch der Verhaftung von sechs.Streikposten kam es zu einem heftigeniZusainmenstoß' zwischen 150-Polizisten und 1000'Streikenden der RoHns-Trockendock- und Reparaturwerft-Gesell- schäft in Brooklyn. Die-Polizei wurde von. den Streikenden zurückgedrängt und der Verkehr durch eine Sitzdenionstration vor de» Auwbuffen aufgehaltem Sonderbare Wege rumänischer Faschisten Dec rumänische Faschistenfühcer Oktavian Goga, ein Multimillionär und Beherrscher der Goldgruben im Apnseniergebirge, kämpft seit Jahr und Tag in Wort und Schrift gegen alle Minderheiten Rumäniens. Diese minderheitenfeindliche Einstellung aber hat Herrn Goga, wie die letzten Gemeindewahlen gezeigt haben, keinerlei Erfolge, sondern eine vernichtende Niederlage gebracht. Nun berichten die rumänischen Zeitungen, daß Herr Goga mit dem Verband der rumänischen Z i g e u n.e r einen Pakt abgeschlossen hat, um die 120.000 Wählerstimmen, welche die Zigeuner in die Waagschale tversen lönnen, seiner Partei znzuführen. Ob die rnmäischen Zigeuner ans diesem Bündnis mit dem Faschisten Goga irgendwelchen Nutzen ziehen werden, ist mehr als fraglich. Am deutschen Wese«... Am 12. August tvuvden in Zürich in einem Lokal, in welchem die Beratungen des Zionisten- Kongresses stattfanden, von Angehörigen der schweizerischen nationalen Frontpartei einige Stinlbontben geworfen, so daß die Beratungen abgebrochen werden mutzten. Im Zusammenhang mit diesen Vorkommnissen sprach ei» Vertreter des ZionisteN-KougresseS bei den schweizerischen amtlichen Stellen vor und bat um Schutz gegen solche Demonstrationen. „Rcinigiing der Kunst", Wie die„News Chroniele" meldet, ist dec Direktor der Berliner Nationalgalerie, Eberhart H a n f st a e n g e l, ein Bruder des jetzt in London lebenden Dr. Ernst Hanfftaengel, im Zusammenhang init derKunstreinigungöattion, seines Postens enthoben worden» 638.000 Ueberstunden Im ersten Halbjahr! Obwohl auch eine Viertelmillion Arbeitslose für die tschechoslowakische Wirtschaft noch immer eine schwere Belastung darstellen, hat das Ueber- stunden-llnwesen in der letzten Zeit eine rasche Ausbreitung erfahren. Die stark ansteigende . Kurve der GenthmigungSerteilung für Ueberstunden ist aus einer Gegenüberstellung der in den ersten sechs Monaten dieses Jahres und der in der gleichen BprjahreSzeit erlaubten.Ueberstunden ersichtlich. Es betrug die Anzahl der für jeden Monat"neu genehmigten Ueberstunden: kann. An diesem Punkte findet also der neue VierjahreSpla» der Selbstgenügsamkeit ebenfalls seine Grenze. Außerdem bleibt abzuwarten, tvie groß das Manko an Brotgetreide trotz des neuen drakonischen.AbliefesungSzwanges sein wird, d. h. wieviel Brotgetreide Deutschland wird zusätzlich einsühren müssen, um dem Bedarf zu entsprechen. Hierbei muß berücksichtigt werben, daß durch dtp erhöhte Beanspruchung des Bodens für andere als Agrarzwecke(so besonders für den Heeresbedärf, Reichsautobahnen, Jndustrieunter- nehmungen auf. Grund des VierjahreSplaneS usw.) eine erhebliche Verringerung der Anbauflächen zur Folge gehabt hat. Die kritische Lage des deutschen Ernährungsproblems tritt nunmehr in ein entscheidendes Stadium. Dr. W. H. ..... WWW MMÄ samt 888.327 Ueberstunden durch die zuständigen Behörden bewilligt.. In der. gleichen Vorjahrszeit wurde die Genehmigung nur für 204.339, und vöm Jänner bis Juni 1935 für 140.540 Ueber- stundcn erteilt. Die Ueberstunden haben demnach gögenübn: dem Vorjahre eiste Steigerung um weit mehr als 100 Prozent erfahren. Der. weitaus größte Teil der Ueberstunden entfällt auf'die Metallindustrie. Obwohl die Häufung kprzfristi» ger Avbeitsflufträge die Neigung zu Ueberstunden bei de.» Unternehmern stark fördern mag, muß doch darauf verwiesen werden, daß eine Zwangslage für Ueberstunden in einem solchen Umfang nicht gegeben Ist. Es gibt immer noch zahlreiche Arbeitslose in-der Metallindustrie, auch in jenen Branchen, die an der Ueberstundenarbeit den größwn Anteil haben. Die gleiche Feststellung läßt sich auch für die Textilindustrie machen, die in der Ueberstundenarbeit an zweiter Stelle steht. 838.000 Ueberstunden in einem halbe» Jahr, das sind rund 80.000 achtstündige Arbeitstage. Jedenfalls muß man von den Behörden erwarten, daß sie angesichts der noch vorhandenen Arbeitslosigkeit die Ausbreitung der Ueberstundenarbeit nicht begünstigen, Britischer Bortrag über die Tschechoslowakei. In der Sommevschule der Kooperativen Partei(einer llnlergliederung der Labour-Pariy) in HoddeSdon hielt der Läbour-Kandidat sür den Wahlkreis Hull-Nordwest, Kommandeurleutuant a. D. Egdar N o u n g(dessen interessante Artikel über die Tschechoslowakei wir iin„Sozialdemokrat" wiederholt zitiert haben), einen Vortrag über die tschechoslowakische Demokratie, in dem er nachwies, daß jede Ermutigung Hitlers durch die britische Negierung die Gefahr verstärke, die der tschechoslowakischen Demokratie droht. Die tschechoslowakische Demokratie habe eine Schlüsselstellung in Europa und ihre Unabhängigkeit und Sicherheit liege deshalb im Interesse der Weltdemokratie. Prohibition in Indien? In sechs indischen Provinzen hat die Kon- greßpartei, die Partei Gandhis und Nehrns, Regierungen gebildet, und diese Regierungen haben jetzt einen Bierjahresplan verkündet. Die erste Maßnahme soll die Rückgabe des Landes sein, das in den Jahren 1930—34 von der britischen Regierung den Teilnehmern an der indischen Widerstandskampagne wegen Nichtbezah- luiig der Steuer» weggenommen'wurde. Auch eine große Zahl von politischen Gefangenen soll sofort freigelassen werden. Eine Iveitere Maßnahme der„Kongreh-Regierungen" wird die Prohibition sein. Zwar war das Trinken nie eine indische Gewohnheit, aber um der Alkoholsteuer willen ist es von den früheren Regierungen sehr gefördert Ivorden. Gandhi hat den Grundsatz ausgestellt,-daß die Einnahmen, dje der Steuer bisher ans den Abgaben für Getränke zuflosse», durch Ersparnisse bei der Erziehung ausgeglichen werden sollen. Die indischen Schulkinder sollen schon in Len ersten Schuljahren ein Handwerk lernen und es in der Schule ausüben. Die Erzeugnisse dieser Schiileracbeit sollen verkauft tverden und so zum Unterhalt der Schulen üei- tragen. Man erhült für 100 Reichsmark, Markmünzeu.. 100 österreichische Schilling 100 rumänische Lei.'>. 100 polnische Zloty. 100 ungarische Pengö. 100 SchweliMWranken 100. französische'Francs 'ji 1 englisches Pfund... ' 1 amerikanischer Dollar 100 italienische Sirs. 100 holländische Gulden 100 jugoslawische Dinare 100 BelgäS. 100.dänische Krone» 100 schwedische Kronen Deutsches Getreidemanko . Ende Juli ist die auch weil über die Grenzen Deutschlands bekannte Fachzeitung .Deutsche Getreide-Zeitung"(Berlin) auf unbestimmte Zeit, d. h. für immer verboten worden. Gxund, des. Verbotes war, wie. es heißt, eine Schilderung über die Lage der deutschen Ernäh« ruagswirtschast und der wahren Gründe, die zu dem am 28. Juli in Kraft getretenen Gesetz über die„vollständige Ablieferung des Brotgetreides" geführt haben. ' Die prekäre Crnährungslage Deutschlands ist allgemein bekannt. Sogar in deutschen Zeitungen ist in den letzten Monaten darauf hinge- wiesen i worden, daß die Getreidevorräte im Schwinden begriffen' sind und die heutige Ernte, aller Voraussicht nach, bei weitem das voraus-, sichtlich recht.große Manko nicht-wird ausgleichen können.- Ein- besonders- schlechtes Ernteergebnis steht in Ostpreußen zu erwarten, ebenso in Mit-, teldeutschland, während in Süddeutschland an-- geblich mittlere Ernteergebnisse gezeitigt, werden' dürften. Wie. groß der ErnieauSsall in diesem Jähre sein, wird- läßt- sich- gegenwärtig nicht sagen, da.Veröfsenilichungen über die voraus« sichtlichen ,Ergebnisse nicht zulässig sind. DäS einfachste Ware die Deckung der fehlenden Getreidemenge durch Import. Dieser Weg ist aüS zwei Gründen.für Deutschland nicht betretbar. In erster Lipie stehen dieser Lösung. Devisenschwierigkeiten entgegen,, in zweiter Linie ist es die Tatsache,, daß die Ernteaussichten in Südeuropa, also.in Ländern, mit denen Deutschland in regem Güteraustausch steht(Jugoslawien und Rumänien) nicht so günstig sind wie im Vorjahre, und die Vereinigten Staaten,' die mit einer sehr guten Ernte rechnen, nicht geneigt sind, Getreide nach Deutschland zu liefern, ohne hierfür handelspolitische Vorteile zu erhalten.. ' Diese Gründe haben.de».„Generalbevoll- mächiigten für den Vierjähcesplan", General Göring,--veranlaßt, qn Stelle der'bisherigen Ab- lieferüngskonttygente' die.. gesamte Ernte, an Brotgetreide von- der deutschen Landwirtschaft kategori sch zu sordern.‘ Die Ablie- KB 728— 790.— 629.60. 16.60 517.60 566.— 657:60 107.40 142.12, 28.66 . 134.40 . 1579.— 64.05 ... 482.50. , 636.— 734— ■(MTP. New York.) Es ist kein Zufall, daß die Bereinigten Staaten mit Sowjet-Rußland gerade in dem Moment einen Handelsbertrag schließen, in dem im Fernen Osten Japan einen neuen EroberungSseldzug entfesselt. Es ist auch durchaus kein Zufall, daß nach einem Jahr Verhandlungen die amerikanische Admiralität ihre Erlaubnis zum Bau russischer Kriegsschiffe auf amerikanischen Werften gegeben- hat, in einem Augenblick wo die gelbe Gefahr auch die amerikanischen Interessen am Aangtse aufS neue bedroht. Die sehr gut informierte„Baltimore-Post", deren gute Beziehungen zu Cordell Hüll allgemein bekannt sind, schrieb vor einigen Tagen: „Die Japaner werden mit ihrer doppelzüngigen Politik nur erreichen, daß die amerikanische Na- iion in der Frage der Verteidigung ihrer Jn- tereffen im Fernen Osten mit der Sowjet-Union eine Interessengemeinschaft eingehen muß." Die Presse berichtete, daß auf anierikanischen Wersten drei 35.000-Tonnen-Schi f f e für die Russen gebaut werden. Die.„Baltimore» Post" meldete gleichzeitig die Ankunft einer russischen Delegation des Handelskommiffariats und der Kriegsmarine in Washington- Diese beiden Delegationen führen Besprechungen, die zu einem neuen russischen Auftrag an Amerika führen sollen. Sowjet-Rußland will nämlich außer den drei Schlachtschiffen noch ein Flugzeugmutterschiff, einen Panzer-Kreuzer, neun„Taschenkreuzer" zu 10.000 Tonnen und nicht weniger als 24 Torpedoboot-Zerstörer von den Amerikanern kaufen. ' Waren die Aussichten für einen Erfolg dieser Verhandlungen, noch vor einem Monat fast aussichtslos, da Präsident Roosevelt, sich ensichie- den gegen die Teilnahme oder Unterstützung der USA. am Wettlauf der Weltrüstung ausgesprochen hat und auch mit der Opposition, der Republikaner rechnen mußte, so steht heute nach der Besetzung lßekingS durch die Japaner fest, daß die. Vereinigten Staaten ihre Politik zur Seerüstung Sowjetruhlands grundsätzlich ändern werden. Bekanntlich besitzt Rußland neben seinem koloffa- lenLandheer fast keine.Kriegsflotte. Es verfügt zur Zeit lediglich über zwei moderne Kriegsschiffe: Den 16.000- Tonnen- Schlachtkreuzer '„Karl Marx" und das 21.000-Tonnen-Schlacht- schiff„Lenin". Außerdem besitzt Rußland zwölf alte Vorkriegsschiffe von. 12.000 bis 14.000 Tonnen, die vom Typus des Kreuzers„Marat" sind. Bis jetzt hat die Sowjet-Union-— übrigens ähnlich wie Italien— lediglich eine große Zahl kleiner Einheiten für seine Flotte gebaut, die billig waren und sich auf den.russischen Wersten Herstellen ließen, So besitzt Rußland heute fast 100 Unterseeboote und 48 Zerstörer.- Interessant Ist dabei dje Tatsache, daß zwölf große Zerstörer' i n Italien g e b a u t. worden sind. Mit/dem Ausbau.der deutschen und insbesondere der japanischen Flotte,' kam die russische Admiralität zu der Einsicht„ daß die Sowjetunion einerseits in der.Ostsee aufs äußerste bedroht, andererseits im Fernen Osten der unerhörten Uebermacht Japans überhaupt nicht gewachsen, ist.'. In Odessa, Kronstadt, Thabarowsl upd Wladiwostok begann»man sehr rasch, Dutzende von Torpedobooten, Zerstörern ünd Unter- seebooten zu bauen. Dies, Reichte jedoch, wie sich das bet den großen amerikanischen Manöver» im vorigen Jahre herausstellte, nicht aus. Die Experten stellten nämlich fest, daß sogar-.eine sehr zahlreiche Flotte, von- kleinen Einheiteir eine Hochseeflotte nicht ernstlich zu bedrohen imstande sei. DIe italienische These der Ueberlegenheit der zahlreichen kleinen Schisse, brach zusammen; der beste BeweiS dafür-ist der beschleunigte Bau von 1937 1936 Jänner ,» 84.566 28.725 -Feber, , 69.560 63.704 März', ... 90.750 45.852 April, ,, 108.966 36.606 Mai. .. 97.872 66.658 Juni, .. 186.613 ' 78.204 Im ersten Halbjahr 1937 wurden insge Seife 6 »Sozialdemokrat" SamStag, 14. August 1837. Nr. 180 627.505 Wfihler In GroB-Prag Nach Beendigung i des Rellamationsverfah» rens ergibt sich-in den. Wählerverzeichnissen von Groh-Prag eine Gesamtzahl von 627.665 Wählern(281-.722 Männer und 846.788 Frauen). In.die Landls- und Bezirksvertretungen(24jäh- rige und ältere) sind 682.842 Personen (268.888 Männer und 824.458 Frauen) wahlberechtigt, in den Senat(26jährige und ältere) 555.877 Personen(252.871 Männer und 888.606 Frauen). Bon einem toten Schwein gebissen. Gestern nachmittags trug der 49Iährige Fleischhauer Jaro- flav Cerny au» Smichov geschlachtete Schweine au» dem Holleschowitzer Schlachthof fort. Bei einem Weg glitt ihm, al» er gerade.ein tote» Bqlonverschwein ans einen Haken hängen wollte, da» schwere Tier au» der Hand und schlug ihm die Zähne in den au»gestrelkten Arm. Die scharfen Zähne durchrissen ihm di« Schlagadern de» rechten Arm», so daß er in schwerverletztem Zustand von der RetiungSgesellschaft auf die Klinik' Jiräsek gebracht werden muhte. Menschen und Tiere überfahren. Mestern vor- mittagz stich an der Ecke WeNzelSplatz-HeinrichS- gaste der 89jährige Chauffeur A. Kalmhkov die 96 Jahre alte Private Marie Horiiika au» Zijjkov zu ’^rkem rechtes Gulasch HUBBRT EICHLER, REICHENBERG Boden, die nach seinen Angaben mit gesenktem Kopf ihm gerade in die Fahrbahn gegangen sei. Er brachte sie im gleichen Auto auf die Klinik Jiräsek, wo ein offener Bruch de» rechten Bein», sowie ein Bluter« guh über dem rechten Äuge und mehrere Abschürfungen festgestellt wurden. Dem Wagenlenker wurde der Führerschein entzogen und da» Verfahren eingeleitet.— Der Ingenieur Franz Luke» fuhr gestern früh in seinem Privatwagen in der Nähe der Hlävka-Brüche in Holleschowitz gegen einen einspännigen Wagen, wobei das Pferd zu Boden geworfen und so schwer verlebt wurde, daß e» geschlachtet werden muhte. Dem Fuhrmann Vinzenz Älinek erwächst ein Schaden von Äi'7696.—. Ina. Luke», dem der Führerschein entzogen wurde, behauptete, dah da» Pflaster in der betreffenden Straße so holprig sei, dah sein' Wagen noch volle zehn Meter weiter gerutscht sei, nachdem er gebremst hatte.— Der 48jäh- rige Gregorij Jlöiöin fuhr, gestern früh gleichfalls auf der Hlävkabrücke mit seinem Auto gegen da» vor ihm stehende Motorrad de» Rlempsnermeister» Wenzel Äoleöäk; dir"wtgen einer Panne' hatte halten müssen. Das Motorrad wurde«»gen da» Brückengeländer geschleudert, dar in etwa einem halben Meter Umfang beschädigt wurde. Voleiäks Arbeiter, der 27jährige Joses Brejcha au» Jiuonitz wurde au» dem Sitz geschleudert und erlitt eine Verletzung de» Rückgrat»,'so dah er in» allgemeine Krankenhaus gebracht werden muhte, . Autobrand auf dem Wenzelsplatz. Gestern mittag» geriet auf dem Wenzelsplatz ein mit Papierbällen beladene» Lastauw in Brand. Dem Chauffeur und dem Mitfahrer gelang e» unter Beihilfe der Passanten, die feuergefährliche Ladung de» Wagin» abzuwerfen, ehe sie Feuer fing. Die Feuerwehr erschien drei Minuten nach erfolgter Alarmierung, sand aber nicht» mehr zu löschen. Die Ursache de» Brande» ist nach Meinung Sachverständiger in einer Fehlzündung zu suchen. Die BerkehrSdisziplin auf den Prager Brücken ist eine Frage, der die Polizei mehr Aufmerksamkeit schenken sollte, al» e» bisher geschieht. Gewih ist nicht» dagegen einzuwenden, dah auf den modernen Brücken mit breitem Gehsteig sich jeder Passant die Brückenseite wählt, die ihm am bequemsten ist. Ander» verhält e» sich bei den alten Brücken mit schmalem Trottoir, bei denen die Vorschrift, däh Fussgänger stet» den rechten Gehsteig zu benützen haben, ihre gute Begründung hat. E» handelt sich vor allem um die Palaektj-, die Karl»- und die Stefanikbrücke, deren Gehsteige so eng sind, dass die Beschränkung de» Passantenverkehr», auf den rechtsliegenden Gehsteig eine Notwendigkeit ist. Nun gibt e» Passanten, die offenkundig nicht gewillt sind, sich der allgemeinen BerkehrSdisziplin zu unterwerfen, sondern mit sichtlicher Freude an der Unordnung, sich just den Gehsteig wählen, der ihnen nicht zukommt, wobei e» ihnen nicht darauf ankommt. Entgegenkommende zum Ausweichen zu zwingen und auf Zurechtweisungen mit Grobheiten zu antworten. Hier, wäre entsprechende» Einschreiten der Polizeiorgane und die Verhängung entsprechender Geld st ra- f e n am Platz und die Polizeidirektion würde ssch ein Verdienst erwerben, wenn sie ihre Organe anweisen wollte, in diesem Punkte aiif Ordnung zu sehen. fOr Emlgranten-Auswanderer der sozialdemokratischen, demokratischen, jüdischen und EinheitSverband-FlüchtlingSfürsorge beginnt am D i e n» t a g, den 17. August, vormittag» 16 Uhr, im Odborovh düm, Praha I., Bartolo- mkjskä 14, Erdgeschoß, je ein Sprach-Kursus für Spanisch für Anfänger und Fortgeschrittene. Flüchtlinge, die nach Uebersee auswandern wollen, ober auch sonst Interesse an der Erlernung, der spanischen Sprache haben, können an diesem Unterricht kostenlos teilnehmen, und mögen zur oben angegebenen Zeit erscheinen. In nächster Zeit beginnt auch ein Anfänger- Sprachkurs»» für die englischeSp rache. Interessenten mögen sich in der Sozialdemokratischen FlüchtlingShilfe, Praha I., Bartolomijskä 14, II. Stock, täglich von 16 bis 2 Uhr einschreiben. Der Dim „Jarkas Professor." Man kann an die Verfilmung einer(gar nicht mehr neuen) Backfisch- Lektüre keine künstlerischen Ansprüche stellen, und die Regisseure dieser tschechischen Novität, Slegl und Slaviiek, haben sie auch an sich selbst nicht gestellt, Mer ihre Absicht, einen munteren, heiter naiven Unterhaliungssilm für ein Publikum zu schaffen) da» von den Herstellern dieser Filmgattung bisher nicht verwöhnt worden ist— diese Absicht ist ihnen gelungen.' In den Händen der beiden regie- führegden Neulinge ist diese Geschichte vom Schulmädchen, da» sich in den späteren Lehrer verlitbt, al» er— ein Werkstudent— auf dem Gute de» Vaters als Kutscher arbeitet, längst nicht so laugtveilig und albern geworden tose in den Hände» der„Routiniers", die sonst solche aogetragenen Stoffe verarbeiten. Da» Milieu eine» Studentenkolleg», die komischen Abenteuer der Hochschüler In der Landwirtschaft, dazu noch die(zuweilen vielleicht unfreiwillige) Komik eine» Deutsch-Unterricht», den die daran beteiligten Darsteller mit einer unwahrscheinlichen Aussprache vorführen—, das alle» überwuchert hier glücklicherweise die uninteressante Liebesgeschichte und vollzieht sich, wenn auch vielfach zu gedehnt, so doch immer gutgelaunt und belebt, von Ästigen Einfällen. Kurz gesagt: c» ist ein annehmbarer Film, in dem der begabte jugendliche Komiker P e i e I' und sein Partner P l a ch t a für scherzhafte Episicken sorgen, Veverka ohne allzuviel Uäberweibung eine» Sohn aus gutem Hause kari kiert, Piötök einmal ohne Mätzchen erscheint und damit wirklich Eindruck macht, und.Hana Bstobt im der weiblichen Hauptrolle mit Anmut genau da» bietet, was ihren heutigen schauspielerischen Möglichkeiten entspricht.—«iB— Um den Weltmeister im Schwergewichtsboxen In der„Basser National-Zeitung" lesen wir hiezu nachstehende amüsante Glosse: Vielleicht finden die Amerikaner nun doch ihren Meister. Tommy Farr, der Schmeling ausgerissen ist und am 26. August in New Nork gegen Joe Louis um den Weltmeistertiiel kämpfen wird, seht die Nankee» schachmatt. Da» berühmte Trommelfeuer amerikanischer Reklamemethoden hört sich neben den angeschlagenen Tönen de» Engländer» an wie ein Käpselischiessen au» einer Kinderpistole I „Ich bin sicher, daß ich meinen Kampf gegen Joe Loui» gewinnen werde. Dann werde ich noch dreimal In einem Titelkampf antreten und al» reicher Mann meinen Rücktritt vom Borring vollziehen." So sprach Tommy Farr bei seiner Ankunft in Amerika. Den ausgekochtesten Reportern blieb der Mund offen; kaum, daß Ihnen die Kraft blieb, auf Joe Loui»" bisherige Erfolge hinzuweisen.„Ich werde siegen, weil ich noch niemas» in meinem Leben durch ein Knock-out besiegt wurde und weil ich keine Furcht kenne. Auch Joe Loui» ist nur ein Mensch mit zwei Beinen und zwei Augen. Ich würde nicht hier sein, wenn ich nicht einen Erfolg erwartete. Joe Loui» braucht mir nur einen Augenblick sein Kinn freizugäben und er ist erledigt!" Die Amerikaner haben sich anscheinend inzwischen vom ersten Schock etwa» erholt.' Sie behaupten nämlich, Joe Loui» habe, al» man ihn von den Lob- preisunge» Farr» in Kenntnis setzte, gegähnt und sich in» Bett gelegt, um zu schlafenl War wir hie- mit auch wn... 2.68 Meter im Hochsprung erzielte bei einem leichhthletischen Meeting in Stockhosm, an welchem amerikanische Sportler an den Start gingen, der Neger-Springer Wasser(USA). Diese Leistung bedeutet einen neuen Weltrekord. Walker sprang vor acht Tagen in Schweben schon 2.98 Meter. 86 Wiener Sporwerelne dürfen laut einer Verfügung der Behörde keine Jugendmann« s ch a f t e n mehr besitzen. Warum, darüber schwelgt man sich vorläufig noch au»... Filme In Prager Lichtspielhäusern Adria:„Charlie Chan mif der Olympiade." W Oland. Am.— Alfa:„Sherlok Holmes." Han» Alber». D.— Apollo:.Liebe geht seltsame Wege." D.— Avion:„Jarka» Professor." Tsch.— Fen ix: „DieWeltgehörtun»." VoSkovee und Werich. Tsch.— Flora-„Die weihe Grohmacht." A.— Hollywood:.LjarkaS Professor." Tsch.— Hviizda:„Charlie Chan auf der Olympiade." W. Oland.«.— Juli»:„Die falsche Katze." Ts».— Kinema: Journale, Grotesken, Reportagen.— Koruna: Journale, Grotesken, Reportagen.— Krtva: „Das Komödiantenschiff." Am.>— Lacerna-„Die Welt gehört uns." VoSkovee und Werich. Tsch. — Passage:„Geheimagent Nr. 18." G. Cooper. Am. — Praha:„Jarka» Professor." Tsch.— Skaut: „Ehe ohne Hochzeit." Am.— Svitozor:„Die falsche Katze." Tsch.— Alma:„H e j r u p." VoSkovee und Werich, Tsch.—Bajkal:„Nachtflug." Am.-— Belvedere-„D e r M u st e r d i e n e r." Charles Laughton. Am.— Besetz«:„Ein toller Einfall." D.— Carlton:„Susanne im Batze." D.— Illusion:„So endete eine Liebe." P. Wessely. D.— Lido II:„Ehe ohne Hochzeit." Am.— Louvre: „DieDreigroschen-Oper." Rudolf For- Pertthn:„Der Torpedobootkommandant." Am.— Perithni„Der Torped»boot-Kommandant."Am.— Rozy:„Der Fall der Truxa." D.— U Bejvotzü: „Der Kaiser von Kalifornien." L. Trenker. D.— Baldri:„Der Mann mit der Pranke." Paul Wegener. D.— Beletrhy:„Der Mann mit der Pranke." D.— Tatra-Äeinberge:„Das Pensionat der Zarin." D. llttS. der Sartcl BildnngSauSschusj. Montag, den 16. August, abend» 8 Uhr, im unteren Zimmer de» Parteiheim» Sitz sing. Ortsgruppe Prag: SamStag, 14. August: Treffpunkt um halb 8 Uhr am Smichover Bahnhof, Fahrt nach Rev- niee, Wanderung zur Hütte. Sonntag: Wanderung zu den Stromschnellen, führt Nossek. Mitteilungen aus dem Publikum. Ungarische» RindSg'ulasch. Hierzu wähle man verschiedene Teile de» Rinde», wie Lunge(Filet), Blatt, Brust, Beinfleisch. Jedenfalls aber kurze», abgelagerte», etwa» durchwachsene» jijleisch.— 1 Kilogramm davon zerschneide man in gröbere Würfel, setze e» in einer Kasserolle mit sh Liter kochendem Wasser und etwa» Salz zu und lasse e» dünsten, bi» nur wenig Saft bleibt. Sodann gebe man noch % Liter heihe» Wasser und eine Tafel Juha»» dazu und lasse weichkochen. Nach Belieben kann, man ein Stückchen Kornbrot mitdünsten lassens oder»um Schluß die Sauce mit 1 Löffel in kapem Wasser zerquirltem Mehl seimig machen.— Kochdauer etwa zwei Stunden.' 168 Marmelade au» Mirabellen oder Reineclauden. 114, Kg. Früchte(entkernt gewogen) werden durch die Fleischmaschine gedreht und mit dem Inhalt der Doppelpackung Opekta ä liä 8.56 bestreut Man läßt eine Minute brausend kochen, fügt jetzt erst 1:15 Kg. Zucker dazu, läht noch 5 Minuten brausend kochen und-gibt zum Schluß den Saft^einer ZItvone in die Masse. Dann füllt man sofort randvoll in Gläser, die gleich mit angefeuchtetem Cellophan und Gltznmi- ring verschlossen werden. Man stülpt die Gläser mit Hilfe einer Untertasse um und läht sie so eine halbe Stunde stehen. Pretselteer-Marmelade. 1.85 Kg. Preiselbeeren werden mit einem Viertelliter Wasser 16 Minuten unter Rühren weich gekocht. Dann bestreut man die Masse mit' dem Inhalt der Doppelpackung Opekta Trocken ä Kt 8.50, läht eine Minute brausend kochen, gibt jcht erst 1% Kg. Zucker dazu, läßt noch 5 Minuten brausend' kochen und füllt sofort randvoll'in Gläser, die gleich mit-angefeuchtetem Cellophan unp Gummiring verschlossen werden- Man stülpt die Bläser mit Hilfe einer Untertasse um und läßt sie so eine halbe Stunde stehen. nMerHim- seir*eiiiiitMiM selbstverständlich än der Kandate,. wie ein Erfahrener Schamane seinen KalmllckenstWm: Bezugibedingung-. n: Bei Zustellung in» Haug«der de: Bezug durch die Post monatlich.sii 16.-^, vierteljährlich Kä 48.—. halbjährig Ki 96.- ganzjährig Xö 192.---. Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.'— Rückstellung von Manuskripten erfylgtnur bei Einsendung per Retourmarken.— Di« ZeitungSirankatur.wurde von der Post- und Tel««. graphendirektion Mit Erlaß Rr. 18.800/V1I/1980 bewilligt-— Druckarei:.Orbis". 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