Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei kn der Tschechoslowakischen Republik Erscheint«tt«uauah», des Montag thgttch sr»h> Ginselpret» 70»ellor nd Verwaltung. Prag XU., Fochova 62- Telephon 63077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag N Jahrgang Teplitz-Schönau. Sonntag, 15. August 1937 Aus dem Inhalt: Erfolgreicher Vorstoß bei Brunete Eröffnung des Tepllfter Kreisarbeitertages Neuer Streit um Rudolf Kasper? Aus der Internationalen Klnderrepubllk In England Nr. 191 Eilt Großkampftag in Schanghai Chinesische Bomber greifen ein : Japan antwortet me wreoergp,»« WNluge, ,ag xrqaen»ev chwmoen, au. Ä betroffen,n GefchäftSvicrteln von Schanghai«ine-^ alt KfKSSeFklaNlllt> Auch Reuter meldet, daß chinesische Infanterie und Artillerie gleichzeitig einen Angriff auf di« im Rordastteil von Schanghai gelesenen japanischen Spinnereien und auf die nahe deS japanischen Hauptquartiers gelegenen Positionen eröffneten. Die Japaner antworte« mit Maschi- nengewehrfeuer und Grabenmörsern, doch ist der chinesische Druck, wie ein japanisches Kommu- niquc zugibt, sehr ft a r k. In: japanischen Kreisen wird zugegeben, daß die japanischen Truppen wsihrend dieser Kömpf« unter der Ueierlrgenheit der Chinesen stark zu leide» gehabt hätten. Dadurch seien g e w i f s e Rückschläge eingetreten. Die Japaner hätten jedoch Berstärkung herangeholt und bei Tagesanbruch zum Gegenangriff angesetzt. Dänischer Dampfer von nationalistischen Flugzeugen versenkt Sn? cit bic Kämpfe zwischen Japanern und Chinesen im »»7E'r voller Heftigkeit weiter getobt. Die Chinesen Haven anscheinend«ine Reihe Der Hafen durch versenkte Schiffe gesperrt Die Chinesen versenkten an einigen Stellen des Aanktsekiang einige Gruppen von je fünf miteinander verbundenen Schissen, um so das Hindernis zu ergänzen, das sie in der Nacht zum 10. d. M. im Flußbett des Uangpu errichtet hatten. Der Schiffsverkehr auf dem Aanktsekiang ist nunmehr eingestellt. Durch die Sperre wurden acht japanische und zahlreiche Schiffe anderer Natio- nalität im Flusse blockiert. sigeS Feuer? eines der chinesischen Flugzeuge stürzte, in Flammen gehüllt, ab. . Zahlreiche Bomben fielen aus der Sutschuan- straßc in der Röhe der japanischen Kaserne nieder. Bei dem japanischen Kreuzer',,tt d z u mo", der in der Nähe de» japanische« Konsulates vor Anker lieg», sind m e h r e r e T o r p e d o» explodiert. An beiden Ufer» deS Wampu sind zahlreich« Brände zum AuSbruch gekommen. Sungmaat, ei« SOjähriger Oesterreicher, ist von Granatsplittern ernstlich verlrtzt und ins Hospi- tal gebracht wordrn.^ Das dänische Außenministerium hat eine Untersuchung der' Angelegenheit- eingeleitet. DänischerseitS wünschtman, wie Außenminister Mu nch. Pressevertretern erUärtr,- sich gmau über da» Borgefallen« zu unterrichten, um dein« den Wortlaut einer Note an da» Nichtein- Mischunpskomite« darnach zu formulieren.•.■• ■ Eine amtliche Mitteilung des' Franco« 'HqtfptquärtierS bezeichnet de», dänischen Dampfer al»i„Schinuggl e r'.f ch i f f"„ Die-' Franco- Flugzeuge hätten dem Dämpfer.befohlen?,Kurs auf Palma di'Mallorca zu nehmen, und ihn-mit Bm^ben. belegst^.als er plötzlich die'Richtung ändern'Und Kur»'auf'Barcelona nehmen wollte. Reuter verzeichne» weiter» Gerüchte, daß die Chinesen-,in der Rächt zum,Sonntag ein« weiter« große Offensiv« miternehmen wollen, um die japanischen Abteilungen bi» zum Meere zurückzutreibe«. Die von den Japanern besetzten Stadtteile sind aus Furcht vor chinesischen Luftangriffen-in völlige» Dunkel gehüllt.' Gene», ral Tsaitinkai, der zum Oterkommandan- ten der chinesischen Abteilungen in Schanghai ernannt worden ist, steht noch eine Armee von 186.000- Mann zur Bersügung, die zum sofortige« Einmarsch in Schanghai bereit ist. Da' die Chinesen numerisch stark im tteber- gewicht sind,' ist da» japanisch« Landungskorps trotz der Unterstützung durch di« schwere SchifsS- artillerie anscheinend in einer gefährlichen Lage. Reuter meldet spät abend», daß die Japaner sogar di« Absicht habe« sollen, Schanghai ,« räumen, wenn sic nicht rechtzeitig Berftär- kungen erhalten, di« durch«inen Taifun' zurückgehalten werden. . In Tokio rechnet man mit schwere» Bergrl- tungSmaßnahmen für die-chinesischen Luftangriffe unih hält eS nicht für ausgeschlossen, daß e» zur Abi« r u f un g d erB o t f ch a f t er und vielleicht sogar zu einer offiziellen Kriegs- « r k l ä r u n g Japans konimcn wird.- Zu- mindest, dürften al» BergeltungSmaßnahm« di« wichtigsten chinesischen strategischen Punkte und di« Flugbase« der chinesischen Zentralarmee bombardiert werden.- ’ Japanischen Schätzungen zufolge kostet der Feldzug, die Japaner' schon jetzt eine Million Pfunk<140 Millionen liä) täglich. rrdlvstvn in der Straße Eduards VII. 488 Personen getStet und 828 verletzt wurden. Den letzten Meldungen zufolge sind beim Bombardement der Rauking- stratze 788 Personen getötet und 888 verletzt worden, darunter auch mehrere Ausländer. Chinesische erfolge Meldung«» des chinesische» Pressebüro» »Central New»", daß dir Chinesen im Laufe de» TageS sogar da» japanische Hauptquartier besetzt hätten, daS in einer japanischen Spinnerei östlich der internationale» Konzesston uiitcrgebracht ist, sind VIS jetzt nicht bestätitzt worden. Dieselbe Presseagentur ttilt weiter» mit, daß die'chinesischen Abteilungen da» Schanghaier Biertel- P a t s e d s ch a o, drei Kilometer nördlich de» Rordbahnhofe», zurückerobert haben. Bareelona. Zwei Fischerboote au» Billa nnova y Geltrun haben am Freitag zwei Rettungsboote deS dänischen Dampfer» ,,E d i t h" angetrosfen, in de«n sich SO Mann der Besatzung sowie ei« frattz»stficher Be. o v a ch ter befanden. Die Fischerboote nahmen di« Schiffbrüchigen auf.! Diese betichteten, daß ihr Schiss KürS«ach Süden hatte, als rum 4 Uhr nachmittag» ebr Flugzeug über dem Dampfer er-, schien. Bald erschienen drei wtitere Flugzeuge, die ungefähr fünfundzwanzig Bomben' auf da» Schiff abwarfen. Einige'trafen da»'Schiff,«or- auf die Besatz««» da» Schiff v«rließ, da die Gefahr zu groß war..Ein,' vfawos« wurde verletzt.! ' DI« ä«S SO Mann?—teils Dänen, teil» AnS- ländern— bestehende Besatzung de» Dampfer» befindet, sich Derzeit in Barcelona unter dem Schutz de»'däiiifcheii Generalkonsulats. Sin' Hunderte. Auch, im ausländischen Biertel haben tet und viele Menschenopfer gefordert. . In der Nacht auf SamStag begannen dir Chinesen— offenbar Kerntruppen der Zentral- regier«»«— systematische Angriffe, dnrch die di- Japanrr in ziemliche Bedrängnis gebracht wur- dm. Dir Angriffe, richteten sich gegen die Stadt- --teile Jukon.und Tschapei sowie gegen da» Hauptquartier der japanischen Truppen in der Nähe des Hongkeu-Parke».. Der starke Geschützdonner, der Flugzeug- alwehrbatterien und der Maschinengewehre hat. in den von Flüchtlingen überfüllte» Straßen der - internationalen Niederlassungen«in« P a N i k htrvorgerufen. Im französischen Zirkel sind zwei Bombe« eingefallen. Die-eine von ihnen explodierte auf dem Platze»Große W e l t"-inmitten-einer großen Schar von Flüchtlingen, wobei zahlreiche Personen getötet, bzw. verlrtzt wurden. Auch eh» Telephonist de» HavaSbüroS wurde verletzt. Die zweite Bombe explodierte in der Nähe de» Hotel» ,,P a l a c c" am Ende der Nankingstraße und tötete gleichfalls zahlreiche Personen. Ob die die Bomben strbwerfenden Flugzeuge den Japanern»der de» Chinese» gehören, konnte- nicht festgestellt werden, da Flugzeuge beider Rationalitäten gleichzeitig die Konzessionen überstiegen. Bei den Bombeneinschlägen zwischen dem Pnlace-Hotel und dem Cathay-Hotel, durch die allein mindestens SO' Personen getötet wurden, wurden ssimUiche Fensterscheiben der beiden HotelS und der-- prachtvollen! Läden' Schanghai»'zerschlagen. Der. Oberbau de» Palace-Hotels stürzte ein. Die ßiträße vor dem Hotel:war voller Leichen u-nd stöhnender»erwu.nde. t e r. GlaSsplitter zerstörter Auto»; umgefallen« Rikscha» ünd die- heraigeriffrnen Drähte der elektrischen Straßenbahn boten rin Bild der Zerstörung. Jenseits de» Flusse» Wampu steige» dichte Rauchwolken-au» den von japanischen Granaten getroffenen Oeltanks auf.: In mehreren von der Explosion überraschtin- AiijoS sah chatt die bi» zur ltnkrnntlichkeit entstellten Lrichön de» Insassen.. Mach, dem nachmittägigen' Bombardement an der Gresize'-chischen-dir französisch«! Md»ör internationalen Niederlassung reichte» drei Stunden Ä«fräu>üutts»ärbeiten nicht o«S, um»en Platz, der, wie der»orrespondeNt/de» DRB-Ve- richtrt, ohne'- Ueb«rtre>bung>in, Blnt s ch w a m m, wieder passierbar zu chachen., Die Polizei-des^franzSsistthen Mörtels meldet, daß bei eitter Bomben- - t V...•**m**i>*»wvs.«vif wijnivicii ijnucn nnikliclnrno eine ui “"S/Ä fielen können und ersttnali, auch Bombenflugzeuge mit Erfolg eingesetzt. ^>»npsh°ndlungen deS SamSta, haben vor allem auch der Z i v i l b, v ö l k, r u N g J. m ,ü ten"* ttn,t ber Kämpfe stehenden Stadtteile schwerste Opfer auferlegt. Die Zahl der a?EE" Megerbomben umgekommenen und verletzte» Zivilisten geht in di« vielen '' einige Bomben schwerste Berheerungen angerich- Die Reichswehr, Hitler und das System (E. F.) Bor kurzem ist im Europa« Verlag Zürich der zweite Band der berühmten Hitler-Biographie von Konrad Heiden erschienen.(»Ein Mauu gegen Europa", 390 Seite», 8 Faksimilia.) Heiden gibt eine Geschichte Hitlers und deS Hitlerismus seit dem 30. Juni 1934, er seht aber zugleich den Versuch aus dem ersten Band der Biographie fort, das Phänomen Hitler zu deuten. Heiden schildert Hitler, wie er selbst einleitend sagt, als„einen Führer, einen Gegner und ein Spiegelbild Europas". Das umfangreiche, auf eingehenden Studien beruhende und mit gutem Ouellenmaterial belegte Buch-ist in seinen einzelnen Teilen nicht ganz gleichwertig, vor allem in der Komposition ein wenig uneinheitlich, weil der Antor oft den Standort der Betrachtung Ivechselt, Psychologie Und Soziologie, spannende Darstellung dramatischer Ereignisse mit nüchterner Statistik zuständlicher Dinge einander ablösen läßt. Alles in-allem gehört aber auch Heidens zweiter Band zu den beachtenswertesten, Wichtigsten Büchern der Epoche, zu den Werken, die über die Grundfragen der Zeit etwas zu sagen haben.. Zu den besten Abschnitten des Buches gehört die Darstellung von Hitlers Kampf um Oesterreich, der' sich nach HeidenS wohlbegründeter Ansicht tatsächlich als Hitlers ureigenste Herzensangelegenheit, als fein' stärkster Komplex darstellt und der auch zur entscheidenden autzen- politischcn Kraftprobe de» Systems wM' Ist' allen ltstSPrdichlschen Fragen'entfcheidet der„Führer" persönlich, der Kampf um Oester-- reich, da» ist der eigentliche Kampf, in dem Hitler, sich und seine Bewegung bestätigt sehen will oder in dem er weltgeschichtlich unterliegen wird. Wir wollen hier nicht alle Fragen besprechen, die Heiden anschneidet. Wir möchten«Ille der bedeutsamsten herauSgreifen:-das Problem' „Reichswehr". Heiden bemüht sich, gerade' diese Frage ausführlich und so sachlich als möglich klarzulegen, weil über sie die meisten Illusionen verbreitet sind. ES gibt unter Deutschen und Nichtdeutschen, unter den Beteiligten und den Fernerstehenden sehr.viele Leute, die in Hitler und dem Nazismus nur ein Geschöpf de. Reichswehr, des deutschen Militarismus und in diesem das eigentliche Ucbel sehen. Es sind meist dieselben Menschen, die nach 1919 und vielleicht auch schon früher, einen erbitterten, oft sehr affektbetonten und unsachlichen Kampf qcgen den deutschen Militarismus geführt, auch den„Militarismus" der Weimarer Republik täglich in den grellsten Farben, geschildert haben und die sich seit 1983, wie sie meinen: großartig bestätigt sehen. Dann gibt es wieder zahlreiche Gegner des Nazismus,'die in. der Reichswehr die einzige Gegenkraft erblicken, die von der Reichswehr allein den Sturz deS Nazismus erwarten und nicht müde werden, alle Symptome aufzuzeigen, aus denen der Gegensatz 3ieichswehr—System oder Reichs- ' wehr—Hitler zu erkennen sein soll. Glaubt man diesen Leuten, so wäre die Reichswehr vom Nazis- ' mus.betrogen, enttäuscht, ang'ewibert: so suchten- ! die Generale nichts als einen. Nachfolger und die erste Gelegenheit, Hitler und' sein System zu I stürzen. Heiden schätzt den Faktor Reichswehr(worunter man auch heute noch im„neuen Heer" vor. allem die■® eneralität und'die Stabsoffiziere verstehen mutz) durchaus ernst-ein. Auch nach Heiden haben wir es in Deutschland mit einem Dualismus zu tun, einer Herrschaft, die zwischen Partei und. Reichswehr-geteilt ist.- Aber Heiden zeigt, sehr anschaulich, datz Hitler, der einstige Agent der Reichswehr, keineswegs schlechthin auf. der„andern Seife" bei der Partei- steht, sondern datz er weit eher als der Mann der Reichswehr auch im Kampf gegen, die Partei angesehen- werden mutz'. Die Reichswehr-hat in den SA und in Röhm ihren Hauptfeind erblickt. Hitler hat die Reichswehr von diesem Feind befreit. Hitler hat-sich der Reichswehr in wesentlichen Fragen bisher stets gefügt. Heiden belegt auch mit verschiedenen kleinen Symptomen, wie sehr Hitler sich-al» der noch immer gehorsame Diener, der Reichswehr fiihlt.-,Die Liquidierung der Par-' tei schreitet fort. Die Reichswehr.hak heute im Grunde'nur noch mit den SS zu rechnen. Da die SS aber eine Pollzeltruppe.gegen den inneren, Feind sind' und nicht'darauf aspirierest,'die'Armee' Die Japaner in die Verteidigung gedrängt Furchtbare Menschenopfer unter der Zivilbevölkerung ,■ 8um erstenmal haben die Chinesen Bombenflugzeuge eingesetzt, die,im Laufe de» SamStag - tn^wiedephulten Anflügen die japanische::-Stützpunkte und-die auf dem Wanpi: ankernden japanische» KriegSschisfe bombardierten. Da» Hauptquartier der japanischen Landungstruppen, da». sich in«juer Spinnerei befindet, die japanische Handelsschule und das japanische Generalkonsulat' LsM^pieZicle.der. chinesischen Flieger. Dsr wiederholten Anilvge, da»«rqchpr dexPombe» -nUd-vee Abwehrgeschützo verurfachtrnin-penhawosfen^^eschäfSSviertelnvon Schanghai-«ine- ungeheure Panik, Am Nachmittag haben dir chinesischen Flugzeuge die im Flusse Wampu vor-Anker-liegenden japanischen Kriegsschiffe sowie japanischen Posi- ttenen neuerdings intensiv bombardiert. Ihr Ziel wor namentlich da» japanische Flaggschiff„I» u- m o". Auch das japanische Konsulat und dieja- panischen Landpositioneu wurden- von-den Flug» zeugm beschaffen. Japanische Abwehrgeschütze er» öffneten auf die chinesischen Flugzeuge ein hef- Seite 2 Sonntag, 15. August 1937 Nr. 191 Notlandung der Sowjetflleger Moskau. Die Sowjctflicgcr mußten nach Ueberfliegung des Nordpols Infolge starker Gegenwinde auf einer Eisscholle notlanden. Der Eisbrecher„Krassin" erhielt den Auftrag, sofort mit drei Flugzeugen an Bord nach Kap B a r r o>v in See zu gehe», um die Schiffbrüchigen aufzunehme». zu sprengen und zu erobern, sind sie den Generalen weit weniger im Wege als cs die SA mit dem ehrgeizigen Röhm an der Spitze waren. Hat Hitler am 39. Juni 1934 vor der Reichswehr kapituliert und sich auch seither stets untertviirfig gezeigt, so betont die Generalität andererseits bei jeder Gelegenheit ihre Treue zum Führer. In der Uebertragung der Obersten Reichsgcwalt an Hitler, die einen Tag vor Hindenburgs Tod beschlossen und von der Reichswehr sanktioniert wurde, sieht Heiden den entscheidenden Pakt, den Dank Blombergs für den 39. Juni. Hitler hat der Reichswehr alles gebracht, was sie brauchte: die Aufrüstung, die Wehvhoheit, das „Volk". Für die Reichswehr ist Hitler gar nicht so sehr, als es von aussen ost den Anschein hat, der verachtete Gefreite, der Demagoge, der Mann der Gasse, sondern vor allem der grosse Magier, dem das Wunder gelungen ist, das Volk militärfromm zu machen, den„inneren Schweinehund" wie es im preussischen Leutnantsjargon heisst, den Pazifismus des„November" niederzuducken. Weil er das konnte, was kein General allein vermocht hätte, bewundert die Reichswehr den Gefreiten. Wird die Reichswehr also Hitler bis zum bösen Ende halten?. Das glaubt Heiden nicht. Er erinnert daran, dass dieArmeedenKai» ser gestürzt hat, als sie sich weigerte, gegen dar Hinterland zu marschieren, als sie ihm durch Hindewburg die schimpfliche Flucht nach Holland empfehlen liess, die das Ende der hohenzollernschen Monarchie besiegelte. Als der Kaiser eine Belastung für das Heer geworden war, liess die Generalität ihn fallen. Hindenburg blieb, wer von den Generalen konnte, blieb. Den Ballast, den der Kaiser bedeutete, stich man ab. Heiden folgert: die Reichswehr wird Hitler nicht stürzen, solange Hitler das„Volk" hinter sich hat. Sie wird ihn fallen lassen, wird ihn vielleicht davonjagen, wenn sic glaubt, dass eine Fortdauer der Verschwörung, der Bruderschaft, das Heer gefährden würde. Konrad Heiden wendet sich also sehr entschieden gegen die Leute, die da glauben, die Reichswehr werde dem deutschen Völk die Mühe der Revolution ersparen und eines Tages das System samt Hitler beseitigen. Dagegen glaubt Heiden- dass die Reichswehr Hitler den entscheidend en Stoßversetzenwird, sobald das Volk selbst sich gegen ihn auflehnt, sobald es deutlich wird, dass Hitler die Nation loder den aktiven Teil der Nation) gegen sich hat. Die Revolution muss vom Volke Herkommen, die Reichswehr weide sich ihr beugen. Aus dem moralischen Widerstand des Volkes gegen die Tyrannei, aus der Freiheitssehnsucht der Unterdrückten, aus der Auflehnung gegen all die Schmach, mit der das System Deutschland beschmutzt hat, werde die Freiheitsbewegung entstehen. Wenn das Manometer der Volksstimmung steigenden Hochdruck zeigen werde, dann werde auch die Stunde da sein, da die Generale den Gefreiten fallen lassen. Vom Teplitzer Kreisarbeitertag: Die Abendfeier«d dem Festplatz In später Abendstunde versammelte sich auf dem Festplatz eine vieltausendköpfige Menge, die der Aufführung des Festspiels„Europäische Passion" beiwohnte. Das Festspiel ist von dem jungen Arbeiterdichter Martin Grill versaht. Die äusserst wirksame und geschmackvolle musikalische Begleitung hat Otto Weichert, einer der bekanntesten Kunstschaffenden unserer Arbeiter« snngcrbcwcgung geschrieben. Beide Autoren leiteten auch selbst die Aufführung. Das Festspiel gibt in zwanzig Bildern in gedrängter Form das tragische Geschehen der letzten zwanzig Jahre wieder. Es setzt mit dem Weltkrieg ein und endet mit,dem'spanischen Bürgerkrieg und einer Apotheose der Internationale. In glücklicher Form werden Sprcchchor, Einzelsprecher, dramatische Szenen, Lichtbilder und Farbeneffekte mit der Musik zu einer höheren Einheit verschmolzen, so dass unter dem bestirnten Nachthimmel sich das Ganze zu einem geschloffenen Kunstwerk rundete. Die Menge lauschte andächtig und ergriffen dem Spiel und brach während der Szenenfolge, vor allem aber zum Schluss, als die Lichteffekte in einem schönen Feuerwerk gipfelten und die„Internationale" erklang, in stürmischen Jubel aus. Erfolgreicher Vorstoß bei Brunete Madrid.(Havas.) Die RegierungSabtei- lungen bemächtigten sich SamStag vormittags nach einem glänzenden Angriff der Stellungen beim Friedhof in Brunete.' Die auf de» kleinen Anhöhen bei dem Friedhof postierten RegierungS- abwilungcn beherrschen daS ganze Dorf Brunete. Der Angriff der NcgierungStruppen ging sehr rasch vor sich. Trotz dem heftigen Maschinengewehrfeuer der Aufständischen drangen die DynamiteroS bis zu den Grälen der Aufständischen vor und cs gelang ihnen«ach dreiviertelstündigem Kampf, die Aufständischen auS ihren Stellung« zu verweilen. Nach Berichten der RegierungSpatroillen ist daS Dorf Brunete nur mehr ein Trümmerhaufen. Die Aufständische» haben es geräumt. Gefangene bestätigten, daß diese Stellungen von dm Franco-Trupp« schon vor einiger Zeit verlassen ward« sind. Neue Meutereien hinter der Franco-Front Bon der Leon-Front wird gemeldet, daß die republikanischen Borposwn am Freitag einige Flugzeuge der Aufständischen beobachteten, die über dem Aufständischen-Flugplatz kreist« und auf ihn 18 Bomben avwarfen. Hierauf bombardierten die gleichen Flugzeuge d« Aufständischen- Flugplatz in Bicrge del Camino und daS Gebäude, in dem die Rundfnnkstation von Leon untergelracht ist. Information« zufolge soll es sich um ein« Au f st a n d eine- Teiles der Auf- ständischen-Atteilung« in der Garnison von Leon gehandelt haben, die sich weigert«, an die Madrider Front zu gehen. Seegefecht del Gijon Gijon.(Hvas.) Am Freitag kam eS vor Gijon auf offenem Meer zwischen d« aufständischen Schiffen„Jupiter" und„Ciudad de Cadiz" und dem Torpedobootzerstörer„Ciscar" der Die» gierung zu einer Seeschlacht.„Jupiter" wurde backbords und am Heck schwer getroffen. Der Kreuzer„Cervera", der ihm zu Hilfe komm« wollte, mußte sich vor der überleg«« I Kampfführun» der Re»ie«ngSschiffe zurvckziehen. Bier Frachtdampfer der Regierung nützten die Schlacht au» und cs gelang ihn«, in dm Haf« von Gijon einzulaufen. Dia U-Bootpest Tunk». Der Kommandant de» französischen Frachtschiffe»„P a r a m e", da» am Freitag in Toni» einlangte, berichtete, daß während der Fahrt plötzlich vor dem Schiffe ein Torpedo explodierte. Unmittelbar nach der Explosion tauchte ei» U«1 e r s e e b o o t unbekannter Nationalität auf, da» ater wieder verschwand. Italienische Karablnlerl nach Spanien Genua. 290 Karabinier! aus allen Teilen Italiens sind in Genua angekommen und haben sich bei der Kommandantur der faschistischen Legion gemeldet- Sie sollen nach Spanien transportiert werden- Bei ihrer Ankunft haben sie sofort 250 Lire auf die Hand, bekommen, um sich damit Zivillleider zu kaufen. Sie sollen als Zivilreisende an Bord des Boote» „Campidogliö" die Reise nach Spanien machen. Im letzten Augenblick wurden zehn von ihnen auf die Kommandantur beordert, wo sie den Befehl erhielten, nicht abzureisen. Der Grund dieser Massnahme scheint in der etwa» allzugrohen Begeisterung zu liegen, die sie für die Reise zeigten. Franco-Konsulat In Gibraltar »gesperrt Lendo«. Die britischen Behörden in Gibraltar haben verfügt, dass das dort seit neun Monaten arbeitende Konsulat der Franco-Behörden geschloffen werde, weil es unberechtigterweise für Reisende, die nach Junta-Spanien reisten, Pässe ausstellte und den Geldwechsel besorgte. Roosevelt kürzt die Staatsausgaben New Bork. Präsident Roosevelt hat sich«t- schlosscn, zwecks Ausgleiche» des Staatshaushalte» alle Ausgaben der Regierung um 19 Prozent herabzusehen. „Wer beleidigen lasse ich mich nicht mehr von Ihnen, und Sie werden das zurücknehmen, sonst gibt's noch waöl Und jetzt ruhen Sie sich aus und ich werde unten mit Portiers die Angelegenheiten besprechen." Willenlos liess sich Franzi zudecken und Finni erschien swlz wie eine Königin in der Küche, wo schon freundlicher Kaffeeduft sie empfing und sie sich beim Bericht ihrer Heldentat noch in einigen Uebertreibunge» steigerte. Sie beschloss aber dennoch, die Gnädige momentan nicht zu verlassen. Mirza durchwandelte die morgendlichen Strassen und rief sich jedes Wort des Gespräches zurück. Keine Darstellerin der„Maria Stuart" hätte ihrem Schmerze mehr tragische Anmut und Würde verleihen können, al» Mirza es unbewusst tat. Der Vorfrühlingstag von gestern hatte sich heute etwas verdüstert. Der Himmel war bewölkt und der Wind wehte. Es passte zu Mirza» Stimmung.„Es sind meine Tränen um ihn, die der dunkle Himmel oben bewahrt," dachte sie im scheuen Versuch, sich der letzten poetischen Steigerung Glasers anzupaffen. Dann umschritt sie das Kaffeehaus, wo die Stühle ungemütlich auf» gestapelt auf den Tischen lagen und zwei ver- schrumpfte alte Weiblein sich bemühten, den Boden zu reinigen. Mirza sah ihnen gedankenboll eine Weile zu:„Vielleicht wird das auch einmal mein Los sein," dachte sie und schauderte in dem Gedanken. Dann war es doch bessernden Gashahn zu öffnen oder noch besser, Verona! zu nehmen, obgleich man Beronal so schwer erhält. Wer Mirza war im Grunde viel zu ordentlich und vermied zu geme Aufsehen, um sich überhaupt schon mit der Idee des Selbstmordes näher zu befassen. Doch wanderten chre Gedanken in die Totenkammer, wo Glaser liegen mochte. Vielleicht hätte jede andere an ihrer Stelle den Versuch unternommen, den toten Glaser noch einmal im Sarg zu sehen. Aber dieses betrachtete Mirza als ein ihr nicht zugehöriges Gebiet und. sie muhte auch den Takt und die Schonung weiterhin achten, mit welcher man sie im Hause vor einer möglichen Entdeckung bewahrt hatte. Eine starke schwere Müdigkeit senkte sich jetzt gleichsam wie mit traurigen Flügeln auf sie und sie wandte sich heimwärts.■ i. Auch Bert begann müde zu werden. ES tvar besprochen worden, am andern Tag ganz bestimmt nach Berlin zu fahren, nun fügte'seine Gönnerin noch hinzu:„Aber Sie müssen noch Ihre Koffer packen, Ihr" Zimmer aufgeben und vor allen Dingen der'Frau Hardt die geliehenen zehn Franken umgewechselt zurückerstatten." Bert machte eine mutlose Bewegung.„Ich weiss, ich weiss," fügte sie lächelnd hinzu," aber bitte,— das ist meine Sache—, Sic werden es ihr lediglich überreichen."- „Ich kann aber nicht zurück, und ich möchte es nicht. Ich fürchte die Erinnerungen! Könnte mir nicht Frau Hardt, der ich volles Vertrauen schenke, diese kurze, schmerzliche Aufregung abnehmen, die zwei armseligen Köfferchen packen, den Koffer von Esther kaffen wir ihr dann in Berlin zukommen!" Der kleine Bert scheute ä« und' für sich gern jede Unbequemlichkeit und nahm hier die Gelegenheit wahr, Sorge vor allzu grossen Gemütsbewegungen vorzuschieben. E» gibt so Momente, Ivo sich der Zuhörer au» irgendeinem feinen Gefühl heraus scheut, dem anderen' zu sagen,' dass er falsche Gründe vörschiebt. So auch hier, Seine Beschützerin tat, als ob ihr da» vollkommen versiäMtch sei und bat ihn» eisten Exprehbries an Frau Hardt zu schreiben, dem sie einen grösseren Geldschein beifügte, der nicht nur die zehn Franken weit über ihren Wert ausglich, sondern auch die Mühe des Packen» und der Zimmerauf- lösung überreichlich belohnte. Bert ergriff fröh die Gelegenheit, auf diese Weise den unangenehmen Situationen enthoben zu sein, wieder das Haus zu betreten/ wo ihn so viele peinliche und tragische Schicksalsschläge trafen. Er gehörte zu den Naturen, welche letzten Endes immer jemanden finden, der ihnen praktische Dinge abnimmt. Zeitweise litt er wirklich beinahe körperlich an der Umwelt. Zum Beispiel auf irgendeinem Amt zu stehen oder auf der Post warten zu müffen oder in der überfüllten Elektrischen sich von jemandem anhusten zu laffen, bereiteten ihm direkt physische Qualen. Menschen und Dinge in kleinen Versen oder Geschichten zu verherrlichen oder nur zu erfassen, das konnte er äb und zu. Wer im Grunde lisbie er die Maffe nicht und fühlte sich immer als ein unverstandener Kavalier.. Im Moment, wo er begriffen wurde, tple jetzt, regt«' sich diese Kavaliersmanieren und er war der erste, der bei Reichtum- und gutem Leb« sich traditionsgemäss in'' der Atmosphäre wohlfiihlt, weil sie ihm gebührt. Er schrieb einen erklärenden und bittenden Brief an Frau Hardt, und al» er den Schein histeinlegte, war, er schon halb überzeugt, dass das Geld von ihm stamme und er bestätigte die eingelegte Summe etwas gönnerhaft in einer Nach« schrist. Dann küsste er höflich und dankbar die Hand seiner Beschützerin und, legte sich wtmüde schlafen, nicht ohne vorher mit grosser Befriedigung das angrenzende Badezimmer wahrgenommen zu haben. Auch da» Bett war herrlich 6e<> quem, er schlief bestimmt ein, ohne noch einmal cm die- Ereignisse zurückzudenken. Der Zug,, iq welchem Esther sah, näherte sich Berlins schlaftrunken und nur astf sich bedacht, erhöbest sich die Mitreisenden, päckten ihre'Sach« und keiner achtete'auf Esther. Die junge Frau überlegte, ob ste ein Auto nehmen soffte, öder mit Ministerrat In Tokio Tokio. Samstag früh trat der Ministerrat zu einer ausserordentlichen Sitzung zusammen. Er traf„koEcte Massnahmen", durch welche man der Läge in Schanghai gerecht werden könne. Es verlautet, dass der'Ministerrat beschlossen habe, neue energische Massnahmen zur Verstärkung der Landungstruppen in Schanghai zu treffens dass sie einigen chinesischen Divisionen widerstehen können» Der Ministerrat soll beschlossen haben,«in« neue ausserordentliche Anleihe auszuschreiben und alle wirtschaftlichen und finanziellen Quellen zu mobilisieren. Spanische Flüchtlinge dürfen nicht mehr nach Frankreich Pari». Die französische Regierung Hat der britischen Regierung mitgeteilt, st« könne auf französischem Gebiet keine weiteren-Kontingente spanischer-Flüchtlinge, deren«S in Frankreich bereits jetzt 45.099 gibt, aufnehmen. Die französische Regierung ersuchte, die britischen Schiffe, welch« den Flüchtlingstransport besorgen, davon in Kenntnis zu setzen. Wester« Kontingente würden auf französischem Boden nur in dem Masse zugelaffen werden, in welchem die Evaluierung der Flüchtlinge erfolgt, denen Frankreich bisher Asyl gewährte. Von der Sowjetjustiz Dem„Daily Herold" wird auS Moskau berichtet: In der letzten Zeit sind unerhörte Schlampereien, wenn nicht bewusste Rechtsbrüche auch niederer Richter ans Licht gekommen. DaS Justizkommissariat kündigt scharfes Vorgehen wider solche.bürokratische Justiz" an. Im Donbecken war seinerzeit Frau Sokolowa zu acht Jahren verurteiü worden; obgleich das Berufungsgericht die Strafe auf zwei Jahre herabgesetzt hatte, liess man sie vier Jahre im Gefängnis sitzen. Die Richter hatten— vergessen, die Strafkürzung dem Gefängnis mitzuteilen. Dafür kommen sie nächstens selbst vor Gericht. In der Tatarenrepublik ist eine Richterin angeklagt, den Frei» spruch dreier Männer durch das Berufungsgericht nicht beachtet zu haben, so dass die Freigesprochenen 17 Monate gefangen sitzen mussten. Chinas Finanzminister In Prag Prag. Mit dem Berliner Schnellzug ist Samstag morgens der stellvertretende Ministerpräsident der chinesischen Regierung, Dr. K u n g, in Prag, eingetroffen. Er wurde. auf dem Wil- sonbahnhofe von dem chinesischen Gesandten einpfangen und begrübt. Für das diplomatische Protokoll des Außenministeriums war Sektionsrat K r u p k a, für das Orientalische Jnstttut Dr. H Chinesische Kulis am Wangpu-Rlver in Shanghai Photo: Josef Wechsberc an eine Räuberbande als an eine geordnete militärische Formation. Der Ausländer beobachtet diese Gesellen, die ihm das Bild mittelalterlicher Söldnerscharen vor Augen rufen, mit unverhohlenem Mißtrauen und ist erstaunt, wenn er ausländische Offiziere, die in der chinesischen Armee dienen, sagen hört:„Diese Burschen sind die besten Soldaten der Welt, wenn sie richtig kommandiert werden." Aber es ist wahr.Der Chinese erträgt körperliche Strapazen mit einer Ausdauer, die unSEuropäern immer wieder erstaunlich bleibt. Sie finden sich in den Reisfeldern des tropischen China genau so gut zurecht wie auf den Steppen der nördlichen Mongolei, wo man dem harten Boden mühsam jeden Zoll abtrohen muß. Sie sind Bekenner der Lehre des Confucius und haben keine Furcht vor dem Tod. Wie-läßt sich mit dieser Einstellung daS häufige Versagen chinesischer Soldaten erklären, die vielen verlorenen Kriege der letzten Jahre? In diesen Kämpfen wurden die chinesischen Soldaten von chinesischen Offizieren und Generalen befehligt. Diese Kommandeure sind nicht imstande, ihnen ein moralisches Beispiel zu geben, sie zu überzeugen und zu führen, wie japanische Offiziere ihre Truppen überzeugen und führen. Die chinesischen Soldaten wissen zu gut, warum sie kämpfen.' Sie wissen, daß die Schlagworte von „Ehre",„Freiheit",„Vaterland" und„Ruhm" univahr sind und nur dazu dienen, andere Worte zu verhüllen. Dies« anderen Worte aber lauten: „Geld" und„Geschäft". Der Chinese weiß, daß beim Kriegführen nicht viel zu holen sein wird, daß letzten Endes immer er selbst es ist, der drauszahlt, und daß der General den Profit von seiner Mühe und Aufopferung hat. Er weiß, daß er vom Staat keine Pension bekommt, wenn er sich für den General Tsching oder den General Tschang zum Krüppel schießen läßt. Kurz, er denkt zuviel, im Gegensatz zu der internationalen Militärregcl„Ein Soldat hat nicht zu denken, er hat zu gehorchen". Der chinesische Soldat denkt zuviel und gehorcht nicht; so kommt cs, daß' diese Menschen, die die größten Strapazen ertragen, die tagelang im Feld liegen können, ohne ihre spärliche Menage zu bekommen, im entscheidenden Augenblick versagen, wenn es heißt, durchzuhalten. Ihr kritischer Geist, ihr Widerspruchsgeist regt sich und obwohl sie imstande wären, Heldentaten zu vollbringen, wenn sic jemanden vor sich sehe», der ihnen ein Beispiel gibt, so werden sie apathisch und langsam. Anders ist es, wenn sie unter dem Kommando eines Ausländers kämpfen. Sie sehen, wie der fremde Offizier für Sold— so wie sie selbst — auch sein Leben einsetzt und sie folgen ihm. Es kommt selten vor, daß Chinesen eine Schlacht verlieren, wenn sie von ausländischen Offizieren geführt werden. Zahllos sind die Anekdoten, welche diese Denkungsart des chinesischen Soldaten bestätigen. Man erzählt von einer Kompagnie, welche bei, den. Kämpfen um Dschchol unter der Führung eines ausländischen Offiziers wahre Wunder von Heldentaten vollbrachte. Sie hielt einen Gebirgsübergang besetzt und kämpfte mit einem fanatischen Löiveninut und alle Zeitungen von Peking und Schanghai schrieben in Worten höchster Begeisterung Uber den„chinesischen Leonidas und\ die Seinen". Und dann geschah das lieber« rasche»de: der ausländische Kompagniekommandant erkrankte am Fieber und mußte durch, einen chinesischen Offizier ersetzt werden. Anderen Tages, erfuhr man durch ein japanisches. Blatt die Nachricht, die erst unglaublich schien, aber dann Bestätigung fand: die Kompagnie der chinesischen„Helden" hatte sich nach einem harmlosen Gefecht den Japanern ergeben. Alles in China grenzt ans Extreme. Auch seine Soldaten sind.die besten— oder die schlechtesten der Welt. Luftaufnahme von Schanghai, Die Luftaufnahme zeigt im oberen Teil, des Bildes, ,und.zipar:gegenüber dem>rechten-Dampfer,. das japanische Konsulat in Schanghai, daS im Mittelpunkt der Eteigniffe'steht;-links von diesem Stadtteil, den die. Aufnahme zeigt, befindet sich die. chinesische.Vorstadt Tschapei•, Ignoranten „... Die Wahnideen des MarziSmu», der die haltungSlost Masse zum Idol erheb und den antlitzlosen Herdenmenschen als Götzen schuf und anbetete." So zu lesen in dem gleichgeschalteten Blatt „Der Kämpfer". So sprechen die Burschen, die jedem SA-Ohersührer in den Hinter» kriechen, die jedes, selbständige Urteil cingebüßt, die ihr kritisches Gewissen in der Garderobe abgelegt haben, deren Erziehung-ideale in den Kellern der Gestapo ünd den Konzentrationslagern des Dritten Reiches verwirklicht werden, die jedes echte Menschentum abgeschlvoren haben,, di«, des großen Deutschen Fichte Anspruch„von der Gleichheit alles dessen, was Menschenantlih trägt", in de». Kot gezerrt habe», von der Arbeiterbewegung, So sprechen"sie vom Sozialismus, der auf eine fast hundertjährige- Geschichte zurückblicken kann,, der eine große politische und kulturelle Bewegung darstellt. Was wissen diese Naturburschen, di« von des.Gedankens Bläffe, nicht angekränkelt sind, von der Geschichte außer den Geburtsdaten Adolf Hitlers und Konrad Henleins? Sie haben es nie gelernt und nie gelesen, daß die arbeitende Klaffe noch-in der Mitte des vorigen Jahrhunderts dank der Erbarmungslosigkeit, ihrer Klaffengegner ein tvahres Hcrdendasein führte, haß die Menschen, die unsere Eisenbahnen gebaut haben, in Erdlöchern lebten, daß wie. Marx sagt, die ganze Lebenszeit des Arbeiters Arbeitszeit war, daß Frauen und Kinder in die Hölle ungesunder Arbeitsstätten gestreßt wurden, daß drei Generationen im Laufe einer Zeit starben,, die. durch zwei Generationen hätte auSgefüllt sein sollen. Das. war die Lage der. arbeitenden Klaffen, als der. Diarxismus,. der Sozialismus eiugriff. Der stolze.soziale,, kulturelle, menschliche Ausstieg der. Arbeiter ist das. Werk, der.Sozialdemokratie, auf das. sie stets- als eine welthistorische. Leistung Hinweisen kann. Sie war es, welche dem deutsche» Arbeiter die- Schatzkammern der deutschen klassi- schen Literatur,-der Philosophie, der Natur» und Söziülwiffenschasten geöffnet und- sie emporge- fiihrt hat.auf die Höhe neuzeitlicher Kultur. Das ist-eine so feststehende Tatsache, daß selbst-Gegner—7 allerdings anständige Gegner— des Sozialismus dies anerkannt und in Wort und Schrift zugegeben haben.' Die Erneuerung der deutschen- Nation, von der die braunen Barbaren diesseits und jenseits unserer Grenzpfähle schwät- zcu.besteht darin, nichts zu wissen und daS Bild einer, großen Külturbewegung, wie es der Sozialismus ist, so" zu verzerren,-- wie- sie- die deutsche Kultur besudelt, beschmutzt und entehrt haben. Sie sprechen von jenen als den i/antlitzlosen Herdenmenschen",-die- nach schwerer Tagesarbeit zu Haüse-.beikeinem-Buch sitzen--oder- den'-Wmchm'- eines Vortragenden lauschen.- In Wirklichkeit bedeuten, diejenigen, die-.solchen Kysinn,.solche.Unwahrheit,.solche Besejdjgüng,.aussprechen,._--di< Rückkehr vom■„homo sapiens", dem Kusturmen- schen. zu,7«ineni.,Hetdd.ntjer,i'vön.dein mqn; sage» kann, daß alles Menschliche,1hm sremd.-ist.,/. Erhöhter Schutz der Postboten gegen Rauh. \ Überfälle. Die Postverwaltung hat.neue..Weisun- gsn ausgegcbcn,, um einen erhöhten Schutz.der, Poschpten: gegen Raubüderfälle-zu gewährleiste». Die.Äichfuug: der Botengänge würde.fo geregelt, daß-die.Postbotest auf, dein Lande-.nur- ungefähr-, dete Wege mit. größtmöglicher Froquenz-paffiere». Verboten- ist-dg» Austragen der Poft-unter Be-, Nutzung entlegener-Feld«,.: Wald- /ünd,..Wiesen-- Wege.-'Außerdem- dürfen di« Postboten nicht.mit/ solchen Paketen--beladen-tverdeii„ die, sie bei der Abwehr von lieber fällen behindern-könnten.- Die Mehrzahl der Postboten-, am flachen Land- wird mit- Schußwaffen., oder- Gummiknüppeln- bewaffnet, die- so zu- tragen- sind, daß.sie. äußcrlichsicht- bar siiid. An die SicherhcitSbchörden wurde das Ersuchen gerichtet/ gleichfalls durch-entsprechende Kontrollmaßnahmen für.eine absolute-Sicherheit der Postboten zu sorgen. Letztere-werden-auch-mit Signalpfeifen-ausgerüstet, um im- Notfall auf- di« ihnen-drohenden Gefahre» aufmerksam- machen-zu können.(DND)- Auf fünf Frauen entfallen■ vier Männer. Aus dem- Neuesten Wählerverzeichnis der Haupt- ftadt Prag- geht hervor,- daß es in Prag 627.505 Wähler gibt. Davon sind 281.722 Männer und 845.788 Frauen..- Es gibt-also.in Prag um. 64.961- wahlberechtigt« Frauen mehr als Männer. Da die Wahlberechtigten, etwa>69 Prozent der Bevölkerung ausmachen, dürft«' der llcbcrschuß der Frauen über- die Männer- in Prag wenigstens. 199.999,betragen;.-Prag; hat etiva 909.909 Einwohner; es gibt also.- in der Hauptstadt-rund 599.999 Frauen- und 499.999 Männer oder- auf-.. fünf. Frauen- entfallen- vier Männer; .-Zwei Prager am Matterhorn verunglückt; Die beiden Mitglieder der Prager- Sektion des Deutschen ÄlpenveteineS, Dr. Jng. Franz Ov-e S n Y und MUC. Äerhard Fritz Mater n a, haben am 7. ds. von Zermatt aus«Inen Aufstieg- auf das Matterhorn- über den- Zmuttsgrad unternommen und werden- seither vermißt.- Es- handelt sich um geübte Alpinisten, welche erst In der Vorwoche die Ostwand des- Monte- Rosa.-durchstiegen haben. Auf Beranlaffung,-der- Sektion Prag deS Alpenvereines, wurde eine; R e t- t u n g S e xpe dition ausgerüstet, welche-die Nachforschungen- nach-den Vermißten-ausgenommen hat. Rach den letzten; Meldungen steht-es leider fest, daß die beiden vermißten Bergsteiger am Großen Penhäl-Couloir durch Absturz-ümS Leben gekommen sind.’’.- Abgestürzt. Auf der- Paffeierspitz«"in den Tiroler Alpen, stürzte Freitag-der-Reichsdeutsche Tourist Josef W ag-n e r' aus-Berlin ab;-er ist den erlittenen Verletzungen erlegen...ES"ist dies der-dritte/Tourist, der auf diesem-Berg«-im Läufe einer Woche ums Leben kam,. Bei der Besteigung des- Schafberges.in den Vorarlberger Akpyn ist. Freitag" der 79jährige Jesüitenpater Professor Isidor H o p f n e r, aus Feldkirch in ein?» 899 Meter tiefen Abgrustd abgestürzt und wstrde tot aufgefunden,; Aus unglücklicher.Liebe...In einem Wäld- chcn im 18;-Wiener. Bezirk, feuerte am Freitag der 19jährige HändelSgehilfe-Erich.S ch l e chter drei- Schüsse.gegen, seine Geliebte..Anna Hollensteiner- qd. Hierauf durchschnitt/ er sichmit einem Rasiermesser die Schlagadern- üstd-feuerte gegen-sich noch drekiSchüffe ah.-Der.jung«.Mann wurde tot,.das;;Mädch«n-tödlich-verletzt- aufge- füstdxn.„;ES handelt- sich-'um-einen"Mord.'uns Selbstmord ans unglücklicher Liebe. -. Im Hochgebirge vom Blitz getroffen. Zwei Touristen^aüs Innsbruck, Siegfried S c Ich e r und; Prof.. Dr. Rudolf P e t t n e-r, wurden Freitag am Gipfel des Habicht in den' ,'Süchaier AlpenvoucineniGewitterüberrascht,wobei-Sel- chfrvom.Blih-'getütet,'wurde.,Prof./Pettn«r,lvürde. leicht-perletzt.. , ,,$itl« nmüfieHe sich köstlich^,.!!s'-(JTF) ,,Diplom äticus", /; einer der- bestinsormierten holländischen. Journalisten' schreibt, in der„Häagschfn Post"lÄl.Juli>):„DicünglaublichkostbareAus- gestaltung der K,instausstellung in München vom 6. bis-19. Juli hat anf alle.-Ausländer, die-geladen waren-(hierunter befand sich das,'gänze diplomatische CorpS)h!den; Eindrlrck-ieinext-Ustbe«. nreiflichön Verschwendung gemacht,- Allein- die Dtrgßifpviwzierinig-in. München,- bei- EstüffMflg.-der Kunstausstellung hat- mehr' als-drei- Millionen Mark gekostet./ Einer der-tn-Berlin; akkrmltterten Diplomaten-schrieb denn mich im-Bericht-ach seine WMjinD))>Em./F.est/fölgte dem anpprn,^ fein Cmstfäng dem ändetji. Das Volk schien-ikicht-hülcht öfsentlichl' Red.)",zu fragen,-- woher-- dar.-Geld eigentlich kam, das für diese blendende Pracht nütig war... Und-Hitler selbst amüsierte sich köstlich... Will man einen Vergleich'mit-geschichtlichen Ereignissen, dann kann man die Münchener Feste mit denen des alten Rom,vergleichen, dar auch vomseinem Untergang nicht genug jauch« zen- und Feste feiern konnte." Handgranaten-Unglück. Freitag nachmittags kam es. auf der Militär-Schiehftätte in Antasovce bei Liptovfkh Sv. Mikulas durch«inen Unglücklichen Zufall zu einer Granaten-Explosion. Bei dem Unglück wurde ein Unterleutnant getötet und ein Mitglied der Grenzwache leicht verletzt. Ein„Kidnapper",(mb) Wie die„New- Vor! Herold Tribüne" meldet, wird in den Vereinigten Staaten ein Verfahren gegen den tfche- chofloivakifchen Konsulatsbeamten Dr. Pavet- Stransky eingeleitet, weil er sein eigenes Rind „gekidnapt" hat, Dr. Stranskh heiratete vor zehn Jahren, als er in USA. stationiert-war, eine- Amerikanerin. Vor zwei Jahren, kurz bevor er nach Singapore versetzt wurde; trat zwischen den Ehegatten eine Entfremdung ein. Dr. Stranskst nahm sein damals sechsjähriges Töchterchen nut nach Singapore. Seine Frau folgte ihm nach und nahm bei ihrer Rückkehr nach Amerika das Kind mit. Dr. Stransky nahm Urlaub, fuhr nach Washington und entführte seine Tochter. Rian. glaubte zuerst, das Mädchen sei gekidnapt worden und fürchtete internafionale Komplikationen. Die Sache hat sich aber rasch aufgeklärt, und der. Fall wird nun auf harmloserer Basis vor den Gerichten ausgetragen werden. Wolkenbruch über London. Die drückende Hitzewelle, welche seit vielen Tagen über London lastete, hat infolge«ine» außerordentlichen starkenUnwetter», da» Freitag über der Stadt niederging, an Inten-- sität stark nachgelaffen. Da» Unwetter war da» stärkst« feit vielen Jahren. Zahlreich« Straßenzüge wurden überflutet. Die Waffermaffen drangen in zahlreiche niedrig gelegen« Wohnungen ein. Sieben Straßenbahn- und Untergrundbahn-Linien wurden gestört. An Vielen Stellen wurden auch Straßen unterspült. Ein»roß« Brand vernichtet« einen Teil der- Gemeinde Marquardt, de» bekannten Berliner Au»flug»orte».. Bei den Löscharbeiten«litten vier Personen, davon zwei Feuerwehrleute, Brandverletzungen. Die Löscharbeiten dauerten die ganze Nacht. Die Brandursache ist unbekannt. . Photographisch« Wettbewerb de» Nationalver- teidigungSmtnisterium». Da» NationalverteidigungS- ministerium wird zur Zwanzigjahrfeier der Republik eine Publikation unter dem Titel„Unsere Armee in der Photographie" herausgeben. Zu diesem Behuf« schreibt nun da» Ministerium einen Photowettbewerb für di« aktiven Angehörigen der Armee sowie für di« Reservisten pur. Jeder-Teilnehmer an dem Wettbewerb kann höchsten» zehn Photographien au» den» Soldatenlcien«insenden. Es sind Preise von 1669, 666 und 466 K£ ausgeschrieben.(DND) Kühlere Ozeanluft dringt vor. An der Rückseite«in« Störung über Holland dringt über da» Festland vom Westen her kühlere ozeanische Luft vor. Im Rheingebiet, in Frankreich und in' England wurden Samstag nachmittag- nurmehr 18 bi» 28 Grad verzeichnet, dagegen stiegen die Temperaturen in Ungarn und auf-er Ballanhalbinsel noch auf 86 bi» 88 Grad an. Die kühle Lust dürste sich voraursichtlich weiter über das Binnenland au-breiten. Bei unr wird daher Sonntag erneut die Gewitterneigung zunehmen und ein Temperaturrückgang eintreten.-— Wahrscheinliches Wett er v o n'h e u t e:- Wechselnd- bewölkt, Neigung zu Schauern odu Gewittern, ziemlich warm, Südwestwind.— Wetteraussichten fü r Montag: Ucbeständig, zeitweise Schauer, Abkühlung, Westwind. Vom Rundfunk tmptehleniwertes au den Programmen: Montag Prag I: 16.65 Deutsche Presse. 11.05 Populäre- Schallplattenkonzert: Liszt, Beethoven usw. 12.85- MuZikr Salonquartett. 14.05 Deutsche. Sendung: Bilek: Die gegenwärtigen Bestimmungen über da- Berufungiverfahren bei den direkten Steuern. 14.46 Schallplattenkonzert. 16.19 Au» Karlsbad: Jazzmusik- 17.49 Gelgenkonzert.. 18.95 Deutsch« Sendung: Au» du Sommerfrische. 18.15 Reportage vom Festtag der Arbeit in Jägerndorf. 18.45 Dcutiche- Presse. 20-15 Orchesterkonzert au» Karlsbad. 21.85 Smetana: Geigenquartett D-Moll.— Prag II: 15.99 Tanzmusik. 15.29 Deutsche Sendung: Laterna. magica, heitere Schallplattenfolge. 15.59 Deutsche. Preffe.— Brünn: 14.25 Caruso singt(Schallplat- ten). 17-05 Salontrio. 17.40 Deutsche Sendung:. Dr. Hadina: DollSlieder.— Preßburg: 10.10 Mund« futckorchesterkonzert: Briea, Johann Strauß usw-—' Kaschau: 12.05 Slowakische Lieder.— Mihrisch- Ostran: 14-29.Schallplattenkonzert..- Dienstag Prag Ir 10.05 Deutsche Presse. 10.15 Deutsche Sendung: Für die Frau. 19.80 Chöre auf Schallplatten. 11.65 Salonorchester. 14.00 Deutsche Sen-, düng: Au» dem. tschechoslowakischen Kulturleben; 14.10 Berndt;- Zwischen Jser und Potzen. 17,05 Schrantmellonzert- 18.05 Deutsche Sendung: Tschechisch« zeitgenössische Komponisten: Suk, Foerfter, Martinu ufw.18.45 Deutsche Presse. 18.55 Aus dem deutschen Kulturleben. 29.55 Rundfunkorchesterkon-, zert.— Prag Ur 15.00 Schallplatte»: Mozart, Kkieka, 15.15 Schwarz: Geschichten um den Kaffee; 15.85 Alt« und, neue Schule in England. 15-50'' Deutschc Presse.— Briinnt 17.40 Deutsch« Ar- beitersenbnn,: Sozialinformationen. 18.15 Lieder-- von Dvotäk.— Prehbnrg: 12.85 Rundfunkorchester« konzert.— Kaschau: 12.05 Slowakische" Musts.— Mühr.-Oftra«! 18.10 Deutsch« Arbeitersendungr- Bogel: Der Arbeiter und die Presse; Tonfilmlieder«' Nr. 191 Sonntag, IS. August 1937 Seite 5 VELttürkckaA imd Somlpolttife Tagung der französischen Gewerkschaften Der am 4. August in Paris znsanunenge- treten« Nationalrat des Französischen. Gewerkschaftsbundes(CGT) hatte sich an erster Stelle mit der Durchführung und Einhaltung der im Jahre 1936 beschaffenen sozialen Gesetze zu befassen. Vor der Annahme einer Denkschrift, die dem Ministerpräsidenten unterbreitet wurde, hielt Jouhaux eine programmatische Rede, die geeignet ist, zahlreiche Irrtümer, falsche Interpretationen und Darstellungen zu korrigieren, die vor allem auch im Auslande kursieren, wo die nicht sehr wählerische und in hohem Masse tendenziöse ..große Presse" jeden Zwischenfall in Frankreich als abschreckendes Beispiel gewerkschaftlicher Alleinherrschaft und Tyrannei aufbauscht. Daß eS keine einfache Sache ist, 8 Millionen Gewerkschaftsmitgliedern, von denen mehr als 4 Millionen neue und unerfahrene gewerkschaftliche Rekruten sind, inmitten einer gewaltigen sozialen und wirtschaftlichen Umwälzung in jedem einzelnen Fälle die genaue Abgrenzung ihrer Recht« und Pflichten beizubringen, leuchtet ein und wird von den Gewerkschaften sicherlich nicht bestritten. Gerade deshalb ist"es aber uM so unverantwortlicher, wenn, die Unternehmer, die doch die Traditionen einer„führenden Klaffe" vertreten wollen, diese Anpassung Täg für Tag durch eine systematische Nichtbeachtung und Sabo- tierung der Uebereinkommen erschweren, die sie in voller Kenntnis und Erkenntnis ihres Inhaltes mit, ihrer Unterschrift versehen haben, wenn sie ferner den andern Vertragspartner, di« Gewerkschaften und ibre Vertrauensleute unerbittlich und gehässig bekämpfen und dabei vor keinem der Mittel des wirtschaftlichen und sonstigen Druckes zurückschrecken, die ihnen dank ihrer Stellung als Besitzer der Produktionsmittel reichlich zur Verfügung stehen. Wenn die Gewerkschaften der CGT— entgegen den Behauptungen der Unternehmer und der ihnen gefügigen Presse— weder in bezug auf die organisatorische Erfassung der Arbeiter noch in bezug auf ihre Beschäftigung, d. h. den Arbeitsnachweis, ein Monopol verlangen,und anstreben, sondern, wie Jouhaux ausdrücklich sagt«, jene„absolute Freiheit" achten, die„unsere moralische Regel" ist, wenn ferner die CGT„dem Unternehmertum und. seinen leitenden Organen das Recht gstf die. Führung.ihrer PetriÄc nicht abfpricht",-.' so-muh andererseits auch die Ein«. führung. Einhaltung und Verallgemeinerung der Kolleltivverträge, das Recht der„repräsentativsten Organisation" bei den Unterhandlungen, Pie Achtung und Respektierung der gesetzlich vorgeschriebenen Betriebsvertrauensleute und die Verallgemeinerung der bezahlten Ferien verlangt werden können I Daß die CGT In keiner Weise vor den Verantwortungen zürückschreckt, die die Unternehmer ihrerseits nach Möglichkeit Mohne» und umgehen, zeigt schon die Tatsache, daß die CGT, die früher gegen jeglichen Zwang im Schlichtungswesen wa>! und sich im vergangenen Jahr mit der obligatorischen Schlichtung abfand, bzw. sie selber verlangte, heute noch einen Schritt weiter geht und in ihrer Denkschrift an die Regierung die.,.Einführung einer schiedsgerichtlichen Rechtsprechung verlangt, beider die Regel der Sanktionen angewandt wird" ffd. h. Sanktionen, von denen Jouhaux sagte,„sie können natüolich nicht«inseitig sein"). Wenn man dies« Konzession gemacht hat, ist man allerdings auch unbedingt zu dem Satz berechtigt: „Das Recht auf Arbeit muß unabhängig voll den Ideen vorhanden sein, die der Lohnarbeiter vertritt." Desgleichen mutz als selbstverständlich betrachtet werden, was die CGT, die auch hier ausdrücklich kein Monopol verlangt, in der Frag«,des Arbeitsnachweises sagt. Den Unternehmern,, di« in Frankreich wie anderswo heute wie gestern mit, schtvarzen Listen arbeiten und kein Geld schonen, um mit Spitzeln, eigenen„Gewerksvereinen" ustv. ihre bereits erhebliche wirtschaftliche Macht poch.weiter zu stärken, steht«s sehr schlecht, an, die CGT ffn der ganzen Welt als„Monopol- organisation" hinzustelle» I Was die CGT verlangt, sind^,,,effektive-.Garantien, in-bezug,-auf die Einstellung und" Entlassung der Arbeiter, d. h. gegen dje Willkür, die daS Gesetz unterdrücken wollte?'.' Ohne diese Garantien„bleibt die kollektive Aktion her Arbeiter prekär und unvollstän-, lüg"?',,Die erste Maßnahme auf diesem Wege ist die Abschaffung..des privaten AcheitsnachweiseS und die. Schaffung öffentlicher Institutionen, in denen? die Arbeiter, die Arbeitgeber und die Regierung vertreten find.und deren sich die Unternehmer und Arbeiter-zu bedienen haben"(natürlich wenden sich die Untetnehmer mit- aller Entschiedenheit gegen dies« selbstverständliche Forde«-, rungs),-i,-...•>;•.• i Hl Ist bezug auf die Kolleftivverträge heiht es,- daß-nunmehr-,-d.- h,-»in Jahr nach Annahme des, Ges«tzeSi.Wberall,"wo es noch zu keinen Verträge» gekommen«.di« Behörden'eistgreifen sollens um-diesiDiMlechten Willeniein, Ende^zst-,.setzen"i Ferner soll dafür gesorgt werden. daß. die Kollek« tivvrrträge und- sonstige, sozialen Er rungcnschaf»: ten auch den Hetmarbenern, den Landarbeitern, den frei«» Berufen,. den Hausangestellten und Handelsreisenden zugute kchmnen. Auch hier ber«- langt die CGT.Sanktionen,. dies schon deshalb, weil die Verzögerungen auf dem Gebiet der Kol«, lektivverträge«ine Grundursache der Löhne sind. Dies find die primitivsten Voraussetzungen eines geordneten wirtschaftlichen Wiederaufbaues und jenes"sozialen Friedens, den die Unternehmer immer im Munde führen und in der Praxis als erst« bekäinpfen, jener wirtschaftlichen Erholung, dix,.wie es. in der.Denkschrift heißt,„die Gewerkschaften mit einer weniger fragwürdige» Ernsthaftigkeit wollen als jene! die der Thesaurierung frönen und ihr Kapital ins Ausland flüchten". Belgrad, Im August. „Ich schwöre beim Erschaffer des Himmels und" der Erde, beim Propheten, bei den sieben klei-. nen Propheten, bei den cinhundertvierundzwan-, zigtausend Heiligen und bei dem Schwerte, das ich am Gürtel trage, daß dieser Brief nicht um «inen einzigen Buchstaben abgeändert werden darf, und daß niemand, das Recht zusteht, seinem Inhalt zuwiderzuhandeln." Also schwor Sultan Mehmed II., als er seinen„Großen Ferman" mit der feierlichen Schenkungsurkunde erließ, die dem Edelmann Stepan Dobreta und seinen Nachkommen das ewige Recht auf alle Wälder und Weiden im Vlasic-Gcbirge verhieß. Das war zu einer Zeit, als ein türkischer SuÜan es keineswegs nötig hatte, um die Gunst eines bosnischen Adligen zu werben. Den Osma- nen gehörte fast die ganze Balkanhalbinsel, und die Balkanbewohner waren als„Raja" eine Volksschicht, die in nahezu vollkommener Rechtlosigkeit lebte. Also mußte Stepan Dobreta dem Sultan schon einen großen Dienst erwiesen haben. Dieser Dienst bestand im wesentlichen darin, daß er eine wunderschöne Schwester, Lilijana, besaß. Der türkische Statthalter, der über Bosnien herrschte, suchte Lilijana für den Harem seines Herrn aus, und so kam das Mädchen mit zahlreichen anderen Schönheiten nach Konstantinopel. Da sie aber noch schöner als di« anderen war, wurde sie bald zur Lieblingsfrau des Sultans. Da sie ferner auch sehr klug war, bemühte sie sich, die wahrscheinlich nur vorübergehende Gunst ihres ÄrbietxrsimögWst volllppM.est anszuiiutzen uird vor alleif Dingen ihrer Fqmilie,-die-ist-Bosnien zurückgeblieben war, ein" Güt von bleibendem Werte zu sichern. Die Legende berichtet, daß Lilijana es sich erlauben konnte, solange mit ihrer Gunst zu geizen, bis Mehmed endlich den „Großen Ferman" erließ. Das Biäsic-Gebirge gehörte damit für ewige Zeiten der Familie Dobreta. Dieser Ferman bildet heute die Grundlage eines Prozesses, den die Dobreta gegen den Staat führen. Die Familie hatte ursprünglich die Rechte, die ihr der Sultan verliehen hatte, nicht vollkommen ausgenutzt. Die zehn Söhne waren und blieben einfache Hirtin, die ihr Eigentumsrecht nur insoweit ausübten, als sie ihr Vieh ungestört durch das Vlasic-Gebirge trieben. Die Herren in Konstantinopel machten ihnen ihr Recht auch niemals streitig. Dagegen waren es ihre eigenen Landsleute, die unabhängigen Bosniaken, die vor rund zwei Jahrhunderten ihren Freiheitskampf gegen die Türken begannen und unter anderem auch die Rechtmäßigkeit aller Schenkungen bosnischen Landes leugneten, die die Türken gemacht hatten. Die Dobretic, wie sie sich zuletzt nannten, wandten sich erneut»ach Konstantinopel. Einer ihrer Abgesandten, Martin Dobretic, brachte das Kunststück, beim Sultan vorgelassen zu werden, dadurch fertig, datz er sich auf den Weg des Herr- Uebcr das Verhältnis zur Volksfront heißt es zum Schluß, daß sich die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit-der"Regierung der Volksfront In der Respektierung. der bestehenden" Legalität vollziehen soll:„Der Nationalrat erwartet von der Regie ung, daß sie auf die gestellten Fragen die Anövörten gibt, die sie erheischen". Eine Internationale Kohlenkonferenz Ist vom Jnternationlen Arbeitsamt eülberufen worden. -Sie wird gegen Ende des Lahres in Brüssel abgehalten-werden. Bisher" haben acht Regierungen ihre Teilnahme angekündigt, darunter Großbritannien, Frankreich und Belgien, während Deutschlands Teilnahme noch zweifelhaft ist. Die Konferenz soll sich einerseits mit den allgemeinen -.Entwicklungsfragen der internationalen Kohlenindustrie befassen, andererseits mit der evcn- tuellen Verkürzung der Arbeitszeit in diesem In« I dustriezwcig. schers mit einem Hute auf dem Kopf stellte, auf dem zehn Kerzen brannten. Der Sultan wurde auf ihn aufmerksam, ließ ihn zu sich holen und — bestätigte den„Ferman" seines Vorgängers durch eine neue Schenkungsurkunde. Da Martin Dobretic aber dem Sultan mehr glaubte, als ev seinen Untergebenen traute, ließ er sich den Fer- man— auf dem Rücken tätowieren. In Bosnien hatten inzwischen die Türken -Wieder die Ordnung hergestellt; auch sie wollten nunmehr das Vlasic-Gebirge nicht als Eigentum der Dobretic anerkennen. Martin Dobretic, der dem widersprach, wurde gefangen und sollte hingerichtet werden. Als der Henker aber seinen Rücken entblößte, verneigte er sich tief: er hatte das Siegel des Sultans auf dem Rücken des Todeskandidaten erblickt. Die Folge war die sofortige Freilassung Martins und die feierliche Anerkennung des Dobreticschen FamilienbesitzeS. Bis zur LAkupation Bosniens und der Herzegowina waren die Dobretic verhältnismäßig ungestört. Dann sandten sie eine Abordnung nach Wien, um eine nochmalige Anerkennung ihrer Rechte zu erbitten. Die Abordnung traf indessen in Wien ein, als die österreichische Negierung gerade einen Vertrag mit einer großen Industriegesellschaft unterzeichnet hatte, der alle Explvi- tationSrechte im Vlasic-Gebirge eingeräumt wurden. Die Dobretic strengten einen Prozeß an... ... und dieser Prozeß läuft noch heute Die Kinder der Dobretic haben ihn von ihren Vätern geerbt, Jugoslawien erbte ihn von der Donau- inonarchie Die reichen Wälder deS Vlasic-Gcbir- gcs sind schon zum großen: Teile gerodet, die Wie-, sen und Weiden verpachtet, die Bergwerke durch internationale Gesellschaften erschlossen. Nur die Dobretic führen noch ein Leben als Hirten, und tvaS sie verdienen, geht auf die Prozeßkosten drauf. Nun aber steht ein neuer Termin in der Sache bevor: das Gericht der entziickenden Landstadt Jajce hat Recht zu sprechen in der Frage, ob der Schwur des Sultans Mehmed II., bekräftigt durch Propheten, 124.990 Heilige, durch dar Schwert und durch die Liebe der schönen Lilijana, auch heute noch wirksam ist, um den Hirten ihr Recht auf das reiche Vlasic-Gebirge auch gegen den jugoslaivischen Staat zu sichern. I. B. Gefriergas? Die I. G. Farben stellt im Leunawcrk neuerdings ein Kampfgas her, das den Namen Gefriergas führt, aus Aether, komprimierter Luft, Stickstoff, Kohlensäure und verflüssigtem Nitroglyzerin zusammengesetzt ist und das bei Menschen, Tieren, Treibstoffen und Metalltcilen Erstarrung bewirkt. Trifft das Gas auf Tanks, so kommt der Mowr zum Stillstand. Angeblich sollen Flugzeuge dadurch ihrer Motorkraft beraubt werden können. Kleiner Bildbericht aus Deutschland Die deutschen Auslands- Ein Kerrl merkt gar nicht» iournaltsten kümmern sich wenn er einen Schuft um Dinge, die ste nichts abqekriegt hat angehe» tlusiand Dänische Nazi vor Gericht Der Bombenanschlag auf das Wohnhaus des dänischen Verteidigungsministers Aising Andersen am 21. Juni d. I. hat jetzt das Schwurgericht beschäftigt. Angeklagt waren der kleine Nazihäuptling V. I. Madsen, ein Rechtshörer Lindgreen und ein getvisser H a s s l e, Angestellter in einer Sprengstofs- fabrik. Wie aus der Verhandlung hervorging, hatte Madsen einmal dem Lindgreen gesagt, man möchte doch ein bißchen Sprengstoff haben, worauf der Student diesen von seinem Schulkameraden Haffle erbat und erhielt. Es war Astralit- — nach den Erklärungen des Sachverständigen ein stärkerer Sprengstoff, als ihn Heer und Flotte vertuenden. Zuerst sollte Lindgreen in Madsens Auftrag die Bombe an Ort und Stelle placieren, aber„als gruildsätzlichcc Antiterrorist" hat Lindgreen sich geweigert und so trug Madsen die Feldflasche mit 359 Gramm Astralit um Mitternacht selbst hin, übersprang den Zaun und legte den Sprengkörper einen halben Meter vom Hause nieder,zündete dieLunte mit seiner Zigarre -an, und.ging fürbaß, vo». dgnnen..Balh daraus hörte-eil es otdentlich.krächen.lOb'pell Minister zu Hanse Ivar, hat er natürlich nicht gewußt und mit Politik hatte die Sache überhaupt nicht das Geringste zu tun. Es Ivar nur eine„nationalistische" Aktion gegen die damals angeordnete Selbstauflösung der„Freikorps". Nichts habe ihm ferner gelegen, als etwa dem Minister etwas tun zu wollen. Das Gesetz bedroht nämlich Sprengstosfanschläge zu Nötigungszwccken mitGefängnis von sechs Wochen bis zu zwölf Jahren. Die Geschworenen zeigten außerordentliche Milde. Sie sprachen Madsen nur der Uebertretung dieses Gesetzes schuldig, worauf ihn das milde Gericht zu neun Monaten unter Einrechnung der Untersuchungshaft verurteilte. Die beiden anderen Nazis wurden gar nur einer Uebertretung des Spreng- stoffgesetzeö über den Umgang mit Sprengstoffen schuldig befunden, die der Gerichtshos als durch die Untersuchungshaft verbüßt erachtete, so datz sie sogleich in Freiheit gesetzt wurden. Der Ankläger dürfte noch das höchste Gericht anrufen, auch deswegen, weil nicht eine Schuldfrage aus Nichtanzeige einer beabsichtigten Straftat durch Lindgreen gestellt worden ist.— Während der Verhandlung fuhren plötzlich einige Dutzend Autos und Motorräder vor dem Justizpalast auf. Die Fahrer erklärten, sie brächten belegte Brote für die Prozeßbeteiligten und seien auch gekommen, um sie zum Lokaltermin an der Stelle des Attentats zu bringen. Dio Polizei mußte gegen die Verkehrsstörung einschreiten. Der Auftraggeber dieser Auffahrt ist noch nicht ermittelt, sie war natürlich eine weitere, streng unpolitische Nazi-Demonstration,(bn), Deutschlands Einfluß in Brasilien Nach der Meinung Londoner-politischer Kreise ist die Gewährung einer Anleihe im Be« trage von 69 Millionen Dollar und die Ueber- lassung von sechs Kriegsschiffen seitens der Vereinigten Staaten an die Regierung Brasiliens dazu bestimmt, den wachsenden Einfluß Deutschlands in Südamerika.zu paralysieren. Der„Mor- ntng Post" zufolge zeigen sich in Brasilien starke Tendenzen für den Faschismus und die daran interessierten Kreise rechnen mit einer nur^ schwachen Unterstützung der legitimen? Negierung im Falle einer größeren Auseinandersetzung. Dio Dollaranleihe an Brasilien habe insbesondere den Zweck, mit ihrer Hilfe durch Finanzierung von Importen aus den Bereinigten Staaten de»"in "den letzten Jahren unverhältnismäßig gewachsenen'Import aus Deutschland auf das ftühere Ausmaß zürückzuführen. 8« den deutschen Ausgebürgerten'. der. letzten Tage gehört auch der Herausgeber der in Prag erscheinende» Korrespondenz„Acropretz", die feit vier Jähren im Kampf gegen den National- fozialismus in vorderster- Linie-steht« Der Krieg Im Fernen Osten Eine japanische Maschinengewehrabteilung im Vorgehen, MlOfSa '* Der Prozeß gegen 124.000 Heilige Eine Hirtenfamilie kämpft gegen den Staat Srife« „Sozialdemokrat^ Sonntag, 15. August 1937. Nr. 191 Sport- Spiel-MrpLrpskegr Lteratur Der Dim Lediglich Sozialver$icheung$- Briefkasten U Bejuodb: M.... L, Trenker. D— .Der Mann mit der Prgnke," PaulchWe- BildungSauöschuh. Montag, den 16,.August, abend» 8 Uhr, Im unterenZimmerdc» ParteiheimS Sitzung...... man» gewesen. In den sich.— wse.immex— die Spionin verliebte, dann wäre überhaupt., nichts Ernstes.vorgefallen. So freilich erfährt— infolge der Liebe— auch die Spionin«Uvas von den Schrecken des Krieges, die sie aber— genau wie der Hauptmann— gut übersteht. Der' inzwischen verstorbene Regisseur.Richard Boles.lawski hat di» Gelegenheit benüht, um historische Kostüme, den Präsidenten Lincoln am Fenster, die Waffen von. dazumal-und aüdete Reminiszenzen zu zeige». Garn C oo.pe r hat eine unergiebige Rolle,' Mit der ir sich, vornehm abfindet, während Marion Davie» die ihrige interessanter machen wollte, als sie.ist.—-e»8— Condottieri, der von'der Filmzensur verbotene Luis Trcnker-Film, ist von der erweiterten Kommission zur Aufführung in der Tschechoslowakei sreige» geben worden... deres 11—12,. Hinteres ohne Zuwaage 16—29 Ui, Schöpsenfleisch. Vorderes mit Zuwaage 8—11, Hinteres 10^14, Vorderes ohne Zuwaage 10—13. Hinteres 12—16 Ui, Rinpsleber 8—12 Ui, Rindszunge roh 11—14, geselcht 16—18 Ui, RindShirn 16—18; Kalbshirn 18—24, Schweinihirn 18—24. Kuttelflccke 1 Kg 6—7 Ui.— Geflügel und Wild: Hausente Stück 26—40, heimische Gans gefüttert Stück 40—100,. geschlachtet 1 Kg 12—14, Schmalzgans geschlachtet l Kg 14—16 Ui, heuriges Huhn 22—23 Ui Stück, Henne 18—88 Ui Stück. Tauben ein Paar 12—16 Ui.— Schwämme sind In dieser Woche durchschnittlich viel-teuerer. ,E» kosten Eierschwänune 8.80—4 Ui 1 Kg, Pilze 10 bis 12, Rötlinge-10—14 Ui.— Verschiedene Waren: Eier, frische tschechische, Schock 88—38 Ui, Stück 60—68 Heller, slowakische Schock 80—88 Ui. Stück 80—60 Heller, frische Landbutter 18—10, Teebutter im 5-KIlogramm-Paket 22—24 Ui. Topfen frisch 1 Kg 4—6 Ui, Honig rein 14—16 Ui, Brot 1 Kg 2—2.60 Ui. AuSslugSzüge der tschechoslowakischen Staat»- bahnen: Am 18. August Nachmittagsfahrt ins Blaue, mit einem Tanzwaggon 82 Ui; vom 21..bis 28. August Robhühnerjaad in Novi Zämky und Nitra 1800 Ui; vom 21. vir 20. August Lager im slotva» kischen Paradies 208 Ui; vom 21. bis 20. August quer durch die Slotvakei 640 Ui; vom 21. bis 20. August durch die Beskiden 480 Ui. Anmeldungen mid Informationen im Basar neben dem Prager. WIlsonbahnhofe, Telephon 88866. Sltaniirflin» „Du kannst nicht tr«, seiqk« Lueie.Englisch, Joe! Stöckel, Speelman». Wochenschau-Premiere.in deutscher Sprachei 4. 6, Z40 Uhr. . Der bürgerliche ukrainisch« Sportverband In' Polen mit dem Sitz in Lemberg wurde von den Be- hörden'v erboten und seine Büros gesperrt. Dar Verbot erfolgte-angeblich deshalb, weil die Führer diese» Verbandes unter den Mitgliedern'ein» Bon- kott-Propaganda gegen die polnischen Sportvereine betrieben hätten. Der Leichtathletikwettkampf England'„gen Deutschland, welcher In London ausgetragen würde, endete mit dem knappen Siege Englands von 60:67 Punkten. Das Nazi-Team bestand aü» den besten und bekanntesten»Kanonen« und trotzdem gab«» eine Niederlage— an der da» Wetter schultztragend gewesen sein soll... Di« Europameisterschaften im Rüder«, die in Amsterdam durchgeführt werden, brachten den tschechoslowakischen Ruberem kein« Lorbeeren;,sie schieden alle in den-sogenannten Hofsnungsläufcn aus. Sherlock Holmes. Die neueren Detektivsilme erlauben dem Zuschauer über di» eigen» Freud» an den schaurig-unwahrscheinlichen Vorfällen zu lächeln. Die Filme sind Parodien ihrer Gattung. Womöglich ist der Detektiv gar kein Detektiv, sondern selbst«in armseliger Schtoindler. Der neue Sherlock-HolmeS- Film mit Han» Albers in der Titelrolle zeigt den' Meisterdetektiv ,— ja, ist er wirklich Sherlock Holmes?— und seinen getreuen Begleiter Dr. Watson — von Heinz Rühmann al» bieder-schlauer Schatten des Meister» dargestellt— an der Arbeit.. Alles geht fabelhaft: Zweimal hält der Nachtexprcss auf offener Strecke, die Verbrecher fliehen vor der berühmten Er» schojnung.mtt-dem karierten Dsanttl. eine leicht geknüpfte Bekanntschaft mst' zlogi iumfen Agmen.führt, fast direkt In'eine Fälscherwekkstätte gerade in dem Augenblick, al» zwei Einbrecher dort stehlen wgllen. ... Also, wer lächelnd mtd doch'gespannt, unterhalten und hingchalten und doch immer überrascht werden will, der besucht souche Filme, die ihre Zugkraft auf die Grossen haben, wie die unter der Schulbank gelesenen Tom Shark-Hefte auf die Jugend— trotz aller wohlgemeinten Warnuim vor schlechter Literatur und tvenig künstlerischen Filinen. Die Nebenrollen in diesem Film sind schwach besetzt. Aber im ganzen ist unter der Regie Karl Hartls ei» richtiger Kriminalreisser gelungen. So sah man denn bei der Premiere trotz aller Schwüle Männer und Fronen. Jene wollten den Sherlock Holme» und diese den Han» MberS sehen. sk Liebe geht seltsame Wege. Hans W. Zerlett hat al» Autor des Drehbuches luntec Benützung von Motiven ScribeS) und al» Regisseur einen durchau» spannenden und im Dialog stellemveise anregenden Film zustande gebracht. Liebe zwischen den zwei' Lagern einer Revolution In irgcMieinem amerikanischen Staats Durch, die vorzügliche Bcsetzeeng— Olga Tschcchova, die schöne Kari» Hardt und al» Helden, wie. ihn Frauen träumen, Karl Ludwig Diehl— und den prachtvollen landschaftlichen-Hintergrund, wird der Film sehenswert. st■-. Charlie Chan bei der Olympiade. E» handelt sich um die letzte Olympiade, die im Zeichen de» Hakenkreuzes in Berlin stattfand, und es bedurfte wahrhaftig keine» chinesischen oder sonst eine» Meister«, detektivr, um bei dieser Veranstaltung den Mörder und seine Komplicen ausfindig zu machen. Aber die Pointe im Film ist natürlich-eine ganz andere,— und eine bst dagewesen«; es wird der Mann gesucht, der eine kriegswichtige Erfindung aus Amerika in» Ausland entführt hat, um sie einer fremden Macht auszuliefern, und es stellt sich durch Charlie Chans Scharfsinn heraus, dass es der Erfinder selbst getan hat.(Warum, bleibt sein Geheimnis.) Die Stationen der Verbrechersagd, zu der diesmal sogar der inzwischen verbrannte Zeppelin benützt wild, erinnern sehr deutlich an ähnliche Szenen der vielen vorangegangenen Charlie Chan-Filme, und die Olympiade-Aufnahmen, die man zur Belebung der Sache, aber im- übrigen recht unmotiviert, hinzugefügt hat, können den Eindruck nicht verwischen,' dass diese Fortsetzung der Charlie Chan-Serie eigentlich nur eine Neuauflage ist. In Detektiv- Filmen spielt di» Polizei meist«ine halb blamable Rolle. Diesmal also ist es di« Berliner' Polizei; deren„Tüchtigkeit" verspottet wird. Wer Ivie beinahe väterlich wirkt die schnauzbärtige astpreussische, Tüchtigkeit der Schupo neben den neugermanischen. JnquisttionSmethoden der Gestapol—eis— Geheimagent Nr. 13. Dar Besonder», an diesem; Spionagefilm ist, dass«r nicht im Weltkrieg, sondern im amerikanischen Sezessionskrieg spielt, als das Spionieren, vor allem für die Damen,- die es trieben, noch«ine-einfache Sache gewesen zu sein scheint, Wer sich braun anftrich, wurde für«sne Negerin, und wer sich ein» Uniform anzog,.wurde-für einen Soldaten, geholtem, Wäre nicht der feindliche Haupt». durch«inen doppelten Zeitverbrauch von sich reden machten. Nun wird der staunenden Mitwelt, wie die„Basler National-Zeitung" mitteilt, in zweispal tiger Schlagzeile kund äetan, dass das letzte Problem der Alpenwelt gelöst und die berühmte und durch. ihre Schrecken berüchtigte Eigernordwand be zwungen sei. Eben durch die drei bereits genannten Deutschen,„denen man den sichern Tod vorausge- sagt hatte. Nian nannte sie Hasardeur«, warf ihnen vor, dass sie keine ernsten, verantwortungsbewussten Bergsteiger seien und drohte ihnen endlich überhaupt mit einem Besteigung-Verbot. Au» diesen Gründen hatten sich di» drei Alpinisten ganz still und unauf fällig ans Training gemacht und das grosse Problem gelöst." . So, sol Schade, dass den drei Wackern deutschen Alpinisten oder ihren Presseberichterstattern oder bei den..zusonimen ein.kleiner Lapsus untulansen.ist.. Dieser Teil diir Eigernordwand, den Zimmermann, WollenNwber und Löhner erklommen hüben, nämlich die Nord o st wand, ist— man sollte es nachgerade überall und namentlich in Fachkreisen wissen—von Dr. Lauper bereit», und dies vor etlichen Jähren, erstiegen worden. Der westliche Teil der N» r d» wand, dessen Besteigungsgeschichte durch eine Reihe von Todesopfern gezeichnet ist, trotzt immer n o ch unbesiegt. Wie wäre es nun aber, wenn die Verbreiter der vorliegenden Sensationsmeldung gelegentlich den Mut aufbrächten, ihre Irrige Auffassung zu kor rigieren? Ist er ihnen wirklich nicht klar gewor den, dass man solchermassen nur weitere junge Men» schen In den Tod lockt? WaS heut« not tut,- ist:..M keine Beweihräucherung eine» noch nicht errungenen Kinema: Journale, Grotesken, Reportagen.'— Ko- Siege» über, die Nord west wand de» Eiger», kon». runa: Journale, Grotesken, Reportagen.—- Kotvä: der» der ständige Hinweis auf die Undurchführbar» I„Das. Komödiantenschiff."' Am.— Lucerna:„Die keit einer Besteigung bei gleichbleibender Taktik-, Welt gehört uns."-BoSkovec und Werich. Tsch. Selbst wenn es einer Seilschaft.—~~"""~' zum Trotz— einmal gelingen würde, im hircktcn!— Praha Vabanque*Splel mit dem Tode Falschmeldung über die Besteigung der . Eiger-Nordwand „Bon unerhörtem Können getragen'und vom Äcttergott begünstigt, war ihnen der Sieg beschiode». Alle Borwürse verstummen— denn der Sieg hat ihnen Recht gegeben."- Das schrieb vor einigen Tagen und nach, der- letzten Tragödie an dir'Eigernordwand eine grosse österreichische Tageszeitung. Und sie meinte damit niemand, ander» al» die drei Deutschen Zimmermann, Wollenweber und Löhner, di»' vor Wochen mit ihrem Aufstieg von Alpiglen nach der MittellegihÜtte A- H- Sie wurden al» Vorsitzender de» Be- trieb-auSschusse» anfgcfordcrt, eine Erklärung abzugeben, laut welcher der Betrieb Sausschuh einein Uebereinkommen zustimmt,- da» Ihre Firma mit' tztr Krankenversicherungsanstalt abznschlictzen gcdcnft. Da bei Ihnen die Akkordlölmer bisher für jeden Monat separat in Lohnklassen eingeretht.wurden, fragen Sie, ob die geplante Neuregelung(nach, der die Klassen immer für ein Vierteljahr.fesme- setzt werden sollen) nicht für die Arbeiterschaft stach- tcilig wäre. Die Frage kann ohne genauere Kenntnis der Betricbr- und Lohnverhstltnisse nicht eindeutig beantwortet werben, doch sind—- sofern«: es sich nicht um einen ausgesprochenen Saisonbctrieb handelt— eher Vorteile zu erwarten. Bisher Ivar der einzelne Arbeiter einmal recht hoch, dann wiederlbt- sondcrs niedrig«ingereiht und vom zufällige« Zeitpunkt der Erkrankung hing e» ab, ob'er-mehr.oder weniger Krankengeld bekam. Bei der dreimonatlichen Durchrechnung werde«, da die Lohndurchschnllit gleichmässiger ausfallen,'die'zitfällig erreichten, höchsten Krankengelder nicht mehr Vorkommen; dafür wird auch dep zufällige schmerzliche grosse Ausfall-an Krankengeld nicht mehr eintreten" können.' Hcder Mann wird auf drei Monate hsnaus wissen, wieviel Krankengeld ihm zusteht und welche Beitrag»abziige er zu erwarten hat und auch ,innerhalb-des Jahre» werden dl« Aenderungen festen und gering.sei«. Wir meinen daher.' dass der BetriebSausschuss der Verlängerung der DurchrechnnngSperiode von einem auf drei Monate ruhig, zuftimmen kann. Sollst cs sich um einen Saisonbetrivb handeln, so mühten Sie uns noch nähere Einzelheiten über die-Dauer.dir Saison und die geplante Regelung mitteilen.--.--- »■I»,«BnRn,»Irtf, 3Ss|um„s - werden 8t« iefrtedtqen-in Schlesien»»rttzler Sommerfrische Karsoth al ' lallltvalergedlrae. Preist:»eil Ri 4.—,. Mlttaasmmg»«I» im’ B«Welt«, Anlwnst,»»dnnneen durch de». f .....«eu>elnd« Mafaryk: Probltm maliho näroda(Dar Problem der kleinen Ration). Verlag„Cin", Pkäg. Unlängst, wurde in. einer kleinen, in Kremiier erscheinenden Zeitschrift au» dem Jahre 1908 die wörtlich« Wiedergabe eine» Vortrage» gefunden, welchen Ma« saryk dort im April 1008 über das Problem der kleinen Nationen gehalten hat. Diesen Vortrag: hat nun. der Verlag„Ein" neu herauSgeg'eben, Dir» mit Recht. Denn der Vortrag ist nicht nur für die Entwicklung der Auffassungen Masarhk» bezeichnend, sondern auch dem Inhalt nach sehr interessant.. Ma- saryk legt da klar, dass sich eine kleine Nation, die zur Geltung kommen will, durch Sittlichkeit, Tüchtigkeit und Menschlichkeit auszeichne« muh, es gibt für ihn auch da keinen Gegensatz zwischen Nationalität und Jnternationalität, sondern er glaubt, so wif die» Jaurds und ander«grosse Geister dargetan haben,, dass nur durch di« Ausbildung, der besten.menschlichen Eigenschafken.eine Nation-und^'insbesondere eine kleine Nation in der, Welt Achtung Usch Erfolge erringen: kann. Ständige Revolmionierung- der Köpfe und Herzen, ständige» Sammeln aller Kräfte, stqndiae»-Denken und ständige. Acheit^ da», ist Mas«- vik» Losung der Problem»-der AeinenoRfmoni und der tschechischen Frage.'.-,-st.-- Fronzöstsch« Fliegerinnen in Prag. Samstag vormittag» trafen auf dem Flugplatz in Ruzyüe die zwei französischen Pilotinnen Frl. Marys Basti« und Frau Teils er mit ihrem Privatflugzeug ein- Die beiden Damen reisen vollkommen selbständig und in ihrer Begleitung.befindet sich nicht einmal ein Mechaniker. In Prag, wo sie zum ersten'Mal weile«, werden sic sich bi» Montag aushalt««, und dann die Reise nach Pari» fortsetzcu. Die französischen Pilotinnen traten vor einem Moiiate die Reise an und legten die Strecke Paris—Königsberg—Moskau —Kasan—Omsk—Nowosibirsk—Krasnojarsk zurück. Nach Prag flogen sie über Königsberg—Warschau— Bukarest—Belgrad—Budapest und Wien. Uebcrall wurden die Französinnen glänzend ausgenommen. Herr Brabnik nimmt In den Staalsdlenst auf. Einen hartnäckigen Dokumentenschwindler gelang e» gestern der Polizei in der Person de» 24jäh» rigen arbeit»- und Wohnuugswsen Mechanikers Jan Brabnik zu verhalten, der seit längerer Zeit wegen Betrügereien gesucht war. Einem Bekannten in Klallau hatte er u. a. eine Stelle als Kanzleikrast bei Gericht vermitteln wollen und für diesen Dienst ihm 4000 Ai herauSgclockt. Als der Betreffende auf Erledigung seine» Gesuches drängte, erhielt er eines Tage» jein ErnennnngSdekret mit der Aufforderung in» Hau» gesandt, an einem bestimmten Tag sich zum Dienstantritt- im Prager ZlvilkreiSgericht zu melden. Als er erschien, wusste man natürlich von nicht».— Einem ändern seiner Bekannten hat Brabnik zum Gendarmen„ernannt", nachdem'er ihm ein Gesundheitszeugnis eine» angeblichen Amtsarztes verschafft hatte. Er wurde gerade im Augenblick verhaftet, al» er den Verfähzettel eine» eben versetzten Fahrrades verkaufen wollte, da» er einem drillen seiner Klien- ten unter der Dorsviegelung herauSgelockt hatte, er ' müsse nach Prag fahren, um dort seine Sache zu- betreiben. Ferner wurde, eine Reihe von Dokumenten — falsche und echte, eigene und fremde— bei ihm gefunden, die er gleichfalls zu Betrugrzweckcn benützen wollte; auch hatte er. eine falsche Bestätigung einer Firma, von der er angeblich 270 Ai monatlich bezieht, bei sich, schliesslich ein Notizbuch, in dem er einige„Ideen" für die nächste Zeit, in der er allerlei Kreditschwindel begehen wollte, ausgezeichnet Halle. Auf Grund seiner Angaben kannst eine Keine ' Druckerei versiegelt werden, wo er seine falschen Dokumente herstellte. Er. wurde nach Pankratz gebracht. Diebstähle auf Prager Bahnhöfen. Gestern /nachmittag» wurde auf dem Wilsonbabnhof einer Oesterreicherin, die, gerade den Zug nach Innsbruck bestieg, eine Handtasche mit 80 Schilling entwendet. Kurz nachher bemerkten die SicherheiiSbeamten beim Geldschalter eine verdächtige Frauensperson, die Schillinge wechseln wollte, jedoch die Flucht ergriff, als sie sich beobachtet sah, und im Stadtpark verschwand. nachdem'sie ein Päckchen in ein am Wege stehende» Auto geworfen hatte. Der Wagenlenstr bemerkte offenbar den Vorfall nicht uyd iuhx los, so dass dtl» Landtäschchen einstweilen nicht wieder gefunden''.fpesden föhnte.— Vorgestern nachmittags wurde dem Ingenieur Marimilian Popper im Gedränge auf dem Wilsonbahnhof, als er den Schnellzug besteigen wollte, eine schwarze Tabakdose au» der Brusttasche gestohlen, in der sich 1800 Ai, 600 Belga», 80 Schlveizer Franken, 100 Schilling und 200 französische Franken befanden. Der Gesamtschaden beträgt estva» über 6000 Ai. „Allee" ohne Bäume. Mit den Prager Stra- henbenennunge» hat cs eine eigene Bewandtnis. Die zuständige Magistratskommission hatte seinerzeit alle Hände voll zu tun, die zahlreichen gleichnamigen Strassennamen in den einzelnen Stadtbezirken und ehemaligen Vorstädten„Ehe. ohne Hochzeit." Am.— Svktozor:„Diefalsche alpinistische Tat von bleibendem Werte geschaffen. I Katze." Tsch.— Alma:„H e j r n p." VoSkovcc und E» bliebe ein geglückte» Vabanquespiel mll dem: Äerich. Tsch.*— Baikal:„Nachtslug." Am.— Bel- Tode,- das jebet Nachahmer um so-sicherer, mit dem vedere:„De r Mu st er die ne r." Charles Lsbezt.bezahlen wjirde.' i Läughton., Am.— Beseda:„Ein toller Einfall." ,;—'<) D.—- Carlton:„Susanne im Bade." D.— Illu sion:„So endete eine Liebe."- P..Wessely: D.-— Lido II:„Ehe ohne Hochzeit." Am..— Louvre: „D i e D r e i g r 0 s ch en» O P e r." Rudolf For» Perlthn:„Der Torpedohootkommaudant,"' Am.— Perithn:„Der Torptdob»ot-,Nommanbant."Äm.— Rozy:„Ter Fall' der Tru«.'" D.-— v Bechodü: ...Der Kaiser von Kallföruken." gener. D.— Beletrhy:„Der Mann mit der Pkanke."-D.— Tatra-Äcinbergc:„DaS Pensionat der.Zarin.". D..-7 ROOISFOBKR ch". e?