Sozialdemokrat gentralorgan der Deutsche« sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechosüuoakischen Republik Erscheint Mit A«««ah«e de« Montag tLglich früh/ Ein-elprei» 70 Heller RebaWonund Berwalttmg: PragXII.,Fochova S2- Telephon 88077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Aus dem Inhalt: Machtvolle Kundgebungen der Partei In Teplitz- Schönau und Jägerndorf Fünftausend marschieren In Rumburg Bezirksarbeitertag In Bensen Abg. Taub über die Arbeit unserer Partei Polens Bauern streiken für die Demokratie 17 Jahrgang Dienstag, 17. August 1937 Nr. 192 Die Chinesen melden Erfolge Japaner raumen Ihr Hauptquartier in Schanghai Sch an gh a i. Der Kampf zu Lande nahm am Montag die grüßte Intensität feit dem AuS- bruch deS Konflikts an. Besonders heftige Kümpfe wüten an der Eisenbahnstrecke von Schanghai nach Wusung. Die Japaner stpd bemüht, den verzweifelten chinesischen Vor- marschversuch auf daS japanische Hauptquartier zu verhindern. Inzwischen hält sich ein japanischer Kreuzer auf dem Muffe Wangpu auf halbem Wege zwischen Schanghai und Wusung auf und hat Mit der Beschießung der chinesischen Batterien bei Putiin begonnen, di« die japanischen Schiffe bombardieren. Der Kampf dauerte hier den ganzen Tag Mit unverminderter Heftigkeit an. Die Chinesen haben die japanischen. Marineschvtzen umzingelt, welche an» rechten Ufer des Wangpu auSgebootet worden waren. Die Chinese» behaupten, daß«in Teil ihrer Truppen auch hier im Bor. .rücken begriffen ist.• Die Japaner haben neue Verstärkungen erhalten, doch halten die japanischen Behörden den vrt der Ausschiffung und ihre Stärk« geheim. Sie kämen gerade im rechten Augenblick, weil die japanische« Stellungen rings um die internationale Konzeffion dem mächtigen chinesischen Ansturm kaum mehr standhalten. Rach rin« Mitteilung des chinesisch«» Haupt- .«MartierS besetzten chinesische.Truppe« am Montag-Mittag nach zweitägigen Kümpfen denH o n k r n-Pa rck. tthinrblch» Flugzeuge.b»l-gt«n hie in.der Mhe befindlichen japanischen Kasernen, sowie daS ebenfalls nahegelegene Bür» deS japanischen. MarineattachtS' mit BombeN.Die Japan« mußten— derselbe Quelle zufolge— ihr Hauptquartier beim Park in Honkeu sowie die Spinnerei von Kungda, die ihnen alS OverationS. basis in» nordöstlichen Biertel von Schanghai diente»,»«kaffen.. Bei dem Angriff chinesisch« Flugzeuge auf die-japanischen Geestreitkräfte auf dem Wangpu soll ein japanischer Zerstörer gesunken, ein zweiter beschädigt worden sein. • Während der Dämmerung stellten die japanischen Flugzeuge ihre Kampfaktionen rin. Japanische Kriegsschiffe lombardierten jedoch auch weiterhin Pntun. ■ Erst um 23 Ahr Ortszeit hörte der heftige Kampf lei Putun auf. DaS Ergebnis deS Artil- lerlrkampfeS ist noch nicht bekannte Der Kreuzer „Jdzumo" lichtet« abends die Anker und wechselt« 'seine Stellung." kln Torpedo gegen das. japanische Flaggschiff Ein Augenzeuge erklärt, daß Pas japanische Admiralsschiff„Sdzumo" am Montag zur Zeit der«sten Dämmerung nur um Haaresbreite der Torpedierung entgangen sei. Ein kleines Torpedoboot, daS alS Rennboot nufge- takelt war, näh«te sich nach Einbruch der Dämmerung' bis auf 150 Schritte dem Kreuzer „Jdzumo" und schoß e i n k l e i n e S T p'r- p e d o gegen ihn a b, das an der Panzerung deS Kriegsschiffes explodierte, ohne größer«« Schaden anzUrichten.. Das Torpedoboot verschwand daN« mit ungewöhnlich« Schnelligkeit aus d«r Sichtweite d« Scheinwerfer des Offensive bei Nankau stockt Tientsin.(HavaS.) D« japanische Generalstab teilt mit, daß Wolkenbrüche und Ge» witter in Nordchina die japanische Oftenfive bei Rank a u zum Stillstand gebracht Haven. Die japanische Fliegerwaffe könne ih« Tätigkeit nicht entfalten. Hanklng-Ksglessuns übersiedelt Verstärkungen nach Schanghai - Schanghai. Marschall Tfchangkaischek beschloß nach einer Beratung mit den Regie- rungSfunktionären, daß di« Regierung auS Nanking in eine andere Stadt zu übersiedeln habe. Er ordnete gleichzeitig an, daß sechs Divisionen augenblicklich an die Schanghai-Front nbzugehen haben, um di« japanischen Berstär- kungen zu paralysieren, welche an diese Front beordert wurden. - In chinesischen offiziellen Kreisen ist man— wie Reuter meldet— der Ansicht, daß, wenn keine kategorische gemeinsame Intervention Großbritanniens, der Bereinigten Staaten«. Frankreichs erfolgen wird, unterstützt von d« Bereitschaft, im Bedarfsfall auch Kriegsgewalt anzuwenden, Japan nichts mehr daran hindern kann, kriegerische Aktionen und Operdtionen in China auf breiter BasiS zu entfalten. Unter diesen Umständen verbleibe China»ichtS alS eiir verzweifelter Widerstand VIS zum bitteren Ende. Chinesische Kriegsanleihe DaS Finanzministerium Hat eine. Anleihe ^«S,„Pa.tionale».Wi>hlrs". in Höhe von.300 Millionen Dollar angekündigt. Die Anleihe wird nicht verzinst_■ und ist in 20 Jahren, beginnend mit dem dritten Jahr nach der Beendigung der Feindseligkeiten,- zahlbar.- Die BonS dieser Anleihe werden nicht nur gegen VareS Geld,, sondern auch gegen. Schmuck und wertvolle Gegenstände auSgegeten werden. Verlustreiche Fliegerangriffe der Japaner Ueber 1200 Tote in der internationalen Konzession folgung der japanischen Angreifer auf und schaffen rin japanisches Flugzeug ab. Zwei weitere japanische Flugzeuge wurden Montag vormittagS bei Schanghai, und zwar eine» bei S» tschau und«in zweites bei Tfchinttan abgkschoffen. Bei den Luftkimpfen, zu den«« eß in der Nacht auf. Montag über dem Hauptquartier deS japanischen Generalissimus kam, wurden, nach «in« Reutermeldung, acht japanische Kampfflugzeuge abgrschossen und ein chinesischer Aeroplan beschädigt. . Diese bedeutenden ErfvlM d« chinesischen Die Zähl he» Todesopfer,' die di« zwei chinesischen'Bombe'»'am Samstag in d« internationale» Konzeffion gefordert haben, hat sich infolge deS Ableben» zahlreich« Schwerverletzt« auf über 1200«höht, Allein in der französischen Niederlassung wurden ruyd 1030. Personen getötet, Nur ein- Zufall bewahrt, am Sonntag die internationale Konzeffion vor einer neuen Katastrophe:. Eine»er Boyhen, di, von. chinesischen Bombern «egen daS japanische Flaggschiff-,^» u m o" ab- geworfen wurden, fiel-, gerade gegenüber dem all- gemeinen Krankenhaus nieder, glücklicherweise pH»«' zu«rtzlodiere». Der Sprecher deS chinesische: Militärs Hai tvegen per Bombeüäbwjirfe auf die igternätionale und die französische NIederlässung sein Bedauern ausgedrückt. Die Abivürfe'seien einem unglücklichen Umstand zuzuschreiben:. Die AbzugSvorrich- Mng. sei' KsschWükMd, derMugzeüWhrers der- wundet gewesen. Er hab'e!.Iu»hex den Bombenabwurf nicht mehr in deb Gewalt MiM,-. Ngch.einer HaväS-Mtldung soll sich General TfchigWlässchel entschloffen haben,.die Pilosen, di« für di« Bombenabwürfe verantwortlich sind, voreistK^ieg sgeri ch t'stellen zu lassen, um so die fremden Machte m versöhnen. AlS veisgeltung für die überraschend schneidigen Luftangriffe der Chinese» in den Kämpfen um. Schanghai haben di« Japan« am Sonntag von einem Flugzeugmutterschift an der Tsche- . kiang-Kvst« ans große Luftangriffe gegen eine Reihe von chinesischen Flughäfen, darunter auch gegen Nanking selbst, angesetzt. Die Japaner behaupt«», sie hätten dabei 32 Flugzeuge und 17 Flugzeughallen durch Bomben ver- nichtet und weitere-SO chinesische Flugzeuge nb- geschossen. Di« eigenen v«l«ste beziffern die Japaner auf acht Flugzeuge. Di« chinesischen Behörden demenfieren. energisch diese Ziffern und behaupten, daß di«. Japaner iei den Angriffen schwere Berlüfte erlitten hätten: So seien asiein bei' den Luftkämpfen über' Nanking, Hangtschaü■ und; Matschang 16 japanische Flugzeuge-bgeschoffen worden; die Chinesen hätten dabei sechs Flugzeuge verloren.' i.... Reuter meldet. über weitere. LuWmpfe:! !. DaSkÜrzliche Geschrnfde» chinesische» Bvfte» an Marschall.Tschangkaifchrk aus Anlaß seine» 30. Geburtstage», bestehend au» mehr al». 100 JagdflMeugen, hat bei den Lufttämpfen- eiüe hervorragende Roll« gespielt. ES waren da» eben dies« chisixstschen'Aitigzeuge.'dir rund SO jäpayische Flugzeuge in den letztet»- drei Tagen«»erschossen habe»,-5--.' 1•.-''--'' Trötz.fünfBersuchenderjnpanischen Flieger, dir Stadt Ra nkin g zu bombardieren, ist-eS bloß, w e,i japanischen Flugzeugen gelungen, bi» über da» chinesische Hauptquartier zu gelangen, wobei sie stch-i» der Höhe von VOO'ii» 1000 Meter halte»«näßten, doch wurde auch- von diesen zwei Flugzeugen«ine- öei.Jantschä» ätgeschoffe».> A, Sechs japanische Jagdfiugzrägr zwängen, di«: chinesische» Flugzeuge»än» 7 Kampf, tri Tschujun, IS Msilen östlich von. Rankiyg., Bei diesem^ Kämpfe würde» zwei japä»»ische, Flugzeuge ab»«- schaffen...Nach diesem Lufffaächf gelang e»»wes write'M japanischen Flugzeugen, Nanfing z» er- reichen. Sie flöge» jedoch.iu/eiä«-Höhevon mehr' . als 3000 Met«, wotzÜ-sie zwei Bombe» ab» warfen, die fastgar' keiärn' Schaden änrichtetrn. Chinesische Flugzeuge nähme» sofort die Ber- Das Leben In'der Fremdenstadt ist ganz er« storbe». Die Geschäfte und die Banken halten geschlossen, die Lebensmittelpreise sind bereits empfindlich gestiegen. In der internationalen Zone wurde paS S t a. n d r echt erklärt, der Aufenthalt auf:den Straßen ist'Zivilisten zwischen 22 Uhr und 3 Uhr früh verboten.. Die, chinesische Polizei hat: die Einschränkung der'Beleuchtung'ange- ordnet.- In Ausländerkreisen widersetzt man sich jedoch, dieser Verfügung mit dem Hinweis dar«, auf,' daß gerade eine volle Beleuchtung der beste Schutz'der Konzessionen bei Fliegerangriffen wäre. Waffenstlllstandzur Evakuierung der Ausländer - Nach ein« HavaS-Meldung haben die Chinese». Md Japaner ihre Einwilligung zu.einem örtlich,»Wäf fr'ffstill stant gegeben, umW-Evaktiieräng der britischen'und amerikanischen Frauen und Kino« zu ermöglichen.'M Schanghai sind einige british und amerikanische Pörsänendantpfer.in Begleitung von Kriegsschiffen«ingetroftrn. Dienstag soll mit der Evakuierung begonnen werde». Illegale Opposition und „legslef" Nord Berlin. Di« vom„BolkSgerichtShofe" wegen„Landesverrates" zum Tod« verurteilten Erich John(24 Jahre alt), und Hermann John(23 Jahre alt) auS Neunkirchen, sind Montag morgens hingerichtet worden. Fern« isi Montag morgens der wegen Borbereitung eines hochverräterische« Unternehmen» zum Tode verurteilte 43jährige Wilhelm F i r l au» Dresden hingerichtet worden. Der Lerurteilte hatte sich alS leitender kommnnistlscher Funktionär im Dienste der Komintern betätigt und eS hierbei unternommen,«ine illegale Organisation inS ., Leben zu rufen.— Für daS Privatfino des Dalai Luftstreitkräfte übettreffen in höchstem Maße alle Lama wird der dreifache Mord wieder einen schö» Erwartungen. I»en Film ergeben, Ersatz für Leni Riefenstahl.... „Demokratie— der Nerv unseres Lebens“ Dr. Czech spricht auf dem Teplitzer v Marktplatz Auf der Massenkundgebung, die Sonntag in Teplih-Schönau stattsänd, hielt der Borsitzende der deutschen sozialdemokratischen Par tei, Minister Dr. Eze ch, ck>ie nachstehende Rede, in der er sowohl die Bedeutung des Jubiläums der Teplitzer Arbeiterbewegung würdigte, als auch einiger außen» und innerpolitischen Probleme gedachte. Dr. Ezech führte auS: Die Arbeiterbewegung des Teplitzer Kreis- gebietes feiert stolze Tage. Was wir in der herrlichen Ausstellung„Freiheit und Licht", waS wir bet den gestrigen aufwiihlenden^Eröffnungs- und Abendfeiern und beim heutigen hinreißenden Aufmarsch erlebten, das war der aus leidenschaftlicher Hingabe an die Idee, aus grenzenloser Opferfreudigkeit, auS proletarischer Treue und unbändiger Liebe zum Sozialismus fließende Strom der B e g e i st e r u n g entschlossener und tatbereiter sozial! st isch er Menschen. DaS war eherner Kampfgeist, der sich nicht nur nicht beugen läßt, sondern seine Sache um jeden Preis vorwärtszutragen und— koste es, was es wolle— zum Ziele zu führen entschloffen ist. DaS war nicht— wie bei den Veranstaltungen von drüben, auf der zweiten Seite der Barri- kade—■ bloß gestellte Kulisse. DaS war vielmehr der-Ausfluß de» elementaren,-»»»'holler- Begqi«- sterung flutenden. KräftefpieleS der Bewegung, die nicht erst von gestern ist, sondern auf eine jahrzehntelange Geschichte zurückblickt, und der die ganze Welt und die Zukunft gehört. Und so. wurden die Teplitzer Festtage/ die viel« Tausende und aber Tausende von arbeitenden Menschen, die alt und jung und auch die Jüngsten auf die Beine gebracht haben, zu einem großen Bekenntnistage des Sozialismus,dem Hunderte von roten Bannern entgegenflatterten, viele Zehntausende von Herzen entgegenschlugen und dem vor allem der Enthusiasmus der Jugend entgegenflammte. Und in diesem herrlichen Gewoge freudig bewegter Menschen lebt der Geist unseres unvergeßlichen Josef Seliger, der als zielbewuhter, zäher und rastloser Pionier alles, was sich an foziali- sttsch denkenden und klaffenbewußten arbeitenden Menschen um ihn herum regte, zur soziasistischen Masse formte, die auch heute noch seinen Geist atmet, von seinen Ideen und seinen» leidenschaftlichen Wollen, von seiner grenzenlosen Liebe zuin Arbeitsvolk dürchgliiht ist. Nehmen Sie bitte, liebe Genossen, zu ihrem Kampf« und Ehrentage und auch zum Jubiläum der tapferen„Freiheit", die Seliger aus lleinen Anfängen zu großer Bedeutung emporführie und auch wett über den Kreis der Bewegung zu Ehren brachte,-die Grüße der Gesamtbewegung entgegen, die mit größter Spannung den» heutigen Tage entgegenblickt, in dieser Stunde im Geiste unter ihnen weilt, sich mit ihnen vor dem Andenken an Josef Seliger in tiefem Schmerz verbeugt und in stiller Klage sein vorzeitiges Ausscheiden aus unseren Reihen aufs tiefste betrauert. Aber der heutige Tag soll nicht nur ein Tag des Gedenkens an unseren unvergeßlichen Sesf und seine getreuen Mitarbeiter Karl Cermal und Oswald Hillebrand, Ernst Hirsch und Rudolf Rückl sei», er soll nicht nur ein Tag des freudigen Rückblickes auf eine auf sieben Jahrzehnte'zurückreichende ruhmvolle Vergangenheit unserer Bewegung sein. Er soll'auch nicht bloß ein Tag des stolzen Bekenntnisses der sozialistischen Arbeiterschaft dieses Gebietes zu den Unsterblichen Ideen Und Lehren sein, die das geistige Fundament, das unvergängliche Gedankengut- unserer Dewegm g bilden u»d sie unüberwindlich und unbesiegbar machen, Der heutige Tag soll uns vielmehr auch ein. großer Tag der Sammlung und Heerschau des sozialistischen Proletariats des Teplitzes Kreises, sein. ■ Dichganze Welt ist wieder von schweren Gefahren umgarnt. Der Weltfriede, ist'wieder aufs äußerste beproht, die Demokratie wieder die Ziel-, scheibe schwerster konzentrischer Angriffe der faschistischen Mächte. Der Sozialismus ist wieder Seite 2 Dienstag, 17. August 1937 Nr. 192 Gegenstand der wütendsten Hatzkämpfe der kapitalistischen und nationalistischen Reaktion^ Spanien, zu dem unsere ganze Bewegung in Liebe steht und dessen Kampf sie mit angehaltenem Atem■ verfolgt,, ist das leidenschaftliche Kampfziel des völkeröernichtenden Faschismus, Ostasicn wieder in Flammen und niemand vermag vorauszusagen, nach welcher Richtung sie ausschlagen und weiterzünden werden. Und ganz Europa steht zur Stunde im Nebel diplomatischer Operationen, in deren Rücken das faschistische Ränkespiel und Waffengeklirre weithin vernehmbar ist. Und so schwebt auf Millionen und aber Millionen Zungen die bange Frage, ob sich doch noch Wahnsinnige und Tollkühne finden werden, um Europa neuerlich in Flammen zu stecken und einen neuen Weltbrand zu entfesseln, gegen den der Weltkrieg des Jahres 1914 ein Kinderspiel wäre. Und wenn wir auch, ebenso wie das gesamte internationale sozialistische Proletariat, unsere ganze Arbeit auf die Sicherung des Friedens eingestellt haben und an seine Erhaltung glauben, müssen wir uns doch, für jede Eventualität bereithalten. Denn im Kampfe um den Weltfrieden und seine Sicherung liegt der Schlüssel zur besseren Zukunft der Arbeiterklasse. Darum müssen wir uns mit allen unseren Kräften in den Dienst dieser Schicksalsaufgäbe stellen und wollen uns begeistert in die Armee der internationalen Demokratie eingliedern. Wir wollen aber nicht nur um den Frieden ringen und darin auch den Kampf um unseren Staat mit der größten Leidenschaft einschließen, sondern auch für die Erhaltung der Demokratie alle Kräfte einsetzen. Denn die Demokratie ist der Nerv und der Atem unseres Lebens. Ihre Vernichtung ist der geistige und seelische Verderb, ist die Zerstörung der Freiheit und des Lebens der arbeitenden Menschen. Es genügt, ringsum zu blicken, um zu sehen, wie sehr die Spuren schrecken. Wir. rufen in dieser Stunde aber auch nach der internationaleü Völkerverständigung, die mit dem friedlichen Zusammenleben und der innigsten Zusammenarbeit der Völker Hand in"Hand gehen muß. Und darum haben wir freudig an dem Zustandekommen des 18. Feber mitgearbeitet, der der Wegbereiter der innigsten Zusammenarbeit der beiden Völker unseres Staates war und durch seine Ausgestaltung und Vertiefung der Garant ihres dauernden freundschaftlichen Zusammenlebens werden, die wirtschaftliche und soziale Lebensbasis der arbeitenden Schichten aller Völker dieses Staates sichern und ihre freie kulturelle Entwicklung fest verankern soll. Wir haben den ersten verheißungsvollen Schritt getan und werden an dem begonnenen Weg weiterbauen. Was scheren wir uns um das Wutgeheul der nazistischen Herrschaften?^Dii Schakale heulen, die. Karawane zieht ruhig weiter.» Aber noch eines wollen wir heute und das ist: der Sudetendeutschen Partei unsere Visit- karte abgeben und uns ihr wieder einmal als „Splitter" präsentieren. Die Herren um Henlein sind jetzt auf die Demokratie nicht gut zu sprechen, und haben, seitdem die etappenweise Durchführung der Gemeindewahlen beschlossen wurde,, alle Freude an der Demokratie verloren. Es lohnt sich, in der letzten Nummer der Henleinschen„Rundschau" die„Demokratischen Träumereien"* des Leit- ärtikelschreiberS nachzulesen, der England besuchte, an den dortigen demokratischen und parlamentarischen Einrichtungen besonderen Gefallen fand und dem einige der dem englischen Parlament abgelauschten Bilder einen Stoßseufzer der Sehnsucht und den Wunsch entlockten, daß auch bei uns zumindest einiges von den parlamesttari- scheu Sitten und demokratischen Einrichtungen Englands verwirklicht werden möge. Das ist natürlich sehr löblich, aber es sei demgegenüber auch uns der fromme Wunsch gestattet, daß die „Rundschau" ihre demokratischen Träumereienweiter— und zu ende träumen und uns in ihrer so regen Phantasie auch in deutsche Lande führen und uns einiges von den dortigen demokratischen und parlamentarischen■ Einrichtungen aufzeigen und vor allem etwas über die dortige Gemeindeautonomie und die dortigen demokratischen, kommunalen Wahlgänge etc. vorschwärmen möge.. Es ist notwendig, daß derlei den Herren von der Sudetendeutschen Partei von Zeit zu Zeit in Erinnerung gebracht wird, damit sie in ihren demokratischen Ansprüchen, dir sie just nur auf unser Land appliziert sehen wollen und ausschließlich auf unser Land reduzieren, nicht, allzu, begehrlich werden. Doch überlassen wir die Herren von der SdP ihrem Schicksal und gehen ruhig unseren Weg. Gerade in der Stunde, in der wir in der Geschichte unserer Bewegung auf fieben Jahr zehnte Rückschau halten, sehen wir es immer wieder und innner handgreiflicher, daß sie trotz aller Hemmnisse und Hindernisse,"trotz aller Rückschläge in ihrem Siegeslauf, nicht aufzuhalten äst.. Ein auch nur flüchtiger Blick,in die VerMngenhett zeigt, wie.viele von den vielfach über Nächt in die Höhe geschossenen nättonalistischen Bewegungen im Kampfe mit dem Sozialismus auf der Strecke geblieben sind. ■ Und so wird auch, das ist unser fester Glaube, das Henleinsche Unkraut vom sudetendeutschen Boden sehr bald weggejäte^und weggefegt sein. Der Sozialismus aber lebt und wächst und gedeiht und ist ewig, weil seine weltumspannende Idee ewig» und unbesiegbar ist, und weil sie die arbeitenden Menschen in einer klassenlosen Gesellschaft zu einem glücklicheren Löben emporführen und die Menschheit befreien wird. Wit herrlich lagt es Karl Henckell in seinem Gedicht vom Riesen: „Und ob sie mit goldenen Händen ihn niederdrücken und'schänden: Der Riese läßt sich nicht ducken und wächst mit gewaltigen Rucken- auS dem»erachteten Nichts." Deutschland und die Tschechoslowakei Eine hochoffiziöse Darstellung Die„Prager Presse" beginnt in ihrer Sonn« tagSnummer mit dem Abdruck einer umfassenden Studie, welche mehrere Artikel über die Beziehungen zwischen Deutschland und der Tschechosso- wakei enthalten wird. Aus dem einleitenden Aufsatz, aus der Klarheit, Bestimmtheit und Energie der Darlegungen ersieht man deutlich, daß die Studie eine der ersten und führenden Persönlichkeiten der tschechossowakischen Politik zum Verfasser hat. In der Darstellung wird zunächst darauf hingewiesen, daß die Tschechoslowakei über die jahrelang wenig geschrieben wurde, plötzlich Gegen st and eines großen Inte r- e s s e s geworden sei. Sensationelle Zeitungsartikel erscheine» über das Land, hetzerische Kampagnen werden" veranstaltet, aber auch ernsthafte Erörterungen angestellt. Die breiten Schichten der tschechoslowakischen Bevölkerung haben auf all das mit würdiger Ruhe geantwortet, allerdings auch mit fester Bereitschaft, die darin zum Ausdruck kommt, alles für die Verteidigung des Staates zu tun.„Die Ruhe, die Bedachtsamkeit und Mäßigung, ebenso wie die Festigkeit, Tapferkeit, der Mut, die Entschlossenheit und allgemeine Bereitschaft zu."Opfern aller Art.bis,zütn.lehtmögkich,j sten Maß, wie sie hier ackf einmal zu taget raten",» so wird wörtlich, gesagt, haben„in Europa Bewunderung und Anerkennung, Vertrauen und Lob, ein neues starkes Interesse, eine neue Ueberprüfung der Situation" hervorgerufen.• „Die politischen Denker und die politisch verantwortlichen Persönlichkeiten in der Tschechoslowakei erachten diese internationale Diskussion über die Tsrhechoslowalische Republik und deren bisheriges Gesamtergebnis, für politisch bedeutsam und für die Tschechoflowakei entschieden günstig sowohl unter dem Gesichtspunkt der aus- wärtigcn als auch der inneren Politik". Denn, so wird gesagt, die gegen die Tschechoslowakei geführte Kampagne hat, Europa und, der Wett die Möglichkeit gegeben, sich mit dem Problem der Tschechoslowakei ernsthafter zu befassen al» bisher. Aber auch auf die i n n e r e Politikist all das, was geschehen ist, nicht ohne Wirkung geblieben und es wird in dem Artikel ausgeführt, daß man„der ganzen internationalen Situation gegenüber allzu vertrauensselig geworden" war. Das sei nun anders geworden: „Die Entwicklung in Europa während der letzten Jahre— namentlich alle», was seit dem Jahre 1988 geschehen ist, die polnische Politik und die polnischen Presse-Kampagnen gegen un», dann die deutsche Politik und die deutschen Kampagnen, da» Vorgehen einiger anderer zenttaleuropäischer Faktoren und natürlich die letzten deutschen Presse- Kampagnen der Jahre 1988 und 1987— haben- un» aus den richtigen Weg und zu einerklärenPolitikin einigen F r a g en g eb r a.ch t, wo es eine solchefrühernicht gegeben hat. Wirwissen, womitundmit w e m w i r in Zu ku nf t zu rechnen haben und womit und mit wem nicht.*) Wir verbergen,nicht einmal, daß alle , diese europäischen Begebenheiten un»:.-wesentlich ," Molfen'haben, unsere, Armee, die heute,auf dep Höhe ist, auszubauen und zu vervollkommnen,' und daß sie namentlich alle unsere nationalen Kräfte und deren volle Harmonie konsolidiert und moralisch gestärkt, haben." Der Verfasser, der sich L..A. nennt, beschäftigt sich in diesem Zusammenhang auch mit dem Pröblem e der Minder heit/n. und, glaubt, daß di« Kampagne-gegen die Tschechoslowakei bzw. die Diskussionen über da» Land in bezug auf die Stellung zu den Minderheiten von Vorteil gewesen ist. Er sagt da: „Wir erachten t» al» große» Plus, daß einige unserer inneren Probleme, speziell die Minder- *) Im Original gesperrt gedruckt- heitenfragen und vornehmlich da» Problem unserer Deutschen unter dem Einfluß all dessen Gegenstand von. einheimifchen und internattonalen Disbiffionen und Kritiken geworden sind und ia u'ns däs dazu geftühr-t hat, un» d am i t r u'5'i g, s achl ich, ob j e k't.iv, aber auch mehr als fr-üher nachdrücklich und grundsätzlich zu b"e« , schäftigen.*) ES wird auch zugegeben, daß in bezug,» tm,'wa» ihr qie gedurft habt. Und weil sie all das sagt, was ihr-nie gewagt bättet,.Und weil sie hübsch ist, Äste schön zu seist, Weitste' sticht» zu verbergen. braucht, wie-"ihr früher. Ihr ward, vielleicht schöner, aber ma» sqh es nicht.'Die Sitte verbot es, zur Schau"zu trag?». Und so leht ihr eist kümmerliches Dasein."„Jeden Tag berichtet die Zeitung von den Lebensmüden, welche die Gashähne öffnen. Aber viele haben Angst vor dem, was sie erwarten"könnte. Andere gkauben, an ein besseres Leben und ihre Frömmigkeit verhindert sie. Dann wieder sind welche," die klammerst sich fest an die Idee, daß die" vergangne"Zeit wiederkehren müßte und warten bescheiden und verbittert auf dieses Wunder."Ich will euch sticht.ärmer machen an Hoffnungen,.aber eines ist sicher,— diese Vergangenheit mit euren Idealen"kehrt nicht wieder. Denn ihr seid im Unklaren Wer-die Gründe eurer-Nqt..-Ihr wollt auch, die-"rHstgen Gründe her Not sticht sehen, weil-da manche», was ihr hochhaltet,' zusammenfallen würde. Und dann wieder sind unter euch die Allerärinstest',,die Proletarier," die niemals wie^ihv- das gesicherte Dasein und die bequeme', bürgerliche,-Wohstüstg .gekannt habest. Ich will hier nichj bewertest, wem e» schwerer fällt, zu-darben." Demjenigen, der die Dürftigkeit«immer kannte, vechweifelt-rrnkastipjte gegen die Unmöglichkeit.mich, einmal,.in eine menschenwürdige-Atmosphäre zu gegangen;-.oder demjenigen,- der immerhin.Noch.'; Hst gesicherte Jugend verbrächte, und,! glaubt, al»! gebiWgr Mensch- istehr.Anrechte, zu haben,.aV.Wr/stge- nannte Ungebildete. Aber keststt ,ihr. MfUiKi- baren Kämpfe,, die BerzweiflungSschritte'. des Ustgebildeten, da» zu. lernen, itx&inlah' rfiatJeit* sicher" nennt, um Kraft seines Lerneifers nicht abgelehnt zu werpssti- v»st der,fogenanntesthgsttsn GesellschaftidieeralsFaktumhinnehMstMuh, -len' der. Efterst-' d!x.'ihräWnder nicht?WW-He- 'ihr"stist kästutt^geht" ast- der' Heranwachsenden Tochter oder am arbeitrlosen Sohn, den M-MWest MHt,!ststbHflest.,Heest.M',n!chtHgrdM^.E< **(8prtKchiHghfäM.A,!!«!" üHE/ Nr. 192 DienStag, 17. August 1937 Seite 3 MHjfeirfsrftf» wie man sicht! be- mit sich des aufgefiihrt im Stadtthcater und zusammengestellt nach Motiven von Martin Grill, Josef Hofbauer und Hubert L e t n s m e r. In packenden Szenen rollten vor dem vollbesetzten Saal Ausschnitte aus dem europäischen Schicksal in den ."lhtzten. zwanzig Jahren ab: Das Leiden und Sterben der Millionen auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges, der Zusammenbruch, die Revolution des unterdrückten Volkes, das sieghafte Vorwärtsschreiten der Arbeiterklasse, die Zerstörung ihrer Organisationen durch den Faschismus, das Heldenepos des illegalen Kampfes und das Ringen in Spanien. Die Revue klang in ein leidenschaftliches Bekenntnis zur Freiheit aus. Es war ein gewagtes Beginnen, das erregend« Geschehen zweier Jahrzehnte auf solche Art darzustellen. Jägerndorfer AtuSturner versinnbildlichten daS sozialistische Lied. Der erste Teil der Feier wie auch die Festansprache des sozialdemokratischen Bürgermeisters Richter wurden durch den Rundfunk übertragen.' Der Marsch der Siebentausend Sonntag morgens trafen viele tausende neuer Festteilnehmer ein. Aus Troppau allein waren 640 gekommen. Die Aufstellung des Festzuges erfolgte auf der Bahnhofstraße. An der Spitze wurden drei Staatsfahnen getragen. Besonders erfreulich war die Teilnahme der Frauen und der Jugend. Im Zuge marschierten gegen 7000 Teilnehmer, dar- Die rote Grenzwacht in Schlesien Eine riesige Kundgebung der schlesischen Sozialdemokratie starken Anteil am Zuge, auch durch Ihr« frische und stramme Haltung fielen diese jungen Menschen auf. Ob sie nun die hellgraue A t u S- Kluft trugen oder die blauen Hemden der S I, sie Ivar«n durchgehend ein Beweis dafür, daß eS sicher Nicht die schlechteste„Rasse" ist,, die In unseren Reihen marschiert. Gutgewachsen«, hübsche Burschen und Mädel marschierten da erhobenen Hauptes," in vorbildlicher Disziplin, ein Jungvolk,.' das weiß, worum es geht'und das jederzeit zum Einsatz seiner Kraft bereit ist! Die verschiedenen Organisationen der Ar- beiterbcwegung waren sämtlich vertreten. Am zahlreichsten Atus und EI, aber auch Radfahrer, Naturfreunde u. a. mit statt-, limen Delegationen.■ Im Festzug marschiertest nicht weniger als dreizehn Musikkapelle»..unter ihnen einige SJ-Kapillcn, von denen wieder die grotze Kapelle der Komotauer Metall- arheiter-Jugend mit ihren hiswrischen LandS- lnechtS-Trommcln das meiste Aufsehen erregte. Der Vorbeimarsch deS Zuges, der in dichten Sechser-Reihen marschierte, dauerte eiiu- halbe Stunde. Es verdient vermerkt zin werden, datz von Turn bi» zum Teplitzer Marktplatz ein dichtes, nach Täusenden zählende» Spalier stand,.in dem die meisten Menschen da» Festabzeichen trugen. Da8 Teplitzer Bürgertum freilich glänze durch totalitäre Unhöflichkeit. Auch jene Geschäftsleute, die auf da» Geld der Arbeiter Wert legen, fanden es nicht der Mühe wert, eine Fahne herauSzuhängen. In Turn Sutzerten sich einige besonders volkSgmeinschaftlich eingestellte Bürger, man soll« den Arbeitslosen, di« an solchen Festen terlnehmen, die Czechkarten entziehen! Die ' Jägerndorf.(Eigenbericht.) Am gleichen Tage, da in den Straßen von Teplih» Schönau Zehntausende ayfmarschierten, kam das schlesische Arbeitervolk zu seinem„Festtag der'Arbeit"^inJägerndorf zusammen, den, '«S zu' Mit?- überwältige,ldöN" Kundgebung"Kstal-! t«te. Einen Aufmarsch von so eindrucksvoller Größe haben die Mauern der schlesischen Tuch- mächerstadt noch nicht gesehen. Der Jägerndorfer Festtag der Arbeit reiht sich würdig an die größten Veranstaltungen der sudetendeutschen Sozialdemokratie an. Aus allen Teilen des Schlesierlandes, aus dem Industriegebiet Mähr.» Ostrau wie aus den versteckten Dörfern des Altvatergebirge» eilten Schlesiens Werktätige herbei, um an diesem Festtag der Arbeit ein machtvolles Bekenntnis für Frieden, Freiheit und Sozialismus abzulegen. Das Wunderbare und unvergeßlich Schöne an dieser gewaltigen Kundgebung war der Gei st,' der die Masten erfüllte und der auch die Zaghaftesten mitriß, Der Festtag der Arbeit bot den überzeugenden Beweist daß sich Schlesiens Arbeitsvolk mit der Republik befunden fühlt. und sich- seiner geschichtlichen Sendung al» Wächter der Demokratie bewußt ist. 1 Die Abendfeier - Den eigentlichen Auftakt der Veranstaltung "bildeten. die" Vorführung des Chaplin-Filmes „Moderne Zeit" itn Arbeiterheim-Kino und die Revue„S t u r m l i e d der Frei h e i t", berufenen Vorkämpfer gegen„Ungleichheit", „Parteilichkeit" und für hundertprozentige Demokratie und Gleichberechtigung, Während das Teplitzer Bürgertum feine Hitler- treue dokumentieren mutzte, haben, wie man~ merken konnte, Reichsdeutsche, die einem Autocar in Teplitz zu Besuch weilten, intereffanterweise die grotze Kundgebung „toten Marxismus" angesehen und angehört. Der Marktplatz war gestillt, als wenig nach elf Uhr Heinrich Kremser nach der Jntonie- rung der StaaiShymncn die Kundgebung eröffnete und alle begrüßte,,„die aus de» Bergen und Tälern unserer Heimat gekommen waren", neben ihiwn die tschechischen Freunde und, unter stürmischem Jubel, den Vorsitzenden der Partei, Doktor Czech. Im Namen der tschechischen Bruderpartei be- grützte Abg. N ü m e c in tschechischer und deutscher -Sprache die Kundgebung, die deutschen Arbeiter der Solidarität der tschechoslowakischen Arbeitcr- klaffe versichernd.. Dann sprach lHr. Czech, dessen Rede wir'an anderer Stelle wiedergcb.cn. Ein drohendes Gewitter, das heraufgezogen wär, verschont« die Versammlung, nur einVleichter Sprühregen brachte nach der drückenden Hitze ein wenig Erfrischung. In ausgezeichneter Disziplin erfolgte kurz nach halb zwölf Uhr der Abmarsch zum -Festplah. Bei guter Konzertmusik weilten viele Tausende nun in zimngloier Gesellschaft nachmittags auf dem grotzen Festplab. Uebungcn der Sportler, darunter ein Fußballspiel, boten mannigfache Abwechslung. Der Eindruck, datz eine große und schöne Kundgebung voll gelungen war, herrschte bei allen Teilnehmern vor und gab ihnen die Ueberzeugung, daß den vierzig Jahre» stolzer Pnr- teigeschichte Im Teplitzer Gebiete noch viele Jahrzehnte des Wachstums, AnststcgS und der endliche Sieg unserer Bewegung folgen werden. lei^eplltztfKreigirbeltertag .. Eine, machtvolle politische Kundgebung . Der Kreisarbeitertag Teplitz-Saaz, der mit derFeier-de» vierzigjährigen Jubiläums der ^Freiheit"-verbunden wär,- hat sich zu einer macht» vollem uyp schönen Kundgebüng der Arbeiterbewe» gjing de» KreiSgebietcS. gestaltet. Schon Samstag weilten, in den Mauärn Von Teplitz Hunderte Gäste qü^-d.en- übrigen Bezirken des Kreises und die Ouaxtiermeister hatten. Mühe,. den- Andrang zu. bewältigen. Sonntag.vormittags trafen aus Ko» »rnotaü,"Saaz' und- Brüx weitere Teilnehmer in gpötztr Zahl.mit der Bahn, ein, während der Ä< zi,rt>Dux-B il i n. iw einem imponierenden Zug zu Futz.anmarschicrie. Insbesondere die Tcilneh- wer. aür.'döm Duxer Bezirk— nebenbei bemerkt eine» Gebietes, wo sich infolge der schlechten Lage der Braunkohlenbergbaues noch, recht.wenig von .dir-„Konjunktur" zeigt— verdienen wegen ihrer Treue, und, Disziplin ein besonderes Lob. In vielstündigem Marsch kamen" sie in stattlicher Zahl, Mächtenden UinzUg von. Turn nach Teplih und den-Marsch zum Fcstptah lüit und stellten-auch beim gemeinsgmen Abmarsch, der nachmittag» mit einer Musikkapelle erfolgte, noch immer ein« schöne Kolonne-— e» war. rein marschmähig durchaus die Leistung einer militärischen Truppe, vollbracht zum guten Teil von Kurzarbeitern, Frauen, Män nern oder Jugendlichen! Imponierend war aher auchdi»Teilnahme de» entfernten K om o tau e r Geb bete»,- da» mit rund anderthalbtausend Teilnehmern an dem Kreissest vertreten war. Punkt 10 Uhr vormittag» setzte sich die Spitze des Festzuge» von Turn in Marsch. Eine Gruppe von- rötweißblauen Staatsfahnen und von roten Fahnen eröffnete den Zug. Es folgten R e p u- b?li-kgnische"Wehr,-die KreiSvertre- t ü'tr g mit den Gästen, die Delegationen der DTJ in ihxer malerischen Tracht und dann der bezirks weise, erfolgend«, jeweils wieder in Uniformierte und-in-„Zivilisten" gegliederte Aufmarsch der .vielen tausende Festgäste. Besondere-Beachtung fanden die Bergknappen, in ihrer historischen Tracht.. . Zahlreiche Gruppen von Partrifahnon, Ains- Bannern— darunter wieder die berühmte schwarz-rot-goldene historische Fahne, die man von so vielen". Teplitzer Aufmärschen kennt und die an M« 1 Eroberung des- deutschnationalen Eichwalder Turnvereins durch-die"sozialistischen Arbeiter er innert— und viele beschriftete Parolen-Banner belebten die Marschkolonne. Man las, etwa an der.Spitze des Duxer Bezirks-Zuges:. „Achtung, der marxistische Splitter-kommt" oder Aufschriften: ■„Mrsind das Bauvolk der kommenden Welt" ‘„Spanien mahnt: stärkt die Demokratie!" „Demokratie ist FriedenShort— Faschismus ist Massenmord!" U. a. m. Ein« Gruppe der sozialistischen Aerzte verdient besondere Erwähnung, weil sie immerhin bewies, daß Intellektuell« sich mit Stolz offen zur Sozialdemokratie bekennen. Dr. Holitscher, der mit dieser Gruppe marschierte, wurde überall herzlich aülamiert. Sein« Helle Freude konnte man haben, wenn man die"starken Kontingente von tu n g en A r- bj« t tjern,'MädchenüÄ jungen Frauen im Zuge säh,- Die" Legende von'dem. Vergreisen und Ab sterben. ter sozialistischen Bewegung wurde hier in aügestfälligec Weise HUgen gestraft. Und nicht stür-'durch ihre große ZM, durch, ihren, im Ver hältnis zur Gesamtzahl" der' Demonstranten- so unter 600 Mitglieder der SJ und des AtuS, 200 RW-Leute, 400 Radfahrer und etwa 3000 Frauen. Der mächtige Zug bewegte sich durch ein dichtes Spalier begeistert Grüßender durch die Hauptstraßen auf deu Riugplatz. Innerhalb einer halben Stunde war der mächtige Platz von 12.000 Menschen gefüllt. Nach den ivcihcvollen Klängen der Staatshymnc entbot der KreiSver- trauenSmann H e e g e r den Grnß der Partei. Er schilderte die wirtschaftliche und politische Läge des Kreises»nd unterstrich insbesondere die Bedeutung dieser Grenzlandkundgcbnng als Ausdruck des FreihcitSwillenS und Kampfgeistes, von denen der beste Teil des schlesischen Volkes erfüllt ist. Für den Frieden Nach dem Abgeordneten Heeger sprach im Namen deS Partcivorstandes Abgeordneter Gen. Taub, besten Rede wir auszugsweise an anderer Stelle wiedergebcn. Der Beifall, der den Ausführungen TaubS folgte, wollte kein Ende nehmen und steigerte sich noch, als der rote Bürgermeister Jägerndorfs, Ernst Richter, den Will- kommcnSgruß" der Stadl entbot. Richter gehört zu den von den Gegnern am meisten gehaßten Männern. Um so mehr gehört ihm die Liebe des AxboitSvolkeS. Mit dem Gesang der Internationale wurde die geioaltige Kundgebung geschloffen. Ausklang Noch ein unvergeßliches Bild konnte man beim Abmarsch der Masten sehen. Obwohl die Teilnehmer bis zu drei Stunden ununterbrochen unterwegs waren, gab es keine Spur von Müdigkeit. Aus aller Augen leuchteten Freude und Bs- geistcrung, festen Schrittes zogen die Tausende mit geballter Faust dahin. Vor der Tribüne hätten die alten Pioniere der Bewegung Platz genommen, die die Tränen der Freude nicht bezwingen konnten, als sie sahen, daß ihr Werk von einer gläubigen und krastbewuhten Jugend fortgesetzt wird. Am Nachmittag gab es sportliche Wettkämpfe der RW, ber Turner und der SJ, im Garten deS Arbeiterheimes waren die Masten noch lange bei einem freien Volksfest versammelt. Der Festtag der Arbeit brachte den bisher stärksten Beweis für daS Wiedererstarken der sozialdemokratischen Bewegung in Schlesien. Welche Partei ist auch, imstande, in einem Wahlkreis, in dem sie 24.000 Stimmen aufbrachte, 12.000 Menschen zu einer Kundgebung zu versammeln! Auch in Schlesien hat der Wiederaufstieg der demokratischen Kräfte begonnen. Schlesiens Ar- beitSvolk ist zu neuen Kämpfen und Siegen gerüstet! 1200 bei einem Aufmarsch In Bensen Am Sonntag hielten die Bezirksorganisation Bensen der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei und die Mitglieder der freien Gewerkschaften im Bezirk einen Bezirksarbcitertag. ab. Die Teilnehmer formierten sich um 1 Uhr mittags zu einem mächtig«» Zug, unter dem die starken Kolonnen der Jugendlichen, die eine prächtige Fanfarenkapelle mit sich führten, besonders ailffielen. An der Spitze des Zuges schritt hinter der Staatssahn« und den roten Fahnen die Republikanische Wehr, dann folgten die Jugendlichen, die Turner, die Frauen und die Männer. An beiden Straßenseiten stand ein d i chnit dem Quatsch aus I Unsere Leute wünschen ja nichts sehnlicher, als den billigen Zucker zu kriegen, und ich, muß dir sagen, daß das begreiflich ist. Ihr seid ja solche Sch.... kerle, daß ihr nicht einmal solche Erfolge heimbringt. Die Sozialdemokraten haben schon recht, wenn sie für billigen Zucker sorgen und du wirst unseren Leuten, die ihn auch gerne haben möchten, nicht einreden können, daß die Auslieferung des billigen Zuckers eine schlechte Tat ist. Im Gegenteil! Wir sehen nur, daß man durch eure Politik nichts haben kann. Der„KoalitionSzucker" ist immer noch besser als die nichteingehaltenen Versprechungen unserer Führer, die immer nur das Maul aufreißen und gegen das, was wirklich gutes von den anderen Partehen gemacht wird, papierene Resolutionen- beschließen. Wenn das so weiter geht, gehen wir mit der Politik unserer Partei vqr die Hunde. Die Sozis haben den Zucker und wir haben das Nachsehen!" Wozu wir nur sagen können, daß der Mann kein schlechter Beobachter ist. Tatsächlich fragen gerade die Henleinleute allüberall am ■ m e i ft e n nach dein billigen Zucker. Erfolgreicher Strelkabschluß Wie bereits berichtet, ist die Belegschaft der Porzellanfabrik D i e t l in Eibogen am 9. August in>den Streik getreten, weil die Firma sich seit jeher gegen den Abschluß einer KollektiiwertrageS wehrte. ILetllandlunjftn, die am Freitag und Samstag stattfanden, haben zu dem Ergebnis geführt, daß die Firma sich verpflichtete, ab 16. August die Mindestlohnsätze der Tarifklasse 3 des Kollektivvertrages der Porzellanindustrie zu zahlen, ferner den am 17. August zu wählenden Betriebsausschuß(eingebracht wurde nur die Liste des Glas- und KeramarbeiterverbandeS) anzuerkennen und die Kündigung des Wahlausschußmitgliedes Schröck zurückzunehmen. Auf Grund dieser Vereinbarung wurde die Arbeit mn Montag wieder ausgenommen? Die Lohnregelung bedeutet für die Arbeiter eine durchschnittliche Lohnerhöhung um 18 Prozent. Teplltzer Student wegen MllltSrverrats verurteilt Prag. Der Senat für Angelegenheiten des Militärverrates beim Kreisstrafgerichte in Prag verurteilte unter dem Vorsitz des GerichtsrateS Noväk am 16. August 1937 nach einer Verhandlung den 22jährigen Studenten EduardSee- m a n n aus Teplih-Schönau wegen des Verbrechens des MilitärverrateS zu fünf Jahren schweren Kerkers, zu einer Geldstrafe von 1999 Ai und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte., Der Verurteilte hat die Strafe angenonimen und sofort angetreten. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Zitek. Das Radio-Journal streichelt die SdP Beim Kreisarbeitertag in Jägerndorf hielt der Generalsekretär der Deutschen sozialdeinokra- tischon Arbeiterpartei, Abg. Siegfried Taub, eine Rede, die durch den R u n d f u n k, und zwar durch die Station Mährisch Ostrau, übertragen werden sollte. Das Radio-Journal hat sich jedoch unterfangen, aus der Rundsunkwiedergabe der Rede jene Stellen' zu streichen, die sich mit der antidemokratischen Politik der Sudetendeutschen Partei kritisch beschäftigen. Abg. Taub hat unter diesen Umständen darauf verzichtet,' seine Rede durch den Rundfunk übertragen zu lassen.^-'- So dient das Radio-Journal der SdP!' Dabei hören jene Sudetendeutschen, die henlein- besoffen sind, grundsätzlich nur den reich-deutschen Rundfunk und also auch jene wüsten Angriffe gegen die tschechoslowakische Demokratie, die sich auf das von der SdP dem^errn Goebbels gelieferte Material stützen. Eine Widerlegung dieser Angriffe aus berufenem Munde durch unseren Rundfunk wird von den maßgebenden, Leuten im Radio-Journal verhindert. Diese machen sich zwar um die SdP, nicht aber um die Republik verdient. Aus der großen politischen Red«, die der Generalsekretär der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei am Sonntag in Jägerndorf hielt, geben wir die folgenden Stellen, wieder: Für die spanische Republik Wir sind gerade jetzt Augenzeugen dellen, wie sich im Fernen Osten kriegerische Ereignisse abspielen, ohne daß er der angreifende Staat für notwendig befunden hätte, den Krieg zu erklären. Seit mehr als einem Jahre spielt sich in Spanienein heroischer Kampf zwischen einer ordnungsgemäß gewählten.Regierung und den von eidbrüchigen Generälen geführten un^von den diktatorischen Mächten Europa! offen mit allen Mitteln unter Beistellung von Menschen und Kriegsmaterial geförderten Rebellion ab. Er muhte für jeden, der die Vorgänge auf dem spanischen Kriegsschauplatz auch nur flüchtig beobachtet hat, klar sein, daß die mindeste Pflicht aller Demokraten die sein muß, die Regierung gegen die Rebellen moralisch zu unterstützen. Ein Sieg der' von Italien und Deutschland unterstützten Aufständischen kann nicht im Interesse der Denuckratie liegen. Und doch hat er auch bei unr Stimmen gegeben, die in Verkennung der Situation den Rebellen die Stange gehalten hwben, und wir müsse«, leider feststellen, daß auch heute noch diese Stimmen«Ich! zum Schweigen gebracht wurden. Auch heute noch reist in unserer Republik ein Pfarrer namens Franz Vieenikher- um, der für dir Franco-Regierung Stimmung zu erzeugen versucht. ES ist nicht ohne Interesse' festzustellen, daß die Berichte über die Vorträge vpn den tschechischen und deutschen Faschisten gemeinsam regi« striert werden- Ein Sieg der spanischen Regierung' ist im Interesse-er Demokratie fleleßen. Deshalb haben wir uns vom ersten Anbeginn auf die Seite der Regierung geschlagen. Mit angehaltenem Atem verfolgen wir die Vorgänge in Spanien, wir sind voll Äewnndening für die heldenmütigen Kämpfer und wir wünschen nicht» sehnlicher, alr daß der Sieg der Regierung der Welt verkündet und dem brudermörderischen Ringen ein Ende gesedt werde. Wir und. die Sowjetunion Der angeblicheKampf gegen den Bolschewismus ist noch immer dar Lockmittel, mit welchem die Diktaturen, vor allem Deutschland, die Mächte einfangen will, um einen Kanrpfring gegen Rußland zu schmieden. Unser Verhältnis zu Rußland ist nicht erst seit jenem Zeitpunkte freundschaftlich, in welchem zwischen unserer Republik und Rußland ein Freund« schafiSbündni» abgeschlossen wurde. Wir sind immer für ein Bündnis mit Rußland eingetreten und wir sind der Ueberzeugung, daß die Bündnisse zwischen Frankreich und Rußland und dkr Tschechoslowakei und Rußland wesentlich der Erhaltung der Friedens dienen. Dar kann und darf uns aber nicht davon abhalten, gewisse Vorkommnisse, die sich in Rußland abspielen, entsprechend zu kritisieren. Unsere Kritik an den Vorgängen in Rußland- ist immer von der bangen Sorge gewogen, daß, sie die wirksamste Waffe für die Diktaturen abfleben. El» wenig mehr Rück-' sicht auf die außenpolitische Situation, auf die Auswirkungen derartiger Maßnahmen wäre' von berufener Seite den russischen Machthabern wärmstens an» Herz zu legen. Unsere freundschaftlichste Einstellung zu SSSR, unsere Würdigung der besonderen Bedeutung der Einschaltung Sowjewußlandr in dar europäische Getriebe macht er uns trotzdem zur Pflicht, gegen die Art des Verfahrens, dar in Rußland gegenüber vermeintlichen Schädlingen der Staates beobachtet wird, schärfften Einspruch zu erheben. Nur eine derartige Einstellung gibt uns die Möglichkeit, dar Weltgewissen gegen die viel brutaleren Vorgänge aufzurufen, die sich in Deutschland Am Sonntag veranstalteten die deutschen Sozialdemokraten des Niederlande- in Rumburg, einen Kultur tag, der zu«ii^r herrlichen Kundgebung der Kampfkraft und des Kampfwillens unserer Arbeiter im Niederland geworden ist-. Schon Samstag nachmittags stand Rumburg im Zeichen des Kulturtages. Auf der Schützenwiese wurde die Zeltstadt der AtuS-Jugend ausgebaut und viele Bläublusen' bevölkerten die Straßen der Stadt. Beim Eintritt der Dunkelheit wurde auf dem Hutberg ein weithin sichtbares H ö h e n f e u e r abgebrannt, Böllerschüsse dröhnten und Raketen zischten sprühend durch die Lust. Die Jugend zog geschlossen vom Hutberg zur Schützenwiese, wo sich inzwischen viele hunderte Teilnehmer eingefunden hatten. Nach dem Vortrag eines GesangSchores entbot Alois Patz den Gruß der Partei, dann sprach L e- b e n h a r d t über die Forderungen, der Freidenker. Di« Jugendlichen waten an und. sprachen einen wirkungsvollen Sprechchor, Ein Gesang»« Vortrag schloß die abendliche Kundgebung ab/, worauf sich,«In großer F a ck e l z u g durch die, Straßen der Stadt bewegte. Schon di« Abend» Veranstaltung zeigte, daß der Kulturtag ein gewaltiger Aufmarsch werden würde. Schon in den frühen Morgenstunden' des Sonntags herrschte auf den beiden'.Sportplätzen frohes. Leben und Treiben. Hiir waren die' Sportler zu Wettkämpfen angetreten, di« von einer großen Zuschaurrmenge' gespannt verfolgt wurden.' Mittlerweile marschierte« die Züge au» den verschiedenen Orten des Gebietes mit. klingendem Spiel zum Aufstellungsplatz, und hier .formierte sich«in farbenfroher, von Kreist und Trotz zeugender F e st z p g, der durch die Hauptstraßen der Stadt auf den Marktplatz zur Kundgebung marschierte. Gegen 8909 Teilnehmer marschierten mst, sehr, zum Mißvergnügen der Henleinleute, die mit einer solchen Stärke/ der »Splitterpartei" gar sticht gerechnet hatten. tagaus, tagein abspielen, den Ruf für die Befreiung der seit vier Jahren im Konzentrationslager schmach- tenben Demokraten zu erheben. Die außenpolitische Situation steht im Zeichen ständiger Spannungen und■ doch glauben und hoffen wir,' daß er den demokratischen Mächte« gelingen wird, der Wett den Frieden zu erhalten. Konstant« Innenpolitik Jnnerpolitisch waren zu Ende der Sommer« session gewisse Spannungen innerhalb der Koalitwn zu verzeichnen, die zur Demission der Regierung geführt haben. Dieser Umstand wurde von den Parteien, denen die Koalition in ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung ein Dorn im Auge ist, als Beweis flir die Lebensunfähigkeit dies« Koalition hingestellt. Er ist kein Geheimnis, daß die Koaliton aus ideologisch keineswegs übereinstimmenden, sondern in schwerem Gegensatz zu einander stehenden Gruppen zusammengesetzt ist. Er ist nicht zum ersten Mal« zu ernsten Aureinandersetzungen gekommen,«r ist aber immer wieder gelungen, die Gegensätze zu überbrücken und eine Kompromißlösung zu finden. Nachdem die Hoffnungen, die die Desperados auf die gegensätzlichen Auffassungen, die bei Festsetzung der Gewejdepreise in Erscheinung getreten sind, gesetzt haben, nicht in Erfüllung gegangen sind, wird jetzt mit Sicherheit erwartet und prophezeit,'daß die Koalition im Herbste au-elnanderbreche« wird. Ich glaube kein falscher Prophet zu sein, wenn ich feststelle, daß sich auch diese Hoffnung alr trügerisch erweisen wird. In der GegensätzliöReit, die hinter den Koalitlonrparteien feststellbar ist, liegt die ^Stärke der Koalition, Diese Koalition hat im Verlauf« ihrer Lebensdauer den Beweis erbracht, daß sie voller Verständnis für die Notwendigkeiten i der Bevölkerung der Republik aufbringt, daß sie vor allem den Bedürfnissen des Staates zeitgerecht Rechnung trägt. Die Bilanz der Koalition ist hochaktiv. Wenn ich de« Umstand hervorheie, daß e» unter dieser Koalition gelungen ist, ein« außerordentliche Belebung der Wirtschaft herbeizusühren, wenn ich«eiter Hinweise auf die Erklärung vom 18. Feber d. I, durch welche rin« Verständigung zwischen den unsere Republik bewohnenden Völkern «mstltch angebahnt wurde und wenn ich' die Wahl unsere» Präsidenten in Erinnerung rufe, so habe ich damtt drei Momente angeführt, die nicht nur«in gewaltige» Pofitivum dieser Koalition darstellen, mit welchem sich wenige ihrer Vorgänger rühme» können, sonder» die auch dafür spreche», daß die Zusammenarbeit dieser Koalition auch weiterhin aufrecht erhalten«erde» wird. Es möge» im Herbst vielleicht personell« Veränderungen vorgenommen werde«, e» mag sei», daß man sich auch mit der Frage beschäftige» wird, die-.Koalition um eine staatserhaltende Partei z» erweitern: an der wesentlichen Strukwr de« Koalitwn, die au» inner- und außenpolitischen Erwägungen heran» al»,«ine Staatsnotwendigkeit.angesehen werden kann,, wird keine Aenderung vorgenommen werten.',' ES ist auch' völlig verfett,»en» au» gewissen ZeitungSSußerun- »en der Schluß gezogen werd« könnte, daß irgendjemand ernstlich daran denkt, mit der S ud et en- deutschen Partei al» Bestandteil einer Regle- rungSkoalition zu rechnen. Wenn e» vielleicht eine Zeitperiode gegeben habe« mag, in welcher rechtsstehende Politiker an dies« Möglichkeit gedacht haben — meiner Ueberzeugung nach hat«S sich bei diesen Aeußerungen immer nur um«ine in der tschechischen Politik sehr häufig beobachtete Methode, den Gegner zu ärgern, gehandelt.—, heute denkt keiner auch nur annähernd an diese Möglichkeit. Ich glaube auch nicht, daß eine tschechische Partei, dank der ein- heitftchen Auffassung, die sich im tschechischen Volke Am so gehobener war aber die Stimmung der Teilnehmer.. Nach der Beendigung des Aufmarsch«» erklangen di« Staatshymnen. Zunächst begrüßt« Alois Patz die Teilnehmer an der K u n d- g« b u n g; er erinnerte an den Kampf in Spanien und entbot den spanischen Kameraden den Gruß dieses Kulturtages. Dann begrüßte der sozialdemokratische Stadtrat Böhm die KWid- gebung im. Namen des Stadtrates. FüR»die Frauen sprach Mari« R e y z l, für die tschechischen Teilnehmer Martine! aus Prag. Er versicherte, daß die deutsche Sozialdemokratie immer mit der Unterstützung der tschechischen Sozialdemokratie rechnen darf. Als Hauptredner bei dieser Kundgebung sprach dann, immer wieder üon stürmischem Beifall unterbrochen, Abg. R udolf Zisch k a, Stemberg. Nach ihm sprach Abg. Franz.Kög l e r, der die Grüße des KretSarbeitertageS"m Teplitz-Schönau über-, brachte und feststellte, daß der Aufmarsch in Rumburg beweise, wie wenig die Spekulation der Gegner auf unsere Schwäche berüchtigt' ist.„Die rote Grenzwacht de» Niederlandes steht fester, denn jel" sagte'unten, er"unter ,stürmischer Zustimmung der Versammelten. Nach dem Eintreffen-de» Umzuges auf dem Festplatz wurde auf einem der 68 Fahnenmaste, die. den Platz umsäumten, unter chen Klängen de» „Internationale" die Fahne.de» Kulturtage» feierlich gehißt. Dann«ttfaltetejsich auf dem Festplatz«in f r e t.« s B o I.l 8 f e st, bei dessen Gestaltpstg die verschiedenen Zweieg der Bewegung mitwirkten. 1 e Beim S ch l u ßja p P ol l, derdie Teilnehmer des Külturtage» noch einmal zusammenführte, würdigte Senator Reyzl den großen Erfolg, den die. Veranstaltung des Kulturtage» für die Sozialdemokratie im RiedeiAmb, bedeutet. Er sprach. au», wa» all« empfanden: Dieser Kul- furtag wurde zu einer Quelle-neuer Kraft und neuen Kampfwillen», über den Charakter ter Henleinparwi herauögehlkdet hat, mit einem derartisen Gedanken in absehbarer Zeit operiere» könnte. v. Steigerung der Hilfe für das deutsche Gebiet Ich will nicht untersuchen, wieso der Anteil der Arbeitslosen im Lande Mähren-Schlesien in so außerordentlichem Maße herabgedrückt werden konnte. E» ist nicht von der Hand zu weisen, daß bei der Ermittlung der Arbeitslosen in letzter Zeit«In allzu scharfer Maßstab angewendet worden lein dürfte. Au» den vorangeführten Zahlen geht aber hervor, daß der Anteil ter Deutschen an den Arbeitslosen bei weitem den Anteil üb ersteigt,'der dem Äe». völkerunhsschlüffel entspricht. Ein« der vornehmsten Aufgäben der Regierung wird er daher im Herbste sein, alle Schritt« zu unternehmen, um die ArbeiiS- äosigkeit in den deutschen Gebieten noch mehr herabzudrücken, als dies durch die bisherigen Klaß» nahmen möglich war. Die volkswirtschaftlich« Abteilung im Ministerratspräsidium beschäftigt sich, wie mir bekannt ist. unablässig mit diesen Erscheinungen und sie ist ständig bemüht, Mittel und Wege zu finden, um die ArbeltSmöglichkeit in den durch die Krise ganz besonders heimgesuchten Gebieten' zu fördern. Die Förderung dieser- Gebiete kann durch besondere Berücksichtigung bei Erteilung von StaatS- aufträgen, bei Durchführung aller diese Gebiete be« treffenden JndestitionSarieiten und Einstellung der entsprechenden Beträge in- Budget, durch Schaffung von Ersatzindustrien, durch beschleunigte Behandlung aller aus diesen Gebieten vorliegenden Anregungen erfolgen. Die Demagogie der SdP Die Arbeit, die wir in der Koalition geleistet habens hat sichtbare Früchte gezeitigt. War kann die SdP dieser posttwen, einzig und allein auf dal BoftSwohl gerichteten Arbeit entgegenstellen? Nicht» als leere Worte, Phrasen und Auslandsreisen. Die ganz« Taktik der SdP ist darauf eingestellt, die Tätigkeit, Vie im Interesse des Staates-und seiner Bewohner geleistet wird, herabzusetzen. Sie begrüßt «S mit sichtbarem Behagen, da» vielfach nur den dazu berufenen. Faktoren entgeht, wenn die Tschecho- swwakei in Deutschland zum Gegenstand mitunter heftigster und gehässigster Angriffe wird. Da» Verhalten der SdP bei der Attacke Deutschland! gegen die Tschechoslowakei wegen der in unserer Republik geschaffenen russischen Flugplätze, bei der Nachricht über die barbarischen Methoden, in welchen bei uns Häftlinge durch die Polizei angeblich mißhandelt werden, ist noch in ftischer Erinnerung. Nunmehr muß ein neuer Schlager herhalten. Deutschland soll sich über Einschreiten der Bunde» der Deutschen be- reitgefunden haben, 8999 bi» 6999 deutsche Kinder zu Erholungszwecken unterzubrtngen.' Dar Ministerium des Innern hat diese» Angebot dankend und mit Recht abgelehnt.- Die-AblehnüNg wütde damit begründet, daß trotz Urgenz.die AnterkunftSörtrnicht angegeben wurden und daß Deutschland mit Rück»' sicht auf sein« eigenen NahrungSsorgen nicht dar richtige Land ist, dar Gewähr für eine entsprechende Versorgung diese! Kinder bietet. Die Deutschen sind über diesen Vorgang entrüstet Und fühlen sich beleidigt dadurch, daß man Deutschland al» ein Land bezeichnet, da» mit Nahrungssorgen zu kämpfen hat. Obwohl amtliche Angaben aus Deutschland nur notdürftig zur Verfügung stehen, so kann man doch au» ihnen den Schluß ziehen, daß«S um den. Ernährungszustand der deutschen Bevölkerung sehr arg bestellt ist. Die Argumentation de! Ministerimn» de» Innern war zweifellos zutreffend. Zutreffend wäre er noch gewesen, wenn da» Ministerium des Innern nicht diplomatische Rücksichten hätte nehmen müssen und dar ausgesprochen Wie, wa» wirklich den Tatsachen am nächsten kommt. ES handelt sich hier um keine humanitäre Aktion, sondern um eine rein politische Aktion. ES soll der Anschein erweckt werden, alr oh die Bevölkerung in Deutschland in Hellem Ueberfluß lebt— für die 6999 Kinder hätte man zweifellos entsprechend gesorgt-—, und es sollte nazistischen Pädagogen die Möglichkeit gegeben werden, den Kindern die Vorzüge der Diktatur vorzutragen. Sin Wort an die Kommunisten* 'Die gegenwärtige außenpolitische Situation erheischt die Zusammenarbeit aller demokratischen und staatstreuen Kräfte-' Dse Kommunisten machen in der letzten Zeit Versuche, sich in diese Front einzuschalten. Den Versicherungen und Beteuerungen der Kommunisten wird nach den traurigen Erfahrungen, die man wiederholt mit ihneg zu machen Gelegenheit hatte, wenig Glauben geschentt. Wir haben vielfach auch in der letztest Zeit wahrnehmen können, daß die im örtlichen Maßstabe in vereinzelten Fällen getroffenen Vereinbarungen betreffend gemeinsamer Wahrnehmung bedrohter Arieiterifiterenen.nicht ein geh alr«n wurden.-Jnsolange die' Kommunisten ihr« bisherigen Methoden nicht ausgeben, in» sylang« sie nicht bereit sein werden/ all« Konsequenzen. abzuleiten, die di«' gegenwärtige Situation ihnen aukerlegt, die» zu erkenneN und zuzugeben, daß ihr« Politik angesichts der Situation', wie sie-^sich nicht nur innerpolitisch,-- sondern auch weltp.olttisch entwickelt hat, völlig verfehlt-wa», insolange können die Kommunisten al» ernster Faftor in der praktischen Politik nicht- in Bewacht kommen,.. Ahr Ruf nach E i sich« it»f r o n t, den sie in derIchjte'n Zeit wie» der ertönen lassen, kann upd wird k ein«nWid erhall finden. E» ist auch töricht tvüm die Kommunisten in der letzten Zeit damit operieren, daß',wir dim Trotzkismus Unterschlupf undKAhtM.ge- wäLren. Die Kommunisten, sind selbst, vpn' det Un- richtigkeit ihrer Behauptung Überzeugt."Der Kampf gegen-Trotzki. seine Lehren und seine praktische Betätigung als Politiker-wurde von niemanden intensiver geführt als von««»„ auch zu einer. Heft, da die-errett Köhler.«nd-Genöff«st noch jedDal» Arbeiterverräter, al» Soziglfaschisten bezeichnet-haben, der nicht'gew!ll?war, sich der.AutoRntt T roH'Z i» bedingungslos zu beugen. Wir hatten mit Trotzki nicht» zu tun, wir'haben feine Politik und Taktik al» ein Verbrechen an der Arbeiterklasse immer, bezeichnet und, wir haben auch nicht» zu tu« mit jene» Fünftausend Sozialdemokraten marscliierei ii Rumburg Nr. 103' Dienstag, 17. August 1037 Seit« 5 Pächter hingegebenen Kerle haben ja immer wieder auch die besseren Elemente, di« aus ihren Reihen hervorgingen.(wie etwa einen Helmuth von Ger» lach und manchen anderen) angewidert und abgestoben. Selbst Bismarck, der sehr viel jun» kerlicheS Klassenbewußtsein besaß und doch unendlich viel für die Junker getan hat, gingen ihre Politik und ihre Unersättlichkeit schwer an die Nieren, so daß er oft in ihnen, in dem„Pack" von der„Kreuz- Zeitung" seinen grimmigsten und niederträgtigsten Feind sah. Eine andere Waffe der Junker war feit je und nach dem Niederbruch deS KönigStums in erhöhtem Maße die preußisch« Armee. Endlich ha» ben die Junker versucht, auch die NSDAP zu ihrer Waffe zp machen. Dar gelang soweit, als die NSDAP und das Hitler-System den Schuh der wirtschaftlichen Privilegien der Junker übernahmen. Die politische Führung ging ihnen verloren. An dem Januschauer bat sich diese Entwicklung deutlich gezeigt. Er war vor dem Krieg berüchtigt wegen seiner offenen reaktionären Bekenntnisse im Reichstag. So hat er— ein prophetischer Gemüt— 1011 erklärt, der Kaiser müsse jederzeit durch„einen Leutnant und zehn Mann" den Reichstag schließen können. Im Krieg hat der Januschauer jene Art der„Agrarpolitik" propagiert, die man besser mit dem schlichten Wort Landesverrat bezeichnet. Bekannt ist sein Brief an den Innenminister von Locbell, ebenfalls 'einen. Junker, dem er wegen der„niedrigen" Preise den Sfaatenstreik und die Sabotage der ganzen Er- nährungSwirtschaft ankündigte.(War nicht verhindert hat, daß Namhafte deutsche Agrarwissenschaftler Bewegung, die von den Stalinisten als Trotzkismus bezeichnet wird. So sehr wir dar Bündnis mit Sowjctrußland. begrüßen, so sehr wir irntnej für eine Festigung dieser Bündnisse» aller unternehmen wollen, so lehnen wir im Jnteresse der Arbeiterklasse und der Demokratie jeder Zusammengehen mit den Stalinisten und Kommunisten ab. polens Bauern streiken für die Demokratie I Unsere soziale Arbeit Ich möchte auch die heutige Gelegenheit nicht oorübergehen lassen,. um ausdrücklich festzustellen, daß wir den Kampf nach Lohnerhöhung der Arbeiterklasse, den unser« freien Gewerkschaften Wien, mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln zu unterstützen bereit sind. Der Lebensstandard der Arbeiterklasse der Tschechoslowakei erfordert eine gründliche Regelung des Einkommenr. Wir verwahren uns mich mit aller Entschiedenheit gegen die bisher nur in der Presse; unternommenen Versuche nach Einen gungder Streikrechtes. Wir verlangen kategorisch die Verbilligung des Zuckers und wir werden»leich zu Beginn der Herbstkampagnr die Forderung neuerlich erheben. Die im Zuge beftndliche Zuckeraktion wird von uns durchgeführt, um den Bedürftigsten der Bedürftigen dieses wichtig« Nahrungsmittel leider nur in bescheidenen Mengen zur Verfügung zu stellen. Gestatten Sie mir, daß Ich in diesem Zusammenhang« ganz kategorisch der Behauptung«ntgegentret«, al» ob unser« Partei«inen erhöhten Zuckerpreiß für diesen verbilligten Zucker rinhcben wollte. Wir haben un» einmütig Innerhalb der deutschen aktivistischen Parteien auf den Standpunkt gestellt, daß wir denselben Zuckerprei« einheben werden wi« di« tschechischen Koalitionsparteien und daß wir etwaige Ueberschüffe wieder Arbeittrfürsorgezwecken zuführen werde«. Den Herren von der SdP ist die Sach« au» mehrfachen Gründen unangenehm, vor allem deshalb, weil wir entgegen dem-Borgang, der bei der Sudetendeutschen BolkSbils« beobachtet wird, all« Arbeitslosen und Sozialbedürftigen, ibn« Unterschied ihrer Parteiftellnng, in die Aktion einbezogen haben- Die Eröffnung der XVIII. Reichenberger Mette Reichender», den 18. August 1037,(E. D.) Heute wurde die XVIII. Reichenberger Messe vom Präsidenten L t e b i e g in Anwesenheit zahlreicher Vertreter der Behörden, der Industrie, des Handels und der Presse eröffnet. In seiner Ansprache erinnerte Präsident Liebieg an die großen Schwierigkeiten, die die Reichenberger Messe unmittelbar nach dem Kriege zu überwinden hatte. Er bestand ursprüglich die Absicht, die Reichenberger Messe zu einer Textilinesse auszubauen,.doch mutzte dieser Plan ausgegeben werden, weil nicht genügend Aussteller und Käufer gefunden wurden. So nahm die Reichenberger Messe immer mehr den Charakter einer allgemei« »en Schau der industriellen und gewerblichen Erzeugnisse an. Die Messeleitung hat sich immer bemüht, Neuerungen zu schaffen und den Gedanken der Messehochzuhaljen, qls hi«.Krise über die Wirtschaft NordböhmcnS hereinbrach. Im Namen der Stadt sprach sodann Bürgermeister Kostka, Anschließend an di« Eröffnungsfeier fand ein Rundgang durch die ÄuSstellungSgebäude statt. Die allgemeine Messe weist 18 Warengruppen auf und ist in diesem Jahr zahlreicher beschickt als früher. Dies gilt ganz besonders für die technische Messe und die Radiomesse. Die allgemeine Messe wird durch eine Reihe von Sonderveranstaltpngen ergänzt. So vermittelt eine Elektrosonderschau„Strom überall" einen Ucberblick über die vielseitige und zweck- mätzige Verwendungsmöglichkeit der Elektrizität. Sehr- geschmackvoll ist. die Drogistenwerbeschau aufgemacht. Großes Interesse erweckt« auch am ersten Tage bereits die Briefmarkenmesse und -Ausstellung. Leider kann man auch diesmal nicht umhin, festzustellen, daß die Textilindustrie bedauerlicherweise auch nicht annähernd in dem-Matze vertreten ist, dar ihrer Bedeutung im Rahmen der nordböhmischen Wirtschaft entspräche. Die Zahl der ausstellenden Textilfirmen und der ausgestellten Erzeugnisse ist sehr gering. Auch wenn man berücksichtigt, daß die RelchenbergeO Messe im Verhältnis zur Prager und den ausländischen Messen keine internationale Bedeutung hat, ist e» doch auffallend und unbegreiflich, daß die größte Industrie in der Messestadt so wenig Gebrauch davon, macht, der Oesfentlichkeit ihre Leistungs- fähisskeit vor Augen zu führen. Der erste Messetag wies bereits einen starken Besuch auf.. Venn„ER" dabei Ist— müssen ' die Proleten abseits stehen I - Am kommenden Samstag wird das von Konrad Henlein für die Egerländer Kriegergedenkhalle gespendete Fresko, dar der Maler Grüß geschaffen hat, enthüllt werden."Die Ueber- gabe wird im Rahmen einer Feier erfolgen, zu dest,nmr Geladen e Zutritt haben/ Für die Feier, ist,ausdrücklich vorgeschrieben:.' „Herren in Uniform»der in Schwarz, Damm in Festkleidung.« :'Selbst der„Egerer Zeitung"— sonst ein .' ausgesprochener Henlcinblatt— geht diese Borschrift arg.wider den Strich, so daß sie sich be- mWgt Wft der Zuschrift eine» Volksgenossen . Raüm zu geben, der e» nicht verstehen kann.datz ' durch: eine solche'Vorschrift di«' Feser von. vornherein Äi»f eiste» bestimmten GesellschastSkrei»beschränkt-werd«..• Wer von den Festabeichen Kenntnis hat,, die „Kon.rad H«nlein un.d Frau"' ist dtr .Wlntersaisön in' Prag-4 chensall» Mr für Au»- erwählte 7-^ veranstaltet haben,l der wundert sich allerdings über gar nichis mehrt-- Warschau. An den Sonntag in mehr als 200 Ortschaften Polen» von der Bereinigten Volkspartei veranstalteten politischen Bauernkundgebungen wurde zur Unterstützung deS Kampfes um die Wiederverleihung der vollen politischen Rechte«in zehntägiger Baüernstreik proklamiert, der in der Zeit vom IS. bis 25. August durchgeführt werden soll. Während der Dauer des Streiks werden sich die Bauern de» Einkaufes von Waren und des Verkaufes von landwirtschaftlichen Produkten enthalten, in ihren Dörfern bleiben und lediglich die unentbehrlichsten Arbeiten auf ihren Grundstücken besorgen. In der Streikprollamation appelliert die Bauernschaft an die gesamte Bevölkerung der Landes und insbesondere an die Arbeiterschaft, die st« um Unterstützung bittet, wobei sie feststellt, daß der Streik gegen keine andere soziale Schicht gerichtet ist und auch nicht die Aushungerung de? Städte zum Ziel hat, sondern lediglich eine Demonstration für die Notwendigkeit einer Liqui- diernng des bisherigen Regierungssystems und der Wiederverleihung der vollen politischen Rechte an alle SlckatSbürger darstellt.„Wir haben", heißt es ferner in dem Ausruf,„in allen unseren bisherigen politischen Kundgebungen für' die Wiederverleihung- der bürgerlichen Rechte an die ehemaligen Brester Häftlinge mit Witos an der Spitze, ferner für«ine Aenderung der Verfassung und dec bisherigen Wahlordnung in das Parlament und in die autonomen Körperschaften, für die Wiederherstellung der Piratenschiffe ungestraft am Werk Malta.(Reuter.) Sonntag abends beschoß ein unbekannte» Kriegsschiff den Petroleumdampfer„Georg Macknigbt" aus Panama, an dessen Bord«in Brand auSbrach. Der Borhall ereignet« sich in der Nähe der Insel Zembra. Da» Petroleumschiff ist gesunken. Sein« 38 Mann starke Besatzung wurde- von dem malischen Dampfer„British Commodore" an Bord ge» nommm.' U-Boot Francos ,&• vor den. Dardanellen? London.(Reuter.) Der spanische Regle- rungtdampfer„Ciudad de Cadiz" wurde von einem unter der Flagg« de» General» Franco, fahrenden Unterseeboot bei den Dardanellen-ist der Nähe her Insel TenedoS Versen». Der Kapitän und die Mann schäft de» gesunkenen Dampfer»— insgesamt 70 Mann— wurden von einem sowjetrussischen Dampfer an Bord genom- mm. Da» Unterseeboot ist sofort nach dem Angriff untergetaucht und' verschwunden. Lar zu arg gelogen I London. Dem englischen Bizekonsul in Palma auf Mnjorka wurde von den Ausstän- dischen-Behiirden ein« Note über die Beschießung de» britischen Dampfer»„British Corpora!", überreicht.' Die Aufständischen behaupten, daß die Flugzeuge, welche da» Schiff bombardierten, n« r so angestrichen gewesm seien, daß sie für Franco-Flugzeuge gehalten werden konntest.' Dir Englischen diplomatisch«« Kreise erklären neuerlich,, absolute Bem"ei s« dafür zu haben, daß der Angriff tatsächlich von den Aufständischen unternommen wurde. DeShaUi wurde dem britischen Botschafter in Hendaste die Weisung gegebm, den Behörden der Anfständi- schen mitzuteilm, daß eine derartige Aufklärung in London unannehmbar ist. Der, janusdiaucr“ gestorben Riesenburg(Westpreußen). Kammerherr Elard von Oldeabnrg-Jarmschau ist im Alter »Mt 82 Jahren in der vergangenm Nacht in«Mer Klinik M Marienwerder gestorben. Er«ar«in« d«r bekanntesten Persönlichkeiten der Borkriegs- Deutschland». vierzig Jahr« lang stand er al» Abgeordneter d«» preußischen Landtage» und de» Reichstage», sowie' al» Mitglied de» alten preußischen Herrenhaus«» M ter Politik. Im Iah« 1082 trat er.endgültig von der politischen Bühn« ab>.',^'.v-' Elard von VIdenburg-Januschau war der Prototyp de» preußischen WnkerS, ein Repräsentant seiner Kaste, wie er schärfer nicht hätte ausgeprägt werdest können. Er gehört« durch Abstammung und vielfache verwandtschaftliche Verbindungen zu der Klaffe von rund 8000 Familien, die seit mehr alr 200 Jahren den preußische», Staat und nach 1870 auch Deutschland beherrscht hat, wobei sie sich ver- ■ schieden« anderer Kräfte geschickt und brutal bedient hat, vor allem der hohcnzollecnschen König») tum», für da» die Junker' da» bekannte Wort geprägt, hoben:„Und der König.absolut, wenn er un- . fern Wissen tüt." Die Brutalität, Kulturlosigkeit, , der kalte Egoismus und asoziale Herrensinn dieser ungebildeten,'dem Spiel/ dem Suff, der Jagd unb; djp sadistischen Mißhandlung ihrer Arbeiter' und demokratischen StaatSfovm, für die Liquidierung des diktatorisch-bürokratischen RegierungsshstemS, für die Einsetzung einer Regierung, di« das Vertrauen der breiten Volksschichten genießen würde, für einen AenderungderAutzen» Politik, für eine Steigerung der Rentabili- tät der landwirtschaftlichen Produktion, für eine gerechte Verteilung der sozialen Güter sowie für das Recht auf Arbeit und Brot manifestiert. Diese Wünsche"und Forderungen der Landwirtschaft, welche dem Präsidenten der Republik mitgeteilt und seinerzeit General Rydz- S m i g l y in Nowosielce übermittelt wurden, fanden bisher keine Berücksichtigung und auch leine Beantwortung. Statt einer Antwort auf ihre Forderungen wurde die Bauernschaft mit Strafmandaten und Einkerkerungen traktiert und ihre Not und da» Elend blieben unverändert. Im vollen Bewußtsein der Miwerantwortung für die Gegenwart und die Zukunft des polnischen Staates hat die Bauernschaft beschlossen, die Erfüllung ihrer gerechten Forderungen im Wege eines demonstrativen Baucrnstreikö zu erkämpfen.„Wir geloben", heitzt cS znm Schluß,„daß dies« neue- Bauerntat den ersten Schritt zur Wiedererlangung der vollen politischen Rechte des B a u e r n als des Hausherrn in Polen bilden wird." .In vielen Ortschaften, in welchen die Bauernkimdgebungen stattfanden, haben die anwesenden Vertreter der Behörden die öffentliche Verlesung der Strcikproklamation verboten. Franco*Offenshre gegen Santander Baleneka. Von der Nordfront wird gemeldet: Der Feind hat an der Santander» front angegriffen, und zwar im Sektor von Remosa, von Soncillo, Flechas de Valdivia, Cueta und Baldecebellas. Er wurde von zahlreichen Fliegern stark unterstützt. In einem anderen Sektor ist er dem Feind gelungen, Montoto und in der Nähe liegende Stellungen zu erobern und in der Richtung San Cristobal del Monte vorzudringen. Unser Gegenangriff setzte sofort ein. Wir haben den Feind auch bei seinem Angriff auf Vcntinijla de las Torres verhindert- vorzurücken und ihn zurückgeschlagen. Der Feind hat Colla diclo» de Ameronto beseht.• Italienische Flieger verwenden ' Exploei vgeschoeee Valencia. An der Nordftont wurde ein feindliches Flugzeug abgeschossen, das in die Linien der Regierungstruppen fiel. Der Pilot, ein Deutscher, wurde tot unter den Trümmern hervorgezogen. Ein italienisches Flugzeug wurde ebenfalls abgeschossen. Das Flugzeug fiel in eigen Binnensee. Vier Mitglieder der Besatzung verbrannten, zivei andere wurden gefangengenommen. Der Appärat war vollkommen neuartiger Konstruktion. ES wurden in ihm Explo- s i v g c s ch o s s c für Maschinengewehre gesunden, also völkerrechtlich verbotene Munition, e' Französische Verstimmung Uber den Paldstlna-Plan? London. Wie„Evening Standard" mitteilt, hat die französische Regierung nach London ein umfangreiches Memorandum über die Palqstina- frage gesandt. Die französische Regierung gibt darin der ueberraschnng Ausdruck, daß England ohne Beratung mit Frankreich, der Mandatsmacht über Syrien, die Lösung der Pakästinaftage in Angriff genommen.hat. Wiederherstellung der Glaubensfreiheit Madrid. Das Kabinett Negrin hat beschlossen, die Durchführung des Artikels 20 der Berfaffnng über di« Freiheit der Kulte in Spanien zu sichern. P. Lobo, dem das Justiz- und Kultus. Ministerium die vetresfende Mission anvertrant Hatz weilt gegenwärtig in Madrid, uw er dem Berichterstatter der Agence HavnS erklärte: Die Regierung hat mich damit betraut, eine Konskription aller Priester, welchen Kirchen innner sic angehören, vorzunehmen, um die Erneuerung der Kult« zu erleichtern. Es ist auch m«I»e Aufgabe, alle der Auslibnng der religiösen Zeremonien dienenden Gegenstände, die sich noch In Kirchen und Kellern befinden, zu sammeln. Auf die Frage, ob die Kirchen werden geöffnet werden, erwiderte P. Lobo bejahend. Wie der„Paris S o i r" meldet, wurde am Sonntag in Valencia seit dem Ausbruch des gegenwärtigen Bürgerkrieges in Spanien die erste öffentliche Messe gelesen. Der Gottesdienst fand in einem der Gemächer des Palais der baskischen Delegation vor einem improvisierten Altäre statt und wurde von den Anwesenden mit großer Bewegung verfolgt. Die Messe las ein junger Mönch, dem ein Milizionär in Uniform ministrierte. Vor dem Gebäude hielten vier bewaffnete Soldaten Wache. Nach Beendigung des Gottesdienstes erklärte der Justizminister der baskischen Regierung:„Ich bin überzeugt, daß innerhalb eines Monat» wieder alle Glocken Im republikanischen Spanien läuten werden, um die Katholiken zu den Gottesdiensten zu rufen." Zwei Tote In Mladenovac Belgrad. In Mladenovac, wo am Sonntag in der Kirche das Verzeichnis der aus der orthodoxen Kirche ausgeschlossenen Politiker verlesen wurde, kam cS im Anschluß daran zu blutigen Zusammenstößen. Als sich ein Demonstrationszug formierte, um angeblich einen Angriff auf das HauS eines Abgeordneten zu unternehmen, stellte sich ihm Gendarmerie entgegen, die jedoch mit Stöcken, Messern und Steinen überfallen wurde. Die Gendarmerie machte von der Waffe Gebrauch und tötete zwei Personen; zehn Personen Flussollnl verhandelt mit dem Negus? London. Das Matt„Reynolds News" meldet, der Kaiser von Abessinien habe cs ermächtigt, alle Pressemeldungen, daß die italienische Regierung den ehemaligen Negus aufgc- fordert habe, den abessinischen Thron als Basall Italiens wieder zu besteigen, zu dementieren. Diese Meldungen habe» ihren Ursprung offenbar in der Tatsache, daß Italien der Bezwingung der abessinischen Stammesführer große Schwierigkeiten bereitet. Beendigung des Zlonlstenkongresses Zürich. Am Montag wurden die Verhandlungen des XX, ZionistenkongrcsseS geschlossen. Ucber Antrag des Präsidenten des Pcrnianenz- Aurfchusses Goldbloom-London ivurde beschlossen, die bisherige Exekutive unverändert zn belassen. Soniit ist Dr. W c i z m a n n tvicdcrum Präsident der Zionistischen Organisation. UeberdieS wurde beschlossen, einen politischen Beirat zu schaffen, dessen Sitz In London sein soll. Die Mitglieder des politischen Beirates werden. vom AktionSkomitce gewählt werden, daS aus 77 Mitgliedern besteht. verschiedener Richtung bis heute den junkerlichen Großgrundbesitz als die notwendige Basis der BolkS- ernährung im Krieg« und daniit der Landesverteidigung ansprencheni) Nach dem Kriege hat der Januschauer entscheidend kn die tragische Geschichte der deutschen Republik eingegriffen. Mit Tirpitz und Loebell war er einer der instinktsicheren und überlegenen Politiker, di« 102g den Augenblick der Einsatzes und in Hindenburg den geeigneten Strohmann der Konterrevolution erkannten. Alr es gelungen war, Hindenburg durch die Schenkung von Neudcck(unter Umgehung staatlicher Steuervorschristen) zum Nachbarn der JanuschauerS zu machen und ihn noch enger an die älteren Junkerfamilien zu binden, begann Elard erst recht Weltgeschichte zu machen. Er hat zum Sturz Brünni li gS und zur Berufung der intriganten Kulissenschiebers P a p e n entscheidend beigetragen. So wurde er einer der wirllichen Begründer des Dritten Reicher, einer der Bätcr Hitlers. Der gerechte Lohn ließ nicht auf sich warten. Alrs der Januschauer auch gegen die Nazi» intrignicren und nach dem 80. Juni 1081 zu Hindenburg Vordringen wollte, wurde ihm einfach die Türe gewiesen. Seither hatte der Me zu kuschen und dar„Schwarze Korps" ist ihm einige Male über die preußische Schnauze gefahren, ihm betveisend, daß er heute eine Macht iy Deutschland gibt, die noch brutaler, noch gemeiner, noch großfrefsiger ist, al» cs die Krautjunker waren, die den Boden für den Nazismus 200 Jahre lang gedüngt haben. Seite 6 Dienstag, 17. Aügnst 1987 Nr. 192' Sigpefitieuigfcüiw Wichtige Sorgen! In einem mährischen Blatt der„Volksgemeinschaft" hat in den letzten Tagen ein gewisser Dr. Wilh. Hahn„eine wichtige Frage für alle mondänen Frauen" aufgeworfen. Man kann da unter anderem lesen: Jeden Tag höre.ich jetzt in meiner Ordination dieselben Worte:„Den gangen Winter habe ich mich geplagt, habe diät gelebt, bin elektrisch Massiert worden, was mir sehr wohl tat und die MuSkel» kräftigte und bin jetzt mit meinem Aussehen und meiner Figur sehr zufrieden, aber was wird im Sommer werden? Wir gehen nämlich, sagt die Dame, in eine gute Pension, weil das viel billiger kommt, besonders in der Schweiz, wo das a-la-carte-Effen einfach unerschwinglich in. Ta werde ich nun wieder nach allen Regeln der Kunst gemästet werden, ob ich will oder nicht, ich werde zunehmen." Mit welch grogen Sorgen sich diese bemit- leidenaiverten Damen der„besseren Gesellschaft" ihre Köpfchen zerbrechen müssen. Am Sommer und im Winter müssen sie sich plagen, schlank z» bleiben. Da hat es der Arzt wirklich nicht leicht, Mit seinen Diätvorschlägen und ob ein schweizerischer Kurort oder Kitzbühel, Fell am See, Ischl, Gmunden usw. ausgesucht werden soll. Arbeiterfrauen, überhaupt wenn sie Kinder haben oder, gar von Arbeitslosigkeit betroffen sind, brauchen wegen derartiger Dinge den Arzt nicht zu konsultieren. Sie bleiben im Winter mager, ohne daß,sie erst massiert zu werden brauchen. Sie bleiben anch im Sommer schwach und unterernährt und sie müssen nicht erst darüber Nachdenken, welche Pension in der Schweiz oder ander- ivärts sie aussuchen sollen, um nicht nach allen Regeln der Kunst gemästet zu werden. Die Arbeiterfrau hört dagegen oft von ihrem Krankenkassenarzt, daß sie sich gut nähren müsse, was sie aber in den meisten Fällen nicht zu tun vermag, weil ihr das ändere Glied der„sozialeindeutigen Volksgemeinschaft" den gerechten Lohn vorenthält, so weit ihn nicht starke Gewerkschaften durchzusetzen vermögen. H. H. Unsere dänischen Gäste von der Arbeiterjugend und den Roten Falken jenes nordischen, demokratischen und sozialistisch regierten Landes find nun wieder daheim. Der Reiseleiter schließt seine Berichte im Kopenhagener„Soeialdemokra- ten" durch ein Interview ab, das eines der Redakteure mit ihm hatte. Er erzählt u. a., daß sie nicht nur die böhmischen Gebirge besucht haben, derengleichen ihr ebenes Land nicht hat, sondern auch landwirtschaftliche Gegenden. Da siel ihnen auf, daß man Kühe vor Wagen und Ackergeräte spannt und daß Frauen schwere Arbeite leisten. Auch über die vielen Kirchen und gar die Klöster staunte die Jigsend aus einem durchwegs evangelischen Lande. Als sie in einem Stist von den Mönchen empfangen und herumgesührt wurden, flüsterten einige der fremden Besucher dem Reiseleiter- zu, sie hätten wirklich nicht geglaubt, daß es noch lebende, leibhaftige Mönche gäbe.— Auch mit jenen Arbeiterkindern, die voriges Jahr zur Erholung im dänischen Aalborg waren, sind die Dänen beisammen gewesen. Einige von ihnen haben bei dfti Eltern dieser Kinder gewohnt und:, wie sie sagen, geradezu einzig dastehende herzliche Gastfreundschaft genoffen.(Im.) Sprengschnß tötet den Brnchmeister. In dem der Firma Stein u. Co. gehörigen Steinbrüch bei S e l l n i h im Brüxer Gebiet lvaren der Bruch- und Schußmeister Josef S k a n t a aus Sellnitz sowie mehrere Arbeiter mit Steinsprengungen beschäftigt. Als Skanta wieder, eine Sprengladung zur Explosion bringen wollte, nahm er nicht weit genug entfernt Stellung, so daß ihm, als der Schutz losging, von einem großen abgesprengten Stei der Kopf zerschmettert wurde und er binnen wenigen Augenblicken starb. Ein zweiter Arbeiter wurde leicht verletzt. Skanta war verheiratet und Vater mehrerer unversorgter Kinder. Modewähn 1936— Bergsteigen. Bei der Besteigung der sogenannten Paffeierspitze stürzte der 18jährige Tourist Heinrich Ranz aus Tobadill in Tirol ab. Sein arg verstümmelter Leichnam wurde geborgen. „Gewisse" Verknappung.(JTF) Eier sind im Dritten Reich lvieder einmal knapp geworden. Den Bauern wurde das Getreide vom Hose geholt, angeblich sollte es gegen ausreichende Mengen guter Futtermittel getauscht werden. Doch das häufig nur in unzureichenden Mengen gelieferte ,. Ersatz"-Hühnerfutter. Ivar so schlecht, daß die Hühner— unpatriotisch—- nur wenig von ihm fraßen. Die Legetätigkeit ging daher zurück. Aus eine anSgleichende erhöhte Eier-Einfuhr wurde verzichtet, denn Eier-Handgranaten erscheinen den Nazis wichtiger als Eier. Damit der Eierman- gel den Deutschland besuchenden Ausländern nicht zu sehr auffiel, tvurden die Fremdenverkehrsgebiete auf Kosten der Industriestädte reichlicher beliefert..„Während in einigen Teilen Deutsch- lcmd»(in den Fremdenverkehrsgebieten— Red.) eine leichte Entspannung.am Eiermarlt festzustel- Icn war, tvar es in anderen Bezirken, so in Berlin, nur schwer möglich, Angebot.und Nachfrage in tlebereinstimmung zu bringen", gibt der„Völkische Beobachter"(Nr. 208 vom 27. Juli) jj». „Es gab wohl am Berliner Platz Eier, doch, nicht in dem Umfange, daß sich jede Hausfrau mit den gewünschten Mengen eindecken konnte. Von einem Mangel an Eiern kann man aber nicht sprechen, sondern nur von einer gewissen(!) Verknappung." Wer von„Eiermangel" spricht, gilt als Hochverräter.' „Die Freunde Mexikos". Mit großer Begeisterung und Sympathie"wurde in Barcelona die Kulturorganisation„Die Freunde Mexikos"(Los Amigos de Möxico) gegründet. In verschiedenen Stadien.des republikanischen Spaniens wurden bereits Filialen errichtet, weitere sind im Aufbau begriffen. Tod im Moor. Knut Hamsun erzählt in seinem Roman„Landstreicher" von dem grauenhaften Tode eines Kapitäns, der durch ein Mädchen ins Moor gelockt wird, dort einsinkt, und dessen Todesschreie tagelang zu hören sind. Ein Vorfall, der an dies^ Erzählung haargenau erinnert, hat sich jetzt in der Gegend von Montpellier abgespielt. Hier führt eine einzige Autostraße quer durch das Moor, das sich rechts und links davon kilometerweit eryreckt und auf dem nur die wenigen löewoh« ner der Gegend einen Pfad sind. Bauern hörten eines Abends Schreie aus dem Moor, gaben aber nicht weiter darauf acht. Unverständlicherweise beunruhigten sie sich auch nicht, als die Schreie am nächsten Tag noch immer zu hören tvaren, mW erst, am übernächsten Tage ging man der Sache nach, nachdem die Schreie immer schwächer geworden lvaren. Und nun fand man den völlig nackten Körper eines jungen Mannes, der nach mindestens 60stündiger Oual erst vor ganz kurzem völlig im Moor versunken und erstickt war. Obwohl man die ganze'Umgebung unter größten Vorsichtsmaßnahmen absuchte, konnte man lediglich einen Beutel mit einem MilitärpH eines 28jährigen Landarbeiters, aber keine Spur von Kleidern oder sonstigen Habseligkeiten finden. Für Feit bemüht sich die Polizei, festzustellen, ob es sich um einen Unglücksfall oder vielleicht um ein grauenhaftes Verbrechen handelt. Braunau»Nürnberger Geist in Kremfier. Die städtische Polizei von Kremsier wurde darauf, aufmerksam genwcht, daß in Kremsier eiift Gesellschaft von Leuten in der Wohnung einer Arbeiterin auf dem Marktplatz insgeheim zusammenkomme. Die Polizei nahm sofort die Nachforschungen auf und stellte fest, daß diese Zusammenkünfte in der Wohnung der Arbeiterin Frantiika Koubkovä stattfinden und dort Sitzungen einer verbotenen deutschen Sektede»„hl. G e i st e S" stattfanden. In den Sitzungen trug immer der 24jährige A n st r e i« chergehtlfe Josef Cepil aus Liptäl bei Befetin vor. Durch die Untersuchung wurde sestgestellt, daß Cepst in diesen Sitzungen die Repräsentanten de? Staates beleidigte, amtliche Verordnungen und Funktionen lächerlich machte, die vom Staate anerkannten Religionen beleidigte und die Anwesenden dazu ausforderte, die Gesetze nicht zu beachten und den Gedanken der verbotenen Sekte des„Hl. Geistes" zu propagieren. Bei der Haussuchung wurden in seiner Wohnung zahlreiche Schriften gefunden, die ihn strafbarer Handlungen überführen. Beim Verhör gab Cepil zu, daß er das beschlagnahmte Material von seinem Freunde, der sich derzeit in ddr Heilanstalt für G e i st e S k r an k e in Sternberg befindet, erhalten zu haben. Cepil wurde verhaftet und in die Haft des Bezirksgerichtes in Kremsier eingeliefert. Hafenbrand.. Sonntag früh ist im Marseiller Hasen ein großer Brand auSgebrochen. Am Ouai du Lazacct sind drei Gebäude einer Marseiller Lager- hatiSgesellschaft niedergebrannt, jn denen sich große Mengen von,Getreide, Baumwolle,^ Häuten üpd anderer Ware befanden." Die Feuerwehr konnte sich lediglich auf die Lokalisierung deS BrandeS beschränken..,...''’<’.'v Waldbrand. Auf der Insel Sardinien vernichtete ein großer Waldbrand den gesamten StaatSförst bei Butte. Der. Schaden beträgt 8 Millionen Lire,' Auto-Katastrophen vom tonntag . Aus der Bilanz des technisierten Verkehrs Sieben Schwerverletzte bei Korbltz ,,. Sonntag gegen halb 7 Uhr abends ereignete sich auf der Kreuzung der Staatsstraße Teplih^— Bodenbach mit der Straße, die aus dem Ort Prie« sten gegen Karbih führt, ein Entsetzlicher Autözusammenstoh, dessen Opfer sieben Schwerverletzte sind. Ein voll besetzter Autobus der Teplitzer Kleinbahn stieß mit voller Wucht mit einem Personenauto zusammen, das die Ortschaft Priesten verlassen hatte und die Staatsstraße überquerte. Der Zusammenprall war furchtbar. Die Insassen des Mietautos, wurden in weitem Bogen in die benachbarten Felder geschlendert und erlitten durchwegs schwere Verletzungen. Andere kamen unter das Auto zu liegen, dar durch den Anprall in den Straßengraben geworfen wurde und im Sturze noch zwei großes chwereStratzen- sä ulen niederbrach. Cs wurde völlig zertrümmert. Am schwersten verletzt ist der chemische Arbeiter Richard Renner aus Karbid. Aber auch der Karbiher Erhard Schlosser samt seiner Frau und seinem Kinde wie der kleine Kunz aus Karbid wurden erheblich verletzt. Der Teplitzer Autobus wurde am Kühler beschädigt. Den Verletzten wurde in der Veranda des nahen'Gasthauses„Fum Lorbeerkranz" erste Hilse Anteil, alsbald traf auch' eine GerichtSkommsssion unter der Führung des Karwitzer Richters Dr. Hant- schik ein. Die Verwundeten wurden in das Teplitzer BezirkskrankeichauS gebracht. Auto gegen Motorzug Kkadno. Sonntag abends stießen auf der Strecke bei Lochovice ein Personenauiomobil und ein Motorzug der Staatsbahnen zusammen. DaS Automobil wurde von.dem Postmeister.Fr. Karas ans Hostömiee pod Brdy gelenkt. Seine im Wagen/sitzende. Frau Mari e wurde g etö- tet, KaraS selbst: wurde schwer verletzt. DaS Automobil würde vollkommen zertrümmert. Mit SV Zentnern gegen eine Mauer! Kkadno. Sonntag früh fuhr auf der Straße in der Gemeinde Binakiee bei Kkadno das mit 90 Zentner Steinen beladene Lastauto des Fran» tisek P a j s k r aus Svinakov. Plötzlich versagten die Bremsen des Autos und. dieses fuhr in voller Fahrt gegen ein Bauernanwesen.-Der Lenker 5es Autos, Jan Sanda wurde dabei schwer verletzt und erlag nachmittags im Kladnöer Krankenhaus seinen Verletzungen. Der Mitfahrer Voj- töch Rychtäk erlitt einen Beinbruch'und der zweite Mitfahrer Blastimil S u I i k wurde leicht ,verletzt. Bodenbacher am Plattensee Budapest. Das Automobil des ungarischen Sandelsministers Dr. Bornemtsza stieß in der Nähe, des Plattensees bei Siosol mit einem tschechoslowakischen Automobil derart heftig- zusammen, daß das tschechoslowakische Automobil boll- komiüen zertrümmert wurde. Der ungarische Handelsminister und seine Gattin kamen ohne Verletzungen davon, während die Insassen deS tschechoslowakischen Automobils, zwei Kaufleute und eine Dame aus Bodenbach, leichte Ber« ! Ichungen davontrugen. Wolkenbrüche. Sonntag vor 16 Uhr ging über Kaschau und Umgebung, ein- schwerer Wolkenbruch nieder. Beinahe. durch drei Viertelstunden gingen vom Himmel große Wassermaffen nieder, so daß sich die Straßen in' einigen Minuten in Wasserläufe verwandelten. Zeitweise fielen auch große Schloffen, so daß noch lange, nach.dem Wolkenbruch große Haufen EiS in den Straßen lagen. Von einigen Seiten wurde die Feuerwehr und der Rettungsdienst der städtischen öffentlichen. Unternehmungen zur Hilfeleistung in Kellerwohnungen gerufen. Am schwersten wurden die staatlichen Häuser in der RaAnova ulice betroffen, wo dar Wasser 20 Kellerwohnungen überschwemmte. Auch nn anderen Gaffen wurden viele Kellerwohnungen, überschwemmt, in denen, stellenweise 80 Zentimeter bis l)h Meter Wässer gemessen'wurde. Jn tft Mehrzahl der überschwemmten Wohnungen wurden durch dar Waffer die Möbel und andere Gegenstände vernichtet, zu deren Rettung keine Zeit mehr blieb.— Auch Krakau wurde Sonntag von Einern, schweren Unwetter.hetmgesucht, da» die Telegraphenleitungen zerstörte. Auf dem Gipfel de» Giemont-Berge» wurden drei Pqrsonen durch Blitzschlag getötet. Politische Sommerschule in Tatra> Lomnitz. Sonntag mittags wurde im Hotel„Praha" in Tatra-Lomnitz die tschechoslowakische Sommerschule für da» Studium mitteleuropäischer Fragen, die von der tschechoslowakischen Völkerbundliga in Prag, dem Mitteleuropäischen Institut für kulturelle und wirtschaftliche Annäherung in Brünn und vom Verband-der Hochschulvereinigungen für den Völkerbund veranstaltet wird: mit einem Festessen eröffnet. Die Schule findet unter dem Protektorate der'Minister Dr. K r o s t a, Dr. Franke und Dr. Spina statt. Die 180 Hörer der Schule stammen au» 22 europäischen und überseeischen Staaten. In,Vertretung de» Ministers für öffentlicher Gesundheitswesen Dr. C z e ch begrüßte..ferner die Hörer der Schule, der Direktor der staatl. Bäder Ministerialrat Dr. Slädek. Die Vortröge der'Sommerschule wurden abend» durch den Stellvertreter der.Gene- raldireftor» de» Exportinstituts» in Prag Dr. Kose eröffnet, der in englischer Sprache über'das Thema Treue um Treue Mattern sucht Lewanewskij Moskau.(Taß/) Die Regierungskommiffion für die Organisierung der Flüge Moskau— Nordamerika gibt bekannt, daß es im Laufe.^eS Sonntag nicht gelungeti ist, mit der'radiotelegra- phischen Station des Flugzeuges Nr. 209 in'Verbindung zu treten, Die einzelnen Stationen der Sowjetunion und auf-Alaska haben zwar, einige unklare Nachrichten auf der von dem Flugzeug benützten Welle- aufgefangen, doch konnte. nicht festgestellt werden, ob diese Nachrichten von dem Flugzeuge stammten. Der Eisbrecher„Krassin" ist nach Kap Schmidt unterwegs, wo eine- Stelle zur Landung'von Flugzeugen hergerichtet wurde. FairbankS.(Reuter.) Der bekannte' amerikanische Flieger Jimmy.Mattern, der einst von dem russischen Flieger Lewa n o w s ki j i n.S i b k.rien gerettet worden war,, ist in Oakland in Kalifornien gestartet, um-die Suche nach'Lewanewskij-aufzunehmen..Er ist nach einem Non«Swp»Flug über 2600 Meilen-in FairbankS eingetroffen. Mattern vereinbarte mit dem Piloten Troffen, daß sie ge» meinsam daS Gebiet in der Umgebung des Nordpols durchforschen wollen, um daS Flugzeug Lewanewskij zu suchen,. Zum-Pol lvollten sie von Alaska noch Montag, starten. „Was wissen wir und wa»- erfahren wir über-die Tschechoslowakei?" spach. Billige Fahrt zur Prager^Herbstmesse. Besuchern der diesjährigen Prager Herbstmesse, welche vom.S. bi» 12.. September stattfindet, steht auf Grund de» Messeausweise» wiüer eine-8Sprozentige FahrpreH» ermäßigung auf. allen Strecken der sschechoslbwäki« schey StagtSbahnen zu. Die Ermäßigung, welche.für Personen» und Schnellzüge beliebiger WageNklgffe gilt, wird für. die Reise nach Prag vom 80. August bi» 12. September und für die Rückresse vom 3. bis 16. August bi» 12. September einschließlich gewährt. Au»land»besucher der. Messe genießen- eine öOpr'o« zenssge Fahrpreisermäßigung.- Kühlere» Wetter. Temperaturen-um 80Grad wurden Montag nachmittag» nur mehr im Südosten Europa» verzeichnet. Im Westen und im.' ganzen Binnenland, wohin voM Ozean her kühlere maritime Luft strömt, wurden gleichzeitig lediglich 10 bi»‘20 Grad gemessen. Der Himmel ist ziemlich bedeckt;-in der Mhe von.Gebirgskämmen treten Regenschauer auf. Die Störung über Dänemark löst stch zwar bereits allmählich auf, aber die unbeständige'. Und mäßig kühle Witterung dürfte bet'un»'noch andauern. Wahrscheinliche» Wetter, Dienstag:-Veränderlich, Schauer, mäßig kühl, zeitweise auffrischender Westwind. Wetteraussichten für Mittwoch: Keine 'wesentliche-Aenderung.,"- Vom Rundfunk toMduiWrtii am dan Programm»»» Mittwoch- Prager, Sender I: 10.08: Deutsche Presse. 12.10: Schallplattenkonzert-12.88: Balian» Salonorchester. 14.00: Deutsche Sendung: Reichenberger Komponisten— Reichenberger Künstler. 14.40: Französische Musik. 17.40: Klarinettensolo: 18.08: Deutsche Arbeitersendung: Dr. Mihlberger, Trau-- tenau: Menschenrechte und Bölkerfriede. 18.40: Sozialinsormatlonen. 18-48: Deussche Presse.. 19.20: Populärer Orchesterkonzert FOK- 22.20: Schallplattenkonzert.— Prag, Sender D; 15.18: Deutsche Sendung: Kinderstunde. 18.40: Schallplatten. 18.80: Deutsche Presse.— Brünn: 18.20: Tanzmusik. 17.40: Deutsche Sendung: Jng. Grimm: Lusttge Tieranekdoten. 18.18: Männerchöre. Prehburg: 14.18:.Operettengesänge. 16-10: Rund-, funkorchefterkonzert.— Kascha«: 12.08: Schallplattenkonzert. 18.18: Operettenmusik.—Mährisch» Ostrau:. 18.00: Au» Volksliedern der romanischen Völker..18.80: Operettemnüsil.''. Unglück; beim Renngnyfvon Pescara Das Rennen um die Coppa Aeerbo würde bei-.- Pesegjä. ausgetragen, Dabei.ftihr ein Rennwagen in. die Zuschauermenge. Ein zur Absperrung.kommanoierter M i-lizsö l d a t 'u'-iud d r e i Z ü s/ch a u et wurden getötete'(ÄüfDem Bilde ist.der Stär^ zü sechen,),- Nr. 192 DienStn», 17. August 1937 Seite 7 WMMMWM. Var Prager Bauarbeiterstreik Die dHtte Woche des großen Lohnkampfes Nach dem Scheitern der letzten Verhandln!», gen geht der Prager Banarbeiterstreil in vollstem Ausmaß« weiter. Bet'Beginn der dritten Streikwoch« ist die Situation unverändert. Mr Dienstag hat da- Prager Gewerbeinspektorat beide Berhandlung-teile zu neuen Verhandlungen einberufen. Sämtliche Gewerkschaften betonen in ihren Kundgebungen di« absolute Einmütigkeit der streikenden Arbeiterschaft und appellieren insbesondere an' die auswärtigen Bauarbeiter, unter keinen Umständen sich durch trügerisch« Lok« kungen zu Streikbrecherdiensten verleiten zu lassen. Wie nicht anders zu erwarten, arbeitet die Press«, di« den scharfmacherischen Dienstgeberkrei- sen, auf die allein di« V«rantwortung für dies«» Lohnkampf fällt, zur Verfügung steht, mit erfundenen und entstellten Nachrichten, so zum Beispiel mit der unwahren Behauptung, daß di« Streikfonds, der. Gewerkschaften, bereit» erschöpft seien und/ähnlichen Erfindungen. Alle diese Nachrichten'sind'au» der Luft gegriffen. Umsatzsteigerungen der Konsumvereine . Nach amtlichen Erhebungen haben die Konsumvereine Heuer beträchtliche Umsatzsteigerungen zu, verzeichnen. Bi» zum Mai d. I. betrug der Umsatz der. drei größten Konsumgenossenschaft»- vechänte, heim„Üstkednl Svaz", beim,verband" und.bei der„Unie", insgesamt 658.1 Mill. KC, gegen 522.4 Mill. Kö in der gleichen Vorjahreszeit.' E» ergibt sich also für dar Halbjahr 1987 eine Steigerung um 81.7 Mill. KC. Im Vergleich zum Jahre 1929 betrug der TageSumsatz pro Mitglied.In den ersten fünf Monaten dieses Jahres 88.97 Prozent, gegen nur 77,11 Prozent in d'tr gleichen Dorjahresperiode. Die Zahl der BerkausSstellen ist vom Mas 1988 bis Mai 1987 um 124 auf zusammen 8985, die der Angestellten um 450 auf 9747 gestiegen. Vom Gesamtumsatz entfielen auf den deutschen Verband 27.71 Mill. Xi, bzw. nm 2.89 Mill. XL mehr al» im Vorjahre. Die drei Konsumverein-zentralen hatten Heuer im Mai 658.600 Mitglieder; davon entfielen auf den deutschen Verband 201.900. Großhandelspreiee steigen überall Die Preisbewegung an den Weltmärkten, die bei einigen Rohstoffen zu Erhöhungen bis zu 70 und 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr geführt hat,, hat in allen Ländern auch die Grotzhqndels- preise steigen lassen. Nach den„Statistischen Uebersichten" der volkSwirtschästüchen'Äbteuung der Dresdner Bank" betrug der Großhandelspreisindex, auf Goldbasis umgerechnet(1929— 100): WSm auch ein Vergleich der Indexzahlen untereinander schwer möglich ist, weil die von den einzelnen-Ländern angewandten'Berechnung»- Methoden^» stark voneinander abweichen, so sind sie doch ein ungefährer Maßstab für da» Tempo, in.demin. jedem Staatedie Teuerung fortschre!» tei. Allerdings ist dabei für die diktatorisch regierten Länder«in Vorbehalt zu machen. ES läßt sich Nachweisen, daß sie auch die Großhandelspreis- Indexzahlen.niedrigerauSiveisen, att sie tatsächlich/sind,,.um' so«ine Stabilität de» inländischen Preisniveau»' vorzutäuschen,, die in Wirklichkeit nicht vorhanden ist. Damit klärt sich auf, warum der-deutsche Großhandelspreisindex nur. eine ganz untvefentuche Acnderung erfahren hat, während die ElhMmß 7in. allen Ländern /bedeutend Mehr in»' Gtzjvichl fällt. Sie-beträgt in den gteun Monaten von Oktober 1986 hir'Jüni 1987 für die Tschechoslowakei und die Bereinigten Staaten hon Norrämcrika 6.4 Prozent, für Polen 5 Prozent, Kanädaj-12-' Prozent,, Frankreich 18 Prozent, Juni 1987 tAtober 1986 Tschechoslowakei 58 55 Deutschland 77 76 England- 58 51 Frankreich 60 53 JWseHM 54 48 Belgien 59 51 Holland 62 54 Schweden 56 49 Schweiz 56 52 Oesterreich 70 67 Polen 62 57. Verewigte Staaten 54 51 Kanada 54 48 Japan 41 84 100 Reichsmark.' ,.<£< 728.— Markmünzrn'i' i’»/y'.'79O.— 100 österreichische Schilling i. 529.50 Istü.'xumänisch« Lei..,. 16.60 100 polnische Zloty........ 516.50 100' ungarische Bengö..»- 564.37 100'Schweizer Wanke».... r' 656.50 100'; WnKstsch, Fräße». /..107.30 'KenSlifchtStzfünd14S.12 1 amerikanischer Dtzllar. ,-. l 28.55 100 italienische Sire V i j. 134.40 100 holländische Gulden....,. 157».— 100 jugoslawische Dinar«..... 64.05 100 velgg»' 482.50 100 dänische Kronen...... 636,— 100. schwedisch« /krönen. 734— England und Schwedm 14 Prozent, Holland 15 Prozent, Belgien 16 Prozent und bei Japan mehr: al» 20 Prozent. Trotz dieser stärksten Steigerung erscheint Japan noch immer msi dem niedrigsten GroßhandelSpreiSindex. 70.000 Sack Kaffee täglich In Brasilien, dem Haupterzcugungsland für Kaffee, besteht seit einigen Jahren ein nationale» Kaffee-Institut, das'in einem riesigen Umfang die Kaffeevernichtung betreibt. Bi» jetzt sind'von ihm rund 48.5 Millionen Sack Kaffee vernichtet worden. Allein im Monat Juli 1987 hat e» täglich 70.000 Sack Kaffee vernichten lassen. Täglich 70.000 Sack!— Und in allen Ländern auf der weiten Erde gibt er Millionen Menschen, die sich gern einmal eine Tasse Bohnenkaffee gönnen würden, die«r aber nicht können, weil d« hohe Preis den Kafiee für sie unerschwinglich macht. Trotz dieser phantastischen Vernichtungsaktion, die für die brasilianischen Kasseeplan« tagenbesitzer sogar gewinnbringend ist, gibt e» immer noch beträchtliche Kaffeevorräie und die neue Kaffeeernte fällt wieder so reichlich au», daß die Vorräte weiter anschivellen werden. Brasilien und auch, di« anderen südamerikanischcn Kaffeeländer beschäftigen sich bereits damit, wie die bisherige Rekordleistung in der Kaffeevernichtung (AP.) Wie entnehmen den dem„Christlichen Reichrbund für deutsche Freiheit" nahestehenden Christlichen Freiheitsbriefen einzelne Ausführungen über die Lage in Deutschland: Man unterscheidet im Reich heute sehr scharf zwischen der Kriegsindustrie und der NichtkricgS- lndustrie. Die Situation der letzteren werde, im-, mer trostloser, und es gebe lene Basis mehr für Rentabilitätsberechnungen. Die Rohstoffzuteilung erfolge nur noch unter dem Gesichtspunkt der Rüstungen. Die wirtschaftliche Zukunft werde von maßgebenden Männern der Wirtschaft al» so trüb angesehen, daß man geradezu von einer Vorahnung der Katastrophe sprechen kann. Die Masse de» Volke» lebt in einer fatalistischen KriegSangst. E» bilden sich allmählich verschiedene Wider- standSzentren heraus, für die charakteristisch sei, daß sie voneinander völlig isoliert'sind. In der Fugend ist ein großer Teil noch in einem Rauschzustand, beglückt darüber, umschmeichelt zu werden, und den Krieg al» romantische» Abenteuer betrachtend. Selbst hier aber zeigen sich Symptome des Erwachens, besonders an den Universitäten. Dort bilden sich illegale Burschenschaften, die ebenso ihre Geheimzeitungen her« auSgeben, wie die» teilweise in den Betrieben geschieht. Wa» die Reichswehr anbelangt, so wollen die Generalstäbler jetzt keinen Krieg, nicht aus prinzipItllenCrwäguNgen,' sondern aus"Wrt«* nunftSgründen. Die Einstellung könne auf die Formel gebracht werden: Wir werden känipfen, aber nicht heute, wie die Papiersoldaten der Partei eS wünschen. DaS bestätigt übrigens die- Berechtigung der Warnung, von einer-„Friedenspartei" zu sprechen. Die Differenz geht um den Termin des Kriegsausbruchs, nicht um-den Krieg an sich. Bei den jungen Offizieren fei ähnlich wid sonst in der Jugend«ine Art Räuber- romantik festzustellen. Typisch dafür sei daS Eindringen der Ludendorff-Zirkel in die Armee. Für die Gesamtlage sei charakteristisch der Schrei nach einem Zentrum, da» ein Bild von einem neuen Deutschland vermitteln könnte, und die Ansicht, daß die Emigration eine große Ausgabe zu erfüllen hab«. Diese Eindrücke, basierend auf der Unterredung mit einem sehr bekannte» rheinischen Industriellen, werden auch durch andere Nachrichten bekräftigt. Die Passivität der breiten Massen Schanghai In Flammen Die Entwicklung der chinesischen Millionenstadt MTV Paris, Mitt« August. Wieder wie 1932 hageln die japanische» Granaten auf Tschapei, dje große Ehinesenstadt Schanghai» im Norden der internatibnalen Konzession, wieder versuchen Zehntausend« von Chinesen,' Männer, Frapin und Kinder- au» den rauchenden-TrüNunern in die eur-päischc Zone Schanghais zu fliehen, wieder-senkt-sich eine dichte Wolke von Rauch: und-Pulver über die Riesenstadt. Wieder sst Schanghai zum Mittelpunkt des Fernoft-Konfiitte».geworden- Diese Stadt kurz vor der Miindäng des Huang-Pu in de» riesigen Vangtsekiang ist nichtnur ein« der größten, sondern'auch eine der phantastischesten Städte der Erdkugel- In-ihr wohnen über dreieinhalb Million«» Menschen, 98 Prozent davon sind Chinesen'und'.Japaner: der Rest Europäer und Amerikaner.'Aber diesewiedevum besitzen gut drei Viertel' des gesamten Stadtgebiete», während Hunderttausend«-don. Chinesen dichtgedrängt in winkligen: Gaffen nebeneinandxr hausen,'.• Andere Hunderttaufende wohnen freilich kN den Vierteln,' die unterMropässcher Kontrolle stehen und die zum T-il. au» herrlichen breiten Avenuen? schönen Plätzen und-modernen Hausern bestehen. Knapp 70.000 Fremde wohnen hier, sie haben ihr« eigene- internationale Stadtverwaltung, daS französische KbnzessionSgebiet sogar seine eigene französische:. Und diese Handvoll Ausländer in der Drcieinhalb-Millionen-Stadi noch gesteigert werden kann. Vielleicht lesen wix in der nächsten Zeit die Meldung, daß' 75.000 oder gar 80.000 Sack Kaffee täglich dem'kapitalistischen Wahnsinn geopfert werden. Plantagen-Sklaven erheben sich London. Auf der brittschen Insel Mauritius versuchten mehrere hundert Eingeborene ein« Zuckerfabrik zu stürmen. Die Polizei schoß auf die Menschen. Bier von ihnen wurden getötet, sieden schwer verletzt. Die Lage auf der Insel hat sich daraufhin weiter verschärft. Ein Viertel sämtlicher Zuckerplantagen der Insel wird jetzt bestreikt. Man befürchtet Iveitere Unruhen. Prager Möbel- und Pianomess« auSverkauft. Auf der kommenden Prager Herbstmesse wird die Möbel- und Pianomesse in besonder» großem Umfange stattfinden. Im Vergleich zur letzten Messe"ist«ine kräftige Ausstellungszunahme zu verzeichnen; die belegte Fläche deträgt 6500 Quadratmeter. Die Genossenschaft der Prager Tischler tvird erstmalig in einem großen eigenen Pavillon geschlossen ausstellen; in ihrer Abteilung wird namentlich hochstehende Handwerksarbeit vorgcführt werden. Auch die Klavierindustrie wird die Herbstmesse stark beschicken. Alle führenden Firmen haben bereits ihre Beteiligung gemeldet. wird ergänzt durch eine wachsende revolutionäre Stimmung in der Partei, insbesondere in der SA und der Hitlerjugend. Die materielle Lage der SA-Leute, ja- sogar der SA-Führer, die längst ihre privilegierte Stellung zugunsten anderer eingebüßt haben, führe zu einer Radikalisierung, die alle» bisherige weit übertrifft. Die Parteiführung'verfolgt diese Entwicklung mit Schrecken und sucht ihr teils durch scheinradikale Töne, z. B. bei der Gründung der Eisenwerke Hermann Göring, teils durch verschärfte Ueberwachung der eigenen Parteigenossen Rechnung zu tragen. Infolgedessen hat sich das Verhältnis von SA und SS erneut verschlechtert. Hierbei sei eingeschaltet, daß das Verhältnis zwischen der Reichswehr und der SS nach wie vor schlecht ist, während dar Verhältnis zwischen der Reichswehr und der SA seine Schärfe eingebüßt hat. Da» beruht nicht auf plötzlich entdeckten Symvathien oder ideologischen Gemeinsamkeiten, sondern ist daraus zu erklären, daß dieSAkeineWaffenhai und daher auch nicht als Konkurrenz empfunden wird, daß schließlich beide, wenn auch von verschiedenem Standort her, die Gegensätzlichkeit zur Partei und SS empfinden. Qug&uul Liga für Menschenrechte debattiert über Henlein Am 31. Juli und 1. August d. I. fand in Paris der Kongreß der Internationale der Ligen für Menschenrechte statt. Auch eine Vertretung der tschechoslowakischen Liga für Menschenrechte nahm an den Beratungen, die in erster Linie dem Kampfe gegen den FaschiSnm» und der Verteidigung der Demokratie gewidmet waren, lebhaften Anteil. ES sprachen unter anderen: für Deutschland Prof. Marck, für Jtalienklompolonghi, für Spanien Lümbreras, für Frankreich der Generalsekretär Emile Kahn, für die Tschechoslowakei Dr. Räbl und Franz Nehyba. Am 1. August hielt- George Etienne ein ausgezeichnete» Referat über die Ergänzung der Menschenrechte, die bereit» am Kongreß zu Luxemburg im Vorjahre angenommen wurden. Zum zweiten HaupWerhandlungSpunkte: beherrscht fast den gesamten Handel und die Industrie Schanghais und somit eine» großen Teils des ganze», chinesischen Reiches. Neun Zehntel des 200 Millionen Pfund-Kapitals der englischen Interessen in China sind in Schanghai konzentriert,- in jenen riesigen Geschäftshäusern des Bunde», dies« einzigartigen Straße längs des Flusses, die mit ihren Wolkenkratzern, Bank- und Hotelpalästen mindestens so imponierend ist wie die Michigan-Avenu« von Chicago. Dckbei ist dieser Reichtum jung, noch nicht einmal hundert Jahre alt. Bis 1843 war Schanghai eine Stadt wie viele andere in China. Dann aber kamen zunächst die Engländer, sieben Jahre später die Franzosen und in den sechziger Jähren die Amerikaner, und schon in den achtziger Jahren schossen die europäischen Bürotzäuser in di« Höhe, tmrrden Schanghai, obwohl es 25 Seemeilen vom offenen Ozean liegt, der führende Hafen de» Landes und sehr bald der fünstgrößte det ganzen Welt. Erst um die Jahrhundertwende kamen auch die Japaner, allmählich erwachte der japanische Kapitalismus, wurden auch riesige japanische Unternehmungen gegründet', Universitäten wurden geschaffen, Bibliotheken gebaut, Observatorien errichtet: in noch nicht hundert Jahren war au» der Provinzstadt auf dem Wege über die Großstadt ein« Weltstadt ersten Ranges gewörden. ' Freilich ein« Weltstadt von besonderer Prä- gnng. Die amerikanischen Großstädte sind Schmelztiegel, in denen die Raffen und Nationen sehr schnell auch äußerlich zu Bürgern der USA werden, Schanghai bliibt bunt, hier wirbelt alle» durcheinander, aber bleibt doch im Grunde streng gesondert, e» M ein Jahrmarkt- der Farben und Nationen, aber die Interessengebiete und Leb«ns-' Kampf gegen den Faschismus und Verteidigung der Demokratie, lagen bcreiis gedruckle RefcratS- berichie vor, die in ganz ausgezeichneter Weife die einzelnen faschistischen Probleme behandeln. Sie wurden von ausgezeichneten Kennern der internationalen Lage auSgearbcitct. In die Debatte griff auch der tschechoslowakische Delegierte Nehyba ein, um in ausführlicher Weise Uber die Henleinbewe- g u n g zu referieren. Die Demokratie muß mit neuem Geiste erfüllt Ivcrdcu. Der faschistischen Henleinbewegung gegenüber darf keine Schwäche gezeigt werden; denn das, lvas diele Bewegung heute in der Art ihrer Propaganda, in den Ausführungen ihrer Sprecher, in den Angriffen ihrer Preise bietet, bedeutet nicht nur Gefahr für den eigenen Staat, sondern eine unendliche Gefahr für Europa selbst. Alle Demokratien niüsscn der Henleinbewegung erhöhte Aufmerksamkeit schenken, vor allem aber Frankreich. Einstimmig wurde sodann eine Resolution angenommen, die klar und eindeutig die Stellungnahme der Liga fiir Menschenrechte formulierte, die sich aus ihrer Einstellung gegen den Faschismus und für die Verteidigung der Demokratie ergibt. Die Unterdrückung der Koreaner (AP.) Im Zusammenhang mit der Situation im Fernen Osten hat sich die Unterdrückung der Koreaner noch verschlimmert. Der japanische Geueralgouverneur verbot den koreanischen Beamten und Staatsangestellten den Gebrauch der koreanischen Sprache nicht nur im Amte, sondern sogar in der Familie. Zuwiderhandlungen werden hoch bestraft. Japanisch wurde zur Staatssprache erhoben, und der Unterricht in den Schulen erfolgt nur japanisch. Schulkinder werden für den Gebrauch ihrer Muttersprache körperlich gezüchtigt. Die letzten Reformen von 1919, die sich das koreanische Volk damals in einem Ausstand erkämpfte, sind damit liquidiert. Auslösung öffentlicher Organisationen, Schließung koreanischer Zeitungen sind die Begleiterscheinungen dieser neuen japanischen Kampagne gegen dar nationale Korea. Amerika und Palästina Wie der„Daily Herald" meldet, hat ein Notenaustausch zwischen dem amerikanischen Botschafter Bingham und dem Außenminister Eden über Palästina stattgefunden. Die amerikanische Regierung hat darauf aufmerksam gemacht, daß — obgleich die Vereinigten State» nicht Mitglied des Völkerbundes sind— nach einem im Jahre 1921 vereinbarten Prinzip ohne die Zustimmung der USA keine Aenderung der Man- datsverhältnisse erfolgen darf. Während Eden den Standpunkt vertrat, daß die beabsichtigte Teiluim Palästinas die amerikanischen Interessen in Palästina nicht berühre und erklärte, daß die englische Regierung'die Regierung der Bereinigten Staaten über die Palästina-Verhandlungen dauernd unterrichte» tverde, hat die amerikanische Regierung die Ansicht geäußert, daß es sich bei der Teilung Palästinas um ein Aufihören der Mandatsherrschaft handele, was die Zustimmung Washingtons erfordere. Auf diese Erklärung hat Eden bisher noch nicht erwidert. Inzwischen hat der britische Kolonialminister OrmSby-Gore in der Genfer Mandatskommission erklärt, daß die bisherige Form der Mandatsverwaltung Palästinas nur unter dem Schutze eine» dauernden Belagerungszustandes aufrechterhalten werden könnte. Zusammenstöße in Brasilien Rio de Janeiro.(Havai.) I» der Stadt Campos im Staate Rio de Janeiro kam e» im Verlauf einer Massenversammlung zu schweren Zusammenstößen, bei welchen zehn Personen getötet und zahlreiche andere verletzt wurden. gewohnheiten sind verteilt, und die Fälle, in denen ein Europäer eine Eingeborene von Schanglflii heiratet oder umgekehrt, sind verhältnismäßig I selten. Das schließt nicht aus, daß man int Gc- schästSleben und auf dem Gebiete des Vergnügens sich sehr eng liiert. DaS VergnügungSleben von Schanghai, das da» jedes anderen Welthafens übertrifft, ist viel sonderbarer, als es die phantastischesten Romanschriftsteller wiedergeben könnten. DaS Kidnapping-System ist zum Beispiel keineswegs amerikanischen Ursprung», sondern au» Schanghai, und die betreffenden Banden, die sich mit diesem„Handwerk" beschäftigen, und zwar allein in Schanghai, dürften an Zahl ihre amerikanischen.„Kollegen" um eine unvorstellbare Ziffer irbertreffen. DaS hat nichts damit zu tun, daß auf der anderen Seite Schdnghai in den letzten Jahrzehnten eine vorbildlich verwaltete Gemeinde darstellt, und zwar nicht nur dank der Europäer. Die Chinesen haben sich als so tüchtig und zuver- läßlich erwiesen, daß sie in inm»«r steigender Zahl zu Stadträten auch in europäischen Konzessionsgebieten ernannt werden, und die chinesische Polizei ist über jedes Lob erhaben. Natürlich haben die internationalen Kon« zeffionSgebietc ihre eigene Polizei, sie besteht zur Zeit aus rund 6000 Mann, diä über genügend Maschinengewehre, Gewehre und Revolver vrr- sügen, um Eigentum und Sicherheit zu, schützen. Freilich dürft« Zahl und Bewaffnung kaum our- reichen, um einen Angriff japanischer militärischer Kräfte abzuwehren. Bisher war die» nicht nötig. Im Jahre 1982 begnügten sich die Japaner, ihre Bombardierung auf die chinesischen Borstädte zu beschränken. Unzufriedenheit, Kriegsangst, Radikalisierung Seite 8 „Sozialdemokrat^ DienSIag, 17. August 1837. Ar. 192 7» Zport-ZpieL-Mrp«pstegL »Jä«ggaBww>giMsin»MBBa Garantol Barantolvertrieb; WBnZEl MQllCf, TCtStilSII. hllt llar Ober 1 Jahr, lang frisch Packung A Kö 8—, aus« reichend für 100-130 Eier. Verlanget überall Volkszünder Neue Liga-Klubs: ®R Schief.-Ostrau und SK Pardubitz Der Schwanengesang de» DFL Prag Da»„Zünglein an der Waage" Ivar in' der Entscheidungsrunde de» OualifikationSturnler» der Prager DFL und er tat da» aurgiebig, wenigstens nach dem Ergebnis, nicht so aber in der Spielweise.' Da»'Abschiedsspiel mit dem FTT F t l a• kovo auf dem Spartavlatze gewann der DFL mit 6:0'(3:0). Gewiss sehr hoch, aber da» Glück war besonder» hold und so konnte der DFL»mit Anstand"«ine Konkurrenz verlassen, in der er wie auch die Slowaken nichts verloren hatten.- In Mä h r-»O st r a u gewann der SK. S ch l e, fisch- Ostrau mit 8:1(1:1) Wer SK Pardubitz. Die Schlesier haben dank der.Opferfreudigkeit" ihrer Anhänger und angeblich städtischer Subventionen an die Spieler da».Ziel"— die Liga— erreicht. Aber auch SK Pardubitz kommt trotz seiner Niederlage in di« Liga, denn da» hat der Prager DFT in Erinnerung^besserer Tage besorgt. Weitschieben unter sieben Bewerbern; im Nahschieben den fünften Platz. .. Die Europa-Ruderineifierschafteg in Amsterdam wurden Sonntag beendet und brachten, wie schon berichtet, den tschichvslwvakischen Bcrtretcrn leine Erfolge. Im Skiff gab eS«inen scharfen Kampf zwischen dem Oesterreicher Hasenöhrl und dem Schweizer Studach, den der Schweizer für sich entscheiden konnte. In den übrigen Bewerben sielen die'Sieg« an Vertreter der faschistischen Staaten, und zwar de» Dritten Reicher und Italien. Ein Nazi-Boot wurde wegen, regelwidrigen.Fahren» disqualifiziert. DFV-Dlvisionsmeisterschaft Die Führung hat nach der dritten Runde noch der Neuling DSM Trautenau inne, welcher in Kd» motau den Tll?K mit 8:0(1:0) besiegen konnte. Jn Teplitz hatte der TFK auf eigenem Platze immerhin Mühe genug, um mit 2:1(0:1) über die SpBg Bodenbach erfolgreich zu bleiben. Der Karlsbader FK konnte daheim den BsB Teplitz mit 5:0(1:0) schlagen. Sportbrüder.Schreckenstein'gewannen, über« raschend in Reichenberg Wer den RFK mit 1:0(1:0) und in Gabloiq verlor der BSK gegen den Warnsdorf« FK mit 0:4(0:8).. In der nächsten Runde wirkt bueltr der Prager DFL mit und tmi*- gleich nach Warnsdorf fahren. WattarKolars: Das Regime Blum Preis ne la—• , Bei allen Kolporteure» oder beim Berlag: Zentralstelle für' da» Bildungtzwefen, Prag XU, Slezskä 18. n n- u JBL 10,,. merletlährttchkliö 48.—. halbjährig Xi 08,- iganzjährtg Xi lüü.—.— J'äserattz^ttierden.Wlt! Tarif billigst berechnet. Bet-öfteren Einschaltungen Pyzirnachlass..-7! Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der MeuUnnarkeu.— Dte ZeitilngSsrgnwtur wurde von der Post-und rele- graphendwektion mit Erlab Nr. 18.0001VH/190O bewilligt.— Dntckrretr^vrbi»". Druck-, V«lagS« ürid 8eitung«-Ä.-Gi Prag.' Nm einen Russenfilm. Der zum zwanzigjährigen Jubiläum der Oktoberrevolution hergestellte Sowjet« film,,Die letzte N a ch t" ist von der tschechoslowakischen.Einfuhrkommission, wie-bereit» gemeldet^ nicht zugelassen worden soll aber jetzt— mit dem Hinweis darauf, das, er in Amerika,- Frankreich und.Skandinavien, gespielt wird— dem erweiterten Zensuraurschuss vorgeführt werden, der kürzlich auch den anfangs' verbotenen'faschistischen Film„Con- dottieri" f^eigegehen hat. 300 Auslandsfilme in der neuen Saison. Die zwanzig groben tschechosiowakischen Filmverleih« kündigen für die kommende Spielzeit' 280 ausländische Filme an. so dab— wenn man die Importe der kleineren Berleihfirmen hinzurechnet— etwa 800 AuSlandrfilme in der nächsten Saison bei uns neu aufgeführt werden dürften.- Wohlbrück in England. Der bisher bei ter Berliner Ufa beschäftigte Schauspieler Adolf Wohlbrück hält sich jetzt in England auf-und hat dort die Hauptrolle in,dem Film„Lhe.Rat"(Die Ratte) übernommen. von-innen km Schlob steckend)' Nach polizeilicher Oefsnung der Wohnung wurde-die Emilie Anion wt auf dem Fuschoden liegend aufgefmden. Der ganze Raum war von Leuchtgas angejüllt, dar, au» dem Gasherd auSgeströmt war. Ob ein Unfall oder Selbstmord, votliegt ist dorläufig, noch nicht festge- sttzltt, doch nimmt die-Polizei-eher di« letztere Mög- lichlett an. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist die Amon, al»-st« sich ihr Mittagessen kochte, in-der Näh« de» Herdes ausgeglitten und hat im Fall den Gasschlauch de» Gaskochers abgerissen. Durch den Fäll betäubt, wurde sie dann wohl von dem ausftrömenden Gas getötet.. Brand im Häutemagazin. Au» unbekannter Ursache geritten'-im Magazin der Firma Brüder Fischl in Prag II, Soukenieka. die dort lagernden Häute und Felle in Brand. Die sich entwickelnde Hitz« sprengte die Fenster,' so dass der Rauch und die Flammen von.den Nächbarn.bemerkt wurden.' di« sofort die Feuerwehr alarmierten.- Der Brand konnte bald gelöscht werden, doch entstand immerhin ein beträchtlicher,Schaden. Nach Meinung der SaHterstägdiaen- ist da» Feuer auf. einen unvorsichtig weggeworfenen Zigarettenrest zurückzuführen Und dürste, von Samttag abend» geschwelt haben, ehe e», fast 24 Stunden spät«, voll zum Ausbruch, kam. Dora Schöttl und Rudolf Geissler zeigen Ihre am Samstag, den 21. August 1087 stattfindende .. Vermählung an. Settenz bei Teplltz-Schönau. . Budweis: DFT gegen TSK Bierhöf 2:2(0:0). — Turn: SK Kladno gegen Hvizda 2:1,.— Brünn: DSM gegen Arsenal(SK Hussowitz) 2:1. Zabovkesky gegen Sparta5:1.— Trovpau: DSM gegen DDK M.-Ostrau 1:0.— W i en: Austro- Fiat gegen Weibe Elf 5:1, FAT(Schwarz-Rot) gegen Schwechat 5:2.— Bukarest: Hungaria Budapest gegen Rirpensia 1:2(Samttag) und gegen Venu» 4:1.— Raab: FT Wien gegen Eto 8:8 (2:1).— Lemberg: BocSkai gegen HaSmvnea 1:1(SamStag) und gegen Ukraina 4:8.— Kau-' naS: Rapid Wien gegen LFLS 8:2.— Altenberg: DSV Saaz gegen Eintracht 2:1. . In der tschechoslowakische» Wasserballmeisterschaft schlug in Pressburg BarKochba da» Team der Prager Sparta nach wechselvollem Spiel mit, 4:8(2:0). Da» Budapest« Wasserball-Turni« war begleitet von ein« Reihe harter Spiele, die z. T. durch Ausschlüsse auch,nicht auf bat richtige Matz zurückgeführt werden konnten.. Die. Ergebnisse: Belgien gegen-Oesterreich 8:8(2:2), Ungarn gegen Holland 8:0(2:0), Frankreich gegen Deutschland 1:8(1:2), Holland gegen Österreich 8:1(2:1), Belgien gegen Frankreich 8:2(1:1), Ungarn gegen Deutschland 8:1(1:0). Turniersieger wurde das ungarisch« Team. Die Schach-Olhmpiad« in Steckholm sand am Sonntag ihr Ende.- Endstand-ist u. a. folgender: 1.-Amerika 54.5, 2. Ungarn 48.5, 8. Polen 47 (besserer Durchschnitt), 4. Argentinien 47, 5. Tschechoslowakei 45. 8- Holland 44 Punkte.— Da» Frauenturnier gewann Bera Menschik vor Benin! (Italien). Bei den Weltmeisterschaften im Bogenschiessen, die in Pari» auSgetragen wurden, besetzte die Tschechoslowakei, den sechsten Platz im Männerbetverb für Filme In Prager Lichtspielhäusern Adria:„Charlie Chan auf der Olympiade." W Oland. Am.— Alfa:„Sherlok Holmes." Han» Albers. D.— Apollo:.Hiebe geht seltsame Wege." D.— Avion:„JarkaS Professor." Tsch/— Fenirr „D i e W e l t g e h ö r t u n S." Boskovec und Werich. Tsch.— Flora:„Die Weibe Grobmacht." A.— Hollywood:„JarkaS ProsesM" Tsch.— Hvizda:„Charlie Chan auf der Olympiade." W. Oland.«.— JuliS:„Die falsche Katze." Tsch.— Kinema: Journale. Grotesken, Reportagen.— Koruna: Journale, Grotesken, Reportagen.— Kotvar „Tas Komödiantenschiff." Am..—' Lncerna:„Di e Welt gehört uns." VoSkovec und Wkrich. Tsch: — Passage:„Geheimagent Nr. 18." G. Cooper. Am. — Praha:„JarkaS Professor." Tsch.— Skonti „Ehe ohne Hochzeit." Am.— Svktez»r:„Diesajsche Katze."Tsch,-—Alma:„Seiruv." Boskovec und Werich..Tsch.'— Baikal:„Nachtslug." Am.— Belvedere:„D e r M u si e r d i en 11“. ChgcleS Laughton. Am.— Beseda:„Ein toller Einfall." D.— Carlton:„Susanne im Bade." D.—Illusion: /So endete eine Liebe." P. Wessely. D.— Lido II':„Ehe vhne Hochzeit." Am.— Louvre: „D i e D r e i g r o s ch e n» O p e r." Rudolf For- PeröNjn:»Ter Torpedobootkommandant." Am.-.—; Perötön:„Der Torpedoboot-Kommandanf."Am. isiozy:„Der Fall d« Truxa." D.— N Bejvodü: „Der Kaiser pon Kalifornien." L. Trenk«. D.— Baldek:»Der Mann mit. der. Pranke.". Paul Wegen«. D:— Beletrhy:„Der Mann mit der Prgnke." D.— Tatra-Äeinberge:»Da» Pensionat der Zarin." D.' mit- ihm bei- einem Ameisenhaufen stehen bleiben:•',-■ '»Und will ich meine Schmerzen-teilen,. ' Mit Freunden, die mich recht-.verstehn,, ' So mutz ich zu den- Blumen: eilen,. Die draussen auf dem Felde stehn. Die.Blumen, die im Felde blühen, "Sind weit' entfernt von Stolz und Neid; Sie lassen mich' in Frieden ziehen, ^ Sie achten nicht'mein schlechte» Kleid-- Und seh'ich, wie die gold'ne Sonne, .- Den Tau von jeder Blume küsst. Dann Ml ich er nzit Götterwonne, . Dass noch^in befferel Leben ist."’■< An ihm ist«in Geist zugruntze gegangen, wie er-nicht alle Tage auf dem Boden des Arbeiterstande» wächst.' Er wär'«in Mensch! der nicht viel aufPrünkund Flimmer hielt. Wie« über sein Lebensende dachte, hat er In seinem Gedichte,„Die Eiuzelzelle", wcsches' er im Herbst 1804 während. einer zweimonätlichen EinzeMft tm Reichen» bergtzr KreiSgtzrichte schrieb', ausgesprochen:,- ^Sprecht' nur nicht viel, verlöscht.Mitin Lämpeiein,— > Ich bin kein FreUnd von Weinen' und von Wimmern, Wenn ich einst sterbe, wird sich mancher freun,' Und manch« wird sich um» Begräbnis-kümmern; Denn wer mich.liebt, der licht mich herzlich stark; Denn ich war stet» ein luftig« Geselle,' ' Zwei'Heller gibt-ein jeder auf dess Sarg, Dann lamm ich'in die letzje Einzelzelle : Ä.-Die Arbeiter Nokdböhmens und Oesterreichs," . kürz überall dort, wo sie ihn kennen'und verstehen, gekernt haben,; werden ihren Schillerseff nie vergessen: An'die Eltem deutscher Lch'rUnge in, Prags Euere Kinder!, haben die Schule verlassen', Ihr habt. zu entscheiden üb« ihren Beruf, Üb«'.Ihre Zukunft. In diesem wichtigen Augenblicke gebest wir Euch unseren ivoblaemeinten Rat: V e r a e s s-.'e t nicht da» Ha n d w er! I' Ditz-gewerblichen Jortbil- dungSsdmlen bieten den-Lehrlingen: die Möglichkeit zu'weiterer Ausbildung. D« tüchtige HandwerkSge» hilfe erfreut sich der grössten Freizügigkeit und hat Aussicht auf Erlangung eine» selbständigen Berufes. Piel, zu wenig Deutsche wenden, sich dem Handwerk« zu. Deutsche Meister suchen vergebens deutsch« Lebr- linge und-Gehilfen. Nicht länge wird«S mehr dauern und die deutschen Meister in Prag sterben au». Im Interesse de» Deutschtum» raten wir Euch dringend: Deutsche Eltern, lasset Euere Kind««in Handwerk lernen. Der Unterricht an den beiden gewerblichen Fortbildungsschulen de» Deutschen Handwerkervereiner in Prag wird am 1. September, um 4 Uhr nachmittag» eröffnet; Einschreibungen ab 15. August, täglich 10 bi» 1 und 8 bis 6 im BereinS- sekretäriat« Prag II., Smeiky 22. Schulgeld wird keiner-eingehoben,, da der Berel», die Schulen mit grossen finanziellen Opfern' im Interesse der deüt- fchen Handwerkerstandes: erhält. Unfall«erhütung»-Au»ftellung in Prag. Im Rahmen der Prager Herbstmesse wird vom 5. bis 12. September auf dem Alten AüSstellungSgelände eist« Unfallverhütungs-Ausstellung veranstaltet lvuden, in der die einzelnen Gebiete der Unfallverhütung, nach Jndustriezlveigen geordnet, übersichtlich dargestellt werden. Die Durchführung der Fachschau, die fett 1982 regelmässig stattfindet, liegt wieder in den Händen de» tschechosiowakischen Nalionalkomitee» für wissenschaftliche" Arbeitsorganisation. Auf der letzten BeränstaliÜng. fanden die ausgestellten, mit Schütz- vor'richtungeck versehenen Maschinen auch bei ausländische» Besuchern Beachtungund einige Aussteller konnten Exportaufträge«zielen!' Fremde»egen Prager Tazichaufteure. Bei den Prager Hotelverwaltungen und. den zuständigen Behörden mehren'sich die Äeschwerden auswärtiger Besucher Prag», dass die Tarichaufteure, namentlich.vor dem Masaryk- und Wilsonbahnhof, Fährten auf kurze Entfernungen ablehnen.. Die BerkchrSabteilung der Prag« Polizeidirektion macht sämtlich« Wagenlen- k«-und-besitzer. aufmerksam, dass dar Verweigern solcher kürz«. Fahrten unter keinen Umständen geduldet werden wird, sondern dass jeder Beschwerde die Anzeige an» Gewerbereserat de» Prager Magistrate» zweck» strenger Bestrafung, gegebenenfalls. Entzüge», der Konzession wegen AnzuverlSsstg- keit folgen wird. Ei» Mitglied de»' Sukguartett» bestohlen. Ein« Nachricht au» Budwri» zufolge wurde dort gestern in ter Wohnung des Josef Beran, eine» Mitglied» de» Sukquartetts, ein Einbruch vuübt, bei dem eine wertvolle italienische S t o'r i o n i- A e i g e mit der Jahreszahl 1794 oder 1790 uyd zwei französische S a r t'o r i"-' B ö g e n im- Futterral abhanden kämen. Du Schätze ist beträchtlich.'Bor Ankauf wird gelparmst'-,'- Diebstähle für IVO.OiX) Ilö. Gestern wurde der arbeit»- und wAhnungslose, erst vor zwei Monaten äu» der ZwangrärbeitSapstält- entlassene 88jährige Thoma» K.k t j« k verhaftet, dtzr seither in Prag«ine Reihe von Wohnungseinbrüchen verübt hat. Bish« Wurde ihm vor allem ein am 12. d. M. in der Wohnung des Dr. Alois in Dejwitz begangen« Einbruch nachaejvjtzsen, bei dem er Gegenstände und Bargeld im Gesamtwert von 100.008 sii erbeutete, Er. ist geständig gntz. wird nach abgeschlossener Untersuchung nach Pankratz gebracht werden. - Rätselhafter GaStod. Die 54jährige Emilie Amon wurde Sonntag abend» in ihrer Wohnung in derKicmencova ul. in Prag II tot.aufgefunhen. Sie hatte ihr« 24jährige Pflegetochter,-die in Radotin wohnt, aufsuchen' sollen. Da sie nicht einttäf, machte sich, diese auf die Reife nach Prag, um nachzufehen, ob-picht ihrer Pflegemutter etwa» zugestossen sei. Sitz,fand die Wohnung Verschlüssen und den Schlüssel zu.vustärken". Geld spielt ja in.solchen Fällen -kein« Rolle, zumal Man' derzeit- weniger brauchbare oder gealterte Spiel« für teures Geldandtn Mann, d. h. In» Ausland'(nach Frankreich besonder»)„abgeben" kann. Solcherart kennen wir hierzulande nach bürgerlich«. Meinung keine Profi», sondern nur FuKaller.:.' ... Der Sieg Sparta» ans eigenem Platz über Ztdenice mit 2:1(2:1).soll nach den Aursagen der Fan» zwar erwartungsgemäss gewesen sein, doch liess d« Augenschein berechiigte Zweifel hierüber' auskommen. Härttz und Schnelligkeit sind nicht da» Um und Auf im Fussbäll, soiwerä Können muss auch■ vorhanden sein— von all dem war bei Sparta noch nicht viel zu sähen. Die Brünn« imponierten in der Hauptsache durch die Energielosigkeit d« Stürmer, die sogenannte,.totsichere" Chancen nicht verwerten konnten. Für Zidenice wie Sparta Ware ein Un-! entschieden für da» Gomurkse— da» besonder» nach j der Päüse Höhepuickt« erreichte—«Ine gerechte Sache i gewesen- Ein Kapitel für sich war das„liebe" Publikum- Da schrien sich die Leute die Kehle heiser, wenn-«in Brünn« foulsvielte, aber mit inn«er Genugtuung wurde so etwas von selten, der Prager aufgenommen. Ja, sogar die Natwnaltät einzelner Brünner wurde zum Anlass genommen, obzwar bei Sparta auch Nicht alle einer Sprach« und Nasion sind. Doch ist im bürgerlichen Leben nicht» dumm genug, al» dass er nicht seine Nachbeter fände. In Pressburg fand der Llgameifter Sla- Via durch den CSK seinen Bezwinger; mit 2:8 (1:1) gingen Spiel und Punkte verloren.— SK Nach»d weilte in Pilsen und'besiegt« übenaschend den dortigen S K mit 2:1-(2:1)'. Wieder ein k.». auf dem Fussballplatz. Beileibe diesmal nicht im sogenannten Wsitzwestgau, sondern im Nordwestgau der DFB.' Fand, da am Sonntag in Lerchenfeld-llussig ein Fussballwettspiel zwischen dem bürgerlichen OrtSvrrein DTK und DFK Kar- bitz statt, welcher beim-Swnde-2:l für die Lerchenfelder'abgebrochen wurde. Der Schiedsrichter wurde nämlich von einem Karbitzer Linienrichter-„Insultiert", al» er ihm die Fahne abnehmen wollt« und darauf von einem anderen Karbitzer k. o. geschlagen- ' Sonstige Fussballergetniffe: Beraun: Cechie Karlin-gegen Cesfi) Lev 5,:2.— Königinhof: DK gegen Explosia Semtin 8:6.— Rimburg: SK Libeü gegen Polaban 5:5(8:2).— Preis- vin: CSK B.-Budtveis gegen..SK.7:2.— B.- Liga begann m|t Ueberraschungen .' Der sonntägige Beginn du Ligameisteysihaft setzte gleich, obwohl nur drei Spiel« zum AuStrag gelangten, mit den üblichen Ueberraschungen«in, von denen wohl.die Niederlage Slavia» die wichtigste war. Dar Spiel SK Prossnitz—Bikwria Zijkov fand nicht statt, da Regen seine Durchführung verhinderte. Die Übrigen Liggkläbr mussten noch pausieren, da im OuälifikattonSturni« die letzten Spiele vor sich gingen und trugen z- T. Freundschaftsspiele au». Es Has ab« den Anschein— wenigsten» konnte man. dies an dem in Präg stattgefunoenen Match feststellen.—, dass da» Spielniveau keineswegs der Sonderstellung und der Bezeichnung Liga entspricht. Gute und. schöne'Aktwnen waren ein« Seltenheit und dar Einzelkönnen ist auf ein sehr bedeutungslose» Minimum gesunken-. Dar wird wohl di« einzelnen.Klubs, dazu bewegen, nach.'neuen Kräften'Um- scha.u zg. hatten und„ihre" Mannschaft durch Aufkauf '>8wei lange Jahr« ging ich»rollend, fluchend. In jener Lasterschule, au» und«in;-----. Zwei schöne Jahre mein« zarten Jugeptz,--- Musst ich dem Laster und der Sünde weihn. ' Und täglich~ täglich sah ich wie die Tugend Gemartert ward durch namenlose Pein.. .'Und'die den- Geist.'d.«.' Jugend so vergiftet, Bor.diesen'Männern wird der Hut gelüfiet."' Da» sind di« Gefühle,. die. ihn'.erfassten, wenn-er-än-diese Zeit'zurückdächt«. Schill« hat, sehr wenig.Schulbildung' genossen,.aber"er wär.., von' Natur-au»'-«in äusserst begabter, genialer Kopf. An ihm ist«in grosse» Talent verloren ge>' gangen. Die von Hermann-Bahr in Wien redi l gierte Wochenschrift»Die Zeit" fchrieb über Josc. Schiller als. Schriststeller:->-- „Dieser Männ zeigt' eine, einfache,' epische/ - Kraft, einen innisten Nawrsissn nütz ein« Plastik ter Darstellung,- tzje-heute nicht viele Schriftsteller hoben.""'/' f' Al» Beispiel über denkftuypf, den erzu jenes Zeit, mit sich^känchste, mögen folgende.Strophen, dienen:', „Der Tod-ql». Lohn ist mir. zu' wenig, Fftr.ta» Gefühl,' da» mich bewegt, War jeder Bettler,'jeder König. Jm-Jnn«n seine» Herzen» trägt. . Wär soll-di« Sehnsucht, mir iw-Herzen,-' Die jeder Tag'im Leben bringt, ' wenn einst al» Lohst für-alle Schmerzen, Mir nichtß ali tzie Perwtzsung winkt?" . So hat er damäl» mit'stch g'erungen. Er.wär «ist Freund der-Natur. An jedem Würmchen hatte ec seine Freude und längere Zeit mitssie ich einmal Brzngebed'iigung^n: Bei Zustellung ms Hau» ode, vei Bezug onrw or> Pon^.iionaltich fit «sosvl 8eWvr Am IS.. Aygust 1897, also vor-vier» . zig. Jahren, starb.sti PennsstlpätzkeN:. der , Schiller Seff^-„Die Freiheit" vom 9..Sep« ". tember 1897 brachte äu» der Fetzer Hein-^ rich Bartel» einen Nachruf, dem wir folgende Teile entnehmen:■,. '.'' Ja, der arm« Sesf hat aüSgerüngen'.'- Witz -ein zu Tode-gehetztes Wild ist-er gestorben. Fern -von der Heimgt, in estiem entlegenen Weliwinkel .liegt.er begraben. Da» war'ein schreckliches, ein . furchtbares Ende. Wie ein zu: Tode verwundete» >R«h zu.enden: und. doch: sSch war.'d«.Freiheit noch nie so nahe,.wie jeht'', schrieb«r in seinem letzten'Briefe: Er ist- al».freier-Mann gestorben:. ' Im Mai des Jahre» I SgS ging er nach Amerikas um neue Kräste'und frischen'Mut zu sammeln.:. Abseits voin'Weltgetriebe^wollte er sich erholen, suchte er Ruhe. Nun rüht'«'—' abtr'-d'iese RHtz dauert ewig...'.- t.'■ • Schiller staNd' an der Wieg« der österrei- chjschen und inrbesondtzre der nordböhmischen So« -zialdemolrati'e,. deren treuer Bärkämpfer, er seit dem Jahre 1869 war. Schiller, als Verfasser de» -„Conftzssion-losen",.war konfessionslos. Er wurde am-29, Jnni' lö40.in Reichenberg.äls Sohn einer .arm« Weberfamilie geboren. Schock in der Zar. testen-Jtigend, wo andere Kinder kauck angesangest' haben, die-Schuf« zu besuchen, mutzte«, al» fö- geuannter„Streicherjunge" in der Liebiegschen Fabrik sein- Brot.verdienen!