Aus dem Inhalt Aerrtralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme de« Montag tLglich früh/ Einzelpreis 70 Heller Redaktion und Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Ker«, Prag Unfreiwillige SdP-Reklame für die Gec Völkische Arbeiter gegen Henlein Kavalleriemanöver in der Slowakei Die dritte Hitler-Anleihe in diesem Jahr 17. Jahrgang Mittwoch, 18. August 1937 Nr. 193 IPBoote unter Feuer nehmen! Wenn sie britische Handelsschiffe angreifen ' C o n b o m.(Reuter.) In der Im Anßenminifierium stattgefundenen Sitzung der Minister, in der die Lage im Fernen Osten behandelt werden sollte, wurde auch über die LagederHan» d y l S s ch i f f ei NiMi 1 t e lck e e r beraten. Es wurde folgende Erklärung auSgegeben: Die britische Regierung ist durch die steigende Zahl der Angriffe, die in de» letzten Tage» vorgekommen sind, e r n st l i chb e u n r u h t g t. Die britische Regierung hat im Wege der Adini. ralität Instruktionen auSgegeben, das, im Falle deS Angriffes eines Unterseebootes auf ein britisches Handelsschiff di« britischen Schiffe einen G«g enangriff auf das betreffende Schiff unternehmen sollen. Große Skoda-Lieferung nach China Gesamtbetrag Ober 1400 Millionen KC auf sieben Jahre Prag, Das Tschechoslowakische Preßbüro erfährt«US sicherer.Quelle,.' daß der chinesisch« Fluanzminister Dr. K u n a während seines Prager Aufenthaltes mit den Skado-Werkcn«inen Kredit in der Höhe von 10 Millionen Pfund 'Sterling'(über 1400 Millionen KL) zum Ankauf tschechoslowakischer. Jndustrieprodukte vereinbart hat. * Nähere Meldungen über diese Transaktion stehen noch äuh. Man petzt wohl kn der Annahme Njitzt fehl,- daß eS sich in erster, Linie um R ft-, ft u n» S m a t« ri a l handelt, daS die Skoda- werk« nach- China liefee« sollen.-ÄS heißt jedoch, haß daneben auch Lieferungen für die chinesischen Eisenbahnen in Aussicht- genommen" sinh. Der Kredit soll e t a p p e« w e is e in Anspruch genommen werde» und die Lieferungen spätestens binnen sieben Jahren von China zur Gänze abgenommen' werden. Es verlautet, daß China zunächst in den Weststaaten, vor allein in England, größere Be» siellunge» unterzubriilge» trachtete, doch konnte mit' Rücksicht darauf, daß die britische Rüstungs- industrie tat Gänze für den Bedarf deS eigenen Landes in Anspruch genommen ist, diese Absicht Nicht verwirklicht werden. So habe dann die englische Jndustiie selbst die Weiterleitung der Aufträge ast die Skodawerke angeregt. ES ist anzunehmen,' daß die Skodawerke«inen Teil dieser Aufträge auch an andere tschechoslowakische.Firmen' weltergeben werhrn,- namentlich solch«, di« nicht direkt Rüstungtzjwecken dienen. . Leber die Art der Finanzierung, die Dr. Kung bcreits in London. in die Wege geleitet haben soll,, wird noch Stillschweigen bewahrt. Artillerie- und Luftkämpfe Japaner bombardieren den Nordbahnhof Schanghai. Rach der heftigen Schießerei der Artillerie und der Maschinengewehr« vom Tage vorher trat Dienstag früh in Schanghai vollständige Ruhe rin, weil- ei» starker Regen- und- sehr schlechte Sicht di« Kampfhandlungen erschwerten.- Später^, nahmen aber die Japaner wieder- die Offensivtätigkeit auf. AlS Antwort auf die ,wiederholten chinesischen Luftangriffe UiurbeN am Rachmittag die chinesischen Stellungen in Tschapei von 13 japanischen Flugzeugen 40 Minute» lang Srschoisen.- . Japanische Flugzeuge beschosicn ferner einen Bahnknotenpunkt der' Bahnstrecken Schanghai- Nanking und Schanghai—Hantschou, wobei sie die Geleise,'die Elsenbahnwerkstätten und. Wasserreservoirs vernichteten. Die chinesische Flugwasfe^at nachmittags auf daS japanische, Viertel Honken' Bomben abgeworfen, wobei 18 Japaner getütet oder'verwundet, wurden. Die- Flngabwehr hat ein chinesisches Flugzeug äbgeschossem', Am Nachmittag bombardierten SO jäpanische Flugzeuge den Nordtahnhof, der seit Beginn der Kämpfe von Truppen der 88. chinesischen Division besetzt war. Der Bahnhof wurde angeblich, vollständig in Trsimmer gelegt.-Die Aktion dauerte über eineinhalb Stunden.,' Dienstag gegen S Ahr morgens versuchten 20 schwere japanische Bomber voy der Jnsel,Formosa«inen-zweiten Luftangriff auf H a.ntsch au zu.unternehmen; vier davon wurden aige- schosse«..--. Am Montag wurde bei dem Bombardement deS,jäpaNischen'Konsulate» der Stellvertreter deS- BefehlShaberS der japanischen Konsularpolizei getötet..-.. Das- japanische-Generalkonsulat'in! Schanghai ist infolge der chinesischen Luftbonchar demcntS nltr uoch eine Ruine.'. Nachrichten-.aus' .Schanghai.melden, dass aber trotzdem die Kosts«> kgrbeanüen'zwischen, den Trümmern ihre, Arbeit; Mesterverrichiem\ Die Evakuierung besinnt ’- London. Wie,duS SHrnghai' gemeldet,wird,- tpürde! Dienstag, vonnittatt?! her erste'Teil der britischen Evakuierung auf einem britischen Tor« pedobootzerstörer. eingeschjsft, usid' auf'dein Wangpu-Fluß nach Wustln' gebrächt.Dort er« wartete sie der Dampfer pRadschputana", der sie ehestens nach Hongkong bringen wird. ,, Auch die amerikanischen Vertretungsbehörden werden sofort mit der Evakuierung der ame- rikänischen Frauen- und Kinder beginnen.. Der' , erste Transport wird mit dem Dampfer„Präsi-' deut Jefferson" nach Manila abgehen.. "! Heute soll' die Abberufung dec N i e d e r- l a.»e r und Ugg.arn aus Schanghai durch, den niederländischen Dampfer-„Tasman" erfolgen. ;'.Japanische amtliche Stellen dementieren die Meldungen, daß ein Waffenstillstand abgeschlossen wurde, um die Evakuierung der Frauen und Kinder amerikanischer und englischer Untertanen durchzusühren. ' Die ausländischen'Banken nahmen Dienstag Morgens"ihren Geschäftsbetrieb in beschränktem Umfange' in' Notbüros und in Privatwohnungen wieddr auf. DaS Äbheben begrenzter Beträge ist möglich..' ' Japanische Verstärkungen? '.'' Der japanische Marineattacht verbreitet durch »iDomei'Veine Meldung vom Eintreffen japanischer Verstärkungen im Raum« von Schanghai. Dstrch diese. Verstärkungen würden die seit vielen Tägen im Kampfe" stehenden Marinetruppen entlastet.. .. Isingtau Ist an der Seihe? !''.Tien,tfiu. AuS. japanischer Quelle wirb, gemeldet, daß ist der Stadt.Tsingta« rin ,chinesischer Zivilist«ine zweigliedrig« japanische .Patrouille beschossen habe. Einer der Seesoldaten ' soll ,erschossen, der zweite verwundet worden sein. Hirraüf'soll' der Täter mit einem Auto geflohen! seilt'.,.Dieser Zwischenfall droht eine neue K» m p l i k a t i o n-Hervorzurufe». Rach.AnSsagrn.chinesischer.. Angenzeugen sifgren an dem Zusammenstoß.zwei japanische Ma- trosen und ein europäisch gekleideter Jitpaftrr beteiligt. Der japanische. Konsul behauptet. aber, d'ffß,dg-,Vvfrr von einem ll h i n e s e n.-erschossen -wstrh^... ,' u'-. t, ' Allgemein wird angenommen, daß hie Ja- paner diesen Zwischenfall wieder alS Borstiand »enütztn,werden; die Feindseligkeiten ist der Pro-' vinz Schantung»u eröffnen. Italienische OMrlere nach 5panleh -Gibraltar. DaS italienische Passagierschiff„R o m a" Hat zehn italienische Offiziere nach Gibraltar gebrächt, die sofort nach ÄlgeeiraS weitergereist sind. DaS Passagierschiff„Roma" war von einem italienischen Kriegsschiff geleitet. Befehl der Admiralität: Vormarsch Francos gegen Santader Paris. Der HptzaSberichterstatter meldet, daß die Aufständischeß-Abteilungen an der ganzen Breite der Santander-Front ant Dienstag früh gegen S Uhr den Vormarsch angetreten haben und daß einige Abteilungen der Franco-Armee trotz dem starken Widerstande deSGegners Santiurde erreicht haben. Vie tägliche Neuterel Irn 5ranco-lager Gibraltar. Heute kommt nach Gibraltar die .Nachricht von einer Meuterei, welche soeben in" der Garnison L a r a ch e, ausgcbrochen ist. Dort .haben sich die regulären Franco-Soldaten gegxg '.Legionäre-und- Phalangisten ierhoben.. Die Sol»-' daten waren vier Tage lang.Herren der Lage, bis' ' der Äenerälkonunissär von Tetuan' groß« Verstär-- kuiigen von Legionären und Phalangisten nach' Larache brachte,- die durch ihre überlegene Zahb die Meuterer^überwältigen konnten. In- den' ^Kmnpf, her dieser Niedertverfung der Meuterei' storimStzlng, griffest auch F-lugz e-Uge- ein.' Mehr als 200 Soldaten und, Offiziere wurden in dem Kampf getötet, Biele, Offiziere der Meuterer - wurden- später von Pen Legionäre»" erschossen. Andere wurden auf öffentlichem'Plahe degradiert und sofort zum Dienst als gewöhnliche Soldaten in-die. Feuevlinie. geschickt. Oer russische Finanzminister jQrlnko abgesetzt Moskau. Der bisherige Volkskommissär für Finanzwesen, Grtnkp, wurde„in Verbindung mit seinmn Uebergang»u anderen Arbeiten" von seinem Posten enthoben. An seine Stell« tritt der"Vorsihende-Stellvertreter des Rates der VolkSkommissäre T f ch u b a r. Erster Stellvertreter deS BolkSkommissärS' für Finanzwesen ist Gritschmanow.'Der bisherige Stellvertreter deS BolkSkommissärS für innert Angelegenheiten, B e r m a n, wurde auf den Posten deS BolkS- kommissärs für Postfernmeldewesen abgeschoben. An seine Stelle tritt R h s h o w.-.----"-- ' t■■".,■. KompromM mit Herrn Goebbels Der Berliner„Mme»"-Norreapouckent geht, auf Urlaub? London.. Di« Frage, ob Deutschland die ÄufenthaltSbewIUigung des„Times"-Korrespondenten in. Berlin, Ebb u t t, erneuern, wird- oder -»licht, ist'nösh nicht geklärt. Die ,fT i m t S" befassen sich inKinem längeren Artikel neuerlich mit -dieser Angelegenheit und halten es»«'englisch«' deutsche Verständigung'über.'.diese-Frage auch weiteichin für notwendig. Dem erwähnten" Artikel zufolge habeEübutt bereits vor dem Ausbruch deS -jetzigen Konfliktes.den Wunsch geäußert,.se in-«,«' .Urlaub" an.z»treten/ und daS Blatt fügt dem hinzu, haß ihn' in-diesenj Falle wie stets in de» vergangenen Jahren das Berliner„Times". Büro vektpeten.würde, so daß die Entsendung 'eine» Da das-bisherige. Kabinett, das-erst fest einem Jahre an der Herrscher war, mit. demTodc Bekr SidkiS seine größte Stütze verloren'hatte und offenbar auch der- anderen Truppenteile, nicht sicher war, entschloß cs sich nach einigem Zöget» zur Demission,- Als der Militärkommandant von Mossul von dem-Regierungswechsel erfuhr, ordnete er an, daß die Regierungsbehörden wieder einzusetzen seien. Roman von L Pringsheim"W „Ihr glaubt, wenn er das Essen hat, so soll ec zufrieden sein. Er ist aber nicht zufrieden, er kann es nicht sein, denn ihn treibt es weiter, vorwärts, aus der Küche heraus, er will feinen eigenen Platz, und dann quält Ihr Euch,"Ihr armen Mütter, wenn dieser Sohn oder die Tochter sich Freunden oder Freundinnen gegenüber hemmungslos in fremder Sprache äußern, also in Worten, die Euch fremd sind, die das Kind meilenweit entfernen, und Ihr könnt kaum mehr zueinander. Ich sage noch einmal, ich' stehe nicht hier,'weil ich Euch einen Arbeitsplan entwickeln sollte, was ich ja gar nicht kann, sondern ich stehe hier, weil däS Gefühl mich zu Euch drängt, und ich glaube, daß Verständnis und Gefühl einer Frau oft mehr geben können, als ein verstandesmäßiger Plan mit Zahlen, die in die Zukunft reichen und die Ihr doch nicht begreifen könnt." ''„Wenn ich auf dem Pfandhaus die kümmerlichen Gestalten erlebe, ihr letztes-Kleid, ihren letzten Rock krampfhaft qn sich gepreßt, wenn, mich ein armes altes Fräulein anspricht, die'eine zerrupfte Boa um den mageren Hals trägt, und mir erzählt, daß sie Berfasserin einer mehrbändigen französischen Grammatik ist und fünf Sprachen spricht: aber ihre Methode veraltet ist,— ach,— und noch tausend Beispiele, dann ist Euer Leid mein Leid'— abc- wie Euch Helsen?" -„Wie- soll es geändert werden, wie soll ich Euch Kraft geben, die spöttischen Augen von- so vielen hübschen Mädchen und-kräftigen Burschen zu ertragen? Was kann ich Euch geben, daß-Ihr »in Aequivälent habt für das AuSgesivtzensein, bei den herrlichen Geschäften, den eleganten Parks und Straßen?" „Was soll ich tun, daß die so unnachahmlich gut nach Juchtenparsüm duftende unbegreiflich glückliche Dame im eleganten Pelz Euch versteht und Euch nicht mehr wie ein.Überirdisches Fabelwesen, was kaum als Eure Schwester bezeichnet werden kann, vorgaukelt? Hört mir recht zu, ich spreche hier nicht zu denjenigen,, die in Respekt und Demut zusammenknicken vor der sogenannten„besseren Kaste", nicht zu den Frauen, die stundenlang vor einer Kirche stehen, um einevornehme Hochzeit mit anzüschauen und allein schon ehrfurchtsvoll bewegt sind» wenn sie einenhochtönenden Namen hören oder eine kostbare' Schleppe, einen Orden erblicken. Ich, spreche-nur zu denen, die. in-all dem-Lebenskampf, in all den. leidenschaftlichen- neuen Eindrücke» in dem Wirr- sal der Seele sich.nicht zurechifinden, die V0r dem großen„Warum", stehen, aber sich als. Mensch behaupten möchten,, Es'wird zu viel über den. Sinn des Lebens philosophiert, aber zu wenig umgesetzt in das Mögliche, in das Greifbärei Wer hungert und pur,.«in. Hemd hät. ünL wen. der Pfandmeister.mahnt und wem das..Wasser bis. zqm Halse, steht, der kann nicht Schopenhauer oder Nietzsche,. Kant öder eine andere Philosophie brauchen.. Niemals kann der Besitzende den Armen seelisch voll, erfassen, solange er nicht selber ver- fpürti Ivie es ist, wenn eine ganze Weltanschauung zusammenstürzen kann für ein Stück gebratenes Fleisch. Und weil.es deshalb nie so fein kann,.und es. auch, technisch unmöglich ist, daß der Besitzende hergibt,— hcrgibt, und der-Lstitt^lhose zuletzt doch auch, nicht satt, wird.— und weil dieses Problem, ganz wo anders, verankert liegk, und es wirklich Jähre braucht, bis die ErkennjnjD, die. Lösung dieses Problems herbetführt, muß ich als Frau und.Mutter find'. Schwester,.und.armer' Teüfel- Euch etwas anderes sagen." „Jetzt weiß ich cs, dafür habe., ich so lange gelebt, Und sicher immer falsch gelebt, über ich habe etwas gelernt: ich hin nicht verhärtet, ich fühle. Und all diese.tausend Augen, die mich heute anstarren, daß ich rot. werden müßte vor Verlegenheit und zusammenstnken müßte vor Scham, diebeirren mich nicht, denn diese täusend Augen sah ich mein ganzes Leben. Und in der Finsternis blichen sie mich an, und ich bin vertraut mit ihnen. Nur der, der'Euch kennt, kann die Kraft haben, zu euch zu sprechen, ohne daß er lügen müßte. Ich sage es Euch jctzt:.J.H r h a b t ni ch t u m.son st g e l e b tl. Was Mc fühltet, was Ihr dachtet, was Ihr glaubtet?^ was Ihr stark.und wirklich glaubtet, das ist irgendwo vorhanden als etwas Bleibendes, als etwas UeberlieferteS, als etwas Fettloses,..denn, es ändern. sichfvöhl die Sitten pnd'Gebräuche, die Gesetze, bie'ArbeitSbedingun- gen, Technik und Industrie,'— aber etwas ändert sich nicht':.'' DaS Gefühl im Menschen, wirkliche Liebe'und'Sehnsucht nach' dem'.Schönen','uNd Gütend Und!wcnn ihr die Augen'offen habt, dann erblickt ihr überallfn rührend, menschlichen Form die Antwvrt-auf Eure Frage: die'Bejahung Eure» Seins. Dec süße Trost, daß', deö Mensch nur einmalig''ist, daß ihr-keine Sträflinge in langer Kette seid,' sondern daß ihr überquer Inneres schalten und. walten könnt: und'daß es sich tausendfach Überträgt'.upp vererbt, wenn'Ihr keine Masken seid, sondern fühlende, groß« Geschöpfe. Das- soll Euch heut« gesagt sein."■■■ Hier machte Frau Hardt-.eine Pause: Sie wär'''wie in. Dampf gebadet' und sah. undeutlich, häßimmer mehr Menschen^sich' herandrängten, schier endlose Massen,/und sie doch nur imnier den 'einen Grund' wußte,, warum‘fii nicht verzweifelt sollen. Aber genügte der? Uebcrmiitelte sie wirklich dps, wovon sie so.überzeugt..Wär?..Wäre,es?ujcht! besser,--sie- könnie jedem Hüyderk'Schilling' fchin»! ken? Aber nein, die lvären ja auch halb,zu Ende! und das Ende-finge, von: vorne'ä'n.' Und-plötzlich' kam ihr Glasers LächM in Erinnerung.'Undlsie fuhr fort: '.„Es gibt' eine Glückseligkeit,Vdie Wie eipe' laktloslgkelten - Unter diesem-Titel-Werden im Leitartikel'des „Präßo^Lidü", zwei' TatsSchen'besprochen'.; Di« -tzind ist der Antrag, welchen der nätiynäldeniölsta» tische Abgeordnete Dr. D o mrt n zusammen'/mit den Mitgliedern der slowakischen Volkspartei Überreicht-Hai.. Dieser Antrag.schlägt ein.Gesetz vor,.das den' Jnhalt hat:'„Dr, Karel-Kramäk hat sich um das'Vaterland verdient gemacht." Dazu bemerkt nun das„Prävo Lidn": ..„Es- geht.offenbar-um eine».unernsten Antrag, Wenn die Herren Antragsteller die Sach« seriös nehmen würden, würden sie sich über di« - Ueberreichung dieses Antrages mit de» Koali- tiönSpa'rieien geeinigt haben, sie hätten ihn nicht' a priori als ausschließlich oppositionellen-Antrag ' überreicht, hätten versucht für ihn auch die Ulster» schriften einiger Koalition-Politiker, zu besorgen -und erst im Falle ter Ablehnung hätten sie ihn als Demonstrationsantrag überreichen könnens Aber entweder ging er ihnen- tatsächlich nur um «ine Demonstration, damit sie den Namen-Dw Karel Kramäkr Noch nach seinem Tode agitatorisch ausnützen- können' oder- ist-- ihr politischer Weitblick so primitiv." Eine zweite taktlose Angelegenheit ist jene, welche durch die Antwort des. Ministerpräsiden,' ten auf die Lnierepellation der Nationaldemo- kratischen Abgeordneten I e Z e k. erteilt wurde. Dieser hatte den Regierungschef in einer Interpellation gefragt, warum die Durchführung des Gesetzes über die Errichtung eines Denkmals für Dr. Alois, Raöin und Dr. MilaN Sicfänik. verzögert werde,.„ES ist sicher taktlos'.', so bemerkt das'„Prävo Lidü" dazu,„eine so delikate Sache zum'-Gegenstand einer öffentlichen Interpellation zu machen.".Der Ministerpräsident hat darauf geantwortet,, daß zunächst die Frage des Standortes für.das Denkmal des Präsidenten Masaryk in Prag beantwortet werden müsse, worauf man erst an die Vorarbeiten zur Errichtung des Denkmals für Rabin und Stefänik werde schreiten können. Kavallerie-Manöver In der Slowakei In der Südwestslowakei sind soeben die Schlutzübungcn der ersten Manövergruppe im Gang. Die beiderseitigen Kommandanten waren zunächst nur auf die Luftaufklärung angewiesen: nicht einmal der Aufmarschraum, ja nicht einmal der Name deS gegnerischen Kommandanten war ihnen bekannt. Montag um 1ö Uhr-begann-die Luftwaffe ihre Tätigkeit; die' eigentlichen Kampfhandlungen setzten Dienstag um ö Uhr früh ein. - Die Uebung ist als-Begegnungskampf von KAvalleriebtigaden geplant,'dw^daMM0t«isierte Einheiten verstärkt stndr^Durch'die' Tätigkeit Her Aufklärungsflugzeug« wurden in den nordöstlichen Teilen der Kleinen Karpathen Elemente der Blauen Arme« festgestellt, welche' den U« b e r« gan g.üb e.r die Kleinen Karpathen vorbereiteten, der Dienstag, früh teilweise vollzogen wurde.-...---' Teile der- Roten Armee wurden im Raume der östlichen Waag sestgestellt. Die überwiegend« Mehrheit der Roten'.und der Blauen bilden motorisierte Kava.l- I.e r i e-'A b i e i l un g e n, welche' dieser Waffe neben, der Schnelligkeit auchstroße Feuerstärke»nd die Möglichkeit' geben,' rasch und sicher Nachrichten über den Feind aus weiten Räumen zu erhalten.• Blume aus dem Innersten des Menschen emporsteigt. Und die nichts mit Geld und Stellung zu tun hat. Sie spricht aus dem zauberhaften Licht in den.unverdorbenen Augen eines KindeS, einer jungen Mutter oder aber der letzten. Umarmung eines Toten. Vielleicht versteht Ihr mich nicht." Sie wiedehölte:„Versteht Ihr mich nicht?"'Denn ein lauter Pochen tönte aus den Reihen,'und wurde immer, stärker, bis die Stimme des Portiers zu hören war: ..„Frau Hard.ti Ich klopfe schön drelmall Ein elngeschriebeNer Expreßbrief zum unterschreibeni" Kurz vor sechs entschloß sich die Dorechqna, die Sekretärin und langjährige Stütze,..Fräulein Biner, aus dem Schlaf herauSziitelephonieren. Fräulein Biner, eine sehr'unschöne', älterePer- son, schlief noch fest, aber sie fühlte sich so servil mit dem Hause Dorechana verbünden» daß sie beim-schrillen Telephonläuten, welches sie-sofort als von Dorechana- empfand, mit einem-»Pardon" aus dem Bett stürzte und in, devoter Häl> hing vor dem Telephon»Küß die Händel",.stammelte. Ihr ziemlich ergrautes Zöpfchen hing über einem, rosa Barchentnachthemd, ihre kurzsichtigen Augen trugen einen Kneifer' und ihr« fleißige Hand notierte alle.überraschenden Anordnungen. Die Dorechana hatte, sich inzwischen überlegt, daß bis jetzt in ihrer geistigen Laufbahn immek daS Geld das Entscheidende gewesen Ist.'Deshalb'schien eS ihr besser,. mit dem eigenen Auto nach Genf.zu fahren, als.mit der Eisenbahn. Der schönt Steyr«. Wägen gewann'selbst widerstrebende Herzen, mid da eS ihr nicht gelang, inst der angeborenen Schlichtheit einiger wirklicher Grijßen äufzu» treten,'müßte eben der Wagen und manche ändere Hilfsmittel herhälienj' Sie würde also schon früh .Mit dem-Steyr-Wagen fahren, der Chauffeur,Ivar schon telephonisch benachrichtigt, sich zu richten und die Abfahrt wurde auf sechs Uhr/früh- festgelegt.,-T?, .sForMüng tzlgst), «r. 193 Mittwoch, 18. August 1937 Sei» 3 idtSidtMl VIS 4iir utiqiniiincn vsrenze von nu 1 ou.-—, iun» orivefliing suiuinnirngrvioiiir« ttllv u«s vcn i'L' becn in vielen Fällen darüber hinaus I Bandlohn absichtigten Enthüllungen über die sozialistische ist K<5 2.92. Fiir aus der Schule entlassene Lehr- Bewegung ist eine Blamage der SdP mädchen beträgt der ÄnfangSstundenlohn für die geworden, die wir der sudetendeutschen Oeffent- ersten vier,Wochen KC 1.10 und 1.20 und stei« lichkeit übergeben. ! !s gert sich je nach der Verwendbarkeit schon nach vier Wochen um 40 bis 70 Prozent. Die in der SdP organisierten Bärringer Unternehmer zahlen nicht einmal annähernd die in der Gec-Fabrik gezahlten untersten Löhne, wie denn überhaupt der Gee-Betrieb die höchsten Löhne In der Wäschebranche zahlt. Was schließlich die Bemerkung in dem Schrcibebrief der' SdP-Leute betrifft, daß den Arbeitern bei Veranstaltungen das Eintrittsgeld bei der Auszahlung abgezogen wird, ist folgende? einwandfrei festgestellt worden: ES Ist vollkommen unrichtig, daß bei Vrran- Naltungen Beiträge abgezogen werden, ohne daß die Belegschaft gefragt wird. Richtig ist, daß der BetviebSausschuß nach Befragen der Arbeiterschaft an die Fabrikleitung herantritt, sie möge einem Beschluß der Arbeiterschaft Rechnung tragen. DaS geschah in diesem Jahre ein einzigeS- mal, und zwar gelegentlich eines Festes in Chodaü. Sammelaktionen erledigt die Arbeiterschaft n a ch der Lohnauszahlung allein, die Fabrikleitung kümmert sich nicht darum. S" ist also her fein«ingefädelte Plan einer Verleumdung gegen einen Zweig der Arbeiter, bewegnng zusammengebrochen und auS den be< Ortsgruppe Bärringen, am 28. Juli 87. An die Bezirksstelle der SdP Aussig Kleine Wallstraße 12/1 gen von der. Auszahlung abgezogen, schon eine Woche vor der betreffenden Veranstaltung... Er gibt auch in dieser Fabrik zwischen den Arbeitern, sehr oft schwere AuSeinandersetzungen- die. aber nie richtig ans Tageslicht kommen' und wir dadurch fetten stichhältige Argumente erreichen können, um öffentlich auf diesen sozialen Betrieb hinzuwirken. DaS wäre dar Wichtigste zur Aufklärung. Sollten Sie noch weitere Auskunft benötigen, so stehen wir gern zur Verfügung. Wit deutschem Gruße: SdP OrtSleitung Bergstadt Platten.- Die. SdP bestätigt also hier, daß die Löhne, welche die Gec zahlt, bestimmt nicht zu den schlechtesten gehören— Worte, die man glauben kann. Aber nicht genug daran! In Wirklichkeit sind di« Löhne im Bärringer Gec-Betricb noch höher. Die Löhne bewegen sich bei den Arbeiterinnen nichr bis zur angeführten Grenze von Xi 180.—, son« Völkische Arbeiter gegen Konrad Henlein In der„Deutschen Arbeit", dem Blatt In der„Deutschen Arbeit", dem Blatt der Deutschen Arbeiterpartei, veröffentlicht ein Gablonzer Arbeiter einen Artikel über die gegenwärtige Wirtschaftslage, in welchem er auch auf die SdP zu sprechen kommt. Der Autor sagt da an .die Adresse Konrad,Henleins ein paar saftige, aber den Tatsachen entsprechende Worte: Als einfacher Arbeiter stelle ich die Frage: Wer hat sich um die Wirtschaftsbelebung und die Rückgewinnung verloren gegangener Absatzgebiete bemüht? Warum teilt uns das eine weitreichende rechtsradikale, gleichgeschaltete Presse nicht mit? Weswegen werden diese Mühen von Männern, die im Interesse von Arbeit und Brot des Volles handeln, nicht öffentlich anerkannt, ihre Namen dem Volke verschwiegen? Warum ein langes übd breites Geschreibe In'diesen Leitungen über den Herrn Führer der Volksgemeinschaft und seine Ürkäubsfahrten nach Schweden, Norwegen, England, Italien und die Schweiz? Meines Ermessens nach wäre es für den Herrn Führer lehrreicher, Nachschau in.den Armeleutestuben des Jser- und Riesengebirges zu halten, statt im LuxuSauto Erholungsreisen zu fröh- nen. Der Gablonzer Arbeiter aber freiste sich gewiß über eine WirtschastSankurbelung und ist interessiert an der Frage, wievieke seines Standes an dieser Besserung durch einen etwas tragbareren Verdienst beteiligt sind. Daß sich hierüber die rechtsradikale Presse ausschweigt,, nimmt einen gewerkschaftlich gebildeten Arbeiter und Angestellten nicht wunder, kauS" fünfzehn Ausschüsse von. Kommunisten, Sozialdemokraten. Anarchisten aber auch von Gesindel belgcgeben worden sei, was wiederum der zuerst. ausgestellten Behauptung widerspräche, daß die alten Fehden zwischen K o m m u n i st e n und Anarchisten auSgebrochen seien. Barcelona, so behauptet die„Deutsche Presse", ist kriegsmüde.„Den Krieg wollten eigentlich nur die wenigen roten Führer, die von der gegenwärtigen Lage profitierten, raubten und plünderten, und die mit ihren Weibern am Arm in glitzernd-- Uniformen über die RamblaS spazierten."„Mehrere rote Führer sollen bereits ihr Heil in der Flucht suchen, nm mit den geraubten Geldern irgendwo im Ausland ein Asyl zu finden." Vielleicht ist hie„Deutsche Presse" so freundlich, auch nur einen jener,roten Führer zu nennen, die mit geraubten Geldern ins Ausland gegangen, sind! Wie wäre es ihr gestattet, mit ihren Kenntnissen hinter dem Berge zu halten? 'Würde sie diese- Anfrage nicht klar-beantworten können, müßte'man sie der V e r l e u in d u n g zeihen und das Verleumden ist weder sehr ehren- lvert, noch christlich. Und was es an Raub, Plünderung, glitzernden Uniformen und Weiberwirtschaft, aber auch an„KriegSmüdigkeit" in Barcelona gibt, das könnten sich die Redakteure der „Deutschen Presse? einmal aus der Nähe ansehen. Wir würden ihnen gerne einen Besuch in Spanien vermitteln, bei dem sie um ihre Sicherheit nicht im geringsten besorgt sein müßten. Wer ist der Lieferant der„Deutschen Presse" für Berleumdernachrichtei: Uber Spanien? Woher stammt der vorliegende Artikel? Nun, aus — nationalsozialistischen Kreisen, die nicht gerade das Verdienst in Anspruch nehmen können, d i e Güter zu schützen, um welche die .„Deutsche Presse" sonst so, besorgt Ist; die„Deutsche Presse" hist nämlich ganz einfach die„Berlin er Börsenzeitung"»achgedrnckt. Die wird morgen wieder katholische Priester verleumden; wenn sie aber Lügen über das republikanische Spanien bringt, ist sie der. christlichen„Deutschen Presse" als Quelle gerade gut genug. Wie lange noch dürfen die Trottel in der „Roten Fahne" das Vorhandensein einer Trotz- kistenzelle im„Sozialdemokrat" behaupten? Aufs ~'i„Rote Fahne" das alberne „Es gMrt In Barcelona“ „Es gärt in Barcelona"— das ist die Ueberschrist eines Leitartikels in der„Deut sch e n. P r es s e", der ungefähr den Gipfelpunkt dessen erreicht, was bisher, an planmäßiger. Verleumdung des Freiheitskampses der spanischen Arbeiter'geleistet wurde. Da wird berichtet, daß die vom Volk bedrohte Regierung Companys habe aus Tarragona ihr'ergebene Milizen anfordern' müssen— obwohl ei in ganz Spanien keine Milizen mehr gibt; daß der Regierung /.auf Befehl Mos-1 neue wiederholt die Mißglückter Plan der SdP Zusammenbruch einer Enthüllungs-Kampagne gegen die Genossenschaften Unfreiwillige Reklame flir die Gec . Die einzelnen Stellen der Sudetendeutschen Partei arbeiten'mit Hochdruck daran, für die kommenden Wahlen in einzelnen Gemeinden Ma-! terial gegen die Sozialdemokratie züsammenzu« j tragen. Auch die„Zentralstelle für Handel und Gewerbe" der SdP wollte nicht Zurückbleiben und gedachte der Oessentlichkeit mit Enthüllungen aus der Konsumgenossinschaftsbewegung aufzuwarten. Sie wandte sich zu diesem Zwecke an die Orts gruppe Platten der SdP und beauftragte sie— der Brief trägt das Zeichen H G 83/467— Nach forschungen„über Lohnverhältnisse und Behand lung-der Arbeiterschaft in der Gec-Wäschefabril" zu pflegen, um dann der Oessentlichkeit zu zei gen,'wie schlecht die GroßeinkaufSgesellschast di« in ihrer EigenproduktionSftätte beschäftigten Ar beiter behandle. Die„Zentralstelle für Handel und Ge werbe" hat sich aber verrechnet. Die Ortsgruppe der SdP in Bärringen stellte zwar Recherchen an, aber das Ergebnis ist— eine. Reklame für die Gec, denn die Abteilung„Geschäftsführung" kann beim besten Willen" nichts liefern, weil bei der Gec aller in Ordnung ist. Der Leser überzeuge sich selbst durch die erheiternde Lektüre des Brie fes dec SdP-OrtSgruppe Platten an di« BezirlSstelle der SdP in Aussig, einer Briefes. den uns ein Funktionär der SdP freundlichst zur Verfügung stellt:- Sudetendeutsche Partei Vorsitzender Konrad Henlein Bezirk: Bergftadt Platten Kreis VH - Abt.r Geschäftsführung Betrifft:„Gec-Werke" Ihr Zeichen: HG fB/467 Unser Zeichen: Mi Weste Kameraden! Die Zentralstelle für Handel und Gewerbe hat uns ersucht, an Ihre Anschstst Auskunft über Lckhnverhältnisse und Behandlung der Arbeiter schaft in der„Gee"-Wäschefabrik in Bärringen weiterzugeben, um eventuelle Unzukömmlichkeiten - als Propagandamittel zu verwenden, da in Ihrem • Bezirke verschiedene Lohnverhandlungen und Be- triebSauSschuhwahlen bevorstehen. Hiezu sei nur bemerkt, daß wir schon öfter» und auch diesmal wieder Erhebungen gepfwgen haben, müssen aber immer wieder feststellen, daß sich ganz wenig Sachen in der Wäschefabstk der „Gec" in Bärringen als Propagandamittel verwenden lassen, da nämlich die Löhne sowie die Behandlung der Arbeiter gegenüber den anderen hiesigen Fabstken al» gut bezeichnst werden kann. Die Löhne sind verschieden: Mord, Stun- denlohn und Arbeit am laufenden Band. Für jede Stückarbeit gibt, er eine andere Bezahlung. Nachstehende Löhne gelten für Arbeiterinnen, da melstenr nur solche in dieser Fabrik beschäfttgt sind, die wenigen Arbeiter(Schneider) haben natürlich gut bezahlte Posten. ■ Arbeiterinnen: Wochenlöhne von Kü 100.— bis 150.—, auch gibt er Wochen mit iS 50.— vir 70.—. Für Anfänger ist SMndenlohn.Ki! 1.10, stei gert sich bis K£ 2.50 am laufenden Band und Äk 2.60 für Herrensachen. ' Außerdem.ist seit 14 Tagen eine lOprozen« tige Lohnerhöhung dazu, gekommen. Dar sind also Löhne, die bestimmt nicht zu den schlechtesten gehören. Sämtliche Arbeiter(200—800), müssen oder Noch besser gesagt; werden dazu gezwungen, post- > tisch und gewerkschaftlich sich rot zu organisieren. Bei roten Veranstaltungen, Versammlungen, Vorträgen usw. werden sämtl. Arbeitern-bie- Eintrittsgebühren, bzw. Spesenbetträge ohne zu fra- : Ihr Freund Di«„Rundschau" regt sich darüber auf, daß - wiv-in einer.Stellungnahme.zum Sängerfest in Breslau, bei der wir un» auf den Berichtder ■ gleichgeschalteten„Freude tithalec Zeitung" stützten» folgender schrieben: '„Wenn der Vorsitzende der Nationalsozialistl- - schen Deutschen Arbeiterpartei auf Festlichkeiten geht, wäscht er sich wohl vorher die Hände. So riechen die Begeisterten dar Blut nicht, da» an diesen Händen haftet; aber auch, wenn sie. e», . sähen, wären sie glücklich." Er wäre besser gewesen, die„Rundschau" .hätte nachgewiesen, daß äst den Fingern jenes Mannes lei n Blut klebt, statt daß sie auf' seine .anderen Funktionen verweist. Denn dah er diese . hat, hebt seinen moralischen Wert nicht.im gr- ringstcn, sondern ist höchstens.«in Anlass,da» deutsche Volk zu bedauern. Aber die'„Münd«' schgu." ist ja sein Freund, und da sie vieles nicht .riecht,, was in deutschen sländen,zum, Himmel ..stinkt, nimmt sie ganz folgerichtig auch Reichstags» Brandstifter und. Kameradenmörder unter; thri schützenden Fittiche. Uaser Aufmarssh In lensen Brief an den Zeitsniegel Und was Ist mit Hollube? Ein Leser schreibt uns; ,fch habe Ihre Erwiderung au/ den Brief des Abgeordneten Köhler über die„Trotzki- stenzelle'' im„Sozialdemokrat" gelesen. Sie beschäftigen sich auch mit der komischen Behauptung der Kommunisten, daß Sie diese vor Sandner gewarnt hätten. Da muß man denn doch fragen: was haben die.Kommunisten denn zu ihrem Hollube zu sagen, den sie großzogen und der dann zum eifrigsten Wanderredner der SdP und zum wütendsten Bekämpfer der Arbeiterbewegung wurdet Haben Sie doch bitte die Freundlichkeit, diese Anfrage an die.Kommunisten weiterzugeben. Sie wird vielleicht ihrem manchmal sehr schwachen Gedächtnis ein wenig aufhelfen und ihnen die Lust nehmen, auch fernerhin als Pharisäer aufzutreten." Geleier über diese„Trotzkistenzclle", die angeblich gegen die Sowjetunion und gegen die französische und spanische Volksfront nach den Weisungen der Berliner Gocb- belszentrale(!) hetzt. Die„Rote Fahne" hat den Kampf gegen die Zuteilung billige» Zulkers an sozial Bedürftige zweifellos nach den Weisungen der SdP organisiert; ihre „Beweisführung" deckt sich fast wortwörtlich mit jener der„Zeit". Den Herren Stalinisten in der „Roten Fahne", die heute noch nicht wissen,.ob sie nicht morgen auf Weisung Moskaus in hohem Bogen als„Trotzkisten" aus der Redaktion der „Roten Fahne" fliegen werden, ist als Antwort auf ihre Blödheit nichts anderes zuzurusen als ein vernehmliches„Ku sch"! Hausdurchsuchungen hei SdP-2tellcn in Grottau und Kratza«. Samstag abends fand in der Bczirkskanzlei der SdP in Grottau eine Hausdurchsuchung statt. Der Bczirksleiter Walter I a u tz e mußte zwei Stunden zur Verfügung der anwesenden Polizeibeamten bleiben. Beschlagnahmt wurden Weisungen und Parteikocrespo»- denz. Eine weitere Hausdurchsuchung fand beim BezirksgeschäftSführer der SdP in Grottau, Schwarz, in dessen Wohnung in Wehwalde statt. Nach dieser erfolgte eine dritte Hausdurchsuchung beim Qrganisationöleiter Erich Hesche in Kratza», nach der der Genannte in Hast genommen wurde. Die„Zeit" über Pressefreiheit. Die„Zeit" macht sich in einem Leitartikel über die Zensur luftig und verficht mit einem scheinheiligen Augenausschlag die Pressefreiheit. DaS kann sic, weil der kritische Sinn der Sudetendcutschen allzn schwach ist. Wären sie von der Hcnleinagitation nicht blöd gemacht worden, würdcn'sie sehen, daß in dem von der SdP und der„Zeit" so verherrlichten Dritten Reich nicht nur der Zensor seines Amtes toastet, sondern daß andere als nationalsozialistische Zeitungen überhaupt nicht erschcisten können. Will dort jemand seine Meinung illegal sagen, so hebt man sein Haupt auf den Richtblock. Uns dünkt, daß der R o ist i s t noch immer eine humanitärere-Einrichtung ist als das Henker- b e i l. Wenn die„Zeit" wirklich für die Freiheit ist, dann trete sie für die Freiheit dort cin. wo ihre Freunde die Macht haben! Hilfsschule und HilsSschülerheim in Reichenterg. Die siebenklassige. Hilfsschule für Stadt und Bezirk Reichenberg ist die h ö ch st o r g a n i s i e r t e HiIf»schule der Republik. Sie konnte!m Vorjahre auf ihren 20jährigen Bestand zurückblickcii. Zu ihrer Unterstützung wurde 1020 vom Zweigverein Reichenberg de» Verbandes„Deussche Hilfsschule" das HilsSschülerheim ins Leben gerufen, dar als Internat und Tagesheim geführt wird. De»-Bemühungen, des ZweigvereineS ist cS dank der Einsicht und des Entgegenkommens der Stgdtgemeinde und der Bezirkes Reichenberg gelungen, daß mit dem neuen Schuljahre die Hilfsschule und das Hilfsschülerheim gemeinsam in einem Gebäude untergebracht werden. Zu diesem Zwecke wird das Bürogebäude der ehemaligen S. S. Neumann- Fabrik in der Hirtengasse anSgcbant. Trotz der Stadtmitte— vom Rathause in vier Minuten be- 0»em erreichbar— liegt er vollständig abseits vom Leben der Stadt an einer ruhigen, verkehrsarmen Straße, flankiert von Baum- und Rasenplätzen. Rund 6000 Quadratmeter Grund umgeben das Gebäude von drei Seiten und stehen als Spiel- und Turnplätze, Hof und Schulgarten zur Verfügung. Im Erdgeschoß hat das HilsSschülerheim seine Räume, im ersten und zweiten Stock befinden sich die Lchrzimmer, Werkstätten, Schulküche und Nebenträume der Hilfsschule. Sämtliche Räume entsprechen allen Aiiforderungen. Erziehung und Unterricht erfolgt nach modernen heilpädagogischeu Grundsätzen.— Ursprünglich war dar HilsSschülerheim nur für die Betreuung der HilfSschnlkindcr der Stadt und des Bezirkes Reichenberg eingerichtet. Infolge der sich jährlich mehrenden Aufnähmswcrbimgen auS anderen Orten wurde die Zahl der Jntcrnatsplähe erweitert, damit auch schwachbcfähigte Kinder aus fremden Bezirken ausgenommen werden, können.— Auskünfte erteilt die Direftton des Hilfrschülerhei- mcS In Reichenberg. - Die Phönix-Versicherten werden darauf aufmerksam, gemacht, daß am' 22, August 1087 di« durch Artikel II, der 8' 2, Absatz 1 der Regierungsverordnung Nr, 56/87 in der Fassung der Regierungsverordnung Nr. 136/37 d. S. d. G. ii. V, festgesetzte Frist abläuft, in welcher durch ein Gesuch der Versicherten die Erneuerung der Versicherung bei der ehemaligen Phönix- Versicherungsgesellschaft durchgeführt -werde», kann.'-. Mittwoch, 18. August 1837 Nr. 18S kiesiger Seiäbeäsrf ües Nltier-Kegimes Oie dritte Anleihe Im Laufe des heurigen Jahres Berlin. Zur Fortführung der von der Reichsregicrung untcrnoinmcucu Aufgabe» begibt das Deutsche Reich 700 Millionen Reichsmark '4i,zprozcntige auslösbare ReichSschahaniveisun- gen von 1837, dritte Folge. Zum 1. August der Jahre 1,817 bis 1882 wird je ehr Sechstel des gesamten Betrages der Schahastweifungen nach vorangcgangcncr Verlosung zum NeniNvert zürückgczahlt, tverden. Bon. dem Gesamtbetrag dieser Emission sind bereits 188 Millionen Rcichsmart fest gezeichnet tvorden. Die verbleibenden 888 Millionen RcichSnmr! werden durch das unter Führung der Rcichsbank stehende An- leihekonsortium twernommcn und zum Kurs von 88hj Prozent zur öffentlichen Zeichnung auf- gelcgt.;" „Verkartete Ahnen auf Anhieb 1* „Die Beschaffung' der Urkunden für die arische Abstamumiig stößt in größeren Stödten sehr oft auf recht erhebliche Schwierigkeiten... Um diese ein für allemal zu beseitigen, hat der Gesamtverband der evangelischen Kirchengemein- dcn in Königsberg, im Einvernehmen mit der Ncichsstclle für Sippenforschung, eine einheitliche Kirchcnbuchstolle geschaffen... Die Kirchen- buchstclle...arbeitet zur Zeit mit einer Belegschaft(— nicht„Gefolgschaft"?—) von35Mann. ES handelt sich um Bücher, die bis in daS Jahr 1679 zurück- reichen. Die ReichSstclle... hat bereits die Bücher auf Filmstreifen auf- genommen... Durch Beseitigung des viel Zeit erfordernden Umlaufverfahrens, wird aber auch viel unnötige Leerarbeit der- mieden, da das immer neue Wälzen der Bücher an jeder Gcmcindestelle nun wcgfällt... Der Zeitpunkt, mit dem man dann gewissermaßen die Ahnen auf Anhieb finden kann, wird Schritt.für Schritt mit der Verkartung der Kirchenbücher erreicht."(„Völkischer Beobachter.") Gespräch zweier seliger Geister:— — Bist Du auch schon vcrkartet, süßes Gerippe? — Noch nicht. Aber ich erhalte beständig Anhiebe und werde gewälzt.■ Nämlich aus Gründen der Pietät. Zu meiner Weimarer Systemzcit gabs noch einen Paragraph 189 gegen Störung der Totcnruhe. Dieser liberalisti- sche Zopf ist jetzt kassiert. — Wann wird man endlich seine-Ruh hoben. Nun werden wir ollen Kracher auch noch zum Dienst am Volk in den Arbeitsdienst zur Bearbeitung cinrückend gemacht. „BergewaltigungSkräste werden aktiviert" „Die Ansätze einer Weiblichkeit, die auf der Basis persönlicher Gleichstellung und Ebenbürtigkeit die männliche ScinSart zu ergänzen und in fruchtbare Wechselwirkung zu ihr zu treten be- stinimt ist, können sich nicht entfalten, wenn ein militanter Mannertypwieder die Herrschaft gewinnen sollte, der a u S der Flucht vor denzivilen Aufgaben des Z e i t a l t e r S b ew uß t die' VergewoltigungSkräfte in sich aktiviert." (Ernst Michel in der„F r a n k f u r t e r Z e i t u n g".)' Wieder ein chauffierender Mörder! Ein neuer empörender Fall unmenschlicher Rohest und Feigheit hat sich in Mähr. Ostrau ereignet. Ein Privatauto fand auf einer Straße in der Umgebung dieser Stadt einen älteren Mann in tiefer Bewußtlosigkeit auf. Der Unglückliche hatte beide Beine gebrochen und offenbar auch schwere innere Verletzungen erlitten. Der Automobilist, ein Arzt, brachte den Verunglückten in das Ostrauer Krankenhaus, wo sestgestellt wurde, daß es sich um den Kriegsinvalide» Peter Stanik handelt, der auf der Straße von einem bisher nicht ausgeforschten Wagen erfaßt und überfahren worden war. Er erlag seinen Verletzungen, ohne daS Bewußtsein wicdererlangt zu haben. Der Mörder ist, wie gesagt, vorläufig entkommen.— Diese sich in letzter Zeit erschreckend häufenden Fälle, lösen in weitesten Kreisen größte Empörung und Beunruhigung aus. Der einstimmige Wunsch, daß mit solchen Verbrechern nach Gebühr verfahren und daß ein Gesetz ge- schaffen werde, das eine wirklich entsprechende Strafe ermöglicht, sollte von den Richtern, wie auch von den Gesetzgebern vernommen werden. Flugunfälle.(TNO.)\ Montag, den 16. August, kam es um 19.20 Uhr beimLanden einer dreigliedrigen Flugzeugstaffel, welche der ersten Manöbergruppe zugeteilt ist, auf dem Militär», slugplatz bei der Gemeinde Vn orovy, zwei Kilometer nordöstlich von StrckZnice in Mähre n, zu einem Fliegerunglück. Ei» vom ZugS- sührer-Feldpiloten Bohuslav Rozhon gesteuertes Flugzeug glitk während der Landungsmanöver über'einen Flügel och und stieß auf den Boden, Der schwer verletzte Pilot ist während der Ueberführung ins Krankenhaus nach Uherstt Hradiitk seinen Verletzungen erlegen. Zugsführer Bohlslav Rozhon war 26 Aach« alt, aus der Gemeinde BläZovice. im Bezirk BySkov gebürtig und feit 1. August 1985 Flugzeygführer. — Bei UebungSslügen in der Nähe von Lemberg.stürzte ein Segelflieger tödlich ab. In Wilna verunglückte der Leiter. des dortigen' Flughafen», Giedwitlo, mit seinem Flugzeuge und, wurde dabei schwer verletzt.?, Eine Windhose suchte da» Gebiet zwischen Bcllaria und Jgea Marina an der Adriatischen Küste nördlich Rimini Helm. Sechs Hauser wurden völlig zerstört, über 58 schwer be- ‘ schädigt. Bis jetzt wurden vier Tote und 6 Ver wundete gezählt. Dio Behörden habe» sofort an der Stätte de» Ilnglücks Hilfsmaßnahmen organisiert.' ,' M ZugSentgleisuugen und kein Ende.... Belm Personenzug Nr. 8988 entgleist« au» bisher unbekannter Ursache im Km. 14.5- zwischen den Stationen üststä und Petrovice auf der Strecke Rakovntk—Mladoticc. die Lokomotive und ei» Personentvaggon, wobei vier Passagiere, der L o k om o t i v s ü h r e r, der Heizer' und ein Posta n g e st«llt e r-leicht v e r- letzt wurde».(Boni Bahnbetriebsamt in Ra- kovnik.) Die Such« nach Lewanewskij.'(Daß.)' Die Rcgierungskommission zur Organisierung von Flügen Moskau—Nordamerika veröffentlicht am 16. August ein Kommunique, in dem eS u. a. heißt, daß alle Polarfunkstationen weiterhin bemüht sind, irgendwelche Zeichen auf der Welle des Flugzeuges Lewanewskijs aufzufangen, daß aber außer unklaren Zeichen nichts zu hören war, woraus geschloffen werde, daß die Funkstation des Flugzeuges wahrscheinlich beschädigt sei. Der Eisbrecher„Krassin" hat bei Kap Schmidt Treibstoffe sowie drei einmotorige Leichtflugzeuge geladen und wird nach der Alaskaküste auSlanfen, um von dort die Nachforschungen in nördlicher Richtung aufznehmen. Der Polarflieger Eadlow landete in Markowo am Anadyr und fliegt weiter nach Wallen. In Moskau werden drei Flugzeug« des Typs Ant/6 mit zusätzlichen Benzinbehältern vorsehen, um ihren Aktionsradius auf 8588 Km. zu erhöhen. DI« Ernt« verbrannt. In der Gemeinde Barbacsi(Ungarn) steckte ein unbekannter Brandstifter eine Scheune in Brand, wobei die Flammen wegen des herrschenden großen SiurmS sieben Bauerngüter und 19 Scheunen einäscher« ten. Sie brannten bis auf die Grundmauern ab und mit ihnen die aufgestapelte Ernte, viele Stück Bich und zahlreich« landwirtschaftliche Maschinen. Beim Löschen des Brandes würde ein Person schwer verletzt. Brand auf Java. Im Eingeborenenviertcl von B a t a v i a brach ein Feuer aus, das infolge starken Windes innerhalb kurzer Zeit' etwa 888 Wohnungen in Asche legte. 1658 Personen wurden obdachlos. . Da» Schicksal herausgefordert. Zwei amerikanische Staatsbürger, und jsivar Professor Rhodes Billad aus Netv Nork und der Student William Hüll, sind mit ihrem Kajak auf der Salzach umgekippt und begannen zu sinken. Arbeiter, die das Unglück bemerkt hatten, konnten beide retten. Als Hüll auch das.Kajak an Land bringen wollte, fiel «r'n e u« r l i ch in den angeschwollenen Fluß. Er konnte diesmal nicht mehr gerettet werden und ertrank. Di« Justiz d«r Brtyaren. Seit«irüaeK^ägen wurde in der ungarischen Ortschaft Mircali ein. Prozeß verhandelt, bei dem sich 5 7 Gendar- men auf der Anklagebank befanden. Es war gegen sic die Anklage erhoben worden, daß sie anläßlich einer Waffenrazzia die Bevölke- r u n g m i ß h a n d e I t hätten. Im Verlauf der Verhandlung wurden gegen 288 Zeugen verhört, di« alle gegen die Gendarmen aussagten. Montag abends wurde da» Urteil verkündet, das große» Aufsehen erregt: Sämtliche 57 Angeklagten wurden vom Militärgerichtshof, der für die Durchführung des Prozesses delegiert worden war, frei gesprochen. In der Urteilsbegründung heißt cs, daß selbst die ärztlichen Zeug» n i.f s c, die vorgelegt worden waren, nichtden Beweis erbringen könnten, daß die Verletzungen von den Mißhandlungen durch die Gendarmen stammen. Gegen daS Urteil würde Berufung eingelegt.- Vor ungefähr zwei Monaten hatte eine Gruppe von Abgeordneten unter Führung des ehemaligen Ministerpräsident«» Stefan Friedrich ivegen dieser Mißhandlungen eine Interpellation an di« Regierung gerichtet. „ES rauscht in den Schachtelhalmen, verdächtig leuchtet dar Meer", und au» dem Inseratenteil der„Frankfurter Zeitung" ertönt plötzlich, doch nicht ganz unerwartet, folgende» kulturverbundene Gemauschel, da» den gewiegten Absolventen eine» RS-PreffcschulungSkurseS meilenweit riechen läßt. Nachbarin, eure Gasmaske. Der Mann läßt drucken: „Sie-i>Jch— Erfolg! Ich bin Preffefachmann, Ende Dreißig, arisch, ' ünverh., habe Jura studiert. War 1921—85 auf i leitendem Redaktionsposten In Berliner Grotzver- lag. Zeugnisse und Referenz«'» schildern mich als erfolgreichen und ideenreichen journalistischen Kön- ner, packenden Stilisten, begabten Propagandisten mit glänzenden in-».ausländischen Verbindungen, Mit Repräsentationsgate, Verhandlungstalent nütz »rganisawrische« Wagemnt. Ich will VettraueySpoften bei einem'rastlos strebendem Betriebssichrer(in jede Art»en ISe. . leit» füge ich mich ein) j.der immer neue Anregun. ''gen zur Erweitepung feilte»! Wirküfigrkreise» und t, schlagende Werbungen Mr seine Nacharbeit sucht. ' Da will ich frisch zupuck« und jede Aufgabe zielbewußt lösenI Berhändel« Sie title»an, unver». .• tinblich mit mir! Fester» Bindung durch Ein- , heirat willkommen. Ang. unk KF 67655 än die Egp. der Franks- Man könnte«» auch s» sagen! Mir graut vor nischt; ich nehme eventuell mtk Annoncenakquisiteur-Provision vorlieb; fchlimmstenfällS aber, Henn Sie sich kaprizieren, auch mit den Töchtern deS-Haust». Ich mache jeden-Mist, den Sie wolle»/im BedgriSfalle selbst Familienzuwachs; tun Sie. alr ob Sie bei sich zlt Haps« wären, spirehr- ter Ehef, ich räume schon allelü'aüst Nötigenfall» mit Ihnen.- Ein z Dokument dtfs 20. Jahrhunderts Polizeidiktatur^pach bewährten Mustern? l»-A.)AuS Sofia meldet des Tsch. P.-B.: Dieser Tage hat daS bulgarische neue Polizeigesetz, welche» 197 Artikel umfasst und da» bisherige Gesetz vom Jahre 1925 ersetzt, Geltung erlangt. Da» nene Gesetz wurde n achd e m M u st e r d.e s deutsche n« n d d e S Italic n i scheu unter Anpassung an daS gegenwärtige antorative Regime mit allen Einschränkungen der bürgerliche!» Freiheit geschaffen. Die Polizei kann diesem Gesetz zufolge jedermann a n h a l t e n, wenn sie annimmt, daß sie dadurch irgendeinem Vergehen zuvorkommt, und zwar eventuell auch ohne Anweisungen höherer Stellen. Die Anhaltung kann bis zu sechs Monaten dauern, doch kann die interniert« Person vor Ablauf dieser Frist auf freien Fuß gesetzt werde»», falls sie eine Erklärung unterschreibt, daß sie di« Tat, der sie verdächtigt wurde, nicht begehen wird. Die Po- lizei kann Personen, welch« sich gegen di« Moral vergangei» haben, Bettlern» Arbeitslosen, Verbreitern alarmierender und unrichtiger Gerüchte und überhaupt alle der staatliche» Sicherheit und Ordnung gesät,rlichc» Personen eine»» Zwangs- Wohnsitz vorschreiben. Diese angeführten Bestimmungen richten sich' hauptsächlich gegen di« ehemaligen politischen Parteien. Versammlungen unser freiem Simmel können nur an bestimmten, von-der Polizei zu diesem Zwecke bezeichneten Stellen'abgehalten, werden. Große Aufmerksam- keit wird auch der Auswahl und der Ausbildung der Polizist«» und der Zentralisierung der verschiedenen Polizeidienste gewidmet. Wald-, Feld- und Zollwachen bleiben zwar ihrem bisherigen Reffort unterordnet, werden aber künftig von den zuständigen Polizeidirektionen kontrolliert werden, welche über diese Wachkorporationen zwecks Unterdrückung allfälliger Unruhen disponiere»» können. Tokio geht zur Kriegswirtschaft über Tokio. DaS Kabinett beschloß, den Reichstag zu einer ordentlichen Sitzung für den 3. September einzubcrufen. Wie verlautet, tuill die Regierung durch Vermittlung des Parlamentes alle Bürger auffordern, sich zur lleberwindung der gegenwärtigen Schwierigkeiten zusammenzuschließen. Die Regierung werde auch ein d r i t- ter Nachtragsbudget und eine Reihe von Gesehen vorlcgen, welche die japanische Volkswirtschaft dcnBc- dürfnissen des Krieges anpassen und die staatliche Kontrolle über den Außenhandel, die Kapitalinvestitionen usw. cinführen. jenen euk einen lensen Krieg nicht vorbereitet? In einem Leitartikel des„Evening Standard" Wird ausgefiihrt, daß ein langer Krieg für Japan große Schwierigkeiten nach sich ziehen würde. Japan sei zwar wesentlich besser ausgerüstet als China, der kriegswirtschaftliche Apparat reiche »her für eine lange Kriegsdauer nicht aus. Es bestehe ein auffallender Mangel an gelernten japanischen Ingenieuren, die japanische»» Muni- tiönswcrke haben«inen geringen Umfang, die japanische Stahlindustrie einschließlich der in Kore» und Mandschukuo habe eine Stahlproluktion, die nur ein Drittel der britischen beträgt. Durch einen Krieg würden die Rohnmterialpreise weiter steigen. Die japanische Landwirtschaft würde ebenso beeinträchtigt werden wie der japanische Außenhandel und dadurch würde die an sich schlvie- rigi Lage noch mehr verschlechtert werden. Kein Tschechoslownke unter den Opfern Nach einer Meldung des tschechosl. Konsulates in Schanghai wurde bei den bisherigen Anflügen auf die Stadt kein tschechoslowakischer Staatsangehöriger verletzt oder getötet. Die tschechoslowakischen Behörden haben bereits die notwendigen Schritte unternommen, damit bei einer allfälligen Evakuierung der Ausländer auch für die tschechoslowakischen Staatsangehörigen Sorge getragen werde. Adele Sandrock In dem Zustand der 74jährigen Schauspiele« rin, die seit vorigem Jahr durch einen Unfall krank darniederliegt ist eine starke Verschlimmerung eingetreten. Erschossen aufgefnnden. Montag gegen die Mittagsstunde hörte ein auf einem Felde in der Nähe des Bahnhofteiches bei Sporitz arbeitender Landwirt aus dem Schilf des Teiches einen Schuß fallen. Er eilte sofort hin und sah einen Burschen« der sich soeben mit einer Pistole erschossen hatte. Der Landwirt verständigte sofort di« Staatspolizei, welche eine Kommission an die Tatstell« entsandte. Außerdem war in Vertretung des auf Urlaub befindlichen Amtsarztes Dr. P t a c c k erschienen, der aber nur mehr den bereit» elngetretenen Tod feststellen konnte. Inzwischen war auch eine Kommission vom Bezirksgerichte in Komotau eitigetroffen, bi« die Ueberführung der Leiche in die Komoiauer Leichenhalle auordnet«. In dem Toten konnte der 18 Jahre alt« Rudolf Frank sichcrgestellt werden, der zuletzt bei einem Saazer Bauunternehmen als Maurer beschäftigt Ivar. Als Motiv zu dieser unglückseligen Tat wird unglückliche Liebe angenommen, Raupenplage. In der Umgebung der Stadt Krems und anderer Orte in der Wachau, die kürzlich von einer großen Menge von Kohlweißlingen heimgefucht wurden, ist eine große Menge von Raupen aufgctaucht, welche die Rüben« und Krautfelver vernichten. Der Schaden, den die Landwirte hiedurch erlitten haben, wird auf über 188.888 Schilling geschätzt. '’' Ein ägyptischer Ornithologe in Südtöhmen. R. H. GreaveS,«in ägyptischer Ornithologe(Ornithologie— Vogelkunde), der auf einer Studienreise in der Tschechoslowakei weilt, um hier unsere Methoden des Vogelschutzes kennenzulernen, besuchte in Begleitung des Ingenieurs I. M- Raset(vom Forschungsinstitut in Brünn) Südböhmen, um di« dortigen ornithologischen Vorkehrungen zu sehen. Gegenwärtig hält er sich in Chlum bei Wittingau auf und besichtigt die Vogelreservationen an den dortigen Teichen. Er beabsichtigt, einige der hier kennengelernten Methoden in Aegypten anzuwenden. Unbefriedigend,(mb.). Die erste Hinrichtung durch Gas, die in Litauen dieser Tage vollzogen wurde, ist unbefriedigend verlausen: di« Gefängnisbehörden von Kowno erklärten, daß die Todeskammer„die Erwartungen nicht erfüllt'? habe. Der Delinquent konnte erst acht Minuten nach dem Eintritt der Gase» für tot erklärt werden. „Ozeanisches" Wetter. Auf dem ganzen Festlande herrscht nunmehr ozeanischer Witterungscharakter vor. Der Himmel ist vorloiegend bedeckt und chei frischem Westwinde fällt zeitweise auch Regem: Die Temperaturen sind dabei um mehr al» 5 Erich u n t e r n o r m a I. Da die Zufuhr kühlerer maritimer Luftwaffen auf das Festland auch in den nächsten Tagen andauern wird, ist eine wesentliche Lenderung de» jetzigen Wetters noch nicht zu«warten.— Wahrscheinliches Wetter Mittwoch: Veränderlich, Neigung zu Regensällen, mäßig kühl/ zeitweise auf- frischender Westwind.— Wetteraussichten für Donnerstag: Andauer der unbeständigen Witterung. Rundfunk tapfeM«MWMt«s aus den Proirammem. Donnerstag. Prag, Sender II» 18.85: Deutsche Presfe- 10.80: Overnärien. 1210: Schallplattenkonzert, 12.85: Dolttkonzert: Dvoräk, Mussogorskij«le. 14.08: Deutsche Sendung: Sittauer liest seine Er- zählungen„Im alten• Dorfborn". 14.40: Unterhaltungsmusik. 18.05: Deutsche Sendung: Heimische Komponisten. 18.28: Landwirtschaft. 18.45: Deutsche Presse 18.55: Au» dem deutschen Kulturleben, 21-10: Rundfunkorchesterkonzert.— Prag, Sender II: 15.08: Tanzmusik. 15.15; Deutsche Sendung: Haase:' Von technischen Wundern. 15.803 Schallplatte». 15.50: Deutsche Presse.— Brünn: 17.40: Deutsche ArbeUersendung: Arbeitsmarkt. Dr.Brügel: Rationalisierung der Erzeugung. 18.15g Harmonikasolch— Preßburg r 11.05; Salonorch« ster- 19.58: Rundfünkorche!st«rkonzert: Nedbal, Lehar. 22.85: Franziistsche Operetiemnusik., Ueber den Krieg im Ferm» Oft« sprichk NM Freitag, den 20. August, in den,aktuellen zehn Minuten der Prager deutschen, Arbeitersendung G r e- go r Bien'stock einer der besten Sachkenner.^ Nr. 193 Mittwoch, 18. August 1937, Seit« 8 Amerika schlägt Hitler WWE Illi WM Vom Präger VsuerdelterstreilL ^nnHherunq 6er Standpunkte DIenStag wurden auf Veranlassung des Prager Gewerbeinspektorate» die Verhandlungen zwischen den Vertretern der Arbeitgeber und der Gewerkschaften neuerlich ausgenommen. Zum«- sten Male seit Beginn de» Streiks war in den Verhandlungen ein Fortschritt festzuftellen, der darauf schließen läßt, daß. di« Liquidierung des Lohnkampfes immerhin in den Bereich der Mög- lichkeit gerückt ist. Die uorlüufigen Verhandlung», ergebniffe werden nun von den Gewerkschaften geprüft werden. Sollte sich tatsächlich eine Einigung erzielen lussep, würde vermutlich gegen Ende dieser Woche die Artest wieder aufgenommen werden. Da» Ansteigen der Hen- und Krebskrankhelten Wiederholt hat Gesundheitsminister Dr. C z e ch di« Ausmerksamleit der Oesfentlichleit darauf gelenkt, daß wir zwar einen erfreulichen Rückgang der Todesfälle an Tuberkulose konstatieren können, daß aber diese positiven Erscheinungen leider begleitet werden von einem beängstigenden Ansteigen der Todesfälle bei gewissen anderen Krankheiten, so insbesondere an KrebSerscheinungen und Herz» und Gefäßkrank- heiten. Die dieser Tage erschienene Uebersicht deS Statistischen Staatsamtes über die wichtigsten Todesursachen im ersten Viertel dieses Jahre» zeigt erneut die Richtigkeit der Feststellungen des Gesundheitsministers auf. Eine wesentliche Zunahme verzeichnen die Todesfälle anInfek» tionSkrankheiten auf nicht tuberkulöser Grundlage. Gegenüber dem ersten Vierteljahr 1988 mit 2889 Todesopfern, sind ihnen Heuer 8179 Personen erlegen. Ohne Zweifel ist die» auf die Grippeepidemie zurückzuführen, von der unser Land in den Wintermonaten heimgesucht war. Gegenüber 894 Todesfällen an Influenza im ersten Vierteljahr 1988 werden für den gleichen Zeitraum des heurigen Jahres 1298 verzeichnet; hier ist die Zunahme also stärker als die Gefamtzunähme, jo datz daran» ersichtlich ist, daß die Zahl der Todesopfer der anderen Infektionskrankheiten im Rückgang begriffen ist. Die Tuberkulose st erblichkeit, die von Jahr zu Jahr zurückgeht(1988 21.899, 1938 19.813), zeigt auch für da» erste Vierteljahr 1937 eine rückläufige Tendenz. Vermerkt zu werden verdient, daß die Sterbefälle an Krebskrankheit en gegen den gleichen Zeitraum des Vorjahres zum erstenmal eine kleine Abschwächung erfahren haben; es wäre natürlich voreilig, au» den Daten eines einzigen Vierteljahres allein irgendwelche Schlüsse ziehen zu wollen, zumal da die ganze sonstige Entwicklung nicht darauf hinweist, daß der Tribut, den'die Menschheit dieser fürchterlichen Krankheit zu zollen hat, in absehbarer Zeit ein geringerer sein wird. Die Statistiken weisen hier ein konstante» Wachstum von 13.397 im Jahre 1928 bis auf 19.142 im Jahre 1938 auf. Man wird daher abwarten müssen, ob der leichte Rückgang in den ersten drei Monaten dieses Jahres auch weiter anhalten wird. Hingegen sind Heuer wieder mehr Menschen al» im Vorjahr den" Herz» und Gefäß- k ran kheiten zum Opfer gefallenl Die Statistik weist hier folgende Linie der Entwicklung aus: Das sind sehr ernste Zahlen, die uns hu denken geben und die die Richtigkeit der Worte nur Unterstreichen, die, Dr. Czech in seinem letzten Exposö ausgesprochen hat, daß wir hier vor einer Krankheit stehen,„der große Schichten unserer Bevölkerung auf Gnade und Ungnade ausgeliefert sein werden, wenn wir nicht"hier mit der größten Beschleunigung die notwendigen Vorkehrungen treffen."■ 1983... 1 80.766 1984... g '■ 81.088 1985*■«« a B >• 84.289 1936 1; Quartal E a 9.428 1986... a v - 85.079 1987 1. Quartal • ■ a' 10.615 Es muß wohl nicht erst erwähnt werden, .daß sich das Gesundheitsministerium sehr Intensiv mit diesen Problemen beschäftigt, und daß es unter seiner jetzigen Leitung das ganze Arsenal der der ärztlichen Wissenschaft zur Verfügung .stehenden Abwehrmittel in den Dienst der Be- kämpfung. dieser tückischen. Krankheiten stellen -wird, die in sehr starkem Mätze so z t a t e -Krankheiten sind." ca Noch etwa» sei aus der Statistik, und zwar -zur BeruhigUng de» Herrn Goebbels mitgeteilt: datz nämlich" dieZa h l de t Sei b stur o r d e in der. Tschechoslowakei zurückgeht. Aber cs ist kaum anzunehmen, Hatz der "Leipziger Sender, der soviel über unseren. Staat »zu berichten weitz^yrit dieser Tatsache viel Aufhebens machen'wirh...■ B. 99. Die Weltöffentlichkeit wurde in diesen Tagen durch die Nachricht überrascht, datz die Bereinigten Staaten Brasilien sechs Kriegsschiffe, zur Verfügung stellen und datz auch alle anderen südamerikanischen Küstcnstaaten Einheiten der USA-Flotte geborgt erhalten, sofern sie die» an- streben. Damit haben die Vereinigten Staaten, von Nordamerila eine gröhzügige Schutzaktion zugunsten der lateinamerikanischen Nationen eröffnet. Gegen Iven, sie gerichtet ist, darüber kann kein Zweifel bestehen. Nur eine Macht auf dtr Welt gibt es, die immer versucht, die panamerikanische Solidarität zu sprengen und einige ihrer Glieder entweder durch Gewährung ökonomischer Vorteile oder durch Vorspiegelung ideologischer Solidarität loszulösen. Diese Zersetzungsarbeit wird sowohl von den nationalsozialistischen Landesorganisationen in den süd- und mittclameri- kanischen Staaten, als auch direkt von Berlin aus besorgt. Hier fällt dem ibero-amerikanischen Institut, an dessen Spitze lange hindurch lein Geringerer al- der gegenwärtige deutsche Botschafter bei Franco, General Faupel, stand, eine besondere Rolle zu. In Portugal und zum Teil in Spanien ist es den Nationalsozialisten bereits gelungen,. sich zum Lehrmeister und Führer im Kampfe gegen die sogenannte„bolschewistische Weltgefahr" auszuwerfen. Ihr Erfolg aus der Pyrenäen-Halbinsel ermutigt sie dazu, mit doppelter Wucht die Agitation bei den iberischen Völkern Amerika« fortzusetzen. Hier wurde bereits eine ausgedehnte Vorarbeit geleistet. Es sei nur an den Abschluh eines deutsch-brasilianischen Vertrage»' zur gegenseitigen Unterstützung in der Verfolgung„staatsfeindlicher Bestrebungen erinnert, sowie an die Kampagne, welche die deutsche Presse führte, als Uruguay seine Beziehungen zur Sowjetunion abbrach. . Der deutsche Faschismus arbeitet emsig auf zahlreichen Nebenkriegsschauplätzen, wiewohl er seine Hauptausmerksamkeit noch immer auf Spanien konzentriert. Wirtschaftlich versucht er sich auf dem einen Ende der Erdkugel die Balkanlän- der, auf dem andern Lateinamerika zu erobern. Während er auf dem alten Kontinent infolge de» Versagens der westeuropäischen Demokratien sein Ziel erreichen konnte, wird ihm jenseits der Atlantis von den Vereinigten Staaten ein entschiedenes„Nein" entgcgengeschleudcrt, an dem alle nationalsozialistische Propaganda und Offen- sivgelüste zerbrechen müsien. Präsident Roosevelt gehört darum auch zu den im Dritten Reiche best- gehätzten Persönlichkeiten. Von ihm kann die (Usfand Um die Gewerkschaftsfreiheit In Oesterreich Die Bundesleitung der Freien Gewerkschaften Oesterreich» schreibt un»: Sie dürften in den Zeitungen Berichte über die Haltung der österreichischen Delegation auf dem kürzlich in Paris abgehaltenen Internationalen Kongreh für Sozialpolitik gelesen haben. Die„Reichspost" brachte die Meldung, datz sich die österreichische Delegation bei der entscheidenden Abstimmung über die GewerkschaftSsreiheit der Stimme enthalten habe, unter dem Titel „Beifall für Oesterreich". Auch Generalsekretär Dr. Hans Schmitz stellte in seinem in der „ReichSpvst" am 6. August erschienenen Artikel fest, daß die Haltung der österreichischen Delegation auf dem Kongretz Verständnis und Beifall sand. Wir, als Bundesleitung der Freien Gewerkschaften, halten eS für unsere Pflicht, diesen be- wutzt unwahren Darstellungen die Wahrheit ent« gegenzusehen. Wohl wurde auf dem Kongreß der Internationalen Bereinigung für Sozialpolitik der Konstruktion des GewerkschaftsbundeS und der Frage der GewerkschaftSsreiheit in Oesterreich viel Beachtung gescheNlt. Die belgische Delegation, die unter Führung des Präsidenten der Sozialistischen Arbeiterinternationale Louis de Brouckere stand, legte dem Kongretz eine Broschüre in drei Sprachen vor:„Gibt es in Oesterreich.GewerkschaftSsreiheit", in der auSschliehlich an Hand positiver Gesetzesbestimmungen aus den letzten Jahren gezeigt wird, datz er in Oestereich keine Gewerkschaftsfreiheit gibt. Datz die sozialistischen und fteigewerkschast- lichen Vertreter auf der KoUfereUz diesen Standpunkt bekräftigen, wird Ihnen selbstverständlich erscheinen.. Aber die Konferenz war.inthrer Mehrheit durchaus nicht aus Sozialisten und Freigewerkschaftern zusammengesetzt, sondern au» Soziologien, der verschiedensten Lager, auch- aus katholischen Soziologen. Nach der Rede de Brouckeres über die Frage der Geweyfschaftsfreiheit sprach auf Einladung des Präsidium» der Konferenz, da» auch der katholischen Aüffasiung Raum geben wollte,, der Rektor d er k a t h o l i s ch e n Untver» fität'T o u l o u s e, P r äla t de Solange. Er behandelte die Frage der Gewerk- schastSfreiheit vom Standpunkte derSozial< lehrender Ki r ch e u n d kam zu dem e i n d e u t.i g en E rgebni s, daher die ge- genwäptig.in. I t a l i e n ü n d i n Oester- re ich bestehende Regelung der Gewerkschaftsfrage st'r. i k t e a b l e h n t e und al» i m W t- dersp rüch m i t den F o cbeiu n g e n d e r K i r ch e st e h end bezeichnet e. Presie auch bei ihrem üblichen Mangel an Wahrheitsliebe nicht behaupten, er habe das Volk seines Landes nicht hinter sich. Roosevelt gegenüber, äl» dem in freier Abstimmung gewählten Vertreter eines riesigen/Reiches, fühlen sich die im Rahmen de» Führerprinzips denkenden Nationalsozialisten in Erinnerung an ihre eigenen gefälschten Plebiszite unterlegen und die Argumente, die sie sonst dem Parlamentarismus und der Demokratie entgegcnzuhalten pflegen, vermögen sie auf die USA nicht anzuwenden... Roosevelt, dessen Rede über die zehn Prozent Unruhestifter in der Welt noch nicht bergcffen ist, sicht die durch den spanischen Bürgerkrieg verschärfte Gefahr eines Vordringens der Nationalsozialisten in Süd- anierika mit aller Klarheit. Darum verabsäumte eS die amerikanische Regierung nicht, der Expansionspolitik Hitlers ernste Hindernisse zu bereiten. Die Vereinigten Staaten verstanden es vor einigen Wochen, den Abschluh eine» deutsch-brasilianischen Handelsvertrages zu verhindern, nachdem der Warenaustausch zwischen den beiden Ländern sich in einem Jahre um mehr al» 28 Prozent gesteigert hatte. Darüber hinaus veranlaßte Washington, dah ein Zusahprotololl dem Handelsvertrag der USA mit Brasilien angeschlossen wurde, demzufolge„gewisse Länder, die sich besonderer Geschäftsmcthoden bedienen", keine Bevorzugung erhalten dürfen. Damit war in klarer Weise auf Schachts Dumpingpolitik angcfpielt, gegen welche die Vereinigten Staaten für den Bereich ihres eigenen Außenhandels bereits vor einiger Zeit entscheidende Abwehrmahnahmen getroffen hatten. Im Juli 1988 hatte die Bundesregierung eine Dumpingakte dekretiert und es scheint, dah nun auch die südamerikanischcn Kabinett« dazu angeregt worden sollen, da» Beispiel Washingtons zu kopieren. Die von Roosevelt und seinem StaatSselre- iär Cordel Hüll geführte Gegenoffensive gegen eine nationalsozialistische Durchdringung de» neuen Erdteils hat nicht verfehlt, in Berlin recht scharfe Polemiken wachzurufcn, denen die Vereinigten Staaten sa auch sonst— wir erinnern an das Echo der Reden der New Docker Bürgermeister» La Guardia und der Predigten des Chicagoer Erzbischofs Mundelein— nicht gefehlt hat. Die Nervosität der Nazipreffc bestätigt aber nur, daß das Dritte Reich, während es feine Positionen auf dem Balkan und in Spanien festigen konnte, in einer anderen Zone, die es gleichfalls seinem Einfluß unterwerfen wollte, eine entfchei- dende Niederlage erlitt. Nach ihm mußte Dr. Kühr, der Generalsekretär des Gewerkschastsbundes den Gewerkschaftsbund verteidigen! Und. am Schluß-derselben Sitzung ergriff der Sekretär derchrtstli- chen Gewerkschaftsinternationale Serrarens(Utrecht) das Wort und erklärte,— zweifellos in Polemik gegen die Ausführungen Dr. Kührs— daß er(Serrarens) bestreitet, dah in Oesterreich Getverkschastsfretheit besteht. Im übrigen setzten sich alle katholischen Vertreter auf dem Internationalen Sozialpolitiker« kongretz für die Resolution! ein, die entschieden die voll« und uneingeschränkfe GewerkschaftSsreiheit verlangt, denn es liegt ja im ureigensten Interesse der christlichen Gewerkschaften, die ja überall schwächer sind als die Freien Gewerkschaften, daß die volle Organisationsfreiheit besteht. Die österreichische Delegation, die nicht für eine Resolution zu stimmen wagte, die die c i n- m ü t i n c Billigung aller katholischen Vertreter auf der Konferenz fand, hat sich alfo nicht nur gegen die sozialistische und freigewerkschastliche Arbeiterbewegung, nicht nur gegen die unparteiischen Gelehrten auf dem Pariser Kongretz, sondern vor allem auch gegen die Gesamtheit der katholischen Vertreter gestellt. Diese letzt« Tatsache kann uns, aber sie wird Wohl Ihnen nicht gleichgültig sein. Sie zeigt jedenfalls, daß die Beseitigung jeder Spur von Gewerkschaftsfteiheit, Oesterreich auf eine Stufe mit den barbarischen Diktaturen.stellt. Mit dem Kampf um die Wiedereroberung der Gewerkschaftsfreiheit und de» Selbstbestimmungsrechtes ter Arbeiter und Angestellten führen die vom Regime zur Illegalität verurteilten, aber sehr aktiven Freien Gewerkschaften den Kampf um«in Stück Kultur, das— wie der Pariser Kongreß gezeigt hat— in der ganzen zivilisierten Welt Unbestritten ist. Deutsche, geht schlafen! Die„Frankfurter Zeitung" berichtete dieser Tage über das Düsseldorfer Reichstreffen der Bolksgesundhettsbewegung. Nach den Angaben der «Frankfurter Zeitung" hat dort der Reichsärzteführer Dr. Wagner einen schüchternen Protest gegen die Ueberanstrengung der Arbeiter in den Betrieben und der jungen Menschen bei der Hitlerjugend getvagt,.Dr. Wagner warnte vor der Rekordarbeit derUJugendlichen in den Betrieben, vor„falsch" aufgefatztem Betriebssport, vor den anstrengen- d en Gepäcksmärschen der Jugend und auch vor solchen„Erholungsreisen" Werktätiger, von denen diese ost in einem Zustand zurüakommeni der eine Erholung von der Erholung notwendigmache. Ein Dr. Wirz mahnt« im Sinne von Göring:„Weniger F l eis ch, weniger F e t t!" Als ob die Untertanen Hitler» diese Dinge jetzt im Ueber- slutz. hätten! Eine Frau Bosch sagte, daß dar vor größte Schuljunge der Welt Dieser junge Wiener Schiller Paul S w a- eine, der im Alter von 14 Jahren bereits eine Länge von 1.94 Meter erreichte, dürfte wohl der größte Schuljunge der Welt sein. Jedenfalls hat er den Amerikaner Ronald Miles, der„nur" 1,89 Meter groß war, übertrumpft. Der kleine große Paul ist das Sorgenkind seiner Eltern, was man bei einer Stiefelgröße von Nummer 47 durchaus begreifen kann. deutsch« Volk an der S ch l a f l o s i g k« i t s^ k r a n k h e i t leide. Die politischen Leiter der NSDAP sollen nach ihrer Meinung wenigstens zweimal in der Woche ein gutes Beispiel dadurch geben, daß sie um 9 Uhr abend» zu Bette gehn. Diese Bemerkung richtet sich gegen die Nachtübungen der Jugendlichen und gegen die Vergnügungssucht der Böigen, welche die Nacht in der Regel bei Saufgelagen verbringen. Hochrufe auf„Kaiser Otto". Wien.(Tsch. P. B.) Anläßlich des 89. Geburtstages des verstorbenen Kaiser Karl(17. August) veranstalteten die Wiener Monarchisten in der Kapuzinerkirche einen Festgottesdienst, an dem der Hochadel, die Generalität sowie Deputationen zahlreicher legltimistischer Organisationen. teilnahmen. Die Polizei mutzte die überfüllte Kirche schließen. Nach Beendigung de» Gottesdienstes sauge» die Monarchisten die alte österreichische Volkrhymne und die vor der Kirche versammelte Menge brachte Hochrufe auf die Habsburger und auf Kaiser Otto au». Ausschlüsse aus der BF. Linz. Die Landesführung der Vaterländischen Front hat nach einer Mitteilung von maßgebenden Stellen einer Reihe von Personen in Wels die Mitgliedschaft der Vaterländischen Front entzogen. Auch wurden die Aemtcr, Behörden und öffentlichen Stellen angewiesen, bei öffentlichen ArbcitSvergebungen vor allem di« Würdigkeit in Betracht zu ziehen und sich vorerst niit der Führung der Vaterländischen Front in Verbindung zu fetzen. Dar„Linzer Volksblatt" veröffentlicht eine längere Liste von Mitgliedern der Dienststellenorganisation der Vaterländischen Front bei den Bundesbahnen, die auf Verfügung des LandeSführers ans der Vaterländischen Frönt ausgeschlossen worden sind. Polnische Minderheitenpolitik. Das Wilnaer Schulluratorium hat 14 litauischen Lehrer, die bisher in den utraquistischen Volksschulen litauischen Unterricht erteilten, verständigt, daß sie mit Beginn des kommenden Schuljahres von ihren Posten enthoben werden. Im ncucn Schuljahr werden somit die lila u i s ch e n K t n d e r, die die polnischen Vollsschulen besuchen, ausschließlich in polnischer Sprache unterrichtet werden. London. Auf der Insel Mauritius haben Streikunruhcn einen solchen Umfang angenommen, daß starke Polizei- und Truppeneinhciten aufgeboten werden mutzten. Weite Gebiete der Zuckerpslanzungcn von Mauritius sind von den Streikenden niedergebrannt worden. Man erhält für KC 100 Reichsmark728.— Markmünzen«.«,, 790.— 100 österreichische Schilling.. 829.50 100 rumänische Lei...». 18.80 100 polnische Zloty..,,, 518.50 190 ungarifche Peugö.,, i 564.50 100 Schweizer Franken,,, 658.50 100 französische Franc»»,, 107.80 1 englisches Pfund.,,, 142.12 1 amerikanischer Dollar,« 28.55 100 italienische Lire.,,, 132.40 100 holländische Gulden.,. 1579.— 100 jugoslawlfche Dinare,, 08.80 100 BelgaS 482.50 100 dänische Kronen.■■■ 636.— 100 schwedische Kronen•■• 734— Seite 6 .Sozialdemokrat Mittwoch, 18. August 1037. Nr. 193 Traaer jdtm Die„hypnotische Ehe“ des„Indischen Fakirs“ Die Andre des„Nir Abdul Hamid Khan“ (—rb—) Wor einigen Tagen ging eine Sensationsmeldung durch einen Teil der Prager Blätter, der gegenüber zunächst jede Reserve am Blade schien. Eiv ISjädrigeS Mädchen, das sich Lais Mer Kopf mit einem ankaiigS Juni in Prag gastierenden „indischen Fakir" verheiratet batte, kehrte dieser Tage in ihre Prager Heimat zurück, nachdem sie in Belgrad, wo sie zulebt mit ihrem Gatten weilte, die Hilfe ter Polizei angerufcn batte, weil sie angeblich sadistischen Mi üb an dlu ng e n seitens des Herrn Gemahls auSgescbt tvar. Als besondere Eigenart dieses Falles erscheint die Behauptung dieser 18jährigen Marie Krätkh, das, ihr Gatte, der unter dem Titel eines„indischen Fakirs" schweres Geld au» den Taschen der unbelehrbar Dummen gezogen hat. sie nur durch hdpnotischen Einfluß zu vor Eheschließung Le- stimml habe. Ueber diesen Punkt, an dessen saftiger Ausmalung sich die SensationSvresse natürlich nickt genug tun konnte, werden die Sachverständigen ihr Gutachten abzugeben haben, bis zu welchem Zeitpunkt ieder .nüchterne Beurteiler der Sache gut tun wird, sich mit aller gebotenen Skepsis zu wappnen. Soweit bisher objektw festzustellen ist, tauchte anfangs Juni in Prag ein dicker, und zwar orientalisch, aber keineswegs„fakirmäßia" aussebender Herr auf. der«inen türkischen Paß hatte, lautend auf den Namen Mir Abdul Hamid Man. Er auar- tierte sich in einer teueren Pension ein und begann alsbald Lockinserate loszulassen, in denen er sich al» der »Ander Randi" vorstellte und sich erbStig machte, „durch die Kraft seiner hervorragenden psychischen ■ Eigenschaften„jedermann" in geschäftlichen Situationen, in LlebeSangekegenhelton und überhaupt in feder Situation zu helfen." Das Honorar betrua„nur" 60 XL. Ueberflüssig zu bemerken, daß der falsche Indier von leichtgläubigen Klienten und hauptsächlich Klientinnen überlaufen war und glänzende Geschäfte machte. Auf welche Weise die- 18jährige Kanzleibeamtin Marie Kräikts mit,ihm zusammenkam. darüber geben die blumigen Berichte der diversen SenkationSblätter auseinander. Jedenfalls verheiratete sich die Achtzehnjährige nach einer Bekanntschaft von wenigen Tagen an ibn— wie sie heute behauptet— unter dem Zwanae seines suggestiven. Einflusses und verschiedener Drohungen mitseinen^lb er natürlich en Krä ft en", die ihr im Falle einer Weigerung den Tod bringen würden. Nochmal»— dies ist die Darstellung der Marie Kräkkts, die erst der Beglaubigung bedarf. Bor einigen Tagen wurde nun der treffliche Abdul Hamid in Belgrad wegen sadistischer Mißhandlung seiner Frau auf deren Anzeige hin verhaftet. Bei der Durchsuchung seiner Koffer fanden sich, nach Meldung eine» Blattes, zahlreiche Photographien nackter Frauen, die auf diesem Wege versuchten. dem großen Fakir etwelche Zulunftrdeutnn- gen zu entreißen. Daß der türkisch-indische Magier in Geld nur so schwamm, bedarf keiner besonderen Erwähnung. * lieberlassen wir die Aufklärung der Einzelheiten dieser Faller der Zukunft.' Schon heute bestehen aber schon zwei Fragen- die volle Aufmerksamkeit verdienen. Zunächst wäre dringend aufzuflären, wie eine solche Ehe unter den Augen der Dräger Polizei zustande kommen konnte. DgS„Bei. Sl." berichtet, daß die Eltern des RlädchenS, die sich gegen die Ebe mit einem unbekannten Abenteurer aussprachen, sich bei der Prager Polizeidirektion über die Persönlichkeit des Bräutigams ihrer Tochter informieren wollten, wobei sie aber von den Beamten in dem berüchtigt kommiß- mäßigen Ton. der bei der FremdenabteiluNa der Polizeidirekiion leider gang und gäbe ist. dahin ab» gefertigt worden seien, daß die„Polizeidirek- t io u keine H e i r a t S v e r m i ttlun g s.e i". Angesicht der„Schneidigkeit", die die Referenten absolut einwandfreien Fremden'an den Tag zu legen belieben, müßte eine solche AuSlunft, falls diese Information aus Wahrheit beruht, als eine Fahvlässigkrit betrachtet werden, dje nach entsprechender Sühne ruft. ES ist nicht der erste Fall, daß Abenteurer und Hochstapler in der Hauptstadt des Staates mit unbegreiflicher-Leichtigkeit die Formalitäten einer Eheschließung zu überwinden vermäaen, durch die eine junge Fran ins Unglück gestürzt wird. Wir. erinnern mir an den Fall Kaufmann! Ueber diesen Punkt wird sich die Prager Polizeidirektion noch äußern müssen. Jedenfalls ist bezeichnend, daß auch das„Prager MoniagSblatt" die„Gutuiütig- keint" der Behövden'erwäbnt.«in Ausdruck, der nur allzumilde gewählt ift. Eine Polizeibehörde, di« eS ablehnt, über einen offenkundigen Scharlatan: der unter ihre» Auge» sein Wesen treibt. Anformationen einZnholen und dies in einem Fall, wo es sich ebensogut.um die Machinationen eines. Mädchenhändlers bandeln konnte, ist der Oeffentlichkeit restlose Auf- kläruna schuldig. Ter zweite Punkt, der bei Betrachtung di^eS widerlichen Falles in die Augen springt, ist die Zütreibertätigkett der bürgerlichen Presseinserate, di« derartige gemeingefährlichen Scharlatanen ihre Opfer liefert'.'Dieser Abdul Hamid hat.in Prag reiche Ernte ßebälteü und die Honorare, die er ein« bcimstc. liegen meist wesentlich höher als bloß 89 XL. zumal er auch einen-schwunghaften Sandel mit allerlei'„geweihten Ainuletten" getrieben haben soll. An einzelnen Fälle» soll er bis-809 XL von seinen Klienten und, Klientinnen herauSgelocki haben. Besonders blühte ihm der Welzen nach der Darstellung de» Melautrich-AbendblatteS nach dem bekannten Börsenkrach.' anläßlich s dellen er fingierte Dank- - Inserate einrückeß ließ, die ihm neue Kundschaften zutrieben, di« sich finanzielle Ratschläge von ihm erhofften. An welcher Art sich dieser Magier dem zahlungskräftigen Publikum durch freundliche Bermitt« lung einer gefälligen Bresse empfahl, dies ist wahrlich ein beschämendes Kulturdokument. Vergessen wir aber nicht, daß dieser Publikum durch ständige Anserierung ähnlicher Art auch für de» unmöglichsten Schwindel reif gemacht wird. Man nehm« eine beliebige illustrierte bürgerliche Zeitschrift oder aewille Tage»- und Wochenblätter her und man wird staunen. war man einem immerhin„gebildeten" Leserkreis zumute» darf, ohne daß dieser daraufhin sofort Siehzehn ThphuSfälle in Prag. In Prag und der nächsten Umgebung der Hauptstadt sind in den letzten Tagen mehrere TvphuSerkrankungen gemeldet worden. Insgesamt wurden siebzehn von dieser Krankheit befallene Personen in das Weinberger Krankenhaus«ingclicfert. Drei der Erkrankten wohnen auf der Hanspaulka, die übrigen stammen aus der Gegend von L i b u S. Als Infektionsursache wird der Genuß von unreinem O h st oder Milch angenommen. Die ursprünglich gleichfalls erwogene Annahme, daß bei einzelnen'Fällen die Erkrankung durch Baden in verseuchtem Waffer zu- rückzuführcn ist, hat sich nach bakteriologischer Untersuchung der verdächtigen Badeplähe als unbegründet erwiesen. Die Erkrankungen nehmen durchgvegS einen leichten Verlauf. Zwei Affen des Prager Zoo als Opfer deS elektrischen Stroms. Ein merkwürdiges Ende fanden zwei Bewohner der Affenkäfigs im Prager Tiergarten. Auf noch nicht näher erklärte Weise geriet ein Draht- der elektrischen Leitung mit dem Eisengitter des Affenkäfigs in Berührung. Zwei Affen, die sich gerade an diesem Gitter festhielten, wurden durch den elektrischen Schlag auf der Stelle getötet. Die übrigen Insassen waren durch den plötzlichen und unbegreiflichen Tod ihrer Gefährten so entsetzt, daß sie starr und regungslos, ohne«inen Laut von sich zu geben, auf ihren Plätzen verharrten, bis der Wärter die Leichen fortgeschafft hatte. „Bojenka, gib die Silberfüchse heraus!" Der Inhaber einer Altstädter Kürschnerfirma wurde telephonisch nach Bkevnov gerufen, wo angeblich eine Kundschaft Silberfuchsfelle kaufen wolle. Nach einer Welle wurde die nun allein im Laden befindliche Verkäuferin Jana K. angerufen. Es meldete sich jemand, der sich für ihren Chef auSgab und ihr auftrug. sie solle vier Silberfuchsfelle einem Manne aussolgen, der sich alsbald im Laden einfinden werde. Die Verkäuferin glaubte, die Stimme ihres Dienstgebers zu erkennen, hauptsächlich wohl deshalb, well sie der Mann am andern Ende der Drahtes nicht mit ihrem richtigen Vornamen,,sondern mit„Bojen- ka" anredet«, wie sie ihr Chef zu, nennen pflegte. Alsbald stellte sich auch der Mann-ein, dem-sie ohne weiteres die wertvollen Felle übergab. Bald darauf kehrte aber der Geschäftsinhaber in übler Stimmung heim, denn der Bkevnover Auftrag batte sich als Mhstifikasion herauSgestellt. Seine Stimmung ver- schlechiere sich noch wesentlich, als er von dem Borgefallenen erfuhr, denn natürlich hatte er keinen derartigen Auftrag gegeben, sondern war, ebenso wie seine Perkäuferin, einem Betrüger aufgesessen. Der Täter wurde auSgeforscht. Es ist der 40jährige Matij S olle, der früher bei dem Kürschner angestellt gewesen war und inzwischen auf die schiefe Ebene geraten ist. Sechzehnjähriger Lehrling vernüßt. Seit dem 12. d. wird der 16jährige Lehrling Karl Schürrer aus Prag l. vermißt. Er ist etwa 180 Zentimeter hoch, schwächerer Statur, mit Hellen Haaren und blauen Augen. Er trug«Inen schwarzen Rock und schwarze Samdhosen, eine dunkelblaue Mütze und hohe Schnürstiefel. Um etwaige Angaben bittel seine Mutier, Prag I-, Na Franüöku 820. In die Moldau gesprungen. Gestern mitternachts wurde die 21jährige Arbeiterin Vlasta Mar- tineck aus Michle, die kurz Vovher bei der Jirasek- brücke in die Moldau, gesprungen war, von der Ret- tungSgesellschast auf die Klinik Pelnäk gebracht, nachdem sie von Äovbeigehenden aus dem Waffer gezogen worden war. Als Grund ihrer Tat gab sie unglückliche Liebe an.— Vorgestern nachmittags fiel der 80jährige Dachdecker Josef Kritzbach, derzeit im Nachtasyl wohnhaft, von einem plötzlichen Unwohl- I sein erfaßt, vom Franzenskai in die Moldau. Vorbeigehende zogen ihn heraus und brachten ihn auf die Polizeüvachstube, wo er untersucht und entläffen wurde. DaS vermeintliche Mikroskop und der Autodieb. Die Diebsbande, die«S auf Ausplünderung unbeaufsichtigter Autos abgesehen hat, setzt ihr« Tätigkeit in Prag rüstig fort. Ende vergangener Woche soll eS dabei zu einem merkwürdigen Vorfall gekommen sein. Bei der Polizei meldete sich ein'gewisser Ingenieur, der berichtete, daß'auS seinem Auto ein Kästchen gestohlen worden sei, dar einen wertvollen technischen Apparat enthalten habe, deffen Wert auf mindestens 10.000 XL zu veranschlagen sei. Ta der Ingenieur in den Diensten einer großen Fabrik für Apparatebau steht, nahm man schon an, daß es sich um keine» gewöhnlichen Diebstahl handle, sondern um dar Manöver einer Konkurrenz, die Interesse daran hatte, sich Einblick in die Konstruktion dieses neuen Apparates zu Verschaffen. Diese Annahme erwies sich aber als irrig, denn noch am gleichen Tage stellte sich ein Trödler aus Zijskov bei der Polizei ein und nab den Apparat ab, den' er von einem Unbekannten als Mikroskop für, 800 XL gekauft halte. Erst bet genauererUntersuchung-erkannte er, daß eS sich um einen Meßappqrat handelte und brachte ihn. da'ihm die Sache verdächtig erschien, auf die Polizei.. dar Abonnement kündigt. Da sind nickt nur- di« Astrologen, da findet man auck Schönheitsmittel, die, Mer Nacht knach beistehendem Bilds"eine geäÜerte verhärmte und verrunzelte Frau in ein«, taufrische Mädchenschönheit um wandeln, die' schwächliche Männer— nach dreitägigem Gebrauch der Wundermittel» soundso— in muskelbepackte Athleten umwandeln usw.. usw. Kann man sich Wundern, daß in einem solchermaßen verblödeten Leserpublikum Leute vom Schlage dieser Abdul Hamid Man ihre Raubzüge unternebmen können... 1 Seit fünf Jahren liegt«In Gesetzentwurf zur Bekämpfung der unseriösen und gemeinschädlichen Insertion vor... * Rein kriminalistisch gesehen, ist die Situation In diesem Fall heute die. daß das Einlangen der Berichte der internationalen Kriminaldienstes Wer den-Punkt abgewartet werden, die darWer Klarheit schaffen sollen, ob der große Fakir nicht nach seinen Fingerabdrücken als polizeilich gesuchter Individuum zu identifizieren ist. Sollte dies der Fall sein, dann wird di« Prager Polizeidirektion um so mehr genötigt sein, sich vor aller Oeffentlichkeit zu rechtfertigen. AuSflugSzüg« der tschechoslowakischen StaatS- iahnenr 2-1. bis 29. August: Quer durch die Slowakei 640 Xi, vom 21. bis 2V. August in die Beskiden(Fahrt ist gesichert) 480 Xi, am 22. August nach Botice zum Motorradrennen 48 Xi, am 22. August nach Hirschberg 90 Xi, vom 22. bis 29. August über die Böhmisch-mährische Höhe 810 Xi, vom 28. August bis 1. September zur Rebhuhnjagd nach Novi Jämky und Nitra 1800. Xi, vom 28. August bis 8. September nach Karpathovußland 478 Xi. Anmeldungen und Informationen im Basar naben dem WIlsonbahnhofe, Telephon 88888. Lin Wunderarzt Prag.(—rb—) Ein weiterer Beitrag zu dem unerschöpflichen Kapitel der menschlichen Leichtgläubigkeit und Wehrlosigkeit gegen Gaukler, die ihren Humbug mit kauderwelscher Mystik zu dekorieren verstehen, bot diese Gerichtsverhandlung vor dem Einzelrichter Güt. Dr. P a z d e r s k h. Angeklagt war der 42jährige.Jaroslav Hojka aus Karolinenthai etnevseit» des Betruges, anderseits der Uebertretung der„unbefugten Ausübung der Arznei- und Wundarzneikunst als Gewerbe", wie es in der alterttünlichen Ausdrucksweise unseres Strafgesetzes im.Paragraph 848 heißt. Der Angeklagte ist unbestimmten Berufe», behauptet einen„chemischtechnischen FernkurS auf schriftlichem Wege" absolviert zu haben und offerierte sich der leidenden Menschheit durch Inserate in den tschechischen Zeitschriften„Die praktische Hausfrau" und de» okkultistischen Organs„Medium" als-Experte für alle Arten von Leiden, denen er durch wunderwirkende Mittel abzuhelfen versprach, von der Blutarmut bis zum Rheumatismus, vom.Haarausfall.. Hitz'"zum Kropf, von der Gelbsucht bis zur Impotenz'. Tie Elixiere, die er seinen Klienten zusandte, setzten allerdings eine geheimnisvolle Vorbereitung voraus. Zunächst behauptete tzr nach Einholung' verschiedener persönlicher Daten-der Patienten die Sterne befragen zu müssen und erst wenn er die„günstige Konstellation" festgestellt hatte, erfolgte die UeberseNdung der...Heilmittels", begleitet von eindringlichen mysttschen Ermahnungen. Unter den Geheimmitteln befindet sich ein Gebräu, dem er den unsinnigen Namen„spagirischeS Vehiculuin". verliehen hatte, ein anderes hieß„hermetisches Vehiculuin". Diese Geheimmittel sollten die Heilkraft anderer Arzneien, die er auf dem Lager hatte, unermeßlich steigern. ES würde zu weit führen, auf die Einzelheiten de» blühenden Unsinn» einzugehen, den er feisten Patienten auftischte und den diese gläubig Hinnahmen, so gläubig, daß sie an den ganz unglaublichen Prei- sen, die der Heillünstler forderte, nicht den mindesten Anstoß nahmen. So kostete eine Flasche einer.Leib und Nerven stärkenden UniversallnittelS" 188 Xi ein„Knochenbildungsöl" 100 XL,«In„Mittel zur Busenentwicklung" gar 184 XL. Billig war noch ein Vas Ergebnis der englischen Luftmanöver London. Mitte August. Die großen südenglischen Flugmanöver der letzten Tage haben in der englischen Oeffentlichkeit,' die. vor der Hitzewelle an die Küsten geflüchtet ist oder sich in London mit Hilfe von ungezählten Eisportionen mühsam bei Verstände hält, wenig Aufsehen erregt. Um. so größer war die.Anteilnahme der interessierten Kreise, zumal da sich herausstellte, daß.vom technischen Standpunkt aus noch eniges geschehen muß, um die strategisch so überaus wichtifte SUd- küste der Insel, mit ihren vielen Munitionsfabriken, von der. Bedeutung Londons ganz zu schweigen, wirksam zu. schützen. WgS London betrifft, so ist die Luftverteidigung noch keineswegs richtig ausgebaut: ,20 Prozent.der.'angreifenden Flugzeuge konnten alle Verteidigungslinien durchstoßen und frei über London ustd Umgebung ope- rieren. Ein solcher Prozentsatz könsite im Ernstfall eine Katastrophe herbeifübren. Andererseits, bat sich, gezeigt, daß die Luftwaffe Englands außerordentlich entwickelt ist und daß vor allem die neuen-schweren Bombenflugzeuge eine Macht darstellen, die, in Europa vielleicht nicht ihresgleichen hat...D,ie mächtigen Kolosse der Bristol-Blenheiin-Fäbrik sind nicht, nur fähig, eine unwahrscheinlich grosse Last von Bomben mitzuschleppen, sondern auch eine- ungeheure Schnelligkeit zu entwickeln, nämlich' 280- bis 800 englische Meilen pro. Stunde. Solche.Geschsvindig- keiten wurden bisher nur von Jagsslugzeggen Bezugrbeding n.n g- n: Bei Zustellung in» Hau» oder bei Bezug durch die Post monatlich XL 16.—, vierteljährlich Xi 48.—. halbjährig XL 96.? Tarif billigst.berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.'— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung, der Retourmarken— Die graphendirektion mit Erlaß Nr. 18.800)VI1/1980 bewilligt.—. Drucktet: pvrbiS"/ Druck-, Verlags- und Zeituni Parteigenossin! Parteigenosse! Bist Du schon.Mitglied der Kßnoerfreunve? wenn nicht, dann tritt bei. z w 8»end»f<|nftl N „Blutreinigungsextrakt" für 28 XL, während ein. .Mittel zur Stärkung der Potenz" 88 XL kostete. (Unter den Gerichtsakten erliegt der„Dankbrief" eine»-gewissen alten Herrn, der nach vollbrachter „Kur" dem Heilkünstler allerlei Uebler versprach). Bei der Verhandlung zeigte' sich, daß der Mann aus der Anklagebank eigentlich nichts anderes.war, als der Agent einer offenbar auf großzügigste Weife arbeitenden S ch w indelindustrie. Di« Wundermittel lieferten ihm ausländische Firmen— vor allem reicksdeutsche, denn die deutsche Gesetzgebung kannte und kennt keinen strafgesetzlichen^Schutz gegen solche gemeingefährlich« Unternehmungen. Der Angellagt« erhielt für den Verschleiß der ganj wertlosen„Heilmittel", deren Herstellungskosten minimal sind, nur eine zehnprozentige Provision. Deshalb würde er auch vom Verbrechen de» Betruges freigesprochcn und nur nach dem Kurpfuscherparagraphen zu vierzehn T a.g e n st r e n g em Arrestes verurteilt. Der große Fakir und Hellseher verliert einen ArbelttgerlchttprozeB Prag.(—rb—) Der" Name des türkischen Staatsangehörigen Mir Abdul Hamid Khan, der unter indischem Pseudonym als Fakir, Hellseher, Hypnotiseur usw. in Prag so ausgezeichnet« Geschäfte gemacht hat und nun in Belgrad in Untersuchungshaft sitzt, prangte dieser Tage nicht nur in den fetten Titelzeilen der-Zeitüngen, sondern auch auf dem Berhändlungsverzeichnir eines Gerichtssaales des hiesigen Arbeitsgerichtes. Abdul Hamid Khan war geklagt von einer jungen Beamtin, die während seines PrageS Aufenthaltes als Dolmetscherin und Sekretärin in- seinen Diensten gestanden war. Begreiflicherweise hatte sich ter große Magier zu dieser ArbeitSgerichtSvetzhandlung nicht selbst einstellen können, da er sich weit von Prag in sicherem Gewahrsam befindet und die Polizei in Prag, wie in Belgrad sich eifrig mit der Lüftung der in jeder Hinsicht dunklen Mysterien dieses„Fakirs" befassen, insbesondere auch mit der merkwürdigen Ehe. die er in Prag eingegangen war. Da sich aber der Rechtsanwalt des Geklagten eingefunden hatte, stand der Verhandlung vor dem Arbeitsgericht nicht» im Wege. Wie man aus der Klage erfuhr, begehrte die Klägerin die Bezahlung der gesetzlichen Kündigungsfrist bis zum nächsten Ouartalfchluß im Betrage von 4000 XL. Der Vertreter de» Beklagten wendete«in, daß die Klägerin keinen Anspruch auf Einhaltung der Kündigungsfrist habe, da sie ihren Betkrauens- poften zum'Schaden ihre» Dienstgebers mißbraucht habe, indem sie angeblich dessen Unkenntnis' der tschechischen Sprache dazu benützte, sich bei'Einkäufen, die sie für den„Fakir" besorgte— dieser lebte ja bekanntlich auf großem Fuß— Provisionen zum Schaden ihre» Dienstgeber».auszubedingen. Die Klägerin bestritt dieser Vorbringen sehr entschieden, wobei sie bemerkte, sie hätte stch nicht getraut,, einen Hellseher auf so-plumpe Art hinterr Licht führen zu wollen. Abgesehen von diesem Argument, da» versteckte Heiterkeit im GerlchfSsaal hervorrief, konnten diese Einwendungen nicht uachgcwiesen-werden. Der Prozeß' endete damit, daß dar Arpeit»gericht(Bors. GR. Chyskh) der Klage in vollem Umfange stattgab und den Hellseher zur Bezahlung des eingeklagten Betrages verurteilte. ES ist«in heiteres Faktum,«iß der prophetische Sinn dieseh Magier», der stch besonder» auch zur Beratung in. geschäftlichen und finanziellen' Angelegenheiten angeboten und zahlreiche Leichtgläubige gefunden hatte, die bereit waren,- die gepfefferten Honorare zu bezahlen, nicht einmal dazu ausreichte, den unrühmlichen AuSgang seine» eigenen Prozesse» vorauSzusehen. erreicht, aber es zeigte sich bei den Manöver«, daß manche Bombenflugzeuge sogar schneller waren als ihre leichteren Verfolger. Demnach scheint England sein Hauptgewicht auf die Bomber zu lxgey, und diese Annahme wird durch einen sehr jnstzukjiven Artikel unterstrichen, den ein aktiver K.apitän. eines Bombengeschwaders soeben in der:„Daisy Mail" veröffentlicht. Der .Kapitän erklärt, sm fommettdewLustkriege, der an sich die Entscheidung über den,ganzen Krieg geben werde, wstrden die. Bombesislugzeüge' ausschlaggebend sein. Daß die spanischen Ereignisse eigentlich etwas anderes lehren, nämlich die noch Immer nicht gebrochene' Suprematie der Infanterie und des' Stellungskrieges, widerlegt der Kapitän'mit der Erklärung,..bei.de Parteien in Spanien verfügten kaum über richtigeBombenflugzeuge, nämlich-über- jene modernen schweren Apparate, die unvorstellbare Massen von Explosivstossen abzuwerfen imstande-find.-Immerhin habe man Bilbao wochenlang vergeblich umkämpft, und-dann hätten. ein paar Bombenflugzeuge Francos schnell die Entscheidung: gebracht. Es mag bei-dieser. Gelegenheit daran erinnert werden, daß der deutsche KriegSminister von Blomberg beijsxinem kürzlichen.Besuch, in England' seinem- Erstaunen über-die neuen schweren' Apparate der englischen Luftflotte offen Ausdruck gab.' Bomber freilich dienen' kaum' Verteidigungszwecken, sondern sind Angriffswaffen. ES scheint also, als ob England nicht: gewillt ist,-, falls eS irgendwann keinmal: in/einen-Krieg', verwickelst wird, sich.auf die bloße Abwehr zu beschränken, .ganzjährig XL 192.—,— Inserate werden laut. ZeittingSkrankatur wurde von der Post- und Tele» S-A.-G. Prag