Sozialdemokrat gentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei In der Tschechoflowattschen Republik Erscheint mit Ausnahme de» Montag tSglich früh/ Sinzelprel» 70-»Her Redaktion und Verwaltung: Prag XL., Fochova 82- Telephon 83077- Herausgeber: Siegfried siläub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Aus dem Inhalt: Der ll Lelpzlg“*Schwlndel enthüllt Wer hilft den Bühmerwald-Deutschen? Prager Bauarbeiter-Streik beendet Die Arbeitslosigkeit In Nordbtthmen 17. Jahrgang Donnerstag, 19. August 1937 Nr. 194 Erfolgreiche Gegenwehr Blockst des Wangpu der Chinesen Auch bei Nankau siegreich! Henleins Auslandspropaganda GreuelmHrchen Uber die Tschechoslowakei In einem amerikanischen Hltierblatt Eine unerhörte Verleumdungskampagne der„loyalen** SdP Das japanische Unternehmen in Schanghai — ob«s nun als militärische Operation ans Nanking oder als Erpressungsmittel gedacht war — entwickelt.sich.mehr und mehr zu einer großen Verlegenheit für die Japaner, obwohl sie es an Energie/ Grausamkeit and Rücksichtslosigkeit nicht fehlen laffen. Dir japanischen Truppen sind offentar zahlenmäßig doch zu schwach, um eine grüße« Basis um Schanghai schaffen und halten zu können, wenn auch die Kriegstechnik der Japaner überlegen ist. Sie verlaffen sich hauptsächlich auf dir Luftwaffe und seit 24 Stunden jagt«in Bombenangriff den andern, wobei ganze ESkadrillrn aussteigeir. Di« Ziele der Bombardements wechseln. Dir Chinesenstadt Tschapei, der Rordiahnhof, aber auch die internationale und di« französische Niederlassung werden von den Bombern heimgesucht. Di« Zerstörungen sind furchtbar, die Menschenopfer nicht zu zählen. Die chinesische Luftwaffe hat sich bei den nächtlichen Angriffen der Japaner nicht gezeigt. Welter suchen die Japaner ihre SchifsSartille- rie zur Geltung zu bringen, und zwar laffen sie sowohl die Geschütze der größeren Schiffe, di« dir der Stadt im Wangpu liegen, als auch die Kanonen der kleineren, bis in die Stadt vordringenden Boote wirken. Doch-ist di« Wirkung der Schiffsgeschütze immerhin durch die Krümmungen des Wangpu, durch dieLageder internationalen Viertel unb stellenweise durch das Abwehrfeuer chinesischer Artillerie behindert. Di« Chinesen nähern sich dem Viertel Tscha- Pek konzentrisch und haben den Ring um diesen Teil Schanghais geschloffen, so daß die Japaner» luenn sie sich nicht-halte» können, nur den'Weg zum Fluß oder in die internationalen»,Settlements" haben. Den Fluß versuchen die Chinesen zu blockieren. Sie haben japanische Handelsschiffe, die im Unterlauf deS Wangpu lagen,»nm Sinken gebracht(anscheinend durch Sabotage-Akte, sie wurden angeblich„angebohrt"). In Schanghai macht sich Skat' an Lebensmitteln bemerkbar. Dir Chinesen melden auch»inen Si eg v» r Rankau, also an dem Paß westlich Peking, ja nach einigen Meldungen sollen chinesische Truppen vorgerückt«md sehr nahe an Peking heran» gekommen sein. Die Nanking-Regierung plant, ein« allgemeine Mobilisierung und. soll«in Gesetz dazu beschlossen haben, das noch nicht publiziert wurde. Formell leben China und Japan«och immer im„Frieden". Während st« Schanghai bombardieren und beschießen, beklagen sich die Japaner in der Presse und diplomatisch etwa noch immer darüber, daß einzelne, japanische Zivilisten oder Soldaten in Schanghai»der in anderen Städten überfallen, verprügelt oder erschlagen werde». Während tausende Chinesen' von den japanischen Bomben zerfetzt werden, stellen die Helden von Nippon weinerlich anklagend fest, daß da»der dort einem Japaner ein Haar gekrümmt tvurde und. daß daher die Chinesen«ö seien, die den. Krieg provozieren. ,So führen sie auch Klage darüber/ daß japanische Schiffe mit Heimkehrern pon den Chinesen beschaffen werden— auf demselben Wangpu,: auf dem' japanische Kanonenboote kreüzen und ihre Granaten in die Universität pon Schanghai-schleudern!'Wie die Lage Mittwoch abend« aubfah, würde di« von England dorgeschlagene Neutralisierung'Schanghais einen .großen Liebesdienst-für di« Japaner darstelle», dir sich so aus einer goldenen Brücke aus der Sackgasse zuritchziehen könnten, in, di« sie- durch den unüberlegteMvorstoß geraten sind. ... o-, ' Peiping..(Reuter.) Man glaubt, daß eine neue> japastische-OffestsM^ am Bergpaß-' bei' Nankau cinsetzen wird. Die Japaner haben dort' ■l'O.OÖO Mann- zur Verfügung. Von japanischer Seite' wird anerkannt,I daß-- die• Chinesen-' an strategisch-'wichtigen'-Posttiönen' harten' W bd« r-sia n d leistetest',! von wo sie' nur Mrch einen-Angriff sm groben Maßstabs-.vertrieben werdtn-tonnten. Die Japaiter hatten bisher schon! große Berluste. gn'Äocdchinn) sigd bisher gegen' 30.000 Japaner eingetrosfen, so daß die Ge«! samtzahl der Japaner annähernd 80.080 Mann beträgt. Südlich der Eisenbahnlinie P e i p i n g— Tientsin hat sich die militärische Aktivität, der Chinesen verstärkt. Das Hauptquartier der javanischen Nordchina-Garnison Meldet den Vormarsch der Truppen der chinesischen Zentralregierung westlich der Eisenbahn Hankau—Peiping. Sie sollen sich schon b i S a u f IS K i l 0 m e t-e r Peiving genähert haben. Oestlich der Eisenbahn Tientsin—Pukau hätten sich 20 Kilometer südlich TangluS Kämpfe entwickelt. Schanghai.(Reuter.) Chinesische Truppen sind im Distrikt Jangtsepu, nordöstlich von Schanghai, beträchtlich vorgedrungen und stehen nur eine Meile von Wangpu entfernt. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß es chinesischen Abteilungen gelungen ist, die Japaner aus dem Abschnitte, Tschapei zu- verdrängen, welcher hauptsächlich chinesisch ist, teilweise aber auch den Japanern gehört. Seit Wochen und Monaten setzt die deutsch« Presse, soweit sie dem Herr» Goebbels gehorsämt, die unglaublichsten Lügen iiber die Tschechoslowakei in die Welt; gleichzeitig werden sic von den deutschen Seirdcrn in die Runde gefunkt. Bon den Sowjet-Flugplätzen bis zur verweigerten Ausreise irrholungsbedürstiger sudetendeutscher Kinder ins deutsche Butterparadies— der Tag, an dem di« Goebbels-Propaganda nicht eine neue Unwahrheit über unseren Staat in die Welt setzt, scheint ihr ein verlorener zu sein. Ein amerikanischer Freund unseres Blattes sendet uns nun eine der letzten Nummern des in P h i I a d e l p h i a erscheinenden ,,D rutschen Weckruf und B e 0 b a ch t e r", der in einem langen Artikel eine ganze Zusammenfassung der reichrdeutschen Propagandalügen enthält. Und. wie es schon bei wachsender Entfernung zu sein pflegt, sind die Behauptungen des amerikanischen Blattes noch tollet,' noch ungezügelter und— wie man in Deutschland sagen würde— noch„hahnebüchener" als die im Dritten Reich direkt erzeugten Lügen. Es handelt sich hier um ein einwandfreies Naziblatt, um ein Organ des„Nmerikadeutschen Bolls- bundcs", der ein H a k e n k r e u z in seinem Schilde führt, um ein Blatt, das zu allem Ueber- flutz noch sozusagen gereimte Hymnen auf den Kameraden der Mörder von Potempa nebst Ankün-, digungen seiner in Holz geschnitzten Büste(von 4 Dollar auswärts!) enthält. DaS Interessanteste daran aber ist, daß der Artikel über die Tschecho- slowalei, der nicht unterfertigt ist, u n v e r k e n n- bar auSKreisen der Sudeten» deutschen Partei stammt und sich in seinen politischen Erklärungen ganz in der Linie jener aUgenzwinkerischen Loyalität bewegt, die des Stammesführers starke schwache Seite ist. Hören wir, wie Herr Henlein Amerika Lier die Verhältnisse in unserem Staate unterrichtet! Unter' dem siebenspältigen(!) Katastrophentitel „Der Sudetendeutschen Not und Elend!"' lesen Wir in einem weiteren, sünf Spalten umfassenden Untertitel,'daß die Tschechoslowakei das„furchtbarste Elendsgebiet Europas" ist. Bloß vier Spalten sind mit einem weiteren Untertitel„E i n deutsches Massen st erben in der Arbeiterhölle der- T s ch e ch 0 s l 0- w a k e i" überschrieben und die Anklage„Biehi» sche Methoden' treiben das Deutschtum in den Freiwd und wirtschaftlichen Verderb" wurde gar nur. Über zwei Spalten gesetzt. Mer nun geht es los in miserabelstem Deutsch. Also wie sieht es aus in sudetendeutschen Landen? „Wo einst'hunderttausend« fleißig«'Hände sich . regten,, wo dröhnende Sirenen'ein Hohelied der Arbeit sangen und die Räder der Maschigen surrten, herrscht hevte eine unheimliche Friedhofsruhe. Gerade die sudetendeutschen Industriegebiete, di« mit ihren.Millionen« haft hergeftellten Werten«inst auf der.ganzen Welt ihre Absatzgebiete hatten, kann man heute als ein einziges Trümmerfeld bezeichnen. Oed land überall, wohin das Auge blicken mag, ist heute dort zu finden, wo Hunderttausende, von brotlosen Arbeitern durch die grausamen Bolksunterdrückungsmethoden der tschechischen Regierung!»» Müßiggang und erschütternder Arbeitslosigkeit verdammt sind."... DaS.ist in Philadelphia in einem Augenblick erschienen, in dem sich in den sudetendeutschen Industriegebieten, nicht ganz ohne Mithilfe der ,itschechischen" Negierung, wieder hunderttausend fleißige Hände zu- regen begannen, in dem wieder dröhnende Sirenen ein Hohelied der-Arbeit singen, wieder die Räder der Maschinen surrest und alles noch viel besser stünde, wenn nicht Herr Hitler durch seine MsperrungSpolitik gerade den sudetendeutschen Gebieten vernichtende Schläge versetzt.hätte. Die Not ist im sudetendeutsche» Gebiet laut„Weckruf" so. erschreckend, daß— aber nein, das muß man wieder wörtlich genießen: „Die Not in den Elendsgebteten der Sude- ' tendeutschtumr ü b e r st e i g t heute alle, auch nur. einigermaßen vorstell» - bare»Grenz e'n.- Warum st«, diese für ihr Deutschtum so opferwillig Kämpfenden, überhaupt noch leben, wissen st« feltft nicht. Abgcdros- . seit sind ihre Werke in den Industriegebieten vom eigenen. Jnnemnarkt und die Beschäftigungslosigkeit drängt zu Streit und Hader in den eigenen . Reihen, während. über allem die Gespenster der Arbeitslosigkeit und der Wohnungsnot Immer 'engerdenKnettn d er Zerfleischung. "eines allmählichen Hungertodes, ziehen. Er gehören stark« Nerven dazu, aus Tausenden und aber Tausenden von Berichten, die über die Grenzen geschmuggelt weü>en müssen(!), weil sie zuviel Wer da» Elend melden, rrchig zu bleiben und untätig zusehen zu'müssen', wenn von Eltern und Lehrern der Hunger- der Kleinen, und Kleinsten geschildert wird.;.-, . Jst.es da noch ein Wunder, wenn die Selbst» mordziffern von Jahr zu Jahr, sich erschreckend erhöhen" ,.......' In den Spalten dieses Blattes-ist genug von ; der sudetendeutschen Not geschrieben worden und wir. verhehlen uns gar nicht, daß auch, heute, da Neutralisierung Schanghais durch die Großmächte Ein britischer Vorschlag es vetnäindluhasbasls London. Der britische Generalkonsul in Schanghai, Dav« ds 0 n, hat-eistest Vorschlag ausgearbeitet, nach dem dir Internationale Konzession in Schanghai—, bei gleichzeitiger Zurück, ziehung der chinesische» und japanische« Streitkräfte—- in dieLage eines neutral e n Gebietes ««rückgeführt werden soll. Man nimmt allgemein an, daß dieser Vorschlag der gestrigen Beratung dem britischen Verteidigungsminister mit Ede» und den Militärsachverständigen vorgelegen hat. Diesem Plan zufolge soll dann Großbritannien gemeinsam mit Frankreich und den Bereinigten Staaten im KonzeffionSgebiet den Schutz aller Ausländer übernehmen. Diesbezüglich sollen zwischen den genannten Großmächten bereits Bor-. Verhandlungen eingrleitet worden sein und auch Bomben auf das Sacrt Coeur-Spltal Schanghai.(HavaS). Japanische Fliegt« beschossen den Rordbahnhof, von dem nur ein Trümmerhaufen übrigblieb. Mittwoch vormittags fiel in daS Viertel Jantsepu eine Granate.auf daS Krankenhaus Sacrt Coeur, auf dem die französische Flagge weht. Die französischen Krankenschwestern lehnten«S ab, daS Krankenhaus zu verlassen, wo sie derzeit.300 verwendete Chinesen und eine ganze Reihe von Zivilpersonen Pflegen.' Die versenkten Schiffe Schanghai. Der Reuter-Berichterstatter mel-- det, daß die. Chinesen sechs-japanische Schiffe versenkten.'.-Man erlvartet, daß die Japaner zu scharfen Repressalien greifen werden.. Unter den sechs Dampfern- befinden-. sich die-Danchser: „Hakuyomaru", 0410 Tonnen,,-„Nayyomaru",. 8008- Tonnen,„Ehoyomaru", 63ß8 Tonnen.- Zweck- dieser chinesischen Aktion- war es,.eine' Blockade-im Wangpu-Fluß.jn der-Richtung gegen den Strom zur französischen-Konzession zu! -bilden..-.-,..- Hitler fürchtet Thomas Mann Berlin.(HavaS). Mittwoch wurden vier Angeklagte vor, ein AuSnahmsgericht-gestellt, weil' -sie, den-offenen Brief, vervielfältigt und verbreitet hatten, welchen T h 0 m a s. M a.»sn an' den Rektor der Bonner Universität-geschickt. Hatte,; als. ihm dieser den Titel eines Ehrendoktors, dieser Universität: ahsprach^iDie Angeklagten^ wur»! den zu fünf. bis neun Monaten Kerkers-ver»! urteilt.,.-:• a«.■*.' mit den Regierungen von Nanking und Tokio soll bereits.«ine Fühlungnahme«rfolgt sein. Voraussetzung dazu wäre allerdings außer der Zustimmung Frankreichs und der Bereinigten Staaten insbesondere die Garantie Chinas, daS Konzessionsgebiet als neutrale Zone anzuerkennen.. Wie Reuter erfährt,| wird die Durchführung dieses Planes voraussichtlich ans Schwierigkeiten seitens Chinas stoßen. Ei» Kompromiß wäre vielleicht in der Richtung möglich, daß China, eventuell seine Zustimmung zur Wiederherstellung der entmilitarisierten Zone deS Jahres 1032 unter der Bedingung geben könnte, daß bis japanischen Streitkräfte zur Gänze aus Schanghai zurückgezogen würden. Westmfichte protestieren gegen Goebbelslügen Berlin.(HavaS). Der britische Chargt d'affaireS ForbeS stattete dem Außenamt in Berlin-eisten Besuch ab. Es verlautet, daß dieser Besuch mit der Kampagne der deutschen Presse gegen de» Berliner Korrespondenten der„Times" in Berlin Ebbut und gegen einen Teil der britischen Presse»usatnmenhängt. Der. französische Chargt d'affaireS protestierte an zuständigen Stellen in Berlin gegen die sensationellen Veröffentlichungen angeblicher Dokumente über daS' französisch« Einschreiten in Spanien durch den„Völkischen Beobachter". Bei dieser Unterredung hatte der Charge d'affaireS ebenfalls. Gelegenheit, auf-den tu ko r r e k- t e n S t a n-d punkt der d««tfchrn Presse hinzuweisen, welche systematisch Angriffe-gegen die Loyalität der französischen-Rel girrung auf! internationalem Gebiete richtete, wogegen hie französisch« Presse. gegenüber Deutschland. Zurückhaltung bewahrt.. Riesenerfolg der „Entarteten Kunst" I H-ü n ch e n(DRV) Bisher haben, 707.085 Personen dir Ausstellung„Entartete Kunst" ge» sehen.Drr letzte Sonntstg bracht« den Höchstbesuch seit der-Erössttung mit 42.800 Besuchern. Auch do.n Ausländern witw die Ausstellung in immer ^stärkerem Maße besucht. Stift 8 Somttrtf««, 19. August 103? Ar. 191 bet lähmende Druck der Krise doch endlich von uns gewichen ist, noch nichtmll« Wunden, die die jahrelange Arbeitslosigkeit geschlagen hat, vernarbt sind. Gerade deshalb HHeN,wir die Legitimatichi, uns mit aller Entschiedenheit gegen diese verlogenen und lvideoivärtigen Uebertreibungen zu wenden, die keincSlvegs der Sorge um das Schicksal des Sudetendeutschtums, dem man mit solchen Methoden nur schaden kann, sondern einer schäbigen politischen Spekulation entspringen, die nicht gelingen darf. Es hat nicht den Anschein, als ob das amerikanische Naziblatt ettva der wenig beneidenslverten Lage der Deutschen^ in Polen das gleiche aufgeregte Interesse abgewinnt oder ob es die„grausamen Volksunterdrückungsmethoden" der italienischen Regierung den deutschen Siidtirolern gegenüber — für Hitler bekanntlich„nicht einmal DiSkus- sioitSgegenstand"— mit derselben Emphase gei- ßeln würde,, oblvohl ihm Henlein, der jüngst in Bogen mit dem österreichischen Naziführer Leopold zusammenkam, sicher darüber manche» zu erzählen löschte... Nein, da verbreiten die Herrschaften lieber Lügen über einen demokratischen Staat, Lügen, die man freilich oft auf der Stelle zu widerlegen vermag, so die von den steigenden Sekbst- mordziffcrn, die noch dazu unter dem unverschämten Titel»Tatsachen sprechen!" dargeboten wird. Gerade jetzt hat das Statistische StaatSamt Johlen veröffentlicht, aus denen eindeutig hervorgeht, daß die Z a h l der S e I b ft m o r d e in der Tschechoslowakei im Rückgang begriffen i st. Herrn Henleins Korrespondent spricht Ende Juni der Jahres von 880.397 Arbeitslosen, zu einer Zeit, in der es in Wirklichkeit 399.099 gab, deren Zahl inzwischen schon auf 249.999 zusammengeschmolzen ist. Aber es kommt noch ärger: „Mutter, gib mir Wasser, ich bin hungrig. Gib mir Wasser, so klagen tausende von hungrigen sudctendeutschen Kindern. Sie können ; die Schmerzen infolge der leeren MagenS nicht länger ertragen und doch wissen sie, dass nur Wasser im Hauseist— Wasser und Luft, dar einzige, was die tschechische Regierung diesen zum Untergang Verurteilte» nicht nehmen konnte..." Man würde sagen, dass diese Maßlosigkeit das stärkste Stück einer unsauberen Demagogie dar« stellt, wäre es nicht zugleich das lächerlichste. Denn schließlich können Kinder, die schon so viel reden können, sich ja dieses Wasser, das das einzige Nahrungsmitei im Hause ist, auch selbst ohne Hilfe der Muster nehmen,— wenn es eben wahr wäre, daß dieser bisher von niemanden gehörte Ruf „überall widerhallt" l Weit frivoler noch siiw die Behauptungen, daß die Regierung der Tschechoslowakei— sie wird immer nur die„tschechische Regierung" genannt—, offenbar unter aktiver Beihilfe der deutschen Regierungsparteien, offciwar auch um den Preis, daß diesen di« eigenen Anhänger mitverhungern, das„Sudetendeutschtum buch stäbIich aus rotten will." Denn die tschechische Regierung hat„das teuflische Ziel, deutsches Volkstum in der Tsche- choslolvakei ein für allemal systematisch a uSzu- r o t t e n." Die deutschen Regierungsparteien werden, wie wir viaPhiladelphia erfahren-, zum Großteil von reichsdeutschen Emigranten geführt, die deutschen Sozialdemokraten gehorchen Moskau, der Minister Zajlkek ist ein Halbtscheche(Spina nur ein„deutscher Judas") und so weiter in der Dicken. Und noch einmal kommt die tolle Konstatierung:, 23 Das Ehepaar würde gemeinsam zur Bahn fahren, Herr Dorechana den D-Zug besteigen, und seine Gattin die Autoroute nach der Schweiz einschlagen. ES Ivar ihr auch viel lieber, so rasch wie möglich eine getviffe unliebsame Erinnerung loszuwerden. Und schließlich ist Geld in allen Dingen des Lebens entscheidend. Di« geschmeichelte-Biner erfuhr nust fast zwanzig Minuten telephonisch, worin ihre.Aufgaben der nächsten Woche, bestanden, sie. Hatje, nicht einmal.Zeit, sich, einen Schlafrock überzuwerfen. Aber, wenn der unvermeidlich sich einstellende. Schnupfen irgendwie durch das Niveau einer Dorechana bedingt war, dann ertrug, man.ihn. mit Freuden. Und. sie würde. Punkt sechs mit. ihrem vulkan- fiberkosfer das.Haus Dorechana. betreten und streng und gerecht alle Anweisungen ausführen. Das>var nun auch erledigt.^. Die Dorechana hing den Hörer ab und beschloß, selbst ihren Autokoffer zu packen, da ihr,an der Hilfe des Stubenmädchens. wegen gewisser nächtlicher.Vorkommnisse, nicht..sonderlich/lag. Ein Extralösserchcn war gestopft mit Broschüren und„gebildeten",-neu angekausten Büchern. Da sie zu neu aussähen, ließ, sie sie fallen, und.strich zwei-, dreimal mit,dem. Schuh darüber, Dann kamen etliche Lesezeichen hinein und rasch noch eine Inschrift:„Von.meiner Mutter" und das Hatiim"zurückliegender Jahre.' Dann. zog sie, eisten, englischen Reisemafltel mit zwei Riesentaschen und einen Autostaub- mantel darüber. Der flatternde Schleier um die Automühe sahen durchaus- international-.aus, Vorwürfe Deutschlands gegen die Tschechoslowakei Tschechoslowakische Entgegnung „ ,.. daß die N o t der Sudetendeutschen eine seitens der Regierung künstlich g c- s cha f f en e ist, mit.-der teuflis chst e n ..Lift a u» g e d a ch t.und mit Absicht dä-S Elend verlängernd....." Da» alles wäre widerlich"genug, aber doch voll jenes unfreiwilligen Humors, der dem outrier« ten Lügenton der Nazipresse nun einmal eignet. Interessant wird die Angelegenheit eigentlich erst dadurch, daß der Artikel in dem sauberen„Weckruf" zugleich eine Apologie derSud«- te»deutsch en Partei ist und daher mich seine Provenienz eindeutig verrät. Stammt vielleicht der folgende Satz nicht au» ter Hexenküche der Kundt, Scbekovsky und—• wahrscheinlich auch— Dr. Brand? „Die sudelendeutsche Bewegung ist, da» sei der Welt mahnend gesagt, eine Volksbewegungmitheiliger Begeisterung und opferbereiter Hingabe für die Sache, mit unbedingter Ergebenheit und grenzenloser Verehrung für den Führer Konrad Henlein. Und der innere Zusammenhang dieser" Partei, ihre Werbekraft und bald auch ihre wirtschaft« liche Kraftsichern ihr den schließlichen. Erfolg." Was sagen die Tschechen zur Sudetendeut- scheli Partei? „Die Tschechen sehen mit ohnmächtiger Wut, wie da» Sudetendeutschtum, verelendet und in Lumpen gehüllt, . trotz Hunger und Not sich immer fester zusammenschließt und statt zu verzweifeln, immer mutiger und hoffnungsvoller wird."..... . Ohnmächtige Wut dürste«» kaum gewesen sein, mit der"die Tschechen die Herren Henlein und Sandner sahen, al» sich diese mit Peters und Rosche, dir beiden letzteren ganz besonders verelendet und in ganz besonders zerrissene Lumpen gehüllt, trotz Hunger und Not immer fester zusammenschlossen. Aber der„Deutsche Weckruf" versichert un», daß Henlein streng loyal ist:' .„Die Sudetendeutsche Partei steht auf dem Boden der S t a a t» v e r f a s s ung und de» R e ch t e r und will sich mit verfassungsmäßigen Mitteln die Erfüllung ihrer gerechten und billigen Forderungen erkämpfe»."...., Das ist Henleins Geschohl Und er wird uns nicht Weismachen, daß au» seiner Pressestelle in einem fast ganze zwei Seiten umfassenden Artikel nur die Stellen über die Sudetendeutsche Partei stammen, während die Greuelmärchen von der steigenden Arbeitslosigkeit, von der unheimlichen Friedhofsruhe im sudetendeutschen Gebiete, von den hungernden Kindern, die nicht einmal nach Brot, sondern nur nach Wasser" schreien, daß der Katastrophefltitel vom dem „Deutschen Massensterben in der Arbeiter-Hölle der Tschechoslotvakei" vielleicht eine von ihm gar nicht bestellte und ihm sogar höchst peinliche amerikanische Zutat ist. Herr.tzenlein.ist für diese Art AuslandSpropa- qanda voll verantwortlich und man wird sie ihm Vorhalten, wenn er— erinnert Ihr Euch, wie er versprach, seinen„Kampf" ritterlich zu führen!— der Oessentlichkei! — so wie dieser Tage in Stuttgart— wieder einmal etwas von der Loyalität erzählen wird, die er dem Staate gegenüber zu betätigen behauptet, dem er zugleich in Amerika nachsagen läßt, daß er die deutsche BevMerung auf teuflische sWeise ausrotten will! Die„Pkager Presse" veröffentlicht in der Artikelserie„Deutschland und die Tschechoslowa-. kei", wovon wir den ersten Aufsatz bereits ausführlich zitiert haben, einen zweiten Artikel, der sich vor allem mit den Borwürfen beschäftigt,, welche die deutsche Politik der Tschechoslowakei gegenüber vorzubringen pflegt. E» handelt sich oa um das Bündnis mit Frankreich, um das Festhalten an den Friedensverträgen, um da» Beharren auf der Selbständigkeit Oesterreichs, um die Genfer"Politik der Tschechoslowakei und um den Vertrag mit der Sowjetunion. Dem gegenüber wenden diese Wesenszüge" der tschechoslowakischen Politik aus der Notwendigkeit der StaatSerhal- tung erklärt, ES wird angeführt, daß die Tsche- choflowakei ein mittlerer Staat, Deutschland aber eine europäische Großmacht sei. Deutschland treibe als Großmacht seine.Großmachtpolitik..„ES ist stark genug, sich selbst.gegen wen immer zu verteidigen; es hat seine expansiven Ziele und Ambi- tionen als Großmacht, wie solche alle anderen Großmächte auch haben." Da» sei nätürlich und damit müsse di« Tschechoflowakei rechnen. Die Politik,- welche die Tschechoflowakei"angesichts dieser Tatsache zu treiben habe, wird nun folgendermaßen charakterisiert: In Anbetracht all dieser Taffachen und der Stellung. Deutschlands in Europa war die Tschechoflowakei gleich nach dem Kriege genötigt, daran zu denken, welches da» künftige Gleichgewicht in Europa sein würde und welche» ihr Beitrag dazu sein könnte. E» ging ihr nicht um irgendeine Gegnerschaft gegenüber Deutschland; e» handelte sich ihr darum, auf welche Weise sie ihren Platz in Europa, im System de» europäischen Gleichgewichte» auibauen könnte und wie sie ihre Politik«inzürichten hätte, damit sie ein Gleich» gewichtrfaktor nicht nur im Hinblick auf Deutschland, sondern auch auf die Urigen Großmächte sein könnte; praktisch bedeutet da», daß die Tschechoslowakei nicht Werkzeug der deutschen Politik gegen andere Großmächte, aber ebensowenig Werkzeug anderer Großmächte, gegen Deuffchland sein wollt«. In feiner ersten Parlament»- redevom 8 9. September 1919— der ersten nach der Friedenskonferenz— hatderMinisterfürauSwärtigeAn» gelegenheiten Dr. Bene» Liesen GrundsatzfürdieZukunftsehr nachdrücklich geprägt. So hat sich die Tschechoslowakei angesicht» ihrer Nachbarschaft mit Deutschland, angesichts ihrer geographischen Lage, angesicht» des Versucher der Schaffung eines neuen Faktor» der Politik tze» Weltgleichgewichte», d. h. des Völkerbunde», gleich"in den"Jahren 1918—1921 eine Linie ihrer auswärtigen Politik vorgezeichnet, in der sie nach bestem Wissen hind Gewissen, aber auch gemäß Ihrem staatlichen und nationalen Interesse zum Ausbau des künftigen, europäischen Gleichgewicht» beitragen wolle. Die Regierung und die offiziellen Kreise In der Tschechoslowakei haben diese Linie mit der stehenden Formel betont, daß wir eine europäische Politik im Rahmen de» Völkerbünde» machen müssen. Die Tschechoflowakei mußte sich, so wird dann gesagt, auf jemanden, insbesondere in den Anfängen, stützen und es war natürlich, daß sie sich denjenigen zuwandte," die ihr im Weltkriege, geholfen hakten. So kam cs zum Bündnis mit Frankreich 1928. DaS hak die Tschechoslowakei nicht- abgehalten, das ihrige zu einer französisch-deutschen Verständigung beizutragen, welche auch als eiy« Grundlage für ein. gutes Verhältnis zu Deutschland betrachtet wurde." Die Entwicklung schien dieser Auffassung recht zu geben, der sran- zösisch-ffchechosloivakffche Vertrag wurde 1925 in Locarno der deutsch-französischen Annäherung angepaßt und zu einem Bestandteil aller Vereinbarungen von Locarno gemacht. Au» diesem Vorgehen der Tschechoslowakei wird nun folgender Schluß gezogen: In dieser Politik der Tschechoslowakei wat und ist nicht» Feindliches gegen Deutschland. E» ist das berechtigt« Bestreben eine» kleineren Städte» gegenüber einer Großmacht, eine Garantie seiner Existenz und seiner berechtigten Stellung im System de» allgemeinen machtpolitischen Gleichgewichte» der Urigen Staaten, unter Beteiligung und Gewährleistung de» Urigen Europa zu erlangen, auch wenn die Voraussetzungen für ein unmittelbarer, selbständige» und bilaterale» Verhältnis im Interesse Leider Staaten in Geltung bleiben und bleiben müssen. Die Tschechoslowakei besteht somit natürlich auch heute auf den Grundsätzen dieser Politik nicht nur au» ideologischen, prinzipiellen Gründen, sondern auch und vor allem au» Gründen ihrer Lebensinteressen. Wenn Deutschland im Jahr« 1925 und in der Reih« der folgenden Jähre diese Politik anerkannt, akzeptiert und. gegenüber der Tschechoslowakei zur Zufriedenheit beider Seiten praktisch angewandt hat, so befestigt uns dar in der Usberzeugung, daß die» eine richtige Politik war und daß wir in dieser Sache recht haben. Zum Schluß kommt der Verfasser des Artikels auf den Borwurf Deutschlands zu sprechen, daß die Tschechoflowakei an den Friedensverträgen festhält. ES sollte, so wird da gesagt, jeder ruhige und ernsthafte deutsche Politiker begreifen, daß ein neuer Staat sein« FriedenSver- träge konsequent verteidigen und betonen wird, daß sie im Lauf der Zeit nur schiedlich, durch Verständigung, mit Zustimmung der Signatare abge- . ändert werden können. Sonst gibt«r keine internationale Rechtsordnung, an ihre Stelle treten «Infach materielle Kraft und Macht. Darin kann kein politisch verständig denkend« und von gutem Willen gegenüber dem Partner erfüllter Mensch bei einem neuen Staat Feindschaft sehen. Dar ist ein natürliche», berechtigtes und gerechte» --Le b e n<.i n t e r e s s e^ daS/Miti femdlichen Gk- fühlen nicht» gemein hat. Es ist«infach die Betonung des Grundsätze», daß die internationale Rechtsordnung respektiert werden soll und daß sie nicht durch eine Ordnung der einfachen materiellen Kraft und Macht ersetzt werden soll. Auf den Vortvurf Deutschlands, die Tschechoflowakei unterdrücke ihre deutsche Minderheit, wird der Autor noch zu"sprechen kommen.- Nachträgliche Konfiskation. Die Staatsanwaltschaft In Prag beschlagnahmte die Nummer vom 12. August 1987 der Zeitung„Die Z e i t" wegen eines Anstoß erregenden Artikels über den Aufenthalt des ehemaligen rumänischen Minister» TituleScu in der Tschechoslowakischen Republik. a«äd« al» die Sirene* Finn! mit innigem Behagen etliche„Freundiw ebenso wirkte Herr Dorechana einigermaßen weltmännisch im Reisepaletot mit modernen Falten und Riegel. Der Chauffeur stand im weißen Leinenmantel, die Mütze in der Hand respektvoll vor dem Wagen. Die beiden Söhne winkten in schwarz-weiß karierten Schlafanzügen schwärmerisch aus dem Fenster, die Wagentür klappte zu, der Motor surrte an und die Fabriken pfiffen sechs Uhr. Die Arbeiter beeilten, sich auf ihren Wegen. Um dieselbe Zeit kam Mirza müde-und schwer de» Weges, ging an der Portierloge vorbei, rcsepktvoll und ohne Anzüglichkeit vom Portier begrüßt. So schön war Mirza heute. Er hatte es wohl bemerkt. Sie vermied den Lift, stieg die Treppe hinauf, betrat traurig ihr einsames Zimmer- Sie wollte nur-schlafen,— bis zum Abend. Plötzlich riß-sie-die Kleider vom Körper und warf sich in das. Bett, hüllte sich in die Decken ein,, die ihn- vorher berührt hatten,- und preßte ihren Kopf leidenschaftlich auf daS Kiffen;-wo sein strählendes Antlitz zuletzt so rührend-lag.-.Dann dachte sie..noch kurz. vor. dem Einschlafen:.„Am Abend we.rde ich frisch beziehest" und die" /Müdigkeit, gestattete' ihr keine Tränen mehr. Sie 1 schlief ftst in da» Liitneü'gepretzt.eiß-,'^;,' sechs. Uhr hrultei Doltor Glaser, konnte durch.NichtSimehr geweckt werden. Er lag in der großen kühlest Toten» kammer, ein einsam Lächelnder-unter, den vielen ernsten Schläfern. Als um sechs Uhr" die. Totenglocke am Friedhof zu lauten begann,, störte eS ihn nicht, sein Lächeln schien'lstitzuschwingen in dem klagenden Ton, als wollte er aus der.Toten» klage eist Bekenntnis züm Leben schaffen. -Ein kurze»,Bellen.des MopseS weckte Frau Franzi aus unruhigem Schlaf. Ste. wollte Mopferl rufen, aber der Ton kam so merftosivdig aus ihrem Munde, als ob sie keinen. Laut richtig- formen konnte. Erschrocken klingelte sie Fistni/ welche gerade mit neuem Selbstbewusstsein gewappnet von Portiers herauflam.- Als Finni ihre Herrin be trachtete, stieß sie einen Laut des Schreckens aus. Frau Franzi reagiert« mit Schluchzen. Und stammelte undeutlich:„Was ist,— was ist mit mir?" Durch ein« akute kleine Nervenlähmung, auch Fäciallähmung genannt, war ihr Mund nach links verzogen, was ihr.«in direkt groteskes Aussehen gab. Bei Finni siegte das Mitleid über das plötzliche Bedürfnis, trotz des TrauerhauseS, fürchterlich zu lachen. Sie flärte Frau Franzi schonend auf, brachte einen Handspiegel und. die Arme glaubte der Hölle nahe zu sein, als sie sich erblickte. Sie stammelte:„Den Arzt, den Arztl"- Aber- Finni meinte, man könne den Sanitätsrat nicht so fxüh wieder herausjagen, es sei ja keine große Erkrankung, sondern in einigen Tagen durch Wärme behoben. Franzi bestand auf«inen Spezialisten, welchen Finni dann im Laufe de» Vormittags benachrichtigen solle. Bis dahin bedeckte sie den Mund ihrer Herrin mit einem warmen Umschlag und verbot ihr, auch nur«inen Ton zu stammeln. Sie hantierte völlig dominierend, den Mops trug sie samt seinem Körbchen neben seine Herrin, welche sich nun durch Augenspcache mit dem faulen Tier zu verständigen sucht«. Dann telephonierte nen" ihrer" Herrin.an, weil- es-ihnen ihrer"Meinung nach absolut nicht schadete, auch einmal früh genug geweckt zu werden und bat um-Beistand in der Traüerangelegenheit. Als es sechs Uhr. läutet«,- hantierte Finni wichtjg und" gelchäftjg herusti,. ohn. daß.mast sic kommandierte, denn der Mop» und die Herrin schwiegen beide." „Vielleicht", dachte Franzi„„ist mein Mund bis-zum Begräbnis wieder gut, oder-ich müßte einen doppelten Schleier tragen und einen Trauer-, schalium di« untere Gestchtshälft«. Ich will-einmal meine- Freundin,- die Generalstochter fragen. Es ifft entsetzlich, was ich leiden mützl" Und sie litt--»/r>. Berts Beschützerin fand keinen Schlaf, sondern war durch die verschiedenen Gestalten eines zukünftigen Werkes beivegt. Gewohnt, sehr geordnet zu aäeiten, machte auch sie Notizen, aber liebevoll und langsam. Das soeben gehörte. Schicksal konnte verschiedenartig ausgehen. Jedenfalls würde sie«S in einem Buch einer gereisten ustd glücklichen Lösung entgegensühren. Das viele zerstörte tatsächliche Leben braucht im Buch einen aufbauenden Gegenpol. Und da, wo der junge Mensch versagt, muß ter. Reife, Ausgeglichene mit helfender Hand durch die künstlerische Gestaltung eingreifen. So sastn und arbeitete die kluge Frau die ganze Nacht, dann packte sie ihr Reisegepäck und klopfte an Berts Türe,-eyn sie wollten- mit dem Frühzug nach Berlin fahren undoblvohl sie sich über ihre eigene einzige Pedanterie lustig machte, immer viel zu früh am Bahnhof zu sein, kormte die Vielgereiste doch ihr Reisefieber nicht bemeistern. Bert war über das Wecken ehrlich beleidigt, denn außer in"seiner Schulzeit-hatte feine Macht der Welt ihn früh aus dem Bett herauszulocken vermocht. Er beschloß, eS darauf ankommenzu lassen und sich durchzusehen. Er reagierte nicht, auf daS mehrfach« Klopfen, bis sie, ängstlich geworden, di« Klinke,drückt« und eintrat. Er stellte sichschla« send und wirkte so natürlich kindlich dem Schlafe hingegeben, quasi- unantastbar,- daß sie- von ihrem Entschluß abkam, ihn-zu wecken, schließlich ging der Zug ja erst.in drei Stunden, st« konnte die Angelegenheit von Berts Koffern noch-ordnen, yehst anderen Dingen.^die- sie ihm sonst, aufgetragen hätte, Hie"betrachtete nachdenklich, das hübsche, feine Gesicht, übersah geflissentlich.-Perts in. eiste Ecke geworfene Hosen,, welche er ,sonst-sorgsamst zwischen die-Matratzen, legte/ um den Rest einer Bügelfalte zu retten.-• --iSchluß folgt.)!- Donnerstag, IS. Anglist 1997 Str ist Lsntsniter tckuvsr de6rSngt Untlastungs-Angrlff gefordert Bake» e t a.(Haväs). Das Ministerium für Rattonaluerteidigung gibt bekannt, daß eS an zahlreichen Abschnitten der Front von Cordoba zu Zusammenstößen gekommen ist. Ein besonders heftiger Kampf entwickelte sich bei S a r n- gossa, wo die Franco-Truppen unter starker Unterstützung der Artillerie einen Angriff vorbereiteten. Bon verschiedenen Stelle» dieser Sinot wurde»' zahlreiche Brände gemeldet. Bon der Front von Santander wird bekannt, daß die Franco-Abteilungen sich wichtiger Stellungen bei Escudo bemächtigt und die Negierungsltnien durchbrochen haben. Wie weiter mitgeteilt' wird, haben die Franco-Truppen schwere Berlust« erlitten. H e n d a p e. Nach zuverlässige» Quellen belaufen sich die von Franco an der Santanderfront angesamnielteii Truppen auf 40.000 Mann. Bon diesen sind zwei Divisionen I t a l i e n e r. An Artillerie besitzt der Feind 87 Batterien, davon 28 schwerkalibtige, mit dem Kaliber von 18b und-210 Millimetern, dir zumeist deutschen Ursprungs sind.' Ferner bat Franco 180 Bomben- und Jagdflugzeuge zur Verfügung..•, Die Operationen werden von General D a- Vila geleitet, befreit Generalstab ausschließlich aus Deutschen und Italienern besteht. Madrid.(Havas). DaS Blatt„El S o c i a l i st a" bringt unter dem Titel„Unsere Pflicht ist es d e m N o r d r n z« h e l f« n" «inen Kommentar der letzten aufständischen Operationen bei Ncinosa und betonte die Notwendigkeit einer Offensive, welche der letzten Offensive an der Madrider Front gleichkäm« und die Kräfte der Aufständischen schwächen würde, welche gegen Santander vorgehen. Eine ganze Reihe anderer Blütter hat diesen Gedanken aufgenommen«nd beschäftigt sich mit denselben. Republikanische Militärkreise in Madrid sind, wie eS scheint, tatsächlich entschloffen, di« Nordoffenflv« der Anf- ständifchen zu beantworten. Wo dies geschehen wird, kann vorläufig nicht gesagt werden. Besuch Dr. Hodias bei Tatarescu Der Vorsitzende der Regierung Dr. H o d i a entsprach, wie amtlich gemeldet wird, einer alten Einladung deS rumänischen Ministerpräsidenten Tatarescu, an einem Ausflug in die Bu- kowinaer Berge teilzunehmcn. Dr. HodZa wird deshalb am Samstag, den 21. d. M. nach Sighe- tul Marmatiei reisen, wo er mit seinem rumänischen Kollegen zusammentressen wird. Bon Sig- hetul werden beide Staatsmänner den vorbereiteten Ausflug ins Gebirge machen.-Am Sonntag, den 22. d. M. wird Dr. HodZa wieder in die -Tschechoslowakei zuriickkehren. Tie Manöver in der Slowakei. In den späten Abendstunden der Dienstag wurde ein weiterer amtlicher Bericht über den Verlauf der Schlußübungen der ersten Manövergruppe in der Westslowakei veröffentlicht. Der Bericht besagt: Die Blauen eröffneten am Dienstag um 18 Uhr den Angriff mit dem Hauptdruck auf den Rücken der Sarkan und nützten den Erfolg in der Richtung gegen Trnava aus. Abends gelang er ihnen, sich Trnava zu nähern. Die Roten eröffneten unter dem Druck der Blauen Rückzugsgefechte und verlangsamten dadurch dar erfolgreiche Vorrücken der Blauen. Die Operationen der Roten'wurden durch planmäßigen, gesteigerten Widerstand durchgeführt. Die beiden Parteien kämpften trotz der in der Nacht erfolgten ermüdenden Verschiebungen und Märsche noch in den späten Nachmittagsstunden mit vorbildlicher Begeisterung und. zeigten glänzende kämpferische Widerstandskraft. DI« tschechoslowakische Sommerschule für dar Studium mitteleuropäischer Fragen, die am Sonntag in Tätranflä Lomnica eröffnet wurde, setzt bereits den regelmäßigen Unterricht in Form, von Vorträgen und Debatten fort, die in den modern und zweckmäßig eingerichteten Räumen der Genesungsheimes„Morava" stattfinden. Fürr die ersten Borträge wurden Themen aus dein Gebiet der Geschichte gewählt. Am Montag trug der Professor der Karls- Universität in Prag Dr. K. S tloukal vor, der in seinen ausführlichen Darlegungen schilderte, wie er zu der heutigen Schichtung der Nationalitäten in Ntitteleuropa kam und welche Versuche in der Vergangenheit zur Zusammenarbeit, eventuell zur Vereinigung-dieser Völker und Staaten in ein Ganzer unternommen,wurden. Er trug die herrschende tschechische Ansicht über diese.Frage» vor, In dem zweiten am Montag, gehaltenen Vortrag.gab der Professor der Komenskh,Universität in Bratislava Dr. Josef Boroviika einen großen Ucbcrblick über die Entstehung und.die Politik deS tschechoslowakischen Staates, Der Dienstag-Bormittäa war einem Vertrag des Schriftstellers P äübEis n e'r' aüs Prag Vorbehalten, der über die europäischen kulturellen. Güter '.vom tschechoslowakischen Gesichtspunkt aus sprach, Die europäische Kultur beruht auf zwei großen Prinzipien: der ksntike und dem Christentum. Beides sind Pritizipe der gesstsssen. Gemeinschaft, Ihnen beiden entsprechen.die tschechoslowakische Nationaside« und dieiischechische. Geistesgeschichte.in vollem Mäßei Der ' Redner befaßte- sich dann mit unserer Praxis.der kpltyrellen Beziehungen zu den einzelnen europäischen Völkern,' Er forderte idle.Hörer aüf. in.ihren Ländern auf das neue Europck der geistigen Gemeinschaft üM auf die Besserung'der christlichen Relif gionSangelegenheiten, die schon Komenskh ersehnte, hinzuarbeiteip WWKWWW Vom NordbUhmlschen Kulturtag in Rumburg Brief von der Grenze In dem Brief eines deutschen Emigranten, der sich ein paar Tage im Böhmerwald erholt, heißt es unter anderem:„... Wir marschierten fünf Stunden bis zum Osser, wo die Grenze direkt auf dem Gipfel liegt. Die Hütte ist deutsches Gebiet; ich blieb fünfzehn Meter von ihr entfernt stehen, und S. fein tschechoslowakischer Staatsbürger) ging hinauf und holte Karten und Marken. Ich schaute inzwischen weit, weit nach Deutschland hinein. Herrlich— und doch so traurig, das, was man an der Heimat liebt, so nahe vor sich zu sehen und nicht hinein zu dürfen. Mein erster Blick zum Gasthaus streifte ein Schild des Pschorrbräus München und die rote Armbinde eines SA-Mannes. ... Als ich meine Post geschrieben und frankiert hatte und S. sie in den gelben bayrischen Kasten gesteckt hatte, stiegen wir wieder bergab. Ich war froh, in deutsches Land gesehen zu haben, und atmete doch erleichtert auf, daß das Wagnis gut ausgegangen war. Wie gesagt, den Boden der Republik hatte ich nicht verlassen. Da, auf einmal, als ich mich umblickte und die Grenze längst; hinter mir lag, packt mich ein Todschreck: Direkt hinter uns vier S A- M ä n n e r. in Uniform! Ich dachte schon, daß sie es auf mich abgesehen hätten; vielleicht,daß sie den Inhalt meiner Karten bereits gelesen hatten! Aber alles ging gut. Die braunen Lauskerle gingen mit einem fröhlichen, arroganten „Heil Hitler!" an uns vorbei. Auf tschechoslowakischen Boden!(Und selbstverständlich kein Gendarm weit und breit.) Später tra fen wir sie nochmals, ungefähr an der t- Gesinnungszwang So wollen ee die Henlein haben Von zuverlässiger Seite wird uns berichtet, daß auf den Baustellen in Selb in Bayern die Arbeiter daraufhin kontrolliert wurden, ob sie eine SdP-Lcgitimation besitzen. Arbeiter, die keine Henlein-Legitimation vorweisen konnten wurden ausgefordert, diese Legitimation am Montag, den 9. August, unaufgefordert vorzulegen. Wer also nicht von Henlein legitimiert ist, der darf im Reiche Hitlers nicht arbeiten. .Dieser Vorgang beweist erneut, welche Be- ziehungen zwischen.Henleinpartet.- und-der Hik- lerei bestehen. Er beweist auch,, daß die Henleins den Zustand des Gesinnungszwanges als ihren Jdealzustand ansehen. War würden diese Leute gesagt haben, wenn man in den Zeiten, da Sozialdemokraten Reichskanzler in Deutschland waren, dort nur Arbeit bekommen hätte, wenn man eine Legitimation der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei der Tschechoslowakischen Republik hätte vorzeigen können? Denken die Henleins auch daran, daß die Zeit kommen wird, wo sie ernten werden, was sie heute gesät haben? Der Verwalter von„Ostböhmens Deutscher Bote** verhaftet SamStag, den 14. August, kamen zwei höhere' Gerichtsbeamte aus Troppau nach Braunau,, welche nach einer Untersuchung bei dem Verwalter des„Deutschen Boten", Josef Kleiner, diesen, in Haft nahmen und seine Ueberstellung nach Troppau veranlaßten. Nähere Gründe, die erklären könnten, warum Kleiner in Haft genommen wurde, sind bisher nicht bekannt. Von wem Ult sich Henlein ehren? HerrHenlein bekam auf derTagung des Deut- schen Auslandsinstitutes eine Goldene Pla- annahm, gegen die Beschmutzung seines Vaterlandes protestiert, dein er nach seinen sonstigen Versicherungen„loyal" gegenübersteht. Freigewerkschaftlicher Erfolg Karlsbad.(Eigenbericht.) Dienstag abends sanden in Karlsbad die Wahlen in den Gehilfenausschuß der Genossenschaft des B e- tleidungsgewerbeL statt. Es wurden 169 gültige Stimmen abgegeben, von denen auf die Wahlgruppe 1(Liste deS Bekleidungsarbeiter-Verbandes) 102 Stimmen enfielen. Der Wahlgruppe wurden 9 Mandate zugesprochen. Die unbezeichnete Liste 2 erhielt 87 Stimmen !Md'6 Mandate.'"Das Karlsbader Henleißblatt hätte vor her Wahl an die Gehilfen appelliert, unbedingt zur Versammlung der Wahlgruppe 2 zu erscheinen; es gelte heuer zuni erstenmal eine völkische L i st e durchzudrücken. Jeder völlische Gehilfe wähle die Liste 2. Dieier Sehnsucht der SdP gegenüber stellt nun das Wabl- ergebnis einen schönen: Erfolg der fceigewerk- schastlichen Bewegung und einen außecord.-nt- lichen Vertrauensbeweis' für den bisherigen Ausschuß dar. Aufstieg der sozialdemokratischen Presse in Nordmähren. Die Sternberger„Volksmacht" berichtet, daß sie in den letzten Monaten eine gute Aufwärtsentwicklung genommen hat. Seit dem 1. Jänner dieses Jahres konnte die Auflage um 778 Exemplare wöchentlich gesteigert werden. ArbeUertag in Weidenau. Am Sonntag veranstaltete die Parteiorganisation in Weidenau einen Arbeitertag, der als ersolgreiche Veranstaltung bezeichnet werden, kann. Im Demonstrationszug durch die Stadt marschierten übe: 599 Personen. Diesem Aufmarsch der Arbeiterschaft in Weidenau spinnt ganz besondere Bedeu- iung zu, weil dort, hart an der Grenze(der Straßengraben bildet bereiis die Grenze) der Faschismus von drüben herüberschlägt und auch die'hiesige Bevölkerung stark von diesen faschistischen Ideen beeinflußt wird. Es war darum eine halb Kilometer von derGrenze, mit drei Mädchen in deutscher Unterhaltung." (Anm. v. Red.: Bei einem Grenzbauern eingeholte Information ergab, daß das Erscheinen uniformierter SA- Leute auf tschechoslovakischem Gebiet in jener Gegend nichts Überraschendes und Ungewohntes ist.) allgemeine Ucbcrraschung, daß sovicle. Sozialdemokraten aufmarschierten. Dieser Aufmarsch viel schließlich noch um so mehr auf, als das Fest der DAG, das eine Demonstration gegen den Arbeitertag sein sollte und am 8. d. M. staitsand, ein vollkommener Versager ivär.. Es. hatten an diesem Feste kaum 190 Personen tcilgcnommeti. Fälschungen in einer SdP-AuSstellung. I» der SdP-WanderauSstellung, welche vom 11. bis 15. August im Stadthof in Zwiitau zu sehen war, wurde unter Bild 48 eine Arbeitslosendemonstration gezeigt, die das Ergebnis der Rationalisierung darstellen sollte. In Wirklichkeit handelte es sich um den großen Aufmarsch der Bodenbacher Sozialdemokraten, wo Abg. Falsch zn 18.990 Menschen gesprochen hat. Diese Fälschung wurde bereits in Mähr.-Trübau bei der im Mai stattgefundencn Ausstellung fcstgcstellt, doch ist die SdP bemüht, auch in den anderen Siädten diese Unterschiebungen zu bringen, womit sie am besten die„Echtheit" ihrer Darstellungen nachweist. Rach den Weisungen der Hauptstell« Eger der SdP sind zweifellos folgende hämischen und unwahren Presseberichte' über die sozialdemokratischen Kundgebungen vom letzten Sonntag angefaßt: „Ueber den Teplitzer Kreisarbeitertag, welcher die größte Veranstaltung sein sollte, haben wir bereits gestern berichtet. Wir tragen heute nur einiges nach. Die schwache Beteiligung hat keineswegs der aufgewandten Mühe und Propaganda und der wirklichen Krast der Arbeiterschaft entsprochen. Am 28. September 1988 war das erste von Lorenz und Kremser handschriftlich I e t t e in. Würdigung seiner„Verdienste" um die Sudetendeutschen. Dieses Auslandsinstitut ist jene reichsdeutsche Stelle, welche die Nazipropa- ganda außerhalb Deutschlands planmäßig organisiert, und dje demokratischen Regierungen jener Länder verleumdet, in denen Deutsche wohnen. . In der letzten Preffelorrefpondenz dieses Deutschen Auslandsinstitutes, die kurz vor dem Eintreffen Henleins in Stuttgart erschien, sonn» ten wir folgende.Sätze über die Tschechoslowakei -Ilsen:' ■ Und dann wundern sich die Tschechen, wemi die fremden Voltrgruvven den Staat Waffen, der mit Ihrer Not seine» Spott treibt: erklärte doch vor- kurzem- ein.hoher' tschechischer. Ministerial- bcamler, daß man eigen Tell der Bevölkerung .dem Untergang« PreiSgrben müsse, um den änderen Teil'zu erhalten. Fürwahr, das Ruß- ländbüiidnir hat Früchte getragen und-die p o l.i- tische M.o r a l, soweit sie noch vorhanden war, sehr, aber auch wirklich, sehr tief sinken lassen!. ' Herr Henlein.hat sich unseres Wissens nicht- nach dem Namen jenesMinisterialbeamtcn erkundigt und.nicht klargestellt,ob dieser gesagt hat, man müsse die. Sudetenderltschen dem Untergang! preisgeben. Daß H enle i n für das Sinken der! politischen Moral kein-Empfinden hat, glauben wir:er hätte sonst wohl bei diesem Stuttgarters Institut, von dem. er«ine golden« Ehrenplakette Der Aufmarsch der schlesischen Arbeiter in Jägerndorf Seite 4 Donner»«»», 19. August 1937 Nr. 134 Nach dem Willen der„Führer“. Masss'nsxkurslonsn In* Dritte Reich.— Der deutsche BUhmerwald ohne deutsche Touristen '(-rb-) Nach sechstägißer Tour durch da» schönste Stück des deutschen BöhmerwaldgebieteS, durch das Herz des BöhmerwaldeS zwischen Winterberg und Eisenstein, bat man folgende Feststellung zu buchen: Der Fremdenverlehr ist zufrie« densteilend, die Orte fast durchweg» mit Sommergästen so beseht, daß die Gasthöfe lein Bett mehr freihaben und der Tourist sich ein Privatquartier suchen mutz, wa» allerdings nicht schwer ist. Unter den zahllosen Leuten, denen man während' dieser sechs Tage begegnete, waren sage und schreibe— sechs deutschsprachige Touristen! sAusgenommen sind natürlich die in Eisenstein ansässigen Sommerfrischler.) Beim Schwarzen See begrützt uns ein Harmonikaspieler mit dem Schlager:„Jä mäm räda jenom dragouni" und unweit davon kräht ein Biolinspieler einen anderen derzeit in Prag umgehenden Gassenhauer. Diese Leutchen haben sich den Zeiwerhältnissen angepaßt, denn ein deutscher Tourist hat heute Seltenheitswert im deutschen Böhmerwald, Freilich hat in diesen Gebieten seit jeher der tschechische Fremdenverkehr eine größere Rolle gespielt, was insoweit begreiflich ist, als das Bor- lgnd des Gebirges tschechisches Land ist und die Verbindung mit Prag in den letzten Jahren sehr günstig gestaltet wurde. Aber dieses fast hundertprozentige Ausbleiben deutscher Bühmerwald- wanderer gab es früher nie. Zur Erklärung dieser Veränderung muß man den tieferen Zusammenhängen nachgehen. Da ist zunächst die H i t« l e r's ch e Grenzsperre, die ja auch die sudetendeutschen„Volksgenossen" in Nord- und Westböhmen, in den deutschen Kurorten, wie im Altvaiergebiet um den Besuch vieler zehntausender reichsdeutscher Touristen gebracht hat, die ehedem Geld ins Land brachten. Und dann ist die Fremdenverkehrwerbuiig der sudetendeutschen gleichgeschalteten Organisationen da, die ihr Bestes tuy, um sudetendeutsches Geld in das devisenbedürftige Dritte Reich zu dirigieren. Wer zählt die Exkursionen, die da unternommen werden, die Massenbeschickung aller möglichen Tagungen, Kongresse und Veranstaltringen, die alle dem gleichen Zweck dienenl WaS kann da für den Volksgenossen Böhmerwäldler.abfallen, wo bleibt da Zeit und Geld zur Unierstühung deS„bedrohten Grenzlandes", von dem die völkischen Mäuler jederzeit nicht genug zu vermelden wissen. „Latz sie betteln gehn, wenn sie hungrig sind!" — Wir tragen unser Geld in» Dritte Reich. Freilich— die gespendeten Lu« ^uSauto» müssen sich den edlen Schenkern rentieren. Er ist ein glatte» Geschäft, Mer da» man sich keine grauen Haare wachsen läßt beim Gedanken an die„Volksgenossen" im deutschen Böhmerwald! Für die genügen ein paar schmalzige Phrasen und da» heuchlerische Jammern über den„bedrohten deutschen Besitzstand". Un die ökonomischen Auswirkungen? Der deutsche Böhmerwald ist in puncw Fremdenverkehr heute noch rückständig. Aber er holt auf. Bon Jahr zu Jahr werden neue Bauden und Touristenhotel» errichtet— nämlich von„Klub Les« khch turistü" und der„Närodnk jednota po- Lumavskä". Die bescheidenen einheimischen Gasthöfe können den Wettbewerb mit den modernen Gaststätten dieser Art auf die Dauer nicht aufnehmen. Planmäßig verbreitert sich die ökonomische Bast» der tschechischen Organisationen. Dieser Prozeß vollzieht sich ganz organisch und ohne sonderlichen Druck. Der nächste Schritt ist, daß deutsche Schulkinder in die tschechischen Minder- heit»schulen geschickt werden, denn die tschechische Sprache ist die Sprache der Gäste, die für da» Gebiet, in dem da» Geld so rar ist, die größte Bedeutung haben. Die Folgen sind leicht auszudenken. Vorläufig stehen wir noch am Anfang dieser Entwicklung. Noch ist der Fremdenverkehr in den Böh- merwäldbezirken unverhältnismäßig geringer entwickelt, als in den anderen Grenzgebirgen. (Der Bezirk Schüttenhofen verzeichnet 1988 nur 69.892 Fremdenübernachtungen, der Bezirk Krumau 49.681 gegenüber den Riesengebirgsbezirken Trautenau 288.294 und Hohenelbe 172.277.) Aber der Fremdenverkehr wird sich von Jahr zu Jahr heben— in welcher Richtung diese Entwicklung gehen wird, bedarf nach dem Erwähnten keiner besonderen Erwähnung mehr. Nach dem Willen der„Führer"! . gezeichnete Zirkular an die Bezirksorganisationen von Aussig bis Saaz herausgegeben, dann steigerte sich die Propaganda bis zu dem Trommelfeuer der letzten sechs Wochen mit dem Ergebnis, daß sogar bekannte' sozialdemokratische Funktionäre sich weder an der Arbeit, noch am Aufmarsch beteiligten,— In Jä- gerndorf erwartete man beim Festtag der Arbeit einen Besuch von 12.999 bis 18.999 Personen. Ter„Sozialdemokrat" schrieb in seinem Bericht, der Zug habe 7999 und die Kundgebung 12.999 Menschen gezählt. In Mirtlichleit marschierten im Zuge etwa 2999 Teilnehmer und an der Kundgebung beteiligten sich 2999 bis 3999 Personen. Wenn man bedenkt, daß sozialistische Arbeiter bis aus Ostrau, Troppau, Freudental und Karlstal herangezogen wurden, wo bleiben da die sozialdemokratischen Anhänger aus dem engeren Gebiet? — Dieselben Erscheinungen machten sich beim Kulturtag des Niederlande» in Rumburg geltend. Im Umzuge marschierten 1729 Personen gegen 9999 des„Sozialdemokrat". An der Kundgebung nahmen ungefähr 2999 seil. Erschienen in der—„Z e i t"? Nein, In der„Roten Fahne"! Sie versichert weiter ausdrücklich, daß sie sich„über da» unbefriedigende Ergebnis" unserer Arbeitertage„keinewegs freu e". Es ist ihr um so mehr zu glauben, daß sie sich nicht freut, als es unwahr ist, daß diese Demonstrationen„unbefriedigend" waren. Dies waren sie eben höchstens für die Stalinisten, denen trotz zudringlichster Anbiederungsversuche die korporative Teilnahnte nicht gestattet wurde, weil eine demokratische und sozialistische Bewegung sich nicht durch die Verbrüderung mit den Speichelleckern eine» verfolgungswahnsinnigen Diktators lonpromittieren kann. Mit den weiteren Bemerkungen, man könnte gleich zehnmal so stark sein, wenn man die Tschelisten mitmarschieren ließe, tvirken nur läppisch. Das einzige Mittel, durch das die KP die Arbeiterklasse stärken könnte, wäre die längst fällige, möglichst diskrete Selbstauslösung. Der Egerer SdP-Bezirksleiter geht. Der Bezirksleiter der SdP in Eger, der Baumeister Albert L e i st n e r, hat seine Stelle niedergelegt. Welche Gründe ihn zu diesem Schritte veranlaßt haben, ist im Augenblick noch nicht bekannt, sie sind aber sicher schwertviegender Art. Baumeister Leislner war von der SdP dazu auSersehen, den Posten des Bürgermeisters von Eger zu übernehmen und die Nachricht von seinem Rücktritt ist zweifellos dazu geeignet, auch außerhalb der Bezirksstadt größtes Aufsehen zu erregen. Aus der Volksgemeinschaft. Ein Erdberger Landarbeiter schreibt uns den folgenden Bries: „Die VolkSgemeinschaftler sagen immer, sie bekämen keine Landarbeiter, aber dies ist nicht wahr, denn es gibt Hunderte Arbeiter, die gerne arbeiten möchten. Zn mir kam vor einiger Zeit ein Räusenbrucker Bauer und ersuchte mich, ich und meine Tochter sollen zu ihm In die Erntearbeit kommen. Ich freute mich sehr, endlich eine Arbeitsgelegenheit gefunden zu haben, und sagte natürlich sofort zu. Wir arbeiteten fleißig bis in die Nacht hinein, obwohl- ich einen kranken Magen habe. Die tägliche 14« bis ISstündige Arbeitszeit hat mich, da ich meine Arbeit gewissenhaft auSsührte, sehr hergenommen und ich erwartete auch einen entsprechenden Lohn. Als ich zur Verrechnung kain, mußte ich zur Kenntnis nehmen, daß mein reicher Bauer nur 8 KL für den Tag zahlte und keinen Heller mehr geben wollte. Nachdem es einen Tag in dieser Woche geregnet hat, verdiente ich nach einer 75stündigen Arbeitszeit 49 KL. WaS soll ich da meinen Kindern kaufen? Meine letzte Hose habe ich bei dieser Arbeit zerrissen und ich Initn mir von dem Verdienste nicht einmal eine neue kaufen. Wenn eine kleine Pause bei den Arbeiten einirat, hielt mir der Bauer Vorträge über Volksgemeinschaft. In der Praxis hält er sie aber so ein, wie oben geschildert wird." Bon einem Stier getötet. Beim Umladen eines Stieres auf dem Bahnhof B.-Kamnih tvurde der Hilfsarbeiter Würfel von den« durch das Getriebe a>n Bahnhofe scheu gewordenen Tiere mit solcher Gewalt gegen das Bahnmagazin gedrückt, daß ih>n der Brustkorb eingedruckt tvurde. Der Schtververletzte, der in das Bezirlskrankenhaus gebracht worden war, erlag dort binnen kurzer Zeit seinen schweren Berlet- znngen. Die Leiche tvies neun Rippenbrüche auf. Kleiner Theaterbrand in Reichender». Mittwoch vormittags ist im Reichenberger Stadttheater ein Biihnenvorhang in Brand geraten. Das Feuer konnte vom Bühnenpersonal ziemlich rasch gelöscht werden, so daß die Feuerwehr selbst nicht mehr einzugreifen brauchte. Ein Mitglied der gegentvärtig im Reichenberger Stadttheater gastierenden Jushny-Wruppe, die anläßlich der Messe in Reichenberg gastiert, war vorher beim Tabakrauchen betroffen worden und ist bis zur Klärttng der Brandursache von der Polizei in Haft genommen worden. Ziehung der Klassenlotterle kühne Gewähr.) Prag. Bei der Mittwoch- Ziehung der lll. Klasse der 37. tschechoslowaksschen Klaffenlotterie wurden nachstehende Gewinste gezogen: 78.00 K6: Loo Nr. 6541.- 10.000 K«: Die Lose Nr. 56836, 5745, 24159, 43690, 51401, 57091. 5.000 K8: Die Lose Nr. 10568, 85619, 32264, 74217, 61324, 95181, 44986. 2.000 K«: Die Lose Nr. 54581, 21898, 93295, 44490, 108608, 86318, 48800, 100365, 66288, 2615, 112775, 26394, 44279, 100416, 78651, 98266, 100329, 114922, 60486, 65300, 6658, 4661, 111719, 56643, 26820, 51077, 49680, 94498, 7197. 78918, 87786, 17235, 77086, 5959. Siflcawugfceiteii Nit der Spitzhacke gegen die Kultur Jin mittelalterlichen Rom ging ein Wort um: tzuock non ckelobaat Vardar«, delebant Barbarin!— was die Barbaren(die Germanen der Mlkerwandcrungsperiode) nicht zerstört haben, daS haben die Barbarin»(eine berüchtigte Adelsdynastie, aus der zahlreiche Päpste der Ber. sallszei t des römischen Episkopats hervorgingen) zerstört. Den Kulturschätzen des 30. Jahrhunderts droht, wie man nach den furcht- baren Erfahrungen von Madrid, von Guernica und nun von China erkennt, ebenfalls die Gefahr, durch die unabsehbaren Schrecken deS modernen, des technischen Krieges zerstört zu werden. Aber cs scheint, daß unsere Barbaren und Barbarini nicht warten, was die Bomben ihrer Zerstörungswut übriglassen werden, sondern daß sie zuvor schon ihre Lust an den überlieferten Kulturschätzen auStobcn. Die Spitzhacke soll nicht hinter der Bombe zurückstehen, sondern ihr vorangehen in der Zerstörung wertvollen Kulturgutes. WaS Hstlcrs krankhafte Bauwut aus Berlin gemacht hat, ist bekannt. Biel war ja in Berlin nicht zu verderben. Immerhin, die historischen und schönen Linden' hat man weg- rasiert, um eine nackte, amerikanisierte Avenue zu schaffen u. a. m. Uebler hausen Adolfs Baumeister schon in M ü n ch e n, wo die schöne, alte Stadt und ihre steingewordene Geschichte der Schicklgruberschcn Sehnsucht nach schnurgeraden, leeren Straßen, nach pompösen und monströsen Bauten und Talmi-KlassizlSmu» zum Opfer fällt. In N ti r n b e r g werden die Bauten Hitlers vorläufig auf noch brachem-Grunde errichtet, aber auch die wunderschöne alle Stadt ist keineswegs noch sicher davor, daß die Spitz- hacke nicht Autostraßen durch daS Gewinkel und Gewirr gotischer Häuser breche. Das Auto, daS ist ja der w a h r e G o t t all dieser phantasielosen Bauherren! dieser Tech- noromantiker und Benzinriüer. Freie Bahn dem Auto— koste eS, was eS wolle! das ist die Parole. Die ö st e r r e i ch i s ch e autoritäre Regie- rung, die doch vorgibt, die Traditton zu hüten, und deren Chef sich auf seinen kulturellen Gc- schmack etwas zugute tut, auf das Kunstverständnis, da» ihn über den Berliner DiÜator emporhebt, scheint nun in dem Eifer, dem Auto Bahn zu schaffen, hinter den braunen Barbaren nicht zurt'lckstehcn zu wollen. Eben jetzt wütet die Spitzhacke im vielbesungenen Grinzing, werden die idyllischen allen Weinbauer-Häuschen mit ihren rebenumranllen Höfen und ihren üppigen Gärtchen rabiat niedergelegt, damü— ausgerechnet hier— die Autostraße auf den Köbenzl und nach dem Kahlenberg eine, breitere und geradere Trasse erhalte. ES wäre ja unerträglich, wenn die Amerikaner und PiefkeS; die gerade zehn Minuten für den Kahlenberg opfern wollen, einmal dreihundert Meter lang- sanier fahren müßten! Und in der Inneren Stadt Wiens wird die charakteristische Dominik anerba st ei am AuSgang.der Wollzeile niedergerissen, sollen einige der schönsten Barockpalais daran glauben, damtt man den Autoverkehr besser und rascher am StcphanSturm vorbei durch.die Stadt, leiten könne(>vas hätten die christlichsozialcn und liberalen Blätter übrigens geschrieben, wenn das Rote Wien derlei versucht hätte!) Die Spitzhacke wütet, ehe es noch soweit ist, daß die Bomben es rascher— wenn schon nicht gründlicher— besorgen. Dem Auto gehört die neue Zett, dem Amerikanismus und der Lüge; nicht zuletzt jener Lüge, daß die Autoritären, die Diktatoren, die angeblichen Hüter nationaler und katholischer Uebcrlieferung die Traditton und die Vergangenheit achten. Im Gegenteil, sie husten auf sie und lassen sie in Trümmer schlagen! Glimpflich abgelaufenes Flugunglück. In der Nähe de» Bahnhofes Bojulek auf der Strecke von Dragoman nach Sofia stürzte ein deutsche» zweimotoriges Flugzeug D-ALOH- Junkers ab, da» sich auf dem Wege von Bagdad nach. Teheran befand. Der Telegraphist, wurde schwer verletzt.und in da» Sofioter Krankenhau» gebracht. Die übrigen Besatzungsmitglieder kamen mit Abschürfungen davon. Prager AuwbuS rammt in Oberösterreich ein Prager Auto. Auf der Fahrt von Prag nach Venedig stieß ein Autobus der tschechoflolvaki- schen Autobuslinie Lido, der von dem Chauffeur Emanuel Slechta au» Prag gelenkt wurde und mit 82 Personen besetzt war, unweit von Freistadt in Ober-Oesterreich mit einem tschechoslowakischen Personenauto zusammen:.welche» der Chauffeur Johann Käöa aus Prag lenkte. Beide Fahrzeuge wurden schwer beschädigt und der Chauffeur. Käöa and fünf seiner Passagiere erlitten verschiedene schwerere und leichtere Verlxt- zungep. Sie wurden in da» Krankenhaus fn Bud- wei» gebracht, während die Passagiere de» Autobusse» mit der Eisenbahn nach Linz fuhren. Die Chauffeure trifft laut Tsch. P. B. ay dem Unglück keine Schuld, weil der Zusammenstoß auf .einer teilweise, gesperrten Straße' erfolgte'(wä» ün» die Schuld derer; welche die- gesperrte Straße unvorsichtig beniitzen, eigentlich nicht zu mindernd scheint).. Tod im Schacht. Auf einer stillgelegten'. Kohlengrube der SoSnowiezer Kohlengesellschaft in der Ortschaft Okrzeja, auf der trotz dem behördlichen Verbote Arbeitslose für ihren eigenen Gebrauch Kohle fördern, brach in einem Schachte ein Brand au», durch welchen drei Arbeitslose von der Außenwelt abgeschlossen wurden. Die Kohlengräber fanden, bevor die Rettungsmannschaften eintrasen, dm Tod. DaS Schicksal Lewanewskijs«och unbekannt, (Tab). Bon der RegierungSkommiffion zur Organisierung der Flüge Moskau—Nordpol—Amerika wird folgende Mitteilung veröffentlicht: Im’ Laufe des 17. August konnte die Funkstation Ber« nehobar wieder sehr undeutliche Signale- der Flugzeuge Lewanewskijs hören, doch gelang es nicht, die Signale zu verstehen. Die Beobachtungen werden fortgesetzt. Das Flugzeug Sadkows N/2 dringt schnell nordwärts vor. Am 17. August gelantge es, aus Markowe kommend, über Anadyr in die Vorsehungsbucht. Der Weiterflug nach Wellen mußte aufgeschoben werden, da dichter Rebel die Landung in den gebirgigen Gegenden der Tschuktschen-Halbinsel nicht gestartet. In Krasnojarsk gelangten die Vorbereitungen Gra- zianakis zum Polarflüg mit einem zweimotori- gen Flugzeuge zum Abschluß. Rach 25 Jahren. Der Kapitän eines nor« wegischen Fischkutter», der mit seinem Schiff in den Hafen von Tromsoe eingelaufen ist, berichtet; daß von Fischern in der Dove-Bai auf Spitzbergen Reste eines alten Zeltlagers, Oelmäntel, ein Fernrohr, Reste eines Bootes und zahlreiche Patronen deutscher' Herkunft gefunden worden seien. Man glaubt in Norwegen, daß es sich um die Spuren der verunglückten deutschen Polar- expeditton Schröder-Strand aus dem Jahre 1912 handelt. Damals sind der Führer der Spedition und mit ihm vier deutsche Wissenschaftler spurlos im Eismeer verschwunden.' Motorisierte Zigeuner. So konservativ der Zigeunerstamm in seiner Lebensführung, seinen Sitten und Gebräuchen, seinem Kult und seiner Sprache auch sein mag— dem Einfluß des Motorzeitalters kann er sich doch nicht entziehen. In Mähren sollen sich bereits mehrfach Zigeunerban-, den gezeigt haben, die sich bei ihrer ewigen Wanderung nicht mehr des traditionellen Zigeunerwagens mit den dürren Pferden davor bedienen, sondern auf ausrangierten und halbwegs als Wohnstatt adaptierten Lastautos durchs Land fahren. Bleibt die Frage: Heu und Hafer fand man auf den Wiesen und Feldern— woher nimmt man das Benzin? Wunderarzt llineibuS. Immer aufs neue. Inerben Vorfälle gemeldet, die beweisen, wie etn- gewurgelt Abergkaube mnb Unwissenheit noch vielfach sind und was für einen üppigen Nährboden' sie für das Treiben- gemeingefährlicher Gauklet und-Scharlatane bilden. In der Melniker Gegend treibt dieser Tage ein„Wunderarzt", der den kuriosen Namen Alois C i n e i b u s führt und aus Reichenberg stammt, sein Unwesen und verkaufte seinen leichtgläubigen Klienten für teueres Geld allerlei wertlose„Wunderheilmittel','. Der Landwirt Franz Fabian kaufte dem„Naturheilkündigen", wie sich CtncibuS bescheiden nannte, zu enormem Preis ein Elixier ab, das seinen bettlägerigen Sohn im Wege der Massage wunderbar stärken sollte. Das Wundermittel enthielt aber Chlor, und zwar in solchen Mengen, daß der Patient das Bewußtsein verlor und beinahe erstickt wäre. Die Gendarmerie fahndet nun nach CineibuS, der den Sicherheitsbehörden ein alter Bekannter ist und dessen Siraskarie eine lange Reihe von Vorstrafen wegen Betruges und Kurpfuscherei ausweist. Vorläufig ist es noch nicht gelungen, den. Wunderarzt. festzu-. nehmen.. Wetter vorübergehend besser? Die Störung Wer Südschweden löst sich zwar bereit» auf. Wer trotzdem veranlaßt sie in Mitteleuropa noch häufige Regenschauer. Vom Westen her breitet sich auf da» Festland ein Keil höheren Druckes au». Infolgedessen dürfte sich da» Wetter bei un» wenigsten» vorübergehend bessern und die Temperaturen dürften etwa» ansteigen. Mit einer andauernden Rückkehr der gün- stigen Witterung ist jedoch noch nicht zu rechnen, da Wer Irland eine neue ozeanische Störung wieder zur Geltung kommt.— Wahrscheinliches Wetter Donner» t.a g: Bei wechselnder Bewölkungin Böhmen Abnahme der Neigung zu Schauern, nntertag» wärmer, Westwind. In den übrigen Ländern mibeständig, mäßig kühl, Rordwestwind.— WetterauSsichten für Freitag: Veränderlich, vereinzelte Schauer,, mäßig warm, Westwind. Vom Rundfunk MalsHeaawortts aus ckon ProsrunMMt Freitag., Prag, Sender I: 10.05: Deutsche Presse. 11.05: BlechmusWonzert. 12.10: Schallplatten. 12.85: Orchesterkonzert FOK, 14.00: Deutsche Sendung Lustige Flötemnusik: Volkslieder- 14.40: Slowakische Lieder- 18.10: Musik» Salonguartett.. 17.05: Uebetttaguna au» Salzburg: Wagner:...- Nürnberger Meistersinger. 18.85: Deutsche Presse. 22.40: Tanzmusik.— Prag, Sender U; 15.15: Deutsche Sendung: Da» Wenigste muß dich, verdrießen, mußt stet» die Gegenwart-genießen,. Hör-, folge. 15.50; Deutsche Presse.—.Brünn: 14.25: Opernszenen:, Verdi, Gounod ele.— Preßburg:'- 14-15: OpÄnszenen:— Kaschau: 14.15;. Schall«, plattenkonzerti»- «r. 19« Donnerstag, 19. August 1937 Seit« 5 WlMukhcfioft un4§oLiaipsktU Die Arbeitriotiglceit in Nordböhmen Arbeltermangel in der Landwirtschaft Einheitliche Führung der Evidenz der Arbeitslosen notwendig In den 45 Btzirlsanstalten für allgemeine, unentgeltliche Arbeits- und Dienstvermittlung in Nordböhmen waren im Juli 28.844 Arbeits» und Dienststellen und 98.218 Bewerber und Bewerberinnen angemeldet, wobei 28.149 Vermittlungen erzielt wurden. Vom Mangel an Arbeitskräften konnte bei der Landwirtschaft gesprochen werden, wo mit-Ende des Monates 1.634 unbesetzte Stellen in Vormerkung blieben. Auch wenn es sich bei einem Teile dieser Stellen um solche handelt, in welche schon Bewerber zugewiesen wurden, aber der Erfolg noch nicht bekannt war, so kann doch allgemein gesagt werden, dah ledige Dienstboten zur Landwirtschaft nicht in hinreichender Anzahl gefunden werden konnten. Bei den 1834 unbesetzten Stellen werden ztvar auch 2142 Bewerber und Bewerberinnen um Stellen bei der Landwirtschaft ausgewiesen, aber es handelt sich dabei in den meisten Fällen um Saisonarbeiter, die hauptsächlich nur als Gelegenheitsarbeiter im Wohnorte in Betracht kommen können. Dah für die Landwirtschaft in den öffentlichen Arbeitsvermittlungsanstalten viel gemacht wurde, beweisen die 8156 Vermittlungen im Juli. Höhere Zahlen wurden nur bei den Bauarbeitern(4645) und bei den Textilarbeitern(3024) erreicht. Dann folgen vor allem 8067 Tag- und 2116 Hilfs-, sowie 076 Metallarbeiter, 747 Lehrlinge und Lehrmädchen, 817 Personen im HauShaltungS- dlenste, 640 Glas- und 568 Tonarbeiter. Mehr als je 1060 Vermittlungen haben die Bezirks«»- stalten in Brüx und OberleutenSdorf, die städtische Anstalt in Reichenberg und die Bezirksanstal-, ten in Teplitz-Schönau, Aussig und Bodenbach ausgewiesen. BerufSklasse: 1988 Landwirtschaft 4.049 Bergbau 8.634 Tonindusirie 1.508 Glasindustrie 21.469 Metallindustrie 9.945 Maschinenindustrie ,2.782 Holzbearbeitung 4.918 Textilindustrie 25.927 Bekleidungsindustrie 8.745 Bauarbeiter 10.087 Hilfsarbeiter 21.625 . Handels- u. Industrie-Angestellte 4.105 ....„TggWner.,....„.lll.68tz^ HaushaltungSersonäl’’ 2.965 Lehrlinge und Lehrmädchen 556 Die gewerkschaftliche Arbeitslosenunterstützung mit dem StaatSzuschutz erhielten 16.049 gänzlich und 10.410 zeitweise Arbeitslose, eine beträchtliche Anzahl Arbeitsloser erhielt die Unterstützung aus der staatlichen ErnährungSaktion, sowie aus den mit derselben zusammenhängenden Mit Ende Juli waren 64.330 Arbeitslose angemeldct, also um 6325 mehr als im Jahre 1931, lvobei jedoch berücksichtigt werden mutz, dah die mit der Regierungsverordnung Nr. 217/1936 S.d.G.u.V. angeordnete Pslichtmeldung der Arbeitsstellen, sowie der Bewerber, eine bedeutend bessere Erfassung der Arbeitslosen mit sich bringt. Neunzehn Anstalten haben jedoch bereits niedrigere Zahlen ausgewiesen als im Jahre 1931. Gegenüber den Jahren 1932—1986 kann jedoch ein bedeutender Rückgang der Anzahl der Arbeitslosen beobachtet werden, und zwar um 51.184, 71.725, 51.422, 49.787 und 42.570, d. i. um 44.8, 52.7, 44.4, 43.6 und 30.4 Prozent. Gegenüber den Zahlen vom Juli 1932 zeigt sich bereits in 6 von 5 Anstalten ein Rückgang, in einer Anstalt erscheint dieselbe Zahl ausgewiescn; bei den Anstalten, di« Heuer gröhere Zahlen auswei- sen, handelt cs sich nur um kleinere Differenzen bis auf eine Anstalt, wo die ablvcichende Art der Evidenz eine bedeutende Rolle spielt. Es zeigt sich Immer mehr die Notwendigkeit einer einheitlichen Führung der Evidenz und der Kontrolle der Arbeitslosen. Gegenüber Ende Juni 1987 kann ein Rückgang um 7.194, d. i. um 10.05 Prozent festgestellt werden, also ein prozentuell fast gleicher Rückgang wie in den anderen Teilen Böhmens, obwohl in Nordböhmcn nicht mit einem derartigen Einflutz der landwirtschaftlichen Saisonarbeiten gerechnet werden kann, tvie dies in de» vorwiegend landwirtschaftlichen Gebieten der Fall ist. Eine teilweise Uebersicht der Entivicklung der Lage zeigen die Zahlen über die Anzahl der Arbeitslosen vom Ende Juli der letzten Jahre sowie vom Ende Juni 1986: 1987 Juni 1937 r 2.142 2.203 1984 2.914 8.318 1.496 17.574 8.245 2.829 . 4.816 21.621 8.148 9.476 18.057 8.863 ,9.577 2,874 824 1985 8.242 8.542 1.512 18.202 8.405 2.418 5.078 21.288 8.585 10.242 18.661 .,4.141 8.222 2.911 1.181 1986 8.010 8.409 1.822 12.448 7.447 2.195 4.565 18.059 8.870 10.201 17.801 . 4.408 8.299 -2.864 1.287 1.954 861 7.080 4.058 988 2.876 11.718 2.833 5.815 7.488 8.902 4.477 2.505 997 2.159 1.072 7.764 4.646 1.057 8.148 11.987 2.554 6.441 8.296 4.208 5.528 8.108 986 Aktionen und 7800 Personen waren bei 250 öffentlichen Arbeiten beschäftigt, denen besonders der beträchtliche Rückgang der Anzahl der Arbeitslosen in den Saisonberusen, vor allem bei den Bau-, Tag- und Hilfsarbeitern, zugcschrieben werden kann. generelle Erhöhung von 10 Prozent gekämpft, die Unternehmer hatten höchsten- 7 und diese nur für einzelne Arleiter geboten. Ein offizielles.Handelsbüro Brasiliens im Prager Messepalast. Am Mittwoch wurde im Prager Messepalast in Anwesenheit zahlreicher Persönlichkeiten des tschechoslowakischen Wirtschaftslebens und Vertretern des diplomatischen Korps und der Behörden das ständige Handelsbüro und Musterlager Brasiliens eröffnet, das dem Wirtschaftsverkehr zwischen Brasilien und der Tschechoslowakei dienen wird. Mit der Organisation des neuen Büros wurde Kapitän Pedro R o ch a betraut. Prager Bauarbeiterstreik beendet Di« Vollversammlung der Bomartriter im „Riirodni düm" In Smichov nahm die provisorischen Vereinbarungen vom DienStag an, die in dex BermittlungsverhandkUng im Gewerbeinspektorat beschlossen worden waren. Auch der Ausschuß der Unternehmer hat dem Abkommen zuge- stimmt. Man rechnet mit der Aufnahme der Arbeit, die seit dem 3. August ruhte, schon für Donnerstag»der Freitag. DieLohnerhöhung wird7)4Pro- zent betragen. Die Arbeiter hatten um eine Wie der„Leipzi|“-Zwischeafall fabriziert wurde Sensationelle Aussagen eines Mitgliedes der Besatzung Ein Richter stirbt lel ter Hinrichtung. Bei der Hinrichtung einesMörder» und Sittlichkeit»verbnchcr» tm Gefängnis von Eannon-City, Tolorado, ist ein seltsamer Zwischenfall vorgckommen. Der Richter Eduard Hamilton, der von ämtSwegen der Hinrichtung beiwohnen mutzt«, fühlte sich plötzlich schlecht und verstarb fast gleichzeitig Wit dem von ihm verurteil, len Delinquenten. In EolorÄowerden die Hinrichtungen durch Giftgas vorgenoinmen, die Zeugen und Amtspersonen sehen durch ein-Fenster den furchtbaren Tod der Verurteilten. Er ist möglich, daß Hamilton diesen Aichlick einfach nicht ertragen hat und«inen Herzschlag erlitt. Aber er kann auch sein, daß in der Verschalung der Fensters eine Keine Ritze borhanden gewesen ist, und daß Hamilton, der sich über das Fcnsterkreuz beugte, gerade an diese Stelle kam und so eine bereits töüiche Meng« Giftgas«ingeatmet hat. Da» Tatakparadie» auf der vergesse»«« Insel. Die kleine Donauinsel Ada Kaleh hatte seinerzeit auf dem Berliner Kongreß da» Schicksal gehabt, völlig vergessen zu werden. Seither ist au» der Donau- auch eine Sprach- und Kulturinsel geworden. Da» reizende Eiland war ausschließlich von Türken bewohnt, und der türkische Tharakter verlor sich auch nicht nach dem Ende del Weltkriege». Im Gegenteil: die rumänische Regierung setzte alle» daran, Ada Kaleh sein Lokalkolorit zu erhallen, begünstigte steuerlich die Bewohner und machte au» der Insel ein-bekannte» „Tabakparadie»". Ada Kaleh war der einzige Ort, wo keine Tabaksteuern erhoben wurden. Der Fremdenverkehr und die Andenkenindusirie profitierten davon. Jetzt scheint aber das Ende aller Romantik gekommen zu sein; von den 150 türkischen Familien, die dort wohnen, wollen 115 nach der Türkei aus» wandern, die sie gerufen hat. Wenn auch der Rest der Bevöllerung ihrem Beispiel folgt, wirb aus Ada Kaleh wieder« eine ganz gewöhnliche Insel werden, und auch mit dem Tabakparadie» ist e» dann au». Wird Re« 8»rk die Hunde»«»elften? Die zu» ständige Veterinärabteilung der New Aorker Stadtverwaltung hat sich dafür ausgesprochen, für die nächsten zwölf Jahre sämtliche Hunde au» der City zu verbannen. Al» Gründe werden angegeben, daß die Hunde zunächst außerordentlich hohe Kosten verursachen; die Vcterinärabteilung hat im letzten Jahr für da» Einfangen und Töten von herrenlosest Hunden 70.000 Dollar aurgegeben. Außerdem seien die Hund« eine ernsthafte hygienische Gefecht, da sie Krankheiten übertragen. Und endlich, war nur der Kenner ameri- kanischer Verhältnisse verstehen wird, stellt die amtliche Stelle fest, daß ihre.Moral" zu Bedenken Anlaß gibt. Kaum ist dieser Plan bekannt geworden, al» selbstverständlich ein allgemeiner Proteststurm aller Tierfreunde und Tierschutzvereine einsetzte. Auch die Besitzer von Hunden wandten sich energisch gegen die Absichten der Verwaltung, da sie mit Recht ausführen, daß ein Entlausen von Tieren kaum zu vermeiden ist, und daß bann ihre Lieblinge Befahr laufen, getötet zu werden. Außerdem bestreitet man ganz entschieden die Angaben, und in einer großen Versammlung,-die von-all«»- New Norker Tierschutzvereinen einberufen worden ist, wurde aulgeführt, daß keine Rede davon sein könne, daß Hunde Krankheitsüberträger sind, und daß ihre Moral jedenfalls viel besser sei al» die der Menschen. Prämiierung der besten phllateliftischen Arbeiten auf der„I. Tschechosl. Briefmarkenmeffe und Aui- stellung". Am Sonntag nach Eröffnung der„I. Tschechosl. Briefmarkenmesse und Ausstellung" trat davorgesehene- Preisgericht zusammen, welchem die Ausgabe Mag, die besten ausgestellten philateliftischen Arbeiten auSzuzeichnen. E» standen für diesen Zweck künstlerisch auSgeführte Ehrenpreise in Medaillenform zur Verfügung, die von der Stadt Reichenberg, der Reichenberger Messe, dem deutschen Phi- latelistenvevband in der Tschechoslowakei und dem Verband deutscher Briesmarkenhändler in der Tschechoslowakischen Republik gestiftet worden waren. Nach \ eingehender Besichtigung der ausgestellten Sammlungen kam da» unter Vorsitz de» Herrn Dr. Han» Marion, Warnsdorf,' amtierende Preisgericht zu folgender Entscheidung: Ehrenpreis der Stadt Reichen» berg: Nr. 54— Han» Neuwirt h, Brünn(Teile einer nach eigenen Ideen aufgebauten Spezialsamm» lüng'der Schweiz); Ehrenpreis der Reichenbergu Messe: Nr. 41— Adolf F e t f ch e r, Hqhenelbe (Zeppelinflugpost von Anbeginn bi» heute); Ehrenpreis de» deutschen Philatelistenverbande»: Nr. 15 — Wilhelm R e i ch e l t, B.-Lei-a.(Teile einer umfangreichen Spezickl» und AbstempelungSsammluna von Altösterreich); Ehrenpreis de» Verbände» deutscher'Briefmärkenbändler:-Nr. 10a— Karl W e ft» mann, Warnsdorf(die Postwertzeichen der Tsche^ chaslowakei von 1918—1920); außerdem wurde der Jury von der Firma Kunz ft Jenatschke, Aussig,«in Markenpreis zur Verfügung gestellt, welcher dem Objekt Nr. 8— Artur Schreiner, Warnsdorf (Jugendsammlung de» Deutschen Reiche» 1988) zu» gesprochen wurde; den Ausstellungsobjekten Nr. 8— Julius Offendelei», Warnsdorf(Teile einer'Spezialsanunluna von USA) und Nr. 81a— Ehrhard Weiß, Warnsdorf(Olympia-Sender» sanunlung) wurde die ,.Besonder« Anerkennung" mit einem Vermerk auf ihrem Diplom zugesprochen. IVIan erhült M 100 Reichsmark.-».... 728.— . Markmünzen..... 700.— 100 österreichische Schilling 529.50 100 rumänischr Lei...«>.. 16.85 100 polnische Zlottz.> 518.50 100 ungarische Prngö...> 564.50 100 Schweizer Franken,.. 656.50 lOO sranzösische Franc»... 107.80 1 englisches Pfgntz.... 142.12 1 amerikanischer Dollar 28.55 100 italienische Lire. z..132.40 lOO Holländische Gulden...1579.— 100 jugoslawische Dinare.. 1 62.80 100 Belta»...--.. 482.50 100 tzünische Kronen.... 636.— 100 schwedische Krenen.'»■--7S4.—. Valencia. Wie erinnerlich, hat die Berliner! Regierung seinerzeit behauptet, in den Tagen vom 15. hi» 18. Juni d. I. hätte ein ll-Boot mehrere Torpedos gegen den deutschen Kreuzer „Leipzig" abgeschoffen, die ihr Ziel jedoch nicht erreichten.'■ S spanische Ministerium für nationale Verteidigung hat sich seit dieser Zeit bemüht, Licht in diese Angelegenheit zu bringen, und eS ist ihr gelungen, von einem Mitglied der Mannschaft d e r-„L e i p z i g" ausführliche Aufklärungen zu erhalten. Der Angriff fand darnach überhaupt n i ch t statt, doch hatte man Vorbereitungen getroffen, um dir„Leipzig" tatsächlich torpedieren zu lassen, und Spanien dann tzor der Weltöffentlichkeit an» ,«klagen. Von diesem Plan kam Man jedoch später wieder ab, da man nicht alle Gefahren für auSgeschaltet erachtete,, und-begnügt« sich damit, z« erklären, dass eine Torpedier««,»e a b s i ch» t i> t gewesen sei. Den Auifühvungen de» Matrosen der.Leipzig entnehmen wir: Drei Tage hindurch vor der Ausfahrt der„Leipzig" nach dem Mittelmeer und nach dem Zischenfall wurden di« Horchgeräte de» Kreuzer» ungewöhnlich lange geprüft. Mehrere dieser Apparate wurden zweimal, andere, sogar dreimal ausgewechselt.- Zur Bedienung der Apparate wurde e i n e Grupp« von elfneuen Offizieren und Matrosen bestellt. Während in brr Regel die sonst dienstfreien Matrosen einander in der Wache ablösen, wurden nach dem 7. Juni vor deni Munitionsdepot Doppelwachen aufgestellt(zwei jviann), und zwar nur au» jene» Matrosen, deren fanatischer nationalistischer Geflnnung man sicher«ar. vom 7. bl» zvm 10. Juni wurde d a S M u- nitionSdepot geräumt und die Munition nach«iUem ander«, Teil de» Schiffe» geschafft, wobei besonder» der Kielboden««»genützt wurde.- Der 10,1 und 11. Juni brachten Besuche italienischer und spanifch-aufständischer Marineoffiziere. Mit diesen hatten der Ktchitän, die höheren Offiziere und die -Ärttlllerietcchniker der„Leipzig", geheime Unterredungen. Alle zusammen unternahmen JnspektionSrnndaänge, wobei sie sich besonder» in der leeren Munitionskammer aufhicltcn. Nach ein- gehender Untersuchung, bei ter auch da» Bovderdeck und di« Schölten besonder« Beachtung fänden, wurde der Befehl erteilt, die Schußvorräte wieder in» Munitionsdepot zurückzuschafsen. -.<- Die Matrosen der„Leipzig" schloffen daraus, dass«» sich darum gehandelt habe, d i e techni s ch e M ö gl t ch kalt einer Torpedierung ihn« G« f a h r d e» S i n-k« n»» u P r ü» se«. Diesem Zweck« dient« auch di« Entfernung der Munition au» dem. Depot,- um die Gefahr einer EzplostonSkatastropbc zu Verbindern. Tas Ergebnis der Widcrstandspriifuug war negativ, ivcsbalb man wieder Befehl gab, die Munition zurückzufchasfen, da ntiut von einem derart gewagten Versuch anscheinend Abstand genommen hatte. Die spanisch-italienische Mariuckommission verbrachte die Nacht vom 9. zum 10. Juni an Bord des Begleitschiffes„Meteor", das die„Leipzig" seit diesem Tage bis zum 21. Juni begleitete. In den Tagen des 15., Ui., 17. und 10. Juni gab cs, ebenso wenig Ivie an den vorhergehenden nnd folgenden Tage», keinen Alarm an Bord nnd es wurde der normale Dienst versehen. Es wurden keinerlei neue Vorsichtsmaßregeln getroffen und auch der Mannschaft wurden keine Mitteilungen gc- niacht. Die Mannschaft hatte nicht die leiseste Ahmuig davon, dah der Kreuzer augcgriffcu worden lvüre oder dah sich sonst ei» Zwischenfall ereignet hätte. Die erste Nachricht von der vorgeblichen Torpedierung erhielt die Mannschaft e r st kurz vor Einlauf de» Kreuzer» in Wilhelmshaven.. ES gab einen Appell nnd der Kapitän teilte drr Mannschaft mit, dah der Kreuzer während seiner Fahrt von einem bolschewistische» ll-Boot imgegriffeu worden fei. Offiziell scheinen bloß zwölf Personen über diesen Angriff informiert getvesen zu sein: die elf Mit- glieder der Sondcrgruppe an den Horchgeräten und der Kapitän. Bezüglich dieser Beobachtergruvpe bc- frcmdc» zlvci Tatsachen: am 16. Juni würben fünf dieser Matrosen ausgeschisft und im Flugzeug nach Berlin geschafft, am 10. Juni weitere sechs, darunter ein Offizier. Alle wurden im Flnghafen von Temvcl- hof u n t e r st r e n g e r B e w a ch u n g i»» terniert. Nach überliefertem Brauch hat jeder Seemann nach Beendigung einer Fahrt Anspruch auf eine» vierzchntägigen Urlaub, den nun, tvie gewohnt, auch die Mannschaft der„Leipzig" ertvarteie. Bloß fünf Matrose» jedoch— sichere Nationalsozialisten — erhielten einen Urlaub unter folgenden Bedingungen: bloß zwei Taste und mit der Einschränluug, sich vom Hafen von Wilhelnishavc» nicht weiter als 20 Kilometer zu entfernen. Der Rest der Mannschait blieb an Bord. Die Matrosen machten wiederholt de» Versuch, über den angeblichen Angrtfs mit den Offizieren zu spreche», wurden aber stets schrosfab- gewiesen. Auch die Verbindung der Mannschait mit ihren Familienangehörigen wurde unterbrochen. Vom 24. bis zuin 27. Juni tvurdcn die Karten dec Matrosen an ihre Familien nicht wcitcrbcfördcrt. Was das Begleitschiff„Meteor" anlangt, so hat auch seine Alannschaft nichtdaSgeringstebe» merkt, obtvohl ihr Schiff die ganze Zeil an der Seite des Kreuzers war. Aus diesem Bericht ist zu ersehen: 1. Daß die Umfüllung der Munition au» der Vorratskammer in de» Kielboden zweifellos der Absicht entsprach, di« Gefahr-einer Explo- sionskatastrophe im Fall« einer wirklichen Torpedierung der„Leipzig" zu verhindern, die bei Beschädigung der AtunilivnSkammer unweigerlich cingetreten wäre. 2. Den so geplanten Angriff konnte«i n i t tz l i e n i f ch e ö U-Boot durchführen, dessen Torpedos den spanischen gleichen, so dass im Fall« der Aufstndnng von Splittern im SchifsSrnmpf leicht hätte eine Anklage gegen die spanische Regierung konstatiert werden können. Hitler als Messias der Neger Die Zollbehörden von Johannesburg entdeckten durch Zufall eine große Menge reichsdeutscher Propagandaslugschristen und Broschüren in englischer und in d e r Eingeborenensprache. Einzelne Broschüren haben folgende Titel:„Deutschland, der Wall gegen den Bolschewismus",„Hitlers Friedens- Programm", „Wilson, der Mann der 14 FriedcnSpunlte", „Der öffentliche Feind Nr. 1— der Bolschewismus",„Das nationalsozialistische Deutschland, ein Pfeiler des europäischen Friedens",„Hitler bietet Frankreich 21 Jahre Frieden an" usw. Die südafrikanische Negierung erwägt Maßnahmen gegen diese Propaganda. Gleichzeitig hat sie ihren diplomatischen Vertreter in Berlin ersucht, gegen die Pressekampagne gegen die Afrikaner zu protestieren, die als Mischlinge von Weihen und Eingeboren bezeichnet werden, lvas jedoch zu seltenen Ausnahmen gehöre. London will den U-Bootkrieg verhindern London. Die Entscheidung der britischen Regierung, ihren Schiffen die Genebmigung zu erteilen, im Falle eines Ueberfalles fremder Fahrzeuge auf sie ohne vorherige Warnung sofort zum Gegenangriff überzugehen, zeigt, in welcher Weise Grotzbritannicn künftighin seine Interessen in der Mittelmeer-Schiffahrt wahrzunehmen gedenkt. Die Matznahme richtet sich insbesondere gegen daS Bestreben, die Einfluhzone der spanischen Verwicklungen bis in das östliche Mitellän- dische Meer auszudehnen, und gegen die zunehmende Verwendung von Untersee-Booten.— Bekanntlich wurde am vergangenen Sonntag in der Dardanellenstrahe ein britisches Handelsschiff von einem fremhdn Unterseeboot angefallen, ohne vorher gewarnt worden zu sein. DaS Singen und Spielen der Internationale in Rumänien verboten Das rumänische Innenministerium, hat eine Verordnung herauSgegeben, laut welcher das Singen'und Spielen der Internationale bei Veranstaltungen jeglicher Art verboten wird. Nach Ansicht der rumänischen Behörden-wirkt dar Lied aufreizend. Zuwiderhandelnde werden vor Gericht gestellt; Musikern, die trotz des Verbotes die Internationale spielen, werden die Instrumente konfisziert. Vereine, die dieser Verordnung zuwiderhandeln, erhalten in Zukunft keinerlei Erlaubnis zu Veranstaltungen irgendwelcher Art, Seife S „Sozialdemokrat' DonnerSiag, 1V. August 1037. Nr. 1V4 Tmger fcUunq Hochkonjunktur der Mode (92. P.) Im Juli fuhr Madame nach Paris niit drei vollgestopften Koffern- Alle Näherinnen und Hilfsmädchen erhielten Urlaub, teilweise mit Lohn, größtenteils aber„frei". Ganze drei Wochen. — Aber, am 10. August wieder alle gestellt, sagte noch Madame, bevor ihr Mode-Salon geschlossen wurde. Und wirklich. Den 10. August waren wieder alle zurück. Die Näherinnen, die zwei Zeichnerinnen, die HilfSmädeln und die„Vierlinge", die vier hübschen, schlanken Vorführungsfräuleins, oder MannegninS- Madame hatte- schon aller vorbereitet. Zwei Figurinen waren in neue Gala-Roben angezogen und Madame erzählte den beide» Zeichnerinnen, IvaS in Paris getragen wird und was sie wünscht. Zur Anregung hat sie diese zwei Festroben gebracht und nun solle» die Zeichnerimien den Pariser Mustern nach neue Toilettenskizzen schaffen. lieber große hellblaue oder hellrote Bogen gebeugt sitzen die Zeichnerinnen und mit farbigen Stiften skizzieren sie Aermel, Taille, Röcke. Die Phantasie arbeitet. Eine neue Aermelart soll auSgetiin- stelt werden, eine neue Silhouette braucht Nkadame für die Wintermode. Tenn im September kommt die gnädige Frau X. und die gnädigste Frau Kommerzdirektorin und die allergnädigste Frau Baronin und für diese Dame», die ein wenig verwöhnt sind, nmß Madame neue, fabelhaft schöne Roben bereit halten. Und tvährend die Zeichnerinnen tausende und tausende neue Entwürfe auf den buntfarbigen Bogen skizzieren, werden schon einige Skizzen als gelungene erwählt und die Vorschneiderin versucht einen teueren Stoss so znsammeiizulegeu, daß die gewünschte Fasson entsteht. Nach vielen und vielen Prüfungen gelingt es und weil die Robe entzückend wirkt, wird der Stoff geschnitten. Vorsichtig wird gearbeitet. Die vielen Teile bekommen die Näherinnen und die Hilfr- mädeln werden beauftragt, die goldbestickten Tressen an die Aermel zu befestigen. Zwei, drei Tage dauert es,- bevor eine kostbare Robe zusammengestellt wird. Dann werden die Vor- fnhrnngSfräuleiuS geholt und man prüft, welcher von ihnen die Robe am besten zum Körper paßt. Sobald diese Arbeiten, während welchen die Robe noch immer geändert, auSgebessext oder verschönert wird, beendet sind, bekommt die neue Kreation eine Benennung, so etwas wie„Parier moi d'amonr" oder„My darling" und dann, in ihrem privaten Bureau berechnet Madanie die Preise.' „My darling" kostet 900 Xö,„The Blue Star" 1100 Xi und„Lady Macbeth" sogar 1400 Xö. ES sind Modelle, die nur einmal gezaubert werden. Gezaubert aiiS Arbeit, Kunst, Liebe und Ehrgeiz, denn so heißen die Komponenten, welche die Mode schaffen. Ja. waS die kleinen fleißigen und flinken Hände der Mädchen erwerben? So ungefähr 80, SO, 70, 80 Xi p r o W o ch e.. Haben Sie das gewußt, Verehrteste gnädige Frau Baronin? 40jährlges Jubiläum der Prag—» DobriSer Lokalbahn > Zahllose gute und weniger gute Anekdoten und Witze ranken sich um die Bahnstrecke Prag—Wran— Tobrw, mit der Abztveignng nach Eule, der einzigen von Prag ausgehenden Lokalstrecke, die seit dem Anbruch der Trampzeit nur noch als der„Prager Pacific" bezeichnet wird. Mit der Schnelligkeit und Pünktlichkeit der Züge dieses Bähnlein» hat es nun freilich auch heute noch seine eigene Bewandtnis. Immerhin hat diese Strecke, auf der gerade vor vierzig Jahren der Verkehr ausgenommen wurde, ihre nicht zu unterschätzende Bedeutung gehabt, indem sie ein ganz abgelegenes Gebiet, das DobkiSer Ländchen, dem Verkehr erschloß. Die Führung der Trasse ist freilich vom modernen Verkehrsiechnischen Standpunkt-reichlich mangelhaft, waS indessen dadurch verständlich wird, daß sie ursprünglich nur zu Zwecken der Holzbeförderung gebaut wurde, u. zw. von der Herrschaft Coloredo-MannSseld, ähnlich, wie ja auch, die noch viel ältere Holzbahn Lana—Prag die. Vorläuferin der späteren Buötihrader Eisenbahn gebaut wurde, wobei ähnliche Mängel in Erscheinung traten, ähnlich auch, wie die Schwarzenbergsche Böhmerwaldbahn und manche andere Strecke. Mit der Einführung des Personeiwerkehres schuf die Dobkiöer Strecke die ersten Vorbedingungen für den sich, langsam entwickelnden Touristenverkehr, der Geld in das karge Dobkiöer Gebiet brachte und vollends in der Nachkriegszeit bot sie den erholungssuchenden Großstädtern lange Zeit die einzige Möglichkeit zum Besuch des landschaftlich so schönen Gebietes. Deshalb ist es nur recht und billig, zum Jü- biläum des Dobkiöer PacificS auch seiner unbestreitbaren Verdienste zu gedenken. Zum Spötteln und Räsonieren wird seine nächste Benützung ohnedies wieder genug Anlaß geben. Ursache der Prager Typhuserkrankungen— das Moldanwasser! Wie„C. Sl." berichtet, wurde festgestellt, daß die mehrfachen Typhuserlran- kungen, die in den letzten Tagen zu. verzeichnen waren, nichi, wie ursprünglich gemeldet, auf den Genuß von unreifem Obst und Milch zurückzuführen sind, sondern in ihrer Mehrzahl auf daS von Abwässern verunreinigte Moldauwasser, das die Erkrankten b ei m Baden geschluckt haben! sollen.. Die erkrankten Personen' sollen unvorsichtigerweise an Stellen gebadet haben, in deren Nähe unsaubere Abwässer in deii Fluß münden.. Solcher Stellen gibt'es' allerdings längs des Moldauufers im Prager Stadtgebiet genug, wenn auch ein sonderbarer Gesckinack dazu gehört, dort zu baden. Am rechten Moldauufer ist es vor. allem die Gegend unterhalb der, Mündung des Botiibaches bei der Smichover Eisenbahnbrücke und der Mündung der Rokyta in Lieben, sind es ferner die stehenden Moldauarme unterhalb des ehemaligen Karolinenthaler Hafens und auch der Zlichober Floßhafen, wo das Wasser unappetitlich stagniert und die Gesundheit der Badenden gefährdet. Bei etwas Vorsicht und Vernunft lassen sich solche Gefahren leicht vermeidest.' Ein wertvoller Fund vor dem Verfall zugunsten deS Finders. Im Juli 1930 wurde in einem Geschäft auf dem Wenzelsplatz ein. goldener Damenring mit drei Brillanten gefunden und dem Fundamt abgeliefert. Die Eigentümerin hat sich bis zum heutigen Tage nicht gemeldet, ES wird aufmerksam gemacht, daß dieser Ring in nächster Zeit zugunsten der Finders verfällt, wenn sich die Verlustträgerin nicht sofort melden sollte. Postamt Prag 84 in Bysokantz wurde dieser Tage dem Betrieb, übergeben. In nächster Zeit wird an den Bau einer großen automatischen Telephonzentrale in Lieben geschritten. In einigen Nachbarorten(Eernoöice, Zbraslav) wie auch In Prag- Spokilov werden automatische Filialzentraleu installiert werden. und Mssnr Ben Jcnson-GcdächtnISspiele in Stratford. Zum 800. Todestage des Dichters und Freundes Shakespeares, Ben Jonlon, werden in Stratford Gedächtnisspiele veranstaltet. Zur Aufführung gelangte bisher JonsonS erfolgreichstes, aber seit seinem. Tode nur ganz selten gespieltes Lustspiel'„Jeder Man» in seiner Laune". Die Sensation der ersten Aufführung in London im Jahre 1898 war, daß zum erstenmal auf einer Bühne Tabak geraucht wurde. Eine neue Oper von Strauß. Richard Strauß hat ein neues Werk„F r i e d e n r t a g"(Text von Joses Gregor-Wien) fertiggestellt. Dar Werk wird in der MünchenerStaatsoper im Sommer 1938 uraufgeführt werden.' Kolbenbeyer erhält den Frankfurter Goethe- Preis. Aus Frankfurt a. M. wird dem DND berichtet: Der Bevwaltungirat des Frankfurter Goethe- Preises, dem auch die Reichsminister Rust und Dr. Goebbels angehöxen, hat die Verleihung des GoethepreiseS für 1987 an Dr. hc. Guido Kol- benheyer beschlossen. In.der Veröffentlichung heißt eS: Die Ehrung gilt dein starken Gestalter deutscher VolkSwerdung, der in seinen großen epischen und dramatischen Schöpfungen stets verantwortungsbewußt und sich selber-treu, für die Reinheit und die Wiedergeburt deutschen Wesens eingetreten-ist.— Sie gilt vor allem wohl dem GefolgSm an n Hitlers und Henleins! Pedantische Rechtsprechung Der englische Richter hat es oft leichter als der anderer Länder, weil das englische Recht zmn großen Teil unkodifiziert ist, so daß der Richter viel mehr Spielraum hat und seinem Ermessen viel mehr-anheimgegeben. ist. Er hat weitgeheiid nach Präzen- .denzfällen zu urteilen,.und der Strafrahmen,Dinner-' halb dessen er Bußen vevhängen.kanst.'ist sehr weit. Der strenge wie der milde Richter kann, dgher leichter seiner Natur entsprechend entscheiden: der Buchstabe- der geschriebenen Gesetze- legt^ ihm nicht solche! Schranken oder solchen Zwang auf wie ausländischen Kollegen! Trotzdem hat er aber ost-schwere Sorgen,' weil ungeachtet bei Mangels an GesetzeStepten vieles zum Teil sehr alte, RechtSanschaiiungen und ungeschriebene Rechtssätze praktisch noch heute In Geltung sind. Um sich au».ihren Schlingen zst ziehen und ein, modernem Empfinden angemessenes Urteil fällen zu können,'muß der'Richter oft sehr. umständliche und manchmal kölnische Schlußfolgerungen ziehen und Konstruktionen aufrichten. Ein Beispiel dieser Art bot der Fall einer älteren Dame, die sich vor kurzem aus dem Fenster'stürzte, dabei auf einen Walter Kolarz: Das Regime Blum Preis KC 16.— Bei allen-Kolporteuren oder leim Verlast Zentralstelle für das BildungSwefen, Prag XU, Slezfkä 1». Der Dim „Pan" vor dem Start. Die Abenteuer der-Leutnants Glahn— von Knut Hamsun— ein Stoff aus der Weltliteratur, wurde im Geiste und Ssil des Vorbildes zu einem Film gestaltet. Er schildert die freiwillige Flucht au» der Zivilisation, die abenteuerliche Rückkehr zur Natur, Menschen, beherrscht von der Gewaltihrer Gefühle. Ein Meisterwerk der Filmkunst, dem auch in Kürze unser Publikum seine Anerkennung und Begeisterung zollen wird.- Annabell»— William Powell. Vor Antritt ihre» Hollywood-Verträge» wird Annabella in London noch die Hauptrolle dc» erfolgreichen Bühnenstücke» „Jean" filmisch, gestalten. Als Partner wurde'ihr der„beste" Mann Amerika», William Powell, zugeteilt. Zuckmayer schreibt neuen Film. Der Romancier Karl Zuckmayer arbeitet zur Zeit an dem Drehbuch für den nächsten Korda-FIlm ,.Austria» Holiday" nach seinem Roman„Sommer in Oesterreich", dessen weibliche Hauptrolle die Wienerin Christi Mar- dayn spielen soll. „Pfarrer von Kirchseld" wird verfllmt.. Anzengruber» berühmte» Bühnenstück wird noch, in diesem Herbst in Wien von der Excelsior-Film-Ges. gedreht weAien. Die Regie de» Film» führt. I.- Flek, in den Hauptrollen spielen. Han» Jaray, Hansi Sterk, Frieda Richard.» L. Stößl..' « Ortsgruppe Prag: Treffpunkt SamS« tag, 21. August, um 8 Ühr Endstation der Fünfer Elektrischen in Hluboöeby, Fahrt mit dem Autobus nach Zbraz- lav, Nachtwanderung zurHütte.Svnn- tag Wanderung nach Vöenory, Führer Korn. neunzehnjährigen jungen Mann, siel,und ihn,so verletzte, daß er innS Leben kam. - Man muß, um daS ganze zu verstehen,, wissen, daß in England nach jedeni nicht normalen Todesfall eine gerichtliche Untersuchung stattfinden inüß,ferner, daß Se l b st m o r d str a f b a r, ist,und. daß' die .Jury, um Selbstmörder nicht im. Tpde noch hü,'dif-^ famieren, getvohnhestSmäßig feststellt, der lnunmehr tote) Delinquent habe die Tat in ,Geistesverwirrung begangen. lWogegen denen, denen der Selbstmord mißglückt, diese Entschuldigung in, der Regel nicht, zugebilligt wird; sie werden, bestraft,)„.- Beim„Jnquest" in Paddington also gab-der Vorsitzende, Mr. Jngleby Oddic, folgende, gewundene Erklärung ab(gekürzt): --.„Diese arme Frau hat ein Verbrechen begangen, Selbstmord, und dabei unbeabsichtigt. den Tod. diese» jungen Manner, namens Black,-verursacht, ipd,em,ste auf ihn. fiel. Im strikten. Sinnender Rechte».ist-sie deshalb de» Tosschlage»(„constsucttve murder": eüva: des faktischen Morde» oder: objektiv, betrachtet; de» Morde») schuldig. ' Es gibt eine alte RechtSdoktrin, nach der eine Person, die bei der Begehung eine»-Verbrechen»-dm Tod einer anderen verursacht, ohne die Absicht, hu 8pord-8M-Xöcherpfkege Die bekannte holländische Schwimmerin Ria M a st e n b r o e ck, welche bei den letzten Olympischen Spielen zwei Siege über 100- uniMüü-Meter- Freistil errang und auch einige Weltrekorde aufstellte, ist nun Schwimmlehrerin in eineut Amsterdamer Bad geworden. Da der bürgerliche Schwimmverband in Holland Schwimmlehrer al» Amateure nicht kennt, ist damit Ria Mastenbroeck zur P rose ssionalin erklärt worden. Zufrieden» Fußballer sind nach Blättermeldungen die Spieler de» SK. S ch l e s.- O st r a ü, denn sie erhielten für den Sieg über den SK. Pardubitz je 780 Xi'an Prämien außer jenen, die im Verlaufe de» Turniers um den Ausstieg in die. Liga ausgezahlt wurden. Weiter spendete eine Ostrauer Uhren-Großfirma" sämtlichen Spielern eine A r m b and u h r im Werte von je 880 Xi. Da» ist aber noch nicht das Ende! Als letzter„Fanouöek" stellte sich der O str tuet Stadtrat ein. welcher den Spielern für ihren Sieg im Turnier eine eigene wert, volle Prämie widmete..„Es ist da» erstemal in unserer Republik, wo Fußballern eine derartige Anerkennung erhielten", schrieb eine Zeitung.„Die Spieler de» Ostrauer Klub» sind mehr al» IllOpro- zcntig zufrieden."— Was zu glauben ist, denn e» wird wenige Proleten geben, welche einen derartigen Betrag statt in 90 Minuten, in Monaten kaum ver- dienen. Und wenn ichpn„ dann bestiiymt schwerer, al» er einer dieser Fußballer in jenem einem Match getan bat...... Neuer Weltrekord in der Frauen-Leichtathletik. Bei einem Meeting in Graüdenz(Polen) stellte die bekannte polnische Sportlerin Walasiewicz über 80 Meter mit 08 Sekunden einen neuen. Weltrekord auf. Der alte Rekord stand auf 0.4 Sekunden und wurde von der Tschechoflowakin. Mejzlik vor 18 Jahren erzielt. Der bürgerliche Lelchtathletikveriand von Luxemburg hat den Verbandrwettkampf mit den Vertretern des D r i t t e.n Reiche», welcher.am kommenden Sonntag in Luxemburg abgehalten werden sollte! a b g e sag i.. Amerika, da» Land de» Schwimmsport». Nach einer Mitteilung de» sportlichen Leiter» der National Repreation Association, Major W. Brandon, nahmen, im Vorjahr 1,878.000 Schwimmer und Schwimmerinnen an öffentlichen Sportveranstaltungen teil.' Da» ist auch eine der Ursachen, warum Amerika immer mit ausgezeichneten Leistungen in dieser Sportart i aufwarten kann/ Derlanaet Überall OoMitw haben, es zu tun, das heißt, alhoi durch unglücklichen Zufall, nlchtrdestotveniger des Totschlages l^eonstrue« tive murder")'- schuldig ist. Fast täglich yder wöchentlich kommt e» vor, daß eine Person elne^ andere.auf diese Weife tö.tet,'Undrzwarl durch'gefährliches Autofahren. i Die Person wird dann' meistens wegen ge» jährlichen.Fahrend-astgeklägt und- bestraft, obwohl sie,, streng rechtlich gesprochen,- de»' Totschläge» l„manrlaitghter") schuldig- ist,'-. Ditzstz-Dokwist- ist in deii^tetztemJckhren nicht-mchr beachtet, und nicht so MiktVngeMüdetMbdeir' Witz' früher! Die Frau hat-keinen.Augenblick.,.beabsichtigt, jemand, anderen' al» sich-selbst-zu- verletzen^ aber sie hat den'Tod des jungen Manne»Wrursacht- während der Ausführung-eine» Selbstmordes. Ich nehme den Standpunkt ein; daß sie zur Zeit Per'. Begehung de« Tat nicht wirllich im BovbesitzHrer- geistigen- Kräfte war.. Ein Mordverdtktz über diese' arm e F rau zu fällen, wäre unter-den'vorliegenden Umständen sehr hart und unanständig."."-.... , Mr, Oddie ist-also glücklich über seine juristischen Skrupss'weggekommen, um beim selbswerständlichen, nor-nsilep Ensscheid-zu landest. Aber.e» hat ihn Schweiße und-einen»iemlichest^ Ümwegi gekostet. -"-MlVr B ez u g» b e d i n g u n g°n: Bei Zustellung in»Hau» öder-be,.Bezug durch die Post monatlich XL 10:—,,-vierteljährlich Xi 48.—,havstährig Xi 03.- gantjjährigXLlüst.—,— Inserate wer^n laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retoürmarken...— Die ZettungSfrankatzir wurde von der Post- ugb Tele- graphendirektwn mst Erlaß Nr. lg.800/VIM930 bewilligt,—. Drucksreir^2rbiS". Druck-, Berlagi- und LeitWg»-S.-G.'.Praa..'. Wolkenbrüche über England Zmn Wochenende gingen über England große Wolkenbrüche nieder, die zahlreiche Ueber- schwemmungen verursachten.— Eine Strahenszenein WalthamSstow/>.' l STOVT