Sozialdemokrat Aentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen ReyublU Erscheint mit«»»nah«, hs Montag tSglich früh/«in-eiprei» 70-eile« Redecktion und Verwaltung: Prag XU., Fochova 02- Telephon 58877- Herausgeber: Siegfried Taub.- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Samstag, 21. August 1937 Aus dem Inhalt: Deutscher Kreisgerichts präsident in Brüx Jaksch Uber die Probleme Mitteleuropas Wie der Krieg vorbereitet wird Schon wieder ein BauunglUck in Prag Nr. 196 Entschiedenste, daß wir im Mittelmeer weder den ' Mussolini schloss fe|ne Webe,mit einem Wir« berufen, wo eS sich einfach um die Unmöglichkeit gehandelt hat, die Fsiften einzuhalten, wirst ein merkwürdiges Licht auf die Führung eines Rüstungswerkes, daS doch ein halbstaatlicher Betrieb ist. Der Staut ist der grösste Aktionär, die Vertreter deS Staates haben die entscheidende Stimme im Venvaltungsrat. Mai« sollte von einer Firma dieser Art erwarten, das, sie sich ihrer Verpflichtungen gegenüber den« Staat und der Regierung deutlicher bewusst wäre und weder etwas ohne vorherige Verständigung mit der Negierung unternehmen, noch ohne Verständigung mit dein Ausiennriniste» rluin Erklärungen abgeben würde, welche wie man sieht allznleicht missdeutet und zu unserem Schaden auSgelegt werden können. Die Unzukömmlich- keiteu, die sich hier ergeben haben, sind ein weiteres sehr triftiges Argument für die sozialistische Forderung nach Bollverstaat- l i ch u n g der Rüstungsindustrie, deren Geschäfte oder Asaneen nicht dazu führen dürfen, daß dem Staat ein diplomatischer Schaden erwächst. Hatten vermittelt? Rom.(Tsch. P. v.) In amtlichen italienischen Kreisen wird" der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Portugal und der Tschechoslowakei für eine Angelegenheit gehalten, die. nur diese beiden Staaten betrifft. Der Konflikt wird in Rom für die internationale Lage ni ch t al S g efSH r ,l i ch an g eseHen und mit Genugtüujig'WIrd di« optimistische Ansicht der Prager Kreise konstatiert, daß die ganze Angelegenheit wohl bald einer freundschaftlichen Lösung zugeführt werden wird. In italienischen' politischen Kreisen wird die Ansicht vertreten,' dass bei der Lösung. deS Konfliktes bestimmt mit der Unterstützung de» italienischen Gesandten in Prag zu rechnen ist, der gegenwärtig die Interessen Portugals in der Tschechoslowakei vertritt. Stimmen der Weltpresse »Reue F r e i e P r e s s e": ES handelt sich um einen höchst sonderbaren Vorgang. ein Schulbeispiel dafür, dass man die Dinge auf die Dauer nicht so welterlaufen lassen kann wie .bisher.. Wenn schon dar Nichtzustandekommen einer Geschäftes in die Sphäre der Diplomatie übergreisen kann, dann weist nm» nicht, wohin die Ncrvosiräi und Ruhelosigkeit Europas noch führen wird. »Mo r n i n g P o st": Die Tatsache, dast die portugiesischen Interessen in Prag von dem italienischen Gesandten wahrgenommen werden, scheint zu zeigen, dast der Zwischenfall ein w e i t e r e s S t a d i>« m der gegen die Tschechoslowakei gerichtete» Kampagne einleitet. In Whitehall bedauere>nan den Fall und hege die Hoffnung, dast er keine weittragenden Folgen haben werde.. »L'Epoque": »Auch wenn vorausgesetzt wird, dast die Lissaboner Version richtig Ist, kann man der Tsch ech o- slowatci nichts Vorwersen. Die Stellung Portugals im Londoner Nichtinterventions- auSschusse war bedenklich. Dieses Land hat sich an die Seite Deutschlands und Italiens gestellt, um dem AuSschlust jegliche fruchtbare Arbeit unmöglich zu machen. Es war Portugals Siecht, sich osfen sür die spanischen Aufständischen anrzusprechen, fein Standpunkt war aber gefährlich. In keinem Falle", schreibt dar Blatt weiter,»lagen in dieser Angeiegenheit ausreichende Gründe dafür vor, die dipjomatischen Beziehungen abzubrcchcn. Listabon beschuldigt Moskau, dast ei Prag diktiere, was er zu beginnen habe, die Tschechoslowakei wäre aber mehr im Rechte, Portugal denVor w u r f zu machen, daß cS Deutschland auf s ich habe einwirken lasten. Er genügt, die deutschen Zeitungen zu lesen. Deutschland möchte an diesem Falle nachweisen, dast sich die Tschechoslowakei in der Umarmung der SowjeWerbandeS befindet. Deutschland hat'ein Interesse daran, dast sich der Teil der französischen öffentlichen Meinung, der Shmpathie für Franco' empfindet, von dem Mitteleuropäischen Verbündeten Frankreichs abwende. Deutschland hat ein Interesse daran,' dast die Kleine Entente zerfalle. War es nicht in direkter Weise tun kann, gibt eS anderen zur Durchführmig. und wenn seine Arbeit genügend weit fortgeschritten sein wird, will cS das Gebäude Europas in die Luft sprengen., Gut, er liegtaberänunS, diese Schlinge zu vermeid« n." - j,P o-p u l.» i-r e"t' „Er handelt sich um nichts anderer, als«im einen Handelsstreit, den die faschistischen Mächte da« zu mistbranchcu wollen., die Tschechoslowakei in.ein schiefes Licht zu bringen, alr ob sie sich in der Umklammerung der»Roten" befände." Al- einziges Blatt unterliegt der„Matin"' dtr.-Jnterpretion des portugiesischen Konununigutr Dar Blatt'schreibt: „Die Spannung zwischen Portugal und der Tschechoslowakei ist ein E r 7 o I g M o S k a u r. Sie' ist«In neuer Stein zu der Mauer, welche die Völker in zwei scharf von einander getrennte Blöcke trennt,' den marxistischen und den antimarxistischen Block." Dr. Kuns verschiebt seine Abreise Mailand. Der chinesische Finanzminister Dr. K u n g, der am Freitag mit dem Dampfer „Scharnhorst" de- Norddeutschen Lloyd die Heimreise nach China antreten wollte, hat im letzten Augenblick die,Abreise verschoben und ist in Genua geblieben. Auf der»Scharn« horst" hat sich nur der Unterstaatssekretär. der chinesischen Eisenbahnen eingeschifft. vis amtliche Präser Version klsenmhchtlse Erklärunsen der Waffenfirma 7 Via Lissabon . Ein kleiner Umweg der Goebbels- Propaganda Wer nach dem ersten Alarmfchust noch nicht gemerkt Hat, wohin das Bombardement zielt, der konnte sich nach dem Einsetzen des systematischen Propagandafeuers in Berlin, Rom und in der von Berlin dirigierten sogenannten sudetendeutschen Presse rasch orientieren. Erfreulicherweise hat man auch im europäischen Westen die Zusammenhänge sehr rasch erkannt. Niemand, der aus den Erfahrungen der letzten Kahre überhaupt etwas gelernt hat, zweifelt heute daran, dast der unfreundliche Schritt der portugiesischen Regierung nur aus dem Gesamtplan der faschistischen Propaganda für den kommenden Herbst z u v e r st e h e n ist. Auf den ersten Blick muhte es freilich merkwürdig erscheinen, dast just Portugal den Vorreiter im Kampf gegen die Tschechoslowakei abgeven soll. Ein Land, daS einige Schnellzugs-TageSreisen von uns entfernt, derzeit überhaupt nur zu Schiff oder im Flugzeug zu erreichen ist, mit dem lvir nie irgendeinen Zusammenstost hatten, das auch keine Interessengegensätze zu uns hat— was sollte gerade dieses Land für eine Rolle in der Aktion gegen die Tschechoslowakei spiele»'s Aber wer die Methoden Goebbels' einigermahen kennt, lvird all das, was scheinbar gegen die Annahme eines vorbedachten Planes spricht, als die triftigste Begründung dafür ansehen, dast ein solcher Pia»' vorliegt. Eben weil Portügal fern von ünS liegt und weder am Donauraum, noch an den„russischen Flugplätzen", noch an der SdP, oder an den. deutschen Emigranten oder an einem anderen. Problem, das in der deutschen Propaganda bisher eine Rolle spielte, auch nur interessiert sein kann, gerade deshalb must der portugiesisch-tschechoslowakische Konflikt doch Aufsehen erregen. Und daS ist fürs erste einmal das Wichtigste. Weiter aber, folgert Goebbels, wohl, wird' sich die Affäre so entwickeln: man lvird sich in London und Paris sagen, dast doch etwas an der Unverträglichkeit der Prager Regierung, an den« russischen Einslust auf die Tschechoslowakei dran, sein müsse, denn— eben daS Unlogische wird zur scheinbaren Logik— wenn schon das entfernte, sicher gang desinteressierte Portugal derlei be- hauptet.....'Wenn sich sogar Portugal ver-, anlastt sieht, die Beziehungen abzubrechen... Man denke doch, ein Land, daS keine unmittelbare Grenze oder Reibungsfläche mit der Tschechoslowakei hat und so gar'diesem Land wird die „bolschewistische" Politik der Tschechoslowakei lästig.... Und bei der nächsten deutschen Propagandahetze wird eS heissen: lischt lvir allein-leiden unter der bolschewistischen Politik der Tschechoslowakei, hat d o ch a u ch P o r t u g a l... oder: die ganze Welt weih das, die ganze Welt ist überzeugt von der Bolschewisierung— Sie glauben es nicht? Bitte, d e n k e n'S i e d o chä n P o r- tugall'Von diesem Punkt.au gibt es nun eine Fülle von SteigerungSmäglichkeiien, vom Gestichel und' Geranne bis zur pathetischen Anklage, die Goebbels eines TageS in den Aether rufen, die vielleicht, ein Höherer als Goebbels in Nürnberg oder sonstwo der Welt mit allen Zeichen ehrlicher Empörung. entgegenschleudern wird:'„Denken- Sie an Portugal, meine Herren I Wollen Sie leugnen, dast dieser kleine Staat von Prag verfolgt, vergewaltigt,, bis aufs Blut gereizt wurde? . Ast Herrn Eden nicht bekannt, dast Portugal die. Beziehungen zu Prag abbrechen mühte? Hat Herr Chamberlain. ein so kurzes Gedächtnis, dah , er schon vergessen hat, welchen unerhörten Getvalt- akt die bis an die Zähne bewaffnete Tscheche-. slowakei an dem wehrlosen kleinen Portugal be-- gangen hat?...?l Phantasien? Uebertreibungen? Wir kon-, nen ja tn drei Monaten wieder chber den! Fa'l " sprechen. ES gibf nichts, was so. absurd wäre, dah Goebbels eS nicht versuchte, uüd gerade das Absurdeste ist sein Fall, Man wird versuchen, die Tschechoslowakei zu diffamieren, man wird der einen Aktion bald weitere'folgen lassen,■ die um so besser wirken werden,' je mehr die Welt sich von der ersten blut« feit lieh, Hn der gr» henHerbstkarnpagn e- i des Nazismus werden Portugal und der Prag-Lissaboner Konflikt jedenfalls eine grohe - Rolle spielen. D a h eine solche Herbstkampagne : bevorsteht,/darf heute als sicher, gelten, Die Hetze wegen der 8000 Bundeskinder war nur eine kleine- Prag.(Tfch. P. B.) In der in der Presse I veröffentlichten offiziellen portugiesischen Dar-« legung wird behauptet, dah die Waffen« 1 werke laut ihrer Mitteilung der portugiesischen j Regierung dje Unterzeichnung des Vertrages Uber i die Waffenlieferung an Portugal aus pol'i-- i tuschen Gründen mit Rücksicht auf den I portugiesischen Regierung im I NichiinterventjonSauSschuh abgelehnt haben. I Wenn die Firma tatsächlich diese Erklärung ab-< gegeben hat, trägt die tschechoslowakische Regie- i rung hiefür keine Verantwortung.! Der politische Standpunkt der tschechoslowakischen i Regierung wurde der portugiesischen Regierung i am 2.," respektive am 8. August offiziell mitgeteilt' und war für den Vertrag günstig. I Prag.(Tsch. P. B.) lieber den Abbruch der diplomatischen Beziehungen Portugals mit der. Tschechoslowakei und über die Ursachen dieses Schrittes werden zahlreiche Informationen ver«' breitet, die den Tatsachen nicht entsprechen.- Es wird damit operiert, dah der Standpunkt der tschechoslowakischen Regierung zu der Waffenlieferung nach Portugal von der Rücksicht auf'den spanischen Bürgerkrieg und auf die von der Tschechoslowakei übernommene NichieinmschungSver- pflichtung bestimmt worden sei. Dies ist insoweit richtig, als sich das Ministerium des Aeuhern nach dem 24. Juli, an welchem Tage sich der por- tugiesische Gesandte zum erstenmal an diese! mit dem Ersuchen um-Zustimmung zu den Lieferungen gewandt Hai, init der Angelegenheit'von diesem Gesichtspunkt gus besaht hat. Aber schon am 2. AugUst ist dem portugiesischen Gesandten vom Ministerium deS Aeuhern zu verstehen gegeben und am 8. August ihm offiziell bestätigt worden, dah sich das Ministerium deS Aeuhern. in dieser Hinsicht mit der Erklärung der portugiesischen Regierung begnügen wolle, dast sie die Waffen keiner dex,beiden kämpfenden Parteien,»« Spanien abtreten werde. Seit dieser Zeit ist nur Wer die technische Seite der.Ingelegenheit,' die Lieferung der verlangten Waffenmengen in den geforderte«« Fristen, verhandelt^worden. G a n z u n r i ch t i g ist die Behauptung, bah die Waffenlieferung bereits mit allen.Lieferfristen.vereinbart war, dah das Mini- ifterium des Aeuhern durch den. Aussenminister selbst die Zustimmung hiezu gab und dah dann die Liefer ungder bestellt en Ware verweigert wurde. Die Verhandlüngen gelangten zu einem.günstigen Abschluss,, wiewohl das Ministerium des Aeuhern erfuhr, dah die portugiesische Regierung bereits aiü'1. August eine diskrimlyierende Verfügung erlassen habe, welche tschechoslowakische StalttSangehörige' von Lieferungen äusschlieht. Trotzdem zögerte daS Ministerium des Aeuheren picht, neuerlich seinen guten Willen'zu.'betonen und zu erklären, dah die tschechoslowakische Regierung zu der Waffenlieferung in der ursprünglich bestellten Menge zu der von der portugiesischen Regierung geforderten Frist sowie ssür.Lieferung weiterer nachträglich bestell« ter Partien in Fristen ihre Zustimmung gebe, die nitf unserem eigenen Rüstungsprogramm vereiil- bär'sind. Als die'portugiesische Regierung erklärte,'dahsie irgendwelche'Aenderüngen der verlangten Fristen Nicht annehmen könne, wurde ihr die präzise-Lieferung der Waffenmenge in den. verlangten-Fristen angeboten, allerdings Waffen anderer TYPS, die ip-unserer Armee eingeführt jind üNd' in groheN Mn'gen erzeugt'werben. Nur. das Verhalten dSr portugiesischen Regierung ist 'chpld daran, dah es zur Durchführung der Säle» ferüngen nicht gekommen ist. . AuS den bisherigen halbamtlichen Mürun- itn über den Aüläss deS pMifcheü KonflM mit, Portugal:—denn man kann hier wohl nur, von A n'l äffe n und V o r w, ü n d r n,.nicht von der Ursache fpMn, dje auf ganz andeW, Gebteie liegt'— ausdtn Mitteilungen de» ofsi- zieM'PrestbüroS-Üb.er daS Wafsenseschäst^altz- wird letder nicht mit' wünschenchverter Dmülich» »a«N»«ür Ü«N aeschäfiliche gehandelt'haben kann, sis hL sich"UKWÜtttzMe Verpflichtungen glaube ich, dah sich ein Mittel zur Brrsöhnung von Weg sind Leben finden wird. ES wurde behauptet, wir wünschen, der Völkerbund. möge' unser Imperium anerkennen, Dem.ist nicht so. Wir verlangen vom Genfer StandrStaamten- nicht dtp Registrierung einer Gebürt.'' Wir glauben aber, dass der Augenblick ge- konune«« ist, eineN Todesfall j'u't'e g i« st r je r'-e n.!' Seit 18 Monaten verpestet eine, Leiche.die Lüft. Wenn inan sie nicht aus politi-' fcheir^Gründech beerdigen will, so sollte man dies doch wenigstens aus Gründen der öffentlichen Hh'giene tun. I n' Die zweite Tatsache, die in Rechnung gestellt werden muh, ist das, was die A ch f e B e r l i n—R o m genannt wird. Man kommt nicht nach Ron«, indem man Berlin ignoriert: oder gegön Berlin ist und'umgekehrt, kommt inannicht nach Berlin, indemman Rom ignoriert- oder gegen,Rom ist. Zwischen beiden Regimen herrscht eineaSolidgrität. der'Tat...-der' 'tschechischen'Agrarpartei in Regierung und Verwaltung größer sei als es der Zahl ihrer Anhänger in der Bevölkerung entspreche. Darauf hatte der„Benkov" in der Weise geanüoortet, daß er auf die Ressorts hinwies,' welche schon jahrelang, von-Sozialisten besetzt seien,' die einen ansehnlichen Teil des Budgets beanspruchen und in denen eine große Zahl von Beamten beschäftigt ist. In einem Artikel an leitender Stelle am Freitag legt nun da«»Prävo Lidu" dar, daß Prozent der Stimmen erhalten hat, die ganze es sich gar nicht um die Anzahl der in einem Ressort angestellten Beamten handle, sondern um den politischen Einfluß und den Einfluß in der Verwaltung, den die Agrarpartei ausübt.„Die EINE GESCHICHTE VON BILDERN UND ANTIQUITÄTEN Copyright by Saturn Verlag 1985 „Von der alten Auffassung der Wisaen- . aohaft zur neuen lat nur ein Schritt. Tun Sie ihn, Herr Professor! Hunderte, tausende »' Ihter Kollegen haben ihn getan.“• Valerien Aronas. Gewidmet den Dienern der Wissenschaft aller Fakultäten, die in diesem Sinn gehandelt haben, handeln und immer wieder handeln werden. Monsieur Jean Frangois Laruse-—, der Leser wird sich ihn vorstellen können, westn er erfahren hat, daß er einer jener kleinen,'breitschulterigen Franzosen mit kurzem, schwarzem Vollbart>oar, als deren populärster Repreäsentant-der Frauenmörder Landru angesprochen werden darf -— Monsieur Jean Frangois Laruse entstieg dem Autobus an'der Ecke des Boulevard des Capu- cines und der Rue Drouot. Er schritt ziemlich rasch die Rue Drollot entlang und trat in daS gleichnamige Hotel des Bentes, daS' berühmte Auktionshaus Drouot. Am Eingang erstand er für acht Sous den„Moniteur der VenteS" und für weitere acht Sous die.^Gazette de L'Hotel Drouot". Während er die sehr schmutzige-Treppe in den erste» Stock hinäufging, unterrichtete er sich aus den beiden Blättern über die- für heute angekündigten großen Auktionen.-Im Saal 17 ivurde unter der Leitung von M. Lair- Dubreuil der Nachlaß der Baronne de Montfrigno»- versteigert, im Saal 21 gab sich M. Baudoi» die Ehre,- die Collection M... zuni öffentlichen Verlaus zu bringen, im Saal 27 sand die Exekution mehrerer bedeutender Bilder der holländischen Schule statt, darunter eines Herrenportraits von Govaert Flinkh. „Entschuldigen Sie, mein Herr," sagte jemand und blickte über die Schulter Monsieur La« ruses in den geöffneten Moniteur des VenteS, „ist heute der zweite. oder der dritte Tag der Bente Montfrignon?" Y.-. ES war ein Mann, den Monsieur Laruse an jedem anderen Ort für einen halb verkommenen Bettler gehalten hätte, dem er aber hier' nach einem rasch überwundenen Zögern de» Blick in die Zeitung sreigab. Der Unbekannte entwand sie ihm mit sanftem Griff, schlug sogleich, die richtige Stelle auf, studierte sie. einige. Minuten schweigend, gab dayn das Blatt mit einem kaum verständlichen„Na,, gut... danke" zurück und verschwand sofort in der Menge der gleich schäbig gekleideten Gestalten, die sich hier mit beängstigender Geschäftigkeit tummelten. Monsieur Laruse sah ihm nach und nickte bekümmert: der war hier offenbar zu Hause, hier schienen überhaupt nur solche" zu Hause zu sein. Mit trüben, ratlosen Augen betrachtete er oas Menschengewimmel,> das ihn- unüvogte, von dem'geschoben, gedrängt, gestoßen er in den nächsten Saal gelangte. Sinnloses Vorhaben, hier den richtigen Mann zu suchen I Er. hatte kein Glück,- nein, er hatte kein Glück; warf, ihm das Schicksal schon daS: große Los in- die Hände, so: würde er.eS. wieder westergeben müssen, weil diese Hände es nicht-halten konnten. „Eine.Holzstatue, deutsche Arbeit, sechzehntes Jahrhundert, relativ, gut erhalten- di« Hände fehlen," schnarrte eS vom' AuItionStisch her,„ich bitte um ei» Änbbt... hundert Francs /.. einhundert... hundertzwanzig..-.- dreißig, hundertvierzig.... einhundertundsechzig... achtzig.v zweihundert... niemand gibt mehr?.,.. zweihundert... ein bißchen rascher,' meine Damen und Herren,., zweihundert...I" Monsieur Laruse bemühte sich vergebens, die deutsche Holzstatue, der die Hände fehlten,.zu er» blicken; die Menge der vor ihm Stehenden verstellte ihm die Aussicht. Die Menschen standen und saßen auch auf den zum Verkauf bestimmten, an den Saalivänden ausgestellten Kommoden, Tischen, Kredenzen. Gleich neben der EinganqS- iür entdeckte Monsieur Laruse einen riesigen Tisch,, auf diesem standen zwei alte Fauteuils, deren einer eben frei wurde. Er schwang sich mit einiger Mühe dort hinauf und konnte nun'den Vorgängen im Saale wenigstens mjt-den Augen folgen. Aber nur mit den Augen. Der tiefere Sina dieser Vorgänge blieb ihm rätselhaft. War dies eine Versammlung-Irrsinniger? Hinter einem erhöhten Pult, das den langen Auktionstisch abschloß, stand ein Mann mit einem kleinen Stäbchen in der Hand und sprudelte in wahnwitziger Hast Ziffern, Ausrufe, Anpreisungen hervor, Mehrere Diener trugen aus dem Hintergründe Gegenstände herbei und stellten sie auf'den Tisch. Vor dem Tisch befanden sich einige Banireihen. Sie waren von verhältnismäßig still«», beinahe teilnahmslosen Mensch besetzt. Hinter ihpen staute sich die viel aufgeregtere neugierige Menge. Aber wie sollte man die Dinge nennen, welch« die Diener auf den Auktionstisch stellten: Kunstwerke,' Altertümer, Gegenstände überhaupt?'Rein I Alte» Brennholz, verrostetes. Eise»,- unförmiges Blech, Konnten die Ausrufs. des Mannes hinter dem AiiktionSpult: '„Ein-Sessel,-Louis XIII., ohne Stoff„ Ne Lehne fehlt, die- Beine leicht Mchädfgt, sonst .- vorzügliche Arbeit......fünfhundert Franc»" sich auf' dieses Zeug beziehen?-Monsieur Laruse' konstatierte-mit tiefer'Niedergeschlagenheit, daß dein wirklich so war. Da» auf den Auktiotisttsch gestellt« Wrack einer Sessel», das kein-Pfandleiher des Faubourg St. Antoine für zehn Franc» übernommen hätte?— und Monsieur Laruse wär diesbezüglich unterrichtet— hatte- bereit» den Preis von sechshundertdreihig. Francs erreicht:. Jede. Minute erneuert« der Auktionator seine Warnung: Iftasec neuer Jtoimm: Garantiert ecfttf Wir glauben, tag unsre« Leser unS nicht böse sein, werden, wenn wir ihnen.in s» ernster Zelt einmal«inen ganz«nd gar heiteren Rama»»ersetzen.„Garanstert echt!"' Eine Geschichte von Bildern und Antiquitäten von Pank Harrison, ist ein richstger moderner Schelmenroman. Er führt in ei« Milieu > und in eine Zunft, dl« der Masse ehrlich arbeitender Menschen wenig tekannt find:»ater Lilder- und Antiquitätensälschrr und unter die Händler mit solchen Falsifikaten. Wir erleben dir heitersten Episoden, die spannendsten Betrügereien»nd Trick», aber da di« Opfer de» Betrüge» in d'e« Regel versnobte steinreich« Leute stnd»der Dummköpfe, die um jeden Preis Geld verlieren müssen, da dir kleinen«nd großen Gaunereien de»„Helden" der Erzählung mit so viel Lie- SenSwürdigkstt und. Humor serviert werden, kann man herzlich lachen und ehrlich schadenfroh sei». In geistvoller Weis« werde» in dieser Erzählung aber nicht nur di« Neureichen»nd Snob» verspottet, die stch von gerissenen Händlern und ,„Galeristen" hinter» Licht führe» lassen, auch der geschwollene Stil der Kunstrichter, der Geheimjargon der Professoren, dir mit tierischem Ernst vorgetragenen und ost so hohlen Gutachten aller möglichen- Kapazitäten werden hier einmal karikiert»nd perstsliert. Man ist in«in« halt gespenstische, hall nirrische Sphäre versetzt, in di« grotesk« Welt eine» Operettenmille«», in dem all« Logik aufgehoben Ist»nd am hellen Tage die tollsten Dinge geschehen. Daß die ganz« Affäre in«In« sehr witzige Politische Satire auf eine west verbreitet« zeitgenössische Geisteskrankheit mündet, von der heute ganze Länder«rgris- stnd, gibt de», Roman seine« besonderen Reiz. Wir hoffen, daß er unsere Leser unterhalten wird! Handlung abgeurteilt.. Die Angeschuldlgten waren am Anfang der Rebellion Francos und seiner Generäle unter dem Verdacht dec Verschwörung gegen die Republik verhaftet worden. Das. Urteil.lautete, für Alfonso.Franco,..ejnßm'.jünssem Verwandten de» RebellcngeneralS, auf vier Jahre Gefängnis; dessen Schwester Pilar Franco würde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Elite Base des Rebellengenerals und die Schwester de» General» Oueipo d« Llano, Rosario, wurden fre i« g e s p r o ch e n und in Freiheit gesetzt.. Gamelln und Rydz-Smlgly nach Rumänien Bukarest. In der nächsten. Zeit werden der französische Generalstabrchef Gameli»und der polnische Marschall R Y d z Smigl» in Rumänien eintreffen.- „Ich schlage zul Kein Anbot mehr? Sechs- hundertdreißig Francs zum ersten... zum zweiten... I" und setzte'dann— unglaubwürdigerweise— sogleich hinzu: „Sechrhundertsünfzig... sechshundertfünf- zlg... Niemand gibt mehr? Sechshundertachtzig... ich schbrge zu... sechshundertachtzjg zum ersten...!" Monsieur Laruse blickte um sich. Die schlecht angezogenen und in ihrem Gehaben sonderbaren. Individuen neben ihm folgten dem Vorgang mit. großer Neugier, keineswegs, aber mit din» cp-, schreckte» Erstaunen, da» er in Monsieur Laruse auSlöste. Jetzt, bei siebenhundertzwanzig. Francs,, schien der Auktionator ernstmachen zu wollen. In gesteigertem Tonfall drohte er dem.Saale än, den Sessel zuzuschlagen.! .'„Ich schlage zul''.'schrie er und" hob das Stäbche». Aber das machte anscheinend keinen Eindruck. Nnd er schlug nlit einein kltinen, tat*' lenen Klang ganz unfeierlich und enttäuschend Watt auf da» Pult. Au». Das Wrack. Weir verkäuft....- Ein« leise Entspannung ging durch dßtt Saal, Der vormal» Sessel-wurde rasch;—vermutlich, damit er nicht noch hier zusämmenfalle — davongetragcn. Ein Hölzbischof erschien, der nicht nur keine Hände, soüdern auch keinen Kopf hatte. '- zSehr-interessante» Objekt", bemerkte, der ^Auktionator. Monsieur Laruse schenkte$» keine Aufmerksamkeit mehr. Eine ernster.» Frag« beschäftigte. Ihn.:, wer.Wfte. eigentlich? Man konnte alle» sägen,, aber Nicht, daß Monsieur Lapps« nicht, zu beobachten verstünde; seift wahrlich nicht- ungeschultes Beobachtungsvcrmögen also wandte,M nun ganz der Frage, zu: wer kauft«, da» alle»? Wie. sahen die Käufer dieser Sesselruinen' und,. Bischofsreste au»? Jctzt erlsM Monsieur Laruse, die zweite Sensation dieses Nachmittags. .-.lJortfetzüng. folgtji«, Nr. 10Ö SamStag, 21. August 1987 Litt« 8 Hopfenlandacliaft. (Nach einem Holzschnitt von E. Arnold) Angriff und Gegenangriff Japaner nach wie vor hart bedrängt wechseln ab ernannt, und zwar der dem Landesschulrat zügele ilte Dr. Otto T r e n s ch- B u t t l a r, der in der ScnatSkanzlei angestellte Erich Frits ch und der Leiter des Amtes des Ministers Spina Dr. G e.Z e k- R i t te r s f e l d. Arbeit. Lange vor Mitternacht jedoch wird eS wieder überall still, die Hopfenpflücker müssen ja früh heraus und so ziehen sie denn scharenweise in ihre Schlafquartiere heim. Auf Böden, in Kammern, Scheuern und Tennen schlafen sie auf Stroh, ihre wenigen Habseligkeiten neben sich. Es ist ein wahres Zigeunerleben, das sie durch die vierzehn Tage der Hopfenpflücke führen. Sie können sich nicht richtig reinigen, haben nur selten Wäsche zum Wechseln mit und sind auf deu Feldern Wind und Wetter ausgesetzt. Für die Trockenhaltung des Hopfens ist Borsorge getroffen, die Menschen aber müssen sich vor einem Unwetter selber schützen. Die Sorge darum„kann sich"der Arbeitgeber nicht auch noch machen." Mit rauhen, schwarzen Händen,.müden, erschöpften Körpern, aber sehr wenig Geld kehren in wenigen Tagen die Menschen wieder in ihre Heime zurück und nächstes Jahr Ivird das alte Spiel wieder von neuem beginnen. Immer wieder wird es Menschen geben, welche die rauhe Not hinaustreivt, sie.zwingt, jede Arbeitsgelegenheit zu ergreifen, um einige Kronen verdienen zu können. Für viele ist die Hopfenpflücke überhaupt die einzige Verdienstmöglichkeit. Mit den wenigen Kronen, die sie mitsamt ihren Familien verdient haben, können doch verschieden« Anschaffungen getätigt Iverden, denn bald wird der harte Winter die Menschheit überfallen und sie khre Not doppelt und dreifach fühlen lassen. Der Höpfenbau im Saazer Land schafft Reichtum und Segen. Aber gerade die Menschen, welche durch Ihre fleißige Arbeit die BorauSset- zungen dazu schaffen, erhalten daran nicht den gerechten Anteil. Erst dann, wenn es dem Kampfe der Arbeitet gelungen ist, die Saat sozialistischen Gedankengutes zur Reife zu bringen, werden die Arbeitsmenschen selbst Ernte halten können. Lirunu Lern ver Giftmord In Teplltz Die verhaftet« Kampe beschuldigte den Rudolf Polivka bei der Konfrontation vor der Polizei der Tat? üe muhte aber schließlich daS Geständnis ablegen, dass st« di« graustge Tat allein verübt hat. Sie kaufte Lysol und gab davon verschiedene Mengen den Kindern in di« Suppe. DaS ältere Kind starb daran, das jüngere, ist wieder genese»,. Deutscher Kreisgerichtspräsident In Brüx Bei den letzten Ernennungen- im höheren Gerichtsdienste wurden auch mehrere deutsche Richter berücksichtigt,.so der Obergerichtsrat K. Geißl er in Prag, der zum KreisgerichtSpräsi- denten in Brüx ernannt wurde. Auch der zum Obcrsekretär bcün Obersten Gerichte in Brünn ernannte GerichtSrat Dr. A. Dittrich-Prag ist deutscher Nationalität, ebenso der zum Oberge» richtsrat beim.Obergerichte in Brünn ernannte bisherige GerichtSrat in Mähr.-Ostrau Dr. B. Lorenczuk. Auch ein höherer Richter ungarischer Nationalität befindet sich unter den Ernannten, u. zw. der Rat des Obersten Gerichtes Dr. F. B e n k e, der zum SenatSpräsidentcn beim Obersten Gerichte in Brünn ernannt wurde. Gleichzeitig wurden drei deutsche Oberrät« der politischen Verwaltung zu Regierung-räten auch keine Blätter enthalten, sonst wird sic zurückgestellt. Werin ein Korb voll ist, wird er. in ein bereitstehendes Viertel umgcleert und dann In die Hopfenziche geschüttet(ein Viertel— 80 Liter). Für jedes abgelieferte Viertel erhält der Pflücker eine Marke, die für ihn Geld bedeutet und bei der Schlußabrechnung vorgelegt Ivird. Für ein solches Maß werden 1.00 bis 1.80 Kä bezahlt. Außerdem erhält jeder Beschäftigte täglich einen halben Laib Brot, einen Topf warmen Kaffees und am Abend, die schon traditionell gewordene Kartosfclsuppe. .Wieviel die Einzelperson fertig bringen kanu, hängt nicht, allein voni Arbeitstempo, sondern, auch von der Qualität des Hopfens ab. In Gebieten, wo die„Zischten" besonders groß und fest sind, geht eS naturgemäß rascher und bis zwölf Viertel sind als Tagesleistung Seltenheit. Die durchschnittliche Tagesleistung bewegt sich jedoch zwischen sieben und neun Vierteln. Von den so erzielten Verdiensten werden allerdings noch Abzüge für die Krankenkasia gemacht. Die endgültige Abrechnung erfolgt erst zum Schluß der Hopfenpflücke. Bei diesen Verdiensten kann natürlich trotz größtem Fleiß kein. Hopfenpflücker große Ersparnisse sammeln. Die Arbeitszeit ist praktisch unbegrenzt. Die ersten Strahlen der ausgehenden Sonne sehen ;bie fleißigen Pflücker schon, am Werke und di«. Heimkehr von den FeWa^KZoW.i^.hW.-Mend» lichen Dämmerung^' Dann geht In"den Dorfwirtshäusern. lautes Leben los. Nach einem Tage harter Arbeit drehen sich die Jungen- zu den' Klängen einer Ziehharmonika im Tanz oder sie sitzen«auf den Höfen und singen heimatliche Lieder. DaS sind die einzigen Freuden und Ab- wechslungen während der öden, anstrengenden Die Prager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 22. August, 14.18—14.28: Mode und Wirtschaft(Josef Kaut).— 14.80—14:85: (Straönice): Für Volk und Frieden. Mittwoch, 28. August, 18.40—18.48: Ar- teitsmarkt.— 18.20—18.40: DaS unabhängige Aegypten(Dr. Adalbert M a r k o v i t S-Reichea« ierg).— 18.40—18.60: Soziale Jnfarmationen. Freitag, 27. August, 18.85—18.45; Aktuelle zehn Minuten. Die Gendarmerie muß die Volksgemeinschaft retten I KarlStad.(Eig. Ber.) In der Ortsgruppe der SdP I o s e s s d o r f bei Goßengrüns hatte es seit längerer Zeit Unstinunigleiten gegeben. Die Arbeiter merkten, daß die SdP ihnen nichts gebracht hat, die Löhne sind niedrig, die Verhältnisse der Landarbeiter denkbar schlecht. Wiederholt hatte man schon bei der Bezirksleitung in Falkenau Klage geführt, aber ohne Erfolg. Für den'14. August hatte nun der.Arbeiter',Georg P i ch l«ine Versa m m l u n g einberufen und dazu auch di« Bezirksleitung eingeladen. Hie« sollten die Unstimstiigkeiten ausgetragen werden. Der Bezirksleiter Rohleder versuchte die Arbeiter zu besänftigen,,wurde aber immer wieder durch Pfuirufe,am Reden gehindert. Der Fahnenträger der Ortsgruppe gab die Fahne zurück und erklärt«, mit so. einer, Partei wolle er nichts mehr zu, tun haben. Als keineRuhe eintrat und die Stimmung immer bedrohlicher' wurde, löste die Gendarmerie die Versammlung auf, um die VolkSgemeistWift sticht in Tätlichkeiten auSarten zu lassen,, Von der Atus-Unlon Radballmeisterschaft— Straßenrennen Komotau—Tetschen— 50-Kilome- ter-Zuverlässigkeitsfahren der Motorfahrer Die Mitglieder des 2. und 8. Kreises der Union werden aufgerufen, die Meisterschaften der Fachgruppe Rad- und Kraftfahren durch die Teilnahme zu unterstützen und die erste Veranstaltung der Union zu einen: Ereignis zu gestalten. Turner und Turnerinnen wirken im Programm mit. Beteiligt euch an dem Festzuge und der Kundgebung am 28. und 29. August in Tetschen Natao. Um 10 Uhr wiederholten japanische Flugzeuge di« Beschießung des Arsenals. Das amerikanische Flaggschiff getroffen Freitag früh traf eine von einer Flak-Batterie^geschossene Granate das amerikanische Ad- miralschisf„A u g ü st a", wobei ein amerikanischer Matpose getötet und 17 Malrosen'vetletzt wurden. Das Ersuchen der Nanking-Regierung, die amerikanischen,'englischen, französischen und italienischen auf den: Whangpu stationierten Kriegsschiffe fünf Meile:: unterhalb der japanischen Kriegsschiffe zu'rückzuziehen) ist von den beteiligten Mächten' a bgel e h'n k worden. Nanking bombardiert- .Tokio.„Dstmei" meldet, daß die japanische Luftwaffe Freitag. moraenS aufNanktng und Hankau einen' Großangriff unternahm, An Nanking, wurden der Bahnhofsbezirk, ferner die in der Nähe gelegene Werst, daS Gebäude des Generalstabes. und die' Kriegsschule bombardiert. Lokalisierung nicht mehr möglich? Tokio. Ministerpräsident Fürst Konoe erklärte in einem Presseinterview, daß nunmehr das Stadium der Lokalisierung. des- chinesischjapanische» Konfliktes vorüder sei. Di« japanische Regierung sehe jetzt ihre Aufgabe darin, Nanking durch Anwendung von M a ch t m i t» teln zur Einsicht zu zwinge«. - Neutralisierung Schanghais abgelehnt Der Sprecher des Auswärtigen Amtes betonte im Zusammenhänge mit dem britischen Vorschlag zur Schaffung einer' neutralen. Zone in Schanghai, daß Japan bei der gegenwärtigen Lage a u ß erstand« sei) den Vorschlag anzunehmen....... Gefährlicher Brand. Im Reichenberger Stadttheäter „Ein Schauspieler der JuHSny-Truppe verhaftet" So lautete die Ueberschrift eines großen Artikels im„ReichenbergerTages- b o t e n", der als Kopsblatt der„G a b l o n z e r Zeitung" erscheint. In dem groß ausgemachten Artikel wurde sogar schon darauf hingewiesen, daß durch den Brand ein Schaden von zehn Mil- lionen KL hätte erwachsen können. Das Zentralorgan der SdP, die„Zeit", schreibt im selben Sinne wie die oben zitierten Blätter. Warum wohl? Der Berichterstatter all dieser SdP-Blätter war der Meinung, daß die im Reichenberger Theater gastierenden Russen doch nur B o I s ch e- Wiki sein können; deswegen die Form seiner Berichterstattung. Der gute Mann wußte nichts daß diese Russen Emigranten aus Rußland sind, die seit der Machtergreifung der Bolschewiki in Rußland nun schon zwanzig Jahre in der ganzen Welt umherreisen, nirgends zu Hause und ohne Aussicht sind, irgendwo eine neue Heimat zu fin- 'den. Und diefe Russen, die ideologisch der SdP am nächsten stehen, betrachten die Reichenberger SdP- Leute als Bolschewiki, nur weil sie Russen sind. Schwups wird einer schon als verhaftet gemeldet, das Ganze außerdem noch durch mündliche Propaganda so aufgezäumt, daß dieser Bolschewik den Vorhang doch nur aus Rache angezündet hat, weil das Theater immer so schlecht be» .sucht war. Und die„Reichenberger Zei- tmng" mstß am selben".Tage Inder Abendausgabe, allerdings nur ganz bescheiden ausgemacht, berichten, daß es nicht wahr ist, daß ein russischer Schauspieler verhaftet wurde, daß bei den amtlichen Stellen erklärt wird, daß die Möglichkeit eines Kurzschlusses vorhanden ist. Der Reichstags-, Pardon Theaterbrand, gibt keine Möglichkeit gu einer Aktion gegen die verfluchten Marxisten, weil der als Brandstifter beschuldigte Russe nicht„Hermann" heißt. Schade, daß das Feuerlein nicht geschürt werden kann. Schanghai. Dis chinesischen Behörden melden, daß dir chinesischen Trupp«: den Hoangpu im östlichen Bezirk der Internationalen Konzession— zwischen Honkeu und Jangtsep— erreicht und damit die japanische Front in zwei Teile geschnitten, haben. Der grössere" Teil der japanischen Truppen wäre damit völlig eingeschlossen. Die Japaner d e m e n r i c r e» diese Nachrichten, stellen jedoch nicht in Abrede, dass die Chinesen in der Richtung gegen Süden«inen starken Druck entfaltet haben. Die Japaner unternahmen.einen Gegen, a n g r i f f, wobei sie in div Broadwaystrasse einfielen und dir chinesischen Abteilungen in nördlicher Richtung vertrieben, woraus sich dies« in zwei Strassen, die gleichlaufend mit der Broadway verlaufe«, verbarrikadierten. London. Dir chinesische Gesandtschaft in London teilte.Mit,'bass die chinesischen Truppen sich i m st e t i gen Vormarsch befinde:: und die Japaner riuS dem Innern der'internationalen Konzession nach Norden vom Flusse Sutschauzu- i rückdränge». Da die Japaner ihre Artillerie nicht ' mehr verivenden können,.kommt es zu ständigen > Kämpfen Mann.gegen Mann. Ei» nensr'Landungsversuch japanischer Truppen in Putung wurde vereitelt.. Der Gesandte teilte weiter uiit,'^ dass das japanische Regiment) stms bei Nan,kaü käychfte, sich tiS zum letz««« Man» verteidigte, aber auf- getleben wurde, bevor noch Verstärkung«:: cintrafen. Vas Japanische Hauptquartier bombardiert ■• Freitag unw7.45 Uhr morgens erschiene«. . chinesische'sfluazeuge Wer. Honken./Uftd.bom- bardierten das!"j'apä,Nische Haupt- q u ar t i e r.■* Vor 7 Uhr früh bombardierten die Japaner das Waffenmagazin in.Kiangnan südlich von . Hopfenpflücke im Saazer Land ' Die Bahnhöfe in Komotau und Brüx sind!' Die Hopfenblüte muß mit dem Stiel ge-. Umsteigstationcn. Aus den weitm Gefilden des'pflückt werden und die abgelieferte Ware darf Erzgebirges, aus dem nordwestböhmischen Braun--"iMWÄMMv kohlengebiet und aus dem Egerlande kommen viele tausende Menschen augefahren, mit Kof fern-und Paketen beladen und auf du: Bahnstei gen. herrscht ein.buntes, lautes Gewimmel. Frauen und Männer, Mädel und Burschen sind hier versammelt, sie befinden sich auf der Fahri ,list" die Hopsenpflücke". Viele dir Frauen führen Kinder an der Hand, die nehmen sie mit,"weil sie sonst.zu Hause keine Aussicht hätte». Dort, ivo die Gruppen der Jugendlichen stehen, klingt fröh liches Gelächter auf. Wenn die Züge gegen Saaz angerufe» wer den, kommt die Massest» Bewegung Und ein be ängstigendes Gedränge entsteht. Alles schiebt zu den Waggons, jeder ivill sich einen guten Sitzplatz erobern. Freundlich und umsichtig halten die Eisenbahnbediensteten Ordnung. Sie kennen ja den Trubel schon von früher her und auch die Bahnverwaltung hat entsprechende Vorsorge ge troffen und den Zügen einige Wagen angehängt, so daß alle Platz finden. Kaum sind Koffer, Pa kete und Rucksäcke verstaut, setzt sich der Zug lang sam in Bewegung, um dann in raschem Tempo über die in der Sonne glitzernden Geleise dahin zudonnern. S a a zl Hier ist das Durcheinander auf dem Bahnhof am ärgsten, denn ganze Hundertschaften sitzen schon da, die aus dem Innern des Landes, aus dem Teplitzer und Duxer Bezirk herbeigekom- men sind und auf die. Anschlußzüge warten. Doch nach kurzer Wartefrist löst sich auch hier der Rum mel in eine bestimmte Ordnung auf und balo sitzen die Menschen in" ihren Zügen, um zu den von den Vermittlungsanstaltcn bestimmten Sta- twncn zu gelangen. Dort stehen Leiterwagen und Lastautgs bereit, um die Pflücker auf die verschie denen, mitunter stundenweit entfernt liegenden Höfe zu fahren, denn die Hopfenbauer haben es eilig, ihre Ernte heimzubringen. ....Ununterbrochen setzt.sich der Menschenstrom fott,< jeder Zug: bringt neue. Gruppen herbei. Mehr als 60.000 Personen befinden sich jetzt als Hopfenpflücker im Saaz-Podersamer Gebiet, so wurde uns von öffentlichen Funktionären" mitge teilt und wer je in dieser Zeit das Saazer Land sah) wird an die Richtigkeit dieser Ziffern auch glauben.^,"...."';■ '■ Es ist' eine eigenartige Gegend,ist die wir da kommen. Ein weitgestrecktes hügeliges Gelände tut sich auf, überzogen mit abgeernteten Getreide-, seldern, Kartoffel-, Gurken« und Rübenäckern. Oben, auf den Höhenzügen rauschen gewaltige> Kiefernwälder, in den Niederungen liegen diel kleinen Bauerndörfer, umrahmt von Obstgärten'• und Hopfenanlagen. Der Charakter des Landes! wird jedoch vom Hopfenbau bestimmt, Ganze große Wälder von Hopsenpflanzun- gen breiten sich hier aus. Auf starken Holzpsählen ruhen feste Drahtgitter und an den niederhän genden" Schnüren hat sich, Schlingpflanzen gleich, der Hopfest empor'gewunden. Jeder Stock hat zwei Triebe(Riemen),(die übrigen wurden im Frühjahr.von,den Hopfeistveinern ahgeschniite«),. die vier bis füstf'Meter'emporklettern und stellen weise so- Üppig gedeihen, daß sie. sich sogar i auf dem Drahtgeflecht noch weiter ausbreiteten. Äie Stürme in den letzten Wochen haben an den Hopsenanlagen ziemlich beträchtliche Schäden verursacht. Starke Pflähle wurden wie Spiel zeug zerbrochen und die Anlage ihres Halles be raubt, stürzte jn sich zusammen. Diese.Felder se hen wüst aus, Zersplitterte Hölzer ragen trau rig empor, die.Hopfenpflanzen liegen wirr durch- einastder, das ehedem gepflegte" Land gleicht einem Trümmerhaufen. Die angerichteten Schä den', sind sehr bedeutend und treffen sowohl die Besitzer, als auch die Hopfenpflücker. Dies« trau rigen Erscheinungen sind aber glücklicherweise styr einzeln. Jin allgemeinen hat das Land die Periode der Reise gut überdauert. . ,' Zwischen dunklen Blättern schimmern In un endlicher Anzahl die lichtgrünen Hopfcndolden ujid hängest, wie Weintrauben von den.Stöcken nieder. Es ist einprächtiges Bild, das sich hier vor den Augen"ausbreitet, ein Bild, das von dem Reichtum und der Fruchtbarkeit des Landes er zählt. Der schwere, rote Boden des Goldbachtälcs bringt blühendes, nach Waldharz duftendes Gold, hervor, das seine BesthgetM-'Mstssmd* Münzest. verwandeln. ..Jetzt herrscht..in dem sonst so stillest Gebiet reges Leben. Hie. Hopfengärten gleichen' wim melnden Ameisenhastfen. Die Kleider der Men schen leuchten in der Sommersostste in aWn Far ben und Nuaneen.auS.ddm Grün" der Hopfenwal dungen. Viel« tausssttze Hände rühren sich in «mstgeist Fleiß, reißest"die Rebstöcke host' den Schnür,en herab stiid. stflücken di« HopfenbsütH:, auch„Zischken". genannt, istldlebereitstehenvest . Körbe. Das ist" keine! leichte Arbeit., GebeugfKst Rückens sitzest die Menschest den ganzen Tag" ,hier-, doch sie.kennest,keine,Rast,, wfil,"sie, ja zum ver»! dienen hergekommen sinh.. Während.der Arbeit werden' Mtig eu:He Bissen MgessestH damit"ja kcincUnterbrechmig einirete. Es gibt weder eist« .Frühstücks-noch eine Mittagspause.- Sette 4 SnmStnu, 31. August 1937 Nr. ISS „ver Faschismus Stalins“, Dieser Titel, so eindeutig wie Peinigend, ist nicht unser geistiges Eigentum! sein Autor ist ein Man», dein die Berechtigung, sich aut o- r i t a t i v über Angelegenheiten dcS Faschismus zu äußern, nicht gut abgcsprochen werden kann: Herr M. Bottai, Mussolinis noch st er Mitarbeiter, faschistischer Minister„stir Kotporationswesen", Schöpfer der faschistischen„Sozialgesetzgebung" und Herausgeber eines. tonangebenden italienischen Blattes, nämlich bet„Critica fascista". „Was seit 1936 in Rußland vor sich geht", stellt„Critica fascista" fest,„ist nichts anderes als eine Ausbreitung der Ideen der Revolution Musso- I in is, die alle guten und hohen Werte wieder zu Ehren bringt: den Tod für das Vaterland, den Familiensinn und die Propaganda für die Wehrhaftigkeit. Wie in Italien, handelt es sich in Rußland uni den Sieg einer Revolution der volkstümlichen und antikapitalistischen, nicht aber der antinationalen und antichristlichen Kräfte. Nicht eine reaktionäres Reginie oder ein Kräfte. Nicht ein reaktionäres Regime oder eist heraus, nein, ganz int Gegenteil: eine nptionale, autoritäre Demokratie, eine faschistische Reform". Der das feststellt, ist, wie gesagt, Mussolinis geeichter Sachverständiger in Fragen der „faschistischen Rcforni". Herr Boüaß dem die Errichtung des„korporativen Staates" als be- sondere Aufgabe übertragen worden ist, hat sich seit jeher— schon funktionsgemäß— mit dem Versuch abgegeben, die ehemals sozialisüschc Arbeiterschaft Italiens dadurch für den Faschismus zu gewinnen, daß er alle fragwürdigen, ange- faulten, antihumanistischcn Elemente einer verfälschten, mißverstandenen sozialisüschen Konzeption zur vollsten Entfaltung brachte; aus diese Art sollte sich der Faschismus als orga- nischc Höherentwicklung" des Sozialismus empfehlen— nämlich eines Sozialismus, der von allen ursprünglichen Gesinnungswerten gesäubert worden ist: von Freiheit, Menschenrechten, Selbstverfügung und Würde des Menschen. Herr Bottai ist der typische, Repräsentant der faschi- flischen Weltanschauung, für die der technische Rekord, die„glanzvolle" Maschine, die„kollektive Disziplin" alles und der Mensch nichts ist. Eine Weltanschauung, die das Phänomen des stalinistischen Rußland auf die Dauer nicht übersehen konnte: Allmählich lernen die Herren einander verstehen und billigen. Was sie trennt, ist weniger wichtig, als das, was sie einigt. DaS autoritative Urteil eines berufenen Fachmanns wird in der nun endlich eingeleiteten geistigen Klärung über die Probleme des stalinistischen Rußland gewiß eine beträchtliche Rolle spielen. Boni Schlachtfeld der Arbeit. Freitag früh ist in den Skoda-Werken in Pilsen beim Ankop- peln von Waggons an eine Lokomotive in der Fahrzeugabteilung-Nord der 63 Jahre alte Arbeiter Josef Krev aus Tkemoönä-Borlil von zwei Waggons eingeklemmt und schwer verletzt worden. Er wurde sofort Ins Krankenhaus eingelie- fert, wo er seinen Verletzungen erlag. Der Vorfall wird untersucht. Wann wird sich der millionte Rundfunkhörer anmelden? Die Zahl der tschechoslowakischen Rundfunkhörer hat im Juli, trotzdem über die lirlaubszeit manche Konzessionen abgemeldet werden, um 1909 zugcnommen. Davon entfallen allein 1658 neue Rundfunkhörer auf den Bereich der Prager Postdirettion. Am 31. Juli betrug die Zahl der Rundfunkhörer bereits 976.198. In den nächsten Monaten dürste also bereits die Million erreicht werden. Ein holländisches Militärflugzeug von der Fliegerschule Den Helder-Nordseestation(Holland) ist in der Nähe der holländischen Grenze bei Brcyell-Bieth notgelandet. Die Maschine ist nicht beschädigt. Die Besatzung, bestehend aus Flugzeugführer und/Mechaniker, hat erklärt, sich verfotgcn zu haben, an der Maas in einen Sturm geraten und dadurch auf deutsches Gebiet gekommen zu sein. Infolge Benzinmangels seien sie dann zur Notlandung gezwungen worden. Verarmt und verwahrlost. Auf einer Budapester Straße wurde ein völlig vernachlässigter Greis ausgegrisfen und zur Polizei gebracht, um dort seine Personalien festzustellen. Dabei stellte es sich heraus, daß es sich um den 80jährigen ehemaligen Advokaten und Parlamentsabgxord» neten Räcz handelt, der seit langer Zeit obdachlos durch die Straßen irrte. Keine Nachricht von Lewanewski.(Taß.) Donnerstag tvurden keine Funksignale. von dem Flugzeug Lewanewskis ausgenommen. Die Nachforschungen. des„Krassin", sowie der eingesetzten Flugzeuge werden durch dichten Nebel erschwert, aber dennoch fortgesetzt. Die Verwaltung des nördlichen Seeweges hat im Auftrage der So- wjetregierung ein großes Wasserflugzeug von'der amerikanischen Firma Consolidated erworben, das an den Nachsorschungsarbeiten unter Leitung de» So wird der Kries vorbereitet? V«r- l gunsten armer Kinder und zum Erwerben von Marken, die einen hohen künstlerischen und philatelisti- schen Wert haben. VerkehrSnachricht. Wegen dringender Erneuerungsarbeiten am Oberbau wird am 26. August in der Zeit von 8 bis 12 Uhr der gesamte Verkehr auf der Eisenbahnstrecke C h o c e n— VYsokö Mtsto (Hohenmauth) unterbrochen. Die Züge Nr. 6296, 6208, 6296 und 6297 verkehren bloß zwischen Leitomischl und Hohenmauth, bzw. umgekehrt. Jur Abschnitt Ehoeeii—Hohenmauth werden sie durch Straßenautäbuffe erseht, die nach dem Fahrplan für die ausfallenden Züge verkehren. Die Staatsbahndirektion in Könlggrätz vergibt den Bau einer einstöckigen Garage für Stra- benautobusfe, welche in T r a u t ein a u errichtet werden und«ine Grundfläche von 186 Quadratmetern erhalten soll. Einzelheiten der Aurschreibung werden in den nächsten Nummern der Amtsblätter veröffentlicht. Einreichungstermin für An» geböte bis zum 16. September 1987, 19 Uhr vormittags/ in der Direktwn der Stäatsbahnen in Kö- uiggrätz. Wahrscheinliches Wetter SamStag: Veränderlich, in den Tagesstunden zunehmende B e w ö l» -kung, Regenschauer möglich, nur mäßig warm, West- bis Nordwestwind. WetterauSsichten für Sonntag: Noch keine wesentliche Aenderung. , Der italienische Regierungschef Muffolini ibeim Baden mit Mitgliedern des itälienksche». Kabinetts an der-sizilianischen Küste. Die Diktatoren haben heutzutage, alles was recht ist» G e- schmack und Takt. Oder Ivagt jemand zubehaupten, daß N a p o leo n oder B i s- mgrck sich ihre»Zeitgenossen so intim repräsentiert.hätten?! Kleiner Reiter—— ganz groß Bel einem Londoner Springturnier für. Jugendliche unter 15 Jahren erzielte dieser kleine Reitersmann durch seine ausgezeichnete Leistung den ersten Preis. liegt um 8,5 Milliarden höher als die vor gehn Jahren, obwohl in diesem Zeitraum 1,8 Milliarden Tonnen Petroleum gewonnen wurden. Rußland steht mit 54,8 Prozent aller Erdöl-Vorkommen an der Spitze, dann folgen die USA mit rund 25 Prozent, fo daß beide Länder zusammen 80 Prozent des Wettpetroleums in ihrem Besitz haben. Der Rest verteilt sich auf Irak, Iran, Venezuela, Niederländisch-Jndien und Rumänien. Der Schnellzug Budapest—Fiume wurde Freitag mittags um 12.80 Uhr in der Station K a- poivar von einem Lastzug gestreift, wobei acht Reisende leicht verletzt wurden, stier Schnellzug setzte feine Fahrt mit einer halbstündigen Verspätung fort. Beim Löschen um» Leben gekommen. Bei einem Schadenfeuer in dem Dorfe Wolla Ularska im Kreise Radom(Polen) kämen die beiden Söhne einer Bauern, dessen Wirtschaft in der Nacht nie- derbrännte, bei Löschversuchen ums Leben. Die Tochter des Bauern erlitt so schwere Brandverletzungen, daß sie wenige Stunden später starb. Kaust Wohlfahrtsmarken!(Vom Ministerium für Post- und Telegraphenwesen.) Vor der Abreise aus den Badeorten und Sonunerfttjchen werden viele Ansichtskarten und Briefe mit Grüßen an Freunde und Bekannte versendet. Versäumen Sie nicht, diese Korrespondenz auch mit WohltättgkeitSmarken zu frankieren, welche nur noch bis Ende August bei den Postschaltern erhältlich find. Sie"können aber zur Frankierung bis zum Ende der Jahres verwendet werden. Kaufen Sie auch noch einige Wohltä- tigkeltSmarken auf Vorrat, denn diese schönen Marken werden einen hohen philatelistischen Wert erhalten. Die vorjährige Serie der WohltätigkeitSmarken hat jetzt schon einen um 190 Prozent höheren Sammlerwert. Der Ankauf dieser Marken ist daher keinesfalls ein großes Opfer, sondern eher«ine gute Kapitalsanlage. Jeder hat also noch im letzten Augenblicke die Möglichkeit zu einer-guten Tat zu- vorbereitet hatte und der nun, durch dir Boreilig- keit ihrer bezahlten Bandenfiihrer, vorzeitig aufgedeckt erscheint. Während die österreichische Regierung nach außen hin sich in Beteuerungen ihrer loyalen und friedlichen Absichten erschöpft, während Staatssekretär Schmidt erst dieser Tage wieder dem deutschen Außenminister die unbeugsame Vertragstreue Oesterreich» deteuerte, hat die österreichische Regierung alle» vorbereitet, um — nach Schluß des FremdenverkehrSgeschäste» im Herbst die Maske der Befriedung atzuwerfen, den innen- und außenpolitische» Kur» zu ändern und, al» Ausdruck dessen, im Innern gegen die deutschiewnßte BolkSmehrheit mit einer letzten vernichtenden Terrorwelle vorzngehen. In monatelangen Borbereitungen wurden, da der Exekutive nicht mehr völlig neueTerror-Kader, Korps",„Frontbereitschaft",„Wiener OrtS schütz" usw.geschaffen, die zum Größte! aus militanten Kommun! st en bestehen. Ihre Aufgabe" ist eS, dir nationale Be- völkerungSmehrheit mit allen Mitteln des Terrors niederzuwerfen, wobei ihnen Schuschnigg Deckung aller etwaigen„Ueiergrisse" zugesagt hat. Die deutsche Bevölkerung Oesterreichs, deren Warnungen an die Weltöffentlichkeit bisher— auch im Deutschen Reiche— erfolglos blieben, ist d a h e r entschlossen, bevor sie sich wehrlos von der rot-weiß-roten Kommune abschlachten läßt, zur Notwehr zu greifen. Damit ist der Bürgerkrieg im Herzen Europas ein« unmittelbare Gefahr,geworden. Und rS ist sehr fraglich, ob der gebrechliche Frieden Europa- noch«in »weites Spanien verträgt." bekannten amerikanischen Polarforschers WilkinS teilnchmen wird. Im Spiel erwürgt. In der Gemeinde HUH» nersberg iii Kärnten ist das zweijährige Söhnchen des Landwirtes Preninger tot aufgesunden worden. Es zeigt« sich, daß der Knabe mit seinem dreijährigen Bruder gespielt hatte, wobei er sich die Schlinge eine» Riemen» um den Hals gelegt hatte, die dann sein älterer Bruder so heftig zuzog, daß der Knabe erwürgt wurde. Gasexplosion. Auf der Alfred-Hütte der Hüttenwerke Siegerland-AG in Wissen(Rheinprovinz) explodierte aus bisher ungeklärter Ursache beim Legen einer neuen Gasleitung ein GaSreinigungsbehälter. Durch die gewaltige Stichflamme erlitten 18 Arbeiter schwer«“ brennungcn. Ein Arbeiter wurde getötet. Sportflugzeug abgestürzt. Freitag 18.30 Uhr startete auf dem Flugplatz in skany ein zweisitziges Sportflugzeug, das Aeroklub in PieSkany gehört. Die Besatzung bib um Pie- d'em ,.., beten ZugSsührer Simei u. Kapitän Jng. Mrä- z e k. Kurz nach dem Start setzte der Motor in einer Höhe von 50 Metern plötzlich au», das Flugzeug glitt mit einem Flügel ab und stürzte zur Erde, wobei der Benzintank explodierte. Zugsführer Simek erlitt schwere Brandwunden, wogegen Kapitän Jng. Mräzek nur leichtere Verbrennungen davontrug. ZugS- führer Simek, einer der.Sieg er von Zürich, wurde in bewußtlosem Zustande in das OrtSkrankenhauS eingeliefert, von wo er nach vorläufiger Behandlung nach Preßburg transportiert wurde. Sein Zustand ist ernst. Kapitän Mräzek wurde in häuslicher Pflege belassen. Die runkfnnkdichtesie» Länder. Nach dem Stand vom 1. Jänner 1937 kamen auf 1000 Einwohner Rundfunkteilnehmer in: Vom Rundfunk Bnpfahlenswertes aus den Programmen» Sonntag: Prag, Sknder 1: 7: Konzert aus Karlsbad: Wagner, Verdi etc. 9.89: Konzert einer Bergarbeiterkapelle, 11: Konzert aus Märienbad: Schubert, Smetana, Suk eie., 12.46: Orchesterkonzert FOK, 16: Au» Smetanas Oper„Der Kuß" 16.80: Deutsche Sendung: Das Kamel geht durchs Nadelöhr, Lustspiel von Front. Langer, 18.50: Deutsche Presse, 20.80: Uebcrtragung au» Salzburg: Konzert, aus dem Dom: Meßner, Beethoven etc.— Prag, Sender II: 14.20: Deutsche Arbeitersendung: Josef Kaut: Mode und Wirtschaft, 14.80: Für Volk und. Frieden, 14.86: Wenn die Schwalben heimwärts ziehen, bunte. Stunde mit Gesang.— Brünn 16.80: Deutsche Sendung: Lieder von Schimmerlina.— Preßburg 22.46: Tanzmusik.—. Kascha» 19.20: Orchesterkonzert. Daraus geht hervor, daß die großen Industrieländer und einige der großen englischen Kolonien die größte Rundfunkdichte aufzuweisen haben. Nach der Tschechoslowakei folgen die europäischen Ost- und Siidoststaaten mit einer noch erheblich geringeren Rundfunkdichte. So kommen auf tausend Einwohner Rundfunkteilnehmer in: Italien 14.5, Litauen 14.0, Rumänien 8.4, Jugoslawien 6.7, Griechenland 2.2, Bulgarien 0.8 und in der Türkei 0.6. Man kann daran» entnehmen, daß die Radioindustrie noch die Möglichkeit hat, neu« Absatzgebiete von großer Ausdehnung zu erschließen. DaS Weltvorkommen an Petroleum. Auf dem internationalen Geologenkongreß, der soeben abgeschlossen wurde, hat Gubkin einen besonders inieressanten, auffallend optimistischen Bericht über das Weltvorkommen an Petroleum gegeben. Danach hat eS sich in den letzten zehn Jahren, seitdem der Bedarf an Petroleum immer mehr gestiegen, ist, herausgestellt, daß ass« früheren Schätzungen j bei weitem hinter den Tatsachen. zurückbleiben. i Man kann heute mit Sicherheit mit 7.077,000.000 Tonnen Erdöl-Vorkommen rechnen..Diese Zahl'. „Oesterreich.vor dem Sturm" In Graz hlwen kürzlich Angehörige der VF, die sich, durch die demonstrative uäd den Deutsch-österreichischen Abmachungen widersprechende Zurschaustellung von Hitler»„Mein Kampf" in einigen Buchhandlungs-Auslagen provoziert fühlten, die Scheiben eingefchlagen. Die in Litern erscheinende JPA de» Herrn B u r r i, eine» der auf Oesterreich spezialisierten und in sehr guten Beziehungen zu„höchsten" Berliner Kreisen stehenden Propaganda- Organe de» Nazismus, reagiert darauf mit der unten abgedruckten Fanfare. Die Demonstration gegen„Mein Kampfs fei eine Herausforderung der friedlichen Europa» 1 Demnächst wird man mobilmachen, weil sich jemand despektierlich über Karl May ausgedrückt hat... Denkende Menschen werden sich auf da» hysterische Geschrei de» Agenten Burri den richtigen Reim machen. „Die Borfälle in Graz, von denen trotz Pressefrieden und sonstiger, äußerlich recht befriedigend wirkender Ding« selbst der in Oesterreichfragen jetzt so übern»» vorsichtigei?) deutsche Rundfunk mit Entrüstung Kenntnis nehmen mußte, haben die Oeffentlich» keit unangenehm überraschend belehrt, daß«» in Oesterreich ganz ander- au-sieht, al» man nach den erfreulichen Aeußerungen der letzten Wochen meinen mochte. In Graz haben übereifrige Elemente verfrüht losgeschlagen und eine" Buchhandlung demoliert» weil dies« höchst legal Hitler» in Oesterreich seit kurzem erlaubte» Werk„Mein Kamps" in der Auslage hatte. Damit wurde«in Anschlag auf die Sicherheit Europas aufgedeckt, den die österreichische Regierung in aller Heimlichkeit USA, . 189.0 . 176.0 ; 171.4 Schweden....... , 151.1 . 146.0 Australien . 180.9 Kanada...••... . 122.4 Deutschland.....» . 122.2 Niederlande . 118.4 Schweiz . 114.2 . 107.8 Tschechoslowakei.-». . 70.0 Nr. 106 <5am8tng, 51. August 1037 Seite 5 Der Wert des Luftschutzes Im Gebiete von London haben in der ver- aaiiflencit Woche Luftangriffs- und-Abwehrmanöver grähten Stils stattgefunden. Di»> Zeitungsberichte über ihr Ergebnis find sehr verschieden und die Militärischen Urteile stehen noch aus. Doch scheint«S, daß im Ernstfälle ein großer Teil ter Stadt und der naheliegenden Rüstungsbetriebe zerstört worden wäre. Das. würde den; Fachmann leineswegs überraschen und mühte doch genügen,. um die Bevölkerungen der Großstädte aufzuscheuchen und ihnen klar zu machen, daß den KriegStreibem, die uns mit szlchen Katastrophen drohen,, das Handwerk gelegt werden mutz, dah dies die wichtigste Aufgabe der Gegenwartspolitik ist— wenn'die Politik das Wohl der Bevölkern ngzum.Ziele hat. Eine Betrachtung der Luft- schuhfrage von der technischen Seite wird.die Lage noch klarer," die Mahnung.noch"eindringlicher erscheinen lgssent•;»■ Der aktive Luftschutz: ») Das Signalwesen Die von der Heeresleitung zu leistende rechtzeitige Entdeckung und wirksame Bekämpfung der zum Ueberfall heranfliegenden feindlichen Flugverbände stötzt auf.große Schwierigkeiten. Bei der gewaltigen Schnelligkeit der modernen Bombenflugzeuge ist die Gefahr der Ueberraschung sehr hoch. Durch Horchgeräte und ein stark auS- gebaute» Netz von Signalcinrichtungen soll dem vorgebeügt werden. Jenen begegnet der Feind mit Geräufchdämpfern an ben Flugzeugmotoren, durch Anwendung von Dieselmotoren, ja aus Deutschland wird von Bombenflugzeugen mit Dampflurblijenantrieb berschtet, bei denen also jeder Explosionsgeräusch wegfällt. ES bleibt dar Geräusch der Propeller, das sehr schwer zu beseitigen ist, und daS Sausen der Lust bei der Reibung am Flugzeug;-dieses Geräusch Ist um so grö- tzer, je. schneller der Flug, und kann aufkeine Weise beseitigt welchen. Immerhin, das Knattern der Explosionsmotoren ist weitaus daS stärkste Geräusch; wird es geschwächt oder ganz beseitigt, so wird- die Entfernung, in der das Horchgerät sicher wirkt, stark herabgeseht, die Ueberraschungs- gefahr erhöht. Im Jahre 1936 wurde di« Reichweite der Horchgeräte mit. 38 Kilometern angegeben! einer Strecke, die von modernen Bombenflugzeugen in vier bi» fünf Minuten durchmessen wird. b) Aktiver Luftschutz durch Jagdslugzeuge Die Zeit von vier bis fünf Minuten mutz genügen, damit die alarmierten Jagdflieger, die stets startbereit stehen müssen, aufzusteigen und die Bomber erreichen, um sie abzuschießen oder zu vertreiben. Die Bestleistung im Ausstieg auf dem Internationalen Luftfahrttreffen, das im vorigen Monat in Zürich stattfand, bot ein Franzose, der die vorgeschriebene Höhe von 9009 Meter in 20 Minuten erreichte; die unteren Luftschichten sind jedoch leichter zu. durchmessen; italienische Doppeldecker erreichen 5999 Meter Höhe, die man jetzt etwa als die Flughöhe angreiftnder Bomber betrachten mutz,, iw achf Minuten; Da? sind ungünstige Umstände für die-Äbwehr, selbst wenn der Feind Benzinmotoren verwendet.. ' Ist es aber den Jagdfliegern gelungen, die feindlichen Bombengeschwader zu stellen, dann beginnen neue Schwierigketten, jedoch, in viel geringerem Matz al» zur Zeit de» Weltkriegs.'Die" modernen Jagdflugzeuge" haben auch in den Maschinenkanonen sehr wirksame Abwehrwaffen, deren Sprenggeschosse- das feindliche Flugzeug selbst dänn schwer beschädigen, wenn sie nur das ' große Ziel der Flügel treffen.- Jedoch bleiben dem Jagdflieger bei den großen Geschwindigkeiten nur ein.bi» zwei. Sekunden" Zeit, für Zielen und Ab- feuern und. die» unter, äußeren- Umständen, welche an'den' Organismus Höchstanforderungen stellen.. Daher sind die Versager, die bei. den. Manövern in Erscheinung traten,, nicht erstaunlich. a) Aktiver Lustschutz vom Boden her Die Flugzeügabwehrkanonen, abgekürzt Flak genannt, sind heute Präzisionsinstrumente von höchster' technischer Verfeinerung• und/LtistungS- fähigkcit. Sie werden bei modernster Ausbildung mit dem„VickerS-Ansager" gekoppelt, einem Kommandogerät, da? eine Rechenmaschine enthält und fügf Sekunden nach Feststellung von Richtung', Entfernung und Höhe des Feinde» da» Geschütz ajif^tz en,Punkt richtst, wo sich der.Feind nach, dem Allffteigen derGdschosse befinden wird, außerdem aber- die Zeitzündung der letzteren,.auf die gemessene.«Höhe einstellt. ES-scheint bei,-diesem technischen Stande der Flpik, daß sich die-Boucher nur durch,rasche Richtungsänderung oder.durch Flug über Wolken.-deriSchrapnellwirkung-"«Wehen iköngen.—beide Arten-erschweren d«» Zielen sehr! Die Flak haben sich auch jm, spanischen Mraerkrteg von.gllen neuen Waffen am besten betvährt. Allein, haben mehr oder minder festen. Standort,.'«Iw vollständiger"Schütz der- bedrohten Örte erfordert daher, gewaltigen Aufwand. ' 6) Salven-Bombardement der feindlichem ----- Geschwader »Für die geringen ÄüSsichten der aktiven Fliegerabwehr-ist e» bezeichnend-daß, eine ganz neue Technik von äuherster Schwierigkeit prdacht und in großen Manövern geprüft würdet Der italieni- sche Fliegerkapitän Aimone B a n i n."ist- ihr Urheber, Mussolini-wohpte- den Manövern bei und die.Sache erregte in Fachkreisest"sticht geringe» Aussehen.«r handelt.M umMchi weniger. air da» ängreifende Bombengeschwader, durch-,-eiste eigene Jagdsliegergruppe überfliegen zu lassen, so daß diese die feindliche um etwa 1999 Meter Uber» hölst und nun sie mit Sprenggeschossen bombardiert— mit so genauer Zeltzündung und so exakter Zusammenarbeit, daß eine Zone von Bomben« sprengstücken da» feindliche Geschwader förmlich einhüllt. DaS ivar vor ztvei Jahren— ob diese Technik von den Italienern beibehalten, von anderen nachgeahmt wurde, könnte erst der Ernstfall zeigen. Aber das Beispiel beweist, wie gering die Aussichten der früheren Methoden eingeschätzt werden. Der passive Luftschutz: *) Verdunkelung und Tarnung Die Tarnung— Unkenntlichmachung am Tage— erfolgt durch Erzeugung künstlicher Nebel(während die„Geo-Mimikry" wohl nur in Ausnahmefällen anivendbar ist). Die Vernebelung ist nur für einzelne kriegswichtige Objekte von Bedeutung und kommt für größere Städte kaum in Betracht. Die Verdunkelung als Maßnahme gegen Nachtangrifse ist ungleich wichtiger. Doch steht, selbst wenn sie vollständig gelingt, dem Feinde noch da» Mittel der trigonometrischen Bestimmung des Ortes der Stadt zur Verfügung; sie kann besonders sicher erfolgen, wenn Späher de» Feindes sich mit geheimen Funkentelegraphen in der Stadt betätigen.,Solche Späher müssen allerdings das Risiko auf sich nehmen, welche» mit dem Bombardement verbunden ist. b) Unterstände und GaSmaSken haben bei uns geringere Bedeutung als in. den westlichen Ländern, solange die Maffenversorgung mit ihnen aus geldlichen Gründen im Rückstände ist. Pari» errichtet Unterstände für eine Million Einwohner in seinen Untergrundbahnhöfen; für viele tausende find sie bereit» fertig. England beschafft Gasmasken unentgeltlich für- 39 Millionen Erwachsene und drei Millionen Kinder, mehrere Millionen sind fertig und liegen bereit. Wie wenig wir in beiden Richtungen sind, ist bekannt. a) Räunnmg der Städte Die Abwanderung jenes Teils der städtischen Bevölkerung, der nicht durch seine Beschäftigung festgehalten ist, bildet eine der wichtigsten Maßnahmen deS passiven Luftschutzes. In Frankreich wird die Evakuierung vieler Städte im größten Maßjtabe vorbereitet. In Italien ist die behördliche Vorbereitung einer vollständig organisierten Räumung der Städte bereit» durchgeführt. Landgemeinden mußten Baracken zur Unterbringung der abgewanderten Menschen errichten. In der Tschechoflowakei hat besonder» der Räumungsplan des Brünner Hygienikers Professor Rokek Beachtung gefunden. Es ist Wohl die einzige Luftschutzmaßnahme, welche erfreuliche Seiten für die Friedenszeit besitzt. E» sollen große Ferienlager für die Schuljugend geschaffen werden, ausreichend, um sofort bei Kriegsbeginn von Schülern, Lehrern, Müttern, Kranken,-Greisen bezogen zu werden. Dem schönen Plan steht ebenfalls-die. Kostenfrage im Wege." i Allein. der. spanische Bürgerkrieg.scheint Die Dauer der Weltkonjunktur - Die Weltkonjunktur der Wirtschaft hält an. In. nahezu allen.Ländern nimmt die Ausdehnung der industriellen Produktion weiter zu. Die Umsätze sm Binnenhandel steigen und auch der Außenhandel entwickelt sich in rascherem Tempo als im vorigen Jahre. Trotz dieser für die Zukunft günstigen, Symptome, werden die weiteren Aussichten für die Weltkonjunktur von den Wirt- schaftssachverständigen sorgfältig untersucht. ES handelt sich darum, die kapitalistische Wirtschaft vor.einem so gewaltigen Niederbruch, wie ihn die letzte große Wirtschaftskrise mit sich brachte, zu bewahren. Aufmerksam wird die Entwicklung in den großen Staaten verfolgt, um zu ergründen, oh nicht ein Rückschlaa in der Wirtschaft dieser öder jene» Lände»" nachhaltige Folgen auf die Weltkonjunktur, haben könnte. .;.„Die Wirsschaftskurve" nimmt in- ihrem neuesten Heft-(August 1937) in einem Artikel über bie Grundlagen der Weltkonjunktur ebenfalls-zu diesem Problem Stellung, und. erörtert in diesem-Zusammenhang di« Frage, ob der Weltkonjunktur von England her Gefahren drohest; Es wird da ausgeführt: -«Di« Frage, ob ein Rückschlag in England— - besten Eintreten, vielleicht gemildert durch" konjunkturpolitische Maßnahmen, in den nächsten Iah« - ren-nicht undenkbar wäre— die allgemeine Weltkonjunktur zu erschüttern Vermöchte, ist von gröh« ter Bedeutung. Zeitweilige Rückwirkungen auf die Rohstoffmärkte würden sicher nicht ausbleiben, und sie könnten.Ausstrahlustgen auch aus di« Industrieerzeugung anderer Länder haben. Entscheidend " dürste aber doch.sein/ ob zum Zeisswnkt«ine» englischen Rückschläge» die übrige Welt noch genügend wirtschaftlichen Anreiz äu» unauSgeuutzten JnvestitionSmöglichkeiten ziehen könnte. Die Äu>- " sichten, daß di« wichtigsten Industrieländer in dem ./Wveftitionsbedgrf essie? großen Teile».der Welt "noch-ein« beträchtliche BeschäfttgungSreserve Wr längere. Zeit bihglten,. erscheinen nicht ungünstig. gegen alle RäumungSpläne dieser Art ein neue» Bedenken geschaffen zu haben. Bet der Vernichtung der baskischen Städte Guernica und Durango' durch deutsche Flieger konnte es geschehen, daß di« Verschonung der Zivilbevölkerung mit kriegerischer Verfolgung, bi» dahin ein selbstverständliches Gebot der Menschlichkeit selbst im Kriege, von den Eindringlingen radikal beiseitegesetzt wurde. Die au» den Städten fliehenden Frauen, Kinder, Greise wurden mit Flugzeugen verfolgt und aus Maschinengewehren beschossen. Diese Steigerung der Bestialität zu einem nie gekannten Grade übersteigt selbst die letzten Barbareien der Japaner in China und hat sogar Kenner und Verächter de» nationalsozialistischen Kriegsgeistes überrascht. Manmußsichfra- gen, obnichtvonnunabdieAn- sammlung der Zivilbevölkerung inbesonderenLagern eine Gefahr bedeutet, ob cs nicht vielmehr nötig sein wird, sie auf die ländlichen Siedlungen zu verteilen, wie«S in Frankreich und Italien beabsichtigt ist. Ergebnis Der aktive wie der passive Luftschutz haben immer nur den Wert gehabt, die Gefahren für die Zivilbevölkerung in einem gewissen Grade herabzusetzen. Durch die technische Entwicklung der Luftwaffe in den letzten Jahren und durch die Entartung der neudeutschen Kriegsführung bis zur Verfolgung der Zivilisten erscheint die Gefahr wieder al» gesteigert. Aber da» Beispiel Spanien» ist auch für die Friedensfreunde" nicht nutzlos. Die ungeheure Widerstandskraft einer Regierung, hinter der keine Großmacht steht(denn Rußland verhält sich in Spanien immer reservierter), während die Gegenregierung von zwei Großmächten offen und in großem Maßstab unterstützt wird, beruht auf dem festen Willen der Bevölkerung, den Ueberfall durch die faschissssche Reaktion abzuwehren. Der ausgesprochen und einzige Zweck des Maffakrie- reus wehrloser Frauen und Kinder ist, durch die barbarische Mißhandlung den Kriegswillen"der Bevötterung zu brechen und dadurch die Regierung zu Unterwerfung zu zwingen. Dieser Zweck wurde in Spanien nicht erreicht; daSBolkstehtnurumsofester zur demokratischenRegierung. Gelingt e» un» hierzulande, den faschistischen Feind und seine Sendling« in unserer Mitte zu überzeugen, daß auch wir un» nicht durch die bestialischen Methoden seiner Kriegsführung zur Kapitulation zwingen lassen werden, dann tun auch wir viel fiir die Ernüchterung seiner Siegerhoffnungen und damit für die Verhinderung des Krieges. Hier ist uns eine große Aufgabe gestellt. Wir müssen die Luftschutzarbeit.mit unserem G eist erfüllen, mit dem Geist der tatbereiten Menschlichkeit, dem Geist des kämpferischen Widerstand» gegen die Kriegsbarbarei de» Faschismus. Wir müssen die Luftschuharbeit betrachten lernen als Widerstand gegen die unerhörte Grausamkeit eines Feinde», der fchon heute aus seiner Absicht, un» zu überfallen und uns die Segnungen de» Frieden« und der Demokratie zu . rauben, kein Geheimnis macht. E. V. Die letzt« Depression hat durch ihre Schärfe und chr« Dauer einen so"umfangreichen Ersatz-, Mo- ternisterungs- und Erweiterungsbedarf sich an- fammeln lassen, wie kein« der vorausgegangenen. Niemals war die Schrumpfung der Jnvestition»- tättgkeit in einer Depression annähernd so scharf wie in dieser. Da» läßt sich z. B. an den Zahlen der Richstahlerzeugüng ablefen. Bi» Anfang 1941 müßte die Rohstahlerzeugung der Vereinigten Staaten, England» und Frankreich» den hohen .Stand der ersten Vierteljahre» 1937 beibehalten,, «he die durchschnittliche jährliche Erzeugungszahl - seit 1980 derjenigen der neun Jahre von 1921 bis 1929 ensspricht. Wenn nicht Störungen anderer Art eintreten, könnte also der vorhandene Jnve- stissonSspielraum in der Welt wohl auSreichen, um konjunkturelle Ermüdungserscheinungen, wie sie , vielleicht in den nächsten anderthalb Jahren von England auSgähen könnt«, durch Impulse anderer Art auszugleichen. Dies um so mehr, al» bisher viele Aufträge au» aller Welt an die europäischen ProdukttonSmittel-Jndustrien infolge ' Ueberanspannung unausgeführt- bleiben mußten..."‘ Nach dieser Auffassung wäre demnach mit einer Erschütterung der weltwirtschaftlichen Konjunktur selbst dann nicht zu rechnen, wönn in der englischen Wirsschaft ein" Umbruch eintreten sollte. Did äußerste Anspannung, mit der die englische Wirtschaft feit dem Herbst des vorigen Jahre» arbeitet, hat bekanntlich der Weltwirtschaft- neue AüftrjebSimpulse gegeben. Die"englische Rüstung, wie die inteinätionäle Aufrüstung überhaupt, hüt in zahlreichen Läüdern ein« Verzögerung in der Ausführung,von Aufträgen zur Folge gehabt, dir sticht unmittelbar den Rüstungszwecken dienen. Eine, gelvisse Reserve an Aufträge.» solcher Art ist also festzustellen. Darüber hinaus läßt sich z. B. auch, in dep tschechoslowakischen Industrie die Fefishellstng machen, daß die während der Krisen» jahre unterlassenen Investitionen nicht noch länger unterbleiben dürfen-.. Soweit e» jetzt möglich ist, ist darum bereit» dih Umstellung, bzw. Erweiterung d"eö industriellen Prodyktionsapparate» begonnen worden. Es ist. kein Zweifel.daß sich di«se!JnvestitIon»arbeIteN dann bedeutend vermehren lassen, wenn di«, ersten wirtschaftlichen Rückschlagserscheinungen sich einstellen sollten..-Sie köqnten also nicht nur bei un», sondern auch-in Man erhält für AS 100 Reichsmark . 728.— Markmünzen.... . 770.— 100 österreichische Schilling. . 529.50 100 rumänische Lei.... . 16.35 100 polnische Zloty.... . 518.50 -100. ungarische Pengö... . 558.50 100 Schweizer Franken.. . 656.50 100 französische Francs.. . 107.30 1 englisches Pfund... . 142.12 1 amerikanischer Dollar. . 28.55 100 italienische Lire... . 132.40 100 holländische Gulden.. . 1579.— 100 jngoflawifche Dinare.. . 62.05 anderen Ländern die gegenwärtige wirtschaftliche Konjunktur verlängern. ES erhebt sich allerdings die Frage, ob in einem solchen Augenblick, eben nämlich daun, wenn sich bereits Depressions- oder Krisenmerk- male zeigen, die kapitalistischen Unternehmer noch die Neigung verspüren werden, diese Investitionen vorzunchmc». Denn eine sich ankündigende neue Wirtschaftskrise wird den vorhandenen industriellen ProduUionsapparat wieder als aufgebläht erscheinen lassen und keine Chance bieten für eine Rentabilität des in den Investitionen auzulegen- dew Kapitals. Die Ergebnisse der verschiedene» Untersuchungen der weltwirtschaftlichen Lage stimmen nahezu völlig darin überein, daß der Weltkonjunktur noch eine längere Zeit gegeben ist. Freilich machen sie alle die Einschränkung,„wenn nicht andere Störungen eintreten". WarenhauSeioköufer zur Prager Herbstmesse. Dem Messeamte wurden in den letzten Tage» mehrere Einkäufer großer ausländischer Warenhäuser avisiert, die die kommende Herbstmesse besuchen werden. Neben europäischen Häusern handelt e» sich auch um amerikanische EinkaufSkon- z e r n e. Ein Konzern, welcher für acht amerikani- sche Warenhäuser in New Aork, Boston, Brooklyn, Los Angeles und Philadelphia den Einkauf besorgt, hat sich vom Messeamte ein eigene» Büro im Messepalaste zur Beifügung stellen lassen.— Starke» Interesse besteht für die heurige Herbstmesse auch in Jugoslawien. Die Messevertretung in Belgrad hat bereit» 200 Messe-Ausweise an Käufer ausgestellt und telegraphisch weitere 100 Legitimationen angefordert. Auch die anderen Verkaufsstellen in Jugoflawien berichten von gutem Interesse. Italiens Strategie London. Der britische Botschafter in Rom Sir Eric Drummond soll während des Wochenendes Gast Chmnberlains in Schottland sein und bei dieser Gelegenheit mit diesem die Frage des englisch-italienischen Verhältniffes erörtern. In diefem Zusammenhang ist ein Artikel der Zeitschrift„New State sm an" nicht uninteres- sant, der sich auf die kürzlich beendeten italienischen Manöver und auf Italiens Miltelmeer- Politik bezieht. Die Zeitschrift schreibt, selbst der unschuldigste Geist kann kaum ander» al» politische Motive in den Manövern, die der Duce persönlich geleitet hat, erblicken. Drei Ereignisse, der strategische Straßenbau in Lybien, die B e- festigung von Pauteleria und die s i z i li a n i f ch e» Manöver, enthalten die Ideen der italienischen Strategie, die darin besteht, die Meerenge zwischen Sizilien und der afrikanischen Küste zu schließen. Deutsche Freundlichkeiten für Polen... Nach Meldungen aus dem Oppelner Schlesien haben die deutschen Behörden auf dem ganzen Gebiete de» Dritten Reiche» Haussuchungen in den Bibliotheken und Lesehallen des Polenverbandes sowie in den Privattvohnungen vorgenommen. Solche Haussuchungen fanden u. a. in Berlin und in den letzten Tagen in zahlreichen Ortschaften de» Oppelner Gebiete» sowie in den an der polnischen Grenze gelegenen Ortschaften statt. Die Haussuchungen werden mit großer Strenge durchgeführt.- Der Beschlagnahme durch die Gestapo verfallen nicht nur die in Deutschland verbotenen polnischen Bücher, sondern auch polnische Werke, gegen die von den deutschen Behörden bisher kein Einwand erhoben worden war, z. B. Werke von Sienkiewiez, historische Werke über Oberschlesien und über Polen und das Buch Sieroszeiv- fkis über Marschall Pilsudski. Ferner wurde in den-einzelnen polnischen Bibliotheken und Lesehallen das Organ der Verbandes der nationalen Minderheiten in Deutschland.„Kulturweh r" beschlagnahmt. Die amtliche Polnische Telegra- phen-Agentur zitiert eine Meldung, daß 24 Mitglieder der polnischen Sokol-Organisation verhaftet wurdest. Der Polenverband in Berlin habe In Angelegenheit dieser Verhaftungen eine Intervention unternommen. Die Warschauer glätter behaupten ferner, daß am 17. d. M. in Rgtibor, Oppeln und Strzelce über 199 junge Polen verhaftet würden.-", Weil er die„Internationale" gespielt hatte Das rumänische Innenministerium hat verboten, die„Jnterstationäle" zu singen otzer zu spielen.. Am Samstag der vergangenen Woche fand dieser-. halb bereits die erste Verhqftüng statt. Und zwar wurde in Gglah.ein Friseurgehilse von einew Polizeibeamten verhaftet, weit er auf der Mundharmonika die„Internationale" gespielt hasse.b .Der Verhaftete wurde dem K r i e g s g e r i ch t überstellt.-'-" «eite 6 „Sozialdemokrat^ SamStag, 21. August 1037. Nr. 196 Schon wieder ein BauunsiUck 'M Frag. Freitag kurz vor 7 Uhr abends stürzte auf einem-Neubau jn der Boleslavgasse in Prag-Nusle bei dec Beseitigung der hölzerne» Stützen ein Teil der Decke:>m vierten Stockwerk«in. Die Trümmer>durchschlugen das dritte: Stockwerk und blieben im zweiten Stockwerk liegen. Von der einstürzenden Decke wurden drei Arbeiter mitgerissen. Einer von ihnen, Josef V i t i s l a aus Lieben, wurde dichei verschüttet, und konnte erst nach dreiviertelstündigen Bemühungen von der Feuerwehr befreit werden. Am Krankenhaus wurde ein Rippenbruch und zahlreiche Abschürfungen und Verletzungen festgestellt. Auch die beiden andern Arbeiter mutzten ins Allgemeine Krankenhaus überführt werden..Der Arbeiter Prine konnte in häusliche Pflege entlassen' werden, der Arbeiter JeZeb mußte in Spitalspflege auf der Klinik Schlaffer verbleiben, da er«Ine Gehirnerschütterung,«Ine große Ritzlvunde beim Auge und zahlreiche Abschürfungen erlitten hatte. Die Ursachen des Unglücks werden untersucht. Aut», gegen Kirchenmauer.' Gestern geriet um 3 Uhr nachmittags, beim Einbiegen in die Äreuzher- restgasse der Kraftwagen der 87 jährigen Josef Po» körnst aus Praa III., auf dem nassen Pflaster ins Gleiten und stiess gegen die Kirchenmauer, wobei er sich, überschlug. Dar Auto wurde zertrümmert, Po- körnst selbst erlitt eine leichte Gehirnerschütterung und mehrere Ritz- und Schnittwunden und wurde in» allgemeine Krankenhaus gebracht, wo er in Pflege blieb. Zusammenstoss. Gestern stiess um 2 Uhr nachmittags. in der Gasse Na Palech auf dem Hradschin das Lastauto des 27jährigen Josef Stolak aus Smi- chov mit dem Personenauto der LSfährigen Ladislaus Olmr aus Dcjwitz zusammen. Hiebei erlitt Llmr einige'Rippenbrüche und eine Quetschung der Brustkorbs, der neben ihm sitzende Privatbeamte Anton Jindra. der mit ihm im gleichen Hause wohnt, eisten Bruch der Schlüsselbein»', aus deu> andern Wagen erlitt der 48jährige Spediteur Mathias Krasnst eine Verletzung der Halswirbel», sowie mehrere Fleischwunden, Stolak blieb unverletzt. Die Rettungrgesellschast brachte die drei Verwundeten ins-allgemeine Krankenhaus. Arbeitergelder unterschlagen. Seit einigen Tagen. suchte der Polizeirundfunk den 36jährigen.Gabriel Köhn aus der Slowakei, der. in Pressburg sei- nem' Arbeitgeber für die Arbeiter bestimmte Löhne in der'Höhe von Xi 5700.— Unterschlagen hatte, mit denen.er auf die Poft geschickt worden loar. Seither war er verschwunden. Gestern wurde er in Prag aurfindig gemacht und verhaftet; das Geld, hatte er bereits aurgegeben—Er ist geständig Und. WMde nach Pankxatz eingelitfirt;'’" ,f" 1 Arbeitsanfall. Der 86jährige Arbeiter Franz Hajzler aus Lyiaa.d. Elbe.wurde gestern niii einer Verletzung"des Köpfer und de» Genicks von der Rettungrgesellschast auf die Klinik Schlosser gebracht, Er gab an. dass ihm während seiner Arbeit an einem Neubau in der RevolutionSstratze ein Gegenstand auf'den Kopf gefallen sei,, so dass er bewusstlos liegen gebluben sei.' 18 Tauben und fünf Kaninchen verbrannt. Gestern vorniittagS um 11 Uhr brach auf dem.Hof einer Wrschowitzer Brauerei Feuir aus, däs in zwei Bretterbuden entstanden war, in denen der Arbeiter Wenzel Vlk und der Invalide Jaroslans Setina wohnten. Beide Bude», die etwa Xi. 1660.— wert find, brannten nieder; ausserdem verbrannte in der Bude Vlks"die Inneneinrichtung, gleichfalls im Wert FOr Bir Auto und Radio™ ELKA-flkkumulatoren von etwa Xi 1660.— und in der Settnär achtzehn Tauben und fünf Kaninchen, die er dort gehalten hatte. Boden, prallen gegen die Wände und rufen da» entsprechende Gruseln hervor. Nach Meinung der zu Rate gezogenen. Sachverständigen für derartigen „übernatürlichen" Unfug, handelt es sich um„Manifestationen" eine» vierzehnlähriaen' Jungen, de» Sohnes der. in Frage stehenden Milchfrau, der ein ausgezeichneter„Medium" sein soll. Die Polizei hat sich diese» Faller angenommen und fektstellen müssen, dass die Geister nur in der Dunkelheit arbeiwn .und bei Anwesenheit der Polizeiorgane diskret aus- blieben. Bei einigen der auf rätselhafte Weise beflügelten Gegenstände sollen übrigens Spuren von Bindfäden festgestellt Wörden sein, die offenbar das wunderbare Umherfliegen dieser, medialen Manifestationen auf höchst irdische Weise bewerkstelligten. VIeNeicht lösen sich die Rätsel dieser- wunderbaren Erscheinungen in Bälde auf eine recht materielle Art. Deutsche Akademie kür Muss! und darstellende Kunst in Pro» II, Bladiflavova 28. Meisterschule für Kompositionen, Klavier und Violine. Konzertklasse für Cembalo. KomposittonS- und Kapellmeisterschule. AuSblldungSklassen: Klavier, Orgel, alle Orchesterinstrumente, Gesang, Opernschule, Schauspiel, Regli, Gymnastik. Vorgeschriebene Vorbildung: Bürgerschule oder Untermittelschule. Aufnahmsprüfung: 18. September. Gesuche um Zulassung zur Aufnahmsprüfung, belegt mit j Heimatschein und letztem Schulzeugnis sowie 5 Xi in Marken dir 6. September an die Direktion. Ein„SpukhauS" auf den Weinbergen. In Prag gehen„Geister" um. Wenigstens in einem Hau» auf den Weinbergen, und die Sensationspresse füllt ihre Spalten mit angeblichen„medialen" Kundgebungen, die ihr von einem zuständigen Fachmann bescheinigt werden. In der Wohnung einer Milchhändlerin, die zum nächsten Quartal gekündigt ist, verüben die „Geister" allerlei Unfug. Verschiedene massive Gegenstände fliegen in"der Luft herum, fallen auf den Der englische Minister für öffentliche» Gesundheitswesen Kingsley Wood ist Freitag au» Karlsbad. wo er zur Kur weilte, in Prag eingetroffen. Er würde vom Oberscktionsrat Dr. Deselss für da» Ministerium für öffentliches Gesundheitswesen und von Das Pilsudski-Haus von Magdeburg soll nach Warschau gebracht werden Der Oberbürgermeister von Magdeburg hat kürzlich dem polnischen Staat das Haus zum Geschenk gemacht, das Marschall Pilsstdski während seiner Internierung in Deutschland in Magdeburg bewohnte. Nach einer Mitteilung des Generals Goreckt, des Führers des polnischen Frontkämpfervetbandes,' soll dieses HimS, das unser Bild zeigt, nach Warschau gebracht und dort wieder aufgebaut werden. Für. die deutsch-polnische Freundschaft wird es kaum werbend wirken. Kreditanstalt der Deutschen ttg.Ott.«.».ft,Uri!II, Durchführung aller Geldgeschäft«. Verwaltungs-Kapital 1 Milliarde K& Haftungs-Kapital 98 Millionen W. 81 Ritberlassungen. SektlonSrat Krupka au» dem Ministerium de» Aeutzeren begrützt. Minister Wood besichtigte in Begleitung de» Primatorstellvertreters Dr. Stüla eingehend die Masaryk-Häuser und hierauf dar HaüS der Zentralsozialversicherungsanstalt in Kri, wo er Interesse für die einzelnen Wohnungen und Einrichtungen zeigte, ferner die Genossenschaft„Zivot" und dar Frauen-Heim in Smichov. Der Minister gab als eingeiveihter Fachmann— er war bereits zweimal Staatssekretär der Ministeriums für Gesundheitswesen und hat selbst einige Werke über da» öffentliche Gesundheitswesen und die Sozialfürsorge publiziert— überall seiner Anerkennung und" seiner aufrichtigen Bewunderung Ausdruck. Der Gast be- sichtigte im Laufe des Tages noch da» Staatliche Gesundheitrinstltut und die Masarhk-Schulen für Sozialhygiene und wünschte schliesslich der Tschecho- slowakei weitere» Aufblühen und Erfolge auf dcem Gebiete der Gesundheitswesens und der Sozialfürsorge. Vudnsnachrichten, Ortsgruppe Prag: Treffpunkt Samstag. 21. August, um 5 Uhr Endstation der Fünfer Elektrischen in Hlubokeby, Fahrt mit dem Autobus nach Zbraz- lav, Nachtwanderung zur HUtte.Soun- tag Wanderung nach Bbenory, Führer Korn. Die erste Damptmolkerei und Käserei in Gralzen, Böhmerwald empfiehlt ihre erstklau. Erzeugnisse Beachten 8le die Schutzmarke! V Hotel Jung, Freiwaldair Schlesien, ntsteniiber dem vahnhef Schöne Fremdenzimmer, vorzügliche Küche. Telephon 19. Menü XL 8.— bis 10.—.. 4289 Der Besitzer: Rudolf Jung. Verlanget Überall Volkszünder Unsichtbare Krankheitserreger '’ Von E. Aldt ■.'<■• Bakterien sind etwas fast unvorstellbar Kleines; nicht- wahr? Die kleinsten lebenden Wesen, von denen wir nähere Kenntnis besitzen. " Tastsende. von ihnen müssen ausmarschieren, um eiste Strecke von einem Millimeter zu besehen. Und jeder ist ein Wesen, für sich, das sich um Nahrungserwerb, Stoffumsatz und Energiegewinn„kümmern" mutz und unter günstigen Lebensbedingungen sich so und so- oft im Tage in zwei.gleichartige Wesen spaltet, die immer wieder-jung sind, heranwachsen und durch Teilung abermals in den Jugendzustand zurückkehren, lvieder und immer wieder. Unter, den. vielen Methoden der Bakterien,- ihren Lebensunterhalt zu erwerben, ist das Schmarotzertum nicht die schlechteste Erfindung.. Vom Standpunkt der Batterien wenigstens. Wir freilich könnten gern verzichten' auf. jene Spezialisten, der Ernährung, die- sich in-unserem Körper einmieten und uns am Heben und Gesundheit gefährden. Richt viel ntehvoils'kü Jahre ist es her, seit Man die Bakterien als Krankheitserreger kennen und fürchten ge^nt hat. So erstaunt damals die Welt auf- hörchte, als die ersten Nachrichten kamen von dem,' epochemachenden" Experimenten, von den grotzen Erfolgen in der Verhütung und Bekämpfung von Epidemien, so sehr ist"das Wissen, datz winzige Lebewesen die Ursache von Tuberkel und TyvhuS,'von Cholera und Pest sind, heute Gemeingut geworden. La- man war lange Zeit frst davon überzeugt, datz in allen Fällen, wo die Verbreitung einer Krankheit durch Ansteckung sicherstand, ein Bakterium als Urheber gefunden werden Mühte. Aber die Zeit, die seit den großen Tagen. Kochs und Pasteurs verflossen.ist und speziell die letzten Lahre haben da» Wissest um die Zstfekiionstrankheiten noch um eine wesentliche. Erkenntnis erweitert, um die Erfahrung nÄInlich, datz eS zahlreiche ansteckende. Krankheiten' gibt,' hei denen mäst vergebens nach einem Erreger aus dem Reich'der Bakterien und' der MikxoorgnniSm'en überhaupt sucht. Will man eine Bakterienart. in ihren Eigenschaften, ihren Reaktionen, ihren LebenShedin- gungen studieren, dann bringt Man sie auf einen: küststlichcn Nährboden zür Vermehrung, stnän züchtet sie in Reinkultur. Nun widersteht über tu vielen Fällen der Erreger hartnäckig allen KUl- turversuchen. Er ist mikroskopisch einfach nicht auffindbar, nicht in dem-erkrankten Organismus und nicht auf dem' künstlichen Nährboden, auf den man ihn. zu übertragen''suchte. Man' kennt heute we.it über hundert Jnfeltionskrank- heiten, deren Erreger nicht Bakterien sistd, überhaupt keine mikroskopisch sichtbaren, Lebewesen. Man macht fürdiese. Krankheiten einen' Än- steckungsstoff- verantwortlich,. den. mäst als „B i r ü S" bezeichnet hat' und. über dessen Wesen erst die. letzten Jahre Aufklärung. brachten. Zu den Viruskrankheiten gehören viele von den verbreitetsten und bekanntesten: Masern, Scharlach, Pocken, Röteln,, Mumps, die Kinderlähmung, das gelbe Fieber der Tropen und verschiedene. andere,' auch Tierkrankhciten, wie die Maul- und Klauenseuche^ die HunhSstaupe, Tollwut, Hühnerpest und PajiageieNkrankheit. Ja, selbst verschiedene Pflanzenkrankheiten- zählen. hierher, z. B. die Blattrollkrankheit der.Kartossel,. die' Mosaikkrastkheit der Tabakpflanze.. Diese, letzte war es übrigens, für die man zum ersten Male den Nachweis eines mikroskopisch nicht sichtbaren Erreger» erbracht hat. "' Daß wir die Erreger all dieser Krankheiten nicht sichbar machen können, liegt nicht an der Unzulänglichkeit unserer optische» Werkzeuge. Unserem Wahrnehmungsvermögen-.selbst'-sind Grenzen gesteckt. Wir können nämlich nur solche Dinge unterscheiden, resp, im Mikroskop sichtbar machen, die mindestens so groß sistd, wie die klein«, stcn Lichtwellen, fiir die unser Auge noch empfindlich isst, DaS kurzwelligste.Lichtest, das. violette Licht mit einer Wellenlänge von etwa. Bierhust- dertmilllonstel Millimeter; Bedeutend'kleistere Wellen hat das ultraviolette Licht! aber unser Auge isst nicht' fähig', dieses„Licht" währzuneh- men. Ultraviolett beleuchtete Gegenstiistde können, wir nicht sehest,'.dagegen ist'die photographische Platt« empfindlich für. solche Strahlen,. Da Man also im ultraviöltten pichst photographieren kann,' so isst.es möglich, Körper von der Größenordnung der Wellenlänge dieser Strahlen photographisch abzubilden.' Freilich müssen dastn auch die Linsen, .welche das Bild so kleiner Objekte zeichnen sollen, von besonderer Art sein. Gewöhnliches Glas.läßt ultraviolette Strahlen nämlich nicht durch. Man verwendet'.daher für/ solche Zwecke-Linsen aus Quarzglas. So gelangt man zur photographischen Wiedergabe der snbvisiblen Erreger. !-‘ Es fragt sich nun:' sind die„Elementarkörperchen"- dieser BiruSarten wirklich' Lebewesen, etwa nach Art der Batterien und nur um einiges kleiner? Auch hier find nämlich den Möglichkeiten Grenzen gesetzt. Eine lebende Zelle Laut' sich 'aus den verschiedensten chemischen Stoffen aus, deren kleinste Teile die Moleküle sind: Diese ^Moleküle haben bestimmte Größen-' Einer der lvichtigstcu und in jeder lebenden Zelle'vorhandener Stoss ist das Eiweiß, das relativ groß« Moleküle besitzt. Es ist nun nicht vorstellbar, daß es lebende Zellen gibt,'die kleiner sistd, als Eiweißmoleküle. Solange man keine' Möglichkeit besaß, die Größe der BiruSarten festzustellen, konnte man im'Zweifel'sein, ob man es wirklich, mit Lebewesen oder mit irgendeiuem unbelebte» Stoff von giftiger Wirkung zu tun-habe. Seit- man aber in der Lage ist, durch verschiedene Methoden nicht nur die Größenordnung- der Teilchen zu bestimmen, sondern auch festzujtellen, daß sie innerhalb-einer-Art alle von gleicher Grüße und gleicher. Gestalt sind, und immerhin groß genug, daß eine ganze Anzahl von Eiweißmojekülen in-Ihnen Platz hat, kann man die Annahme wagen, daß es sich wirklich um lebende Wesen handelt. Es besteht eine fast ununterbrochene Reihe von der untersten Grenze der. noch. eben-sichtbaren Lebewesen, deren-. Bakterien von einer Größe von FÜstfhustdertmillionstel biszst den kleinsten sub- visible» Wesen, von Zehmyillioststel Millimeter. Aber einen kehr wesentlichen Unterschied gibt es dennoch. Während., sich die BaHeriest auf entsprechenden Nährboden züchten lpsspn, brauchen die. VituSärte'n,,zu ihrer Ernährung und Bermeh- rung das lebende Zellgew.ebe. Sie sind wahrscheinlich'richtiges Zellschmarotzer, die im Inneren der, Zellest, leben und sich nur hier vermehren könnest.-Möglicherweise /^stnd'sie. istfolge ihrer Kleinheit nicht im Stande, alle zu ihrem Aufbau' erforderlichen Substanzen selbst zu bilden und die zu ihrer Vermehrung uotwelrdigcu Lebensvorgänge ohne fremde Hilfe durchzufithren. Daß sie in ihren Lebensansorderungen übrigens nicht ganz primitiv sind, scheint das Beispiel des-Erregers des'gelben Fiebers zu zeigen. Die Krankheit-wird durch eine Mücke übertragen. In ihr scheint- der Erreger eine gewisse Entwicklung durchzumachen. Eine Uebertragung der Krankheit durch das Infekt findet nämlich'nur dann statt, wenn zehn bis zwölf Tage vergangen'find, seitdem die Mücke den Krankheitserreger mit dem Blut eines Kranken ausgenommen hat. Zu den allerkleinsten der unsichtbaren Wesen aber-"stehöcen die Bakteriophagen; die Bakteriensreffer, die offenbar eine ganze Organismengruppe für sich bilden. Sie zerstören- die, Bakterien, indem sie sich von ihnen zu. nähren scheinen. Sie spielen»gewissermaßen hei den Bakterien die Rolle von Krankheitserregern. Vielleicht werden sie einmal wichtige-Bundesgenossen' des Menschen im Kampf gegen die- Bakterien werden, In einigen Fällen hat man/sse, bereits zur Bekämpfung von Krankheiten herangezogen,- Aber nicht nur krankheitserregende Bakterien dienen de» Bakteriophagen zur Nahrung;' sonderst, auch andere, wie z. B. die in der Erde v'orkom- menden und für den Pslanzestwuchs so wichtigen' Bodenbakterien werden von'ihnen befallest: So werden, Wie kürzlich zwei französische/Forscher, nachgewiesen Haben, die in den Wurzelknöllchcn, der''Hülsenfrüchtler lebenden ustd fiir die Stick» stoffgewinnung so-notwendigen Bakterien, müt» uuter von Bakteriophagen befallen. D>ie' als, „B 0 d e nm-Ü d i'g k e i t" bezeichnete; altbekannte. Erscheinung,-daß.bei jahrelangem' Anbau einer bestimmten Pflanz» die Ertragfähigkeit zurückgeht, scheins, speziell bei-den Hülsenfrüchtlern, mit der, Vermehrung eines von'den Wurzelbak«., ierien lobenden Bakteriophagen zusammenzuhnn- gest, Wird der Anbau für,einige.Zeit.unterbrochen», so„ruht, der'Boden aus",>wse der Wsthsbirt sagt,- d. h. nach diesen, neuesten^Erfahrungen^ die Bak- teriophagenverschwindenünbder Boden gewinnt damit, rgsch.seine,Er'tragfähigleist:zurück,.- ß&i■ B e z u g Sbe ding u n g- n: Bei Zustellung ins Hau»-oder bei Bezug durch die Post-monatlich Xi 16.—, vierteliährlich Xi 48.—, halbiährig Xö 06.- ganziährig Xi 19S—.— Inserate werden laut Tarif Billigst berechnest Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten«folgt nur bei Einsendung'der Retourmarken,— Dl« Zeitungsfrankatur wurde von der Poft-und Tete- graphendirektion mit Erlaß IW. IS.SVV/VIItlüSü bewAigst— Druckerei:.DrbiS", Druck-, V«lagS-und Zeitungr-S.-G. Prag,