Mzialbemokrat Erscheint mit«nsnahme de« Montag»glich frNH /.«inzelprei» 70-ekler 91»"ktion und Verwaltung. Prag XII., Fochova 82- Telephon 88077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 17. Jahrgang Sonntag, 22. August 1937 Aus dem Inhalt: X. Y. über unser Verhältnis zu Rußland Krach In der völkischen Turnerschaft Reichsdeutsche Grenzbehörden gegen tschechoslowakische Touristen Nr. 197 werden, sagt das Blatt. Rom muß begreifen, daß, ivenn Italien nicht wünscht, daß sich Sowjetruß- land im Mittelmeer scstsetzt, die übrigen Staaten nicht'zulassen würden, daß sich dort unter dem Deckmantel der„Solidarität der Tat" Hitler- .Deutschland festsetzc, das dort keine Lebensinteressen hat. London. Au der Rede Mussolinis ist in London vorerst keine offizielle Stellungnahme zu erwarten. Die Aufnahme, welche diese Rede in der britischen Presse findet, ist nicht ungünstig. Es wird die Bereitwilligkeit ausgesprochen, die Politiken'Elemente in dieser Rede.zu beachten. Lenln-Orden für Henkersdienste . Moskau. Das Zentralexekutivkonütce der Sowjetunion hat dem Vorsitzenden des Militärkollegiums des Obersten Gerichtshofes der Solvjetunion Ulrich, senicn Stellvertretern M a t u l e w i t{ ch und R ikitfchenko sowie dem Mitglied des- MilitärkollcgiumS Rch s ch k o w' für erfolgreiche Arbeit auf dem Gebiete btt! Festigung revolutionärer Gesetzlichkeit und des Schutzes der StaatKinteresscn den Lettin- Orden verliehen. der Tschechoslowakei. Sei. die Ursache davon Ivüten- der Haß gegen Personen, Freude über das Böse, sittliche Verkommenheit oder grenzenlose Dummheit, ist gleich. Der Feind ist im Hause. Welchen Mut und welche nationale Disziplin würden diese Leute bekunden und was hätten wir von ihnen in dem Augenblick zu erwarten, wenn cs wirklich ums Ganze ginge? Wenn wir so politisch und moralisch vorbereitet sind, wie würde er dann ausschauen?... I». den Ländern der Diktaturen, welche diesen Leuten so imponieren, würde man sie auf die Liparischen Inseln befördern oder an die Wand stellen. Der demokratische Staat darf nicht erlauben, dah seine Freiheit von heimischen Schädlingen mißbraucht wird. Da hören schon die Spielereien auf, welche wir uns erlauben konnten, da noch keine Gefahr drohte." ■„Närodni Osvobozeni“: Sittlicher Hochverrat „Mit Entsetzen mutz man sich fragen, wie Verantwortliche Politiker in den Redaktionen der Blätter ihrer Partei Sitten dulden können, welche gemäß dem Gesetz an Hochverrat grenzen mid welche in der Tat' Hochverrat nach den Gesetzen' der Sittlichkeit sind." Fstänbul. und Ungnade jenen aiiSlieser», denen auf der Mapp«' Europas unsere-Selbftändigkeit ein' Dorn im Auge Ist. Aber die'Kampagne hat ihre Verbündeten in .... Diese förmliche B l ock a d» der türkischen Gewässer bereitet der Ankara-Regierung ernste Sorge und stellt sie vor di» Notwendigkeit, entsprechende.Massnahmen zu ergreifen, um ihre Souveränitäten ihren Gewässern zu schützen und die Freiheit' der Durchfahrt.durch di» Meerengen zu sichern, Damit ist auch die.überraschende Rückkunft deS Staat-Präsidenten. und aller Regir- rungsmitglieder sowie des. Chefs der Marine und d»-.Geueralstat- nach Jstamipl zu erklären. Franco droht offen mit den Kaperkrieg? ...'S« ndo n. An achtlichen^ britischen Stelle» kann keine Bestätigung der. Meldung. erhalte» werden, welch« im Auslande verbreitet, wurde und di» Lesagt haben sols, dass General Franc»'nach London eine Rot« sandte, i» der er drohte, a u f offenem Meere jedes Schiff, da- Waffen ssir die spanische Regierung an Bord habe,, zu versenken..' Var Echo der Munolinlrede Paris. Die Agentur Havas. veröffentlicht einen Kommentar zu der Rede Mussolini-, in welchem es heißt: Die Wirkung,.welche der Friedensappell Mussolinis erzielte, wurde durch die Erklärung abgeschwächt, di« voranging und derzufolge gewisse Regime im Mittelmeer»nicht geduldet" werden dürfen. Die französische Regierung achtet ebenso wie die britische Regierung die S»« v e r ä» i t Alder Bä(I ec und sorgt dafür, dass.sie nichtin ideologische Kämpfe verwickelt werde. Sie hat «S auch stets abgelehnt, irgendein politisches System auszuschließen, welches System e- auch immer sein mochte. ' Der Grundsatz Mussolinis, daß er im Mittelmeer den Bolschewismus nicht dulden werde, an welche Voraussetzung Mussolini seinen. Friedensappell knüpfte, scheint dem„Tempi" eine unvollständige Doktrin, die sich die Verhältnisse sehr vereinfacht. Da» Mittelmeer darf weder ei»e Domäne.des Bolschewismus noch des Faschismus Türkei gegen die U-Bootseuche Dringende Kabinettssitzung In Istanbul Scharfe Auseinandersetzungen in der tschechischen Presse Schwere Anschuldlgungen der katholischen und sozialistischen IS aeaen d,e Mrarische, nationaldemokratische und StHbrnf»Presse mit Portugal hat zu einem neuerlichen Ausleben der Polemiken zwischen den Zeitungen d-S.rechten und linken Flügels der Re- gierungSkoalition geführt, die diesmal von außer ordentlicher Heftigkeit sind, wobei insbesondere hcrvorgehoben werden muß, daß vor allem daS Blatt der VolkSpartei,. die„LidovS Lisch", mit uwgewöhnlichem Ernst auf die' unpatriotische Schreibweise der R-chtsblätier hinweist und mit ungewöhnlichem Ernst diese Art Presse zur Ord nung ruft. Wir geben nachstehend einige Presse stimmen wieder: .„Lidove Llsty“: »In einer Front mit den Feinden des Staates" ■!»ES.gibt noch tschechoslowakische Zeitungen welche im Zweifel sind, wem sie glauben sollen;. Ob der eigenen oder der fremden Regierung! Da» aus wärtige Amt,.welche» mit. Portugal verhandelt, ist die dazu zweifellos berufene Autorität. Auf diese» hat da» Parlament,, also auch da» tschechoslowakische Volk die Vollmacht übertragen, so zu handeln, wie. e» die» al» richtig erkennt. Wir müssen da» Ber- . trauen haben, daß diese» hehe.Amt sich seine Pflicht. hur Verantwortung vor Augen hält und daß e» nicht einen AügdnbNck an da» staatliche Interesse vergißt! Wenn wir ein solche» Vertrauen zu den höchsten Aemtern nicht hätten, würden wir in einem Augen blick unseren ganzen Verwaltungsapparat zerstören und würden zur Anarchie gelangen. '... Nach dem Blatt der stärksten Regierungs partei,-welche den Ministerpräsidenten und-drei Mini ster-Hat, ist der Schuldige selbstverständlich'die Tsche choslowakei, niemand anderer! Recht hat danach Portugal und sein deutscher Verbündeter, welcher sicherlich sofort die Zeilen des„Venkov" fett nach druckenwird, damit er aus» neue die beendete Kam pagne belebe, -.. Stehet doch Ihr, welche Ihr Euch so stolz (unb wie Ihr sehet völlig mit Unrecht) ständig der Bezeichnung einer patriotischen Press« rühmt und welche Ihr die sozialistische Presse verdächtigt, al» müßt«.sie zu Euch Patriotismus lernen gehen, in einer Front mit de» Feinden de» Staate», mit der deutsche» Propa. ganda gegen un»! Ihr habet e» auch sonst ge- tan, aber diesmal geht e» tatsächlich um ein» ernst« Angelegenheit! Könnt Ihr Euch wenigsten» vor- stellen, wo» au» dieser Sache hervorgehen könnte, wenn sich derselbe Konflikt zwischen un» und irgend einem Nachlarstaate alsplel.tr! Stündet Ihr da auch auf den» Standpunkt, des Feinde»? Und wa», wenn wir, wovor»n» Gott bewahren möge, gezwungen sei»' würde«, z» den Waffe» z» greifen? Dann werdet Ihr auch so Händeln, wie in diese« Falle? Dann möge an» allerdings Gott helfen! Wenn Ihr Euch schön nnledingt an unserer Außenpolitik rüden wollt, dann tuet e» ein andermal und auf ander« Weise! Verbindet.da» nicht mit hinterhältigen An- griffen gegen die Repnll«, für die Ihr in dem von Euch geliebten Staaten, Italien und Deutschland, »in» Straf« bekämet, wie sie in diesen Ländem üblich ist. Wißt'Ihr, wie dies» aurfall« würden? Seit den Züten Havliöek» Halen wie um die Preffefrei- hüt gekämpft! Da» habe» wir frülich nicht erwar- tü, daß diese ün so trauüge» Ergebnis sür dle Höch- ften Interessen d»» befreiten Vaterlandes Halen wird» Steigt doch schon in jedem anständigen tsche- chische« Menschen da« Grauen ,» Eure» Trüben» .auf!" „Privo Lldu": Diktatoren Heber ,. als der plghne Staat Der• Portugiesische■ Vorfall zeigt, daß di^Pa- trioten, welch« sich da» Recht anmaßen, nmN«n» de» Vaterlande» qufzutreten, in einer Sache gleich stnv: Sj«- werden gegen. den eigenen Staat mit jedem gehen,- auch. Wenn sie" die höchsten Staat»interess«n bedrohen,' wenn-ihnen, nur- jemand verspricht^»r werde chnän-'helf«fl-> alle» Demokratische und Fort schrittliche'zu beseitigen. Di- großen uyd kleinen Diktatoren sittd Hne«-lieber-al» der eigene Staat. Und-ihre Sympathien werden in einer Form und Ein erfolgreicher Kampf . Vom 3. bis 18. August hat in Groß-Prag ein Streik stattgcfunden, der in der Oeffentlichkcit einen starken Widerhall lvachgcrusen hat und zum Gegenstand von Erörterungen— auch solcher grundsätzlicher Natur— in der bürgerlichen und sozialistischen Presse geworden ist. Es ist deshalb nützlich, im gegenwärtigen Augenblick, da für ein weiteres Andauern der Konjunktur und damit auch von Lohnkämpfen die Voraussetzungen gegeben sind, einige abschließende Worte zu diesem Kampf der Arbeiter im Baugewerbe zu sagen. Der Streik der Prager Bauarbeiter ist schon deshalb über die Bedeutung einer lokalen Aktion hinauSgowachsen, weil cS sich nm 20.l>00 Arbeiter gehandelt hat,' die die Arbeit niedergelegt haben und weil dieser Streik für die Ocsfentlich- keit sichtbarer güvorden ist, als wenn er sich im geschlossenen Betrieb abgespielt hätte. Feder Prager, der an einem Neubau vorübcrgezangcn ist, hat die leerstehenden Baustellen gesehen und so hat die Anschauung selbst einen gewissen Zwang auf die breite'Oeffentlichkcit auSgeübt, zn dem Streik Stellung zu nehmen. Tatsächlich hat die O e f- f c n t l i ch k c i t e i n e ü b c r w i c g c n d sympathisierende Ste lln n g eingenommen, eine Reihe von Baumeistern selbst hat den Forderungen der Arbeiter Verständnis entgegengebracht. Schon bei früheren Lohnkämpsen hat sich gezeigt, daß die Stellungnahme der öffentlichen Meinung für den AuSgang eines Streiks nicht ohne Bedeutung ist. Die Gewerkschaften erkennen das auch— wir erinnern daran, wie seinerzeit die»Union der Textilarbeiter" anläßlich eineS-StceikS-in Nordböhmen die-Gemeindevertre- tunge» der vom Streik betroffenen Orte mobilisiert hat und wie es gelungen Ist, die Kaufleute und Gewerbetreibenden davon zu überzeugen, daß angemessene Löhne für die Arbeiter auch im. Interesse der kleinen selbständigen Existenzen gelegen sind. Auch im Prager Falle hat die Sympathie der Oeffcntlichkeit ihren Teil zu dem guten Ausgang des Streiks bcigctragen. Der Erfolg ist um so höher einzuschätzen, als die Führung dieses Ausstandes nicht so leicht war, da ein großer Teil der Arbeiter unorganisiert und der übrige Teil- in einer Reihe von Gewerks chaftsverbänd'en zersplittert war. Trotzdem ist eS gelungen, während des ganzen Kampfes die Disziplin der Arbeiter, auch der ünorganisierten, aufrecht zu erhalten und die beteiligten Verbände sind, sofern cs wirklicheArbeiterverbände waren, solidarisch vorgegangcn. Jene'Scheingewerkschaften, welche' untcrnehmerfreundlich gesinnt waren, die also nicht da» Interesse der Arbeiter vertreten haben, wie die agrarischen und national- demokratischen Verbände, sind von allen Bechänd- lnngen ausgeschlossen worden und diese Stellungnahme konnte den ganzen Streik durchgehalten werden. Dabei erwies sich der stärkste Perband, der Zcntralvcrband der Bauarbeiter, welcher der tschechoslowakischen GewerkschastSvcrciniguüg und dem Deutschen GewerkschaftSbnnd angehört, als der führendc, der dem'ganzen Kampf.Ziel und Richtung gegeben hat. Diese Solidarität der Organisierte» mit den Unorganisierten und aller Verbände, die. wirklich Arbeiterinteressen vertreten, untereinander, hat wesentlich zu dem errungenen Erfolg beigetragen. Ein Wort wäre noch über' die A r b eit- g e L e r zu sagen. Der AuSgang de» Kampfe» ist vor allem eine Niederlage für den Zentralverband der tschechoslowakischen Industriellen, der sich diese Schlappe Wohl verdient hat. Er hat ein Rundschreiben verschickt, in welchem er die Arbeitgeber aufsiefordert hat, höchstens eine einmalige Teuerungsaushilfe, aber nicht dauernde Lohnzulagen zu gewähren. DaS war ein fein ausgeklügelter Plan: An der Krise haben die Unternehmer die Löhne abgebaut, aber in der Konjunktur sollen die' Löhne nicht wieder erhöht,, sondern es soll nur «ine einmalige Teuerungsaushilfe gewährt werden, damit, die niedrigen.Krisenlöhne auch in der Konjunktur erhalten bleibe». Die Leffentlichkeit hat jedoch den sielechten Standpunkt der Arbeiter, die einen Anteil an. der.Baukonjunktur verlangen, tnlesfannt— ein Teil der Baumeister' wär über den'Andnstriellenperband geradezu empört— und so ist aus dem schlauen Plan.der Unternehmer nichts geworden..' .Nicht'unvergessen' soll bei. einer Besprechung der AnSgäng» des Streiks bleiben! daß das Mitt i st e r i um für.f oz i äle F ür s o rg e seine hohe Aufgabe,'bei'sozialen Kämpfen-vermittelnd «eile 2 Sonntag, 22. August 1937 Nr. 197 einzugreifen, erkannt und dazu beigelraßen hat, eine Lösung zu finden, der schließlich nicht nur die Arbeiter, sondern auch die Unternehmer zuge- stimmt haben. Man kann daraus ersehen, wie wichtig es ist, daß dieses Ministerium Unter einer Leitung steht, die von sozialem Geist erfüllt ist. Schließlich hat auch dieser Kampf den Bauarbeitern die Gelegenheit geboten, das Recht derArbeitcr aufdenStreikzu vertreten. Die sozialistische Presse hat mit allem Nachdruck dargetan, daß die Arbeiter in der Konjunktur eine Ausbesserung der durch die Krise tief her- abgesetzlen Löhne unter allen Umständen verlangen müssen und werden, daß sie bereit sind im Verhandlungswege zu einer Einigung zu gelangen, daß sie aber, wenn die Unternehmer das Verständnis für die Berechtigung ihrer Forderungen nicht ausbringen, entschlossen sind, zu jenen Waffen zu greifen, deren sich die Arbeiteicklasse seit jeher bediente, wenn all« Mittel versagen: zum Streik. Das Recht auf den Stretl werden sich die Arbeiter niemals nehmen lassen. Mögen auch die Unternehmer und die bürgerlichen Parteien daraus lernen. heute noch in Zukunft in einen Konflikt ideologischer Fronten und Lager einreihen oder hineinreißen lassen. Wenn di« Sowjetpolitik uns in eine andere als die Linie des Völkerbundes und des eutopäischen Gleichgewichtes hintzinziehen wollte, könnten wir nicht mitgohen. In alledem sei nichts Feindliche» gegen Deutschland oder Polen und nichts hindere die Tschechoslowakei, sich jederzeit über alle Dinge mit Deutschland oder Polen zu verständigen. Vielleicht sei es für Staaten, in denen die Gefahr des Kommunismus größer ist, schwieriger, eine normale Grundlage für di« friedliche Zusammenarbeit mit den Sowjets herzustellen. Dann wär« e» aber nur gerecht, daß man Staaten, die vom Kommunismus nichts zu fürchten haben, nicht vor aller Welt als bolschewisiert, als Gefahr für den Nachbarn, als Ausfallstor der Sowjets und des Kommunismus usw. denunziert. Dar sei einfach nicht wahr.■ Unser Vertrag mit Rußland stellt nichts anderes als die Geltendmachung dieser Grundsätze dar, in denen gegen niemanden etwas Feindliches enthalten ist. Die Tschechoslowakei wäre bereit, einen solchen Vertrag auch mit jedem ihrer Nachbarn zu unterzeichnen. Sie hat aufrichtig geglaubt, daß sie sich im Rahmen des Ostpaktes in einem gegenseitigen Hilfsvertrag mit Deutschland und Polen werde binden können, und sie würde die daraus erfließenden Verpflichtungen auch gegenüber Deutschland und Polen jederzeit erfüllen. Warum klag« man also die Tschechoslowakei an, daß sie gegenüber Deutschland eine ElnkreisungSpolltik betreibe und daß sie sich gerade mit ihrem mächtigsten Nachbar» nicht verständigen wolle? Man wisse in der Tschechoslowakei, daß man«ine auswärtige Politik gegenüber jedem Staat schlechterdings machen muß, mag er welches und welche politische Doktrine immer haben. Ist dieser Staat gar noch Nachbar der Tschechoslowakei, so bemühe sie sich immer, gegenüber diesem Nachbarn«ine Politik des Friedens und der Verständigung zu führen, ohne Rücksicht auf seine ideologische Orientierung. scheidenden Einfluß in der Brünner Wasfenfabrik die Agrarier haben. Böswillig» Verleumdung Bemerkenswert ist, daß der„Venlov" den Konflikt mit Portugal zu einem Angriff auf den Thef der politischen Sektion des Außenministeriums, den Gesandten Zdenik Fierling« r, benützt, au« keinem anderen Grund als deswegen, weil Fierlinger Sozialdemokrat ist. Dazu teilt nun das„Prävo Lidu" mit, daß Fierlinger schon seit Anfang August auf Urlaub ist und außerhalbPragS weilt. Er konnte also wahrend de» ganzen Konflikts mit,Portugal gar nicht eingreifen.— Es ist ein Skandal ersten Ranges, daß da» Blatt der Partei de» Ministerpräsidenten Anschuldigungen gegen einen hohen Ministerialbeamten erhebt, die, wie es sich heraus« stellt, glatte Verleumdungen sind. Der Präsident der Republik empfing am Samstag den britischen Minister für Gesundheitswesen Sir Kingrleh Wood, ferner den Stellvertreter de» Vorsitzenden der Regierung Minister B e ch y n ü und hierauf den Minister für nationale Verteidigung M a ch n i k. Außerdem empfing der Präsident die amerikanisch« Publizistin Dr. Fannie Fern Andrews und schließlich den Herausgeber de»„Ehristian Science Monitor" Eduard B. Hitchcock. weil er ihnen unbequem wurde. Die Rue des Saints Ptzre» weiß, wa» sie tut.. In diesem Augenblick wurde Monsieur Laruse jäh abgelenkt. Die Augen— und nicht nur die Augen, auch die Interessierten Gesichter aller vor ihm Stehenden, ganze Fronten von Mündern, Nasen, Stirnen— hatten sich auf ihn und die Wik debattierende Gruppe gerichtet, in deren Mitte er beklommen sah. Mit geradezu schamloser Dreistigkeit und Neugier starrten Hunderte Augenpaare auf ihn. Monsieur Laruse, der es schon aui Berussgründen nicht gerne sah, daß er im Mittelpunkt der Beobachtung stand—«Ine perverse Situation für ihn und seinesgleichen—, wär« vor aller Augen errötet, hätte nicht sein gepflegter Bollbart ihn vor der Preisgabe diese» privaten Vorgang».geschützt. .»Sechshundertzwanzig.. rief. der Auktionator,„vorwärts meine Herren! Sechshundertvierzig.;. wir kommen ja nicht weiter... sechshundertbierzig zum ersten... sechshundertsechzig ,.. sechshundertachtzig... so stehen Sie doch aus, mein Herri" Monsieur Laruse. verlor nun ganz di« Fassung. Einen Augenblick lang glaubte er zu träumen;«inen der fürchterlichen Angstträume, au« denen man schweißbedeckt erwacht und die darum nicht minder stark erlckt werden, weil sie von grotesker Unwahrscheinlichkeit sind. Aber dies war Wirklichkeit! Ahn hatte der Auktionator gemeint, auf ihn deutet« er mit dem Stäbchen ünd rief: »So stehen Sie doch auf, mein Herr! Sechshundertachtzig zum zweiten..7 und der ganz« Saal starrte erbarmungslos hicher, niemand schrie auf Uber diese Ungeheuerlichkeit, daß hier ein kleiner, vollbärtigcr Mann, Vater von drei Kindern... nein,«» war ein Irrtum, e» war Wahnsinn. »SechShundevtachtzig.... zum dritten Mall" rief setzt der Auktionator und ließ da» Stäbchen mit einem kurzen, trockenen Schlag auf da» Pult fallen. Erlaubte man sich einen Spaß mit Mon» Mussolini fahrt doch „ zu Hitler? Berlin.(HavaS.) Da weder reichß- deutsche, noch italienische amttiche Stellen die Nachrichten über den vorbereiteten Vesuch de» italienischen Ministerpräsidenten' Mussolini in Berlin dementieren, wird der Besuch Mussolinis al» sicher angesehen. Meldungen au» einer Quelle besagen, daß Mussolini entweder an dem Kongreß der nationalsozialistischen Partei in Nürnberg teilnehmen»der den Reichskanzler kurz nach dem Kongreß besuchen werde. Er würde zuerst nach BerchteSgaden kommen, wo er mit Hitler politische Unterredungen Hütte, worauf er sich nach Berlins» Besuch legeben würde, um die politische Solidarität vor ganz Europa voll zu dokumentieren. Der Borsitzende der Regierung, Dr. Milan Hodja, passierte Samstag im regulären Schnellzug Karpathorußland. Um 18.12 Uhr Passierte der Zug die Staatsgrenze bei Tereöva. Um 10 Uhr vormittags war bereits der Zug mit dem rumänischen Ministerpräsidenten TatareScu in Kralovo nad Tisou«ingetroffen und war nach Tereöva weitergefahren. Der erste weibliche Ministerialrat. Der Präsident der Republik hat Frau Dr. Martha Johanovskä zum Ministerialrat im Gesundheitsministerium ernannt. Frau Dr. Johanovskä ist der erste weibliche Ministerialrat in unserem Staate. Sie ist eine sehr angesehene und im Gesundheitswesen hochverdiente Beamtin. Ihre Spezialgebiete sind Bekämpfung der Tuberkulose, der Geschlechtskrankheiten, de» AlkoholiSmu» und die praktische. Gesundheitsfürsorge. Sie hat mitgewirkt an der Organisierung der staatlichen Masa- rykschule für soziale Gesundheitsfürsorge und gehört dem Kurawrium dieser Anstalt an. Wegen ihrer fachlichen Tüchtigkeit, ihrer Sachkenntnis und ihrer persönlichen Liebenswürdigkeit erfreut sich Frau Ministerialrat Dr. Johanovskä innerhalb und außerhalb des Ministeriums größter Beliebtheit. Konfiskationen weg«: des Konflikte» mit Portugal. Die Freitag-Ausgabe der„Närodni L i st y" verfiel wegen der Stellungnahme in dem Konflikt mit Portugal der Beschlagnahme. Dasselbe geschah mit der Freitagausgabe des„B e« ter" und der SamStagauSgabe der„Deutschen L a n d p o st", und zwar wurden die beiden letzten Blätter wegen der teilweisen Wiedergabe de» zensurierten Artikels der„Narodni Lisch" konfisziert. Die Manöver in Südböhmen. Als letzte Manövergruppe finden AnfangSeptember größere Uebungen in SUdböhmen, und zwar in der Ge- gend von Pifek und Strakonitz statt. Die Manöver beginnen am 81. August und dauem bis 8. September.(DND) StellenauSschrrilungen de» GefundheitSminI- sterium». Im Gesundheitsministerium gelangen einige Dienststellen in der S. und 8. Besoldungsgruppe zur Besetzung, und zwar im Personalstand der GanitätSbeamten(Dtenstklaffe 18)’. der juristischen Beamten(DIenstklaffe Ib), und der Pharmazeuten(Dienstklasse Ic). Die entsprechend belegten Gesuche sind bis 20. September I beim Präsidium deS Gesundheitsministeriums einzubringen. Außer der vollkommenen Kenntnis der Staatssprache in Wort und Schrift ist auch die Kenntnis der deutschen Sprache• nachzuweisen. sieur Laruse? Jetzt erst schnellte er von seinem Fauteuil auf, aber schon drängte einer der-Auk- tionsdiener hinter dem Tisch hervor und schritt, zwei weiße Zettel in der Hand, auf Monsieur Laruse und seinen Nachbarn zu. »Was denn? Was denn? Was soll das bedeuten?" stöhnte Laruse und wich vor dem Mann« zurück, der nun vor ihm stand und ihm die Hand mit einem der Zettel«ntgegenstreckte,»das ist doch... tvaS soll ich denn?" »Aussigen, damit ich den Zettel auf den Sessel kleben kann, in dem Sie sitzen! Er ist verkauft," sagte der Diener. Monsieur Laruse, endlich begreifend, lächelte verlegen. Sein kleiner dicker Nachbar hatte sich erhoben. »Hier ist nicht» mehr los," sagte er,»ich gehe in den Saal 28 zu Melin..." und er kletterte hinunter. Laruse schloß sich ihm rasch an. Er gcck sich alle Mühe, seinen Begleiter im Gewirr der Menschen nicht zu verlieren. Der Man» gefiel ihm: er war etwa fünfunddreißig Jahre alt, noch kleiner al» Laruse, aber kräftig und lebhaft, mit ein« sympathisch dicken Rase, einem fröhlichen, cßlustigen Mund und- winzigen, beweglichen Aeuglein; er war sorgfältig gekleidet und schwenkte, wenn er ging, einen dicken Knotenstock in d« Handi Der Aussprache nach mochte er Ausländer sein.. Ein Sammler? Ein Händler? Ein Kunstgelehrter? Er wirkte angenehm, und Monsieur Laruse hatte ein wenig Glaube, Hoffnung, Vertrauensseligkeit so bitter nötig, daß' er gesonnen war,, ein Auge zuzudrücken. Da» Schicksal, das oft/ so harte Lose verteilt, mochte auch einmal in Gebelaune gekommen sein und ihm den richtigen Mann zugeführt haben. Hafte es nicht gestern und heute... ah« nein; e» war Vesser, nicht daran zu decken und ruhig Blut zu venuchren. Vielleicht ging alle» noch gut aus. Durch sülchen Gedanken noch stärker hingezogen zu dem kleinen Dickest, betrat Laruse nun mit ihm den Saal 23. (Fortsetzung folgt) „Was Deutschland der Tschechoslowakei vorwirft“ X. Y. Uber die Haltung der Tschechoslowakei gegenüber SowJetruUland Im Nahmen der Artikelserie„Deutschland und die Tschechoslowakei" schreibt X. V. in der„Prager Presse" vom Sonntag darüber, lvao Deutschland der Tschechoslowakei vorwirst. Am meisten werde der Tschechoslowakei von deutscher Seite der gegenseitige HilfSpakt mit der Sowjetunion vorgeworsen. Das geschehe zu unrecht, vor allem weil man den entwicklung-mäßigen Zusammenhang der tschechoslowakischen Politik gegenüber Sowjeirußland mit der gleichen heutigen Politik nicht sehe. Unsere Außenpolitik unterliege überhaupt nicht oder nur in geringem Maße den Fluktuationen der allgemeinen inneren Politik. Sie bemühe sich, jedem Lande gegenüber eine eigene konstante Linie der Außenpolitik zu schaffen, die sich auf die natürlichen Voraussetzungen der beiden Länder griinde. Das war auch Rußland gegenüber um so leichter, al» die innere Politik in der Tschechosiowakei sehr stabil sst. Die Tschechoslowakei hat sich wirklich bemüht, sich In die inneren russischen Verhältnisse nichteinzumischen und sie von ihrem Standpunkt nicht auSzunützen. Schon kurz nach der Konferenz von Genua(1922) hat die Tschechoslowakei unter konsequenter Verteidigung der Nichteinmischungspolitik begonnen, loyal für dieAnnäherung derSowjet» union an Europa zu arbeiten. Das ergab sich aus dem dritten Grundsatz unserer allgemeinen Politik: Europa nach dem Krieg so rasch wie möglich wieder auszubauen, zu stabilisieren. Da» bedeutete für die Tschechoslowakei auch, die Verständigung Deutschlands mit Frankreich und Rußland und dem UbrigenEuropa vorzubereiten und so auch die Stabilität in Zentralcuropa zu sichern. Grundsätzlich war die tschechoslowakische' Politik daher immer gegen jedwede Isolierung, sei eS Deutschlands, sei es Sowjetrußlands, sondern vielmehr auf die Zusammenarbeit gerichtet, vor allem auch auf die Eingliederung Sowjetrußlands in den Völkestbund als Bedingung und Gewähr für die Normalisierung des Verhältnisse» aller Staaten zur Sowjetunion. Dar hat angesichts der Propaganda der Dritten Internationale seine Schwierigkeiten gehabt. Wir haben uns aber im Jnu«n mit Erfolg gegen die Gefahr der Kommunismus gewehrt; wir fürchten uns auch heute zu Hause nicht vor demKommuniSmuS. Diese innere Abwehr gegen den Kommunismus werfen wir niemandem vor, auch Deutschland nicht. Die Möglichkeit der Erhaltung eines dauernden Friedens in Europa ist aber nur durch die loyale Zusammenarbeit der Sowjetunion mit dem übrigen Europa gegeben. Europa und jeder ein zelne Staat, vor allem die Großmächte, können au» dem heutigen Thao» nicht herausgelangen, wenn sie— bei Verteidigung des eigenen inneren Regimes—.nicht den Grundsatz der Koexi- st e n z der Regime der aufrichtigen Nichteinmischung in die inneren Verhältnisse der anderen Staaten ünd den Grundsatz, der allmäh- lichenAngleichungder einen an die anderen annehmcn. Wenn sich Europa nicht zu dieser Anschauung hindurcharbeitet, wird«S unausweichlich in eine Reihe von Konflikten verwickelt werden. Spanien sei da ein gutes warnendes Beispiel. Der Friede Europas ist eben nur möglich bei vernünfttger Zusammenarbeit aller, ohne Rücksicht auf ihr inneres Regime. Daher war die Tschechosiowakei für den Eintritt Sowjetrußlands in den Völkerbund, daher hat sie— durchaus im Rahmen des Völkerbundes und in Verbindung mit der Vösicrbundpolitik Frankreichs und Rußlands — den Pakt mit der Sowjetunion unterzeichnet. Sie hat darin den ersten Schritt zum O st p a k t angesehen. Die Tschechosiowakei wird sich aber weder Die Schuld der vrvnner Waffenfabrik DaS„Prävo Lidu" schreibt, daß daS Kommunique des Prager Außenministeriums, worin jene Verantwortung für da» Vorgehen der Brünner Waffenfabrik abgelehnt wird, insofern richtig sei, al» es sich in der Tat um einen„faux Pas" (gehler) der Direktton der Brünner Waffenfabrik handelt, di« tatsächlich«inen Brief geschrieben hat, „sie könne den Vertrag nicht annehmen, solange da» politische Regime in Portugal nicht geändert werde". DaS Schreiben, dessen Autor vorläufig nicht bekannt fei, war so stilisiert, als handle es sich vielleicht um einen offiziellen Standpunkt. Die Lissaboner Regierung hat sich dadurch beleidigt gefühlt und hat di« ganze Affäre auf Grund de» zitterten Privatbriefes hervorgerufen, von dem di« amtlichen Kreise bi» Freitag nichts gewußt haben. Es ist dies, so schreibt da»„Prävo Lidu" mit Recht, eine unmögliche Art der Brünner Waffenfabrik zu korrespondieren und die eigentliche Quelle de» Konfliktes mit Portugal. Abgesehen davon, daß der Text diese» Schreibens der Ansicht der amtlichen ffchechoslowafischen Kreise widerspricht, muß der Verdacht ausgesprochen werden, daß die Brünner Waffenfabrik damit andere Ziele verfolgt hat. Bezeichnend ist, fügt noch das„Prävo Lidu" hinzu, daß den ent« 2 PAUL HARRISON:_„ EINE GESCHICHTE VON BILDERN UND ANTIQUITÄTEN Copyright by Saturn Verlag 1935 Sie bestand darin! daß es keine Käufer gab; sofern man unter Käusern Personen versteht, die durch einen als Kaufvorgang anerkannten Modus ein Ding au» dem Besitz eines anderen in den eigenen Besitz überführen. Solche Personen gab es hier also nicht. Und obschon Monsieur Laruse ähnliches vermutet, um niche zu sagen, befürchtet hatte, übertras daS Ergebnis seiner Beobachtung noch seine mißtrauischesten Erwartungen. Er wußte wie jedermann, daß eS bei Auktionen Mich ist, durch Heben der Hand oder durch lauten Zuruf deS Preises da» gewünschte Objekt zu erwerben. Nichts dergleichen geschah hier. Niemand hob di« Hand, niemand rief eine Zahl, niemand erklärte sich mit den immer höher steigenden Ziffern deS Mannes hinter dem Pult auf erkennbare Weise einverstanden. Dennoch steigerte dieser Mann, er steigerte nicht nur, er trieb den Bluff— es konnte nur ein Bluff sein— noch weiter. „Bierhundertfünszig Franc»," rief er eben, „vierhundertfünfzig Francs... Gibt niemand mehr? Der Ruf ist vorne.. /vierhundertsechzig... bierhundertsechzig zum ersten.,», dierhundertsiebzig... der Ruf ist vorne..." Wo vorne? fragte sich Monsieur Laruse «rbittert und schaute sich fast die Augen au» dem Kops, denn kein Mensch— er konnte eS von seinem Platz aus genau kontrollieren— hatte den Mund geöffnet oder die Hand gehoben. »Vierhundertachtzig," ries der Auktionator, »zum ersten, zum zweiten, ich schlage zu... vierhundertachtzig— zum dritten Mal. Nein, das sind nicht Sie, Monsieur Bicot, der Ruf war vorne." Neben Monsieur Laruse, im anderen Fau- teufl, saß ein kleiner, dicker Mann mit einem runden lebhaften Gesicht. Monsieur Laruse sah ihn voll Verzweiflung an. »Der alte Simone! hat's," sagte der kleine Dicke,„Bicot ist nicht in der Kippe..." Monsieur Laruse nickte, al» verstünde er. In diesem Augenblick wäre er bereit gewesen, alle Hoffnungen, die ihn noch beim Eintritt in diese» Tollhaus erfüllt hatten, an den Meistbietenden loszuschlagen. Wer er raffte sich zusammen, er mußte hinter die Methode dieses Wähnsinn» kommen. Hier, an dieser ersten Station seine» Unternehmen», durfte er nicht scheitern. „Bicot ist nicht in der Kippe," murmelte er daher kopfschüttelnd seinem Nachbar zu,„hm, wer hätte das gedacht?" „Sie haben ihn hinausgeworfen," sagte der fleine, übrigens klug und gesetzt auSsehende Mann neben ihm,»er hat Schweinereien gemacht.". „Schweinereien in der Kippe?" stüstette Monsieur Laruse'mit mißbilligendem Stirnrun- zeln,„das ist stark." »Na, na, na!" knurrte jemand hinter ihnen, »Bicot ist nicht der schlimmste, die Kippe ist kein Jungfernzimmer..." „Gut, gut," entgegnete der klein« dicke Mann neben Monsieur Laruse,„ n k t-e z.'u m-sU.r>u'ih.i-Däs.FfttgMstskafn aus dem Gleichgewicht und stürzte aus einer Höhe von etwa 20 Metern in voller Fährt, ab. Das Flugzeug würlfe.'.'vollkomch'e'n zertrümmert und dfe'M Hilfe eiltziiden-'Me'sischen-fanden Z.nche'n.'TrÜmnsern'deS» selchen die'.(zur'Unkenntlichkeit entstellte Leiche i Dr. HodossyS. An Ort. und' Stelle des Unfalles straf'sine-GerichtSkömmission: ein.--l'". Bon einem Kran in Stücke gerissen. In dem großen' Metallwerk„Friedenshütte" in Neubeu- then bei Kattowitz ereignete sich am Freitag ein furchtbares Unglück. Während der Reparatur eines elektrischen Kranes wurde dieser plötzlich in Bewegung gesetzt, wodurch ein Ingenieur und ein Gußmeister von der Maschine erfaßt und buch, stäblich in Stücke gerissen wurdest. Ein ungeheuer«: Apparat zur Rettung Lewanewskijs aufgeboten. Der bekannte Polarforscher Akademiker Schmidt erklärte in einer Sitzung der Hauptverwaltung des nördlichen Seeweges, daß die Nachforschungen nach Lewanewskij dadurch sehr erschwert seien, daß der Landungsplatz des Flugzeuges nicht bekannt ist und'auch dcffen' Sendmpparat nicht funktioniere. Die Sowjetregierüng hält für' die Rettung des Fliegers alle verfügbaren Mittel zur Disposition und stellt u nb c g r e nz t e s M a t e r i a I un d große Geldsummen znr Verfügung. Insgesamt sind für die NachforschungSavbeiten neun große Flugzeuge, sechs kleine Maschinen' sowie auch HilfssAkgzeüge zur Verfügung. Auch in dem amerikanischen Abschnitt des nördlichen Seeweges, der für die Nachforschungsarbeiicn in Betracht kommt, wird eifrig nach dem verschollenen Flugzeug geforscht.' Dje Sowjets haben dort große Seeflugzeuge angekauft, die ursprünglich-für eine Expedition nach'Neu-Guinea bestimmt, waren. Der Sowjetbotschafter erhielt für die Finanzierung der Hilfsexpedition vorläufig, eine Summe von 128.000 Dollar zugewiesen.'Die' Vorbereitungen für die großzügige Hilfsaktion: find im vollen Gange. Der Flieger S a d k o w landete Freitag auf einem Wasserflugzeug„N 2" in Point Barrow auf Alaska, wo er mit den Nachforschungen beginnt. Der Eisbrecher„Krassin" steht zehn'Seemeilen von Point Barow, wo er zwecks weiterer Vorwärtsbewegung das Aufhören des Nebels abwartct. In elfeinhalb Stunden über den Ozean. Der Hydroavion„Kaledonia", welcher in Foynes in Irland gelandet ist, schlug einen-neuen Rekord betreffs des UeberfliegenS des Nordätlantik. Der Flüg von Neufundland nach Irland dauerte elf Stunden 33'Minuten. WeltkriegSgranate zerreißt drei Kinder. Kinder aüs dem Dorfe Sloboda Zlöta bei Brzc- zany. in Ostgalizien fanden beim Spielen auf dem Felde ein Artilleriegeschoß, das noch aus dem Weltkrieg stammte. Die Kinder warfen das Ge- schdß ins Feuer. Das Geschoß explodierte, wobei dxei Kinder getötet wurden. Pariser Großbank nm mehr alS eine Millwn betrogen. Die französischen Blätter-berichten ausführlich über einen großen Betrug, dessen Opfer am Freitag einige Filialen einer Pariser Großbank in verschiedenen Städten Frankreichs wurdest. Die Bank büßte dabei nach, den bisherigen Schätzungen mehr als eine Million Francs- ein. Die Betrügereien.- wurden- überall in- der.gleichen raffinierten Weise durchgeführt,. Zum Schalter des Bankinstitutes kam ein Mann, der in' einem Luxusauto vorfuhr, elegant gekleidet war und ein Akkreditiv, auf 78.000 Francs verlegte. Er wies sich^mit allen erforderlichen Dokumenten aus und das Akkreditiv wurde in vielen Fällen eingelöst. Später wurdejedoch festgestellt, daß es sich um Fälsch» n gen handelte. Diese-Betrügereien verübie beinahe gleichzeitig eine Gruppe von drei Männern in- verschiedenen Städten Frankreichs. Nur in wenigen Fällen-lehnten Hie Bankbeamten die Einlösung ab oder-wurden die Betrüger noch rechtzeitig vor Verlassen des Gebäudes ange« halten.^ ... ,iRicht. stören!ft(IW). Der^österreichische Bundeskanzler Schuschniggkvollte in Eisenerz vor Bergarbeitern-sprechen. Um-leine- jmpöslGte Versammlung vorzutäuschen, wurden«Uva 800 Soldaten.als Bergarbeiter verkleidet und in die Ver- sammlung geschicht. Einzelne verkleidete Söldaten versuchten' die.-Versammlung durch gelegentliche Zwischenrufe wie^„Heil:'un-h-„Hoch.Schüsch- nigg!" zu beleben. Doch.die'wirklichen-AMiter rid'feit„nicht stören!" und brachten so-zur-Wut der Polizei-streng, legal die patriotischen Zwischen- ruser'zum'Hchfve.igen.- Opfer der Alpen. Im Tennengebirge int Salzburger,Gebiet ist Samstag, der Mester Lehrer Wolfgang Roth in. eisten Abgrund gestürzt und kam dabei ümr Leben.— Freitag um die DiittagSzeit sind vom Groß-Glocknör zwei Touristen tödlich auf das KödnitzkecS abgestürzt: Ihre Identität konnte noch nicht festgestellt werden. -'1,5 Millionen Francs als SiegeSpreiS. In dem großen Wettflug I ft r e S—Domas« kus—Paris, der über rund 0000 Kilometer Flugstrecke führte, haben die Italiener Cupini und Baradisi gesiegt, denen somit der erste Preis von eineinhalb Millionen Francs zufällt. Den zweiten Preis vost. einer Million Francs eroberte'ebenfalls ein italienisches. Flugzeug mit den Piloten Fiori- und Lucchini. Mussolinis Sohn Benno wurde dritter. Die Italiener legten die einfache Flugstrecke nach Damaskus,.die von einem Flugplatz bei Marseille auSging, mit einer Geschwindigkeit, von über 400 Kilometer in nicht ganz sieben Stunden zurück. Die beteiligten französischen Flieger erreichten DurchschnittSgoschwindigkeitest bis zu 330 Kilometer. Di« Dirger von Zürich außertourlich befördert. Der Personalanzeiger der Ministeriums für Natiö- uawcrtcidiguug veröffentlicht u. a. auch die Ernennung der Leutnants Noväk vom Fliegerregiment Nr. 1 und Hlavo vom Flicgerregiment Nr. 4 zu Oberleutnants. Beide gehörten der Flugmannfchast an, die bemerkenswerte Erfolge beim Jnternatio- nalen Flugmeesing in Zürich erzielt haben. PieSkaner Schlamm«ach Indien. In-dem indischen feuchten Klima sind Rheumatismus und ähnlich« Krankheiten, die vom PieSkaner Schlamm geheilt werden, sehr verbreitet.. Die Verwaltungen der indischen Krankenhäuser haben beschloßen, für di« Heilung, der Rheumatismus eigene Abteilungen, zu errichten, in denen PieSkaner Schlamm verwendet werden soll. Bor einigen Tagen weilte Dr.-C. D. Reh,, ei« Arzt der Krankenhauses in Kalkutta, in PieSkany und verhandelte über die Lieferung Von PieSkaner Schlamm. Die erste. Sendung von Preßschlamm wurde bereits expediert. - Die AuIflugSzüge der Staatslahnen'veranstäl« test-folgende- Reisen: Bom 25. August bis 18. September eine Badcreife nach Luhaöovice für 1620 Kö, vom 25. August bis 15. September«ine. Badereise nach Trenöianstt Teplic« für 1520 XL, vom 25. August bis 15. September'«ine Badereise, nach Piebkanh für 1220 AL, vom 28. August bis 1. September zur Rebhuhnjagd in den Reviere» von Novö Zämkh und Nitra für 1800 Ai und eine Badereise vom 0. bis 27. September nach Sliai ftir 1180 Ai. Anmeldungen und Informationen- im Basar- neben dem. Prager Wilsonbahnhof, Telephon Nr.-888—85, Andauern del schlechten Wetters. In einer Tief» druckfurche, die von der Nordsee her über Deutschland, Böhmen und Oesterreich gegen Süden verläuft, bildeten sich zahlreiche feucht« Störungen aus Eine von ihnen brachte am Samstag in Böhmen ergiebige Landregen, die sich nachmittags auch über Mähre« und über die'Westslowakei ausbreiteten. Die ungünstige Witterung dürfte noch in den nächsten Tage« andauern und den Osten der Republik erfassen.—- Wahrscheinliches Weiter von heute: In den'westlichen und mittleren Teilen des Staates vorwiegend bis wechselnd bewölkt, zeitweise Regen, mäßig kühl, West- bis Rordwestwiiid. In der Ostslowakei und-.in Karpachorußland- vorerst heiter und-sehr warm, später auch dort Zunahme der Bewölkung unh der Gewitterneigung. Abkühlung.— Wahrscheinliche» Wetter von Montag: Noch, unbeständig, Regenschauer, etwa» wärmer, Westwind. Vom Rundfunk Empfehlenswert«» aus den Proaremmeai Montag: Prag, Sender I: 9.25: Deutsche Presse, 11,'05: Konzert der Philadelphiaer Philharmonie-- auf Schallplatte», 12.10: Opernduette, 12.85: Mufsik» Salonquarteit, 14.05: Deutsche Sendung: Tichi: Mindestpreise im Gewerbe, 14.40:- Schallplatte», 16.10: Popul. Orchesterkonzert FOK: Bizet, Smetana eie. 18.10: Deutsche Sendung: Aus der Sommerwohnung von Gan» Multerer, 18.15: Da» königliche Spiel, Hörbild von Weber, 18.30: Dr. Petter: Reiseeindtücke einer Schweizers in der' Slowakei und Kakpathorußland, 18.45: Deutsche-Preffch 20.25: Slowakische Volkslieder, 22.20: Tanzmusik., — Prag, Sender II: 15.20:, Deutsche Sendung: Fakwr liest seine Erzählung: Die Flucht in die Rolle, 16.40:- Schallplatte».— Brün« 14.25: GesangSkonzert der mährischen Lehrer auf Söball« Platten, 18.10: Deutsche Sendung: J»g. Golda: Erster Schultag, 20.25:- Saxophonsolo.— Preßburg 19.10: Liederkonzert, 20: Uebextragung au» Trentschin-Teplitz: 4. Konzert der internationalen Kammerfestivals.— Kascha« 12.05: Populäres Konzert,— Mährisch-OKra« 18.10: Deutsche Arbeitersendung: Han» Honheiser: Sünde« bet de» Erziehung de» Arbeiterkind«». -^Ie«»tag: Prag, Sender I: 10.05: Deutsche Preffe, ,10:15: Deutsche-Sendung:-Für die- Frau, 10.80: Operngesänge, 12.10: Schallplattenkonzert. 14: Deutsche Sendung:-Dr. Maras: Au» dem tschechoftowäki- schen Kulturleben, 16.10: Mufsikr. Salonguartett, 17.05: Populäre» Konzert der tschechischen Philharmonie: Liszt. Brabm» usw.. 18.05: Deutsche.Sen» düng: Dr. Bacher: Wirtschaftliche» Relief, 18,20: Richard Fritz Wolf singt Lieder von' Benatzky,18.'45: Deutsche Preffe, 18.55: Deutscher Kultürbericht voM Tage,-20.05:- Kompositionen von'-Richard Wagner. 21.25:-Noväk: Quartett B-Dur, 22.80: Tanzmusik.' — Prag, Sender II: 15: Schallplattenwnzert, 15.15: Deutsche Sendung: Ina. Jakl:, Fliegende Pullmanntvagen, 15.25 Schallplatten.— BrüiiN 11.05: Salontrio, 17.40: DeMsche«tleitersendung: Soziale- WforMätione«, Lusiig: Bevblkerang»»,littk, 18.15: Klavierkonzert. ,— Preßturg 12.85: Rund» snnkorchcsterkonzcrt.— Kascha« 12:05:-Swwaktsche Lieder,, 18.80: Populärer Konzert, i— Mährisch» 0*m 18.10: Deutsche Sendung: Landwirtschaft^ «r.E Sonntag^SL. August 1037 Sette 8 II i«, die Flachs durch die tschechoslowakische» Flachsspin- nereieu eingetragen. Die Führung des neuen Kartells übernimmt die Einkaufsgenossenschaft der tschechoslowakischen Flachsspinnereien in Trautenau. Das Kartell vereinigt 18 Flachs« spinnereien und soll bis zum 80. September 1042 in Geltung bleiben. In 18 Llindern verbilligte Fahrt zur Prager Messe. Wie aus einer Aufstellung der Prager Messe hervorgeht, geniessen Besucher der kommenden Prager Herbstmesse In folgenden 18 Staaten nachstehende Begünsttgengen: in der Tschechoslowakei 88 Prozent für Inländer, SO Prozent für Ausländer: in Belgien, Deutschland, Holland, Oesterreich und der Schweiz 28 Prozent, in Italien 80 Prozent, in Litauen, und Polen 88 Prozent und in Griechenland 60 Prozent für die Hin« und Rückfahrt. In Bulgarien, Estland und Frankreich, Jugoslawien, Lettlaud und Rumänien 80 Prozent bei der Rückfahrt; i» Ungarn wlrd'die Fahrpreisermässigung in Form Klaffe für Klaffe gewährt; auf den türkischen Staatsbahnen beträgt der Nachlaß bis 60 Prozent; auf den Chemins de Fer Orientaur 28 Prozent für die Reife nach Prag und zurück. Ferner erhalten Pragei Diessebesucher 1 von 18 Flug- und 9 Schiffahrtsgesellschaften bedeutende Ermäßigungen. Auskünfte über die Fahrpreisermäßigungen erteilt da» Messeamt, Prag VII. Erfolgreicher Streik in Oesterreich.'(INF)! In der Moßbrunner Glasfabrik wollte die Direktion Ausschuß, der durch Luftbläschcn entstanden war, nicht bezahlen. Die Arbeiter wehrten sich und traten in den Streik. Der Direktor fuhr von Wien nach Mossbrunn und erfuhr noch vor seiner Abreise, daß sich die Floridsdorfer Glasfabrik der Bewegung angeschlossen Hatto. Nun erklärte sich die Direktion bereit, auch den angeblichen Ausschuß Beratung de* Internationalen Bundes der Bau* und Holzarbeiter Der Gesamtvorstand des Internationalen Bundes der Bau» und Holzarbeiter hielt seine diesjährige ordentliche Tagung in Genf ab. Bei der Besprechung des Tätigkeitsberichtes wurde insbesondere auf die erfreuliche Entwicklung der Mitgliederzahl hingewiesen, die innerhalb Jahresfrist von 760.000 auf etwa 1% Million gestte-in ist. Dazu trug vor allem die Mitgliederzunahme in Frankreich bei(von 38.000 auf 600.000)'. Auch in den meisten anderen Län- dern sind jedoch Fortschritte auf diesem Gebiet festzüstesten. Der französische Holzarbeiterverband mit 80.000 Mitgliedern ist der Internationale neu beigetreten. Am Hinblick auf die Entwicklung in Frankreich wurde der lateinischen Ländergruppe ein zusätzlicher Sitz im Gesamworstand eingeräumt.'Die Wahl, die vom Kongreß bestätigt werden muß, siel auf Bröut, den Vorsitzenden des französischen' BauarbeiterverbandeS. Hauwaert (Belgien), der wegen Erreichung.der Altersgrenze als.Sekretär des belgischen Verbandes zu- rückgetreten ist, demissionierte auch als Vizevor- fitzender,det Internationale. An.feine Stelle trat Änssön.der Vorsitzende des belgischen Verbandes, der Wch als Nachfolger Hauwaerts die Leitung dir Berufssektion dir Holzarbeiter in seiner eigene» Organisation übernommen hat. Ä.Dpi Gesamtvorstand pflog", so heißt eS in elftem Bericht des Sekretariats, der Internationale, ,,'eiNen gründlichen Gedankenaustausch über die nach einer Lösung. drängende Frage einer Fusion mit dest Internationalen der Maler.und Stcinarbeiter, von denen die erstere"im August ihren ordentlichen Kongreß abhält. ES' wurden' verschiedene Beschlüsse gefaßt, di« eine Bereinigung dieser Frage fördern dürften.!' Auf Vorschlag. Corhier»(Frankreich).wurde der Geschäftsführend« Ausschuß, beauftragt, entsprechend, einer' im Oktober in Polen auberaunrten,Sonder-^ konfereyz.der.Wald» und SägetuerlSarbeiter für später eine Lkoßferenz der Steinarbeiter in AuS- sicht' zü' nehmen.■', 1 Einen Teil seKer Zeit widmete der Gesargt Vorstand, der Borbehandung deLim JAÄ zur Behandlung,'Wenden'Fratzen der AnfallberhUtung bei Hochbautm mit Beschränkung auf Gerüste ünd. Hebezeuge und der Organisierung der öffentlichen Arbeitend» Hinblick auf den Beschäftigungsgrad, endlich'dem Problem, der 40-Stunden-Woche im Bau- undHolzgewerbe. 99 ' Wir entnehmen di« folgenden, interessanten Ausführungen dem Organ der Europa-Union. ^Bewegung für die Einigung Europas)„Der Europäer", einer aufrechten demokratischen Zeitschrift, die in Basel erscheint. Der Vergleich mit dem Mittelalter, der. hier sehr zu Ungunsten der modernen Zeit und zugunsten des ost geschmähten Mittelalters ausfällt. ist nicht ganz originell. In den letzten Jahren häufen sich die Stimmen, die für eine aichere, gerechtere Bewertung des Mittelalters eintreten sses fei nur an das viel umstrittene, Aufsehen erregende Buch von 8. Franzel„Abendländische Revolution" erinnert). Der folgende Vergleich unserer Zeit mit dem..Hohen Mittelalter"(der ' Epoche von etwa 1000 bis 1800 n. Ehr.), der von dem einen besonderen Gesichtspunkt der EinigkeitEuropaS auSgeht, erscheint uns - deshalb sehr beachtenswert,-nicht nur des Thema» tivd' dev TSttdenz wegen? ssondbrtl' vor' allein'auch, weil-bas Blatt„Der Europäer"' über' den'Vcr'-. dacht reaktionärer Stimmungsmache und historischer„Romantik" sicher erhüben ist. Gewiß find die technischen Errungenschaften unserer moderne» Maschinenzivilisation bewunderungswürdig. Doch ist ein großes Aber dabei. Das Flugzeug trägt un» in einem einzigen Tag über ganz Europa, in höchstens zwei Wochen bis an die Enden der Erde— aber wenn wir am Ziel unserer Resse nicht die borge schriebenenBisa im Paß oder gar überhaupt keinenPaß vorweisen können, wenn wir nicht die geforderten Geld mittel nachweisen oder uns gar der.vermessenen Hoffnung hingegeben haben, ohne vorherige obrigkeitliche Genehmigung uns durch ehrliche Ausübung unseres Berufes unseren Lebensunterhalt erwerben zu dürfen,- dann werden wir postwendend wieder auf den Trab gebracht, sofern wir nicht etwa wegen verbotener Einreise vorläufig einmal einge- locht werden. Wir«fahren noch am gleichen Tage aus unserer Zeitung, was sich tn Hinterindien oder am Südpol ereignet hat, und die Worte des Sprechers am Mikrophon werden im selben Augenblick auf dem ganzen Erdenrund gehört— aber die Druckerschwärze und die Radiowellen verbreiten die übelst« Lügenpropaganda mit derselben Leichtigkeit, wie die erhabensten Wahrheiten. Wir finden in Buenos Aires und Kapstadt dieselben Kleidermoden, Badezimmer und Jazzkapellen wie in unserem HelmatSort— aber wir brauchen nur in unserem Erdteil ein paar Kilometer weit in ein anderes Land vorzudringen, um un» unter Menschen- zu finden, deren Denken und Handeln, trotz gleicher Kleidermoden, Badezimmer und Jazzkapellen, uns vollkommen unverständlich erscheint. Da» war im Mittelalter gründlich ander». Der Reise-nnd Nachrichtenverkehc war langsam und, mühselig, aber der Franjos«, der nach Deutschland, der, Italiener,, der nach England kam,.fand dort Menschen, die zwar vielleicht ein- wenig anders angezogen waren al» er, die-aber dafür nicht nach Pass und ArbeitSerlaubni» fragten und deren Geist von seinem Geiste war. In viel höherem M a ß e, als man heute vielfach meint, war im Mittel al t er di« eu r o p ät s ch e C i n«, hei tv« rwi r k licht. Wobei wir unter Mittelälter allerdings nur feine Blütezeit, also di« Pe« i riode etwa vom 10. bi» zum 18, Jahrhundert ver- 1 stehen wollen." . Da» war nämlich die Zelt vor ter Herausbildung der Aurwüchse de» Feudalwesenr und- vor deut , Entstehen der zentkalisiiirtefl, ,Staaten. Sclbstver- 1 stündlich gab e» auch damal» schon berschjedene staatliche.'Gebildein Europa, also notwetjdlger Weise auch Staatengrenzen,.aber die,.ganze. Sachlage war, ..dochgüütdlich'verschieden. Heute erfüllt der- Souve- . ränitätsanspruch eineS Staate».sein ganzes Terri- . wrium bi» in den letzten Zentimeter vor der Grenze l mit überall gleicher Stärke, daniäl» aber nahm, wenn wir un» so«»»drücken, wollen, die Intensität der Herrschaft de» Kaisers öder König» von der Hauptstadt au» nach allen Seiten immer mehr ab, und die Befehlsgewalt de» Herrschers über die örtlichen Träger der Hoheitsrechte, ob diese nun Beamte des Fürsten, Feudalherren, freie Städte oder sonst etwas 'tvaren, war oft recht gering. Gewiss mochte«in Dorf zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nassau und da» nächste zum Königreich Frankreich gehören, aber zwischen beiden stand kein Schlagbaum und kein Quartier für Zoll- und Staatspolizeibeamte, und d« Verkehr hinüber und herüber war stei. Zöllner gab es zwar schon, aber sie umstellien nicht«in Land ringstzecum, sondern übten ihren Beruf gleichsam punktförmig aus, d. h. an bestimmten Punkten der Handclswege, z. B. an Brücken oder in Handelsund Stapelorten. Noch freierwar d e r Verkehr d e r G e d an k enund Ideen, denn bis Jngüisissvn r- und-ihre» Nachfolgerinnen:' wie Ochrana,'Tscheka, Gestapo usw„ waren'noch nicht „erfunden". Der Verbreitung der Gedanken kam eß auch zugute, dass noch keine Sprachenfrage existierte. Selbstverständlich sprach man in Deusschland deutsch und in Frankreich französisch (wenn es auch noch nicht da» heutige Deussch und da» heutige Französisch war und wenn auch die Dialekte noch viel mehr al» heuit die Umgangssprache' waren), aber der deutsche Küiser z. B. hatte auch stanzösisch, italienisch, slawisch, ja sogar arabisch sprechende Untertanen, und niemand-dachte daran, ihnen eine„Staatssprache" aufzuzwingen. Wer in eine andere Gegend, auch wenn sie zum selben Lande gehörte, ging, lernte eben die dorssge Umgangssprache. In sprachlicher Hinsicht war also da» damalige E r o p a etwa der heutigen Schweiz zu vergleichen,«» war aber insofern noch besser daran, al» e» in jenen Zeiten über alle Sprachgrenzen hinweg eine Sprache gab, die von allen einigermassen Gebildeten verstanden wurde: da» Lateinische. Diese Sprache hätte- ein gesamteuropäische» BerständigungSmittel werden können, weil sie von keinem lebenden Volk mehr gesprochen wurde und weil damal» die natto« nalen Eifersüchteleien noch nicht bestanden, und sie hat sich in Gelehrtenkreisen ja sogar bi» in» 18. Jahrhundert halten können. Man stelle sich demgegenüber die Schwierigkeiten vor, heute eine internationale Verkehrssprache«inzusetzen: künstliche Sprachen, wie Esperanto, Ido usw., werden von weiten Kreisen al» Spielerei betrachtet und daher nicht ernst genommen, während«ine natürliche, lebende Sprache, welche auch immer«» fei, von noch viel weiteren Kressen äl»„an» nationalen Gründen untragbar" angesehen werden würde. Innerhalb, dieser abendländischen Welt bestand eine F reizügigkeit, von der wir un» heut« kaum noch einen-Begriff machen können. Der fahrende Ritter fand überall Standergenoffen, die ihm die weitgehendste Gasssreundschaft gewährten, und da»selbe galt für>den ressenden Gelehrten, mochte e» sich um«inensberühmten Mann oder erst um«inen lvandernden Scholaren handeln. Gerade innerhalb der adligen und wissenschaftlichen Kreis« fand damals,«tn bedeutender internattonaler Austausch statt;, der Ritter bekam auch in fremdem Land leicht vöm Herrscher«in. Lehen, und wurde.ansässig, und du Gelehrt»(meist handelte es sich dabei ja um Geistliche)'fand in stemden Klöstern und' an ftem» dss» Hochfchulen«ine neue Heimitt und Arbeitsstätte, konnte er doch überall iss der. gleichen kätetnifchen SprÄh« mit seinen Kollegen verkehren und seinen Schülern, dozieren. Keine staatliche Gewalt und kein Brotneid der Einheimischen hinderte den auSländi- . scheu Kaufmann, Handel zu frechen oder, sich-ganz niederzulassen, und der Handwerker fand Überall, ohne Rücksicht auf seine Abstammung, Arbeit,-denn Arbeitslosigkeit gab er höchsten» ausnahmsweise örtlich, und zeitlich, im Gegenteil, geschickte Kräfte waren Überall gesucht. Kaufleute und Handwuk« Europa war einmal einig 1 Arbeitslosenversicherung in USA allgemein eingeführt Im August 1986 ist in USA die Social Security Bill, das Gesetz für den sozialen Schuh, Vom Präsidenten unterzeichnet worden und in Kraft getreten. Da» Gesetz enthält einen Abschnitt, der eine durch die Unternehmer zu zahlende Steuer auf die Lohnliste zur Entschädigung der' Arbeiter jener Staaten vorsieht, die sich nach dem' Bundesgesetz richten. In der kurzen Zeit von zwei: Jahren haben nunmehr alle 48 Staaten der USA, der Distrikt Columbia, die Territorien von Alaska^ und Hawai Gesetze zugunsten der Arbeitslosen«' Unterstützung angenommen. Der Kreis ist geschlos- seni„In den letzten zwei Jahren", so sagt ein Beamter des„Social Security Board",„sind auf dem Gebiete der Annahme von Arbeitslosenversicherungsgesehen größere Fortschritte erzielt worden, als in den letzten 26 Jahren auf dem Gebiete der Unfallversicherungsgesetze". Ostrauer Kohlenverladungen gegenüber 1086. nm 88 Prozent gestiegen. In der ersten August»' hälfte wurden im Ostrau-Karwiner Revier 25.089 Waggons Kohle bzw. Koks verladen.. Gegenüber der gleichen Zeit de» Vorjahre» bedeutet das eine Steigerung um 12.158 Waggons oder um 88 Prozent. Für das Inland waren 10.801, für das Ausland 6578 Waggons besssmmt. Die größte Steigerung zeigt sich im Export nach Oesterreich, Italien und Ungarn; hiezu kommt der Export nach neuen Absatzgebieten(Schweiz und Frankreich) und nach der Uebersee(über di« Häfen Stettin und Danzig). Einkaufsorganisation der FlachSgarnspin- nercien. In das Kartellregister wurde eine Ber- jeinbarung der Flachsspinnereien über die Regelung des gemeinsamen Ankaufs von inländischem I zu bezahlen. WMMWM Schwierigkeiten der deutschen Autarkie-Wirtschaft , A. P. Die deussche Autarkiewirsschaft dreht sich vielfach im Kreis«.- An det" einen Ecke wird ein Loch zugestopft, und an der anderen-Ecke entsteht«ine neue Lücke. Die objestiven Rohstoffreserven DeUsschland» lassen sich trotz aller Verordnungen und zum Teil noch so meisterhafter Sparwirtschaft über einen gewissen Rahmen hinaus nicht erweitern. Dies zeigt sich im Dritten Reich immer mehr, je mehr die Autarkie-Wirtschaft Wirklichkeit wird. So benötigt z. B. die Zellulosefabrikation, je mehr sie gesteigert'wird, um-so größere Mengen an Holz. Die schlagbaren Holzvorräte übersteigen jedoch trotz einer Raubwirtschaft im Fostwesen eine bestimmte Grenz« nicht. Und so greift man dann neuerdings auf Kiefernholz für die Zellu- losesäbrikation zurück. Nach einem neuen teueren Spezialverfahren werden die Kiefernstämme entharzt und auf diese Art zur Fabrikation von Zellulose brauchbar gemacht. Ein Loch wird zugestopft, doch in den Kohlengruben fehlen die Kie- sernstämme zum Bau der Zimmerung. Mag es auch für normale wirtschaftliche Berhältnsse gro« t« sein, der„Deutsche Volkswirt" weiß zu berichten, daß jetzt das wertvolle Eichenholz anstatt der Kiefer Verwendung findet. Auf der anderen Seite-fehlt nun Eichenholz bei den mannigfachsten Gelegenheiten. Z.. B. in der Faßindustrie, die Folge- davon ist, daß gebrauchte Tonnen zur Butterverpackung neuerdings verwendet werden können. Ob die Butter dadurch leichter ranzig wird, danach fragt- man allerdings anscheinend erst in zweiter Linie. Kanonen stnd eben wichttger als Butter, denn Zellulose braucht man unter anderem in großen Mengen bei der Sprengstoffher- stellung. Bis in die kleinsten Details hinein reichen die Sparverordnungen, wie ein Beispiel treffend illustriert. Am 22. Juli 1987 erging eine Verordnung' betreffs'des„unwirtschaftlichen Verbrauches an Tapetenpapier". Zuerst ftagt man, ob denn«ine Verschwendung- beim Tapezieren selbst betrieben worden sei. Dies scheint jedoch nicht, der Fall zu sein, denn die Verordnung wendet sich gegen die zu umfangreichen Musterbücher bei Tapetenangeboten und schreibt vor, daß für die. Verkaufszeit 1988 die Musterkarte der Ta» petrnhändler höchstens 500 Blatt umfassen darf. Große Ersparnisse dürsten dabei kaum heraus« springen. Aber man sagt sich, viele Wenig machen auch«in Viel,. Der Rentabilitätsbegrifs bleibt dabei allerdings ausgeschaltet und die Erzeugung von.', menschlichen. Konsntygüfern..steht hinten an.. All diese Dinge, von denen die oben miige- teilten nur einen Keinen Ausschnitt ergaben, zeigen unzweideutig, wie kurz in Wirklichkeit eigene Rohstofsdecke Deusschlands ist. Feste« pusten! -Ein lustiges Bild von einem Affen, der es ganz gut versteht, den Handball selbst auf-' zublasen. Sicherlich wird er auch als Spieler Erfolg haben. waren damals schon meist in Zünften vereinigt, aber da» eigentliche Zunftwesen mit seinen ausgeklügelten, jede Tätigkeit einengenden und jeden Fortschritt, hindernden Bestimmungen sollte erst später kommen. Und diese kulturelle Einheit griff sogar über die Grenzen der christlichen Welt hinau». Einmal, schob diese christliche Welt selbst ihre Grenzen ja immer weiter hinaus, vornehmlich nach Osten und Norden, wo noch heidnische Völker zu bekehren waren, denen mit dem Christentum auch die abendländische Kultur gebracht wurde. Dann aber war, trotz der Kreuzzüge, auch die religiöse Intoleranz zwischen Christentum und 2»lam bei weitem nicht so groß wie in späteren Jahrhunderten, oder wie etwa heute die Feindschaft zwischen den entgegengesetzten politischen Richtungen. Wir wollen gewiß nicht da» Mittelalter zu sehr verherrlichen. Wir wollen nicht vergessen, dass«» von Waffenlärm widerhallte, daß grosse und kleine Reiche mtt Feuer und Schwert gegründet und vernichtet wurden, daß Städte gegen Nachbasstädte, Städtebünde gegen Könige, Feudalherren gegen Feudalherren kämpften und daß alle diese Kriege im Grunde genommen immer auf. dem Rücken der seßhaften Bauern anSgefochten wurden, die gerade in dieser Zeit nach und nach in die Leibeigenschaft hinabsanken. Selbst die Kirche beteiligte sich aktiv an diesen Kämpfen: e» gab genügend Mönche und hohe Geistliche, die das Schwert zu führen wussten wie nur je 4ip.Rst.tex.'.' Trötzhein-äber sttztzf damals di« Kirche die FriehenSlehren-Christi.viel-energischer in die Tat um al» heute: wir erinnern nur an die segensreiche Einrichtung de» treuga Del, des „G 0 t t e S f r i« d e n»", der um die Zeit der hohen Feste und darüber hinaus während de» ganzen Jahre» an drei oder vier Tagen der Woche jede Kampfhandlung verbot, an das AM, dar der Altar jedem von seinen Feinden Verfolgten, dem Krieger und selbst dem gemeinen Mörder, bot. Undenkbar wäre e» damals gewesen, daß ein Heer eine von Betenden erfüllte Kirche mitleidlos zerstörte, um nach errungenem» Siege in den Ruinen ein Te Deum abzuhalten. Es gab im Mittelalter keinen Völkerbund und kein JniernationaleS Arbeitsamt, keine Abrüstungskonferenzen und keine RichtcinmischungSauSschüff«, außer den kirchlichen Konzilien keine internattonalen Kongresse und außer dem Papst kein überstaatliches Schiedsgericht, aber doch war die E i n h e i t Europas damals viel mehr W'i r kl ich» leit als heute. Und doch war diese Einheit nie so nötig und im Grunde genommen auch so selbswerständlich wie in unserem Zeitalter. Aber wir lächeln und sprechen vom„Schwarzen Mittelalter", anstatt die Konsequenzen zu ziehen.—P.— Wie die Kommunisten die Elnheits» front auffassen I Im Laufe dieses Jahres läuft das Mandat de» im Dezember 1988 gewählten rumänischen Parlamentes ab. Man rechnet mit einem Regierungswechsel für September oder Oktober. Angesichts der durch reichsdeutsche Gelder verstärkten faschistischen Gefahr sind die demokratischen Parteien bestrebt, wenn schon kein Kartell abgeschlossen werden kann, so doch wenigstens«inen Burgfrieden einzuhalten. Zwischen der Bauernpartei und der Sozialdemokratie besteht seit längerer Zeit ein stilles Einvernehmen darüber, gegenseitige Angriffe zu unterlassen, um alle verfügbaren Kräfte gegen die faschistischen und reaktionären Parteien ins Feld zu führen. In dieser Zeit, da eS für die rumänische Demokratie darauf ankommt, di« Kräfte zusammenzufassen,.halten es die Kommunisten für zweckmäßig, niit aller Macht gegen die Sozialdemokratie zu operieren. Hierbei, gelang eS ihnen in letzter Zeit, auf die Zeitung „Lumea romäneaScä" einen derartigen Einfluß zu gewinnen, daß-diese ihre ausschließliche Aufgabe darin sieht, die sozialdemokratisch« Arbeiterbewegung zu bekämpfen. Äm Zentralorgan der rumänischen Sozialdemokratie beschäftigt' sich der Generalsekretär- der rumänischen Sozialdemokratie, Genosse Radaceanu, in einem längeren Artikel mit. diesem Vorgehen der rumänischen Kommunisten. Er wendet sich mit Leidenschaft gegen die von den Kommunisten'eingeschlagene Taktik, die bisher schon unzählige Arbeiter in die Gefängnisse gebracht hat. «-Ike fl iSojinrbemafrnt' Sonntag, 22. August 1937. Nr. 107 Kriminalistische Rätsel um einen natürlichen Tod. Freitag abends verfügte die Polizei die gewaltsame Oejfmmg des Zimmers, welches die 81jährige beschäftigungslose Näherin Anna Straka in einer Pension in der Französischen Strafe auf den Weinbergen innehatte. Die Straka war seit Mittwoch nicht mehr geschen worden und da sie nach den Aussagen des Personals das Hau» nicht verlassen hatte, lag die Permutung nahe, daß ihr etwa» zugestoßen sei. Tatsächlich sand man sie auch tot in ihrem Bett auf. Obwohl der Leichenbcschauer eine» natürlichen Tod amiahm, war doch die Möglichkeit eine- Verbrechens nicht auSzuschließen. Die Straka, die sich tvohl durch'Prostitution erhielt, hatte häufige Männerbesuche. Gleich bei der Tatbestandsaufnahme siel auf. daß da» Zimmer zwar versverrt war, der Zimmerschlüssel aber nicht aufgefunden werden konnte. Auch von den. angeblich ziemlich beträchtlichen Ersparnissen. die die Straka in einer Kassette verwahrte, war keine Svur. Diese Fakta waren verdächtig genug, um die Annahme eines gewaltsamen Tode» zuzulasse». Die gestern ftattgefundene Obduktion der Leiche ergab indessen mit absoluter Sicherheit, das; die Straka eines natürlichen Todes gestorben ist, nämlich durch Herzschlag. Der Obduktionsbefund stellt fest, das; sie an einer schweren Verkümmerung des Herzmuskels, an einer Erkrankung wichtiger Blutgefäße und einem akuten Lungenleiden litt und der Tod durch plötzliche Herzschwäche eingetreten ist. Von Mord ist also nicht die Rede, wohl aber von Leichenfledderei. Vielleicht hat einer ihrer Kunden, der Augenzeuge de» Todes der Straka war. die Gelegenheit benutzt und mit den Ersparnissen der Toten das Weite gesucht. An dieser Richtung bewegen sich die weiteren Erhebungen der Polizei. Arbeitsunfälle. Bei einer Villa in Branik war gestern nachmittags der 81jährige Arbeiter Josef Poläk mit Erdarbeitcn beschäftigt, als er von einer Lehmschichte verschüttet wurde. Nachdem, er befreit worden war, stellte sich heraus, das; er einen Bruch des linken Fusses erlitten hatte; er wurde ins allgc- nieine' Krankenhaus gebracht.— Der 48jährige Schlosser Milo» Ludvik au» Smichow stürzte gestern vormittag» während der Ausbesserung einer Bohrmaschine, etwa 8 Meter tief von einer Leiter herab und verlebte sich schwer. Auf der Klinik Jiräfel wurde festgestcllt, daß er eine Zerreißung des Schen- kclmuskel», sowie einen Bruch beider Beine erlitten hat.■— Dem 88jährigen Arbeiter Anton OWar au» Wysotschan brach gestern vormittags beim Fahren von Sand der Karren entzwei und verlebte ihm den rechten Fuß. Mit einem Bruch de» Fußwurzelkno- chcn» wurde er ins Krankenhaus auf der Bulovka gebracht. Sechsjähriges Kind überfahren. Der 86jährige Wagenlenker Josef Kopeckh aus Holleschowitz stieß gestern um 4 Uhr nachmittags in der Schlesischen Gasse unweit de» Weinberger Wasseriurmi die sechsjährige Bern Stankt au» Ptag XU. zu Bddtü, obwohl er'sich' bemühte, noch im letzten. Augenblick zu breniscn. Da» Kind wurde mit einem Bruch der rechten Schenkels, einer Kopfwunde und mehreren Abschürfungen In» tschechische Kinderspital gebracht. Kopcckh wurde der Führerschein entzogen. Uebersicht über die Prager Lebensmittelmärkte. Gemüse markt. Kartoffeln(neue) sind in dieser Woche in größeren Mengen und sind auch billiger um 20 Heller per 1 Kg.— und kosten jetzt 60—90 Heller, Zwiebel ist wieder billiger 1 Kg. Kä 6.80 bi» 1.—, Knoblauch(neu) Kg. 8—5 Kä, Fisolenschotten Kg 2.50—8 Kä. Tomaten(Paradiesäpfel) find wieder um 80 Heller billiger— Kg. 0.80 bis 1.20 Kä, Karfiol ist ein wenig teuerer— Stück 0.50—2.50 Kä, Einieggurken sind in dieser Woche nm 2 KJ für ein Schock teuerer und kosten 6—10 KJ, Salaigurken Stück 80—90 Heller, eingelegte sauere Stück 25—80 Heller. Sellerie, Bund 1.50—7 Kä, Karotten(Möhren) Bund 70—1.50 Kä, Kohl, Stück 0.50—2 KJ. Weißkraut, Stück 0.50—1 KJ. Salat. Stück 80—50 Heller. Spinat. Kg. 2—3 Kä, rote Rübe, Bund 1.20—1.50 Kä. Rettich, Bund 50 bis 80. Heller. Petersilie, Bund 1.20—2 Kä. Paprika grün, ist wieder billiger— Stück 15—50 Heller. Änluruzähren, grün, sind auch wieder billiger, Stück 0.50—1 Kä.— Die Ob st Märkte bringen uns in der lebten Woche eine Neuigkeit, und zwar heurige Nüsse(italienische), verkauft man um 10—16 Kä per Kg., bosnische Plannien Kg. 4—6 Kä, heimische Pflaumen 2—4 Kä, ausländische 4—8 Kä, Ringel-Pflaume», grün, Kg. 2—8 Kä, heimische Birnen(heurige) Kg 1.50—4 Kä, heimische Acpsel. heurige. Kg. 1.50—8.50 Kä. ausländische 4—12 Kä slowakische Weintrauben sind billiger— Kg. 4.50 hi» 8 Ke. griechische, heurige, 9—14 Kä. Zitronen Stück 80—70 Heller, Orangen, heurige, afrikanische. Stück 1—1.80 Kä oder Kg. 5—8 Kä, Bananen, Kg 6—8 Kä, Grapc-frutt, Stück 0.50—2 Kä oder Kg. 2—4 Kä.— Schwämme. Die Pilze find in ven letzten Tagen um 2—4 Kä tnrer und kosten jebt 1 Kg. 12—16 KJ, Eierschwämme sind aber um 1 Kä billiger und kosten 2—8 Kä. Rötlinge 8—12 Kä.— F l c i s ch m a r k t. Rindfleisch, Vorderes mit Zmvaäge 10—14 Kä, Hinteres 12—16 KJ, Vordere», ohne Zuwaage 12—16 Kä, Hinteres, ohne Zuwaage 147—19 Kä. Lungenbraten, mit Zuwaage 18—20 Kä, ohne Zuwaage 20—28 Kä. Schweinefleisch, Vordere», mit Zuwaage 10—12 Kä, Hinteres 12—16 Kä, Vorderes, ohne Zuwaage 11—14 Kä. Hintere», ohne Zuwaage 14—20 Kä, Kalbfleisch. Vordere», mit Zuwaage 7—10 KJ. Hinteres 11 bis 18 Kä, Vordere», ohne Zuwaage 9—12 Kä, Hinteres, ohne Znwaqge 14—22 Kä.. Schöpsenfleisch. Vorderei, mit Zuwaage 8—11 Kä, Hinteres 10 bis 14 Kä, Vorderes, ohne Zütvage 10—18 Kä, Hinteres 12—16 Kä. Rindsleher 8—12 Kä, Rindszunge, roh 11—14 Kä, geselcht 16—18 Kä, Rindshirn 16 bi» 18 Kä. Kalbshirn. 18—24 Kä, Schweinshirn 18 bis 24 Kä. Knttelflecke,.Kg. 6—7 Kä.—Geflügel uni) Wild. Ms Neuigkeit gibt er auf den Wildmätkten erste Rebhühner, Stück 5—7 Kä, heimische Gaus, gefüttert, Stück 40—100'Kä, geschlachtet, Kg. 12—14 Kä, Schmalzgan», geschlachtet Kg. 11—16 Kä. heimische Saurente, Stück 25 bis 40 Kä, Wildente, Stück 12—18 Kä', heurige» Huhn 22—28 Kä per 1 Kg., Henne. Stück 15—85 Kä Tauben 12—16 Kä per Paar.— V e r s chie- d e n e Waren,(hier, frischer tschechische'.'Stück 00—65 Heller, slowakische 55—60 Heller, Landkmt- i-r, Kg. 18—20 Kä. Teebutter. Kg. 22—24 Kä. Topfe», frisch, Kg. 4—6 Kä. Brot Kg. 2.20^—2.50 Kä, Honig, rein. Kg. 18—16 Kä.— Fische. Karpfen. 1 Kg. 14' Kä.. Hecht, 1 Kg. 16—18 Kä Forcllenbarsch, 1 Kg. 14—18 Kä. Lach» 40—50 Kä. Aal 80—88 Kä. Schleie 8—12 Kä.-' lümst mul Mssm Da» Prager Deutsche' Theater. eröffnet. am 5, September mit der„Walküre" unter Karl Rankl, mit Magnus Andersen(Hunding), Adolf Fischer (Siegmund), Josef Schwarz(Wotan),.Rise Stevens(Fricka), Äkartha Cuno(Brünhilde), Lea Vane (Sieglinde) und Anntz Coty(Helmwjge), die Kleine Bühne am 4. mit einer Reprise von Shaw»„Man kann nie wissen". .Die Oper de» Prager Deutschen Theater» bringt nach„Carmen" in den Monaten September und Oktober.noch an. Neueinstudierungen: unter Rankl(Regie Mordo) Richard Strauß'„Arabella" mit.Harriet Hend'cr»(Arabella), Hertha Rahn (Zdenko), Rose Book'(Fiakermilli). Ruth Kuthan (Wahrsagerin), Theodor Scheid!(Mandrika), Kurt Baum(lvdathco) und Jaro Libal, George Britto» und Hans Pawelctz in den Rollen der drei Freunde; unter Zweig Weber»„Oberon"(Regie Schramm) mit Martha Cuno(Äezia), Kurt Baum(Hüon), Hertha Rahn(Oberon), Elisabeth Wanka(Puck), Rise Steven»(Fatime) und Fritz Göllnitz(ScheraS» min); schließlich, unter Rgnkl eine Wiederaufnahme von Janääek»„Jennfa", in der die Griechin Efti- miadi» erstmalig die Jennfa und Rose Pauly, die Jenufa der letzten Prager Aufführung, erstmalig die Küsterin singen wird. Da» Nationalthrater eröffnet am Dienstag dir Spielzeit. Die Oper und da» Schauspiel de» Nationaltheaters eröffnet die Spielzeit bereits am Dienstag, den 24. August. Im Nationaltheater wird die „Verkaufte Braut" gegeben, im Ständetheater„Die weiße Kr an kh eit" von Capek. Die Preise sind stark herabgesetzt. Der Dtm Der Scheidungsgrund. Karl Lamaj hat in den, Primer Atelier», jn. zwei Fassungen, fschechifch und deutsch^ diese» leichte'Lustspiel georcht, da? in der stofflichen Substanz etwa» dünn geraten ist. Ein Luftikus, der spielt und trinkt, soll von seiner Frau geschieden werden und zu diesem Zwecke ein handgreiflicher ScheidungSgrund geschaffen werden. Der Plan mißlingt, denn die Liebe ist, wie man weiß, eine HimmelSmacht. Den in Aussicht genommenen ScheidungSgrund spielt Anny O n d r a lebhaft, plaudernd, verspielt und durchaus amüsant. Da» Ehepaar sind die hübsche Adina Mandlovä und der sympathische N o v h. In etwa» übersteigerte und zu gewollte Komik verfallen P i ö t ö k und Jara K o- hout, wie denn überhaupt etwa» weniger Humor manchmal mehr wäre. Schöne Schnee» und Bergaufnahmen, offenbar au» der Tatra, geben einen ansprechenden Hintergrund und die Musik Jara Bene»' ist mitreißend und flott. Das zahlreiche Publikum der Premiere der tschechischen Version hat sich gut unterhalten. jk. Amerikanische Kriminalfilme. Zwei amerikanische Kriminalreißer, die schon durch die Wiederkehr bekannter Gestalten(die womöglich in einem früheren Film schon einmal erschossen wurden) an ein Stammpublikum appelliere».„D i e N ü ck- kehr de» grauen Wolfe!" und„Bulldog Drumm and» Rückkehr" zeigen in anschaulicher Weise, daß in diesen Filme» immer dasselbe geschieht. Schießereien, Boxereien, radiotelegraphisch gelenkte Polizeiautos, die abwechselnd Bankräuber und Kindesentführer, verfolgen, düstere Gassen und schwerer Nebel sind dar Requisit dieser ' Anny' Ondräkovä tvked« einmal tschechisch!(;Scheitzung»grnnd"V Sozialver$icherung$- Briefkasten „Parteimitglied seit 1019/ 12. Juni': In Ihren beiden Anfragen handelt er sich im Gruyde darum, wann einem Versicherten die AlterSrcnie gebührt. Gemäß 8 112 SAG gebührt dem-Versicherten die Altersrente/ wenn er das 65. Lebensjahr vollendet hat und.wenn er keine Arbeiiejü oder Dienste verrichtet, di« nach dem SBG oder nach den Rechtsvorschriften über die Pe'nsionSvecsicheriüig der Privatangestellten oder über di« Versicherung bei den BergtvcrkSbruderkadett versicherungSpflichtig' sind. Die Leistung solcher Arbeiten steht dem Ansprüche auf die Auszahlung der Altersrente nicht im Wege, wenn der Verstchcrie nicht, einmal'die Hälfte, dessen verdient, was ein körperlich und geistig gesunderAr- ibeiwehmer derselben Faches mit ähnlicher Ausbildung in demselben Sprengel gewöhnlich verdient.— Daher zu Punkt 1 Ihrer Anfrage: Die ZSBA kann also die Rente verweigern, wenn der Gesnchsteller I noch in Arbeit steht und fein Lohn nicht unter die gesetzliche Grenze(Hälfte, stehe oben) gesunken ist. Der Grund für die Abweisung der Gesuche» ist aber nicht der Umstand, daß ter Versicherte noch rüstig ist — dies ist kein Hindernis des Anspruches auf die Altersrente— sondern die Tatsache, daß er. noch arbeitet und mehr als die Hälfte des üblichen Loh- üus. äer Sartel ,,«ICDC geyr iClquinc XüCflC.-U.— iiiiinouciuan ucu jicijuiuincn kjciiiujuluhm ,ui9«viu» ,Jaräa» Professor." Tfch.— Beranek:! natsende oder länger vorausbezahlt hat, aber noch M Of ft*. 1. cm.tl 1I 1••• OahCj QDriMAlaR««« AIH* Avi»(U•, iii 3898 Bezirksleitung. Mittwoch, den 26. August, abends 8 Uhr im Parteiheim wichtige Eit- z u n g. I Filme. Dazwischen hat man es ein wenig mit der Liebe zu tun, um sich'dann an einer besseren Art von WiriShauSrauferei von dieser seelischen Erschütterung zu erholen. Wenn etwas Vergnügen macht, so sind es gelegentlich frappierende Regieeinfälle und der trockene amerikanische Humor. jk. * Mitteilungen aus dem Publikum. Preis und Qualität find entscheidend beim RodiSforter Tauerbrunn, dem„Kristallyuell"! Sein tilliger Preis ermöglicht es jedem, diese» rein natürliche, hygienisch einwandfrei gefaßte Mineralwässer zu trinken l Seiner sonstigen! Eigenschaften wegen: kristallklare» Aussehen, Wohlgeschmack, Mineralien- und Kohlensäuregehalt wurde ihm schon im Jahre 1859 die Heilquellenerklärung zuerkännt. . Hana Bltovck in der Hauptrolle von„JürkaS Professor" Hschleistunos-Drahbünk», Früsmaschlnen, Radialbohrmaschinen, Bohrwerke, Shilling- u. Hobelmaschinen Spnnnlutior ,. in. modernster' Ausführung erzeugt: Weriaeugmasdilnenfabrik Arno l>läuert Warnsdorf,49 Uhr.- Anglo- Elementar Versicherungs- Aktiengesellschaft ii Win Direktion für dis CSR in Prag Ggigralagietschift Rglchuhgrg empfahlt sich zum AbsohiuO Von am treuer-; Unfall-, Haftpflicht-; Einbruch-, Auto-, Transport-, Glas-; Maschinenbruch-, Zeitkarten-, Reisegepäck- und Wetter-Versicherungen- zu, kulantesten' Preisen- Bargarantlamlttal in der