gentralörgän der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartzei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Auouahme de» Montag tSglich früh/ Einzelpreis 70 Heller Redaktion und Verwaltung: Prag Xll., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Aus dem Inhalt: Schon wieder Margarinemangel Schönlinder Strumpfindustrie schwer bedroht Verewigung des Terrors in Oesterreich Schneider-Creuzot finanziert Skoda-Lieferungen? 17. Jahrgang Dienstag, 24. August 1837 Nr. 198 II tu a I r t ä t e n vorbereitet zu fein, und deshalb brachten und bringen auch wir alles rechtzeitig in Ordnung. Ach bitt der Ansicht, das, wir demnach in eine Periode der europäischen Politik eintreten/ in der einerseits" die Hoffnung auf"Erhaltung der wirtschaftlichen Pr o s p e r i t-ä t für einige Zeit bestehen wird und andererseits zwar g r o ße. t Nt« r n a t t onale politische Spann ungen anhalten werden, in denen sich aber gleichzeitig die Teitdeyz äußern wird," diese Spannungen immer mehr Vers ö h n l i chbeizule» gen und-sie ,nach und nach in ruhige Verhältnisse !überzuführen.-;.•,<•••..., Die iuncrpolitischen Regime in den verschiede- ineni Staaten werdest sich weiter entwickeln,.hier Krisen, dort einer Anpassung, Lstäßigung oder Radikalisierung, anderswo" wiederum tieferen Acnderpngen" unterliegen: Das alles läßt sich nicht verhindern— hier wird Europa tt-e ueKonvu l s i o n e u u n d n e u e innere U m st ü r z e durchnia- chen. Blicken Wir auf all dar mit Ruhe, mischen wir uns nicht hinein, und gehen wir u n s e r"c n eigenen Weg.. Rechnen wir nicht mit einem Krieg für die nach- stcn-Zeiten,-bereiten wir uns aber- absolut, vollkommen dafür vor,, wenn er"uns-vielleicht"doch'überraschen lsollte.-In unserer Innenpolitik werden wir auch"weiterhin d e n b i s h er i g en Weg gehen: der deniokratischtn" Zusammenarbeit bei-gegenseitiger Respektierung"der"einzelnen Parteienklaffen und Nationalitäten,: geleitet'von sdrm: Geiste..wirklicher Toleranz üyd insbesondere auch von dem Geiste der Toleranz gegenüber den N-a t i o n a- l.itäten....-."-..... Warnung vor Rückschllisen".. :■’’]",,-In Hitfkowitz sagte dep Präsident u. a.k-. -: Hie ustd da. hörte"ich.: warnende Stimmen,. die Dmier der jetzigen, neiieNProsperität nicht zu überschlitzen.. Ich. stimme mit diesen Warnungen-darin, überefn, daß wieder ein Rückschlag cintieten könnte, wenn ich andererseits auch Überzeicht. bin, daß.die. ieffereri. Berhältniffe auf'jeden Fäll nöch.«ine. Zeit» fang'ändqüerN'werden und daß, wenn ein Rückschlag eintritt,:e"s sich»!ch t um eine st r u k t u- raleKrise handeln wird, welche wir vomIahre 1981 an durchleben, sonder» um einen zeitweiligen und weniger tiefen Rückschlag. Aber auch so ist cS heute unsere Pflicht, in. dieser Hinsicht vorsichtig zu sein. Auch, die Regierung muß hier beizeiten an alles daS denken, die politischen Parteien müssen ihre Mitglieder darauf vorbereltcn,- die Familien der Arbeiter, der Landwirte, der Unternehmer und dcS Mittelstandes müssen daS alles voraussehen. Und hauptsächlich die Staatswirtschaft muß in Ordnung gehalten werden, weil sie ja die Grundlage für alles bildet. In diesem Sinne wird unsere Regierung in der neuen politischen Hcrbstsaison schwere Aufgab e n zu erfüllen haben. kür soziale Gerechtigkeit - Wir sind ein Staat, der sich nicht der Erkennt- nir verschloß, daß cs notwendig ist, auch den Idealen der s o z i a l e n G er e ch tig keit den ihnen gebührenden Platz cinzuränmen, daß cs notwendig ist, neben der politischen Demokratie auch die wirtschaftlich e und die s o z i a l e Demokratie auszürtchten. In dieser Richtung gebührt unseren führenden Funktionären, unseren politischen Parteien, oest einzelnen Ständen Dank— alle verstanden die Bedeutung der Zeit, alle"vermochten in der gegebenen Zeit«in v ernünfti geS Kompromiß zu schließen und anzunehmen, alle vermochten ergeben polt,tisch.e Verantwortlichkeit aüf" sich, zu nehmen. Sie sicherten dadurch die !KimSkräiiei.mw ga.b en d ä m i t d. e r Welt eistest ntiitii B eilte k s."daß die Demo» fräkiebeiüns Erfolg h a t, t e 6« n eistest neu«st B e stteis. daß die D tttt i rräkiebei uns Erfolg h a t, l e d e kamt und leben wird. *■».. Der 18. Feber wird durchgeführt Taten und nicht Worte entscheidend /.' In Troppau erwiderte der Präsident auf die Ansprachen der Vertreter der deutschen Bevölkerung: - Glauben Sie mir, geehrte Herren, daß man aüS einer objektiven historischen Prüfung des MiNorttätenproblems wirklich.erfreut und ermutigt hervorgeht. Ich will damit nicht sagen, daß bei unS schon aliieS vollkommen ist, und daß schon alles geschehen ist, was hätte geschehen sollen. Ich will nur ganz der Wahrheit gemäß konstatieren," daß die Verhältnisse' nach dieser Seite hin bei uns unver h ä l t n i s m ä tz i g besser sind als anderswo. Ich sehe schon vor mir, daß. wir bei uuS itt die Periode einer definitiven gemeinsamen Zusammcn- ärbeit kämmen, einer, gegenseitigen ehrlichen F e st l« gung i n d e n S t e l l u»gen, die- wirklich der tatsächlichen» zahlenmäßigen und kulturellen Kraft" unserer beiden Völker entsprechen".werden. V Die. Regierung hat"diese unsere Angelegen- he'iten konkret in" den bekannten Peschlüssen vom 18. Feber 1987 zum Ausdruck gebracht, die zu ihrem Programm wurden und die sich fö r tl a u- ,f e ndzu r V e r w i r k l i ch ü n g b r i n a t. - Ich weiß, daß sich.H i n d e rnis s e in den Weg. stellen,-ichweiß, daß sich solche Sachennicht vomheute auf. morgen durchführen lassen und daß gerade, in. der Politik mit- b i e lA g i t-a t ton ,u n d P r o Pag a n da gearbeitet wird, daß Mißtrauen" gesät- wird""und- daß"Mit Unwahrheiten gearbeitet wird." Aber das war, ist und wird immer:sein.', Und einem! Wolke, das"eines guten Willens-istj. bleibt- nichts übrig,- als gegenüber diesen Methoden. Ruhe zu bewahren, seinen. Weg z'stgehesti"sehen Tag in dieser^Sache.etwas Neues aifSzüführen,".".nicht nachzulassen,-a'ü sz u h a l- test, ÄtS M in didsest"Sachen mein Programm -und Wine. Methode.-- viel Halen" wir. sch"»»:.geleistet,-eine," Reihe von Dingen, bleibt«nsinstch zü tun. übrig. Wir stnd auf dem richtigen"Eege, denn breite demokratische Schichten Msehrp Seide» Völker wünschen diesewirkliche,-aufrichtig^ und lopale Zusammenarbeit. Und ich-ti» überzeugt, daß Witz bei ein wenig Besonnenheit» Ruhr und Geduld und Hei gegenseitigem Vertrauest; und Ehrlichkeit unsere Aufgabe bald mit Erfolg zu Ende bringen werdrsti Lf,>.<■;:(Fortsetzung aus Seite 2) ■■■ Wirtschaft! bet t erung wird einige Sehre anhalten Das bedeutendste Ereignis der letzten zwei Tage war für die Tschechoslowakei dir Reis« des Präsidenten der Republik nach Mähren und die Rede», die Dr. Bene« dabei gehalten hat. . Die. herzliche Begrüßung, die ihm dabei zuteil wurde» galt nicht nur dem Staatsoberhaupt,"daS , man als Repräsentanten des Staates und seiner demokratischen Ordnung betrachtet, sonder«, dem p o l t t i s ch e n F ü h r e r, als welcher sich der Präsident in seinen Reden- in"ltng. Hra» lisch» in Olmütz, tn Mähr. Ostrau und in Troppau wieder bewährt hat. Während" Benes in Ung."" : Hradisch sich vorwiegend mit den Beziehungen-zwischen Tschechen und Slowaken befaßt hat, sind sein« übrigen.Reden kurze, aber inhaltsvolle,-Erörterungen unserer brenstendsten wirtschaftlichen, innen» mtd außenpolitischen Fragen. Bemerkenswert-an den Prästdeitienreden erscheint unsdir- , F e st i g k e i t u n d E n t s ch l o s s c n h e i t» mit der er selbstbewußt daS Errungene, hervorhebt und mit der er an hie Lösung der- kommestden Aufgaben herantritt. So Hatter in Mähr» Ostrau darauf verwiesen, daß das Land die schwere wirtschaftliche und- soziale Krise ohne groß« Erschütterungen und Putsche überstand»»!hat, er rühmt die»feste Stellung, innere Ruh«, sittliche Gesundheit und«In starkes Selbstbewußtsein" des Staates und: erklärt überzeugend, daß " wir.»auf dem richtigen Wege'? sind. Große Beachtung werdeit— auch außerhalb der Grenzen— die Worte finden, mit denen der Präsident der kritischen außenpolitischen Lage im allgemeinen und der-Stellung der Tschechoslo- .- wakei-zu den bedeutsamsten hier in Betracht-kommenden Problemen gedenkt. Der Präsident spricht hier- mit dem ihin eigenen Optimismus, er glaubt, daß es in absehbarer Zeit, -.keinen k r iegerischen Konflikt inEuropa geben" wird. Ebenso sieht Benes , im Hinblick auk die Entwicklung.-der wirtschaftlichen Verhältnisse nicht" schwarz. Mit großer . Energie hebt der Präsident hervor/ daß die Tschechoslowakei weiter- an ihren demokratischen Methode» festhaltcn wird, die Bevölkerung erkennt m ihrem Staatsoberhaupt freudig" den ge- , t r e Niest Eckart der Demokratie und ihrerFreiheite».Die deutsche Bevölkerung im besonderen wird.mitJnteresse vernehme», wie der Präsident ihtz auseinandersttzt,... daß dw.D e.M okratiegc r-a-d» fü rd iti^a tiuuakeuMi» dSrh eitest Most--. :üst schätz ba rer B ed e u t u ng i st. Mit Freude kann man-lest'ÄüSführüNgen diis gewählt-> ,ten StaatSsvhrers entnehmen,- daß. er an der"Diirchführung der tschechisch-deutschen Berekst- barungen vom 18. Feber„ehrlich" sesthätt(Olmütz),"daß er„konsequent und stetig" auf ihtze -Verwirklichung hinarbeitet und daß sich" die Deutschen mit Vertrauen ast.ihn wendest können -(Ostrau). Lehrreich erscheine» uns für ein« nationale deutsche Politik, auf dem Boden der Rep.u» -blik auch die Worte des Präsidenten, daß„nur tägliche, gednldige undshstrmi> t.i scheArbeit... die tatsächlichen Verhältnisse zu änder n u n d u m z u g c st a l t c n" vermag. Benes knüpft hier an ein« Auffaffung seines LehrekS Masakhk -a», der bei seiner Rückkehr 1918 sein Volk eindringlich darauf verwies, daß man politisch nur durch Arbeit etwas erreichen kann. Möge das sudetendeutsche Volk endlich: einmal demagogische Phrasen" von- politischer Arbeit unterscheiden lernen! Die breiten Masten der Bevölkerung und die sozialistische Arbeiterschaft int besonderen werde» schließlich mit großer Befriedigung zur Kenntnis nehmen, daß Benes auch de« Spurest Masarvks insofern folgt, als er das F o r t sch r«i t e n v» n d« r p o l i ti s ch«n zur w i risch oft lichenu>id sozialen Demokratie für notwendig erklärt. Benes hat hier wie in allen anderen Teilen seiner Rede allen Menschen guten Willens aüS dem Herzen . gesprochen. In Olmütz erklärte der Präsident zur weltpolitischen Lage u. a.: Wir haben seit dem Jahre 1988 in Europa Er» eigstiffe«richt, welche die schwerste Politische Krise des europäischen Kontinents nach dem Kriege be deuten, die sich einigemal«, besonders im Jahr« 1986, zu einem direkten-schweren europäischen Kon flikt zu enstvickeln drohten. Wir stehen außerdem noch mitten in,den aus dem Konflikt in der Ange legenheit Spaniens sich ergebenden großen Schwie rigkeiten und chen.jetzt, ist ein. neuer Krieg im Osten zwischen China und Japan"entstanden, der nicht bchld beendet sein wird. Europa ist geistig und-moralisch in einige Lager geteilt. Unseren Staat haben all« diese Ereigniffe direkt und vital berührt. In dieser Lage muß sich, der tschechoslowakische Staatsmann und Politiker ständig die-Frage stellen, wie wir vor gehen sollen..." Ich bin der Ansicht," daß- wir die kritischesten Zeiten der europäischen Rachkriegsentwicklung hinter"unS haben. Di« Wirtschafts- k r i s e hat bereits" unverkennbar, einer- ziemlich -entwickelte«, Prosperität Platz gemacht uni- diese gebesserte Lage wird-sicherlich r i ni g« I a h r e anhalten. Diese Müsten zu einer B«sserung a u ch- au f, anderen Ge bi:« t e»benützt -werden. Reue"schwere Ereignisse in der europä ischen Außenpolitik würde ich einstweilen nicht erwarten"."Einen kriegerisch e n Konflikt in Europa etwarte ich. in"absehbarer"Zeit n i ch t.. """"ES läßt sich" nicht.daran.zweifeln,- daß in den Staaten, die ihre.neuen Regime errichten, ein Krieg schließlich derartige E r s ch ü t i; e r ung e n Her vorrufen Würde/daß sich allgemeine Revolutionen, neue Desorganisation und neue- Umstürze überhaupt nicht vechindfrd ließest.-Soziale Revolutionen, shste-- Matische Vernichtung verschieden^ nationaler,: reli- giöser, kultureller und sozialer Minderheiten-.allg«-. meiste Ausrottung, Veraristung sind allcmeine Demo ralisierung— dies alles wäre das Hauptergebnis jedes"großen"-europäischen.Krieges, Ich glaube daher." nicht,- daß sichrem, ernster- europäischer Siaätsmann dessen nicht bewußt-" wäre" ustd- einen Krieg wünschte Aber trotzdem stnd dse.heutigen Verhältnisse derart, daßsieüstszwingen,auf alltz'Evey. »er Kampf der polnischen Bauern und das Schicksal einer Diktatur W arscha u. Der Havasberichterstatter meldet, daß es in zwei polnischen Dörfern zn scharfen Zusammenstößen zwischen der Polizei und ortsansässigen Bauern. gekommen ist, wobei in einem Dorfe 14 Personen getötet und 20-verwundet wurden. In einem anderen Dorfe wurden 11 Personen getötet. z, Der polnische B a u er st r e i k, der seit dem IS. August im Gange ist und bis 25. August in Wirksamkeit bleiben soll," gipfelte Sonniag in einer Reihe von Kundgebungen, in deren Verlauf cs zu betvaffneten Zusammenstößen gekoin- men ist. An z w c i Dutzend Todesopfer blieben ans dem Platze.: Der Kampf der polnischen Bauern und die Folgen, die dieser Kampf für die weitere Entwicklung der polnischen Politik, damit aber auch für einen bedeutsamen Sektor der europäischen Politik haben wird, verdienen weit über die Grenze» unseres großen slawischen Nachbarstaates und über diese.Nachbarschaft hinaus Interesse. Sie sind Sturmzeichen sehr erfreulicher Art. Sie zeigen die schwere Krise eines- jenes diktatorischen Regimes an, die im Europa her NachkriegSperiodc entstanden sind und-überall den Anspruch auf ewige Dauer erhoben, aber sich nirgends bewährt und nirgends wftklich stabilisiert habest. Infolge ihrdr'iitsteren Spasinilngeis werdest' sie" zu-, jener „dynamischen" Außenpolitik-gedrängt, die heute den gefährlichen Sprengstoff Europas darstellt. In dem-Maße aber, in dem die Opposition im Innern aktiv wird, ist auch die-Möglichkeit-einer außenpolitischen Aktion, eines Ablenkungsmanövers in Frage gestellt. Den polnischen Bauern geht er elend, es geht ihnen sogar ganz hundselend. Gewiß ist daran nicht die Diktatur-allein schuld. Die kleber» v ö l k e r u n g Polens, für die es lei» Ventil gibt, die Landflucht der Bauern, die wieder zu verstärkten sozialen Spaniiungen« in den Städten führt(u. a. zu den wilden Judenpogromen, die an der Tagesordnung sind), derAlkoho- liomuS, der Analphabetismus, grassierende VollS- seuchen, Not an Lebensttiittel» und Bekleidung, der Verfall der Höfe und Dörfer stellen einen krisenhaften Prozeß dar, den. auch eine demokru- tischc Regierung nicht einfach mit cinigeit Gesetzen und Verwaltungsmaßnahmen beende» könnt«. Aber die D i k t a t u r hat alles"getan, um das Ele n dz u vergrößern. Ihre wahnsinnige seit vielen Jahren— und lange vor Beginn der allgemeinen europäischen Ausrüstung.— betriebene R ü st u ii g s p o l i t.i k, die den Bauer mit nntragbaren Steuern belegt und nur einen winzigen Bruchteil der öffentlichen Gelder lvicder der Zirkulation zuführt, die. Vernachlässigima dör Kulturpolitik und einer vernünftigen HanoclS- "politik-verschärfen natürlich die Krise. Bei- steigender Kultur würde die.- Ucberbevölkerung sinken, damit wäre eine Hauptursache der Krise eingeschränkt. Das Bezeichnende"aber ist, daß die p o l n i- s ch e n Bauern auf die Not n i ch t s o r e a- gi er en, wie ein Großteil" der deutschen . oder"österreichischen, auch der tschechisches« Bauern reagiert hat. Sie laufen nicht dem Faschismus in die Arme. Diese B au er n wissen,-daß die D..i k t a t u r k. e i-n Hei l m i t t e l gegen den Hunger ist. Die polnische. Baucrnklasse hat den Zarismus noch in den Gliedern. Sie erinnert sich des Elends der Vorkriegsjahre,-der Freiheitskämpfe gegen die russisch-zaristische Herrschast, sie würde erzogen in der.-Tradition i der polnischen Revolutionen des 19. Jahrhunderts. Sie" stellt nicht in der" Republik" und den demokratischen-Errungenschaften von 1919" die Quelle des Elends, sondern iw der Beseitigung dieser Errungeiifchas- ten-durch- die- Diktatur der Pilsudsnsten, der Legionär-Obersten und ihres Militärisch-bUrökra-", tischen Anhangs.- So Wird die p o-l-n-t sch e Bau e-r n s-ch a f-t— unter den Bauernklassen des Nahen„Zwischencuropa", die- alle ähnliche Entivicklüngserscheinungen-zeigen,- die zahlenmäßigstärkste— eine"re'b.olu-tionäre: Kern t.i u p. p e" des neuen Europa. Mnh die" Diktatur",'die mit-den polnischen-Arbeitern vielleicht fextig-werden-könntei weil"diese Arbeiter"-iit. Seite 2 Dienstag, 24. August 1987 Nr. 198 einigen großen Städten und Andustrierevieren isoliert werden können, diese rabiate Diktatur ver- lagt gegenüber dem großen Raum, der namenlosen Masse der Bauern, dieser Menschenflut, dre über gang Polen Ivogt Ivie einst die Flut der MuschilS über Rußland. Im polnischen Regierungslager spürt man das nahende soziale Beben und die Folge ist ein w i I d e r Kampf der Richtungen und Kliquen Innerhalb der herrschenden Schicht, der es. seit dem Tode Pilsudslis eben an jedem Zusammenhalt, an der verbindenden Persönlichkeit fehlt. Der Versuch, einen„Führer" zu ernennen, ist gescheitert. General Rydz- S m i g l h ist im Hintergrund geblieben, war weder fähig, eine Massenpartei zu schaffen, noch imstande, den Glanz der Pilsudskilegende zu erneuern und seine Person zum Magneten der Diktatur zu inachev. Wenn er sich unlängst ein paar Kraftworte abrang, so war auch das nur eine blasse Kopie Pilsudski'scher Schimpfkanonaden. Dec Oberst Adam Koc, der es übernommen hat, dem Regime eine Partei zu schaffen, sucht in seiner Berzlueiflung Anschluß»ach rechts. Er will die anti-Pilsudski'sche Opposition auf der Rechten, die Nationaldemokraten, gewinnen. Aber dieser Versuch hat zu Heller Empörungimalten Pilsudskilager geführt. Die„Legion der Jungen", der eigentliche Nachwuchs der Pil- sudskisten, ein Teil der Legionäre, eine. Opposition unter Führung des Abgeordneten K o p e c, haben sich von Koc losgesagt und fordern die Erneuerung der demokratischen, sozusagen linken Pilsutski-Tradition, während die Nationaldemo« traten für die Versöhnung einen sehr hohen Preis, nähmlich die Uebernahme der Führung im faschi- stisch-diktatoxialen Regime verlangen. Rechte und Linke sind einig in der Bekämpfung der Außenpolitik des Obersten Beck, in der Feindschaft gegen HItlerdeutschlimd und der widernatürlichen Allianz zwischen Berlin und Warschau. Der blutige Sonntag hat aufs neue bewiesen, wie weit die Dinge schon gediehen stnd. Polen steuert aus einer wirtschaftlichen und einer, latenten System-Krise in eine sehr akute K r j s e seines jetzigen Regimes. Mitten in einer Umwelt, die mit Explosivstoffen zum Bersten geladen ist, kann der Ausbruch der innerpolitischen Krise Polens ebenso zu einer wesentlichen Entlastung Europas, wie zu katastrophalen außenpolitischen Kurzschlüssen führen. Der 18. Feber .(Fortsetzung von Seite 1)- In Witkowitz erklärte Dr. Benes zum ' deutsch-schechischen Problem: Für die deutsche Bevölkerung hier stelle ich fest, daß unsere Regierung bezüglich der Regelung der nationalen Belange Ihren Plan hat«ich daß sie entschlossen ist, die Grundsätze, welche Heuer im Frühjahr In dieser Hinsicht vereinbart wurden, weiterhin enerisch zur Durchführung zu bringen. Und ich will gemeinsam mit der Neuerung konsequent und stetig auf die volle Verwirklichung dessen hinarbeiten, was ich im Borjahre in Reichenberg erklärt habe. Daß dazu Zeit und Geduld erforderlich ist, dass sich diese Dinge nud bei loyaler Zusammenarbeit beider Delle und bei Vorhandensein wahrhaft demokratische« Geistes aus beide» Seiten durchführen lassen, versteht sich von selbst. Allein darin liegt heute bei unS der große Fortschritt: Daß daS, wag ich eben sage, heute bereit» d i e politische Ueterzeugung beider Lager und weiter Schichten beider Rationalitäten ist. DaS ist eine wesentliche Garantie dafür, daß«ns diese große Aufgabe gelingen wird! i . In Olmütz sagte der Präsident: Alle unsere Mindeheitsnationalitäten Halen ein Anrecht ans all daS und könne» es mit Erfolg für sich beanspruchen, waS ihnen die Demokratie diese» Staate» garantiert, und sie können es erreichen, wofern wir eine Demokratie sind. Wenn wir aufhören würden, eine solche zu sein, würde sich auch bei«nS da» Schicksal der nationalen Minoritäten kritisch gestalten. Die» ist auch der Sinn de» Einvernehmen», zu welchem die RegierungSerponenten der tschechoslowakischen und deutschen Bevölkerung untereinander gelangt sind. Diese» Einvernehmen bringen tuir ehrlich zur Durchführung und werde« da» auch weiterhin tun, i« der Ueberzeugun», daß Worte, und seien sie noch so kraftvoll, in der Politik nicht gut neue Tatsachen schaffen können: nur tägliche, geduldige und systematische Arbeit vermag die tatsächlichen'Verhältnisse zu ändern und umzugestalten. Wenn die nationalen Minderheiten unter Aubnützung jener ihnen von der Demokratie gebotenen Gelegenheiten all daS erlangen sollen, was sie benötigen, so hat die» allerdings zur Voraussetzung, daß sie selbst eS verstehe», unsere ganze veffentlichkeit von ihrer Treue gegenüber den demokratischen Ideale» zu überzeugen. R u.r^so.. können sie ein gleichwertiger Partner der. demokratischen Elemente der Me-rheftSnation sein. Ich hege, was da» anbelangt, auch hinsichtlich unserer Deutsche« keine Befürchtungen. Auch hier ist Festigkeit, Ausdauer» Geduld, Ruhe und allerdings vor allem Zeit notwendig— und auch in dieser Beziehung habe ich zu unseren deutschen Mitbürgern«olle» vertrauen. Die Zeit arbeitet auf diese Entwicklung hin, die Zeit wird diese Entwicklung unter unsere» deutschen Mitbürgern voll verwirklichen. Mährens strategische Wichtigkeit ES hat seine besondere Wichtigkeit, wenn ich Mähren auch vom militärischen Gesichtspunkt aus hervorhebe. In strategischer Hinsicht ist Mähren von ganz außerordentlicher Bedeutung. Da» ist schon au» der Geschichte bekannt und da» gilt Große japanische Verstärkungen eingetroffen Schanghai.(HavaS.) Der Sprecher des japanischen Generalstabe» teilte mit, daß an verschiedenen Stellen in' der Umgebung von Schanghai am Sonntag nud Montag neue japanische Verstärkungen gelandet wurden. In Schanghai sollen sich jetzt schon etwa 80.000 japanische Soldaten befinden. Der Druck der chinesischen Kräfte auf die japanischen in Schanghai hat nachgelassen. Die Japaner haben die Absicht, den chinesischen Abteilungen in der Umgebung von Schanghai den entscheidenden Schlag zu versetzen bevor die Einesen den Rückzug antreten können. Die chinesischen Positionen beim Üngpaß von Nankau sind jetzt durch das schnelle Borrücken der japanischen Truppen au» Mandschukua über Tschahar bedroht. Dje Kämpfe südwestlich von Peiping gestalten sich immer hartnäckiger. Die Chinesen greifen dort ans einer mehr alö 60 Kilometer lange» Front entlang der Eisenbahnlinie Peiping— Hankau heftig an. Chinesische Abteilungen, welche an den Flügeln die EinkreisnngSmanöver durchführen, haben bereits die Umgebung der Stadt Tschongsiittin, sieben Meilen nördlich von Lian- siang, erreicht, doch wurde diese Bewegung durch eine Gegenoftnsive der Japaner zum Stillstand gebracht. Ueber 300 Tote durch eine einzige Granate Schanghai.(Reuter.) Nach den bisherigen Schätzungen wurden durch eine Granate, die ein siebenstöckiges britisches Geschäftshaus an der Kreuzung der Nankinger Straße und Tschie- kanger Gosse traf, 280 bis 880 Personen getötet. Die Straße bietet ein Bild des Grauens, ist vollkommen von in Stücke gerissenen» in großen Blutlachen liegende» Leichen bedeckt, die von Trümmern und zerbrochenen Ziegeln verschüttet sind. Es ist nicht bekannt, ob eS sich um eine chinesische oder um eine japanische Granate handelte. Kalgän besetzt? In Tokio ist vom Kommando der Kwantung- Armee die Meldung eingelangt, daß die Stadt Knlgan von de» Japanern besetzt wurde. Weltvergessene Inseln steigen Im Kurs England sichert»Ich Stützpunkte Im Stillen Ozean London. Der britische Kreuzer„Lean- d c r" hat soeben die Gruppe der sogenannten Henderson- oder Elisabeth-Inseln besetzt und auf ihnen die britische HoheitSslagge gehißt. Die Gruppe besteht au» den drei Inseln Ducie, Oeno und Pitcairn, welche südlich des südlichen Wendekreise» auf eea. 180 Grad westlicher Länge liegen. Diese Inseln sind u n b e lv o h n t, erlangen aber durch.ihre Lage mit der wachsenden Bedeutung de» transozeanische« LufWerkehrS grobe Bedeutung. Großbritannien wird auf diesen In'» seln Flugzeugstühpunkte errichten. In der. Nähe dieser Inseln liegen die Hollandsinseln, welche von den Vereinigten Staaten von Amerika für ähnliche Zwecke in Besitz genommen wurden. Vor Santander Santander. Im Westzipfel der Santander- Front rückten die Franco-Truppen weiter vor und besetzten eine Zone von mindestens 8 Kilometer, mit dem Dorf Los Corale», der letzten größeren Siedlung auf dem Wege nach Tovella Vega, 18 Kilometer vor dieser Stadt. Die republikanischen Truppen unternahmen einen ,Gegenangriff im Abschnitt von Billa Carriedo. 3 EINE GESCHICHTE VON BILDERN UND ANTIQUITÄTEN Copyright by Saturn Verlag 1035 Hier ging es anders zu; hier war Stille, Vornehmheit; und schon mit der ersten Ziffer, die den Eintretenden entgegentönte, die Atmosphäre der großen Welt. „Sechsunddreihigtausendvierhundert", säuselte der Mann hinter dem Auktionstisch mit freundlicher Stimme und spielte verliebt mit seinem Stäbchen,„sechsunddreißigtausendvierhun- dert, meine Damen und Herren... sechshundert... achthundert... sisbenunddreißigtau« send... gibt niemand mehr als siebenunddreihig- rausend?" Zwischen den Zahlen, die er lispelte, sich man ihn deutlich an einem Bonbon lutschen, und Larnses Blick suchte ehrfurchtsvoll den Gegenstand, dem diese Zahl gelten mochte. Aber fein Blick stieß ins Nichts. Kein Sessel, kein Bischof, nichts, der Auktionstisch war leer, der Saal war kahl. Nichts. An seinen Begleiter geheftet, wie Dante an Virgil bei der Reise durchs Inferno, gelangte Laruse über die wenigen, schwach besetzten Bankreihen hinweg fast bis nach vorne an den AuktionStisch. Er erschrak, als er sich selbst plötzlich zwischen den Leuten sitzen sah, von denen doch wenigstens einer die siebenunddreißigtausend, nein, jetzt waren es schon siebenunddreihigtausend- achthundert... achtunddreißigtausend.,. acht- unddreihigtausendzwethundert Francs■ besitzen mußte. Wo war er, wie sah• er aus, der Mann, der diese Summe für etwas, egal was, bezahlen, konnte? Gab es ihn überhaupt! Und in dkiisem Augenblick löste Laruse daS Problem. Man hatte nicht vergebens gelernt, die Menschen zu beobachten, man verstand mit einemmal, war eS bedeutete, wenn jemand, scheinbar mit nichts anderem beschäftigt, als in den Katalog zu starren und dessen Ränder mit kindlichen Ornamenten zu bekritzeln, plötzlich, ohne die Augen zu Heden oder soysiwie zu verraten, daß er am Vorgang der Auktion auch nur gedanklich teilnahm,. seinen Bleistift um kaum zwei Zentimeter höher hob, worauf der Auktionator— dessen Augen alle Reihen durchschweiften, Überall hindrangen, nirgends hafteten,, durch nichts verrieten, daß und ob und waS sie erspäht hatten— Achtunddreißig- tausendvierhundert...! rief. Da, das war es, und Laruse freute sich de» durchschauten Spiels. Hier war er zu Hause und war beglückt wie ein Reisender, an dessen Ohr in einem fremden Land plötzlich ein Satz dringt, der ihm einen Landsmann, nein, einen Mann au» seinem Bezirk, au» seiner Gasse anzeigt. Der alte weißhaarige Herr, der dort mit einer Dam« plauderte— wie leicht konnte man, den Augen de» Auktionators folgend» ihn nun entdecken— hatte eben nur gerade genickt, und schon verkündete der Mann hinter dem Pult, daß der Preis auf Achtunddreihigtausendsechshundert.$* gestiegen war. And der große Dicke dort, der gleichgültig in die Lust starrte, die Hand napoleonisch zwischen die Knöpfe seiner Weste geschoben, hatte überhaupt nur den Daumen bewegt; aber es hatte genügt, den Preis auf Achtunddreißigtausendachthundert zu treiben. „Weitergeben,' mein Herr, bitte weitergeben!" sagt« jenmnd neben Laruse und reichte ihm etwa». Sein Nachbar zur Rechten steckte ihm eine Schnupftabakdose oder etwa» Aehnliche» zu, ein runde» Döschen, auf dessen Deckel eine jung« Frauensperson gemalt war. Laruse, auf» äußerste erschrocken bei der Vorstellung, daß die» Ding achtunddreißigtausendachthundert Franc» wert sein sollte und sich in seiner Hand befand, gab es schnell seinem kleinen dicken Freund, ter links von ihm saß. Dieser schien«S mit dem Weitergeben nicht so eilig zu haben. Er besah das Ding genau und auch Laruse steckte seinen Kopf dazu. „Etwa» rascher bitte!", sagte jemand und griff nach dem Döschen. Aber der kleine Dicke Ivarf nur einen, geringschätzigen Blick über die Schulter, zog eine Lupe auS der Tasche, äugte scharf, auf das Bildchen am Deckel, und dann ereignete sich die dritte Sensation diese» Nachmittag». Das Ereignis setzte sich aus drei genau unterscheidbaren Teilhandlungen zusammen: zunächst gckb der kleine dicke Mann das Döschen nach links weiter. Dann sah«r Monsieur Laruse an. Und zwar auf eine seltsam« Art, pfiffig und geheimnisvoll. ES war ein Blick, wie ihn Laruse in seinem Berufsleben schon manchmal gesehen hatte, wenngleich er. selbst noch nie Empfänger xines solchen Blicke» geworden wgr. Sein Metier zwang ihn, gelegentlich in kleinen Borstadtkaffeehäusern an den Tischen geschickter Hazard», um nicht zu sagen Falschspieler, Platz zu nehmen; an diesen Tischen würden, hie. und da solche Blicke schweigenden Einverständnisse» gewechselt. Hätte er sich in dem kleinen Dicken getäuscht?' Der Schreck, der ihn ergriff— denn ganz bestimmte Absichten, die sich auf da» sympathische Aeußere und Gehaben dieses Mannes zu s gründen begonnen hatten; wären zusammengefallen— vermischte sich Mit durchaus anderen Regungen: mit Mißtrauen, jähem verdacht und der gespannten Leidenschaft, die den Jäger befällt, wenn ihm der Zufall ein Wild vor die Büchse führt. Aber alle diese inneren und äußeren Vorgänge," die in der Welt der Worte sehr umständlich erscheinen— weil die Unvollkommenheit der menschlichen Sprache, die letzten Ende» eine Unvollkommenheit de» menschlichen Denkapparate» ist, nur einMachheute mehr denn je. Dazu kommt, daß'Mähren so bedeutsakne und unentbehrliche natürliche Ouellen für die Verteidigung unsere» Staate» hat.- Dessen ist sich unser«, oberste militärische und. politische Leitung bewußt. Prächtiger Verlauf der Reise Sonntag früh trat der Präsident der Republik von Prag au» seine offizielle Reise nach Mähren-Schlesien an, um zunächst in U n g a- risch-Hradisch die Ausstellung der mährischen Slowakei, deren Protektor er ist, zu besuchen. Dort antwortete der Präsident auf die Begrüßungen ein einer Ansprache,in der er auf die Rolle der mährischen Slowakei als Bindeglied zwischen dem tschechischen und dem slowakischen Gebiet hinwies und erklärte: Die zwanzig Jahre de»»emeiusame« staatliche« Leben» haben die tschechoslowakische Einheit derart verkittet, baße» keine Macht auf der Welt gilt, die sie zerschlagen könnte. Diese zwanzig Jahre habe« die Tscheche» und dlö Slowakei begreife» lasse«, daß einer ohne dm anderm in dem hmiigm unruhigen Europa nicht lestehm würde. Unser Staat ist ein gesunder, fester Staat, der im Jnnem von Tag zu Tag konsolidierter wird. Er wird selnm bi»- herlgm Weg gehm, der sich bewährt hat. Kurz nach 16 Uhr trat der Präsident mit seiner Begleitung die Weiterfahrt nach.Olmütz an, während Frau Hanna Benesovä im Auto nach Sezimovo Vst! zurückfuhr. In Olmütz erfolgte die Begrüßung auf dem dicht von Menschenmassen erfüllten Platz vor dem Rathaus. Für die Stadt sprach Bürgermeister Dr. Fischer, im Namen der deutschen Bevölkerung Bürgermei- ster-Siellvertreter Dr. Schmiedel und Be- zirksausschußmitglied Willibald Mader, worauf der Prädent in längerer Rede entgegnete. Der Präsident nahm im erzbischöflichen Palais Wohnung, an dessen Schwelle ihn Erzbischof Preöan begrüßt«. Am Wend'gab der Erzbischos zu Wren dcs Gaste» ein Diner.'Zum Empfang de» Präsidenten waren aus der näheren und weiteren Umgebung 17 Sonderzüge nach Olmütz abgefertigt worden. Montag früh fuhr der Präsident im Sonderzug nach Miähr-Ostrau Wetter. Auch hier erlvarteten den Präsidenten außer den offiziellen Vertretern große Menschenmaffen. Für die Stadt begrüßte Bürgermeister Senator Cha« l u p n i k den Präsidenten. Mit einer deutschen Ansprache begrüßte den Präsidenten Bergdirektor i. R. Jng. Pusch. MS der Präsident in seiner Antwort die Vitalität-und Kraft der Re»> publik und die Richtigkeit des Wege» hervorhob, den unser Staat geht, ertönte laute Zusttmmung. Der Präsident besichtigte sodann die Unternehmungen der Witkowiher Berg- und Hüttenwerke, wo ihm im Namen der Besitzer Eugen Rothschild und Guttmann, c im Namen de» JndustriellenverbandeS Generaldirektor Federer und namens der Arbeiterschaft der Vorsitzende deS Betriebsausschusses Klima begrüßten. Zum Andenken an den Besuch wurde eine Gedenklinde gepflanzt. Auf dem Jgnaz-Schacht in Marienberg Wernahm Generaldirektor Dr. Krulis-Randa die Führung. Im Werkhotel veranstaltete die Stadt«In Mittagessen, an dem 140 Personen teilnahmen. Außerordentlich herzlich war auch der Empfang des Präsidenten durch die deutsch« Bevölkerung von Troppau. Für die Stadt.sprach Bürgermeister Dr. I u st, die Grüße de» deutschen Landvolkes überbrachte BezirkSauSschußmttglied Rudolf Ondk«jka. einander der Darstellung zuläßt— begaben sich In der Welt der Wirklichkeit, die ein Nebeneinander der Geschehnisse sehr wohl gestattet, blitzschnell. Und zwar so blitzschnell, daß die dritte Teilhandlung deS in so komplizierter Durchführung begriffenen Ereignisse» in eben dem Augenblick einttat, in dem Laruse» Empfindungen bereits die oben erwähnte Richtung'teS Mißtrauens gegen seinen Nachbar eingeschlagen hatten.' Diese dritte Tellhandlung bestand darin/daß der kleine dicke Mann plötzlich mit lauter Stimme etwas rief: „Bierzigtausend", rief er und wandte(nut einem Lächeln an die Adresse Mr. LaruseS) den Blick dem Aultionator zu. „Bierzigtausend", wiederholte dieser, anscheinend weit weniger erschüttert al» Monsieur Laruse,«Bierzigtausend, der Ruf ist in der zweiten Reihe, vierzigtausendzweihundert", setzte er dann gleich hinzu,„vierzigtausendvierhundert, ich bitt« um ein Anbot!" Der kleine. Dick« machte ein». Gebärde gleichgültigen Verzicht» und erhob sich; Laruse desgleichen. ’„Vierzigtausendachthundert... einündvier- zigtausend.. klang e» poch auf den Gang hinaus,„einundvierzigtausendzweihundert..vierhundert..., sechshundert..." „ES war ein früher Ssabey", sagt« der kleine Dick«.' Laruse nickte, zustimmend, „Mer ich bin ja nicht verrückt", setzte der Kleine hinzu. Laruse stieß einen kurzen Laut aus, der sagen sollt«, daß man verrückt sein müsse, um.,., er wußte Übrigen» nicht, wa» zu tun. „Borgestern", redete der kleine Dicke, weiter und bahnte sich einen Weg durch die Menge,„por- gestern ist da» wirklich schöne HerrenpoüräU von Jsabeh um fünsuNddreißigtausend weggegangen. Ich habe e» nicht gekauft und wollt« jetzt/ den Fehler gutmachen— aber so ein Narr bin ich nicht." (Fortsetzung folgt,!' Mr. 108 Dienstag, 24. August 1037 Seit« 8 Oss letzte Wort des Czemin»Palais- Portugal hat den Konflikt gewollt! Definitive amtliche Erkürung/ Die Vorgeschichte des diplomatischen Bruches Ein portugiesisches Ultimatum und eine Repressalie gingen voraus Da« Tsth. P. B. gab Montag folgende amtliche 'lvon uns nur an zwei Stellen verkürzte) Darstellung der genauen Vorgeschichte der diplomatischen Bruches vom 18. August d. I. auS: Prag. Am 84. Juli 1087 erschien der portugiesische Gesandte im Ministerium für Auswärtige . Angelegenheiten. Er führte an, daß sich die tschechoslowakische Waffenfabrik In Brünn vor einigen Monaten um die Lieferung von Maschinengetvehren nach Portugal beworben habe, daß Im Juni 1087 die portugiesische Regierung der Wafsenfabrik miigeteilt habe, daß sie sich entschlossen habe, ihr die Lieferung zu vergeben, dah jedoch die Wafsenfabrik kurz vor Beendigung der Verhandlungen und vor der BertragSunterzeichnung die Berhandlungrn abgebrochen hab«, wobei sie sich auf politische, mit den spanischen Ereignissen zusammenhängende Gründ« berief. Der Gesandte ersuchte nm Aufklärung dieser Mitteilung der Wafsenfabrik. Das Außenministerium verhelte gegenüber dem Gesandten nicht, daß es vor allem die Angelegenheit In politischer Hinsicht prüfen müsse, namentlich in ' der Richtung, ob e» durch Bewilligung der Lieferung nicht— wenn auch indirekt und entfernt— seine Verpflichtung betreffend die Nichteinmischung ■ in den spanischen Bürgerkrieg verletzen würde. Tatsächlich haben auch tschechoslowakische Be- htirden in den letzten Jahren ihre Zustimmung zur Ausfuhr verschieden«« Arten von Kriegsmaterial in «ine ganze Reih« von Staate« au» verschiedenen Gründe« versagt, i« einer Reih« von Fälle« mit Rücksicht auf ihr« Verpflichtung zur Nichteinmischung in den spanischen Bürgerkrieg. I« keinem dieser zahlreichen Fälle, in dem die Zustimmung versagt wurde, kam es zu«iftem Protest de» vetrossenen Staate», um so««Niger zu einer Verschlechterung der Beziehungen zu diesem. Czernin-Palals kommt Portugal weit entgegen Da» Ministerium für Auswärtig« Angelegenheiten neigte bei den Verhandlungen mit der por- tugiesischen Gesandtschaft einer deratigen Lösung zu, daß die Lieferung prinzipiell bewilligt, die Waffen aber erst nach Beendigung de» spanischen Bürgerkriege» abgesandt werden würden. Al» jedoch die portugiesische Regierung dringlich wurde und auf ihre Mitgliedschaft im Londoner ■* NichtinterventionSauSschutz hinwie», beschloß da» Ministerium für Aurwärtige Angelegenheiten, in dieser Sache der portugiesischen Regierung zu entsprech«»--«w-««-•* Am 2. August, also bereit» am neunten Tage nach ter ersten Intervention der portugiesischen Gesandtschaft, hat dar Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten dieser«ine diesbezüglich« Andeutung gemacht und am 8. August bereit» verbindlich erklärt, daß e» sich in dieser Hinsicht vollkommen mit Ker Erklärung der portugiesischen Regierung zufriedenzustellen beabsichtige, daß sie die Waffen keiner der kämpfenden Parteien in Spanien abtreten werde. Ein« derartige Erklärung wurde nämlich Von allen Regierungen gefordert, denen seit Ausbruch des spanischen Bürgerkriege» Waffen au» der jkschechoflowÄei geliefert wurden und alle diese Regierungen haben die verlangte Erklärung bereitwillig abgegeben. Damit waren die Verhandlungen i in politischer Hinsicht ganz Im Sinn« de» portugiesischen Wunsches beendet, auf«In« Weise, die am besten von der tschechoslowakischen Bereitwilligkeit zeugt. - Portugal llzltlert und droht An diesem Tage jedoch— dem 3. August— steig ert rdi« portugiesisch« Regierung ihre Forderungen, indem st« verlange, daß ihr da» Ministerium für Auswärtige Angelegenheit«« nicht nur die Zustimmung zur Lieferung gebe, sondern daß sie auch di« Einhal- ■ jung der Liefertermin« g a rantier«, Hirtei wandt« dir portugiestsche Regierung ein Druckmittel a«, da» im zwischenstaatlichen Verkehr vollkommen ungewohnt ist und»ei Verhandlungen über Handelstransaktionen stcherlich vollkommen vereinzelt dasteht. '!' Die portugiesische Regierung erklärte nämlich | schriftlich, daß sie da» tschechoflowakische Verhalten Ult' dieser Angelegenheit al» unfreundlich und au»- Weichend ansehe und daraus alle Folgerungen für den Verkehr zwischen de» beiden Staaten ziehe, trenn sie nicht bi» zum 6. August die verbindlich« Lüstcherung erhalte, daß die Tschechoslowakei die Ausführung gestattet habe und daß di«"von der, Portugiesischen Regierung verlangten Lieferfristen von der Firm» eingehalten werden. nicht genug daran! Am gleichen Tage'traf ein Bericht-der- tschechoslowakischen Gesandtschaft iü-Lissabonein,, daß bereits am 1. August in Portugal eine.Bekorhnunß Publiziert Wovdettsei.durch die, tschechoflowakische Staatsangehörige- vyn der Teilnahme anöftfNtlichenLieferungen und Wett- bewerben ausgeschlossen werden." Di« portugiesische Regierung hat als» Maßnehme« durchzuführen begonnen, mit denen sie Hr den Fall gpdroht hatte, daß ihr bi» zum S. Auguft nicht entsprochen werd«, und-zwar vor AtlnNf dtzse» Stift, ja sag«»«per ft« ihr« Drohung ausgesprochen hatte.' .ein Ultimatum Die portugiesische Regierung hat hier in einer ausschließlich demBeschluß der tschechoslowakischen Behörden unterliegenden Frage ein Druckmittel angewendet, das In den internationalen Beziehungen nur in seltensten Fällen angewendet wird, wo e» sich um«Inen ernsten Konflikt handelt, namentlich wenn «» sich um Erzwingung eines Rechtsansprüche» handelt. Aber nicht nur da»: Durch die ultimative Form ihrer Intervention und Verkündigung de» Boykott» gegenüber tschechoslowakischen Staatsangehörigen bei Lieferungen und Wettbewerben hat sie die Tschechoslowakei vor ein« Situation gestellt, in der es sicherlich nicht leicht war, sich für die Erfüllung der poriugiestschen Forderungen zu entscheiden." Trotzdem wurde der portugiesischen Negierung zugesichert, daß ihr, sobald sie-die Repressalie zurückgenommen habe, die Lieferung der ersten Rate zur gewünschten Frist garantiert werde. Lediglich für die weiteren Lieferungen sollte erst jeweil» die Meinung des hiesigen VerteidtgungSministerium» eingeholt werden, dem gegenüber die Brünner Firma feste Verpflichtungen hat. Lissabon will den Bruch In der letzten Ausgabe der„Konsumgenossenschaft" macht der Prokurist der Gee, Franz S v o j S e, der schon in früheren Jahren unermüdlich auf die Mängel in unserer Mar- garinewirtschaft hingewiesen hat, darauf aufmerksam, daß heut« abermals ein Margarinemangel eingetreten ist und daß dieser Mangel noch größer zu werden droht. E» wird da u. a. gesägt: Da Margarinekontingent für 1037 wurde mit Söll» Waggons festgesetzt. Es wurde schon früher daraus hingewiesen, daß dieses Kontingent zur BedarsSheckung für Pas heurige Jahr keinesfalls aüSreicht. Tatsächlich beginnt'Vie Knappheit- an Margarine und KuNstfett schon arg fühlbar zu werden. Diese Erscheinung ist die Folge der ungerechten Und parteiischen Aufteilung des Kontingentes. Die ungerechte Aufteilung der Kontingente trifft immer wieder diedeutfchenKonsum- g« n o f f e n s ch a f t e n in erster Linie, denn es find gerade und nicht zufälligerweise die in den deutschen Gebieten liegenden Fabriken, die von Kürzungen am meisten betroffen werden. So verzeichnen unsere deutschen Konsumgenossenschaften wegen der ungerechten Verteilung des Kontingentes für 1937 eine Einbuße von gehn Waggons. Das ist der Anteil, um den die Konsumvereine von den Fabriken gegenüber 1986 weniger bekommen. Trotz afler Bemühungen und Proteste bei den Behörden, wurde den deutschen Konsumgenossenschaften diese künstlich bewirkte und schmerzliche Einbuße noch nicht erseht. Im Gegenteil, daS Unrecht wird weiter fortgetrieben. Es steht ein Kontingentrest von vier Waggons zur Austeilung. Seit vielen Wochen schweben Wir haben bereit» einmal über die Gefahr beachtet, die der Arbeiterschaft und der Gemeinde Schönlinde durch den Ankauf der SchiMer'schen Fabrik durch die WarnSdorfer Großfirma Kunert droht. Zwar hat-die Firma Kunert allerhand Versprechungen abgegeben, wie dies.-in derlei Fällen immer geschah und geschieht. Der Erfolg ist^auch stets der gleiche. Den Gesellschaftern der Firma Schindler sind vonKunert viereinhalb M i l l i o n en KC a l s A b- fertigung ausbezahlt worden. Auf die Arbeiterschaft'aber erstreckt sich die rührende Sorge der eindeutig sozialen Großunternehmer nicht, Am 14. AugMsind bereits lk> Angestellte per 30. September gekündigt.wordpn und einzelne Abtei- lüngen übersiedeln schon nach Warnsdorf. Einer der Gekündigten, der Kassier Slstner, der 30 Jahre in den Dienste« der Firma stand,' hat sich sein Schicksckl so zu Herzen genommesi, daß er sich erhängte,-7 Man sieht aus' diesem. Beispiel»- wie die Volks geilte inschaft in der Praxis aus» 'sieht. Es ist auch, bezeichnend, daß die gleichest SdP-Größen Nordbühmens, die dauernd gegen die Bata-Methoden, wettern, gegen die gleichen Konzentrationsmethoden Kunerts nichts einzu- wendeN haben. Die Hauptsache bleibti daß die der Volksgemeinschaft teuren Unternehmer gut abge- fertigt werden. Um die Arbeiter sollen sich dann' Sicherheit haben müsse, daß auch die folgenden Partien in den verlangten Fristen geliefert werden würden." Obwohl die portugiestsche Regierung ihre unfreundliche Verordnung nicht zurücknahm, machte da» Außenministerium ihr n e u« B o r s ch l ä g e. Es erklärte, auch di« Lieferfristen garantieren zu wollen, wenn Portugal einen anderen Typ von Maschinengewehren akzeptiere, und zwar jenen, der zur Zeit in der eigenen tschechoflowakische» Armee ausschließlich verwendet würde. Portugal bestand aber auf dem anderen Typ und auf der Garantie der Lieferfristen. Da ihm diese nicht zugestanden werden konnten, brach eS die Beziehungen ab. „Die obige Darlegung ter Tatsachm ist stcherlich ein vollkommener Beweis dafür, daß die Verantwortung für den Ablrnch ter diplomatischen Beziehung»,« nicht auf die Tschechoslowakei fallen kann. Da» Ministerium für Au»«är- tige Angelegenheiten bemüht« sich, Portugal seine« guten Willen zu. beweisen, ihm entgegenzukommen, und suchte Wege zur Verständigung noch in den Augenblicken, in denen«» die Verhandlungen unter Berufung auf die Würde de» tschechoslowakischen Staate» hätte abbrechen könne«! es hat die Situation niemals vom Prestigestandpunkt au» beurteilt. Mit dieser Erklärung haben die tschechoslowakischen amtlichen Stellen definitiv ihre Mei» itung zum Ausdruck gebracht und haben überhaupt nicht di« Absicht, sich mit dieser Sache Verhandlungen. zwischen den einzelnen Ministerien. Das Handelsministerium will diesen Kontingentrest den kaufmännischen Organisationen zuschanzen, die ohnehin au» dem Unrecht bei der letzten Kontingentverteilung ganz ausgiebig profitierten, und die deutschen Konsumgenossenschas- ten sollen wieder leer auSgchen. Es hat sich ferner der Unfug herauSgcbildet, daß die Fabriken nur demjenigen liefern, der die höchsten Preis« bezahlt und der gleichzeitig auch andere Erzeugniffe dieser Fabriken wie Seife, Senf und Estig abnimmt. Wa» ist nun für die nächste.Zeit vorzukehr-, ren, damit nicht ein'trkuter Mangel entsteht? Es wüßten'zunächst'' sofort zehn Prozent deS JahreSkontingrnteS, das sind 560 Waggon», au» der für das letzte JahreSviertel reservierte» Menge freigegeben werden. Dadurch schmilzt allerdings da» Kontingent für das letzte Vierteljahr zusammen.und eS bleiben zur restlosen Tieckung des Bedarfes an Kunstfett für die Verbraucherschaft für das heurige Jahr insgesamt mindestens 2000 Waggons nötig. Die Zahl der Beschäftigten ist gestiegen, der Fettbedarf ist auch deswegen ein größerer geworden. Leider sind die Löhne nicht in dem Ausmaße gestiegen, daß die Arbeiterschaft imstande wäre, anstatt Kunstfett Butter zu kaufen, von der aber auch keine Ueberschiiffe bestehen, denn sonst müßte nicht soviel Butter eingesührt werden. ES ist höchst,-Zeit, daß in der Margarinewirtschaft endlich Ordnung gemacht wird, damit nicht Jahr sür Jahr im Herbst Fettmangel rin- tritt. die vielgeschmähte Demokratie und der täglich verfluchte Marxismus kümmern... Der Fall Schönlinde zeigt aber auch, wie gefährlich eS ist, sich angesichts der K o n j u n l* tut trügerischen Hoffnungen hinzugeben. Die Gefahr der Rationalisierung und der Arbeitslosigkeit bleiben bestehen, die Arbeiter müssen auf der Hut sein und ohite Kampf und öffentliche Kontrolle wären wir auch in der Kon« junktur dauernd von Existenzlosigkeit bedroht. la. das wäre etwas anderes I '' Laut Erlaß der Bezirksbehörde in Braunau vom IS. August l. I. Zl. 27767 erging an alle Gemeindeämter da» Ersuchen, erho- lungs'bedürftige Kinder unter 16 Jähren namhaft zu machen. Für den politischen Bezirk Braunau fohlen noch 60(sechzig) Kinder. Weil e» sich hier um eine dritte staat- lich e Erholungsaktion handelt, ist 'inan in gewissen Parteikreisen hievon wenig begeistert. Und. schon wird geflüstert:„Wu Wan so '-denn, hiekumma?"„Nu, wuhi« denn»'et a set biemsches Naasts"„Am Ende müssa sfe batte noch arbta i"„Nee, do ga ich men Ertöten nee haal" Ja, wenn eine Propagandareise nach dem dritten Reiche auSgetrommelt wird, da sind diese Leute Feuer und Flamme und beklagen tief ihre arme Jugend, die in diesem Bolschewikenstaate leben muß und der eS versagt ist, die„freie" deutsche Lust zu atmen und nicht„Heil" schreien zu können wie ihre Alten in Breslau... Oer Stammesführer lobt den Krieg Konrad Henlein hat in der Egerer Gedenkhalle- ein Fresko-Gemäide gestiftet. Er gab 80.000 K6 dazu— eine beachtliche Summe für einen ehemaligen Turnlehrer und ein Beweis dafür, daß den„Reinen" und„Sauberen" die Politik sehr gewinnbringend ist. Das FreSko-Gemälde wurde von Henlein am Samstag enthüllt. Bei dieser Gelegenheit hielt der Stammesführer eine Rede, in der er u. a. sagte: „Die Kameradschaft der Front wurde di« Keimzelle für di« große, neue Gemeinschaft de» Volke». Im Schützengraben, bei Angriff und nächtlicher Patrouille wurden wir zu neuen Mensche n". Einige der Frontkameradcn lernten im Schützengraben, beim Angriff und Patrouille immerhin den Krieg aus tiefster Seele hassen, und wir haben Ursache, anzunehmen, daß es ihrer nicht wenige sind. Aber in der„neuen Gemeinschaft des Volkes", die Konrad Henlein meint, haben diese Friedensfreunde nichts mehr zu sagen. Sie werden von den„neuen Menschen" in Konzentrationslager gesteckt, aus der Flucht erschossen oder als NationSvcrräter gcbrandmarkt. Nach Henlein ist der Krieg den Völkern gut bekommen: er hat auf sie wie ein Stahlbad gewirkt; und all der Schmutz und das Grauen des Krieges sind in jener nationalsozialistischen Bewegung lebendig, die der Stammesführer als die „Erneuerung" des deutschen Volkes ansieht und die den n ä ch st« n Krieg mit aller Kraft vorbereitet. Der Stammesführer ist dabei, den Krieg zu glorifizieren. Die Frontsoldaten, die das Kricgserlebnis nicht bei Festlichkeiten und im Horchwagen vergessen haben, denken über den Krieg anders. Auch der„Tapferkeit" der Mütter gedenkt der Herr Volkserneuerer:„Hätten wir keine tapferen Müttter gehabt, hätte e» wohl auch an der Tapferkeit der Soldaten gefehlt"— sagt er. Schade, daß die Tapferkeit der Mütter nicht zugereicht hat, ihren Söhnen das Beweisen der Tapferkeit zu verwehren:«8 wären der Menschheit zehn Millionen Kriegsopfer erspart geblieben. Die schlichte Wahrheit ist, daß die Mütter um das Leben ihrer Söhne gebangt und gezittert haben: nicht Tapferkeit bewegte ihr Herz, sondern A n g st und Sorge. Tapfer mußten sie sein, als sie das Liebste verloren hatten. Und darum möge sich Herr Henlein nicht auf die Mütter berufen: Mütter; die ihre Söhne lieben, wolle«, baß man für den Frieden arbeitet, statt den Krieg zu verherrlichen i ver befohlene Volkszorn Aus Tachau wird uns di« folgend« amüsante Begebenheit berichtet: Obwohl der„Heimatrus", da» Kreisblatt der SdP, tagtäglich wegen des Zucker-„Stan- dals" trommelt, reagiert kein Mensch auf sein Geschrei. Im Gegenteil I Die Mitglieder der SdP fragen' sehr eifrig, w o man denn den billigen Zucker kriegen könne und ob er nicht schon bald zu haben wäre. Auch ein SdP-Funktionär, den man in Tachau„Fcschak" nennt, zeigt keine Spur von Aufregung, und das fiel allgemein auf. So fragte man denn einen Henleinmann, was da eigenllich vorgehe und warum der„Feschak" und die anderen SdP-Mitglieder den Zucker-„Skan- dal" so ruhig hinnähmen. Nicht einmal auf dem N Marktplatz, der doch sonst die Stätte aller Auseinandersetzungen zwischen den politischen Diskussionen sei, vernehme man ein Wort über die Zuckersache. Der Henleinmann war über die Frage nach den Ursachen des Schweigen» der SdP zunächst verdutzt und meinte dann treuherzig: „Da ist haltnoch keinBefehl dal" Der„Volkszorn" regt sich eben nur dann, wenn der Herr Sandner ein Zirkular ausschickt. Aber wir vermuten, daß selbst das Zirkular im vorliegenden Falle nichts nützte. Dse Sehnsucht nach dem billigen Zucker ist bei den„Reinen" und „Sauberen" allzu groß. Rückreise der Roten Falken. Die Roten Falken aus der Tschechoslotvakei, die sich im Zeltlager Brighton und in Paris aufhielten, befinden sich auf der Rückreise in die Tschechoslowakei. Nach einem Telegramm aus Paris werden sie heute, Dienstag, den 24. August, um 18.41 Uhr in Karlsbad eintrcsfen. Es ist anzunehmen, daß die entfernter wohnenden Roten Falken in Karlsbad Äernachten werden. Bor einem allgemeinen Strpik in der Trap« pauer Schokoladeindustrie. Da trotz mehrfachen Verhandlungen keine Einigung über die Regelung der Löhne in der Troppauer Schokolade- und Kanditenindustrie, erzielt werden konnte, beschlossen die Arbeiter dieses Produktionsgebietes, in den Str e i k zu treten. Die Arbeitseinstellung war ursprünglich für den 28. d. M. angesetzt, wurde aber wegen des Besuche» des Präsidenten der Republik verschoben. Es handelt sich vor allem um hie Erhöhung, der Arbeiterlnnenlähne, deren Stundenlyhn zwischen 0.90 und 1.10 KL schwankt. Der Streikbeschluß bezieht sich auf sechdeutsche Fabriken, die insgesamt 1100 Arbeiter beschäftigen. DND. „Diese» Angebot lehnt« di« portugiesisch« Re gierung ab, indem st« darauf verwies, daß sie die| w e i t 11 z u befasse et." Schon wieder Margarinemangel Benachteiligung der deutschen Konsumvereine Mitten In der„Konjunktur“ Die Schfinllnder Strumpfindustrie durch die Fusion Schlndler-Kunert schwer bedrohtl «Seite 4 Dienstag, 24. August 1637 Nr. 108 Beilrkiarbaitertag Graslltz Teilansicht von der Spanien-Kundgebung Am, Sonntag veranstaltete dieBtzirk»orga'nssa« tiön Graslltz der Deutschen sozlaldemokrasi- ' scheu Arbeiterpartei- in Pechbach bet GraSlitz einen Bez irkSar» bei t-e rtag, bet dem 2300-' Teilnehmer gezählt wurden. Trotz dem ungünstigen Wetter herrschte die prächtigste Kampfstimmung. Bei der Kundgebung für "Spanien/ die'im Rahmen de» BezirkSar- beiiertages veranstaltet wurde, sprach Karl Kern.' J. 01 Ptolltlsche Konferenzen In Olmiltz i An. Obnütz traf Ministerpräsident Dr. HodZa auf der Rückreise aus Rumänien Montag abend ein und nahm im erzbischöflichen Pa« jais Wohnung. Gemeinsam mit ihm traf auch Eis-cnbahnministcr Bechyns ein. Im?lutomo- bilaus Königgrätz kam der Vorsitzende der tschechische». Agrarpartei B treu nach Olmütz.' Preßfreiheit und Journalistische Verantwortlichkeit Dieses Thema wird aus Anlaß der Kon- ' flikteS mit Portugal von Jan H r ä b ä n e k im „Närodnl Ofvobozenl" in treftender Weise ab- .: gehandelt:!‘ »Die Berufsjournalisten betonen■ in ihren ständischen"Kundgebungen neben der" strafrechtlichen« Veranttvortlichkeit auch die moralische. Diese Verantwortlichkeit' ist zweifellos da und sie ist noch bedeutsamer bei Journalisten, die Über politische, insbesondere außenpolitische Dinge schreiben als bei Reportern, welche die tägliche» Lokalangelegenheiten verfolgen'..'. Der verattt- wortliche Journalist muß bei der Wertung der Tatsachen erwägen, wie seine Nachricht ioirken und welche Folgen sie haben wird. Er mutz aufmerk- sam die Lage werten und die Zweckmäßigkeit der Veröffentlichung von Informationen und Kommentaren äbschätzen. Vorsicht und Zurückhaltung ist der Ausdruck" von Disziplin und Weitsicht. Diese" Eigenschaften müssen insbesondere den posi- tischen oder diplomatischen Redakteur äuszeich- mn:"..■ . Außenminister Krofta in Prag.—Gesandter Flieder noch in Portugal. Außenminister Dr. Krofta. ist Sonntag abends nach Prag zurückgelehrt. Er wird Freitag nach Tatra-Lomnitzgreisen, um im dortigen Mittel-Europakurs einen Vortrag zu halten und sich bann-gut Kleinen Ententekonferenz begeben. An den Manövern wird Außenminister' Dr. Krofta nicht- teilnehme»-, doch ist es-möglich, daß Minister Krofta seine-.Reise ist die-Tatra in. Mähren unterbricht,- um dem Präsidenten-der Republik über den Konflikt mit Portugal Bericht zu erstatten/ mit welchem, sich in den nächsten..Tagen ein weiteres vorläufig abschließendes Kommimiguk des Außenministeriums befassen dürste. Eine Berichterstattung, KroftaS an,den.Präsidenten der Republik hat bisher nicht stattgesunden-und auch die. Abberufung des Lissaboner Gesandten Dr, Flieder, der sich bekanntlich in einem Badeort in der Nähe von- Lissabon aufhält» ist-bisher nicht erfolgt. Kongreß" der katholischen BolkSpartei Böhmens. Wie die„Lidovk Listn" mitteilen, findet am 26. und 26. September'1037 im Gemeindehaus in Prag der neunte Kongreß der ischecho- skowalischen Volkspartei in Böhmen statt. Unter anderem wird am 2ö. September, einem Samstag, ein Fackelzug in Prag stattfinden, am Sonntag, den 26: September, halten Referate.der Lan- dcSvorsitzondcS t a s e k, der Minister für öffentliche Arbeiter Jng. Dost a l e k, der Reichspartei« Vorsitzende Minister Sw am e k. Neber die organisatorische Tätigkeit spricht der Parteisekretär K l i ni e n t' und über'die Jugendbewegung Dr. R ii ck l» Der Chefredakteur des„Rabiner" gestorben. Am Sonntag, starb im" Krankenhaus. voNUügst« risch-Hradisch. der Chefredakteur des Olmützer tschechischkie.riknlen'TaghlaiieS„N.a. s i ir e.'e'', KoNsistorialratP..Ladislav.Zq m,y käl, Im Al«, ter. vvn' öü' Jährest. Er.war seit dem Jahre 1001 Mitglied der Redaktion de»„Nasiii'ee"" stnd'seit 1923"Chefredakteur des Blattes. P. Zamykal war Vorsitzender"der Filiale'des Syndikates Lsl.no- vinärü in Olniütz und"«Stellvertretender-Vorsitzender des Syndikates ist. növinätü in Prag..-. ' Neue Richtlinien für die Besetzung vonLeh- rerstellen an Bürgerschulen. Nach\ den neuen Richtlinien, des. Schulministeriums-werden-die. Direktoren- und-Fachlehrerstellen an Bürgerschulen inHinkunftohne Bestimmung des/ Lehrgegenstande?systemisiert.-'Uebxr-die Besetzung nach. Fächern^wird-stets-vor der Stellenausschreibung' nach' dpni.jeweiligen Bedarf, der Atistalt' entschie- deniwerden'..",lDND),""- Deutsche Propheten 1937 Das folgende(wie wir glauben von Felix Dal;n stammende und.vor.Zeiten höchstens-in nationalen Kalendern/ abgedruckte) Poem aus Bier und Blut soll unter dem Titel„Der letzte-KamPs" jetzt.die hitlerdeutschen Lesebücher zieren: . Der Schläg der deutschen Bärenpfoi«, ihr kennt ihn, ihr Romanen wohl, seit-Alarich, der junge Gote, das Tor zuschlug züm Kapitolfund euch, ihr Slawen und Pollacken, ist deutsche Kraft bekannt seit lang, seit drohend trat auf euren Nacken der Heinriche SiegeSsang. Nein,/eh ihr herrscht, in diesen Landen, draus ost euch jähe Flucht entrollt, sei noch einmal ein Kampf bestanden, des ewig ihr' gedenken sollt. Wir steigen auf zu Ämnpfgewittern, der H e l d e n t o d Ist unser R echt, das letzt e, das ihnen geblieben ist! die Erde soll im Kern erzittern: wenn fällt ihr edelstes Geschlecht. Brach Etzels Haus in Glut zusammen, als er die Nibelungen, zwang, so-soll Eu ropa steh n., in Fl a mm e n,. .-- bei der G.e r m a n e n U n t e r g a n'g. Das heißt denn doch, den'Teufel. an die Wand malen!.■;• Deutsche Schulen in Mussolinirn. Die„Tirö- ler BauerNzcitung" schreibt:„Auch im heurigen Schuljahre gab es allerhand Klagen.-Nicht bloß deshalb, weil die Kinder in den Volksschulen lein Wort ihrer deutschen Muttersprache zu hören bekamen oder gar- sprechen dursten, sondern auch deshab, weil«—dies gilt besonders vom Lande — der Schulunterricht äußerst mangelhaft war. AuSgeschulte" Kinder'köniien oft nicht schreiben und auch« kaum lesen. In Naz bei Brixcn waren bis Mitte April sage'und schreibe 16 Schultage! Dreimal wurde der Lehrer gcwechselt.inrmer gab es schulfreie Zwischenzeiten. Der häufige Lehrerwechsel in Südtirol rührt daher," daß sich' die italienischen Lehrer in der fremden Umgebung und inmitten der deutschen Kinder nicht Wohl fühlen. Troß des höheren-,Gehaltes,- den sie in Südtirol bekommen,' wollen sie lieber, in Italien unterrichten. Zudem haben die meisten der italienischen Lehrkräfte wenig Ehrgeiz, den deutschen Kindern Wissen beizubringen. Sie begnügen sich damit, ivenn sie italienische nationale-Lieder singen und den römischen Gruß richtig können. So gab es auch Heuer wieder traurige Ergebnisse, weil es den.deutschen Kindern verwehrt wurde, privat die deutsche Muttersprache zu lernen. Gerade in diesem Punkte überschreiten- manche italienische Lehrkräfte ihre.Befugnisse, weit: cs wurde den Kindern nicht bloß untersagt, in den Schulpausen deutsch, zu-sprechen",-.sondern sie durften auch nur italienisch, rede».-Wer heute die Schulverhgltnijse mit. jenen aus' den- vergangenen- österreichische» Zeiten vergleicht, der muß zur Ucberzengung kommen, daß bei dar Südtiroler Jugend ein geradezu erschreckender Kulturrückschritt-zu verzeichnen- ist," — Der Faschismus, der das deutsche Schulwesen derart. unterdrückt, ,ist der Bundesgenosse der NSDAP und" der.SdPI NeichSdeuischeS Auw von einem M-Zug zertrümmert."-Die Staatsbahndirektion in Pilsen gibt bekannte Am:L2, Äugust"um?16:8Ü Uhr fuhr auf-der-. Eisenbahnstrecke Poböjovice—Stankau beim Bahnübergang,der Staatsstraße-im Kilometer 10.02; ein ireichsdeutsches Automobil auf den Motorzug Ltr> 3106 auf. Bei dem Zusammenstoß, wurde das Automobil ,zertrümmert und der Besitzer des. Automobils, der: reichsdeutsche Staats- angehörige Herbert S ch w a n d t n e r aus Köln a. Rhein,"-getötet.» . Unklare Meldungen vom' Flugzeug Lewanewskis.- Nach" Meldungen der RegiernngSkvm« miffion" vom 22. August'find"wiederum einige Fälle- zu-'verzeichnen,- in Besten-.'unklare Funkmeldungen auf- der Welle stiid'z»' dem-Zeitpunkte ein« trafen, die für Has Flugzeug LewanewfkiS.charak- teristisch sind. Es gelang, nur-einzelne Buchstaben aufzufangen.. In Anbetracht der. Umstandes, daß auf-dFg; verschbllenen- Flugzeug, ein"Empfänger arbeitet, senden-die- Polarstatiostest".einige Male im Tage Nachrichten für-die Besatzung, die von" den getroffenen MckßnahjneflKenntnis,..geben.- Nach-- einer Meldüng' aus FaivbankS- ttliti da? Fordflugzeug-,..da?: das:Flugzeug des aincrilani- schcn Fliegers. Matexnr. in. der:.Luft-mij.Benzin versehen sopje, j hierMeilen-südlich, von". Fairbanks eine H'ava.ries'istsblge', einer.".Notlandung. Ditz Besatzung..ist ohne Schadest davostgekchnwen, ., Boni Feuer umzingelt.-Bei der Besäinpftiyg- eines WaldLrandes in ShöshonefNationglPark"im Staate Whoming, wurden- ctiua 60 freiwillige Arbeiter und-Beamte der- Amtes für Straßenbau Infolge des- plötzlichen Unrschüwenr"des. Windes vöm^Feuer--umzingelt. Acht-Mann-verbrannten^ ; zwei wurden-schlver und die: Übrigen leicht verletzt.; . Das Kasino von Boulogne f. m-. niederge- ’ bräunt.- Smintag^kurz nach Mitternacht.:-brach- während? einer Vorstellung- im-- Tanzsaal- des städtischen Kasinos«in- B-o ul o g;ne""s ui- m er- plötzlich^ ein-Brand aus. Die. Flammen ,breiteten" sich-rasch im; ganzen-Gebäude aus. Der Kapellmeister' unterbrach- die- Vorstellung und empfahl den-Zuschauern,"- ruhig, auseinander-.-zu gehen". Dies geschah-auch in vollständiger Ruhe. Einigen Mitteilungen zufolge entstand der'Brand durch die Unvorsichtigkeit eines-Tänzers,"'welcher"sein" Feuerzeug in-Brand-setzte,-alS'daS-elektrlsche Licht erlosch. Verletzt wurde niemand^ DaS Feuer war früh um 6 Uhr lokalisiert." Es'" sind- ihm- der Dheäiersaal, die Äestauvation und der große AuS- stellungSsaäl mit;400 Bildhauerwerken zum Opfer, gefallen. Der Materialschaden wird auf. einige-Millionen-Francs.geschätzt..- Bo« Eiffelturm gestürzt. Eanistag gegen 21 Uhr stürzte-sich-ein unbekannter Mann vom- zweiten Stockwerk.der-' Eiffelturmes stn-'dje- Tiefe und blieb auf der Plattform des ersten'' Stockwerke»'tot liegen. Auf der Heimfahrt von Grinzing? In der-Nacht zum Sonntag ist-. ist Wien" ein- tschechoslowakischer Personenautomobil-, in der Nußdorfer Straße gegen einen 2 ich! mast.angefahren. Die 31jährige Private'Ele'onoraD oft" lblaü» Oderberg, die'sich in dem Automobil befand,- erlitt-Verletzungen an der Wange und eine Nervenerschütterung.iDIe.RetiungS- gesellschaft brächte ihr erste. Hilfe.-. Bei dem«rohztigig organisierten Betrug der unterschobenen Akkreditive erlist, nach vorläufig eingelangten-Beichten, die Pariser Bank im ganzen einen- Schaden von 1,048.000- Francs. Die Zahlungsaufträge waren aus"Lyon an SO verschiedene Filialen der Bank adressiert worden und der Betrug ist in.20.Fällen gelungen.- 21.Filialen wurden dadurch gerettet, daß sie entweder re,chtzeitia gewarnt, worden waren," oder daß sich die Betrüger Überhaupt nicht einstellten; oder durch,«in Zusammen treffen der IdNstäntze. ,' Alle vethäfieten, Individuen, wohnest in. Pari» oder In" der-nahest'Umgebung: Man glaubt daher, daß. die'Betrügerbande ihren Sitz in Paris hatte.und daß nur ihr Anführer nach Lyon reiste, um die verdächtigen Akkreditive-abzusendem König.Faruk hat sich verlobt:-Montag waren in Alexandria Gerüchte verbreitet, daß der König von Aegypten' Falstk. d'er zur-Zeit"-17fH Jaihre zählt, sich'verlobt habe. Kurz dsträüf wurdeii diese Gerüchte amtlich' bestätigt... Die. köerlobte.'des. Königs ist'nach"ägyptischen'Behauptimhen selbst«; verständlich; eine' große' Schönheit, und 16 Jahre alt; Ihr Vater ist'Richter- beim.' Gemischten' Be- rusimgsgerichtshof,'.ihr Großvater..Mohammed; Pascha Saien war. ägyptisches Ministerpräsident. ".""Errichtung eine», eigenen Postschalter» anläßlich, der BriefmarkcnauSstellung in Schreckenstein. Anläße, sich",der Briefmärkeiigühstellüng.itl.Tchreckensteln.wird; am.17. Oktober 1087 ist einem Parteireraum. der." Fortbildungsschule in Schrcckenstein ein eigener; Postschalter des Postamtes. Schrecksnstein sl.errichtet-werden.-Der,Schalter.'wird. die.Bezeichnung"„Strekov l — Schreckenstein' I- Vhstava- poötoy'ijkch-znänsek.. Bri'esmarkenaursiellung" sühren. Die Tätigkeit diese» SchalterS^wird.sichjaisf die Aufgabe, gewöhnlicher und eingeschriebener'iBriefpostsrndungen. und- auf-den Postwertzeichenverkauf. erstrecken'.- Die Apitsstunden des Schalter» wurdest von"8 bis 18 Uhr festgesetzt. " LandilrvMerlohn: acht Zigaretten am Tägi (JTF)j"GeiieraI8bersfGöising ljat'äMeoÄsiieks"däss die'Dienstzeit des Arbeitsdienstes für den-SvUt- imxrhalbjahrgastsf,' 1037 über den 1. Oktober"histe äshs bis zum 24,. Oljober verlmigert. Mrd','Dji Arbiritsdienstttistpps sollen für" die Kctrtöffel-'und Nübener.nte zur Bersügung stehen. Die; Bauern, Heren Ernte, vom, Arbeitsdienst eingebracht wird, sollen dest" niodtitzen Tariflohn In die Kasse, der ArbeitSdieitstberlvältung-zahlen.." Was dörr.mit dem Geld geschieht, bleibt dunkel. Denn auch ein bei der Hackfrnchternte eingesetzter Arbeitsdieust- lyr erhält;neben.Verpfleginig lind iknierkstilft.ilur 27 Pfennige Barvergütung pro Tag. Er katitl sich dgsilr. gerade, acht Zlgarettell kaufen.. Weitere Zunahme- des SleifrverkehreS... Ter Reiseüerkehr" im Juli-d. I...hat' in der Tscheilioslo- wakei' einen", günstigen Berlauf."geNoninien. Die. Zahl der"reisenden Alisländcr. ist Heuer größer al»,in den Böriahrcn. Die" Verlängerung des Aufenthaltes der Ausländer in Unserer- Repnblik,- die Heuer-allstenidin zu beobachten Ist und die uns' einen'schönest"wirtschaftlichen" Gewinn einbringt,/äußerte sich im. Juli durch-dar Steigen der Zahl, der-UebernachNingcn guf den höchsten Stand, der in den letzten vier Jahren erreicht, worden ist.' Der Biiinenreisevcrkehr war im-Jstli-ebenfalls sehr lebhaft, und; stärker als-".in. den Votlähren, Stärkeren Besuch hatten Prag.sbwle' namentlich unsere Bade» und ktimatischen" Kurorte aufzuweisen. Die-Grenzerhebung des Reiseverl^res" verzeichnet im Juli' lJuni) d. I.-die Eistreise von 208:0Y0.<108.900)Aurländern und die Rückkehr.von 181.700(122.600).' Tschechostowaken.:In da» Ausland reisten in den erwähnten Monaten> QIOJ^QO (188.200) tschechoslowakische Staatsbürger'. und 218.S00,'.'(,178.000) Ausländer' verließen.unser Staatsgebiets' Im"Vergleich mit den Vorjahren.stieg die Zahl, der-zu ünS oder durch unser Staatsgebiet reisenden-Ausländer um-12'Prozent-gegenüber'JstIi 1086, um 28 Prozent gegenüber dem"Juli 1035 und um 35 Prozent gegenüber dem Juli 108».' Im Laufe der ersten- sieben Monate d.' J.. kamen 1,208/00.0^Ausländer. zu uns und-880.600 Tschechoslowaken reisten-ins Ausland. Aufenthaltsdauer : der Ausländer bet;uns kastn im Juli,(Juni) d". I. mit ungefähr 1,617.100(021.100) Tagen"astge- geben werden,'währestd-die. Aufenthaltsdauer.'der Tschechoslowaken im AuSlande ungefähr!,005.800- !(326.400) Tage- beträgt.- Die. Aüfenthaltsdauer-der Besucher ist" Heuer also bedeutend länger als'im Vorjahre: Abnahme der Regenneigung. Dar Zentrum einer Störung,"unter deren"Einwirkung in Mitteleuropa bereit» fest einigen Tagen ungünstiges-Detter andauert, verlagert sich uun über Polen.' Jn-Böhme» heiterte' sich" der Himmel Montag nachmittag» teil» weise auf, in den mittleren Teilen de» Staate» siel jedoch noch Regen, Morgen dürsie auch dort die Neigung zu" Regen abnehmen, aber der allgemeine MtterüngScharakter de» Wetter» noch immer unbeständig bleiben.— Wahrscheinlicher Wetter von h e u t e: Wechselnd bi»" vorwiegend bewölkt, zeitweise^ Regenfälle, mäßig kühl, Nordwind.—• Wetteraussichten'für Mtfkwoch:"Veränderlichf'sim-ganzen- abnehmende Belvölkiing, stellenweise Regenschauer, ettva» wärstrer,. Nordwind. Vom Rundfunk CnptahlentwtrtM«tu du Provuinui Mittwoch. Prag, Sendet l. 10.05: Deutsche Presse,' 12.10:' Schällvlattenkonzert.-12.85:Populäre» Schallvlatten--' konzert: Mozart, Gluck,-Johann"Strauß/ 13.40:- Deutscher Arbeitrmarkt. 14: Deutsche Sendung:- Liedeisolge. 14.40: Engliicke Tanzmusik.: 17,40: Bartos: Duo für Geige und Biola. 18.05: Deutsche Sendung:- Dr/.Moucha:-Reue-■ Bücher. 18.20:. Deutsche Arbeitersendung:, Dr. Markovlt», Tepliy- Schönau: Da».unabhängige.Aegypten, l;8:40: So-' zialinfoxmationeN,. 18.45: Deutsche Presse, 10.20: Volkslieder, 20:'Milttärkönzert. 21: Bruckner:-"Sinfonie- VII E-Dur,-22,20: Französische Tanzmusik.- — Prag, Sender II. 15: Schallvlatten, 15.15:. Deutsche Seyduögi Kindprftunde. 15.5Y,:.. Deutsche Presse.— Briinn.. 18.20: GosangSkonzert der mährischen Lehrer, Schallplatten."17:40: Deutsche'Sendung:. OsinÜtzer'-MeUer erobert die' Welt, au» Oppe-. retten-von Ley Fall,— Prehburg. 14.15: Geigen-, konzert. 16.10: Populäre» Nundsunkorchesterkonzert, 22.35: Tanzmusik.— Kaschan, 12.05: Schallplattenkonzert.—.. Möhr..Ostrau. 11/05: Blcchnmsik- 18: Unterhaltungskonzert.' Malcolm Campbell versucht gegenwärtig auf dem Lago Maggiore mit seinem neuen ^Rennboot ,",B'lUechlir!d",.däS"mftteinem>26üo;PZ-Mötör"aüsjierüstet-'ist,iden"-von Gär'. -......'..Wöbd'.g"etzall^en-'Ä>i!ltretoiidl"vontS00,80Ü;'-S1tz.-jfm^zu:brechen.'■■ s-i. Nr. 198 DienStag, St. August 1937 Seite S MM Uli WM. Güler Verlauf> der Reichenberger Nesse Ein für■ unsere Volkswirtschaft wichtiges Ereignis hat Sonntag seinen Abschluß' gefunden. Die Refchenbergcr Messe lieferte wieder den Beweis, daß sie vollstes Vertrauen der Aussteller genießt und daß wertvolle Geschäftsverbindungen angebahnt, aber auch sehr gute VerkausSabschlüsse erreicht wurden.- Die Umsätze liegen fast durchweg- über der Vorjahreshöhe und die Aussteller sind allgemein mit ihrem GeschäftSersolg recht zufrieden. Die diesjährige Reichenberger Messe kann daher als gelungen bezeichnet werden und hat die in sie gestellten Hoffnungen erfüllt. Der erhöhte Einläuferbesuch au- dem In» lande, als auch dem Au-lande, findet seine Begründung in der gebesserten Wirtschaftslage sowie in der umfangreicheren Beschickung und Erweiterung der Messe selbst, wie auch in der nachhaltigst. durchgeführten Propaganda. Von den Aus- landsstaatcn ivaren Oesterreich, Deutschland, Un» garn, Jugoslawien, Rumänien, Holland, England, Aegypten und Kanada vertreten. Der Geschäftsgang in den einzelnen Gruppen zeigte folgendes Ergebnis: In der T e x t i l m ess e sind die vertretenen Ausstellerfirmen im allgemeinen zufrieden, teilweise sehr, zufrieden. Fast alle Firmen haben die Umsätze des Vorjahres überschritten. Leider mutzte auch in diesem Jahr von in- und äuSlän- dischen Einkäufern wieder bemängelt werden, daß vielfach gesuchte Textilerzeugnisse nicht in der notwendigen Auswahl vertreten waren. Auf der technischeoMesse, welche im heurigen Jahre auch besonders gut vom Auslande beschickt war, können fast alle Aussteller einen sehr befriedigenden GeschäftSersolg ausweisen. Rur einzelne Firmen der technischen Branche bezeichnen daS Geschäft als weniger gut. Der Gedanke, auf der Reichenberger Messe großzügige Gemeinschaftswerbung für ganze Branchen durchzuführen, hat sich bet den Sonderveranstaltungen der Elektro-Sonderschau sowie der Drogistenwerbeschau sehr gut bewährt. Für die verschiedenen ausgestellten Neuheiten und Patente in der Erfindungen« und Neu- heUen-AuSstellung„Ena" herrschte lebhaftes Interesse und informative Nachfrage, Der wirtschaftliche Erfolg, den die diesjährige Reichenberger Messe zum Nutzen der Ge- samtwirtschast beitragen konnte, gibt die Voraussetzung, daß sich die Reichenberger Messe mit der Aufwärtsentwicklung. ygd. der Belebung unserer Produktiona^benfalls-weiter entwickln und-der-- grötzern-wisd.»■...«... Wer finanziert die Skodalleferungen nach China „Prävo Lidu": Zu Zusammenhang mlt'dem' Besuche des chinesischen Finanzministers Dr. Kuna in Prag wurde der Press« mitgeteilt, daß die Sloda-Werke mit■ China Bestellungen für etwa 19 Mill. Pfund Sterling vereürbarten, d. t. für etwa 1'% Milliarden KC. Von der Finanzierung dieser Riesenlieserungen war in der Presse in sehr ungewissen Ausdrücken die Red«. Entschieden wurde betont, daß die Lieferungen weder von der tschechoslowakischen Industrie, noch auch von tschechoslowakischen Banken finanziert werden, wobei angedeutet wurde, daß die finanzielle Sicherstellung in England erfolgt. Wie wir aus informierter Quelle erfahren, wurde eine günstige' Voraussetzung' für die Skoda-Lieferungen durch den Umstand geschaffen, datz Frankreich seine Rüstungsindustrie verstaatlichte. Zu dieser Industrie gchören auch Schneider-Creuzot, die bekanntlich auch an den Skoda-Werken beteiligt sind. Durch die. Verstaatlichung der französischen Rüstungsindustrie wurden der genannten. Gruppe große Entschädigungen ausgezahlt, die die Enteigneten, so wie ein Grotzteis der französischen Kapitalisten, in England placierten.. Schneider« Creuzot bat demnach jetzt viel disponibles Kapital in England und ist bestrebt, es zu beschäftigen. Er. benützt es also auch zur Finanzierung der Skoda-Lieferungen für China, Dieser Umstand ist für. unsere'Industrie nicht ungünstig,, im Gegenteils er.wird.ihm eine Erhöhung der Beschäftigung und Kaufkraft ermöglichen.'-Der hei« 1 mische-Geldmarkt wird nicht belastet, Writ.mehr kämen unserer- Wirtschaft allerdings die freien Kapitalien Schneider-Creuzots- zustatten) wents mansieiin°berschichene-tschechoslowakische'Unter-' lOyWichSmark.■...^M8,—' : MarkmüNzrn.^..?-..'745,—■ 100 österreichische Schilling.'.MS0) lOO^xnmänische, Lei«. m ti,»v. 16:85 rMMWi Zlsttz. i*> M?!. Mst.50 100 ungarische Pengö,..... 548,50 100 Schweizer Franken!! V-nWWUvaW-' lM.frän-»sische.Srmtc»'«>i i MM l^amekikaüischer Dollar'. SÜ;SS 100 itaHenifAe fiin 7188.40! 100 holländische Gulden.71W,-7.., 100 jugoslawische Dinare i^. s 69.05- 100 Bel,ä»'WLM.- 100. dänische''Kronen.i.686.7- 100 schwedische Kronen, fKAMS«»» nehmungcn investierte, da ein vorteilhafter Druck a>»f den tschechoslowakischen Geldmarkt und die Schaffung billigen Geldes ermöglicht würde. Verstaatlichung der Eisenbahnen in Mexiko. Die unter dem Schlagwort„Mexikanisierung" lausende EnteignungS- und Verstaatlichungsaktion in Mexiko ist Ende Juni abermals einen Schritt weitergetrieben tvorden, und zwar mit dem Zweck, Ausländerkapital aus seiner Stellung in der mexikanischen Wirtschaft zu.verdrängen. Die mexikanischen Staatsbahnen sind seit dieser Zeit unter Auslöschung der noch bestehenden AuSländerbekei» ligungen in das unumschränkte Eigentumsrecht des mexikanischen Staates übergegangen. Der Vorgang ist sofern von besonderem Interesse, als hier zum erstenmal das im vergangenen Jahr beschlossene Gesetz zur Vornahm« von Enteignungen im öffentlichen Interesse angewandt wurde. 61 Prozent der Stimmrechtaktien der Bahnen haben sich schon seit Jahrhundertbeginn im Besitz des mexikanischen Staates befunden, im Gegensatz zu den Obligationen und den sonstigen Anleihen, die bis auf den heutigen Tag vorwiegend im Ausland, in erster Linie in Nordamerika und England, zu einem kleinen Teil aber auch in ':' In jeder Jachentasche des Herrn, iin-sedem, Reitzverschlütztäschchen der Dame finden sich neben den ortsüblichen GegenständenwieSchlWIund,' Porttmotmaie,- ßeltsarne"Dings,’$« mänchinäl recht ungewöhnlich siy-,'.Bön diesen" Dingen behaupten dxei Leute,.daß sie'aistzevstiprAtisch sind: der.Fabrikant, der Verkäufer und der., Besitzer, istnur-anfangs überzeugt, wenn er es. seinen Bekannten üpd Verwandten, vorführt, und, erllärt> Später sj^K-er nW ineM gtrn^d(srsü)er",• ^MtDareWiüsEdie.Extrqtische',füi'd>e j Neuigkeiten Haben,/diente auf den Markt bringend" Davor."MW dänsi',.' dieMüheiiSd'urstigen"-und- der große Wurf, -dem-bekannten.-„langgefühlten Bedürfnis" wird endlsch>ab..<- ÖLIdieses".Bedürfnis gerade für jenen neuartigen'Bleistift vorhanden war,' der mit elektri» Deutschland untcrgcbracht waren. Das Enteig- nungsdekret verspricht im übrigen, datz die Interessen der Auslandsgläubiger nicht geschädigt iver- den sollen. . Weiterer MitglioderzuwachS der A. F. of L. Laut offiziellen Mitteilungen von- F. Morrison, Kassler des Amerikanischen Gewerkschaftsbundes, stellt sich die Ziffer der zahlenden Mitglieder der 108 der amerikanischen Landeszentrale angeschlossenen Organisationen zur Zeit auf 3,106.489. Im Vergleich zur durchschnittlichen Mitgliederzahl des am 31. August zu Ende gegangenen Finanzjahres ist ein Gewinn von 666.868 Mitgliedern festzustellen. Bei der angegebenen Zähl sind di« 10 Verbände des Komitees für wirtschaftliche Organisation.(CIO) nicht inbegriffen. Trotz Kunstkautschuk— hohe Gummi- Import« Deutschlands. Die Kautschukeinfuhr Deutschlands erreichte im ersten Halbjahre mit 45.270 Tonnen den höchsten Stand seit vielen Jähren. Im Vergleich zum Vorjahre beträgt die Zunahme 41.2 Prozent. Die Importsteigerung -ist um so bemerkenswerter, als die Buna-Produk» tion und die Kautschukregenierung im letzten Jahre große Fortschritte gemacht haben. scher. Beleuchtung schreibt? Es handelt sich bei dieser Erfindung um ein seltsames Instrument, 'unföpmig und dick. In seinem Bauch enthält es ^elektrische Elemente, und unterhalb des Schreib- bleis leuchtet auf Druck eine elektrische Birne auf. Diese Erfindung war notwendig, damit man auch IkBder Nacht schreiben kann, wo es bekanntlich keinerlei andere Beleuchtungsmöglichleiten gibt; alle -Slldseeinsulanet werden sich für diesen Blei inter- elfteren,"für den Fall, daß' sie einmal, gerade wenn ihr Heller Sternenhimmniel von Wollen bedeckt ist, ein« polizeiliche Anmeldung auszuser- .tlgen.haben..< Es gibt auch andere neue Beleuchtungs- Methoden. Da ist z. B. der Spazierftock für Nacht- wandler..Seine Krücke leuchtet plötzlich hell auf," Wesm man nur astf.den richtigen Knopf drückt. Durch'finstere Wälder, kann ein Leüchtstockbesiher ruhig schreiten, kann an de» Wegkreuzungen den Stock ast'den Wegweiser emporheben,"jg, er kann sogar durch Kombination von Leuchtstock und " WWtzstbckisich in dunklet Nacht,, fern von jedem Elekttszikätswerk;*- jeder Gasanstalt und jeder ordnung noch ein A u S n a h m c r e ch t vom Ausnahmerecht dekretieren, das in der Verdoppelung der Strafen und in einigen anderen Verschärfungen besteht. Das" ist der Hauptinhalt von Schuschniggs neuem Ordnungsschutzgeseh. Was wiegen gegenüber diesen Barbareien ein paar kleine Erleichic- rungen, die im wesentlichen nur den Nazi, aber- nicht den Arbeitern zugute kommen werden? Die dauernde„Ordnung", die das neue Gesetz in Oesterreich einführt", ist die"Ordnung des v 0 rmärzliche n P o l i z e i st ä. a t e s. DaS Grundgesetz des berufsständischcn Oesterreich ist und bleibt: die Polizei ist allmächtig! Deutschland«Ul Ins Internationale Arbeitsamt! (JTF) Seit einiger Zeit beschäftigt sich die Presse der Arbeitsfront auffällig ost mit der Frage einer Rückkehr der Nazis ins Internationale Arbeitsamt(I. A. A.). DaS Zentralorgan der deutschen Arbeitsfront behauptet sogar, daß „immer wieder.I. A. A.-Kreise mehr oder weniger geschickt bemüht sind, Deutschland wieder nach. Genf zu bekommen."(Arbeitertum, 16. Juli 1937.) Es ist vielmehr umgekehrt. Gewisse Kreise der Arbeitsfront haben festgestcllt, daß„das Arbeitsamt in Genf... in allen Teilen der Erde in positiver oder negativer Hinsicht wachsende Beachtung findet".(Arbeit und Staat, Monatsschrift der„ReichSbetriebsgenicinschaft Verkehr und öffentliche Dienste", am 11. August) und haben entdeckt, datz der jährliche Bericht des Direktors des I. A. A.„in Zehntausenden von Exemplaren und in vier Weltsprachen-gedruckt in alle Welt hinauSgeht"(Angriff Nr. 185 voin 10. August 1937). Sie wollen deshalb„G l e i ch« schaltung" desJnformationS- diensteSdeSJ. A. A. und hoffen, nach Rückkehr nach Genf eine kritiklose Verbreitung. der Propagandalügen der Deutschen Arbeitsfront und anderer Nazi-Propagandastellen durchsetzen zu können. Wer sie scheuen eine Blamage ä la 1983. Damals floh Dr. Ley aus Genf, als Jouhaux, der Generalsekretär des französischen Gewerk- schaftsbundcs(C. G. T.) die Untaten der gelben Nazis geißelte und Dr. Ley als„geölter"(Kerkermeister) der deutschen Arbeiter anprangerte- Um sich vor einer Blamage zu sichern, verlangt die Arbeitsfront eine Art Nazi-Vorzensur für alle Veröffentlichungen deS Arbeitsamtes und ein« Beschränkung der Redefreiheit für die Arbeitervertreter aufden Arbeitskonferenzen, sie fordert frech, daß die Deutsche Arbeitsfront„nicht in auch nur einer einzigen. Hinsicht s.n Mißkredit gebracht werden dache- HingriF, Ä<«ügusd.L«SA iü». Eine Rückkehr Deutschlands nach Genf wäre .für die internationale Sozialpolitik praktisch wertlos. Sozialpolitische Gesetze stehen in Deutschland durchwegs nur auf dem Papier, da. die Geiverkschaften, die ihre Einhaltung kontrollieren könnten, von den Nazis zerschlagen wurden und die Herren des Dritten Reiches, die bisher bedenkenlos internationale Verträge gebrochen haben, würden vor Verletzung internationaler sozialpolitischer Konventionen nie zurückschrecken. Die Nazis wollen auch nicht ins Arbeitsamt zu« riickkehrcn, um die Internationalen sozialpolitischen Bestrebungen zu fördern, sie wollen nach Genf, um die Publikationen des Arbeitsamtes ihrer Propagandamaschine einreihen und die Bemühungen der Vertreter der Arbeiterorganisationen und der fortschrittlichen Regierungen sabotieren zu können. Für die POUM. Der Präsident der Unabhängigen Arbeiterpartei, Marion, hat eine Reise nach. Spanien angctreten, um die Freilassung der kürzlich verhafteten Führer der POUM zu betreiben und zur Einigkeit unter allen LinlSrichtungen zu mahnen. Die Führer der rumänischen Eisenbahner- Föderation verhastet. In V u k a r e st wurden die Führer der Eisenbahner-Föderation, der Spitzenorganisation der Berufsverbände der Eisenbahner, die Rechtsanwälte Georgeanu und E a r e a l i sowie vier Leiter von Eisenbah- neckerussverbänden verhaftet" und dem Kriegsgerichte überstellt. Als Grund zur Verhaftung werden„einige Versuche, Agitation"unter das Personal der Eisenbahnen zu tragen" angegeben. Petroleumlampe, auf Hellem Nachtsitz zur Ruhe setzen und seine Zeitung lesen. Die Erfinder sind„Helle", wie man in Sachsen sagt, deshalb haben sie für Licht eine besondere Schwäche. Am liebsten möchten sie' jeden Gebrauchsgegenstand beleuchten, denn der Mensch braucht Licht. Jeder Mensch braucht aber auch beispielsweise eine Uhr, außerdem raucht' ein Großteil der kaufkräftigen Bevölkerung. Wie war das bisher so umständlich:-man wpllte wissen wie spät«S ist und zog die Uhr aus der Tasche; dann holte man ein Streichholz hervor, weil man das Zifferblatt nicht erkennen konnte,— doch wenn der geplagte Mensch an diesem Streichholz seine. Zigarette anzünden wollte, dann war das Feuer längst verglommen. Da mußte der Erfindergeist einschreiten. Und. er schritt ein und schuf die mit Feuerzeug kombinierte Taschenuhr. Nun ist nur noch«in Griff in die Tasche.notwendig, Feuer., imd Zeit haben sich vereint, und-das Anzünden der Zigarette Leim Ticken der Uhr wird zum Vergnügen.(MLP.) Verewigung des Terrors in Oesterreich Schuschniggs neues Ordnungsschutzgesetz Man schreibt uns aus Wien: Im Juli 1086 sprachen die Labour-Abge» ordneten Ammon und Silvecman im Auftrag ihrer Partei beim österreichischen Staatssekretär für AeutzereS vor und verlangten eine umfassende politische Amnestie und die Abschaffung des Systems der mehrfachen Strafen für dasselbe politische Delikt. Der Staatssekretär versprach, daß diese letztere Forderung in der allernächsten Zeit erfüllt würde.- Als der Staatssekretär im Juni 1987 anläßlich der KrönungSseier.in London war, sprach unter der Führung LanSburyS wieder eine Abordnung der Labour-Partei bei ihm vor. Die Abgeordneten Ammon und Silverman fragten, warum das Versprechen, das der Staatssekretär im Juli 1936 gegeben habe, noch nicht erfüllt worden sei. Der Staatssekretär kündigte ein Gesetz an, daS die Abschaffungrdes Systems der mehrfachen Bestrafung für dasselbe Delikt vorsehe. Er meinte damit das neue„Ordn nn g s- s ch u tz g e s e h", das innerhalb der Regierung schon damals in Beratung stand. Nun ist das Gesetz dekretiert worden— nicht einmal nach Befragung der ausschließlich aus ernannten Mitgliedern, Hestehssnden„gesetzgebenden.Körperschaft "ken",'söndW auf Gründ,"-einer„Dollmochk^,-lei sich Herr Dollfuß nach dem Februarsiege über hie Arbeiter vom Nationalrat hatte beschließen lassen, nachdem die 73 sozialdemokratischen Abgeordneten durch einen Gewaltstreich ihrer Mandate, die sie in der Bolkswahl erhalten hatten, beraubt worden waren. Auf Grund der„Vollmacht", die der Rumpfnationalrat in Anwesenheit von nicht einmal der Hälft« der Mitglieder des Parlaments dekretiert Herr Schuschnigg heute das„Ord- rungSschuhgeseh", So sieht die Ordnung in Oesterreich ausl Erfüllt daS neue Ordnungsschutzgesetz das Versprechen, das der Staatssekretär für Aeußeres gegeben hat? Nein! Das barbarische Sy st em der mehrfachen Strafen bleibt a ufrecht I Das neue Gesetz, das am 20. August in Kraft tritt, bestimmt ausdrücklich, daß gewisse politische Delikte sowohl von der .P 0 l i z e i, wie vom Gericht bestraft werden können. Solche Delikte sind: die Verbreitung ausländischer Zeitungen, die in Oesterreich verboten sind(Paragraph-8), die Herstellung und die Herstellung und Verbreitung geheimer Druckwerke(Paragraph 8); ferner verschiedene Sprengstoffdelikte(Paragraph 10 und 11). In allen.diesen Fällen,.von-denen-vor allem dieVer- breitung verbotener Zeitungen zu dem notwendigerweise häufigsten politischen Delikt gehören— denn wie sollte sonst die Wahrheit unter der österreichischen Bevölkerung verbreitet werden?— sagt das Gesetz, ausdrücklich,-atz sie.von dtt- P 0 l i z.e,i-b e,h ö r d e.Gestraft", werden-—7. un b e s ch al> e t einer allfälligen strasgericht« lichen Ahndung". Das heißt Gerichts- und Poli- zeistrafe nebeneinander I Aber auch in allen anderen Fällen, in denen nach dem Gesetz scheinbar nur Polizei- oder Gerichtsstrafen verhängt werden können, wird daS dopelte Strafsystem beibchalteu. Denn zu den „Strafen" wird die Verhängung der K 0 n- zentrationölagerhaft nicht gerechnet. Die Polizei kann also über einen politischen Gegner das Regimes entweder bevor oder nachdem er vom Gericht bestraft wird,„Anhaltung", das ist Zwangsaufenthalt im Konzentrationslager verhängen. Er erleidet also neben der gerichtlichen Strafe auch eine Polizeistrafe. .Die Polizei kann, aber im eigenen Wirkungskreis zwei Strafen verhängen: zuerst eine Polizeistrafe und dann(>vie Paragraph 13, Wsatz 6, ausdrücklich feststellt) noch Konzentrationslagerhaft. Die Schande bleibt bestehen, daß nach dem Wortlaut des Gesetzes jeder, gegen den „ein begründeter Verdacht" besteht, daß er .oppositionell gesinnt ist, in ein Konzentrationslager geschickt werden kann. Es kommt also nicht auf den Beweis, sondern nur auf den V e r- d a ch t ank Diese Barbarei hat schon bisher bestanden. !Sste blccht.kLstehen^ Mer'.neu eyWküM'.wixd folgende unglaubliche^.Bestimmung(Paragraph 23, Absatz 2): „Die gleiche Verfügung(Anhaltung in einem Konzentrationslager" kann gegen Personen getroffen werden, welch« durch ein den fozialen Frieden störendes Verhalte» die öffentliche Ruhe, Ordnung und Sicherheit gefährden."" Mit dieser Bestimmung Will Die Regierung die neuen, freigewählten BetriebsvertrauenSmanner bedrohen, falls sie durch allzu energische Interessenvertretung gegenüber den Unternehmern den Versuch machen sollten,«den sozialen Frieden", wie er den Unternehmern behagt, zu stören. So sieht die Gewerkschaftsfreiheit in Oesterreich aus! Zu diesen Strafen, die nebeneinander verhängt werden können, kommt die Strafe der Existenzvernichtung, die int neuen„OvdnungSschutz- gesetz" beibehalten wurde. All diese Bestimmungen, auf-Grund derer ein politischer Gegner des Regimes seiner Existenz beraubt werden kann, galten bisher nur b e f r i st e t. Jetzt werden sie als dauernde Bestimmungen übernommen, so vor allem die ungeheuerliche Verstimmung, daß der Innenminister anordnen kann, datz ein privater Arbeiter oder Angestellter, der wegen eines politischen Deliktes bestraft wurde, vom Unternehmer unter Verlust aller Rechte entlassen werden muh. So wird die Bestimmung beibehalten, daß Aerzte und Rechtsanwälte wegen eines politischen Deliktes die Befugnis zur BernfSauSÜbung verlieren können! All-diese barbarischen Bestimmungen gelten für„normale Zeiten"!. In außergewöhnlichen Zeiten kann der Bundeskanzler durch blotze Ver Kcttr ß „Sozialdemokrat' DienStn«, 24. August-1NS7. Nr. 198' 5.>12. September 15.-? 8pord-8Mt-Xörpwpstege Qua dec Södel Kunst und Wissen Weingartner und Brun» Walter in der Wiener NORA IDEAL NARCIS 1\E'O N Ä Bezirksleitung. Mittwoch, den 28. August, abends 8 Uhr im Parteiheim wichtige Ei t- zung. Wettkampf endete mit 129:79 Punkten zugunsten der Nazi. DaS wehen Prag—Podidrad'(89 Kilometer) gewann Prine(AFK Sicherheitswache Prag): in 4:81:59 Std. Bei einem internationalen Leichtathletik-Meeting in Paris lief, der amerikanische Negersprinter Ben Johnson die 109 und 299 Meter In 19.2 bzw. 20.8 Sek. und der Engländer Finlay erzielte Wer 110 Meter Hürden eine Feit von 14 Sek. Diese an sich ausgezeichneten Leistungen wurden allrrding» mit Rückenwind erzielt. Die Falken aus England werden, wie ivir bereits an anderer Stelle mitteilten, Dienstag um .18.41 Uhr in Karl Sba d eintrefsen. Wir konnten leider nicht ermitteln, ob sie mit dem Schnellzug sofort Weiterreisen oder in Karlsbad übernachten werden. Es ist jedoch anzunchmen, daß sie in Karlsbad bleiben werden, da der für die Rückreise ausgestellte Fahrschein für die Personen» zugSbenützung gilt und am Abend kein Anschluß nach Prag ist. In dem wahrscheinlichen Fall, daß die Falken am Mittwoch nach Prag kommen, werden wir die genaue Ankunftszeit in unserer Mittwochausgabe mittcilcn. Wieder ein flüchtiger Ühauffeur-Lerbrecher. Gestern um 1 Uhr mittags wurde in der Bilskystraße die Private Emilie Reiner auS Prag VII von einem unbekannten Anis jsti Dddin tzkwvrstn, dat, tzhsid sichcrgcstellt werden zu köttNtn. davonfuhr. Die Verletzte lieh sich in einem andern AWn in ihre Wöh- nung bringen, von wo sie die Polizei verständigte; da sie Verletzungen an beiden Beinen erlitten hat und nicht gehen kann, wurde sie ins Allgemeine Krankenhaus gebracht. 80jährige Greisin überfahre». Gestern vormittags.stieß in der Langen Gaste in Prag I der Wagenlenker Rudolf Hurhch aus Nusle mit dem Kotflügel seines Wagens die 80jährige Ludmilla Latin« aus Prag VII zu Boden. Die Greisin, die eine leichte Gehirnerschütterung erlitten hat, wurde von der RcttungSgesellschaft auf die Klinik Jikäsck gebrächt. DI«„N»uen““derUga siegreich Dm Prager„Derby“ gewann Sparta- Die sonntägige zweite, aber erstmals vollständige Runde der Liga-Meisterschaft, fand Interesse durch den Start der„Neuen",.Md zchar SK.Pardubitz und SR Schics.-Ostrau, welche ihre Spiele überraschend gewannen und besonders die Ostrauer sich durch'Hr'en Sieg Werden TSR Preßburg„gut Die Nazi-Sportler, führten am Sonntag'noch folgende erfolgreiche Leichtathletik-Wettkämpfe durch, und zwar gegen: Oesterreich mit 118:77, Belgien 112:74, Holland.58:84, Schweiz 00:88, Polen 08:72 Punkte. nionatigen Spielzeit an der Staatsoper wirken wird. In dieser Zeit wird Bruno Walter mindestens drei Werke neu einstudieren und mehrere Rcpcrtoireopern musikalisch auffrischcn- Wiener Herbst.Prrmieren. AIS erste Premiere geht im Burgtheater, in der zweiten Sep» tembcrhälftt das Schauspiel„R e i t e r l i e d" von Josef Fciks in Szene. Das Theater in der Josef st a d t bringt als, erste Herbstnovität dar Schauspiel„Dar Glück" von DenyS Amiel zur Aufführung. Die Regie führt Dr. Ernst Lothar, die Hauptrollen spielen Helene Thimig, Viktor van B»r.en. Alfred R e u g c b a u e r und Ilse Werner. Tschechoslowakische Philosophen auf dem Pariser Kongreß. Dr. Alfred Wosyta sprach iud«c Prager Nachtsendung am 28. d. M. über dar Thema „Pariser Kongreß". Dr. Wosyka befaßte sich insbesondere mit dem IX. philosophischen Kongreß, dessen Rahmen die 300-Jahrscier einer Werker Renk DeSearte» bildete,'mit der tschechoslowakischen DeScarteS-Literatur sowie mit den wichtigsten Vorträge». Der Vortragende führte aus, daß die großen Tschechoslowaken ChelLiclh, KomcnsIH und T. G. Masarhk aus dem Geist dcS Descartes Satzes:„Wie Kopfmenschen handeln, wie Tatmenschen denken I" heraus wirkten. Dr. Woshka gelängte zur Feststellung, daß die Referate und die Diskussionsbctei- ligung der tschechoslowakischen Delegation lEercle philosophique de Prague, Prof. Kozäk, Prof. U t i tz) auf dem Pariser Weltforum der„Internationale der Geister" starken Eindruck hinterließen. einführteu". Da» Niveau der Spiele stand aber durchwegs nicht dafür; dar„Prager Derby" war wieder Beweis genug.’ Der bürgerliche Fußball hat sich derzeit in ein System' festgeränNt. da» wohl von Nicht-Ligaklybr besser gemeistert werden dürfte, als e» von dieser Sonderklasse zu erwarten ist. Kurz, mit dieser Art„Fußball" ist wenig„Staat"' zu machen. Wo das Können nicht zulangt, sollen Holzerei und andere Rüppelcien den„Erfolg" herbeiführen... Im Vorspiel dieses„Derbys" sah' es gleichfalls triste au» und wurde über 00 Minuten von den beiden„Diktoria"-Kl»br nicht eine einzige annehmbare Aktion gezeigt, so daß diese» torlose Treffen nicht so sehr an der Gleichwertigkeit im Kampf, sondern an dem Unvermögen, erfolgreich die ein-' fachste Sache äbzUschließen, dieser 22 Akteure scheiterte. Die Zuschauer waren— wie gewöhnlich bei Spielen der beiden„S"—„geladen", Pfeifkonzerte und wenig schmeichelhafte Zurufe an die Spieler sowie Reibereien der Fan» untereinander boten wieder ein„liebevolles" Bild, bürgerlicher„Begeisterung". Die Ergebnisse: Sparta gegen Slavia2:1 (2:1), Viktoria Zstikov,gegen Viktoria Pilsen 0:0, SK Pilsen gegen SK Proßnih 7:4(8:1) i, SK Pardubitz gegen SK Nachod 2:1(0:0), Zidenice gegen SK Kladno 2:0(0:0), SK Schles.-Ostrau gegen ESK Preßburg 4:1(1:1-) l• Leichtathletische Jusendmelster* schatten des Prager DTJ-Krelses Bei unfreundlicher Witterung fanden am Sonn- tag auf dem Nysoianer.DTJ-Platz. in. Prag di, leichtathlctischcn Jugendm e: st ers ch a fte n des 1. Kreiser dtt DTJ(Prag) stkltt. weicht noch ergänzt wurden durch den F ü n f ka mp.f der Sportler u>U> den Dreikampf der'S Porti er in- n e n. Die Beteiligung war überaus gut und wies rund 120 Jugendliche auf und zeugt vom großen Interests der Jugend an der Leichtathletik.. In einigen Disziplinen starteten mehr als 40 Wettkämpfer, besonders in den Wurf- und Sprungkonkurrenzen. Vom Prager Atur konnte sich der Jugendsportler Sindelai im Hochfprung mit 1.50 Meter gut placieren- und vollbrachte im Stabhochspringen mit 2.40 Meter eine immerhin ausgezeichnete Leistung. Im Fünfkampf der Sportler erzielte Zitek (VysoLany) im Diskus mit 80.85 Meter eine neue DTJ- V e rb a n d S b estl e istun g und es besteht die Möglichkeit,, daß ihm Würfe über die 40- Meter-Zone noch gelingen werden. Alle Wettkämpfe wurden trotz de» Regens gut durchgeführt, die Bahnen Disziplinen: 200 Meter: Goth 28:1 Sek.; DiS- kuS: Zitek 39.85 Meter(neue DTJ-Beftleistmia); Speer: Goth 47.70 Meter;.Weitfprung: Goth mO Meter; 1500 Meter: Goth 4:57.8 Min. Dreikampf(Sportlerinnen): 1, Hellerovä 188, 2. M. Stehlikovä 148.67 Punkte(beide Smichob). Ltaawoprr. Generalmusikdirektor Felix v. Weiu-! nen waren jedoch sehr ausgoweicht, so daß die Er- gartner wird in der bevorstehenden Saison an! gebmste nicht so ausfielen, wie sie crwarwt wurden, z. w a n'z i g Abenden am Djrigentenpults'""~ der StaatSoper erscheinen. In der ersten September-! Woche wird Weingartner den„Lohengrin" dirigie ren- Zu einem späteren Zeitpunkt wird er Rossinis „Wilhelm Tell" neu einstudieren. Professor Bruno Walter, der seit Beginn der vorigen Spielzeit als Berater der StaatSoverndircktion fungiert, hat seine AuSlandSgastspiele im Spieljahr 1987/88 so ein geteilt. daß er während der größten Teile» der zohn- Eln Stoff für einen Gogol I Schicksale eines Liebhaberdetektivs Ein Fall, der in der gute» alten Zeit«inen Lustspiclstoff abgegeben hätte, ereignete sich dieser Tag« in der tschechischen Gesellschaft. Ein noch junger und. eleganter Herr, Familienvater, schickte seine etwa» ältere Gattin in eine an der Beraun gelegene Sommerfrische. Diese jedoch, um die Treu« de» Gatten besorgt, beauftragte einen Mittelschüler,. einen der Sudienkollegen ihres Lohnes, aufzupassen, ob ihr Mann sei» Strohwitwertum nicht über GebÄsr äuSnütze und übergab ihm zu diesem Zweck sogar die Schlüssel ihrer Wohnung. Der junge Mann unternahm mehrere Stichproben, ohne etwa» zu sehen und'ohne selbst gesehen zu werden: eine» Tages wollte er jedoch besonders gründlich sein, sperrte sich in der Speisekammer, ein und ließ D den Schlüssel von innen stecken, der Dinge harrend, die da kommen würden. Der Ehemann kam auch nach Hause, allerdings allein und von keinem andern als einem sehr materiellen Hunger begleitet, ging sofort auf die Speisekammer zu und öffnete sie, da er sie von innen verschlossen sand, mit Gewalt. Zu seinem größten Erstaunen fand er den ihm völlig fremden Jüngling darin, der in seiner Not den Zweck seiner Hierseins sofort besonnte. Er.fand jedoch keinen Glauben, sondern erhielt eine gehörige Tracht Prügel, worauf der Ehemann die Polizei verständigte und den Jungen, den er für einen Dieb hielt, abführcn ließ. Auch auf der Polizei, glaubte man ihm nicht, daß er lediglich als Prwatdetektw in der Wohnung gewesen sei, sondern behielt ihn bis zum nächsten Tag in Gewahrsam; bann allerdings bestätigte die Gattin, mit der man sich telephonisch in Verbindung gesetzt hatte, alle seine Angaben, worauf er fkeigelassen wurde.' Die mißtrauische Gattin dürft« allerdings von ibrem Mann nicht sehr freundlich begrüßt worben lein.:. DFV-Division: Spiele mit Prügelei und Polizei Die böhmische Divisionsmeisterschaft der DFV tritt nun in ein Stadium, dar ganz zu der Verworrenheit, welche im Verband»betriebe zum Großteil vorherrscht, paßt: der inneren und auch äußeren Unruhe. Die Spiele des Sonntag» endeten in ztvei Fällen mit„Mißtönen". In Warnsdorf sollen Spieler und Reisebegleiter der Prager W von Zuschauern verprügelt worden sein und in Trautenau mußte der Schiedsrichter— er soll durch seine Leitung den Tcplihern zum Sieg verhalfen haben— durch starke Polizeibedcckung zum Bahnhof geführt werden. Besonders arg muß es aber in Gablonz zugegangen sei», denn dort mußte auf Geheiß» der Staatspolizei das„Spiel" DSK gegen Reichenberger FR abgebrochen werden und außerdem wurde der Gablonzer Spieler Suchochleb durch die Polizei vom Spielfeld weg abgeführß Ein besondere» Kapitel soll der Schiedsrichter getvesen sein, welcher nach der Pause nicht mehr wußte, wa» für eine Entscheidung er treffen solle, so daß sich da sehr„schöne" Dinge abgespielt haben müssen, daß cs di« Staatspolizei für notwendig erachtete, eiuzufchreiten. Die Resultate der böhmischen und der mährischschlesischen Gruppe: WaruSdorfcr FK gegen DFC Prag 1:1.(0:0), DSB Trautenau gegen Teplitzer FK 1:2(0:0), Sportbrüdcr Schreckenstein gegen DSB Saaz 5:4(5:1), VfB Teplitz gegen BSK Gablonz 1:1(0:0), DSK Gablonz gegen Reichenberger FK 5:5(8:2) abgebrochen, SpVg Bodenbach gegen Karlsbader FK 4:2(2:1); SK M.-Schiin- berg gegen DSK Tesche» 5:0(1:0), CST Krawarn gegen DSB Brünn 2:4(1:2), SB Jägerndorfgegen DSV Troppmi 4:8(8:1), DAL Oderberg gegen DSB Witkowitz 2:1(1:1). Feesepaläst ab 3. September 33*/, Fahrpreisermäßigung— Auskünfte und Messeausweise bei den Verkaufsstellen und dem Messeamte, Prag VII.«reg dar eine kleiner» der Andere qrfisser. der eine stärker• der andere schwächer. Wir erzeugen Strümpfe für alle .Fussgrössen und Breiten. 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Pick(Prag) UvmivVa VS/vssy\< v’/[ WWliiJ J»m|J ssssv ssisspsu s/sv iiiiivsi/uiu viutt* I u. V) 810.27 Punkte. Di« Sieger in den einzel»./den verlassen. Roth ist ungarischer Stagtsbürger. Die tschechoslowakische Wasserballmeisterschast 'wurde, mit dem Preßburger Spiel Bar Kochba gegen EPK Prag, welches 4:1(1:1) für die Preßburger. endete, entschieden. H a'g i b o r Prag behielt durch da» bessere Torverhältnis(8:5) vor'Bar Kochba (9:7) den'Titel.; HM müssen Sie unbedingt Ihre Blumen mit Bluaei-Zaiberdnii begieflen, wenn sie schön blühen sollen l Paket Kä B'flO durch die Verwaltung „Frauenwelt“, Prag XU., Fochova tt. 62, und bel-allen.Kolporteuren erhältlich Filme In Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino. Ab Freitag:„Ich führ', zwei harbe Rappen", der lustig-gemütvolle Wiener Großfilm um das Fiakerlicd mit Paul Hörbiger, Franz Schafheitlin. Gasti Huber ufw.— Adria:„Bulldog Drummond." A.— Alsa:„Sherlock Holmes." D. — Apollo:.Liebe geht seltsame Wege." D.— — Avion:„JariaS Professor." Tsch.— Beranek: „Millionen Dank." A.— Feniz:„Die Welt gehört unS." Tsch.— Flora:„Ein Mädchen mit schlechtem Ruf." A.— Hollywood:.LsariaS Professor." Tsch.— Hvizda:„Charlie Chan auf der Olym- Engl.— Svitozor:„Der Scheidungsgrund." Tsch. — LineMa: Journale, Grotesken. Reportagen, i— Koruna: Aktualitäten, Journale,..Grotesken.— Kotva:„Die Versuchung." A.— Passage:„Geheimagent Nr. 18." A.— Praha:„Die Rückkehr des Grauen Wolfs." A.— Radio:„Frauen um Ludwig XIV." D.— Skonti?,,Wie e» Euch gefällt." Engl.— Svitozor:„Der Schcildungsgruyd." Tich. — Alma:„Ein Mädchen mit schlechtem Ruf." A.'— Baikal:„Frauen um Ludwig XIV.." D.— Belvedere.Siebe mit 1000 PS."«.— Beseda:„Pater Adalbert." Tsch.— Carlton:„Wenn Frauen schweigen." D.— Illusion:„Der Musterdiener." A. — Lido II.: ,,100.000 Dollar." A.— Louvre: „100.000 Dollar." A.— Maeetka:„Mitternachtswalzer." A.— Pertityn:„Die weiße Großmacht." A.— Rory:„Prater." D.— A Bejvodu:„Die sechs Frauen- Heinrich» VIII."' ENgl.' z-„ ' Neuer Mißerfolg• t.. i\ der bürgerlichen Leichtathletik Nach der blamablen Niedersage der Repräsentanten de» bürgerlichen' StaätSverbande» für Leichtathletik(CsAMl) mit-Oesterreich.ist nun in Dresden ein blamablerer Mißerfolg Mit dem Nazi- Sport des Dritten Reiche», urw noch dazu mit deren vierter(I) Garnitur, zu verzeichnen,'Der Die wichtigsten Er gebnis.se sind:>..; Männliche Jugend: 60 Meter: 1. Eule(Vyso- Lanh) 7.1 Sek.— 200 Meter: 1. Kopecky(Jirina) 28 Sek.— 1000 Meter: 1. Vostry(VysoLany) 8:04.5 Min.— 4X100 Meter: 1. Vysoiany 58.1' Sek.— Speer: Sule(V.) 42.38 Meter..— Kugel: 1. PöSnicker(Straschnih) 11.88 Meter.— Diskus: 1. Soumar(Neratowih) 28.88 Meter.— Hochsprung: 1. Snajdr(Prag I u. V) 1.88'; 2. Zeman WAWW»W!WWW|WI^^WaW»WWWWW(Smichov), Sindelak(Atas Prag)' und weitere vier ..... ije 1.50 Meter.—: Wiitsprung: 1. Snajdr 5.87 Mitteilungen aus dem Publikum. Meter.— Stavhoch: 1. BoLek(VysoLany) 2:50,2. Roch mehr«eguemlichkeit für die Männ«. Sind^k(AtuS Prag) 2.40 Meter... Durch einen Strumpfhalter werden die Füße zu sehr""*"' beengt. Die Adern laufen an und die Füße ermüden schnell. Kaufen Sie sich Socken mit eingestricktem, feinem, nicht beengendem Gummiband, welche"Sie ist jeder Verkaufsstelle Bata erhalten. Wir empfehlen die' Märke Gentleman. Die Strümpfe find wie neu, wenn sie in den' Strumpf-Reparaturwerkstätten Bata gestopft wür den.' Beim Stopfen geht man nämlich in der gleichen Weise vor,' wie hei der Erzeugung. Und dckbei ist die ses. sachmännische Stopfen billiger, als wenn die Frau die Strümpfe selbst stopft. Die ersparte Zeit kann sie zu Spaziergängen verwenden: Warum verstärken wir Seidenftrümpf« an der Ferse/'Spitze und Sohle? Seidenstrvmpse sind schön und praktisch. Sie' besitzen einen natürlichen Glanz und Elastizität. Sie sind porös, so-daß der Fuß gut ahnen kann. Echte Seide wird jedoch durch Schweiß beschädigt. Dieser Nachteil wird durch. Flor beseitigt. Mor ist zwär nicht so elastisch, leidet aber nicht durch Schweiß'uNd ist sshr fest. Durch Verbindung der Eigenschaften von Seid« und Flor- erzielt Baka gute Strümpfe,'Wir empfehlen die Marke Regina, . Aus den tschechischen Divisionen. Mittelböhmen: Ecchic Karlin gegen Sparta Koöik 5:2, SK Nt)sK Metcbt VItl 0:0, BühtssliaU» gitztü SK Libeü 2:5(Samstag), Slavoj VIII gegen Union Zisjkov 4:1, AFK Kotin gegen Viktoria Nusle 2:0, SK Äralüp gegen Nuselsky SK 2:1, Altbunz- lau gegen HvizdaKoii! 8:1.— Böhmen-Land: Ostgruppe: Jungbunzlauer SK gegen SK Rotkosteletz 4:1/ SK Köinginhof gegen ÄFK Chrudim 8:0, AIR Pardubitz gegen Polaban Nimburg 3:2, Explosia Semtin gegen SK Ttebechowitz 7:2, Aston Villa Jungbunzlau gegen SK Königgrätz 1:1(0:1); Westgruppe: CSK B.-BudweiS gegen SK Hotowih.4:0, CSK Kopitz gegen SK Doudlevcc 8:1, Ccsky Lev Beraun gegen Petkin Pilsen 8:8(2:1), Hvizda Turn gegen Stadion B.-Äudweis 5:1, Slavia Karl», bad gegen ESK Biti» 8:1.— Mähren»Schlesien: Baka Zlin gegen Polonia Karwin 8:1, Mor. Slavia Briinn gegen SK Prerau 5:1, Arsenal Hus- sowitz-Brünn gegen Han. Slavia Krcmsier 4:1, Slavia Michalkowih gegen ESK Olmütz 4:4(8:8), SK Zabovkesky gegen Moravia Brünn 2:0, SK.Kral. Pole gegen Slovan M.-Ostrau 7:1, Rolny Prohnitz gegen Ostrauer Slavia 8:1. Sonstige Futzballergebniffe. Prag: SK Smi-. chov gegen Sportbrüder 8:4.-— Lobosi h: FK gegen DM Aussig 5:2.— Karlsba d: DSKFalkenau gegen Sparta 8:2.— Rosenthal: SK gegen Schwalbe Brüx 4:1.— Budapest: Hun- garia gegen FerencvaroS 8:8((1:1), Ujpest gegen Nemzcti 7:8, Phöbus gegenBocSkai 4:1.— Wien: Ligcti Preßburg gegen Rapid 1:9, Hakoah gegen Helfort 4:2, Straßenbahn gegen Della 8:1, Libertär gegen Vacuum 2:1, AFK Schwechat gegen Hceres- sport 2:4,-Vorwärts gegen Herrmann 2:2. Austro- Fiat gegen Red Star 6:0,.Postsport gegen Klagenfurter AC 5:2.— Belgrad: Floridsdorser AE .gegen Novi BrbaS 8:3.— Bukar est: Austria Wien gegen Rispensta 4:2 und gegen Venu» 2:1, >Admiragegen Rapid Bukarest 2:4 und gegen Rispen- >sia 5:8. BsirgerNcher Fußballer landesverwiesen. Dem bei Teplitz, Mor. Slavia Brünn und zuletzt LAKE LuieNec-(Slowakei) tätig gewesenen Fußballspieler Roth wurde dieser Tage die Ausenthaltsbewilligung entzogen und mußte die Republiklnnerhalb 24 Stun-