Aus dem Inhalt Die SdP wird nervös Sonntag, 2S. August 1937 17. Jahrgang Nr. 203 G Gegen das Trinkgeld im Gastgewerbe Dr. Czech zu Besuch in Kinderheimen , Erscheint mit Anenahme de» Montag tSglich früh/ Einzelprei» 70 Heller Redaktion und Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 58077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Von der Auslandsreise unserer Falken MAHechokrat Aentralorgan der Deutsche» sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoflowakischen Republik Hunderte Todesopfer auf dem Schanghaier Südbahnhof ••• Bleibt Japan unnachgiebis? steife die Absicht, den Tert dieser Rot« nach ihrer Ueberreichnng am Sonntag oder Montag zu veröffentlichen. Trotz dem offiziellen Schweigen über de» Sinn und Inhalt dieser Demarche find englische politische Kreise auch weiterhin davon überzeugt, daß die Rote s e h r e nergi sch t« G h a- rakter habe» wird und den üblichen Ton eines bloßen Protestes weit Überschreiten werde. Der Oberbefehlshaber der englischen Eskadre im Fernen Osten Admiral Litt l c, betonte.in einer Kabeldepesche,, bah die japanische Meldung, wonach er den Angriff gegen den brÜischsn Botschafter Hugessen als.Folge, dessen eigener Untior- ifichtlgkdit bezeichnet habe,' eine reine und aus de r L u.f't ge gr i.f f e n'e Erfin- düng d e r I a p a n e r sei. laienfano, oer oura> einen rrrrrum rnriiniior». oie anninr sei, w»h laus dem Wege grh en werde, ireicht hat. Ein neuer Zwischenfall Britischer Dampfer von Japanern angehalten Die Londoner Abendzeitungen verröffent- lichen in großer Aufmachung eine Meldung, wonach daS britische Schiff„S h e n k i n g." auf dem Wangpu-Flusse unweit von Wusung von den Japanern angehalten worden ist. Der Oberkommandierende der britischen Srestreitkräft« in China,. Sir Charles Little, habe sofort bei den japanischen Behörden Protest eingelegt. Bekanntlich hat Japan feierlich erklört, daß die über die chinesische Küste verhöngtr Blockade sich nur aus chinesische Schiffe bezieht» Die japatttschen Behjirden«ntrrsüche» den ZwifchMfall immer noch»genau", um„so bald wie möglich", dtzfi Kritischen RrjirrMg einen ^säilljrrtrni,Bericht schicken zu, können. Dabei müßte, da lediglich die Besatzung von rin»her zwei Flugzeugen einvernommen werden muß, diese„Untersuchung". natürlich. normalerweise schon.^i«ßp>ZPe«öigt,'srkn,<•>;\. •;'!i Bezeichnend ist, daß die japanische Presse, Nachdem did'erste Erregung vorüber ist,'-''.über'-'den Zwischenfall entweder auf der letzten Seit« oder über hau Pt' nicht mehr berichtet. Ja dkd ' MlömNtjschrN. Krfise, lassen eS nicht an Anden-, tungen fehlen, daß Großbritannien einer ernsten Komplikation wegen diestS.')',züfösligen^ Wie schenfallS, der durch einen Irrtum entstanden ■ L and» n. Samstag vormittags wurde 1e- kanntgegeben, daß dem/ Leiter der britischen Botschaft in Tokio bisher keine Instruktionen bezüglich deS Einschreiten- wegen der. Verwundung de-'Botschafter- Hugessen durch japanische Flugzeuge erhalte» hat, daß er solche aber im Laufe dal Tage- erhalten werde/ Der Aufschub der diploinatischfn Aktion wird vielfach damit in.Zusammenhang, gebracht, daß am Freitag auf Schloß' Balmoral noch ein« „Pb i v a t«" Unterredung des britischen Königs mit hem Ministerpräsidenten Chamberlain und einigen anderen Persönlichkeiten,— darunter auch dem britischen Botschafter'in Rom.— statt- sand, die sich zweifellos auf.den Zwischenfall bezog. Später meldet da- Reuter-Büro,, daß der Text der britischen Rote' noch am Säm-tagabend nach Tokio telegraphiert werden tvird. ES be- Schanghai. Die'chinesischen Truppen ziehe» sich langsam in befestigte Stellungen zu-- rück» die mindesten- eine Meile von Schanghai entfernt sind. Dadurch verringert sich die Gefahr für dir ausländischen Konzessionen. Der Reuter» Korrespoiident meldet, daß diese Bewegung der chinesischen Truppen von den ausländische» Truppen al- taktisch richtig bezeichnet wird, weil die Chinesen auS den neuen Positionen die japanische Krieg-flott« wirksam beschießen können. Loden besetzt Japanische Abteilungen, welche am 23. August am Ufer deS Bangtse ausgcbootet worden waren, haben SamStag mittags di« 25 Kilometer nördlich von Schanghai gelegene Ortschaft Lotten besetzt. Einkreisung der Chinesen bei Nankau mißlungen Tientsin. Der japanische Generalstat meldet, die japanische Kwantungarmee und rin Teil der japanischen Kräfte am linken Flügel her Front tei.Rankau hätten die.Okkupation dich SaW'st'uyd Hckilai^-bereits Frditikss^twrrnttttWH abgeschlossen. Bisher könnt- jedoch keine fist- Ber» bindüng dieser beiden Kampfeinheiten- erzielt werden, so daß zwischen ihnen eine Lücke blieb, durch welche eS den Truppen der 88. chinesischen Division gelang, sich auS ihren Stellungen nordöstlich von Kalgan in südöstlicher Richtung zurückzuziehen.„Wenn" den Chinesen dieser Rückzug nicht gelungen wäre,, wären sie von den chinesischen Truppen und der Verbindung mit densel-' den in Tschahar abgeschnitten gewesen. ,„Italien ist stolz.. Seit einem runde» Jahr gibt es den Nicht» interventionsausschuß. Seit mindestens dreiviertel Jahren kämpfen Truppen, reguläre Truppen zweier, in dein famosen Ausschuß vertretene:» Staaten auf spanischem Boden für die Sache der rebellierenden Generale. Was Deutschland be- trisst, so hat es die Beteiligung an der spanischen Intervention bisher stets nur halb und ein wenig verschämt zugegeben. Gewiß nicht aus Rücksicht auf die internationale Oessentlichkeit, die sich ja, wie man nun sicht, einfach alles bieten läßt, sondern eher aus Rücksicht auf das deutsche Volk, bei dem die spanische Intervention nicht viel Anklang gefunden hat. Selbst nazistische Hirne sind nicht ganz so verklebt, daß sie nicht merkten, für wessen Interessen deutsche Soldaten in Spanien sterben. Dagegen hat I t a l i e n, für das ja im spanischen Krieg unmittelbarer Gewinn zu holen ist, seine Beteiligung an der Affäre. des Generals- Franco wiederholt offen zugegeben. So deutlich, mit einer so zynischen Offenheit wie nach der Einnahme von Santander ist es aber bisher nie geschehen. Der Welt geht es mit einer gewisse» Sorte von Politikern wie einer Gesellschaft prüder Puritaner mit einem Enfant terrible, das sich darin gefällt, nicht nur unappetitliche Streiche auszuführen, sondern sich dieser Streiche auch noch laut rlüd mit unziemlichen Worten zu rühmen. Die seinen Damen und Herren rümpfen die Nase, sehen und hören aber über alles hinweg and stellen sich, als hätten sie die Obszönitäten. Nicht atMt.. Witz,«agiert das ungezogene Kjnh auf diese delikale-Gcgenwthr? Esschrett noch lauter üsid cs witd Immer unflätiger. Auch der italienische Ministerpräsident schreit der Welt, je. höflicher sie zu seinen lauten Bekenntnissen, schweigt, desto deutlicher und brutaler in die Ohren, daß er auf die Richtintervention hustet, daß ihm an dem Schein, er sei neutral, nicht das geringste liegt, daß er wirklich und wahrhaftig interveniert und den größten Wer» darauf legt, diese Tatsache publik zu machen. Rach dem letzten britischen Vorschlag zur Abberufung der»Freiwilligen" haben die Italiener und Re Deutschen sich mit entrüsteten Worten gegen Rußland gewandt, dessen„Unnachgiebig- keit" jedes Kompromiß verhindere.. Wenige Wochen später bekennt sich der italienische Ministerpräsident vor aller Welt zu der italienischen Teilnahme an dem spanischen Krieg. Uutz>damit ja niemand glaube, daß Mussolini den SKein wahren wolle, es handle sich bei den 40.000 bis 60.880 Mann, die er in Spanien stehen hat, um »Freiwillige", hat er ausdrücklich die„Generale, Kolonnenkommandanten und Offiziere" in seinen Glückwunsch eingeschloffen. Daß italienische Generale als«Freiwillige" in Spanien kämpfen, toird selbst Mr. Neville Chamberlain nicht ohne weiteres glauben. Und Mussolini hat sich von den italienischen Truppen in Spanien depeschieren laffen, daß sie für den«höheren Ruhm des faschistischen Italien,- für den- Namen S.r. Majestät des.K.önigs.und Kaisers und ihres Führers kämpfen und siegen". Es gäbe auf die unerhörte Provokation der demokratischen Staaten, des Völkerbundes, aller Staatsmänner, die sich an der Farce der Nichtintervention beteiligt haben, nur eine würdige Antwort: den mit einem letzten Rest von Würde zu fassenden Beschluß der Auflösung des Nichtintervcntionsausschusses. Man kann gewiß sein,' daß. es dazu nicht kommt. Pie Komödie wird weiter gespielt werden und binnen kurzem werden wir Muffolinis Botschafter in London wieder als den Anwalt des Nichteinmischungs-Prinzip- an: Werke sehen.- ' Die Folgen.dieser Art Diplomatie sissd seit 1933 von Jahr zu Jahr drastischer zutage getreten: Abessinien,.Rheinland,. Aufrüstung« Spa» nie», China... wann und wo endet diese Reihe 1 , Man will in.London, Paris und wie es scheint . auch in Moskau, nicht sehen, daß mau mit der ! Haltpyg des dauernden Entgegenkontmecks, Sich- . taub-stellens, des Ignorierens vielleicht ei» wenig i Zeit gewinnt, aber an Ansehen und damit an . moralischer Kräf/u»geheuer viel und Uncinbring- \ liches verliert. - Die europäische Demokratie und jene Mächte, ..' deren.staatliches Schicksal mit.der demolratischon :'.Idee verbunden bleibt, verlieren pahes aber wahrhaftig nicht nur an geistiger, sondern auch an l.materieller Substanz. Es wäre schlimm um jie „China zertrümmern" —sagt Japans Ministerpräsident Ministerpräsident Konoye erklärte, die .gfgfnwärligr Lage mache diplomatische Verband- MW^sslfMmmg^eMh^üNWzii'ch Md'vcr einzige Weg, den dii Japaner gehe» könnte»,' wäre der, China so zu zertrümmern, daß es nie mehr de» Mut hätte,' auf einen Kampf einzugehen, ' Informierte Kreise erklären, der Krieg, werde mindesten-biS zum Frühjahr, möglicherweise aber auch länger dauern, obwohl der japanische Ge- nkrastab entschlossen sei, sich aller Rtittel zu bedienen, um einen raschen Hi«si zu erzielen. Der Reuter-Korrespondent meint, jedoch, daß die. Er- peditionsarmee verdoppelt oder verdreifacht werden müßte, wen»«S zu einem schnellen Ende der Kämpfe durch eine völlig« Vernichtung der chinesischen Armee kommen sollte, und dies.würde, bedeuten, daßdJapan dazu ein Drittel'seiner gesamten Wehrmacht verwenden müßte, was allerdings unwahrscheinlich sei. Um die Chinesen als Bolfchcwikenfreunde zu diffamieren, lancieren die Japaner nach bewährtem Muster die Meldung, daß vor einigen Tagen zwischen China und der Sowjetunion ein Nichtangriffspakt veröffentlicht lvurdcu sei, der eiyc G e h e i m k lau sei enthalte, in der China der Sowjetunion seine Zusammenarbeit zusichert. Mongolischer Vasallenstaat das nächste Ziel Japans? . Die Agentur„Domei" meldet aus Tschang- pei: Der Chef der mongolischen Regierung und Oberbefehlshaber der mongolischen Truppen Prinz T e w a n g und. der. mongolische General Li er- klärten, daß die Mongolen nach 70vjähriger Untätigkeit>nunmehr.ihr Ziel erkannt hätten, nämlich^ Schaffung eines großmongolischen Reiches in Zusammen» arbeit mit Japan. Tewang und: Li hätten wörtlich"erklärt:'.Wir sind fest entschlossen, unser Schicksal mit demjenigen Japan- zu teilen. Wir dürfe» nicht zurück. Wir müssen«in groftmongo- lischeS Reich in.Fortsetzung deS von Dschin- g i S k h a n begonnenen Werke- schaff«:. Japans großes Risiko Rew Aork. Die„New Aork Times", beschäf» ! iig'cn sich i» ihrem Leitartikel Mit den britischjapanischen Beziehungen und leiten. daraus ab, , daß- r i n« s h e r-größt e n R-i'.s k,e:n,' di« heute Japan drohen, dieiMöglichkrit, des Verlustes derHreundschäft Großbritanniens sesss und.zwar gerade in dem Augenblicke, in welchem es diese i Freundschaft am mcisten benötige.. Auch andere äMrskflNische.-Zeitüssgen beschäftige», sich Mit'die» se^'Frage.ultt-verlveisen darastf, daßd.'t'e'.gro< -'tze.n. W'j^ä^t'jsPe l l e n J-ji t e r« M.e.n' Gsr'o,ß^b'-r i t a n nie n s ich, Ferness,-Osten durch Japan-bedroht werden, dessen Ehrgeiz da« hin sieW ganz Asien- zu beherrschen..., Japanische Fliegerbonben gegen wehrlose Flüchtlinge Verzögerung»er britischen Demarche Chamberlain beim König auf Schloß Balmoral Immerhin- kommt, wie HqväS' meldet, hier noch eine gewisse Unruhe an- Befürchtungen, vor wei» teren Zwischenfällen-»um- Ausdruck. Die militärischen Kreise Japans sind nach derselben Quelle überzeugt, daß es zu keiner, Intervention der fremden Mächtr kömmen wird und daß England! einer'direkt en Beleidigung(!) Japans a«S dem Weg« gehen und bestrebt sein wird,- auS dem Zwischenfall polittsch« Vorteile' zu erlangen.' Dies-' Kreise fvggn hinzu, daß Japan entschlossen ist, ä V s o- lnt keine Konzessionen in seiner Poli» tik und unter kriij«m Drucke zu-machen., - Antljapanlsche StimmunginUSA San. Franzisko. Ser'.'PpllätzMWjat'fssig^ !aMichndssssMqaMg^WsH^W>qig',indirsikjedochn i ch r ein g r l a s s e-n w e r den. Der japanisch« Sprecher erklärte, Rangtao werde wieder in feiner ganzen AiWehnung bom- bardiert werden, falls dir chinesischen Truppentransporte aus dein Südbahnhof nicht aushören.' Auch Putung und Tfchapei wurden im Laufei de- Tage- durch japanisch« Flieger bombardiert, dke mit 20 Bombenflugzeugen ankamen und auf benähe keinen Widerstand von feiten der chinest- schen Flugwaffe'stießen. T& Sette 2 Sonntag, 29. August.1937 Nr. 203 verurteilt ist, auf der Linie seiner durch nichts einzuschränkenden Selbständigkeit z» kämpfen und dgß Deutschland von seinem „Dran, nach dem Osten" nicht ablassen wird. Die Kritiker unserer Außenpolitik sollten dies nicht auheracht lassen. Daher müssen wir, indem wir ein gutes Berhälinis zu asten Nachbarn, also auch zu Deutschland, anstreben,-jede Politik der Ang st ablehnen, die lohten Endes keine Politik, sondern nur ein maskierter Rückzug ist. bestellt, würde sich mtr int„NichtintervdntionS- auSschuß" und in ähnlichen Körperschaften und nicht auch auf anderem Gebiete und von M ä n n e r n verfochten, so an den Fronten Spaniens, an denen das letzte Wort über die italienischen Siege noch nicht gesprochen ist. Berhältnis zu Polen und Italien und namentlich der reichsdeutschen Pressehehe gegenüber ein solcher Maß von Ueberlegung und Geduld an den Tag legt, das schon fast an den Verlust jedes Stolzes grenze und in internationalen Beziehungen ungewöhnlich sei. Dem Dritten Reich handle es sich darmn, die politische Konstellation Frankreich-Tschechoslowakei-Rußland zu zerschlagen, um seine weitreichenden Ziele von 1914 wieder ausnehmen zu können. In dieser Situation würden unsere politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in der internationalen politischen Welt bis in die kleinsten Details zerpflückt. Die magyarische Warschauer und Berliner Propaganda verschone nicht einen Faden an uns. Gewisse Quellen, die' der H en- lei n p a r t e i nahe stehen, besorgen täglich den tendentiösen Informationsdienst für Deutschland. Dazu komme, daß in jüngster Zeit auch tschechische Blätterstimmen— Hampl hasst, daß dies nur aus politischer Kurzsichtigkeit geschehe— wertvolle Unterlagen für feindliche Angriffe gegen uns lieferten. Kein Staat auf der Welt, fährt Hampl nachdrücklich fort, kann auf die Dauer ähnliche Verhältnisse ertragen, soll er nicht seine Existenz bedrohen. Die Sudetendeutsche Partei wird sich mit der Tatsache abfinden müssen, daß Staaten nicht nur auf Grund von etnographischen Verhältnissen entstehen und daß sie das volle Recht auf ihre Existenz haben, wenn sie ihre Bürger gerecht behandeln und auch ihren Minderheiten eine ruhige Entwicklung gönnen. Jener Teil der Sudetendeutschen, der auf einew neuen Weltenbrand bau e, irre schon deshalb, weil die Verhältnisse der Tschechen im alten Oesterreich sich mit denen der Deutschen in der Tschechoslowakei nicht vergleichen lassen. Ernster sei freilich die Form der heimischen Krlttk an unserer Außenpolitik,. die den Feinden des Staates so werwolles Material geliefert habe. Man könne es einem Teil der Agrarier und auch der übrigen Bourgeoisie glauben, daß die Bezie- hungen unseres Staates zu Rußland ihnen nicht sympathisch sind, man könne auch glauben, daß ein großer Teil unserer Rechten Angst vor einem deutschen Ueberfast hat und daher irgend einen Modus vivendi mit Hitler anstrebt. Hier aber handle es sich um einen grundlegenden Irrtum: Ohne an d»n bekannten„Fetzen Papier" zu erinnern, dürfe man nicht vergessen, daß die Tschechoslowakei durch ihre geographische Lage, durch ihre starke. Freiheitsliebe und die Ablehnung jeglichen Vasallentums schon dazu träumen lassen, daß sie eine Bürgerschule bekommen könnten. Wir konstatieren ganz trocken: Im GerichlSbezirke Neuhaus gibt eS insgesamt 68 Gemeinden, davon 26 mit. deutscher Mehrheit. Die Deutschen zählten 1989 im Bezirke insgesamt 7447 Einwohner, das sind 21 Prozent der Ge- samtbevöllerung, so daß der Gerichtsbezirk Neuhaus ein qualifizierter Minderheitsbezirk ist. Daß eS in ter Monarchie nicht möglich war, mehrere kleinere Gemeinden zu einem Bürgerschulsprengel Husannnenzusassen, daß aber die Republik" durch ein fortschrittliches SprengeHllrgerschulgeseh ermöglicht hat, wird aste vernünftigen Tschechen nicht mit Entrüstung, sondern mit Genugtuung erfüllen. Mit der Aufregung des Blattes über die Gerüchte, daß für den politischen Bezirk Neuhaus ein deutscher BezirkShauptmann ernannt weichen soll, wollen wir nicht polemisieren,- denn über unseren Anspruch auf Vertretung im Beamtenkörper des Staates läßt sich mit Herrn Sikibrnh nicht diskutieren. Wenn aber„Poledni List" schier die Besinnung darüber verliert, daß die deutsche Minderheit in der Stadt Neuhaus eine Gemeindewahlkandidatur aufstellcn will, so daß zum ersten Mal— unter der RepublikI Man denket— ein deutscher Gemeindevertreter in das Rathaus einziehen könnte, so wollen wir nur bemerken, daß gegenüber den deutschen national- politischen Beschwerden gerade die tschechische Rechte als ihr stärkstes und nahezu einziges Argument die nationale Gerechtigkeit des Proportionalwahlrechtes ins Treffen zu führen pflegt. Hier empfehlen sich also, kalte Umschläge. Das Ganze wird als« Alarmruf gegen die Henlein-Agitation aufgemacht, es kann aber nicht übersehen werden und ist wahrscheinlich auch nicht unbeabsichsigt, daß gerade durch solche Ausbrüche des Chauvinismus der Henlein-Agitation Wind, indie..Segel geblasen wird.- Hampl sesen Anbiederungsversuche an Hitler Ernste Worte an die Adresse der Rechten „Im Präbo Lidu" veröffentlicht der Vorsitzende der tschechischen Sozialdemokratie Abgeordneter Hampl einen Artikel„Die sezierte Republik", in der er sich mit der ausländischen Hetze gegen die Republik und mit dem merkwürdigen Widerhall befaßt, den diese Hetze bei gewissen politischen Gruppen im Inland findet. Jnnenmjnister inspiziert Grenzpolizeiämter. Wie das Tschechoslowakische Preßbüro meldet, hat Innenminister Dr. Josef Cerny die Polizeiämter in Brüx, Bilin, Teplitz-Schönau, Marien» bad, Karlsbad, Königswart, Eger, Plan und Franzensbad besucht nnd inspiziert. Weiter wird da erzählt, daß di^G«nzler den Minister begrüßten. Daß der Minister auch mit der deutschen Bevölkerung, die dowoie Mehrheit in diesen Gebieten bildet, etwa mit deutschen Arbeitern und Bauern, in Berührung getreten ist, davon weiß der Bericht nichts zu melden. Er wäre interessant zu erfahren, ob dar der Herr Jngznminister etwa für überflüssig hält. Chauvinistischer Schwachsinn Das Blatt des Herrn Stkibrnh ist ganz außer Rand und Band geraten, weil die Deutschen im Bezirke Neuhaus die Errichtung einer Sprengel« bürgerschnle anstreben. Im Bezirke Neuhaus gibt es nach dein„Poledni List" bloß einige kleine Ortschaften mit deutscher Mehrheit und dar Verlangen nach einer deutschen Bürgerschule sei daher «,vi»hujcii wiuwcu>»><üi>‘uhv. puuci.ieine Provokation. In der Zeit der Monarchie hät- Hampl stellt fest, daß die Tschechoslowakei in ihrenss len eS sich die Einwohner dieser Ortschaften nicht Noch Immer U-Boote vor den Dardanellen Bukarest. Wie der„A d e v e r ü l" auS- Konstanza meldet, wurde nach der AuSsage deS französischen Personendampfers„T h e o p h i l e Gauthier" dieser Dampfer auf Fahrt durch baS Aegäische Meer liS kurz vor der Einfahrt in' die Dardanellenstratze von Nnterseeiooten in einer Entfernung von fünf biS'sechs Seemeilen ver-' folgt. Die Nationalität dieser U-Boote konnte nicht festgestellt werden. Nach der Ausfahrt aus der Dqrdanellenstrasie wurden wieder Unterseeboote im Kielwasser des Dampfers gesichtet. Der Kapitän deS Schiffes hat von dem Vorfall den' türkischen Seebehörden Mitteilung gemacht. Heue Angriffe Francos vor Madrid Balencit. An der Front von Guadalajara hat der Feind, unterstützt von Artillerie, die unsere Stellungen drei Stunden lang beschoß, diese im Abschnitt von Jocar bei Monte Trapero angegriffen. ES gelang dem Feind, bis zur Höhe 1249 und bis zur Ebene Trapero vorzurücken. Ein Teil unserer. Truppen, der bereits umzingelt war, schlug sich mit Handgranaten durch und erreichte die ihm zugewiesenen Stellungen! Der Feind hat in der Universitätsstadt von Madrid eine Mine hochgehen. lassen, die die Klinik für Zahnheilkunde zerstörte. Im Abschnitt von Ouijorna haben wir den Feind au- seiner Stellung im Abschnitt von PeräleS de Milla geworfen. Besserung Im Befinden des Botschafters Schanghai. Der verletzte britische Botschafter Hugessen verbrachte den Tag in zufriedenstellender Weise und es scheint, daß sich sein Befinden allgemein bessere. Morgen Beginnt die Konferenz von Slnala*• Sinai». Als Auftakt zur Konferenz' der Kleinen Entente beginnen Sonntag die Beratungen der Kleinen Presse-Entente. Diq Beratungen der drei Außenminister nehmen Montag vormittags ihren Anfang und werden Montag nachmittags sowie Dienstag pod« und nachmittags fortgesetzt. Vor der Schlußsitzung werden Stojadino- viä und Krosta einzeln vom König in Sonderaudienz empfangen werden. Dienstag abends soll das offizielle Schluhkommuniqut veröffentlicht werden.', Wieder 32„Trotzkisten" hingerichtet Moskau. Die„Wostotschno-sibirflaja Prawda" meldet, daß am 29. August 82 Mitglieder einer Trotzkisten-Gruppe hingerichtet wurden. Es handelt sich um Angestellte der ostschirischen Eisenbahn, die Sabotageakte organisiert und Spio-o nage zugunsten Japans betrieben hätten. Wie das Blatt weitepaberichtet, wurde auch eine gewisse Nina Wedenflaja zum Tode verurteilt, der die Wasserversorgung auf ter Statton Nowosibirsk rblag. Sie war beschuldigt worden, in dar Wasser, welche» für Kinder bestimmt war, die von einer Ferienreise zurückkehrten, Schwefelsäure gegossen zu haben. Einer ihrer Komplicen wurde zu 19 Jahren Kerker und eine Reihe anderer zu verschiedenen Freiheitsstrafen verurteilt. Krlegsmlnlster geht zur Industrie Bukadst. Der zurückgetretene rumänische Kriegsminister A n g e l e s c u ist zur S ch w e r- Industrie übergegangen und wirkt Vorsitzender des Verwaltungsrates.der rumänischen Schwerindustrie-Werke„Astra Waggone". Das Kriegsministerium'wird vom gegenwärttgen Minister Ur Luftfahrtwesen und Marine 2ri- m e 8 e u verwaltet werden. Der ungefähre Stand der Fronten in Spanien Ende August 8 EINE GESCHICHTE VON BILDERN UND ANTIQUITÄTEN Copyright by Saturn Verlag 1985 „Das sehen Sie nicht?" sagte Achille höhnisch,„Sie sind doch angeblich Kunsthistoriker? Das ist der Apostel Paulus, der den Korinthern am Marktplatz von Korinth das Christentum predigt." „Wozu braucht er da den Fisch?" fragte Valeria» verwundert. „Der Fisch," entgegnete Achille Lövy mitleidig,„war bei den alten Römern das Symbol des Christentums." „Woher wissen Sie das?" fragte Balerian zweifelnd. „Weil es rückwärts draussteht," erwiderte Achille Lövy, wandte das Bild um Und zeigte auf ein weißes Zettelchen am Rahmen. „Diese alten Maler haben Ideen!" murmelte Balerian,„oder haben Sie das Ding vielleicht selber mqlen lassen?" „Lächerlich I" antwortete Achille uitd stellte da» Bild weg. „Achille" rief Balerian,„ich habe Sie stark im Verdacht, daß das einmal ein unverkäufliches Gemüsestilleben war. Den Manst mit dem Fisch haben erst Sie hineinmalen lassen, damit es ein Genrebild wird und Sie es wenigstens einem Bor- ftadtgreisler verkaufen können. Achille, machen Sie keine Witze, zeigen Sie mir etwas Ordentliche» I" „Ordentliches," schnarrte' Achille Lövy und wandte sich einer anderen Reihe zu,„da»' sind alle» ordenlliche Bilder. Wjnn Ihr Käufer weiße Mäuse mit roten Tupfen sucht..." „Werde ich ihm weihe Mäuse mit roten Tupfen verlaufen," entgegnete Balerian streng. „Wollen Sie Italiener?" fragte Achille. ,„Lassen Sie anschauen. Besonderes scheinen Sie davon ja auch nicht zu haben." „Machen Sie mir mein Lager nicht schlecht" knurrte Achille,„Sie werden in ganz Paris keinen zweiten finden, der eine solche Auswahl hat." „Ich brauche nicht Auswahl," entgegnete Balerian kühl,„sondern Qualität. Sie aber zeigen mir ein Spinatbild mit einem-toten Fisch im Mittelpunkt. Haben Sie unter den Italienern was Besseres?" „Ich habe einen sehr schönen Luigi das Bal» dassano. „Luigi dal Baldaffano?" murmelte Balerian erstaunt.„Sagen Sie mir bitte! wo nehmen Sie die Namen her? In meinem ganzen Leben habe ich noch von keinem Luigi dal Baldassano gehört," „Wäde auch nicht gut möglich gewesen" erwiderte Achille und schob ein riesenhaftes Bild aus der Reihe,„er ist erst jetzt entdeckt worden. Von einem deutschen Forscher." „Und das ist wohl sein e'nizige» Werk?" fragte Valeria» verächtlich. „Bis jetzt," entgegnete Achille ungerührt, „bis jetzt. Man wird schon noch andere entdecken." „Weg damit!" sagte Balerian,»der Rahmen ist da» Beste dran und der ist falsch." „Was wollen Sie eigentlich?" piepste Achille und rauste sich den ZiegenbaP,„Sie sind, ein Miesmacher." „Ich suche Bilder," schrie Balerian wütend zurück,„und nicht bemalte Leinwmw. verstehen Sie? Lnitveder Sie zeigen mir ernsthafte Ware und geben eS auf/ mich hineinlegen zu wollen, oder ich gehe.".• Knurrend und zögernd schlich Achille einer mageren Bilderreihe zu, über die ein Tuch ge worfen war. Er zog es weg. Balerian nahm dqs erste Bild zur Hand. „Na also," sagte er. Achille antwortete nichts. Er wartete, mit einem gewissen Ingrimm auf weitere kritische Aeußerungen. Wer Balerian hütete sich. „DaS sind doch wenigstens Bilder!" sagte er und nahm Stück Ur Stück aus der Reihe.., Achille Lövy sah ihm schweigend zu.'Es machte ihm keine Freude. Für wirkliche Bilder hatte er auch wirkliche Kunden. War dieser Arona» denn ein Käufer? Eine merkwürdige Nummer war er; ein unsicheres.und kompliziertes Kommissionsgeschäft stand da bevor. Achille umgür- tele sich mit muffigem Schweigen. Balerian wit- terte die Schwierigkeiten, die ihm bevorstanden. Wer er war entschlossen. I„Ich wähle also diese drei," sagte er endlich, und wies auf drei'Bilder/die er zur Seite gestellt batte., si„Großartig!" antwortete Achille, nahm die drei Bilder und stellte.sie wieder in die Reihe zu« rück,„es sind bloß meine'drei besten Bilder.. ■«Es sind nicht Ihre- drei besten Bilder," entgegnete Balerian und holte da» erste, dann da» zweite und schließlich das dritte wieder aus dey Reihe heraus,„der kleine Cranach ist ja doch kein Cranach." ...„So," sagte Achille und wurde blaß unter feigen Backenbärten,„der Cranach ist kein Cranach? Was ist-es denn?" ,„Der Cranach ist viefleicht jein Joos van Cleve," erklärte Balerian munter. Aber Sie können überzeugt sein, daß ich ihn al» Cranach verkaufen werde."■.';... ,„Sie werden ihn gar nicht verkaufen," sagte Achille,»WM ich solche Bilder nicht ist Kommission gebe. W' -^Erledigt," antwortete seelenruhig Vale» rian Aronas, stellte, die-Bilder zurück und nahm seinen Knotenstock zmr Hand.„Erledigt! Ich ar- heite gern mit Geschäftsleuten, nicht mit Phanta- sten. Sie sind mir zu romantisch, Monsieur Lövy. Ganz Paris möchte am liebsten zusperren, im Drouot können Sie die besten Sachen für ein paar lumpige Francs kaufen, und Sie Uhren da einen Eiertanz auf. Erledigt! Bilder, lieber 'Freund, gibt es zum Schweinefüttern, Kunden muß man haben! Sie haben Bilder, ich habe Kunden— bei mir sind.Sie mit Bildern ohne Kunden kein Stärkender Starke bin ich. Erledigt!"' „Erledigt!" sagte auch Achille und schlichtete die Bilder ordentlich.„Vollkommen erledigt! Mit solchen Bildern muß ich mich um Ihren Kunden nicht reißen.' Die nimmt mir jeder ab. Jg, Schund, solches Zeug da(und er wie» auf sei» gesamtes übriges Lager), da» können Sie dutzendweise von mir haben." „Nicht einmal zuM einheizen", entgegnete Balerian.«Erledigt, lieber Freund! Sie werden mich noch bitten, diese drei Bilder oder wenigstens' den sogenannten Cranach zum Verkauf' zu übernehmen."'"• „Haha", meckerte Achille,„einen- Cranach, den in ganz Paris noch^ein Mensch gesthen hat, eist Jungfernbild." „Wenn, wenigsten» da» ivahr wäre!"., „Kein Mensch gesehen hat schrie Achille wütend.„Ein Bild, da» mir in Berlin fünfuNd« zwanzigtausend Mark bringen würde..'." „Gut gebrüllt!"'.. „Und das ich in Pari»..." „Uebe'vhaupt nie verkaufen kann.. „Für hunderttausend Francs verschleudere," -„Also, da» ist stark", erklärte BÄeriangnit allen Zeichen unüberbietbarer Entrüstung,„da» hätten Sie' mir gleich, sagen müssen. Für eine mittelmäßige Arbeit von bestenfalls Joo» van Cleve, die man.zur Not an einen Ignoranten-als Crästach verkaufen kann, hunderttausend Francs I Erledigt!-Jetzt aber wirflich!" Er machte eine entschiedene,GMrde des. Aufbruchs, er tat einen Schritt jn der Richtung zur Tür. Nr. 203 Sonntag, 20. August 1937 Seite 8 ’■■■ hiiSii^^SC Die SdP wird nervös! Gesundheitsminister Dr. Czech zu Besuch In Kinderheimen ■ Die Sudetendeutsche Partei wird nervös I Vor allem natürlich infolge der Ergebnislosigkeit ihrer Politik. Nun versucht sie sichüvieder einmal zur Geltung zu bringen, indem sie eine grotzange- legte Hetze gegen die deutschen Regierungsparteien entfallet. Die Vorbereitungen, die für diese Hetze getroffen wurden, stehen in umgekehrtem Verhältnis zu der von der SdP behaupteten Bedeutungslosigkeit der„Splitterparteien". Dar ganze Wirken der SdP ist auf den Kampf gegen diese„Splitterparteien" gerichtet, die nicht nur den Hochmut der SdP, sondern auch ihr wütend-ohnmächtige» Gebelfer mit Fassung ertragen. Nach den Weisungen der SdP an ihre Untergliederungen soll im'September eine heftige Kampagne'für die Ausschreibung von Gemeindewahlen unternommen werden. Diese.Kampagne kann uns sehr kühl lassen: wir haben eine Verschiebung der Gemeindewahlen nicht verlangt, sondern warten auf die Gelegenheit, mit,der SdP die Klinge zu kreuzen. Interessant sind aber die Methoden, hie bei der Kampagne der SdP angewendet werden sollen. Getreu dem Programm der„BMS- erneuerung" wird den SdP-Amtswaltern befohlen, Material gegen die„Bolksverräterifchen S e» Kaspers„neue Menschen" Vor einigen Lagen hielt der„Arbeiterführer" der SdP, Herr RudolfKasperA auf einer schlecht besuchten Versammlung in 9t« u- Pen eine Rede, in der er den„neuen Menschen" feierte, der nach seiner Ansicht durch den„A u f- b r u ch" der SdP- nach Ansicht seine» Chef» durch den K r i e g gestaltet wurde. Wie e» mit diesen neuen Menschen bestellt ist, über deren Charoft ter wir uns nie einer Täuschung Hingaben, zeigt der folgende Brief aus der Gewerkschaft des Herrn Kasper: AweUerzevettsüaN • D. A. A. Sitz am. Diilnnwe Strnox am. ilnum. 8. 8. 1937. Werte Kollegen und Kollegin. Durch die Kontrolle Ihre» Katafterblatie» habe» wir einen Beitragsrückstand feftgeftellt. Da» ist ein Hindernis für unsere Arbeit. Deshalb ersuchen wir Siehöfl.«,» wenigen, welche aktiv in der Ortsgruppe Mitarbeiten, dir Arbeit er- leichtem zu helfen. Indem Sie unsere Berbandl- satzungen genau beachtm und Ihre»eitrige pünktlich, da» ist bis»um 1. eine» jeden Monate» im vorhinein an Jhrm bestimmt« Subkasfier einzahlen. Da tmfere Ortsgruppe die Mitgl. Zahl von 200 überschritt« hat und sich et« jede» weigert eine Snbkassierung zu übernehm« wo doch ein jeder verpflichtet ist an dem Aufbau unserer Ortsgruppe mitzuhelfrn. So erseh« wir sch« an dem, eine Mitarirft wen« , jeder einzelne seine»eitrige seilte« Subkasfier übergibt, ohne daß er dazu aufgefordert wild, p a r a ti st e n und I n t r i g a n t en" zu sammeln.„Meldet schleunigst alle Zwischenfälle in den Krankenkassen und Gemeinden! Eine Versammlung, in der nicht die Gemeindewahlen gefordert werden, ist eine schlechte Versammlung!"— In diesem Ton geht es. in llen Weisungen der SdP- Hauptstelle weiter. Die Waffe im Kampf der SdP gegW die deutschen Regierungsparteien bilden nicht etwa die positiven Leistungen der SdP.— ihr könntet mit dem Mikroftop suchen, ohne die geringste zu finden—, sondern Verleumdungen und Beschimpfungen gegen die Regierungsparteien, gegen welche die SdP nach der Art von Achtgroschenjungen Material sammelt. Bon dem Versprechen, da» Volk zu erneuern und den Sudetendeutschen Milch ulü> Honig in die Bäche zu leiten, bis zum. verzweifelten politischen Läusesuchen— das ist ein weiter, respektabler Weg, der den vollkommenen ideologischen Niederbruch der SdP offenbart. Sie möge diesen Weg zu Ende gehen. Bon der d e u t« schenKultur hat,sie sich schon lange separiert; sich von den Volks mässe n^zu separieren ist sie im besten Begriff. Die sind nämlich immerhin reif genug, das Spiel der SdP«Intriganten zu durchschauen. b«n ein einzelner kann früher sein« Gut-, kassier aufluche»! al» ei» Subkasfier 30 ti» 40 Mitglieder v« welch« alle in verschied«« Schicht« arbeit« und manchmal fich diefelb« wochenlang nicht treff«. Wer Idealist ist wird nuferem Ersuch« bestimmt nachkomm« und Mete« Keine Mitarbeit auf sich nehm«, denn die Ortsgruppe besteht au» all« unser« MItgliedem und nicht au» 2 oder 3 Mitgliede« welche die Arbeit verseh« soll«, da müff« alle Mitarbeiten, d«n hier gelt« gleiche Rechte und auch gleiche Pflicht«. Welch« noch die gewiß Keine Arbeit zuviel ist und weiter ein sümniger Zahler bleib« will, an den erseh« wir ein« Schädling unserer völkisch« Arbritergewerkschaft und rat« wir demselb« an datz er fich au» dm Reihen der ehrlich völkisch« Arbeiterschaft«tzieht. I« der Hoffnung» daß wir bei all« vernünftig« Kolleg« und Kol- leginn« Verständnis find«, zeichn« wir«ft deutsch« GewerkschaftSgmß der Olmannr' / v.........«ltschmitz Rudolf., ' Der Schriftführer: t Der Kassier: Wilhelm Pudel. Richard SpieSke. Wa» ein richtiger Henleinmann ist, will schmarotzen. Der Stammesführer hatte doch versprochen, datz seinen Anhängern die gebratenen TaubeO in den Mund fliegen würden. Da» ist nun eine kleine Unwahrheit gewesen, sie war aber der Anlaß, daß sie ihm folgten. Daß die Henlein- gefolgschaft nicht aü» Schaffern, sondern au»— wenn auch manchmal verhinderten^— Raffern besteht, ist durch diesen Brief wieder einmal bestätigt worden.\ Einige Tage der Erholung, die Gesundheitsminister Dr. C z e ch' in Karlsbad verbrachte, benützte er dazu, um auch einige Heime zu besuchen, die der staatlichen Erholungsaktion für Kinder Arbeitsloser dienen. Er besuchte Kn Freitag unangemeldet das Bergarbeiterkinderheim und das Bezirkskinderheim in RodiSfort, in welch letzterem die Insassen, die dort vier Wochen verbracht hatten, gerade zum Abschiednehmen rüsteten. Natürlich war die Freude über den Besuch in beiden Heimen sehr groß. Der Minister informierte sich eingehend Wer den Gesundheitszustand der Kinder und über die Einrichtungen der Heime und hielt mit seiner Anerkennung über das Gesehene nicht zurück. Samstag vormittags besuchte er da» gegenwärtig den Zwecken der staatlichen GenesungSaktton dienende Ledigenheim in Fischern. Er ließ sich die Räumlichkeiten zeigen und begab sich dann in die Fischerner städtische Badeanstalt, wo sich die Kinder gerade befanden. Einer Vorstellung bedurfte e» nicht, denn die aus allen Teilen des sudetendeuffchen Gebietes stammenden Kinder begrüßten den Minister sogleich mit herzlichen Freundschastsrufen. Biele von ihnen hatten ihn ja schon kennen gelernt, die einen in Grullch, die anderen in Komotau, die dritten wieder bei anderen Veranstaltungen. Dr. Czech ließ sich von den Heimleiterinnen über den Erfolg der Erholungsaktion unterrichten und verabschiedete sich dann mit einer kurzen Ansprache von den Kindern,'die swlz darauf waren, daß der Minister zu ihnen gekommen ist und sich so eingehend nach ihnen und ihrem Wohlbefinden erkundigte. Auch dem Kurheim„Billa Pupp" des Reichsverbandes deutscher Krankenkassen stattete .Dr. Czech einen Besuch ab. Gesundheitsminister Dr. Czech hat während seines Karlsbader Aufenthaltes auch Gelegenheit genommen, mit dem Stadtrat Dr. Simon als dem Referenten für Krankenhaus« und Gesund- heitsftagen die Krankenhaus- und kurörtlichen Angelegenheiten der Stadt Karlsbad eingehend zu besprechen. Liest Reichenberg im Dritten Reich? Der geographischen Lage nach wohl» nicht; den Methoden nach, die Henleinkreise an Arbei- tern oder Gewerbetteibenden versuchen, wenn diese nicht so wollen, wie es richtige Nazigesinnung vorschreibt, schon eher; ganz bestimmt aber liegt Reichenberg im Dritten Reich nach der Auffassung mancher gelehriger Goebbelsschüler. Diese Musterexemplare nationalsozialistischer Gleichschaltung sind in besonders gut gewachsener Art in Reichenberger deutschen Buchhandlungen anzutreffen. Ganz abgesehen davon, daß man schon an den Schaufenstern der Buchhandlungen sieht, mit welcher Freude sich die Buchhändler die Empfehlung guter Literatur versagen, ist man selbst in den BuEden in der Bedienung Jugoslawischer Abgeordneter erschossen Belgrad. In der Nähe der Stadt S k o p l j e .(llcäliib) wurde» einige Schüsse auf einen Wagen abgefeuert, in dem sich der Abgeordnete Ramadan NantadanoviL befand. Der Abgeordnete wurde an der Brust und am Halse verwundet und ist kurz darauf gestorben. der Kunden schon nicht mehr enigegenlommend, wem» die betreffende Kundschaft nicht gerade neudeutschen Schmarre» kaust. Wem: mau Bücher von Trave» z. B. kaufen wollte, müßte man Bücher von Zischia(der Trave» nachweisbar bestohlen hat) kaufen. Die Originale erhält man einfach nicht, weil es der Buchhändler'nicht will. Bücher, die in Deutschland verboten sind, werden in Reichenberg eingeramscht! Wer befiehlt das? Bücher, die in Deutschland verboten sind, dürfen in Reichenberg nicht verkauft iverdenl Wer ordnet das an? Die deutschen Verleger? Vielleicht, vielleicht auch andere Fakioren. Und die Reichenberger Buchhändler gehorchen. Sie verkaufen keine Bücher, wenn es Deutschland nicht will.— Braucht es einen besseren Beweis für diese Behauptung als dar Folgende?: Jemand wollte in einer der größten deutschen Buchhandlungen ein Buch von Kurt Tucholsky kaufen. Die Verkäuferin, zuvorkommend und höflich, bringt ein Exemplar; Schloß Griprholm. ES ist das einzige Buch, das vorrätig ist. Doch nein, die Verkäuferin erinnert sich, daß noch ein Buch da war: „Mit ö PS". Sie erkundigt sich bei einem der Buchhandlungsgehilfen nach dem Buche, das vor kurzem noch da war und erhält die für die Kundschaft verblüffende Anttvort:„Das Buch ist nicht mehr da, es ist eingeramscht worden". Woraus zu schließen war, datz außer diesem Buche auch noch andere Bücher eingeramscht wurden. Die Verkäuferin, weiterhiil höflich und zuvorkommend, klärt die Kundschaft auf:„Ja, wissen Sie, die Bücher, die inDeuts chland verboten sind, sind jetzt bei uns nichtmehrzuhaben."— Also ist es wahr: Bücher, die in Deutschland verboten sind, werden in Reichenberg eingeramscht. Den Verlust bezahlt der reichsdeutsche Verleger, indem er den hiesigen Buchhändlern die Preise auf alle im deutschen Buchhandel erschienenen Bücher neuerlich um 20 Prozent ermäßigt.' Worauf sich der deutsche Buchhändler gern gleichschaltet. DI« Prager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: S o n n t a g, 29. August, 14.15 bi» 11.25: Etwa» über die HerbergSlente(Oberlehrer Josef Bla u« Neuern), 14.80 bis 14.85(Sttainire): Für Volk und Frieden. Mi t kw o ch, 1. September, 18.40 bi» 18.45: ArteiiSmartt, 18.20 bi» 18.40: DI« soziale Funktion Und da« Budget der Gemeinde*(Bruno Schwab- Aussig), 18.40 bi» 18.50: Soziale Informationen. F r e i t a g, 8. September, 18.85 bi» 18.45: Aktuelle zehn Minuten. e Errichtung einer deutschen Bürgerschule in' Starkstadt. In Starkstadt bei Braunau wird mit 1. September eine deutsche^öürgerschule errichtet, die schon seit langem— bisher aber erfolglos— angestrebt worden war.(DND) von der Auslandsreise unserer Talken 248 Rote Fallen und Skauts find am 24. August von einer großen Auslandsreise zurückgekehrt, alle prächtig erholt, von der Meeressonne gebräunt, mitErlöbnissen und Eindrücken, von denen sie noch Monate erzählen und die. sie nie vergessen werden. - Wir wollen, unseren früheren Berichten nun noch einen über die Ereignisse der letzten Zeit hjüssusügen. Am IS. August fuhren wir zu zwei» tätigem'Aufenthalt nach London. Am ersten Tage wurde, die Stadt besichtigt. Die' Führung hafte HenryFair, der englische Lagerpräst» Jient. Es gelang ihm und seinen Helfern, die große Schar so sicher durch die City.zu geleiten,' daß kein Falle verloren ging. Dabei bekamen unsere Kin« ' der sehr viel zu sehen(Westminster-Abbey, To- wer, Hyde-Park ustv:.). Selbstverständlich wurden auch die Proletarierviertel besichtigt. Den Höhepunkt bildete aber der Dienstag. Zuerst ggben uns e r e N e u d e t e r unter.dem Protektorat der tschechoslowakischenGesandtschaft ein.Platz« k o n z er t in einem Park. Diese» Konzert wurde' durch(Lautsprecher indieumliegenden Gaffen, Überträgen.^' Ein großes Publikum wohnte dem Konzert bei, da», mit der tschechoslowakischen Staatshymne.begann und.Stücke von Smetana, JöhanN Strauß, Dvokäk und Stole brächte. Sehr zahlreich war die englische Presse vertreten. Bereit- /die. Abendsblätter, brachten spaltenlange lobende. Berschte Wer Msere Kinder und besonder» Weh Neudek und. die Neudeker. Auch zahlreiche photographische Abbildungen wurden veröffentlicht. VomPlatzkonzert ging eS in die tschechoslowakische Gefandtschaft. Die schönen Gesellschaft»« räuine waren für uns vorbereitet und ein riesige» Büfett nist>sehr,'sehr güten Sachen wartete asif uns...Viel schöner- aber war noch, datz Herr Lega- tionsrat Dr. C e r n h und die anderen Herren der Gesandtschaft.sich in liebenwürdigster Weise mit den Kindern untkrhielten/ sö. daß sehr bald eiste gemütliche, Stimmung aufkam. In allen Sälen standen Gruppen,' unsere Füllen erzählten frei untWoffen ihre Erlebnisse und Eindrücke, sie beantworteten klug und geschickt die an sie gestellten Fragen und ost mußte der Hausherr die lebhaft Diskutierenden sanft darauf Hinweisen, datz sie keineswegs genug gegessen hätten. Her« Lega- tionSrat Dr. Cernh erklärte, datz er sich Wer un- seren Befuch außerordentlich freue'.und rühmte ganz besonder» da» kameradschaftliche, gute Verhältnis zwsschen den tschechischen Skauts und unseren Falken/ Bon den' Falken wurden deutsche, von den Skaut» tschechische Vollslieder gesungen. Zum Schluß erllang die Nationalhymne, von allen Anwesenden spontan gesungen, Es war eist herrlicher Nachmittag und kein.Dankeswort an die Herren unserer Gesastdffchast"kann die Freundlichkeiten aufwiegen, die ün» dort zuteil wurden.' '/Wir hedaureten es alle/dab Herr Legationsrat Dr. Cerm) wegen Arbeitsüberlastung der Ein«. Wustg ustsere» Fxeunde» Hycke, an.unserer Ab- schiedsseier im Lager teilzunehmen,. nicht folgest konnte. Diese Abschiedsfeier und ein andere» Fest Waren Höhepunkte unsere» Lageraufenthalte». Ein Solidaritätsspiel, einstudiert vonMarftnGleiS- n e r, wurde begeistert ausgenommen. Leslie Powl, Jea»iP o r t i e r und Hocke hielten kurze Ansprachen. Den Feiern wohnten zahlreiche Zuschauer aus der Umgebung bei, ganz besonder» erfreute uns die Anwesenheit einer dreißig Kinder starken Delegation au» Spant e‘n. Am 20. August wurde da» Lager abgebrochen. Vorher haften uns schon die Flamen verlassen müssen! Der Kanal zeigte sich bei der Rück- fahrt keineswegs von. der besten Seite: Obwohl unr einer der besten Kanaldampfer nach dem Festland brachte, ginff die Fahrt nicht ohne lebhafte Erschütterungen vor sich. Hn P a r i s diente unS eine der schönsten (Schulen Europas'als Quartier. Unsere Kinder hatten reichlich Gelegenheit, die Stadt ktstnen zu lernest.,durch die sie von französischen Freundest geführt würden. Auch die Weltausstellung wurde besichtigt. Natürlich fanden die Neudeker wieder eine Gelegenheit, sich Herborzutun. I» der Nähe der Schule befand fich ein Quartier spanischer FlüchtlingSkinder. Sie waren lange Zeit infolge einer ansteckenden Krankheit von der Außenwelt abgeschnitten gewesen. Als sie zum erstenmal wieder auf die Straßen durften, wurden sie vom Kinderorchester begrüßt. Es kam zu rührenden Szenen. Zum Abschluß unseres Aufenthaltes zn Paris wurden wir zu einem Feuerwerk" geführt, das auf dem AuSstellnngSgelände abgebrannt wurde. Einen solchen Glanz hatten unsere Kinder noch nie gesehen. Vom Feuerwerk ging e» direkt zum Bahnhof. Unsere Kinder haben während der ganzen Fahrt Beweise guter Disziplin erbracht. Sie bestanden auch diese letzte Probe. Denn a»S einer Menge von Himderttausenden lösten sie sich ohne jeden Zwischenfall und kamen vollzählig in musterhafter Ordnung zum Bahnhof. Unsere französischen Genossen hatten uns für die lange Reise gepolsterte Eisenbahnwagen zur Verfügung gestellt. Auch auf der Rückreise gab eS keinen Zwischenfall. Die diesjährige internationale Fahri ist beendet. Diejenigen Kinder, die an ihr teilnehmen durften, haben viel erlebt und viel gesehen. Eie waren Zeugest der internationalen Solidarität, in Antwerpen, in.Brighton und in Paris fühlten sie sich schnell Wohl, waren e» doch Genossen, die sie empsingen, die alles vorberesiet hatten und die sich schnell mit ihnen anfteundeten. Unsere Kinder haben gesehen, datz e» auf der Welt sehr verschiedenartig zugeht, daß jedes Voll seine eigenen Sitten und Gebräuche hat. Cs war für die Kinder Nicht immer leicht, sich zurechtzufinden, zumal die Verschiedenheit der Sprache trotz der Findigkeit- mit Armen und Beinen das zu sagen, waö der Mund nicht verständlich machen konnte, sehr hinderlich wstr. Die nächste Kinderrepublik soll in-Wei Jahren in dem von den aufständischen Generalen und ihren ausländisckMi Bundesgenossen gesäuberten, freien, demokratischen Spanien staftfinden. vor Lager groß unserer Falken In der Zeltstadt bei Brighton . Seite 4 Friß nur, soviel und so. schnell du kannst,.^venn du satt bist, kommt auch die Anerkennung, durch den Völkerbund! 3ctgcawugfceiten- Kultur-Attaches ' DasHitier-Regimc, bekanntlich dasDeUtscheste, was es auf dcrWelt"gibt, Hai die Welt.mit einem neuen deutschen Wort- beglückt. Den Gesandten des Äritten Reiches im Ausland wer- den„Kultur-Attaches" beigegeben werden," nationalsozialistische Parteigenossen/ arische Mitarbei- ter aus dem Bereich des" Propagandaministe- riuins und des Auslandsinstitutes, deren«Aufgabe es sein wird, der Welt klarzumachen, was deutscher Geist vermag, sosern er.gleichgeschaltet ist, und Mas deutsche Kunst.bedeutet, sofern sie nicht entartet ist.- Früher freilich, als der Geist in Deutschland noch frei.und die Kunst in Deutschland nach lebendig, war,.früher also in ben,„Jahren der Schmach", ist. man auf dcn.be- glückenden Einfall, Knltur-Wachts zu erfinden, zu ernennen und auszusenden, natürlich nicht gekommen. Man war der entarteten, Mternsensch- lichen und" undeutschen.Ansicht, daß weder Kant noch Goethe, weder Schiller noch Heine,-weder Hdüptmann noch Thomas Mann.amtliche." Re-' klame-Agenten im Ausland nötig Hütten. Man begnügte-sich-damit, daßsie'in aller Welt gelesen wurden, und. man war auch nicht erbittert, wenn sie den Nobelpreis bekamen.-. -. Nun mutz das endlich, anders werden. Denn Die tri ch E ck.h a r.d-st und H an LJ o h:st, Julius"Streicher und Joseph Goebbels und selbst derinnige Dichter Baldur v o n, S chi r a ch haben keine Aus- sicht/ freiwillige Leser dort'zu finden, wo man sich seihe, geistige Nahrung noch- wählen darf. Also'werden Kultur-Attaches das'Nötige be- sorgen müssen. Deim der erwähnte Hans Iahst hat gesagt:.„Wenn ich das Wort Kultur höre, entsichere ich den Revolver". Nach diesem. Leit- sah mutz gehandelt werde», wenn man der Hitler, deutschen Kultur den Weg in die Welt' bahnen will.... Der entsicherte Revolver. der- Kultur- Attaches wird, sich gegen zweuSortcn von. Menschen richten: gegen die Leute, die sich für Hitlers Licblingsdichtcr und Leibmalcr nicht begeistern wollen, und gegen jene deutschen" Dichter, For- scher und Künstler, die in der Welt noch immer verehrt werden, auch wenn sie der,,Führer" aus- bürgert. Der Kampf der Kultur-Attachks gegen den. freien deutschen Geist in der Welt wird ein erhebendes Schauspiel werden, eip Stück deut- scher Kultur, dessen Inszenierung sich den bis- herigcn Regiclcistungen der Nazi-Propaganda würdig anrcihen wird." Wie sich die deutschen.Gesandten, damit ab- finden- werden, daß man ihnen Parteibevoll- Nlächtigtc, ohne die sie.bei offiziellen Aylässen nicht mehr erscheinen dürfen, uUh Kulturbiittel zugesellt, ist ihre und nicht unsere-Sorge. Bisher haben die-Diplomaten des Dritten Reiches van dem Mißverständnis gelebt,- daß- sie/— ungeachtet dos gegenwärtigen Regimes-- Vertreter esiies Deutschen Reiches seien, das ein vettragS- fähigor-politischer Partner und. ein Bestandteil der europäischen Menschheit isti Die. Attaches, die sie künftig b'egfeiten- werden,- werden dieser Mißverständnis erschweren^ wenn nicht zerstören, Upd die Gesandten werden Mihe haben,-die' alte Fiktion aufrechtzuerhältem Dennoch ist zu etwarten,. däßwuch.die Kul- tur-Attachcs wieder List Absicht/haben werden, „silbkommen'f.zu schlichen- A^mmen Über den „Austausch" der Nazi-Kultür^se siemöglicher- weise als Bejählüng /süi: Rohsiüsfe anbiettzst-Ädr- -Sonntag, 2V. Anglist 1üS7 Me Chancen im japanisch-chinesischen Krieg’ (Io) In Europa sind über die Möglichkeiten des chinesischen AbwehrkampfeS-.Illusionen" verbreitet, nicht-unähnlich jenen, die- zu Beginn der italienischen. CroberiingSziigeS" in,Abessinien bestanden haben.-Man glaubt nämlich, daß die nationale Begeisterung, die zweifellos, breite Schichten.der.chinesischen großstädtischen Bevölkerung ergriffen-hat, allein imstande sei, den japanischen^ Einfall abznwchren..Dabei vergißt man: daß vor- länfig-"jedenfalls,. auch in'. Japan die /gesamte öffentliche Meinung üiid alle legalen politischen Parteien, also nicht nur die beiden großen Regierungsparteien- sondern auch' die oppositionelle „Partei der' sozialen Massen",.bedingungslos hinter der Regwrüng stehe». In-Japan-herrscht heute ein /Burgfrieden", dessen.' Abbröckelung zwar möglich, doch vor einer entscheidenden Niederlage der japanische» Arnleen" sehr".unwahrscheinlich ist. Auch in"China haben sich die-beiden politischen Grundrichtungen, die Kuomintang Uno die kommunistifche Partei,'"stillschweigend- die Hände gereicht. DäS- Hauptquartier"der'chinesischen' Roten Armee-' befindet'sich gegenwärtig-Im nördlichen Teil der Provinz Shenst, also am rechten Ufer" des Gelben'Flusses/ Diese Arniee-könnte unter Umständen in die Kämpfe.'an der Großen- Mauer'eingreifen. Jedenfalls hat jede.Bedrohung Nankings-durch die Rote Armee-aüfgchört.- Die großstädtische Bevölkerung in Schanghai," Nanking und Kanton'befindet sich in einem-Zustand« der patriötischen Gärung:-Besonders aufgeregt sind die Intellektuellen, vor- allem-: die- Studenten. Auch" das großstädtische" Proletariat" ist sehr patriotisch gestimmt. Der Patriotismus in diesen Kreisen ist ehrlich und"echt." Aber gerade diese Schichten.haben eine ziemlich illusionäre Borstel- lung von'dem tatsächlichen" Kräfteverhällnis zwischen Japan und Chinä.Hier begegnet-man öfk der Ansicht, daß China, allein kraft seines kolossalen numerischen Nebergewichte», den Sieg davon- tragen soll. Man vergißt dübei,-daß die chinesische Lquernmäfse,.die. etwa. 80..Prozent der-Bevölkerung auSmacht,-sehr weit vom nationalen Bewußtsein'..entfernt ist.-.Dle./ chüiesischcu Bauern haben/höchstens einen Begriff-von den-Interessen 'ihrer Provinz,, alles andere-ist für.sie im wesent- tichen.Schall, imd Rauch.-Bor allem ist das sol« d a t ujuh eHandwerkbei'den- Bauernmassen bis jöVnochsi m B e r r u f. Die Armee hon Nanking ist-zürn' Teil eine- Freiwilligen-, humTeil eine" Söldnerarmee., Die Wehrpflicht" ist erst: in diesem Jahr« eingeführt und bciwcitem noch nicht verwirklicht. Um tatsächlich alle jungen Leute von 26 bis' 28 Jähren in"die" Armee' einzüstellen/wie es dar neue Gesetz vorschreibt, müßte maß riesige Mengen von Waffen und Munition beschaffen. Die Regierung der.Marschalls Tschiang-käischek ist, sm Gegensatz zu.den Intellektuellen.undStu- dentcn,/ sich, der. militärischen Schtuckche Chinas voll bewußt. Die. Regierung, von Nanking, würde, auch, jetzt, noch jedes, annehmbare.Kompromiß annehmen, aber erstens.will das japanische.Milisär, das heute.in Tpljp. die Oberhand gewonnen hat, überhaupt, kein. Kompromiß"und" zweitens würde ein solches Kompromiß,-wenn.es. sogar, möglich wäre,"die Regierung von Nanking"jn.den weite» Schichten der größstädtifchen Bevölkerung so unpopulär machen, daß ihre. Existenz selbst aufs' Spiel gstsetzt wär«/. den,-die" das Dritte Reich. zur weiteren Äüf» rüssimg benötigt.. Vor. folchen Abkommen fei schon-heute, gewarnt.- Andererseits wäre, natiir- sich gar nichts dagegen, einzuwendcn,. wenn ein Kültur-Attachä in Präg.zum- Beispiel eine Re. gk-Iung. fördern würde, die-feftsetzt, daß-.in der Tschcchoflowakei.nicht mehr Goebbels-Filme und Goebbels-Literatur gebracht werden als.Filme, Bücher und-Zeitungen"-aus-, unserem Lande ins Dritte Reich kommen.---.-- Flugzeug vom BliHgetroffen. Freitag, nachmittags geriet ein Fokker-9-Verkehrsflugzeug unserer staatlichen Aerolinien auf dem Wege/über Ujhorod nach Bukarest.in"der.Zone der Kleinen Karpathen in einen heftig en Schnee- st u r m,-in.dessen Verlauf ein Blitzschlag in dem Flugzeug". alle elektrischen. Reßinstrümente und die Radiotelcgraphenänlage zerstörte.' Da»' von den Piloten Kordä und Sclyckh. gesteuerte Flugzeug traf zeitgerecht qüf dem UZhoröder Flugplatz«, ein,." wußte jedoch während..der:-Nacht" repariert werden, so. daß es erst Samstag früh seine Reis« nach Bukarest fortsetzen konnte. Das Flugzeug beförderte' neun Passagiere, darunter u.- a, eine spanische Diplomatin und einen, belgischen-Jn- dustrsellen. Eine- Sittlichkeitsaffäre in Komotau. Die A. K. aus-Komotau mütasietc bei- der Staatspolizei die, Anzeige,. daKnhr ein. bei ihr logierender minderjähriges Mädchen" ein. Kleidund einen Janker gestohlen' habe. Die Kleidungsstücke- konnten. tatsächlich, bei der.Fünfzehnjährigen'gefunden werden. Bei ihrer Einvernähme gab diese.jedoch an: die Kleider von der A. erhalten zu haben, weil sie auf.„Männerfang'' gehen und dazu schön angezogen sein mußte. Für ihre/„LicbeSbereit- schast-', zumeist mit Soldaten gepflogen,- bekam sie nach ihrer Aussage keine Entschädigung; ob die K. etwas einkassierte, wüßte sie nicht anzugeben. SamStag früh wurde nun-in der Wohnung der feinen Ouärtiergeberin Vorgesprächen. Dabei traf die Polizei ßwei mangelhaft bekleidete. Männer und ein ebenso beschossenes Mädchen, wahrscheinlich eine Prostituierte, an. Alle, gjnschließlich der Wohnungsinhaberin, wurden-verhaftet, und dem Bezirksgericht eingeliefcrt. Allzu jung gefreit".,. In der Zvonakskä ul. Nr. S in Kaschaü kam cs Samstag früh zu einem Mordversuch, den der 2 4 j ähr i g e Stepän Daniel-an seiner 1 8 j ä h r.i.g e n Gattin unternahm". Zwischen" den Ehegatten kam es -in den letzten Tagen häufig zu. Streitigkeiten, weshalb Frau"Danielovä"ihren"Gatten/ verlieh. Samstag früh kehrte ft« in die gemeinsam« Wohnung"-zurück, uni Wäsche und Kleider.zu Holen. Zur gleichen Zeit kam auch ihr Gatte, der sie bat, zu. ihm zurückzukehrcn. Als". dir Frau dies ablehnte, nahm er ein, Beil,. mit.dem er ihr einen Hieb auf den Kopf versetzte/worauf Frau-Dani«- lovä bewußtlos zu Boden-.stiirzte, Nach- der- Tat entfloh Daniel, und.'konnte" bisher-Nicht gefaßt .werden." Die" Verletzte wurde" ckn--"dqs-staatliche Krankenhaus ühergefiihrt. wo. sie operiert wurde. Ihr.-Zustand ist. sehr/ernst.-- ' Hitletz-kommt'^ Ävejk. muß gehen..... In'den'Wiener- Buchverlagen- stellten sich', Donnerstag Polizisten-ein/»,8i«- alle- Exemhlare des Buche».„Der gust Soldat/ Sbcjk"/ befchlag« Naihmten.-"'.''"/..i ...- Revolte in- der SchirektjößSgnstalt..An der Besserungsanstalt hon Atziane bei Vöntpellier-ist einr.'Rwolte--äusgebrochen',,,.Etwa- 2Ü-Zöglinge betäübten'ein'enAufseher/stcckteü-einGcbäUde.in Brand und ergriffen die/ Flucht,/ SV" Gendarmen wurden entsandt, um di« Ordnung wieder herzu stellen. Nach den flüchtigen Zöglingen wird eifrig geforscht...'. Mangel an- Hauspersonal.- In.England-herrscht «In- außerordentlicher Bedarf. an Hausgehilfinnen. Diesem Mangel-wurde durch Zuzug namentlich österreichischer Mädchen.abgeholfen.-Da» Arbeitenmini- sterium organisiert gemeinsam-mit dem-Innenministerium nunmehr esne Aktion, um englischer HauS» persopal- zu gewinnen, welche hauptsächlich i» den englisch«» Notstandsgebieten,- in- Südwale»-und Schottland,.durchgeführt wird,-- Studienaufklärung für deutsche Atlw/rlenten. Die' Studien» und BerufSberätungSstelle der Deutschen' Studcntenfürsörge in Prag hat ein eigener „Auskunftblatt" heraurgegebtn, welcher ist erschöpfender Weise über/alle Jnskrlptwn»- und Studienbestimmungen und LcbcnSverhältnisse an den Prager deutschen Hochschulen unterrichtet und auch, über dar gesamte.akademische Unterstützung»- und Stipendienwesen aufklärt.. Dar Büchlein ist besonder» für Abiturienten-,"'welche die Absicht haben, d'ie deutschen Hochschulen 4n Prag zu besuchen,«in unentbehrlicher Wegweiser und Ratgeber und kann gegen Einsendung von 4.86 Xi(auch im Märken) von der Kanzlei'der Deutschen Stude.ntensürsorge," Prag ll„- Kkgkovskä Nr. 16, bezogen werden. Einreichungstermin" für Gesuche um staatliche Studienunterstützungen.- Die.Gesuche um staatliche StudienünteruLtzüngen für dar Schuljahr 1037/36 sind gemäß- Aurschreibung durch- dar Ministerium spätesten» bis zum 86. Scptembor d. I. in der Kanzlei der Deutschen Studentenfürsorge, Prag II., Kra- kovska 16, abzugeben." Ed-wird-daher.-ausdrücklich darauf aufmerksam.gemacht, daß a U s n a hin S-l o r nur bis zum?6. September, abgegebene Gesuche berücksichtigt werden.". Nach- dem 86. September dürfen weder Gesuch«»och Belege angenommen werden/— Hochschüler,, die erst nach-dem 86, September- in- Prag eintrcsfen,-können die ordentlich belegten Gesuche vorher durch.di« Post an die Deutsche Stu- dcntenfürsorge cinsendcn. Er-- liegt im-Interesse einer jeden Bewerber», den Staatrbürgerschäftrnach- weir" nicht in der Urfchrist, sondern in einer Hom Gericht legalisierten Abschrift beizulegen. Porgcdruckte Formulare hiezu(einsprachig tschechisch oder zweisprachig tschechisch-deutsch) sind von der Kanzlei der Deutschen Studentenfürsorye, Prag II-, Rrakovskä Nr. 16, zmn Preise von 86 Hellern zu beziehen. Wer rasch hilft, hilft doppelt. Wie rasch manchmal. eine/ Fansille gezwungen" ist, die Hilfe der ,Jugend-Fürsorge in Anspruch. zu nehmen, beweist der nachstehende Fall: Air dieser Tage der Amtswalter der Jugendfürsorge in fein. Büro ging,/hörte.er aus deM Borraum fröhliche»"Kinderlächen." Bei feinem Eintritt bot sichihm ein sonderbare» Bild.. Ein Vater, ein-einjährige» schlafende»-Kinds wohwerpackt am Arm,-hatte sich'», auf-dfm Stuhl« bequem gemacht. Zwei weiter« Kistder, zwei-uyddrcijährig, bäsgten fröhlich auf, dem Fußboden.'Ein-/großer Junge stand ähseit». Der- Vater hätte"gar keinen so kleinen Wunsch: Die Jugendfürsorge, möchte seine Kinder- übernehmen-^-. wenigsten»'vorläufig. Sein Wpnsch wurde verständlich, al», er erzählte: Seine Frgumußte in der Nächt /in» Wöchnerinncnheim. Da».fünfte- Kind- wurde geboren." Ex hat" jetzt-die viche-Kiqder daheim, für Heren Betreuungcex-sich ganz ungeeignet hält und.soll in Arbeit- gehen. Seine Stelle., geht-verloren, wey»:«r seinen Dienst. uy.ter« bricht. Verwandte und Bekannt«, HI« Eber- Kinder ästnehinen/würden,-besitze-er nicht", Also/ soll.-halt die Jugendfürsorge-.".'.Da gäb-e»>nün-k«in Ia.nge»/Be- denksn/ Eine" kinderreiche, /'gesunde' Familie,«ine braße. Frau und Mutter, die auch nach. der Entlassung sni» dem-' Wöchncrinnenheim" ein Paar Läge Erholung braucht,— hier mußte geholfen werden I Dhch' Ginjährige-'. kam-in dä» Squgling»heim-nach Gäblo.nz/ dlezweikseiistn-Kinder ip/dä» Kletnkinder- land der Desttfcheii Jugeispfürforge in Reichenbe'rg- Alrharzdorf," dtp" größere Junge verblieb beim Da-- ,,^ur kottunu der Rasse" 9 Mit dieser Aufschrift wird jetzt von-der französischen Postverwaltung""eine" SonderbrlesiNarsd'IN Verkehr gesetzt. E» ist eine Art Wöhisahtts-Brsefmärke,- deren Erlös einem Sonderkomitcc, und zwar der„Socictz de"Prophylaxe" ftnitäire" et"morale"'/-tgesmid- heitliche und moralische-Fürsorge zuslieht. Man.steht, wie ein K u l t u r stä a"t für.die Rasse wirkt, nicht durch.'Nürnberger Schandgesetze, sondern durch s o z" i.a l e F ü"-r s o/p g e:- ter.-Der Pater ging erleichtert zur /Arbeit. In. eiüi-" ger.Zeit- ist-die vergrößerte""Familie wieder vereinigt..-■■ .. Gedenkmarken ,,J, E. Purk>,nt". Jm Rähnstn der.'166-Jähr-Feier de» Geburtstage» de»"genialen tschechischen Wissenschaftler» I. E. Purkyni! gibt die Post am 2. September" Gedenkmarken in zwei Wer- tcn heraus r eine 80-Heller-Marke in blau-grüner Farbe imd" eine i-llö-Marke- in zinnoberroter.Farbei Beide Marken'-zeigen dasselbe Bild, u. zw. ein Porträt.-Purkyni!^ die Reproduktion eine»./Relief», da» Prof. Otakar Spaniel zu-diesem-Zwecke.geschaffen hat.-- Die-Marken-sind Kupfertiefdrücke. Zeichnung-und Stich-der-Marken stammt von>B.- Heinz.^Dic-ivtarkenblätter.'find für/ den-Sammler interessant, Die-Rapd-Markcn.haben-nämlich- noch einen Kyupon in- der Größe- einer" Marke mit. einer symbolischen/Zeichnung" und einer GedeNklegende/ Nähere Einzelheiten enthält die- Nummer 48 st.e» e8n.erschienenen Anzeigers dcS-Post« und Telegraphenministeriums, welche- von den Hauptpost-, ämwrn am'Sitze der. Postdirektionen zum-Pteise von 86-Heller pro Stück verkauft wird. Diese.Rum- mer kann.auch beim HilfSamte- de» Post», und. Tele- graphenminssterium» bestellt werden. DI« Staatsbahndirektton in Prag fchreiht-den Bmi einer neuen AutobuSgarage in Teplitz-Schönäu au». Frist-bi» 86. September 1837,-16 Uhr vormittags. Genauere» in den. Amtsblättern. Abzeichen für Militärrcserviften. Die staatliche Münze in Kremnitz hat ein klbzeichen für-Militärreservisten auSgegcben, dessen Tragen/ von: National- vertcidigungSministcrium empfohlen wird/'.-. Da» Ab- zelchen soll"zur Pflege einer Regimentstradition.beitragen und"die vielfach wertlosen Andenken verdrängen helfen, die für-Reserbisten äu» rein-kommerziellen Gründen"angeboten werden.(DND)-" Sonntag bleibt'» wie'» ist, Montag ändert sich'» nicht..."'Zwischen einem mächtigen Druckhoch Wer Rüßland'und einem änderen"über" d«n'-Britischen -Inseln verläuft-über Mittel-Europa"eine ZoNe' tie» sercn Druckes. /In' dieser Zone bilde» sich örtliche Störungfn"mit Gewitter» oder Schauern-Ml,bi«... besonder» in der Nähe von Gebirgen"größere Inten«" sität erlangen. Infolgedessen dürfte bei ünr' SöNntäg noch ziemlich"., unbeständiger, dabei aber- wchrme» Wetter, andauern.".Regenschauer oster Gewitter, /sind." bastel nicht, ausgeschlossen. Wahrscheinliche» Wester Sonntag:.Wechselnd, zeitweise vorKegend' bedeckt, iw der Nähe-von Gebjrgrkämm«» Regenschauer oder Gewitter,-etwa».-wärmer, Ostwind," Wetteräussjch- tew-für-Montag: Noch keine'wesentliche Äenderung. . Vom Rundlunk-A tmpfehleMwertM Ms den Prosrammee: Montag: Prag, Sender I: 16.65: Deutsche Presse. 12.16: Schallplatieukonzert: Händel, Luigiui, 12.35: Schöll, platteakonzert:.Goldmark. Leocavallo. 14:65:.-Deut-- sche Sendung: Regionaliimu», die-landwirtschaftliche Gliederung-'in der Wirtschaft, 14.46: Schallplatten,. 16.10: Leichte Musik, 17.05: Populäre». Konzert der tschechischen Philharmonie,'17.46: Gc'i-M genkonzert, 18.08: Deustche" Sendung:.'Häbermänn- Leitmeritz: Da» Erziehungsziel der freien:Schülße-i meinschast Leitmeritz. 18.15: Mühlberger-Träyt«-" nau:„Ernte", Hörfolge, 18.80:- Dichterstunde:-Kpci-- sche liest.feine.-.Bergromanze",--18.45:- Deutsche Presse, 20,18:,Serenade von Dvotäk, 22.20:-Tanz-. musik.— Prag, Sender II: 15: Schallplatte», 15.20: Drutsche- /Sendung: Kleiner Reisebericht,. Schyllplättenfolge.— Brünn--17.40:.,Dimtsch«""?«»» düng: Dr. Müller: Wa»' liest der bürgerliche Leser? 18.18/:'Flötensolo.— Preßbnrg 17.40: Geigenkon» zeit.-- Mährisch-Ostrau 18.10: Deutsche Arteiter- sendung:- Kamler: Gat e» in Oesterreich ein freie» Schulwesen?.' Dienttag: -.'>, Prägt Sender I;: 10.05: Deutsche-Presse,-10)18: Deütsche Sendung: /Für dic-Frau,-14: Deutsche. Sendung:. Ast» dem tsch"echoslowäkischen:AuWrlehen, 16.10: Zum holländischen Staqtsfcicrtag: Niederländische Musik, 17.05: Militärmusik,-'18.05t.Diüt« sche.Senstüng:" Musikalische" Wanderung' durch Präg (Alt- unstNeustadt), 18.88: Deutschc-Pr-ffe: 10.08: Uebertragung aus Salzburg: Mozart:- Zäilberslöte; e» spielt da» Wiener philharmonische Orchester, dirigiert von Torcynini.— Prag,. Sender Ur.18:- Opt« rettengesänge, 18.18: Deutsche Sendung:.Dr. Jahn: Die. MongÄri, einst.ünd jetzt, 16.86; Schallplaiten. — vränn 17.40: Deutsche Arbeitersendung: Sozial- tNfotwattimeUj Perlse«: Soziale Po«fii.— P'reHtur» 12.35: Rundfuntorchesterkonzert.^ Kascha» 12-68; Tanzmusik.— Mährisch-Oftrau 14.26:'Schallplätten."'"".-• Nr. 203 Sonntag, SO. August 1037 Seite 8 IMfowictodtaftund ässuchMN Gegen das Trinkgeld, für feste Entlehnung Tagung der Gastgewerbeangestellten In Reichenberg die Tätigkeit des Vorstandes sprach ■ Der Fachverband' der Hotel-, Restaurantbud Kaffeehausangestellten mit dem Sitze in Bodenbachs der dem Transport- und LebenSmit- telarbeiterverband angeschloffen ist, hielt am 27. August in der Handelskammer in Reichenberg seinen zweiten Verbandstag ab. Der Vorsitzende Josef Lehnert, Bodenbach, konnte den Vertreter des Ministeriums für soziale Fürsorge Ober«, rat Jng. Hacker, den LandeSinspeltor für Arbeitsvermittlung in Reichenbevg, den Vertreter der Stadt Reichenberg, Stadtrat Hawel, den Obmann des schwedischen Bruderverbandes Bengtson, in Vertretung der deutschen sozial« demokratischen Partei Schweichhart, Bodenbach, den Vertreter des deutschen GewerkschastSbundeS Wilhelm Weigel, Reichenberg, die• Vertreter der tschechischen Organisationen Stästnh und Cernöch, den Obmann des Verbandes der Transport« und Lebensmittelarbeiter Stucklh. und der KreiSge- werkschaftskommiffion in Reichenberg, Zimmer, begrüßen. Eine Reihe der Genannten hielten Be« grüßungsaWnachen. 'Bon Interesse war die Schilderung der Ver- hältniffe im Gastgewerbe in Schweden durch Bengtson, der unter anderem erzählte, datz in Stockholm ein Garantielohn von 200 schwedischen Kronen gezahlt, werde.' Er sprach sich für ein« internationale Regelung der Entlohnung der Gastgewerbeangestellten, aus, Schweichhart er«, klärte die volle Unterstützung,der sozialdemokratischen Partei und Weigel machte auf die umfassende Tätigkeit des deutschen GewerkschastSbundeS aufmerksam.(Seit 1020 haben die Verbände des Deutschen GewerkschastSbundeS 874 Millionen Kö allein an Arbeitslosenunterstützung gezahlt. Für jedes Mitglied des Bundes macht dies im Durchschnitt K6 4000.— aus.) ES Lehnert-Bodenbach. Er legte unter anderem dar, daß bedeutend mehr Mittel ausgezahlt wurden als die Mitglieder der Organisation als Beitrage brachten. Lehnert sprach auch über die Lohn- und A r b e i-t s v e r h ä l t n i sse und erklärte, es muffe vor allem das Trinkgeld systcm beseitigt werden. Die soziale Stellung deS Kellners bleibe solange eine unsichere, solange es ,nicht gelingt, dieser Gruppe von Menschen zu einer kürzeren Arbeitszeit und zu einem festeren Einkommen zu verhelfen. Die sozialpolitische Gesetzgebung in ihrer Bedeutung für die Gastgewerbcangestellten behandelte Scharing, Bodenbach. Er teilte mit, datz der Regierung über die unerträglichen Zustände in den gastgewerblichen Berufen berichtet und ein entsprechendes Memorandum überreicht wurde. Die Forderungen des Verbandes sind: Beseitigung der überlangen Arbeitszeit, der iinznreichenden Beköstigung, der mangel- . haften Schlafstellen und schlechten Unterkimsts- räume, Gewährung von gesetzlichen Arbeitspausen, 32snindig«n Ruhetag in der Woche, vollwertige Erfatzruhetage, Urlaub mit Entgelt. Den Referaten folgte- jedesmal eine Aussprache, dann wurden die bezüglichen Anträge uhd Beschlüsse einstimmig angenommen. : Die Wahlen zur Verbandsleitung hatten folgendes Ergebnis: Obmann: Lehnert, Bodenbach, Stellvertreter Hohnl, Teplih. Beisitzer; Unger, Reichenberg. Oberreiter, Aussig. Erweiterter Vorstand: Zimmer, Reichenberg. Schedina, Bodenbach. Grund, Karlsbad.■ Nach einer Schlußansprache Lehnerts wurde geschlos- der erfolgreich verlaufene Verbandstag wurden sodann Berichte erstattet. Uebeiü! sen. trale Zusammenkünfte der Gewerkschaftskarielle mit den HauSbHuchern abgehalten(die Frauen .sollen mit eingeladen werden und die Veranstaltungen sollen einen festlichen- Charakter tragen). Im Oktober erscheint die erste Nummer einer 'Propagandazeitung, die S bis 7 Mal in einer , Auflage von je einer Million Verbreitung finden soll. Die Kolonnen der HauSbesucher werden auf- marschieren. rr.Es^rschLmen'gleichzeitig.Manifeste 'M- Schrifteck'Mr'fpSssielle Fragen: Cs soffein Plakat heraüsgegeben und es sollen Rundfunksendungen, Kinovorstellungen und Propaganda» 'Revue-Abende veranstaltet werden. Im Mittelpunkt dieser Bestrebungen wird ein sozial-wirt- schastlicher Kongreß der Handeszentralen stehen. „Das erste Zieh", so heißt cS in einem Bericht von „Hct Volk",„sind die 300.000 Mitglieder; daS Endziel mutz viel ferner liegen!". Teuerung in England. Nach einer amtlichen Mitteilung detsLandelsministeriums stiegen die LebenSmsttelprnfe in Grotzbritanien im Monat Juli um 8.1 Prozent im Vergleich zur selben Zeit des Vorjahres«« Großzügige Gewerksdiaftspropaganda in den Niederlanden Trotzdem man in den Niederlanden noch nicht von einer Ueberwindung der Krise sprechen kann, trat schon gegen, Ende des letzten Jahres in der Bewegung der Mitgliederzahlen der Gewerkschaften ein/ entscheidende Wendung ein: Der Rück- 'gäM.'ÜLr.Moy Jett geraumer Zfjb geringer geworden wac.ikam zum Siillstaird,. und dieange'-' schlossen«» Oränisationen. meldeten Gewinns. Diese Bewegung wurde gestützt durch eine allgemeine Vropagandakampagne; Schon seit fünf' Monaten werden in einer Auflage von je einer Million Propagandablätter herausgegeben. Auf Grund eines von C. v. d. Lende entworfenen Gesamtplanes soll nunmehr im Rahmen der sich beffernden Konjunktur in der Zeit September 1087 bis.April 1088 ein Generalangriff unternommen werden, für dessen Orgamsieruiig die Perbandsleitungen bereits eine hohe Summe bewilligt haben. Im September werden Adressen von Unorganisierten gesammelt, Hausbesucher' rekrutiert, in 40 Orten Versammlungen der leitenden Organe veranstaltet und schliesslich zen-' Krach in der Heilsarmee. Wie es scheint, Wird es-in'der allernächsten Zett zu einer sehr ertzsten'.Krise' in/ der'Leitung der'HtilSattnee kommens An.der' Spitze-der Heilsarmee steht bekanntlich feitihrer Degründupg die Dynastie der. „Generale" B'o o t h..Schon der letzte Generäl BrrunmA Booth ist nicht freiwillig von seinem Posten zurUckgetreten, als ihn der Generälstab für zu alt-hielt. Es'kam damals zu schwierigen AuSeinaüd'ersehungen, und'als er im Alter von 73 Jährest' zurücktrat, wurde festgclegt, datz kein. General, tev Heilsarmee« länger, als. bis zu diesem Alter«den Posten, bekleiden dürfte. Nun wird auch seine Schwester, die gegenwärtige Generalin der Institution, Eva Booth, demnächst 78 Jahre. Aber sie hat bereits jetzt erklärt, datz sie sich noch völlig jugendlich fühle und gar nicht daran'denke, ihren. Rücktritt mit der Erreichung der Altersgrenze zu nehmen. Wieder zeigt sich in den leitenden Kreisen der Heilsarmee eine große Unzufriedenheit, die^zunächst darin einen Ausdruck sand, dass eine Reihe der obersten Funktionäre Mit GehaltSsorderungen an,die Generalin herantrat, und zwar vermutlich lediglich deshalb, weil sie^genau. wussten, dass Eva Booth für äusserste Sparsamkeit ist. Die Gehaltserhöhungen wurden auch prompt abgelehnt, und es herrscht im Augenblick' eine- starke Agitation gegen die Generalin. . Seife a«S Kohle, Kohl« aus...7 Wie der „Deutsche Volkswirt" meldet, wird in Deutschland'Seife aus Kohle erzeugt werden. Dieser neue Produktionsprozeß habe sich infolge des Mangels an Fetten sowie im Hinblick des Strebens nach einevSenkung der Einfuhr als notwendig erwiesen.— Erfinderische Geister sind sie schön, das muß man ihnen lassen. Aber es fällt einem-angesichts dieser täglichen Meldungen doch immer wieder die F lüft er,Anekdote von dem Mann ein, der Göring das Angebot machte, Butter aus M e n s ch e n k o t herzustellen. Er bekam zweimal hohe Vorschüsse, udn sollte, als er«ine Million Mark erhalten hatte, über den Erfolg berichten. Ja, meinte er, die Versuche seien noch nicht beendet, aber sie lassen sich gut an:„Geruch und Farbe, lassen zwar noch zu wünschen übrig, aber schmieren läßt cS sichschon.. Indianische Medizinmänner heilen mit 1— Bitaminenl Dem französischen Profeffor Perrot ist«S gelungen, den Hauptbestandteil der Zaubertränke festzusMen, die von den indianischen Me- dizinknännern im Tale des AmazonenstromeS ihren StammtSangehörigen für alle erdenklichen Zwecke verschrieben werden—- als Stärkungsmittel, als Liebeselixiere, gegen Fieberanfälle und gegen Schlangenbisse. Immer handelt es sich um Prä«' parate aus der Rinde des ChuchuhuaSca-BäumeS. Der Forscher konnte. Lch npn davon überzeugen, daß dieser.Rinde'tatsächlich m vielen! Fällen eiite ganz auffallend stärke Heilkraft in'newohnt; bei der chemischen Analyse.stellte es sich heraus, dass die Rind«. Vitamin C enthält, und zwar in einer Meng«, die man bisher poch niemals in.' einer Baumrinde gefunden, hat. Das. Geheimnis und damit die Machtstellung der StammeSzauberer beruht auf dex Tatsache, dass dieses Vitamin weder Kochen noch Trockenheit übersteht, und die Wundertränk« daher ihre Kraft nur dann beweisen, wenn sie frisch«ubcreiiet sind.— Die Entdeckung, daß manche Erfahrungen und ohne Kenntnis der Theorie praktizierten Heilmethoden der Primitiven vor der nächprüfenden Wissenschaft sehr ehrenvoll-bestehen, ist nicht vereinzelt- Hat man doch feststellen können,-dass die Eingeborenen auf Ceylon feit. Jahrhunderten Blutarmut durch Leberkuren.heilen, waS man in der Kulturwelt erst seit einem Jahxzehnt wieder gelernt hat. Daß Blutegel gegen»dickes Blut",.vor allem also gegen GexinNsel sehr heilsam wirken, weit sie«inen blutverdünnenden, das Gerinnsel lösenden Swff ausscheiden,•■'<-.'i TrmeSvar— Tschechoslowakei? In der letzten Ausgabe de» bekannten französischen Lexikon» Larousse kann man erfahren, daß Temesvax— Stgdt'.in'tzsr. Ssschechoflowäfel ist«- WennlmandeM' Titelblatt des Lexikon» glmchcn darf, haben an seiner Redaktion^.„führende" Gelehrte und. Aiffenschastler Mitgeatcheiteb,sDNDj,: Der herzynische Krieg Al»„herzynischcn Krieg"(so benannt nach den herzynischen vulgo böhmischen Wäldern) bezeichnen die Geschichtslech rdücher'des 20. Jahrhunderts«Ine- kleine historische Episode, di« zwar bald, nachdem sie sich— Ende der dreißiger Iah« der 20, Jahrhundert»— ereignet hatte, wieder vergessen war, aber für di« merkwürdige Geistesverfassung des berüchtigten 20. Jahrhunderts und di« Rechtsauffassungen jener wilden Lest bezeichnend ist und daher ausgegraben zu WerdenMierdient. Damals führten die Bewohner Europa» untereinander noch Krieg« nicht ander» al» di« Jndianerftämme oder die WIldmü Afrika». Bon diesen unterschieden sie sich dadurch, daß sie statt der Tonuchawk» Handgranaten hatten und daß si« auch den Rotation»« , druck' und den Rundfunk zum Kriegführen.benützen. ES-wird unsere Lzser vielleicht interessieren, eine gedrängt« Darstellung des besagten„her- zyntschen Kriege»" zu lesen, die wir au» alten "Quellen zusammenstellen. . die tschechische Lügenpropaganda in sich selbst zusammenbricht.. Die' lügnerische Behauptung,-Portugal' hätte die Beziehungen zu J Zrag abgebrochen, weil«S von Brünn,keine Ma» chinengewehre erhalten habe, ist einfach-lächerlich. DaS neue Portugal ist eine friedliche Macht, die ckefne. mit bolschewistischem Propagandamaterial' geladenen^ tschechischen Maschinengewehre' braucht. Der' Konflikt- hat vielmehr, wie alle.Welt- weiß, seine Ursache in' der'-sadistischen-Behändlung' deS SUdetenpll'rtugiesentumS durch die Prager Regietüng, deedaS Mutterlandgänz«infach nicht !mehr länger unWg züsehen konnte. Wir bringdn heute der deutschen ODpMichfkst'esnen Fall zur 'Kentünis/ber vesönderS krass ist,: aber leider'dürch« Ms nW vereinzelt dästehtl Er zeigt, mit«r».. schreckender Deutlichkeit, bis zu w eMem Grade vertierter.Bestialität der.marxistische Chaudiiiis« muS der Tschcchobolschew ikcu gesteigert, lwerdey kann. Er spielte sich sm, altehrwürdigen Komoe ta u ab, dessen reinwortugiesischen Charakter schon der alte Ziska mit dem zynischen Satz„Ueberall Menschen, in KomotauPortugiesen!" zugab. Dort ist Führerin der NS-(nationalsalazarischen) Frauenschaft Dona Chonteira da las Lupanaros, von Beruf Oberschwester im städtischen Biersana- torium. In ihrem harten und verantwortungsvollen Dienste, den sie mit mustergültiger Hingabe erfüllt, kennt sie weder Freund noch Feind, da gibt es für sie nur Patienten aper wie man in Komotau"mit portugiesischer Zartheit sagt, Gäste. Am Abend des 28. August kam dorthin ein tschechischer Reiteroffigier, der den Schlüssel zu seiner Kaserne vergessen halte und verlangle Unterkunft für die Nacht. Um keinen Anlaß zu neuen Drang- saliHpungcn durch die tschechischen BesatzungSbe- hördcn zu geben,-erfüllte die Oberschwester daS Verlangen des, wiewsich später herausstellte, jüdischen Rittmeisters, obwohl der Platz deshalb bedürftigen Volksgenossen entzögen werden muhte. Dafür wurde sie von dem Lüstling vergewaltigt! Er war übrigens«in Neger! Doch nicht genug damit! Unter der verleumderischen, Beschuldigung, -den berittenen Rabbiner mit einer gewissen ält- iestamentarischen Krankheit angesteckt zu haben, 'wsirdt sie einem als Arzt getonten Volkskommissar vorgeführt, der ihre Einlieferung KiS Garnisonsspital anordnete. Da«S aber«in solches in Komdtau'gär'nicht gibt, wurde sie in die Artille- riekaserne gebracht, wo sie'als, ballistische Kurve tzsrweitdet wirdwSo etwas Muß das Blut jedes echtblütigen Portugiesen in Wallung bringen. ' Auch der Roichsregiekung ist eh' nicht gleichgültig, wie in einem benachbaitten Lande die Angehörigen eines befreundeten Kolkes behandelt werden. Wenn eS, der Prager Regierung ernst wäre mit Men Behauptungen, korrekte Beziehungen, gum vMichen Reiche ün.terhalten zst wollen,-halte sie nun die.letzte Gelegenheit- dies unter Beweis zu stellen?'..''' twwgr.;* . Aus dem„Venkov" vom 13. September --1Ü8 wir immer-schon betont haben, dass Ereignisse in Ost-Turkestan (Ru) Der Einfall der JapanerGebiete des Gelben Flusses und'des Aangffe hat, wie nicht anders zu erwarten war, fosort Rückwirkungen in ganz Ostasien gezeitigt. Englischen.Informationen nach ist im chinesischen Turkestan von-neuem! der Bürgerkrieg, auStzebrochen. Ost-Turkestan ist seit Jahrtausenden ein Schlachtfeld für allo asiatischen Eroberer und ein DurchgangSweg für die Armeen, die aus den mongolischen Steppen nach Zentralasien stürmten. Ost-Turkestan gehört nur nominell zu China, es ist die jüngste chinesische, Provinz, die erst 1882 formell dem Chinesischen Reich einverleibt wurde. DaS Gebiet ist etwa so groß wie Deutschland und Frankreich zusammen, hat sodoch eine Bevölkerung'von höchstens drei Millionen. Die Einwohner sind fast durchwegs Mohammedaner, der Rasse nach Sorten, Kirgisen, Tataren und Tnnganen. Immer hat cs dort Aufstände gegen die dünne chinesische Oberschicht, Beamte und Soldaten, gegeben. Seit 1012 ist Chinesisch-Turkestan ununterbrochen' Schäüplatz von Bürgerkriegen gewesen. Seit 1024 wächst dort der russische Einfluß, der besonders durch den Bau deS„Turksib", der turkestanisch-sibirischcn Eisenbahn, üherhanbnimmt. Sei dem Dau dieser- Eisenbahn ist Ost-Turkestan tatsächlich zu einer -russischen Einflußsphäre geworden, jedenfalls in wirtschaftlicher Hinsicht. Es besteht nämlich keine Eisenbahnverbindung zlvischen„Kern-China" und Chinesisch-Turkestan. Der wichtigste und kriegerischste VollStcil von Ost-Turkestan sind die Tunganen, ein chinesisch-mohammedanischer Stamm, der ehemals aus der Provinz Kans» ein- geivandert ist. Nach englischen Informationen haben sich nun die Tunganen unier dem General. Ma erhoben und Haden bereits den ganzen westlichen Teil der Provinz besetzt. Die schwache» chinesischen Garnisonen können diesem Aufstand kaumÄiderstaNd leisten. Die chinesische Provinzverwaltung, die mehr oder minder von Moskau abhängig ist, befindet sich in Urumchi, das im nordöstlichen Teile der Provinz liegt. Sollte die aufftändischc Armee sich dieser Hauptstadt nähern,' so würde das Eingreifen von Russland sehr wahrscheinlich werden. Japanische«nd chinesische Luftflotte (ie)' Die chinesische Luftflotte zahlt heute wahrscheinlich etwa 000 chis 700 moderne Apparate, während die japanische Luftflotte über rund 1600 bis 2000 Flugzeuge verfügt. Man muß, aber bemerken, daß ein wesentlicher Teil der japanischen Luftflotte die Heimat nicht verlassen kann, da er das Mutterland und vor gllcm die Industriezentren vor etwaigen lleberfällen schützen muß. -Jäpan- hat fedensalls vorläufig. nur. einen unbedeutenden Teil-feiner Luftflotte nach>4!hina gesandt. UebrigcnS befindet sich auch. die gesamte, japanische Schlachtflötw in den Heimathäfen. Vor Schanghai liegen nutz-alte Schisse wie„Jzumo" und andere. Im'weiteren Verlaufe des Krieges ivird jedoch die japanische Ueberlegcnhcit in der Luft sich sehr bald zeigen. Es handelt sich^nm- lich um den unvermeidlichen Ersatz jener Flugzeuge, die im Laufe des Krieges vernichtet werden. Die japanische Flugzeugindustrie ist nun imstande^ aus eigenen Kräften 25 bis 40 Prozent der Verluste zu ersehen, während die chinesische Flugzeugindustrie sich erst im Keime-befindet, so daß China ans diesem Gebiete völlig-vom. Auslände abhängt.. das Schwergelvicht unserer Außenpolitik dssß. gute Einvernehmen mit unseren starken, Nachbarn zu bilden hat. Freilich die kommunistische Front der Sozialisten und Klerikalen..,." Die„Z e i t" vom gleichen Tage zitiert voll«, inhaltlich den Artikel des ,;Bölk. Beob.", wofür ihr das Datum konfisziert wurde. Dio„R o tr Fah ne" alarmiert ihre Leser mit der Mitteilung, daß die Trotzkistenzolle im „Sozialdemokrat" über direkten Auftrag von Lev Davidöwitsch in unmittelbar^ Verbindung mit Salazar getreten sei. „R ä r. Listy":„... gehören dem nationalen Portugal alle unsere Sympathien." ♦ «Pole dn i L i st":„... nach Unterdrük- kung des Klassenkampses der Portugiesische Fußball einen unerhörten Aufschwung, genommen hat, während unsere eigene Fußballschule seit dem Pakt.mit Sowjetrntzland aus der Krise nicht mehr herauskommen konnte."» * Im,„E x p r e s" hieß es unter dem Titel „Die englischen Rüstungen gegen die Tschechoslowakei!": „Während bei uns unter dem Druck des Melantrtchkonzernes die Vorbereitungen nicht recht vop der.Stelle kommen, hat England bereits das zweite Trainingspiel absolviert. Besonders er-, wähnenswert ist die großartige Form der rechten Sturmseite Rothermere—Garvin. Beide wollen gegen die Tschechoflowakei mindestens dr«i Goale schiessen. Achtung, PlansAal" .' Die Spätcchendblätter brachten bereits die Nachricht von der portugiesischen Kriegserklärung an die Tschechoslowakei, wegen eines Uebersalles eines tschechoslowakischen Bombengeschwaders russischer Provenienz auf Oporw.. Die Kriegserklärung rief weder Ueberra« schung noch Beunrrchigung. hervor. Da die beiden- ®eHe 6 „Sozialdemokrat Sonntag, 29. ffitfliift y>87, Nr, 203 8port-6piet^Xörp«cpsteg^ 1 L«Ltm mUteUunowto»Urania- Funktionörbesprechung. Montan, den 80, August, abends 8 Uhr, im Parteihelm, wich t i a>e Besvrechuna der Hauvifunktibnäre aller Organisationen..Beratungraegenstand:. 1, Die Zu- sammenarveit.. der Organisationen. 2. Dildungs- programm. Attlee, den Staatssekretär der auÄvärtigen Angelegenheiten, Mr. Anthony Eden, ob er davon unterrichtet wäre, daß die in Böhmen operierenden portugiesischen Truppen W zu hundert Prozent aus deutschen Freiwilligen bestünden und daß die Portugiesen nach Böhmen, über- Deutschland marschiert sein müßten, Der Minister antwortete, daß ihm hievon nichts bekannt sei. Der Deutsche Turuverband stellte sich Sala» zar als Ordnungstruppe zur Verfügung und ernannte ihn zum Chrendietwart. Indessen hatte sich dft Kriegslist mit den Verkehrsampeln bewährt. L-ec d--«kte Vorstoß war. gescheitert. Die Armeen swnden einander an der Eger gegenüber und die sächselnden Portugiesen' zeigten nur geringe Kriegstugenden. Portugal beschwerte sich beim Völkerbund darüber, daß seine Truppen aus jenen Maschinengewehren, die es selbst in Brünn bestellt habe und die deshalb, eigentlich ihm gehören, beschossen werden. Dar sei völkerrechtswidrig, weshafb der. Völkerbund Sanktionen gegen die Tschechoslowakei ergreifen "möge. Der Völkerbund seht« eine.Unterkommission ein, die dann nach Anhörung des umredigierten Berichtes ihres 4/ Subkomitees beschloß, dem Plenum die Staitgabe des, portugiesischen Antrages vorzüschlagen. Lord Halifax gab seiner Hoffnung Ausdruck, daß«s Nun bald gelingen' werde, Deutschland zur Rückkehr nach Genf,, zu bewegen. Bevor aber noch der Völkerbund gegen'die Tschechoslowakei einschreitenkonnte, hatte sieben Krieg bereits glücklichbcenbet. Der Vorsitzende der (Nieder-Sächsischen Demagogischen Autokraten-, Partei) NSDAP, der auch 4m.Staatsleben Niedersachsens eine gewisse Nolle sstiekt, ist, bczw. war bekanntlich^Vegetarier. Zu.Ehren des neuen britischen Botschafters Lord, Londondyrry,, der eins großetz Freund.des neuen Niedersachsen ist, konnte den Porsthende'der'NSDAP es. nicht vercheiöey, ein Beefsteak' zu verzehren..Der Flcischlicferant des Hauses dir säsischen Poliljk. aber ist ein heini- neue» Rotkraut um 1.30 bis 2 XL per 1 Stück, Salatgurken Stück 80 bis 80 Heller, Schock 10 bis 40 Xi. Einlcggurken Schock 6 bis 10 Xi, Eingelegte sauere Stück 80 bis 80 Heller, Sellerie Bund 1.30 bis 7 Xi, Kohlrübe Bund 1.60 dir 2 X. Erb- fenichotten 1 Kilogramm 8 bis 5 XL, Flsolenschoten 2.40 bis 8 Xi. Kren 1 Kilogramm 8.50 bir 8 Xi. Karotten I, Möhrel, Bund 70 Heller bis 1 Xi, Salat Stück 80 bir 30 Heller, Spinat 1 Kilogramm 2 bir 8 Xi, Dill Bund 30 bir 80. Heller, gemischte Suppengemüse Bund 60 Hiller, Pdprika grün Stück 13 bir 30 Heller, Kukuruzähren zum Rösten Stück 60 Heller bir 1 Xi, Kürbis 1 Kilogramm 2 bir 8 Xi. O b st m ä r k t e. Es kamen hier in den letzten Tagen auch heurige heimische Nüsse um 8 bis 14 Xi 1 Kilogramm. Heimische Zwetschken und Pflaumen sind um 1 Xi billiger und kosten jetzt 2 dir 8 Xi per 1 Kilogramm, bosnische um 2 Xi; sie kosten jetzt 2.80 bis 8.80 Xi, heimische heurige Achsel 1.80 bis 8.60 Xi, aurländische 4 bi» 12 Xi, heimische, heurige Birnen 1.60 bis 8 Xi, Wassermelonen 1 Kilogramm 1 bis 1.20 Xi, Ananas- und Zuckermelonen 2 bir 8 Xi, heimische Weintrauben 1 Kilogramm 4 bis 8 Xi, ausländische 9 bir 14 Xi, Pfirsiche 8 bis 12 Xi, heurige Orangen Stück 1 bis 1.80 Xi oder 1 Kilogramm 3 bis 8 Xi. Grapefruit Stück 60 Heller bis 2 Xi, oder 1 Kilogramm 2 bis 4 Xi, Bananen 1 Kilogramm 6 bis 8 Xj!/Zitronen Stück 80 bis 70 Heller, Feigen, frische unge- vreßte Stück 1.60 bis 2.60 Xi, oder 1 Kilogramm 20 bir 24 Xi. Preiselbeeren 1 Kilogramm 8 bir 4 Xi, cs gibt auf den Märkien auch schon die ersten Brombeeren um 8 bis 4 Xi per 1 Kilogramm. , Schwämme. Auf den Schwämmemärkten ist in den letzten Tage» eine größere Menge frischer Pilze und diese sind daher auch um 2 bir 4 Xi bil-, liger; sie kosten jetzt 6 bis 14 Xi 1 Kilogramm, Eierschwämme 2 Xi, Butterpilze 8 bir 4 XL. Rötlinge sind nur auf den einzelnen Stellen des Marktes und kosten 12 bis 15 Xi per 1 Kilogramm. . Fleisch markt. Rindfleisch, vorderes mit Zuwaage 10—14 Xi, ohne Zuwaage 12—16 Xi. hinteres mit Zuwaage 12—17 XL, ohne Zuwaage 14 bis 19 Xi; Lungenbraten mit Zmvaage 18—20 Xi, ohne Zuwaage 20—28 Xi; Kalbfleisch, vorderes mit Zuwaage 7—10 Xi, ohne Zuwaage 9—12 Xi, hintere«-rll—18 XL,.. ohne Zuwaage-14---22 Xis Schweinefleisch, vordere? mit Zuwaage 10—12 Xi, hinterer 12—18 Xi/boroereS ohne Zuwaage 11 bis 14 Xi, hinteres 14—20 Xit^Schöpsenfleisch, vorderes mit Zuwaage 8—11 XL,hinteres 10—14 Xi, vorderes ohne Zmvaage 10—18 Xi, hinteres 12 bis 18 Xi; Rindslcbcr 8—12 XL; Rindszunge, roh 1 l—14 Xi, Rindshirn 16—18 Xi; Kalbs- und Schweinihirn 18—24 Xi; Selchfleisch, roh, vor- dercSÄ7—18 Xi, hinteres 16—18 Xi, gekocht vorderes 20—24 Xi, hinteres gekocht 24—28 Xi; Rindrzunge, geselcht 16—18 Xi; Kuttelflecke ein Kilo 6—7 Xi. Selchware. Konsumsalami 1 Kilo 9—12 XL, Prager Salami 16—20 XL, Polnische 1, Speck wurst l 18—20 Schinkensalami 24—28 Xi, Wurst 1 Kilo 13 Xi, Stück 60 Heller, Würstel 1 Kilo 18 Xi, Stück 60 Heller, Preßwurst 1 Kilo12—20 Xi, Bratwurst 16—18• Xi, Schinken, roh,. 1. Kilo 16—18 Xi, gekocht 22—26 XL, geschnitten 80 bis 82 Xi...... Fett«. Landbutter 1 Kiko 18—20 Xi, Teebutter 22—24 XL, Margarine 1 Kilo 10—12 Xi, Rindsfett, roh 5—7 Xi, ausgelassen.7—8 Xi, Schweineschmalz, tschechischer,» roh 14—18 Xi, nurgelassen 18—15 Xi, Bakonyerschmälz 12—18 Xi, Speck 18—16 Xi. Geflügel und Wild. Heurige« Hickm ist billiger um 1 Xi und kostet 22 Xi per 1 Kilo, Tauben sind um 2 Xi billiger und kosten 10—16 Xi ein Paar; heimische Gan», Stück 40—100 Xi, geschlachtet 1 Kilo 12—14 Xi, Schmälzganr geschlachtet 1 Kilo 14—16 Xi. abgehackt 16—20 XL; Hausente, Stück 25—40 Xi; Wildente, Stück 12—18 Xi; Henne, Stück 16—85 Xi; Poularden, junge Stücke 28—60 Xi; GanSIeber zum Rösten, 1 Kilo 4—8 XL; GanSgekröse, Stück 9—12 XL, ohne Magen 8.60 bis 6 Xi; Entengekröse, Stück 8—6 Xi; Rebhühner, Stück 6—7 Xi; Rchfleisch, Brust, 1 Kilo 10 Xi, Schulter 14 XL, Schlegel 18—20 Xi. Fische. Wittingauer Karpfen, 1 Kilo 14 Xi. Hecht 16—18 Xi, Schleie 8—12 Xi, Forellenvacsch 14—18 Xi,«aal 80—38 XL,. Lach, 40—60?.\ Verschiedene Ware. Eier, frische, tschechisch« 60—65 Heller, stotvakische 66—60 Heller; Topfen. 1 Kilo 4—6 XL; Brot, 1 Kilo 2.20—2.60 Xi; Honig, rein, 1 Kilo 14—16 XL B e z u g r b e d i n gu n g"en: Bei Zustellung in» Hau»«de» bei BejM dürch.die Post monatlich Xi' k6.^»/ÜierteIjährlich»XL 48.-^, Halbjährig' Ilij 96'.-^, gärtzjährig X.) 192.—. Jysetate-werdeitzlänt 1 Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.'-"Rückstellung»von Manuskripten erfoWLstur bei Hsiisestduygdir Retourmarken!''—Die ZeiwngSfrankatur wurde von der Post- und Tel««' . graphendirektion mit Erlaß Nr..18.800/VII/1980bewilligt,.(Kooirgllpostämt»Ptaha-26.:— Druckerei:»„OrbiS",Drstck-,B«rlogr- UUd ZeitungS-A.-G. Prag.»'.'.»'»»',»:<,)?. graphendirektion mit Erlaß Nr. ,18.800/VH/lggg bewilligt,(Kollirgllpostämt»Ptaha»26.»— Druckerei:„Orbis", Druck-, BerlagS- und"ZeitungS-A.-G. Prag, ll prsger I-ebensmMelmSrtt« Prag, am 28. August 1987. G e m ü f e m a r k t. Kartoffeln neue gewöhnliche» 1 Kilogramm 60 bir 80 Heller. Blauaugen 80 Heller bis 1 XL, Kipfel la Qualität 1 bir 1.20 XL, Karfiol ist um 60 Heller billiger— Stück 60 Heller bis 2 XL, Petersilie ist um 20 Heller billiger und kostet der Bund 1 bis 1.80 XL, Poree ist auch um 20 HellerLbilliger und kostet der Bund 80 bis 1 Xi, Tomaten sind jedoch um 20 HellSr teuerer und kostet 1 Kilogramm 80 Heller bis 1.40 XL. Weißkraut Stück 1 bis 1.80 Xi, Kohl Stück 60 Hel- ler bis 2 XL,» e» gibt auf den Märkten schon auch WWW"------- i Stück. Urania-Kino Premier« für Grotz-Prögr.'.Straßenmuflk", «In Film von Glück und Röt der Straßenmusikänten, Mitwirkende: Karl Valentin, JessicVihrog usto. Dazu Wochenschau:„Aktualttai't Als Bühncnschau: Prof. W. A.' Cumberland in:„20 Minuten im»Reich« de» llebersinnlicheni" Vorstellungen 4, 6, 349 Uhr. durch einen wenig.geschmackvollen Schinz über» den NegU» und d«n Völkerbund. Aber sonst sieht, man neben schönen Aufnahmen von einem. Fußballspiel und einer Schlittenfahrt durch winterliches Land, Lilian Harvey»zarte Gestalt und gtniehj'.Willy Fritsch' natürlich burschikose Art und. kaust'auch durchaus einverstanden'sein mit Alfred D 6«J»i nobler Manier, geohrfeigt zy werden. Paul M är u,n hat«inen ideenreichen, beschwingten Film»georehi; der alle VorauSsetzungen zu einem verdienten Erfolg hat. Die- kann man nicht von dem zweiten Alfa» Film dieser Woche„Zu neuen Ufern"behäup- ten, der ein« an sich filmkrästige Ide«— wie'tS um die Mitt« de».vorigen Jahrhundert».in Australien üblich war, wird' eine Frau au» dem. Gefängnis befreit. weil ein Mann sie heiratet— sentimentahstmd wenig glaubhaft gestaltet. Zar ah Leander ist auch keineswegs di« Garbo, der sie nur. in.» der Stimme ähnlich ist, und ihr Partner» Willy Brr-- gel weckt wenig Sympathie. Am besten neben der Musik, einzeln« historische Detgsl», tvcnngleich im allgemeinen auch die Darstellung de» Milieu»» mehr Einfühlung verlangt hätte..'.jk.. Hose gefunden;»-«r hatte«Inen Bruch de» Hüftknochen» und eine schwere Gehirnerschütterung erlitten, außerdem mehrrre Zähne au»gebrochen, ohne daß jemand erklären könnte, wa» mit ihm' geschehen ist. Da er jedoch öfter» zu. nachtwandeln pflegte, ist anzunehmen, daß er im Schlaf au» dem gellster seiner Wohnung» gestürzt, ist./ »»»»'' 1 1— Kunst und WIsssn Kind verbrüht. Gestern vormittag» ftel in Abwesenheit seiner Eltern der sechsjährige Milo» Lödl in deren Wohnung in Hollcschowitz in einen Waschkessel mit kochendem Wasser, und verbrühte sich schwer. Die Rettung-gesellschaft brachte ihn mtt Brandwunden ersten und drttten Grade» in» tschechische Kinderspital.» . Selbstmord mit Erpreßbrief. Gestern wurde «ine unbekannte jüngere Fran.— später al» die 88jährige Lackierer»gattin Franziska Kush aus Prag-Wöinberge sichcrgcstellt— in Her Kabine einer Badeanstalt in der Altstaor bewußtlos ausgefunden. Die. Untersuchung ergab, daß sie in selbstmörderischer Absicht Gift genommen hatte; ihre Identität konnte jedoch erst durch ihren Mann festgestellt werden, der sie suchte, da sie ihm in einem Expreßbrief ihre Selbstmordabsicht mitgeteilt hatte, Ursache Ur Tat ist Nervenkrankheit....... Zwei ArbeitSunfölle. Gestern brachte die Ret« tunMgesellschaft den 82jährigen^Oldtich Bejdilek auf die Klinik Iitäsek; während er auf einem» Bau in der Jungmannstraße arbeitete, hatte ihn ein» BalkeN zu Boden geschlagen. und ihm da»'.linke Schienbein gebrochen.— Gleichfalls auf die Kffmk Jiräsek wurde der 84jährige Arbeiter Paul Sisäk gebracht, der auf einem Bau in der Korngasse.von einem Stein an der Hand getroffen worden war. Er, hat»einen Bruch des linken Mltitlhaüdknöchent ir- litten, " Ein Soldat übersahren. Al» gestern mittag» «ine Kolonne de» Genieregiment» Nr. 6 durch die Podibrader Straße in Zijjkov fuhr, sprang der Soldat Jan Boje vom Wagen und geriet vor' einen Straßenbahnwagen der Oer-Linie, der» ihn zu Boden warf und verletzt^. Mit einer Gehirnerschütterung und einer Verletzung des Schädelknochens wurde» er in» Divisionsspital gebracht.. Nachtwandler an» dem Fenster gestürzt. Der 38jährige Maschinist Josef Pych au» Hloubktin wurde gestern vormittag» in hewußtlosem Zustand in» Krankenhau» auf der Bulovk^fbracht. Seine Nachbarn hatten'ihn gegen 8 Uhr iMrgenr auf dem Länder keine gemeinsamen Grenzen haben,» glaubte niemand, daß der Krieg wirklich geführt werdcn^könnte. Die CTK veröffentlichte eine in würdigem und ruhigem Ton« gehaltene Erklärung der Regierung, in der betont wurde, daß zwischen Portugal und unserer Republik keinerlei Konfliktstoff und keine» wi« immer gearteten Schwie- 'rigkeitcn bestünden. Diese Haltung machte in England einen sehr guten Eindruck. Die nationale tschechische Presse vom 16. September griff die Linkspresse wegen ihrer un- diploniatischen und der internationalen Cour- toisie zuwiderlaufgiiden Schreibweise über Portugal an. Der Völkerbund konstituierte sich als Nicht- eiuuiischungsaussqnß betr. die ibero-zentraleuro- paischen Angelegenheiten.» Am 20. September überschritten motorisierte portugiesische Truppen das Erzgebirge. Die Aehnlichkeitder portugiesisch e nS p r a che.u n d der' sächsischen Aussprache siel allgemein auf. ES waren aber wirklich Portugiesen. Sie erhöhten den Keilberg um»ein ganzes Prozent bezw. zirka 12.600 Millimeter und nannten ihn Monte Sa- I a z a r....» Da ein Krieg mit Portugal in keinem Vertrag aks casus foederis vorgesehen war, kam. es zunächst zu»keiner Ausbreitung des Konflikts. DI« ESR. verschlimmerte übrigens, nach Ansicht Lorv Rothermieres und des Senders Königswusterhau- scn ihre diplomatische Lage durch einige»überstürzte militärische MaßnahnKn": Sie» ließ sie an allen Landstraßen rote Ampeln anbringen, wa» bei dem sprichwörtlichen Verkehrsordnungsstnn der Portugiesen», die. motorisierten Truppen aushielt und deshalb als eiydeutige und besonders tückische„AngrisfShandlung" zu qualifizieren war.»».»'. An einer Sitzung des Unterhauses fragte der Führer der Opposition, der sehr ehrenwerte Herr Rene» vom Brünner Deutschen Theater.'Direktor. Leopold Kramer und der neue administrative Direktor Paul Egger verhandeln in diestn Tagen mit dem Deuffchen Theaterverein' über die Komplet- tiernng de» Ensembles. Von den bisherigen Kräften dürften bleiben:' die Damen Lenfka, Lindt, Frei- Hardt, Zimmermann, Arden, Dietrich und Kitter- di« Herren Ritschel, Windholtz, Gisela, Svoboda, L. H. Fischer, Gold, Hochmänn, Holger, Nanninger, Schellendem und Wickerhaüser. Von Neuengagemeni» sind vorgesehen:, die Jugendlich-Dramatische Ilse Winter- die Overettensowbrette Oliva, der Operettenbuffo Elstner, der jugendliche Bonvivant Guido Wieland, der Operettenregiffeur Paul Hampe-Chemnitz. Die Opernleitung behält Kapellmeister Kienzl; Ka- pellmeiieer Schweiger geht in Pension.(DND) Uraufführung.am Troppouer Stadttheater. „Der Bmiernrichter", ein Stück de» Prager Schauspieler» M a r t i n C o st a. Ist vom Stadttheater Troppau zur Uraufführung angenommen lvorden. Die Inszenierung leitet Dr. Georg Terramar«, der für monatlich eine Inszenierung in Troppau verpflichtet ist. Unter anderem wird er auch die Regie von„Eine Insel entdeckt", mit den Herren Kohlund (Bern), Wolk Dörich(dem Sohn der Sängerin Fine Reich-Dörich) und den Damen Berger und Bäck führen, sowie von Schiller» ,.FieSco"ntit Kohlund in der Titelrolle.(DND.) Julin» Gellner inszeniert. In de« erste« Woche» am Prager Deutschen Theater Strindbera»„Raujkh" mit.Dolores Moneasi, Lotte Stein und Walter Szu- rowy. sowie Grillparzer»„Weh dem, der lügt", mit Anton SchmerzemeichUN der Rolle de» Leon.(DND) Do» Aussige» Stadttheater, dessen Saison am 9. Oktober beginnt sieht folgende Erstaufführungen vor: Puecinl» ,-Turandot", Ravel»„L'heure espag- nole", Tvökäk»„Rusalka", Rentiers„Dr. Johanne» Faust", ferner die Aufführung von Weber»„Freischütz", Verdi»„La Traviata" und„Aida", Äase- netr„Dianon", Humperdinck»„Königskinder", Mo, zart»»„Zauberflöte", R. Strauß' ,-Feuersnot". Wagner»„Fliegenden Holländer", im Schauspiel: Goethes„Faust". Schönherrs„Erde". Scribe» „Glar Wasser", Hebbel»„Marie Magdalena", Kleist».-Prinz von Homburg", Schillers„Wilhelm Tell", HoffmannSthalr„Jedermann",' Pagnolr Trilogie„Marius",„Fanny", ,-Eösar",'Steinbrechers„Schneider im Schloß", Schachts-.Schau- fpielerin" u. a.(DND) „Einheitsfront" Der bürgerliche Staatsverband für Leichtathletik (CfflAU)— eine Organisatton, deren Leistung»- sähigkeit durch ihre letzten„Repräsentativ"-Wettkämpfe(besonders gegen die vierte Garnitur der Nazi in Dresden) nicht besonders viel an Ansehen gewonnen hat— hat sich bemüßigt gefühlt, zwecks einer Zusammenavbeit mit allen Leichtathletik, betreibenden Verbänden Verhandlungen astzubahnen.»Eine diesbezügliche Besprechung frnd dies« Tage statt und wurde durch Vertreter de» Sokol(nur als Beobachter), derSkautverbande», der kommu ni sti f ch in FPT, des katholischen Örel, der Tramp'Organisation und des Geher-VerbandeS beschickt. Wie da» „P. T." berichtet, fehlte von den Eingeladenen».nur die. sozialdemokratische DTJ",. Di« Funktionäre» de» StaatSverbandc» legten den Vertretern obiger Or» üanisattonen den Plan einer Zusammen- arbeit vor. der eine positive Aufnahme'gefunden haben soll. Weiter wurde«in»Beschluß gefaßt. daß der-StääiSverbaud i» den nächsten Wochen mit allen obigen Organisationen separate Verhandlungen, führen soll, welche dann in»einer gemeinsamen Sitzung ihren Abschluß finden.sollen,.-»-, . Wir finden» er überaus lustig, daß der kom- munistische Sportverband(FPT), dessen Größe und Leistungsfähigkeit nurim internen Kcei» seine'Beachtung findet, nun seine.EinheitStront". mit».den Bürgerlichen aller Schattierungen» isicht nur'versucht, sondern sie aych durch eigene Besprechungen noch unterstützt. Man komme nachträglich nicht mit der etwa» faulen» Ausrede,, daß ter FPT-Bertreter auch nur. ein.Horcher"» gewesen wäre'... Aber es sei des.Interesses halber»immerhin noch verwerft', daß kommunistische Sportler mit.dazu ausersehen sein sollen,«ine verkrachte bürgerliche Sportorganisation wieder.auf dir Beine' zu'helfcn. Filme In Priutr Lichtspielhäusern Adria:..Bulldog Drummond".(A).'— Alsa: „Trafalgar".(Engl.).— Apollo:)»,Sieben» Ohrfeigen"(D.f— AvioN:„Mädeln hütet Euch")(Tsch,)' — Beränek:„TcxaSreiter"/(A.)— Finix:„D»i'e n u t e E r d e".(A.) Paul»Muni. L. Rainer, Flora:„TcxaSreiter".(A.).— Hollywood;».Mädeln hütet Euch".(Tsch.)—Hvkzdar„Das Flugzeug ohne Piloten"'.(A.)—'Julis:„Der SchewunßsgruNd". (Tsch.) Anny. Ondra. Kinema: Journale, Grotesken, Reportagen.— Koruna: Aktualitäten. Joux- nale,, Grotcrkcn.' Kotva:'.,Tera'sreiter".»(A.) Lucernär»Di e gute E r d e".(A.)'Päul'Mt>>ii, L. Rainer.— Metro:„Mädeln hütet Euchl^Tschi l ,Hugo. Häa».— Paffager).8ü, netien-Useryj.»tD':) 'Zarah Leander.— Praha: ,;Die Rückkehr de» Grasten Wolfs".(A.)— Radio:„Intrigen".(A.) Dolly Haas.— Skasttt,Terarreittw",..(A.)— SvitszKr:. „Ejn.blinder' Bässagier".(A.) Sh.»Temple.— Alma:.-.Milli,nen-Dank".(«.)—,»-jk-l;.Kie Sündeeiner,Nacht".'(Fr,)— Belvederei,»,Frauen um Ludwig jilV." XD.)— Besetz»;.-„Shetwk'W- meS".(D.)» Han» AlberS.— Carlton:„Ein Mädchen mit schlechtem Rus".(A.l Haclow.—'Jllnfioyr.. „Ein HochzeitStraum".»»(D.)» ÄanS AlberS.»'—■ Lida kk:,„Ein Mädchen mit schlechtem Ruf".(Ä,). Harlow.— Louvre;„Sherlok Holmes".(D.> HänS. Alber».»— MaeeSka: ,-Sherlok Holmes".(D.l Han» AlberS.— Olympier„Die Sünde einer Nacht".(Fr.l Nach.St.''Zwetg.»—> PeeSthnr,„D i»h E-lem-»h«7, (A.) Charles Lqügthöjii'F. March."— Rozy:„Eine .Frau-ohne Bedeutung":»(D.h'G. iGründens,' ck- Tatrar-,;Die Sünde einer Nacht"; tFr.)— Baldekr „Donner und Blitz".(A.»)—--»Dhleietyr jMeHWn') 'auß-i>er-Ei»scholle".. tTsch<),';>.»' »WWWWWWWWWWW•» „Sieben Ohrfeigen." Der Film. den. man zu ^en sehr guten rechnen darf, hat zwei Vorzüge: Eine amvsaitie und satirisch« Haudlung»und einen leichten, manchmal blendenden Dialog.. Daß ein junger Mann dem Präsidenten ekster Trust» sieben Ohrfeigen zu versetzen verspricht, weil er durch dessen schamlose Spekulation ebenso viele Pfund« an den Attien der Gesellschaft verloren hat und daß er immer neue Wegefindet, fein Vorhaben zu vollenden, wird so liebeÄwürdig gebracht,»daß man er fast natürlich findet) daß dieser junge Mann schließlich die Tochter de» geohrfeigten Präsidenten heiratet. Ein einzigermal verrät der.Film seine»reichsdeutsche Herkunft liches Mitglied der Loge„Zion zu den drei Kreuzen". Er kaufte den für.den Staatsakt bestimmten Ochsen nicht nur. bei einem jüdischen Viehhändler, er ließ ihn auch(den Ochsen) koscher schächten. Geschehen'im Jahre V des Sächsische« Reiches I Kaum aber hatte dest Obersachse einige Bissen des hebräische« Gerichtes verschlungen, als er von furchtbaren Krämpfen befallen wurde und nach kurzen, aber heftigen Quaken für immer die treuen deutschen Augen schtotz. Das. Staatsbegräbnis»war überaus eindrucksvoll und< schön. Sogar den Juden und Marxisten gefiel es. Als es aber beendigt, war, konnten sich'die' Paladine nicht über die NaMolge'einigen. In.den degenerierten Demokratien schreibt in' solchen Fallen «ine papierene Verfassung vor, was zu geschehen »habe: In national und»völkisch erneueren Staatswesen bestimmen Männer. Es hesMmte aber jeder etwas anderes Md'um sich durchhusetzen .riefen sie ihre Getteuen zuhilfe) Zu benen gehörten auch die'xOffizierlKdeS portugiesischen Heeres in Komotau und an der Eger. Die zögen also gen Norden und die tschechoslowakisch, Vorhut konnte jnach kurzem Kampfe gegen die Führerlosen, den status quo ante spielend'wieder Herstellen. Die, Englische Regierung. Möllt«. mun' internationale 'Beobachter und, andere'LordS nach'Böhmen schik- ken, um eine(.BeraeltüngSjustiz""gegen Mitglieder der SpP»(Sudetenportugicsischc Partei, Bor- sitzcnder Kazimir Konrad). und'' der»Deutschen, ^urnerschaft zu verhindern. Als die tschechoslowa-' ckische Regierung ihre ZUstimmstng verweigerte, berief Großbritannien fristen Gesandten aus P'rag »Kb'ftstd''ersehte»ihn durch Listen Botschafter;,; Der„V e n k o v'.' abn:» zog aus» der» ganzen: i Affäre..den,.logisch) zivlngestdep; Schluß, ftbaß», nuv, die endliche' Errichtung, eiNes VjehmoNopoles die Gewähr für einen lanstebauernde,st.Frtetien dar-, e. Vie Republikanische Partei sei entschlossen, s allgemein« Staatsistthreffe her» Restgutsbest,tzhn nötigensalls auch mit; anderen ZivasigS,mit-, fein ass cs die Logik ist. durchzysehen,»» MlS. T.