(ft Aientralorgait der Deutschen sojilaldemokratischen Pstbeiterpartei in der Tschechoflowattschen Republik Erscheint mit A«»«ahme de» Montag tSglich früh/ Einzelpreis 70 Heller - Sledattion und Verwaltung: PragXll.jFochovä SS- Telephon 83077- Herausgeber: Siegfried Taub-VerawstvorUßh« Redakteur: Karl Kern, Prag Aus dem Inhalt: Konterrevolution oder stalinistische Systemkrise? Krach In SdP-Turnvereinen Scharfe Kritik am Rundfunk Bergarbeiterkonferenz in Dux 17. Zahrqan« Mittwoch, 1^ September 1S37 Nr. 205 Lonkvrsur der ulsmsn kytyyts r Wttfmst-'MstachiävordemtmrchdasGttreiljenefäst''- Lustfahrtminister besuchte heute früh Dr. Stoja- dstiovi" und Dr. Krofta. Bei diesen Uttterreduil- gcn war auch der rumänische Außenminister A n- tones« u anwesend. Die erwähnte Lustfahrt- konvention wird sogleich unterzeichnet werde«. Der Massenmord an Flüchtlingen geht weiter '. Japanische Bombenflugzeuge haben am Dienstag die Niederlassung I a n t s ch a n in der Nähe von Wnsnng bombardiert/ wobei 200 Bauern, welche dir Autobusse erwarteten, von denen sie nach sichereren Gegenden gebracht werden sollten, von. den Fliegerbomben getütet Paris. Im franzbsischen Ministerrat referierte"der Minister für öffentliche Arbeiten Q u r u i l l e über die lkrgebniffe der-Berhand- lungen, welche hinsichtlich der R e o r g an i- It'.r-r^ü st» y»'t»•;® t s e st. b a h ät» Ltz'e s geführt weedesti:'Djes^ Beroänhlnnirn Mrtest' sr'-E-'i^s^st ri'iji g e'• f.^sl'W'aD e n in eine einzige nationale Ge- scllschaft. Der Staat wird in der neuen Gesell. t.u n(i der Dokumente und ihrer Beweis» kraft Mischen den drei Staaten' abzuschließen, iderow Entwurf von der tschechoslowakischen Regie» -tüng unterbreitet wurde. Die nächste' Zusammenkunft des .Ständigen Rates der Kleinen Entente wird im Monat September anläßlich der Bölkerbund» sessiön in Genf stattfinden." Sowletpskt kein Nlndernlsl Räch. Beendigung der. Konferenz wurde bei einem'Joürnglisthnenwfäng.an den rumänischen AußenmistWrA iito'N e s c st die Frage gestellt,' 'ob der zwischen der Tschechoslowakei und der ^Sowjetstniost abgeschlossene Pakt nicht In irgend» 'eitler Hinsicht ein Hindernis für die Beziehungen zwischen den drei tiändern der Kleinen Entente 'darstelle.-. Minister AntoneScu stellte dazu ausdrücklich fest,' daß dec tschechoslotvakisch-sowjctrussische Pakt u n t er der a US d r ü ckl ich en Zustim» sm u'ng'Ä u ist ä n i e n S und Iug ö-s la» wi e n s' abgeschlossen wurde und daß, er den ^Beziehungen zwischen den. drei Ländern'ist'keiner' -Hinsicht hinderlich sei. Die,rumänische Regierung ssei weit davon entfernt, diesem Pakt nicht züzu» stimmen: ,sie sänne-im Gegenteil nur- w och l» w o I len d auf dieses. Bündnis zwischen der' be» freundeten und verbündeten Tschechoslowakei und. .'dem. grüßten Nachbarstaat Rumäniens blicken, mit dem«zs gutnachbarliche und freundschaftliche Beziehungen unterhalte..< Neber die Sitzung de« Ständigen. Rates ders -Kleinen Entdtite, die Dienstag in Sinaia stattge- fundcn hat, wurde«ist längeres amtliches Eüm» muniqut auSgegeben. An der SitzuNghabentcil» ''genommen: A n t on e s c u(Rstistänienf zugleich 'als Vorsitzender des Ständigen Rates für das . lammende.Jähr:-St-o j,ad i stövtä(Jügössä- Wien^undK r ofta.(Tschechoslowcikei).-?'- -- JmAbsatz 1 des EommuniqükS witd idiei '.'r»v.oill-ständige Ueher e i-nstim mung" '- der. dref' Hfaäten /in allen lAragen festgestellt,.die in Sinaia überpiKft unds beratest-tpurden». Dar» aüS hstbe sich däs vüllige Einvernehmen ergeben, -die bisherige- Politik-den; gemeinsamen Interessen entsprechend fortzusehen. '....'DleInternationale Lage wirdsmft.einem sehr storsichtlgen OptimismuS beurteilt. Trotz«gewis» fer beunruhigender'. Erscheinungen"/ gebe eS S'Y m p.to m e einest Besserung, welche: di« H o f f» n u» g auf eine Eni spaimung berechtigt erscheinen ' u'asscst'.'... Diese Esttspannung könn t e von 'iiiner.Periode deS^Friedens gefolgt sein........ DerArtikel 2 bringt das traditionelle P,e< I.enn'tntS. zum Bölk.erbuDep Rat !Mderltlnficht, daß-lot n G ru.nd.zste.in er " rl^enoermn g^les^siül^erb^noparkcs vorhanden'ist,'' Man solle vielmehr alles tun, die Grundsätze des Paktes' künftig zu v e r w i rk» lt ch e n,'s.'.' Artikel 3 sagt zur Frage eines neuen„Locarnopaktes", daß„jeder neue Pakt nur dann zum Anbruch eines FriedenSregimeS.in Europa beitrage» würde, wenn, er mit einem SicherheitS- fysteni im Einklang steht, welches gleichzeitig den Frieden in. anderen Gebieten sichert". ""J Im Artikel 4 bekennt sich die Kleine Entente zum Prinzip der Rich t e i n m i s ch u n g sowohl i». Spanien wie in jedem andere» Fall: ,„Die Staate» der Kleinen Entente bleiben i dem Prinzip der Rcspektiernng der UnaVhängig- ! keif der Rationen treu, welche die.Freiheit besitzen j müffen, sich im Jnnetn deS Staates jenes Regime zü wählest, daS ihnen beliebt. Wenn dieses Prinzip nicht allgemein respektiert werden sollte, befürchten sie, ernste Konflikte durch die Uebertra- gung ideologischer.Gegensätze und Dostrinen auf eininternationales Gebiet." Im Artikel 6 erklären die drei Staaten ihre Zustimmung zu den Grundsätzen, die kürzlich der amerikanische Staatssekretär H u I l in seiner Botschaft an die europäischen Staaten verkündet hat. Die. Kleine Entente erhofft davon eine, engere Zu» saMinenarbeit^.zwischen den USA und. Europa. Sie unterstreicht insbesondere den PaffuS über die Heiligkeit der Verträge, die nicht ein»' -seitig gelöst oder gebrochen werdest dürfe».- Beitrag zur Befriedung und ElnlgungdesDonauraums .' Cschelßt.weiter in dem Communiquä: ' Der" Ständige Rat.hat eine, hefondere . ßlufmerkfamkrtt der Frage der politischen und wirtschaftlichen B e z i e h u n g e n der Staaten- der Kleinen Entente z u d ost a n d e re» Ländern he S Dona u.b« Le ns gewidmet, und. hat den einstimmigen Wunsch festgestellt, in einer vertrauensvollen Weise diese. Beziehungen sich entwickeln zu. sehen,'..Die Staaten der Kleinen - Entente werden kejne Gelegenheit versäumen, in Lieftr Hinsicht»inest Beweis ihres guten Willens .hü gebe«. .-' ,.-7.-Dex Ständige Rat der.»lsinm Entente stellt. istit GeuUgtuung fest,-. daß die. H a n d e l S- h r z i r h u nge n zwischen den Staaten der Klei,, nstn Eutcnte in ständigem Wachsen.sind..Es ist überzeugt, daß der jüstgst zwischen Jugoslawien und Rumänien abgeschloffene HandÜSprrtsäg eine noch größere Ausweitung deS Handelsvolumens zchischtn de'n bcidenLäNderil'zur Folgst haben ' wird,.^ Andererseits-weiß der Ständige Rat die auSd'auerndeAktion des ist Prag geschstfsentzn «fltntre.'hkönöhtiqWk, zü schätzenlwnd' stellt,.fest, daß g'stw is.següpstj-seE-r-z ebst'i sf'st'be- Verstaatlichung der französischen Eisenbahnen Der Staat übernimmt 51 Prozentder Aktien. reitS erzielt wurden. Er spricht Pi« Ueberzeugung aus, daß.-dieser.PrganiSmuS. berufen ist, in W Zukunft immer nützlichere Ergebniffe zu zeitigen, '....In bezüg M.dist Zuf amin enarbe'it der D o st a u l'.ä n.der. hat- der. Ständige Rät nach KeuutuiSuahme der vorbereitenden Arbeite« 'die zttr' Berioirkljchnng der inS Augst gefaßten Prozedur aUSgearieiret,", iisielleribegtüfjt'die Kleine Entente die Astfosi- der belgischen^Ministerpräsidenten, ist ast- Z e.e.» l a n b zür Wisde'rherstEung gesunder internationaler Handelsbeziehungen. Die drei Staaten betonen den hohen Wert der Börschläge,. djst'in dem Briefe-LeopoldS^III. Königs der Belgier an' seinen Ministerpräsidenten enthaltest'waren. '-Punkt§Hnßt ziyen'konkreten Beschluß, der'für: die Praktische- Zusammenarbeit der drei Staaten Zeugnis: ablegt:- -»Der'Ständige'lRat faßte den Beschluß,'N der. nächsten Zeit'M"den-'A b s.ch ru'tz"eist e'r. R o'st p st»st Mrif'^betreffeW die' L e g a l t'sit e.» VuBllns in den Händen der Seiner?. Schanghai. Die Einnahme der Festung W u s« n g durch dir-kürzlich au^ebooteten japanischen Truppen wird.bestätigt. Dl» i chinesischen Truppe». haben sich nach heftigen Kämpfen- in stordwrstlicher Richtung gegen Lotten und Kiati» zurückgezogen, wo sich-die BrrteidigmigS-: würden, Knie stabilisiert: hat. .- In chinesischen Kreise» wird angedeutet, daß China auf. die bereits astgekündigte große Offensive der Japaner an d»ri.Front von- Schanghai wahrscheinlich mit einer'großen Offensive gegen Tientsin ustd)PtiPiflg antworten werde. Aussicht, daß den Bauern Zuckerrübenschnitzel, Kartoffeln und eingeführter Mais und Futtergerste zur Verfügung gestellt werden. Es ist sehr zu bezweifeln, ob dieser Ersatz, nachdent es sich da um eine Einfuhr handelt, der deutschen Land» und Viehwirtschaft tatsächlich wird zur Verfügung gestellt werden können und es droht somit eine ratsächliche Getreide-, Brot- und Futternot. Die Anbaufläche bei Roggen und Weizen ist im Jahre 4937 um ungefähr 889.000 geringer als in der verfehmten Zeit der. demokratischen Republik. Man wird also das Brot nicht aus reinem Rog- genmehl bereiten können,.sondern, wird diesem Mehl Kartoffeln und Rüben zusetzen, ebenso wie man.daS Weizenbrolmehl durch Mais wird streiken müssen. Das neue Deutschland wird, also seiner''Bevölkerung die Herrlichkeit des Dritte» Reiches durch-schlechteres Brot,vor Augen führen. Noch drohender aber ist der Ausfall an Fuiter»- mitteln. Man rechnet damit, daß ungefähr fünf Millionen Tonnen Füttergetreide fehlen werden, welche Lücke mit Oelsrüchten und RUbenschnitzeln nicht gefüllt werden kastln Will man aber diese Mästen, von Gerste und Mais etwa einführeii, so würde daS nach' den entsprechenden Weltmarkt», preisen ungefähr 400 Millionen Mark anSmachen, was angesichts der Devisenlage des Deutschen Reiches einfach unmöglich Ist. ES'bleibt also nichts- anderes sibrig als eine VerringerunadeS Vieh st and es, eine mastenweise Abschlachtuug aller Viehärten.' .'Trotzdem in Deutschland leist freies Wort-- und kein Wort der Kritik gesagt werden darf,— sogar die„Deutsche. Getreidezeitung", ein unpo» litischeS' Fächblatt, hat niän verboten— dringen, doch die Sorgen über.die künftige'Ernährung von' Menschen und Vjeh zwischen de» Zeilen der ofsi» ziellen Presse--'durch. Der Zeitungödienst des Reichsnährstandes hat erst vor einigen-Tagen einen Artikel„Die Ausgaben wachsens' veröffente licht,.in- welchem darauf hingewiesen wird, daß die Aufgaben der deutschen ErnährungSwIrtfchaft nicht leichter sondern schiverer werden. Die Landwirtschaft stehe vor,der. Ausgabe der„geordneten Auch Kanton bombardiert -s,- Japanische, Flugzeuge unternahmen am ! Montag zwei»Anflüge auf K a n t an, ohne, jedoch gposten Schaden- anzurichten.. Ein japanisches i Flugzeug wurde abgrschoffen- Die Bukarester„LuPta" kommentiert diese Unterredungen dahin, daß die römischen Protokollstaaten den ersten.Schritt zu einer Verbesserung ihrer Beziehungen mit ihren Nachbarn von der Kleinen Entente machen, Dse römische Regierung soll mit einer derartigen Aktion der-An-. Näherung der Donaustaaten nicht nur einverstan» den» sein, sie soll-sie sogar>v u n s ch e II. Auch der „Adeverul" meldet, daß die Budapester Negierung auf-ihre bisherige', negative Haltung gegenüber der Kleinen Eiltente zu verzichten scheine--und nunmehr bereit sei, mit- der Kleine» Entente als Das amtliche rumänische Preffebureau teilt zu den Verhandlungen in Sinaia noch mit: Im Hinblick darauf, daß auf dem Beratungsprogramm des Ständigen Rates der< Kleinen Entente auch- die Beziehungen- d e r Kl e inen Ente n t e zu Ungarn stan den, hat der ungarische Gesandt« i n B u k a r e st, B a r d» s s tz, am Montag Dr. S t o-j a d i n» v i L, Dr. Kraft a- und A n- t o n e s e u besucht. WeiterS wurde über di« Luft- fahrtkonvetltiön betreffend die neue direkte Linie Roni—Belgrad—Bukarest beraten. I» Sinaia fanden über diese Frage-noch weitere Beratungen statt, MinisterprSsident Dr. Stajaddwvltz,.Mmi- ster AntoneScu und der rumänische Luftfahrt- tniniststr JrrineSru empfingen den,li t a l i e n i» s ch e n Gesandten i n B u k a r e st U g o Sola, den' der italienische Luftfahrtexpstrte General Pellegrini begleitete. Der ruistänsfche IB l o ck zu-verhandeln. und ungarischen Gesandten Uebereinstimmung ; in allen behandelten Fragen^ . Treue zum Völkerbund z Nichteinmischung ,....- ," Für- SIcHisrhelt-In allen Tellen- Europas- schäft 51 Prozent der Aktien-besitzen,, so,- daß er im/Berwaltungsrat dir Mrhrbeit haben- wird. 49. Prozent der Aktien vestbleiben de»- bisherigen Mepbahttgesellschaften., Die Reorganisation deS Eifkstbähnnätzes auf Grund dieser) genieinsamen Mmpttatio»' soll' de» Verkehr verbillige»,«pd vereinfachen. Im Zusammenhang damit.wsirde aqch mittels DtkreteS die Koordination deS Ber- kehrs genehmigt. Deutschlands EmShrunsskrlse Selbst der objektivste Beobachter der inneren Entwicklung im Deutschen Reich, kommt zu der Erkenntnis, daß zwar in Deutschland unzweifelhaft eine wirtschaftliche Hochkonjunktur besteht, daß aber die Schatten, dieser Konjunktur immer länger werden. Wir wollen nicht davon reden, daß die Löhne der deutschen Arbeiter weit geringer sind als in dir letzten Konjunktur der Weimarer Republik, daß also die Konjunktur nicht-so'sehe der gesteigerten Kaufkraft,, sondern den gewalti» gen Rüstu'iigen aus dem Streben nach Autarkie zu verdanken sind, welche letztere zur tzrsatzroh» stoffwirtschäft und zu große» Investitionen geführt haben. Dadurch ist schon heute ei» Mangel, an Kohle, aber insbesondere an Eisen zu vermerken. Welcher den deutschen WirtschastSführern großes Käftfzerbrechen macht. Dabei besteht die Gefahr, daß es sich-um eine der grstßt.en Fehl« i nve st i ti on« n handelt, welche die Wirtschaftsgeschichte kennt, da«S zwar deutschen Mechaniker» und Technologen geluifgen ist,.an Stelle von Rohstoffen,- die Deutschland einführen muß, Er» sätzstöfft zu erzeugen, daß aber diese Stoffe teuer find' und die ganze Wirtschaft dadurch unrentavel. und vor-allem, was den Export betrifft, konkurrenzunfähig' wird: Doch wollen wir uns,- wie gesagt,.nicht däytit-'beschäftigen,, sonpern- vielmehr daräuf-.hinwejsen,' wie Deutschland in-/ein'e Er• näh rüst fl äl't t'f'e s ch w e r-st^r A r,t hineinschliddert. Auf. di«^oeujsche» Ernährungs» Verhältnisse- istldse ganheststelt neuerdings aus, vom 27. Juli 1987. Die Herausgabe dieses G-- sch ist um so-überraschender gekommen, als erst zwei Monate vorher Göring innerhalb des Biet» jahresplanes ganz andere Verfügungen für das neue Erntejahr getroffen hat. Es ist also innerhalb ganz kurzer Zeit der Plan für die deutsch« Getreidewirtschaft im Jahre 1037-88 vollkommen geändert worden. DaS' neuk Gesetz setzt, wie ivir einem Artikel des„Neuen Tagebuch" entnehmen, fest: 1. Die vollständige Ablieferungspflicht für Roggen und Weizen, 2. Was noch bedeutsamer ist: Das voll, ständig« Versütterungsverbot von' Roggen und Weizen, 3. Um.nun den dadurch entstandenen : Futtermangel zu ersetzen,, stellt die Regieruiig in. «Seite 2 Mittwoch, 1. September 1037 Nr. 205, Weiterführung des Betriebes ohne Verfüttern von Roggen und Weizen und ohne Verringerung des Viehbestandes". Dos schwerste Problem sei „der Ersah für den fehlenden Futterroggen unv »Weizen, der mehrere Millionen Tonnen ausmacht,. Die Aufgabe der CrzeugungSschlacht hat damit eine Höhe erreicht, wie sie unter ähnlichen Verhältnissen Ivohl einzig dasteht". Es ist gar lei» Zweifel, daß die wirtschaftlichen Schlvierigleiten für die jetzigen-Machthaber. deS Deutschen Reiches"von Monat zu Monat tvach- sen: langsam, aber sicher. Mit Konzentrationslager, Gestapo und Erschießungen kann man jede freie Meinungsäußerung" unterdrücken und die politische Diktatur aufrichten. Die wirtschaftliche Entwicklung aber läßt sich nicht nach den Wünschen des Führers und seiner Umgebung gerade oder krumm biegen. Trotz der großen" organisatorischen und technischen Fähigkeiten de» deutschen Volkes zeigt es sich, daß die heutigen Machthaber des Deutschen Reiches das Räderwerk der Wirtschaft nicht meistern können. „Konterrevolution oder stalinistische Systemkrise? Weltgeschichte Im Plnkerton-sill: Vergiftete Konserven Im D-Zug t Pflegerinnen wollen Kinder vergiften?• Hinrichtungen und Verhaftungen am laufenden Band Die Meldungen", mit denen dar offizielle rusii- sche Preßbiiro— dar der„Roten Fahne" doch wohl nicht al» die bewußte„trübe Quelle" erscheint. Von der sic dauernd zu sprechen liebt— Europa seit einigen Tagen beglückt, sind um einige Nuancen grauen- haster und unglaubwürdiger, als war man bisher über die Tätigkeit der„Feinde" des StalinregimeS erfuhr. klebrigen» weiden in jüngster Zeit diese Feinde nicht mehr allgemein als„Trotzkisten" geführt, sondern meist nur als„Konterrevolutionäre": wir gestehe», daß wir uns über den Unterschied, den Stalin plötzlich macht, nicht ganz im klaren sind. Hörte man bisher, daß die Trotzkisten und„Diversanten" tauch etwa», wovon wir nicht wißen, war «S eigentlich bedeutet) an 4000 Eisenbahnunglücke verursacht, daß sie Schächte erläuft, Arbeiter absichtlich mit unzulänglichen Gasmasken für den Grubendienst versehen, Häuser absichtlich so gebaut haben, daß bei Bränden alles" darin umkommen mußte, so «rsährt man jetzt, daß Kindcrpflegerinnen die ihnen anvertrastten Kinder vergiften wollten, daß Leute Im D-Zug an vergifteten Konserven sterben und daß die Leiter tun staatlichen Agrarwirtschaft die Gemüseversorgung der Städte lahmlegen. Alles in allem idyllische Zustände, was immer die Ursache davon seil Denn nehmen wir einmal für einen Augenblick an, die zwei Hingerichteten Wärterinnen seien nicht Opfer eines politischen Komplotts, sondern hätten wirklich den Kindern Gift gegebenI Welche Bestien, welche Hyänen müßten diese Weiber gewesen sein! Und derartige Bestien, diese entmenschten Weiber werden in der Stalin-Union zu Kinderpflegerinnen bestellt? Dar ist das Ergebnis jahrelanger Erziehungsarbeit? Da» sind die Früchte der Sowjetmoral? Wa» würde die kommunistische Presie schreiben, wenn da» in bürgerlichen Ländern, in anderen Diktaturstaaten geschähe? Würde sie nicht mit vollem Recht die Systeme dieser Länder der Leichtfertigkeit, de» Versagens ihrer Erziehungseinrichtungen anllagcn?! Nun, offenbar liegen die Dinge ander». E» ist so wenig glaubwürdig, daß die beiden Hingerichteten Frauen die ihnen anvertrauten Kinder vergiften wollten, wie er zu glauben war, daß die Eisenbahner nichts taten, al» Eisenbahnunfälle anzustiften und die Agronomen nichts als die Landwirtschaft lahmzulegen. UrsacheundWärlung werden hier b e- wußtverkehrt. Faktisch steckt das W i r t- schaftSsystemStalinS inejner Sackgasse, in einer nicht mehr zu bezweifelnden Krise. Sozialismus ist als rein bürokratisch-technische Organisation nicht möglich, er ist nur au» dem Geiste der Gemeinschaft freier Menschen dmkbar. Der riesige technische und bürokratische Apparat rostet und läuft nur mit Hemmungen und Schwierigkeiten. In einem freien Staatswesen könnte man diese Mängel kritisieren, aufklären, langsam beheben. In einem Diktaturstaat, in dem seit Jahren allen Menschen der Glauben an den göttlichen und unfehlbaren Führer eingetrommelt wird, von dem aller Gute kommt, kann man auf das plötzliche Versagen nur mit Hexenprozejsen, mit der Äbschlachtung von Sündenböcken reagieren, Wenn die Konserven giftig sind, so sind daran nicht die Mängel der Konserven« Industrie, sondern die Trobkisten schuld, wenn Jiie GemÜseerzengung in» Stocken gerät, so liegt e» nicht an der Uebcrbürokratisierung und Uebertechnisierung der Landwirtschaft, sondern am bösen Willen der Konterrevolutionäre. War heute In Rußland vor sich geht, ist der Versuch, organische Schäden der Produk» ilonSapparate» durch politischen Terror zu verdecken, statt sie durch organisatorische Maßnahmen zu beheben. Zu welchem Ende da» führen wird. Ist nicht abzusehen. Moskau.(Daß.)„Leningradskaja Pravda" meldet, daß das Militärtribunal kn Leningrad zweiFranen namenS Iwanowa und Georgijewsk» zum Todever urteilt hat. Die beiden waren Angestellte einer Rindcrkolonic und versuchten auS„terroristischen und konterrevolutionären Motiven" durch systematisch« Beimisch un g v o n G i ft in die Speisen der ihnen anvertrauten Kinder zwölf Kinder im Alter von acht bis elf Jahren zu vergiften." ES gelang, die vergifteten Kinder zu retten. Beide verurteilte Frauen wurden sofort erschossen. 14 Hinrichtungen In WelBruBland Moskau.(HavaS.) Das Blatt„Min- fkh dklnik" vom 20. August teilt mit, daß daS weißrussische Gericht acht„t r» tz k i st i s ch t" Spione, welcher der B e r g i f t u u g v o n Soldaten und der Brandlegung von Militärobjekten beschuldigt waren, zum Tode verurteilte. Rach der Meldung des genannten Blattes wurden die Hinrichtungen noch am selben Tage vorgenommen. Auch vor einigen Tagen wurden sech SPer. son e n, welche ebenfalls Soldaten vergifteten, hingerichtet. Giftige Konserven Moskau. hat keine Konsequenzen London. Nach dem Besuch, de» Charge d'Assaire» der französischen Botschaft in London C ä m b o n im Foreign Office glaubt man, daß di« französische Regierung allem Anschein nach von ihrer Absicht Ab st and nehmen w i rd, im NichtintcrventionsauSschuß gegen da» Äegrüßungstelegramm zu protestieren, welche» der italienische Ministerpräsident Mussolini General Franco nach dem Falle Santander» sandte. Weiter» erfährt da» Rcutcrsche Bureau, daß dieser Protest nur einer ganzen Reih« bedauerlicher Rekriminationen die Türe öffnen würde, und es sehr unwahrscheinlich wäre, daß Frankreich eine Satisfaktion zuteil würde. Was die Tschechoslowakei Deutschland vorwirft Aus der Artikelserie der„Prager Prette** In der„Prager Presse" setzt W seine Untersuchung über„Deutschland und die Tschecho« lowakei" fort. Er befaßt sich nun mit den Botwürfen, di« Prag gegen Deutschland zu erheben hat. In der Zeit der W e i m a r scheu Re« > u b l t k seien die amtlichen Beziehungen korrekt» ä freundschaftlich gewesen. Zu sonderlichen Be« "chwerden sei kein Anlaß gegeben worden. Denn« noch macht W in zwei Punkten dem Deutsch« land von WeimarVarwürfe. Die erste Rekrimination gilt der Tatsache, daß von deutscher Seite niemals die tschechoslowakischen Bemühungen um eine allgemeine europäische, in Sonderheit deutsch-französische Verständigung gewürdigt oder bedankt worden seien. Bis auf«in« Kundgebung Stresemann» in Genf habe Dr. Benes für seine Bemühungen keinen Widerhall gefunden. Der zweite Borwurf ist der, Deutschland und die Deutschen hätten sich um die Tschechoslowakei wenig gekümmert, sich über sie, entgegen ihren sonstigen eifrigen Bestrebungen, alle» gründlich zu studieren, nicht informiert und gewisse Vorurteile au» der Vorkriegs- und Kriegszelt weiter kuüiviert. W zählt nun die Positiv« auf, die e» in der CSR zu werten gegeben hätte, ihre Stabiliät, Ihre wirtschaftliche Kmft, ihre kulturellen Leistungen usw. Interessant ist, daß hier auch erwähnt wird, daß die Republik„soziale Krisen(im Jahre 1021 den Bolschewismus und in den Jahren 1026—-1020 den Faschismus), erlebt und vollständig und endgültig, ohne Gewalt, ohne Zerrüttung und Bluwergießen, ohne Aenderung ihrer Institutionen und Antastung der wesentlichen Recht« wessen auch immer liquidiert" hati Es heißt schließlich in dem Arttkel: „E» Ist weiterhin in der ganzen Welt bekannt, daß die Verhältnisse d er Minderheiten in der Tschechoslowakei neben denjenigen in der Schweiz di« anständigste» sind, daß von dem Grad der Freiheit der Presse, der' Ueberzeugung, der Meinungen und der freien geistigen Entwicklung, wie er in der Tschechoslowakei herrscht, in vielen anderen Staaten bei weitem sticht gesprochen werden kann. Im privaten Gespräch erkennt auch der deutsch« Widersacher der Tschechoslowakei bereitwillig an, daß der Stand der Minderheiten, auch der deutschen Minorität, unvergleichbar besser Ist alrz. B. inPolen, Ungarnod«rin I t a l i e n und er gibt sogar zu, daß die Tschechoslowakei, 160.000 Deutsche, in der Slowakei und Podkärpätrkä Ru» vom nationalen Tod errettet hat, indem sie ihnen gegeben hat, wa» ihnen Ungarn während de» ganzen 10. und 20. Jahrhundert» verweigert hat und bis heute verweigert. Da» rührt daher, daß di« Tschechoslowakei, auch wenn sie eine andere Philosophie und Doktrin Wer die Nation und die nationale Idee vertritt al» der deutsch« Nationalsozialismus, ihre ganze staatliche Organisation denn doch auf dem Grundprinzip der Achwng vor der nationalen Individualität ihrer Staatsbürgerschaft— auch ihrer Minderheiten— gründet. Sie fordert Achtungvor i h r e r Nationalität, weil sie di« Nationalität der anderen achtet, sie hat d ie s e D o k t r in auch in Deutschland, bei der deutschen Romantik und bei Herd«r gelernt und Copyright by Saturn Verla« 1936 „Der Besitzer de» Bildes", entgegnete Bälerian,„gehört zu den besten Familien Frankreichs; Ur-Adel." „Und warum wendet er sich nicht direkt an mich?" fragt« Monsieur Perrin ernst,„wenn die Orleans und die Bourbons in diesem Fauteuil, in dem Sic sitzen, mein bester Freund, Platz genommen haben, wird er wohl auch für ihn nicht zu schlecht sein..." „Er ist«in stiller alter Herr", sagte Balerian gütig,„der wenig in die Welt kommt, ein Aristokrat vom alten Schlag." „Und Iva» fordert denn der alte Herr für das Bild?" fragte M. Perrin teilnahmsvoll. „Das ist eine Frage, die ich noch gar nicht berührt habe, Monsieur Perrin. Ich werde e» bis morgen in Erfahrung gebracht haben. Da» Bildchen wird um elf Uhr bei Ihnen sein und ich werde mir erlauben, Sie dann selbst zu besuchen." „Es wird mir ein Vergnügen sein, mein guter Aronas...." sagte Monsieur Perrin, reichte Valerian die Hand und winkte dem Machenden mit der gleichen herzlichen Lässigkeit zu,mit der «r Ihn begrüßt hatte: den Handrücken nach außeni gekehrt, die Hand locker gehalten, zwei, drei langsame, beinahe ein wenig mühsam« Bewegungen, «in intime» Winken, ein—? wenn man so sagen darf—Kopfnicken der Hand, und Valerian schritt aus den:'Sanktuarium des Hauses" Perrin durch dii stillen Andachtsräume an der leisen Empfangsdame vorbet über di« schalldämpfende Filzbespannung auf die Straße hinaus, wo er durch ein beinahe laut hervorgcstoßene»'„So ein alter Gauner und Komödiant!" die Vorübergehenden erstaunte. Ein Mietauw führte ihn in eine der abgelegensten Seitenstraßen des Faubourg St. Germain. Vor einem kleinen'halbstockhohen Palais ließ er halten. Ein Diener in alter, nicht sehr reinlicher Livree öffnete auf sein Klingeln. Valerian wünschte angemeldet zu werden. Der Diener erklärte nach kurzer Abwesenheit, der Herr Baron bedauere. „Sagen Sie dem Baron, daß ich ihn sprechen müßt" erklärte Valerian mit erhöhter Stimme und betonte das Wort muß,„und zwar sogleich, melden Sie das unverzüglich!" setzte er hinzu. „Ach, Aronas..." ertönte von innen eine müde Stimme,„Sie sind ein schrecklicher Mensch... Sie langweilen mich so." Worauf Balerian eine der kleinen weißlackierten, aber schon schmutzig gewordenen Türen, hinter der er die Stimme gehört hatte, ohne Zögern öffnete. Er schloß sie aber sogleich tvieder mit einem„Oh, Pardon..." „Was denn?" näselte es von drinnen,«kommen Sie nur, herein... Camille ist nicht so." Valerian öffnete die Tür wieder und trat ein. Baron Wladimir Oritzky lag,>iN«Inen geblümten chinesischen Schlafrock gehüllt auf einem Diwan, beim Kamin saß eine völlig nackte junge Dame. „Tag, Baron",(sagte Balerian und vermied es, zu der Dame hinüberzuschauen.„Ich bitte um Verzeihung, hätte ich gewußt..." „Wären Sie schon früher gekommen", meckerte der Baron. und begleitete seine Worte Mit einem-.nicht endenwollenden Gelächters hahahaha. Camille, hast-du schon was an? Kann er dich begrüßen?" Balerian küßte der nünmeht mlt/i eiirein duftigen Gewebe bekleideten Dame galant die Hand. «Wa», um Himmelswillen", seufzt« der Baron,«wa» wollen Sie jetzt, am frühen Morgen, von mir? Camille, paß auf, er wird mir wieder eine furchtbare Gaunerei Vorschlägen, hihihi, und ich werde wieder schwach genug sein, sie anzunehmen, hahahahaha." Valerian wnnte nicht umhin, sich dieser Fröhlichkeit anzuschließen. „Also heraus damit I Sie größter aller Schwindler von Parisi" sagte der Baron,„womit wollen Sie das Wappenschild meiner edlen Ahnen wieder beschmutzen? Aber diesmal kein«» Schritt ohne Vorschuß I" „Hahahaha", donnerte Aronas,„hahahaha, Sie sind der geistreichste Mann, von Pari», aber, von Vorschub kann keine Rede sein, ich besitze keinen Sou. Baron, hören Sie mich ani Sie werden morgen vormittags ein Bild Ihrer Galerie dem Händler Perrin in der Rue du Faubourg St, Honors zum Kauf angeboten haben." „Ich, hihihihi, meiner Galerie? Hörst du, Camille? Ausgezeichnet I Ich sag' dir, Arona» Ist der größte Gauner." „Und ztvar das kleine, reizende Männer- porfrät von Luka» Granach dem Aelteren." '„Hehehehe." Das sich seit vierhundert Jahren im Besitz Ihrer Familie.befindet.'* .,„Hahahahaha."., -„Und Ihnen bi» heute.auch micht um den höchsten Betrag feil geivesen wäre,..," „Natürlich nicht, hthihihi, Süpepbe superbe.... hat Perrin es schon gekauft? Wann bekomme ich das Geld? Camille» er. macht nur solch« Geschäfte,. Er betrügt alle Welt und mich ani,allerärgsten.Er erklärt dann.immer, e» wäre nichts draus geworden"gyd speist mich mit,efn!gist hundert.Francs.ab;, ach,, er ist-köstlich.", „Diesmal,,ivird ,etwa». drauS," beteuerte Balerian,„diesmal geradezu" sicher. Baron, bleiben wir sachlich I Das Bild kommt morgen zu Ihnen. Wohin kann man es hängen?", „Wohin Sie wollen, Berehrtester, wohin Sie wollen, die Wände stehen zu Ihrer Verfügung. Einen einzigen Haken lassen Sie frei,-damit- ich mich eventuell seübst aufhängen kann, wenn nichts drau» wird, hahahahaha." „Vielleicht sind die oberen Räume repräsen- tabler," meinte Balerian.„Man müßte allerdings noch einige antike Möbel ausstellen, damit da» Ganze ein Gesicht bekommt." „Richten Sie mein kleines Palais ganz nach Ihrem Belieben ein, Aronas, ich verlasse mich auf Ihren Geschmack. Bis auf diesen Raum und die. Halle ist ohnehin leer." „Alles weg?" fragte Balerian kopfschüttelnd. „Alle», AronaS. Schjcken Sie einen Eigen« tumsvorbehalt mit, damit nicht auch Ihre Sachen gepfändet werden; die Herren" besuchen mich fast jeden Tag."" „Das wird.aufhören! Meine Hand" darauf I" Dieses Geschäft wird uns beide herausreißen." Aber Sie müssen'diesmal selbst agieren." ■„Agieren, sagt er, hehehehchc, hörst du, Camille: agieren; großartig! Wa» also habe ich zu agieren?" „Baron, die Sache ist mehr als diskret." „Camille, geh' hinaus, legt dich in die Badewanne, dort ist e» warm; ich nehme" ihm rasch die Beichte ab." Balerian folgte der Dame mit dem Blick. Sie war bezaubernd.' Seine Augen bekamen" einen Irritierten Ausdruck. Dann erklärte er dem Baron,. um wa» e» gehe. Eine halb« Stunde später verließ'er da», kleine, sttlle Palais und schritt, sejnen tstnotenstock schwenkend,- leise pfeifend, den Fauboutg St. Germain' hinunter zur Chambre de» Debüts». ,7'\ ' Ec pfiff das alte, schöne Soldatestliedchimk. Marlborough f'en va-t-in gttcrre', s'en va-t-en i guerre...." .' fFortseßung folgt, Nr. S0ö Mittwoch, 1‘. September 1937 Seite 8 Werhaupt sind ihr N a t ton und Nationalität al» große geistige und kulturelle Wert« vom Gesichtspunkt der Menschlichkeit ein. u n a n t a st- barer Faktor jeglichen modernen staat- I ich en Lebens, jedweder Staatskunde und Staatskunst. Das allez könnte gerade den heutigen national-sozialistischen Deutschen begreiflich, wenn nicht sympathisch sein." Nochmals der Ressortwechsel Im„Prävo Lidu" kommt Dr. Karel Ki1J nochmals auf die Frage des Austauscher der Ressorts innerhalb der Regierung zu sprechen- Er schreibt: Seit dem Umsturz hält die Agrarpartei ununterbrochen die Ministerien des Innern, für nationale Verteidigung und der Landwirtschaft im Besitze. Nur während einer kurzen Zeit nach dem Umsturz waren im Ministerium für nationale Verteidigung für einige Monate Nichtagraier, im Ministerium des Innern aber auch ein Beamter, der Minister In eintr Bcamtenregierung war und der Agarpartei angehört hat, im übrigen hat die Agrarpartei dieses Ministerium ebenso wie das der Landwirtschaft nicht der Kontrolle des Angehörigen einer anderen Partei preisgegeben und hat die„Zuweisung" dieser zwei Ressorts des Innern und für Landwirtschaft zur Bedingung bei der Zusammenstellung der Regierung gemacht. Wir sagten, daß es sich nicht um den Wechsel in der Person der Minister handelt, die hat auch die Agrarpartei gewechselt, sondern um den Wechsel der Ressorts.. Wir erheben als Forderung für die künftige politische Kampagne den Grundsatz, daß kein Ressort länger als eine Wahlperiode in den Händen «in- und derselben politischen Partei bleiben darf... Im übrigen sind wir der festen UebeGeugung, daß die Mitarbeit der Agrarpartei in der Negierung notwendig ist, aber wir wollen,, datz diese Mitarbeit demokratisch, offen und ehrlich sei. Wir wollen, daß die Jntri- guen der agrarischen Rechten gegen die Regierung und gegen deren auswärtige Politik aufhören, daß die Versuche der Erschiitterung unserer militärischen Verträge mit der Kleinen Entente, Frankreich und Rußland, daß die Unterstützung der faschistischen Diktaturen gegen den eigenen Staat und die Ränke mit der Henleinpartei und der halbsafchistischen Nationalen Bereinigung aufhören. Beratungsstelle für Lungenkranke In 3oachlmsthal■ Wie wir Sonntag berichteten, hat Gesund- heitsniinister Dr. C zech einen vorübergehenden Aufenthalt'In Karlsbad zum Besuch von Kinder- und Jugendheimen in der KarMader Umgebung benützt, die derzeit der staatlichen GenesustgS- aktion für Kinder Arbeitsloser dienen. Ergänzend ist noch zu melden, daß der Minister vor seiner Abreise auch nach St. JoachimSthal fuhr, wo er die dem Gesundheitsministerium unterstehenden Objekte und insbesondere die staatliche Kuranstalt besichtigte. Bei- dieser Gelegenheit verhandelte er mit dem Direktor der Staatlich«» Bäder und dem leitenden Arzt über die Errichtung der geplanten Bern tu ngSstell« für Lungen- k r a n k e, die für daS Gebiet von St. JoachimS- ttal und Insbesondere für Bergarbeiter und ihre F.Milieu vom Gesundheitsministerium in den Nächsten Wochen inS Leben gerufen werden wird. Scharfe Kritik am Rundfunk übt das gestrige„Prävo Lidu", und zwar deswegen, weil der Rundfunk vom Sonntag einen ganz unzulänglichen Bericht über den Leitartikel gebracht hat, den Abgeordneter H a m P l in der Sonntagausgabe des Zentralorgans der tschechischen Sozialdemokratie veröffentlichte. Der . Rundfunk hatte nur mitgeteilt, daß Hmnpl Vorsitzender der tschechischen Sozialdemokratie ist, daß der Artikel von den Minderheiten in der Tschecho-, .slowakei handle und daß man die Lage der Dsche- chen im alten Oesterreich mit jener der Deutschen in der Tschechoslowakischen Republik nicht. vergleichen könne. Dagegen'wurde vollkommen ver« schwiegen, datz Hämpt sich gegen«ine gewiße Propaganda wandte, die- ter Tschechoslowakei im Auslande schaden wolle. Ueberhaupt sei das Wesentliche des Artikels nicht wiedergegeben und die Rundfunköffentlichkeit.getäuscht worden:„Ihr habt",, so ruft das Blatt den Beamten-des Rundfunks zu,'",, durch den Rundfunk die- Unwahrheit verkündet und weil jene von, Euch, welche damit >,beauftragtWid,,-die SonsttagSztitungen für den RuUdfuuk zu exzerpieren/ genug. Intelligenz- haben, um den Kerst einer politischen Erörterung zu . erkenst'en, ist diese. Ustwahrheit betvutzft' bzw, eine, Lüg«/ Durch Eure Tätigkeit-stellt ihr an das Publikum die Anfrage, ob es nicht bester wäre, keinen Rundfunk zu haben als einest- solchen, " Ohne Zögern/ antwörten wir darauf:/ Bester --nichtsp als Lügens. svtz. Demokratie. braucht, keinen schlechten Rundfunk und darf ihn nicht (Guldenck'/- Ausarbeitung des Budgets flir 1938 ' Der Borsitzende der Regierung Dr. Milan Hodja eröffnet, wie amtlich gemeldet wird, am Mittwoch die Beratungen Über die definitive Redaktion des StaätSvoranschlageS- für. dab Jahr Schluß der Hopfenernte Die Hopfenpflücke geht ihrem Ende zu. Wieder sind die Bahnhöfe des Saazer Landes und die Umsteigstationen in unserem Grenzgebiet mit Menschen überfüllt, die ihrer Heimat zustrcben. Vierzehn Tage, drei oder auch vier Wochen, je nachdem, in welchem Gebiet sie waren, haben die Leute ein Zigeunerleben geführt und hart gearbeitet, um einige Kronen nach Hause bringen zu können. Nun ist dies zu Ende und die graue Not der Arbeitslosigkeit nimmt sie wieder auf. Die Hopfenernte war heuer gut. Die Blüten waren gebietsweise besonders groß und fest und die Hopfenbauern sind zufrieden. Bis jetzt wurden auch schon verschiedene vorteilhafte Abschlüsse getätigt. Der Preis für 50 Kilogramm Saazer Hopsen bewegt sich derzeit zwischen 750 und 1080 KL, je nach Qualität. Cs ist anzunehmen, datz mit fortschreitender Jahreszeit der Preis weiterhin anzieht und damit der Hopfen noch gröhercn Nutzen bringt. Dieser fällt jedoch in den meisten Fällen nicht dem Bauer, sondern dem Händler zu. Der Bauer muß gewöhnlich. schon frühzeitig seinen Hopsen dem Händler abgeben, um mft dem erzielten Erlös seine dringendsten Verpflichtungen erfüllen zu können. So wird auch hier die wirtschaftliche Bedrängnis des einen zur Prositquelle des anderen. Bald wird nun in den Landstrichen unseres Staates mit der RUbenernte begonnen werden, dann liegen die Felder kahl und öde hier und fleihigcs Landvolk wird tätig sein, sic aufs neue zur Aufnahme von Saatgut bereit zu machen. Krach In SdP-Turnverelnen Die„Deutsche Landpost" Weitz zu berichten, datz sich innerhalb der SdP und vor allem in den völkischen Turnvereinen ein immer heftiger werdender Kampf um die„richtige Weltanschauung" abspielt. Besonders innerhalb der Turnerjugend tobe der Kampf: „Alle bisherigen Versuche, den Streit der Meinungen im Keime zu ersticken, sind fehlgeschlagen, die jungen Leute sind nicht mehr zu beruhigen» Vor einiger Zeit gab es aus diesen Ursachen heraus einen großen Krach im Karlsbader Turnverein von 1880 und jetzt ist der ganze Turnverein„Eiche" in F i s.ch e r n aus dem Tucnveoband-aüs denselben Gründen aus g e- schloss e n wordenr-Diesir-AuSschlütz eines ganzen-Turnvereines läbt-itief blicken und erkennest, mit welchen Schwierigkeiten der berühmte „Kameradschaftsbund" zu kämpfen hat. Bei diesen RichtungSkämpsen ist beachtenswert, datz die Opposition gegen den KB. gerade aus den Reihen der jüngeren und jüngsten Generation kommt, und zwar ausgerechnet von der Turnbewegung her, die den ersten Kader der SdP bildete. Bei der Hemmungslosigkeit und Schärfe, mit der diese Richtungskämpfe geführt werden, kann cS innerhalb der völkischen Turnerschast noch zu recht unangenehmen Auseinandersetzungen kommen." Agenten der Arbeitsfront In Teplltz-Stitönau? * Mehrere junge Leute wurden vor einigen Tagen von einem Mann In einer Teplitzer Straße angesprochen und gefragt, ob sie nicht Arbeitslose wüßten, die gern arbeiten möchten. Nach einigen Minuten gesellte sich' zu dem nächtlichen Kundschafter ein Teplitzer, der anscheinend mit ihm arbeitet. Es stellte sich bald heraus, datz die jungen Menschen von einem Agenten aus dem Dritten Reich ausgefragt wurden, denn der Mann er- klärte, in Deutschland gäbe es kein« Arbeitslosen mehr und deshalb müsse er sich hier nach Arbeitskräften umschauen. Der unbekannte Agent wurde einige Stunden später von der Staatspolizei verhaftet; mit ihm. auch sein Begleiter, die nun beide im Gefängnis darüber' nachdenken können, daß man nW ungestraft auf Menschenfang ausgehen darf.. Die Bevölkerung aber möge sich vor solchen Agenten und Spitzeln hüten. Merkwürdiger„Bevollmächtigter" In Grubensachen... Wir lesen im„G l ü ck Auf": Der der Gattin des Jng. Stron gehörige! „A l e r a nd er f ch a ch t" in Serbitz wird von Frau-Selig, ter Tochter des ehemaligen Miteigentümers des„ProkopschachteS" in- Soborten, Josef U h e r, betrieben»; Das wäre an und für sich nichts besonderes/Merkwürdig wird, jedoch die Angelegenheit erst durch die Tatsache, daß als Bevollmächtigter ihr Vater fungieren soll, gegen welchen bekanntlich w egen d e r K a t a». st r o p h e am„Pr o ko p s ch a ch t", bei der, eistigi!, Bergarbeiter utn» Leben kamen, beim. Kreisgerichtein S t r a-,f v e r f a h- r e n a n h ä n.g-i g ist und der sich, noch dazu- im Konkurs befindttüstd den- am Prokopschachü bischästigt gewesenen-Bergarbeitern.Löhne mist'- schuldet.-.>?'.&X-’,lB Wir- sjM.herAnsicht, daß zu dieser der- OeffeutIichfeit)Nicht gleichgUliigen Angelegenheit die Behördenein Mort zu sagest habest mütztem' Wir halten eS für ausgeschlossen, datz Uher auf einer Grube eine leitende Funktion bekleiden kann, sölange daS Konkursverfahren schivcbt und der. Prozeß gegen ihn nicht erledigt ist. Hier müßten die Behörden fehr streng und wachsam sein. j„Mein Kampf— Tabul Die„Rundschau" der SdP beschäftigt sich mit einem Flugblatt, das fudetendeutfche katholische Kreise gegen die antikirchliche Propaganda des Herrn ReichstagSbrandstifterS Goebbels Herausgaben. Die.„Rundschau" nimmt selbstverständlich Herrn Goebbels sehr warm in Schutz und schreibt dann u. a.: „Worum geht eS Len Verbreitern dieser Flugblattes, dar, wie schon oben erwähnt, sogar in»Archen aufliegt? Hierzulande gibt er keine Sittenprozesse gegen Franziskaner. Daß er sich da» Flugblatt erlauben darf, auch Stellen aus Hitler»„Mein Kampf" anzuführen, gibt ebenfalls zu denken. Nun fragt sich,-ob die Kreise, die solche Flugblätter kolportieren, wirklich einen Kulturkampf herausbeschwören wollen und ihre politische Hetze gegen dar D e u t» s ch e Reich als Mittel nehmen, einen weltanschaulichen Streit auf dem Boden unserer Heimat zu entfesseln? Wie dem auch sei,— uns scheint, daß die Herausgeber dieses Flugblattes sehr wenig Wirklichkeitssinn und realer Verständnis für die gegenwärtige Lage verraten, wenn sie Situationen heraufbeschwören, für die schon Goerhe» Zauberlehrling ihnen ein mahnendes Beispiel sein könnte...- Die„Rundschau" ist also der Ansicht, datz der politische Bierschwefel, von dem„Mein Kamps" erfüllt Ist, von Hitlergegnern nicht zitierend entweiht werden darf. Und sie droht für den Fall, datz die Angriffe auf Hitler-Goebels fortgesetzt werden, mit der Entfesselung eines Kulturkampfes auf sudetendeutschem Boden. Bedarf es noch eines Beweises dafür, datz die SdP und ihre Presse nur der verlängerte Arm der NSDAP sind? Plenarversammlung der Falkenauer DSAP-Vertrauensleute Am 29. August tagte im Bergarbeiterheini in Falkenau eine Plenarversammlung der Vertrauensleute des Bezirkes, an welcher 186 Delegierte, davon 18 Frauen,, teilnahmen. Kreis- sekretär W p n d r a! entwickelt« den Plan,-nach welchem ist: September und Oktober die Werbeaktion für unsere Partei durchgeführt wird; die Voraussetzungen für die Stärkung unserer Bewegung sind gegeben. Abg. Katz berichtete über den Stand unserer Bewegung im Bezirke, der sich in der letzten Zeit wesentlich gebessert hat und der durch die Werbeaktion neuerlich gehoben werden wird. Nach einer kurzen Debatte wurden die Vorschläge der Referenten in allen von ihnen behandelten Fragen einstimmig zum Beschluss erhoben. Grauenvoller Fund Im Ziehbrunnen .In der Gemeinde G r ü n a u(Bezirk Mähr.-Trübau), die durch den Pfarrermovd am Gründonnerstag des Vorjahres bekannt ist, geschah neuerlich ein Mord, der die Gegend wiederum in Aufregung hält. Seit dem 18. Juli, also seit mehr als sechs Wochen, war die Grundbesitzerin AnnaWolf abgängig. Durch einen Zusall wurde ihr Leichnam nunmehr im Ziehbrunnen ihres Wohnhauses am 80. August aufgefunden. Es handelt sich wahrscheinlich um einen Raubmord; die bisher durchgeführten Untersuchungen der Gendarmerie haben ergeben, daß die Frau erdrosselt in den Brunnen geworfen worden sein dürfte. Bezüglich des Täters liegt bereits ein Verdacht vor. Die KrelSkonferenz Pilfen-BudweiS der DSAP wurde für de» 80. und 81. Oktober nach Kofolup einberufen. Auf der Tagesordnung be- findct sich ein politisches Referat des Abg. Wenzel Jak sch, ein Referat Ernst Pauls-über die RW. und schliesslich ein Vortrag des Senators Heinrich Müller überAtus und.vormilitä- rische Erziehung. Frohe Jugend. Das Wandertreffen der SA -in Neudorf im Erzgebirge am vergangenen Samstag und Sonntag vereinte viele junge Menschen zu frohen Stunden. Die Abendunterhaltung am Samstag abends in der„LadrhuS" war glänzend besucht. Unsere braven Parteimitglieder, die so-zahlreich gekommen, waren, lachten Tränen ob wer heiteren Darbietungen der vier„Komotauer --Kumpels", die sich die Herzen der Zuschauer gar .-bald erobert hatten. Bis 1 Uhr nachts blieben die froh gelaunten jungen Menschen beisammen. Am -.SÜflntag früh trat«ine Hundertschaft zu einem (Geländespiel ast, bei dem Jungen und Mädels mit Eifer mittaten. Ded Wimpel wurde nach zähem Hamps, Seitdem die'„Blauen" härtest Hiderstand -leisteten- von den„Roten"im Sturm-genommen. Es gab viel« heitere Episoden während des ganzen Spiels, aber auch-einige leichtere„Fsttzvcrstau- chün^ent<: 7. Nach der Mittagspause-traf-sich die -Jugend wiederum auf den: Neudorfer Sportplatz, wo zwei Stunden gespielt und. gesungen',' wurde. Dhade^ daß die-Zeit-so- schnell verging: Ist die verschiedensten Gruppen aufgelöst, marschierten die Jugendlichen dann in den späten Nachmittagsstunden heim mit dem Wunsche, recht bald wieder zu einer ähnlichen Bezirkswanderung aufgerufen zu Iverdcn. Erwähnt sei noch die vorbildliche Gastfreundschaft unserer Neudorfer Bewohnerschaft während dieser zwei Tage. J. K. Lieber SA-Manu als tschechoslolvakischer Soldat... Wie aus Braunau gemeldet wird, wurde dieser Tage der jugendliche, henleini» stisch orientierte Fabrikarbeiter Dein Hardt aus Grotzdorf von feistem Arbeitsplätze weggeholt und nach einer Haussuchung in Hast genommen- Vorläufig trug ihm die Aeußerung, daß er an«, statt in der Republik lieber in der SA in Deutschland seinen Militärdienst leisten tvollte, eine lätägige Arreststrase ein, welche er im Braunauer Bezirksgericht abbüßt. Ob es bei diesem Strafausmaße bleiben wird, hängt nunmehr von der Stellungnahme der Staatsanwaltschaft ab. Eine Explosion in Zuckmantel. Dienstag früh gegen halb sechs Uhr erfolgte in der Glasfabrik Slanina in Zuckmantcl aus ungeklärter Ursache eine Explosion, durch die eine Glashafen» anlage mit den dazugehörigen Maschinen in Brand geriet. Der Arbeiterschaft und den herbeigeeilten Feuerlvehren gelang eS jedoch binnen kurzer Zeit, das Feuer zu lokalisieren, so daß ein Uebergreifen auf den übrigen Betrieb verhindert werden konnte. Der Schaden beträgt mehrere hunderttausend Kronen. Der Produktionsprozeß erleidet durch diese Katastrophe keine Unterbrechung. „Rote Jugrndfahne» über Zwickau." In unserem Bericht hat sich ein sinnstörender Druckfehler eingeschlichen. Im zweiten Satz muß er richtig heißen:„Dieser Kreisjugendtag war eine Solidarität-» t a t von besonderen: Wert und besonderer Wirkung Vie Radball-Unionmeisterschaft 1937 Die Ergebnisse Straßenrennen Komotau—Letschen. Rennfahrer: 1. Anton Gößnitzer(Altsattl) 2:18.0, 2. Josef Gößnitzer(Altsattl) 2:18.1, 8. Alfred Feistauer(Karbitz) 2:27.0, 4. Edmund Rudolf (Probstau) 2:80.0, 8. Josef Schiller(Weißkirchen), 2:44.8, 6. Josef Haderer(Kleinaugezd) 2:80.8 Std. — Mannschaftsfahren: 1. Biela 8:08.8, 2. Marschen 8:17.4, 8. Dux 8:21.0 Std., 4. Tetschen (nichkaewertet)."" Straßenrennen Tum—Tetschen. Rennfahrer(Jugend): 1. Herbert Eanöik 1:08, 2. Josef Franz 1:18, 8. Robert Fritsche 1.88 Std.(alle drei aus Pfaffendorf).— Mannschaftsfahren (Jugendklasse): 1. Eulau 1:06, 2. Modlan 1:14 Std.— Mannschaftsfahren(Altersklasse): 1. Eichwald 1:86 Std. 80-Ailometer-ZnverlässigkeitSfahren der Motorfahrer: 1. Rudolf Winter-Neudek 1 Strafpunkt; 2. Karl Scherze, Windisch-Kamnitz, Josef Hartmann« Ncstomitz, Josef Wünsch-Straußnitz, Alfred Goldhammer- Hochdobern, Wenzel Weber- Schönlinde, Rich. Gärtner-Bodenbach 1.8 Strafpunkte; 8. Friedrich Lösel-Hochdobern, Hans Lieben-Turn 2 Strafpunkte; 4. Karl Schmicdt-Biela 2.8 Strafpunkte; 8. Rudolf Fritsch-Triebsch 8 Strafpunkte; 6. Karl Ritschcl-Komotau, Franz Rörler-Schwoika 8 Strafpunkte; 7. Adolf Krombholz-Topkowitz, Walter Rei- nelt-Bodenbach 8.8 Strafpunkte. ’ Ergebnisse der Radballspiele Dreier-Radball: Bilin gegen Türmitz 4:4(2:1), Kammern gegen Steinschönau 1:1(1:1), Türmitz gegen Kammern 4:0(2:0), Warnsdorf gegen Bilin 8:2(0:0),.Warnsdorf gegen Kammern 2:0(1:0), Türmitz gegen Steinschönau 4:2(8:1), Steinschönau gegen Warnsdorf 2:2(2:1), Kammern gegen Bilin 8:0(1:0), Steinschönau gegen Bilin 8:2(0:1), Türmitz gegen Warnsdorf 8:1(1:1).— Ergebnisse nach Punkten: 1. Türmitz (Radballmeister für Dreier-Mannschaften 1987) 7 Punkte, 2. Warnsdorf 8, 8. Steinschönau 4,4. Kammer» 3, 8. Bilin 1 Punkt. Zweier-Radball: Steinschönau gegen Strautznitz 2:1(0:0), Neuütschein gegen Kosten Jugend 8:0 (8:0), Turn gegen Kosten I 4:4(1:2), Wamsdorf gegen Rosendorf 6:8(8:8) Steinschönau gegen Tet» scheu 8:2(8:2), Nentitschem gegen Strautznitz 12:4 (6:1), Turn gegen Kosten Jugend 8:2(0:1), Kosten I gegen Rosendorf 8:8(1:2), Neutitschein gegen Tetschen 8:2(2:1), Turn gegen Strautznitz 1:1 (0:0), Warnsdorf gegen Kosten I 2:2(0:0), Turn gegen Tetschen 8:1(1:1), Straußnitz gegen Rosendorf 4:2(4:0), Warnsdorf gegen Koste» Jugend 6:0 (4:0), Steinschönau gegen Turn 6:0(8:0), Rosendorf gegen Tetschen 4:1(2:1), Neutitschein gegen Steinschönau 8:8(8:1), Straußnitz gegen Warnsdorf 8:8(8:1), Kosten I gegen Kosten Jugend 0:2 (4:2), Neutitschein gegen Turn,6:1(2:0.). Rosendorf gegen Steinschönau 8:4>(2:2), Warnsdorf gegen Tetschen 7:1(4:1), Kosten gegen'Strautznitz 4:2(8:1), Neutitschein gegen Rosendorf 7:2<3:1), Steinschönau gegen Warnsdorf 8:0(0:0), Kosten! gegen Tetschen 2:1(1:1:), Kosten Jugend gegen Strautznitz 0:6(0:8), Neutitschein gegen Wanwt dorf 10:6(8:4), Steinschönau gegen Kosten I 7:8 (4:1), Tetschen gegen Kosten Jugend 2:1(1:1), Warnsdorf gegen Turn 4:1(1:0), Neutitschein gegen Kostens 8:4(8:2, Steinschönau gegen Kosten Jugend 10:0(7:0). Straußnitz gegen Tetschen 4:0 (2:0).-—.Ergebnisse nach Punkten: 1. Neutitschein(Radballmeister für Zweier» Mannschaften 1987) 18 Punkte, 2. Steinschönau 18, 8r ÄamSdorf 10,4. Kosten I 9, 6a. Strautznitz 8, 8b. Turn 8,.6. Rosendorf 8, 7a. Tetschen 2, 7b. Kosten Jugend 2 Punkte. Seite 4 Mittwoch, 1. September 1637 Nr. 205, Sowjetdampfer vor Algier torpediert Algier. Hier ist die Nachricht eingetrof- fe», das; der sowjetrufsische Danipfer„Dimitrij A s c w" bei der 60 Meilen östlich von Algier gelegene» Stadt Tigzirt torpediert wurde. iDc auö 26 RlLnnerir und 3 Frauen bestehende Besatzung deS Dampfers konnte von einem algerischen Schiss geborgen werden.. Vom spanischen Kriegsschauplatz Valencia. Daö Kommunique des Ministeriums für nationale Verteidigung teilt mit: N o r d f r o n t: Der Feind geht unter Einsetzung starker motorisierter Einheiten gegen die Straste von Puenta Nausa vor. Süds r o n t: Da der Feind Verstärkungen einsetzen konnte, nahmen wir unsere Truppen auf die Ausgangsstellungen zurück.' Süd front am Tajo: Die Rebellen versuchten bei Sisla und La casa de la lcgua vorzugehen, wuvden aber sofort zurückgeschlagen. Ostfront: Unsere Truppen haben ihr« Stellungen beseitigt. Der Kreis um Belchite schliestt sich immer enger.- Wir haben' zahlreiche Gefangene' gemacht. Feindliche Gegenangriffe hatten keinerlei'Erfolg. Frankreich läßt das Freiwilligen* verbot ablaufen London. Wie in diplomatischen Kreisen verlautet, hat der französtsche Charge d'Affaires den Außenminister Eden davon in Kenntnis gesetzt, das, di« Richtverlängerung des in nächster Zeit.ablaufenden fran»ö"schen Gesetzes über das Verbot der Entsendung von Freiwilligen nach Spanien keineswegs so verstanden werden dürfte, daß Frankreich beabsichtigte, in Zukunft■ den Grundsatz der Richtintervention nicht einzuhalten. Frankreich wird weiterhin in den spanischen Kämpfen strikte Neutralität beobachten. brutale Germanlslerungsmethoden In Danzig . Warschau. Die Danziger Polizei verhaftete vier Polen, die sich weigerten, ihr» Kinder in die deutsche Schule einfchreiben zu lasten. Se- natspräsident Greifer weigerte sich dreimal, die polnische» Mitglieder deS Danziger Parlaments, die in dieser Angelegenheit protestieren wollten, zu empfangen. Di« polnischen Abgeordnete» trachten daraufhin eine Rot««in, in der sie energischen ToneS die sofortige Sistierung der Maßnahme der Danziger Behörden fordern. Liquidierung des n Prasldent>Hoover"*Zwlschenfallt Nanking. Die chinesischen Behörden haben mit dem amerikanischen Chargö dÄsfaireS Verhandlungen Wer die Liquidierung des bedauernS- lvürdigen Vorfalles ausgenommen, dessen Opfer das amerikanische Schiff„President Hoover" wurde. Die chinesische Regierung hat. ihre» Botschafter in Washington aufgesordert, dem amerikanischen Staatsdepartement sein'Bedauern auszusprechen. Neue Terrorakte In Jerusalem Jerusalem. Im Laufe der letzten zwei Tage ist cS in Jerusalem wiederum zu zahlreichen Attentaten gekommen, und cs besteht die BHürch- tung, dast sich die terroristische Kampagne wiederholt.'Bei einem Angriff auf einen jüdischen Autobus wurden zwei Araber getötet. In den Feldern wurden die Leichen von zwei Juden gesunden.'An verschiedenen Orten ist es zu Schie- stercicn gekommen. Diese Vorfälle haben unter der Bevölkerung.große Unruhe hervorgerusen. Auch Kilo trägt eine Binde vor den Augen In weiser und tiefer Erkenntnis der Problematik aller Justiz haben die'Alten die Justitia frühzeitig, in jener Gestalt dargestellt, in der wir sie hentc'noch'kennen: In dcr Hand hält sie Waag« und Richtschivcrt,. vor. den- Augen hat sie eine Binde zuttr Zeichen dessen, daß sie. unbestechlich und durch nichts abgelcnkt für die Gerechtigkeit ivirkt.' Man kann cS bekanntlich auch anders lesen und die zweite Lesung hat sich sozusagen eingebürgert, besonders seit cs totalitäre Staaten gibt, macht man sich über die Blindheit der Notiz.seinen Reim. Die Mus« der Geschichte, Klio, trägt in. den klassischen und modernen Darstellungen keine Binde. Daß sie ni;dji ganz unbestechlich sei, wußte man eben immer.'Andererseits schätzte man' an ihr,. daß sie n i e in a I S ganz blinb ist und nach manchem Schwanken doch gerecht mit. Löb und.'.Tadel wertet, was sie gesehen und ausgezeichnet hat. Bo war es einmal. In jüngster Zeit freilich hat sich die Funktion KlioS geändert. ES wird Zeit, ihr eine Binde zu geben,, damit sie nicht sehen muß, was— andere in ihre ehernen Tafeln schreiben. Der totale, alles fressende Moloch des'Diktaturstaates hat auch die Geschichtsschreibung monopolisiert und totalisiert. Er schreibt sich.seine Geschichte sellist durch seine Organe, seine Journalisten, Professoren, Literaten,— Klio darf dabeisitzen und soll bester nicht Hinsehen!'.'> . Man weiß,' daß in D e u t s ch l a n d die Geschichte nur noch so geschildert.und gelehrt werden darf, wie.es der Auffassung des„Führers" entspricht.' Die Hierzehn Jahre"der Schmach haben als vierzehn, Fahre der Schmach, das Dritte Reich als das Zeitalter, der deutschen Freiheit zu. erscheinen und wehe dem Historiker, der es anders deuten, der. Uber irgendeinen Mann des Staates von Weimar ein gerechtes Urteil zu fälfen wagt? I Nicht anders ist cs iN Rußland. Der.Namen. Trotzkis,, des Schöpfers. der Roten Armee, des Siegers über Konterrevolution und Intervention, ist verpönt und aus allen. Büchern verbannt. Die Geschichte ist rückblickend gesehen ein einziger Anlauf der Menschheit zu'ihrem höchsten Exemplar, das den Namen Josef Wisarionowitsch Stalin führt. So halten es auch die Italien e r. Auch ihre Historiographie ist. auf den Ton des bekannten faschistischen Gebotes gestimmt: der Duc« hat immer rechtl Auch dann, wenn.er eine italienischem Niederlage leinen italienischen Sieg nennt/' '.Nicht ohne Ironie teilt die befreundete „Frankfurter Zeitung" mit, daß die. italienischen Blätter,':bte den Sieg bei Santander feierten, die' Feststellung machten:, die italienischen Soldaten —'„die besten Soldaten der Welt"— hätten seit 1611 schon„drei Kaiserreiche ,zer» stört": das türkische, das österreichische und das abessynische. Man wundert sich über die Bescheidenheit.. Warum.nicht auch das deutsche und das russische? Der Anteil, der. Italiener an der Zerstörung, der-Türkei war nicht größer als.ihr Anteil ander Zerstörung Rußlands. Der italienischen Siege wegen könnte Oesterreich heute noch stehen, genau so.wie. das'hühenzollernsche Kaisertum. Und warum greift man nicht weiter zurück? Das Reich Napoleons, das Reich der. Hohenstaufen, daS'Reich', des. Dschingis-Khan, das Reich AttilaS — warum Nicht auchmdas Reich der Cäsaren? Jn- sofetn-die: heutigen Italiener ja auch Nachkommen der. germanischen Stämme der Völkerwanderung sind, können sie: sich, ruhig darauf, berufen, auch das römische Reich zerstört z» haben. Sie find, wie man sieht, viel zu bescheiden und ahnen dix Möglichkeiten.einer totalitären Geschichtsschrei bung noch nicht. Bor allem aber ahnen sie-wohl kaum, daß noch j.e d e-r' C ä's ä r e n-W-a'h n e i>n R eich a'u f.-j e d« n-F a.l l'z e r» stört hat: das eigene. Der- Geist der Lüge mag di« erzenen Tafeln Klios schänden, er wird am Ende an sich selbst ersticken. , Die Sprache deS Achsenpartners. Die italienische. Zeitschrift„Bolandum" erscheint, offenbar auS Achsentreue, zweisprachig. Immerhin scheint daselbst die Sprache deS nördlichen Achsenpartners noch in südlichen". Kinderschuhen zu stecken, denn man liest: GeschuindikeitS Rekord. Am 11. April, das Flugzeug Breda SS, ivclchcS am 1- April den Weltrekord. der Geschurindigkeit auf 100 Kilometer gewann, hm sich im Flug erhoben, mit an bord Ingenieur Furio Niclot, um den Rekord der G e s ch u w i n d i g k e i t auf tausend Kilometer zu schlagen..."— Geschurindigkeit ist offenbar doch eine Hexerei, und man sollte auf die Übersetzung etwas mehr Wert legen, damit nicht solche Sachen pastieren,, wie in dem Aussatz: „Die Luftfahrt in den Werken und Worten des Duce", wo es heißt:„Als er zu.den Fliegern sprach, lag es ihm am Herzen, e i n enPunkt zu klären, d. h. er sagte:-ich spreche zu euch als Regierungschef und als Flieger, der geflogen ist und noch fliegen wir d". Das kommt von der Geschurindigkeit, mit der diese Ueber- setzungen hergestellt werden.- D-Zug Briiffcl—Köln verunglückt. Ein von Ostende kommender Zug entgleiste Dienstag gegen 8 Uhr in der Nähe der Station Saventhem. Hiebei wurde.ein Arbeiter getötet und 15 Passagiere verletzt. Das Unglück ereignete sich infolge dichten Nebels. Der Lokomotivführer'des Schnellzuges Brüffel-—Köln bemerkte plötzlich vor sich eine Rangierlokomotive und zog stofort die Bremsen an.'Er konnte dadurch den Zusammenstoß ganz erheblich mildern. Serie von Bootsunglückem Bei Mohacs kam der Kaufmann- Gabriel S e r g e I>> mit. einem Boote einem-fahrenden Donaudampfer nahe. Das Boot kippte-um und Sergely verschwand in den Fluten. Sein« beiden Mitfahrer retteten sich durch Schwimmen. In der Nähe der Unfallstelle befand sich auch der 18jährige Peter B al o g mit einem Boot, das in einem Wirbel umschlug, wobei Balog ertrank. An der gleichen Stelle ging außerdem auch daS Boot eines gewissen' Anton P.r o v a z- nik unter, der ebenfalls ertrank.—.Drei'Soldaten eines auf. der. Kanalinsel Gnernsey stationierten Regimentes werden seit Montag vermißt. Da man bei den Nachforschungen gleichzeitig feststellte, daß im Hafen, von Guernsey ein Ueines Motorboot verschwunden war: nimmt man an, daß die drei Vermißten gm Kanal wahrscheinlich Schiffbruch erlitten: haben., ' Der alpin« Wahn. In den Dolomiten' sind wieder zwei Wiener Touristen, der. 30jährige Ivan Kornfeld und der 88jährige. Ernst König ums Lebe» gekommen. Bei dem' Versuch vom Gipfel des GrohMänn abznsteigen, stürzten sie 200 Meter ties.ab unh erschlugen sich. Ihre Leichen wurden geborgen.■■■ KopftyphuS. In der Stadt Kiskun-Halas lUngarn) ist.eine Kopstyphüsepidemie ausgebrochen) der. bereits 80 Menschen'' zum Opfer gefallen sind.,' . Die SträflingSrevolte. in Anlanr. Wie'gemeldet, ist äni Freitag Abend.In. der Strafanstalt in Aniane eip SträslingSaufstand ausgebrochen, bei denem es zehn Sträflingen zu flüchten gelang. Binnen kurzem konnten-sechs von ihnen verhaftet werde», gegen.Abmd brach, jxdoch. eine neue Revolte aus. Trütz dcs sofortigen Eintreffens der Gendarmerie'konnten' weitere'»zehn' Sträflinge entkomm'eg. Bei'' dem Zusammenstoß mit der Gendarmerie wurden'.'zahlreiche Strafgefangene verletzt. Sonntag'-wurden' elf Flüchtlinge der Strafkolonie Aniane.verhaftet.' Die drei gefährlichsten Sträflinge','die als di« Organisatoren des Aufruhrs angesehen werden,'befinden sich noch in Die südböhmlschen Manöver Plsek. lieber die militärischen Schlußübun- gcn in Siidböhmen wurde folgender amtlicher Bericht ausgegeben: Dienstag um 4 Uhr früh ivurden die Feindseligkeiten der gegnerischen Parteien. eröffnet. Die Roten übernahmen ihrer Aufgabe gemäß die Initiative und gingen in der Hauptrichtung Su- sice—HoraZdovice—Blatnä zum Angriff über. Die Blauen, ioelche bisher nicht ihre ganzen Kräfte konzentriert haben, sind vorläufig- passiv und suchen Zeit zu gewinnen. Während die Umgruppierung der Einheiten planmäßig vor sich geht, gehen die Blauen vor dem Uebergewicht der Roten zurück und erlvartcn die Mehrzahl ihrer Kräfte im Gelände Chanivice—Kadov—Kasejo- vice. Der Kamps dauert an. An den Manövern nehmen auch die Schweizer Militärdelegation sowie die in Prag aktredi« ticrten Miiitärattachäs teil. Bon letzteren fehlen lediglich der d e u t s ch e und der polnische Militärattache. Dienstag vormittags traf am Sih der Manövorleitung in Blatnä in Begleitung des GeneralstabSchefö Krejöi auch der Borsitzende der Negierung Dr. Hodja ein, der vom Berteidi- gungsminister M a ch u i k und vom Handelsminister N a j in a n, von den anwesenden Parlamentariern und von der Generalität begrüßt wurde. Vorher hatte die Stadt Pisck dem- Verteidigungsminister Machnkk einen festlichen Empfang bereitet. Gijon; nächstes Ziel der italienischen NichtlnUpventlbn Nach der,Einnähmö von Mantgnder. haben'die> stÄWische'n-Tvliv^en den-ÄoEmdsch'aufHiiost aufgenoinmen-und diese einzige)grjißxreWtädt' Asturiens bercits mit Bambcngcschwndern an- gegriffen: Hier/sieht man- einen-Seil'des-HäfeM von SiMr Edvard Grleg Am 4. September jährt sich zum 30. Male der Todestag des berühmten norwegischen . Komponisten.,. Freiheit. Die Strafanstalt Aniane steht jetzt' unter dauernder Gcndarmeriebewachung. Mellons Millionen für arm« Kinder.• SBgdj der Beerdigung des amerikanischen Staatsmannes und Multimillionärs Andrew-Mellon sand die Testamentseräffnuiig- statt. Mellon-hinterläßt, sein ganzes Vermögen,-- dessen Höhe aber nicht mitgeteilt wird,' mit-Ausnahme eines Betrags von 180.000 Dollar, die seinen Angestellten-zufallen, der von- ihm gegründeten-Organisation zur Erziehung armer Kinder. Dadurch kommt-die StaatSkaffa um eine-hohe Erbschaftssteuer. Das Schatzamt schnüffelt aber'trotzdem, den letzten Willen Mellons sorgfältig durch: um festzüstesten, ob er keine Unrichtigkeiten enthalte und die Fiskalhyänen nicht etwas zu rauben finden.' Reger Louis bleibt Weltmeister. In dem. im Aanee-Stadion in der Nacht zum Dienstag auS- getragenen Schwergewichts-Boxkampf siegte der bisherige Weltmeister, der Neger Joe Louis: über seinen Herausforderer, den Engländer. Tommy Farr, nach. Punkten in 15 Runden. Weltmeister bleibt also weiter Joe LouiS.., . Eine wahnstnnige Lokomotive. Der ganze Eisenbahnverkehr in der'Gegend von Hudikrvall in Schweden ist vor einigen Tage»'zwei Stunden lang' stillgelegt worden, weil sich zu' dieser Zeit' eine, wahn« sinnige Lokomotive unter Volldampf auf den Gleis«» bewegte. Sie raste, von den Streckenwärtern zum. Glück jedesmal rechtzeitig angekündigt, durch die» Bahnhöfe, wendete auf freier Strecke, kam.hurüa Und benahm sich überhaupt völlig»»fahrplanmäßig. Endlich hielt, sie, und. lochend stieg der Lokomotivführer ab und erzählte jedem, der es hören wollte, wie schön eine solche unvorschriftsmäßige Promenade sei.' Man bemerkte, daß er Schaum vor dun Munde hatte und stellte sehr schnell fest,' daß er wahnsinnig geworden war. Wie durch ein Wunder Ist kein Unfall geschehen. Wo die Millionen'nicht'mehr helfe«.' Der ehemalige Finanzminister Andrew. Mel l o'n', einer der reichsten Leute der'Welt, Ist Donnerstag abends in Southampton im Staate.'New Nork- gestorben. —'Der englische Gelehrte Lord' Lionel Walter Rothschild ist Freitag im Alter von 66 Jahren in London gestorben.' Dank an Piftyan- Dieser. Tage meldete sich: im Pistyan-Büro in Kopenhagen ein Herr, der dort, den Betrag von Xi 88.000.— bar erlegte,- mit dem Bemerken, daß dieser Betrag nach Piftyan überwiesen, wird, wo er dem Roten Kreuz und-der^Jugendfürsorge zur Verfügung gestellt werden soll. Der Spender, der. unbenannt bleiben will, erklärte,'diesen Betrag Piftyan für di« erfolgte. Heilung,-schuldig zu .sein.v..;■/' Die Entwicklung deS Wetter» wird'sich In. den nächsten Tagen-ziemlich unsicher gestalten. Die Temperaturen werden jedoch leicht über deut Normale verbleiben. Wahrscheinliches Wetter Mittwoch:. Im.' ganzen noch heiter, untertags jedoch Zunahme'der Bewölkung, vereinzelte Getollter.nicht ausgeschlossen, mäßig warm, Nord« bis Nordoftwind. WctterauS- sichtcn für Donnerstag:,Weitere Zunahme der Bewölkung. und der: Gewitterneigung,' Temperatüre» wenig verändert.-- Vom Rundfunk --. tapfehlMiwartei aus den Prosrammeai. .: Donnerstag:.. Prag, Sender I:- 10:08: Deutsche Presse, 10,80: Lieder f aus Tonfilmc», 12.10: Schallplattenkonzert: Kälmän, Joh. Strauß,. Sukete:, 14: Deut» sche Sendung: Guttniann: NeueRichtlinie», für den, Bau von Rundfunkcnipfäuge'rn.-16,10: Schallplattenkonzert. 16.80: Dvorak: Scxtctt>A-Dur, 17.48: Deutsch« Sendung: Das Leipacr Land, Hörfolge, 18.48: Deutsche"Presse'j 18.88: Aus dem deutschen Kulturleben,— Prag, Sender II: 18: Operette»« gesänge,-18.18:. Deutsche Sendung:, Walter: Kunst und Kitsch, 18.80: Schallplatten,'.— Brünn 17.40: D«»tsch,-Arbeit«rsendungr Arbeitsmarkt, Dr. Mar» bürg: Raffenprobteme, 18,18: Englifchc. Tanzmusik. — Preßburg 14.20: Opxrnarien, 22.88: Tanzmusik. — Kascha» 12.08:'Schallplattenkonzert:Möhr.» Oftran'517^88:,-UMmM /18.1W. DesttsMSenst dung: Dr. MichalitsAkvi-lseber' neue Bücher,.' «r. 205 Mittwoch, 1. September 1037 Seit« 5 heben sind. Um in all diesen Fragen ein Einver« Nehmen aller Revier«.und ein taktisch richtiges Vorgehen zu erzielen,'soll demnächst eine Berg« avbeiter-RcichSkonferenz einberufen werden. Diese wichtigen Fragen stehen heute zur Diskussion;'um sie einer erfolgreichen Erledigung zuzuführen, müssen wir alles daransetzen, um unsere Union zu stärken. Nach dem mit lebhaftem Beifall aufgenom« menen Referat sprachen in der Debatte zahlreiche Redner, auf deren Ausführungen der Redner in feinem Schlußwort näher«inging. Der BerlandSobnmnn Zinner faßte bann daS Ergebnis der Konferenz in dm Vorschlag zusammen, die Einberufung einer Berg- arbeiter-ReichSkonferen» vorzubereiten und eine Revision der Lohnverträge anzustreben. Die Revierkonfercnz stimmte diesem Vorschlag einstimmig zu. Zinner verwies nach der Beschlußfassung in einer längeren Schlußansprache nochmals auf die Wichtigkeit der auf der Konferenz verhandelten Fragen und auf die Notwendigkeit ihrer Verwirklichung. Er hob dabei das bisherige erfolgreiche Wirken der Union der Bergarbeiter hervor, das es nun mit neuer Kraft fortzusehen gilt. Dazu ist eine straffe Disziplin aller Unionsmitglieder, die entschiedene Bekämpfung aller schädlichen Teilaktionen der Gegner und die weitere Stärkung unserer Kanrpfgewerkschast notwendig. Seine an« feuernden Worte wurden mit lebhaftem Beifall quittiert. Die einmütig verlaufene Revierkonferenz wurde nach fünfstündiger Dauer beendet. ViMmekekaA mut Somlpolttifc Nsrdwestböhmische Bergarbeiterkonferenz Die Revlsloii des Lohnvertrases gefordert Am Sonntag fand in Dux«ine große Re- blerkonfereiiz der ersten Vertrauensmänner und Funktionäre der Union der Bergarbeiter in Nord- westböhmen statt. Die Konferenz, an■ der 152 Delegierte der Gruben teilgenommen haben, hatte die Aufgabe, Stellung zu nehmen zu allen aktuellen Bergärbeiterfragen des Reviers,'insbesondere zur Wirtschästslasie, zum ArbtitS« und LeistUngS- problem sowie zur Lohnfrage. Ueber diese wichtigen'Frageu erstattete- Zentralsekretär Haase ein ausführliches,Referat, an das sich»ine-mehrstündig, Debatte anschloß.- Die Revierkonferenz wurde vom BerbandS- öbmastir Zinner-eröffnet Zinner verwies in feinen einleitenden Worten vor allem darauf, daß es die Aufgabe der Konferenz sei, sich mit'der praktischen Durchführung der-Beschlüsse des letzten Unionstages zu befassen und nebst den wirtschaftlichen auch die organisatorischen und taktischen Fragen zu erörtern. Alle diese Fragen sind für die Bergarbeiter von lebenswichtiger Bedeutung. Zentralsekretär Haase schilderte in mehr als «instündigen Ausführungen, die er durch ein« Reihe interessanter Ziffern ergänzte, die derzeitige Lage im tschechoslowockischen Bergbau und besonders im nordwestböhmifchen Braunkohlenrebier. Seit dem Brüxer UnionStag hat sich die Kohlenwirtschaft in aufsteigender Linie entwickelt, jedoch nicht in einem Grade, daß die Bergarbeiter befriedigt sein könnten. ES bleibt noch viel zu wünschen übrig. Im Braunkohlenbergbau bleibt die Entwicklung hinter jener in den Steinkohlenrevieren zurück. Der Referent zieht nun an der Hand der ProduktionSzisfern des Jahres 1030 und des ersten Halbjahres 1037 einen Vergleich zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des nordwestböhmischen BraunkohlenreviereS mit dem Ostrauer Steinkohlenrevier und stellt fest, daß die Kohlenproduktion, die Zahl der verfahrenen Schichten, der Kohlenverbrauch im Jnlande und die Kohlenausfuhr im letzten Jahre zwar gestiegen, jedoch noch beträchtlich hinter dem Jahre 1020 zurückbleiben. Besonders im Braunkohlenbergbau ist nöch sehr viel nachzuholen und die Bergarbeiter sind mit Recht unzufrieden. Im Steinkohlenbergbau ist«ine wesentlich bessere Situation vorhanden. Der Absatz an Steinkohle hat in den ersten fünf Monaten..dieses. Jahres bereits 94 Prozent der Absatzes der gleichen Zeit des Jahres 1020 erreicht»! der Absatz in Nordwestböhmen hingegen erst etwa 71 Prozent. Die Steinkohlenausfuhr hat stark zugenommen, während die Braunkohlenausfuhr durch den Kohlenaustauschvertrag mit Deutschland und einem ähnlichen Abkommen mit Oesterreich/ auf ein bestimmtes Quantum beschränkt bleibt. Tie Löhne der Bergarbeiter sind seit 1020 sowohl in Nordwestböhmen als auch im Ostrauer Revier im wesentlichen unverändert geblieben. Die Leistung ist jedoch in allen Revieren bedeutend gestiegen. Ein neues Problem bildet das Kohlensottenproblem, das sich in der Deponierung von Grobkohle und in der- starken Nachfrage imch Feinkohlen äußert. Ein weiteres Problem, das bei uns leider nicht aus dem theoretischen Stadium herauskommt, ist die Weiterverarbeitung und Verflüssigung der Kahle, das Präsident Doktor BeneS anläßlich seines kürzlichen Aufenthaltes im Ostrauer Revier als ein erstrangiges Problem bezeichnet hat. Man könne daher auf baldige praktische. Ergebnisse auf diesem Gebiete hoffen. Die Braunkohle muß für sich auch dar Recht einer größeren. Berücksichtigung bei den Lieferungen für die Staatsbahnen in Anspruch nehmen. In dieser Richtung hat die Union der Bergarbeiter bereits einsge Male, erfolgreiche Schritte unternommen. Wir sind ferner auch dafür eingetreten, daß den Eisenbahnern, so wie es früher geschehen ist, wiederum Deputatkotzle aus den Braunkohlenrevieren verabfolgt wird., Die Tatsache, daß die Staatsgruben in Nordwestböhmen mit 27 Prozent ckn den Lieferungen-für die Bahnen beteiligt und, obzwar sie nur 14 Prozent von der Gesamtkohlen« Nseng« deS Reviers fördern, ruft unter den Bergarbeitern berechtigten Unwillen.hervor. Redner kommt.hierauf auf die Ungleichheit in der Beschäftigung, der Grüben und. auf den Arbeitsplatz zu sprechen.undbegründet die alte Forderung der Union-der-Bergarbeiter nach Errichtung von. Mait erhält«fr KC 100 Reichsmark. 003.— Markmünzen.., 780,— 100 österreichisch« Schilling.. 520.50 100 rumänische Lei...«.. 16.60 100 polnisch, Zloty. U>.. 513.50 100 ungarische Pengö’, 548.50 100'.Schweizer Franken..... 655.50 100.'französisch^ FraneS.,. 107.10 !1 englisches Pfund,.>. 142.— 1 ämerikgnischer Dtzllar.-> 28.50 100-itaNrnisch« Lire,.,.. ,132.40 100 holländisch« Gulden. L577.— 100 jugoslawisch« Dinar«-»..' 61.02, IM Belga«.<.-..., 482.50 100däii!'che Kranen,,..’i.- 635—- 100 schwedische Krpn'en.'S,.'» 733.--- ZWangSsyndikaten im Bergbau. Nur durch diese Syndikate könne Ordnung in die Beschäftigung der Gruben gebracht werden. Den Bestrebungen der Grubenbesitzer nach Vornahme von Massenentlassungen gegenüber habe sich die„Prager Vereinbarung" als ein großer Schutz erwiesen. Hingegen sind Streiks und Teilaktionen gegen Entlassungen unwirksam. Davor niüssc man im Interesse der Bergavbeiter ivarnen. Für die kommeirden Verhandlungen mit den Unternehmern ist die Disziplin der Unionsmitglieder sehr wichtig. Teilaktionen, von wem immer sie kommen Mögen, sind abzulehnen, da die Kommnnisten-die Einheit Nicht wollen, wie das ablehnende Schreiben des sowjetrussischen Vcrgarbciterverbandes an die Bergavbeiter-Jnternationale klar beweist. Die Entwicklung der Lebenshaltung werde von der Union ständig verfolgt und bildete bereits den Gegenstand von Beratungen zwischen den koalierten Bergarbeiterverbänden. Es sind auch Erhebungen eingeleitet worden zwecks Feststellung, welchen Einfluß die technische Entwicklung auf die Lohnbildung genommen hat und welche besonderen Forderungen in den einzelnen Revieren bezüglich einer Revision der Lohnverträge zu ec- Vor Beginn der Prager Messe An der diesjährigen Prager Herbstmesse, welche bereits diesen Freitag im Messepalast er- öffnet wird, werden sich 2819 Firmen beteiligen. Das Ausland ist mit löü Ausstellern vertreten. Die diesjährige Herbstmesse wird der Firmenzahl nach nur von der Herbstmesse 1984 übertroffen, während sie f I ä ch c n m ä- ß i g die größte Veranstaltung seit 1929 ist. Die stärkere Zunahme der Fläche ist darauf zurückzu« führen, daß im Laufe der letzten Jahre Aussteller vor allem Kleinerzeuger oder Zwischenhändler in Wegfall gekommen sind, an deren Stelle große Unternehmungen traten, die größere Stände beanspruchen. Im allgemeinen hat sich die Exporttendenz weiter verstärkt.. . Andauerndes Interesse Amerikas für tschechoslowakische Konfektion. Nachdem die Verdrängung der reichsdeutschen Konfektion vom amerikanischen Absatzgebiet nahezu vollständig ist, hält das Interesse der'amerikanischen Importeur« weiter an und die Proßnitzer Industrie hat in den ersten sechs Monaten d. I. eine Reihe weiterer großer Bestellungen aus den USA hercinbekom- men. Es steht fest, daß die Konfektion im Export nach den USA auch Heuer wieder an erster Stelle stehen wird.(MsiD) Starke Zunahme der automatisierten Webstühle. Rach der Webstuhlstatistik der International Federation of Master Cotton Spinners and ManufactureS Association hat sich jbie Zahl der automatisierten Webstühle in der Tschechoslowakei von 1476 Ende 1980 auf 1930 Ende 1986 erhöht. DI« HandschnhauSfnhr nach England. Im Juli führte die Tschechoslowakei für 53.462 englische Pfund Handschuh« nach England aus. Mengenmäßig betrug die Ausfuhr 80.947 Dutzend Paar. Während sich ein« kleine Steigerung des Ausfuhrwertes ergibt, ist eine geringe Berminde- ruug der Ausfuhrmenge zu verzeichnen. Der Verkauf von Kraftwagen. Vom Jänner bis Juni 1937 wurden 8169 Personen- und Lastkraftwagen abgeseht gegen 6628 in der gleichen BorjahrSzeit.- Die Absatzsteigerung beträgt demnach 23.6 Prozent. Ein ne«r Hochofen in Betrieb genommen'. Die Prager Eisenindustrie A.-G. wird im September in ihren KönigShofer Werken einen dritten Hochofen' in Betrieb Nehmen.' Es arbeiten außerdem drei Hochöfen in Kladno und bereits zwei in, KönigShof,,, Der GlaSrxport nach USA. Im',ersten Halbjahr- 1937■• konnten nms dem Bereinigten, Staaten von Nordamerika für'62.7- Millionen Kronen Glas und Glaswaren, ausgeführt werden. Gegenübern dem Vorjahre, in dem der wertmäßige Glaswarenexpprt nur 36.2 Millionen Kronen betrug, ergibt sich demnach eine Erhöhung von 26.5 Millionen Krönen. - Höchste HutauSfuhr seit 1932.Voml. Jänner bis 81. Mai wurden 2,889.911 Hüt«, für 41,558.000-KC. ausgeführt, gegen 2,766 878 Stück für 37,578,900«L iw der gleichen-Kot»- jahrszeit. Eine Rekordhöhe erreichte die Hutaus- fuhr im Mai d. I., ist', dem' 668.188, Hüte' für 11,508,000 HL exportiert' itoutbin, gegen 595.650Stück für 9,726.000 M im Mai 1936:, Di« HutauSfuhr in-den erstenSiNf Monaten d. I. ist die-höchste-feit sieben Jahren.(®51S)'■ Verhandlungen Uber den' : tediedioslowakledi-amerlkanlsdien ;.? Handelsvertrag'', Am Dienstag veröffentlichte das. Staatsdepartement in Washington eine Kundmachung: derzüfolge die Bereinigten. Staaten beabsichtigen, mit der Tschechoslowakei in Verhandlungen.über den Abschluß eines Handelsvertrages einzutreten. Der Kundmachung ist ein Verzeichnis der von der Tschechoslowakei geltendgemachten Forderungen angeschlossen. Die amerikanische Regierung hat unseren Behörden bereits die Verzeichnisse der Waren eingereicht, bei denen sie Ansprüche zu erheben beabsichtigt. In den allernächsten Tagen werden genau« Spezifikationen erwartet, worauf die vorbereitenden Beratungen über die entsprechenden Forderungen eingeleitet werden. Die strukturelle Arbeitslosigkeit in England Dem„Manchester Guardian" zufolge werden gegenwärtig in England 1,379.000 Arbeitslose gezählt, waS gegenüber dem Vorjahre eine Verminderung um 20 Prozent bedeutet. Der gegenwärtige Arbeitslosenstand in England werde sich kaum mehr verringern.— Die englischen Zählungen sind angesichts der dort bestehenden Arbeitslosenversicherung als vollkommen genau und verläßlich anzusehen. Bei der ausgewiesenen .ungeheueren Arbeitslosenzahl ist nicht daran zu vergessen, daß-die Zahl derSeschäftigten jetzt weit höher ist als sie im letzten Konjunkturjahr war. Daraus lassen sich' di« furchtbaren Folgen der neuen ArbeitS- und Produktionsmethoden ermessen. ES wird aber auch deutlich, daß selbst eine so große Produktionssteigerung, wie sie England derzeit mitmacht, nicht genügt, um allein di« Arbeitslosigkeit zu beseitigest. Das Schicksal Ossietzkys Die Liga für Menschenrechte gibt ein« Darstellung des kürzlich- besprochenen Interviews aus, das Carl von Ossietzky einigen Auslandsjournalisten gegeben hat, und bei dem«S sich um ein« raffinierte Propagandamache handelte. Wir entnehmen der Darstellung der Liga für Menschenrechte folgendes: WaS aber waren die Absichren der Propaganda« Ministeriums, dar jener Unterredung mit aller Wucht seiner Propagandamaschine eine riesenhafte Auslandspublizität gegeben hat? Den Answß gaben einerseits alarmierende Veröffentlichungen in der Presse des Auslandes,- andererseits dringliche Anfragen ausländischer diplomatischer Persönlichkeiten. Hie deutschen Behörden wollten nun, entgegen der wirklichen Situation im Ausland den Eindruck er, wecken, alS sei.der Träger Les Friedensnobelpreises gesundheitlich auf dem Wege zur Besserung. Tatsäch- lich'M sein. Befinden im Augenblick, kritischer al» je. Die' schw'ere Lungentuberkulose, die--er- sich in dreieinhalb Jahren-langer Konzentrationslagerhast bei. der, Moorarbeit.zugezogen Höf,-hat bedenklicherweise den Kehlkopf ergriffen. DaS Berliner Klsma-verdoppelt-in dieser Krankheitslage die- Gefahren. Im Schweizer Alpepklima könnt« dem Leiden- Einhalt gebptvg werden: aber die nationalsozialistischen Behörden.widersetzen-sich aufs energischeste dieser für Ossietzky lebenswichtigen Reis«. l i^'-Würhen-diese Tatsachen in ihrer Brutalität be- kanhf^s» müßte-da» Reich unangenehme Rückwir- kuggen auf die pazifistischen Kresse deS Auslände» befürchten. Deshalb verbreitet!«S/M. Ausland, er« -steytzz-.fei-Ossietzky-jetzt völlig- frei und zweitens be» fiUdeker-.stch.auf: dem Wege zur gesundheitlichen Pes« serung.-. Bei< dem genannten Interview.--- mußte OffWys,gerade.seine angebliche. Freiheit ausdrücklich betonen, obschon ein.hoher Beamter der Geheimes-Staatspolizei offiziell das Gespräch-überwacht«. Dieser Beamte sowie auch der Arzt'-mußten,'ferner den-Journalisten erllären, einer Erholungsreise Ossietzky», in die Schweiz stünde nicht» im Wege. .> Die Irreführung des Auslandes durch die köm- mästdiertenInterviews bezweckt,. Ossietzky selbst als Shirley Temple in dem Ulm »Der blinde Passagier", freien Staatsbürger auftreten zu lassen, der sich von feinen Krankheiten behaglich erholt. Die Beamten des Dd. Goebbels haben ihm sogar die Erklärung gestattet, er sei auch heute noch Pazifist wie eh und je. Man weiß, wie aufrichtig Ossietzky an feiner Ueberzeugung festhält,— aber daß er es im Dritten Reich ungestraft sagen durfte, da» ja bekanntlich Pazifismus bekämpft und verfolgt,— das war ein Zugeständnis an das Ausland, das von der völligen „Freiheit" Ossietzky» überzeugt werden soll. Die Tatsachen sind, daß der Träger des Friedensnobelpreises mit allen Mitteln, polizeilichen und raffinierten anderer Art, in dem Sanatorium in Niederschönhausen bei Berlin gefangen gehalten und auf unauftällige Art scharf bewacht wird; daß seine Krankheit sich täglich verschlimmert,' daß sich bei diesem Zustand die Möglichkeit, sein Leben zu retten, immer mehr verringert. Und daß dl« am nächsten liegende Möglichkeit, die Kur in der Schweiz, bewußt und planmäßig von den Behörden Hintertrieben wird. Wer wird Rew-Vorker Bürgermeister? (AP.) Gegen den gegenwärtigen Bürgermeister La Guardia, der den Kampf gegen di« Tammany Hall und ihre Cliquenwirtschaft auf seine Fahnen geschrieben hatte und in der letzten Zeit durch seine Angriffe auf den Nationalsozialismus viel von sich reden machte, ist die Tammany Hall auf der Suche nach einem Partner. Äcr Deutsch-Amerikaner Senator Wagner sagte ab. Darauf wandte man sich an Senator Copc- land, der eine gewisse Popularität besitzt. In-der Demokratischen Partei gibt es aber auch nicht wenige Gegner von Tammany Hall, insbesondere in den New-Vorker Außenbezirken. Diese nominieren den Kommissär für die New-Aorker Weltausstellung von 1989, Groven W h a l e n. In den Streit hat aber auch Roosevelt eingegrissen, der sich gleichfalls dagegen wendet, daß Tammany Hall wieder einen Kandidaten stellt. Er tritt für einen seiner persönlichen Anhänger, Jeremiäh M a h o n e y,«in. Die Tammany Hall fetzt sich dagegen zur Wehr, und Copeland sprach sich in erregtem To.ne gegen diese Einmischung des Präsidenten' aus, der dadurch die demokratischen Prinzipien verletze. Die kommenden Wahlen in Uruguay (AP.)-Anfang 1938 werden in Uruguay die Präsidentschafts-, Senats-, Abgeordnetenhaus- und Gemeindewahlen staüfinden. Es wird sich dabei darum handeln, ob die Negierung Terra, die 1983 durch einen Staatsstreich ans Ruder kam und einen gewissen Rechtskurs steuerte, der wachsenden demokratischen Opposition erliegen oder an der Macht bleiben wird. Unter dem Regime Terra wuchs der Einfluß des ausländischen Kapitals, das zu den alten Konzessionen. -(Eisenbahnen, Straßenbahnen von Montevideo etc) neue hinzugewann, stieg aber auch der politische, Einfluß Italiens, dessen Gesandter die Innenpolitik wiederholt beeinflußte und Japans, das gleichzeitig zum Schaden der einheimischem Industrie ein starkes Dumping durchführte. Auf persönliche Intervention Hitlers»vermochte im übrigen ein deutsches Konsortium unter, für Uruguay ungünstigen Bedingungen! einen Auftrag -in Höhe von 45 Millionen Pesos,für den Bau. staatlicher Elektrizitätswerke zu erlangen... Der Führer der Regierungspartei, die sich trotz ihrer Abhängigkeit vom Ausland Nationalpartci nennt,, ist Luis Herrera, der einen scharfen Kampf, gegen, die demokratische, auf nationale Unabhängigkeit, und Brechung der Macht der unumschränkt Herr« schenden Großgrundbesitzer drängende Opposition führt. Da/ein Teil der eingeschüchterten Opposition für Wahlenthaltung eintritt, ist'es fraglich, ob sich die'OpPösttion auf einen Gegenkandidaten gegen Terra einigen kaNn. Sette« „Sozialdemokrat" M'.l.'woch, 1. Scptemiet 1937. Nr. 205 VollsgenieinschastllcheS. Am Montan gegen halb ein Uhr mittags erschien ein alter Arbeiter in der Volk-notküche des Bundes der Deutschen, Tynska Nr. 17, und mußte etwa eine halbe Stunde auf Be- dtenung warten. Aus Ersparnisrücksichten hat der Bund für das ganze, stets überfüllte Lokal eine ein» zi Rücken festgestellt wurde. Erwacht, konnte der Mann noch immer keine Darstellung der Vorfalles geben, er will— wie er zugibt, in angetrunkenem Zustand— mit einigen, Freunden ein Gasthaus auf der Flora ausgesucht haben und nachher aus dein Wolschaner Friedhof weibliche Hilferufe virnommen haben, denen er nachgegangen sei. Kaum fei er jedoch in die Nähe der Friedhöfe» gekommen, als ihn ein Unbekannter von hinten niedergestochen.habe. Hierauf, fiel er wieder in Bewußt-' losigkeit, so daß der Fall bisher nicht geklärt werde» konnte.. Auto gegen Straßenbahn. Gestern mittags stieß in der Rumburger Straße in Kobyli» das schwere Lastauto des'.48jährigen Wagenlenkers Franz-Mach aus Ehabry mit einem in entgegengesetzter. Richtung fahrenden Straßenbahnwagen der 14er-Linie zusammen. Beide Fahrzeuge wurden stark beschädigt und zur Weitersahrt untauglich gemacht, im Straßen- bahnwagen jedoch niemand verletzt; der Chauffeur, ter aü» dem Auto geschleudert wurde, erlitt Wunden am Kops und im Gesicht, der neben ihm sitzende 82jährige Wirt JaroSlauS F o u s e k aus Zdib ebenfalls mehrere Fleischwunden. Beide wurden ins Krankenhaus auf der Bulovka gebracht. ' Die täglichen ArbettSunfälle. Der 48jährige Arbeiter Franz Soukup fiel vorgestern abends, als er nach der Arbeit an einem Neubau in Hollefcho- witz sich umziehen gehen wollte, in der Finsternis in eint notdürftig zngedeckte Grübe und wurde mit mehreren Nippenbrüchen und einer Gehirnerschütterung auf die Klinik Jiräsek gebracht.— Dem Arbeiter Franz Nemeäek aus Wrfchowitz siel wahrend der Arbeit in der Englischen Gaste in Prag XII' ein Brett auf den Kopf und verursachte ihm eine tiefe Rißwunde uzid eine Gehirnerschütterung. Er wurde ins allgemeine Krankenhaus gebracht.— Gestern vormittags wurden auf dem Wrschowiher Lastbahnhof einige Waggon? mit Koks verschoben, wobei der 47jährige Eisenbahnangestellte Franz Brosfek aus Chodau von einem Waggon zu Boden geschleudert wurde. Er wurde mit einem Bruch der Rückgrat? auf die Klinik Jiräsek gebracht. lümst und Wteacn „Entartete Kunst". Seit über zehn Jahren hängt in-dem aus dem 18. Jahrhundert stammenden gotischen Dom der Hl. Cäeilia der mecklenburgischen Stadt G ü.st r o w eine Plastik Ern st Barlachs als Ehrenmal für die Gefallenen des Weltkrieges. Die Plastik stellt einen schwebenden Engel dar; Jetzt ist, wie er heißt, von den„zuständigen Stellen" hie, sofortige Abnähme der Plastik beschlossen' worden. Bim Kulturbundtheater Berlin. Der Spielplan des Berliner. Jüdischen Knkturbundtheater» für die Saison 1887/88 sieht vor: Im Schauspiel Üeiwik? „Golem" in her liebersetzung von Leo Hirsch,. Shakespeares„Biel Lärm-um nicht?" mit der'Musik von Korngold,. Schnitzlers„Fräulein Else",- Shaws „Captain Braßbounds Bekehrung", Schalem Älej- chem?„Schab"'und Hebbels.„Herodes und Marianne"; in der Oper Pueeinis„La Bohöme", Adam»„Wenn ich König wäre", Verdis„Rigolekto" und Offenbachs„Schöne Helena"., Georg Szell als Opernlllretto-Nebersetzer. Die deutsche Uebersetzung von Oströil» Oper„Hansens K ö'n i g r e i ch". die unter der Mnsjklei- tnng Zwejg» zur Aufführung-am Prager Deutschen Theater vorbereitet wird,> stammt von Heinz Pollitzer In Gemeinschaft mit dem früheren Prager Kapellmeister Georg Szell.. Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theater». Sonntag,, halb 8: Die Fledermaus, Abonnement aufgehoben.— Montag: Geschlossen.— Dienstag halb.8: Carmen, neuinszeniert, Ä 1.— Mittwoch halb 8: Der Außenseiter, Uraufführung, B 2,— Donnerstag halb 8: FieSko, einmaliges Gastspiel Ernst Deutsch, C 2. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. SamStag 8 Uhr: Man kann nie wissen.— Sonntag 8i4:Ein idealer Gatte.— Montag: Beschlossen.— Dienstag 8: Nina, volkstümliche Vorstellung.— Mittwoch 8 Uhr: Ein Kuß und sonst gar nichts, volkstümliche Vorstellung,— Donnerstag 8 Uhr: Bei Kerzenlicht. Erstaufführung.,.-, Verlanget überall Volkszünder Im Zeichen-der Zusammenarbeit der Prager sozialistischen Organisationen! Vortrag des Genossen Dr. B i e n st o ck: Sturm Uber Ostaslen Mittwoch, den 8. September, im großen Saale des Deutschen Handwerkervereines, SmeAy 22, Beginn 20> Uhr. Die Kämpfe in China haben erneut da? Interesse Unserer Mitglieder für die ostasiatischen Probleme wachgerufen. Genosse Dr. Bienstock ist ein ausgezeichneter KenNer der fernöstlichen Ver« hältnisse. Wir laden alle Mitglieder und Freunde der Bewegung zum Besuche des Vortrages ein.- Deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei, Prag. Allgemeiner Angestrllten-Berbnnd, Prag.- . Sozialistische Jugend, Prag. Der Dim „Karl Htznek Mächa." In einer Pressevorfüh- rung wurde der denmächst in Prag anlaufende, in den Prager AB-Atelier» gedrehte Kulturfilm.Karl Htznek Mächa" gezeigt, der das Leben des tschechischen Dichter? filmisch gestaltet. Die Schwierigkeit dieser Art von Filmen ist immer wieder, daß der Zuschauer seine aus der Lektüre geschöpfte Vorstellung berühmter historischer Persönlichkeiten mit der Darstellung kotifrontitrt und enttäuscht ist. In dem Film-wird versucht, die Begleitmusik teilweise durch einen Tprechchor zu ersetze», der Stellen aus MächaS berühmtem Gedicht„Mai" rezitiert, ein Versuch, den man nicht ohneweiteres als geglückt bezeichnen kann. Im übrigen vermißt man in dem Film Stinimung und'.Zauber de» herrlichen Gedichtes. Er ist zu sehr Atelierarbeit und bannt eine versäumte Gelegenheit, Menschen und Landschaft im Geiste der Lyrik MächaS Weltstadt Schanghai Ein Blick auf die sechstgrößte Stadt- der Welt. Im Vordergrund die Gardenbrücke über den Sutschau-Fluß...S.ie verbindet Pie große Uferstraße-Schanghais, den Bund, mit dein Broadway. Rechts ,liegen die internationalen Niedpriassungen. 2m Hintergründe eines der riesigen '>.. Geschäftshäuser,.. WA Hl*-.-1' ml IW ■ Mgk'k A.| zu verlebendigen. Unter der Regie Zet Mo lag gelingt den Hauptdarstellern— Bohä ö-Mächa und Oliöovä— nur stellenweise, das-erschütternde Schicksal des früh' vollendeten Dichter» auch erschütternd zu gestalten. jk. Der»linde Pastagier. Ueber SHIrletz.T e m p l e ist nichts Neue» zu berichten. Sie entwickelt sich, wenn Überhaupt, dann nicht zum Besseren. In diesem Film sieht man-sie-zur Abwechslung in China, al» elternlose» Kind, da» ein reicher Mann mit sich auf ein große» Schiff nimmt, wo Shirley selbswer- ständlich der Liehling aller und— wie fast immer — am Ende zur Ehestisterin' wird. Er ist nicht recht einzusehen, warum immer wieder neue Shir» ley-Temple-Fllme hergestellt werden, da sie doch immer nur die alten sind.— Bet dieser Gelegenheit sei noch, ein anderer Hollywood-Film erwähnt, der „Flugzeug ohne Piloten" heißt und eine Stewardeß zeigt, die im kritischen Augenblick heldenhaft die Führung de» Aeroplan» übernimmt, wa» im Zeitalter der verschollenen und überlebenden Ozean- Fliegerinnen garnicht» Sensationelle» ist.—et»— JCitidec* freunde Kinderfreunde, Ortsgruppe Prag. Donner»tag, den 2. September, im Parteiheim um 8 Uhr wichtige Ausschuß-Sitzung, vorher um halb 8 Uhr Hel« ferbesprechung. 8pHrt-8pLet-Xvrperpfkege Oie Geschichte des Hochsprunges Erstaunlich sind die athletischen Leistungen, die dem Hochsprung gelten. Vor einigen Tagen hat bekanntlich die Weltbestleistung eine weitere Verbesserung erfahren, und. e» ist interessant, den Kampf um da»„Höher" der sporttreibenden Menschheit gerade in dieser Disziplin zu verfolgen. Der erste Hochsprungweltrekord stammt au? dem Jahre 1888 und wurde vom Engländer Little Mit 1.76 Meter aufgestellt. Bi» 1888 waren e» die Engländer, dje diese Disziplin beherrschten; Parson», der letzte der Reihe, kam auf 1.84 Meter. Dann folgte der Amerikaner Page, welcher 1888 den Rekord auf 1.80 Meter brachte und genau zwei Jahre dauerte es, bis England die Weltbestleistung zurückholen konnte: Rowdon sprang 1.88 Meter. Der erste Leichtäthlet, der die Technik de» Hochspringe«» radikal änderte und dabei die Zwei-Meter-Marke übersprang, war der Amerikaner Horine. Er verzich- tete'auf den sogenannten„Schneppersprung", sondern „rollte" vielmehr über die Latte, wmei er auf entscheidender Höhe dem Boden den Rücken zukehrte. 1812 sprang er derart 2,088 Meterl Seitdem, e» sind immerhin 26 Jahre, haben sich nur noch USÄ-Athleten in die Weltrekordliste eintragen können. Einer von ihnen, O»borne, hat 1826 dem Internationalen Leichtathletik-Verband zu der Verfügung verhalfen, daß die Latte nicht nur m der Sprungrichtung, sondern auch in entgegengesetzter Richtung frei aufliegen müsse. Dieser Amerikaner hatte e» nämlich zuwege gebracht, mit der Hand die Latte nach rückwärts zu drücken, fo daß ihm dabei Sprünge von 2.88 Meter glückten, weil er ein bifferl geschwindelt hatte.' Geringe Verbesserungen, aber trotzdem ausgezeichnete Leistungen, folgten bi» 1888. 1884 erhöhte dann Marty deutlich auf 2.68 Meterl Im vergangenen Jahre übersprang der amerikanische Neger Corneliu» Johnson mit.der neuesten Technik de» vollendeten Abrollen» die Höhe von 2.87 Meterl Da» hinderte allerdings vor einigen Tagen einen weiteren Amerikaner und Reger, Malvin Walker, nicht, in Stockholm 2.88 Meter zu überspringen. Und bevor man richtig au» dem Staunen kam, sprang dieser Neger in Malmö schon 2.88 Meterl Damit kann die 1 Weltrekordliste im Hochsprung bi» zum heutigen Tag al» nachgeholt, angesehen werden.' Grenzen scheinen dieser Disziplin bisher wohl, nicht gezogen zu sein... Intelligenzprüfling für Infusorien E. Aldt Haben einzellige Wesen ein Gedächtnis? Lächerlich scheint diese Frage auf den ersten. Blick,. Wie kann ein Wesen ohne Hirn sich etwas merken I Die interessanten Experimente, die man kürzlich zur Beantwortung dieser Frage in einem Marburger Unirersitätsinstitut angestellt hat, beziehen sich auf das sogenannte„Pantoffeltierchen". Einzellige Lebewesen sind mikroskopisch klein. Das für diese Versuche ausgewählte Tier freilich gehört zu den Großen unter seinesgleichen, mißt es-doch immerhin ein Fünftel Millimeter!- Es- ist ein außerordentlich häufiger Wafferbewoh- ner-und da es sich sehr rasch vermehrt,-kann man es leicht-in beliebiger Zahl für Versuche zur Ber- fügung haben- Das Tier ist äußerst beweglich, schießt wie ein Torpedo durchs Wasser, vorivärts, rückwärts, dreht sich um sich selbst,-stößt in die Tiefe und taucht wieder empor: In kühnen Wendungen des biegsame» Körpers tummeln, sich Hunderte der Tierchen in einem kleinen Tropfen Wasser; ein- regelloses GewimMel,-ein sinnloses Durcheinander' scheint es zu sein'. Oder gibt es Ordnung, Sinn und Gesetzmäßigkeit in diesem" ruhelosen Hin und Her? Die Fortbewegungswerkzeuge der Pantoffeltierchen sind Tausende von „Wimpern", die über die ganze Oberfläche des glasklar durchsichtigen Zell-Leibes verteilt sind. Und diese Wimpern arbeiten wunderbar'exakt,.geleitet von irgendwelchen einheitlichen Impulsen, so daß-durch ihr- Zusammenspiel alle die sonderbaren, raschen und sicheren Bewegungen zu stande kommen. Auf den- ersten Blick hat das Ding eine gewisse Formähnlichkeit mit einem Pantoffel. Aber dann erkennt man: Wie Oeff- nung des Pantoffels sst die Einfuhröfsnung, der „Zellmund". Wimpern, die um diesen Herum stehen, strudeln Nahrungsteilchen in den Körper hinein, dessen Struktur uns bei aller Durchsichtigkeit doch nicht erkennbar und-geheimnisvoll bleibt. Und irgendwo im Innern wird die Nahrung verdaut, wird durch Atmung die Energie geschaffen, die nötig ist zu jeder Lebensäuberung. Wir können nicht von Organen sprechen/ wo es sich nur um- eine einzige Zelle handelt. Bei den- höheren Lebewesen; den vielzelligen, gibt. es'Haut- gewebe und Stützgewebe,' Muskeln, Nerven; Drüsen und. jede Gewebsärt besteht aus Tausenden und Abertausendew gleichartiger Zellen von. spezieller Ausbildung, die eine-bestimmte- Arbeit,' und nur diese, zu'leisten haben. Bei den einzelli-- gen Wesen aber mutz die eine; einzige Zelle aus der der Körper besteht,, alle Arbeit.selbst-leistest,' Sie vereinigt in sich alle Fähigkeiten; die sonst hundertfältig aufgeteilt sind: sie bewegt, sich,, sie frißt und-verdaut, sie änttvortet in bestimmter Weise auf äußere Reize, die sie zuvor alsö auch wahrgenommen haben muß— leistet--sie.auch etwas tvie Denkarbeit?'Oder sind die-Bewegungen,-die wir als Antwort siuf> äußere-Reize beobachten können, direkt bewirkt- durch-diese Reize; unmittelbar durch sie-auSgelöst?-- Die erwähntest-' Versuche der Marburger Forscher beweisen Wohl klar, daß-diese Tiere tatsächlich'imstande■ firtb,; sich gewisse Äorstellstngen zu bilden, Erfahrungen zu machen, die sie sich merken. DaS heißt also, daß sie fähig sind, etwas zu erlernen,' daß'ste.sich, kurz, gesagt:dressierend.lassen;'..-.'- V--■ 3• Prof. Alverdes und seine Mitarbeiter tvähl- ten. die Versuchsbedingungen so, wie sie der Wesensart.der Tiere' am besten entsprachen. Man wußte, daß die Pantoffeltierchen sehr empfindlich find' gegenüber Temperaturunterschieden, sich dagegen um Helligkeitsunterschiede so. wenig-bekümmern,' daß mim bisher glaubte, sie hätten überhaupt kein Lichtwahrnehmungsvermögen. Hält mqu sie nämlich in einem Gesätz, das zur Hälfte abgedunkelt ist,, so verteilen sie. sich in der ganzen .Flüssigkeit,' schwimmen unbekümmert V0m Hellen inS Dunkle und umgekehrt,"verraten also ist keiner Weise ein-UsiterschHmngsvermägen. Man brachte nun die-Tierchen- in einem Wasserköpfen unter das Mikro.skop. Der Tropfen war zur Hälfte ab- gedunkelt, Gleichzeitig wurde die helle Troßfen- fläche stark erwärmt, während die dunkle Hälfte auf. Zimmertemperatur gehältest- chürdtz,. Jetzt sämmelttzii sich die-JnfüshyesitUleMkdÄ kühlest,' dunklen Hälfte und mieden, die helle-wdrme: Man ließ ihnen zivei Stunden lang Zeit, zir,;Iersten'f, daß. Helligkeit-mit Hitze verbunden ist und Dunkelheit angenehme Kühle, bedeutet,. Nach Ablauf dieser'Zeit änderte man die Situation:, die helle !Arop.fenhälfte. wurde.nun ebenfalls abgekühlt. Da zeigte sich-nun;, daß die. Tiere, die sonst'zwischen Hell und Dunkel keinen Unterschied'gemacht' hat»: ten; erschreckt, zurllckprallten,. sobgld siebeim UM- herschivimmen an die Grcnzekamen-und rasch Wiederim-Dunkelverschwanden! SicWarenalso darauf dressierf, die Helle zu^nieiden. daS heißt, WHatten sich ,igeisterkt't7-daß es heiß.; zu' seist. pflegt,,4vo.'es.nhM;ist