Sozialdemokrat Zentralorga« der Deutschen sozialdemokratischen ArLeiteryartet in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Anonnh«, de»«rp,d-»oot»«rst»rer wurde nicht getroffen. Aus Gitral- Kri-°Ss»M?c!n^°nIE" b»HVP-rion« und„Hardy" abgegangen. Weitere dem Angreifer»»"orschen""^ließen, um im Raum»wischen Alicante und Balencia nach »„.„.^..^Eischen"mtlichen'Stellen wird vorläufig jede Stellungnahme abgelrhnt, solange bie ÄfiSSr»es«wisch,»falle« ausklären und feststellen wird,.wer für den jcht beiovt, daß dieser neue Angriff, der sich den voriulgcgangenen London, w a ch sr n d e E r r e g u n g hervorruft und daß die brtt Untersuchen werde, mit welchen Mitteln diesen Attentate« begegnet werd«» ""X Angelegenheit wird»wisch en fi-nd-n und P ariS verhandelt und der beittaaen" bt” Setf<8ret"Havock" wird nur zur Beschleunigung dieser»erhandlungen ver 18. Angriff seit Anfang August ES handelt sich um den 18. Angriff. im ' Mitielmeer seit Anfang August und um dm zwei ten Angriff auf die„Havoe", die im Feber von Franco-Flugzeugen ans dem Wege von Gibral tar nach Malt« bombardiert wurde. .. Der Zerstörer.^Savpck" hat den Angriff deS unbekannten U-Bootes so f.p.pt beantwortet -und^ch..den-Wettaagru-^oetthe-die^Srittsch«- Admiralität allen britischen Kriegsschiffen im Mittrlmeer erteilt hat, auf da» U-Boot ein« Granate abgefeuert. DaS Ergebnis dieser Gegen- masjnahme ist jedoch nicht bekannt/ Die Nachrichten über dtn Angriff haben in London grosse Erregung hervorgerufen. Zahlreiche Londoner Blätter haben Plakat« mit sensationellen Neberschrifte» auSHSngen lassen, wie». B.„An- griff anf einm.britischen Torpedobootzerstörer" »der„Britische Kriegsschiffe von einem unbekann ten U-Boot angefallen". Di!» Erregung der Lon doner Oeffentlichlsit Über dieses neue Piratenstück im Mittelmeer ist ständig im Wachsen begriffen- - Man wird gewahr, dass die steigmdr Un» l sicherheit für die Schisfahrt im Mittelmeer in : London s e h r e r n st beurteilt wird und so« wohl das Richtinterventionskomitee als auch dir britische Regierung beunruhigt. Während Lon don bisher für eine»uwartend«Politik eintrat und sich insbesondere in den letzten Tagen sehr bemühte, im gleichen Sinn die Haltung der französischen Regierung zu beeinfluffm, wird, dies durch die Häufung der Zwischenfälle äusserst erschwert. Man erwartet, daß eine besondere Ministerberatung stattfinden wird, an der Minister, Eden/' Lord Halifäg, Kolonialminister Malcolm Macdo>» alps und vielleicht auch der! Erst« Lord der Admiralität und. der Kriegs«» Minister ttilnehmrn werden. Diese Beartung ivirv^ sich mit der Lage im Mittelmeer befaffea. L Moskau.(Tast) Am 30. August wurde da» sowjetrussische Motorschiff„T i m i r j a» s e w", daS mit einer Handelsfracht von Cardiff nach Port Said unterwegs war, 120 Kilometer östlich von Algier durch zwei von einem Unterseeboot lanciert«'TorpedoS versenkt. Die Besät», »ung rettete sich auf zwei Schaluppen, die von D|e Krise In Belgien - Van. Zeeland.stellt sich dem Parlament Brüssel. Die belgische Kabinettskrise, die wegen' gewissen Vorgängen in der Nationalbank entständen ist, hat nach langen' und schwierigen Perhandlungen n ich t mit dem erwarteten Rücktritt. der Regierung van Zeeland, sondern-mit'der sofortigen Einberufung der gesetzgebenden Kgm» mern geendet,'Nach dem biSLUhrfrüh tagenden- Ministeträt' wurde das Parlament für'nächsten DichiS.tdg.uyd der Senat für Mittwoch einberufen. Ministerpräsident van Zeeland wird ün. beiden'Kammern'für.seine Person und Finanzmini« stvr d e M a»namens der Regierung sowohl Wer die Borgänge in der Nationalbank als auch, über die Politik der Regierung gegenüber dem Emis- sionsi ustiiut Erklärungen abgeben.- Ban Zeeland wird alle Behauptungen zurückweisen, die in der gegen-ihn geführten ehrabschneiderischen Kampagne verbreitet'ivurden. Die Regierung tvird in ditsrr-«Nil°t?gtnhelt^ die-«ehtraüey».« . f r y y e fielleni''A- -.' Dsese' grftm; der-Lösuyg steht ImEiNksang Mit den parlamentarischen'Sitbräuchen.'- tDadurch, daß sie eine volle KlarMMg, aller sogenannten Vorfälle um daS..EiptssionSinstiM,' die von ge. MM Kreisen Mgebauscht. Mssrden,.-eMÄIM Wird sie das Manöver der extremen Rechts-Oppo- sstion zunichte' machen'.. An politischen Ssellen^ -gkaübt man, dgfi fick bis zum.Oktober-eine' sehr durchgresfende R e.k on.st.r u k:t i ö n„-deS velgi» scheli KablsteÜ«, sei es nuninit vstn Zeelastd. oder ohne chn. sils notwendlg erweisen werde.- krfolge der Japaner S ch ang H a i. Die japanische» Militär» abteilungen,'die am 23. August an der Nangtsr- MUndung, nordöstlich von Schanghai, ausgeboo- tot wurden, rücke» nunmehr.in der Richtung-auf Schanghai vor und habe» die chinesischen Truppen bei Wusun's, Pauschale und Lotten, iydie Flucht geschlagen. Eine andere japanische Abteilung, di« Mittwoch vormittag« in Schanghai a«S- geschifft wurde, zog durch die internationale Konzession, worauf sie nahe der Grenz« der Konzession Stellungen bezog. Britische Kriegsschiffe von Schrapnells, getroffen Schanghai. Zwei britische Kriegsschiffe „DaNae" und„Flamouth" und ein britische» Handelsschiff„Shenkins" wurden Mittwoch bei einem Luftkampf von Schrapnell« getroffen. Auf den Schisse» würde nur Materialschaden verursacht... J' Seuchengefahr In Schanghai Die sanitäre' Lägt,' iss- Schqnghai. ylbt-. einem' Ä-üterbericht zlsfolgd zu'ZMen Beso.rgniffen Anlaß.. Es besteht/nicht.. nstr.- C h o l e.rä g e- f Äh r, weshalb alle Angehörigen~ der britischen Ostästenstreitkräfte geiiNPfr wurden, sondern es herrscht-,auch T Y P h u s und R u h Die Zahl der'Wrch Krankheiten, und. Seuchen Gestorbenen ist so groß, daß die Nachfrage nach Särgen'auch nicht, äystah'ernd. befriedigt werden kann. Massen« bestattukgen Müssen die fehlenden Särge ersetzen. Mandschukuo nicht verlMllch ... London. Der diplomatische Berichierstatter der'„Manchester. Guardian" schreibt, daß den Ja- pänern bedeutende Schwierigkeiten in Mandschukuo erwachsen,. Nähere Einzelheiten sind natürlicher- fvetse> sehr, schwer z» erhalten, da die japanischen Behörden alle'Meldungen einer strengen Zensur unterziehen. Zwei Regimenter mandschurischer Solllaien sollen in der Umgebung von Mulden gemeutert haben. Unruhen' sind auch in Dfch«hol ausgebrochen- wo zwei japanische Generale, einer davon angeblich aus den eigenen Reihen der Soldaten, getötet wurden. Japan verschleppt die Antwort London. Die japanische Antwort auf die britische Rote hat dadurch eine. Verzögerung erhalten, dass der japanische Admiral Hasegawa in Schanghai noch nicht über alle.notwendigen definitiven Informationen hinsichtlich deS Vorfalles bei der'. Verwundung de« britische» Botschafters per- Chinesische Freiheitsanleihe 'luöDie chinesische Regierung hat eine„Freiheits-Anleihe für die LändeSverteidigünss".in' Höhe von'S00 Millionen. Dollar aufgelegt. .; Die neue. chinesische Kriegsanleihe ist^Reuter zufolge sprozentig und hat eine-SÜjährig« Lauf. zestt^Sie kann nicht nur durch Barzahlung, sondern mich im Austausch gegen marktfähig« Waren,, wie Edelsteine,. Gold ttc., erworben werden Sinais Die soeben beendete Konferenz der Außen- Minister der Kleinen Entente in Sinaia zeigt einige Besonderheiten, die einer Betrachtung wert sind. Zum ersten Male seit dem Bestehen der Kleinen Entente wurde während einer Konfe- renz der drei verbündeten Staaten mit den Ver- tretern zweier Länder Fühlung genommen, die traditionell als Gegner der Entente angesehen wurden. Es sind dies Ungarn und Italien. Was zunächst U n g a r n betrifft, handelt es sich uni die Wiederaufrüstung des Landes oder, wiih man vom ungarischen Standpunkt- aus sagt, um die Gleichberechtigung Ungarns auf dem Gebiete der Rüstungen. Es ist außer- ordentlich erfreulich, daß Ungarn, das sich ja in einer ähnlichen Lage befindet wie Deutschland vor dem Jahre 1935, nicht den Weg des Drit-. ton Reiches gegangen ist und einseitig vertragliche Verpflichtungen aufgehoben hat. Ungarn sucht ebenso wie es die Türkei in der Frage der Befestigung der Dardanellen getan hat, mit den übrigen interessierten Mächten zu einem Einvernehmen zu gelangen. Die Staaten der Klei- nen Entente haben sich nicht geweigert, über diese Frage mit Ungarn zu verhandeln und einen Weg zu suchen, der die von Ungarn gewünschte Gleichberechtigung zur Tat werden ließe. Ins- besondere hat der tschechoslowakische Außen- jmuisier- sckM. einigo Male erklärt, daß.die TschAyoskowAel Betctr'fei,"'zü^einM vertrag-' lichen Einvernehmen mit Ungarn, zu gelangen, was nichts anderes heißen kann, als den Wünschen Ungarns irgendwie entgegenzukommen. Durch diese Atmosphäre des Verhandelns wird an und für sich schon der Gegensatz zwischen den Ländern der Kleinen Entente und jenen der römischen Protokolle gemildert. ' Noch wichttger in dieser Hinsicht sind die Verhandlungen, welche die drei Außemninister während der Beratungen mit dem Vertreter Italiens geführt haben. Innerhalb der Länder des römischen Protokolls(Italien, Oesterreich, Ungar») ist Italien die einzige Großmacht und sie hat demnach unzweifelhaft die Führung dieser Staatengruppe. Soll es, wie es der Ministerpräsident HodZa schon einige Male als Wunsch ausgesprochen hat, zu einer Verständigung der Kleine» Entente mit den Ländern des römischen Protokolls kommen, dann muß vor allen« das Einvernehmen der Kleinen Entente-Länder mit Italien gesucht -werden. Die führenden Politiker der Tschecho- slowakei haben schon einige Male erklärt, daß eine wirkliche und dauernde Ordnung der Vor- hällnisse in Mitteleuropa nicht ohne Einverneh- men mit den zwei Großmächten geschehen kann, die an Mitteleuropa grenzen. Würde bei Vor- einbarungen in Mitteleuropa nur eine Groß- macht, etwa nur Deutschland mit von der' Partie sein,, so würde das Uebergewicht Deutschlands in Mitteleuropa zu sehr zu spüren sein. So muß also die Mitwirkung Italiens bei der Ordnung der wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse in Mitteleuropa durchaus nicht zum Schaden der beteiligten Mittelstaaten im Donauraum sein. Daß die Kleinm-Entente-Staaten nicht- der Spielball einer europäischen Großmacht insbesondere nicht Deutschlands werden wolle», dar- auf dürste auch die.Stelle in'der offiziellen Verlautbarung der Konferenzergobnisse hinzielen, daß der Friede nicht nur durch eine Regelung der Verhältnisse im Westen, d. h. durch eine Erneuerung des Locarno-Vertrages gesi- chert werden könne, sondern daß auch Vereinbarungen im Osten notwendig seien, um de» Frie- den zu. sichern, daß kurz und gut das System der kollektiven Sicherheit,- d.. h. der Sicherheit aller,, allein ruhige Verhältnisse in Europa schaffen kany. Die Konferenz von Sinala hat jedenfalls bewiesen, daß jene, welche den baldigen Zerfall der Kleinen Enteiste, vorausgesagt haben, Un- Seite 2 Donnerstag, 2. September 1937 Nr. 206 recht haben und daß die Interessengemeinschaft der drei Staaten in Mitteleuropa genug groß ist, um eine Grundlage ihrer Politischen Zusammenarbeit abzugeben. Wenn tatsächlich eine An- Näherung der Länder der Kleinen Entente und jener des römischen Protokolls- zustande kommen wird, so hat die Konferenz von Sinaia einen Beitrag zur Behlhigung der Verhältnisse in Mitteleuropa und damit auch^fiir/dm europäischen Frieden geleistet.' Vorbringen 6er kepubliksner sn 6er leruei-front B a l e n c l o. Das Ministerium für nationale Verteidigung meldet von der Teruel-Front: Nach wirksamer Artillerievorbereitung nahmen wir El Montera Und die Höhe 1137 im Sturm. Diese beiden Stellungen waren die höchstgelegenen der Rebellen an dieser Front. Ebenfalls in unsere Hand fielen MontedeSantn Barbara, im Norden von Billarquemada, die Anhöhe 1123 im Süden des oben erwähnten BergeS und die Befestigungen der übrigen Anhöhen im Süden des Monte de Santa Barbara. Unsere Truppen habe» ferner das Plateau von Birgen del Castillo in der Sierra Palomera erobert. Der Feind erlitt empfindliche Berluste. Unter den Toten, die der Feind zuriickgelas- sen hat, befindet sich auch der Enkelsohn des Generals Queip» del Llano.' An der O st f r o n t ist die Stadt Belchite weiter eingeschloffen. Unsere Truppen marschierten ungeachtet der feindlichen Flieger, die nicht weniger als dreizehn Bombardements unserer Truppen ausführten, weiter vor. Die Montag eroberten Stellungen wurden behauptet. Im S ü- den griffen die Rebellen Dienstag abends auf der Seite von San Juan an, mutzten aber einen ungeordneten Rückzug antreten.'' Vorstoß bei Madrid' Madrid. Die RegierungStrnppen unternahmen am Mittwoch vormittags im Abschnitt bei der Stratze nach Andalusien einen.Angriff und rückten an mehreren Stellen um drei Kilometer vor. Madrids Verlustliste Bom 28. Juli 1936 bis Ende Juli 1937 haben die Bombardierungen von Madrid durch Flugzeuge und durch Artillerie 1294 Tote und ungefähr 6900 Verletzte gefordert. Spanlenproblem wieder aufserollt Die englisch-französische Diskussion über die künftighin Im spanischen Bürgerkrieg einzu- nehniende Haltung nimmt über Initiative deS Qai d'Orsay Fortgans und steht gegeinvärtig im Zentrum deS JntereffeS, ohne aber bisher zu konkreten Ergebnissen geführt zu haben. Der Vorschlag deS NichtinterventionSverwaltungSauS- schusseS(Board), der vergangene Woche dm einzelnen Regierungen mit einer RückäutzerungSfrist bis 10. September zugestefft wurde, begegnet beute scharfer Kritik in einem Teil der englischen Presse, vor allem im„D a i l Y H e r a l d", der besonders rügt, daß der Bericht zwar die Auflassung der Seekontrolle verschlägt, aber die Ueberwachung der spanisch-französischen Landes» grenze wiederhergestellt wissen will, und so mehr den italienisch-deutschen Bestrebungen, al« der Durchführung des englischen Planes dienlich fein dürfte. Massenverhaftunsen In Polen Darunter ein Krakauer Universität»- Professor Krakau. Universitätsprofcssor Stanislaus Kot, ein führendes Mitglied der Bolkspartei, der Dienstag in Zakopane von der Polizei über Anordnung der Staatsanwaltschaft angehalten worden war, wurde Mittwoch in das Krakauer Gefängnisspital eingelieseri. Der Senat der Jagel- Ionischen Universität beschloß, beim Justiz- und beim Unterrichtsminister wegen der sofortigen Haftentlassung des Professors Kot, eines verdienten Gelehrten und Propagator der polnischen Wissenschaft im AuSlande, zu intervenieren. Bekanntlich erfolgte die Verhaftung des Professors Kot in Verbindung mit dem letzten Bauernstreik. In der Wohnung des Professors Kot wurde eine Haussuchung vorgenommen, welche erfolglos blieb. Die Blätter melden von weiteren Mas- senverhaftuugen unter den Obmännern der Bezirtsorganisatiouen der Vereinigten Volkspartei auf dem Gebiete Kleinpolens und der Posener Wojwodschast. Vielfach wurde auch die Schliessung der Organisationslokale dieser Partei angeordnet. Fritz Adler verhaftet Der Sekretär der Sozialistischen Arbeiterinternationale, Friedrich Adler, würde am Mittwoch in Holland wegen eines Passver- gehens in Haft genommen. Er wird am Freitäg freigelassen. Abkühlung Warschau-Bukarest Warschau. Zahlreiche Blätter bringen die Nachricht, dass die Erhöhung der polnischen Gesandtschaft in Bukarest und der rumänischen Gesandtschaft in Warschau zu Bots chaften, die .während, des Besuches des rumänischen,.Königs Carol in Polen beschlossen wurde, auf u nh e* stimmteZeitvertagt wurde. Amtliche Kreise erllären, dass das Datum der Reise Marschall Rydz SmiglYS nach Rumänien bisher noch nicht festgesetzt wurde. vanrlg gibt nach? Warschau. Wie aus Danzig gemeldet wird, ordnete der Senat nach wiederholten Interventionen des GenerallommissärS der polnischen Re«' gierung die Freilassung aller in den letzten Tagen verhafteten Polen an, die sich weigerten, trotz dem Druck der nationalsozialistischen Behörden ihre Kinder in deutsche Schulen zu schicken. vr. Krofta erklärt t Keine Extratouren bei den Verhandlungen Die Besprechungen werden In Qenf fortgesetzt mit Ungarn Kaschäu. Minister deS Aeuheren Doktor Krofta gab auf der Rückreise von Sinaia dem Vertreter des Tschechoslowakischen Pressebüros in Kascha» eine Erklärung, ab, in der er unter an» derem sagte: Bon den mitteleuropäischen Fragen hat den Ständigen Stat der Kleinen Entente am meisten die ungarische Frage beschäftigt. Der gute llpille, den die verantwortlichen Vertreter der Kleinen Entente in. dieser Frage schon früher bekundet haben, ist in unseren Verhandlungen neuerlich hervorgehoben worden, die klar gezeigt haben, daß wir' e in Abkommen darüber a»fr ichtig wünschen. Aber gleichzeitig ist dabei neuerlich ganz unzweifelhaft festgestellt worden, datz alle drei Staaten der Kleinen Entente ihr Verhältnis zu Ungarn in den politischen Angelegenheiten stets nurbei vollem gegenseitigen Einvernehmen nach den Grundsätzen ihres OrganisationS- paktes regeln wollen und daß keiner von ihnen bereit ist, eine Regelung dieser Frage allein ohne Einvernehmen mit den beiden anderen»der vielleicht sogar ohne deren Wissen zu versuchen. Eingehender wird über die«ugarische Frage in Gens verhandelt werden, wo im September anläßlich der Tagung der Bölkerbundversammlung eine Tagung deS Ständigen Rates der Kleinen Entente stattfinden wird. Ungarn verlangt Konzessionen für seine Minderheiten Der diplomatische Redakteur des Ungarischen Telegkaphen-KorrespondenzbüroS schreibt: Wenn die Staaten der Kleinen Entente in Berbindung mit der RüstungSgleichheft Ungarns eine gewisse Garantie verlangen, so ist Ungarn bereit, diese Garantie, die einfach nur eine Formsache ist, da es sich um ein selbstverständliches Recht Ungarns handelt, zu geben, verlangt aber demgegenüber nach dem Prinzip des Do, ut des" auch für sich eine Garantie hinsichtlich der Regelung der Rechte der ungarischen Minderheiten, welche Garantie In sehr beträchtlichem Masse zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Ungarn und den Staaten der Kleinen Entente, betragen würde. Via politische Nerdstsalson Bechynft beginnt Uber die neue wirtschaftliche Situation Der Vorstand der tschechoflowakischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei hielt Mittwoch unter Vorsitz des Abg. Hampl eine Sitzung ab, in der Minister Bechyni über die politische Entwicklung seit der Juli-Krise referierte. Er führte an, dass eine neue AeraderPolttikder Parte I beginne, weil die Wirtschaftskrise ständig zürückgehe. Die wartet werde weiterhin die Aufmerksamkeit jenen zuwenden, die bisher keine Arbeit gesunden haben, ihr Hauptaugenmerk werde sich allerdings jenen Aufgaben zuwenden, die aus der neuen W irt f ch a f t.S f i tu a- t i o n erfliessen. Diese Aufgaben seien dreierlei Art: 1. Streben nach wefteren Fortschritten in der WährungS»,. Kredit- und Finanzpolitik; 2. Streben nach weiteren WirtschastSreformen (bessere Bedingungen für die Exportindustrie, Handelsverträge,.Revision des Zolltarife-, wettere Lockerung der internationalen Handelsbeziehungen, Eingreifen in die Organisation einiger Pro» IduktionSzweige, Revision der.Kartellwirtichaft, innere Kolonisation etc.); 3. Streben nach weiteren Fortschritten in der Sozialpolitik. Schliesslich befasste sich Bechyni mit der. gegebenen Situation in der Regierung und der Koalition, mit'dem Staatsvoranschlag und. mit änderen Fragen. Hierauf erstattete Minister NeLas das sozialpolitische Referat und gab einen Ueberblick über die, Lohnbewegung. Abg. Hampl. ergänzte dann in seinen Ausführungen das innerpolitische Referat und befasste sich, mit den aussenpolitischen Verhältnissen. Der Zentralsekretär der Partei Senator Dundr wies schliesslich auf aktuelle innerpolitische.Fragen, insbesondere auf die Frage der Zuckerzüteilung zu ermässigtem Preise hin. Nach der Debafte wurden Beschlüsse über das Herbstprogramm gefasst, namentlich über die Frage der Gehaltsabzüge der Staatsangestellten, Wer das Kartellgeseh und die Herabsetzung des Z u ck e r p r e i s e. S, auf der die Partei auch weiterhin fest beharrt. Yle südböhmischen Manöver Pisek. Mittwoch nachmittags wurde folgender amtlicher Bericht ausgegeben: Seit den frühen Morgenstunden setzten die beiden kämpfenden Parteien die Erfüllung ihrer Aufgaben fort. Die Blauen, bei denen noch nicht alle Kräfte in den Kampf eingegrifsen haben, halten im Westen den Raum Kasejovie—Lnäke, während sie im Osten langsam zurückweichen. Die Roten setzten den Vormarsch fort und warfen ihre bolle Kraft gegen den östlichen Flügel des Verteidigers, um dessen Widerstand zu brechen und ihn zur Räumung' der Verteidigungsstellung zu zwingen. Im Osten setzen die roten Kavallerie« und motorisierten Einheiten den Vormarsch in der Richtung Mirotiee—Mirovlee—Bkeznice fort. BIS 18 Uhr zeichnet sich die Front folgendermassen ab: im SWen bei Kasejoviee, im Norden bei Blatnä- Mirovice: Die-Kämpf»- nordwestlich von Blatnä sind in vollem Gange, ohne dass bisher eine Entscheidung gefallen wäre. Gouverneur Dr. Engliö beim Präsidenten. Der Präsident der Republik empfing am Mitt« tvoch, den 1, September, den Vorsitzenden der Regierung Dr. Milan Hodja. Ausserdem empfing der Präsident den Gouverneur der Nationalbank Dr. Karel Engliö. DaS Finanzministerium macht aufmerksam, datz die'in der TageSpreffe veröffentlichte Nachricht über die Absicht deS Finanzministerium», die Umsatzsteuer-Pauschalsähe zu erhöhen, nicht auf Wahrheit beruht. EINE GESCHICHTE VON BILDERN UND ANTIQUITÄTEN Copyright by Saturn Verlag 1935 Diesmal wurde etwas draus. Alles klappte ausgezeichnet. Um elf Uhr brachte der Dienstmann das Bild in die Galerie Perrin. Um halb zwölf erschien Valerian Aronas. „Aber»ein, mein guter AronaS," sagte Monsieur Perrin,„aber»ein, Ivie konnte Ihnen denn das passieren? Das hat doch nichts mit Cranach zu tun; das ist ei» ganz netter van Hemeffen, ein liebes, inittelniässigeS Bildchen." „Im Ernst?" fragte Valerian, unverkennbar niedergeschmettert.„Im Ernst? Ich hätte geschworen... der Besitzer fordert zweihunderttausend Francs." „Aber Liebster, Bester! Sie sind doch auch nicht-von gestern; lassen Sie das Ding gleich wieder abholen... was ist denn?" Die junge Empfangsdame war unhörbar eingetreten. Sie meldete den Besuch einer Amerikanerin, welche die Galerie zu besichtige» wünsche. Valerian hörte kaum hin, er schien zu konsterniert. „Seriös?" fragte Monsieur Perrin mit einer gelvissen Gier in Blick und Tonfall. Die junge Dame zuckte mit den Achseln, schien aber eher geneigt, zu bejahen. „Führen Sie einstweilen den Besuch;" sagte Monsieur Perrin salbungsvoll,„ich komme etwas später. Nein, bleiben Sie ruhig, mein guter Aronas, es tut nichts zur Sache, ich springe nicht gleich. Meine Kunden sind gewohnt, ein bisschen zst harten. Die kleine Geschichte, die man sich in Pa ris vom Fürsten des Noailles und mir erzähli, beruht auf Wahrheit. Ich liess ihn warten, ich hatte gerade einen Brief zu schreiben; er ging nach fünf Minuten fort— und ich empfing ihn nie wieder. Er kannte Monsieur Perrin nicht. Hier ist kein Trödlerladen. Aber diesmal," setzte er hinzu und erhob sich rascher, als Valerian geglaubt hätte, .„ist es eine Dame. Sie werden mich nun entschuldigen. Und Ihr Bild, nein, mein guter AronaS, das ist nichts." Sie verliessen gemeinsam das Sanktuarium und schritten durch die drei Säle. Im ersten stand MrS. Dump. „Oh, Mrs. Bump l rief Valerian überrascht und eilte auf sie z». Er begrüsste sie mit der Mischung von Respekt und Herzlichkeit, die den Mann von Erziehung verrät. Sie erwiderte den Gruss maliziös und übertrieben. Sie war gut vorbereitet. -„Madame," hatte ihr nämlich Valerian gestern nachmittag gesagt,„ich habe vielleicht etwas für Sie gefunden; vielleicht. Ein Männerportrait von Cranach, dem ich seit Wochen nachjage. Paris spricht, davon. Es liegt derzeit bei dem-Händler Perrin in der Rue du FauböurgSi.' Hostöri! und ist ihm, wie man mir erzählt, zum Kauf angeboten worden, aber...' !«iRo, dear man," hatte MrS. Buniji unterbrochen,„ich kaufe bei keinem Händler,stevermore. Dazu brauche ich auch Sie nicht." '„Sie solle» dort auch gär sticht kaufest!" hatte Valerian lächelnd erwidert,„im Gegenteil, S>ie sollen das Bild hei ihm ansehen, undweng Monsieur Läruse den Privatbesitzer* endeten kann, woran ich nicht zweifle,(bei diesen Worten hatte! er dem danebensitzenden/Laruse zugelächelt, und dieser hatte mit einer ersterbenden, Gristmsse zu- rückgelächelt), und wenn; ferner Perrist das Bild mittlerweile nicht erstanden hat•*-> dann sollen Sie es ihm vor der Nase wegkaufen. Vom Besitzer selbst. So stelle ich mir'S'vor," „Well,-daS ist gutl Wo ist'dieser Perrin? Gehen wirl" hatte MrS. Bump erklärt und schon alle Anstalten getroffen, sich auf diesen KriegS- pfad zu begeben. „Einen Augenblick, Madame,"' hatte Valeria» erwidert,'„ich denke, wir machen es so: Sie kommen Morgen um'etwa halb zwölf in die Galerie Perrin. Ich werde auch dort sein, um daS Bild zu begutachten. Eine kleine Komödie ist unerlässlich.!Wr werden tun, als ob wir einander zufällig begegneten. ES fällt mir schwer, ich wache solche Dinge gar nicht gerne..." „Oh, ich furchtbar gerne," hatte MrS. Dump ausgerufe»,'„ich möchte allen diesen Kerlen, die mich hereingeleht haben, eisten Streich spielen, ich möchte sie auch hineinlegen." '’„Nein, Madame," hatte Valerian sanft' erwidert,„ich lege niemändest hinein. Aber dieses Bild erregt meinen wissenschaftlichen Ehrgeiz. Ein Männerporträt von Cranach I Wenn Perrin eS kauft, verschwindet eS nach Amerika, ich sehe «S nie wieder.' Wenn' Sie eS kaufen, kann ich es wissenschaftlich bearbeiten;/das reizt mich! Also um halb zwölf im, dec Rue. du FaubourgSt. tzonorö. Und lassen Sie sich nicht irresttachest, weM er Ihnen von dein Bild abredet. Er hat e S noch nicht-gekauft, ,er, hat daher alles Interesse dstrap, andere, Käufer abzuschreckest. Perrin, ist ein alter Fuchs;,lassen Sie,sich,.nicht irremachen, Mn Haine. ,Anscha»en>- nichts reden und wieher Weggehen I Wenn,eS Ihnen gefällt, werden wir- weiter sehen.". 's.„Go oitl" hatte MrS Bump erklärt,„ich Werde eine Hehn'. gute' Komödie! spielen;. that'S amüsant",, jTj' ili' linb es wurde wirklich'ämüsant.,'. --„Oh, Mister/ÄronMS", xief jetzt MrS. Bstmp, ^„ich steue mich, Sie hier zu sehen. Wie/geht eS Jhsten immer? Wir haben uns so lange.'nicht geiehen." ; W'-„Mädame",!,' ertvidertel Balerign Arvna? (den letzten. Satz /hätte- sich, die GqnS sirspqxen könnest, dächte'est'des,'sich),„ichbist'alMich, Sie gerade'hier'zst treffest'," Sie werden hier Wunder»! bars Bilder sehest!" Monsieur Perrin begrüsste die Dame stift vollendeter Zurückhaltung upd Höflichkeit. Er sah wirkiich gut aus. Sein weisser Greisenkopf, das Bändchen der Ehrenlegion im Knopfloch, die ganz unaufdringliche, beinahe ftemde Art seinen eigenen Bildern gegenüber,— es wirkte grossartig. „In der Tat, gefällt,Ihnen das, Madame?" fragte er obenhin; sie standen im zweiten Saal vor einer Oelsttzzes„hohe Qualität, aber nicht ganz mein Geschmack. Freilich,-einer der schönsten kleinen Ticpolo aus der Sammlung meines lieben Freundes, des Principe di- Roma; zugegeben— aber doch nicht mein persönlicher Geschmack. Und Ihnen,- Madame, gefällt es also, wirk sich, so gut?"- (Das ist fabelhaft, dachte Valerian, das muh'ich mir merken. Er redet von feinen eigenen Bildern ab! Grossartigl Wenn er, dann erst zu-' redet, ist jeder überzeugt. Das muss ich mir merken.), Um etwa halb eins standen sie im Sanktuarium. Mrs. Bump schien ein wenig gelastg- weilt. Sie betrachtete teilnahmslos ein französisches Damenporträt, dessen aristokratische Häl- tustg ihr Monsieur Perrin sehr eindrücklich interpretierte. Auch ist diesem Raum gab eS nur sehr wenige Bilder. Auf dein Schreibtisch lag ein kleines: das Porträt, eines bärtigen Manneg. Valerian warf, Mrs. Bump«inen Blick.-zu, den sie nicht ganz verständstisvoll aufnahm. „Was ist denn das?" fragte er und nahm da» Bildchen zur Hand. Monsieur-Perrin sah ihn seltsam an. „Dar?" sagte; er gedehnt- und hätte Balerjast ihn gebeten, für diese Gelegenheit einen besonderen, Tonfall zu wählest, er hätte ihn.Um eben diesen gebeten„das?" sagte Monsieur Petri»,„nichts BdspndereS...", .„Es sieht ja wie ein Cranach auS", meinte Valeria» und retchte eS Mrs, Bump, die es mit nesterregtet Anteilnahme, ergriff.' .(Fortsetzung folgt).- . Nr. 206 DonncrStag, 2. September 1937 Seite 3 WWWWWW WWWWD Der deutsche Sender wird In Deutschland nicht zu hören sein... Im„Prtvo Lid»" knüpft Milo» Banik an leitender Stelle an di« Karlsbader Rede des Abgeordneten Taub an, in welcher dieser die Er- richtmig de» deutschen Sender» als eine dringende Angelegenheit erilärt hat. Banik schreibt; „Feder urteilsfähige Tschechoslowake wird TäubS Worte unterschreiben. Aber er wird erschrecken, wenn er erfährt, was wir erfahren haben: Daß man an der Errichtung dieses Senders zwar schon arbeitet, schließlich soll er schon in diesem Winter fertig werden, so daß er um das neue Jahr herum aussenden wird. Aber: Zu hären wird er nicht allzu sehr sein! Er hat angeblich eine solche Welle zugeteilt erhalten, auf der in Europa eine Reihe lokaler Sender arbeitet, so daß bicfct. deutsche Sender der Tschcchoslolvakei von Milntk aus nur in Nordböhmen zu hören sein wird. Schon in Südböhmen wird der Empfang problematisch sein. Ebenso werden dessen Wellen noch Nordmähren nur sporadisch gelangen. Die Deutschen in der Slowakei werden ihn garantiert nicht hören. Es wird also kein europäischer Sender. Nicht hären werden ihn Frankreich, England, Oesterreich, und allerdings auch nicht— Deutschland. Er wird als» nicht brauchbar sein,«m die unwahren Berichte über die Tfchechoflowakei, welche durch ausländische Sender verbreitet werden, zu paralli- fieren.... So endet der berechtigte und richtige Ruf nach Errichtung eines deutschen Senders in der Tschechoslowakei. »Endet er wirklich so? Wir glauben nicht, daß die Kräfte des Verstandes und der Voraussicht in unserem Lande so gering sind, daß man nicht diese neue Ungeschicklichkeit der tschechoslowakischen Demokratie abwenden kann. u Die Errichtung eines deutschen Senders in der Tschechoslowakischen Republik sollte die Gelegenheit dazu bieten, im Hinblick auf das Sendeprogramm das Beste und Kulturellste zu schaffen, was es in Mitteleuropa gibt. Es könnte das für das ferne Ausland der tschechoslowakische repräsentative Sender sein mit dem wertvollsten musikalischen, wissenschaftlichen, künstlerischen und politisch-informativen Programm. Kräfte gibt es hier genug. Keiner, der uns umgebenden Staaten Wem dient der Verband für deutsche Jugendherbergen? Der Verband für deutsche Jugendherbergen scheint ganz in das Fahrwasser der SdP und des Tvutschen Turnverbandes zu kommen. Dafür legt ein Wanderführerlehrgang Zeugnis ab,.der vom 15. bis 22. August in Neuhaus bei Görkau veranstaltet wurde. Ein sozialistischer Teilnehmer an diesem Wanderführerlehrgang wurde vollständig isoliert: man behandelte ihn von vornherein als Feind. Die Teilnehmer an diesem Wandcrführerlehrgang waren fast zur Gänze dem Deutschen Turnveöband entnommen, der sich offenbar auch auf diesem Wege um eine Festigung seines Einflusses bemüht. Man hatte das Strammstehen bei der Fahnenhissung eingeführt, wer nicht mit„Heill" grüßte, war verfemt. UebrigenS waren viel Junglehrer unter den Teilnehmern. Nach dem Verlauf dieses WanderführerlehrgangeS hat man wohl eine Vorstellung davon, in welchem Geiste das Jugendwandern unter solcher Führung gestaltet werden soll. Die Leitung des Lehrganges hatte Baumeister Karl G ü n z e I aus. Görkau, der im Deutschen Titrnverband eine große Rolle spielt. Die turnerische Leitung hafte ein hat einen solchen Sender. Wir könnten mit der Kraft des Kulturniveaus eine» solchen Senders manche gegen"uns gerichteten Spitzen der Propaganda abbrechen, ohne uns in Polemiken einlassen zu müssen... Der neu« deutsche Sender droht zu einer Angelegenheit zu werden, da wieder einmal der typische tschechische Provinzialismus eine geräuschvolle öffentliche Angelegenheit zu werden droht. Das zu verhindern und den Sender von Anbeginw auf europäischem Niveau zu schaffen— selbst mit bescheidenen technischen Mitteln, solange wir nicht eine.würdigere Welle" durchsetzen, damit sie die ganze Welt hören kann.—• das ist auch eine der wichtigen Ausgaben des heurigen politischen Herbstes." So erfreulich die offene Stellungnahme unseres tschechischen Bruderblattes in dieser Angelegenheit ist, so traurig ist die Sache selbst. Wir haben schon vor längerer Zeit und wiederholt auf die Unzulänglichkeiten hingewiesen, mit denen der deutsche Sender in die Welt gesetzt wird. Solch« Unzulänglichkeiten werden nach allem, was man darüber hört, nicht nur in der Reichweite des Senders bestehen. Aber das„Prävo Lidu" trifft den Nagel auf den Kopf, wenn öS gerade diesen Teil herauSgreift. Wohl wußte man in der deutschen Oeffentlichkeit auch schon vordem, daß man den deutschen Sender nicht einmal in ganz Böhmen und also vermutlich auch nicht allzu sehr im Ausland hören werde. Das aber, was das„Prävo Lidu" nunmehr konkret anzuführen weiß, unterbietet gewiß noch die bescheidensten Vorstellungen. Ein deutscher Sender, der in Deutschland nicht zu hören sein sollte, scheint uns vorioeg einen seiner Hauptzweck« verfehlt zu haben. Bemerkenswert ist aber auch das Geheimnismäßige, mit dem bisher alles umgeben ist, was mit dem deutschen Sender in jeder Richtung zusammenhängt. Es scheint uns an der Zeit zu sein, daß endlich mehr Licht in diese Sache gebracht werde, damit alle wahrhaft demo- kraftschen Kräfte des Staates ohne Uifterschied der Nation immerhin noch Gelegenheit erlangen, an der Vorbereitung der geistigen Betreuung des Senders mitzuarbeiten, wenn auch schon technisch die Grundlagen so unerfreulich gestaltet sind. Mitglied der Ascher»Turnschule, assö auch ein bewährter Henleinmann. Herr Fachlehrer Trappschuh, der bessere Zeiten gesehen hat, pries das „MannschaftSwandcrn". Herr Günzel stellte die Ursachen des Austritts der Sozialdemokraten aus dem HerbergSverband vollkommen unrichtig dar: indem er behauptete, die Sozialdemokraten hätten im Vorstand ein drittes Mandat gefordert und dessen Nichtbewilligung zum Anlaß des Austritte» genommen. In Wirllichkeit hat man den Sozialdemokraten das dritte Mandat genommen: das sie schon früher gehabt hatten. Bemerkenswert ist, daß sich bei diesem Wanderführerlehrgang auch der aus der nationalsozialistischen Betvegung sehr bekannte Herr T z e r m a k produzierte. Außerdem wurden Werbereden für den Deutschen Turnverband gehalten. Ein Redner behandeüe die sozial« Frage im Sinne der SdP- Theorien, wobei er den Marxismus angriff. An einem Tage unternahmen einige Teilnehmer einen Ausflug nach Deutschland. Ob durch diesen Ausflug wohl das im Wanderführerkehrgang Gehörte widerlegt werden sollte? Man weiß nun, was der Verband für deutsche Jugendherbergen für ein»unpolitischer" und „neutraler" Verband ist! „klagenschmerzen" und Gehirnschwund In der„Zeit" wird wieder einmal mit ganz untauglichen Mitteln der Versuch unternommen, der deutschen Sozialdemokratie jene traurigen inneren Verhältnisse anzudlchtcn, die bekanntermaßen in der SdP herrschen. Jeder Eingeweihte hat dieser Tage mit heiterem Lächeln die Nachricht vernommen, daß Herr Kasper durch „Magenschmerzen" verhindert war, auf einer Gautagung in K r u m a u zu sprechen. Dieser willkommene Zufall ermöglichte es sodann dem Herrn Henlein, ohne lästige Begleitung die südböhmische Opposition scheintot zu reden.— Ausgerechnet das Organ der Kameradschaftsbündler erzählt Mittwoch seinen Lesern, dem Genossen Fälsch sei es nur„dank der Ferien" gelungen, seinen Artikel über die Sabotage des 18. Feber „in einem unbewachten Augenblick" in den„Sozialdemokrat" hineinzuschmuggeln. Diese nette Fabel wird mit der grotesken Behauptung garniert, daß in unserer Partei vor einigen Monaten geplant war, dem Genossen Jaksch ein Redeverbot nufzuerlegen. Das will ein Blatt der Oeffentlich- lcit erzählen, dessen Londoner Korrespondent auf diesen Posten durch ein Ehrengerichtsurteil berufen wurde, welches für jeden anderen Funktionär jeder anderen Partei den politischen Tod bedeutet hätte. E» genügt daher, die Auslassungen der, „Zeit" als einen kompletten Unsinn zu charakterisieren und hinzuzufügen, daß Genosse Jaksch diese Anbiederung des HenleinorganS durchaus von der humoristischen Seite nimmt. Wenn nämlich die Magenschmerzen de» Herrn Kasper noch durch Gehirnschwund in der Redaktion der„Zeit" begleitet werden, dann kann man der SdP-Führung nur die schleunigste Uebersiedlung in«in Siechenhaus empfehlen. Eine erfreuliche Nachricht Die Schamottefabrik Goldberger in Neu- Sporitz bei Komotau, Hai diesen Montag den Betrieb wieder ausgenommen, nachdem sie fett zwei Jahren vollständig stillag. Das Unternehmen will insgesamt 70 Leute beschäftigen. In Zeiten der Konjunktur Ivaren bestenfalls 80 Arbeiter im Betrieb.»Sobald die noch bestehenden Material- schwicrigkeiten behoben sein werden, wird die jPvoduktioN»in vollem Umfange ausgenommen. Oer Rückgang der Arbeitslosigkeit Nach den Ausweisen der Karlsbader BezirkSarbeitsvermittlunz wurden dort Ende August noch 6b12 Arbeitslose gezählt, gegenüber 6983 Ende Juli. In der Ernährungsaktion standen 4581(im Vormonat 4848), nach dem Genter System unterstützt wurden 982(1107) Arbeitslose. Mit dieser Ziffer wurde der bisher niedrigste S ta n ds e it I a h r e n erreicht. Sie wird kaum mehr unterschritten werden, weil ja der September naturgemäß schon wieder das Ausscheiden einer AnzahlSaison» arbeite« bringt, die dann wieder in das Heer der Beschäftigungslosen eingereiht werden. Es müßten Notstandsarbeiten beträchtlichen Umfanges in Angriff genommen werden, wenn ein Anschwellen der Arbeitsloscnziffer verhindert werden soll. SdP— Deutschland— Franco französische Fremdenlegion . Der aus Kleinthal bei Pürstein gebürtige junge Wilhelm Bartl, Anhänger Henleins, verließ, nach einer Meldung des„Pra- Zur Präser deutschen Sendung Im August Die Sommerschwäche de» Prager deutschen Rundfunks,, von der schon da» letzte Mal berichtet werden mußte, war auch im abgelaufenen Monat wieder zu bemerken,— mit einer Deutlichkeit, die es wünschenswert macht, nun endlich wieder wenigsten»«in normale» Niveau hergestellt zu sehen'(oder richtiger: zu hören). Denn«» häuften sich im August unzulängliche Besetzungen und anonyme Berlegen- heitrsendungen, viel Zeit wurde mit ganz belanglosen Schallplattensendungen und mit den überflüssigen Wochenend« und Sommerfrischen-Plau- dereien vertan.»And zu all diesen Unerfreulichkeiten kam diesmal noch da» Walten einer Zensur, die so viele ässen« Worte» verhinderte,» daß«in offene» Wort übet sie.gesagt werden müh: tvenn in der Vortrag»reihe„Für Volk und Frieden".dir Ar« beitersindung GLtze von Jean. I a u r»» gestrichen,. Worte«Her. tisch« ch ischen Frau an ihre deutschen' Mitbürgerinnen verhindert wurden, wenn »ein Vergleich'»der Frieden»phjlosophi« K a n t» mit dem Geist de» deutschen Militarismus der.Ablehnung verfiel, wenn die Rede de» Abgeordneten Laub btziMÄigerndorfer Arbeitertag so', zensuriert'werdenisöllte, daß der Bericht auf die-Ueber- tragung der Rede vorzuziehen war und! tvenn dann gak'tioch ein Vottrag, der■ eint durch Zensurmaß- uahiucn entstandene Lücke auSfüllen sollte, bei dieser plötzlichen ProgtämmänderüNg verloren ging, dann» handelte«8 sich nicht mehr um«ine Reihe bedenklicher Sinzelfäll«, sondern um«in bedenkliche» System, da» er der Prager deutschen Sendung wahrhaftig schwer macht, ihre werbende und freiheitliche Aufgabe zu erfüllen. Hoffen wir also, daß die im letzten Monat wahrgenommene Zensurpraxis auch nur eine vorübergehende Sommererscheinung war. Daß man in der Ferienzeit Bericht« von verschiedenen Gegenden der Heimat bringt, ist durchaus gerechtfertigt. Aber wenn diese Berichte— wieder Vortrag de» Herrn Berndt„Zwischen Jser und Polzen"— im Sitte«ine» durchschnittlichen Reiseführer» mit,unanschaulichen, historischen und geographischen Angaben gehalten finh.dannwird man. de» trockenen Tone» basi> satt, was leider auch von der Böhm e r w a l d- R e p o r t a g e au» Bähmlsch-KruMau galt. Es sei festgeftellt, daß die Hörfolge vom Sttft K l a d r a eine.Katholische Reportage" sozusagen, in jeder, auch:sy sprachlicher Hinsicht,. besseren Eindruck machte.,< » Die rednerischen Mängel, deneninderPrager deutschen Sendung, wie schon einmal bemerkt, zu Wenjg. Beachtung gewidmet Wird, machten. sich auch .bei» lyusikglischen^Veränstalturlgen störend bemerkbar. Al» Beispiel, dafür',seiyur»die Leistung des Sprecher» bei oer(von Dr. Paul Nettl sachderftändig au»- gewählten'. und. kommentierten) Sendung„M u.s t- »k äl t/s.ch« W and-e r u ng'd u ä ch P t a g" angeführt, bei der übrigen» auch die Sängerin durch der historisch intereffanten» Lieder, die: sie vortrug,-unkenntlich» macht«, während Prof.-Josef Länger am Lembolo und Klavier Wied« wirkliche Proben von Können und Einfühlungsgabe bot. Ihm und Hede Langer verdankte man auch vorher schon einen eigenarttgen musikalischen Genuß: heitere Blockflötenmustt, dl« unter dem Motto„Auf, du junger Wandersmann" Volkstümliches und reizvoll Romanüsche» vereinte. Lobendzu erwähnen ist auch das Prager Rundfunkorchester, das besonders bei dem Konzert„Humor in der Musik"(mit Werken von Mozart, Vincent Reiff- ner und Saint-Sasn») unter der Leitung Karl No» vakr«Ine ausgezeichnet« Leistung böt, Von sonstigen musikalischen Sendungen seien noch die Gedenkver- anstaltimgen für Edvard Grieg und Tlaude Debussy hervorgehoben.- t' .; Bon den(literarischen Sendungen beanspruchte die Hörfolge zum Goethetag die»meiste Beachtung. Aber sie.fiel nicht so repräsentativ au», wie man hätte erwarten könne». Die Text-Auswahl war — mit gutem Recht—.auf die Menschlichkeits-Idee in Goethes Dichtung gerichtet, aber her Ausbau der Hörfolge hätte sorgfältiger und die Wahl der Vor« tragenden glücklicher sein» können. Willy Volker ist. gewiß einer» der besten Sprecher unseres Rundfunk Ensembles, aber seine Stärk« liegt mehr im VolkS- tümlichen und Huüwrigey» als im Klassisch-Feierlichen,, und die»übrigen Mitwirkenden der Hörfolge verstanden e» noch weniger,.Goethe würdig und .lebendig, zugleich zum Sprechen zu bringen. Zwei Teige darauf,.bei der Aufführung de».Hörspiels „Ernte" von Josef MhEerger, war,. dann der gegintettige Fehler zu bemerken:, hier wurde, in einem Bauernstück(das allerdings schon vom ,Autor zujschrlftsprachlich abgefaßt Ivar)»beinahe klassisch gesprochen. An Mühlberger» kürzlich aufgeführte» „Der Kampf** Sozialistische Revue Heft 9, September 1987, hat folgenden Inhalt: WcnzelJaksch: Die große Nervenprobe. R. Z i m m e r m a n n: Die portugiesische Ouvertüre. GregorBIenstock: Welthistorische Wendung in Ostasten.— Ein Prüfstein der SlaatSkunst. FriedrichRenatuS: Bürger und Arbeiter. Emil F r a n z e l: Zur geistigen Abstammung de» Faschismus. Fritz Weifet Der Kampf um die Arbeitszeitverkürzung in der Tschechoslowakischen Republik. Politische Bemerkungen! Tie Kriegslage in Spanien—Deutschlands Jagd nach Eisenerz— tzeftungSbau und Strategie— Nationale Tschechen für den deutschen Sender. A u S d c m g e I st i g e n L e b e n:„Tie Welt ' gehört uns"— Was fehlt— Dasselbe— Literarische GPU. Bücherschau. Preis des Heftes 5 AL, Jahresbezugspreis SO K& Redaktion und Verwaltung: Prag Ik., ger Mittag", im vorigen Herbst die Tschechoslowakei, um in einem deutschen Arbeitslager zu arbeiten. Vor Weihnachten ersuchte er brieflich seine Eltern um ihre Zustimmung zum Eintritt in die deutsche Armee. Er ging zur Fliegertruppe. Im Sommer erhielten die Eltern die Nachricht, daß ihr Sohn mit unbekanntem Ziel verreist lväre. Er lvurde, wie viele andere, als „F r« i w i l l i g e r" n a ch S p a n i e n abkommandiert, denn ein neuerlicher Brief Bartls, der dieser Tage bei seinen Eltern anlangie, berichtet von seiner Flucht und dem Eintritt in die französische Fremdenlegion in Nordasrika. Erklärung Zu dem in dieser Zeitschrift am 25. Mar 1987 unter der Uebcrschrift„Saftige Wahrheiten über die SdP" veröffentlichten Artikel erklären wir, daß dieser Artikel ein Zitat aus der„Rumburger Zeitung" gewesen ist und daß wir die Ausdrücke, durch welche die Herren Konrad Henlein,?lbg. Rudolf Sandncr und Heinrich Rutha an ihrer Ehre verletzt lverden, widerrufen. Die Redtiktttlck.»» Erklärung Zu dem in dieser Zeitschrift am 19. Juni 1987, unter der Ueberschrift„Porträt Henleins. Französisches llrteil über die SdP" veröffentlichten Artikel erklären wir, daß>vir den Ausdruck, durch welchen Herr Konrad Henlein an seiner Ehre verletzt worden ist, widerrufen. Die Redaktion. Die gesamte Ernte eines Egerländer Land- Wirtes vernichtet. Montag wurde die erst im vorigen Jahre nach einem Brandunglück erbaute Scheune des Landwirtes Winterstcin in Tvnawitz abermals das Opfer eines Feuers. Trotz der vorbildlichen Zusammenarbeit der Feuerwehren brannte die Scheune bis auf die Grundmauern nieder. Das Unglück ist um so bedauerlicher, al» Winterstein nicht versichert war und die Scheune seine gesamten Erntevorräte enthielt, die restlos vernichtet wurden. Die Brandursache wird in der Selbstentzündung des feucht eingcbrachten Hafers erblickt. Spiel„Die Unbekannte au» der Seine" reichte diese konstruierte Szene vom Sterben des Bauern beim Erntegewitter nicht heran. Aber sie stand immerhin auf diskutablem Niveau, was sich von der(vom Auwr selbst gelesenen)„Bcrgromanze" Ernst Kreische» schwerlich sagen ließe. Eine inhaltlich belanglose, stilistisch kaum durchschnittliche und stellenweise unfreiwillig komische Geschichte(wenn z. B. an einer sehr gefühlvollen Stelle vom„Oberkörper" der geliebten Frau die Rede ist). Gibt cs wirklich so wenig Annehmbares in der sudetendeutschen Literatur? . Unter den Vorträgen im Monat August waren nur die jjer A r b e i t e r s en düng interessant. Besonders zwei seien genannt: der höchst aktuelle und in seinem Inhalt sachverständige und lehrreiche Vor» trag Dr. Bienstocks„Gärendes Japan" und Karl Kern» Vortrag„Was ich in Spanien sah", der von eigenem Erleben im Lande der Bürger- und Inte:- venttonskriege» anschaulich und ergreifend berichtete. Auch die anderen Vorträge der Arbeitersendyng, die zum Teil wirtschaftlich-sozialen Fragen, zum anderen Teil den Ideen des Friedens und der Verständigung gewidmet waren, hatten jene Beziehung zu den tvirllichen Problemen unserer Zeit, die so vielen Borträgen der Prager deutschen Sendung mangelt. Nicht einmal informative' Borttäge erfüllen Ihren Zweck, wenn sie nur unklar« Redensarten bringen,— wie zum Beispiel der Vortrag«ine» Lehrers der freien Schulgemeinschaft Leitmeritz über da» Erziehungsziel dieser Anstalt, au» dem der wißbegierige Hörer nur erfahren. konnte, daß dort nicht„kleine Bolschewik!", sondern„sonnige kleine Persönlichkeiten" heranwachsen.—eis— Nr. 200 Autobus gegen Auto. Bei Coshen Im Staat Indiana stieß ein dollbesetzter tldberlandomnihus mit einem Personenwagen zusammen. Sieb?» Personen wurde» getötet und über 35 mehr oder weniger verletzt.. Dor Autobus geriet in Brand. Kirchen werden Kinoö. Die Londoner Mor« genblätter berichten, daß etwa 200 englische Kirchen,bereits in den nächsten Wochen mit Tonsilm« 'apparaten ausgerüstet werden". Während ,dcr, Gottesdienste sollen Filme religiösen Inhaltes vorgefiihrt werden. Wie cs heißt, sollen die Sprechsilme die. Predigt ersehen, während die üb« liche Bibcllesung und die Gesänge beibehaften tver- den. Der Himmel schiveigt dazu... Spinale Kinderlähmung. Wie aus Toronto (Kanadas berichtet wird, greift dort die Kinderlähmung In beunruhigender Weise um sich. In. Toronto selbst sind gegenwärtig über 276 Personen, an Kinderlähmung erkrankt. In der ganzen Provinz werden 727 Fälle von Kinderlähmung verzeichnet. . Blitzschlag. In Doganella bei Littoria schlug, der Blitz In ein Familienhaus ein.. Die Mutter und drei Kinder wurden getötet, während der Vater und die übrigen drei Kinder so schwer verletzt wurden, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Die Opfer der Berge. Ter löjährjge Karl Schacher aus Graz ist bei einer Bergtour auf den Hoch« spitz bei Rottenmann 80 Meter tief abgestürzt und blieb tot liegen. Die heitzen Quellen in Liberias(Palästina), die schon seit der Zeit der Römer als Bäder benutzt wurden, werden nun modernen Bedürfnissen entsprechend ausgestaltet werden. In Tiberias wird mit einem Kostenaufwande Von 46.066 Pfund ein großes Bäderhaus errichtet werden, zu welchem ein tschechoslowakischer Fachmann aus Karlsbad die Pläne geschaffen hat. Ein neuer Rekord. Bisher war daSTrom« mein, mindestens in Schottland, noch eine durchaus männliche Angelegenheit, Mer jetzt"ist in Du- noon in Schottland ein Wettbewerb ausgetragen worden, bei dem Miß Agnes McAlpine gegen acht, männliche Konkurrenten den Sieg davongetragen" hat. Sie wurde als der beste Tambour-Major von ganz Schottland proklamiert. Böse Zungen behaupten, daß die Entscheidung der Jury nicht so sehr auf die Beherrschung der Trommelwirbel durch Miß McAlpine zurückzuführen Ist, als vielmehr durch den Anblick ihrer Beine unter dem kurzen schottischen Röckchen, mit deren Formen die ihrer Konkurrenten nicht mithalten konnten. Leder auS Seefischhaut. Der Pressedienst der reichsdeutschen Einzelhandels, teilt mit, daß er. gelungen ist, au» Seefischhäuten ein Leder herzustelle»,. dar verschiedene Ledersorlen v o l l st ä n d i g(?) ersetzen kann. TaS Fischlcdcr aus den Hüten de» Kabeljau, des Seelachses, des Goldbarsches' und anderer Fische könne naiurfarben oder gefärbt ver-. arbeitet werden; es wird betont, daß er sich um regelrechte» Leder handle,, so daß cS-in gewissem Umfange zu: einer Entlastung der deutschen Lederwirtschaft kommen, könne. Reue Wetterverschlechterung? An der Vorder-' seit« einer tiefen Störung, die sich in den letzten" Tagen über dem Dzean ausgebreitet hat und die jetzt allmählich gegen da» Festland fortschreitet, trat«ine st a r k e E r w ä r. m u n g ein/ In Frankreich wurden' Mittwoch nachmittags 27 bis 86 Grad Wärme ver«" zeichnet. ES muß daher in den nächsten Tagen in" Mitteleuropa mit einer neuen Wetterver- s ch l e ch ter u n g gerechnet Iverden. Schon Mittwoch kamen in der Republik zahlreiche Gewitter mit. ^Regengüssen oder Hagelschlag zum Ausbruch.— Mitteleuropa mit einer neuen Weiterher« heute: Wechselnd bewölkt, stellenweise Gewitter .oder Schauer, mäßig warm, Südwestwind.— W etter a u S s i ch t c n für Fre ft« g: Bom Westen her erneut Zunahme der Neigung zu Gewittern oder Schauern und leichte Abkühlung. In der Slowakei und In Karpathorußland"noch heiter Und I sehr warm. Seite 4 Donnerstag, 2v September 1037 riesige Kaserne" einem Mal in AAesneuigLelkk H die Häfen von Chekiäng und Füllen werden die Waren Schanghais übier. die.tzäyze'nprhchlnestsche Tiefebene verteilt. Man kann'ruHig sagen, daß Schanghai die Hälftewon China bedient, die wichtigere Hälfte. Das allere weiß" Japan. Ammer - Wir dürfen- vielleicht hinzufiigen, daß diese-Analyse füruns nichts wesentlich Neues bringt. Sie deckt' sich mit dem, was von sozial- demokratischer Seite seit langem und wieder- holt Wer den Charakter" des neuen Rußland gesagt wurde. Interessant aber sind die k o n- krete.n, S y m P t o.m e, die hier verzcich- nct" wurden.. MM Sechs Bergarbeiter verschüttet. Auf der Kohlengrube„Lech" in Nowa Wies bei Kattowitz wur-enf infolge eines tektonischen Erdstoßes sechs Bergarbeiter verschMet. Sin Bergarbeiter sand den- Tod,, diefünf anderen.konnten- nach angestrengter Rettuügsarbeit geborgen werden. Drei der,".Geretteten--haben, lebensgefährliche Verletzungen'erlitten.. i, Berurteilt. Wegen des Verbrechens des Hochverrates, wurde vom" Schwurgericht in L i n z der 44jährige Bäckcrgchilfe Friedrich.Kammerer zu, zwei Jahreni verschärften Kerkers verurteilt. Kammerer war-"in,--der-, kommunistischen. Partei tätigund floh nach den Feberereignisstn im Jahre 1634 in:die Tschechoslowakei,.wo,er.später wieder nach Oesterreich, zurückkehrte und" verhaftet wurde. ."" Raubmord an einer Greisin. In Graz wurde--die> 74jährige" Postadjünktenswitwe Marie Lenzermordet-aufgefünden.Dic blutüberströmte Leiche, wies an, der-rechten-Schläfe mehrere von Hiebenmiteiner Hacke herrührende Wunden auf. Wie dje ersten Erhebungen"ergaben, handelt eS sich um einen Raubmord.-Von-dem Täter"fehlt bisher-jede--Spur.' Ein Neubau eingestürzt. In B ud a p e st stützte.'Mittwoch"abends"ein".im Bau. befindliches dreistöckiges Gebäude ein. Sechs Arbeiter wurden > lebensgefährlich'".verletzt," drei Arbeiter"werden vermißt?•'. f.. WW seine. Schanghai,Wünsche, niemals, ausgegeben. Die, LsuSlandtzr'erzählen ganze Bände über-die Bersüche-JapckNS„däs Settlement, unter japanische KystEölle M-bringsch und die-neutrale amerika- ntsche^Shanghgi'Evening Pqst"" berichtet alle Tage'Über-Züsgnitnchlstöße-zwischen den Japanern und dVn äÄereü'i Bewoh'netn'.''der Konzession. Meist gi^.teS Streit, wegen des. Durchzugs mapövrier?icher jäpanischet: Hüppen, und man erinnivt, sich yoch an den iMaiworgen 1934, da die Japaner einen ganzen- Teil des Settlements „zu Manöberzweckon"-" besetzten. Besonders- große Gegensätze--gibt.es-imNier zwischen den Amerikanern und'Japanern.-.- Die": amerikanische Bevölke« rung Schanghais ist zahlenmäßig weit" schwächer als-die'.englischel gewinnt Wer immer- mehr an Bedeüylng, d«r die großen-Konzerne des Settlements- ost-in amerikanischen Händen liegen. Die Amerilgner- welche die Gefahren des immer mäch"tsgsr-'werdenden.-"japanischen'Einflusses in Schanghai-erkannten, fordern eine engere Zusammenarbeit^zwischen-den- Europäern-und Chinesen, sic unterstützen auch die Forderungi einiger Na» tionen,- die'.im Internationalen Council nicht ver- tretentsind, Mach einer" Vertretung.(Oesterrei- cher^Deutsche,'Schweizer-esc.-)- Für"die; Europäer, dje seit.'langem in Schanghai"lebenünd den Fernen Osten gut ken« ncn, ist der neue Krieg nicht." unerwartet gekommen.. Ste.'"wissen," daß'- die japanische'"Expansion immer. weiter-. geht und" daß. andererseits China heute: militätisch'viel gefestigter, ist" als zur. Zeit der' letzten Zusammenstöße. Damals allerdings wurde"das internationale Settlement von den Javanern, respektiert," au»..Furcht vor internationalen Verwicklungen; Aber;"je.moderner di« Kriegsmittel werden, umso, schwerer ist eine territoriale Begrenzung.des Krieges," zumal wenn die Grenze von einer Straßenseite, zur anderen geht. Die- weißen"Menschen/in,-Schanghai machen jetzt schwere/Tage.durch, aber":sie. hohen. diese Tage kommensehen. Denn"sie sind nicht blind und sorgfältig Japan seit 1982 den neuen Vom Rundfunk Bmpfahlaniwartas an» den Proarammant Freitag Prag, Sender I: 7: Morgenmusik, 11.85: Schallplatten, 12.16: Opernduette, 14: Deutsche Sendmyz: Von Strauß zu Benatzky, 14.46: Schallplatten, 18.65: Deutsche Sendung: Maria Erben, Zwitta«: Braucht das Arbeitermädel hauswirt- schaftliche Schulung? 18.15: Oberlehrer Scholz: Ein neues Schul'nhr beginnt, 18.85: Deutsche Ar-' beitcrsendung: Aktuelle zehn Minuten, 18.45: Deutsche Presse, 19.25: Märsche auf Schallplatte», 22.26: Schallplatte».— Prag, Sender II: 15: Opernarien, 15.15: Deutsche Sendung: Dr. Hahn: Haben Sie Hemmungen? 15.85: Schallplatten.— Brünn: 16.16: Ruckdsunkorchosterkonzert: Grieg, Dvorak etc., 17.46: Deutsche Sendung: Sportakkralitäten.— Oppenheimer: Au» mähr.-schlesischem Kunstschaffen. — Preßburg: 14.15: Violoneellokonzert, 26: Rund- funkorchesterkonzert.-— Mähr. Ostrau: 12.85: Rimdfunkorchesrerkonzert: Delibe», Ncdbal etc., 18.16: Deutsche Sendung: Dr. Stoffe: Heberreligiöse Sekten in Kamerun,— Liederkonzert von ßorner, Niederlagen können lehrreich sein. Vor fünf Jahren haben die Japaner bei Schanghai eine Schlappe erlitten, die schon fast eine Niederlage war. Sie haben daran gelernt. Auf der Stelle ihrer Niederlage haben sie eine"-- errichtet, man könnte auch sagen, eine Festung. Reben den: Nordbahnhof gelegen— der Schanghai mit der Hauptstadt Nanking verbindet— und in nächster Nähe de» Stadthauses von Kiangwang, mitten in der chinesischen Stadt, ist diese Kaserne ein Stützpunkt, der nicht so leicht eingenommen werden kann. Die Betvohner der internationalen Konzession, des Settlements, haben laut protestiert, als die Japaner begannen, ihre riesige Kaserne zu bauen. Die amerikanischen Zeitungen schrieben von einer„Bedrohung des Settlements" durch die Japaner. Di« Japaner schüttelten höflich den Kopf,, verneinten alle bösen Absichten— und bauten weiter. Sie bauten auch das ganze Stadtviertel um den Hongkew- Park in«ine japanische Stadt, um. Wer im Sommer 1987 nach Hongkew kam, sah sich mit eine japanische Stadt versetzt. Kleine Häuser mit Blumen, Japanerinnen im Kimono mit ihren Kindern auf dem Rücken, japanische Matrosen, klein und stämmig, farbige Laternen und Türen, die wie Kulissen aussahen— in Kyoto oder Tokio konnte es nicht japanischer aussehen. Dahinter aber, schon weniger leicht und spielerisch, Fabrikskamine und Kasernen, und Warenhäuser, in denen man unverhältnismäßig billiger einkaufen konnte als in den Hauptstraßen des Settlements. Aber die Japaner machten nicht Halt. Ein Jahr später tauchten die japanischen Waren im Settlement selbst auf, minderwertig, aber phantastisch billig. Jeder Mensch in Schanghai weiß, daß diese Waren nicht den üblichen Zollweg gegangen sind, denn die Zolltarife von Schanghai sind hoch. Aber sie sind eben hier und schlagen die gesamte ausländische Konkurrenz. Die 68.000 Arbeiter der japanischen Baumwollspinnereien haben fast g'enan so viel produziert wie die 156.000 Arbeiter der chinesischen Betriebe. Seit Jahren haben die Japaner, das Stadtviertel Hongkew als„japanische Stadt"-betrachtet, obwohl Hongkew zur internationalen Konzession gehört und daher auch durch das„Council" verwaltet wird, das aus fünf Chinesen, fünf Engländern, zwei Amerikanern und zwei Japä»" nern besteht. Seit Jahren verlangen di« Japaner eine größere Vertretung in diesem Council. Seit Jähren erbaut die japanische Marin« in der Hong- kew-Sektion zahlreiche Baracken, Militärspitäler, Offizierswohnungen. Nun liegt aber Hongkew in allernächster Nähe des„Civic Center" von Schanghai, des Sitzes der chinesischen Verwaltungsbehörden, denen dieses„Imperium in im» perio" durchaus nicht behagtc. Aber was half es? Die Japaner bauten weiter und betonten immer wieder ihren Friedenswillen. Immerhin gingen sie so weit, daß in Hongkew nur ein Japaner eine Kino- odep KasfeehauSkonzession bekommen konnte, daß ausländische Touristen verhaftet wurden, weil sie sich, nachgewicsenermaßen ohne böse Absicht und ohne Photoapparat, zu nahe an die Kasernen-von Hongkew herangetraut hatten und die europäischen Konsuln lange Verhandlungen führen mußten, um ihre Staatsangehörigen auS Hongkeiv zu befreien, obwohl ebendieses Hongkew zu dem internationalen Settlement gehört I Das alles sind keine Zufälle, sondern wohlerwogene Absichten. Die Japaner wissen, was der Besitz von Schanghai bedeutet. Schanghai ist nicht nyr der viertgrößte Welthafen, was die Tonnage betrifft, der industrielle Mittelpunkt Chinas— die Hälfte aller chinesische» Industriebetriebe befindet sich in und bei Schanghai r— Schanghai ist auch der Umschlagsplatz für das gewaltige Hinterland des flangse, in dem schätzungsweise 200 Millionen Menschen leben.-Noch mehr. Durch das....... den Wettbewerb. zur Erlangung eines neuen Geschichtslehrbuchs für" die russische Mittelschule veröffentlicht worden"— ein ungemein-instruL tivcs und für die Evolution des Bolschewismus hochbedeutsames Dokument. Bon 46- eingereichten Manuskripten hat die Jury nur"das unter Leitung von Professor S ch e st a k o w verfaßte Geschichtsbuch für zeitgemäß.erklärt, allen anderen werden die gröbsten Entstellungen vorge- worsey, als da sind:-Bagatellisierung- der Be- deutung des"-Christentums.-in. der, Geschichte Rußlands, Jgnorierüng. der moSkowffischen ZcntralisierungstendeNzcn, Bewertung der b o b s ch e w.i-st i s.ch^e n Rev'ol-udi.on als e i n e s-K l a s-s en a-u f st a n.d s,",. st att, wie eS richt i g s e i,.darin eine natio- nale Erhebung gegenLie-inlernationale Bourgeoisie zu schen. Achon das ift-sehr chärak. tcristisch. Aber dazu, wendet-"-sich' das Gutachten gegen das„Geschwätz vom glücklithßen.Land der Welt", mit dem. ganze"Äffen- der Lehrbücher gefüllt würden, eS lehnt die Auffassung- ab, daß die Arbeiterklasse,"welche. Führerin.der,ganzen Nation sei, nur in- ihren eigenen IJyteresstzn-die Revolutivn. entfacht'hohe,->.und-'eS.tadelt schließlich streng jene Autoren,' di? den-Kindern in der Schule die Meinung, qufdrängen woltzen/. daß die Staatsgewalt- ,in. SowjArußland-unmittelbar durch die kommünistische Partei verwirklicht würde. Nicht die Partei,.sondern dje Sowjets. seien die„politische Basis? deb neuen Rußlands l Das'S t a a t s p r i nzi.p hat damit endgül- ttg über die Parteimter^ssen t.r i u m p h i.e r,t^ Neben der großen AuStzinändersehung zwischen der alten ugd der jungey Generation, die ja wohl auch, wie im-natiönalsojiasifttschen Deutschland,ein Kain-Pf; ffm; die. Fut» t e r k r j P p e ist, erhebt sich: somit hinter dem scheinbar sinnlosen Wüten deS Kreml'gegen die" alten Parteigenossen auch.der i deol o g i s ch c Gegensatz von" S'"ft.a.ad.üistdPär- t e i," und man" kann wohlsägen, daß die phy. fische. Vernichtung der Anhänger der Pürtei< mächt.nür einen Prozeß beschlenUgk,-:der durch die neue,- auf.den Staat, den nationalen Machtstaat. hin" orientierte Mentalität der russischen Jugend hervorgerüfeniistftJn der'auswärtigen Polffik wird SowjetrußlaNd'.däher-wohl noöh geraume- Zett' mit den^nss dem Arsenal" seiner Parteiideologie'geholten'- Wäsfen drohen und Berwtrmng stiften können,"". aber.w i.r'k.l.i"ch ernsthaf.t eng a'g iie r't eS.sich'n u r n o ch,- w o-es''s e i-.n S t a a t S.i'n"t e r- esse für bedroht anfehen muß.' die jahrhundcrie alte-Befestigung Chinas im Norden, dient partiewveisc auch heute noih all a;ft.:;;;- Befestigung.-"... Die Wandlungen RuBlands Die demokraffsche und rußlandfreundliche — selbst von der„Roten Fahne" bisher nicht de»„Trotzkismus" überführte— Basler „N a-t i o na l-Z e i t u n g" schreibt-in einem Artikel ihre» Moskauer, stet»'sehr gut informierten- Korrespondenten-u. a.:- „In den russischen Zeitungen. ist. soeben Gutachten der RcgierungSkommission'übtzr Wer Schanghai besitzt... Wie Japan den Krieg vorbereitete Von. Josef Wechsberg»...» wieder" haben die" japanischen Blätter im Jahre 1082 geschrieben,„der Tod. auf den Schlachtfel dern von Wusung pflastere den Weg für die Ausbreitung Japans auf dem- Kontinent". Wer Schanghai besitzt, besitzt auch das gewaltige Hinterland des Fangtse. Japan hat"1982 dem heroi-.. schen Widerstand der Weltmeinung und" der chine« I wissen," wie"s fischen 19. Arniee weichen müssen,- aber es hat I Kampf-um Schanghai vorbereitet hat. WML Nr. 206 Donnerstag, 2. September 103? Seite 5 kein Schrecken mehrl 77 71 .„„,72 ™ VI Mc .-,<.’... 698.— Markmünzen.787,50 100 österreichische Schilling.. 526.50 Ifjs xumänische W--......., 16.47 loq polnifchr Ztotp 518:50 lifO ungarische Pengö.'.;.". 548.50 100 Schweizer Franken. 655.50 106 französische Francs.. 107.10, ' 1 eniftschtSMnd......" 141.50 1 " 1 amerikanischer Dollar. i 28.50 lOO itqlienische Lfte..//133.40 lOO. Holländische Gulden i..-1577M? 100 jugoslawische Dinare-...61.92. 100 Belga»....: f,. 482.50 100 dänische Kronen.."... 634.— 100 schtvedlsche Krone».«.. 782.— ein, dagegen im Jahre 1985 mehr als 68.000 Stück. Ebenso unterschiedlich sind die Zahlen des Eisenbahnnetzes. 1900 hatte China nur 909 Kilometer Eisenbahnen, 1936 dagegen mehr als 12.000 Kilometer im Betrieb und weitere größere Linien im Bau. Auf Grund der guten und schnellen Verkehrswege entstanden überall im Lande größere und kleinere WirffchastSzentren: Fabriken, Elektrizitätswerke, Spinnereien und Webereien, da Infolge der sich weiter günstig cntwik-' leltey BerkehrSverhältnisie" der Absatz zu den Hauptmärkten gesichert war. So entstanden in den letzten Jahren aus einem. Chaos ein gesunder Kern, der das Augenmerk der gesamten Weltwirtschaft auf sich zog. Dr. Kung.krönte diese bisher beispiellose wirtschaftliche Entwicklung Chinas dadurch, daß er im Jahre 1936 China, diesem bis dahin dreigeteilten Lande, eine einheitliche Währung gab. Gleichzeitig wurden Amerika und England an der Silberbasis beteiligt, um so eine festere Stabilität zu erreichen. Doch Dr. Kung sah, daß sich der neuen Währung durch die veraltete F amilien- kapital-Wirtschaft Probleme entgegenstellten, die unbedingt beseitigt werden mutzten. Infolgedessen schaffte er, um den Kurs der Währung stabil zu halten, eine Goldreserve, die der"Notenbank of China als Deckung diente. England, Amerika und China sind also nicht nur andem Bestand der chinesischen Währung, sondern' äuchan" einer" geordneten privaten Fistanzr wirtschaft interessiert. Chinas bedeutender Finanz- mann sah auch die Komplikationen, die seinem Lande bet einem weiteren Vordringen Japans drohten. Er benutzte daher seinen Besuch in Amerika, einmal die Goldreserven der Bank of China zu vergröhern, und dieser größere, 500' Millionen Dollar Goldkredit dient zum weiteren Ausbau der Beziehungen beider Länder über den nördlichen Pazifik. Amerikas wirtschaftliche Basis in China wird dadürch noch weiter gefestigt, gleichzeitig aber erhalten seine milttärischen Operationen im Nordpazifik größere BewegungSftei« heit.— England, das mit einem weiteren Kredit von 85 Millionen Pfund feine Positionen in China verstärkte, erhielt dadurch besonderen Einfluß. über strategisch wichtige Eisenbahnen, u. a. Kanton—Meihsin und Pukow—Sianjang-Eisen- bahn.— Der Kredit des französischen Bankenkonsortiums in Höhe von 800 Millionen-soll dazu dienen, den internationalen Wechselkurs der Bank of China zu stabilisieren und den Wirt- schastslieferungSkredit mit andem Ländern zu festigen. Wir sehen also, daß China heute das aufstrebende Land in Ostasien ist.„Chinas politische, wirtschaftliche und finanziell« Lag« ist selbst durch einen Krieg nicht zu erschüttern",' diese Worte Dr. KungS sind mitbestimmend für den weiteren Aufstieg Chinas und seiner welthistorischen Sendung. Streik* In Wiener Metallbetrieben. In drei großen Wiener Metallbetrieben ist wegen Lohnforderungen in den letzten Tagen gestreikt worden. In der Automobilfabrik" Flat in Floridsdorf wurde die Arbeit- für. zweieinhalb Stunden niedergelegt. Die Arbeiter erklärten,.daß sie dadurch"der.Lohnforderung, nach 15."Prozent Nachdruck.'verleihen wollten, da die Berhändlun- gen nicht vorwärts gtheM.Jn einer BollversamM- lnng der'Belegschaft mußte der neuernännte vor», sitzende der. Einheitsgewerkschaft(die."von der Regierung gegründet wurde), Legat, den man her- hetgeholt hafte, erklären, daß er sich ganz hinter die Lohnforderungen"der- Arbeiter" stelle,, obwohl bisher der»Obmann" gegen.' die generelle Lohnforderung Stellung genommen hatte, Ebenfalls, wegen Lohnforderungen und^wcgen der- Ueber- stundenschinderei kam. es auchiinderSsmmerin- gcr Waggonfabrik zuIN Streik. Im Betrieb War- chalowski in Ottakring Ware» Differenzen, wegen de^. Akkordsätze der Anlaß zur' Arbeitsniederlegung.- J.i, Faschistische Altersversorgung. Trotz.jahrzehntelanger Leistung der hohen Knappschastsbei- trage,-springt Man im Dritten Reiche mit den alten Bergleuten so um, wie man eS Nur-aus der Sklave»zeit her kannte. Im Bericht"über den Arbeitseinsatz in Dortmund im Juli 1987 heißt eS u. a.:„Bergarbeiter, die für den Einsatz im Bergbau toegep vorgerückten Alters nicht mehr in Frage kamen, konnten der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt werden." In der Vorhitlerzeit erhielten diese Arbeiter eine Rente, die ihnen ein geregeltes, wenn auch bescheidenes Dasein an ihrem HeimatSort ermöglichte. Im fünften Jahr der faschistischen Diktatur ist eS nun soweit, datz nicht nur die Bergarbeiter von einem Revier zum anderen kommandiert, sondern auch alte Bergmänner aus ihrer Heimat verjagt werden, um als Landarbeiter den Krautjunkern„zur Verfügung zu sein". Di« heurige Ernteschätzung. Das Statistische Staatsamt teilt die Ergebniffe der vorläufigen Schätzung der Durchschnitts- bzw. der Gesamterträge der Hauptgetreidearten, von Raps und Frühkartoffeln bei der heurigen Ernte mit. Die Zahlen in der Klammer bedeuten die Ergebniffe der endgültigen Schätzung vom Jahre 1986.— Durchschnittserträge auf ein Hektar: Winterweizen 15.9(16.4), Sommerweizen 15.8(15.0), Winterroggen 14.9(14.8), Sommerroggen 10.7 (11.0), Wintergerste 17.4(17.7), Sommergerste 15.7(16.1), Hafer 16.6(15.9), Halb- frucht 18.5(14.7), MaiS 10.8(22.1), Raps 14.8(15.8), Frühkartoffeln 76.7(97.4). Gesamterträge. im g:—Winterweizen 12,798,105 '(14^579.847)','''" Sommerweizen-699:823 (547.455), Winterroggen 14,285.071(14 Mill. 169.291), Sommerroggen 287.288(194.778), Wintergerste 180.519(125.631), Sommergerste 10,448.159(10,068.066), Hafer 12,892.848 (12^188.671), Halbfrucht 80.605(91.449), Mais 1,868.588(1,888173), Raps 116.888 (74.150), Frühkartoffeln 8,219.169(4 Mill. 79.980). Keine Erhöhung der Umsahsteuerpauschale. DaS Finanzministerium macht darauf aufmerksam, datz die von einem Teil der Presse gebrachten Meldungen über die Absichten des Ministeriums, die Pauschalierungen der Umsatzsteuer zu erhöhen, nicht auf Richtigkeit beruhen. Neuer verbindlicher Kollektivvertrag in ber Textilindustrie. Das Fürsorgeministerium hat den Kollektivvortrag für das mittel- und östböhmische Textilgcbiet sowie für die Textilarbeiterschaft der böhmisch-mährischen Höhe für verbindlich erklärt. (DND) Englischer Sondergesandter für China Der^englifche Gesandte für China Ä. G. Howe haPAit dem. Flugzeug Southampton in Richtung China, verlassen, wo er während der Genesung des schwerverlvundeien englischen Gesandten Sir Knatchbull-Hugessen die Geschäfte übernehmen -'veW'-t->"■ i." wird,• Spanien muß in den Völkerbundrat wiedergewählt werden I (I. I.) Im Pariser„Populaire" schreibt Jean Longu et: In einigen Wochen wird der Völkerbund in Genf zusammentreten." Er versammelt sich in einer Lage, die höchst beängstigend ist für den Weltfrieden und die Zukunft der Demokratie, deren „Sichtrung in der ganzen Welt" nach dem historischen Wort des Präsidenten Wilson das Hauptziel der Gründer des Völlerbundes Ivar. Sogleich bei der Eröffnung seiner Tagung wird der Völkerbund Gelegenheit haben, seine Treue zu dem Ideal, das bei seiner Schaffung Pate stand, zu bekunden. TuS Mandat Spaniens (im Völkerbuudrat) läuft ab. Es erlischt, wenn die Völkerbundversammlung cs nicht erneuert. Dazu bedarf es-einer Zweidrittelmehrheit und die Abstimmung ist geheim.». Man weiß nur allzugut, wie leicht in allen Körperschaften das Fehlen einer Kontrolle der Abstimmung durch die Auftraggeber und die öffentliche Meinung zu den schäbigsten Manöver» führt. Das könnte sich an den Ufern des Genfer Sees wiederholen. Dio Befürchtung ist begründet, daß dort gegen die tapfere spanische Republik, die durch so hart« Prüfungen hindurchgcht, unsaubere Machenschaften gesponnen werden. Um so mehr, als eine Zweidrittelmehrheit notwendig ist, um ihre Wiederwahl in den Rat zu sichern. Wenn die Bölkerbundversammlung vor ihren ärgsten Feinden kapitulieren will, dann möge sie die schmachvolle Handlung begehen, aus ihrem Rat das große Opfer in Europa— in Asien gibt es ein anderes, die chinesische Republik, mit der mau sich wohl beschäftigen müßte— auSzuschließen» das Opser des Angriffes der„Raubmächte", di« leider, ungestraft di« kollektive Sicherheit verhöhnen. . Aber wenn, wie unsere englischen Genossen erllären,„der Böllerbund in seinen eigenen Augen noch etwas bedeutet", dann muß die spanische Re» publik in den Böllerbundrat wiedcrgewählt werden.-Die englischen Völkerbundsorganisationen werden ihre Pflicht tun, um in dieser Hinsicht den notwendigen Druck auf ihre ewig schwankende" konservative Regierung auSzuüben, die so vielen EinfkUsteruNgendcr'GeldMächtö"bitd"dtp Reaktion ünterlieg't." Wir unsererseits wollen der Volksfrontregierung Frankreichs nicht den Schimpf antun, anzunehmen, daß sie zögern könnte, ihre Pflicht zu erfüllen. Bon ihr erwartet man im Verlauf der kommenden Tagring noch andere und wichtigere Handlungen. Hitlers Bedingungen Stuttgart. Auf der fünften Reichsiagung der AuSlandSooganifation der NSDAP in Stuttgart sprachen am Sonntag Reichsautzenminister von Neurath, Gauleiter Bohle und der Reichsminister Rudolf Heß. Neichsautzenminister von Neurach führte u. a. aus: Wir denken nicht an politische Isolierung. Wir erstreben eine politische Zusammenarbeit mit den Regierungen, die, wenn sie Erfolg hüben soll, allerdings nicht auf theoretische Kollektivitätsideen,' sondern auf der lebendigen Realität beruhen und sich den konkreten Ausgaben der Gegenwart zuwenden mutz. Mit Genugttiung können wir feststellen, daß wir in der Verfolgung einer solchen realen Friedenspolitik Hand tn Hand mit dem uns befreundeten Italien gehen; das rechtfertigt die Hoffnung, datz wir auch mit den anderen Negierungen zu einer freundschaftlichen Verständigung über die wichtigen aktuellen Fragen der Außenpolitik gelangen. Unter Hinweis auf die Selbstverständlichkeit, datz die Entwicklung in Deutschland nicht ohne Rückwirkung aus die'jenseits der Reichsgrenzen lebenden Reichsdeutschen bleiben konnte, bemerkte der Außenminister, u. a.: So wenig wir daran denken, uns über die allgemein anerkannten Regeln des Fremdenrechtes hinwcgzusetzen, ebensowenig werden wir zulaffen, daß Ausländsdeutsche wegen ihrer nationalsoztalistischen Einstellung von fremden Regierungen unter eine Art von Ausnahmerecht gestellt werden. Neurath nannte drei Bedingungen, unter denen Deutschland seine Isolierung aufgeben wolle: Revffion der AüSlandSschulden, Kol.onien, poli- tischeZugeständnisse.| Jerusalem. In Palästina erschienen am Mittwoch arabische-Plakate, in denen die Auf- standSführer des Vorjahres die Araber zu Unruhen auffordern. Der arabische Hohe Rat hat aber die Bevölkerung zum ruhigen"Verhalten aufzefordert, desgleichen die zionistischen Führer in Tel Aviv und die jüdische Jugend.' Innsbruck. Der ungarische Reich-Verweser Nikolaus voll Horthp ist am Dienstag aus München.in Seefeld in Tirol eingetroffen, Seite 6 Sozialdemokrat' SanttcrlfrB,"• September 1037. Nr. 223 8poxt-8piei Xörpcrpsiege Fußballer-„Mitch". In Budapest existiert ein Amateur-Fußballverrin namens ElektronwS,' der sich, in spielerischer Beziehung immerhin einen guten Ruf erivarb. Sein^tivaS ungewöhnlicher Name rührt daher, daß die meisten Spieler im Elektrizitätswerk der ungarischen Hauptstadt angestellt sind. Doch die Erfolge Wer Hungaria, FerencbaroS und Ujpest wurden dlesein Klub der Elektrizität und des Fuschallr zum BerhängniS. Neid begann sich zu regen, zu schnüffeln und bald hatte man heraus, daß der Verein in seinen Ausgaben besonders hohe Posten für die Diät seiner Spieler auftvie»... In erster Linie war es— Milch, die ununterbrochen in den Ausgabeposten auffchien. Eine eingeleitete Untersuchung kam dabei zu dem Ergebnis, daß diese viele' Milch nie gemolken und auch nicht jene der frommen DenkungSweise war, sondern getarnte Geldprämien darstellten. Und über Nacht wurden aus diesen Amateuren waschechte Profi— trotz der so sorgfältig eingehaltenen Diät... Radfernfahrt Moskau—Kiew—Moskau. Diese Langstreckenfahrt über 2500 Kilometer wurde am-12. August begonnen und am 28. August- beendet und führte durch Gebiete und Städte der RSFSR, der Ukraine und Weihruhland. Sieger der Einzelfahrer wurde Rabiltschenko aus Odeffa, welcher diese Strecke in 94:01:28 Stunden zurücklegte. In der Mannschaftswertung siegte die erste Mannschaft von .Dynamo" Moskau. Filme In Prager Lichtspielhäusern Adria:».Bulldog Drummond".(A).— Alfa; .Trafalgar".(Engi.).— Apollo:„Sieben Ohrfeigen" lD.)— Avion;„Mädeln hütet Euch".(Tsch,) — Beranek:„Texasreiter".(St.)—FLnix:„Die g u t e E r d e".(A.) Paul Muni. L. Rainer.— Flora;.TexaSreiter".(A.)— Hollywood:„Mädeln hütet Euch".(Tsch.)— Hvizda:„Dar Flugzeug ohne Piloten".(A.)— Jitlii;„Der Scheidungsgrund". (Tsch.) Anny Ondra.—»inema: Journale, Grotesken, Reportagen.— Koruna: Aktualitäten. Journale, Grotesken.— Kotva:„TexaSreiter".(St.).— Lncerna: ,-D i e gute Erd e".(A.) Paul Muni, L. Rainer.— Metro:„Mädeln hütet Euch".(Tsch.) Hugo HaaS.— Passage:„Ku neuen Ufern".(D.) Farah Leander.— Praha:„Die Rückkehr des Grauen Wolfs".(«.)— Radio;„Intrigen".(«.) Dolly Haas.— Skaut:„TexaSreiter".(St.)— Svitozorr „Ein blinder Passagier".(A.) Sh. Templei•— Almd: i.Millionen-Dank".(St.)— Baikal:(.Die Sünde einer Nacht".(Fr.)— Belvedere:„Frauen um Ludwig XIV."(D.)— Befeda:„Sherlok Holmes".(D.) Hans Albers.— Earlton:„Ein Mädchen mit schlechtem Ruf".(A.) Harlow.—Illusion: „Ein Hochzeitstraum".(D.) Sans AlberS.— Lido M;„Ein Mädchen mit schlechtem Ruf".(A.) Harlow.— Louvre:„Sherlok Holmes".(D.) Hans AlberS.— Maceöka:.»Sherlok Holmes".(D.) Hans AwerS.— Olympie:„Die Sünde einer Nacht".(Fr.) Nach St. Fweig.— Perbthn:„D i e E l e n d e n". (St) Charles Langthon. F. March.— Roxy:„Eine Frau ohne Bedeutung".(D.) G. Gründgenr.— Tatra:„Die Sünde einer Nacht".(Fr.)— Baldek: „Donner und Blitz".(A.)— Leletrhy: ,,Menschen auf der Eisscholle".(Tsch.) Im Zeichen der Zusammenarbeit ..der Pfager.sozialistischen Organisationen I Vortrag des Genossen Dr. Bienstock: Sturm über Ostaslen Mittwoch, den 8. September, im großen Saale des Deutschen Handwerkervereines» SmeLky 22, Beginn 20 Uhr. Die Kämpfe in China haben erneut das Interesse unserer Mitglieder für die ostastatischen Probleme wachgerufen. Genosse Dr. Bienstock ist ein ausgezeichneter Kenner, der fernöstlichem Verhältnisse. Wir laden alle Mitglieder und Freunde der Bewegung zum Besuche des Vortrages ein. Deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei, Prag. Allgemeiner Angestellten-Berband, Prag. Sozialistische Jugend, Prag. Zusammenarbslt der Prager sozialistischen Organisationen ‘ Auf Anregung der ParteibildungsauSschuffeS haben die Häuptfunktionäre der Prager sozialistischen. Organisationen vereinbart, in Hinkunft ihre Programme einander anzupasscn, Doppelveran» slaltungen zu vermeiden und möglichst in gemeinsamen Veranstaltungen und Aktionen ihre Mitglieder zusammenzuführen. Neben den aus den Tagesereignissen sich ergebenden Borträgen und, Diskussionen soll in einer gemeinsamen Veranstal- tungsreihe aller Organisationen das Thema: „Unser Lebensraum" behandelt werden. Wir hoffen,' daß in der Arbeitsperiode 1987/38 nicht mehr wie früher wichtige Veranstaltungen an gleichen Tagen oder in rascher Folge stattfinden werden und daß auch die Programmwahl vereinheitlicht mitb.• Als erster Ausdruck der Zusammenarbeit findet, wie bereits an anderer Stelle angekündigt, Mittwoch, den 8. September, im großen Saale des Deutschen Handwerkervereius ein Vortrag des Genossen Dr. Bien stock zu dem hochaktuellen Thema„S t u rm üb c r O sta s i e n" statt, der von DSAP, Allaver und SJ gemeinsam veranstaltet wird. Fünf Arbeiter auf einem Traktor perletzt. Vorgestern fuhr der 88jähriae WagenleNker Wenzel Sedmera'auf' einem Traktor, auf dessen zweiten Schleppwagen fünf Kohlenträger saßen, auf der Clam-Martinib-Straße nach Prag und begegnete bei einer Straßenkrenzmig einem Kraftwagen, dem er auszuweichen versuchte.» Hiebei, geriet er auf das Straßenbahngeleise, wobei der Schleppwagen umkippte und die fünf Skrbeiter unter sich begrub. Einer von ihnen-der 88jährige Franz BlLek au» Dejwitz, erlitt eine Kopfwunde und eine Gehirnerschütterung; sowie einen Bruch der linken Hand; zwei andere erlitten leichtere Rißwunden, die beiden letzten blieben unverletzt. Der Stabrkavitän Jandoubek, dem der erwähnte Kraftwaaen gehörte, brachte die Verletzten in» nahegeleaene Militärkrankenhaus. Drei Motorrad-Unfälle. Der Mechaniker Anton Potuiek stieß gestern in der BLlohorskä in Koschirsch mit seinem Motorrad gegen einen vor ihm fahrenden Kraftwagen, wobei seine Frau Marie, die mit ihm fuhr, aus» Pflaster geschleudert wurde. Die Rettungsgesellschaft brachte sie mit einer Gehirnerschütterung und verschiedenen leichten Verletzungen auf die Minik Jirtsek.— Em ähnlicher Unfall ereignete sich'In der Jugoslawischen Straße in Prag-Weinberge, wobei der 80jährige Bäckergehilfe Anton Lnndäk ans Branik.von seinem Motorrad geschleudert und mit einem Bruch des Hüftknochens in» allgemeine Krankenhaus gebracht wurde.— In der Königsstraße in Wysotschan stieß da» Motorrad der CbauffeurSfrau Helene Scholz ans Reichenberg das sechsjährige Töchterchen eine» Angestellten der Elektrizitätswerke, Milada Chramosta, zu Boden, die zwei Rippenbrüche erlitt. Frau Scholz kiel mit ihrem 11 Jahre alten Sohn ebenfalls vom Motorrad und verletzte sich leicht, lehnte jedoch ärztliche Behandlung ab. Diebstähle auf dem Obstmarkt. Gestern früh benierkte ein Mann während des Obstmarktes auf dem Havliöekplatz, daß ihm jemand seine Brieftasche Mit 700 Kö au» dem Mantel nehmen wollte. Er erwischte den Täter bei der Hand und Wergab ihn der Polizei. Daraufhin meldete sich eine Frau, die angab- daß ihr vor einigen Minuten ihr Geldtäschchen mit 400 Xi gestohlen worden sei. ES wurde beim Verhafteten gefunden, in dem der mehrfach vor bestrafte arbeitslose 87jährige Taschendieb Karl Stiegler ans Preßbnrg festgestellt wurde, der seinerzeit wegen wiederholter Diebstähle.au» Ungarn auS- gewiesen worden war. Er wurde nach Pankratz gebracht. In den Äftschacht gefallen. Gestern vormittags fiel der 27jährige Arbeiter Wenzel Junek aus Kyje während der Arbeit auf einem Neubau in Dejwitz in einen Liftschacht und wurde mit einer tiefen Kovt- wnnde und einer Gehirnerschütterung auf die Klinik Schlosser gebracht. Kunst und WUaen Die Salzburger Frequenz. Dienstag wurden die Salzburger Festspiele beendet. Bei der Schlußbilanz wurde festgestellt, daß die heurigen Festspiele von 51.784 Gästen besucht wurden. Von den Ausländern stehen an erster Stelle die Tschechoslowaken mit 5165 Personen; dann solgen die Reichsdeutschen mit 4464 Personen. Spanische BolkStänzer und Volkssänger nach der Tschechoslowakei. DaS Propagandakommissariat der Katalanischen Republik hat eine Künstlertruppe auf Reisen geschickt, die eben in Paris spanische Volkstänze u:»d Volkslieder zum besten gab. Diese KUnst- lertruppe wird nun auch in der Tschechoslowakei ein Gastspiel absolvieren, zunächst am 15 und 16. d. M. .in Präg. Gastspiele in den übrigen Teilen der Republik sind gleichfalls vorgesehen. Wochenspielplan de» Neuen Deutschen Theater». Sonntag, halb 8: Die Flederniau», Abonnement aufgehoben.— Montag: Geschlossen.— Dienstag halb 8: Carmen, neuinszeniert, Ä 1.— Mittwoch halb 8: Der Außenseiter, Uraufführung, B 2.— Donnerstag halb 8: FicSko, einmalige» Gastspiel Ernst Deutsch. C 2. Wochenfpiekplan der Kleinen Bühne. Samstag 8 Uhr: Man kann nie wissen. Sonntag 8)4: Ein idealer Gatte.— Montag: Geschlossen.— Dienstag 8: Nina. volkstümliche Vorstellung.— Mittwoch 8 Uhr: Ein Miß und sonst gar nichts, volkstümliche Vorstellung.— Donnerstag 8 Uhr: Bei Kerzenlicht:. Erstaufführung. VMnsnacfuMten RW Prag. SamStag, den 4. September, Au»« marsch auf die Naturfreundehütte im Brdywald. Treffpunkt am Smichower Bahnhof um 15 Uhr, Abfahrt 15.10 Uhr. Wanderkleidung I Nachzügler fahren um 16.55 Uhr. Pflichtbeteiligung! Kinderfreunde. Donnerstag, 2. September, halb 8 Uhr, Parteiheim: Helferrat. 8 Uhr: Aus- schußsibung. Sozialistische Jugend. Freitag, 8 Uhr. FVSA- Heim, Spälenä 46, Kreisleitung. Ortsgruppe Prag. Sonntag, 5. September, Treffpunkt Smichower Bahnhof um(48 Uhr. Fahrt nach Cerno- sicc, Wanderung Kartsstein—Sbrsko. Führt" Lauer. Preis etwa 8 lii.— ES wird gebeten, die' Naturfreundehütte auf» den Hkeheny an diesem Sonntag nicht zu besuchen, da sie an einen Verein vergeben ist, Paul M u n i in dem Film„Die gute Erde"(nach Pearl S. Bück) Josef Hof b a u e r: Dorf In Scherben Preis kart. Kö 82.—, geb. Kc 88,—»., Zu beziehen durch die Zentralstelle für da» Bildnngswefen in Prag XU, Sleska 13/V., Mutter und Kind auf der Weltausstellung Immer wieder richtet sich die Hoffnung der Menschheit auf die nächste Generation. Immer wieder glaubt der in seiner Zeit gefangene, an ihr leidende und in ihr kämpfende Mensch an die Kraft jener Jugend, die vollenden wird, was er begann. Es ist darum nur selbstverständlich, daß eine Ausstellung von so internationalem Charakter wie die Pariser des Jahres 1987 an dem Problem„Kind, Frau und Familie" nicht vorübergehen konnte. Kurz, allzukurz nur ist es gestreift. Man hätte gewünscht, daß sich alle ausstellenden Staaten beteiligt hätten, um in edlem Wettstreit Kunde davon zu geben, was sie alle auf dem Gebiete der Kindersürsorge, des Mütterschutzes und der Familienpflege getan haben. Vieles von dem,»was geplant ist, muß im Augenblick noch aus der Anlage erkannt werden. Was erkannt werden kann, läßt jedoch den Schluß zu; daß es sich hier um eine ausgesprochene französische Angelegenheit handelt. Einige der übrigen Ausstellerstaaten haben sich damit begnügt, das Thema Kind, Mutter uns Familie in ihren eigenen Pavillons abzuwandeln, die Meisten gehen Überhaupt nicht darauf ein. . Was die Franzosen mit dieser kleinen Eigenausstellung„Das Kind, die Frau, die Familie" geleistet haben',, ist ebenso entzückend wie lehrreich, und führt in überzeugender Form den Nachweis, »wie völlig verkehrt die früher so ost und gern geäußerte»Meinung.ist, daß mangels entsprechender Kinderpflege und Sorge um gesunden Nachwuchs Frankreich.„auszusterhen" drohe. Nach dem, Ivas. nachprüfbar,zu sehen ist, steht Frankreich an der Spitze jener Nationen, die die Widerstandskraft und Lebendigkeit ihres Volkes.aus einer gesunden Jugend, einem an Leib und Seele kräftigen Kinderbestand herzuleiten bemüht sind. Gescheiterweise hat man sich nicht damit begnügt, in einzelnen Ausstellungspavillons dieser Sonderschau in großen graphischen und plastischen Darstellungen die Gesamtleistung des französischen Staates aus dem Gebiete der Kinderpflege und sozialen Kinderfürsorge darzutun(mit Staunen erfährt der Besucher und vor allem die Besucherin, daß es nicht nur die wunderbarsten Schul-, Park- und Heimanlagen für geistig und körperlich zurückgebliebene Kinder gibt, sondern bei der Medizinischen Fakultät der Pariser Universität sogar eine„Schule für KinderkUltur"), — man hat es auch verstanden, lebendigen Anschauungsunterricht in Wohn- und^Lebensweise des Kindes, vom Säugling an, zu erteilen. Daß das in so reizvoller, Form geschieht, verdient ein' ganz besonderes Lob; I» jenem Teile, den man vorn Place de la Concorde aus betritt, stößt man auf der rechten Seite, abseits der industriellen.Äusstellungshäu- ser, geschickt in':einen;Park eingssordnet, auf die verschiedensten' Baulichkeiten, tn denen unterge- bracht ist, was eine Frau nutz, interessieren kann und was geeignet ist, ihre hellste Begeisterung hervorzurufen.» Da ist vor allem jenes Wiesenfleckchen, in dessen gepflegten Rasen kleine Teiche" und hohe, grüne Holzbäume einmontiert sind; eist .eigene» Mühlenrad ist ist einen kleinen, künstlichem Bach gestellt, über'den sich zierliche'Brücken wälz ben, Holztiere,.buntbemalt, erfreuen sich der Obhut eines Schäfers, ein hölzerner Gärtner nist der Gießkanne im Arm schreitet würdevoll die Anlage ab. Der ideale Kinderspielplatz ist geschaffen! An einem längen Tische unter Sonnenschirm men.fitzt eine Reihe leichtbehoster.Buhe» und Mädels, diesmal nicht, aus Holz, sondern aus Fleisch,,uyd. Blut:, die..Schühlüme der Kinder- gartensreunde von Paris nehmen das Frühstück ein; vergnügte Gesichter und kleine,» energische Pfötchen, die eifrig mit dem Suppenlöffel, hantieren.... Freundliche Schwestern gehen ab und zu, der Maisbrei dampft, ein. Photograph hüpft' .um das Ganze herum, um die liebliche kleine Gesellschaft so, wirklichkeitsgetreu wie möglich im Bilde festzuhalten. Das ideale Kinderzimmer folgt. Boll Wehmut denkt die Besucherin an alle jene armen Großstadtkinder, die in überfüllten Wohnungen leben, unter Lärm,. Schmutz und mangelnder Hygiene leiden. An alle jene, die kein eigenes Beit, kein eigenes Räumlein haben, von tausend Gefahren, umgeben sind, freudelos eine Kindheit ertragen müssen, an der sie ein Leben.lang seelisch und gesundheitlich zu leiden haben, werden. An alle, d'enen es nicht vergönnt»ist, soviel Licht, Luft und bysste.Märchenhaftigkeit um. sich zu haben, Ivie sie zu' eister glücklichen Kstidheit gehören. Da ist ein Stübchen jnBlau,. in das man sich verlieben.kann. Hellblau« Wände,»dunkler schattierte Mlder, hellblaue Puppen, und Tiere, hellblaue Schlelflackmöbelch'en: Ejn überaus praktischer. Spielschrnnk, Tisch, und. Stühle ustd'daS Ivunderbgrste Kinderbett, das- existiert:'. ganz niedrig, uni die Gefahr dcS HerauSfallenS»zu 'verhüten, breit, lustig' und bequem. Selbstverständlich ist auch alles vorhanden, was es auf dem Gebiete der Baby- und Kinderpflege und' Ernährung an Neuem, aber auch an altbewährtem gibt:' da ist die Hängematfe. für Säuglinge,, der Kinderwagen mit Sonnenverdeck! da sind alle sanitären und hygienischen. Einrichtungen; daneben 'igimer wieder, die fühelhastesten Spielplätze; mit künstlich angelegten Flüssen.üüd, Seen, sogar das Meer taucht aus, eist Leuchtturm blinkt, die immer noch beliebte Eisenbahn,» ist Großformat umfährt das Gattchen,— uttb immer wieder Schleiflackmöbel und immerlvicder Kinderwagen: Kinderwagen in jeder Form, Farbe und Größe,, raffiniert einfach, hygienisch, praktisch, und immer wieder Helle, wehende Vorhänge vor lichten- Fenstern, wehendes, lichtes Glück... Und für die Gröberen' eist Kindertheater, von Kindern gespielt vor'kindlichem Publikum. „Babar, der Elefant" ist der Liebling der modernen Kinderwelt und wird mit allen.seinen Abenteuern und Erlebnissen, die er auf der kleinen runden Bühne auSpackt, stürmisch bejubelt. Arme Kinder kommen und spielen, kommen und erleben. Chinesische Schattenspiele werden vorgeführt, Pfadfinder erscheinen als Gäste,, doch auch Erwachsene,"und'neben allem Spiel gibt es Kurse iit, Kindererziehung und Pflege. Montessori.' ist die große Parole. Und., die Blätter der Bäuine des schönen allen Parks-bewegen sich im.leichten Sommerwind.' Der »Trubel,.der übrigen Ausstellung dringt nicht in diese heitere und frohe Abgeschiedenheit, Muß cs nicht vorwärtsgehen, ist die Hoffnung nicht berechtigt,- die die Augen der Menschheit immer wieder-auf die ihr folgende Generation richten läßt? Werden sich alle die Mühen, Sorgest.und ernsthaften Bestrebungen, die hier gezeigt werden, nicht eines TageS belohnen?-Wird nicht eine neue» lebenstüchtige, positiv gerichtete Generation.der unseren folgen? ' Man hofft er,' indem man die riesigest'Darstellungen bestaunt,.' die- von der Leistung. des französischen'Staates stuf asten Gebieten der. fa«. miliären und' det Fürsorge für. Mutter.und-Kind erzählen.»Mäst glaubt es fest! wenn.män.'die.Rin«, der selbst steht, die hier, auf«, der»Pariser Weltausstellung, von'1987, in den reizenden'Musteranlagen leben,' spielen und nichts sind.— als Kind..-,'-.'. mol. Bezngsbedtn gü'ng'e n: Bei Zustellung in» Haus oder bet Bezugdiitch'-die Post Monatlich FL 16.—, vierteljährlich kti 48.—, halbjährig KL 96.—. ganzjährig K 192.—.— Inserate werden laut Tarif-billigst berechnet.-Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß;- Rückstellung von Manuskripten erfolgt mir bei-Einsendung der Retourmarken.— Die ZeitungSfrankaturwurde von der Post-.und^Telei V - gräphendirektion mit Erlaß Nr. 18.800/VH/1980 bewilligt.(Kontrollpostamt.Praha.25.— Druckerei.:..„Orbip",..Druck»,. Versag»- und ZeiiuuaS,A.«G.,Prag,..-