TMkbemokrat Erscheint mit««»«ahme de» Montag täglich früh J«inzelpreis 70 Heller n und Verwaltung. Prag Xll., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Sonntag, 5.September 1937 Aus dem Inhalt: Beginn der politischen Herbstarbeiten Piraterie, Faschismus und Logik Günstige Berichte aus unseren Bädern Blick auf das Präger Theater Nr. 209 Berlin steht Kopf wegen des Nussolinl-Besuches ..dkrlin. Das amtliche deutsche Kommunique, das den Besuch Mussolinis in Deutschland nun. mehr offiziell für die zweite Septemberhälfte an. feiert die Tatsache,»daß sich der Schöpfer des faschistischen' Italien und der Schöpfer des nationalsozialistischen Deutschland in dieser Weise persönlich begegnen", als ein „Ereignis von einzigartiger, überragender Be. deutung". Die Zusammenkunft solle und werde dazu dienen,„aufs neue die enge ideelle Verwandtschaft und Verbundenheit der gewaltigen revolutionären Bewegung zu bekunden, die in Len beiden Ländern zu einsr Neugestaltung des gesamten'völkischen und staatlichen Lebens ae. führt haben". Auch in Rom wurde der Besuch bereits amt. lich angekündigt. Das italienische Kommunique verweist darauf, daß di« Reise Mussolinis nach Deutschland eine l o g i s ch e F o l g e des B«. suches Hitlers vor drei Jahren in Venedig sei. Der Londoner„Daily Telegraph" läßt sich auS Berlin melden, daß Hitler nach seinen eigenen Worten beabsichtige, Mussolini den g r a n. diosesten Empfang zu bereiten, der je einem. Staatsmann in der Weltgeschichte, zuteil geworden sei. Die deutschen Textilwerke arbeiten T a.g u n d N a ch t an der Herstellung von Stoffen für italienische Jahnen. Dr. Fritz Adler Fehlgriff der holländischen Polizei Wir haben bereits berichtet, daß der Sekre» tär de», Sozialistischen Arbeiter-Internationale, Dr Fritz Adler, der von der holländischen Polizei, wie«S hieß, wegen eines„PaßvergehenS" verhaftet wurde, wieder in Freiheit gesetzt worden ist. Adler, der in seiner Eigenschaft viel reisen muß, war im Besitze eines zweiten auf einen anderen Namen lautenden Passes, den er insbesondere für die Durchfahrt durch jene Länder braucht«, in denen totalitäre Regime herrschen, wo also der Sekretär der Sozialistischen Arbeiter- Internationale, würde er erkannt werden, seines Lebens nicht sicher wäre. Solcher- auf andere Namen lautenden Pässe bedienen sich mit Einwilligung ihrer Staaten auch andere politische Funktionen ausübende Personen und die holländische Polizei hat also da einmal tüchtig daneben gegriffen. Derselben Meinung ist der Brüsseler „Peuple", der über die Angelegenheit folgender schreibt: „Unter den herrschenden- internationalen ■ politischen Bedingungen ist es durchaus natürlich, daß ein JWann, der eine solche verantwortlich« Stellung«innimmt wie Fritz Adler und der eine so außerordentlich schwierige Aufgabe zu erfüllen . hat, da- Recht in Anspruch nimmt, inkognito zu Preisen— ein Recht, das niemals fraglich war, wenn er sich nm einen bekannten Diplomaten oder Aristokraten handelt. ES ist doch darauf hinzuwel- sen, daß die Sozialistische Arbeiter-Internationale «in« Organisation ist, di« nicht nur von den großen Arbeiterparteien der demokratischen Länder gebildet wird, sondern auch di« Arbeiterbewegungen jener Länder in sich schließt, in denen der Sozialismus in Acht und Bann getan Ist. Der Sekretär einer solchen Organisation muß zur Erledigung völlig, unanfechtbarer Meisen manchmal auch Länder durchqueren,.in.denen ein bekannter Sozialist - feint Papiere nicht, vorweisen kannte, ohne sein« Freiheit und selbst sein Leben zu riskieren." Das zitierte Blatt schließt diese seine, noch während der Haft Adlers geschriebenen Bemerkungen mit der Feststellung, daß di« holländische Grenzpolizei in diesem Falle einen wenig gerechtfertigten Eifer an. den Tag gelegt habe und daß dies die holländische Regierung Wohl auch einsehen werde.’’ rauf Jahre Kerker wesen illegaler Propaganda Wien. Derehemalige sozialdemokratisch^ Sekretär in Steiermark,.Ferdinand W edrnig, wurde vom Schwurgerichts-Smat wegen de«»er. brechen« des Hochverrat«^ zu füM.Jahrssnschwesen Kerkers verurteilt. Er«ar vor" kurzem We^st »erbreitun b illegaler so« i a l i- ft ischer Ski», bl» t ter verhaftet.Worden. ... i h-rü'U.i 1 Die Besserung in Masaryks Befinden hält an L ä n y. Alle ärztlichen Bulletins von SamStag über das Befinden deS Präsidenten T. p. Masaryk und die übrigen Informationen au« seiner unmittelbaren Umgebung bestätigten, daß der Umschwung zum Besseren fortschreitet. Nach den« günstigen Verlauf, den die Erkrankung deS Präsidenten tagsüber genommen hat, läßt sich, eine ruhige Nacht erwarten. Ter Patient hat keine Beschwerden und ist guten Mutes. Ein amtliches Abendbulletin des.behandelnden Arztes wurde daher nicht ausgegeben. Das erste am Samstag auSgegebene ärztliche Bulletin, das achte seit der Erkrankung des Präsidenten, bestätigte neuerdings, daß die Krankheft im Rückgang begriffen ist. Der Präsident wachte nach 7 Uhr aus und ließ sich waschen, so daß sein Tagesprogramm wie an normalen Tagen begann. Um 16 llhr gab der behandelnde Arzt folgenden Bericht auS: »Im günstigen Verlauf deS Leidens deS Präsident-Befreiers gab es auch heut« kein« störenden Aenderungen. Der Kranke nahm heute bereits etwas Nahrung zu sich. Temperatur nachmittags 36.00, Puls 80." Dir Zahl der gemeldet««, aber nicht untergebracht«« Arbeitsbewerber betrug nach den Meldungen der öffentlichen Arbeitsvermittlung-, aNstäfte»'— am 31. August... 233.168 am 31. Juli.... 248.127 Die Zahl der Arbeitslosen ist also im Laufe deS vergangenen Monats um 14.069 zurückgegangen,. waS einer Senkung um 6 Prozent entspricht. Davon entfallen. auf Böhmen 12.498<7.9 Prozent), auf Mähren.Schlesien 6169(11.0. Prozent); In der Slowakei ist die Arbeitslosenzahl um 3622(11.6 Prozent) gestiegen, In Karpa- thorußland um 176(6.1 Prozent). Gegenüber den letzten Jahren ist die ArbeitS- B a l e n c i a. Rach fünftägigem harten Kampfe wprde im Laufe des Freitag-Rachmit- tag an der Saragoffafront Belchite erobert. Der Kampf war ungeheuer erbittert, jedes. Hans mußte einzeln gestürmt werden. Der Angriff anf die Stadt erfolgte vm allen Seiten zu gleicher Zeit. Um halb 4 Uhr nachmittags war, die Stadt in, den-Händen der republikanischen Truppen. Ein Teil, der Besatzung deS Seminars, das besonders hart umkämpft wurde, versuchte durch einen Tunnes zu fliehen. Die meisten, von ihnen wurden gefangen genommen. Zahlreiche Soldaten flüchteten mit ihren Waffe» zu den RegieryngS- truppen. In der Stadt liege» an die 1600 Tote de« Feindes. 800 Gefangene wurden gemacht. Die Eroberimg BelchiteS stellt eine» außerordentlichen Erfolg der republikanischen Truppen dar, wenn man die Wichtigkeit der Stadt, di« große Zahl ihrer Berteidiger und den harten und langen Kampf in Betracht zieht. Ertöte, bei Madrid Im Frontabschnitt hei Baeiamadrid südöst- lich. von Madrid, besetzten di« Regierüngstrüppen .die Höhe E oberteras, welche die Straße nach Balencia--beherrscht. Die RegierungStrüppen schlossen nunmehr, fast vollständig die bei Lama- ranosa liegenden, Positionen de». Aufständischen Än,-die fünf Kilometer südlich»o«'der Höhe Eo- berfah liegt«id die ganze von hohe« Hügeln umschlossene Gegend beherrscht.-DK letzten Otzerätjo- nen der RrgieryngStrupPm haben die Positronen der Aufständischen'in diesem Abschnitte sehr un- sicher gemacht. „Die gesamte Atmosphäre auf Schloß Läny hat sich ausgeheiiert"— sagte SamStag vormittags Gesandter Jan Masaryk zu dem Vertreter des Tschechoslotvakischen Pressebüros—„die ärztliche Prognose ist eine gute, der medizinischen Wissenschaft ist die wahrscheinliche Entwicklung und der Verlauf der Krankheit, von welcher der Vater betroffen tmirde, gut bekannt. ES ist allerdings notwendig, daß sich der Präsident jetzt ordentlich ausruhe und die kommenden Tage und Wochen in absoluter Ruhe verbringen kann. Es ist notwendig, daß sein Körper neue Kräfte sammelt, die durch den Anfall und die i Krankheit geschwächt und erschöpft waren. losenzahl beträchtlich geringer, und zwar im Ber- gleich zum Jahre 1936 um 260.334 ►.1035 nm 324.538* 1934 inn 339.269 1033 um 302.668 1032 um 227.784 Wir haben die kleinste Arbeitslosenzahl seit September 1031(228,367) zu verzeichnen. Im August 1031 betrug sie 215.040. Man kann sich aber keiner Täuschung darüber hingebe», daß wir damit-r-.ii» heurigen Jahr wenigstens— knapp an der unteren Grenze angekouimen sind. In den letzten acht Iahten ist im September nnr zweinial di« Arbeitslosenzahl weiter zurückgegangen. ES war 1036, im ersten besseren.. Jahr nach der schwersten Krise, und auffallenderweis« im ärgsten Kriscnjahr 1033. Der Säisonrvckschlag wird auch Heuer nicht zu vermeiden fein. Es kann aber al- gewiß angenommen werden, daß er schwächer sein wird als früher. Erbitterte Kümpfe en der Südfront Das Derteldigungoministerium teilt weiter» mit: --Im Sektor von Mediana versuchte der Feind erfolglos unsere Truppen aus den gestern eroberten Stellungen zu vertreiben. Nur in der linken Flanke r".mochte der Gegner einen Teilerfolg zu-Huchen. 1 l Lm Sektor von Pozohlanca wär hie Sierra Gsjönera während des Freitags der Mittelpunkt heftiger Känipfe. Dreimal von-uns erobert, und wieder verloben, blieb sie schließlich in unserer Hand. Madrid will einheitliche Führung : Madrid. Die spanische Regierung befaßt«, sich am', Samstag mit der Frag« der e i n- Heitlichen Führung, di» so bald al- möglich gelöst werden muß. Alle Informationen stimme» darin-überein, daß» falls in der Regierung die Einheit verwirklicht- werden kann, General M i a j a Oberkommandant- der Armer werden soll. . Um das Leben der 5000 Kriegs* gefangenen von Santander Part«. Das Internationale Koordina- tivyiö.' und JnformatwnSkomitee zur Hilf« für da-»chnblikanische Spanien Häthinen Aufruf er- lÜssch» der hon seinen- Präsidenten unterzeichnet tvNrde«nd der an alle dtmokfatischon Länder und an den Völkerbund gerichtet ist.-In dipsentl Aufbnf Wörden energische Maßnahmm-verlangt. um daS Leben.der 5000 Kriegsgefangenen" in Santander zu«ttten. Vie belgische Krise Brüssel. Dcr.Generaftat der P. O. B. (Parti Ouvrier Beige)' hat beschloflen, die Nuter- stiitznng der von der Regierung verfolgten Re- sormpoiitik fortzuseyeu, die gegenwärtig Politische Lage zu prüfen und ihre volle Zustimmung zu dem Borgehen deS FinanzministerS Iw Alan auszusprechen, wobei sie ihn zu dem Erfolg beglückwünscht, mit dem«S ihm gelungen sei, die Enquete>md de» Rapport über die Asfäre der Aa- tionalbank durchzusührcn. ES wurde folgende Resolutwn genehmigt: „Der Generalrat erweist der Umsichtigkeit und Sicherheit Ehre, mit welcher Finauzminister De Man die Enquete über die gegenwärtigen Ber- hältniffe lu der Nationaibank geführt hat. Er spricht sein volles Bedauern auS, daß bereits feit einer langen Reihe von Jahren In der Nationaibank Praktiken geübt wurden, denen«r. nicht zustimmen kann, und er stellt mit Genugtuung fest, daß dank dem Gesetze(„de radre"), welches die Regierung angenommen hat, ähnliche Gepslogenheiten werden verboten werden können. Er warnt die Ocffentlichkeit vor den Manö- vrrn der hteaktion, die mit Hilfe von Skandalen einen Sturz der Politik hcrbeisühren will, welcher der Rat des P. O. B. seine volle Zustimmung ausgesprochen hat." Im Laufe der nächsten Woche werden Kam- mer und Senat in Brüssel zusannncntreten, die zu einer außerordentlichen Session einberufen worden sind, und Ban Zceland wird außer der großen Erklärung, die er abgibt, auch ein formelles Vertrauensvotum verlangen. Es steht dahin, ob die Negieruna in ihrer heutigen Zusammensetzung dicses'Bevtranenövotum- erhält und weuil immer, mit welcher Mehrheit. Erst danach wird es klar werden,, ob die Konsequenz dieser sehr merkwürdigen Krise ein Rücktritt Ban Zcelands, ein Auseinanderbrechen der bisherigen Koalition oder nur eine Umformung des Ministeriums sein wird. Auch die belgische Jnnenpolitk hatte Sommerferien gemacht. Zwar nicht Van Zceland selbst, der mit der Bearbeitung der Pläne zur Weltwirt- schastskonserenz mehr als gcnügeud beschäftigt war, wohl aber der größte Teil der übrigen Ka- bincttsmitglieder, von denen viele ini Ausland zur Erholung weilten und nun dringendst zurückberufen ivurden. Diese Ferien innenpolischer Art waren wohlverdient; nach dem überwältigenden Siege über die Rexisten, den Ban Zceland persönlich bei den Brüsseler Teilwahlcn davongetragen hatte, war die Agitation seit Monaten völlig zum Stillstand gekommen. In Belgien herrschte absolute Ruhe. Aber, wie cS sich jetzt hcrauSstellt, hat De- grelle im geheimen lveiter gehetzt; er konnte seine Niederlage nicht vcrloinden, und auch seine zusammenschmelzenden Parteigenossen sannen auf Rache, vor allem der rexistische Senator B a n D i e r e n. Das Land hatte bei den Wahlen sich klar gegen das rexistische Programm ausgesprochen, aber mehr noch für de» Mann Ban Zceland. Dieses Vertrauen sollte unbedingt erschüttert werden, und Dcgrelle und die Seinen sanden hierfür keinen, ungeschickten Ansatzpunkt. Zuerst begann man zu flüstern, daß. es mit dem Geschäftsgebaren der belgischen National- bank, deren Präsident Fränk seit langem den Rexisten«in Dorn im. Auge ist, nicht ganz in Ordnung sei. Dazu kanien Vorwürfe, daß die Bank eine merkwürdige Art von„Philantropie" treibe, indem sie Kunstwerke für Staatsgelder erwerbe, weitere Anklagen über unklpge und unvorsichtige Kreditgewährungen schlossen sich an und das Publikum reagierte auf diese wiederholten Angriffe mit dem üblichen:-„ES muß ja doch etwas daran sein." Schon diese Agitation schuf eine erhebliche Spannung und mußte der Regierung außerordentlich unbequem sein. Als es soweit-wär, dnß dies allgemein fühlbar wurde, sßielten Degreile und Ban Dieren ihren Haupttrumpf auS: Ohne Ban Zeeland direkt der Korruption anzuklagen— das hätten sie niemals gewagt, und sie hätten sich auch mit einer solchen Behauptung bei der un» zweifekhäften Lauterkeit und bei dem großen moralischen Prestige des belgischen Ministerpräsidenten sofort inS Unrecht gesetzt— lancierten sie Nachrichten,in die Presse und in die OesseNtlich- ! keif,. daß-bei. der Nationaibank auch Unregelmäßigkeiten passiert seien, die-mit Van Zeeland persönlich' zu tun’ hätten. Dieser war nämlich' vor seiner Ministertatlgkeit Vizepräsident der Nalio- nalliank, hat dann bei der Uebernahme deS Mini- Ole Arbeitslosigkeit auf 233.000 gesunken Im Osten des Staates schon höherer Arbeitslosenstand Belchite nach fünftägigem Kampf genommen Seite 2 Sonntag, S. September 1937 Nr. 209 sterpostens das Amt niedergelegt, ist aber tatsächlich nicht ersetzt worden. Ban Zeeland Hat öffentlich erklärt, daß er auf seine Bezüge selbstverständlich sofort verzichtet habe, aber nun hieß er, er habe doch Gelder von der Nationalbank erhalten. Van Zeeland erwiderte diese Angriffe auf die einzig mögliche Art: er beauftragte den Finanzminister De Man, eine genaue Untersuchung über das Geschäftsgebaren der Nationalbank durchzuführen. Und damit kommt man bis in die letzten Tage vor Ausbruch der offenen Krise. De Man hat seinen Bericht fertiaaestellt, der vor einigen Tagen veröffentlicht wurde. ES ist ein sehr gewissenhafter und auch sehr umfangreicher, finanztechnisch ziemlich schwieriger Rapport, dessen Anhalt von der Negierung voll gebilligt wurde. De Mankamzu demErgebni», daß alle B o r w ü r f e völlig unberechtigt seien, er stellte sich rückhaltlos vor Frank und mit noch größerer Selbstverständlichkeit vor Ban Zeeland. Er deckte mit seiner ganzen Autorität die Leitung der Nationalbank. Allerdings kam er, radikal wie er nun einmal denkt, auch zu einer rein sachlichen Kritik bestimmter Institutionen und schlug dementsprechende Aenderungen der Statuten der Bank vor. Auf der zur Besprechung dieser Borschläge einberufenen Sitzung der Aktionäre kam es zum Krach. Hier stießen Degrelle und Ban Dieren vor, sie sabotierten, die Sitzung, es konnten von rund 99 Punkten der Tagesordnung mit Mühe 19 erledigt werden. E» kam gleichzeitig zu schweren Zusammenstößen zwischen rexistischen Demonstranten, bei denen es zwei Verletzte gab’ und Dutzende von Verhafteten. Diese Erregung er- Ilärt sich dadurch, daß jetzt noch deutlicher von rexistischer Seite ausgesprochen wurde, Van Zeeland habe allem zum Trotz doch Gelder von der Nationalbank erhalten.' Und nun ereignete sich die Sensation, daß Van Zeeland dies bestätigte. ES waren zwar nicht seine Bezüge, die von 1935 bis 1987 die Höhe von 1,715.000 Francs ausgemacht hätten; aber auch über die Berlvendung dieser Summe ist noch keine endgültige Klarheit geschaffen. Dagegen hat er, wie er öffentlich erklärte, ihm noch aus seiner früheren Tätigkeit zustehende Tantiemen aus einein besonderen Fonds erhalten. Diese Erklärung wirkte wie eine Bombe. De Man beschwerte sich, daß ihm von diesem Geheimfonds während der Untersuchung nichts bekannt geworden sei, drohte mit Demission, die auch die seiner sozialistischen Ministerkollegen nach sich gezogen hätte. Sie ist im Moment nicht erfolgt, aber alle Fragen bleiben offen, und werden nunmehr von der Parlamentstribüne aus gestellt und beantwortet werden. Mittelmeer für U-Boote gesperrt? Vor der Veröffentlichung der britischen Vorschläge London, lieber die britischen Vorschläge an die in Genf einzuberufende Konferenz der Mittelmoerinächte enthält die englische Presse eine Reihe von Vermutungen, die im wesentliche!» darin übereinstimmen, daß die Absicht bestehe, dieU-Boote im Mittelmeer ge- nanz« regt st eieren und sie für eine bestimmte Zeit in ihren Häfen z« hakten. Eine Bestätigung dieser Information war jedoch bisher nicht zu erlangen. Tatsache ist lediglich, daß in London und Paris Progranime für die Tagung auSgenrbeitet werden und daß eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Ouai d'Orsay und dem Foreign Office besteht, wovon auch der Freitag abendS neuerlich erfolgte Besuch deS französischen Geschäftsträgers Cambon bei Eden Zeugnis ablege. Der heikelste Punkt bei der Vorbereitung der Konferenz ist die Frage der Teilnahme. Darüber, daß an I t a l i e n eine Einladung ergehen wird, besteht kein Zweifel. Verschiedenen Vermutungen zufolge habe jedoch Italien folgende Bedingung gestellt: ES werde nur teilnehme«; falls Franco die Rechte einer kriegführenden Partei zuerkannt würden. Wie verlautet, sei England gegen diesen Vorschlag und verweise darauf, daß die Gewährung dieses Rechtes einerseits die Anerkennung des Rechtes Francos auf Flottenangriffe bedeuten würde und daß andererseits das von Italien geäußerte Verlangen mit dem Zweck der, geplanten Konferenz nichts gemein habe. Franco weiß von nichts... Salamanca. Das Preßbüro der Aufständi- schenrcgierung in Salamanca bat eine Kundgebung veröffentlicht, in der es heißt, daß der britische Zerstörer„Havock" nicht von einem aufständischen Schiff habe angegriffen werden kön nen. Diese hätten den strengen Befehl erhalten, fremde Schiffe zu respektieren. Lins Lügenmeldung des„Metin" L o n d o n. In britischen amtlichen Kreisen wird in entschiedener Weise der Bericht des ,,M a- tin" bestritten, demzufolge die britische Regierung zur Ueberzeugung gelangt sein soll, daß der Anriss auf den britischen Zerstörer„Havock" vo» einem Unterseeboot der B a l e n ei a-R egie- rung erfolgt sei. Es wird in britischen amtlichen Kreisen erklärt, daß bisher keine glaubwürdigen Meldungen vorliegen, welche die Sicherstellung der Zugehörigkeit jenes Unterseebootes ermöglichen würden, und es gebe deshalb keinen Grund» die Balenciaregierung zu verdächtigen. Proteststurm In RuBland Moskau. Die Presseagentur des Sowjetverbandes meldet, daß die Demonstrationskundgebungen gegen die Versenkung der Sowjetdampfer „Timirjasew" und„Blagojew" fortgesetzt werden. In den Zeitungen erschienen Erklärungen hervorragender Sowjetwissenschaftler, welche de« unerbittlichen Kampf gegen die„Angreifer" fordern. Die Matrosen der Baltischen Flotte erklärten in einer Versammlung ihre Erbitterung über die Versenkung der Sowjetdampser. Auch USA-Schlffe haben Schießbefehl Washington. Der Vertreter des Staatsdepartements gab bekannt, daß die Europa-Flottille der Vereinigten Staaten in„Alarmzustand" stehe. Die Befehlshaber der amerikanischen Schisse in den europäischen Gewässern können, wenn es sich um eine legitime Abwehr im Falle eines Unterseebootangriffes handelt, sofort das Feuer eröffnen. Beginn der politischen Herbstarbeiten Wirtschaftliche und staatsflnanilelle Fragen im Vordergrund Die abgelaufene Woche hat den Beginn der politischen Herbstberatungen gebracht. Die Minister und die Führer der KoalitionSparteien find von ihrem Urlaub, den sie infolge der Regierungskrise im Juli spät angetreten haben, zurückgekehrt und widmen sich intensiv den Beratungen, in denen wichtige politische Entscheidungen zu treffen sein werden. Eingeleitet wurden die Besprechungen durch Konferenzen deS Ministerpräsidenten Dr! H o d j a mit den Führern der beiden größten Koalitionsparteien,' den Abgeordneten Beran und H a m p l. * Im Vordergründe aller Beratungen der Koalition stehen Wirtschaftsfragen und da vor allem der Staatsvoranschlag für 1938. Die Staatsausgaben werden gegenüber dem Borjahr erhöht sein— man spricht von etwa 1599 Millionen XL—, was seinen Grund In den Notwendigkeiten der Landesverteidigung und des Grenzschutzes hat. Die Lage in Europa ist, wenn man auch nicht mit dem Ausbruch eines Krieges rechnen muß, doch außerordentlich angespannt und die tschechoslowakische Demokratie muß vorbereitet sein. Wir müssen den Willen und den Entschluß haben, unsere Freiheit zu wahren mit jenen Mitteln, die heute— leider— unerläßlich sind. Trotz unserer Bündnisse müssen wir unsere Abwehr organisieren und die Opfer bringen, die der Schutz unserer Grenzen erfordert. Die maßgebenden Kreise sind sich darüber llar, daß der kommende Finanzminister— es ist wahrscheinlich, daß es wieder Dr. K a l f u S sein wird— dem Parlament ein ausgeglichenes Budget vorlegen muß. Nun wenden die erhöhten Ausgaben zum Teile wohl durch die in- get vorlegen muß. Nun werden die erhöhten Einnahmen gedeckt sein. Dennoch wird mit größter Umsicht an die Festsetzung der Ausgaben aller Ressorts geschritten werden müssen, wobei die parlamentarische Ersparungskommission ein gewichtiges Wort mitzureden haben wird. Dadurch wird das Parlament durch seine berufenen Vertreter— die deutsche Sozialdemokratie ist da durch den Senator Hackenberg vertreten, der ein genauer Kenner der Materie ist— auf die Zusammenstellung des Budgets entscheidenden Einfluß ausüben, es wird also eine wlrllich demokratisch-parlamentarische Beratung deS Budgets stattfinden. Die Ersparung»- und Kontrollkommission tritt Dienstag, den 7. September, zusammen und wird jeden Tag Sitzungen, ahhqlz icn. Die Beratungen werden im Finanznimlste«- rium stattfinden, damit die unmittelbare Verbindung mit den Referenten dieses Ministeriums jeweils rasch hergestellt werden kann. Es werden hiebei zweifellos eine Reihe wichtiger staatsfinanzieller Probleme zu lösen sein, die neben den andern Zweigen der Staatsverwaltung der Finanzierung derLandeSver- teidigung gelten werden. Neben dem Budget find es, wie schon bemerkt, andere wirtschaftliche Fragen, denen die Aufmerksamkeit der Regierung und der Koalitionsparteien gelten.' Die tschechischen So zialdemokraten haben sich in einer Sitzung am vergangenen Mittwoch,— wir haben darüber ausführlich in unserer Donnerstagausgabe bertch, tet—- damit befaßt. Sie teilen den ganzen Fragenkomplex in drei Teile: Währung?- und Kreditfragen, Fragen der Belebung des Außenhandels und der Binnenwirtschaft und schließlich der Sozialpolitik. War zunächst die erste Gruppe der Wirtschastsfragen betrifft, muß es die Hauptsorge der Regierung sein, der heimischen Wirtschaft ausreichenden und billigen Kredit zu beschaffen, den unsere Industriebetriebe brauchen, um konkurrenzfähig zu sein und ungehindert erzeugen zu können. Wir verweisen hiebei nochmals auf die Anregung der Schaffung einer Exportbank, die aus weisen de» Deutschen ÄewerkschaftSbundeS stammt und die wert wäre, erwogen zu werden. Das führt uns schon zu der Notwendigkeit weiterer Exportförderung. Wohl ist unsere Ausfuhr bedeutend höher als im Vorjahre, aber sie erreicht noch lange nicht den Wert unseres Exports in den Hochkonjunkturjahren 1928 und 1929. Wir dürfen in der Förderung der Ausfuhr nicht erlahmen, die Lebenshaltung tausender von Menschen, insbesondere-tausender deutscher Arbeiter und kleinen Leute, Gewerbetreibender ja auch Landwirte hängt davon ab. Schließlich dürfen wir auch nicht an die Probleme der Sozialpolitik vergessen, der nahende Winter wird die saisonübliche Schwächung der Beschäftigung bringen, die Pflicht, die ohne Schuld arbeitslos Gewordenen nicht verhungern zu lassen, besteht in ihrer vollen Schwere weiter. Es muß auch mit allem Nachdruck bewnt werden, daß die sozialistischen Parteien verlangen, e- möge endlich an die bedeutsame Frage derVerkür« zungderArbeitszeit herangetreten werden, denn ohne eine Herabsetzung der Arbeitszeit werden wir die Viertelmillion Arbeitsloser; die wir in der Zeit der besten Sommerbeschäftigung gehabt haben, nicht unterbringen. * Die KoalitionSführer werden auch dafür sorgen müssen, daß die politischenBe« Ziehungen zwischen den Koali« tionspar teien und ihrer Presse andere werden, als es zum Schaden der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes und feines Ansehens im Auslande bisher gewesen ist. DaS ist vor allem Angelegenheit der größten Koalitionspartei, der Agrarier, die ihr Hauptblatt unbedingt zu größerer Disziplin erziehen müssen. Es geht nicht an, daß das Blatt der tschechischen Agrarier, das man im AuSlande als Blatt des Ministerpräsidenten ansieht, oppositionelle Politik macht und insbesondere unsere Außenpolitik angreist, wie dies schon einigemal, zuletzt anläßlich des Konfliktes mit Portugal geschehen ist. WaS sich da der„Benkov" geleistet hat, ist bis dahin in einem Regierungsblatt nicht geschehen und die Strafpredigt, die sich dar Blatt von der übrigen Presse gefallen lassen mußte, war wohlverdient. Soll im Herbste produktive Arbeit geleistet werden» soll die Regierung insbesondere eine aktive» in ihren nächste» Zielen klare Wirtschaftspolitik machen; ist eine größere Geschlossenheit und Einheitlichkeit der Auffassung in der Koalition notwendig. 14 PAUL, HARRISON:_ B EINE GESCHICHTE VON BILDERN UND ANTIQUITÄTEN Copyright by Saturn Verlag 1935 »Wundervoll," flüsterte Mrs. Bump und warf einen neugierigen Blick aus die Wände, die mit französischen mid englischen Gravuren— Valerian hatte sie alle selbst ausgesucht und aufgehängt— sparsam dekoriert waren. Eine kleine Louis XV.-Kommode, zwei noble Strohfauteuils der gleichen Zeit, ein vergoldeter Spiegel mit zerbrochenem Glas( das kostet mich dreißig Francs, dachte Valerian wütend, die Kerle haben es beim Transport zerbrochen) bildeten das ganze Ameublement.„Wundervoll," flüsterte Mrs. Bump, „die Franzosen haben den besten Geschmack; afleS ganz einfach." „Tradition, Madame, Tradition," erwiderte Valerian, das hat man im Blut oder man hat eS nicht." Dec Baron trat ein: groß, verlebt, sehr vornehm; ziemlich schlaff und ungesund und ausgezeichnet degeneriert. Valerian ergriff das Wort. Er versuchte den Baron zu erinnern, daß sie einander einmal bei der Vente Goldschmidt-Rothschild bei Eharpentier kennen gelernt hatten. »Ja.,. ja... erinnere mich..." näselte der Baron, aber es war klar, daß er sich nicht erinnerte. Mrs. Bump, erklärte Valerian, habe die Absicht, ein kleines Palais in der Nähe von Paris zu kaufen und einzurichten; er' selbst sei Kunsthistoriker und berate die Dame. Ihm sei da» Palais Oritzky als ein besonders reizendes Bauwerk aus der Frühzeit LenütreS bekannt und er bitte um die ungewöhnliche Vergünstigung, eS gemeinsam mit Mrs. Bump besichtigen zu dürfen. Er wäre glücklich, bei dieser Gelegenheit auch die kleine Sammlung des Barons kennen zu lernen. „Aber furchtbar gerne," erwiderte Baron Oritzky. DaS fei doch charmant. Von einer Sammlung könne freilich nicht gesprochen werden. Einige Sachen gäbe es ja— aber Sammlung fei ein bißchen zu pompös gesagt. Er war reizend. Mrs. Bump wurde in be« denllicher Weise vom eigentlichen Zweck des Besuches abgelenkt; so nahe hatte sie die echte aristo« statische Degeneration noch. nie gesehen. Der Hautgout der Ausschweifungen und des Verfalls berauschte sie ein wenig. Sie fragte den Baron nach seinen Ahnen. Seine Familie, sagte er, leite sich von den Königen der Walachei her; ein Oritzky sei 1297 unter einem Wladislav mit dem erblichen Fürstentum der unteren Moldova belehnt worden; unter den Habsburger» habe das Geschlecht auch die österreichische Baronie erworben. Ob er noch Erbstücke aus dieser Zeit besitze? DaS sei alles in Bjeloviäesce, heute russischer Besitz; die Herren Bolschewiken schuldeten chm einige ganz schöne Dollarmilltonen, aber, und er brach in ein hinreißend degeneriertes Lachen aus, er rechne nicht sehr mft diesen. Millionen. Man war in die Räume deS oberen Stockwerkes gelangt und trat eben in ein bescheidenes Zimmer— das Palais war aufs sparsamste möbliert und ließ ahnen, daß der Besitzer in Verhältnissen lebte, die seinem Stand nicht entsprachen— als Valerian schnell auf eine dunkle Wand zuging, an der ein kleines, in der ungünstigen Beleuchtung kaum erkennbares Bild hing. Mr». Bump war geradezu betroffen, als sie es erkannte.. Ja, da hing es an feinem richtigen Platz: ganz still und- unauffäl- ltg, fast zu nahe dem Kamin, und wirkte viel schlichjer, aber auch viel würdiger und nobler als in der Galerie Perrin,. „Ein schönes Bild," murmelte Valerian mit' I gepreßter Stimme,„darf ich es bei Licht besehen?" Er nahm es von der Wand und reichte eS Mr». Bump, die damit zum Fenster trat. In diesen; Augenblick— so sagte ihr später- Valerian —- hätten ihrer Beider Herzen im gleichen Takt geschlagen;"er habe es gespürt.' «Ein schönes Bild," wiederholte er dumpf. „Jawohl," erwiderte der Baron und brach unmotiviert in Gelächter aus. „Ich verstehe," sagt« Valerian schnell,„ich verstehe Ihr Lachen, Herr Baron.‘. „Ja," sagte der Baron und lachte haltlos weiter,„ich muß lachen..." „Ich verstehe," flüsterte Valerian ernst und wischte sich die Stirn.(Wie verschieden die beiden Männer sind! dachte MrS. Bump. Der lleine schwitzende Dicke und der hochrassige Aristokratl), „ich verstehe Sie sehr gut, Herr Baron,"- fuhr Valerian fort,„es ist zum Lachen oder zum Weinen, wie man will—. Zu bedenken, daß da« die Reste einer ehemals so großen Sammlung sind..." Er hängte das Bildchen still an die Wand. Der Baron folgte ihm mit den Blicken. -„Ja," sagte er,„da hängt es jetzt..." und fast schien es, als ob wieder ein Lachanfall kommen würde. Valerian beschloß, schnell zu handeln und sich von diesem Kretin, der zu ernster Arbeit unfähig war, nicht länger gefährden zu lassen. „Herr Baron," sagte er,„darf ich eine kleine Indiskretion begehen?" Jf.’S „Immerzu," erwiderte der,Baron,„eS wird schon nicht so-arg sein." „Wir, Mrs. Bump und ich, Hoden dieser lleine. Bildchen schon einmal gesehen..." Der- Baron erwiderte nichts,.' er sah zu Boden. Er spielte seine Rolle jämmerlich. „Wir haben eS gestern in der Galerie Herrin gesehen.,..und darum verstehe ich Ihr Lachen so gut,, Herr Baron; aber es ist doch schließlich keine Schande."/ Baron Wladimir Oritzky fand bei diesen Worten seine Haltung wieder. Er sah,mit einem fremden und arroganten Blick auf Valerian, der klein und dick vor ihm stand. MrS. Bump war begeistert von diesem Blick. „Es ist keine Schande", wiederholte Valerian scheinbar ohne Verständnis für subtile Empfindungen verarmter Adeliger,„die Situation der Aristokraten des Fauborg St. Germain ist in der heutigen Zeit..."„Wie meinen Sie?" fragte der Baron hochmütig. „Herr Baron", sagte Valerian,„Sie wollen das kleine Bild beitaufen. Sonst.hätten Sie es doch nicht zu- Perrin geschickt." „ES ist aber wieder hier, wie Sie sehen, mein Herr", sagte Baron Oritzky, der sich jetzt ganz ermannt hatte. «Eine Frage, Herr Baron. Wie teuer haben Sie eS dem Perrin offeriert?" „Offeriert ist ein komischer. Ausdruck.' Ich habe hunderttausend Franc» gefordert, weil ich diesen Betrag benötigte."- Valerian richtete sich— soweit man da» von ihm sagen kann— hoch auf und warf Mrs. Bump-einen bedeutungsvollen Blick zu.’ „Hunderttausend Franc»?* stieß er hervor und es hörte sich an, als ckb er nach Lust schnappen müßte.. MrS. Bump tat es wlrllich. Der Baron betrachtete beide ungerührter, al» e» seiner Situation entsprochen hätte. Valerian schwor sich zu» nie wieder mit ihm zu arbeiten.-- Er verständigst sich mit Mr». Bump durch ein Kopfnicken. «Herr Baron", sagte er und trat auf ihn zu» „ich weiß, daß solche Augenblickrsituatwnen der Aristokraten von gewissenlosen Wucherern auS- genützt weichen."- Der Baron nickte nur/er schien schon wieherndem Lachen nahe.„Sie können sich vielleicht im Moment' durch so bedenlltche Transaktionen vor dem Verlust dieses teurenErbstückes bewahren. Aber die Zinsen fresse» Sst auf— undoffen,herausgesagt, Herr Baron, Mrs. Bump interessiert sich für dal Bildchen. Sie bietet Ihnen eiuhundertzeintausend Franc- dafür. Nicht wahr» Madame?"--^Fortsetzung folgte Nr. 209 Sonntag, 5. September 1937 Seite 3 Eine Lektion für Herrn Goebbels 'Washington Ober die Pflichten der Ausländsdeutschen Washington.(Reuter.) Staats sekretör Hüll erklärte, der Regierung der Ber. einigten Staaten fei der Wortlaut der kürzlichen Erklärungen in Deutschlimd nicht genau bekannt, denm zufolge, die im AnSlomd« lebenden Deutschen ihrem Mutterland dieTreue Vewahrenmüffm. „Abed ich mutz hervorheben", sagte der Staatssekretär,^,daß ulke fremden Prrsoiren, welche durch Naturalisierung die‘ amerikanische Staatszugehürigkeit erlangt haben, dar Gericht unter Eid erklärt haben, datz sie der Treue zu dem Herrscher drb Staate- und der Souveränität de- Staate-, Hetzen Bürger»der Untertanen sie vorher.waren,«»bedingt und völlig entsagen, daß sie die Verfassung«nd die Gesetze der Bereinigten Staaten gegen alle ausländischen»der inländischen Feinde unterstützen Und verteidigen werden und datz sie die- freiwillig und aufrichtig geloben. ES ist demnach vollkonimen klar, datz eS nach diesem Eid ihre Pflicht ist, nysere Verfassung, die Gesetze>md die i Fahne zu verteidigen und zu unterstützen. Vor Schanghai Artilleriegefechte Schanghai. Dio Operationen dec japanischen Truppen an der Schanghai-Wusungsront zeichneten sich am SamStag durch starke Beschießung der chinesischen Positionen bei Tschapei aus. Zeitig früh erschienen japanische Flugzeuge, welche die chinesischen Stellungen beim Nordbahnhof systematisch zu bombardieren begannen und großen Schaden anrichteten. Drei Bomben fielen in der unmittelbaren Nähe eine- von britischen Abtei- lungen besetzten Wächterhauses nieder. Die japanische Rord-China-Armee meldet die Einnahme voNHusian, eines strategisch wichtigen Punktes an der Eisenbahnlinie Kalgan —Tagung In der Provinz Schansi. Heue Intervention der Großmächte Große Verluste, welche unter der Zivilbevöl. kerung der Internationalen Konzession durch eg« plodierenre Schrapnells verursachte wurden, gaben Anlaß zu einem Einschreiten deS britischen, des französischen und deS amerikanischen Generalkonsul- bet'den chinesischen und den japanischen Behörden. Die Chinesen wurden aufgefocdert. ihre in Bntnng stehenden Abteilimgen um eine Meile zurückzuziehen, und die Japaner wurden aufgefordert, ihre Kriegsschiffe eine Meile stromabwärts zu dirigieren. furchtbares Blutbad In Schanschu Schanghai. Ein aus der nordwestlich von Schanghai gelegenen Stadt Schanschu eingetroffener amerikanischer Missionär teilt mit, daß in dieser Stadt bei zwei Angriffen japanischer Bombenflugzeuge über 3000 Personen getötet wurden. In die Straften, die von Menschen wimmelten, ging ein Hagel von Bomben und Maschinengewehrkugel» nieder. Mandschukuo-Dlvlslon seht Uber Wie die offizielle chinesische Nachrichten- Agentur Central RewS aus Schanghai meldet, hat sich die gejiatnte zweite Division der Mandschukuo- armee, die im Nordtschachar steht, Nanking ange- schlossen. Die wird als Teil in die chinesische Armee etngegliebert werden. Der Hafen Amoy bombardiert Japanischen Berichten zufolge ist Freitag vor dem Hafen von Amoy(in Südchina gegenüber der Insel Formosa) eine japanische Lcopedoboot- Flottill« eingelangt, welche die Hasenfestung bombardierte. Eines der japanischen Kriegsschiffe wurde von chinesischen Artilleriegeschoffen getroffen. Japanische Remorquere haben das beschädigte Schiff abgeschleppt. Die Angst*-— vor den Sowjetbombem' Tokio. Die Agentur Domei erklärt, aus „vertrauenswürdiger" Quelle die Mitteilung erhalten zu haben, daß an der Front von Schanghai bereits etwa 80 sowjetruffische Flugzeuge den Dienst versehen, die von fowjetrufsischen Piloten bedient werden. Weitere Flugzeuge und Fliegerabwehrkanonen seien von Sowjetrußland nach China unterwegs., Die tägliche Hinrichtung Mo-kau.„Leningradskaja Prawda" zu folge ist in Leningrad eine trotzkistifche Gruppe aufgedeckt worden, die in einer Fabrik und in Rüstungswerken, Sabotageakte vollführt haben soll. Zehn der Angeklagten wurden in diesem Zusammenhang zum Tode verurteilt. Auch USA In Hürnbers vertreten Gegen die Einwände des eigenen Botschafters Washington. Staatssekretär Hüll hat be« kanntgegeben, daß die.Einwände des Botschafters Dodd gegen die offizielle Vertretung der Vereinigten Staaten auf dem Retchsparieitag der NSDAP in Nürnberg nicht werden in Betracht gezogen werden. Der Geschäftsträger der Vereinigten Staaten in Berlin wird an dem Nürnberger Parteitag teilnehmen. Der interimtionale Antialkohol-Kongreft wird in W a r s ch a u am 11, September eröffnet werden. An der.festlichen Eröffnung wird sich der Minister für sozial« Fürsorge Köseialkowski beteiligen. Piraterie. Faschismus und Losik Während die Welt, soweit sie noch Schamgefühl und Rechtsempfinden besitzt, iBer die sich täglich mehrenden Piratenstücke im Mittelmeer in wachsende Empörung gerät, ist in der»Zeit" folgendes zu lesen: „Die Annahme französisch-englischer Blätter, daß er ein nationalistischer— oder, wie der Engländer die- versteht,, italienischer— U-Boot gewesen wäre, dar den britischen Zerstörer„Havock" zu torpedieren versuchte, widerspricht jeder Logik. Irrtum in der Flagge kommt bei Seeoffizieren nicht in Frage. War sollte er aber Franeo— oder Mussolini— nützen, den geteilten britischen Löwen zu provozieren? Die ungestörte Beendigung der spanischen Krieger, dessen Aurgang so gut wie sicher ist, könnte auf diese Weise nur gefährdet werden. Gerade an dieser Gefährdung haben die bedrängten Roten ein.Interesse und deshalb ist es nach dem einfachen kriminalistischen Grundsatz „cui probest" klar, daß dar Torpedo gegen den „Havock" von Balemia wohl beabsichtigt war." Mit der Anwendung kriminalistischer Logik auf politische Tatbestände müssen wir uns, seit der Faschismus die Stunde regiert, wohl oder übel abfinden. Aber auch unter dieser Voraussetzung dürste es notwendig sein, vorerst den Tatbestand klarzustellen. Da ist nun nicht zu verkennen, daß Mussolini seit dem abessinischen Feldzug den britischen Löwen, der sich bei alledem sehr gutmütig benimmt, geradezu unausgesetzt provoziert und daß Franro alles, was er an militärischen Erfolgen erzielt, diesen Provokationen zu verdanken hat. Wohingegen die Valenciaregie- rung, die übrigens, im Gegensatz zu Francos Meuterer-Junta, mit London diplomatisch« Beziehungen unterhält, ein Lebensinteresse daran hat, die tägliche Verleumdung, daß sie«ine„rote Räuberbande" sei, keinen Vorwand zu liefern. Das Risiko des GesahtwerdenS ist also, um zu der kriminalistischen Logik der»Zeit" zurückzukehren, für Franco und seine Helfershelfer ungleich geringer. Die Methode, eigene Untaten dem Feinde zu unterschieben, kann nach dem Grundsätze. cui Prodost(wem nützt es)? nur Franco, nicht der rechtmäßigen spanischen Regierung zugetraut werden, ganz abgesehen davon, daß der Faschismus in der Anwendung dieser Methode schon beträchtliche Fertigkeit an den Tag ge- legthat.'.'..i;,,' ,7 Hopfenpflücker wehren sich gegen scharfmacherische Bauern Bon einer Hopfenpflücker-Partie, die nach Koleschowitz ging, blieben elf Mann übrig, fünf davon kamen zu dem Bauer Schwinger, einem der reichsten des Ortes. Beim Arbeitsantritt wurde, neben dem üblichen Lohn, für morgens die Verabreichung von Kaffee und für abends die Verabreichung von Suppe und für je zwei Tage die Zuteilung von 1% Kilogramm Brot vereinbart. Gearbeitet tvurde von Tagesanbruch—, um 4 Uhr wurde aufgestanden, Kaffee getrunken, dann ging es aufs Feld—, bis zum Eintritt der Dunkelheit. Am zweiten Tage brachte der Bauer auch mittags Suppe aufs Feld, in einer Qualität, die kaum beschrieben werden kann. Abends gab es wieder Suppe von derselben zweifelhaften Güte. Diese Art Beköstigung rief große Erregung unter den Pflückem hervor. Ein Pflücker, wurde zu Verhandlungen mit dem Bauer wegen Abstellung der Mängel bestimmt. Als der VerhandlunaSführer dem Bauer darlegte, daß die Pflücker die Arbeit niederlegen würden, wurde er kurzerhand entlassen. Der Hen- leinbauer hatte aber nicht mit der Solidarität der Arbeiterschaft gerechnet. Am anderen Morgen verweigerten sämtliche Pflücker bis auf drei die Fortsetzung dec Arbeit. Die Arbeitsverweigerung hatte eine frappante Wirkung. Nach dreistündiger Arbeitsverweigerung wurde der Entlassene wieder eingestellt unh mit einem Schlag wurde genießbares und besseres Essen verabreicht. Auch die Behandlung war von dem Augenblick an besser, als der Hopfenbauer merkte, daß trotz aller anderen Behauptungen die Arbeiterschaft zusammenhält. Schließlich erklärte sich der Bauer auch dazu bereit,, den fünf Leuten, die zuletzt gekommen wären, das RUckfährgeld zu bezahlen. Die Schwägerin des Bauern, die„Biertelabmesserin", eine fanatische Henleinanhängerin, die ihre Liebe zu Hitler wiederholt und drastisch zum Ausdruck brachte, war der eigentliche böse Geist gewesen. Kulturtasuns des BdL In BBhm.-Lelpa Böhm. Leipa. Am SamStag, den 4. September wurde das Erntedankfest des Bundes der Landwirte durch Beratungen der Kuliur-Organi-- sationen der Partei eröffnet. Nachmittags schloß sich diesen Beratungen eine Landlehrer-Tagung an, zu der Minister Dr. Spina, ferner in Vertretung des verhinderten Ministers für Schulwesen und Volksausklärung Dr. Franke der Vizepräsident des Landesschulrates Dr. Dvokäk und der Obmann des BdL H a ck e r u. a. m. erschienen. Die Landlehrertagung in der neuen Turnhalle fand unter Vorsitz des Fachlehrers Haudek statt. Auch Minister Dr. Spina ergrisf das Wort. Dr. Dvokäk überbrachte die Wünsche des Unterrichtsministers Dr. Franke und stellte fest, daß der Landesschulrat und die staatliche Schulverwaltung nicht nur vorgesetzte Behörden, sondern auch verständnisvolle Förderer, vor allem auch des deutschen Schulwesens sein wollen. Als Beweis dafür führte er an, daß trotz der auch in diesem Jahre wieder gesunkenen Kinderzahl die Zahl der deutschen Schulklassen wieder zugenommen habe. Dec Borsitzende der Landlehrerorganisation, Fachlehrer Haudek, erstattete sodann den Hauptbericht und sprach zu dem Thema„Die kulturelle Sendung des Bauerntums". Anschließend an diese Tagung fand eine Gefallenenehrung und die Enthüllung einer Gedenktafel am Kudlich-Denkmal statt, wo der Obmann des BdL Hacker sprach. In Böhm. Leipa sind bereits einige tausend Festteilnehmer eingetrosfen. Zwei Presse-Institutionen, die den 18. Feber ignorieren Wir lesen im„Neuen Morgen": Es muß loyalerweise zugegeben werden, daß sich eine Reihe staatlicher und halbstaatlicher Aemter und Organisationen an die Richtlinien, die die Regierung am 18. Feber 1037 ausgegeben hat, hält. Um so mehr fällt es auf, wenn es Institutionen gibt, die auch heute noch so tun, als lebte die Tschechoslowakei noch mitten in der Revolution und als lväre jeder Deutsche a priori ein Staatsfeind, dem nicht.über den Weg. zu trauen sei; kurz, es gibt Bereinigungen, die den 18. Feber einfach nicht zur Kenntnis genommen haben. Wir wollen heute nur zwei Fälle herausgreifen, die die Presse direkt betreffen. . In Prag gibt eS z. B. einen Klub der Mi l i t ä r j 0 u r n a l i st e», der heute, in einer Zeit der allgemeinen Aufrüstung und der eifrigen Vorbereitung der Zivilbevölkerung auf den„Ernstfall", wohl«Ine gewisse Bedeutung hat. Wie läßt es sich mit den Richtlinien vom 18. Feber vereinigen, daß dieser Klub sich noch heute weigert, deutsche Journalisten aufzunehmen, die doch sicher allen Bedingungen entsprechen. Hat man denn schon vergessen, daß es deutsche Soldaten waren, di« unter Einsatz ihres Lebens die Schimitzer Kaserne verteidigt und gehalten haben? Hat man vergessen, daß bei der Zeichnung der Wehranleihe die deutsche Bevölkerung die Erwartungen, die man in sie setzte, übertroffen und durch die Anerkennung der Notwendigkeit einer gutgerüsteten tschechoslowakischen Armee den besten Beweis für ihre absolute Loyalität dem Staate gegenüber geliefert hat? Hat man vergessen, daß«S gerade die deutsche Bevölkerung deS Grenzgebietes ist, der daS neue Staatsschutzgesetz schwere und bisher nicht gekannte Lasten auferlegt hat und daß diese Bevölkerung diese Lasten nicht als so selbstverständlich hingenommen hätte, wenn sie wirklich so unzuverlässig wäre, wie man aus dem Ausschluß ihrer Pressevertreter von militärischen Dingen eigentlich folgern müßte? Wenn wir vom Klub der Militärjournalisten gesprochen haben, so wollen wir auch am K l u b v 0 II sw irisch aftli ch e r I 0 u r n a- listen nicht vorübergehen, der mit seinen Kollegen von der Kriegswissenschast eines gemeinsam hat: die Ablehnung der Deutschen. Auch in diesem Klub sind die deutschen Journalisten nicht vertreten, auch hier scheint eS, als ob man.nicht wissen würde, daß gerade im deutschen Gebiet volkswirtschaftlich wichtige Industrien liegen und daß gerade die deutschen Zeitungen in ihren Redaktionen anerkannte BollSwirtschaftler sitzen haben. Diesen Ausführungen des„Neuen Morgen" fügen wir noch hinzu,, daß auch der K l u L d e r au ß e np olitis ch en Redakteure keine deutschen Mitglieder zählt. Di« Härte» deS Sprachengesetzes. Ein Steuerträger erhielt von der Steuerbehörde die Aufforderung, bestimmte Aufllärungen zu geben, und zwar in tschechischer Sprache unter Beischluß einer deutschen Uebersetzung. Diese letztere nahm er'zur Grundlage für sein« Antwort, da er der tschechischen Sprache nicht mächtig ist. Zu seinem Erstaunen wurden über ihn die Folgen der Versäumnis verhängt, weil er die Anfrage nicht vollständig beantwortet habe. Es stellte sich heraus, daß im tschechischen Text die Aufforderung, gewisse Einnahme» und Ausgaben näher mizugeven, enthalten war, diese Aufforderung aber in der deutschen Uebersetzung gefehlt hat. Der Stenerträger brachte die Beschwerde beim Obersten Bcrwal- tüngsgericht ein, sie wurde aber abgewiesen. Auf die Einwände, die erst in der Beschwerde an das Oberste Verwaltungsgericht und nicht innerhalb der zur Beantwortung der Aufforderung gestellten Frist erhoben werden, könne keine Rücksicht genommen werden. Die Behörde sei auch nicht verpflichtet gewesen, den Steuerträger zur Ergänzung der Beantwortung aufzusordern.(DND) Kinderschntzmonat Oktober. Die Landesbe- hörde für Böhmen in Prag hat der Deutschen Jugendfürsorge Böhmens de» ganzen Monat Oktober als„Kinderschutzmonat" freigegeben und ihr die Velvilligung zur Durchführung von Sammlungen und Beranstaltungen jeglicher Art erteilt. Bergeftt nicht auf die Jugendfürsorge! In den letzten Jahren haben die Geineinden und Bezirke die Beiträge für die deutsche Jugendfürsorge beträchtlich gekürzt, sie waren durch den Mangel an Mitteln meist dazu gezwungen. Die Mindereinnahmen der deutschen Jugendfürsorge aus diesem Poste» betragen in einem Jahr fast 300.000 iKö. Da sich nun die wirtschaftlichen Verhältnisse gebessert haben, erwartet die deutsche Jugendfürsorge, daß die Bezirke und Gemeinden wieder mit größeren Beträgen als bisher sich an dem große,« Werke der Betreuung der sudetendeuffchen Jugend beteiligen. Die deutsche Jugendfürsorge bittet daher alle Bezirke und Gemeinden, bei der Beratung der Voranschläge für das Jahr 1088 sowohl die Bezirksjugendfürsorgen als auch die Landeskommisiionen in Böhmen und Mähren entsprechend zu berücksichtigen. Der 10.000 Kurgast in FranzenSbad. Am 2. September hat die Frequenz in Franzensbad die Zahl von 10.000 Personen überschritten. Der 10.000. Kurgast wurde von der Kurverwaltung besonders willkommen geheißen. Da die Frequenz im vergangenen Jahre 10.000 Personen nicht erreichte und Heuer bereits zu Beginn September die Freqnenzzahl von 10.000 Personen überschritten wurde, so ist daraus die Besserung des Besuches Franzensbads im heurigen Jahre zu er- seh«N>,n„'^ ,3,.. Die nationale Gliederung der Geineinden. Die Tschechoslowakei unifaht nach den Daten der letzten amtlichen Boliszählung insgesamt 18.780 Gemeinden. Von diesen Gemeinden hatten 8344 eine absolute Bevölkerungsmehrheit tschechischer Nationalität, 8468 lvaren zur Mehrheit deutsch, 3862 slowakisch, 608 magyarisch, 601 cuthenisch, 44 polnisch, 3 rumänisch und 2 kroatisch. In 42 Gemeinden gab eS keine absolute nationale Mehrheit. ES waren dies fast ausschließlich Gemeinden in den Karpathenländern, wo mehrere Nationalitäten beisammen wohnen. Fünf von diesen 42 Orten wiesen eine deutsche relative Mehrheit auf. Ein Taschenkalender flir Arbeiterkinder wurde für das Schuljahr 1937—88 vom Arbeiterverein Kinderfreunde herausgegeben. Der Kalender enthält eine Fülle wissenswerter Aufsätze und praktische Anleitungen für das tägliche Leben.unserer Kinder, umfaßt 06 Seiten, ist mit einem schönen, blauen Einband versehen und kostet Kö 1.60. Dieser Taschenkalender gehört in die Hände aller Arbeiterkinder.— Bestellungen sind an das Sekretariat der Kinderfreünde in Bodenbach a. E. Poststraße 813 zu richten. Interpariarnshtarische Union Senator Dr. Heller Uber Wirtechaftafragen Paris. In der Plenarsitzung der Interparlamentarischen Union sprach für die Tschechoslowakei Senatsvizepräsident Dr. Karl Heller zur Frage der regionalen Wirtschaftspakte. Die Tschechoslowakei, sagte er, ist bereit, mit den Jiachbarn in Verhandlungen Über ein Regional-Abkommen einzutreten; aber auch die übrigen Staaten sollen nicht ausgeschlossen sein. Wir wünschen ein Abkommen, sagte Redner, das die industriellen und landwirtschaftlichen Interessen der beteiligte» Staaten sichern würde. Dies könne durch die vorgeschlagenen Präferenzen erreicht werden. Wir haben kein abgeschlossenes autarkischeS Gebiet im Sinne, im Gegenteil— wir hoffen, daß durch ein Abkommen zwischen den sechs mitteleuropäischen Staaten der Weg zur Beseitigung der drückenden Devisenbestimmungen und fiifc eine liberalere Zoll» und Handelspolitik auch den übrigen Staaten gegenüber frei wird.? Der neue rumänische Krlessmlnlster Bukarest. Der ehemalige Marschall des königlichen Palastes und Kommandant des zweiten Armeekorps, General Tonstanttn Jlase- v i e i,,wurde zum neuen Minister für National- berteidigung ernannt. Seite 4 Sonntag, 8. September 1937 Nr. 209 AALsneuigkeiten Ein dankenswerter und gelungener Versuch Einem glücklichen Gedanken verdankt eine Ferienkolonie ihr Entstehen, die in der Zeit vom 8. bis 27. August in der Erziehungsanstalt Svötlä in Groß-Mesoritsch 132 deutsche und .tschechische Schulkinder vereinigte. Unter der Leitung ausgesuchter Lehrkräfte, die ebenfalls beiden Nationen angehören, hatte diese, vom Mährischen Landeslehrerverein organisierte, Kolonie zwei Aufgaben zu erfüllen: Die Erlernung der anderen Sprache einzuleitcn und den Teil- nchmcrn. Knaben und Mädchen, Erholung zu bieten. In einer kleinen Broschüre, welche Leitsprüche des Staatspräsidenten, des Schulministers und des Abgeordneten Falsch einbegleiten, wird nun Rechenschaft über den Verlauf des Kurses abgelegt. Die Kinder beider Nationen lebten während 'dieser mehr als drei Wochen ständig beisammen. Sie waren in Gemeinschaftsräumen im Verhält- nis von 1:1 bis 1:3 cinquartiert. Von früh bis abends widmeten sich ihnen die Lehrer ohne Unterbrechung, als Freunde und Berater in allen' Fragen. Der Unterricht erfolgte in den Vormittagsstunden; ihn besorgten Lehrer und Lehrerinnen, die durchwegs beide Sprachen beherrschen, und zwar so, daß den deutschen Kindern tschechische Lehrer und den tschechischen deutsche Lehrer Unterricht erteilten. Die körperliche Erziehung die im Programm der Kolonie war, umfaßte nicht nur das tägliche Turnen am Morgen, sondern auch Schwimmen, Sport und Spiel. Der Samstag Nachmittag und der ganze Sonntag waren frei. Der Erfolg der Ferienkolonie war ein außerordentlich guter und legt den Gedanken an eine Erweiterung der Aktion nahe. Der Mäh- rische Landeslehrervcrein und die in Svötlä wirkenden Dozenten haben sich mit der Abhal- tung dieser Ferienkolonie ein Verdienst nicht nur unr die Kinder erworben, sic haben auch eine» schönen Beweis dafür erbracht, daß einträchtiges Zusammenwirken immer zum Nutzen der beiden Völker sein muß. Urteil im BcstechungSprozeh. Im Prozeß betreffend die Bestechungen beim Bau de» B ah n> Hofsgebäudes in R a u d n i h, in welchem sich vor dem Kreisstrafgericht in Brünn die Baumeister, Anton Hädl und Franz Häjek aus Raudnitz wegen des Verbrechens der Verleitung zum Mißbrauch der Amtsgewalt zu veranttoorten hatten, wurde Samstag vormittags das Urteil gefällt. Das Gericht erlannte beide Angeklagte für schuldig und verurteilte Hädl zu fünf und Häjcl zu vier Monaten Kerker. Das Gericht erkannte beiden mildernde Umstände zu und sprach die Strafe bedingt mit einer dreijährigen Bewährungsfrist aus. Die Verteidiger der Angeklagten sowie auch der Staatsanwalt haben gegen das Urteil Rechtsmittel angemckdct.‘ Weite durch Bulgarien Von Kurt Doberer Aus dieser Straße saßen spitze Steine um tiefe Löcher und weite Mulde». Sonst war sie weiß und staubig. Augenscheinlich war sie dazu da, ei» riesiges Melonenfeld in zlvei Teile zu schneiden. Diese Straße als Fahrweg zu benutzen, war halsbrecherisch. Darauf zu Fuß zu gehen, war weniger gefährlich. Aber den Sonnenstich bekam man schließlich doch. Stumpfsinnig trotteten wir dahin. Wenn wir aufblickien, suchten wir immer wieder einen sonnenlosen Flecken.- Ein trauriges Exemplar von Dornbusch gab endlich den Quadratmeter Schatten. Dort saßen wir vor slackigem Feuer und briete» ein Stück Speck. Er schien von einem ehrwürdigen Geisbock zu stamincn, so rotgelb unappetitlich sah der Fetzen'ans. Nur eine» Teil-davon fraßen wir hin- unter. Dabei brannten uns die Füße, wie wenn wir sie im Feuer hätten. Kein Wunder, daß wir richtig wütend lvaren. Wir beschlossen, keinen Kilometer mehr zu laufen, sondern Auto zu fahren. Wer nicht, Bescheid weiß, der wird unseren Beschluß vielleicht lustig finden. Warum waren wir nicht längst gefahren? Nur sachte. Autos gibt cs überall. Halten wollen sie nicht! Wenn du mitfahren möchtest, scheren sie sich den Teufel um dich. Bei uns pfiff eS anders. Mit wütend ver« biffenem Gesicht marschierten wir zur nächsten Kurve. Der Fluß hatte hier eine steile Schlucht in den Fels gewühlt. Vom Fluß war weit und breit nichts mehr zu sehen. Aber die Schlucht, grau und schattig, die war da. Oben klebte im Sonnenbrand die Straße. Sie rannte erst straks auf den Abgrund zu. Dann schreckte sie zurück und drängte ängstlich wieder in die Richtung, aus der sie gekommen war. Die Wagenführer würden sich hüten, hier rasch zu fahren. So hatten wir sie. Wir waren entschlossen wie Wegelagerer. Hinter einem Felsblock, da hockten wir hin. Nicht im geringsten Die Ziehung der Prager Messelotterie wird unwiderruflich am 14. September, sofort nach Abschluß der diesjährigen Herbstmesse stattfinden. Gezogen werden 8848 Gewinne; der Haupttreffer hat einen Wert von 180.000 XL, der zweite Treffer von 80.000 Kö. Lose zu 5 Kc versendet noch die Lotterieabteilung der Prager Messe, Prag VII. ZugSzufammenswß. Bei der.Einfahrt in den Bahnhof von Charboniers bei Lyon stießen zwei Personenzüge zusammen. 48 Reisende wurden teilweise schwer verletzt. Ma».vermutet falsche Weichenstellung. 41 ü Stundenkilometer. Am Flugwettbewerb um den sogenannten Bendix-Pokal in Cheveland siegte der"Flieger Frank Fuller, der eine DurchschnittSgeschwindigkeit von 418 Kilometer erzielte. Er gewann den Preis von 9000 Dollars und außerdem noch 2800 Dollars dafür, daß er den Rekord auf dieser Strecke gebrochen hatte. Kinder von Wölfe« angefallen. Zwei Kinder Im Alter von sieben und zehn Jahren, die aus dem Dorfe Tymoszewicze im Gouvernement Wolhynien stammen, wurden beim Pihesuchen am Rande eines Waldes von Wölfen angefallen. Auf das Geschrei der Kinder herbeieilende Dorfbewohner versagten die Wölfe. Im Versaufe einer später durchgeführten Treibjagd'wurden elf Wölfe erschossen. Bor zwei Jahrtausenden. Eine archäologische Expedition der Moskauer Akademie der Wissenschaften nimmt in der Nähe von Kertesch Ausgrabungen der alten Stadt Dia vor, die im sechsten Jahrhundert vor unserem Zeitalter gegründet und später von den Skythen zerstört wurde. Es wurden sehr interessant« Funde gemacht: 88 gut erhaltene Fischsalzmulden aus Stein, die Einrichtungen eines großen Fischsalzbetriebes, der vor mehr als 2000 Jahren bestand, Silber- und Bronzcmünzen aus dem dritten Jahrhundert v. Ehr., zahlreiche Töpfererzeugnisse usw. Im Lodzer Zoo ereignete sich Samstag ein tragischer Unfall. Einem Bären gelang cs, einen neunjährigen Knaben in den Käfig zu ziehen. Der Knabe wurde von deni Bären getötet, noch«he das Tier abgeschossen werden konnte. Fernseh-Apparate in englischen KinoS. Angeregt durch die außerordentlichen Erfolge dec Television auf der Londoner Radioausstellung, haben sich zahlreiche englische Kinobesiher, obzwar sie sich der Unvollständigkeit der Fernsehtechnik voll bewußt sind, dazu entschlossen, TelcvisionS- apparate in ihren Lichtspieltheatern installieren zu lassen. Mehr als hundert Kinos sollen solche erhalten. Die Kinderlähmungscpidcmie hat im Mittel- Westen von USA weiter um sich gegrisfen. In Chicago wurden 88 neue Krankheitsfälle gemeldet, von denön^clf tödlich verkaufen sind. Den" Kindern unter 16 Jahren wurde der Kino« und Theaterbesuch verboten. Die Krankheit breitet sich auch in den Städten St. Louis, Omaha, Denver, Buffalo und Milivaukee aus, wo bereits alle Schulen und Kinderheime geschlossen wurden. Am stärksten von der Seuche betroffen ist die kanadische Provinz Ontario, wo bereits 1100 Krankheitsfälle gemeldet wurden, von denen 88 tödlich verlaufen sind. Die im Mittel-Westen und im. südlichen Kanada herrschende tropische Hitze während der letzten Wochen erschwert nach Ansicht der Aerzte die" Bekämpfung der Kinderlähmung außerordentlich. Bevölkerungspolitischer Pessimismus. Die bevölkerungspolitischen Probleme Englands, die dort feit längerem diskutiert werden und die durch die extensiv« Bevölkerungspolitik der Diktaturen Vergleichsmaterial erhält, hat kürzlich Sir Leonhard Hills in einer Rede behandelt. Hill sagte voraus, daß, wenn nicht die englische Geburtenzahl sich erhöhe, im Jahre 1941 kein Geburtenüberschuß mehr vorhanden sein und in hundert Jahren die gesamte englische Bevölkerung nicht die Zahl von fünf Millionen übersteigen werde, was etwas mehr als der Hälfte der gegenwärtigen Londoner Einwohnerzahl entspräche. Dadurch wäre die politische und wirtschaftliche Weltstellung Englands wesentlich bedroht. Konkurrenz für den Panama-Kanal. Nach Meldungen au» Managua ist der Bau eines schon seit lngem geplanten Kanal» in, den Vordergrund des Interesse» getreten, der eine zweite Verbindung zwischen dem Atlantischen und dem Stillen Ozean Herstellen soll. Diese Verbindung soll in der Weis« geschaffen werden, daß der San-Juan-Fluß, der den Großen See von Nicaragua mit dem Stillen Ozean verbindet, kanalisiert wird, während die Verbindung zwischen dem Großen See und dem Atlantischen Ozean durch eine Essenbahnlinie hergestellt werden soll. Der Präsident von Nicaragua regte an, daß die Washingtoner Regierung zur Inangriffnahme diese» Plane» zunächst 8 Millionen Dollar zur Verfügung stellen soll, wie überhaupt der Bundeskongreß der USA die erforderlichen Beträge möglichst schnell be- reitstellen sollte, weil diese» Projekt für beide Staa« teil von großem Nutzen sei. Diplomatischer Konflikt um ein« Marke. Ein neuer diplomatischer Konflikt, diesmal wegen einer Luftpostmarke, ist zwischen Nikaragua und Honduras entstanden. Die Marke zeigt eine Karte von Nikaragua, auf der sich große Landesteile befinden, bei denen der Besitz Nikaragua» stritssg ist. Honduras hat dagegen scharfen Protest eingelegt und verlangt, daß die Marke au» dem Verkehr gezogen werde. General Somoza, der Präsident- von Nikaragua, hat Mechtgsachvcrständige um«in« Expertise ersucht. E» handelt sich hinsichtlich de» Territorium» um einen seit Jahren bestehenden Streissall zwischen beiden Staaten. Zusammenstöße zwischen den Streitkräften beider Mächte an den Grenzen werden von General Somoza dementiert, der erklärte, daß die nationalen Rechte diplomatisch in brüderlicher-Harmonie gewahrt werden sollen. Da» Wetter. Hinter einem Ausläufer des Atlantsschen Druckticfs, welcher auch Mitteleuropa erfaßt hat, strömt unseren Gegenden vom Nordwesten her etwa» kühlere Luft zu. Ihr Vordringen war SamStag nachmittags in der Umgebung der RiesengebirgeS und in Westböhmen von Gewittern, begleitet. In den Niederungen der Republik wurden-nachmittags' toiebetutrf ,; 25 bis 27 Grad Celsius verzeichnet.- Eine wesentliche' andauernde Verschlechterung kann bei un» nicht erwartet werden, da über dein Binnenland« wieder der Einfluß hohen Drucker vorherrschen dürfte.—> Wahrscheinliche» Wetter von heute: In den böhmischen Ländern und in der Westslowakei vereinzelte Schauer oder Gewitter und ein wenig kühler; im ganzen jedoch schön und ziemlich warm. Im Karpathengebiete Andauern der heiteren und sehr warmen Witterung.— Wetteraussichten für Montag: Vorwiegend heiter, tagsüber ziemlich warm. Von gor Erholungsreise aus dem Reich zurück Die Piratenflagge im Mittelmeer In der Rechnung der polnischen Obersten scheint dieser Punkt nicht zu stimmen Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programment Montag: Prag, Sender10.08: Deutsche Presse, 12.10: Schallplattenkonzert: Donizettt, Grieg etc., 14.08: Deutsche Sendung: Mauder: Wie könnten wir dem Gastgewerbe helfen?, 17.40: BrahmS: Klaviertrio, 18.08: Deutsche Sendung: Josef Blau: Alte Glasarbeiterfamilien, 18.18: Sommermusss,.18.48: Deutsche Presse, 22.20: Tanzmusik.— Prag, Sender II: 16: Schallplatte», 16.20: Deutsche Sendung: Enten über Prag, 16.80: Deutsche Presse.— Brünn 14.26: Französische Chanson», 17.40: Deutsche Sendung: Dr. Müller: lieber Bücher, 18.16: Operettenmusik.— Preßburg 16.10: Kompositionen von Grieg, 17.05: Rundfunkorchesterkonzert.— Mährisch-Ostrau 18.10: Deutsche Arbeitersendung: Kowalik: Demokratie— demokratische Schule,— Konzert de» fünfzehnjährigen Geiger» Taschner. Dienstag: Prag, Sender I: 10.06: Deutsche Presse, 10.80:. Schallplatten, 11.08: Rundsunk für deutsche Schulen, höhere Stufen. 12.10: Populäre» Konzert jugoslawische Musik, 14: Deutsche Sendung: Dr. Ei»ner: Aus dem tschechoslowakischen Kulturleben, 14.40: Schallplatte«,'18.06: Deutsche Sendung: Gemeindedampfer, Rundfunkspiet vom Altvater, 18.46: Deutsche Presse;-18.65: Au» dem deutschem-Kulturleben, 20.55: Äundfunkorchestcrkonzert, 22.20:- Konzert für Viola und Klavier: Bach, Hindemith.— Prag, Sender II: 15: Schallplatte», 15.16: Deutsche Sendung: Oskar Baum: Jugoslawische Volkslieder, 16.50: Deutsche Presse.— Brünn 17.40: Deutsche Arieitersendung: Sozialinformationen, Dr. Kreisler: Die Frau und der Friede, 18.18: Zitherquär« tett.— Preßburg 12.86: Rundfunkorchesterkonzert, 14.15: Zigeunermusik, 22.86: Tanzmusik.-— Kascha» 11.06: Schallplatte», 12.05: Salonorchester. — Mährisch-Ostrau 16.10: Leichte Musik. 19.80: Aus dem Nationaltheater:*Der Freischütz von Carl Maria Weber. waren wir mehr ungeduldig. Gerade deshalb tourden unsere Wünsche prompt erfüllt. Drunten krauchte ein schwarzer Punkt heran. „Mit dem fahren wir", meinte Will. Er sagte es in dem Ton«, als ob es die nächste Straßenbahn wäre. Ich zückte den Feldstecher. Es war ein blauer Personenwagen. „Hmm— der ist recht!" grunzte ich etwas undeutlich. Meine Zunge war noch damit beschäf« tigt, den ehrwürdigen, Geisbock aus den Zähnen zu stochern. Wir standen schweigend, sprungbereit links und rechts auf der Straße. Der Wagen kam an. Sein Differential trillerte, als er in die Kurve ging. Einen Schritt noch traten wir in die Fahrhahn. Schon standen wir auf den Trittbrettern. Die Bremsen knirschten. Der Wagen hielt. Jetzt lächelten wir freundlich— sagten dem Gospodin Guten Tag. Lächelnd erzählen wir ihm, daß der Weg weit und die Sonne heiß sei. Er war ein netter, freundlicher Mensch. Er lud uns ein, doch stn Wagen Platz zu nehmen. Jetzt gab es nur noch sanft zivilisierte Mitteleuropäer. Radebrechend erzählten wir zum Summen des Motors. Nach einer Stunde Fährt waren Boris und wir dick« Freunde. Wir waren in Algier durch die Todesschlucht, Filet de la mort, gefahren. Auf achtzig Kiloimicrn Straße ist ein Gefälle von tausend Metern zu überwinden. Während der dampfende Kühler fast die Felswand streifte, hängen die Hinterreifen an der abstürzenden Tiefe. In bezug auf gefährliche Autoschankeleien zwischen„Lipp und Kelchesrand" waren wir also hereits verwöhnt. Im Balkangebirge erlebten wir jetzt jedoch eine verbesserte Auflage. Wie e» heute Nacht werden sollte, wenn unser Wagen über da» neue Stück Paßstraße kletterte, das war schleierhaft. Vorläufig rutschten wir noch auf einem besseren Waldweg hin und her. Manchmal war. der Dreck, den,man hier zu eiper Fahrstraße zusammengeschaufelt hatte, bereits wieder in die Schlucht gefallen. An solchen Stellen mußten wir— immer an der Wand entlang— in raschestem Tempo das reitende Ufer zu erreichen suchen. Im rutschenden Sand stecken zu bleiben, das bedeutete, mit einem merklichen. Plumps irgendwohin hinabzufallen. Langsam hatte solider Dauerregen eingesetzt. Bei trockenem Wetter mochte die arbeitsdienstlich hergeschaufelte Straße ganz neu aussehen. Aber jetzt— die Paßstraße war wie ein in die Länge gezogenes Stück Baugrund. Taumelnd— schleudernd— heulend, grub sich der Wagen durch Sand und Dreck. Lange waren wir uns einig, daß wir irgendwie abstiirzen würden. Als cs endlich geschah, wurde trotzdem daS Sitzfleisch kalt. Zuerst, da rutschte ein Stück Straße weg. Leider befand sich unser Wagen auf dieser Stelle. Das Vorderrad gehorchte keinem Lenkzug mehr. Das Hinterrad mahlte im gleitenden Sand. Dann rollte der Wagen rückwärts. Der Motor heulte auf. Wir krallten uns in die Wagenpolster— stemmten uns. Ein dumpfer Krach I Wir hingen — fielen nicht. Eine Sekunde saßen wir still, es kam nichts mehr. ‘ Vorsichtig öffneten wir die Türe und turnten am Trittbrett. Ein alter Baumstrunk hielt die ganze Herrlichkeit. Wie wir im schwindenden Licht sehen konnten,, war er morsch. Es regnete scheußlich. Boris zuckte die Achseln.„Morgen", meinte er. Dann kletterte er in den Wagen und macht« sich zum Schlafen bereit. Ein rechter Gemütsmensch. Aber draußen regnete es. Also legten wir uns auch in die Polster und wünschten, daß der Baumstrunk nicht, gar zu morsch sei. Unterdessen war es swckfinster geworden. Wir schalteten die Scheinwerfer ein. Die Lichtkegel stiegen wie Leuchtfeuer neben. der Straße hoch. Schlafen konnten wir nicht,’ Wir rauchten Zigaretten.- ES mochte gegen elf Uhr gewesen sein.' Schwelende Fackeln kamen durch-die Nacht. Als sie droben im Kegel unserer Scheinwerfer waren, scchen wir, daß cs Bauern. und Wasserbüffel waren. Schwere, schwarze Wasserbüffel,, Boris niöite uns zu. Air atmeten alle drei, auf. Die würden es schon, schaffen.. Di« Bauern brauchten wir nicht lange zu überreden, di« packten an. Teil» waren sie gutmütig, teil» dachten sie an die Lewascheine. Anders die Büffel. Die dachten erstens übethaupt nicht und zweiten» waren sie unendlich faul. Sie standen da und brummten mürrisch. Leise väterlich redeten die Bauern zu den Büffeln. Manchmal zog der'eine,'manchmal der andere. Da stieg Boris in den Wagen und ließ den Motor ausheulen. Ein Ochse wäre wild geradeaus losgegangen. Anders die Wasserbüffel.' Die Summe ihrer Faulheit, ihrer Dummheit und Neugierde war riesengroß gegen ihre Furcht. Sie sahen sich um, was da so ulkig heulte. Sie waren zu träge und dumm, um Angst zu haben. Damit waren wir geschlagen. Schweigend spannten wir aus und krochen wieder in den Wagen. Zuvor sagten wir noch„läkanosch", was sonderbarerweise in Bulgarien„Gute Nacht" heißt.- Weitere zwei Stunden waren wir mit dem Wagest auf dem Baumstrunk gesessen, da kamen- wieder Büffel. Zwar waren es diesmal etwa zwölf Tiere, aber sie waren weiß und klein: Nach den Erfahrungen hätten wir von dieser Sorte mindestens zehn Stück mehr gebraucht. Boris lächelte über, unsere Einwände. »Es ist Türkenbüffel", sagte er;„Türken schlagen zu. Büffel ziehen hoch". Na, wir spannten wieder an.„Fertig?" fragten di« Türken. Boris nickte!. Er saß am Lenkrad.* Die Bauern begannen ein Geschrei und ein Geprügel. Die Büffel zogen den Wagen Ruck um Ruck» Zuletzt kam die Glanzleistung. Boris ließ den Motor wild aufheülen. Im Höllenlärm glaubten die Büffel den Teufel hinter sich. Noch wenig« Minuten,-dann stand, der Wagen, wieder auf ebener Straße. Schweigend klappten die Türken ihre großen Hände hoch. Boris legte Schein um Schein hinein —- viele kleine Geldscheine. Er hatte ist solchen Dingen Erfahrung, t■ „Mehr", sagten die Büffelherren, obwohl e» schon ein.ganzer Packen zerknitterter Scheine wär.. Boris runzelte die-Stirne.- Dann,sagte,er,, „läkanosch" zu ihnenünd kletterte ist den Wägen.■ Knurrend sprang der Motor an.- Nr. 209 Sonntag, 5. September 1937 Sette& Weltrekord mit dem Rennboot' Der bekannte englische Rennfahrer Sir Malcolm Campbell stellte mit seinem neuen Rennboot auf dem LagoMaggiore einen neuen Weltrekord von 202.87 Stu n-' denkilometer auf, den er am Mittwoch erneut erheblich verbesserte. Unser Bild zeigt das Rennboot Campbells auf dem Lago Maggiore MMN M WM Mozart-Feiern In Prag "Auf. den 29. Oktober d. I. fällt der 180. Jahrestag der Uraufführung von Mozart» berühmter Oper»Don Giovanni" im Prager Ständetheater.- Das Prager tschechische Ratio«, n altheater bereitet eine Festaufführung Vieser Oper in bet Einstudierung des Opernchefs B. Talich vor. Ti», dieses Jubiläum Weltbedeutung hat,, wurde bei einer über Anregung der Abteilungen für Fremdenverkehr des Ministerium- für Unterricht, für Auswärtige Angelegenheiten und für Handel, einberufenen Beratung der Vertreter dieser Ministerien beschlossen, unter Unterstützung dieser drei Ministerien aus Anlatz diese» bedeutsamen Jahrestages«ine Reihe weiterer Kunstveranstaltungen in den Tagen vom 28. bi» 81. Oktober l. I. abzuhalten. Rach den bisherigen Dispositionen, die noch ergänzt werden, werden die»'Ausführungen einiger Mozart-Opern im Reuen Deutschen Theater, weiter ein grotzes Mozart-Konzert deS Radio« j o u.Ln.al S sein; autzerdem wird die Mozart- Gemeind« für die Feiern rin Kammerton« z e rt, eine Mozart-Aus st ellung in der Universitätsbücherei, eine Besichtigung der„B e r- tramka", die bis zu diesem Zeitpunkt restauriert werden wird, und eine grotze Bild er« p u bl! a t i o n über Mozart' veranstalten. Der Verein für KammermusU veranstaltet«in selbständige» Konzert, das Staatliche Konservatorium«inen Musikabend und Schau- spielVorstellungen von Beaumarchais »Figaros Hochzeit". In die Reihe der Veranstaltungen wird auch die Enthüllung der renovierten Gedenktafel auf dem Hause am Uhelnh tch, in dem Mozart gewohnt hat, einbezogen werden. Da» Eisenbahnministerium bewilligte besondere Nachlässe für die anläßlich dieser Festtage eintreffenden Fremden. Es wurde eine Festkanzlei in Prag II., Hooberova ttida Nr. 9, 2. Stock, Telephon 887-82, eingerichtet. Günstige Berichte aus unseren Bädern Die Berichte über den Verlauf der heurigen Sommersaison führen übereinstimmend an, datz die tschechoslowakischen Bäder heuer allgemein «inen besseren Besuch als im Vorjahre aufzuweisen hatten. Die statistischen Zahlen, welche jetzt her-' ausgegeben wurden und sich auf den Besuch der Bäder bi» Ende Juli beziehen, bestättgen diese Besserung und zeigen einige weitere interessante Feststellungen. Anter ihnen gehört als wertvollster Gewinn die Tatsache, datz die ausländischen Bäderbesucher wieder. in größerer Zahl unsere Bäder besuchen und nicht nur durch die Tschechoslowakei durchreisen, wie die» in früheren Jahren der Fall war, sondern hier zu längerem.Kuxau;-. enthalt verbleibem'DieSzeigt-stch- am'besten'Am der Zahl' der-ständigen'Bäderbesucher aus dem Auslande. So hatte Marienbad heuer bis End« Juli 17.178 ständige Besucher, d. i. um 38.9 Prozent mehr als im Vorjahre, Karlsbad hatte in der gleichen Zeit 20.188 ständige Besucher aus dem Auslande, d. i. um 88 Prozent mehr als im Vorjahre. Einen perzentuell hohen Zuwachs von 110.4 Prozent zeigt Luhaifchowih mit 1191 Gästen, einen Zuwachs von 1387 Gästen gleich 63.4 Prozent weist Trentschin-Tep» litz auf, Te'pIItz- Schö nau hatte einen Zuwachs von 1889 Gästen, d. i. um 68 Prozent mehr als im Vorjahre, Pistyan weist um 6642 oder um 88.9'Prozent mehr aus, Franzens» b a d um 2899 oder 28.6 Prozent mehr und Po- däbrad einen Zuwachs von 127 Gästen gleich 28.2 Prozent. Dabei ist«S interessant, datz jn fast allen diesen Bädern auch ein Zuwachs an Gästen auS dem Jnlande auszuweisen war. Den größten Zuwachs weist T«plitz-Schönau mit 2446 Gästen oder 22.1 Prozent auf, weiter Trentschin-Teplltz mit 7892 Gästen oder 18.2 Prozent, Marienbad von 8886 Gästen oder 16.9 Prozent und Pistyan um 6894 Gäste ober 8.2 Prozent. Einen geringeren Zuwachs aus dem Jnlande verzeichneten Karlsbad mit fünf Prozent und Franzensbad mit nicht ganz drei Prozent. Der Besuch von Passanten, welche nur ganz kurze Zeit in den Bädern verweilen und keine Kur gebrauchen, weist«in Nachlassen aus dem Jnlande, hingegen gleichfalls einen Zuwachs auS.dem Auslande auz. GS gibt Flüsterwitze, di« mqn nicht ausspricht, sondern mü dem ganzen Körper mimisch darstellt. Da» wußte schon Till Eulenspiegel, als er eine Nacht sich um die Ohren schlug, um, in Trotzgehorsam,»di« Aermel in den.Rock zu werfen", Laut der 7. Folg«, Seite 122, der»Turnzeitung des Deutschen TurnverbandeS", ereignete sich eben dies im SdP-ArbeitSlager Wartenberg.»Dienst wird auch dort erfüllt wo er scheinbar sinnlos ist" (7—um ebin diese Sinnlosigkeit augenfällig zu machen—). Ein Beispiel dafür: Zwei Wartenberger wurden wegen Nachlässigkeit im Dienst zum.Holzsägen verdonnert. Der.Tagesdienst vergaß.auf.sie.Sie sägten bis zum Morgen, bis der Lagesführer darauf, kgm und sie..„befreite".. Mit. einem WoyteHMÜDt und Dienst ä m Volk. Di« Schlamperei wird nun ÄUe andere.. . Mitteilungen aus dem Publikum. Bei Diabetes, Rheuma und Gicht.wird der B ii's n e r Sauerbrunn wegen seiner hohen Alkali«. tÄ'Und her dermehrten Harnsäureausscheidung zum .ständigen'' Gebrauch« verordnet! Arber. Haustrink« kurest wird Sie Ihr Arzt beraten!. Textilarbeiterstreik In Hllnsko erfolgreich beendet Stad) einer Dauer von drei Wochen wurde der Streik von 3000. Textilarbeitern in Hlinsko, der acht Betriebe umfaßte, durch ein Abkommen abgeschlossen, welche» zwar nicht allen Wünschen der Arbeiter entspricht, aber doch einen bedeutenden Erfolg darstellt. Die Löhne aller Heimarbeiter werden um siebeneinhalb bis zehn Prozent hinaufgesetzt, die Löhne der Arbeiter in den Betrieben erfahren eine Steigerung von 4 bis 26 Prozent über die im ostböhmischen Vertrag festgelegten Sätze. Das Protokoll, in welchem diese Vereinbarungen nivdergelegt sind, wird ein Bestandteil des vor einigen Tagen für allgemein- vetbindlich erklärten KollektibvertrageS. Mangel an qualifizierten Arbeitern in ProDnlfe 41.■■ Den größten Mangei-g».,qualifizierten Ar«, heitskräften- verzeichnet"derzeit.di«.. Proknitzer Konfekttonsindustrie. Das Arbeitsamt in Protz« nitz ist bereits außerstande, alle Nachfragen der Industrie nach guten Arbeitskräften zu erledigen und läßt die Gesuche jener Jndustrieunterneh- mungen, die außerhalb seines Wirkungsbereiches liegen, unberücksichtigt. Die Kleiderindusttie ist voll mit der Effektuierung der Winteraufträge beschäftigt; und da auch die Damenkonfektion flotten Absatz hat, steigt gleichermaßen die Prosperität der Pelzwarenindusttie. lDRD) Anhaltende Schwierigkeiten der polnischen Agrarwirtschaft (Dr. SB. H.) Während fast all« Länder Europas einen kräftigen Konjunkturausschwung zu verzeichnen haben, ist in Polen seit Juli ein erheblicher Konjunkturrückschlag deutlich zu beobachten. Diese ungünstige Wendung der polnischen Wirtschaft, resultiert zum großen Teil aus Schwierigkeiwn, mit denen die Getreidewirtschaft deS Landes zu kämpfen, hat. Der zehntägige Streik der Bauern, der von den Arbettern unterstützt wurde, hatte ebenfalls seinen Grund in der ungünstigen Lage der Landwirtschaft und besonder» in der katastrophalen Situation der Kleinbauern. Der Streik konnte zwar blutig unterdrückt werden, geblieben sind indes die. Schwierigkeiten der Agrarwirtschaft. Das Ernteergebnis ist. schlecht. Insgesamt rechnet man für die vier Hauptgetreidearten mit einem Rückgang um fünf bi» aöR Prozent gegenüber dem vorhergegangenen Erntejahr. Was dies für die polnische Getreidewirtschaft bedeutet, ergibt sich haraus, daß .im letzten Erntejahx an Getreide und Mehl nicht einmal sechseinhalb Prozent des gesamten Ernteertrages exportiert wurden. Angesichts dieser Situation wird vor allem von der Militärbehörde die vollkommene Einstellung der Getreideausfuhr gefordert. Da jedoch die polnische Außenhandels-, bilanz seit Monaten beträchtliche Einfuhrüberschüsse aufwesst und die Devisenlage dadurch.auf das äußerste belastet, sieht sich dio Regierung gezwungen, alle Möglichkeiten für ein« Ausfuhrsteigerung auszunutzen. Man hat also zu einer Zwischenlösung gegriffen und beschränkte' AUS- fuhrkontingente bereitgestellt. Die. Futter- Mittelk n a p p h' e i t hät fermer nicht nur zu beträchtlichen Preissteigerungen geführt, sondern auch die Landwirte, zumal' die Kleinbauern, gezwünstep, ihre Viehbestände ßureduzieren. Die Abschlachtungen zur Futteretnsparung haben bereits im Juli eingesetzt und haben sich seither wesentlich gesteigert. Dadurch erfährt zwar.di« gespannt« Getreidelage eine. Erleichterung, die jedoch nicht allzu hoch bewertet werden darf.'.' Zweiter Messetag. Nachdem die am Eröffnungstage der Exportmesse eingetroffenen Ausländer ihre Erkundigungen beendet hatten, diente der zweite Messetag bereits dem Geschäftsverkehr. Allerdings war der Verlauf nicht einheitlich. Während ein Teil der Aussteller bereits gute Abschlüsse gebucht hat, konnten andere Firmen nur Probeaufträge hereinnehmen. Es hat den Anschein, daß sich das Ausland zur Frühjahrsmesse zu stark eingedeckt hat, so datz für den Herbst in vielen Fällen nur Nachbestellungen zu vergeben sind. Die durch die Weihnachtssaison begünstigten Branchen machen jedoch eine Ausnahme. Gestern ist eS in allen Branchen zu Exportabschlüssen gekommen, doch bleibt aus den angeführten Gründen der Geschäftsgang hinter der Frühjahrsmesse. Samstag schließen sich dem Meffebe» triebe auch die beiden Ausstellungsgelände an, auf denen vor allem die Sondermeffen untergebracht sind. Skodawerke sorgen für ArbeitrrnachwuchS. Zwecks Ausbildung eines geeigneten Arbeiter«. Nachwuchses haben die Pilsner Skodaweicke Heuer über 600 Lehrlinge ausgenommen.(DRD) Die Betriebe Moriz Schur, und zwar die Webereien Märzdorf und Mährisch-Trübau sowie .die Heidenfärberei in. Mährisch-Trübap,.. welche, .»rnter^'finanziellen-Schwierigkeiten litten,- werden -mit-einem-anderen,Mährisch-Trübauer Betrieb der Seidenbranche, Rudolf Reichert& Söhne A. G., in eine Samt- und Seidenweberei Aktien- Gesellschaft umgewandelt. Die Auwniobilproduktton in USA. Rach Berechnungen des amerikanischen Handelsamtes sind in den Vereinigten Staaten in den ersten sieben Monaten dieses Jahres 3,227.000 Automobile hergestellt worden. Die Auwmobilerzeugung Amerikas übersteigt damtt das Dreiundeinviertelfache des im Depressionsjahre 1982 erreichten Tiefstandes und hat zugleich gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des vergangenen Jahres«ine Zunahme um 288.390 Wagen oder um fast zehn Prozent aufzuweisen. Die Produktion von Personenkraftwagen ist dabei im Vergleich zum Vorjahre um neun Prozent auf 2,646.790 Stück, und die Herstellung von Lastkraftwagen um zwölf Prozent auf 680.210 Stück gestiegen. Weitere Lohnbewegungen in Wiener Betrieben. In der Dreherei von Hosherr-Schranz in Floridsdorf kam es zu einer kurzen Arbeitseinstellung wegen der Kürzung der Berdienstmög- lichkeiten. Im Schmidt-Stahlwerk in Favoriten wiederholten sich kurze Streiks im Laufe einer Woche täglich. Die Ursache war die von der offiziellen Einheitsgewerkschaft nicht nachdrücklich betriebene Lohnforderung. Auch in St. Pölten wurde gestreikt. Die Arbeit wurde auf dem Bau der Bundespolizeikaserne niedergelegt. Arbeitslose Bauarbeiter demonstrierten vor einigen Privatbauten, eS kam zu Zusammenstößen, bei welchen unsolidarische Ueberstundenschinder verprügelt wurden. Einig« Tage später wurde auf' allen Bauten in St. Pölten gestreikt. Rumänischer Eifenbahnerverband verboten. Bor kurzem wurde«in rumänischer General namens JoneScu an die Spitze der Staatsbahnen gestellt, um sie zu„reorganisieren", das heißt, mit der steigenden Unzufriedenheit der el^nd bezahlten niederen Angestellten aufzuräumen.- Run hat er die Gewerkschaft der Eisenbahn« arbei'ter aufgelöst. Sie muß ihre Tätigkeit sofort einstelsen und ihr beträchtliches Vermögen„liquidieren". Eine angeblich nur halb-faschistische Ge- wevkschast wird an ihre Stelle treten und die Eisenbahner sollen zum Bcittitt g e z tvungen werden. Einige Jahre vorher hat ein ebensolcher Versuch zu großen Unruhen geführt, die getvalt» sam- unterdrückt-wurden. Man glaubt nicht, daß diese Maßnahme die- erwünschte Beruhigung schaffen-wird.(bn.j. Sozialversichefung;- Brietkasten In dieser regelmäßig am,Sonntag er,•. scheinenden Rubrik werden Anfragen unserer Leser über Sazialversioherungs-, Kranken-, Alters-, Invdliditäta-, Unfall- und Pen- sionsversichcrungsangelegenheiten beantwortet. I. P., Odra«. Sie schreiben, daß Ihr Bruder drei Tage vor Ablauf seines gesetzlichen Urlaubes erkrankte und arbeitsunfähig Ivar, die tstankenvrrfiche- rungSanftalt ihm aber das Krankengeld erst vom siebenten Tage der Arbeitsunfähigkeit gewährte, also offenbar auf die UvlaubStage bei der Berechnung der dreitägigen Karenzfrist keine Rücksicht nahin. DaS Vorgehen der Krankenversicherungsanstalt hat keiner, lei Stütze im Gesetz. Ihr Bruder hat Anspruch vom vierten Tage der ArbettSunfähigkett, auch wenn er an dm drei ersten Tagen seiner Erkrankung auf Grund des Urlaubes im Lohnbezug war.— Wir empfehlen Ihrem Bruder, sich unter Vorlage dieser Notiz nochmals an die Krankenversicherungsanstalt zu wenden. Sollte diese auf ihrem abweisendm Standpunkt beharren, wäre«in Bescheid zu verlan- gen und hierauf die Klage beim Schiedsgericht zu überreichen. A. F., Prag. Die Versicherungsanstalt verweigert Ihnen die ärztliche Behandlung für Ihre Schwie« germutter, welche mit Ihnen im gemeinsamen Haushalte lebt und machte sogar Ihren Arbeitgeber aufmerksam, daß ein Aisspnich nicht besteht und eine Anweisung zum Arzt nicht herauSgegeben werden darf. Hiezu bemerken wir: Die Versicherungsanstalt hat offenbar übersehen, daß nach dem früheren Kranken« versicherungSgesetze<8 6, P. 6), welches für Sie al» Beamtenversicherten maßgebend ist(nicht also 8 96 deS Arbeiter-SozialversicherungsgesetzcS), die Schwiegereltern als Familienangehörige ausdrücklich angeführt find und Sie daher Anspruch auf die Familienleistungen für die Schwiegermutter haben. Zu Ihrer weiteren Änftage, ob der Anspruch auf die Familienleistungen vielleicht deshalb nicht gegeben sein könnte, weil Ihre Schwiegermutter eine Rente von 60 K£ monatlich bezieht, bemerken wir, daß die» nicht ensscheidend ist, denn das frühere Kranken» Versicherungsgesetz stellt nicht(so wie das Arbeiter« versicherungssetz) zur Bedingung, daß der Familienangehörige mit seinem Unteichalt auf den Verdienst deS Versicherten angewiesen ist: abgesehen davon ist die Rente so gering, daß Ihre Schwiegermutter aller Wahrscheinlichkeit nach von Ihnen erhalten werden dürste. Klären Sie die KrankenversicherungSanstalt auf, allenfalls verlangen Sie die HerauSgrBe«ine» Bescheides. R. Sch., Rlederöl» bei Arnau a. d. E. Zu Ihrer Anfrage beinerken wir einleitend folgende»: Der Asterszuschuß gebührt einem Versicherten, der 'vor dem 91. Dezember 1898 geboren ist und bi» zum 31. Dezember 1981 siebenhundert BeittagStage erworben hat. Die in Bestacht kommende Arbeiterin wurde daher dadurch, daß sie fälschlich als landwirtschaftliche Arbeitnehmerin gemeldet wurde, nicht um den AltcrSzuschuß gebracht, da, wie oben erwähnt, die Beitrag-Pflicht bis 81. Dezember 1981 entscheidend ist. die Sonderbestimmungen für die landwirt« .schWlichen,AHeitnehmer aber exst aml,,April 1984 ist Kraft getreten sind.'Räch'dem geschilderten Sachverhakte wurde die Arbeiterin'allrrdings^gieschädigt. Durch die um acht Monate verspätete Anmeldung kam sie um etwa 240 Deistagstage. Dieser Umstand könnte, falls eS sich um acht Monate deS Jahres 1981 handelt, den Verlust deS Anspruches auf den Alter»« zuschuß verschuldet haben. Weiter wurde dadurch und durch die Falschmeldung als(wie wir annehmen) unständige landwirtschaftliche Arbeiterin bewirkt, daß der Arbeiterin«ine niedrigere Rente zuerkannt wurde, da die SteigerungSbeträge der Rente nach der Zahl der BeitragSwochen und der Klasse berechnet werden. Wenn die erwähnte Arbeiterin in der Lage-ist, nachzuwcisen, daß sie von 1981 bis 1986 länger als 221 Tage beschäftigt war, und zwar vorwiegend im gastgewcrblichen Betriebe, wäre ihr zu empfehlen, den Arbeitgeber beim Arbeitsgerichte auf Schadenersah zu klagen. Ihr Vertreter möge dann bei Gericht beanstagen. daß von der Zentral« sozialversicherungSanstalt eine Information über die Höhe der Rente eingeholt werde, wie sie der Arbeiterin zustehen würde, wenn sie dem tatsächlichen Stande entsprechend gemeldet worden wäre. Da in Ihrem Schreiben in mancher Hinsicht genaue Angaben fehlen, ist nicht ausgeschlossen, daß obige Information den Fall nicht erschöpfend behandelt. Fall» Ihnen noch etwa» unklar ist, wiederholen Sie die Änftage und geben Sie genau an, von wann.bi» wann die Arbeiterin in den Jahren 1981 bi» 1986 gearbeitet hat und wann sie zuerst angemelliet wurde. Geben Sie auch ihre Legitimattonsnummer an. Adina Mandloä und Trude Großlicht in dem Film»Die- Gluckhenne". (Sette n -Sozialdeniokrat Sonntag, 5. September 1937. Nr. 209 Kunst und Wissen bc3 Hauses entsprachen. Aber daß dieses Theater versucht hätte, wenigstens in Abständen ausreichend I Gefährliches Spiel. Jenny Ingo, spielt in diesem Film ein energisches junges, Mädchen, da» ihren trotz aller Anstrengung in peinliche Schulden geratenen Vater rettet und die fehlende Summe von einem reichen Verehrer— natürlich ohne kompromittierende Gegenleistung—; erhält. Dieser angeblich gefährliche Spiel wickelt sich in der trauten Atmosphäre von Luxushotels, Bars und Golfklubs bei.Cocktails und üppigster tablc d'hote ab und endet mit einer glücklichen Heirat. Jenny Jugo hat man schon in besseren Rollen gesehen. Wer gerne in Erinnerungen schwelgt, kann Harry Liedtke, der noch immer recht gute Figur macht, al» charmanten Vater und Amateurkellner sehen. Theo Lingen bewegt un» zu einem Lächeln und Otto Tressler gibt«inen"appetitlichen, lieben und dickköpfigen Grosspapa. Diese ganze verlogene und konstruierte Geschichte gibt es nur im Film nnd auch da nur, wenn dem Drehbuch-Antor nichtbesseres einfällt. Wofür dieser Film ein Musterbeispiel ist. jk. mer nicht besitzen. An einem demokratischen Lande und also demokratisch aufgebaut"und geführt, könnte «ine Körperschaft, die all gemeine Theater-Interessen(also nicht nur einer einzigen Bühne) wahrnähme, durchaus Erspriessliches Ivirkcn und beispielsweise einen verlässlicheren Mittelweg zwischen dem Festhalten an der künstlerischen Freizügigkeit einerseits, so dass also nicht unter allen Umständen zuerst nach der Etaatrzugehörigkeit gefragt wird, und anderseits an den Verpflichtungen gewährleisten, die der Geist unseres Staatswesens zur künstlerischen, sozialen nnd menschlichen Berücksichtigung heimischer Theaterleute in sich birgt. Die Frage, ob cs ssch bei diesen Mängeln nm blosse Schönheitsfehler oder aber nm Answirkunaen eine» Systems handelt, das vorweg nach anderen Gesichtspunkten zu disponieren gewöhnt ist, braucht hier nicht untersucht zu werden. Wer wünschenswert wäre e» schon, wenn die Direktion— was wir immer wieder angeraten haben— sich doch entschlösse, in freundschaftlicher geschlossener Diskussion mit berufenen Vertretern der öffentlichen Meinung gelegentlich über Dinge zu sprechen- die durch solche Klärung zweifellos sicherer geordnet werden könnten, al» durch eine autoritäre Führung, wobei wir durchaus nicht verkennen. dass gerade im Theaterwesen ein grosser Teil aller Entcndschcidnngcn verantwortlich von einer einzigen Stelle au» getroffen werden müssen, unter Umständen auch gegen«ine Mehrheit anderer Einsichten. Und manche Kriiik von aussen könnte auf solche Weise sogar unterbleiben oder gemildert werden, weil eben in demokratischer Diskussion von beiden Seiten Einblicke gewonnen werden, die sonst fehlen. Solche Einwände und Anmerkungen hindern nn» aber keinesfalls, für die beginnende Spielzeit das Beste zu erwarten, der Direktion nach unseren Möglichkeiten tatkräftigste Unterstützung in allen wahrhaft künstlerische» Beziehungen und Bemühungen nach wie vor zu leihen und nicht zuletzt dem Personal, da», fast zur Gänze beisammengeblicben, in der lebten Svielzeit eine riesige AvbeitSlcistung bewerkstelligte, alle» Glück auch für die neuen Aufgaben zu wünschen. hat er in Prag allein fünfzehn auf dem Gewissen; er wurde aber auch von zahlreichen Gerichten ausserhalb Prag» wegen ähnlicher Delikte gesucht. Kralik ist geständig und wurde nach Pankratz gebracht. Internationale Taschendiebe schon vor der Mess«. Bereit» dieser Tage wurden, obwohl die Herbstmesse noch nicht begonnen hat, eine auffallend grosse Zahl von Taschendiebstählen in Strassenbahnen und auf Märkten gemeldet, so dass die SicherheitSorgäne sich bemühen, der Täter habhakt zu werden, ehe sie noch ein ergiebigere» Tätigkeitsfeld finden. Die» gelang ihnen in zwei Fällen. Vorgestern wurden in einem Strassenbahnwagen der 8er-Lini« zwei internationale Taschendiebe auf der. Station Tylplab in Prag XU. in flagranti erwischt, al» sie zwei Fahrgästen eine Brieftasche mit 500 Ke und eine mit 290 Xi zogen. Der eine Verhaftete, der 49jährige persische Staatsangehörige Michael Anto Panychoyle- ist den tschechossowakischen Behörden bereit» bekannt und seit einiger Zeit au» der Republik ausgewiesen. Die Identität de» anderen, de» 80jährigen ang^b- lichen Grusiniers Gtörsi'Kiiiaschwilsi"tvird nach'fei« forscht. Beiden wurde äusser den genannten noch eine Reibe anderer lleinerer Diebstähle nachgewiesen. Sie wurden nach Pankrab gebracht. Lum Vortrag des Genossen Dr. Bienstock: Sturm über Ostaslen Wie wir hören, hat Genosse Dr. Bienstock vor kurzem«in Buch über di« Verhältnisse im Fernen Osten in englischer Sprach« veröffentlicht, welche« wegen der genauen Kenntnis der Materie und der Schlussfolgerungen in der gesamten angelsächsischen Welt grösstes Aufsehen erregt hat. De« Bortrag dr» Genossen Dr. B i« n st o ck wird zweifellos ausserordentlich interessant und aufschlussreich sein.(Mittwoch, den 8. September, grosser Saal de» Handwerkervereln», 20 Uhr.) werden. Hierin nnd in anderen Punkten übt die öffentliche Meinung theaterpolitische.Kritik und die Presse handelte verkehrt, wenn sie, au» welchen Gründen immer, dieser verständlichen Meinung nicht allgemeinen Ausdruck gäbe. Dem Publikum gefällt e» auch nicht, dass in immer steigendem Masse neue Künstler al» für die Spielzeit verpflichtet erscheinen, ohne dass sie, wie da» sonst üblich war, in einem Debüt ihr Können unter Beweis gestellt haben und den Hörern oder Zuschauern Gelegenheit gegeben hätten, durch den Grad de» Bcifallc» da» Urteil der Direktion mit- bestimmen zu helfe». Uebcrdie» werden mich Künstler engagiert, die Wohl debütierten, aber von der Presse durchaus nicht empfehlend beurteilt wurden.. Auch in dic'cm Punkte sollie der Presse die Fortführung ihrer Aufgabe ermöglicht werden, da ia hierzulande die blosse„Knnstbetrachtung" nicht Gebot ist und anderseits in jeder Hinsicht Korrekturen„von ohen" nicht möglich sind, da wir eine Institution ähnlich der allerdings sehr fragwürdigen Rcichsthcaterkam- Teil von Kompositionen Beethoven» umrahmt, die der Kopenhagener Komponsst Reejen ausgewählt hat. Wochenspielplan de» Reuen Deutschen Theater». Sonntag, halb 8: Die Fledermaus. Abonnement mifgehoben.— Montag: Geschlossen.— Dienstag halb 8: Carmen, neuinszeniert. Ä 1.— Mittwoch halb 8: Der Aussenseiter, Uraufführung, BL.— Donnerstag halb 8: FieSko, einmalige» Gastspiel Ernst Deutsch, C 2.— Freitag: Der Aussenseiter (D).—-Samstag: Die Czardasfürstin(CI). Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag 8 Uhr: Man kann nie wissen.— Sonntag 8Ü: Ein idealer Gatte.— Montag: Geschlossen..— Dienstag 8: Nina, volkstümliche Vorstellung.— Mittwoch 8 Uhr: Ein Kuss und sonst gar nicht», volkstümliche Vorstellung.— Donnerstag 8 Uhr: Bei Kerzenlicht. Erstaufführung.— SamStag:„R a u s ch". Wir sind doch nur einmal auf der Welt(Lustspiel von G. S. Kaufmann und M. Hart, Ständetheater). Die Komödie, der die amerikanischen Verfasser eigentlich den Titel„Wir können ja nicht» mit in» Grab nehmen" gegeben haben, gehört zweifelsohne in» Sommerrepertoire. Ihre Verfasser sind bei un» durch die beiden Komödien.Da» Nachtmal um Achte" und»Wir drehen un» lustig im Kreise herum" mit Erfolg bekannt geworden und nicht minder freundlich und fröhlich wurde auch ihr neue» Stück ausgenommen. Es geht hier um«ine Familie, deren Mitglieder ein eigene», von den allgemeinen Wirrnissen unbekümmertes Leben führen, fröhlich und mit viel Getöse. Der Grossvater hat in einer plötzlichen Laune sein mitgehende» Geschäft aufgegeben und züchtet seit dxeissig Jahren Schlangen en detail, besucht Zirkusse und Promotionen und zahlt keine Steuern. Seine verheiratete Tochter Penelope schreibt nie beendete Dramen, weil vor acht Jahren eine Schreibmaschine irrtümlich in» Hau» kam; ihr Mann macht mit Hilfe eine» EiSauSträger», der im Hause blick, Pyrotechnik; die jüngere Tochter macht Kanditen und tanzt nebenbei ohne Talent, lckt mit einem jungen Manne, der alle», wa» ihm in den Sinn kommt, druckt und vervielfältigt. Im Hause lebt der russische Emigrant-Tänzer,«in. farbige» Paar, da» Hau» ist stet» offen. Nur die ältere Toch- t«r der Frau Penelope hat ein sozusagen normale» Leben angefangen, sie ist Sekretärin in einer Firma und da» ist ihr zum Berhängni» geworden, denn der junge Chef verliebt sich in sie und dadurch kommt «ine Zusammenkunft von zwei Familien zustande, wie man sie verschiedener nicht ausdenken kann. Der unerwartet«' Besuch der Cheffamilie, der auf der Polizeistation sendet,«ine vorübergehende Trübung des guten Humor»' verursacht: kann«och den glücklichen AuSgang. nicht vereiteln.. Der lebensfrohe Grossvater versiebt den Flrmainhabep zu überzeugen, dass die Strebe«! nach Geld zwecklos ist, dem jeder von uns bleibt im Innern«In Romantiker; da man kein« Maschine ist, muss man«In Mensch sein. Diese Lebensauffassung hat nun Kaufmann und Hart in. eine Reihe lustiger Szenen und Einfälle bekleidet, die in der Regie Podhorfth» und/in trefflicher Darbietung V. Bydra»(Grossvater),!F. Naffovä(Penelope) u. a."einen ganzen Wend lang unterhalten konnte., m. i. Ein Beethoven-Drama„Eroiea". Im Königlichen Theater in K o p e n h a g e n„ findet sn der kommenden Spielzeit die Uraufführung eine» Dra-. ma»„Eroika" de» dänischen Dichters O I a fBang statt. Im Mittelpunkt de» Stücke» steht die.Gestalt. Ludwig tpm Beethoven». DieAandlung wirdzum Betrug an Arbeitslosen. Dieser Tage wurde der 80jährige, mehrfach vorbestrafte Betrüger Jaroslav Kralik verhaftet, der, selbst arbeit»- und woh- nnngrlo», sich nicht scheute, die,Notlage seiner^Schick- losen vorzuspiegeln, dass er ihnen eine Stellung ver- schaifen wollte, wobei er sie au» der Wohnung an einen Platz, womöglich ausserhalb der Stadt lockte, ihnen dann davonlief mW rasch in ihre Wohnung zurückkehrte,' wo er sich.von der"Frau, de». Betreffenden, angehlich^ im Austrage ihre» Manne»,'Beträge zwischen'AV und 200 Ki geben liess. Solcher Streiche zur Pslcgcstätte demokratischen, humanistischen, sozialen Geistes zu werden, toird nicht einmal der wütendste Faschist behaupten können. Ein Teil der Presse rechtet jetzt mit der Direktion Ivcgen der Stücke, die für die verflossene Spielzeit migekündigt waren, aber nicht gespielt wurden. Wir brauchen diesen Chorus nicht zu verstärken, lvcil es restlose Erfüllung wohl noch nie und nirgends gegeben hat und obivohl es recht tief bedauerlich ist, dass nicht nur bcispiclslveife Goethes„Torquato Taffo" und Shakespeares„Hamlet" zusammen mit Calderon und Goldoni unter den Tisch sielen, sondern auch Schillers„Don Carlos" und„Räuber" ausblicbcn, Raimunds hundertster Todestag übergangen wurde, Grillparzer auf dem Papier blieb. Beklagen die Christlichsozialen, nach deren Ansicht das Theater das katholische Element zu loenig pflegt, die Nichtaufsührung der„Pfingstorgel", so stellen wir fest, dass diese Bühne das sozialeDr am a noch i viel weniger berücksichtigt(und beispielsweise die! Bezugsbedingungen: Bei Zustellung in! Hau»-oder bej. Bezug durch.die. Post monatlich Kä 16.—, vierteljährlich KL 48.—, halbjährig R 96,—. ganzjährig X' 192.—.— Inserat» werden laut Tarif billigst berechnet. Bei. ösjcren i Einschaltungen Preisnachlass.- Rückstellung oon Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von derPost» und Tele-. graphcndircktion mit Erlass Nr. 18.800/VII/1980 bewilligt.(Kontrollpostamt Ppaha 28.— Druckerei:„Orbir", Bruch». Verlag»- und 8eItUng»-A.'-G."Präg." Der Atus turnt ab Montag, den 6. September, wie« »Sa der regelmässig in der Turnhalle, Prag II., Stipänjkä 20(Realgym- nasium), und zwar: fliiifiB Frauen-(Mädchen-) turnen: Mon. PRÄG tag und Donnerstag von halb 8 bi» 9 Uhr abend». Männerturnen: Dienstag und Freitag vonhalb 8 bi» 9 Uhr abends. Gesundheitsturnen für Frauen: Mittwoch von halb. 8 bis 9 Uhr abends, nur Rhythmik mit Klavierbegleitung. Kinder-(Schiler-)turnmr Mittwoch von halb 8 bi» 6 Uhr abend». Neuanmeldungen werden in den Turnstunden entgegongenommen. Prager Lebensmittelmärkte Prag, am 4. September 1987. Gemüsemarkt: Kartoffeln, gewöhnliche KL 0.60 bis 0.80, Blauaugen 0.80—1, Kipfel la Qualität 1— 1.20, Seleri«, Bund 1.80—7. Karfiol, Stück 0.80—2.80. Zwiebel, Kg. 0.80—1, Knoblauch, Kg. 8—8, Fisolenschoten, Kg. 8—6, Erbsenschoten 8—4. Tomaten, Kg. 0.80-—1.40, Kohl, Stück 0.80—2, Kohlrübe, Bund 1.60—2, Kren, Kg. 8.80—8, Maiskolben, Stück 0.60—1, Möhre— Karotten, Bund 0.70—1.80, Salatgurken, Stück 0.70—1.60, Einlegegurken, Schock 8—15, Paprika, grün, Stück 0.15—0.60, Dill, Bund 0.50—0.60, Petersilie, Bund 1—2, rote Rüben. Bund 1—1.20, Salat, Stück 0.80—0.50, Spinat, Kg. 2—8. Kürbis, Kg. 2— 4, Weisskraut, Stück 1—1.80, Rotkraut 1.50-7-2. Obstmarkt: Aepfel, heimische KL 2—4, ausländische 4—12, Birnen 1.50—6. Bananen, Kg. 5—8, Orangen, heurige. Kg. 5—8, Orangen- heurige, Stück 1—2, Zitronen, Stück 0.80—0.^0, Feigen, i Ktäiiz 1.50—2.50, Wassermelonen, Kg. 1—1.20, • I Ananaimelone, Kg. 2—8. Nüsse, heurige 6—12. auch litt;Pflaumen- heimische 8—4, ausländische 4—5, ‘* l->-14, kommt uns voll zum Bewusstsein, wie segensreich jener Geist, dessen stärkste Manifestation der vielgenannte achtzehnte Feber dieses Jahres brachte, nicht zuletzt auch für die Cristenzmöglichkelten des Prager Deutschen Theater» sich auSwirtt«, An den höchsten Stellen de» Staate» wurde da» Bemühen der deutschen aktivistischen Parteien auch in dieser Frage richtig gewürdigt und vieles deniet darauf hin, dass nun an der eingcschlagcnen Bah» festgehalicn werden wird, zum Nutzen der Kunst im allgemeinen, der sudetcndeutschen Kultur bestrebungen, des StaatSgedanken», der Annäherung zlvischcn Deutschen und Tschechen, des Publikums und nicht zuletzt auch Hunderter Künstler und sonst mit dem Theaier existenziell verknüpfter Menschen. Kein Zweifel besteht aber mich darüber, bah Doktor Eger, dessen Direktion jetzt in ihr zweite» Lusttum eintritt, ein ausserordentliche» Mitverdienst an der erhöhte» Sicherung de» Theaterbestandes bat. Ihm ist gntzuschreiben, dass er nicht nur vom An fang an seinen scharfen Blick anf die finanziellen Notwendigkeiten des Theater» gerichtet hielt, sondern auch, dass er diese Bühne aus bcm Tiefftand, in dem jein Vorgänger sie hinterlassen hatte, emporriss, ihr wieder den früheren Rang verschaffte und darüber hinaus eifrig bemicht war, das Verständnis für die Bedeutung dieses Theater» auch jenseits de» deut- schen PublikuniS zu stärken. In diesem Sinne er scheint uns die Fortführung des Theater» unter der selben Leitung auch in der nun beginnenden Spiel zeit als ein Positivum. Und eine ber erfreulichsten Tatsachen, die dieses neue Spieljahr begleiten, ist die, dass e»(vor allem den Bemühungen des Bun des der Bühncnangestellten) gelang, ber Mitglied schaft wiederum die zwölfte. Monatsgage zu sichern, die in dec Krisenzeit verlorengcgangen war. Nimmt man hinzu, dass das Theater selbswerständlich auch ans dem allgenieinen Rückgang der Beschäftigungs losigkeit und überhaupt der wirtschaftlichen Stagna tion weiter seinen geldlichen Gewinn schöpfen dürfte, so darf man also der Eröffnung ber Spielzeit in den beiden Häusern mit freudigerem Gefühle al» in den lctzwergangenen Jahren beiwohnen. Und mm, ba wieder das Leben gesichert ist, darf man wohl auch mit. stärkerer Aussicht, gehört zu werden, di« Hoffnung aussprechcn, bass da» Prager Deutsche Theaier anders al» bisher seinen reprä-! sentailven Verpflichtungen<' staats- und Volkspoli t ischen Sinne iWelntrauben, heimische 4—7, ausländische 9-^1^ nachkommen werde. Eine Linie in dieier Richtung! Brombeeren. Kg. 8—4, Heidelbeeren, Kg. 2—3. war bi» nun nicht zu erkennen. Gewiss hat da» i Vteisclbecren Kg 8 4 Theater mich in der jüngstverfloffenen Spielzeit be-! Schwämme:' Pilze, frische KL 4—6, Eier- deutende Leistungen znstandegcbracht die schlechthin schwämme 2—8, Butterpilze 8—4, Rötlinge 12 bi» kulturell hochtvertig eben schon dadurch der Aufgabe 14 Ebamvianone 16 22 | Fleisch markt:• Rindfleisch. Vorderes mit Zu- : Waage Ki 10—14. Hintere» 12—17, Vordere», ohne Zuwaage 12—16, Hintere», ohne Zuwaage 14—19, Lungenbraten, mit Zuwaage 18—20, ohne Zuwaage 20—28; Kalbfleisch, Vorderes mit Zuwaage 7—10, Hinteres 11—18, Vorderes ohne Zuwaage 9—12, Hintere» 14—22; Schweinefleisch, Vorderes mit Zuwaage 10—12, Hintere» 12—16, Vorderes, ohne Zuwaage 11—14- Hintere» 14—20; Schöpsenfleisch, Vordere» mit Zuwaage 8—11, Hinteres 10—14, Vorderes, ohne Zuwaage 10—18, Hinteres 12—16; Rindsleber 8—12, Rindrzunge, roh 11—14, Rindshirn 16—18, Kalbs- und Schweinshirn 18—24, Kuttelflecke, Kg. 6—7. Fette: Landbutter, Kg. Ki 19—21, Tecbutter, Kg. 22—24- Margarine, Kg. 10—12, Rindsfctte, roh, Kg. 5—7, Rindsfette, ausgelassen, Kg. 7—8, Nierensette, Kg. 8, Schweineschmalz, tschechisches, roh. Kg. 11—18, ausgelassen, Kg. 18—15, Bago- nerschinalz- Kg. 12—18, Speck, Kg. 18—15. Fische: Wittingaukarpfen, Kg. Ki 14, Hecht 16 deutsche Erstaufführung de» grossen Capekschen Er- Ibi» 18^ Schleie 8—12, Forellenbarsch 14—18, Aal folgSstücke»„W e i ss e K r a n k h e i t" dem Zü richer Schauspielhaus überliess). Für die Saison 1987/88 hat die Direktion, bis her noch überhaupt keinen Spiel plan veröffentlicht. Ein alter, gewohnter und wich- 80—88, Lachs 40—50. Geflügel und Wild: Heimische Gan», Stück Ki 40—100, geschlachtet. Kg. 12—14, Schmalz- gans, Kg. 14—16, abgehackt- 16—20, Gansleber, v ut 11 inniiwiKWHim, hwvuio» Kg. 4—8, Gansgekröse, Stück 9—12, GanSgekröse. iigcr Brauch ist damit zum ersten Male abhanden' ohne Magen 8.50—5, HauSente, Stück 25—40, gekommen. Möglich, dass bie Dheatcrkanzlei" später, I Entengekröse, Stück 8—5, Wildente- Stück 6—7,. etwa gelegentlich ber Auflage des neuen Wonne-^Henne,-Stück.15—85, heimisches Huhn, Kg. 22/ ments, ihre Spielplan-Absichten verlautbaren wird.^Poularden, heurige, Stück 25—50, Tauben, Paar Aber das Interesse sollte doch sofort erhöht 16—16,. Retzfleisch-Brust, Kg. 10, Rehfleisch. Schul-, werden, indem die Aufmerffamkeit eben nicht zuletzt ter 14. Rehfleisch, Schlegel 18—20. ES sind hier dadurch auf das Unternehmen gelenkt wird, dass man,A°n die ersten Hasen. 1 Kg. kostet 6 Ki, abgezogen in üblicher Weise zum Beginn ber Spielzeit publi- i Vorderteil 4—6, Hinterteil 12—24 Ki per Stück. .5!.°- i Verschiedene Waren: Eier, frische, tschechische Ki 0.60—65, Schock 84, siowakische, Stück 0,56 bi? ,0.60, Schock 82,"" Topfen, Kg. 4—6," slowakische Brymse, Kg. 14—18, Brot, Kg. 2.20—2.50, Honig, «in. Kg. 14—16. Blick auf das Prager Deutsche Theater aus Anlaß der Splelzelt*Eröffnung Nicht nur die Prager deutsche Oeffentlichkeit Neue Theaier am Sonntag mit einer„v-rkrtüm- darf mit Freude und Genugtuung zur Kenntnis.sichen" Reprise der wenig künstlerisch vernewerten nehmen, dass die Bühne, die die Kunst der Deut-i Fledermaus", wie sie auch in der abgelaufenen scheu.in der Tschechoslowakei am bedeutendsten zu Spielzeit wiederholt zu hören war, und lässt sich bis repräsentieren hat mach etlichen Jahren harter Be-Dienstag mit der ncuinsz-ni-rt-n„Carmen" Zeit, cnb‘, V. ic1’“ i"J S" m JP efhm* e° e’ während gar die Kleine Bühne ab Samstag an vier wenn wir an bange.Menden Repertoirestück« der verflossenen Saison Tb-nt-r ruÄ Ut?tm'bringt. Und zwischendurch, am Montag, bleiben beide Theater liebt, um die Möglichkeit seiner Fortent- Dtzeater aeschlossen— au Beainn der Messe-Woche! Wicklung im altgewohnt grossen Rahmen und auf durchschnittlich festgehaltcnem Niveau zittern musste,!^w-is-^^dass-Smttsei' /ann nicht bewiesen komme ins Noll mim m-m,iktt-!„ ml- iocwcnen, oan es gut lei, rann man oewie,en ziert- was alles in diesem Jahre zu sehen und- zu hören sein dürfte. Ma» soll bie Bedeutung des Auftakts nicht unterschätzen I So wie eS zweifellos guie Gründe batte, bass bisher immer schon vor Beginn der Spielzeit bekannt war, mit welchen Uraufführungen und Erstaufführungen, Neustnbierungen und Neuinszenierungen in allen drei Genres ungefähr zu| rechnen wäre, weiter auch, welche Personen für die einzelnen Fächer verpflichtet sinb, so ist es sinnvoll, wenn jedes Theater Wert darauf legt, jede» Spiel-, iuh^vwv,..u, ,uuii luicucc, uiu»uuuuc icuicv«an», jahr mit einem starken oder feierlichen Akkord zu isälsgenossen auszunützen. Kralik pflegte^den Arbeit» eröffnen. Auch da» war bisher in Prag so. 1989"'*'"'"'"‘_~ eröffnete das Deutsche Theater seine Pforten mit GoeiheS„Faust"; 1986 mit des tschechischen Musikmeisters Janaäiek„Jenufa"; 1985 begann das grosse Haus mit Beethovens„Fidelio"- da» Kleine HauS gleichzeitig mit Ibsen»„Hedda Gabbler". Slehnlich war es all die Jahre vorher. Heuer eröffnet das filme in Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino:„Lumpazivagabundus."(D.— Hörbiger, Rühmann.)— Adria: ,Manch Steele wird vermisst."(A.— P. Sorte.)— Alfa:„Trafalgar."(A.)— Apollo:„Sieben Ohrfeigen."(D. — L. Harvey, W. Fritsch.)—Avion:„Mädel, hütet Euch!"(Tsch.— Hugo Haas.)— Bernnei:„Charlie Ilhan auf der Olympiade."(ll.— SB. Oland.) — Ftniz:„Die gute Erde."(A.— Paul Muni, L. Rainer.)— Flora:„Marinella."(A.— Tino Rossi.)— Hollywood:„Mädel, hütet Euch!" (Tsch.)— Hvizdar„Flugzeug ohne Piloten."(Ä.) — Julis:„Gefährliches Spiel."(D.— Jenny Jugo.)— Kinema: Journale, GroieSken, Reportagen.— Koruna: Aktualitäten, Journale, Grotesken.— Kowa:„Der geliebte Feind."(A.)— Lu» ccrna:„Sie gute Erde."(A.— Paul Muni, L. Rainer.)—Metro:„Der geliebte Feind(A.)— Passage:„Zu neuen Ufern."(D-)— Praha:„Der geliebte Feind."(«.)— Radw:„Schloss Bogelöd." (D.)— Staut:„Charlie Chan auf der Olympiade." (A.— W. Oland.)— Svitozor:.„Ein blinder Passagier."(A.— Sh. Temple.)—Alma:„Mitternachtswalzer,"(A.— Färbensilm.)— Baikal: „Sherlock Holmes."(D.— Han» Alber»).— Bel- vedere:.„Ein Hochzeitstraum."(D.)— Bcscda: „Der Kaiser von Kalifornien."(D.— L. Trenker.) — Carlton:„Schwand«, der Dudelsackpfeifer."- (Tsch.)— Illusion:„Gegen den Befehl." (F.)— Ltd» li:„Charlie Chan auf der Olym«. piade."(A.)— Louvre;„Schwanda, der Dudelsackpfeifer."(Tsch.)— Maceika:„Sherlock Holme»."- (D.)— Olympie:„Sturm über dem chinesischen^ Meer."(«.)— Pertthn:.Ltachfflug."(«.-)’