f Aus dem Inhalt 17. Jahrgang Nr. 210 Dienstag, 7. September 1937 dieser Angelegenheit vorzunehme». zu entscheiden Haden. Tokio, Außenminister Hirota erklärte im F^ihcit des tschechoslowakischen Volkes • ♦» desteht der«erdacht, daß cs sich um einen ge- sälschten Reisepaß handelt Reichstag, daß bisher„lein st i ch h ä I tiger B« w e i S" dafür erbracht wurde, daß das Auto des britisches Botschafter« von einen, japanischen' Flugzeuge verfolgt und überfallen tvorden wäre. DaS japanische Außenamt sei fest überzeugt, daß kein Japaner absichtlich eine an den Kämpfen unbeteiligte Person überfallen würde. London wartet wie Immer ab London.(Reuter.) Die britische Regierung äst im Besitze einer Mitteilung, die die Ausdehnung der japanischen Blockade aus die chinesische -Küste bestätigt. Sn. London(wirb- die.juristische kehrte yach Hongkong zurück, nachdem eS zweimal von japanischen Torpedobootzerstörern angehalten worden war. Haupt nicht bekannt. In Troppau wohnt'ein ge- wisser Eberhardt, der'Direktor eines Kommis» sionsgefchäfNBist und sich derzeit zu Hanse in Troppau aushält. Der Paß ist in Troppaun i ch t an«,»stellt worden. Auch bet der BröirkSlehSrde in Komotou ist aM 31. November'1933 unter Nr.7-194 kein Reisepaß aus,«fertigt wtzrben und die Nummer wäre für»ine»'im Angriff ans den britischen Botschafter übermittelt. Sie hat in London verstimmt. Wie aus. gut informierter Stelle verlautet, ist die japanische Antwort erst erfolgt, als der neu, britische Botschaft« in Tokio, Sir Robert Craigie, dem japanischen Außenminister Hirota zur Kenntnis brachte, daß die Ueierreichung des Beglaubigungsschreibens der britischen Regierung erst erfolgen werde, wenn eine befried i- g e n d e A n t w o r t auf die britische Rote vorliege. Die dann nnter diesem Druck ausgearbeitete -japanische provisorisch« Antwort besagt zwar, daß die japanische Regierung dm Vorfall auf das tiefste bedauere, stch aber'vorerst di« britische These, daß der Angriff von j a P a n'i s ch e n Fliegern auSgesührt wurde, nicht zu eigen machen Emigration zinnncrten. Die„Närodni List,," haben dieser Tage eine Notiz gegen die Emigranten veröffentlicht, die nicht nur kurzsichtig, sondern auch böswillig und verlogen ist. Man muß sich angesichts des Schicksals der Emigranten, die bei uns zwar Asyl genießen, aber keine ArbeitSbcwIlligung erhalten, mit dem Vorwurf wohl nicht auSeinandersetzcn, daß die Emigranten unsere Arbeitsplätze mit Beschlag belegen. Die meisten der politischen Emigranten, die uns hier in erster Linie interessieren, hungern. Eie haben nichts gerettet al« das nackte Leben und daß sie Herrn Hitler als Spione dienen, ist eine ebenso unverfrorme und verächtliche Behauptung wie etwa die, ihre Fahl betrage eine Viertelmillion. ES ist selbstverständlich, daß die niedrige Gesinnung, die aus der Notiz der„Närodni Lisin" spricht, dieses Blatt auch zu der Forderung ermutigt, die Emigranten in— Konzentra- Sozialdemokrat — tralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Masaryk wieder bei Appetit Henlelngastspiel in Mähren — ein Fiasko Fahnenaffäre in Lilin Dr. Sebekovsky verurteilt Attentat gegen einen deutschen Pilgerzug? solches Verfahren hätten di« Emigranten„billiger" haben können, wenn sie im Dritten Reich geblieben wären. Herr Hitler hätte sie bestimmt dem Verfahren unterzogen, das die„Närodni Listh" für sie fordern. Sie sind aber nicht aus dem Lande der Konzentrationslager geflüchtet, um in Konzentrationslagern des A f i; l l a n d e s über den Sinn ihrer Flucht nachzudenken, son-. dern doch wohl mehr zu dem Zwecke, in der freien Luft unserer Demokratie zu leben. Die„Närodni Listh" und die ihr gesin« nungsverwandten Blätter bekämpfen nicht die Emigranten schlechtweg, sondern eine be« st i m m t e Emigration, nämlich die demo- k r a t i sch e, die s o z i.a l i st t s ch e. Welch ein Widersinn äußert sich in dem Verlange», die geflüchteten Demokraten zu internieren, während jene Presse geflüchteten F a s ch i ft e n goldene Brücken baut, sie hätschelt und Staatsunterstützung für sie fordert! Die geflüchteten russischen Weißgardisten wurden seinerzeit nicht nur dec Segnungen des Asylrechtes zuteil, die heute den Emigranten aus Deutschland und Oesterreich zukommen, sondern man baute ihnen Wohnungen und Schulen, unterstützt« sie von staatswegen und ermöglichte der Emigrantenjugend sogar das Hochschulstudium. Und vor kurzer Feit erst wurden Franco-Emigranten unter der sehr tätigen Mitwirkung des Tschechoslowakischen Roten Kreuzes in unstzr Land gebracht und hier nicht nur gepflegt, sondern auch geehrte Sie dankten diese- rührende Gastfreundschaft schlecht und flüchteten, nachdem sie konspiriert hatten, i»S Dritte Reich. Die gerechte und würdige Behandlung der- politischen Emigranten ist nicht, nur ein Gebot der Selbstachtung unserer demokratischen Republik, sondern auch ein Gsbot der politischen Klugheit.' Man glaube nicht, daß die Behandlung, welche die t s ch e ch i s ch e Emigration im Kriege erfuhr,, ohne Einfluß auf die Beziehungen zwischen un- Rätselhafte Mordtat bei Lausanne Hin angeblicher Sudetendeutscher erschossen Fememord? Wer Ist das Opfer? Modus vivendi wird durchsefUhrt Neue Diözeeen-Eintellung Prag. Montag wurde im Amtsblatt« de» Vatikans eine CircumskriptionS-Bull« über dir inner« Delimitierung der tschechoslowakisch«» Diözesen veröffentlicht, ausgegeben im Einverneh- men znit der tschechoslowakischen Regierung und unterzeichnet in Rom am S. September. Die Päpstliche Bulle führt den ersten Artikel deS Modus vivendi durch und e» wurden darin di« Diö» »esangrenze» mit den Staatsgrenzen in Urber- ' einstimmnng gebrächt,' nitt AnßnähM-än^hSr Nordostgrenze der Tschechoslowakischen Republik, wo der bisherige Zustand belasten wird. Die Bulle befreit die slowakischen und karpathorustischen römisch-katholischen und griechisch-katholischen Bischöfe von der Metropolitanjurisdiktion her Erzbischöfe von Gran und Erlau und unterstellt sie vorübergehend— bis zur Errichtung zweier neuer selbständiger Metropolen in der Slowakei und in Karpathorußland-— direkt dem Heiligen Stuhl. Im Außenministerium trat unter dem Borsitz des Außenministers Dr. Krosta eine Regierungskommission für. die Delimitierung und Do- tierung der tschechoslowakischen Diözesen zusammen, die den' vom Außenminister Dr. Krosta te> lesenen Text mit Befriedigung zur Kenntnis nahm. Ruttitcher Protett In Rom der Versenkung von Sowjet- scnirren . m w 0«*• Der sowjetrussische Geschäftsträger nt Rom hat dem italienischen Außenministerium eine Rote übersandt, die von der Torpedierung zweier sowjetrussischer Dampfer im östlichen Mit- ttlmeer spricht und die B, r a n t w- r t«» a hi«für Italien zuschreibt. Die Rote verlangt Schadenersatz und eine strena« Be- strafung der Schuldigen. Der italienische Außenminister antwortete nach zwei, Stunden auf diese Note, daß Italien jede Verantwortung und daher auch alle von der .s-wjetrussischen Negierung gestellte» Forderungen en blae ablehnr. Die italienischen politische««reis, bezeich- nen diese sowjetrusstsche Note als einen Schritt, durch den Rußland die Einberufung, der Mittel» meerkonferen» habe erschweren wollen. Ausdehnung der Blockade Schanghai. Di« Oberbefehlshaber der zweiten und dritten japanischen Flotte haben mitgeteilt, daß von Sonntag nachmittags 18 Uhr an die Blockade auf di« ganze chinesi- s ch e Kiist e aus g e deh n t wird». DaS .Blockadegebiet dehnt sich demnach im Norden vom mandschurisch- chinesischen Grenzhafen. Tschin» wangtao bis Pakhvf im Golf vonTouakinM aut-. Ausgenommen von.bet'M«äMPu»Tfmgtt«,' -die britifcht Kolonie Hongkong' sowie die übrige« Pachtgebiete dritter Mächte. Di« Blockadebestimmungen solle« nur für alle private» und RegieruNgSeinhriten der ch i- nesischcn Schiffahrt gelten. Di« neue Blok- kade hat jedoch alS erstes Schiff den britischen Frachtdgmpser„Taishan" betroffen. Das Schiff Äettr' de^SitWandlgten'BlockadirMtd'Krldfflek^'t^'o^S'l-rrg e-r-N-^mzusi-deln. Uns dünkt. ein klärUng sorgfältig geprüft, doch wird-der Stand-. Punkt der britischen Reierung durch die Entwicklung der Ereignisse festgelegt werde». Die britische Regierung wird leine energischeren Schritte bei der japanischen Regierung unternehmen, solange der britischen Seeschiffahrt keine ernstlichen Hin dernisse entgcgengestellt werden.' Paris. HavaS meldet auS Lausanne: ■ I» der Rächt zum Sonntag entdeckte di« Polizei auf der Straße in der Rühe von Pully im Bezirk Lausanne die buchstäblich von Re volverkugeln durchlöcherteLeiche eines Mannes. Die Mörder hüben wahrscheinlich automatische Pistolen verwendet. Da niemand m der Nähe der Mordstelle Schüsse gehört hat, ver mutet man, daß der Mord an einer anderen Stelle verübt und die Leiche nach Pully gebracht wurde. Daß eS sich wahrscheinlich um keinen Raubmord handelt, geht auS dem Umstand hervor, daß die Brieftasche des Opfers unberührt geblieben«ar und sich in ihr eine Geldbetrag in schweizerischen und französischen Banknoten be fand. ES- handelt' sich bei-dem Tote« um einen tschechoslowakischen Staatsangehörigen, den Kauf- niann Herrmann Eberhardt' aus Trapp au.'(nach anderen Meldungen Kam»< tau), geboren am,1:-Mär» 1899. In seiner Brieftasche wurden einige schweizerische und sran- Msche Banknoten(etwa 1000 Fr.) und eine Eisenbahnkarte Paris—Lausanne imd retoyr ge funden,.Der ErmorduUg ist rin Kampf vorauS» gegangen, denn in der rechten Hand deS Ermor dete» wurde»in'Haarbüschel gefunden. Die Un tersuchung durch-die Polizei in Lausanne hat^rr- geben, daß Hermann Eberhardt SamSta« gegen 18 Uhr in einem Lausanner Hotel ein Zimmer brfteM und dort sei« Gepäck eingestellt hat. Da» Gepäck wurde im Hotel vorgefunden. DaS Hotel hat er«mj 18 Uhr 30 Minute« verlasse». Die Polizei stellte fest, daß am SamSta« um SS Ust» ein Kraftwagen mit dem Jmtnatri- kulationszeichen deS Kantons Vern«in«- Straße j« ShamblandeS in'der Richtung'«ach- Vevey passierte! An einer.Straßenkreuzung hielt er für kurz« Zeit an und wandtr fich dann zu der Stelle, wo-dir, Spure» feftgestrllt wnrhe«. wie spätes--?»»--^.--7- SB-, ermittelt wurde, war da- Aut« i» einer Berner November' auSgegetenen Paß zu niedrig. ES Garage gemietet worden, und»war von- einem fremde». Staatsangehörige«, dessen Herkunft dir Rapens Antwort ein Hohn Es waren keine japanischen Flieger... London. Am Montag wurde die japani» i könne. Die japanische Regierung fei aber gerne sche Antwort auf die britische Note betreffend den Erschet«t mit beo SRontög tSgttch frvh/ eingelötete 70 Heller Redaktion und Verwaltung: Prag XII., Fochova S2- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Polizei sestgestellt hat. Die Polizei wandte sich an die Behörden jenes Landes, aus welchem der Mieter des Wagens stammt,' und erhielt über denselben Informationen. Die Aufmerksamkeit der Genfer Polizei er weckte«in im Kanton Bern immatrikulierter'Wa gen, der seit Sonntag srüh auf einem Platz in Genf stand. Sm Innern deS Wagens wurde»' Blutfpuren sestgestellt; ferner wurden im Wagen vier P a tr o nenhülsrn deS glei ch«» Kalibers gesundens wie man sie lei der Leiche d«S Ermordeten fand, und außerdem ein Gummi k n'üp p e l. Auf Grün'' dieser Ermittlung wurden zwei Steckbrief« erlassen, einer gegen die Person, welche daS Auw gemietet hat und deren Iden tität'— wie«S scheint— festgestellt ist, ein zwei- ttr gegen de» Mittäter. Montag früh wurde der Polizei«ine auto matische Pistol«,' an.welcher ein Bestandteil fehlte, sowie ein leereS Patronen-Magazln über geben, dir in der Nähe von EhamtlandeS gefun den wurden. " Schriftstücke-, dje. auf«Ine politische Tätig keit hindeutchr würden, wurden ,im Gepäck des: feiern Lande und den Asylländern geblieben ist. Toten nicht vorgefunden...Der Ermordete soll in ES wurde.vor kurzem mit Recht darauf hinge- Paris einige Wohnungen gehabt, haben und dort wiesen, daß Hitler nicht daS letzte Wort! in der unter verschiedenen Namen ausgetreten sein. Die. Geschichte Deutschlands ist. Es kaiin und wird der. Polizei in Lausanne bezweifelt überhaupt, daß es ,Tag kommen, da die Männer, denen heute das. sich um einen Tschechoslowake» handle. i primitivste Recht'streitig gemacht wird, dgs Emi- -' Jn stoinotau ist der Name Eberhardt über-, grauten schon immer genossen haben, die Geschicke <-!- xfu. jhx^z Heimatlandes maßgebend bestimmen. Sor« gen wir dafür, daß sie für unsere Gast«- freund schäft dankbar sein können, statt sie mit. niederdr.Uckenden und n»S be schämen- den Erinnerungen an ihre Emigrationszeit..zu, versehen I. . Indem wir, die deutschen Sozialdemokraten,, gegen die Hetze, auftreten, welche gegen die Emigranten entfaltet wird, fordern wir für sie nichts als Recht und Gerechtigkeit, fordern wir,, daß der. guje Name unseres Landes, der- gute'Ruf unserer' Weiterer Vormarsch bei Belchlte Paris. Wie aus Kreisen der Baleneia- Regierung über di« Lag« an der Aragon-Front gemeldet wird, befindet sich B«l ch i t e vollkommen in den Händen der Regierungstruppen. Der letzte Widerstand, den die etwa 600 Aufständischen leisteten, wurde Sonntag abend- gebrochen. In den Straßen von Belchlte wurden an 1700 Leichen gezählt. Die Verteidiger der Stadt, die vollkommen verwüstet ist, wurden bei ihrer Aktion von'SS Franco-Flugzeugen unterstützt, die den belagerten Aufständischen vergeblich Lebensmittel abzüwerfen trachteten. Die Regierungstruppen setzten ihren Bormarsch im ganze» Ab». > schnitt bei Belchlte fort.. "' Der Oberbefehlshaber der Regierungstruppen hat mit seinem Stabe der Stadt»elchtte'«Inen Besuch abgestattet, wo er von den republikanischen Truppen begeistert begrüßt wurde.. Verschwörung In Argentinien Buenos Aires. Die Polizei deckte eine Per« sschwörung zur Ermordung■ des Präsidenten 3 u st o, sämtlicher Mitglieder der Regierung und zahlreicher anderer! Persönlichkeiten auf. D e Verschwörer wollten sich auch der Kasernen-sowie »et Polizeidirektion in Buenos Aires bemächtigen, vier Rädelsführer'der Verschwörung wurden verhaftet. Zahlreiche Bomben-sind-beschlagnahmt -worden,- Präsident Oh BeneT:... nach TopoKlanky ■„ Prag. Der Präsident ders Republik Dr. Eduard. BeneS ist.am Montag nach-LL-^hr-mit seiner' ÄtmÄhtin in di« Slowakei nach To pol» k^anky abgereist. 'Ith'«' Emigranten sind kein Freiwild I Unter den Blättern, die immer wieder gegen --.- die Emigranten auS Deutschland und Oesterreich bereit, w e i t« r« U n t« r s u ch u n g e n in^tzen, nehmen neben der„Zeit" und den KreiS- ^'7s77„• Konkrete hstjitcrn der SdP die»Närodni Listy" einen her- Borfchläge, wie künftighin seitens Japan« rin vorragenden Platz ein. Von der SdP-Presse wird Schutz der britischen Interessen im Fernen Oste»„jemand eine gerechte und objektive Stellung- gewährt werden soll, läßt die Note vermissen.„ah,„e<1ur Emigration erwarte». Bei der tsche- Der britische Ministerrat am Mittwoch wird chischen.Preffe nimmt di- sture Rücksichtslosigkeii «ter die wettere Haltung der britische» Regierung A„rzsicht^keit gegenüber der Emigration zu entscheide« haben. ivundcr, denn es ist noch nicht lange her, daß die «w«i cw r 1 in- r.,. jehis^il Führer unseres Staates_bic nationale in der Stile 2 Dienstag, 7. September 1V37 Nr. 210 Kundgebungen des Bundes der Landwirte Erntedankfest in Böhm. Lelpa/ Ladina. Spina und Hacker sprechen Demokratie in den Augen des gesitteten Teiler der Welt nicht geschädigt wird. Acußeruilgen wie jene der„Närodni List»" oder der SdP-Blätter kann man höchstens als Ausdruck der Unkultur und der moralischen Verlotterung gelten lassen, von der die faschistisch orientierten Kreise auch hei uns ersaht sind. Sie können und dürfen nicht zur Nicht» schnür fiir die behördliche Behandlung der Emigrationsfrage werden. Nicht mir wir, son» dcrn alle gerecht und staatspolitisch denkenden Kreise müssen und werden die Ausführung solcher Absichten verhindern. Es genügt, daß die Emi» grauten den Gesehen des Gastlandes unterworfen sind und bleiben, die verhindern, daß sie zu. einer wirtschaftlichen und politischen Gefahr werden. Unsere Demokratie ist stark genug, auf die Erlassung von Souder gesehen gegen die Emigration und auf eine demütigende Behandlung der Emigranten zu verzichten. Die Gefahr für unsere Demokratie kommt nicht aus den Krei- London. Die britisch-französische Einladung an zehn Mächte zur Teilnahme an der PIraten-Konfcrenz, die, wie verlautet, in Rhon am Genfer See, zwischen Genf und Lausanne, am 10. d. M. stattfinden soll, ist Montag vormittags in den Hauptstädten der betreffenden Mächte überreicht worden. Dio Note, die äußerst kurz ist, spricht von der Notwendigkeit unmittelbarer Beratungen und Aktionen aller Mittelmecrmächte und im Mittelmeer interessierten Mächte angesichts der micrlräglichen, allen internationalen Bereinbarungcn widersprechenden Situation im Mittelmeer, und zwar sowohl in bezug auf Unterseeboote und Flugzeuge. Sie nmnt zwei Bern- iungSgegenstände: 1. Schritte, die zur Beendigung dieser Lage unternommen werden sollen, 2. Maßnahmen zur Berstärkung des internationalen SchiffahrtSrcchteS. Dir Zuziehung anderer Mächte als der eingeladenen in einem späteren Zeitpunkte wird offengehalten. Eden, voraussichtlich auch D e l b o S, werden die englifche und französisch« Abordnung selbst führen. Ob englischerseitS auch der Marineminister Hoare anwesend sein wird» ist noch nicht entschieden, gilt aber alS wahrscheinlich. Ueber die Vorschläge verlautet, daß sie eine Registrierung der U-Boote im Mittelmeer verlangen werden sowie die Konfinierung aus bestimmten Häfen während eineS festgesetzten Zeitpunktes, daß ferner für Handelsschiffe ein« Fahrt-Route beim Transitverkehr fcstgclegt werden soll und schließlich, daß im AngriffSfallr im Mittelmeer- alle Kriegsschiffe zum Beistand verpflichtet fein sollen. Es wäre also auch"eilt italienisches oder deutsches Schiff zum Beistand verpflichtet, wenn ein sowjetrnssischer Dampfer attackiert wird. Aehnliche Bestimmungen wie für U-Boote solle» auch für Fliegertruppen im Mittelmeer gelten. Zur Teilnahme an der Konferenz wurden die Regierungen von Italien, Rußland, Deutschland, Jugoslawien, Rumänien, Albanien, Bulgarien, Griechenland, der Türken und Aegypten eingcladen. Die Negierungen von Frankreich und Großbritannien hielten es für zweckmäßig und notwendig, daß außer den Mittelmeerstaaten auch die am Schwarzen Meer liegenden Staaten eingeladen werden, da für sie das Mittelmeer den sen der Emigration, sondern aus den Kreisen jener, die die Emigration au»-"durchsichtiger Freundschaft zum. Faschismus mit den verwerflichsten Mitteln bekämpfen. Wer für Konjjentra- tionSlager schwärmt, hat in einer Demokratie, die auf sich hält, nicht mitzureden, soitderni'ist wert, in ihnen untergebracht zu werden. Wir haben unsere Pflicht gegcnübtr den Emigranten erfüllt und werden dies auch künftig tun, ohne aus das Geschrei der heimischen Faschisten zu achten. ES wäre allerdings an der Zeit, daß die amtlichen Stellen nicht nur keine emigrantenfeindlichen Folgerungen au» der faschistischen Hetze ziehen, sondern die Hetzer guch zur Ordnung rufen und"gegen sie einschreiten? Emigranten sind kein Freiwild, und den Menschenjägern,. die gegen sie austreten, muß nicht nur im Interesse der Menschlichkeit, sondern auch im Interesse der Demokratie und des Staates das traurige Handwerk gelegt werden. wichtigsten Meeresweg darstellt. Deutschland wurde hauptsächlich wegen seiner Teilnahme an der internationalen Kontrolle an der spanischen Küste eingeladen. Ob Deutschland zusagt,, ist noch nicht bekannt. Neue Seeräubereien Palma Place Bendome genannt hatte, riß: er sich plötzlich- aus dteseni- dumpfen Brüten und änderte da» Fahrziel, „Rue de Seine," rief er dem Chauffeur zu und ließ das Taxi vor dem- Laden Achill« LivyS halten. „Tragen Sie das Bild hinein", befahl er dem Chauffeur, entlohnte ihn und trat— in einer Stimmung der Galle und Wut,- di« er diesmal nicht erheucheln mußte,— in das finster« Gewölbe Achilles, der ihn mit einem GefichtSauS« druck empfing, auf dem sich Aerger und-Verachtung gleichermaßen malten. „So", sagte Valerian, nahm den Cranach und trat vor Achille Lövy hin,„so", sagte er und hielt ihm das Bild entgegen,—„so" und legte e» hart auf den Tisch,—„zu diesen Preisen, Achille, müssen Sie selber verkaufen— da» Kunststück bringe ich nicht fertig." „Als ob'Sie zu anderen.Preisen verkaufen könnten", erwiderte Ady zwischen den Zähnen durch,„als ob Sie überhaupt einen, seriösen Kunden hätten, als ob Sie.'. Er verstummte. „Ich habe einen seriösen. Kunden" brüllte Bale« rian und die seit Stunden unterdrückte Wut gab seinem Ton Echtheit,urch Wahrhaftigkeit„ich hgbe einen seriöseü-'Künden,- über ich-habe ihn durch Ihr Bild verloren." »„Ich bitte Sie" sagte Lövy milleidig,„so dick trage nicht einmalich auf.« -„Ihre Preise sind wähnsinnig", schrie Balerian,',,der Mann wird sich' im Leben' nicht wieder an mich wenden. Wenn ich nicht wüßte, wa» Siefllrein Stadrkopf siiid, hätte ich ja versucht, das Geschäft' zu machen. Aber Ihnen mit-einem Anbot kommen I? Sie sind doch der mißtrauischeste und-unzugänglichste-Händler-von Pari»," „Sie Unschuld. Vom'Ländel Wenn Sie ein Anbot gehabt hätten- wären Sie schon Ängst dagewesen. Machen Sie sich nicht lächerlich!"• „Ich habe ein Anbot gehabt", heulte Ba« lerian«ich hübe ein- Anbot von fünfzigtausend' Franc»-für den Cranach gehabt." ltsortsetzung folgt) Nr. 210 DienStag, 7. September 1037 Seite 3 auf Beobachter dieser Vorfälle batten den Tin« druck, daß daS Verbot geradezu provoziert worden sei, weil die„Kameraden" einen tüchtigen Schlager gebraucht haben. Die Staatspolizei leitete die Untersuchung ein. ■> Die SdP hielt am vergangenen Sonntag in einigen Orten Mährens Versammlungen ab und gab diesen Veranstaltungen durch die Anwesenheit des„Führers" besondere„Weihe". Die Versammlungen waren schon wochenlang vorher mit -der gröhten Reklame angekündigt worden und die Vorbereitungen wurden mit grösstem Aufwand und Tamtam getroffen. Die SdP versprach sich Massenbesuche und eine Stärkung ihrer Position und nahm an, daß schon der Name Henlein allein die Massen auf die Beine bringen werde. Nun, da der Rummel vorbei ist, mutz auch der fanatischeste Henleinanhänger zugeben, daß daS Gastspiel Henleins Ur den drei mährischen Orten ein Fiasko war. Der Besuch der Versammlungen war direkt kläglich, so daß di« leitenden Stälen der SdP in Brünn arg enttäuscht wurden. Anstatt der erwarteten Zehntausende fanden sich In Mövritz kaum 2ÜVV, in Auspitz kaum 1000 und in Taßwitz nicht ganz 3000 Personen ein. Wenn man nun bedenkt, mit welch riesigem Aufwand die Veranstaltungen vorbereitet wurden, daß ferner einige Autobusse mit kommandierten Leuten von einer Versammlung zur anderen fuhren, um den Besuch zu verstärken und daß natürlich alle Amtswalter und Funktionäre mobilisiert wurden, dann muh man zu der Ueberzeu- gung kommen, dahdieMassennicht mehr gewillt sind, der SdP blindlings Folge zuleisten. Besonders kratz zeigte sich dies in Mödritz. Hier wirkt« sich di« Nähe Brünns, wo die SdP bei de» letzten Wahlen 21.000 Stimmen erhielt, überhaupt nicht au- und obgleich cs sich um ein Bezirkstreffen handelte, zu d«m die Henleinleute auS Pohrlttz, Wifchau, Zwittau«nd Mährisch Trübau, also selbst aus den fernstgelegcnen Gebieten, kamen, war der Gesamtbesuch kläglich. Die SdP-Funktionär« waren auch nicht wenig enttäuscht, ebenso wie die Anhängerschaft von der Rede ihres Führers, der sich mit Gegenwartsfragen und sozialen Problemen überhaupt nicht beschäftigte und eine seiner bekannten, kurzen, von nichtssagenden Phrasen durchspickten Reden Nicht 25.000, sondern 2500 Sonntag sand in St. Georgenthal, Bezirk Warnsdorf, ein Erntedankfest der SdP statt. Die Warnsdorfer„Abwehr" berichtet in ihrer DienS- tag-Ausgabe, Satz 26.000 Teilnehmer zu verzeichnen waren. Dazu stellen wir heute lediglich fest, datz nach einer amtlichen Zählung im Festzug etwa 2500 Menschen marschierte»; in St. Georgenthal selbst wurden etwa 6000 bis 7000 Teilnehmer gezählt. Hitler und Bauer In einem Grenzdorf des Böhmerwaldes ist ein reichsdeutscher Landwirt eingetrossen, der Haus und Hof im Stich lassen niutzte, um der Einlieferung in ein Konzentrationslager zu entgehen. Was hat der deutsche Bauer verbrochen? Der Mann hatte an einem Biertisch gesagt, Hit- le»^ sei der. größte Erbhofbauer in Deutschland, tveil ihm das meiste Rindvieh nachlaufe. Ein Spitzel hat ihn angezeigt, worauf nur die beschleunigte Abreise den Spatzvogel davon rette» konnte, mit den Schergen des nationalsozialistischen Regimes nähere Bekanntschaft zu machen. hielt. Am Schluß riek er, wie es Hitler macht, den lieben Gott um Hilfe und Segen an. Auch die ganze Aufmachung und die Art, wie der Führer bei den Veranstaltungen erschien ler kam immer, ivenn di« Sache schon im Gange war, um besonders, begrüßt zu werden), zeigte wie,sehr sich die SdP die Methoden des Dritten Reiches zueigen gemacht hat. An den Versammlungsorten kam er auch zu Zusammenstöße» zwischen Henleinleute» und der SdP-Opposttion, die Flugblätter verteilten, in denen auf die Zustände in der SdP aufmerksam gemacht wird. In Schöllschitz wurden die Oppo« sitionsleuie von SdP-Mitgliedern zu Futz und zu Pferd überfallen"und verfolgt. In Auspitz kam cs zu einem schweren Zusammenstoß zwischen Henlcinleuten und Oppositions-Anhängern, in dessen Verlauf ein OppositionSanhänger Alirrmschüsse in die Luft abgab. Es mutzte Polizei und Gendarmerie eingreifen, um die Ruhe wieder herzustellen. ES wurde u. a. festgeitellt, datz von dem Auto der Opposition Bestandteile entwendet wurden. An später Nachtstunde erfolgten noch Haussuchungen bei Henlcinleuten und cS wird gegen einige von ihnen die DiebstahlSanzcige erstattet werden. Der ganze Rummel wird also noch ein gerichtliches Nachspiel haben. Henlein hat also in Mähren nicht viel aufgesteckt und hat sich davon höchstpersönlich überzeugen müssen, daß sein Stern im Niedergehen begriffen ist. UnS hat das Henleingastspiel die erfreuliche Erkenntnis gebracht, datz die mährischen Arbeiter und Kleinbauern zu der Ueberzeugung gelangt sind, daß st« von der SdP getäuscht wurden und daß sie von dieser Partei auch in Zukunft nichts zu erwarten haben. Diese Erkenntnis muhten Herr Henlein und seine Getreuen auch gewinnen und deshalb ist die Enttäuschung über daS Henleingast- spielin Mähren bei der SdP- Leitung so groß. fe.Mön unsetenKinderfreunden . Jetzt, nach Beendigung der Schulferien, können wir wieder eine erfreuliche Bilanz unserer diesjährigen Ferienarbeit ziehen. Mehr als 3000 Falkeil erlebten während dieser Zeit frohe Ferienwochen bei den Kindcrfreunden. Neben der großen Auslandsfahrt bach B e l g i e n—E n g- l a n d—F rankröich und der Reise nach Norwege n—S chwede n—D ä n c m a r k sanden in allen Gaugebieten wieder Gau- und Bezirks-Zeltlager statt, wurden für unser« Kleinsten Heimkolonien durchgeführt, oder es wanderten die Gruppen durch die heimatlichen Gebiete, um Land und Leute und das Leben der Arbeiter und Arbeiterkinder kennen zu lernen. Für 3000 Kinder mit rund 80.000 Ber- pflegstagen diese Ferienaktionen vorzubereiten und durckttusühren, ist eine gewaltige Leistung unserer Organisation und ihrer Funktionäre. Der Wert dieser Arbeit liegt ja nicht allein darin, daß diesen tausenden Arbeiterkindern eine kurze Zeit der so notwendigen Erholung geboten wurde, sondern auch darin, daß alle diese Buben und Mädels diese Zeit in ihren Gemeinschaften, unter der Führung sozialistischer Erzieher verbringen konnten. Erziehung zu aufrechten und denkenden, selbständigen und solidarisch fühlenden Mensch?» ist heute ein Gebot der Stunde. Der nationalen Verhetzung das Bewußtsein internationaler Zusammengehörigkeit entgegenzustellen, unseren Arbeiterkindern dieser Jnternationalität erlest e n zu lassen, sie für ihre' künftigen Aufgaben als Europäer und Weltbürger vorzubereiten, ist die große Aufgabe unserer Kinderfreunde. In diesem Sinne haben die Kinderfreunde Ferienarbeit geleistet, in diesem Sinne wollen sie jetzt wieder ihre weitere Arbeit, in den einzelnen Ortsgruppen beginnen. Die Arbeitereltern werden aufgerusen, sie in dieser Arbeit zu unterstützen, ihre Kinder in die Kindergruppen zu schicken und selbst auch altiv mitzuarbeiten. Defraudation in einer Ralffelsenkaesa In der Landgemeinde Blisowa im Bezirk Bischosteinitz hat am Freitag eine Kommission des Landesamtes Prag eine. Buchrevision in der Raiffeisenkaffe vorgenommen. ES würde ein 'FeMeträg von Pehrerest, hunderttausend K6 festgestellt. Der langjährige Kassiier, der S7jäh- rige Ausgedinger Josef Janouschek, flüchtete nach Eintreffen der Kommission,, stellte sich aber dem Bezirksgericht Bischosteinitz. Er gestand, durch mehrere Jahre Beruntreuungen von 10.000 bis 30.000 KS jährlich begangen zu haben. Janouschek wurde dem Kreisgericht in Pilsen eingeliefert. Tie»Raiffeisenkasse hat zumeist deutsche Einleger. Beran für Zusammenarbeit „Wir stehen alle hinter Hodia“ Bei einer agrarischen Tagung i» Krotz« Meseritsch sagte der Vorsitzende der tschechischen Agrarpartei Abg. B e r a n u. a.: „Die politischen Ferien sind zu Ende, die Regierung, die Parteien und die KammerauS- schüsse werden zusammentretei»; wir jsind überzeugt, datz diese unsere ganze: ernste Arbeii nicht 'Augenblicksstimmungen entspringen, darf, sondern daß sie sich auf den Wunsch der. gesamten Bevölkerung stützen mutz, die Ruhe, Ordnung, Gerechtigkeit für alle, das heißt Zusammenarbeit will. Die republikanische Partei wird die Schaffung aller, Blocks bekämpfen, denn sie bedeuten Trennung!>er Nation. Wir alle st ehe» hinter der Politik des Vorsitze n d/e n d e r R e g i e r u n g. Wir kennen keine Fraktionen oder Flügel'unter uns, wi- sind einig,"und wenn wir dies nicht wären, iväre das nicht bloß unser Schaden,, sondern wäre das zum Schaden des ganzen Staates." SdP-Mann legt Steine auf ein Bahngeleise Der Henlein-Mann Josef Quaß wurde st» der vorigen Woche an der Arbeitsstelle beim Straßenbau in Wiehen verhaftet und dem Bezirksgericht in K a p l i tz eingcliefcrt. Wie wir nun erfahren, hat er auf der Eisenighnstrecke zwischen Kaplitz und Umlowitz Stein« daS Bahngeleise gelegt. Masaryk wieder bei Appetit Andauernd günstige Berichte aus LSny Län 1). Präsident Mnsarvk verbrachte den ganzen Sonntag sehr ruhig»nd gut. Er bekundete Interesse für seine Umgebung und für die Ereignisse in» ihn, sowie für seine Besucher. Seine Unterredung mit dem Präsidenten Dr. Bene b, der ihn Sonntag nachmittag» zum viertenmal besuchte, dauerte geraume Zeit. Masarhk hörte auch kurze Zeit den» Vorlesen zu. Das am Sonntag auSgegclenc Bulletin konstatiert, daß die Funktion aller innere» Organe jetzt ständig regulär ist. Der Puls fiel auf die vor der Erkraukuilg normale Zahl von 72 Schlägen. Es stellte sich auch ein zn frieden st el- le»der Appetit ein, so daß der Patient ausgiebig Speise»nd Trank zu sich nahm. In der Nacht auf Montag schlief der Präsident erst nach Mitternacht ein und schlief dafür am Morgan länger. Auch der Montag ist in Länh vollkommen ruhig verlaufen. Präsident Masarhk nahm mit Appetit daS Mittagessen ein, ruhte am Nach- mittag aus und schlief nach dem.Nachtmahl bald ein. Angesichts dieser günstigen Entwicklung der Erkrankung tuird nunmehr bloß einmal täglich am Vormittag ein Bericht über daS Befinde» deS Präsidenten anSgegcbe» werden. Das Henleingastspiel in Mähren Zusammenstöße mit der Opposition- ein Fiasko Schwacher Besuch der Versammlungen— Enttäuschung Im Lager der SdP Dr. Sebekowsky verurteilt An» vergangenen Freitag wurde vor dem Bezirksgericht Rumburg der EhrenbeleidigungS- prozetz beendet, dei» der Herausgeber der„Rumburger Zeitung", HeinzPfeifcr, gegen das Hauptleitungsmitglied der SdP, Dr. Sebe- k o W s k n, angestrengt hatte. Dec Prozeß zog sich anderthalb Jahre hin. Die„Rumburger Zeitung" behauptet, daß der Angeklagte die Beendung de? Prozesses immer wieder zu verhindern verstanden habe, indem er immer neue Anträge stellte. Die „Zeit" behauptet jedoch, daß der Prozeß immer wieder infolge„Richterwechsels" vertagt worden sei. Im Prozeßbericht der„Rumburger Zeitung" wird mitgeteilt, daß der Angeklagte Dr. Sebekowsky erst dann vor dem Gericht erschienen ist, als ihm energische Maßnahmen des Gerichts in Aussicht gestellt worden waren. Verteidiger Dr. SebekowskhS war Dr. Hans Neuwirth, Vertreter des Klägers Dr. Dcmbitzki. Nach längerer Verhandlung wurde Dr. Sebekowsky verurteilt. Es wurde als erwiesen angenommen, datz er die eingeklagte Beleidigung in jener Rumburger SdP-Bersainmlung getan hat, an der Heinz Pfeifer auf Einladung der SdP zur Rechtfertigung seines Verhaltens teilgenommen hatte. Dr. Sebekowsky wurde wegen übler Nachrede in sämtlichen Punkten der Anklage schuldig erkannt und zu vierzehn TagenArrest, bedingt auf ein Jahr und zur Tragung sämtlicher Kosten verurteilt. Sein Verteidiger meldete Berufung an. Legen de» Geist d« 18. Feber richtet sich die mit 1. September in Neuretten- dorf eröffnete tschechische Schule, die ohne irgend «ine vernünftige Begründung von einigen Chauvinisten in Königinhof geschaffen wurde, trotzdem nicht ein einziges tschechisches Kind in Neurettendorf vorhanden ist und auch nicht ein einziges tschechischer Kind die Schule besucht. Man hat lediglich die zwölf deutschen Kinder, die von Rettendorf aus die tschechische Schule in Königinhof besuchten, um die Sprache zu er- Icrnen, weil sie zu arm sind, um so wie. die Müder reicher Ettern in das tschechische Gebiet gegen Bezahlung zu gehen, ganz einfach in die neu errichtete Schule überwiesen. Damit hat man weder der tschechischen Bevölkerung, noch der Sache des tschechischen Bottes einen Dienst erwiesen, sondern nichts andere- getan, als der Henleinagita- tion neuen Stoff geliefert. Es ist ganz klar, daß von Seite der deutschen Sozialdemokraten gegen 'diese unvernünftige hypernational« Schulpolitik an zuständiger Stelle mit atter Energie eingeschrit« ten werden wird. Um der an u»»d für sich recht bedauerlichen Angelegenheit eine pikante Note zu geben, sei noch erwähnt, datz sich um die Werbung der Schüler für die tschechisch« Schule besonders ein Anhänger der SdP beniüht hat, der sich offenbar mit dieser Arbeit dar Wohlgefallen einiger Königinhofer Herren zuziehen wollt«. Am selben Tag erhalten wir die Meldung, datz auch in W e r n S d o r f bei Kaaden am 1. September plötzlich eine tschechische Schule eröffnet wurde, obwohl es dort überhaupt kein t sch« chischeS Sch.u l l i n d gibt. Di- Schüler rekrutieren sich aus 18 rein deutschen Mndern. Die Eröffnung dieser Schule war bis zum letzten Augenblick'völlig geheim gehalten worden. .•* j» Das SchülmististeÜum fühlt sich bemüßigt, in feister Pressekorrespondenz gegen die„unrichtigen Informationen über das tschechische Schulwesen, im Grenzgebiet" durch die deutsche Presse zu polemisieren.»Immerhin gibt es zu, datz nur „die Mehrzahl" diese« Berichte die tatsächlichen Verhältnisse hinsichtlich der Zahl der Schüler.und ihrer nationalen Zugehörigkeit sowie hinsichtlich des tatsächlichen Bedürfnisses„verzeichne". Aus der ganzen Zahl der Fälle, die'in letzter Zett'bekannt wurden, greift es' bloß-die staatlichen Schulen ist' Mu t t»e r s d o r f bet Hostau im BöhMerwast.und in.H e t» r i ch s< g r ü n bei AraSlitz herauf. An Muttersdorf(das nach der letzten Volkszählung usttdr, 1060 Einwohnern nur 18 Tschechen zählte l), seien 21 Kin- ' der vorhanden, darunter allerdings nur 15 tschechische, zwei aus gemischten Ehen und biet: Kinder drutschersi) Merm in HeinrichSgrün eine Veranstaltung des BdD aufgelöst Samstag und Sonntag sollte in Bilin ein «Tag der Deutschen" stattfinden, der unter dem Protektorat der Ortsgruppe Bilin des BdD stand, aber beinahe ausschließlich von Funktionären der SdP und des deutschvölkischen' Turnverbandes beherrscht wurde. Schon am Samstag kam es zu einzelnen Zwischenfällest. Die Stafselführer der Jungturnerschaft kommandierten mit„Habt Acht", obwohl dieser Befehl ihrem Regulativ angeblich widerspreche. Hiebei wurden die intervenierenden Beamten in sehr schroffer Weise angepöbeü. Die Abendfeier sollte um halb 7 Uhr beginnen. Vorher kam der Arbeitsdienst in Stiefeln und mit Spaten. Als die Polizeibeamten darauf aufmerksam machten,. datz die Adjustierung verboten sei, benahmen sich die Burschen wieder sehr aggressiv und herausfordernd. Die Feier begann dann erst nach 7 Uhr. Es sotten vier Parteislag-' gen und vier Staatsflaggen aufgezogen werden. Die«in« Flagge bediente der 17jährige Mareöek aus Preschen, der Sohn eines penfionierten Gen». darmerie-Wachtmeisters, der vor Wochen wegen einer Nachtübung der Fungturner.festgenommen worden.war. Als die'Fahne bereits oben war, fiel sie wieder herunter. Ohste daß sich stun jemand darum gekümmert hätte, wollte Böhm seine Rede beginnen. Als der Pokizeibeämte Einspruch erhobt und verlangte, daß di« Fahne erst in Ordnung gebracht werden.müsse,' trytwortrten die Burschen in'provokativer Weise, worauf die Abhaltung der Abendfeier verboten wurde. Die Landesbehörde untersagte hierauf auch die Beranstqttüngen am .Sonntag, 8 a fji t>»L-3[ unter 16 Kindern neun tschechische, vier aus ge- inischten Ehen und drei deutsche li) Kinder. Ueber die a n d e r e n Fälle, namentlich über die neue tschechische Schule' in S ch ö n- seid, schweigt sich das Schulministerium lieber aus. Offenbar handelt es sich da um Fälle, die selbst bei der größten Anstrengung nicht in jene „Mehrheit" der Meldungen eingereiht werden können, die di« Wahrheit„verzeichnen". Dadurch gerät aber die weitere Mitteilung des Schulministeriums, daß bei der Errichtung von solchen ischcchlschen Schulen jeder Fall gründlich geprüft werde, arg in Mißkredit. Wir erwarten daher, daß sich das Schulmi- sterium ehestens auch zu den Fällen Schön-, seid, Rettendorf und WerySdorf äußert und seine Berichte nicht etwa auf Rapporte der zuständigen„Närodni Jednota"«Faktoren basiertl Der„Tag der Volksfront", den die Kom- munisten am 4. und 6. September ii» Aussig veranstalteten, verlief in voller Ruhe. An dem Umzug beteiligten sich etiva 8500 Personen. Die organisierten Sozialdemokraten waren der Veranstaltung, entsprechend den Weisungen der Partei, ferngeblieben. An der Kundgebung auf dem Marktplatz nähme»» etwas über 4000 Menschen teil; unter ihn«»» befanden sich sehr viel tschechische Kommunisten. Die Kurfrequenz in Karlsbad weist gegenüber dem Vorjahre einen Zuwachs von 7015 Kur- gasten auf, was eine Steigerung von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahre bedeutet. Infolge des guten Beginnes der Nachsaison»vurde der Flugverkehr auf dem Karlsbader Flugplatz bis zum 21. September verlängert. Der Flugvbr» kehr umfaßte in den Monaten Mai bis August 8082 Passagiere, 46.423 Kilogramm Frachtgüter und 1537 Kilogramm Postsendungen. Diese Ziffern bedeuten gegenüber dem Jahre 1030 eine Steigerung um 54 und gegenüber dein Jahre 1935 sogar eine Steigerung von 213 Prozent. Der LiterntnrprciS deS BdL wurde den» Oberlehrer Franz W e i g e r t in llnterloinih bei Gietzhübl-Sauerbrunn für den Roinan„Der »Dorfrichter iin Egerland" zu erkannt. Seite 4 Dienstag, 7. September 1087 Rr. 210 3»-esnemALelteh ver Weg zur Freundschaft oder Die Rechhamchauung der 20. Jahrhunderts Dieser Tage hat der japanische Außenmini- ster, dessen Hnnior den Mussolinis noch uin einige Grade übertrifft und dessen Offenheit weit über die Hitlers geht(weshalb er noch ernster ge- nonnnen und seinen eindeutigen Taten noch we. Niger geglaubt wird als cs in den zwei anderen Fällen geschieht), die Vertreter der ausländischen Presse empfangen und ihnen erzählt, warum eigentlich Japan chinesische Städte einäschert, chinesische Frauen und Kinder zu Hunderten töten läßt und chinesische Provinzen besetzt. Die Pressevertreter, deren Beruf cS ist, ernsten Gesichtes die humorvollsten Dinge anzuhören, meldeten die Worte Hirotas diensteifrig weiter. Wie sehr seine Auffassung einem in unserer Zeit tief eingewurzelten neuen Rechtsgefühl entspricht, beweist eine zweite Meldung, die zu- fällig am g l e i ch c n T a g c in der g l c i ch e n Zeitung stand, ans der wir Hirotas Worte zitieren. ES ist wahrhaftig eine totalitäre Zeit. Das Größte und das Kleinste vollzieht sich nach dem gleichen Gesetz: Hirota: „Japans Ziel ist, von China eine drastische Besserung seiner Haltung gegenüber Japan zu erlangen. Seit vielen Jahren habe ich versucht, dieses Ziel auf diplomatischem Wege zu erreichen. Wir sind der Ansicht, daß in Nordchina genau so wie im ganzen übrigen China die Chinesen regieren sollen. Aber wir wollen, daß China von Staatsmännern regiert werde, die bereit sind, freundschaftliche Beziehungen mi t u ns zu unterhalten." Meldung aus Pilsen: In einem Gasthaus in Stecken hatte der Werkmeister Anton Drchal dem am selben Tisch sitzenden lfljährigen Eisenbahner Josef Divii ein Bierglas an den Kopf geschleudert, so daß dieser blutüberströmt zusammenbrach. Ohne das Bewußtsein erlangt zu haben, ist Divii gestorben. Drchal verteidigte sich damit, daß er von Divii, den er persönlich nicht kannte, beleidigt worden sei, da Divii sein Anbot, m itihman zu- stoßen, ab g e• lehnt'habe.• An den Folgen eines Berkehrsunfalles gestorben. Ms Samstag nachmittags eine 85 Jahre alte, in Karbitz wohnende Frau von einem Personenauto überholt wurde und sich nach der rechten Straßen« feite begeben wollte, wurde sie von einem anderen Personenwagen aus Teplitz erfaßt und zu Boden geworfen. Die Greisin erlitt Verletzungen am Kopf und Körper und blieb bewußtlos liegen. Die Schwerverletzte wurde niit dem Rettungsauto dem Auffigcr Krankenhaus zugeführt, wo sie in der Nacht zum Sonntag gestorben ist, Sonntag auf der Lantistraste. Im Laufe des Sonntag ereigneten sich auf den österreichischen Straßen eine ganze Reihe von Verkehrsnnfällen. Unweit von Linz fuhr ein reichsdeutsches Per- sonenautomobil mit einer durchschnittlichen Ge- fchwindigkeit von 100 Kilometer an einen Baum. Tvr Wagen wurde vollkommen zertrümmert und die Insassen, der Berliner Kaufmann Samuel Engclard getötet, seine Frau schwer verletzt. Englische Minister vom Urlaub zurückberufen Außenminister Eden und Sir RobertVansittart(rechts) beim Verlassen des englischen AußenamteS nach einer Besprechung über die.Lage im Mittelmeer. — Auf der Straße in der Nähe von Lang-EnzerS- dorf wurde die 25jährige Wienerin Grete S i e g» Müller von einem Motorrad zur Erde gestoßen und getötet. Zur selben Zeit'wurde auch der Wiener Radfahrer August S ch m i e d t von einem Lastkraftwagen überfahren und ebenfalls getötet. Außerdem ereigneten sich in der Umgebung von Wien noch einige schwere Automobilunfälle. Sechzehn Personen wurden mit erheblichen Verletzungen in die Spitäler eingeliefert.— Während einer Fahrt auf den Semmering stieß das Auto des Wiener Kaufmannes Wilhelm Scheniererbei der Gemeinde Gräfenberg gegen einen Baum und ging in Trümmer. Dem Kaufmann'wurde durch das Lenkrad der Brustkorb eingedrückt, so daß er auf der Stelle den Tod fand. Seine Gattin Atunr erlitt einen Bruch der Wirbelsäule und verschied nach der Einlieferung ins Krankenhaus. Das Unglück ereignete sich in dem Augenblick, als ein anderer Wiener Automobilist dem Kraftwagen Sche- nierers vorfuhr.’• Motorzug schleift ein Auto. Montag früh um 9 lihr stieß der Motorzug der Strecke^ Freistadt—Karwin an der Kreuzung der Bezirksstraße nach Freistadt mit dem Automobil des Berg- beämtcn Jan Ptäöck aus. Karwin zusammen. Dar ,Automobil wurde vom Zuge etwa 40. Meter, weit geschleift und dann vollkommen zertrümmert. Bon den Wagcninsassen wurde die aus Rtzchvald stam-' mendc Schwäger!» Ptäseks tödlich verletzt, während dieser selbst, seine Frau und seine Mutter mit leichteren Verletzungen dävonkamen. Die Ursache des Unglücks wird untersucht. Die Verletzten wurden ins Krankenhaus eingeliesert. Nach dem Beispiel Alfred NobelS hat' der schwedische Industrie;« Axel Wenner-Gren, wie gemeldet, einen großen Geldbetrag zur Förderung lvissenschaftlicher Forschungen und der Zusammenarbeit unter den nordischen Staaten gestiftet. Zei- tungsmcldungen zufolge soll eS sich um 20 bis 80 Millionen schwedischer Kronen handeln. Am Geldbetrag gemessen kann diese Stiftung mit dem Nobel-Preis verglichen werden, doch, erstreckt sich ihr Geltungsbereich nur. auf die nordischen. Staaten, hauptsächlich auf Schweden. Wenner-Gren hat hiezu folgendes Programm entworfen:»Unsere Zeit trägt Zeichen des Kampfes. Verschiedene Nassen, Böller und soziale Schichten kämpfen gegeneinander und sind imstande, all das zu zerstören, was in. den Zeiten des"Friedens geschaffen wurde. Unter diesen Umständen ist es notwendig, für den Schutz unseres. gemeinsamen Erbes gegen die zerstörenden Kräfte Sorge zu tragen. Diese Ansicht hat niich und meine Gattin zur Gründung einer Institution veranlaßt, durch die die wissenschaftlichen Forschungen insbesondere auf sozialem, wirtschaftlichem, naturwis« fcnschaftlichem und medizinischem Gebiet gefördert werden sollen. Wir wollen der sozialen Eintracht und Zusammenarbeit dienen, die wirtschaftliche Tätigkeit unterstützen, sowie auch gegen die Krankheiten kämpfen und durch Vertiefung und Entwicklung der medizinischen Wissenschaft' die. VolkS- gesundheit festigen."'. Muttermörder. In der Wachau-Gemeinde Gansbach tötete der 27jährige Landwirissohn Heinrich Beyer seine Mutter durch einige Hiebe mit der Hacke. Nach dem Morde schnitt'er sich in selbstmörderischer Absicht die' Schlagadern an der Hand durch, doch konnte er am Leben erhalten werden. ES wurde gegen: Ihn die» Anzeige beim Standgericht.erstattet.' Die Motive'der Tat sind unbekannt. , Schweizer Flieger abgestürzt. Bei AnSfuh- Hing bon'SchieMbungen im Kanton. Waadt, stürzte ein FliegerleutnaNl. Lber dem Neuenbur- gcr See tödlich,ab.— Sonntag nachmittags, fand in Vincennes ein großes Bolts-Flugfest statt, welches, vom Luftfahrtministcrium veranstaltet wurde. Bei der vormittägigen Landung'derFlüg- zcuge. die sich', an der Veranstaltung beteiligen sollten, ereignete sich.ein Unfall,- bei welchem der Sergeant Pagnini ans Dijon- getötet wurde. Bei der Landung stieb er gegenei;i Flugzeug, das vor Ihm landete und dadurch Staub auswirbclte, so daß Pagnini keine Sicht hafte. Seine Maschine ' überschlug sich bei der Landung und, der-Pilot wurde schwer verletzt in tzaS.Krankenhaus übergeführt, ivo er am Nachmittag den erlittenen.Verletzungen erlag.'-'.-'--.,. Schlagende Wetter.- In-einem'Kohlettberg- Iverk bei Pirin(Slldwestbulgarien) ereignete sich eine Schlagwetterkatastrophe, wobei-zwölf'Bergleute verschüttet Wurden. Bisher wurde die Leiche eines Bergmannes.geborgen.. Die RetiungSarbei« tcn schreiten rasch vorwärts.- Tschechoslowakei und Donauraum Aus der Tagung der Interparlamentarischen Union in Paris hielt Senator Dr. Heller eine Rede zum Thema„Regionalverträge". Er führte u. a. folgendes aus:- Die Tschechoslowakei hat in einem geivisien Sinne das Erbe der alten österreichisch-ungarischen Monarchie antreien müssen, politisch hauptsächlich in der Nationalitätenfrage, wirtschaftlich in einer sehr verschärften Form, deshalb, weil die frühere österreichische Industrie für einen Jn- landsmarkt von über 50 Millionen arbeiten konnte, lvährend der JnlandSmarkt der Tschechoslowakei nicht einmal 15 Millionen umfaßt. Die Lösung dieser politischen und wirtschaftlichen Probleme versucheii wir in der Tschechoslowakei selbstverständlich unter strengster Beobachtung der demokratische» Grundlage» unseres Staates. Politisch haben wir den Versuch einer friedlichen Annäherung der unfern Staat bewohnenden Rationen durch das Uebereinkommen vom 18. Feber 1037, welches zwischen den tfchechoslowa- kischen und den deutschen Regierungsparteien abgeschlossen wurde, gewacht. Das ist nur ein Ansä n g, aber ein Anfang, dessen hauptsächliche Bedeutung darin liegt, daß auf diesem demokratischen Weg der Verhandlungen zwischen den Vertretern der beiden größten Nationen, welche das Land bewohnen, der. Zustand vollständiger Gleichberechtigung nicht nur auf dem Papier, sondern auch in Wirklichfeit herbeigeführt werden soll. Diese nationale Frage ist naturgemäß zu -»inem guten Teil auch eine soziale Frag?, infp- weit als sie die Beschäftigung der Angehörigen der Minderheitsnationen bei öffentlichen Arbeiten, in öffentlichen Betrieben, Aemtern usw. umfaßt; sie ist vor allem auch eine psychologische Frage, weil ohne das Gefühl völliger Gleichberechtigung ein nationaler Friede in, einem. Staat kaum herbei- gesührt werden kann. Wir anerkennen dabef, insbesondere wir Deutschen tun das, daß diesen Rechten natürlich auch entsprechende Pflichten gegenüberstehen; diese Pflichten, bestehen-hauptsächlich in der absoluten und bedingungslosen Ergebenheit gegenüber dem Staat. Wirtschaftlich und sozial machen wir gleichfalls auf demokratischem Weg'den. Versuchs durch ständige Verhandlungen die Jnteressen'-der hauptsächlichsten Schichten der Bevölkerung-(Arbeiter, Bauern, aber auch-der Mittelstand) auf einen gleichen Nenner zu bringen, soweit dies im Rah-* men der bestehenden Wirtschaftsordnung-möglich ist. Das ist nicht immer sehr leicht', und es gehen einem solchen Ausgleich oft schwere-innere Kämpfe voraus.' Aber wir hoffen, daß' es uns auch in Zukunft gelingest' wird>. diesen Ausgleich'herbeizuführen,.' dabei ziehen wir, dieses'. System des demokratischen Ausgleichs der Auseinandersetzung der verschiedenen. Nationen.' auf der einen.: und der verschiedenen Schichten der Bevölkerung im Staate gyf der anderen Seite jedent Diktat vor; wir wollen-'unter.' allen Umständen auch- auf'diesem Gebiet das parlamentarischdemokratische. System.in. unserem Stäjtt läufrecht- er-halten, es den Erfordernissen der Zelt anpäffen. Mit diesen'Mitteln wollen-,wir die Mitarbeit-des gesamten Volkes am Leben des Staates, die Hebung der geistigen und moralischen Kultur unseres Volkes hcrbeiführen, während' wir der Meinung sind, daß dieses Ziel auf dem Wege des Diktats, auf deip Wege des'Kommandos, eines einzelnen nicht zu erreichen ist..... Wir stellen als sclbswerftändlich die Tatsache voran, daß das Werk, das hier-begonnen wird und seiner Verwirklichung-.zugeführt'.werdensoll/nicht zustgndekommen-kann gegen den-Widerspruch der übrigen,, besonders der-großen benachbarten. Staaten in Europa. Dieses System von.Präftrenßen für industrielle uiid' landwirtschaftliche.Erzeugnisse, das im Jnnyrn von sechs, Staatenvorge- sehey ist, kann- wie., wir glauben/, picht verwirklicht- werden gpgen'den Wid'erstaijd.der angrenzenden'großen'-Staate'»/','auch, der'-Übrigen Ärpß- mächte. Den Gedanken,-.auf Grund dieses Planes etjpa eine van denander» Laydcrn abgeschlossene Wirtschaft zu etablieren',-lehnen wir absolut ab, wie wir auch, jeden' Versuch ablehnen, chen. pinefi oder ändern Staat. Sog der Mitarbeit und- Mitwirkung auszuschlieb.cn.. Wir,wünschen/ durch.'die Verwirklichung-'d«S Planes nach und- nach zum Abbau aller hemmenden Bestimmimgen," namentlich der Devisenbestimmungen,- die- immer unerträglicher werden, zu gelangen) ebenso zum Abbau der Zoll-, üftd'Ha'ndelSerschw'erü'ngen... Dabei geben wir Uns-kelyen Übertriebenen'Mlüsionen-hiy;,.w'ir sehfti hie.Gefahren, die iissbefond'ere von der-politischen-Seifeher.,drphen,'sehrgüf, Wirtschaft, ilyd Politik-läW. sich--Nicht vollständig, srennen, /aber lölr glauben,, daß- Has G^bUde,'dessen Schaffung hier versucht wird, doch.die Voraussetzungen.dafür schafft- daß über alle,-politischen sSchwierigkeiten hinweg'ein ZtisfliWeyg'eh'en möglich'/sst.' Zwei Eisenbahnunglücke In Deutschland Düsseldorf. Sonntag vormittags um 8 Uhr entgleiste ein Pilgerzug, der voir Rommerskirchen nach Kevelaer fuhr, bei Neuß- Ein Wagen wurde zertrümmert, drei weitere wurden beschädigt. Soweit bisher' bekannt, sind 14 Tote und etwa dreißig Verletzte--Opfer des Unglücks geworden. Bon den Verletzten sind 18 schwer verletzt. - Sonntag morgens um 8.15 Uhr. entgleiste im Bahnhof Holzheim bei Reust ein Perfonenzüg. Die Lokomotive nnd vier Wagen stürzten um. Drei Wagen wurden zertrümmert. Bei dem Elsenbahnnngltick wurden 16 Personen getötet, 10 schwer nnd 25 leicht verletzt. Die Untersuchung über die UnglückSnrsache ist noch nicht abgeschlossen.(Man spricht, waS. den Pilgerzng betrifft, bereits von einem antikatholifchen A t t e n t a t.) Der„Sportsonntag". brachte diesmal in Oesterreich eine ganze Reihe von. schweren Unfällen. Neun Spieler wurden mit erheblichen Verletzungen, Hand- und Beinbrüchen,' in die Krankenhäuser Ubergeführt.. Blitzschläge. Einige Gebiete in Bulgarien wurden dieser Tage von heftigen und ausgiebigen Regengüssen und Gewittern heimgesucht, wobei durch Blitzschlag fünf Personen getötet wurden« Es handelt sich bei den getöteten Personen meist, nm Bauern und Hirten. In der Nähe der Stadt Jamboi schlug der Blitz in einem Bayern.ein, der auf einem Esel ritt. Der Reiter wurde vmn Blitz erschlagen, das Reittier blieb am Leben. Vergebens„gerettet". Bei Pkelouk warf sich der 52jährige Landwirt Jqsef Krblich in selbstmörderischer Absicht vor einem heranfahrenden Zug. Im. letzten Augenblick wurde er jedoch, von dem in der Nähe beschäftigten Arbeiter Charvät vom Geleise gezogen. Krblich, schenkte ihm für das Rettungswerk seine Taschenuhr. Nach kurzer Ueberlegunh stürzte sich Krblich- jedoch neuerlich vor einen Schnellzug, der ihn vollständig zermalmte. Darf man einen Hund leisten. Der Richter des Städtchens Karga in Indien sah sich vor kurzem vor einer sehr schwierigen Entscheidung gestellt: der Besitzer eines Hundes verlangte die Verurteilung seines Nachbarn, lveil dieser seinen Hund gebißen habe. Der Tatbestmld Ivar tatsächlich der, daß nicht der Hund den Mann, sondern der Mann den Hund gebissen habe. Als dieser ihn ansprang, ergriff er das Tier und zerbiß ihm den Hals. Nun gibt es kein Gesetz, das Körperverletzung an Tieren unter Strafe stellt. Da- aber umgekehrt der Richter, schon wegen der Verehrung,, die Tiere in Indien genießen, den Mann nicht.einfach freisprechen wollte, verurteilte er fhn : zur'Tragung aller Kosten, die dev Besitzer des Hundes bei der Heilung der Wunden feines Lieblings gehabt bat. Landstreicher ermordet«ine GreiSlerin. Der 80jährige Bettler Ernst Ledvina aus Wien, hat Sonntag'in Persenbeug die Gemischtwarenhändlerin Marie. Mayer überfallen und sie durch Axthiebe. schwer verletzt. Et versuchte dann, die Wohnung zu plündern, wurde aber darin von der Schwester der Uebersallenen gestört. Auch sie wollte der Landstrei-"' cher mit der Axt. Niederschlagen, doch gelang' es ihr zu flüchten. Der, Täter wurde, voll einigen Ortsbewohnern entwaffnet. Nur den großen Anstrengungen der Gendarmerie gelang ei, eine Lynchjustiz zu verhindern',.,, Der EiliSwalter Mörder gefunden? Bor einigen Tagen wurde in der steirischen Gemeinde EibiS« Wald durch einen unbekannten Täter der 88jährige Briefträger Alois Graber erschaffen und beraubt. Die Gendarmerie hat jetzt den 10jährigen Hilfsarbeiter Franz P a i n r verhaftet, der im. Verdächte steht, die Tat begangen zu haben. Der Verhaftete leugnet bis jetzt hartnäckig, doch haben erschwerende Umstände seine Auslieferung an das Standgericht möglich gemacht.. Die Wetterlage ist nunmehr günstig.' Im Be« reiche eines ausgedehnten DruckhochS über Mitteseuropa herrscht in unseren Gegenden wieder schönes Weiter-mit Nachmittagstemperaturen um 25 Grad Celsius. Nur in Karpathorußland traten noch.einzelne Gewitter auf. Tiefe Druckstörungen über, dem Nordteil des Ozeans werden zunächst keinen. Einfluß auf die Entwicklung der Witterung über dem Binnenlande erlangen. Wahrscheinljches Wetter Dienstag,, dey 7, Sepiember: Vorwiegend Hefter und tagsüber warm. In.den böhmischen Ländern-, etwas auffrischender. Südwestwind. WetterauSsichfen für Mittwoch: Andauer des schönen Wetters,. VomRiindlunk Empfehlenswerte! tue den Programmen, Mittwoch:;• Prag, Sender lr'10.05:-Deutsche Presse,' 10.15: Rundfunk, für deutsche Schulen, 1U05: Salonptche« ster, 12.10: Walzer auf' Schallplätten, 18.40: Deutscher Arbeitsmarkt, 14-40: Popul, Schällplattenkon- zert, 17.40: Klavierkonzert, 18.05': Deutsche Sendung: Dr. Mouchä: Neue Bücher, 18.20: Deutfche Arbeitersendung: Josef Hosbauer: Nation und Demokratie, 18,40: Sozialinformationen, 18l45: Deutsche Preffe, 10.20:.Wiener Walzer, 10.40: Konzert auS Kutienberg. 21.20: Dvokäk: Klavierquartett.—< Prag, Sendet II: 15: Schallplatte«, 15.15: Deutsche Sendung: KinderstU'nde 15.50: Deutsche Presse, — Brünn 12,85'; Rundfunkorchesterkonzert:- Grieg« Delibcs etc., 17.40: Deutsche Sendung:Au» Schuberts.' Zeiten,,- Runofnnkspiel, 18.15: Schallplattenkonzert.— Prestburg 14.15: Tanzmusik.. 10:85 i Militärkonzcct.— Kascha». 16.10:. Rundfunkorchi- sterkonzert.— Mährisch-Oftran 18.80: Blechmüsilh DicnStag, 7. September 1937 Sette 8 Rt.jgjO. : lMLoÄaipoiW Der Handel mit Rumänien liebet den tschechoslowakischen Handel mit Rumänien schreibt der„Welthandel" u. a.: Reben dem unaufhörlichen Steinen rumänischer Waren zu uns(1984 in 6 Monaten für 76, 1986 für 160 und 1037 für 188 Millionen Kronen) ist insbesondere das durchgreifende Ansteigen der tschechoslowakischen Ausfuhr nach Rumänien eine interessante Erscheinung. Selbst wenn wir den auf SiaatSlieferungen entfallenden Anteil in Abzug bringen/ ist unsere Ausfuhr seit Einführung der planmässigen Wirtschaft der Länder der Kleinen Entente wesentlich höher, was sich aus nachstehendem Vergleich ergibt! die tschechoslowakische Ausfuhr nach Rumänien betrugt im 1. Halbjahr 1084 108 Millionen Kronen, 1088 165, 1086 188 und 1037 288 Millionen Kronen. ■ Nach dem Warenaustauschplan zwischen der Tschechoslowakei und Rumänien, der. anfangs jedes Jahres in der Sitzung des Wirtschaftsrates der-KIeinen Entente festgesetzt wird, sollten Einfuhrbewilligungen für tschechoslowakische Waren für insgesamt 110 Millionen Kronen ausgefolgt werden, was bei einem Durchschnittskurs der ÄL von 8.60 Lei einen Betrag von 605 Millionen Lei ergibt. Tatsächlich hat aber das rumänische Handelsministerium in der Zeit vom 1. Jänner bis 30. Juni 1987 Einfuhrbetvilligungen für tschechoslowakische Waren für 667 Millionen Lei auSgesolgt, wovon auf Kompensationsausfuhr 48,6 Millionen Lei entfallen, so daß sich für die normale Einfuhr 618 Millionen Lei ergeben. Von diesem Betrag entfallen auf Industrie- und Handelsbetriebe 507, auf die Petroleumindustrie 80 und'auf die Staatsverwaltung 81 Millionen. Aus diesen Ziffern geht hervor, dah Rumänien seinen Verpflichtungen aus diesem Plan voll nachgekommen ist und dieselben sogar in bedeutendem Maße übertraft DaS rumänische Handelsministerium stellt zusammen mit der Nationalbank zu Anfang jedes Vierteljahres fest, wieviel für die Einfuhr aus den einzelnen Ländern verwendet werden darf. Die Festsetzung dieser Beträge erfolgt auf Grund der tatsächlichen Ausfuhr nach dem betreffenden Staat. im vorangegangenen Vierteljahr. Obwohl die Tschechoslowakei alle Kräfte für die Erhöhung der Einfuhr rumänischer Waren eingesetzt hat, erfolgte dies doch nicht entsprechend dem, rapiden Ansteigen ihrer Ausfuhr nach Rumänien. JnfossiMssgfl, be.txägj dj^MMsbMät. für die.Einfrchr.hscheWWvMkher Waren für has, dritte Quartal nur 170 Millionen Lei, von welchem^ Betrag 97 Millionen für die laufenden StliatSlieferungen und 48 Millionen für die Einfuhr nichtkontingentierter Wären(hauptsächlich Baumwollgarne) reserviert wurden, so daß für die übrigen, kontingentierten Waren im dritten Quartal nur 80 Millionen Lei verbleiben. Dieser Betrag ist absolut unzureichend und wird nach der Erklärung kompetenter Faktoren(auf Kosten des 4. Quartals) nicht erhöht. Die tschechoslowakische Expartindustrie muß daher mit der. Tatsache rechnen, daß im 8. Quartal 1987 nahezu überhaupt keine Bewilligungen für normale Einfuhren ausgestellt werden.. Diese Schwierigkeit wird zum Glück durch Kompensationseinfuhren wesentlich behoben. Der Wert dieser Kompensationseinfuhren wird auf 60 bis 70 Millionen Lei geschätzt. NordwestbShmlsche volkswirtschaftlicheVereinigung Die nach dem Muster ähnlicher Korporativem gegründete Nordwestböhmische volkswirtschaftliche Vereinigung(Regionalverband) mit dem Sitz in, Karlsbad hat ihre Tätigkeit ausgenommen. Ihr Zweck ist eS, die gesamte VolkS- wixischaft des Gebietes der Egerer Handelskammer(mit Ausnahme des Bezirkes Laun) und dessen, soziale. Entwicklung nach jeder, Richtung und Wit allen Mitteln zu fördern. 1 Steigender Glas-Export Die tschechoslowakische Glasausfuhr erreichte kn den ersten sechs Monaten d. I. einen Wert von rund'867 Millionen Kronen, was gegenllber dem ersten Halbjahr'1986 mit 288 Millionen Kronen «inen Zuwachs um etwas über 40 Prozent bedeu- tet. Am günstigsten abgeschnitten hat die. Ausfuhr von. Tafelglas und gepreßtem Glasfum Man erhält für■ KE .100 Reichsmark.... 698.— Marimünzen.•«>» 745— 100 österreichische Schilling.. 526.80 -100 rumänische Lei..... 16.85 '100 pyknische Zloty«.-» 514.50 109 ungarische Pengö..«- 546.— 100 Schweizer Franken.. 655.50' IM französische'Francs,.. 106.70 ,/ 1 englisches Pfund....-.. 141.37 , 1 amerikanischer Dollar.28.50 100,italienische Lire/.../ 132.40 .100-holländische Guldey. W77^. lYO Ingoslawische.Dinare... i 61.92 100 BelgaS-... 48S.50 IM. dänjsche.'Kronen..'' 633.— '100. schwedische Kronen.... 731.— 72,4 bziy» 6h.istrozenf). Die.Ausfuhr von Tafelglas überschritt'in jedem einzelnen Monate dieses JqhreS 12.5 Millionen, ein- Monatsdurchschnitt, der'in den.letzten Jähren nur sehr verein«-, zelt erreicht wurde. Im Gegensatz zu diesen Warengruppen bleiben die Ausfuhrzunahmen bet Hohlglas(24,4 Prozent), raffiniertem HohlgläS (26.2- Prozent) und Glasbijouterie(27 Prozent) in engeren Grenzest. Bei Hohlglas war erst- in den beiden letzten Monaten des ersten Halbjahres. eine regere Ausfuhrtätigkeit zu beobachtest.' WaS soll im-Herbst geschehe»? Mit dieser Frage befaßte sich Sonntag im ,,Pr. L." Milos Vanek im Zusammenhang mit dem letzten Arbeitslosenausweis, hei dessen Beurteilung er zu dem Schluß gelangt, daß an dem Rückgang um eine Viertelmilllon seit dem vergangenen Jahr ungefähr zu 40 Prozent die Mehrbeschäftigung infolge- des- gesteigerten-Exports, zu 60- Prozent- die durch.Staatsaufträge(Rüstungen.etc.), Bauförderung und andere Maßnahmen herbeigeführte Mehrbeschäftigung beteiligt sind. ES könne also nicht davon gesprochen werden, daß eS bei uns eine bloße Rüstungskonjunktur gibt. Es besteht also die Wahrscheinlichkeit, daß die Arbeitslosigkeit im Winter weniger stark anwachsen wird wie in de» Krisenjahren. Trotzdem wird sie Gegenstand der Sorge bleiben und eS haben diejenigen nicht recht, die erklären, daß die jetzige Konjunkturbesserung wirtschaftliche Eingriffe des Staates überflüssig machen. Der Kredit ist bei uns immer noch ballanmäßig teuer. Die Politik-der Nafionalbank und der privaten Banken erfordert immer nach eine Revision. Aktuell bleibt auch die Frage her restlichen Währungsprobleme.- Die Operationen auf dem freien Markt(zu welchen eben aus Initiative De Mans auch Belgien kommt) bleiben bei uns eine wichtige, aber nur halb gelöste Aufgabe,.Die Exportfragen, die Auflockerung und größere Elastizität des ganzen Außenhandelssnstems, ein liberaleres Regime In der Handelspolitik— diese Sachen bilden einen' weiteren Kompl>- aktueller Aufgaben. Äkeichzei- tig wird es eine Sorge der Regierung sein, daß die Kartelle nicht allen Rahm von der Konjunk- turbeffernng abschöpsen—• die Novellisierung des Kartellgesetzes.wartet schon länger als ein Jahr auf-dieVerwitklichuNg. i Prager Messe. Der EröffnungSfmnitagstand, wie erwartet, im Zeichen starken JnlnndSbesuches, tsiobei auch.die s u d e ten-demit schenGe« Ük e t e'eine hohe Quote stellten. Der Besuch aus der Slowakei war im Hinblick auf-die bevorstehenden jüdischen Feiertage schwächer. Der A u S- la n d s b e such der Messe, wenn auch weiterhin unter der Frühjahrsmesse bleibend, war am Messesonntag im Vergleich zum Vortage etivas belebt. Der Meffesonntag brachte einen Rückgang des Besuches. Der Geschäftsverkehr geht ist die Breite. Fachzweige, die früher auf der Prager Messe wenig für das Ausland gearbeitet haben, gewannen auch diesmal gute Exportaufträge. Namentlich gilt das für Branchen, in denen andere Länder infolge Rohstoffmangel nicht oder nicht rasch genug liefern können. Dies gilt besonders für Metallwaren, Lederwaren, etc. Dagegen ist daS Geschäft in den typischen Messeindustrien GlaS- und Porzellan schwächer als im Frühjahr und zum Teil auch als im Herbst 1986. Steuernachlässe für Häusereparaturen haben stch bewährt. Das Fürsorgeministerium führt eine Frageaktion bet den einzelnen Gemeinden durch, um die.Ergebnisse der Steuernachlässe zu ermitteln, die für Häuserreparaturen und Adaptionen gewährt wurden. Eine Reihe von Gemeinden hat sich bereits dahin ausgesprochen, daß sich die Gewährung dieser Nachlässe bewährte und einen günstigen Einfluß auf die Baubewegung ausübte. Zugleich schlagen einige Gemeinden vor, die Gewährung der Nachlässe um ein weiteres Jahr zu verlängern.(DND) Erfolg der tschechoslowakischen Automobile im Nahe» Osten. Die tschechoslowakische Auto- mobilindustrie ist bemüht, sich in der letzten Zeit die Märkte im Nahen Osten, namentlich in Palästina, Syrien und Aegypten, zu erobern. Die Skoda- und Tatra-Automobile hatten in der letzten Zeit schöne Erfolge auszuweisen und nunmehr wird auch der Export von Aeroautomobilen organisiert. Die tschechoflowakischen Automobile sind hauptsächlich wegen ihrer guten Qualität, l ihr schönes Aussehen und namentlich wegen dec I Sparsamkeit an Betriebsstoff sehr populär. Erklärung des* IGB zum Ueberfall Japans auf China Der Internationale MewerkschaftSbund erklärt; Der grösste und älteste Staat der Welt, der 400 Millionen Einwohner zählt«nd daran war, stch unter grossen Ovalen umzufornien«nd stch den Bedürfnissen der«ledernen Zeit anzupassen, ist von Japan überfallen worden. Die Entwicklung China« wird durch diesen imperialistischen Einfall unterbrochen. Chino wird mit eine« Krieg überzogen, der baö Land der Ausbeutung des japanischen Kapitalismus ausliefern soll. Der Internationale Gewerkschaftsbund hält es für seine Pflicht, in diesem Augenblick der grössten Bedrängnis dem chinesis ch en Bolk. seine SrüderlicheSympathie zum Ausdruck zu bringen«nd es der Solidarität der Arbeiterschaft der.ganzen Welt zu versichern. Er bringt— wie eS bereits der Nationale Arbeiterrat, die höchste Körperschaft dec britische» Arbeiterbewegung, In seiner Erklärung getan hat— den Neun-Mächte-Bertrag und den Bier-Mächte- Pakt von 192S in Erinnerung, in denen sich Japan verpflichtet hat, die Unabhängigkeit«nd die Integrität Chinas zu wahren. Er wendet sich darüber hinaus an alle Länder, die den B ö l k e r b« n d anerkennen oder ihm nahe stehen— wir haben damit vor allem die Bereinigten Staaten im Auge— mit der Aufforderung, aller daranzusetzen,«m dieser offenen KrlegShandlung Einhalt zu gebieten. DaS internationale Recht wird vergewaltigt«nd damit unmittelbar der Friede» der übrigen Welt bedroht. Bon feiten der friedliebenden Mächte muss in diesem Augenblick ein scharfes«nd entschiedenes Auftreten verlangt werden. Der Jntemationale Gewerkschaftsbund erhebt erneut seine Stimme«nd appelliert an daS Gewissen der Welt, indem er auf die grossen Gefahren hinweist, in die dir Welt gerät, wenn jetzt nicht eine eindeutige«nd energische Aktion auSgelöft wird, um den entfesselte« imperialistischen Mächten z» zeigen, dah die DemokratieMittel besitzt, die de» Angreifer in seine Schranke» zurückweisen. Alle Regierungen, die das internationale Recht anerkennen, haben die Pflicht, eine klare Haltung einzunehmen, um das internationale Recht zu verteidige«. Nur so werden sie imstande sei«, nicht nur die Unabhängigkeit Chinas zu wahren, sondem auch den Frieden der Welt zu retten. Berhaftungmin Cremona In Cremona kam es zu Massenverhaftungen durch die Ovra, die italienische Geheimpolizei. Unter den Verhafteten befinden sich der ehemalige sozialistische Abgeordnete Argentier i, die ehemaligen sozialistischen Stadträte Gandolfi und L o t t a sowie der ehemalige sozialistische Bürgermeister Botta. Festgenommen wurden aber auch zahlreiche Mitglieder der Faschistischen Partei, so der Advokat G e r o l d i und der Professor Masi, ein Freund Farinaccis, der der wirkliche Autor der„Geschichte der faschistischen' Revolution" sein soll, die Farinacci unter seinem eigenen Namen im„Regime Fascista" publizierte. AugenimSwischerei Das Kriegslied„Siegreich woll'n wir Frankreich schlagen" ist in Deutschland verboten. Rudolf Heß hat an alle Dienststellen der Partei ein Rundschreiben erlassen, welches das angeführte Verbot enthält. In diesem Rundschreiben heißt es u. a.i daß die Disziplin eines Volkes auch im Verhältnis zu anderen Völkern ihren Ausdruck findet und daß es notwendig-sei, alles zu verhüten, was den Eindruck erwecken könnte, daß Deutschland der Feind irgendeines fremden Volkes fei. Dies betrifft auch das Lied„Siegreich woll'n wir Frankreich schlagen", für das in einigen Formationen der nationalsozialistischen Partei ein neuer Text benützt wird, welcher Sowjetrutzland betrifft. Rudolf Heß erklärt in seinem Rundschreiben weiter, daß Deutschland auch kein Feind der Slawen sei, daß«S jedoch in unversöhnlicher Gegnerschaft zum Kommunismus stehe.„Wir müssen alles meiden, was die Friedensavbeit unseres FührerS stören kännte", so- schließt das Rundschreiben.—Ein Haßlieb wird verboten— hunderte bleiben.„Mein Kampf", eine'einzig'e Haßorgie gegen Europa,'bleibt. Der Raffenkuff bftibt, die KZ bleiben.und alle Mordgcsetze und Mord- praktiken. Wird die Welt sich. dumm machen lassen? Namen ist Schall und Rauch Aitf der Generalversammlung der österreichischen Touristen, die im Verein„Bergfreunde" zusammengeschloffen sind,-wurde ein Antrag auf Namensänderung angenommen. Die- Bergfreunde sind, bekanntlich die Nachfolger des im Feber 1984, aufgelöste» sozialdemokratische» Vereines„Naturfreunde"« geworden.' Von den rutzd 90.099- frUhereir Mitgliedern Ist jedoch in-den neuen Verein nur-eist geringer Teil eingetreten, so daß diese' Organisation heute nur.etwa 7000 Mitglieder besitzt Die Hauptversammlung BischofShofen hat beschossen, dem Verein neuerlich d e n'N ä m e»-'„N a t 8- r- W äu^zKn. Staatsbeamte auf der Anklagebank i. Sekretär des Obersten Rechnungskontrollamtes als sonderbarer Btfrsenberater Prag.—rb— Der„schwarze Dienstag" der Prager Börse ist noch in allgemeiner Erinnerung. Der an diesem Tage einsetzende Swrz der spekulativ in die.Höhe getriebenen.Aktienkurse, brachte, bekanntlich einer großen Zähl kleiner Aktienbesitzer schweren 'Schaden,itm sich schließlich selbst«als skrupelloser Spekulationsmanöver zu erweisen, denn die Kurse erhoffen sich sehr schnell wieder. Der Effekt dieses 20. April bestand lebten Endes darin, daß die in Aktien angelegten Groschen der ahnungslosen Keinen Spekulanten in die Kaffenschränken gewisser Börsenpirate» und ihrer Helfershelser wanderten, die aus den kopflosen Angstverkäufen fetten Gewinn schlugen. Die psychologische Wirkung de»„schwarzen Dienstag" war außerordentlich. So konnte nicht au»« bleiben, daß ein Inserat, das ungefähr einen Monat später in der„Närodnk Politika" erschien und in welchem„Börseninformationen" in Aussicht gestellt wurden, verschiedentlich Interessenten fand. Die Sache war in der Att aufgemacht, daß es den Anschein hatte, eS handle sich um eine Bereinigung von Akttenbesitzern, die sich zu einem „B ö r s e n r i n g"(bursovnk kroujjek), vereinigt hätten, um zu gemeinsamem Nutz und Frommen allerlei„Informationen" für dar Äürsenspiel auS- zu täuschen. Diese angebliche Jntereffenvereinigung stellte sich aber als das Unternehmen eines einzigen Mannes heraus, der dabei in einer Weise vorging, die die Polizei zum Einschreiten veranlaßte. Dieser Mann war der 41jährige.Sekretär der Obersten R e.ch n u n gr k o ntro l kamt er Jaroslav Balassy, der Montag vor dem Strafsenat des OEM Dr. Novotny erschien, und zwar unter Anklage nach 8 18 des Schutzgesetzes, nämlich wegen Lerbrettimg beunruhigender und unwahrer Nachrichten, di« geeignet waren, in wirtschaftlicher Hinsicht in der Oefftntlichkeit Unruh» hervor,«- rufen und das Ansehen de« Staate» z« bedrohen. Da die Verhandlung wegen Verhinderung der -Hauptzeugen vertagt werden mußte,.ist einstweilen bloß per äußerliche Sachverhalt, wie ihn die Anklage feststellt, bekannt, wogegen die Hintergründe di e s er d üster e n S a ch e 4b so l ut unklar bleiben. Al» auf La» erwähnte Inserat ein gewisser Herr Engelbert Pohl um nähere Informationen ersuchte, erhielt er eine anonyme Antwort, in welcher ihm auseinandergesetzt wurde, daß diese „zum Zweck gegenseitiger Informationen" gegründete Vereinigung grundsätzlich-nu r einen ano- nymenBerkehr zwischen ihren Mttgliedern zulasse, weshalb auchLerr Pohl angewiesen wurde, für seine Person ein Kennwort zu wähle». Alle Infor« mationen gingen ausschließlich über die. Teletzheimumn»er 734—61(sie war al»„vertrau- Ach" angemeldet«nd im TeAphemwrzeichni» nicht 'enthalt«). War schon.-diese Einleitung sonderbar,.so erst recht die Formationen, die Herr Pohl erhielt, al» er tgtsächlich, diese Nummer anrief. Der anonyme In« formator wußte mit düsteren Prophezeiungen aufzuwarten. Er verkündete dem Anfrager einen neuer- 4i ch'e n sch waren Kür»st u« z, insbesondere einer Reihe von Schwertndustrieaktten und riet zu schleunigstem Berkaus.., Herr Pohl war indessen skeptisch und ließ sich' ange-. legen sein,-den anonymen Unglückwropheten feftzu- I stellen, wobei-er al» Zeugen emen Bekannten beizog, > der die betreffende telephonische Unterredung mit einem zweiten Hörer verfolgte. Zunächst verweigerte ihm die Nummer 784—61, für die sich eine Frauenstimme meldete, jede Auskunft. Als er sich aber als guter Bekannter und Geschäftsfreund der rätselhaften Inhabers dieser„vertraulichen" Nummer vorstellte, erfuhr er doch, daß deren Inhaber im— Obersten Rechnungskontrollamt zu sprechen sei. So wurde die Identität des Sekretär» Ballasy festgestellt. Die Staatsanwaltschaft erhob die Anklage. da di^stitiwahttzst-RÜchtichtin^ über einem steuerlichen schweren--Kurssturz stnjentr' Zeit nach-dem„schwarzen Dienstag" besonder» geeignet gewesen seien, Beunruhigung Hervorzurusen und wirtschaftliche Schäden zu verursachen, wie auch bei der Verhandlung der als Sachverständiger geladene Obersek- tionSrat Dr. N o s e t aus dem Finanzministerium bestätigte. Die Hauptzeugen Pohl und Oskar Fried befinden sich derzeit außerhalb Prags, weshalb die Verhandlung vertagt werden mußte. Der Angeklagte verteidigte sich damit, daß er sich in finanzieller Bedrängnis befunden habe und sich deshalb mit Börsengeschäften befassen wollte. Die vorgespiegelte Vereinigung habe er deshalb vorgeschoben, um auf diese Weise selb st in den Besitz verwertbarer Informationen zu gelangen. Damit sind freilich die pessimistt» schen Prophezeiungen und die dringenden Aufforderungen zum Verkauf gewisser Aktien nicht erklärt. Ob in diesem Punkt eine Aufklärung zu erwarten ist, muß abgewartet werden. II. Schwere Unterschlagungen eines Zollsekretärs Am gleichen Tage stand vor einem andern Straffenat des Prager Kreisgerichtes der 81jährige Zollsekretär Karl E a p e k unter Anklage schwerer Veruntreuungen, wobei die Anklageschrift einen Schaden von 581,102 Kä geltend macht. Mitangeklagt war seine LMHrige Gattin Antonie wegen Borschübleiftung. Capek war drei Jahre beim Zollamt auf dem Masarylbahichof angestellt und vom 1. Juni 1986 bi» 80. März 1987 dem Zollamt in Graslitz zugeteilt. Er hatte die Zollbeträge zu kassieren und zu verbuchen. Bei seinen Malversationen ging, er in der Art vor, daß er die entfallenden Hosten zwar richtig mit Durchschrift einschrieb, dann aber die Originale nicht zur Verbuchung weiterleitete, sondern vernichtete, während er die Durchschriften mit einer fingierten Nummer versah und al»„bezahlt" mit roter Stampiglie abstemvelte. Die von den Parteien erlegten Beträge behielt er. Nach, der Anklage hat er auf diese Weise dt 48 Fülle« insgesamt 531.102 K£ deftaudiert. Nach seiner Verhaftung bekannte er sich nyr'zu der Veruntreuung von 40.000 ttö, später, gab er unter-dem Druck de» Bewei»material» weitere Be- ftäge zu, zuletzt»Und 280.990 ttö, also nicht, ganz dietHälsie de» Schaden», den die Anklage nach dem Gutachten der Sachverständigen errechnt. Die Ver- handlung, bei der 14 Zeugen einvernoynnen wurden, dauette bi» in die. späten Rachmittagsstunden. Als Motiv der Unterschlagungen erscheint nach Angabe der Anklageschrift der ausschweifende Lebenswandel de» Angeklagten. der mit seinen Dienstbezügen in keinem Verhältnis, stand. Da der Verdacht bestand, daß mit Rücksicht darauf auch, seine Gattin von den Verfehlungen de» Angeklagten gewußt habe, wurde sie wegen Vorschubleistung mit- angeklagt. Nach durchgeführter Verhandlung gelangte jedoch das-Gericht-(Vorsitzender OEM Dr. P a z-. d er skh) nicht zu der Ueberzeügung von der Schuld der Frau. Dagegen wurde Karl Tapek im Sinne der Anklage schuldig erkannt und zu d r p i e j nhalb I e'lt’t'it f tt PnKerk e verurteilt. «eite« Sozialdemokrat" Dienstag, 7. September 1937. Nr. 210 Gegenwart bleibt nur übrig, den Menschen zu feiern, der,■ nobler Charakter durch und durch, einer. der lebten großen Gentlemen der Sühne zu sein scheint: Die vorbildliche Haltung, mit der er unter so unwürdigen Auspizien" in da» achte Lcbcnsjahrzehnt schreitet/ ehrt" ihn mehr all er Worte vermöchten. Am„Prager Tagblatt" wird, wie wir hören, Dr, M a x B r o d nicht mehr über die Oper, sondern nur noch über da» Schauspiel schreiben.■ Spielplan de» Neuen Deutschen Theater». Dienstag lb 8: Carmen, neuinszeniert, AI.— Mittwoch halb 8: Der Außenseiter, Uraufführung, B 2.— Donnerstag halb 8: Fiesko, einmalige» Gastspiel Ernst Deutsch. CS.— Freitag: Der Außenseiter (D).— Samstag: Die Czardasfürstin(S 1). Spielplan der Kleinen Bühne. Dienstag 8: Nina, volkstümliche Vorstellung.— Mittwoch 8 Uhr: Ein Kuß und sonst gar nichts, vollstümliche Vorstellung.— Donnerstag 8 Uhr: Bei Kerzenlicht. Erstaufführung.— Samstag:„Raus ch". Der Mm- Marinella. Die Mode der Tenorfilme, die man schon endgültig überwunden glaubte, spukt noch immer/ und sie scheint sich nicht einmal zu ändern: auch in diesem französischen Sängersilm handelt eS sich darum, daß der junge Mann mit der großen Stimnie plöplich entdeckt und berühmt wird und außerdem auch noch sein Glück mit einer Dame macht, die hier übrigen» auch eine plötzlich entdeckte Sängerin ist und— um da» happy end hinauSzuschieben — maskiert anftretcn muß, damit der Tenor nicht gleich weiß, daß er sich in eine Kollegin verliebt hat. Ta» ganze spielt sich zum Teil im Radio, zum größere» Teil in einem Montmartre-Kabarett ab, und daß e» dort recht pariserisch zngeht. ist der eigentliche Reiz de» Film», zu dem Tino Rossi seine Ihrische Stimme beisteiiert, die für allerhand Schlagerliedchen Verwendung findet.. ♦ Messestände von allgemeinem Interesse i.... i.. . Gatschutz-Messe im Unken Flügel de» alten Jnduftriepalaste» im Baumgarten. Von weitem "hört man die Sirenen, der einzige Gegenstand der Messe,, der ohneweitere». von der Jugend, und.dem Volk bearbeitet werden darf. Sie hat er mit man- chen Märtyrern gemeinsam, daß sie gerade dann am Lautesten brüllt, wenn man sie endlich gehen läßt. An den Wänden Jlnprovisationcn eines Gasangriff», daneben Wachspupen‘ in passender Kleidung und Tätigkest; die Einrichtung eine» HilfKplatzc»; die verschiedenen MaSkcnmodelle für Mensch und Tier. Ja, da» gibt es auch: Masken für Pferde und Hunde. Sie sind außerordentlich sinnreich konstruiert; man hat nur Bedenken, ob sie sänge leben,werden, fall» ein Hund, seiner angeborenen Natur'nach/ an alle Bäume und Prellsteine damit stößt. Ein wahre». Wunder ist aber der Gasschutz des Kleinkindes. Natürlich ist e» unmöglich, ihm eine normale Marke anzuschnallcn, es würde sich zu Tode schreien. Also ist da» ganze Bett unter einem gasdichten, am Kopf mit Glaswand versehenen Gasschleier umgeben. In diesem Sinne gibt es auch gassichere Kinderwagen mit automatischer Frischluftver- sorgung, die durch eine Säugpumpe besorgt wird, in Tätigkeit gesetzt durch da» einfache Fahren des Wagen». II. Mexikanische und bulgarische Ausstellung im Mittelteil der Jndustricpalast». Mexiko ist das Land, dar einem Literaten besonders liegt, denn dort kommt bekanntlich der Asphalt her, den man doch braucht wie das tägliche Brot. Außerdem die billigste Baumwolle(die jetzt Deutschland zu monopolisieren trachtet), Tabak, eine Anzahl Tcxtilrohstoffe; und der Hauptteil der Ausstellung: die eigenartige Volkskunst, Teppiche, Schnitzereien, Schnitzreliefs. Alles in den erfrischend ungebrochenen Farben, die Europas Kunst seit den Tagen Giottor verloren und durch die Expressionisten nicht wiedergewonnen hat. Immer wieder das alte Wappen: der Adler mit der Schlange; breite Flä- chcnbehandlung in der Ornamentik. In der Kleinplastik' wahre Kabinettstücke kauernd schlafender Pfcrdehirtcn, deren. Kopf und Gesicht auf den hochgezogenen Knien liegt, verschluckt vom Sombrero, der die Größe eines mittleren Regenschirms erreicht. Jur Probe hängt ein richtiger, an der Wand. Er ist freilich kleiner, al» sich, der Holzplastiker die künstlerische Freiheit zur Uäbertreibung nimmt. Die bulgarische Ausstellung nebenan be- tönt vor allem die Bedeutung Bulgariens als Getreide- und Tabakland..Die wenig bekannte Tatsache, daß der bulgarische Tabak wertvoller, weil nikotinärmer als der. türkische und griechische ist, dafür reicher an werwollen Aromastoffen, wird eingeprägt; und daß der Tabak für Bulgarien fast die Hälfte seiner gesamten Ausfuhr bestreitet. In Glaskästen wird übersichtlich die ungeheuere Ergiebigkeit bulgarischer Getrcideähren gezeigt; fast eine ganze Handfläche bedecken die Körner einer einzigen Aehre. .In der anschließenden AuSstcllungSabteilnng, »Dar moderne Büro", fallen besonders die kleine» Reiseschreibmaschinen als technisch vollendet auf.. HI. Im übrigen ergeht eS uns vielfach, wie Sancho Pansa, der in» Schloß kommt: er wird von aller Welt bedient, mit Kostproben; leider nur in zumeist homöopathischen Dose».(»Alles Gute ist leicht", sagt schon Nietzsche.)'Wenn einem aber schließlich auch unter geheimnisvollen Zeremonien, al» handle c» sich nm Chiromantie, die Hände(ebenfalls nur sehr teilweise) mit einem komvlizierien Blechapparat gereinigt werden sollen, so flicht man eilig bei der Ueber- lcgung, daß die gleiche Ehre mit dem gleichen Apparat vermutlich jedermann widerfährt. - IV. Ein besonder» sozial interessierender Teil der Ausstellung ist die Abteilung»Nn fall Verhütung"(rechter Flügel de» alten Jndustrie- palaste»). Der Unfall wird in allen Stadien durch Bilder gezeigt; der Unfall aus Ermüdung wie der au» Disziblinlosigkeit. Dann liegt al» corpus delicti das Endprodukt auf dem Tisch: die zertricbene Röhr«, der in tausend Streifen zersträhnte Kabel. Weite Wandflächen der Allgemeinen Krankenkaffe geben eine gute statistische Uebersicht.. V. Ein Rnhcpunkt: die 8 a r t en bau m esse. Wundervolles Edelobst, Musterbeete, Kunstleistungen auf dem Gebiet der Gruppierung von Kleinfelsen und Zwergbäumen, eine kleine temperierte Wildnis. Prachtvoll überzüchtete Orchideen, Kakteen; doch keine Museumsstück«, immer wirb an den wirklichen Hau»- i gebrauch des Käufer» gedacht. In der Nadelholzgruppe fällt ein fast weißgrün, wie Blattgehölz. im I Frühjahr leuchtender Baum auf. Seifenmagazin verbrannt:«in Verletzter. Gestern nacht» gegen 2 Uhr brach au» bisher ungeklärter Ursache im hölzernen Lagerraum der Seifenfirma Jakob Kadlec& Sohn in Lieben ein Brand au», der ba» ganze Magazin mit Inhalt— e» befand sich außer einer größeren Menge Rohstoffe zur Seifen- bereitmig^ngch ein> leerer Lastkraftwagendarin. trotz der-Bemühungen der Feuerwehr völlig vernichtete, Der' Arbeiter Jan Toufal, der sich an den Löscharbeiten beteiligte, erlitt Verbrennungen am rechten Ann und würbe ins Allgemeine Krankenhaus gebracht/ Der Schade steht noch nicht fest. - Wieder«in Betrüger an Arbeitslosen. Rach dem kürzlich gemeldeten Fall wurde gestern wieder ein Mann festgenommen, der eine Reihe Arbeitsloser geschädigt hatte, indem er sich für einen Angestellten bcr städtischen Elektrizitätswerke ausgab und ihn«: unter dem Vorwand, eine Stelle oder wenigstens einen Ausweis zwecks Ermäßigung der Straßenbahn« fghrprcise zu verschaffen, Geld herauslockte. Im ganzen erschwindelte er auf diese Art 8008 Ak. Auch pflegte er Radioapparate, Füllfedern u. dgl. unter dem Vorwand herauszulocken, daß er sie vorteilhaft verkaufen könne. ES handelt sich um den 40jähri- gcn mehrfach vorbestrasten wohnungslosen Jaroslav Mächa, der aus Prag für immer auSgcwiesen ist. Er ist geständig und wurde nach Pankrah gebracht. Vom eigenen Fuhrwerk getötet. Gestern mittags wurde der 28jährige Kutscher Franz Jaros, auf einem Gut bei Pruhonitz angcstellt, in tödlich verletztem Zustand auf die Klinik Jiräsck gebracht. Auf der Landstraße waren die beiden Pferde seine» Fuhrwerks plötzlich scheu geworden, so daß Jaros vom Bocke, stürzte unb das schwer« Fuhrwerk ihm über den Bauch suhr. Er erlitt, wie gesagt, tödliche innere Verletzungen, u. a.«inen Beckenbruch. Siebenjähriger Junge überfahren. In der Tke- bisskygasse in Koschirsch lief gestern vormittags dem Wagen P 40.81)7 des Chauffeurs Wenzel I e d- I.i'ika der siebenjährige Schüler Jaroslav Krov ans'Koschirlch in den Weg, wurde zu Boden geworfen und erlitt eine Gehirnerschütterung sowie zahlreiche Fleischvcrletzungen,. Die RcttungSgesellschaft brächte ihn ins tschechische Kinderspitäl.. ■ Tie Erziehungsberatungsstelle der Deutschen Pestalozzigesellschaft berät wieder jeden Dienstag von 4 bis 6 Uhr in der deutschen evangelischen Volksschule, Prag II., V. Jircharich 18. rum Vortrag des Genossen Dr. Bienstock: Sturm Uber Ostaslen Wie wir hören, hat Genosse Dr. Bienstock vor kurzem ein Buch über die Verhältnisse im F«r«en Osten in englischer Sprache veröffentlicht, welche» wegen ter. genauen Kenntnis brr Materie«nd der Schlußfolgerungen in der gesamte» angelsächsischen Welt größtes Aufsehen erregt hat. Der Vortrag de» Genossen Dr. Bienstock wird zweifellos außerordentlich interessant«nd aufschlußreich sein.(Mittwoch, den 8. September, großer Saal des Handwerkervereins, 20 Uhr.) Kunst und Mssen Albert Bassermann 70 3ahre Vor kurzer Zeit gastierte Albert Bassermqistt mit feinem eigenen Ensemble'j» fast allen grjjßkren Städten der' deutschen Sprachgebietes außerhalb der Reichsgrenzen— so auch in Prag— und spielte Lessings„Nathgn", Neben der. Wahl des Stückesiel auf, daß seinem Ensemble viele Künstler angehörten, denen innerhalb des Reiches di«'Wirkungsmöglichkeit genommen worden war. Unter ihnen Else Bassermann, seine Frau, seit rund 80 Jahren ihm verbunden: Er hatte sie als die Lulu der Urauf- führung von Wedekinds„Büchse der Pandora" ken- nengelernt, sie hieß damals.Else Schiff und stammte aus einer Leipziger jüdischen Familie. Als Hitler zur Macht gekommen war, zog sich Bassermann von der reichsdeutschen Bühne zurück. Als man den Versuch machte, ihn zum Auftreten zu bewegen, machte er zur Bedingung, daß auch seine Frau wieder auftreten könne. Als man das ihrer Abstammung wegen ablehnte, schrieb Bassermann einen offenen Brief, in dem er in würdigen, aber deutlichen Worten seine Meinung über das Dritte Reich sagte. Er hat dann demonstrativ de» Jffaliidring, der stets bem größten' lebende» Schausbieler Deutschlands anvertrant war. und den er daher trüg,, seinen: damals eben verstorbenen Kollegen Moissi, hem bekannten jüdischen Schauspieler, aufs Grab gelegt,— sinnbildliche Geste die wohl zu. weit ging.. Nun, an der Schwelle des Greiscnalter», tu! er durch sein Wirken das Seine dazu, die Leiden zu mildern,' die dar barbarische Regime Uber viele Bc-. rufSkollegen gebracht hat, und die Gesinnung zu be-' kämpfen, die es über die zivilisierte Welt verbreiten; möchte. Er spielt das. klassische deutsche Drama der! Toleranz... Albert Bassermann, geboren am 7. September 1887 in Mannheim— also heut« siebzig Jahre alt — Nesse de» Intendanten und Schauspielregiffeurs August Bassermann, wurde Ende der neunziger, Jahre al» der bedeutende Menschengestalter bekannt,' al» der er in die Geschichte der deutschen Schauspiel» kunst eingehen wird.. In ihm demonstrierte sich sehr, früh da» Bild einer intelligenten Persönlichkeit auf, der Bühne, hier war ein Mann, der au» einem großen Können und zugleich au» einer eigentümlichen Kraft heraus den Dichter nachschaffend gestaltete. Zwecklos, ihn und seine Kunst'einschachteln' zu wollen unter die markigängigen Begriffe wie; Naturalismus und Expressionismus: Gewiß Ist/ daß. mit ihm und seinen Darstellungen besonders der, großen-klassischen Figuren ein. neuer Grad von; Echtheit de». Spieler erreicht, wurde, und doch nie«, malz der starke Ausdruck, einer ganz und, gar eigen-, geformten Persönlichkeit übersehbar wär.."Basser-, mann eroberte sich um die Jahrhundertwende die großen Berliner Bühnens und. ist dergrößte Schau«, spieler der Gegenwart geworden. Ob er-den Othello' gibt oder den Striefe, den Egmont oderden Mephisto,— er hat alle.großen Rollen de» dramatischen. Theaters mit. seinem 1 eigenen Leben- erfüllt, sein scharfer Profil Und seine elementare/' ganz jy-der Rolle sich auflösende Kraft setztensich. überall sieg-; .reich dUrch:. v■'■• 1 Dieser Schauspieler Albert Bassermann ist durch stine Leistung tausendfach geehrt worden. Der Leichtathletik des Prager DTJ-Krelses Kejzlar-Memorlal Im Masaryk-Stadlon Die leichtathletischen Wettkämpfe der Prager DTJ-Kreisc» um das Kejzlar-Memorial wurden am Sonntag au» Anlaß seiner elften Wiederkehr dieses Wettbewerbes im Prager Masaryk-Stadion unter reger Teilnahme durchgeführt. Die Sportler absolvierten einen Zehnkampf sowie«inen Straßenlauf über 10 Kilometer und die Jugendsportler einen Fünfkampf welch letzterer 88 Wettkämpfer aufwies. Den Zehnkanwf. der Sportler getvann Goth(DTJ Vysoöann) mit 4884 Punkten vor Cerny(Pilsen) 4878 und Stlvukal(Blansko, Mähren) 4299 Punkten. Den Straßenlaus«Mann Koliu.iDTJ Zijkov) in 88:88 Min. bor seinen VcreinSgcnöffen Pijalck in 87:48.8 und Kupec(B.-Brod) in 87:48.8.Min. Im Fünfkampf der Jugendsportler blieb der Pilsener Juzl mit 2489 Punkten siegreich vor Pösuicker(Prag I n. V); ferner: 8. Pokorny(B.-Brod). 238», 4. Rek (Blansko, Mähren) 2287 Punkte. Auf und Ab in der Liga Diese Ligarunde, die vierte, war insofern interessant, als Sparta in Preßburg nur mit Glück einen Punkt retten konnte, obwohl der C S K keine außergewöhnliche Leistung bot bis auf seine Schnelligkeit,. Spartas Tor fiel erst in den letzten Spielminuten. Aller Ruhm ist vergänglich, das mußte der SK Schl es/-Ost rau auf eigenem Platz erfahren, denn SKKladno errang einen eindrucksvollen Sieg. Die Ostrauer hatten ihr Team„verstärkt"—' ohne Erfolg. In B r ü.n n besiegte 81- d e n i c e ganz überlegen den S K P r o ß n utz', dessen Angriff sowie der Tormann' vollkommen' versagten. Ihren ersten Sieg errang die S la via, indem sie zu Hause den S K N a ch o d schlug: doch nur dank der Fähigkeiten Bieans(ehemals Wien), der auch alle Tore schoß.. Da» Pilsener Derby endete mit einem knappen Sieg de» SK. E» war ein recht stürmisches Spiel, in welchem beide Parteien je eine Halbzeit für sich buchen konnten.. Ein Bis« ioria-Spielec wurde ausgeschlossen. S K PiürdU- bitz konnte auf eigenem Platze einen Punkt gegen ViktoriaZijlkov rette».>, Die Ergebnisse: Sparta gegen CSK Preßburg 1:1(0:1), Äiktoria ZiZkov gegen SK Pardubitz 1:1 (1:0), SK Kladno gegen SK Schles.-Oftran 8:0 (1:0), Zidenice gegen SK Proßnitz 8:0'(8:0), SK Pilsen gegeN'Viktorlg'Pilsen 8:2(8:0), Slavia gegen SK Nachod 4:1(2:0). DFV-Divisiön. mal ruhiger DFC Prag ohne„Tradition“ Das erste Spiel, da»•bet Prager DFC daheim absolvierte, läßt vieles offen,, wa» man von einer Els-von solcher Klubtradition verlangen könnte. Sein diesmaliger Gegner, der DSB Trau- tenau, War im allgemeinen kein großer Könner und besitzt keine Routine, nur Schnelligkeit und Aufopferung.''Das Erfreulichste an' dem ganzen Spiel war noch,'daß«», bi» auf einige'Fouls.eiiizelner DM-Spieler(Kreuz und Swy) nach der Pause, Immerhin fair verlief. Wie aber der DFC da» Spiet beherrschte und dann noch'von'Glück reden'konnte, daß ihm beide Punkte blieben, das alle» zubcschrei« ben, ersparen wir un». Die.Ueberlegenheit der. Prager ging'so'weit, daß sie lyik dazu beitrug, daß die Riesengebirgler zu einem weiteren und unver« dienten Achtungserfolg kamen,' und das spricht genug gegen die Qualitäten der heutigen DFC-Männschaft. Der Schiedsrichter war nicht einer:der Besten, aber e» ist auch nicht sein Verdienst/ daß keine' gröbere:: Bierstöße-zu-ahnden waren, Daß'er u,«.'für ein Foul ü» DFT-Strafräum statt Elfer nur Aufwurf gab, zeugt nicht.für.seine.Qualität. Weiter'fühlte sich ein Linienrichter bemüßigt, die Vorteilsregel für den DFC soweit auszudehnen, daß er streckenweise» Autspiel gar nicht anzeigte, wenn sich der DFC in Tornähe des Gegners befand. Objektivität muß da wohl der Klubtreue vorängestcllt werden. DFC siegte 8:2(8:0).— Die übrigen Spielergebnisse: Karlsbader FK gegen DSK Kablonz 7:1(8:1), DFK Komotau gegen SpBg Bodenbach 1:8(1:2), VfB Teplitz gegen DSV Saaz 8:2(0:0), ein Saazer wegen Gewalttätigkeit ausgeschlossen.— Mähren- Schlesien: DSV Brün» gegen DFC Jglau 2:1 (2:1), SK M.-Schönb«rg gegen CDT Krawarn 4:1 (4:0), SM Jägerndorf gegen DSV Witkowitz 4:2 (0:1). DSK Teichen gegen DSV Oderberg.2:0 (2:0). Au» de» tschechische» Divisionen. Mittel- böchmen: SK Libcsi gegen AFK Kalin 8:0, SK Kralup gegen Cechie Karlin 2:2(1:2), Slavoj VIII gegen Viktoria Russe 2:2(1:0), Union ZiZkov gegen Meteor VIII 4:1, Hvizda KoSil gegen SK Nuss« 8:2, Altbunzlau gegen Nuselsky SK 8:2, Bohemianv gegen Sparta Kosik 8:2.— Böhmen-Land: Ostgruppe: Jungbumssauer SK gegen Explosia Sem« tin 2:1, Potaban Nimburg gegen Königinhof 7:2, ÄFK Pardiwitz, gegen Rotkosteletz 8:0, AFK Chru- dim gegen Aston Billa Jungbunzlau 2:2(0:1), Kö- niggräh gegen Tkcbechowitz 8:0; Nordgruppe: SK Kopisty gegen Hokovice 1:0, Hviizda Turn gegen CSK B.-Budwel» 0:8, CSK Äilin gegen Stadion B.-Budwei» 2:8, Slavia Karlsbad gegen Cesky Lev Beraun 8:2, Doudlevce gegen Petrin 1:0.— Mähren-Schlesien: Bata Zlin gegen Prerau 8:1, Polonia Kartvin gegen CSK Olmüh 2:1, Han. Slavia gegen Moravia Brünn 9:2, Rolny-Proßnitz gegen Krai. Pole 6:0, Zabovkesky gegen Slovan M.- Ostrau 2:0. Handgreifliche„Volksgemeinschaft" im Wildwestgau. In N e u d e k fand am Sonntag ein Spiel des bürgerlichen Ortsvereine» mit der Karlsbader Sparta statt. Da die Neudeker verloren, waren die Zuschauer der»Meinung", daß daran nicht da» Versagen der Spieler, sondern der Schiedsrichter (aus Eger) schuld.sei. So wurde denn nach dem Spiel, der PfeifenmanN trotz Polizei« und Ordnerschutz verprügelt und mußte sogar mittel Auto» iw seiner Dreß■ nach der eine Stunde entfernten Bahnstation Äibacht-Bierbach flüchten, wohin dann auch seine Kleider nachgeholt wurden. Sonstige Fußballergebniff«: Teplitz: TJK gegen Sportbrüder Schreckenstein 8:0, Wendpokal.— Gablonz: DFV-Nordgau gegen Gau. Schlesien (Drittes Reich) 1:0(1:0).— Brüx: Sportbrüder gegen DFC Görkau 8:1.— Sobort en: SK gegen Schwalbe Brüx 8:4.— Budapest: Hun» garia gegen Szürkeiaxi 7:0, Ferencvaros gegen Kispest 4:8, Ujpest gegen Budafok 8:0.— Wien: Austria gegen Ädmira 8:1, Sportklub gegen Rapid 2:1.— Helftngfor»: Norwegen gegen Finnland 2:0(1:0). Der Leichtathletik-Wettkampf England gegen Finnland, welcher erstmal» in.Helsingfors auSgetra- gen wurde, endete mit dem Siege der Finnen von 92:87 Punkten. Die bemerkenswerteste Leistung Ivar der Specrwurf des Finnen Matti Järvinen mit 78.47 Meter. Die tschechoslowakische Fünflampfmeisterschaft Würde in Preßburg zum Autrag gebracht und von Zikmund(BS Brünn) mit 2878 Punkten gewonnen. Einzelergebnisse: 200 Meter: 28.8.Sek., 1800 Meter: 6:11 Min., Speer: 48.42 Meter, Diskus: 88.71 Meter, Weitsprung: 8.12 Meter. Die Europameisterschaft im Flachbahnrennen der Motorradfahrer, welche am Sonntag im Turnstadion am Strahow erstmal» auSgctragen. wurde, endete mit dem überlegenen Siege des Oesterreichers Schneetveiß, welcher beide Endläufe(6X814 Meter) in 2:09 bzw. 2:08.8 Hin. gewann. In der. Ge- sa'mtwertung siegte Schneeweiß(Oesterreich) mit 10 vor Stevenson(England, Jap) 8, Atkinson(England, Jqp) 6, Stanislav(Tschechoslowakei, Jawa) l 4 und Lucäk(Tsch., Ogar) 2 Punkte.. Bon de» gemeldeten Bertretern von zwölf Liationen starteten zehn. 80.000 Zuschauer verfolgten sehr gespannt die eiuzelucn Rennen und waren' enttäuscht, daß Juha»'(Tsch.) bzw. seine Maschine versagt«..' Jüdischer Sportler darf in Streicher» Reich" nicht starten. Wie erst jetzt bekannt wird, hat der Wiener jüdische Sportklub beim österreichischen Leichtathletikverband dagegen Protest eingelegt, daß sein Mitglied Kaiser be! dem vor zwei Wochen in Nü rn- b e rg auSgetragencn Leichtathletikwettkampf Oesterreich—Deuischland trotz Anwesenheit nicht' starten durfte. Der Grund liegt darin, daß die österreichischen Sportler(allerdings ohne den Juden Kaiser) vom Gauleiter Streicher bei einem Empfang mit einem Bottrag über Rassenfrage und Raffenschande »beehrt" wurden und daraufhin belegte der österreichisch« Sportwart Dr. Pichler den Hakoah-Sportler Kaiser mit Startverbot.— Weigern sich bei den Bürgerlichen jüdische Sportler, Im Dritten Reich zu stör-- ten, werden sie gesperrt, stellen sich sich aber trotz allen'Hemmungen zur Beifügung, werden sie auch kaltgestellt... Vkttutenachrichten Der Atus turnt FIUG ab Montag, den 6. September, wieder regelmäßig in der Turnhalle, Prag ll„ Stipänskä 20(Realgymnasium),, und zwar: Fronen-(Mädchen-) turnen: Montag und Donnerstag von halb 8 bi» 9 Uhr abend».. Männerturnenr Dienstag und Freitag von halb 8 bi» 9 Uhr abeiid». ' Gesundheitsturnen für Frauen: Mittwoch von halb 8 bi» 9 Uhr abends, Nur Rhythmik mit Klavierbegleitung..'' i Kinder-(Schüler-) turnen: Mittwoch von halb 5' bi» 8 Uhr abends. ■ Reuanmeldungen werden.!» den Turnstunde»' entgegengenommen.',., /. BezugSbedi n g u n gen: Bei Zustellung in» Hau» oder btt Bezug durch die Post monatlich Ki 18.—, vierteljährlich KJ 48.—, halbjährig Ki 96.— ganzjährig K■ 192.—.— Inserate werde» laut> Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.- Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Rctpurniarken.,— Di« Zeitungsfrankatur, wurde von der Post-, und Tele-' graphendirektion mit Erlaß Nr/ 13.800/VII/198V bewilligt.(Kontrollvostamt Praha 25.— Druckerei:.Orbit", Druck-, Perlag»- und..Zeitungi-A.-G..Prag/