Sozialdemokrat Aeutralorga« der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Anonahme de» Montag tSglich früh/ Eingelprei» 70-oller Redattionund Verwaltung: Prag XU., Fochova 62- Telephon 58077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Aus dem Inhalt: Masaryks Befinden zufriedenstellend Schwere Wahlniederlage der Henleingewerksdiaft Frankreich gegen Nürnberg Der Mord In der Schweiz 17 Jahrgang Donnerstag,«. September 1937 Nr. 212 mJJJJii MlÄve Kosttcrad werden, das stehen werden.. »I li lischen Regierung bereit, an der Konferenz teil» znnehme»..'■■■■-'.•’ t,•• !. In Anbetracht dessen, dast auf dieser Konferenz nur Mächte vertreten sem werden, die Utt< mittelbar mit dem Mittelmeerbassin verbunden sind, bittet die Regierung der USSR dir eng» lisch«'«nd die französische Regierung alb dir Initiatoren der Mitteln>e«konfrrrnz, dir Gründe bekanntzngeben, kraft welcher zu dieser Konferenz auch Deutschland ringrlahrn wurde, das ja bekanntlich nicht zu den Mittel,prrrmächten gehört. .Gleichzeitig erachtet.es die Regierung der USSR sür notwendig, das, zur Teilnahme an der Konferenz schon heute auch die Regierung der spanische n R e p uh I i-f«ingeladen werde, denn Spanien ist rin« Wittelmerrmacht, und. dies um so mehr, da dtr.Jntereffen der spanischen Republik besonders ernst durch die Aggressivhandlungen der Piraten-Kriegsschiffe verletztwnsdessL und die nicht auf die Tagesordnung der Nyoned' Konferenz, gehöre, Sowjeckfußland,, die Türlei, Rumänien, Bulgarien,. Griechenland und Aegypten haben die britisch-französische Einladung bereits angenommen und auch von Augosla- w i-e n wird-jeden Augenblick«ine zustimmende Antwort erwartet. Verschiedene Anzeichen deuten aN,.daßD.r^.t s.chf'LN,d." in chre» Antworten melieicht erklären> von: ungefähr 180 Meilen südöstlich von Hongkong liegen, beseht hab«. - Hongkong. Es wird die Befürchtung ausgesprochen, daß die Insel Hainan' das nächste Ziel der. japanischen Okkupation in Südchina sein wird. Nach halbamtlichen chinesischen Meldungen wurden in der Meerenge von Hainan drei japanische Kriegsschiff« beobachtet. Flugzeuge konnten sechs japanische Kriegsschiffe bei Kwangtschouwan außerhalb der.französischen Gewässer feststellen. Die chinesische Besatzung auf Hainan, wurde schnell verstärkt, damit sie, dem japanischen Angriff Widerstand leisten könne..... Menschenopfer unerhört... Schanghai. Das chinesische Pressebüro Central RrsvS teilt, mit, daß der Zug, der von japanische« Fliegern am Bahnhos in Sunkiang bombardiert wurde, F lüch klinge aus Schanghai beförderte. Durch.de» Anflug der Japaner wurden, fünf.Waggons vernichtet, 800 Personen'getötet und 400 verwundet. Blockade und Gesenmaflnahmen t. Schanghai. Das chinesische Auswärtige Amt hat.«die-«ausländischen-diplomatischen Vertreter davon benachrichtigt, daß> die, chinesischen Luft- streitkräfte Ivegcn der japanischen Blockade an der chfyesischen Küste, entsprechende Gege.nmgßnahmen gegen japanische Fahrzeuge- ergreifen, würden.> Die.chinesische Regierung ersuche,die Schiffe,.fremden Mächte, sich. an. der chinestschefl Küste. yjcht in der Nähe ppp- japanischen.Schiffefl.aukzühglten. Die ausländischen Schisse sollen' auf dem- ober-, sten Deck.- deutlich, aiifgemalte«Landesfarben'tränen,-so. daß. ihre Nationalität aus idefk Lüft leicht, .'zu erkennen.sei...;.:t-. ■ die Frage des Piratentums dem Londoner Nichtei»misch ungsko mit ce unterbreitet werden sollte. Doch nicht einmal in diesem Falle würde diese deutsche und italienische Anschauung einer ablehnenden Beanttvortung der französischbritischen Einladung gleichkommen. Wenn allerdings Deutschland und Italien beschließen sollten, die Antipiraterie-Konferenz nicht zu beschicken, dann wäre allerdings kein Grund vorhanden, die Konferenz nicht in Genf stattfinden zu lassen. Ole englische und die französische Delegation Politisches Abendessen in Paris London. Die englische Delegation für Nyon/ besteht auS Eden, Bansittart und dem Chef der Admiralität Lord C h a t f i e l d, die von Marincsachverständigcn begleitet werden. Eden verläßt heute London. Er wird in Paris daS Abendessen, als Gast dcS französischen Außenmi- nisterS D e l b o S mit Ministerpräsidenten Chautemps und Aon Blüm einnch- men, ehe er. nach Genf weiterrcist. Paris. Die französische Delegation wird gleichfalls heute nach Nyon abreifen. Vorher wird noch unter dem Vorsitze des Präsidenten der Republik L e b r un. der Ministerrat zusammentreten, um nach Darlegungen des Außenministers D e'lb ö S den Standpunkt der Regierung zu den vorbereiteten internationalen Konferenzen festzustellen.— Vorsitzender der französischen Delegation auf-der Konferenz in' Nyon wird der französische Außenminister Nvon D e I b o s sein, dem als Hauptdclegiertc der Goneralstabs» chef der Kriegsmarine«Vizeadmiral D a r'l a n und dgs Mitglied des Generalstabes der Kriegs- —liykiKpflte.rgdmjrgl.G 4 u.d f.r>o y. zur Seite Moskau nimmt die Einladung an 1 Neue Beschuldigungen Italiens In der An wortnote .; Einladung Valencias gefordert' Mo-ka ü. Die Sowjetunion hat die Ein- ladung der frpnzöflscheu' und.eilglischen Regierung' zwecks Deilnähiiie' äii der Mittelineer-Konferenz a'üg'e.nv'Mmen...' '.:'- Jn der AntworMote hetsjteS u. a.', baß.dir Neberfällr, di« in erster Linie du r ch italie- «ische KriegSsch ifft auf. Handelsschiffe üijternommtn werdchi, a b s o l«tun e r t r ä g- . l t ch finb und mit den allerelemeutarstenRor- men dcS internationale» Rechts und den Grund- prinzipten der Humanität ip» Widerspruch stehen, 8swrn.'w.ird, ist zwei- felhaft. Das Entscheidende, aber, ist,.daß bei der Schlußabrechnung der Heiden demokratischen mit -en- beiden faschistischen Großmächten die afiive BÜanz bei jenen sein Ivjrd»,denen^die ergiebigeren Seite S Donnerstag, 9. September 1937 Nr. SIS Hilfsquellen zur Verfügung steifen und die den längeren Atem besitzen. Den Krieg gewinnt feuer, der die letzten und- nicht die-ersten Schlachten siegreich schlägt—. daS Rassische Beispiel für diese CysähtüNg ist der Feldzug von 1914 bis 1913. Ebenso gcivlnnt das diplomatische Spiel nicht fener, der er mit viel Geschrei" beginnt, sondern wer im entscheidenden Augenblick den großen Ein» satz wagt und die größeren Mittel bereitstellt. We lange noch? Das Blatt der belgischen Sozialdemokratie gegen die englisch-französische Politik Im Blatt der belgischen Sozialdemokratie „Le Peuple" schreibt dessen außenpolitischer Redakteur IexaS über die bevorstehende Mit» telmeerkoiiferenz, wobei die Schärfe bemerkenswert,ist, mit der sich der bekannte, Autzenpolitiker Belgiens gegen die nachgiebige Haltung Englands und Frankreichs ivendet. In dem Artikel heitzt es u. a.: Die faschistische Seeräuberei im Mittelmeer geht lveiter. Die Staatsmänner in London und Paris geben sich diesmal wohl Rechenschaft darüber, daß der Angriff direkt gegen das Prestige und die wirtschaftlichen Interessen ihrer Länder gerichtet ist und zweifeln nicht an dem Ernst der Lage. Man hat stolze und energische Worte gehört! Man sagt sich entschlossen, daß einer unhaltbaren Lage ein Ende gemacht iverden müsse. Ministerberatungen in London und Paris jagen einander und das Telephon ist zlvischcn dem Foreign Office und dem Quai d'Orseh ununterbrochen im Betrieb. Die Erregung in den beiden Hauptstädten wird von Tag zu Tag größer. Und das Ergebnis von all diesem Hochbetrieb? Dasselbe wie stets: Eine Konferenz. Die faschistischen Diktatoren-schicken Armeen nach Spanien und China, torpedieren Schisse aller Nationen, greifen Gesandte an, führen mit einem Wort gesagt Krieg, teils osfcn, teils versteckt. Und die demokratischen Mächte verharren zunächst bei Protesten und wenn sie damit zu Ende sind, berufen sie eine Konferenz ein. Man nennt das: Den Frieden bewahren. Es lväre besser zu sagen: den einseitigen Krieg. Denn die einen führen Krieg, während die anderen sich damit begnügen ihn'zu vermeiden. Also eine Mittelmeerlonferenz. Und waS für eine! Man hat erst erklärt, die Seeräuber zu richten und gegen sie Maßnahmen der allgemeinen Abwehr zu ergreifen. Die Seeräuber, die ganze Welt kennt sie: ES sind die Italiener, unterstützt durch die Deutschen. Aber nach den ersten Auf« Wallungen von Energie— in Worten— in London und Paris wird man klug wie,immer.-Man wagt nicht eine Konferenz einzuberufen ohne sehr höflich auch die Piraten einzuladen. Aber die Piraten lasten sich bitten und stellen Bedingungen: Sobald man festgestellt hat, eS handele sich um eine reine Mittelmeerkonferenz, lehnt Italien ab, sich zu beteiligen, tvenn sein Komplice, Deutschland, nicht in gleicher Weise eingeladen würde... Die Seeräuberei geht weiter und wird sogar ärger. Die faschistischen Provokationen nehmen immer neue und immer umwälzendere Formen an, England und Frankreich verlieren jeden Tag in der Welt mehr an Prestige. Der europäische Frieden wird jeden Tag mehr eine Illusion. Und das erste Opfer wird wie immer die spanische Republik. Wie lange noch?I . InterparlamentanscheUnion 'Die Interparlamentarische Union hielt anfangs September ihre 33. Konferenz in Paris ab. An dieobligatt politische Debatteschlotzlsich die Ausspracht über dit-, von den Kommissionen vorbereiteten Resolutionen. Die politische Debatte bot bis auf einen durch den spanischen Bertreter hervorgerufenen Zwischenfall nichts Bemerkenswertes und bewegte sich in den gewohnten Geleisen: Die eigentliche Aufgabe der Union wäre die Ergänzung des Völkerbundes,' dtr sich aus Vertretern der Regierungen zusammensetzt, durch ein internationales Parlament der Parlamente. Dieser Aufgabe könnte die Union einigermaßen' gerecht werden, wenn fit feste" Prinzipien hätte, und nur solche Parlamente zuließe, deren Mitglieder durch ein den demokratischen Grundsätzen wenigstens halbwegs entsprechendes Wahlrecht gewählt werden. Die Union stellt aber die Universalität, d, h. das Bestreben, womöglich alle Parlamente ohne Rücksicht darauf, wie sie funktionieren, wie ihr Wahlrecht beschaffen ist usw., zu ersasten, über daS Bestreben, eine einheitliche, auf demokratischer Grundlage beruhende Per« tretung der denwkratisch zusammengesetzten Parlamente zu bilden. Und so kommt es, daß die von Mussolini oder Schuschnigg ernannten»Parlamentarier" gleichberechtigt neben denjenigen Parlamentariern sitzen, die ihr Mandat dem Willen des Volles verdanken.. Infolgedessen spiegeln sich in der Union alle" jene Tendenzen wider, welche heute in der Welt" miteinander kämpfen; di« Union kann mtt Stolz darauf verweisen, daß in ihr mehr als 80 europäische, amerikanische, afrikanische und asiatische Parlamente vertreten sind, und sie bezahlt djesen Stolz damit, daß sie zu keinen entscheidenden Beschlüssen gelangen kann, daß sie sich mit Halbheiten und faulen Kompromissen begnügen muß, und daß ihre Beschlüsse wenig Beachtung finden. Wir wissen nicht, ob schon einer der zahlreichen, von den Konferenzen gefaßten Beschlüsse, obwohl sie in der Regel einstimmig gefaßt wurden, auch ver- wirklicht würde. Uns-ist keiner bekannt.'Zu alledem kommt,"daß die»Dynamik", welch« di« ganz und halb^"faschistischen Staaten auSzeichnet, ebenso innerhalb der Union zkrtage tritt, wie di« leider den' demokratischen Staaten anhaftende Unfähigkeit, entschiedene Beschlüsse zu fassen, zu vertreten und, auszuführen. Reben der allgemeinen politischen Debatte standen Resolutionen über regionale Wirtschaftsabkommen unter besonderer Berücksichtigung der Donauländer, über die Rohstofftage, über die Beschäftigungslosigkeit der geistigen Arbeiter und über die parlamentarische Inkompatibilität auf der Tagesordnung. 'Gewiß insgesamt akttielle und wichtige Probleme! Reue Gedanken sind nicht zutage-getreten; die Resolutionen tragen deuüich den Steinpel des mit Mühe zustandegckommenen Kompromisses. Es wurden sehr schöne, oft sehr entschiedene Reden gehalten. Und wenn dann dieselben Redner in ihre Heimat zurückkebren und den Realitäten des politischen und wirtschaftlichen Lebens gegenüberstehen, so sind sie ost genötigt, das Gegenteil dessen zu tun, was sie auf der Konferenz verfteten haben. Man- könnte nun ftagen, ob es nicht vernünftiger wäre, solchen Konferenzen fernzubleiben. Wir glauben trotz alledem, daß di« Beteiligung zweckdienlich ist. Einmal deshalb, um die demokratischen und sozial fortschrittlichen Elemente zu stärken, dann aber auch speziell für uns Sozialisten, um mit den Genossen anderer Länder zusammenzukommen, unsere Erfahrungen mwzutauschen, Informationen einzuholen und persönliche Beziehungen anzuknüpfen. So folgten wir z. B. einer Einladung des französischen Ackerbauministers, eines Genossen, der uns die Erfolge sozialistischer Arbeit auf landwirtschaftlichem Gebiete darlegen konnte. Hierüber demnächst Näheres! Dr. Karl Heller. Masaryks Zustand unverändert Läny. Das Krankheitsbild des Präsidenten T. G. Masaryk hat während deS Dienstags keine Beränderungen erfahren. Die Funktion aller Organe war regelmäßig, die Erregung hat sich eher noch gemildert. In der Rächt auf Mittwoch hat der Kranke einige Stunden ruhig geschlafen und die Frühtemperatur sowie die Herztätigkeit waren normal. Die erhöhte Reizbarkeit im Abflauen Der den Präsidenten Masaryk behandelnde Arzt Dr. M a I x n t r erklärte am Mittwoch dem Berichterstatter des Tschechoflowakischen Pressebureaus: Seit meiner letzten Unterredung mtt Ihnen hat sich der Zustand deS Präsidenten im großen und ganzen dauernd gebessert. Aber auch in diesem Stadium tauchten, wie aus meinen amtlichen Berichten bekannt ist, neu« Symptome auf. ES war dies«ine erhöh teReiz- b a r k e i t, die sich in einer ziemlichen Erregung kundgab. Dieses neue Sympwm bedeutete keine Verschlechterung der Krankheit — im Gegenteil: es war dies ein Beweis dafiir, daß die Aenderungen in der Gehirnrinde, verursacht durch die Verstopfung einiger Adernverästelungen, einer Regelung zustreben. Die ungenügende Ernährung des HirngewebeS hinter der verswpsten Stelle, die Ueberblutung der Gewebe vor dieser und die Ambition der Umgebung ruft natürlicherweise Aenderungen hervor, die sich bei der Regelung des Blutumlaufes reparieren. Aber auch diese Reparierung ruft gewisse Symptome hervor, zu denen die oberwähnt« nervöse Reizbarkeit gezählt werden muß. Gottseidank stellt sich die Erregung immer selten^ und- in immer milderer Form, ein ünh infolgedessen ist der Schlaf ein ruhigerer. Ansonsten ist der Gesamtperlauf der Erholung ein "zufriedenstellender und ich-hoffe, daß es in verhältnismäßig kurzer Zeit zu einer derartigen Restitution kommen wird, daß Präsident Masaryk imstande sein wftd, sein Leben nach dem Programnr einzurichten, wie er eS vor seiner Erkrankung gewohnt war. Beratungen der tschechischen Sozialdemokratie DaS Präsidium deS ZentrakvollzugSauSschusseS der tschechoslowakischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in Prag hielt am Mittwoch, den ö. Sepember, sein« ordentliche Sitzung unter dem 17 EINE GESCHICHTE VON BILDERN UND ANTIQUITÄTEN Copyright by Saturn Verlag 1935 Durch erpresserische Manöver dadurch, daß er einer dieser Kippen unbequem wurde, zwanä er sie, ihn aufzunehmen. Der Frie» densschluß, besser die Kapitulation der Kippe, erfolgte angesichts eines großen bretonischen Bücher- kastens. Balerian wurde übel, als er daS Möbel sah. Es wär beinahe drei Meter hoch und fast vier Meter lang. Entsetzlich, dachte er. entsetzlich, wenn mir das bleibt.?lber er bot nichtsdestoweniger dreizehnhundertsünfzig Francs, als Madame Ker-Lebequ zwölfhundertfünfzig geboten hatte. „Wenn er Sie ernsthaft interessiert, Monsieur AronaS", wandte sich plötzlich zuckersüß der jüngste Fleuron zu ihm nach rückwärts,„stehen wir gerne davon ab." „Dar ist zu liebenswürdig, Monster Fleuron", erwiderte Balerian,„ich will Ihnen jedoch nicht im Wege sein, wenn Sie daS Ding brauchend" »Machen wir's dann ab", sagte der jüngst« Fleuron. Balerian nickte. Fleuron erstand das Ungetüm um dreizehnhundertsünfzig Francs. Hiemit war Balerian in diese Kippe eingetreten. Täglich zog er nun kleinere und größere Beträge aus der Kippekasse: einmal hundert,, ein andermal hunderfünfzig Francs» manchmal gar nichts, manchmal kostete«S ihn anstandshalber ein bißchen Geld, da er ab und zu doch auch einen Gegenstand wirklich erwerben mußte. ES war nur eine Basis, ein Existenzminimum, das er sich hier geschaffen hätte. Er suchte weiter. Eines Tages siel ihm in seiner Kippe ein lleineS Bild zu, eine Landschaft mit undurchdringlichem Baumgewirr vor einem grünen Himmel, und einigen Personen, anscheinend einer herrschaftlichen Jagdgesellschaft, im Vordergrund. „Zugeschrieben dem RuisdaelkreiS...", hatte der Auktionator erklärt. Balerian liebte diese Art von Erklärungen. Bilder sind undurchschaubar, sie bieten mehr Möglichkeiten, als irgendein« andere Art von Antiquitäten. Da gibt es über ein und dasselbe Thema der Anonymität des MalerS eine Menge von Variationen wie etwa:'Nachfolge, Werkstatt, Kreis, Atelier des... oder: Holländische Schule... In der Art des.. Beeinflußt von, im Geschmack des.... Richtung des... Balerian mußte in der Äippeaüktion siebenhundert Francs ftir den RuisdaelkreiS zahlen. Man hätte seine Schwäche für" Bilder bemertt und freute sich, ihn endlich hineingelegt zu haben. Er nahm ein Taxi und fuhr in die Avenue des Gobelins, Dort wohnte Herr van der Sprüngen; ein stiller, blonder Maler aU» Holland, ein großer, gottbegnadeter Künstler. Dem Eüttretenden, schlug ein Geruchgemisch aüS Terpentin, Penzin, Firnis und Oel entgegen. Auf einer Staffelei stand- ein seltsames Bild: oben war«S ein junges Mädchen mit langen Locken im Geschmack« GainsboroughS, von den Hüften abwärts ein altes Weib, dessen runzlige Hände einen Blechtopf hielten.'Herr van der Sprüngen, ist weißem Leinenkittel, iin« Brille auf der Nase- eine große Lupe auf die>Staffel«i montiert, war damit beschäftigt, den Blechtopf in Lin kleine» Hündchen zu verwandeln, das sich kokett in den Schoß der künftigen jungen Unschuld schmiegte. Ab und zu hielt er in dieser Fetnarbeit inne und erholte sich» indem er einen Wattebausch ergriff, Alkohol darübergoß und damit krästig die runzligen Hände bearbeitete. Sie verschwanden allmählich. Er begrüßt« Balerian mit einem Kopfnicken und ließ sich in seiner Arbeit nicht stören. Balerian stellte sich neben ihn und sah ihm sachkundig zu. „Die alte Frau war gar nicht so übel", sagte er, als wieder ein Stück von ihr verschwunden war. „ES war ein ausgezeichneter Holländer", rief der Dialer verzweifelt und legte sein Handwerkzeug weg,„der Blechtopf, war meisterhaft. Ich sagte es dem Besitzer. Aber er behauptet,«in altes Weib nicht anbringen zu können, ich müßte ein junges Mädchen drauS machen; ein Banda- lirmuS. Aber ich bin ja nur ein-Handwerker— ich werde dafür bezahlt." Seufzend stellte er das Bild-zur Seite und. griff nach BalerianS Landschaft. Er beftachtete sie, längere Zeit. «Da ist nicht vlel-zu wollen", sagte er dann. „Was stellen Sie sich denn vor?" «Aber so grün, kann doch der Himmel nicht bleiben", entgegnete Valerian,„ein Himmel muß strahlend blau sein. Dar gibt dem"Baumschlag, dem ganzen Bild erst das Relief...." „Freilich", sagte Herr"van der Sprüngen. Aber daß er grün-ist, wird schon seinen Grund haben. Die werden schon» wissen, warum sie ihn grün gemacht haben. Wahrscheinlich ist das Bild ganz übermalt." -„Unsinn, Unsinns erwidert« Balerian,„der Himmel muß blau werden uni> dieser eine Baum mutz weg, der stört die ganze Komposition."- '„Wie Sie wollen", Murmelte Herr van der Sprüngen»'„wie Sie wollen. Ich bin nur' ein" Handwerker." Er mixte"au» mehreren Fläschchen ein« Dost» Terpentin' mit' einer Dost» Alkohol, Potz da» Tränllein auf einen Wattebausch und begann den grünen Himmel zu bearbeiten. J<„Hal" rief Balerian.„Hal Sehen Sie, wie da» blau wiÄl"-.■ Borsitz de» Abg. H a m p l ab. Der ZentrÄsekre- tär der Partei, Senator D u n d r, erstattete einen"Bericht über den Stand der Wahlvorbereitungen in die Gemeinden, welche heuer im Herbst ausgeschrieben werden sollen. Weiter teilte er Mit, was bisher zur Feier de» 6 0 j ä h ri g e n Jubiläums der Gründung der Partei unternommen wurde. Ferner berichtete er unter anderem über die Frage der sozialdemokratischen Emigranten, welche bei uns leben. Abg. Hampl gab einig« Erläuterungen zu dem Kampfe be- treffend die Herabsetzung des ZückerpreiseS. Berichte über die politische Lage erstatteten: Abg. Hampl, A. RemeS und Minister Ivan Dftcr. Sie befatzten sich mit den Berhandlungen zwischen den Koalitionsparteien, mit der staatlichen Wirtschaft und dem künftigen Budget, mit den Herbstarbeiten der Regierung und der Nationalversammlung sowie mit den Borbereitungen der Partei für die Lösung einiger wichtiger Fragen, namentlich sozialpolitischer und ÄirtschastSfragen. NeCas in Brüssel Brüssel. Minister für soziale Fürsorge, Jng. RekaS, ist Mittwoch mit dem Flugzeug auf"dem Brüsseler Flugplatz in Haeren eingetroffen. Der tschechoslowakische Minister ist nach Brüssel in der Funktwn des Vorsitzenden des BerwaltungSrateS deS Internationalen Arbeitsamtes gekommen, dessen Ausfchutz in Brüssel Zusammentritt. Minister NekaS wurde auf dem Flugplatz, vom belgischen Minister, für Arbeit und soziale Fürsorge Dclattrem, dem Borsitzenden- Stellvertreter des BerwaltungSrateS des Internationalen Arbeitsamtes Oersted und von Vertretern der tschechoflowakischen Gesandtschaft begrüßt. Minister Fng. ReLa» benützt seinen Aufenthalt in Brüssel zur Behandlung der Frage der belgischen Arbeiter und wird mit Außenminister Spaak-und dem Minister für Arbeit und soziale Fürsorge Delattre über die Möglichkeit des Abschlusses einer gegenseitigen Konvention betreffend soziale und Krankenkassenfragen sowie die Frage der Unfall- und-Pensionsversicherung konferieren, welche Frage für die in Belgien arbeitenden tschechoslowakischen Bergleute die brennendste und ein sehr schwieriges Problem ist, weil diese Gesetze in Belgien gegen unsere noch vollkommen in den Anfängen stecken. Minister Jng. NeiiaS wird bei den Beratungen mit Faktoren aus den wirtschaftlichen,sozialen, Gewerkschafts« und Finanzkreisen zusammentref« sen, bei denen sich der Minister über die Wege informieren wird, die Belgien zur Belebung der Wirtschaft und zur Lösung der A r b e i t»- losenfrage einschlägt. Japanische Anfrage In Prag wegen der’ Lieferangen'ari China Prag. Zu den Zeitungsmeldungen über einen angeblichen Protest der japanischen Gesandtschaft in Prag gegen tschechoslowakische Lieferungen an China konstatiert das Tschechoslowakische Pressebüro auf Grund von Informationen zuständiger Stellen, daß eS sich im gegebenen Falle nur um eine informative Anfrage von japanischer Seite handelte. Der japanischen Gesandtschaft wurde in der Antwort mitgeteilt, daß die tschechoslowakische Regierung keine rechtlich« Handhabe dazu habe, um die Handelsbeziehungen mit China oder mit irgendeinem anderen Staate eists zuschränken, wenn dazu keine besonderen'Gründei namentlich keine Beschränkungen internationalen Charakters, vorliegen. „Einstweilen", sagte Herr van der Sprüngen und rieb traurig weiter.<' „Halt!" tief Balerian,„was ist das?" „Ein Loch", erwiderte Herr van der Sprüngen melancholisch und rieb weiter. „Hören Sie auf! Da ist schon wieder ein»; genugl" „Da» geht jetzt nicht mehr", sagte Herr van der Sprüngen und ließ sich nicht abhälten,„da» Bild kann doch nicht wie ein Chamäleon äuSsehe» und all« Farben spielen. Aber ich hab« e» Ihnen vorher gesagt." Nun war der Himmel Wohl strahlend bläu geworden. Mer leider waren zugleich auch drei ansehnliche fteiSrunde Löcher zum Borschein ge«" kommen. Sie waren verkittet und dann übermatt worden. Auf dem.wolkenlos,,blauen-^Himmel, der sich nun Über" den Baumen""wölbte," mutzt« jedes Loch, jede Kittstelle mich einem Mann mit einer Myopie von ächt, Dioptrien"er«' kennbar sein.. „Was soll man da Machen?" fragte Ba- lerian bekümmeü.> e- „Wieder einest,grünen Himmel", erwiderte Herr van der, Sprüngen,»ich hab« es Ihnen/ gleich gesagt. UebrigeNS ist e» ein seht: herzliches Bildchen." »Nicht wahr? Wem schreiben Sie e» zu?" »Wenn man davon absieht,,, dah wahrscheinlich auch die ganze Jagdgesellschaft später hineingemalt worheN.ist,, wahrscheinlich ein Äestkchen.auS dem'Kreis des.Joris.van der Hagen oder Cornelis- Decker; hofländisch,- erste Hälft« des Siebzehnten:"- »Warum?" ftagte Balerian verdrießlich, »sollte di« Jagdgesellschaft hineingemalt worden sein?". »Auch um, Löcher zu verdecken", klärte Herr van der Sprüngen ans,. „Glaube ich,.sticht"»-rief- Balerian,»der« suchen'Sie mall"'n j, jj* .(Fortsetzung folgtjj, Nr. 212 Donnerstag, 9. September 1937 Seite S. Englaflifs Gewerkschaften für Spanien London. Im Berkaus der zweiten Tagung der Trades UnionS, deren Kongreß in Norwich abgehalte» wurde, hat Sir Walter Eitrine den Bericht über die Lage in Spanien erstattet. Er erklärte, seiner Meinung nach können weder wirtschaftliche Sanktionen, noch der Abbruch der diplomatische» Beziehungen die Bluffs der Diktaturen Hitlers und Mussolini- verhindern, sondern einzig und allein die. Bildung einer starken Front der demokratischen Mächte,»Meine Mei- ' nung ist", fügte er hinzu,»daß nur die Gewalt allein ihnen in di« Arme fallen kann." Sitrine ' legte hierauf eine Entschließung vor, die den Ab-' scheu deS Kongresses vor de» mörderischen Angriffen deS Faschismus zum Ausdruck bringt, bei denen Franeo von italienischen!, deutschen und arabischen Kräften unterstützt«erde, Angriffe, die gegen Männer, Frauen und Minder ohne Bectei- digung gerichtet sind. „An der Aragonfront wird Spanien den Krieg gewinnen** Paris.„An der Aragonfront wird Spanien wahrscheinlich den Krieg gewinnen", hat Präsident Companys einem Korrespondenten- der Zeitung„Co Soir" erklärt..„Unsere Offensive gegen Saragossa", fügte er hinzu,„mußte ein großer Sieg unserer jungen, begeisterten und disziplinierten Armee werden." Und Oberst Rojo, der Generalstabschef der republikanischen Armee erklärte demselben Journalisten:„lüisere Offensive hat gut begonnen. Wir lieferten eine große Schlacht und haben sie gewonnen. Aber das darf man nicht allein auf Rechnung der Begeisterung unserer Armee für die republikanische Sache sehen, sondern vor allem auf die genaue Durchführung unserer Offensivplän«. Die ersten Phasen unserer Offensive haben uns bis vor Saragossa gebracht. Die Schlacht wird härter werden, der Widerstand des Feindes stärker, aber wir sind darauf vorbereitet." Erfolge In Asturien und Aragonien Baleneia. Wie aus Gijon berichtet wird, erlitten die Aufständischen an der asturischen Front, i» der Umgebung von Cuera, eine Niederlage. -Die Regierungstruppen brachten den Aufständischen große Verluste bei, welche auf 1600 Tote und Verwundete geschätzt werden. In dem Kom munique des Äationalberteidigungrministeriüms wird mitgeteilt: An der A r a g o n f r o n t besetzten die Republikaner Dienstag abends alle Höben nordwestlich von Puebla.de Alborton, wohin der Feind vorgedrungen war. An der Nokdfront bei Oviedo griff der Feind energisch in der Richtung auf Barro Puerto an. Diese Angriffe wurden zurückgeschlagen. Nur zwischen den Gemeinden Lino uich Turbina gelang«S dem Feinde vorzu- dringen."' Eine rasch widerlegte LUge Paris. Informationen aus Berlin, Rom Und Satamanca hätten behauptet, es wär« daS spanische RegierungS-Unterseeboot„C IV", das sich gegenwärtig zur Ausbesserung in Leverdon an der Münidung der Gironde befindet, gewesen, daS die Torpedierung deS englischen Zerstörers „Havock" versucht habe. Dir französische Admiralität stellt jetzt fest, daß„C IV" bereits am 28. August in Leverdon war, während der Angriff auf den»Havock" erst am ,.Morgen des 1. September im Mittelmeer hrsolgte! Vie Piraterie Im Mittelmeer Der britisch^ Oeldampfer„Pegasus" begegnete auf der Höhe von Sigri am Dienstag einen; Unterseeboot, das die Flagge der spanischen Aufständischen gehißt hatte. DaS U-Boot beobachtete den Dampfer und tauchte dann unter. Der britische'Petroleumdampfer„tzarpa" wurde von einem unbekannten Kriegsschiff angegriffen. DaS auf den Dampfer abgeschossene Torpedo traf jedoch nicht. Französisches Verkehrsflugzeug. von Franco*Flleger abgeschossen Bayonne. lHavas.). In Bayonne ist die Nachricht eingelangt, daß ein französisches Verkehrsflugzeug der Gesellschaft„Air PyreykeS", an dessen Bord sich nur der französische Pilot Abel Guidez, wohnhaft in Paris, befand, und das von Parma nach Biarritz unterwegs war, Dienstag um 16.60 Uhr über Gijon.von Jagdflugzeugen Francos abgeschossen wurde und bei der Ortschaft Ribadesella brennend abstiirzte. Der Pilot kam in den Flammen um. Frankreich gegen Nürnberg P a r i s. Die französische politische Leffcnt- lichkeit und die Presse verfolgen mit lebhaftem Interesse dm Verlauf deS Nümberger Parteitages der nationalfozitlifttschen Partei, an-dock'heuer zum erstenmal auch der französische Botschafter in Berlin, FraneoiS P o n e e t» tcilnimmt. Besonder- dieProklamatio« HitlerS bildet Gegenstand der Betrachtungen der französischen Press». Der„T e m p S" erinnert daran, daß Hitler, wen» er von»dem wtm verwog von Versailles, von dem freim Deutschland und do» der ausgerüsteten deuttchm Armee" spricht, diese Er- gebuisse durchwegs durch gewaltsame Verletzung der Verträge erzielt hat. Durch diese Aktio- nm, sagt der.„Trmps", hat Deutschland in der ganzm Welt dm Glauben an die frei vereinbarten Verträge, die bisher die Grundlage jeder organisierten Gesellschaft bildeten, erschüttert. DaS Blatt hofft aber trotzdem, daß Deutschland eine-Tagesdieverfehltheit feiner A u ß e n Politik einfehen und wieder zur aufrichtigen Politik der Zusammenarbeit mit dm übrigen Völkern zurückkehren wird. *' Alle französischen Blätter den der Rechtest bis zur äußersten Linken lehne« die Forderung HitlerS nach riner Rückgabe der Kolonie« an Deutschland einmütig ab. DaS»^Journal deS DebatS" schreibt, eS wäre «in gmndlegender Irrtum, zu glauben, daß nach der Befriedigung dieser Forderung Deutschland mit besserem Willen an der Politik der allgemei- nm Sicherheit Mitarbeiten würde. Im Gegenteil würden Z ugeständuissealS Sch w ä.ch« auSgelegt werdm und nur als Ausgangspunkt zu weiteren Forderungest des nationalsozialistischen Deutschland dienen•■ „.I Dschlnglskhan Hitler nahm am Mittwoch in Nürnberg den Vorbeimarsch/der Arbeitsdienstler ab und hielt dann eine^ Rede über die Kultur. lieber diese Red« ist nichts weiter zu vermelden, als daß Hitler zum Schlussesagte.der Nationalsozialismus strebe nicht nach der. rohen'Macht eines DschingiSkhan.— Interessant, daß sich der erst«' Mann des Dritten Reiches im Schweiß«'seines Angesichtes bemühen muß,"die Welt davon zu überzeug«».. Er bemüht sich übrigens vergeblich. noch Immer Dunkel - um den Mord In der Schweiz ■ Bein. Die Schweizerische Depeschenaaeittur meldet:' Die' Waadtländische. Sicherheitspolizei teilt' zu dem Verbrechen von Chamblande» mit, daß.die Ermittlungen durch die' Tatsache erschwert und'verlangsamt werden!/. daß die Tttlnehmec äst dem' Verbrechen im' AuSlande''°'sthrtst,.siändigest Wohnsitz haben und dieGchw'eiz'bssreiis'verlassen haben. Er sei feftgestellt worden, daß das Opfer bereits im, Monate' Juli/ d,','J//ünt«r'falschem Namen indie Schweiz"'eiNgekeist'war und sich als verfolgt Wien mußte. Es' handele sich— nach den Angaben der SicherheitSbehörden— um«inen Staatsbürger eines osteuropäischen Landes. In dieser. Mitteilung wird weiterhin angeführt, daß der Ermordete in seinem Lande als Kommunist bekannt spar.7 Aus diesem,Grund« fei er aus seinem Heimatstaate ausgewiesen Wörden." Auch' äuS «inem änderen europäischen Staate sei er bereits ausgewiesen worden. Der Ucbecfall auf ihn sei von Leuten seiner politischen Milieus ausgeführt worden, nachdem«r im AuSlande ganz genau vorbereitet worden sei. Die Polizei habe festgestellt, daß mehrere Personen, die an dem Uebersalle beteiligt waren, die Schweiz passiert hatten. Me Ermittlungen der Sicherheitsbehörden gehen nunmehr im Auslande weiter. Es wird vermutlich noch einige Zeit dauern, bis das Verbrechen ganz geklärt sein wird. Servchte Eher Schacht Berlin. In der Umgebung des Ministers Dr. Schacht werden di« Meldungen, welche im AuSlande.Über seinen Rücktritt verbreitet waren, als reime Erfindungen bezeichnet. Abgesetzter Volkskommissar Moskau. Das Zentralexekuttvkomitee der Sowjetunion ordnete dem BoMkoistmissär für die Leichtindüstrie Ljubimow an,"von seinem Posten zurückzntreten, da ep,feinen Aufgaben nicht gerecht werden konnte. Zum Volkskommissar für die Leichtindustrie wurde Schestakow ernannt. ■ Es wimmelt von„Trotzkisten 1* ... Moskau, 8. September.(HavaS.) Zu der bereits; gemeldeten Veränderung in der Leitung des Volkskommissariate» für Leichtindustrie wird mitgeteilt, daß dieses Kommissariat systematische Verzögerungen gegenüber dem Produktionsplane auftvieS, insbesondere in der Erzeugung von Baumwoll- und Schuhwaren. Fast alle höheren. Beamten, die Leiter der Sowjetindustrie waren, wurden,bereits ausgewechselt.>' von 27 Volks«, kommiffaren. deren Namen im diplomatischeste Kalender für da» Jahr 1986 angeführt waren, sind bloß acht auf ihren Posten verblieben. Beck In Paris PariS. Der polnische,Außenminister Beck ist, Mittwoch aüf der Reise stäch Genf in Paris ein-' getroffen,' wo er vöm französischen Astßenminifttp, Avon DelboS am Bahnhöfe«rwartet>tyurde. Nach, einem Dejßuster hattest die beiden'Außentstistister 'eine Längere' Unterredung/Über, äfle stktuellen^ außenpolitischen. Fragen. An politischen Stellest stnd„in'sder.Pariser''.Presse,'"Ht« dem. Pariser Aufenthält dys/stölijischen ,Aüßenmististei!A unter', din^«geWärfiM', WeInatiöMest,! politiMtj Verhältnissen große Wichtigkeit beigemessen. ES wiroiaüf^ M■ Eststst'ch Wr stst g. des, polstjschk deutschen PerhättstisseS ist. der letztest Zeit hingewiesen und der Wunsch nach einer Harmonisierung des französisch-polnischen BerhältnssseS auSge». sprächen.""''''/-"" SuddeMjeuiscltet Itfawtd Schwere Wahlniederlage der Henlelngewerkschaft Karlsbad.(Eigenbericht.) Mittwoch wählten die Arbeiter der städtischen Bäder in Karlsbad einen weuen BetriebsauLschuß. DI« Gablonzer Henleingeworkschqft hatte bei den letzten Wahlm im Jahre 1986 unter dem Einfluß der Henleinpsychose fünf Mandate erobert. Von diese« fünf Mandaten mußt» sie nunmehr drei abgeben. Ihre Stimmenzahl sank von 246 aus 118, an Mandaten blieben ihr zwei. Bon de» drei Mandaten» welche die Henlelngewerkschaft verlor, besetzte die wieder zum Leben erwachte örtliche Gewerkschaft zwei. Gin Mandat konnte von. derfreien Gewerkschaft erobert werden. Dereu Stimmenzahl stieg auf 163 gegen 118 im Jahre 1986. Die frei« Gewerkschaft hat nun drei Mandate inne. Ihr gehören 44.2 Prozent aller abgegebenen Stimmen.. Diese BrtriebSauSschußwahl liefert den Beweis, daß eS bei den Karlsbader Arbeitern zu dämmern beginnt. Henlein und der Hunger Unter diesem Titel schreibt der„Prager Mittags: „Die Nachrichten über eine wachsende Oppo- 'ition in der SdP, die sich jetzt zum erstenmal zu einer organisatorischen Zusammenfassung verdichtet, sind von symptomatischer Bedeutung. Nicht zufMig gerade jetzt beginnt die Opposition gegen den Repräsentanten der Volksnot im Horchwagen eine solch kompakte Gestalt anzunehmen. ES sind soziale Fragen, an denen sie sich entzündet. Mit der steigenden Konjunktur ist überall auch«ine Wiederbelebung jener allen Formen des„normalen" Wirtschaftslebens zu verzeichnen, bei denen mit verbessertem Geschäft auch die Forderung des Arbeitenden nach erhöhten Löhnen erwacht. Und da hilft nun das bloße'Geklingel mit der„Volksgemeinschaft" nicht mehr. Gerade jetzt sehen die Arbeiterschichten in der SdP, wie ringsum die um ihren sozialen Aufstieg ringenden Schichten sich regen, wie Lohnforderungen gestellt und durchgesetzt werden, und zwar durchgesetzt von jenen oft so beschimpften Gewerkschaftern, denen Herr Henlein und die Seinen so gern jede Betätigungsmöglichkeit nehmen möchten. Man lese aufmerksam das Flugblatt durch, das vor einigen Tagen von den Freunden des Herrn Henlein mit gezückten Revolvern entgegengenommen wurde, und man wird« darin deutlich die' Töne eines langsam fviedererwächenden sozialen Bewußtseins heraushören. Man wird darin allerdings auch ebenso deutlich erkennen, wo der Hebel wirklich angesetzt werden muß, nämlich nicht bei den Versprechungen, sondern bei den s o z i a l e n Taten. Hitler iaht die Sudetendeutschen Im Stiehl Einige gleichgeschallete Blätter des nordböhmischen Gebietes brachtest dieser Tage folgende Notiz: Di» Leipziger Herbftmess»— ein Mißerfolg für Haida. In früheren Jahren brachte die Leipziger Herbstmesse, die eben zu Ende gegangen ist, stet» eine Belebung de» Geschäftes in Haida-Stein- schönast bis kurz vor Weihnachten. Davon kann 'heuer'ketnerlei Rede sein. Jm Gegenteir— die diesmalige Leipziger. Herbstmesse war ein glatter Versager für das, nordböhmsschc. Glasgebiet. Einkäufer aus Uebersee waren ist Leipzig nur vereinzelt zu sehen/ auch, die Runden'au» Frankreich, England, Hplland usw. fehlten.. Deutschland selbst, dessen Kaufkraft gestiegen ist, kann wegen der Einsuhr- schwiettgkeiten bzw. der Devisenwirtschaft nicht al» Käufer auftreten. Die wenigen ausländischen Einkäufer, die für die nordböhmische Glasindustrie in Betracht kommen, wollten meist ast Ort und Stell« abschlleßen. Aber auch davon darf man sich nicht allzuviel, keinesfalls aber eine entscheidende Beein« flussung der Verhältnisse versprechen. ' Kurz vorher hatte dieselbe gleichgeschallete Presse, verkündet, die Leipziger Messe sei ein voller Erfolg gewesen. Nun stellt sich heraus, daß di«' Sudetendeutschen von den wirtschaftlichen ^Segstungen" des HitlersystemS nur Not und .Ustgemach zu erwarten habest. Was die„Deutschbewußten^ allerdings auch in. Hinkunft nicht hindern wird, an einem etwa, schlechten Geschäftsgang in ver Haidaer Glasindustrie der Regierung unserer Republik die Schuld zu geben. . Wieder eine Blamage der SdP. Die SdP- Leiite im Bezirke Bischofteinftz hättest.haS Märchen verbreitest der Abgeordnete Wenzel Ja k sch wage es sticht mehr, eine Versammlung im Bezirksgebiet zy. besuchen. Ja,. die Sozialdemokraten 'seiest schon so erledigt,' daß-H,'keineh.ffenfliche Versammlung mehr', abzuhalten, vejstyögen. Als bestSozialdemokraten dieses Gerede. zu Ohren kasti, beriefen sie sofort esye/öffenfliche Vdrfamm- lung«ach W a i e r mit-em Abgeordstötest Jaksch als Redner ein. Die Versammlung am bergay- genen Sonntag war schon lang«. vor'Beginn üb e rfüllt, qsich einige Henleinleute unter der FHrü'stg des Advokaten Dr, H a r t'l.hatten sich Mg^suqden. Jaksch hielt eine, gründliche.Abrechnung mit der SdP. Dr. Hartl'sprach nach ihm eine Viertelstunde lang, verhaspelte sich immer wieder In Widersprüche und zeigte dann— angeregt durch einen HenIeiu-„Witz" in der „Rundichau"— der Versammlung ein Stück Würfelzucker. Er erntete aber nur Gelächter. Sein Gerede über den„Zuckerskandal" war damit zu Eude. Er flüchtete mit seinen Getreuen vor dem Schlußwort des Abgeordneten Jaksch, der auf die Einladung Dr. Hartls, nach Hostau in eine Versammlung zu kommen, erwiderte, er sei bereit, der Einladung zu folgen, wenn Konrad Henlein den Mnt haben sollte, ihm gegen- Lberzutreten. Die Versammlung war ein herrlicher Erfolg der deutschen Sozialdemokraten im Bezirke Bischosteinitz und eine schtvere Niederlage der Henleiuleute. Der treue Kamerad. Bei dem sonntägigen Vezirksfest der SdP in Karlsbad hat kchon wieder ein prominenter Kamerad gefehlt, der es mit der Sauberkeit nicht mehr genau genommen hatte. Der Ortsleiter von Sodau-Lessau, Kamerad W e i d e r m a n n, hat sich ohne Siegheil-Gruß verabschiedet, und als in der Kaffe des Karlsbader Krankenhauses, wo Weidermann eine schöne Anstellung hatte, Nachschau gehalten wurde, ergab sich, daß rund 3669 XL s e h l t e n, die Weider- manu mitgenommen hatte. Der Form halber tvurde er. seines Dienstes enthoben und die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet. Bor«in fahrendes Auw gespnmgon. Bei der Straßenkreuzung der Staatsstraße Karlsbad— Prag und Pilsen—Saaz ereignete sich am Dienstag abends um halb 7 Uhr ein aufregender Vorfall.. Ein 26- bis üvjähriger Mann sprang vor das ans Prag kommende Auto des Franz Haberzettel aus Meierhöfen. Der Unbekannte wurde ettva 66 Meter mitgeschleist und blieb dami tot liegen. Es steht fest, daß es sich um einen Selbstmord handelt. Der Tote war sehr ärmlich gekleidet und hatte nur zwei Semmeln in den Taschen. Mordanschlag. In R a d bei Haberspirk (Westböhmen) wurde in der Nacht auf Dienstag der Gastwirt Wolfertin seinem Schlafzimmer, während des Schlafes überfallen und schwer verletzt. Seltsam ist, daß die im gleichen Raun» schlafende Frau und die Kinder nichts bemerkten und daß auch der Hund nicht anschlug, der sich im gleichen Zimmer befand. Die Täter dürften ein BetärchungSmittel verwendet und es auf einen Racheakt abgesehen haben, denn eS wurde nichts geraubt. «Der Kriegsverlehten-Freund", ein Kalender für das Jahr 1988, wurde anläßlich des 29jährigen Bestandes des Bundes der Ariegsverletzten, Witwen und Waisen herauSgegeben. Der Kalender ist 269 Seiten stark, lostet 19 Xi und wird von der Hauptleitung de» Bundes der KriegSverletzten, Witwen und Waisen, Sitz Reichenberg, Leffingstraße 2, geliefert. Bewilligte Darlehen für Gemeinden und Bezirke. In der gestrigen Sitzung de» Landesausschusses wurden der G e m e i n d e A u s s i g a. E. eist Darlehen in der Höhe von vier Millionen XL zum Zwecke des Baues von Wohnungen für Minderbemittelte bewilligt, zu demselben Zweck der Gemeinde Kladno 1,700.000 XL, Dem Bezirk Aussig wurde ein Darlehen von 6,600.000 XL, T e t s ch e n von 2,600.000 XL und Nachod von einer Million XL zum Baue von Krankenhäusern bewilligt. Gleichzeitig genehmigte der LandesauS» schuß Bauarbeiten für vier Millionen XL, verbunden mit der Schaffung der Masaryk-Landesanstalt für Lungenkranke in Schwarz-Kosteletz.. Böhmisches Landesbudget. In der Sitzung des Landesausschusses vom 8. September wurde das Budget, des Landes Böhmen für das Jahr 1988 genehmigt. Die Gesamteinnahmen belaufen sich auf 619,229.700 Xi, die Gesamtausgaben auf 619,812.900 XL, so daß sich der Voranschlag im Gleichgewicht befindet. Das Budget wird zunächst dem FiimnzauSschuß der Landesvertretung vorgelegt werden und sodann dem Plenum der Landesvertretung, welches am 11. Oktober zu einer ettva dreiwöchigen Tagung Zusammentritt. Wo Ist Hans Wichmann? Danzig. Wie die Senatspresse- st e l I e mitteilt, hat der seit dem 26. Mai 1987 aus Danzig verschwundene Eisenbahnbeamte und sozialdemokratische Volkstagsabgeordnete Hans Wichmann vor wenigen Tagen aus Spanien einen Brief an einen feiner früheren Par« teifreunde in Danzig gerichtet, von dem die Danziger Behörden Kenntnis erhielten und der sich jetzt in ihrem Besitz befindet. Es steht somit einwandfrei fest, daß sich Wichmann zurzeit in Spanien aufhält. Damit entfallen— so heißt es in der Berlasttbarustg des Senats— die unsinnigen und Halttosen Gerüchte,'die'm Zusarunen- hang mit dem Verschwindest Wichmanns aus Danzigs verschiedentlich auftauchten.' . Die Danziger Nazis habe« das größte Interesse daran, den Fall Wichmann zu vertuschen. Es isst nicht ausgeschlossen, daß sie. den Brief Wichmanns erfst n d e n haben, um die Oeffent- lichkeit von den wirklichest. Spuren'abzulenken. Nationalsozialistische Behörden. sind eine sehr zweifelhafte Quelle und man wird ihren Angaben erst glauben köstnen, bis sie'sich entschließen, den tingeblichen Brief Wichmanns der Oef» fentlichkeit vorzulegen. Seite. 4 Donnerstag, 9. September 1937 Nr. SIS Gerhart Hauptmann und der Pazifismus Am 29. August des Jahres 1982, vor nunmehr fttnf kurzen Jahren, feierte man in Deutschland das Goethejubiläum. Der große deutsche Dichter Gerhart Hauptmann stand innerhalb dieser Feiern iin Mittelpunkte, galt er doch als würdigster lebender Repräsentant deut- scher Literatur der Gegenwart. Ihm wurde auch auS diesem Anlässe der GoethepreiS der- liehen. Nun ist eö interessant, sich zu erinnern, was Gerhart Hauptmann damals, vor nur fünf kurzen Jahren, zu seinen„lieben, deutschen Mitbürgern" in der PaulSkirche zu Frankfurt a. M. anläßlich der großen Feier,' welche die Reichsregierung gemeinsam mit der Stadt Frankfurt veranstaltete, zu sagen hatte: „Sollte das deutsche Volk im Laufe der Jahrhunderte, wie einst das griechische, verschwunden sein", sagte er unter anderem,„wird Goethe immer noch die Erinnerung an unser Volk wach halten".. Dann ging er auf noch aktuellere Probleme über, nämlich auf das.Krieg oder Frieden", Er und daS deutsche Volk waren geneigt, sein berühmtes„Was Seine Majestät der Kaiser tut, ist wohlgetan", zu vergessen, dessen er sich iin Kriege bedient hatte, um sich an keiner Friedensinitiative beteiligen zu müssen. Und so sagte er denn in der PaulSkirche: „Man soll nicht glauben, daß Gott dem strahlenden Cherub des Friedens ein Feiglings- herz in die Brust gesenkt hat. Unter seinem goldenen Schild ist die Welt der Künste, sind Städte, Kathedralen, Bildsäulen, heilige Schriften der Weltweisheit und der Religion sowie der Dichtkunst entstanden. Dabei ist dieser Cherub zugleich ein einfacher Flurwächter, der bei Weizen-, Gerste- und Roggenfeldern Wache steht, damit die Menschheit"täglich Brot habe. Wenn man nach ihm mit dein heute in- famierten W orte„Pazifismus" wie mit einem Stein würfe, so würde dieser Stein ohne Kraft zuBoden sinken, tausend Meilen entfernt von der Glorie seiner unsichtbaren Gegenwart". "Würde der Dichter und Mann Gerhart Hauptmann diese Worte heute wiederholen? 6rubantzMö»l6n: neun l'öts Rom. Bei einer Grubenexplosion in dem bei Pola gelegenen Kohlenbergwerk Arsa fanden neun Bergleute den Tod. Das Unglück wurde durch einen elektrischen Funken verursacht, der bei der Entzündung einer Sprengmine entstanden war und die Explosion von Grubengas zur Folge hatte. Tödlicher Unfall eines Pilotenschülers.(Amtlich.) Der Pilot-Schüler Soldat Josef T o m i s k a übte Mittwoch früh in der Umgebung des Flugplatzes Königgrätz Kampfwendungen auf einem Schulverfolgungsflugzeug. Bei der Uebung einer Wendung in der Höhe von 1290 Metern kam die Maschine ins Trudeln und sodann in einen Sturzflug und fiel zur Erde. Der Pilot benützte den Fallschirm nicht und kam in den Trümmern des Flugzeuges um. Die Ursache des Unfalles wird untersucht. Der Soldat Tomiska war nach Chru- dim zuständig und 23 Jahre alt. Ueberführter Mörder. Im Jahre 1984 wurde die 88jährige Gattin dis Innsbrucker Professors Dr. Hans K o f l e r, Anna, in ihrer Wohnung in schwer verletztem Zustand aufgesunden und ist einige Tage später gestorben. DaS an ihr began- geiie Verbrechen konnte zunächst nicht aufgeklärt werden. Vor einiger Zeit wurde jedoch der 25« jährige, mehrfach vorbestrafte Innsbrucker Tisch- lergehilfe Heinrich Göllner wegen einer Veruntreuung verhaftet und hat im Zuge der Strafuntersuchung den Mord an Frau Kofler eingestanden, Gegen Göllner wurde die Strafanzeige an daS Standgericht erstattet, doch wird die Verhandlung gegen ihn voraussichtlich vom Ober- landesgericht durchgeführt werden, weil Göllner in- der"Zwischenzeit verschiedene andere Verbrechen begangen hat. ■ Obligatorischer Schwimmunterricht an den Pilsener Schulen. Die Stadt Pilstn führt als erste der Republik noch im Laufe dieses Schuljahres den obligatorischen Schwimmunterricht an den Volksschulen ein. Raubllberfall. Am Dienstag. um Mitternacht überfielen drei maskierte Räuber, von denen einer Frauenkleider trug und die Leiden. anderen Fränen-Kopftiicher trugen, das Anwesen der Witwe Barbara Molnärovä in der Gemeinde Tögläs bei Ujhorod. Die Witwe wollte in den nächsten Tagen nach Amerika fahren und dse Räuber nahmen daher an, daß sie. Geld, habe. Die Eindringlinge mißhandelten" die.Witwe und raubten ihr 900 KC. Auf die Hilferufe der Frau eilten zwei Bauern, mit Heugabeln bewaffnet, herbei. Rach einem heftige» Kampfe,,.in dessen-Verlauf alle drei. Räuber verwundet. wurden,.gelang eS den Eindringlingen, zu entfliehend Man"ist der Ansicht, daß Zigeuner den Einbruch, unternommen haben./.,- Von der französischen und englischen Regierung Ist an, verschiedene-Länder-die'Einladung zu der am 19. September in-Nyon.abzuhaltenden Mittelmeer-Konferenz- übergeben worden. Nyon- ist- ein- Ort-von.6999: Einwohnern an der Seestraße zwischen Genf,und- Lausanne. Adele SandrockS Beisetzung: Mittwoch nachmittags wurde die- weltbekannte Schauspielerin Adele Sandrock unter starker Beteiligung der Bevölkerung, in der-Familiengruft in- Wien'bestattet, Für die österreichische Regierung erschien Minister Dr. Pcrntcc und.für".die deutsche Reichsregierung der Gesandte von Papen.. Dsr Entdeckung des„schweren' Nitrogen" durch den amerikanischen Professor Harold Ured aus New gork wird in ganz England und.auch im Auslande als bahnbrechend für die moderne Chemie, vor allem die Ernährungschemie, erachtet. Harold'Ured, ein Wissenschaftler von internationaler Bedeutung, erhielt" für seine Entdek- kung des"„schweren Nydrogen" und, des„schweren Wassers" den Nobel- Preis. Das schwere Nitrogen, unterscheidet sich von dem gewöhnlichen Nitrogen durch eine zusätzliche Einheit der Atommenge.■ Die- Herstellungskosten eines halben Kilogramms schweren NittogenS beziffern sich auf 120.999 Pfund Sterling. Neuer Flugrekord. Bei den Flugwettbewerben auf der Strecke EtampeS— La Marmogne erzielte die Fliegerin. Madelaine Charnaux auf dem Flugzeug Caudron Rafale mit einem Motor von 199 Pserdekräften In" dec Kategorie der Einsitzer bis 6% Liter mit einer Durchschnittsstundengeschwindigkeit. von" 288- Kilometern. 991 Metern einen internationalen Rekord der-Männer und Frauen auf,1999. Kilometern-Entfernung.,,'..-LL-,■' Flugzeugabsturz. Jm""Rhödopegebirge in der Nähe der-griechischen Grenze"stürzte ein bulgarisches Militärflugzeug ab, wobei der Pilot-und der B c o b a ch t c r ums Leben- kamen. Mörderin zum, Tode verurteilt. In dem Linzer Gistmordprozeß gegen Marie Sch w e n- d i n g e r und deren Adoptivtochter Leopoldine S ch w e n d.in g e r, die gemeinsam,.den-Gatten resp. Adoptivvater-vergiftet haben, wurde heute das Urteilgefällt.-Mgrie-Schivendinger wurde des Verbrechens, des Meuchelmordes schuldig"erkannt und zum Tode durch den Strang verurteilt. Ihre Tochter Leopoldine wurde wegen entfernter Mitschuld zu-drei Jahren.schweren Kerkers verurteilt, Unglücksbotschaften. Mittwoch vormittags ist in einem.Teiche unweit, von Saint Leomer (Frankreich) der^Generaldirektor" der Bank, für internationale Zahlungen lBJZ) Psierrq One s n a y beim. Baden-.ertrunken- Seine Leiche wurde"erst'"nach Mehreren-Stunden- geborgen. OueSnay stand im 48: Lebensjahre, im Jahre 1928-war er Mitglied der Reparationenkonferenz,- wo- er insbesondere" die-mitteleuropä«- ischen Fragen behandelte. Im Jahre 1922 wurde er vom Vöyerbund mit-der Reorganisierung der Finanzen in der Republik O e st e r r-e i ch betraut und vertrat dann den obersten Völkerhundkommissär in Wien Zimmermann. Nach dem Abschied von Wien bekleidete er im Völkerbund und in der.Bank.von. Frankreich hohe Posten,, im Jahre 1939-wurde er schließlich- Generaldirektor der Bank Nr internationale Zahlungen. 1929 beteiligte«r.sich als. Generalsekretär an.den Expertenberatungen" Wer die Ausarbeitung eines umfassenden und definitiven Planes zur Lösung des Reparationsproblems. Diesen Beratungen entsprang dann der AoUng-Plan.—Der Bruder des Staatspräsidenten" Lebrun wurde bei einer Hasenjagd in der Nähe, von Nancy versehentlich angeschossen und schwer verletzt. Die Staatsbahndirektion in Königgrütz schreibt einen" Lstentlichen Konkurs Nr die Errichtung einer Transformatorenstation, die Rekonstruktion der elek- irischen Einrichtung und die Einführung von Wechselstrom'auf dem Rangierbahnhofe"in Reichen« berg au». Die Angebote müssen auf den amtlichen Formularen bi» spätestens den 29. September 1987, „1J.. Uhr, im Einreichsprotokoll der SiaatSbahndirek- stion i ekUgebracht" werden. Nähere- Informationen erteilt die Abteilung IV/5 der Direktion. Temperaturen bi»»«-29 Gradl-In Mitteleuropa, stieg die Temperatur am Mittwoch bei Zufluß warmer. Luft au»-Südwesten-durchweg» über 27. Brad an. In Böhmen und im Rheinland wurden um-14" Uhr stellenweise 29 Grad verzeichnet. Hinter einer über Schweden liegenden Druckstörung dringt jedoch nunmHr■ I ü h l e ozeanische Luft auf da» Festland ein und hat bereit» auch Nordwestdeutschland erfaßt wo e» hei einer"Temperatur von 18-- hi» 18 Grad verschiedentlich regnet.— Wahrscheinliches Wetter, von heute: Vom Nordwesten-,her verstärkte Bewölkung Und" kühler. Stellenweise Schauer"oder"Gewitter, und" zwar namentlich"auf den Bergen. Windig. Im Ostteil de» Staate» noch im-ganzen schön und wärm.-— Wetteraussichten für Freitag: Veränderlich, auch im Karpathengebiet kühler. Vas land, In dem sich Sudeten* deutsche Kinder„erholen" sollten wird durch eine Begebenheit illustriert, die sich vor kurzem in Ung ar» abgespielt"hat und über die in der ungarischen Presse jüngst AusNhrlicheS zu lesen war. Der 22jährige Student der Philosophie an der Universität Szegedin, Ladislaus B o g ä r aus dem Tvrfe Mako, batte vom ungarische» Schulministerium ein Stipendium für die Sommerschule für Politik im Dritten Reich erhalten: In dieser Schule versuchte Man, den jungen Magyaren für den Nationalsozialismus zu gewinnen. Wie er später erzählte, habe er sich aus religiösen Gründen und als Ungar diesem Einfluß.widersetzt, der-mit seinen christlichen und nationalen Empfindungen unvereinbar war. Er wurde darauf als„Jude" und„Kommunist" beschimpft .und" wie aus deck später Folgenden. hervorgeht, aufs schwerste gedemütigt, bedroht und auch, wie er berichtete, körperlich mißhandelt. Man bedeut wie ihm, er möge sich zu den Stärkeren schlagen» da seinVolk ohnehin zu m S t e r b e" n verurteilt sei. Schließlich wurde er aus der Schule ausgeschlossen und mit Zwangspaß nach Hause geschickt. In Mako erhielt er weiter Drohbriefe aus Deutschland. Um seiner Familie nicht weiter zu schaden, erschoß er sich. Wie weit die Drohungen gingen und ob es sich um Erpressungen handelte,, ist vorläufig nicht bekannt. Jeden» falls erschießt sich ein 22jähriger nicht, wenn er nicht sehr Schtveres erlebt hat oder ihm Schweres droht. Der Jüngling hat sich- dem Dorf-Pfarrer geosfenbart und der P f a r r e r hat am Grabe des Toten scharfe Worte g eg e n die„M ör- der" gebraucht, die den jungen Männin den Tod getrieben haben. Die antinazistische ungarische Presse, die christliche und freiheitliche, fordert die Untersuchung des Falles. Die nazifreundliche, bzw. wie man weiß, von Goebbels ausgehaltene magyarische Nazipresse beschimpft den"Toten, beschuldigt Ihn und den Pfarrer, daß sie Ungarn schaden und Verrat am nationalen Ungarn begangen haben, Weik sie die deutsch-ungarische Freundschaft stören. Aus dem ganzen'Fall aber geht hervor, daß tzsilers Reich just da» Land ist, in das man junge Menschen zur Erholung und Belehrung senden darf... Vom Rundfunk ■apfahlennnrtM au» den Proarammaai -'- Freitag:' Prag, Sender I: 10.15: Deutsche Sendung: Für die Frau, 11.85: Schallplatten, 14 Deutsche Sendung: Au» Werken von Bach: Gesang:. Fine Reich-Dörich, Flöte: Wildner. Klavier Schlick, 14.40: Schallplatte», 18.05: Deutsche Sendung: Ein Besuch der Prager Herbstmesse, 18.85: Deutsche Ar- teUersentznng: Aktuelle zehn. Minuten, 18.45: Deutsche Presse, 18.55: Au» dem deutschen Kul- wrleben, 20.15: Mährische Lieder, 22.20: Gei- genquartett von Haba.— Prag, Sender II: 15: Tanzmusik, 15.15: Deutsche Sendung: Sieger über de» Tod, Hörspiel vom Emse, 15.50 Deutsche Presse.— Brünn 12.85 Rundfunkorchesterkonzert: Suppö, Bizet, etc,, 14.26: Ballettmusik, 17.40: Deutsche Sendung: Steiner: lieber Berufswahl. 18.15: Lieder von Neövara.— Pre-lmkg 14.15: Schumann: Sonate G-Moll, 19.10: Au» tschechischen Operetten.— Kascha« 20.80: Gesangskonzert.—, Mähr.-Oftrau 16.10: Leichte Musik, 18.10: Deutsche Sendung: Dr. Fischel: lieber Fußfchmerzen, — Klavierkonzert. Jaroslav Vrchlicky (Zn seinem 25. Todestage am 9. September) Als am 9. September 1912 der noch nicht sechzigjährige größte tschechische Dichter Jaroslav Vrchlicky inTaus starb, verlor in ihm auch die Weltliteratur einen hochbegabten Poeten," dessen Wert weder damals"noch jetzt zur Genüge" bekannt und"geschätzt>var. Vrchlickhs Lebenswerk wurde, was die Anzahl seiner Schöpfungen anbelangt, nur" von wenigen in der Weltliteratur überboten: mehr als89 Bände lyrischer und epischer Gedichte: ein großes. Epos, 88-Dramen, einen Roman, drei Novellensanimlungen, mehrere literaturhistorische und essayistische Schriften und außerdem eine erstaunliche Menge Uebersetzungen von Poesie, Prosa und Dramen hinterließ er. Jaroslav Ptchliclh, dessen wirklicher.Name Emil Frida war, wurde am 17. Feber 1853 in Laun als"der Sohn eines" Geschäftsmannes" geboren. Nach"dreijährigem Studium an. der philosophischen Fakultät" in Prag verbrachte er einige Jahre in. Italien als Erzieher iy adeligen-Familien, während welcher"Zeit ihn die- Antike" und Renaissance fesseltest, die- sein-späteres., Schaffe» stark beeinflußtem.Nach. Prag zurückgifehrt, erhielt er eine Anstellüng als Sekretär an der Technik, wurde 1891 von der tschechischen Universität wegen seiner Perdieüste»in' die Liieratpr" zum i Ehrendoktor:ernannt und wirkte an ihr seit"!898 als Professor.,M moderne'Literatnr^Jni.Iahte 1998 erkpanfte"- er„(,erlitt" mehre Schlaganfälle 'imd starb vier-Jyhre.'später hin,"' geistiger, Üm» nachtung...‘. I Wenn man in, den Werken Vrchlickhs blättert, findet", man,.daß"dieser. Dichter,"bollt? Ber- ständnis für die neuzeitigen" Strölniingest-besaß," ein Freund des Fortschrittes war,-erfüllt vom Glauben an den Sieg-der Humanität, des Pazifismus und der sozialen Ideen. Bor allem sei Hervorgehoben, daß er sich ein große» Verdienst um-das allgemeine gleiche-Wahlrecht erwarb, indem er Nr diese alte Forderung'der Arbeiterschaft im Jahre 1998 eine Rede im österreichischen Herrenhause hielt. Vrchlicky verfaßte über die Parlamentsabstimmung.. einelängere Ode „Der historische Augenblick": Um" Mitternacht . am,-21. Dezember 1998 schlummert Wien, in Schnee gehüllt.- In-diesem Augenblicke, da Nur Nachtwandler„oder von i.bet Nachtarbeit heimkehrende Proletarier auf der"Straße find, brausen geheimnisvolle."Fittiche, der Geschichte Wer das schöne Parlamentsgebäude. Die.Festung der alten-Bedrückungen fällt,-.sie wehrt-sich noch stn "letzten Krampfe-und.nur ungerne ergibt.sie sich der besseren- Zukunft.. Der einfache" Mann.erhebt sejn-Haupt auS dem Staube,-bereit zur Sonne zu gehen. Die historischen Flügel donnern weiter, man. hört ssie in Palästen und Hütten,, in, Domen, kaiserlichen Sälen-und-Grüften.- Sie verkünden den Sieg derneuenZeit.- i 1.874 debütierte. Vrchlicky,mlt.Uebersehun- gen aus seines» Lieblingsdichter. Victor" Hugo. 1875 gab er seinen ersten.Gedichtband„8 hlubin" herapS. Zu dieser..Zeit"faßte er, den. Plan, nach demPorbildeVictörHugoS. eine. Epopöe der Meyschheit. zü: schreiben,",in welcher-en" die. Ent«. Wicklung deS Menschengeschlechtes von uralten Zeitimjbis zur. Gegechwart". dichterisch-verarbeiten, wollte. Im Gedichtband„Duch a sviit" ,(1878) . begann er/ den, Aijsbau dse.ser'MenschheitSepopöe. DaS/Leihgedicht. dieses Bandes spricht von Zeitaltern, in deren Augen'die Ideen. der Menschheit ! brepnen, und; estdet. mit/.' dem AüSrjtfe:»Des iMinschheitsfrUhlingsLercheseimeinLiebI".Di«- ! ser.Band enthälteinigesoziäleGedichte.vor allem 'di? spimische Rdmästze übör Cid ,,DWHalme der I Armen" und die Reflexion Wer die Daseins- I kämpfe der Menschheit„Letzter Halm". Im Epilog„Den unbekannten Göttern"- feiert er"die Natur, an deren Brust der Geist, der Menschheit zur Arbeit erwachsen, die ganze Welt erobern und alle Geheimnisse-enthüllen wird.. Die Menschheit besang er. auch in seinem 1888 erschienenen Gedichtband„Ssinx". Die Sphinx schaut in der Wüste auf die jahrtausendelangen Irrfahrten der Menschheit herab,-denn ein Blick ins Antlitz der Wahrheit kostet den Kampf von Jahrhunderten. Dem Proletarier widmet er einen ZykluS von zehn Gedichten:"„Die Lazarus- hymne". Lazarus, her Proletarier, der in der Finsternis statt im Lichte lebt," ist in den Jahr- hunderten derselbe geblieben. Er trug Ziegeln zu den Pharaonbauten und Steine- zu den Türmen der Bastille, er darbte am Ganges unter Lows« bWen und liegt vor den Palästen der Reichen. Immer blieb-er, der elende Bettler. Als Plato philosophierte, wer"bemerkte neben ihm den gequälten Sklaven? Einst Helote oder Sklave, ist er jetzt nach. Jahrhunderten an Maschinen geschmiedet.„Wie lange noch wird meine Hand voll Schwielen an EdeyS Toren pochen?" fragt er-und antwortet darauf zum Schluß:„Aus Staub, und" Schmach werde ich auferstehen.„. Zum Paradies muß diese Folterkammer"werden. Dann erst" beginnt- die re"chte"Zeit: die ewige"Brüderlichkeit." . Hine» seiner schönsten sozialen Gedichte ist »SpartaeuS"(„Zlomky epopeje"-1888). Die Sklavenrevolteimälten Rom warunierdrückt und an 8999 Kreuzen verbluteten- die Aufrührer. Ihr Führer SpartacüS war. nicht unter, ihnen, er ist im Kampfe gefallen^ Man schleppte seine Leichp herbei und. schlug sie-noch ans Kreuz.,Sein Antlitz war voh tiefer,fiegesbewußter-Ruhe und in seinen Augen konnte inan die Frage- lesen:„O, Menschheit, wiebiele Kreuze WKdrn.sich noch er-. Nr. 212 Donnerstag, 9, September 1937 Seit» 5 WWWWM M0Üe Levlnne -■ der Bergbaugesellschaften '. Die' Mehrzahl der Grubengesellschaften hat im letzten Geschäftsjahr bedeutend höhere Reingewinne erzielt als im Jahre 1985. Rechnet man die Reingewinne der zehn großen Grubengesell- schasten zusammen und vergleicht man die Summe derselben mit jener des Jahres 1985, so ergibt sich eine Erhöhung von 14,778,791 Kt oder von 26.4 Prozent. Gegenüber dem Jahre 1934 beträgt die Erhöhung des Reingewinnes über 57 Prozent. So betrug der Reingewinn der 1936 Berg- und Hüttenweicksges. 22,586.422 Ferdinands,Nordbahn A.G. 22,982.661 Böhm. Handelsgesellschaft 6,971.116 Nordböhm. Kohlenwerksges. 4,865.662 Brüter Köhlenbergbauges. 4,852.875 Düxer Kohlenges auf Aktien 2,796.498 Handlowaer Kohlenbergbau A. G. 2,582.817 Westböhmifcher Bergbau- Aktienverein 2,544.171 Dux-Bodenbacher Eisenbahn- Gesellschaft 1,859.684 Prager Eisenindustriegesellsch. 748.488 1985 12,215.848 22,657.664 6,892.686 -2,826.845 1,887.892 8,549.962 2,725.664 2,488.652 1,666.669 . Der„Glück auf" bemerkt dazu: War das vergangene Jahr auch für die Bergarbeiter ein gutes Jahr? Niemand wird dies behaupten wollen. Auf manchen Gruben hat sich die BefchäftigungSmöglichkeit gegenüber den früheren. Jahren zwar etwas gebessert, aber der groß« Teil der Bergarbeiter spürt von einer Besserung noch sehr wenig. Die Bergarbeiter spüren nur, daß sie mehr leisten müssen und mehr auS- gebeutet werden. Ihre Löhne aber bleiben weiterhin niedrig und stehen in keinem Vergleich zu der Schinderei, wie man heute die Arbeit in den Gruben richtig bezeichnen muß. Wir haben vor kurzem an der Hagd der amtlichen Lohnstatistik aufgezeigt, daß die Jahresdurchschnittslöhne der Bergarbeiter von 1985 auf 1986 sich zwar etwas erhöht haben(infolge der Annahme der Zahl der verfahrenen Schichten), daß aber die Löhne pro Mann und Schicht gesunken sind. Bei steigender Leistung also sinkender Lohn. Daraus geht die intensivere Ausbeutung und Antreiberei der Bergarbeiter klar hervor. Den Prosit für die geleistete Mehrarbeit stecken eben die Grubenherren ein. Die Bergarbeiter haben nebst ihrem kargen Lohn nichts als das Risiko, ihr Leben und ihre Gesundheit mehr als früher aufs Spiel sehen zu dürfen, wie die beängstigende Zunahme der schweren und tödlichen Unfälle im Bergbau beweist. Es jft.gewiß anzuerkenncn, daß den Bergarbeitern im heurigen Frühjahr(aber auch erst noch langen Bemühungen) eineÄllmalige Teuerungszulage gewährt wurde. Im Verhältnis zu den erzielten Meingewinnen und Dividenden der Akio« näre, haben jedoch die Bergarbeiter herzlich wenig non dem Mehrertrag der'Gruben. erhalten. Die' letzten Bilanzen der Grubengesellschaften zeigen üns, daß von der'„Konjunktur", in erster Linie die Unternehmer profitieren und daß für die.schwer' arbeitenden Menschen in den Gruben und Hütten nur wenig absällt. Dabei gibt es aber noch Bergarbeiter, die von der„Volksgemeinschaft"' mit den Unternehmern begeistert sindl Ungenügende Vertretung der Textil* Industrie auf der Mustermesse Aus den Reihen ausländischer Einkäufer, hie zur Herbstmesse nach Prag kamen, werden Klagen über die ungenügende Vertretung einiger Zweige der. Textilindustrie laut. DaS unerklärliche Fernbleiben eines der wichtigsten tschechoslowakischen Produktionszweige von,.einer,^sy.refHg« sentativen wirtschaftlichen' Veranstaltung wir es die Prager Messe ist/ kennzeichnet auch folgender Fall: eines der größten«schwedischen^-GrschaW- häuser für Kinderkonsektion, die Firma E. Birke & Co. A.-G. in Stockholm', hat einen Einkäufer zur Prager Mustermesse entsendet, der aber fess> stellen mußte, daß da lejne. der. einschlägigen tschechoslowakischen- Industrien vertreten. war: Erst nach einer Rundfahrt durch Prag konnte sich her schwedische Einkäufer.durch Vermittlung eines der Spezialgeschäfte für.Kinderkonfektion mit den maßgebenden Erzeugern in Verbindung sehen,'. Prager Messe. Wie erwartet, ist Mittwoch eine Belebung des Messeverkehrs eingetreten, der vorwiegend auf das Konto des guten Besuches au»der Provinz zu buchen ist, Erfahrungsgemäß liegt der Schwerpunkt des Geschäftes für'den Jnlandmarkt stets gegen Messeende. Der Auslandsbesuch war zwar gegen die Vortage etwas abgeschwächt, doch kämest noch aus 19 Staaten Einkäufer. Die interessantesten Kunden stammten" aus Uebersee, Australien, den USA., Südamerika und Indien. Da es sich um große Jmporthäuser handelt,, konnten einige Aussteller noch beachtliche Exportaufträge hereinnehmen. Gleichmäßiger Absatz von Zement. Der Zementabsatz der vereinigten tschechoslowakischen Zementfabriken im Monat August 1937 betrug 15.490 Waggons gegen 16,918 Waggons im Juli. In der Zeit vom 1. Jänner bis 81. August 1987 wurden 85.642 Waggons Zement geliefert, gegen 70.526 Waggons in der gleichen Zelt des Vorjahres. Der bisherige heurig« Zuwachs des Absatzes bis Ende August ist somit 15.122 Waggons oder zirka 21.4 Prozent.— Der Bauarbeiterstreik in Prag hatte keinen nennenswerten Ein- fluß auf den gesamtstaatlichen Zementabsatz, da der Ausfall der Lieferungen in Groß-Prag durch die große Ausfuhr'in die füdböhmischen Teile des Staates wettgemacht wurde, wo in der letztet: Zeit eine gute Abnahme festgestellt wurde. Zuckerarbeiter nach Frankreich. Dieser Tage wurden in Göding und Lvndenburg 180 Arbeiter, darunter mehrere qualifizierte Kräfte, für eine neue Zuckerfabrik in Frankreich ausgenommen. Die Taglöhne bewegen sich von 80 Francs auf wärts, nebst gemeinsamer Verpflegung, Unterbringung.und Bezahlung der Reisekosten. Die Arbeiter müssest sich vertraglich verpflichten, außer der diesjährigen auch noch die nächstjährige Kampagne in Frankreich'zu verbringen.(DND) Debakel der Leipziger Messe Die sinkende Bedeutung der früher führenden Leipziger Messt' war schon länge nur schwer zu verschleiern, dieSmal'hat aber der Mißerfolg Ausmaße angenommen, die selbst die reichsdeut- schen Blätter zwingen, mehr oder weniger offen das Debacle zuzugeben. So schreibt die„Frankfurter Zeitung" über einen Funktionswandel der Leipziger Messe und behauptet, der Aussteller habe nun in der Regel kein besonderes Interesse mehr an neuen i n- l ä n d i's ch e n Kunden.' Obwohl das bedeutet, daß das Interesse an der ausländischen Kundschaft zumindest gleichgeblieben ist(in Wirklichkeit'ist es noch gestiegen), muß die„F. Z." zugeben, daß„im Auslandsgeschäft die Zahl der Besucher und die Summe der Einkäufe kein Grund zu besonderer Befriedigung war." .Aufschlußreich ist auch die Feststellung, daß die neuen deutschen Werkstoffe(Ersatzstoffe) von den ausländischen Besuchern beachtet wurden, daß aber die Auslandsnachfrage sich„noch" ausschließlich auf Waren aus dem bisher gebräuchlichen Material erstreckt. Ein Kommentar dazu ist wohl überflüssig. Daß das Ausland nicht nur die deutschen Ersatzstoffe ablohnt, sondern die Leipziger Messe überhaupt, geht nicht nur aus den Beschwerden über den schwachen Besuch hervor, die wir oben zitiert haben, sondern auch aus der folgenden Meldung, welche die„Bohemia" aus Haida erhalten hat und die wir im Wortlaut folgen lassen: In früheren Jahren brachte die Leipziger Herbstmesse, die eben zu Ende gegangen Ist, stets eine Belebung des Geschäftes in Haida-Steinfchö- nau bis kurz vor Weihnachten. Davon kann heuer keine Rede fein. Im Gegenteil, die diesmalige Leipziger Herbstmesse war ein glatter Versager für das nordböhmische GlaSgebiet. Einkäufer aus Uebersee waren in Leipzig nur vereinzelt zu sehen, auch die Kunden auS Frankreich, England, Holland, usw. fehlten. Deutschland selbst kann wegen der Einfuhrschwierigkeiten, bzw. der Devisenwirtschaft nicht als Käufer auf- Däs unangenehmste Aufwaschen! WM Das Fett hängt an? Mit VIM lost es sich restlos! Ein. wenig VIM abffpüch-^ tenrtäppein—der SchmütZ wird eingehSllt und mit dem Wasser restlos förtgefOhrt. VIM greift dabei auch feines Metall' nicht an, denn es enthält nichts Scharfes. Selbst das Abwaschen von fettigem Schmutz ist für Sie keine Plage mehr. heben, ehe dir die Morgendämmerung erstrahlt?" — Den 1. Mai 1890 begrüßte Vrchlickh in einem Gedichte, in welchem er betonte:„Mr alle sind Arbeiter, ob mit der Hand oder mit dem Geiste und alle melden wir uns zum Leben". In zahlreichen. Gedichten, befaßte er sich mit dem Schicksal der Arbeiter. Er geht allein durch«ine Fabrik« Vorstadt und steht die ganze Hölle der rauchenden Schlote und der donnernden Hämmer. Er sieht schwarze Schatten von'Männern aus der Arbeck gehen,, in. deren Augen Haß und Trotz blitzen. Er siebt, das Elend ihrer Frauen und fragil ob auf -diese Art«ine bessere Zukunft, der Menschheit winkt,— Zwei Arbeiter begehen Selbstmord iw' 'Steinbruch. Sie lebten, in. größter Not und hatten Kündigung erhallen, weil sie verdächtig waren, das Volk aufgehetzt zu haben.— In der Alle« eines Kurortes steht ein bettelnder Knabe, an , welchem die Herrschaften vorübereilen, ohne ihm ' ein Almosen zu geben.' Der Dichter ruft der: bürgerliche^..Gesellschaft zu, sie tsiöge sich nicht wun- - dern, wenn dieser Lunge zu ihrem Feinde werden wird.— Der Dichter bewundert den. Son- nenuntergang. Ein Arbeiter sagt zu ihm holl Bitterkeit:„Für. solche Sachen hat ein Arbeiter : keine Zeit" ,■ Er brückt im Geiste die- schwieligen /Hände der Arbeiter,' die er am Flutzufer schaffen sieht.-7 betrachtet Arbeiterhäuser gM:Ab- häng, W /denen'ÄlÜa und Frieden zü wohnen scheinen und-wünscht, daß aus-ihnen sowohl für die Heimat als auch für. die-ganze Welt eine bessere, Zukunft hervorgehen möge.'— Anläßlich einer Bergwerkskatastrophe/in Brüx, feiert er die verunglückten Bergleute alsgröhteHeldenl Er schildert das. eintönige'„Leben, der Weber, welche blass und abgemagert von' ihren Webstüh- .len.in die-Gegend.blicken, fijr alles äpathisch sind i AM nur, den Tod erwarten.-1 • In mehreren Gedichten- bekämpfte' Vrchlickh den Völkerhaß, den Krieg und den Militarismus. Beim Betrachten der Gemälde des russischen Schlachtenmalers Wereschtschagin ruft er aus: Hier, Menschheit, ist die Kehrseite deiner Majestät. Das Jahrhundert der Erfindungen, der Kultur und der Bestrebungen nährt in seinem Schoße Mörder. Nur der Künstler hat den Mut und die -Kraft,, der. Menschheit zu sagen, daß die Kroko-,- dilStränen der Humanität Lüge sind, daß Spitäler, Kirchen, Schulen und-alles, was Bildung heißt, Lügen, sind, wenn es Krieg geben kann.— Beim Ausbrüche des russisch-japanischen Krieges -ist er. sehr entrüstet: Sind denn nicht alle Friedenskongresse kächerlich, wenn der. Krieg wann, immer die Welt erschrecken kann? Warum soll der Mensch wieder um ein Jahrhundert zurückgewor, fen werden? Millionen sind sofort für Menschen» morden zur Stille, als ob-es nicht notwendig wäre, den Hunger zu stillen und Kultur zu verbreiten... In einen;-anderen Gedichte schreibt er. Über ein altes Pferd, welches zwischen zwei Ballen- aufgestellt wurde,-damit es als Zielscheibe für Soldaten diene. Er klagt: Wie leid tiü ihr mir, ihr-Apostel.der Menschheit, ihr heiligen Seher.mit. derFriedenSpalme.in der Handl Ihr verkündet den Frieden, de« Mensch hört e» und geht weiter den Weg. der Barbarei und der- Finsternis. Wie leid-tut ihr mir, Ihr Friedensapostel mit Euren Friedenskongressen, Broschü», ren und Phrasen, wenn man hpr Probe aus Pferde schiessen kann, üyr«S später auf Menschen besser zu treffenI Jhr tut.mir leid. Was wollt- Mr hier eigentlich?,— Di«, letzt« MaSke des SatanS-ist-- au» Kanonen und Gewehren- verftr»- .tigt. Dieser Satan liegt mit seinem vollen Gewichte auf der Menschheit und seine JnkarNatioy! ist Militarismus.— Das Grauenhafte de» Krie». ges zeigt.Vrchlickh auch in seinem'großen EpoL „Bar Kochba" über den Aufstand der Juden gegen das sie bedrückend« Rom. Auch dieses Werk sollte, wie Vrchlickh bemerkt, einen Teil seiner geplanten Epopöe der Menschheit bilden. Jaroslav Vrchlickh, welcher zwar besonders viel aus den romanischen Sprachen übersetzte, schuf auch eine Uebersetzung der beiden Teile von Goethes„Faust". Ferner übersetzte er aus dem Deutschen Schillers„Wilhelm Tell", Hämmerlings„Ahasver in Rom", Gedichte von H. Lingg, K. F,"Meyer u. a. m. Aus der sozialen Weltliteratur übersetzte' er neben einzelnen Gedichten französischer und italienischer Dichter zahlreiche soziale Gedichte der italienischen Dichterin Ada Ntgri und die sozialen Ghettolieder" de» proletarischen Largondichter» Morris Rosenfeld. i,' Vrchlickh wurde auch oft ins Deutsche übersetzt. Die ersten Uebersetzungen seiner Gedichte stammen von Edmund Grün(1886), welcher aych seine kleinen Prosarbeiten„Farbige Scherben" und„Neue farbige Scherben" in Reclams Universalbibliothek herauSgab. Eine-deutsche Auswahl, au» VrchlickhS Gedichten besorgte sein Freund, der Wiener Chirurg und tschechische Dichter Eduard Albert. Die besten Uebersetzungen VrchlickhS sind, von dem Prager Dichter Friedrich Jäblec(Reclams Universalbibliothek).„Bar Kochba" übersetzte Graf Boos-Waldeck.„Sata- nella",„Vittoria Colonna" und andere epische Hehichte der vor kurzem verstorben«.Oberst I. Weinberger. Außerdem übersetzten Vrchlickh noch Bruno Wellek, Mari« Kwaysser und andere. , i Bon den dramatischen Werken Brchlickh» hat sich am lebensfähigsten sein Lustspiel«'„Noe na Karlstejnö" erhalten, welches jetzt vom Ratko« nältheater neu«instudiert wurde,' Rudolf gllavh. Aufbauen- nicht sparen allein ist die Pflicht der Hausfrau, die ihre Familie gut und ausgiebig ernähren will Dabei hilft ihr der Kaffee. Mit ihm gibt die Hausfrau ihrer Familie für wenig Geld gesundeNahrung und will* kommenen Genuß. Kaffee ist ein wichtiger Baustein für Kraft und Gesundheit, Wohlbefinden und frohe Laune. Kaffee ist ein für jeden erschwinglicher Genuß. Julius Me'nl Kaffee» Spezialgeschäft Mocca Arusha 118 kg Ki 6— Mischung 111 1/8»„ 5'— Mischung V 1/8„„ 4'— treteu. Die wenigen ausländischen Einkäufer, die für die nordböhmische Glasindustrie in Betracht kommen, wollten meist an Ort- und Stelle abschließen. Aber auch davon darf man sich diesmal nicht allzuviel versprechen. Die für die Kundenwerbung unserer Industrie einst so wichtige Leipziger Messe hat also auch diese Bedeutung eingebüßt. Groß« jugoflawischc Eisenerzlieferungen. Die jugoslawischen staatlichen Eisenerzgruben haben einen Vertrag abgeschlossen, demzufolge sie 10.000 Waggons Eisenerze jährlich an Rumänien liefern worden. Der Verwog ist für einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschlossen worden. Aehnliche Verträge wurden bereits mit den tschechoslowakischen und ungarischen Eisenwerken, und zwar für zwei Jahre abgeschlossen. Die jugo- slnwischcn staatlichen Eisenerzgruben werden nach Ungarn und der Tschechoflowakei je 270.000 Tonnen Eisenerze jährlich liefern. Di« Eisen- und Stahlproduktion der Welt. Von 48.4 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 1986 ist die Roheisenproduktion der Welt auf 58.1 Millionen Tonnen in der gleichen Zeit dieses Jahres gestiegen. Die europäischen Länder sind daran mit einer Produktion von 28.9 Millionen Tonnen beteiligt. Die Rohstahlerzeugung hat stärker zugenommen. Von 59.6 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 1986 ist sie auf 72.0 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr. 1987 gestiegen. Der Anteil der euröpäisch'eü'Erzeugungsländer erhöhte sich in der gleichen Zeit von 88.2 auf 87.2 Millionen Tonnen. Die Rohstahlgewin- nung'der Bereinigten Staaten erreichte im ersten Halbjahr 1987 die Höhe von 80 Millionen Tonnen. Die österreichische Kohlenproduktion. Die Gesamtproduktion Oesterreichs an Braunkohlen stellte sich in den ersten sieben Monaten auf 1,768.460 Tonnen(gegen 1,589.088 Tonnen in der analogen VorjahrSzeit). Es ergibt sich daher eine Produktionssteigerung um 179.422.Tonnen. Die Steinkohlengewinnung war dagegen(teilweise Infolge einer Betriebsstörung) mit 127.697 Tonnen"(gegen 145.016 Tonnen) um'17.819 Tonnen geringer. In der Gesamtkohlcnproduk- tion beträgt daher die Steigerung-für die ersten sieben Monate 162.108 Tonnen. Man erhalt für Ke 100 Reichsmark....... . 693.— Markmünzrn...'. . 755.— 100 österreichische Schilling. . 526.50 100 rumänische Lei.... . 17.— 100 polnisch« Zlotp... . 514.50 100 ungarische Pengö... . 548.50 100 Schweizer Franken.. . 655.50 100 französische Franc».. . 106.60 1 englisches Pfund..-. . 141.12 1 amerikanischer Dollar . 28.50 100 italienische Litt... . 131.90 100 holländische Gulden.. .1578.— 100 jugoslawische Dinare.. . 61.92 100 BelgraS.. . 483;— 100 dänische Kranen... . 633.— 100 schwedische Kronen.- J 730— Verlanget Überall Volkszllnder Seile 6 „Sozialdemokrat DonnerSiaz, 0. September 1037. Nr. 2.7 Ausland Ausstellung essbarer und giftiger Pilze in Prag. Eben wurde in Ptag eine" Ausstellung von Pilzen nur der ganzen Republik eröffnet, welche die wichtigsten bei uns vorkommenden Pilzarten umfaßt. .Jeder, der sich für Pilze interessiert, bat hier Gelegenheit, diese schnell und verläßlich kennenzulernen. Die heurige Ausstellung umfaßt 4V9 Arten unserer wichtigsten Sommerpilze, die fortlaufend ständig erneuert und. ergänzt werden. Die Ausstellung ist im Hauptgebäude der Tschechischen Technik, Prag IJ., Knrlovo nüm. 14, untergebracht, wird bis Ende September dauern und ist täglich von V dir 18 Uhr geöffnet. Bon einem Pferd schwer verletzt. An einem Stall in Smichow spannte vorgestern abends der 4Sjäbrige Franz H r e 6 i k aus Kofchirsch ein Pferd seiner Arbeitgebers ein, wobei dar Pferb mit bem Huf in ein danebenstehendes Schaff stieß, dar Hiebik in den Bauch traf unb schwer verletzte. An bewußtlosem Zustand wurde er von der Rettungrgesellschaft auf die Klinik Schlaffer gebracht. Autounsälle. Gestern vormittagr geriet in.der Lützowgasse der leichte Lastkraftwagen der Wenzel Dolejöek aus Zifköv auf dem mit Grünzeugabfällen bestreuten feuchten Pflaster ins Rutschen, drehte sich um die eigene Achse unb stieß in dar Haus Nr. Lö. Der Wagen würbe beinahe zertrümmert, der neben dem Lenker sitzende 17Iährige Selcherlehrling Jaroslav Böhm erlitt durch Sblitter Verletzungen Im Gesicht.— In Wysotschan stieß gestern um 8 Uhr früh das Motorrad des 62jährigen Franz I a n e b a aus Holleschowitz, das einem Lastauto hatte ausweichen wollen, in der Nähe der Konstanzer Platzer gegen einen Baum. Janeba wurde aufs Pflaster geschleudert und blieb bewußtlos liegen. Am Krankenhaus auf der Bulovka wurde festgestellt, baß er eine schwere Kopfverletzung und mehrere Fleischwunden erlitten hatte. Ueberfahrm. Gestern um 0 Uhr früh wurde auf dem Wenzelsplatz vor dem Hause Nr. 64 der Eisenbahnangestellte Franz Khsela mir Rochlitz bei Reichenberg vom Auto beS Chauffeurs Franz Hanzlik aus Holleschowitz überfahren. Mit einer schweren Gehirnerschütterung unb mehreren Rißwunden würbe er auf die Klinik Jiräsek gebracht. Dem Wagenlenker wurde der Führerschein entzogen, dar Perfahren gegen ihn eingeleitet. Kunst und Mssnr Der Außenseiter Leonhard Frank, der einst durch seinen prachtvollen sozialen Roman„Der Mensch ist gut" fast berühmt wurde, hat sich unterdessen so sehr von dieser Art. und diesem Niveau wegenstvi^elt, daß man"der gestern im Deutschen Theater uraufgeführten Komödie„Der Außenseiter" besser etwa den Namen„Der Mensch ist originell" gegeben hätte. Dieser Mensch nämlich ist ein ehemaliger Industrieller, der auS Familie und Firma ausbrach, weil fie ihm zu dumm und langweilig waren, und, der dann sonderbarerweise das Leben einer Waldmenschen führte! Dreiundzwanzig Jähre langI, Dann führt den Totgeglaubten ein Zufall,.-der.sich' halb schau« spiel- und halb schwankmäßig verwenden läßt, wieder ins verlassene HauS zurück. Dort findet er die Larven und Lemuren unverändert vor. bis auf eine ihm inzwischen gewordene Schwiegertochter, mit der er Sympathie hart bis zur Liebe teilt. Weil er aber anständig ist und weil er außerdem eben die Waldluft dem GeschästSgeschwäb vorzieht, läßt er die brenzlige Situation abermals. im Stich und verschwindet neuerdings, vermutlich auf Nimmerwiedersehen. Innerhalb dieser Handlung, die von der nicht gerade neuen Entdeckung lebt, daß es in Gottefreier Natur. schöner ist als in Familien- und Firmendunst, wechseln nette Einfälle mit Banalismen ab. Reizvoller mit Langweiligem, Ansätze zu starker Satire mit manirierter Milieuschilderung. Bor allem aber überwiegen die Konstruktionen bei weitem aller Natürliche. And war die reichen. Leute anlangt lzu deren Schutz Wit doch wahrhaftig nicht auserkoren sind), muß dennoch gesagt werden, daß Leonhard Frank, um ihre Gesinnung zu schildern, sie sälschlich im allgemeinen fast beleidigend blöd darftellt.. Bom ersten Akt an, der Besserer verspricht, wird die Komödie immer lahmer. ES handelt sich aber— und dar scheint unS da» Wesentliche zu sein— nicht etwa um schwächere Literatur, sondern um ein KonversationS- und Ämüsierstück, geschrieben von einem,,gescheiten Menschen, der allerdingr als Autor weit bessere Tage gesehen hat. Kein Wunder also, daß dar Publikum, so angeregt e» hie und da auch lachte, dem Stück nur einen Achtungserfolg bereitete. Unter der Regie Arnold M a r l t 8 stellten Fritz Volk versonnen männlich und Erna Tcr- rel mädchenhaft fraulich die Hauptfiguren. Neben ihnen erfreuten vor allem die Herren Volker, Götz und S z u r o v h. in Episoden Stadler und Afritsch durch schöne schauspielerische Leistungen. ». G. Carmen Mit einer Neuaufführung der Oper„Carmen" von Georges Vize t hat dar Prager Deutsche Theater am Dienstag die Overntäsigkeit nach den Ferien wieder ausgenommen. Etliche neue Opernkräfte hatten dieser„Carmen"-Aufführung besondere Anziehungskraft verliehen und ein vollbesetztes Haus bewirkt, das dank einer ausgezeichneten künstlerischen Wiedergabe der französischen Meisterwerke». in echte Begeisterung und Beifallslust"geriet. Ein vielverheißender, schöner Opernbeginn, der zu weiteren künstlerischen Bestleistungen verpflichtet. Karl R a n k e. der neue erste Opernkapellmeister, der die musikalische Erneuerung der Oper besorgt hatte, zeigte gleich in ihrem Orcheftervorsvlel, was man von ihm zu erwarten hat. Unbedingte Genauigkeit und Sauberkeit, wirksamste dvnamische und rhhchmi- "sche"Gliederung und eine von echtem Musikeriemvera« ment bestimmte, persönlichkeitsstarke Auffassung. Endlich hörte man das Marsch-Gaupithema der Oper wieder im unverfälschtem Zeitmaß und in der dhna- mischen Klanggrellheit zirkuSmäßiger Arena-Musik. Delikat. klangen die charakteristischen Orchesterzwischenspiele der Oper, strafl unb gerundet in einheitlicher Führung und Stilschönheit die Ensembles putz Chöre., Recht gut. wirkte auch die Neuinszenie- rung der Oper durch den neuen Regisseur Dr. Friedrich Schramm, eigentlich eine szenische. Neugruppierung mit den vorhandenen Mitteln. In dem Bestreben, möglichst viel zu zeigen, tut Dr.. Schramm aber in der Detailiehandlung der Szene mitunter zu Viel des Guten. Aber sehr banken durfte man ihm, daß er die lebensgefährliche schiefe Ebene des ersten Szenenbilds beseitigt hatte. Erfreulicherweise ließen auch die Hauptdarsteller den GestaltungSwillen de» Regisseur», erkennen. Allerdings, daß Sergeant Josö ohne Kopfbedeckung Dienst macht, hätte Herr Dr. Schramm sticht dulden dürfen. Die Titelpartie der Oper sang zum erstenmal Frau RIse Steven»; außerordentlich eindrucksvoll in der lebendigen und IriÄhaften Darstellung, hnit sehr schöner und edler Tonentfaltung. Nur in den dramatischen" Affekten Da» Märchen von den 09 Prozent..' Die gut gelungene Regie. bei den letzken „Reichstagswahlen" hatte als Ergebnis die , OSprozentlge Zustimmung zu« dem Terrorregime der Nationalsozialisten erbracht. Inzwischen hat die Fortdauer des Terrors, der Kampf gegen die „Miesmacher", die erneute Vertagung der Ver- trauensratswahlen, die sich von Zeit zu Zeit wiederholenden Massenverhastungen, diese„Feststellung" längst ad absurdum geführt. Wenn tatsächlich 9g Prozent des deutschen Volkes aus freiem Willen zu Hitler ständen, dann wären sicher auch Appelle! wie der folgende überflüssig, der in der Betriebszeitung der Dresdner Bank enthalten ist. Unter der Aeberschrist:„Die neue Tour?—Tritt"gefaßt!" lesen wir: „Wir können es einfach nicht verstehen, daß cs immer noch Arbeitslameraden in unserem Betriebe gibt, die nicht einer Organisation oder Gliederung der Partei angehören, und meinen hiermit vor- ,. nehmlich die I a h r g ä n g e b i» z u m 86. Lebensjahr... Wir wundern uns übrigen» , über die Virtuosität mancher Arbeitskameraden, . die e» verstanden haben, in den letzten vier Jahren jeder Aufforderung zur Mitarbeit aus dem Wege zu gehen»,. Wir kennen.die„neue Tour", durch Un- s i ch t b a r m a ch« n sich jedweder Aufgabe zp . entziehen und bei Aussprachen über die Probleme de» Nationalsozialismus immer den Uninteressierten zu spielen. Kommt dann mal ein Amtsträger, um euch zur Mitarbeit aufzusordern, dann habt ihr tauf end ablehnende Gründe, von denen keiner stichhaltig ist..." Wie gesagt;,ein solcher Appell spricht g ege n die Behauptung von"einer Svprozentigcn Gefolgschaft, er ist vielmehr ein Dokument dafür, daß erhebliche Teile der deutschen Arbeiterschaft der Gleichschaltung auf den Nationalsozialismus soviel passiven Widerstand leisten, als das bei dem furchtbaren Terror eben möglich ist. Et war nicht so böö gemeint Als zu Beginn des Jahres die„Eiserne Garde"(Rumäniens Terrororganisation) eine Anzahl von Ueberfällen auf politische Gegner, darunter den Rektor der Jassier Universität Bratu, der schwer verletzt wurde, aussührte, erklärte die Regierung:„Nun sei es genug" und versprach dem Terror der„Eisernen Garde" mit wirksamen Mitteln entgegenzutreten. Und in der Tat hatte eS den Anschein, al» ob man gewillt war, diejenigen, die sich gegen die Gesetze vergingen, hart zu bestrafen. So wurden in Czernowitz zehn Mitglieder der„Eisernen Garde", die den Studentenführer der nationalen Bauernpartei schwer mißhandelt hatten, zu jahrelangen Zuchthausstrafen verurteilt. Bei der erneuten Berhand- lstng vor dem Kriegsgericht in Craiova erklärte, der Anklagevertreter die Anklage wegen Vergehens gegen die öffentliche Sicherheit nicht mehr aufrechterhalten zu können. Nun wurden vom Kriegsgericht in Kronstadt auch die. drei „Gardisten", die das Attentat auf.Bvatu verübt hatten,, in Freiheit gefetzt. Wahrscheinlich wird das Verfahren gegen alle eingestellt werden,(th) ■.. l.< Beruf Pferdedieb Von Manfred Amon (Schluß) Kinder.werden gekauft - Während alle anderen Völker gesunde, kräftige Kinder haben wollen, schätzen die Zigeuner besonders das kranke- und verkrüppelte Kind. Solche Kinder sind für die bettelnde Zjgeuner- frau eine große Hilfe bei ihrem„Berkkse". Deshalb" ist'der Kinderkauf bei ihnen noch durchaus üblich. Sie kaufen sich aber nicht nur untereinander die geschätzten Kümmerlinge ab, sondern suchen auch kranke und lrüppelhaste Bauernkinder auf diese Weise zu erwerben. Di»: schwarzen und weißen Zigeuner „Du schwarzer Zigeuner... das Lied wurde leider ohne" Sachkenntnis verfaßt. Denn, der Zigeuner im Frack, der in diesem Liede und ich weiß nicht wo noch überall den'Kaffeehausgästen seine Geige ins Ohr singen.läßt, hat mit den schwarzen. Zigeunern ungefähr soviel zu tun, wie ein amerikanischer, schwarzer Jäzzsänger mit afrikanischen Negern. Seitdem die Zigeuner doch irgendwie mehr oder weniger seßhaft geworden find," bekommt man außerhalb der" Gebiete, in denen, sie siedeln, ischivarze Zigeuner kaum mehr zu sehen. Die leben ruhig und bescheiden in ihren Hütten, hungern sich durch ihre elender Leben und überlassen es. ihren weißen, glücklicheren Brüdern! das Zigeünervolk draußen in der großen Welt zu. repräsentieren. Der arrivierte Liebling der Operette und der rührend romantischen Novelle.„Zigeunerprimas, und Baronesse" oder so, istkeiuschwarzer, sondern ein weißer Zigeu- . ncr. Astd diesen Unterschied sollmannicht so leichtsinnig unterschätzen, wie da» die Schlagerdichter gerne tun, denn er ist wirklich groß. So sehr, verschieden find die beiden Zigeunergruppen voneinander, daß manche Zigeunerforscher der Auffassung zuneigen, daß es sich hier gar nicht mir Angehörige desselben Bolles, sondern um zioei verschiedene Völker handelt. Es ist aber auch möglich, däh sich die beiden Gruppen einfach infolge ihrer grundverschiedenen Lebensweise auseinander entwickelt haben. Die in ihren Dörfern lebenden schwarzen Zigeuner sind braune, manchmal wirklich fast schwarze Burschen. Ihre vornehmeren Verwand- ren leben in den bosnischen Städten und haben eine hellere Haut! viele von ihnen find fast weih. Es'hat also seinen guten Grund,: wenn man von schwarzen und weißen Zigeunern spricht. Auch im Körperbau gibt es Unterschiede, die schwarzen Zigeuner sind meist schmächtiger und kleiner als die weißen. Während die schwarzen Zigeuner sich als primitive Ackerbauer und Schmiede fortbrin- gen, hauptsächlich aber noch immer vom Bettel und ein wenig— wir wollen sie nicht anschwärzen — vom Diebstahl leben, sind die weißen Zig«u- »er ausgesprochen respektabel geworden. Ihre Domänen sind der Pferde« uyd der Viehhandel. Bom Viehhandel aus gelang es ihnen in das Fleischhauergewerbe elnzüdringest. Sie habe» auf ihrem Wege die Erfahrung machen können, daß der Handel mehr einbringt als. der Diebstahl. Denn während der diebische schwarze"Dorfzjgeu- »er Zeit seines Lebens ein armer Hund bleibt, gelingt es dem ehrbar gewordenen weihen Stadtzigeuner nicht selten, wohlhabend, ja" reich zu Werden. Im Kulturleben der Balkanvölker spielten; und spielen die Zigeuner-Musikanten eine wich- tige Rolle. Sie sind die Vermittler; die das musikalische Kulturgut von einem Volk zum änderen tragen. So kann man serbische Zigeuner in Kroa-. tien türkische und griechische Lieder spielen und singen hören. Aus der Entwicklungsgeschichte des südslawischen Volksliedes ist ihr Einfluß, wie Kenner behaupten, überhaupt nicht wegzudenken. Man sieht also, auch der Zigeuner hat seinen Platz im Kulturleben der Menschheit und sein Lied ist mehr als ein bloßes Zugehör zum Nachtlokal im Budapester Stil. Es gibt Wohl auch schwarze Zigeunermusikanten, die begabten Burschen, die in den Städten die Geige streichen und das Cymbal schlagen, sind aber Weiße Zigeuner. Reich, aber nicht vornehm Mit der gehobenen sozialen Stellung der Westzen" Zigeuner nimmt das. Zigeunerproblem gastz neue Formen an. Der Stadtztgeuner, der wirtschaftlich aufgehört hat, ein Paria zu sein, möchte nun! auch sozial voll genommen weiden. Es handelt sich ihm darum, als gleichberechtigter und" gleichgeachteter Bürger in die Gesellschaft der mitfelManstischen Südslawen ausgenommen und" asterkannt zu werden. Er stellt sich darum anders zum Islam als der in religiösen Fragen recht indifferente Dorfzigeuner. Dem. schwarzen Zigeuner ist es nicht wichtig, ob sein Sohn beschnitten, wird oder nicht, auch die übrigen Vorschriften des Koran lassen ihn kalt,- Ganz, ander» der Weiße Zigeuner; er 1 nimmt bie Gebote des Islam, in seinem Strebest sich zu assimilieren, peinlich genau. Mohammed hstt leisten gläubigeren" Anhänger als ihn. Doch leide):.hilft dieser Elfer des Hochgekommenen nur wenig. Die stolzen islamitischen Slawen, die sich al» dit Nachfolger der einstigen türkischen Herten des! Lande» fühlen! ast'die sich ihre Vorfahren/selbst einst assimiliert haben, lehnen die Zigeuner-Assimilanten ab. So geht es' den weißen, reich gewordesten Zigeunern, in".den Städte» so, wie es'den reich gewordenen Regern in Amerika geht: sie können"«ich,"abev nicht vornehm werdens CORONA amerikanische Portable-Schreib- maichine. Geniesst volles Vor* kauen bei Millionen Schreibenden. Ueberzeugen Sie»loh von ihren besonderen Vorteilen. Schreiben Sie uns und wir führen Ihnen gern das leiste Modell unverbindlich vor erweist sich da» Volumen ihrer Stimme nicht«raiebig genug. Don Josö war Kurt Erich P r e g e r. Überzeugend in der Tragik seine» Schicksal», genußreich im gesanglichen Sinne. In der Blumen-Arie zeigte er diesmal neben dem vrächtigen Ssimmawrial auch "echte Belcanto-Kunst. Josef S ch w a r z' stimmprächtiger EScamillo, Lotte M c d a k S tonfrische, aber nicht immer ganz tonreine Micaela. Rose Book, Elisabeth Wanka, Libal, Göllnitz und Paweled in kleineren Aufgaben ergänzten das gut zusammenaespielte und eingesungene Ensemble.. E. I. Der Bühnenverein„La Seine", der heuer seinen zehnjährigen Bestand feiert, plant siir diese Spielzeit fostiende Theater-Aufführungen:„Ehe" von Wild« ganS,„Fräulein Julie" von Strindberg,„Rufmord" von Rokos, ferner„Saltomortolle",„Gehcimver- trag",„Die Nibelungen im Frack",„Pottafch und Perlmutter" und einige Kabareiiabende. Spielplan de» Neuen Deutschen Theater». Donnerstag halb 8: FieSko, einmalige» Gastspiel Ernst Deutsch. C 2.— Freitag: Der Außenseiter (D).— Samstag: Die CzardäSsürstin(CI). Spielplan der Kleinen Bühne. Donnerstag 8 Uhr: Bei Kerzenlicht. Erstausführung.— Samstag: „Raus ch". 2er Greta Garbo al» Hamlet? Der bekannte Hollh- wooder Regisseur Mamoulian, der Schöpfer de» Film»„Königin Christine", der einer der stärksten Erfdlge Greta.Garbos war, ist dieser Tage In London eingetroffen und erklärte in einem Interview über seine zukünftigen Plätte, er habe schon.lange den Wunsch, einen Hamlet-Film zu inszenieren, in dem bie Garbo die Titelrolle spielt. Und er werde diesen Plan früher oder später,trotz allen Widerständen, Frauen Rlännerrollen spielen zu lassen, verwirklichen. ' Detektiv Rick. Es gehört schon seit längerem zinst guten Ton, Detekttb-Fllme nicht mehr ganz ernst zu nehmen. Also versehen die Filmproduzen- ten sie mit heiteren Zutaten und parodierenden Akzenten. Aber nie geht die Parodie soweit, wirklich das Lächerliche der Detektibgeschichte zu enthüllest:", ihre Scheinlogik, ihre Klischee-Pshchologte, ihre ewige Gepflogenheit,, die Unschuldigen verdächtig erscheinende Handlungen begehen und den Schuldigen tatenlos herumstehen zu lassen, ihr Bemühen, einfache Tatbestände solange zu komplizieren, daß die schließliche Lösung des banalen Problems durch den Detektiv als überraschende Genietat erscheint. Rein, auch in den ironischen Detektiv-Filmen der- neuesten Mode wagt man nicht etwa, den Detektiv sich blamieren zu lassen(oder, wa» wenigstens ort», ginell wäre, ihn selbst als Täter zu entlarven, der Verbrechen beging, um sie„aufklären" zu können)-." Man hat im Grunde alles beim alten gelassen, nur daß. man-durch eine saloppe Haltung de» ÄetektivS- und heitere Episoden das Publikum zum Lachen bringt, das zu den Morden und Schrecken der Krl» mlnalhandlung in einem wieder peinlichen Gegensatz steht. In., diesem.amerikanischenFilm des Regisseur» W.'S. van Dyk«"ist, die" Verbindung "von Mordgeschichte mit Ehe-, Hunde« und' Jami-. lienkomik gewiß sehr geschickt' besorgt- worden, er gibt. wirklich witzige Szenen und. recht spannende Augenblicke, William P ow ell spielt densaloppen, ruhebedürsiigen Detektiv, mit-! virtuoser. Nonchalance, Mhrna L o y versuchte sich in der Rolle seiner Frau nicht"ohne Glück im maßvoll Heiteren, Missa, Land!ist. nachdrücklich hysterisch, diverse Gauner-, Onkel- und' Tantenfiguren sind gut dargestellt,— eS ist.«ist sicherer Publikumserfolg, aber«ist guter Film,ist« eS nicht.'—ei»— Ortsgruppe Prag. Samstag, den .'. 11. September, Treffpunkt. um halb. 8 Uhr. am Smichover Bahsthos, Wanderung zur Hütte. Sonntag, Morgen» ,' Kammwanderung nachHostömice. Füh- rer:. P i"ck..'! Pre!s'etwa.18' Bezugsbedingungen: Bei Zustellung in» HauS oder bei Bezug durch-di« Post monatlich XL 18.—, vierteljährlich tflö 48.—, halbjährig K6 88.—. ganzjährig ss" 192.—d—Inserate werden laut Laris billigst berechnet. Bel öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.- Rückstellung^.on Manuskripten«fobgt nur bet Einsendung der Retourmarlen.— Die Zeitunghftankatur wurde von der Post- und.Tel«^ r- graphendircktionmit Erlaß Nr. lb,809/VH/19S.0 bewilligt.""(Kontröllpoftaint Prähg 26. Druckerei: ,^vrbl»", Druck-,- Verlag»- und Zeitungr-A.-G, Prag,.,.; ytypSc