s-ntralorgan der Deütschen soztaldemokrattschen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Freitag, 1V. September 1937 17. Zahrgang «rsch-i»t mit Ausnahme de»«-«tag täglich früh/©injelptei» 70 Heller gttbattion unb B-rwaltung: PragXll., Fochova 62-Telephon 58077- HerausgWer: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redatteur: Karl Kern, Prag Aus dem Inhalt: Der deutsche Sender— ein Prüfstein der Staatskunst Neuschul-Bilder In Aussig zerschnitten Schacht vor dem Rücktritt Bündnis Paris-Warschau gefestigt Nr. 213 Zu Ham.Krach'-in Schöllschitz und Aüspitz was an beut Wagen nicht niet, unb nagelfest war, zu stehlen. Auf Grunb einer Anzeige einer Ortseinwohnerin würben bei. den angegebenen Personen Haus» burchsuchungen vorgenommen unb bie gestohlenen Sachwerte sowie Flugblätter sichergestellt unb beschlagnahmt. Daß bavei auch vorbereitete K n ü p- pel die einzelnen Besitzer belasten unb bie plan« mäßige Vorbereitung sowie terroristische Ein», stellung ber SdP verraten haben, bars unb soll niemanbei, wunbern. Bezeichnend für ben demo« ralisierten Geist ber SdP-Kerntruppe ist bie Aussage eine» gewissen Pospiäil, ber erklärte, von Dr. Schwab um zw ei Liter W ein für bie Wachmannschaft am Turnplatz in bie Stabt geschickt worden zu sein. Beschließen wir bie Wiebergabe bieser völkischen Ballabe von Brünn, bei ber also auch ber Alkohol zu seinem Recht« kam, mit ber täglich hoffnungSvohscr zu singenden Variation'.ESwirb ein Wein sein— unb bie SdP wirb nimmer sein.- i. Die Genossenschaften für den Frieden Der jetzt in Paris tagenbe IS. Kongreß de» Internationalen Genossenschaftrbunder nahm folgende Entschließung an: „Angesichts einer nie bagewesenen Spannung ber zwischenstaatlichen Beziehungen, bi« er gelegentlich seiner Pariser Tagung feststellen muß, und angestchtS ber sich baranS ergetenben ständig wachsenden Kriegsgefahr, brückt ber Kongreß beS Internationalen Genossenschaftsbundes sein Entsetzen über die Möglichkeit auö, baß bie Menschheit von neuem in einen bewaffneten Zusammenstoß gestürzt werben könnte, ber die Grundlagen unserer Zivilisation sicherlich nicht nur"erschüttern, sonbern sie vernichten würbe. Der Kongreß brückt von neuem seine Urber- zeugung dahin auS, baß daS genosirnschaftliche Wirtschaftssystem, verbunden mit dem Geiste der freien Bereinigung, der seine Tätigkeit bestimmt und sein soziales Ideal belebt, die sicherst« Grund, lag« für eine zwischenstaatliche Verständigung darstellt, und die zuverlässigste Gewähr für den -Weltfriedenbietet. Er fordert die an» ge sch l o sse n« n B e w e g« ng e n aller Länder auf, die demokratische E i g e n a r t- i h r er Einrichtungen und dieFreiheit des B o l k e S -durch all-e- ihnen jn Gebote stehende» Mittel zu verteidigen.". Ohne Deutschland und Italien Ole Piratenkonferenz wird heute eröffnet London. Die Antworten Deutschland» und Italien», die dem Außen» Ministerium in London zugegangen find, lehnen Vie Einladung zur Mittel» meerkonferenz ab und schlagen vor, daß die Krage der Geeücherheit dem Richtintervention»komitee unterbreitet werd». Wie Reuter meldet, wurde, der Entschluß der beide« Mächte, die Ron» seren» nicht zu beschicken, in London mit Bedauern ausgenommen, doch KSnne die Richttettnahme dieser beide« Großmächte nach der lleberzeugung der britischen Regier««« Keinen Gr«n d dafür bilden, die einberufene Konferenz abzusagen, in nicht einmal, fie zu verschiebe«.- Auch i« Pari» wird versichert, daß die Regierungen Sroßbrttannien» undKrankreich»festentfchloffen sind, mit den übrigen eingeladene« Regierungen ein««politische» Statut der Ordnung im Mittelmeer und de» gegenseitige« Schutze» gegen da» Piratenunwesen der Unterseeboote und Flugzeuge zu vereinbaren. Da auch Albanien bi»her ans die Einladung nicht geantwortet hat, ist anzunehmen, daß an Stelle von zwölf eingeladenen. Mächten nur neun teil» nehmen werden, nämlich außer den beide« Einberufern«och Sowjetrutz» land, die Türkei, Jugoflawien, Rumänien, Bulgarien, Griechenland Und Aeghpten. Vollkommene Ueberelnstlmmung zwischen London und Paris P a r i s. Außenminister Anthony Eden ist Donnerstag gegen Abend mittels Flugzeugs in Pariö eingetrosfen.- Außenminister DrlboS hatte noch am Abend die-erste Unterredung, mit Eden und Banflttart.--,. An französischen und britischen informierten Stells» wird in he» Abendstunden, mit. Genug- tuung die Völl l» m m e neU e b e r e i n- st t m m»» g- der Ansichten der französischen und britischen Regierung' konstatiert,. Pie Konferenz- verhandlungen über die Wiederherstellung" der Ordnung im Mittelmeer« trotz dem bedauerliche» TellnahmSverzicht Italien- und Deutschlands einem irdeihltchm Ende zuzuführen.' '■ Der diplomatische-Reuterkorrespondent mel< > bet auf Grund von-Informationen, an» zustän» digen Kreisen:- Die britische Regierung hatte schon seit Be- ginn der Ausarbeitung ihrer Bdeschsäge, die der Sonfeernz vergelegt werden sollen, die Möglich keit berücksichtigtidaß Italien«nh Deutschland "a» dieser Konferenz n i ch t teilnehmen, und von "diesem Gesichtspunkt'" auS einige Börschläge vor bereitet,' dereir- Dußchführyng auch" ohne" die Plif» 2W?^W-"^bEÄwhMte^mhsircht.H,' Volksgemeinschaft mit Stöcken, peitschen und Schreckschüssen ein ausgerauhtes Auto Der„Tudetmd rutsche Beobachter"«die Korrespondenz der Brünner TdP-Opposition, bringt- jetzt einm Bericht der Hauptlei» tung dieser oppositionellen Gruppe über die sonntägigen Zusammenstöße und Schießereien bei-Brünn.- Diese Darstellung dürste sicherlich von Wert sei« nicht nur für den Verlaus des . g e r i ch t l t ch« n Nachspiel», das diese Ereignisse zweifellos Haben werden, son dern auch für eine allgemein« Einsicht in di« Moral und in die Methoden jener Par- tei, dir der sudetrndeutschm Volksgemeinschaft den bisher größten Schaden ,«fügte.. Mit Stöcken und Peitschen sollen de» widerstrebende» Sudetendeutschen di«-,,Gedanken", dieser Bilks erlöser belgebracht werden! Kein Wunder«nd erfreulich, daß in ihr« eigenen Reihen der Widerstand immer lauter Md heftiger wird." Wir lasse« hier einen" Auszug der Dar- stellung durch die HauPtleitMg der Oppositio nellen folg«(deren sprachliche Schreck- fchüss« allerdings noch zu wenig Emanzipation vom„Geiste" Henlein» beweisen). ,,E»- ist wahr," daß /die SdP-Oppo- sitio n zu den.Kundgebungen der SdP mit Konrad Henlein als Sprecher in.Mödritz.Schäls- ..schitz und Taßtvjtz ein F l u g ül-rät verfaßte und zur Verteilung brachte. Inwieweit die SdP tum dieser unserer Absicht Kenntnis hatte, entzieht sich unseres Wissens, Tatsache ist aber,,daß die.Flug blattverteiler bei ihrer Tätigkeit'in- Mödritz, Schöllschitz und. Auspitz SdP-TruPpen begegneten, die die Flugblattverteilung zu vereiteln, suchte«.. Nachdem die Flugblattverteiler in- der Stärke von vier Mann bei den letzten Häusern von Schöll» schitz angelangt waren, nahmen rund 15 S d P- Anh äng er und. ein. Pferd eg es p an» die Verfolgung derselben auf. Mit Stöcken und P e i t sch e n versehen kamen die Verfolger den-Flüchtenden immer näher heran und als die Situation- für die. SdP-Opposstio- nellen bedrohlich zu werden schien, feuerte«in Oppositioneller zwei S.ch r e ck s ch ü s s e in die Lust.» Daraufhin- scheuten-„Menschen und Pferde",.d«r Ansturm stockte und die Oppositio nellen hasten Zeit das Auto zu. besetzen und zu flüchten,. Aehnlich spielten sich auch die Zwischen fälle in Auspitz ab. Hier wäre, wichtig zu be tonen, was Herr Dr. Schwab, der Ortsleiter der SdP in Auspitz, selbst zu Protokoll angab, daß die SdP"in Auspitz von der geplanten Flugblatt aktion der SdP-Opposition rechtzeitig avisiert. worden ist.,Auf Grund dessen wurden am Fest platz und in der Stadt verstärkte Wachposten auf gestellt.- Nachdem die'erwartete Flugblattvertei lung festgestellt wurde, wollte man die, Verteiler derselben„sicherstellen": Die sich sammelnden Oppositionellen- merkten ober bald' die dicke Lüft, da sich plötzlich.an'den Straßenecken Gruppen bil deten. Auf. die, von SdP-Seite gemachte-vor-. wurfsvolle Bemerkung:..'„Wo. sind die anderen, biss dauert": fiipd unsere" Mufmgßung thre. Be stätigung' und um irgendwelchen Exzessen recht zeitig äuSzuweichem wurde beschlossen), auf den' Ptarllplatz zu gehen. Auf dem Weg« zum Markt- Platz wurden-,wir: von den SdP-Gruppen verfolgt und;plötzlich erfolgte von rückwärts der U«ber» fall von rund 40 Mann. Im Laufschritt wurde ein O p p-o s-j t,i- Di n«I ler ergriffene und von einer-Gruppe? bedrängt und i j n s-ulti e,rt, ein anderer konnte noch"in das mitfahrende Auto flüchten) doch im nächsten Augenblick wurde die S e i-t e-n.s ch e t b e des Wagens-mit- einem Faustschlag z e r t r ü m m e r-t,_ und diese: gefähr«: liche Situation, wiederum veranlaßte den„Re» volverschützen"--. durch—die- Abgabe>>--von- z w e'i A l a r m» ,u,n ,d.S/ch r-e ckls/chiü s s e n«in eventuelle» Blutvcrgietzcn zu verhindern. Den Opposstionellen gelang es mach- den Marktplatz zu erreichens woselbst-die>, alarmierte.Polizei- diese!. b-w.ist, HaftHghm«!,Die.inzwischen^.snobilistertr' Geudg,rfs>erie.,"qrdnete ,-die" ,fofWisie UNttrsUchung, 'fiMü... n, t'wmwf""■>": wrriung»w,er»eiven Großmächte nwgNch m, MWd^Mnterähatten^lh^eichuenderweisr und ntchtp asttzere» ,»,,tu^ o«-.-deitulverlysseWi".JtaffenS," den«eschltiM der Kp'iferen» größere « r a f t w a, r» am» z u r n u b e n«nd Prdentitng mid Wirksamkeit perlrihen, doch wird. daS britische Projekt trotzdem nachdrücklich genüg fei», um die Lage angreifender Flugzeuge»der Unterseeboote in" Zukunft sehr unangenehm«scheinen zu lassen. " Die lrittsche Regierung kann- gegenwärtig den stälienisch-drutsche» Borschlag, die Frage der Piraterie im Mittelmerr dem Londoner Richt- inirrventionsausschuß zu übergeben, nicht in Erwägung ziehen. Edens Blatt entschuldigt die Russen Die dem Außenminister Eden nahestehende • ,H.o r k s h ire P o st"'schreibt"in- einem *."Lmärtikil:• „Wenn die Russen wirNich.mit'den Noten au Italien die' Nyoner Konferenz torpedieren iv'Men',' warum'fallen Deutschland und Italien darauf hinein und bleiben der Wägung fern? DaS Bläst'meint, die russischen-Noten-seien zu'einer unpassenden Zeit«^gesandt worden, scheinen aber eher i'm pul s-ssv'als Wohl überlegt. Man müsse"sich bei der Beurteilung den Standpunkt in-,Erinnerung rufen, den däS Deutsche Reich nach dem' Zwischenfall' mit der'„Deutschland" unp her,„Leipzig",- der zu-der- blusigen Vergeltung bei Almeria-führte/ eingenommen, hat..Die Nöte,.Höhe möglicherweise einer nationalen,Un« willigkeitswelle.,Ausdruck gegeben, die- die lSow« jötregierung ebenso'wenig, ignorieren könnte, wie da»„ zaristische. Rußland in den.SIebzigerjähfeit des vorigen Jahrhunderts die Empörung.'gegen die Türket' nicht äüßeracht lassen konnte) Vie Herrenmoral von Nürnberg Herr Adolf Hitler, Führer und Kanzler des Dritten Reiches, hat in Nürnberg, wo derzeit der Parteitag der Nationalsozialisten stattsindet, eine Proklamation an seine Getreuen verlesen lassen, in der er in dein-üblichen Schwulst— die hochgestelzten Phrasen stehen in einem argen Gegensatz zu dem magern Inhalt der langen Stilübung— von der nationalsozialistischen„Revolution", von der Volksgemeinschaft,: in der ihm wie in einem Zauberberg alle sozialen Probleme gelöst erscheinen, vom VierjahreSplan, dem Anspruch auf Kolonien, von Rassenhygiene und sogar— von Kulturpolitik sprach. DaS alles ist nichts Neues, gleich uns werden viele Menschen in. Deutschland diesen Phrasenschwall Uber sich ergehen lassen. Was jedoch die Kundgebung-von anderen dieser Art unterscheidet, ist ein Ausflug in das bergige Gelände der Nationalökonomie, den.der„Führer" unternommen hat. und der charakteristisch ist für den sozial durch und durch reaktionären Charakter des deutschen Nationalsozialismus. Die Ausführungen Hitlers betreffen nämlich die für den deutschen Arbeiter entscheidende Frage des Entgelts für sein« Arbeit, seinen Lohn. Hitler äußert sich da wie folgt: Indem durch.Streik und Terror auf der«inen . Seit« die Löhne eine fortgesetzte scheinbare Steigerung: erfahren: zwingen sic infolge der gleichbleibenden oder sogar sinkenden Produktion auf der anderen Seite die Preise zum Ansteigen. Dieser Vorgang ist ein zwangsläufiger, da, wie schon ^.betont,.den' erhöhten Löhnen- kein» ausgleichend erhöhte Produktion ge ge n'ü b.e r t r i t t, sonbern bet Ausgleich,nur durch erhöhten Preis geschaffen werden kann. Dieser erhöhte Preis aber gibt immer wieder den natürlichsten Grund zur augenblicklichen neuen- Erhöhung der Löhne, was abermals durch Streik und Terror erzwungen wird. Die ebenso zwangsläufige Folge ist das sofortige neue Anziehen der Preise. Da durch die mit diesen" Wirt» schäftistämpfen verbundenen Streit» und Aussperrungen die Produktion, swtt sich-zu erhöhen, auch infolge der allgemeinen Disziplinlosigkeit immer mehr abnimmt," müssen infolge.de» Sinken» der Konsumgllter die Preise im Verhältnis zu den Löhnen al» regulierender Faktor nm noch schnel» - ler als die Gehälter ansteigen. Vor allem ist schon die entscheidende Tatsache falsch, von der Hitler auSgeht, daß nämtich die Löhne steigen(durch Streik und Terror, wie dieser sonderbare Arbeiterfreund behauptet) und die Produktion fällt. Wo in der Welt ist dies der Fall? Weder in den Vereinigten Staaten, noch in England oder Frankreich, noch in der Tschechoslowakei, noch— in Deutschland. Ueberall hat in den letzten Jahren die Produktion an Umfang zugenommen. Von 1988 bis, zum Mai 1987 ist beispielsweise der ProduktionSindex der Tschechoslowakei von 69.2 auf 99.8, derjenige Deutschlands von 69.7 sogar auf 1-18.1 gestiegen. Angesichts dessen, daß die deutsche Propaganda selbst immer wieder von der Hochkonjunktur spricht, die cs im Dritten Reich im Gegensatz zu der Krise in der Zeit der Weimarer Demokratie gibt, ist die Behauptung Hitlers geradezu unverständlich. In derfelben Zeit, ist der. sich"der sonst von niemandem- bezweifelte Aufschwung der Weltwirtschaft vollzogen hat, sind auch die Preise gesste» gen, was eine ganz natürliche" Erscheinung ist. In einer nicht gebundenen Wirtschaft-7- und der größte Teil der Wirtschaft in- fast Men Ländern, auch in Deutschland, ist freie kapitälistischeWaren» wirtschaft—hängen die Preise der Wären voü Angebot und Nachfrage ab: ES ist" nun selbstverständlich, daß in der Zeit der.Krise die Nachfrage »ach Waren gering war, folglich fielen dieiPreise, während in der Zeit des'Wirtschaftsaufstieges mit der wachsenden. Nachfrage, die Preise steigen) Erst nachdem die Konjunktur"eingesetzt hat,, sind die Arbeiter, überall.— äußer in pen Diktaturstaaten," wo sie rechtlose Sklaven sind— mir Lohnforderungen auf den'. Plan getreten und haben einiges durchgesetzt, aber, now lange nicht daS, was ihnen gebührt.' Während' z. B...in der Tschechoslowakei der ProduktionSümfang des letzten Hochkonjunkturjahreö(1929) fast erreicht ist, .haben die.Löhne den Stand von.lystünoch"längst nicht erreicht. Der versicherte. Tagesdurchschnittslohn, wie ihn.die Zcntral-SozialversicherungSan- stalt ausweist, betrug 1929 Kö 19.11, im Juli Sette 2 Freitag, 10. September 1037 Nr. 213 Schacht vor dem Rücktritt Henlein— Ehrensast In Nürnberg Nürnberg.(Tsch. N.-B.) Am Donnerstag trafen die Mitglieder der deutschen Abordnung ans der Tschechoslowakei unter F ü b- rung Konrad Henlein» hier rin, die vom Reichskanzler als Ehrengäste zum Reichsparteitag eingeladtnwordenwarem^ ,1087 aber erst Kä 17.20. ES bedarf also noch mancher Lohnerhöhung, bevor die Arbeiter auf das Niveau der Vorkrisenzeit gelangen. In Deutschland,>vo Lohnbewegungen nicht möglich sind, ist das noch viel ärger! Was die Arbeiter augenblicklich verlangen ist nichts anderes als die Löhne wieder zu erlangen, die sie einst hatten. Dies schon aus dem Grunde, weil ja auch die Kapitalisten Konjunkturgewinne aufzuweisen haben. Wer heute, m der Zeit des Aufschwunges, da die Profite gestiegen sind, insbesondere in der Rüstungsindustrie(und das trifft für Deutschland ganz besonders zu), den Arbeitern abrät, höhere Löhne zu verlangen, derwilldieAr» beiterumdieFrüchiederKonjunk- tur prellen— und das tut Hitler, Dah er sich dabei ganz krauser, verworrener und falscher nationalükonomischer Theorien bedient, zeugt nur für die Schwäche feines Standpunktes, die Schwäche seiner Theorien, die in der Atmosphäre einer realen Betrachtung wie ein Kartenhaus zu- fammenbrechen. Wer nach derartigen Theorien sucht, um eine berechtigte und menschliche Forde- rnng fleißig und schwer arbeitender Menschen abzuweisen, zeigt damit, dah er gerechte Löhne der Arbetter und Angestellten, daß er den sozialen Aufstieg der Massen nicht will, dah er wohl Konjunkturgewinne der Unternehmer, nicht aber Konjunkturlöhne der arbeitenden Klasse wünscht. Wer so spricht wie Hitler es in seiner Proklamation tut, fordert zur Verelendung der Massen auf und handelt im Interesse einer schmalen Schicht, die sich auf Kosten des Volkes bereichert, einer Minderheit, die nicht schafft, sondern rafft. Die nationalsozialistische Bewegung hat durch Hitlers Nürnberger Proklamation ihr reaktionäres, arbeiter- und volksfeindliches Gesicht enthüllt. Im Namen der Volksgemeinschaft— wir kennen dieses Wort auch aus Zeitungen, die nicht im Dritten Reich erscheinen— sollen die Massen des Bottes betrogen werden, sollen Arbeiter uird Angestellte in der Hochkonjunktur Kri- senlühne erhalten, sollen die Löhne gleichbleiben, dieweil die Profit« steigen. Lm Namen der Nation und ihrer heiligsten Güter, di« in Wirklichkeit in den Rot gezerrt werden von jenen, welche das Wort Vott und Vaterland am meisten im Munde führen, sollen di« Massen dazu verurteilt werden, dauernd so«lend zu leben wie in der Zeit der schwersten Kris«, die je die Weltwirtschuft betroffen hat. Die Nationalsozialisten geben vor, das Volk zu eryeuern, sie streben, wie Hitler sagte, die'»bewußte Züchtung eines neben Men- scheu" an— aber wie sott dieser neue Mensch werden und wachsen, wenn man ihn von den Quellen des Wohlstandes auSschlieht, der im Gefolge der guten Konjunktur über die Kapiialsbe- sih« hereingebrochen ist. ES ist«ine kapitalistische Herrenmoral, die da in Nürnberg gepredigt wird und die nicht von dauerndem Bestand sein kann, weil auf der arbeitenden Klasse in Deutschland wie anderwärts die Zukunft der Wirtschaft und des Lebens der Nation beruht und weil die Mässen des Volkes sich nicht um den Lohn ihrer Arbeit werden prellen lallen. Je mehr die Herrschaft deS Diktators in Gegensatz gerät zu den Lebensinteressen ter Mehrheit deS Volkes, desto näher ist ihr Ende. verlin. Diesichimmrr mehr verdichtenden Gerüchte von der hevorftÄfrndm Demission des RrichswittschaftSmInisterS Dr. S ch a ch t werden jetzt von zuständig« Berlin« Stelle nicht mehr dementiert. Der Rücktritt deSMini- fterS dürfte also unmittelbar bevorstehen. vffiztell wird allerdings betont,. daß• sich die Stellung Dr. Schachts als Präsident der Reichstank nicht ändert und daß sein Rücktritt durch die Belastung zu erklären sei, di« die Kum- niulierung d« beiden Aemter als Reichswirt- Paris. An französischen und polnischen Stelle»»«hehlt man nicht die Befriedigung üb« daS gute Ergebnis der eingehenden AuSstwache zwischen dem polnischen Außenminister B eck und dem französischen Außenminister D e l b o s sowie auch deS Gedankenaustausches BeckS mit dem Vorsitzenden der Regi«»ng llhautemps und dessen Stellvertreter Blum. ES wird konstatiert, daß seit dem im Vorjahr erfolgt« Besuche deS Marschalls Rpdz-Smigly in Paris, seit der Gewährung der französischen Anleihe von 1.5 Milliarden Francs an Polen und seit dem unlängst abgeschlossenen französisch-polnischen Finanz- und Handelsabkommen alle M i tz- Verständnisse geregelt und daS BündniSvrrhältniS»wischen beiden Staaten gefestigt worden ist. Den Informationen einiger Pariser Blätter zufolge sollen Im verlaufe der Unterredung Beck Die„Prager Presse" meldet aus Warschau: Der Führer deS Lagers der Nationalen Vereinigung, Oberst K o e, hat seinen Erholungsurlaub in.Süditalien abgebrochen und ist nach Warschau zurückgekehrt. Seine vorzeitige Rückkehr wird mit den Absichten des Lagers der Nationalen Bereinigung,«ine neue Wahlordnung in der Dezemberfeffion des Parlamentes«inzubringen, in Zusammenhang gebracht. Gewisse Anzeichen deuten darauf hin, dah die Regierung unter dem Druck der Ereignisse der letzten Tage geneigt ist, eine Aenderung der bisherigen Wahlordnung zuzulaffen. Ein« neue Wahlordnung für W a r s ch a u, welche Stadt seit sftben.Jahren kommissarisch verwaltet wird, würd^ den Auftakt für di« neue Wahlordnung der Parlament» bilden.■'•-'■* Die lebhafte Tätigkeit der Linksopposition und der demokratischen Gruppen und Organisationen nimmt im steigenden Mähe die Aufmerksamkeit der politischen Kreise in Anspruch. Der nationalistllche„Wieczör" glaubtzu wissen, dah die Leitung des Sanacia-LagerS und der demokratischen Elemente des gegenwärtigen Regierungslagers beschlossen haben, eineDelegation zum Präsidenten der Republik zu entsenden, di« ihm die politischen Forderungen dieser beiden Gruppen vorlegen soll, zu denen die Auslösung des gegenwärtigen Parlamentes und di« Ausschreibung von Neuwahlen gehört. schaftSwintster und al« ReichSbankpräfldent für Dr. Schacht zn einer nicht«ehr tragbaren Bürd« gestalten.; Andererseits vernimmt man, daß die Stellung Dr. Schachts zum Teil dadurch erschüttert wurde, daß im»Deutschen Bottswirt", der" bekanntlich Dr. Schacht nahesteht, ein Artttel erschien, der auf die wachsende»Sch wie» rkgke tt e n htnwirS, da« Roh st»ffp r» b- lem in Deutschland und die»ewal» tig steigenden öffentlichen Ausgabe« finanziell zu meistern. Bündnis Paris-Warschau gefestigt Becks Besuch In Paris von groüer Bedeutung Auch Innerpolitischer Kurswechsel in Polen? und DelloS auch mitteleuropäisch« Fragen sowie daS Verhältnis Polens zur Tschechoslowakei berührt haben. Beek bekehrt? Londons Dor polnische Außenminister Beck beabsichtigt nunmehr, Ivie.der„Daily Telegraph* bekanntgibt, etn« Politik der engsten polnisch-französischen Freundschaft zu verfolgen, welche sich nach dem Abschlüsse deS deutsch-polnischen Pakte» eher gelockert hatte. Auf diese Entscheidung soll der deutsche Entschluh einer Befestigung der polnisch-deutschen Grenze nicht ohne Wirkung gewesen sein.- Diese Auffassung wird aber von der„Mor- ning Post" nicht geteilt, die wissen will, dah sich Beck auf seiner Rückreise nach Warschau ein oder zwei Tage in Berlin aufhaüen werde. Der konservative„TzaS" verzeichnet da» Gerücht, wonach Paderewski demnächst nach Polen zurückkehren und di« Leitung der Zentrumsopposition übernehmen wird. Polnische Journalisten sagen deutsche Abbruch des persönlichen Verkehr» Der„Prager Presse" wird aus Warschau berichtet: Auf der Tagung der Journalistengcwerk- schaft Oberschlesiens in Kattowitz, die am 0. Sep- tember'stattfakd, wurde di« Lagedir polnischen Minderheit und der politischen Presse in^Deutschland einer Prüfung unterzogen und das Ergebnis in einer Entschließung niedergelegt, in der es u. a. heiht, dah die Gesetzgebung. des Dritten Reiches die Existenz der 1.6 Millionen Köpfe zählenden polnischen Minorität und der polnischen Presse im Dritten Reiche vollständig auher acht läßt und deren Ausrottung herbeiführen muh. Die Gewerkschaft beschließt daher, sämtliche organisierten Journalisten aufzufordern, jeden Kontakt mit jenen deutschen Journalisten, welche der nationalsozialistischen Idee huldigen, unverzüglich abzubrechen. Die Journalisten werden' auch aufgefordert, an keinen'Versammlungen teilzunehmen, zu denen deutsche Journalisten geladen sind. 18 EINE GESCHICHTE VON BILDERN UND ANTIQUITÄTEN Copyright by Saturn Verlag 1935 Bereits unter den ersten Tropfen des Zau- berwassers verlor einer der Jagdhunde seine Hinterbeine und verschwand alsbald ganz, ebenso ein swlzes Pferd mit einer Edeldame. An ihre Stelle trat ein Loch. Nicht anders erging«S den übrigen Personen der vornehmen Gesellschaft. Balerian warf einen nachdenklichen Blick"auf die Sammlung brauner, schmutziger Wattebausche, die sich im Kübel häuft«; das Braune, Schmutzig« waren die Pferde, Hunde, Reiter und Sdeldamen seines Bildes gewesen. Nach zehn Minuten stand ein Bild mit etwa acht Löchern vor ihm. Herr van der Sprüngen trat einen Schritt zurück. »Sehr gut komponiert", sagte er anerkennend,„eher EorneliS Decker ab» Joris van der Hagen." Auch Balerian war in die Betrachtung des Kunstwerkes versunken. "„Was soll man da machen?" fragte er schliehlich. ..„Ich würde", sagte Herr van der Sprüngen, „die Waldgrenze etwas höher ziehen, etwa bis zu den Löchern hinauf, di« ja, Gott sei Dank, ziemlich tief am Himmel liegen. In den Bäumen sind sie gleichfalls sehr gut zu verdecken. Der blaue Himmel könnte dann erhalten bleiben." „Er muh bleiben, unbedingt!" sagte Balerian.„Der blau« Himmel muh unbedingt Blei» henl Er ist das einzige Echte an den! Bitt'." «und unten würde ich gar nichts machend, endete Herr van der Sprüngen,„ein brauner Waldweg, wie ihn eben die Ruisdaelschüler lieben...." «Etwas l«er", meinte Balerian,..»sehr leer sogar: vielleicht eine heimkehrende Viehherde? Oder«in ländlicher Wagen mit ein paar Hunden, die ihn umschwärmen— glauben Sie nicht?"* »Ein Bauernhaus mit zwei Leuten auf einer Bank davor; Abendstimmung", schlug dagegen Herr van der Sprüngen vor,„die Personen ganz im Dunkel gehalten. DaS arbeitet sich leichter und ist auch sehr eindnickSvoll, beinahe lyrisch." »Na gut", sagte Balerian,»soll man eS signieren?" „Möchte ich nicht raten",' erwiderte He« van der Sprüngen.„Lassen Sie doch mehrere Möglichkeiten offen. Warum wollen Sie sich auf einen besttmmten Namen festlegen? DaS kann Scherereien machen. Ich könnte eine Jahreszahl anbringen. Oder besser noch die ersten Ziffern einer Jahreszahl; etwa 168., die letzte Ziffer ist eben verwischt worden. Die Käufer werden dmch so etwas angeregt, die fehlende Ziffer und vielleicht auch noch die Signatur zu suchen." „Ausgezeichnet!" rief Balerian..„Sie sind «in genial« Mensch!" Er verlieb das Atelier einigermaßen getröstet. Bei der AuSgangStür hingen mehrere" moderne Landschaften. .„Was ist denn das für ein Dreck?" stagte Balerian. „Das male ich selber", sagte He« van der Sprüngen schlicht,»meine eigenen Arbeiten. Sind sie so schlecht?" »Ra ja", meinte Balerian. und trat näher, »verkaufen Sie das auch?" „Nur wenn ich«s falsch signiere— als DIaz oder Coroislizzen", erklärte Herr van der Sprüngen melancholisch. Eine gut« Idee", rief Balerian,»ich wußte gar nicht, dah Sie sich auch in modern« Künstler so etnfühlen können." Herr van der Sprüngen lächelte still und kümmerlich. Balerian begann seinen Bestand an Empirebetten, Lustern, nackten Engeln und vergoldeten Feuerböcken zu liquidieren. Aber das ging im wörtlichen Sinn bloh teilweise. Rach einig« Zett besah er nur noch eine halbe»Dame mit Papagei" von Kaspar Netscher, ein Viertel eines Louis XV.-Diwan», ein Holz-tzeiligen-Drittel; gemeinsam mit M. Binjärdin ein nacktes Bronze- engel-Fllnftel; zu dritt mit zwei Brüdern Fleu- ron di« Mm«. Pompadour in Biskuit und vielerlei dieser Art. Roch später verkaufte er die Hälfte der in" seinem Besitz befindlichen Hälfte der „Dame mit dem Papagei" und ward deS ihm verbleibenden Viertels der Dame auch nicht froh. Entschlossen, mit diesem Kleinkram nicht länger zu arbeiten, begab er sich auf die Suche nach Objekten, die der Phantasie einigen Spielraum liehen,, immer tief« und tiefer in di« Jahrhunderte zurück. Das siebzehnte und auch da» achtzehnte— klar« und durchsichtige Zetten, als hätte man sie.noch persönlich gekannt, sounge» eignet für Geschäfte wie helles Wasser für den Fischfang— brachte er schnell hinter sich. Ebenso das sechzehnte;«ine langweilige und phantasielose Epoche, die Dinge hervorgebracht hatte, wie die PeterSfirche in, Rom und schwarz« Röbel ähnlicher Dimensionen oder Riesenplaftiken von Michelangelo, die sich picht, einmal gefälscht für d«n Handel eigneten. Erst jm XV,, XlV. und gar im. Xlll.. Jahrhundert. wehte die richtig« Lust. Niemand wußte da ganz Sichere», und was man in die Hand nahm, war gleichermaßen befremdlich, und rätselhaft und zerbröckelte unter den Finstern... Balerian erlangte Kenntnisse, di» einem Theologieprofeffor Wohl angeständen hätten. Er-Aste, die verworrensten. ikonographischm Probleme einfach und ohne Zaudern. Auch Frankreich verstärkt seine Mlttelmeerflotte • Pari». Der Marineminister Eampinchi gab der 5. Dwision französischer Torpedoboot- »erstörer Befehl, sich' für dir Fahrt in» Mittelmeer verzutereiten und. die biStzerizrn französische« Marineeinheiten zu verstärken, welche zum Schuhe der Schiffahrt im Mitteln»« bestimmt sind. Ole Frechheit wird Immer größer London. Die britische Admiralität bestätigt, daß der britische Dampfer„Stan- w o l d" am Mittwoch jenseits der Grenzlinie der spanischen HoheitSgewäff« von einem Torpedoboot der Aufständischen aufgebracht worden ist. Algier. Donnerstag um 0 Uhr vormittag»«schien über dem Hase« von Algier«in Wasserflugzeug d« spanische« Aufständischen. sieb« Befehl der französische» Marinebehörden wurden auf diese» Flugzeug drei Kanonenschüsse abgrfeuert. Da» Wasserflugzeug der Aufständischen enffrrntr sich sofort gegen Norden. Oer Kampf um Schanghai Schanghai. Entlang der dir japanisch« Basis in Wusung mit dr» japanischen Position«» bei Aantsepu verbindenden Straße hat sich in der Schanghai« Zone eine sehr heftige Schlacht entwickelt. Die chinesische» Truppe« halte» sich östlich d« Straße vo« Schanghai«ach Wusung. Nach japanischen Meldungen ist auf dem Kampfplätze die achte chinesische Armee eingetroffen. Diese Armee ist di« erste Einheit, die aus Truppen der ehemaligen Roten chine« fischen Armeen zusammengesetzt ist und mit den japanischen Arm«» in Fühlung kam. Diese Armee, die von der Nanking-Regierung reorganisiert und ausgerüstet wurde, kämpft unter dem Kommando des Generals Schuten, eines bekannten roten Führers. * Die chinesische Agentur Central News meldet, dah eS am Donnerstag entlang du Bahnstrecke P ei Pin g— Suyuang sehr heftige Kämpft gab. Die Chinesen verteidigen die Bahnskecke gegen zwei japanisch« Brigaden und mongolische Truppen in der Stärke von ungefähr 20.000 bis 80.000 Mann. Die gleiche Agentur meldet weiter, dah 10.000 Japaner einen Angriff aufTienschen zwischen Kal» gan und Tatung unternahmen, aber zurückgeschlagen wurden. Chinas Silberschatz In Hongkong hinterlegt Hongkong. I» hiesigen Banken wurde der chinesische Silberschatz in Dollar» und Barre» hinterlegt. Er wurde au» Kanwn und Hankau hubeigeschafst und hat einen Wut vo» 350 Mil- llonen Dollar. 200 Cholirifllli In Hongkong In der letzten Woche wurden in Schanghai 20 Fälle von Cholera gemeldet, von denen neun tödlich endeten. In Hongkong waren in der, letzten Woche 208 Personen an.Cholera erkrankt, von denen 126 starben. »Moft» kniet vor dem brennenden Dornbusch und hat sein« Schuhe b«iseite gestellt", so deuftft er«in gotische» GlaSgemälde, ein ehrwürdige» Kirchenfenster, da» die Reste aufzüngelnder Flammen und zwei schwarze Röhren- sttefel erkennen lieh. »Di« Juden feilschten um die Kleider Christi", lautete die Erklärung«ine» anderen Fragment», auf dem einige spitz« Hüte und da» aufgerichtete Kreuz zu sehen waren. Man befthrft ihn, dah nicht die Juden um die Kleider Christi geftilscht. sondern dah dft römische» Soldaten des Pilatus um sft gewürfelt hatten. Ja, aber nur, um sie nachher den Juden zu verkaufen; denn die spitzen Hüte gehörftn den Juden an. Schliehlich löste sich die Meinungsverschiedenheit durch dft von ander« Sette«folgte Feststellung, dah da» ganze Kirchenfenster ein« Fälschung war. Baftrian begann in dies« Atmosphäre sich heimisch zu fühlen. Die» waren die ihm zusagenden Zetten, ihre Produkte unterlagen nicht den allgemeinen Preisgesetzen, sie unterlagen überhaupt nicht allgemeingültigen Gesetzen, mit ihnen lieh sich spekulieren, valerion versenkte sich tief in diese Materie und begann bereit» im XII. und XI., ja sogar schon im X. Jahrhundert zu forschen. Ein dunkftr Instinkt trieb ihn auf dftftm Weg vorwärts. Oder vielmehr rückwärts, immer wtiftr zurück und erst al» er bei der Böllerwan« derungszeit, beim VH. und VI. Jahrhundert angelangt war, beruhigte er sich«in wenig. Er ver- brachft sein« Tage zur Hälfte in der Bibliothique Nationale oder im Louvre oder im Muffe Cluny; zur anderen Hälfte mit noch nicht ganz zftlgerich- teftn Bkeiszügen, bei kleinen«ntiquitätenhänd» lern. Er suchte, ohne recht zu wissen was, es stöbert« nach Objekten, derm Charatteristikum^darin zu bestehen hatte, undefinierbar zu sein.' ^Fortsetzung folgt.)! Nr. 213 Freitag, 10. September 1037 Seite 8 ■ Franzbranntwein Waren auch auf der letzten Ausstellung in Deutschland ausgestellt. Es handelt sich offenbar um einen nazistischen Lausbubenstreich. und letzt auch Zahn-Citine der Mutter und dem Bruder Sturms durchgeführt« Hausdurchsuchung förderte Bewelrmaterial'zutage, darunter zwei photographische Platten, auf denen sich Aufnahmen einer 10-Kö- und einer 100-Ikä-Note befanden. Anscheinend handelt es sich vorerst um einen Versuch der Geldfälschung, denn die photographierten Noten hätten in diesem Zustande nicht verwendet werden können. Nach dem Gesetz ist aber auch der Versuch einer Geldfälschung strafbar. Achtzehn Meter tief abgestürzt— und unverletzt In der alten Polmühle in Weipert muß wegen Einsturzgefahr der Jabrikschornstein abgetragen werden. Während zwei Arbeiter mit dem Abtragen beschäftigt waren, lockerten sich Stützziegel, die das Gerüst hielten, und der Maurer O. Neu» b ert stürzte mit dem Gerüst IS Meter tief ab. Er fiel auf«inen Ziegelhaufen und blieb bewußtlos liegen. Im Krankenhaus, wohin er sofort gebracht wurde, kam er jedoch bald wieder zu sich. Zum Glück wurde auch noch festgestellt,. daß der Arbeiter keine ernsten Verletzungen davontrug. Da kann man wohl sagen: Glück im Unglückl Vom KindererholungSheim in Dittersbach. Am 7. September ist in das Kindererholungsheim Dittersbach das 10.000. erholungsbedürftige Kind ausgenommen worden, Ida Dittrich, eines von den fünf Kindern einer armen Witwe aus Arnsdorf bei Tetschen; es bekommt aus diesem Anlaß von der Anstalt eine neue Ausstattung und eine Einlage bei der Sparkasse. DaS große Heim, daS den Bezirken Aussig und Letschen gehört, steht seit zehn Jahren ununterbrochen in ganzjährigem Betriebe. Tödliches Autounglück. Mittwoch, den 8. September, passierte in R e i t s ch o w e S bei Saaz ein Autounsall, der leider«in Todesopfer fordert«. Um di« Mittagsstunde fuhr in der Richtung gegen Saaz ein Pilsner Auto, dem innerhalb der Ortschaft ein Pferdegespann entgegenkam. Gerade als beide Fahrzeuge aneinander vorvberfuhren, überquerte der vier Jahr« alte Edwin Haas die Straß«, der hinter dem Pferdefuhrwerk vorgelaufen kam. Da» Kind wurde vom Auto erfaßt, zu Boden geschleudert und schwer verletzt. Die Insassen de» und Bedürftigsten geht auf die Initiative einiger wirtschaftlicher und sozialer Organisationen und insbesondere des ErnährungSauSschusseS deS Abgeordnetenhauses> der Nationylverfammlung »«rück. Die Aktion wird al» Ergänzung der üblichen allgemeinen Notaushilfe durchgeführt Weichen. Die unverantwortliche Schreibweise über die vermeintlichen Mängel dieser Aktion muß daher schärf zurückgewiesen werden, da diese Mion die sozialbedürftigen Schichten»häe Unterschied der politischen Zugehörigkeit berücksichtigt, Ein abseblltzter Diktator A s u n e I» n. Der Polizeidirektor Oberst Ramos gab bekannt, daß in ganz Paraguay wieder Ruhe herrsche^ Der Aufstand, der den früheren Präsidenten Oberst F r a n e o alS Diktator zur Macht bringen sollte, wurde unterdrückt und die Anführer verhaftet. Oberst Franeo, der bereits im Flugzeug nach Paraguay unterwegs war, mußte seine Reise in Argentinien unterbrechen, als er die Nachricht vom Mißlingen deS Aufstandes erhielt. ES verlautet, daß der Aufstand zum großen Teil das Werk deutscher Agenten war. AuwS wollten da» Kind ins Krankenhaus überführen, doch verschied es auf dem Wege dahin. Die Schuldfrage wird untersucht.— InIechnitz ereignete sich ein schwerer BerkehrSunfall, der für die Beteiligten glücklicherweise glimpflich auSging. Um die Mittagsstunde fuhr«in Lastauto der Firma Be- nesch aus Kralowitz über den ungeschützten Bahnübergang auf der Straße von Jechnitz nach Schaar. Dabei fuhr es auf eine Lokomotive eine» die Station Jechnitz gerade verlaffenden Personenzuge» auf. .Dar Auto wurde vollkommen zertrümmert und auch 'die Maschine erlitt schwere Beschädigungen. Der Lender der Autos, Johann K r ä l, kam wie durch ein Wunder ohne Verletzungen davon, der Mitfahrer Franz Bodräska erlitt leichtere Quetschungen. Ernennungen an den deutschen Hochschulen. Der Präsident der Republik ernannte an der deutschen Universität in Prag den Privatdozenten Dr. Adolf Kindermann zum außerordentlichen Proseffor der Kirchenrechtes, den außerordentlichen Professor Dr. Berthold E p st e i n.zum ordentlichen Professor der Kinderheilkunde, den außerordentlichen Professor Dr. Gustav I u n g- bauer zum ordentlichen Professor der deutschen Altertum»- und Volkskunde, den Privatdozenten Dr. Maximilian Adler zum außerordentlichen Professor der klassischen Philologie, den Privatdozenten Dr. Ferdinand Li«wehr zum nichthonörierten außerordentlichen Professor der slawischen Sprachforschung. den außerordentlichen Professor an der deutschen Technischen Hochschule in Prag Dr. Ernst Waldschmidt-Leitz zum ordentlichen Professor der Chemie; an der Prager deutschen technischen Hochschule in Prag den nichthonorierten außerordentlichen Professor Dr- Karl P r e»- lik zum außerordentlichen Professor für Mineralogie, Geologie und Bodenkunde an her lqndwirtichast« lichen Sektion in Tetschen-Liebwerd, den Sektion»- chef i. P. Andreas Meißner zum nichthonörierten außerordentlichen Professor der Volkswirtschaft an der landwirtschaftlichen Sektion in Tetfchen-Lieb» werd; an der Technischen Hochschule in Brünn den außerordentlichen Professor Dr. Ludwig Anschütz zum ordentlichen Professor der organischen Chemie, den außerordentlichen Professor Dr. Ernst C h w a l a zum ordentlichen Professor für Baumechanik, Jng. Josef I c h l i ö I a zum außerordentlichen Professor für Maschinenbau, den Privatdozenten der deutschen Universität in Prag JlIDr. Jng. Kamill Worliczek zum außerordentlichen Professor für Volkswirtschaft. und jenseits der Grenze, alsbald die schärfsten, verlogensten und gehässigsten Angriffe aus die Leitung des deutschen Senders erfolgen. Es wird nicht genügen, diese Angriffe zu ignorieren oder durch kurze amtliche Dementis und Richtigstellungen abzulun. Man wird.sich zur Auseinandersetzung stellen, fürdendeutschcnSender In der Presse, in der Oeffentlichkeit kämpfen müssen. Diesen Kampf kann aber nur eine tatsächlich verantwortliche Leitung führen. Weder untergeordnete bürokratische Hilfskräfte noch gelegentlich herangezogene Experten, noch eine deutsche Sendeleitung, die sich hinter der leitenden "tschechischen Bürokratie verkriecht, können diesen unvermeidlichen Kampf ausfechten, ohne den sich der deutsche Sender nicht wird durchsetzen können. Das Hauptgewicht diese» Kampfes wird notwendig auf jenen deutschen Faktoren liegen, die auch bisher die Auseinandersetzung mit dem Jrreden- tismus und den staatsfeindlichen faschistischen Doktrinen geführt haben: auf den aktivistischen Kräften in der Politik, der Presse, dem Schrifttum und dem Bolksbildungsw^en, in der autonomen Verwaltung und den Fach- und Berufsorganisationen. Alle diese Faktoren aber, Parteien und unabhängige Zeitungen, Fachverbände, Gewerkschaften, Bildungsvereine, Gemeinden, Bürgermeister, Schriftsteller, Publizisten, Volksbildner aus dem aktivistischen, staatsbejahenden Sektor des Sudetendeutschtums werden aber deck Kampf um die Durchsetzung und Behauptung des deutschen Senders nur führen können, wenn sie wirklich aus voller Ueberzeugung und in eigener Verantwortung für den Sender«instehen können, wenn das, was es zu verteidigen gilt, nicht tn einer Sphäre von Bürokratie, Klüngelwirtschaft und pseudoliterarischer Kameraderie liegt, in die niemand Einblick hat und für die niemand einstehen kann. Das müssen die maßgebenden Focktoren bedenken,«he es zu spät ist. Von einem Teil der Sudetendeutschen wird der Sender von Anfang abgelchnt und belämvst werden. Es geht dämm, ob der andere Teil den Sender als seine Sache empsinden wird, für die man sich mit Ueberzeugung schlägt und die man durchkämest, oder ob auch der vernünftigere Teil der sSud'etp'ndeusschen an dM.Sendch...»jne,.,Epttäp- schung,erleben, in dem^sssicher, etwas Fremdes, Gleichgültiges sehen soll, eine Angelegenheit der staatlichen Bürokratie und gewisser, von ihr begünstigter Kreise, die uns, di« Masse des deutschen Volles, das Hauptkontingent der Hörer, nichts an- geht." >'Da» Tschechoslowakische Pressebüro stellt mit: In der letzte« Zeit haben einige Blätter Nachrichten über die Zuteilung. von verbilligtem Zucker für den Haushaltsbedarf und für daS Sin-' koche» von Obst an die armen und unbemittelte« Bevölkerungsschichten gebracht. Da diese Rach- richten den tatsächlichen Ätgnd der Dinge entstelle« und di« öffentliche Meinung irrefvhrte«, wird folgendes mitgetriltr ' Die Aktion für die Beschaffung billigen ZuckerS für den HauöhältStedarf der Aermsten Verhaftung eine» Geldfälschers in Aussig Sonntag vormittags gelang es einem Inspektor derAussiaer Staatspolizei, einen Geldfälscher, der schon seit einiger Zeit verdächtig war, zu stellen und zu verhaften. E» handelt sich um den Drogisten Rudolf S t r u m au» Nestomitz. Er hatte an» gesicht» de» Polizisten Reißaus genommen und ün-, terweg» unter, den herabgelassenen Rolladen eine» Fleischergeschäftes ein Päckchen geschoben. Sturm, der. im Vorjahre seine Militärdienst.» zeit absolviert hatte, beschäfttgte sich seit längerer. Zeit, mit Geldfälschen.. In dem von ihm während seiner Flucht abgelegten Päckchen befanden sichzwei, auf photographischem Wege hergestellt« Falsifikat« von öü»Xi»Banknoten. Auch eine in Trautenau bei Wer sind die Helfer Henleins? »Prävo Lidu" schreibt:„Das Blatt der Ziv- nostenskä Banka hat die deutschen Genossen angegriffen, weil sie Kritik übten, daß in MutterS- dorf, in Heinrichsgrün, in Böhm.-Rotmühl und anderwärts tschechische Schulen errichtet werden^ 'ohne' k>atz"bott''1>ik-vorgeschriebekie"klitzähl''tsche- chischer Kinder vorhanden wäre. Da» Schulministerium hat zwar diese Nachrichten berichtigt, aber die Presse der deutschen Genossen hat nachgewiesen, daß die Informationen des Schulministeriums nicht der Wahrheit entsprechen. Das Blatt der Zivnostenskä Banka greift die deutschen Genossen, welche angeblich die Helfershelfer des Herrn Henlein sind, an. DaS Blatt der Zivno» stenskä Banka möge lieber von den Helfern Hen- leins nicht reden. Der Herr Dr. Preis und die ganze Direktion des Konzerns der Zivnostenskä Banka lebt mit den Führern der Henlein-Bewegung— das ist mit unseren deutschen Industriellen und Financier»— in intimster Freundschaft, während die deutschen Genossen gegen Henlein einen heroischen Kampf führen. Die deutschen Sozialdemokraten haben ihr positives Verhältnis zur Republik sicher besser bezeugt, als die Diener der Konzerns der Zivnostenskä Banka." ein nazistischer Lausbubenstrelch Bilder der Netuchul-AaMtellung zerschnitten- Donnerstag vormittags wurden jn-dex Neu-' schul-Ausstellung in der Stadtbucherei Aussig zwei große Bildet darstellend„S t'r e i r" und „M ass e", durch zwei große Schnitte beschädigt: Auf anderen Bildern würden mit''iveiher Kreide Hakenkreuze gemalt. Der niedrigen und ,gemeine«' Tat verdächtig'sind drei Burschen,, die vormittags zwischen hüll und 9411 Uhr die Ausstellung be-, süchten, und. ei«.Bursche» der sich um M12 Uhr bei der Kassa eine Karte kaufte und in den Saal hineinging, wo die beschädigten Bilder hängen, aber bald tvieder herauskam und kurz dflräufdle Ausstellungsräume verließ, ohne sich di», anderen Bilder-näher zu betrachten. Erst ein späterer Be- sucher.der-Ausstellung- machte die Gattin des Maler» Neuschul, welche an der Kassa«saß, aufmerksam, daß doch.zerschnittene Bilder güsgestellt Wänm Die'beschädigt««'gän»> zersetzten Bilder Mitteilungen aus dem Publikum. Und jetzt auch Alpa-Zahnereme."Sie ergänzt den Alpa-Franzbranntwein in seinem Dienste an Gesundheit, Schönheit und Hygiene. Sie wurde mir aller Sorgfalt hergestellt, damit sie dem bewährten Namen Alpa Ehre mache und sich des Vertrauens, das man dem Namen Alpa entgegenbringt, würdig erweise.— Alpa nimmt seine'Aufgabe,j seine Sendung ernst. Und derhalb verspricht Alpa auch nicht», Pa» in den Wirkungsbereich des Arztes fällt und da» eine Zahncreme niemal» zu leisten vermag.— Der Arzt heilt kranke Zähne, er entfernt den Zahnstein! Alpa-Zahnereme verhindert das Zersetzen der Speisereste und bewahrt die Zähn« vor. dem Krankwerden. Alpa-Zahnereme bewirkt einen«einen wohlriechenden Atem und erfrischt angenehm. Sie ist ausgiebig, schön geschmeidig und schäumt kräftig, Sie hat all« Eigenschaften, die man von einer guten, feine«-Zahncreme verlangt und' die«ine wirklich erfolgreich« Pflege der Zähne und der Mundhöhle verbürge». Alpa-Zahncreme verdient e», daß Sie einen Versuch mit ihr machen,' 2 eine Verhaftung in der Schweizer Mordaffäre Die angebliche Senate Müller Lausanne.e- nierkenswerten Zwischenfall hat ein Teil der Sensationspresse phantastische„Meldungen" über „geheime Missionen", über eine„Versammlung bei den roten Hafenarbeitern Rotterdams" und ähnliches geknüpft. Ich halte es daher für zweckmäßig, die einander sehr widersprechenden Zei- tungrmeldungen auf den wahren Tatbestand zu reduzieren. Die sozialistische Parteipresse in Holland und Belgien hat bereits vollständig richtig dargelegt, welche Bedeutung ein Inkognito-Paß bei der heutigen Weltlage für einen Politiker, der auf internationalem Gebiet tätig ist, hat. An der Tat bin ich als Oesterreicher in einer noch schwierigeren Lage als manche andere. Für mich wurde die Achse Rom-Berlin schon unmittelbar nach den Feberereignissen 198-1 zur Realität, das heißt für mich bestand die faschistische Barriere, die den Westen Europas vom Osten trennt, seit damals lückenlos, da ich nicht nur in Deutschland und Italien, sondern selbstverständlich auch in Oesterreich auf die schwarze Liste jener gesetzt bin, die die Grenzwächter dieser Staaten anzuhalten be-- austragt sind. Die Erfordernisse meines Amtes als Sekretär der Sozialistischen Arbeiter-Internationale bedingen es aber, daß ich ebenso wie mit den sozialistischen Parteien von Westeuropa auch mit jenen von Ost« und Nordeuropa in ständigem Kontakt bleiben muß. Insbesondere habe ich natürlich oft mit den Genossen in der Tschechoslowakei, dem einzigen Staat im Osten, der die Demokratie erhalten hat, in diesen Jahren Fühlung nehmen müssen. Eine solche Reise in die Tschechoslowakei wurde schon unmittelbar nach dem Siege der Dollfußschcn Kanonen über die Wiener Arbeiter im Feber 1984 zur dringendsten Notwendigkeit, da ich dort meine österreichischen Freunde, denen es gelungen ivar, nach der Niederlage in die Tschechoslowakei zu gelangen, treffen mußte, um mit ihnen vor allem die Organisation der Hilfsaktion sür die Opser des Feber in Oesterreich zu beraten. Ein Schweizer Genosse, den ich vorher überhaupt nicht kannte, stellte mir damals als Akt selbstverständlicher Solidarität seinen Reisepaß zur Verfügung und ich bin ihm noch heute auf das herzlichste für den großen Dienst, den er mir erwiesen, indem er es mir ermöglichte, sofort meine österreichischen Freunde zu sehen, dankbar. Es sind sicher keine Vergnügungsreisen, die man knapp am Konzentrationslager vorbei macht, aber ich. habe bis zu der letzten Episode niemals eine Schwierigkeit auf diesen Reisen durch faschistische Länder oder im Flugzeug über faschistische Länder hinweg, gehabt. Auch bei meiner letzten Reise, bei der ich ohne Aufenthalt über Deutschland flog, hatte ich, neben meinem ordnungsgemäßen gültigen Paß, einen Inkognito-Paß für den Fall bei mir, daß es in Deutschland zu einer Notlandung kommen sollte. Das ist nicht geschehen, aber durch eine Reihe zufälliger Umstände entdeckten die holländischen Behörden, daß ich neben meinem österreichischen Pah, mit dem ich mich in Holland im Hotel meldete, einen zweiten Paß, eben diesen Inkognito-Paß, sür die Reise im Flugzeug benützte. Es wurde eine Untersuchung eingeleiteti die sehr rasch abgeschlossen worden tväre, ivenn ich der Aufforderung, zu erklären, wie ich zu diesem Paß gekommen sei, entsprochen hätte. Ich erklärte jedoch, daß ich zivar bereit sei, alle Konsequenzen auf mich zu nehmen, daß ich es aber für unzulässig halte, dem französischen Genossen, der mir durch die Ueberlassung des Passes einen Dienst erwiesen, Schwierigkeiten zu bereiten und daß ich darüber keine Aussage machen werde. Ich habe In diesen vier Tagen in Rotterdam manches von Holland kennengelernt, das„nicht im Baedccker steht". Persönlich kann ich mich nicht beklagen, man hat mich außerordentlich höflich und gut behandelt und sich sehr beeilt, die Sache zum Abschluß zu bringen. Ich ivürde nur wün- schen, daß andere Genossen und insbesondere die deutschen Flüchtlinge, die nach Holland kommen, dieselben Erfahrungen mit den Behörden machen würden wie ich, waS leider sehr ost bei weitem nicht der Fall ist. Zu ganz besonderem Danke bin ich den Genossen Albarda und Dr. Donker verpflichtet, die sich mit warmer Freundschaft sür die rasche Erledigung der Angelegenheit eingesetzt haben. • Den kleinen BerufSunsall, den ich erlitten, wünsche ich in keiner Weise zu iiberschätzeii, aber das große Problem, das die faschistische Barriere in Europa auch In der Paßfrage aufgerollt hat, bleibt natürlich bestehen. Die Gewaltmaßnahmen des Faschismus zwingen viele Tausende von Menschen inimer wieder mit allen möglichen Polizeivorschriften in Konflikt zu kommen. Der normale Bürger demokratischer Staaten, der mit seinem, regulären Paß die volle Freizügigkeit in der ganzen Welt genießt, macht sich keinen rechten Begriff davon, was das„Paßproblem" wirklich bedeutet und welchen Umfang es nach dem Weltkrieg angenommen hat. Früher war das ein Problem des russischen Zarismus, das man nur vom Hörensagen kannte, heute ist eS durch die Achse Rom-^Berlin. mitten nach Europa gerückt und geradezu zu, einer Lebensfrage für zehntausende Menschen geworden. Nietzsche und die Antisemiten Der Licblingrphilösoph Hitlers ist Nietzsche. So ist e» wohl doppelt interessant,! die Meinung Nietzsches über den Antisemitismus zu hören. Am 28, März 1887 schrieb der Philosoph dem damaligen Julius Streicher, nämlich dem Antisemitenführer Theodor Fritsch, den folgenden Bries: Sie erweisen mir in Ihrem eben angelangten Briese-soviel Ehre, daß ich nicht umhin kann, Ihnen noch. eine.Stelle ,aus meiner Literatur zu verraten, die sich mit den Juden beschäftigt: sei es auch nur, um Ihnen.ein doppeltes Recht zu geben, von meine»„schiefen Urteilen" zu.reden. Lesen Sie, bitte,„Morgenröte" p. 194. (Die angezogene Stelle lautet im-Auszug: Man hat sie verächtlich machen wollen, dadurch/daß man sie zwei Jahrtausende lang verächtlich behandelte"und ihnen den Zugang zu-allen Ehren/ zu. allem Ehrbaren verwehrte, dafür um. so tiefer in die schmutzigeren Gewerbe hineinstieß, — und wahrhaftig,.sie sind unter dieser Prozedur nicht reinlicher geworden. Aber verächtlich?. Sie haben selbst nicht aufgehört, sich zu den.höchsten Dingen berufen zu glauben, und ebenso haben die. Lugenden aller Leidenden nie aufgehürt, sie zu schmücken. Die Art, wie sie ihre Väter und ihre Kinder ehren, die Vernunft ihrer Ehren und.Ehe- sitten, zeichnet sie unter allen Europäern aus... „Und ioohin soll auch diese Fülle angesammelter großer Eindrücke, welche die jüdische Geschichte für jede Familie ausmacht, diese Fülle von Leidenschaften, Tugenden, Entschlüssen, Entsagungen, Äänipsen, Siegen aller Art— wohin soll sie sich ausströmen, wenn nicht zuletzt in große geistige Menschen und Werkel") Die Juden sind mir, objektiv geredet, interessanter als die Deutschen: ihre Geschichte gibt viel'grundsätzliche Probleme aus. Sympathie und Antipathie bin ich gewohnt bei so ernsten Angelegenheiten aus dem Spiele zu lassen: wie die? zur Zucht und Moralität des wissenschaftlichen Geistes und— schließlich— selbst zu seinem Äe- schmacke gehört. Ich gestehe übrigens, daß ich mich dem jetzigen„deutschen Geiste" zu fremd fühle, um seinen einzelnen Jdeäsynkrasien ohne viel Ungeduld zusehen zu können. Zu diesen rechne ich die Sonderheit des Antisemitismus. Der auf S. 8 Ihres geschätzten Blattes gerühmten /Klassischen Literatur" dieser Bewegung verdankeich sogar manche Erheiterung: oh, wenn Sie'wüßten, was ich im vorigen Frühling über die Bücher jenes ebenso gespreizten als sentimentalen Querkopfes, der Paul de Lagarde heißt, gelacht Habel Es fehlt mir offenbar'jener„höchste ethische Standpunkt", von dem ans jener Seite die Rede ist Es bleibt nur übrig, Ihnen, für die wohlwollende Voraussetzung. zu:danken, daß.ich.Nicht „durch irgendeine gesellschaftliche Rücksichtnahme zu' meinen schiefen Urteilen verführt" bin;'und vielleicht dient es zu Ihrer Beruhigung,' wenn ich zuletzt noch sage,'daß ich unter meinen Freunden keine Juden habe. Allerdings auch' keine! Antisemiten. Gibt mein Leben irgendeine Wahrscheinlich- keit dafür ab, daß ich..mir.'von irgendwelchen Händen„ die Schsvingeu. verschneiden" lasse? Mit diesem Fragezeichen- empfehle ich-mich Ihrem ferneren Wohlwollen— und Nachdenken,. Ihr ergebenster Professor Dr. F. Nie tz sch e. .. Präsident Masaryk hatte, auch-am Mittwoch eins»/ruhigen Tag. Das-Niveau der Reizbarkeit wurde' nur sehr,-selten-durch eine Erregungswelle von. nicht-größer-Jnwysität ausgerührt. Schlaf und-Nahrungsaufnahme sind hinreichend,' die Temperatur und die Herztätigkeit-normal,. die Lungen ständig rein. Fünf Personen heim Absturz eines Bombers getötet. Mittwoch abends ist es auf dem. Flugplatz Bovdeaux-Merignac zu einem Unglück gekommen, welches, einige Tote und Verletzte als Opfer^forderte. Ein Bombenflugzeug stürzte in der Dämmerung ab und verbrannte vollkommen. Drei Militärflieger!sind dabei ums Leben gekommen. Zwei Flieger wurden mit schweren Brandwunden, aus den Trümmern des Flugzeuges geborgen, starben aber später. Einbruch im Vatikan. In die Privatwohnung des Päpstlichen Oberkämmere» Mfgr. Alberto Arborio Mella di Santelio wurde ein Einbruchsdiebstahl verübt/ Die Wache' fand die Türen geöffnet und die Möbel ausgebrochen. Zur Untersuchung wurde' die-italienische Polizei gerufen. Ueber die Bedeutung des Einbruches wird größte Diskretion bewahrt. .He« als Todesursache. Ein eigenartiges Unglück, das vier Todesopfer forderte, ereignete sich in der.Nähe von Bergamo. Zwei Kinder wurden.in einer Scheune beim Heutreten von einer Ohnmacht befallen. Da man von den beiden keine Lebenszeichen vernahm,. wollte der Besitzer des Bauernhofes nach den. Kindern sehen-En,erlitt aber'vemtBetteten vkb?Scheune enmr'Etstikk- kungSanfall, hatte aber noch.die Kraft,'um Hilfe zu rufen.'.Drei, weitere Personen des Anwesenversuchten.' die Verunglückten zu bergen,, fielen jedoch.ebenfalls, bewußtlos zu. Boden, als sie in das Gebäude eintraten.'Erst durch die Feuerwehr konnten die-fünf Personen aus der Scheune geborgen werden. Eine Person war bereits tot, drei weitere.starben unmittelbar darauf.-Das Unglück wurde, durch Kohlenoxydgase herbeigefiihrt, die sich'bei der Austrocknung des Heus gebildet hatten. Inseln zu kaufen gesucht. Die Verschärfung dewLage auf dem Kontinent und die erhöhten Befürchtungen-, eines Krieges, die dadurch in England auftauchten, haben eine erhöhte Nachfrage nach kleinen-Inseln-zur Folge, die Privatpersonenankaufenwollen, in der Annahme,-daß diese von allen Industriezentren weit entfernten Inselchen nicht allfälligen Fliegerangriffen ausgesetzt sein wevdpn. ES wurden bereits gegen 40 solcher Inselchen zum Preise von 1000 bis 20.000 Pfund Sterling verkauft. Durch die erhöhte Äon» jünktur steigen aber auch die Preise dieser Insel». Zum Verkauf, stehen noch die Inseln Tiree um 62.000 Pfund Sterling, mit einem Ertrag von 4000 Pfund Sterling, Lismore um 18.000 Pfund, Benecula mit einem Hotel und einem Großgrundbesitz um dek lächerlichen Preis von 12.000 Pfund und schließlich das winzige Inselchen Calfof Man-um 4000 Pfund. Die Nachfrage.-nach diesen isolierten Plätzen steigt noch immer/: Briefnmrkenkonflikt zwischen Nicaragua und Honduras! Zwischen den- beiden mittelamerikani- Rehubtiken Nicaragua und-Honduras ist! ein Konflikt auSgebrochen, dessen Ursachen geringfügig,. dessen Folgen•" vielleicht sogar recht ernst sein können. Vor einiger Zeit hat Nicaragua eine, neue' Briefmarkenserie hetauSgegeben, deren Bild eine^Karte des Landes darstellt. Honduras hat mit höchster Verwunderung'festgestellt, daß auf dieser-- Karte ein. Landstrich-' einfach annektiert worden ist,''der zu Honduras gehört.' Es würde eine-geharnischte-Note nach. Tegucigalpa- gesandt, in der verfangt-wurde, daß die Briefmarken sosort aus dem Verkehr gezogen/würden;^aber die Regierung.von.Nicaragua-wies ein solches Ansinnen weit-von sich und erklärte,, daß. die, Hoheitsrechte in idem fraglichen-Gebiet noch durchaus.'strittig seien. Diese Erklärung war natürlich Oel ins Feuer.- der-, entflammten mittelamerikanischen nationalen. Leidenschaften; die Zeitungen-begannen sich Mit idem- Konflikt. zubeschäftigen, dieRadio- speaker griffen eiy, und..die Mißstimmung-'ist beiderseitig außerordentlich groß. Den Gewinn aus-.dem Konflikt aber dürften,auf- jeden- Fall-die Briefmarkensammler habest, denn-die. Serie-wird, so öder so, berühmt werden,-und-in ,NewFork zahlt man bereits höhe Preise„namentlich für I gestempelte Stücke-dieser. Marken, betrug mit Pomparkanabücheln? Henleinstudent In Prag verhaftet Auf der Prager Hauptpost erschien Donner-., tag früh ein junger Mann, der von einem Sparbuch, der Postsparkassa einen Betrag von 800 Fi (den zulässigen Höchstbetrag) beheben wollte. Durch seine Nervosität aufmerksam gemacht, erkundigte sich-die Beamtin, ob das Sparbuch ihm selbst gehöre. Die unklaren Antworten, die der Mann gab, verstärkten noch den Verdacht. Die Beamtin stellte fest, daß das vorgelegte Buch im Verzeichnis der als verloren gemeldeten geführt Iviro. Daraufhin versuchte der sich Seger nennende Mann zu fliehen, wurde aber nach einer kurzen Jagd in der Passage„Praha", die der Hauptpost gegenüberliegt, festgenommen. Es handelt sich um den Hörer der deutschen Universität Gustav Schubert au- Konstantin-bad, der im Vorjahr Mitglied des henleiitlstifchen Ausschusses der früher liberalen Lese- und Redehalle war. Nach der Darstellung des„Expres" wurde in Schubert ein Betrüger erkannt, der schon In drei Fällen durch fingierte Eintragungen Beträge herausgelockt hat. Bei seiner Verhaftung soll noch ein zweite- Einlagenbnch mit falschen Eintragungen gefunden worden sein. Das von ihn» vorgelegte Büchel soll mit Hilfe einer fälschet? Stampiglie des Postamtes in Kladno geändert worden sein. Rußland annektiert eine Polarigscl. Rußland hat seinen Polarbesitz iveiterhin vergrößert, indem es die H e n r i e t t e n«I n s e l, die zum De Long-Archipel gehört, annektiert. Die Insel befindet sich auf dem 77. Nördlichen Breitengrade und auf dem 157. östlichen Längengrade. Sie wurde bereit- 1879 von dem Amerikaner Le Lang entdeckt, und sollte von dem amerikanischen Polarschiff„Jeanette" im Jahre 1881 sür Amerika in Besitz genommen werden. Aber die„Jeanette" ging unter, ohne die Insel zu erreichen. Jetzt hat der russische Eisbrecher„Sadko" dort angelegt und die sowjetrussische Fahne gehißt/- Ei« Dieb bricht bei sich ein. In Saloniki hat sich eine filmhaft amnuiende Kriminölgroterke zugetragen: ein schon mehrfach vorbestrafter Einbrecher namen» Angelos Arwkis faßte den Beschluß, wieder einen Diebstahl zu begehen. Da er den Gedanken an seine Vorstrafen kor werden wollte, trank er sich Mut an und ging hierbei so gewissenhaft zu Werke, daß er sein Ziel etwa- verfehlte. Die Polizei verhaftete ihn In dem Augenblick, älr er durch da» eingedrückte Fenster seiner eigenen Wohnung wieder heraurstieg und dabei einen Sack voll Wertsachen auf. dem Rücken schleppte, die er sich in seiner Trunkenheit selbst gestohlen hatte. Wenn die Polizei den Humor gehabt hätte, der der SIttmtton angemessen war, hätte sie mit dem Zupacken noch gezögert und -ubgewaikt, wohin Angelo» ArtakiS feine eigene« Sachen bringen würde. Kinderschutzmonat Oktober. Die Lande»- behörde für Böhmen in Prag hat mit ihrem Erlaß vom 6. Juni 1987, Zahl 1677/1, Abt. 20 a. der Deutschen Jugendfürsorge Böhnten» den ganzen Monat Oktober al».Kinderschutzmonat" freigegeben und ihr die Bewilligung zur Durchführung von Sammlungen und Veranstaltungen jeglicher Art er- tellt. Wir rufen heute schon die. gesamte deutsche Bevölkerung Böhmen» zu einer entsprechenden Opfergabe für da» hilfsbedürftige deutsche Kind im ,Kin« terschutzmonate" auf und bittten alle anderen Organisationen und Bereinigungen, auf diese große Hilfsaktion für die nokleidende deutsche Jugend gebührend Rücksicht zu mHmen. Die Verlosung der Gewinste der IV. Klaffe der 87. Klaffenlötterie wird am 18. September 1987 um 18 Uhr im Ziehung»saale der Direktion der Staatslotterien beginnen und wird am 20. September 1987 fortgesetzt werden. Verlost werden im- ganzen 2985 Gewinste im Gesamtbeträge von 2,464.609 K£, welche den Spielern ohne Abzug ausgezahlt werden. Von höheren Gewinsten werden au-gelost: 1 Gewinn zu 150.000 Kt, 1 zu 80.000, 4 zu 20.000, 8 zu 10.000, 20 zu 5000, 60 zu 2000 K£ usw. Die amtliche BerlosungSliste wird am 21. September 1087 erscheinen. Schlechte WetterauSflchten. Uebcr dem ganzen mitteleuropäischen Binnenland istWder Luftdruck .nunmehr im starken Rückgang begriffen. Die» hängt mit der Tätigkeit neuer Druckstörungen in der Umgebung der britischen Inseln zusammen, wobei sich ihr Einfluß auch auf da» Festland.ausbreitet. Die. Aussichten auf die Weiterentwicklung der Witterung sind daher nicht günstig. Soistmerliche Temperaturen von 25 bit 80 Grad T. werden heute nurmehr au» Süd- und Südosteuropa, gemeldet.- Wahrschein; liche» Wetter heute: Unbeständig, vorwiegend be- wölkt, zeitweise Regen, nur mäßig watm. Wetteraussichten für morgen: Veränderlich, Schauer,.rela- tiv kühl, westlicher Wind. Vom Rundfunk MeMMmrtM au* den- ProirammMi SamStag: Prag, Sender I: 7: Morgenmusik, 10.05: Deutsche Presse, 10.15: Deutsche Sendung: Für die' Frau, 12.40: Muisik» Salonquartett, 14: Deut«' sche Sendung: Fröhliche» Wochenende, 17.55: Deutsche Sendung: Humor der Heimat'von Heidler, 18.45: Deutsche Preffe, 18.55: Deutsche Aktualitä«- ten, 22.20: Tanzmusik.— Prag, Sender II: 15.10: Deutsche Sendung: Wieder daheim,- Folge heiterer «rlebniffe, 15.50: Deutsche Preffe.— Bttüm 14.25: Lieder au» Tonfilmen, 17.40: Deutsche. Sendung; Opernarien singt Fine Reich-Dörsch Beethoven Berdi, Richard Wagner etc.- 18.15: Slowakischer Musikchor.— Preßdurg: 16.05: Unterhaltungsmusik.— Kascha« 22.85: Nacht-Rundfunkörchester- konzert.— Mährisch.Ostrau 11.05:. Blechmusik» 18:: Zitherkpnzert. 21,05: Rundfunkorchesterkonzert, Nr. 213 Freitag, 10. September 1937 Seite 6 uti4 Samlpelitife Internationaler GenossenschaftskongreO In Paris 500 Genossenschaftsvertreter aus 24 Ländern, Paris.(E. 53.) Vom 6. 618 9. September tagt in Paris der 15. Internationale Genoffen» schaftskongreß. An die 500 Genoffenschaftsvertreter au? 24 Ländern haben sich zu diesem Weltparlament der Verbraucher eingefunden. Unser Verband deutscher Wirtschaftsgenossenschaften ist mit elf Delegierten vertreten, der tschechische Verband Usttednt svaz mit 21. Die GenoffenschaftSbeweguna der Eo- wjctunion ist mit sieben Delegierten sehr schwach vertreten. Bon überseeischen Vertretungen sind di« aus Andien, Irland, Palästina und den Bereinigten Staaten(sechs Delegierte) bemerkenswert. Montag vormittags eröffnete der Präsident des Internationalen Genossenschaftsbundes, Väinö Tanner mit den traditionellen drei Hammerschlägen den Kongreß. Verhandelt wird in den drei Kongreßsprachen englisch, französisch und deutsch.' Von der französischen GenossenschaftSbewe- gung begrüßt den Kongreß Ernest Poisson. Nach ihm spricht Philipp« Serre, UnterstaatS- sekretär im Arbeitsministerium Frankreichs. Nun hält der Präsident des Internationalen GenoffenschaftSbundeS VäinöTanner eine von hohem Geiste getragene EröffnungSrede, in welcher ex die aktuellen Fragen und Probleme des internationalen Genossenschaftswesens umreißt. Er führt« u. a. aus: .Aus diesem Kongreß der Genossenschafter habe ich gewagt, die Frag« von Krieg und Frieden mrzu» schneiden, weil«S für die Millionen von Genossenschaftern, bi« wir hier vertreten, nicht gleichgültig ist, ob die Kulturwelt in«inen neuen Krieg blneinge- zogen wird, der noch grausamer und blutiger sein würde als je«In Krieg, den die Welt bisher erlebt bat. Erlauben Sie mir, die Wort« von Albert Thomas zu wiederholen:.Die ökonomische Entwicklung. der Völker, der materielle und moralische Aufstieg der Arbeiterklasse verlangen di« Bewahrung beS Friedens. Dar wird um so sicherer geschehen, je mehr daS innere Leben der Völker durchdrungen wird bon genossenschaftlichen Anschauungen. In dem Maße, als es der GenossenschastSbewegung in den einzelnen Ländern"gelingt, an Stell« des ShstemS der freien Konkurrenz das System der Friedens, ter Eintracht und der Gerechtigkeit zu setzen, in demselben Maße wird«r auch gelingen, die einzelnen Völker einander näher zu bringen." Die Genossenschaft führt die Völker zusammen. Sie bietet der Welt an Stelle eine» Systems, dar den Prosit., sucht unb.JJletb, Haß und Krieg brütet, ibr eigener System an, bar auf der Zusammenarbeit' und auf der soliden Grundlage des Friedens aufbaut, Die Völker Haffen sich nicht, sie wollen den Krieg nicht." Der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes Harald Butler wies in seiner Begrüßungsansprache auf die werwolle Arbeit hin, welche die internationale Genoffenschaftsbewegung zur Verbesserung des allgemeinen Lebensstandards leistet. Dee spanische Arbeitsminister Pedro F e r•» rer überbrachte die Grüße der spanischen Regierung und des Generalidad von Barcelona. Er danktfürdie materielle und ideelle Unterstützung, welche der Internationale Genossenschaftsbund durch seine angeschlossenen Verbände dergutenSachedeSspanischenVol« keS hat angedeihenlassen. Für den Internationalen Gewerkschaftsbund spricht Georg Stolz, namens der Internationalen genossenschaftlichen Frauengilde ihre Präsidentin Frau Freundlich. Hierauf geht der Kongreß In die Behandlung, des niedergelegten Berichtes des Zentralvorstandes ein. Hierzu sprechen A. Barnes(England), Marshall(England), Frau Timer« galina(USER) undRukhadza(USSR). I. Bentosa Roig(Spanien) dankt dem AGB für-seine Hilfsaktionen, die rein'humanitä« ren Tharatter haben und ohne Unterschied der politischen Gesinnung" der Genossenschafter vorgenommen worden sind. - Am Dienstag wurden die Beratungen über den Bericht des Zentralvorstandes fortgesetzt. ES sprachen Frau Antusova(USSR) und Dr. Ä. Rovakovic(Jugoslawien), der die Mei-, nung vertrat,"daß der JGB in größerem Haße aus die Lebensfor^exung^ der,, bäuerlichen Bevöl- kerung Rücksicht nehmen soM>?<•* f W Mari erhält für. K8 100 Reichsmark..... 088.— Markmünzen;.... 740.— 100 österreichische Schilling.. 528.50 100 rumänische Lei..... 17.— lOO. tzolnischr Zloty.. /,..- 515.50 100 ungarische Peng»;™.. 543.50 100 Schweiz« Frimke«, 655.50 ;10o französisch, Franc»...106.60, 1 englisches Z 7 141.1H 1 amerikanischer Dollar 28.50 lOOWlickisch, Lire-130.00 .IlOCHolMdische WtfW 1578.-^' 10v.sichoslawIsch« Dinär«'.- i 61.02 100 Belga»>. HM-".. 482.50 106 dänische Kronen.. 633— 100 schwedische Kronen. 730— Die Verhandlungen am Dienstag waren zum Großteil den vom. Zentralausschuß vorgelegtey Entschließungen geimdmet. Die Resolution.über die g e n o s s e n s ch a ftli ch«Finn n z p ol i»> t i l wurde.einstimmig genehmigt, in.der es heißt: Der Kongreß nimmt mit Befriedigung davon' Kenntnis, daß di«'allgemeine Finanzlage der Bewegung auf genossenschaftlichen Grundsätzen und gesunden GeschäftSmethoden aufgebaut ist. Der Kongreß lenkt die Aufmerksamkeit der verschiedenen nationalen Bewegungen auf die Notwendigkeit, Wer die ftnan» zielle Entwicklung ihrer Genossenschaften und Verbände die strengste Kontrolle auizuüben, nicht nur weil die Grundsätze der Genossenschaft den höchsten Stand gesellschaftlicher Ehrlichkeit erfordern, sondern auch, damit den Ersparnissen der Mitglieder fortgesetzt die beste GewÄr der Sicherheit geboten werd«, und auf daß der ganzen Welt der unanfechtbare Eharäkter unseres Wirtschaftssystems erwiesen werde." Nach einer Diskussion zum Bericht des Zentralvorstandes über die gegenwärtige Anwendbarkeit der Rochdaler Prinzipien, wobei Prof. Hall (England), T. Joan(Rumänien), Dr. Fauquet (Frankreich), Prof. Partheniu(Rumänien), Marshall und Sir Fred Hayward(England), Modräkek(Tschechoftowakei) und Frau Miturina (USSR) sprachen, wurden die Verhandlungen vertagt. Audi Im Falkenauer Revier* Revlaon des Kollektlwertrages gefordert Unter dem Vorsitz des Obmanns der Union der Bergarbeiter tagte am Sonntag in Falkenau eine von 126 Delegierten besuchte Revierkonferenz der Union, auf welcher Zentralsekretär Haase «in ausführliches Referat erstattete. Nach einer sehr sachlichen Diskussion, der ein Schlußwort des Referenten folgte, rekapitulierte der Vorsitzende den Verlauf der Konferenz. Einstimmig wurde dem UnionS-Borstand das Vertrauen ausgesprochen. Der Vorstand wurde beauftragt, die notwendigen Schritte zur Revision deS Kollektivvertrags vorzunchmen. Ebenso wurde einstimmig beschlossen, die Einberufung der ReichSlonferenz zu beantragen, welcher die Beschlußfassung, über den taktischen Borgang Vorbehalten bleibt. ^bwehtkampf sesen Lohnabbau l Die Arbeiterschaft dcr-Firma-J.-F. Pilz» mechanische Weberei in Warnsdorf, legte am Dienstag, den 7. September, zum Protest gegen einen von der Firma ab Montag, den 6. September, verfügten, in einzelnen Abteilungen bis zu 20 Prozent betragenden Lohnabbau, die Ar« beit nieder, nachdem die Betriebsleitung jede Verhandlung Wer eine Zurücknahme dieser Lohn«| Entproletarlslerung der tttterreichltchen lugend In den Staaten mit einer antidemokratischen, bewnt autoritären Regierung, also auch m Oesterreich, gilt als ein Kernstück der Verfassung die Entpxoletarisieruug der Arbeiterschaft. Recht willfährige Lakaien, einer gleichgeschalteten Presse verkünden geschäftig,' daß die Aufhebung der Klassengegensätze kaum mehr als Programmpunkt bezeichnet werden könne, denn Arbeitgeber und Arbeitnehmer lebten im besten Einvernehmen, hätten an der Volksgemeinschaft durchaus gerechten Anteil, mit einem Wort, es gebe eben kein Proletariat mehr. Aber schon wenige Beobachtungen im alltäglichen Leben der österreichischen Arbeiterklasse— dazu etwa die Informationen, mehr öder minder deutliche Geständnisse aus der sogenannten Zunftpreffe— zeigen«in. ganz andere» Bild, das auch die bescheidensten Illusionen gründlich zerstört. Noch immer leben alle Altersschichten der österreichischen Arbeiterklasse in einem harten Proletarierdasein, aus dem«S in dieser kapitalistischen Welt keinen Ausstieg, kein Entrinnen gibt. Die Klassengegensätze sind noch immer scharf.'und klar, fo sehr auch die'Meinungsindustrie der Herrschenden— Presse, Rundfunk, Kino — sie zu verhüllen versucht. AÜsein bedeutet in Oesterreich Arbeitslosigkeit, bedeutet für den Arbeiter, eine außerordentlich gekürzte Altersrente,- für« den Angestellten eine auf lächerliche- Summen zusammenge- schrumpfte Pension," für beide den Abbau wichtiger, sozialer Errungenschaften von einst, damit laber ein Bettkerdasejn, ein echtes Proletärierleben, DirS Heer jener, Ausgesteuerten und Arbeitslosen, die in ihrem"besten. Arbeitsalter müßig bleiben und mit- unzureichenden Unterstützungen! sihr Leben fristen stsüffeni verkleinert sich ent-, sch«idend:nur^inden' amtlichen Statistiken. Die- reaktionäre Macht des Kleinbürgers? des österreichischen. Spictzers.ist so groß, daß er sich Uu- beküminert über»alle volkswirtschaftlichen Forde-' reduzicrungen stritte abgclehnt hatte. In einer Versammlung der im Ausstand befindlichen Arbeiterschaft am Mittwoch kam die Entschlossenheit derselben zum Ausdruck, den ihr aufgezwungenen Abwehrkampf bis zum erfolgreichen Ende durch» zuftihren. Dir Firma Pilz beschäftigt zirka 130 Arbeiter. i Vor Verhandlungen mit Oesterreich Zu den Vorarbeiten für die Handelsver« tragSverhandlungen zwischen Oesterreich und der Tschechoftowakei» meldet daS Wiener»Reuig« ckeitsweltblatt", daß die Bestrebungen der österreichischen Regierung nach einer Erleichterung der Ausfuhr verschiedener heimischer Erzeugniffe gerichtet sind, wobei eS sich möglicherweise ergeben wird, daß Oesterreich auf die eine oder andere Begünstigung, die dem österreichischen Export in der Tschechoslowakei«ingeräumt wird, verzichtet und dafür andere Erleichterungen verlangen wird. Die sschechoflowakische Regierung wieder richtet ihre Bestrebungen auf ein« Erhöhung einzelner Kontingente und Ermäßigung der Zölle. Diese Wünsche beziehen sich vor allem auf die Textilgruppe. Die Vorschläge beider Regierungen werdest nun mit den wirtschaftlichen Körperschaften durchberaten werden, worauf dann Ende September die mündlichen Beratungen einsetzen werden. Verhandlungen mit Ungarn abgeschlossen Die HandelSpolitsschen Verhandlungen zwischen der tschechoslowakischen und der ungarischen Handelsdelegation, die am 3. September d. I. in Bad Podöbrad begannen, wurden am 8. September abgeschlossen. Die beiden Delegationen überprüften einerseits den beiderseitigen Warenaustausch und einigten sich über die entsprechende Regelung und vereinbarten andererseits den Text des definittven Handelsvertrages des Abkommens Wer das Zollkarteft und des Abkommens über den Grenzverkehr. Alle betreffenden Texte wurden paraphiert. Die beiden Delegattonen kehrten hierauf in die Hauptstädte ihrer Länder zurück, um die Ergebnisse ihrer Arbeiten den Regierungen vorzulegen und von ihnen die Entscheidung betreffend die Inkraftsetzung der oberwähnten Verträge, Abkommen und Regelungen zu erhalten. Lohnerhöhungen in der Textilindustrie von Flcißen und Leibitschgrund. Die Lohnvorhandlungen für die Spinnerei« und Färberoibetriebo I. Lehmann& Söhne in Meißen und Adolf Pä- solt& Sohn in Leibitschgrund fiihrten zu einer Lohnerhöhung in diesen beiden Unternehmungen. Die Löhne wurden bis um 89 Prozent erhöht. Guter Fortgang de» Messegeschäftes. Am .siebenten- Messetag, hat- der Verkehr gegen. den Vortag eine weitere Verstärkung erfahren. Die Mess« steht nun fast ausschließlich im Zeichen des JnlandSgeschästes; in der erhöhten Kauflust der heimischen Händler spiegelt sich deutlich die eingetretene Wirtschaftsbelebung wider. Die gebesserten Wirsschaftsverhältnisse kommen auch darin zum Ausdruck, daß die Käufer in erhöhtem Maße auf bessere Waren zurückgreifen. rungen hinwegsehen kann, daß er durch die Sonntagsarbeit im Provinzhandel, durch das Richtbeachten der Arbeitszeit- und Ladenschlußbestimmungen usw.— öffentlich zugegeben I— die ArbeitSlosigkdit vermehrt. Der verderbliche Einfluß der Zünftelei wird immer deutlicher. Durch ein plump ausgeklügeltes System von Beschränkungen, Arbeitsvorschriften, durch ein neues Berechtigungswesen und nicht zuletzt durch Prüfungen soll«S zu einer Auslese der Tüchtigsten lommen. Dies alles wird natürlich durch krasse Korruption durchbrochen. Verschiedene Berufsgruppen— von den Angestellten bis zu den Eisenbahnern!— werden immer augenfälliger zu Domänen einer Famllienprotektion. Aber natürlich öffnet auch entsprechende finanzielle Nachhilfe Zugänge zu Dienst- und Arbeitsplätzen. Vielleicht kann nun«in Gutgläubiger, der noch immer auf ein„fair Platz" der faschistischen Gewaltherrschaft hofft, meinen, di« Entproleta- risierung beginne eben bei der Heranwachsenden Generation, oben bei der Jugend. Wer die Tatsachen zeigen, daß mit jedem Geburtsjahrgang in Oesterreich eine starke Heeresgruppe echter Proletarier zur großen Armee der Unterdrückten stößt. Einige offizielle, sicher sehr optimistische Zohlen: In Oesterreich sind Wer 109.009 Jugendliche erwerbslos, besser berufslos, denn sie waren noch niemals in der Lag«, einen Beruf wirklich zu erlernen. Ende 1986 haben 20.000 Kinder im Alter von 14 bis 15 Jahren—ialso Schulentlassene!—, darunter allein im industriellen Wien 9099!— vergebens nach einer Lehrstelle gesucht. Dabei müssen die Zünftler selbst den Mangel an qualifizierten Facharbeitern zugeben. Ihre Vorschläge, diesem Mangel abzuhelfen und di« LehrlingSnot zu lindern, sind nur von dem" Profitinteresse dikttert; der- Geldsackstandpunkt triumphiert—■ ständische Solidarität und vaterländische Opferbereisschaft bleiben blecherne Deklamationen für polittfche Pierabende neuester Fasson.. /^" Schüchterne Vorschläge, hie und da in der Presse, oder, von'einsichtsvollen Beamten bet. amtlichen Stellen gemacht, werden brüsk abgelehnr. Das- geforderte, nennte- Schuljahr(Verlängerung devSchulpflicht) würde die Aufrüstung der öfter»' reichischen Annee oder aber die, Profitrate der "Unternehmer belasten"und kommt deshalb" nicht in Paula Weffely Frage. Eine kümmerliche Suppenaktion— Werkjahr der Jugend genannt— bietet einigen hundert Jugendlichen einen allzu kargen Ersah Die Fortbildungsschulen werden eingeschränkt; dar Bildungsniveau wird durch ein gröbliches Vernachlässigen der Schulforderungen von Jahr zu Jahr herabgedrllckt. Dies wieder ist die Ursache einer erschreckend ansteigenden Jugendkriminalität. DaS„Reue Leben"— die staatliche Frei» zeitorganisation— bietet gerne alkoholfreudige Vergnügungen, die dem jungen Menschen den kulturlosen Spießer als Vorbild darbieten. Ein neuer proletarischer Jugendiyp— längst vergessen geglaubt!— wächst in Oesterreich heran: Körperlich unterernährt, wenig gebildet, der wahren Kultur entfremdet, idcalloS, unberührt bon der Sehnsucht nach Recht, Freiheit und Menschenwürde. Und doch ist«S der junge Proletarier, der den Großvätern der Kämpfer vom Feber 1934 gleicht. Entproletarisierung? O nein! In Oesterreich leben Proleten, rechtlose Proleten weiter, entstehen aus den jungen, aus den kommend«» Generationen immer wieder neue Proleten. Und damit bleibt die alte Parole: Die Massen der jungen Proletarier vom dumpfen Klassengefühl zu stolzem Klassengefühl zu erwecken, auS resignierten Unterdrückten zähe Kämpfer, aus Proleten Sozialisten zu machen. Der Kapitalismus schafft die Voraussetzungen für seine Ueberwin« düng; die revolutionären Sozialisten erfassen die. gestellte hohe Aufgabe.— Die. Tradition der ruhmreichen österreichischen Sozialdemokratie und die ideale Hingabe der neuen opferbereiten Kämpfer wird sie schließlich doch erfolgreich lösen. Karl Huaa. Oesterrelchlsche Freigewerkschafter Im Gefängnis und in Freiheit Die Gewerkschafter Holowatyj und Steindl sind endlich aus Wöllersdorf entlassen worden. Holowatyj weilt derzeit als Gast des norwegischen Bau- und Holzävbeiterverbandcs in Oslo und ist von den norwegischen Gewerkschaften mit größter Sympathie empfangen worden. Di« ehemaligen Funktionäre des Lebens- mittelarbeiterverbandcS Krisch, Wenzel und Salzlech n er sind aus der Strafabteilung des Wöllersdorscr Lagers entlassen worden. Dagegen sind M a n t l e r und Trojan immer noch in Wöllersdorf. Mantler wird dort festgehalten, obwohl er an einem Herzleiden erkrankt ist. Im Landesgericht sitzen immer noch in Untersuchungshaft der ehemalige Sekretär der Jndustrieange« stellten Otto Horn, der ehemalige Gehilfenobmann der Chauffeure T ä u b l e r und andere, Der Straßenbahner Franz Mager wurde wegen angMichcr Verbreitung illegaler Schriften zuerst von der Polizei zu sechs Monaten Arrest, dann vom Gericht im Schnellverfahren zu anderthalb Jahren Kerkers verurteilt, überdies soll er nun auch noch im ordentlichen Verfahren angeklagt werden, vorher wurde er von der Gemeind« entlassen und während seines Aufenthaltes im Auslande von der Polizei auSgebürgert; also fünf Strafenfür dasselbe Delikt! Piraten-U-Boote bedrohen rumänischen Oelrrport Als Folge der da» Mittelmeer unsicher machenden Piraten-Unterseeboote ist die Erdölausfuhr Wer den Hafen Constanza ins Stocken geraten. Am 8. September verließ das letzte Tankschiff den Hafen von Constanza, j vhnk daß seither andere.Tankschiffe«ingetroffen wären, während sonst ein" starker Andrang von Tankschiffen, herrschte. Da in der letzten Zeit innerhalb der Dardanellen mehrere" Schiffe mit rumä» nischen Waren von U-Booten angehalten wurden, macht sich in rumänischen Handelskreisen eine sich dauernd steigernde Unruh« bemerkbar.(th) Verlanget überall Volkszünder Seite ff .Sozialdemokrat Freitag, 10. September 1037. Nr. 2P als Pseudo-Dam« ist erfrischend natürlich und temperamentvoll, Padlesakal» Baron elegant und sympathisch. Emmy Tarpentier und Martin Costa spielen ihre mageren Szenen mit Verve und Stadler zeichnet in wenigen Sekunden glaubhaft«Inen am Schwatzen verhinderten Kellner. Und das Publikum unterhielt sich ausgezeichnet, war in viel freudig gespendetem Beifall so zunt Ausdruck kam, daß man mit einer groben Anzahl"von Wiederhölungin dieser Borstellung dürfte rechnen können. l. g. Karl Rankt, der neue leitend«"Kapellmeister der Prager Deutschen Theaters, wird Montag, den 18. September, zum ersten Male auch als Komponist zu hören sein: die Reichenberger Sängerin Nellv Ära- sern wird an diesem Tage Lieder Ranklr. in der Prager Deutschen Sendung singen. Dar Egerer Stadttheater unter der Leitung von Prof. Nikolaus Stingl beginnt'seine Spielzeit am 1, Oktober mit Goethes„Egmont" und am 2. mit-Zellers„Vogelhändler". Er folgen da» Lustspiel.'.Eine Frau wie Jutta" und-die Operette „Dichter und Bauer" nach Millöcker, ' Spielplan- dt» Renen Deutschen Theater». Freitag: Der Außenseiter(D)"— Samstag halb 8: Die Czardasfürstin(El).— Sonntag halb 7: Tie Walküre. Splelplan der Kleine« Bühne. SamSiag: „Rausch".— Sonntag 8: Pygmalion... Die Aussichten'des fernöstlichen Krieges Seine Bedeutung für die europäische Demokratie Dec bekannte Kenner ostäsiatischer Verhältnisse Dr. Gregor B i e»st o ck, der soeben ei» in englischer Sprache verfaßtes Buch über die Probleme des Fernen Ostens herauSgegeben hat, das von der englischen Presse> anerkennend, besprochen wird, hielt Mittwoch,-den 7. September, in einer von den deutschen proletarischen Organisationen Prags veranstalteten Versammlung einen Vortrag, der die Zuhörer von Anfang bis zu Ende fesselte und ihnen.einen tiefen Einblick in die geschichtlich bedeutsamen Ereig- und einer am Ende diese» Weges.'Die Diplomaten bemühen sich nun, diese drei Kriege auSelnander- zuhaltcn. Ob ihnen das gelingen wird, weiß man nicht. Augenblicklich sind die antidemokratischen Mächte im Vormarsch, sie haben da» Gesetz deS Handelns an sich gerissen. Während auf seitens der Diktaturstaatcn die Pläne feststehen, gibt es auf selten der demokratischen Abwehr keinen großzügigen Plan der Verteidigung. Das bisherige Gleichgewicht der Kräfte in der Welt"mar möglich "durch die angelsächsische Sceherrschaft. Diese See- hcrrschaftherr^chaft ist aber heute von den faschisti- schcn Staaten zur Diskussion- gestellt worden, die versuchen, die Voraussetzung des Weltfriedens aus den Angeln zu heben. Dabei fangen die Diktaturstaaten nicht in Kerneuropa an, weil da die europäische öffentliche Meinung politisch und wirtschaftlich zu sehr interessiert ist. Man versucht das Gleichgewicht, der Well auf entfernteren Gebieten au» den Angeln" zu heben. Dadurch ist die Stellung der europäischen Demokratie bedroht und das Schicksal des Sozialismus entscheidet sich heute nicht nur in- Spanien und im Mittelmeer, sondern auch an der Westküste des Pazifischen Ozeans. niste an den Usern, des Pazifischen,Ozeans vermittelte. Der Vortragende gab zunächst eine Darstellung der Entwicklung des Verhältnisses zwischen Japan und China und erörterte sodann die Aussichten de» Kampfes, dgr in Ostasien entbrannt ist. Wir geben- nachstehend diesen Teil des Vortrages wieder: Die Lage China» Ist nicht hoffnungslos, aber äußerst schwierig. Würde sich Rußland einmischen, könnte die Situation fürJapan-gefährlich werden, bei einer Einmischung von Etigland und Amerika könnte cs zu einer Katastrophe Japan» kommen. Aber davon ist noch keine. Rede und China ist auf seine eigenen Kräfte angewiesen. Die chinesische Armee ist zwar groß,"aber schlecht ausgerüstet, nur wenige Divisionen haben eine moderne Ausrüstung. Dagegen ist die japanische Armee auf der Höhe, Japan beherrscht die See, die.japanischen Truppen können überall landen. Außerdem hat sich Japan schon durch die bereits besetzten Gebiete aus dem ostasiatischen Festland eine strategische Basis geschaffen. Japan hat ztvar nur geringe Rohstoffvorräte, es hat Mangel an Eisenerz, Kautschuk und Rohöl, aber solange Japan nicht von der See blockiert ist, kann es diese Rohstoffe einsühren. Auch die Finanzierung des Krieges, welche durch Anleihen erfolgen wird, ist vorbereitet. Das wird ztvar zu einer Aussaugung der Bauern und- Arbeiter führen und Unzufriedenheit wecken, aber bevor diese Unzufriedenheit wirksam wird, kann eine geraume Zeit verstreichen. Wenn Japan siegt, wird der Eroberungsrausch weite Kreise des Volkes erfassen und die Unzufriedenheit dämpfen. Von Japan her wird also China für seinen Freiheitskampf keine Hilft bekommen. Deswegen will es der Führer Chinas, Tschan-Kai-Schek, nicht zum äußersten kommen lassen und hofft auf «inen Vergleich. Er will ein Kernchina um den Jangtse bilden von etwa 180 bis 200 Millionen Einwohnern mit einer modernen Wirtschaft und Ausrüstung. Dieses verkleinerte, aber erneuerte China könnte dann Zentrum des Widerstandes gegen Japans Eroberungsgelüste werden. Auch die—weltpolitische Situation ist für China nicht günstig. Die Aussichten für eine Einmischung fremder Mächte sind schwach. Rußland würde sich nur einmischen, wenn die Japaner nach der äußeren Mongolei griffen, die russische Einflußsphäre ist. Auch die Engländer und Amerikaner werden sich nicht einmischen. Sie werden das jeder für sich allein bestimmt nicht tun und ob es zu einer Zusamnienarbeit dieser beiden Mächte kommt, muß man vorläufig stark bezweifeln. Japan erklärt feinen Krieg an China, weil c» die Stellungnahme Englands und Amerikas in einem solchen Augenblick fürchtet. Aber auch China erklärt den Krieg an Java» nicht und dies mit Rücksicht auf Amerika, denn dann würde das amerikanische Ncutraliintsgcsctz in Kraft treten, das die"Lieferung amerikanischer Waren nur an jene kriegführenden Mächte gestattet, welche mit eigenen Schissen sich diese Waren in amerikanischen Häfeli abholen. So würde dieses Gesetz nur Japan zugute konimen. Gcgentvärtig werden also drei Kriege geführt: Ztvei(in Spanien und im Mittelländischen Meer) auf dem Wege nach dem Fernen Osten Süßlicher geht es nicht mehr........ Mtzrna Loy und William Powell in»Detektiv Nick" Aus dem Bergwerk gerettet 88 Stunden waren diese Frauen im Ungewissen über das Schicksal ihrer Männer, die Im Stollen eines amerikanischen Bergwerks" eingeschlossen lagen..Jetzt hören sie von der glücklichen Rettung. Die furchtbare- Spannung der letzten Stunden löst sich, sie weinen vor Freude. Bee grüßte Verkehrsflugzeug auf dbni Prager£ltitjhäfÖrt Mittwoch landete auf dem Prager Flughafen Ruzynö das erste Flugzeug der Type Douglas DC 8, OK-AJH, das größte Verkehrsflugzeug, -welches bisher auf dem Prager Flughafen gelanget ist. Das Flugzeug wurde von der Tschechoslowakischen Luftverkehrs-Gesellschaft angekauft iund wird auf den Strecken Wien—Prag—Dresden—Berlin, Prag—RotterdamlAmsterdam— London und Prag—Wien—Budapest fliegen. Das Flugzeug kann außer der vielköpfigen Besatzung 25 Passagiere befördern. Schon bei seinem Fluge von Amsterdam nach Prag wies das Flugzeug eine bemerkenswerte Geschwindigkeit auf, da es bei nur äöprozentiger Ausnützung der Motorenstärke die 805 Kilometer" lange Strecke. in 2 Stunden 20 Minuten zurücklegte, somit«ine. Durchschnittsgeschwindigkeit von 845" Kilometer pro Stunde entwickelte.' In den nächsten Tagen wird dieses neue Expreßflügzeug in den regelmäßigen Streckendienst der C. L. S. eingestellt. ES ist dies da» größte Flugzeug, welches bei uns je auf regelmäßigen Strecken verwendet worden ist. Zur Zeit wird es"im Ausland« auf den längsten amerikanischen und interkontinentalen Luststrecken benützt.'•.",'.. Siebenjährige» Mädchen überfahren. Gestern mittags wurde in'Branik die. siebenjährige Schülerin Marie H a-s e k aus Branik. von einem schweren Lastkraftwagen niedergestoßen und erlitt mehrere Rippenbrüchi, sowie Fleischwunden. Die Ret- tungsgesellschast brachte sie' in» deutsche. Kinderspital. Dem Wagenlenker. wurde der Führerschein, entzogen. Kirchen, und" FriedhofSdiebftähle. Dieser Tage wurde von einem bisher unbekannten Täter ein Einbruch in die St. Prokop-Kirche'in Zijskov" verübt.. wobei der Täter' dar'gemalte Kirchenftnster zerschlug, das Schutzgitter umbog und ft" in"die Kirche- eindrqng., wo er die AünvsenbÜchse-entwendete. Die Nachforschungen- werden. fortgesetzt,— Gestern wurde der. 22jährige arbeitslose Ferdinand Koudelka quS Straschnitz-verhaftet, der ayf- mehreren Prager. Frsedhöfen Metallgegenstänoc von den Gräbern entwendete. Er"ist geständig"und wurde nach Pankrad gebracht. ArteitSnnfall auf«ine« Moldaudampfer. Gestern vormittags reinigte bei der Prager Insel Groß-Venedig der 29jährige Arbeiter Josef Ste- panek aus Ältbunzlau das Schaufelrad der Moldaudampfers„Hluboka", als der Maschinist Rudolf Kinc, der-von der Tätigkeit Stepanek» nicht» wußte, das Schaufelrad in Bewegung setzte, Stepanek wurde vom. Rad erfaßt und erlitt«inen Bruch der rechten.Schenkelknochens und eine.Quetschung des Rückgrats. Die Rettungsgesellschaft bracht« ihn auf die Klinik Schlaffer. Regulierung eine» Teile» von Lieden und Sttizko». Beginnend mit dem 11. SpbtMhkk 1087 legt Vie" staatliche R.cs.vlftrünaskomnlisston auf dre Zeit von vier Wochen, das ist bi» zum 8. Oktober mklusive, zur öffentlichen Einsichtnahme den Regu« sierungSplan für einen Teil des Gebietes von Prag VIII, und Sttijjkov, zwischen der Dävidkovä ul und Stkisskovä ul., ferner für eintn Teil der angrenzenden Gebieter von Sttijskov und für das Gebiet zwischen der Fügnerovä ul. und einschließlich dem unteren Teile der Dävidkovä ul. auf. Der Plan liegt In der Kanzlei der staatlichen Regulierungskommission, Prag I., Neues Rathaus, 8. Stockwerk, auf. AuSflugSzüge. Bom 11. bis 19. September ins Riesengebirge liö 850.— und in die Beskiden KC 480.—; diese zwei AuSflugSzüge find gesichert, doch werden Anmeldungen für sie noch angenommen. Weiter vom 25. bis 28. September ins Adlergebirge Ai 195.—; am 26. September zu-den Purkynk-Feiern nach Libochyvtie K£ 60.— und am 28. September zum Weinlesefest nach Mölnik Ak 44.—. Anmeldungen und Informationen im Basar neben dem Wilsonbahnhof, Telephon 888-85.- Amst mul Wissen Bei Kerzenlicht Wenn wir. uns nicht irren, sind uns der Baron und der Diener,- die Gnädige und das Stubenmädchen/ die für einen Abend Frack und Livre«, Abendtoilette und Servierkleid miteinander tauschen, schon irgendwo auf der Bühne"und auf der Leinwand begegnet. Aber R o b e r t Kä tsch e r, dessen kleine musikalische Komödie'gestern erstmals von der Kleinen Bühne-gebracht wurde, packt dar alte Theatermärchen sehr geschickt. an. und weiß damit ein paar Stunden" lang, ausgezeichnet zu unterhalten. Die typischen Figuren sind recht reizvoll aufeinander abbestimmt, die Situation lustig, die GesangStexte erträglicher Durchschnitt. die Prosa amüsant, die. Musik gefällig. Schließlich habe«-Kätscher und sein Helfer. FarkaS keine ändere und höhere Absicht, als harmloses Vergnügen und fröhliche»-Lachen zu erwecken und da ihnen da» auch gelingt, ist da» west"-' äuS-.shmpathischeralS-halbliterarische.Bestrebungen, die.halb vorbeigelingen(wie etwa Leonhard Fränks .Außenseiter"). AllerdingS ist"nicht leicht zü. unterscheiden, ob im Falle des.Kerzenlichtes" der ft freundliche Schimmer nicht noch mehr det Regie und der Darstellung zu danken ist als dem Merkchen. Denn W>a lterTaubals Inszenator bewies mit RythmuS und Dynamik dieSmÄ ganz feines Fingerspitzengefühl, sofgie für ein Verhalten gespieltes Allegretto, dem-- allerdings auch immer zur rechten Zeit, weder die entsprechenden Crescendi noch die richtigen Ritardandi fehlten. MaxSchipperal» Djener Gaston ist hftn« dend bei. Humor und verfügt über Fqrben. genug, um--di« recht anspruchsvolle Rolle- lebhaft und erquickend komisch zu gestalten, Lisl Mach ein er Lteratur Lachen und Lernen. Der Wiener Saturn- B e r l a g, der seine Produktion immer mehr auSge- staltet, gibt Lehr- und Lern-Bücher besonderer Art heraus. Die Sprach-Bücher, deren deutsche lleb:r- setzung lautet.^Lachen und Lernen". Bis jetzt liegen das französische«RIre et apprendre" von Marie« LouisePierron und da» englische»Laugh and learn" von SusanWellek-Nelson vor. Deutsche und italienische Bücher gleicher Art sollen folgen. Keine Bücher zum Alleinlernen l Aber ungemein wertvolle Hilfsmittel für den Lehrer, denn der Text, der von dem spricht, was das Kind täglich sieht und erlebt, wird durch Hunderte von oft sehr lustigen Bildern, die da» zeigen, was dar fremde Wort bedeutet, bestens ergänzt. Sehr moderne, den beim fremdsprachlichen Unterrichte gemachten Erfahrungen entsprechende Lernbücher! Wir könnte» un» vorstellen, daß eine moderne Schule solche Bücher benützt. Ein Lehr- und Lernbuch für Erwachsene,-wertvolle» Hilfsmittel für Selbstlerner, ist da» im Saturn-Verlag erschienene Buch„Volkswirtschaft für dich. Ein« Nationalökonomie für dm Betroskenm." Von Wagner-Zellhof f. Ohne je flach zu werden. Übersetzen die Verfasser die schwierige Sprache der Äattonalöftnomie ins Allgemeinverständliche. Sie sprechen von dem, was jeder-erlebte, was jeden beschäftigte, jeden bedrängte und-erregte: bom Wirtschastsgeschehen unserer Zeit, und zwar von einheimischer wie von überseeischer Wirtschaft, von den jedermann geläufigen Worten- Krise und Konjunktur und dem, was sie bezeichnen. Und sie führen so den Lebr Pom Wien zum Fernen, Pom Leichtverständlichen zum Schweretfäßlnhist, sie lehren ihn, von her Praxi» ausgehend, auch volkswirtschaftliche Theorien verstehest. Biele Bilder beleben den Text, ergänzen das einfache, klare Wort. Als'erste Einführung in die Volkswirtschaft kann das Buch von Wäg« ner-Zellhoff- sehr empfohlen werdcnl Neuerscheinungen. An Bellistrik bringt der Verlag Oprecht(Zürich": Walter Mehring:«Die Nächt de» Tyrannen", ein Roman mit stärken Parallelen zur heutigen Zeit. Alfred Polst a r:«Handbuch de» Krittftr»". Auf dem Gebiet« der bildenden Kunst erscheinen: Max Oppenheimer(Mopp)»Wie ich sie malte". Das Buch enthält 25 Reproduktionen von Gemälden und Zeichnungen.— Wilhelm Uhde:„Bon Bismarck bi» Picasso— Erinnerungen und Bekenntnisse".—. Zur Wirtschaftskrise spricht Adolf S t u r m t h a.l in seinem Buch„Di« große Krise"—. ein umfassende» Bild der ÄirtschaftSkatastrophe, die seit dem„schwarzen Freitag" der New Norker Börse im Jahre 1929 Über die Welt hereinbrach.— Dramen und Lustspiele finden sich im„Dramatischm Skizzmbuch" von Fritz Jellinek, mit dem Untertitel„Aus alter, au» neuer, aus neuester Zeit".— Im Europa- Verlag(Zürich) dringt Erich Kahler mit seinem umfassenden Werk«Der deutsch« Charakter in der Geschichte Europa»"«inen grundlegenden Beittag zur systemattschen und hisftrischen Darstellung der Deutschtum». Hermann Steinhaufen schreibt in einer blendend formulierten Abhandlung Über„Di« Zukunft de« Freiheit". Friedrich Hertz, der bekannte Soziologe und Historiker, legt unter dem Tiftl„Staatstradition und Nationalismus" den ersten Band seiner Gesamtwerkes„Nationalgeist und Politik— Beiträge- zur Erforschung der lieferen Ursachen de»" Weltkrieges" vor. Band 2 erscheint im Frühjahr 1988. Üeber das früher« Leben der Frauen tn den östlichen Staaten berichtet Fannina Hallo iy „Frau« de» Osten»— Bom Matriarchat li» zu"den Fliegerinnrn von Baku".. Da» Buch"«nchält reiches Bildmaterial. Ortsgruppe Prag. Sam»tag, den 11. September, Treffpunkt um halb 8 Uhr am- Smichover Bahnhof,- Wanderung zur. Hütte. Sonniag morgen» Kammwanderung nach tzostoinice. Führer:.Pick. Preis etwa 12 Ai. Bezugsbedingung en: Bei Zustellung in» Hau» oder bei Bezug durch di« Post monatlich Aö 16.—, vierteljährlich Ai 48.—, halbjährig Ai 96.—. ganzjährig A 192.—.— Inserate werden laut'!' Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen. Preisnachlaß.-.-Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Tel«» graphendirektivn mit Erlaß Nr, 18.800/VH/1S80 bewilligt.(Kontrollpostamt Praha 25.— Druckerei: ,OrbiS"i Druck-, Verlag»« und ZeitungS-A.-G. Prag.,