Sozialdemokrat C. 1. 1■ k................. i- bentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheiut mit««»«ahme de» Moutas tSgltch frSH/ ci«ttlHti« 70 Heller Redaktion und Verwaltung: Prag XL, Fochov» S2- Telephon 58077— Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Aus dem Inhalt: Naue Streikgefahr in der Gablonzer Industrie SdP von Oppositionellen durchsetzt Trade Unions warnen vor Deutschland Der Internationale Gewerkschaftskongreß Neuer Sturz des Franc 17. Jahrgang Samstag, 11. September 1937 Nr. 214 ^iratenkonferenz eröffnet Delbos dränst auf rasche Maßnahmen> Scharfe Ausfälle Litwinows gegen die Freunde der Piraten Genf. Die Piratenkonferenz in Rho«.wurde Freitag. nachmittags' programmgemäß in Anwesenheit Edens, DelboS' und Litwinows und der sonstigen Delegierten aus neun Staaten eröffnet. Zum Vorsitzenden wurde der franzSfische Außenminister Delbos gewählt, der in scharfe« Worte« hie Piraterie im Mittelmeer geißelte und aus eine baldige Entscheidung der Konferenz drängte. Litwinow hielt dann eine noch viel schärfere Rede, in der er Italien, ohne es dlrekt zu nennen, der vertraulichen Freundschaft zu den Piraten bezichtigte und mtt der Verantwortung für die Zwischenfälle im Mittelmeer belastete. Die Kot»,'erenz ging dann in einer geheime« Sitzung sofort in die technischen Beratungen ein. • Die Konferenz wurde am Freitag nachmittags im Sitzungssaale des Rathauses von Nyon eröffnet. In dem Saale wär der traditionelle grüne Lisch.in Form eines Hufeisens aufgestellt und rundherum befanden sich neun Sessel sowie, einer für den Vorsitzenden. Die Konferenz ist,von neun Staaten"beschickt: Großbritannien, Frankreich, Sowjetrühland,^..Jugoslawien,- Rumänien^ Türkei,. Bulgarien, Griechenland und Aegypten. Albanien, hat die Einladung weder, angenommen noch abgelehnt, und deshalb war auch fÜr selnen Vertreter ein Sessel beim grünen Lisch bereitgesiellt, während, für Deutschland und Italien- keine Sitze reserviert"waren. - Um 18.40 Uhr nahm der Bürgermeister der Stadf, S ch r a n j. auf hem Stuhl de» Vorsitzen« MPlMbiMlM^M^DekWKtrnund-wünfchte ihren Beratungen Erfolg.-Sodann erklärte.«! die Konferenz, für eröffnet und forderte, die versammelten-Delegierten, auf,, aus-ihrer Mitte einen Vorsitzenden zu-wählen. Daraufhin ergriff der britische Außenminister Anthony Eden das Wort, der dem Bürger« meistersür die Begrühung dankte und beantragte, daß zum Vorsitzenden der Konferenz der erste Delegierte Frankreichs gewählt werde-, denn Frankreich sei es gewesen, da» die Anregung zu dieser Konferenz gab. Der franzö« stsche Außenminister Avon Delbos wurde sodann einmütig zum Vorsitzenden gewählt. Del dos: Weltfriede gefährdet Minister DelboS nahm äüf dem Präsidium Platz und dankte den Delegierten für diese Vertrauenskundgebung. Dann umrih er in kurzen Worten den Zweck der Konferenz. ES ist unser« Aufgabe, sagt« DelboS,«In für allemal einer Situation im Mittelmeer ein Ende, zu »«reite», die bereit» unerträglich geworden ist, und zu diesem Zweck« die notwendige« Massnahme« zu teraten und zu beschlichen, durch die wir di« Bor- fchriften de» internationalen Rechte» über die Schifffahrt im Mittelmeer stärk«« und zur Geltung brin» gen wollen. In diesem Meer hat sich«in« Lag« mitwickelt, di« n ich! mehrlänger geduldet werd«« darf, wem» d«r Weltfried« nicht bedroht «erd«».soll, Im Mittelländischen Meer wert« Handelsschiff« torpediert, und zwar ohne Warnung und ohne Rücksicht auf hie Flagge, unter welcher sie segeln, wodurch nicht nur di« Grundsätze de» int«r- i nationalen Rechte«, sondern auch die Grundsätze all«« ' Verträge verletzt werden, deren Zweck«in« Humanisierung de» U-Bootlriege» war. " Der Minister sprach da» vedauem au», dass zwei der. ein,«laden«». Regierungen di« Einladung nicht«mgmuinmm hatenj erklärte jedoch,»ätz«I trotzdem notwendlg fei, dafür zu sorgen",»atz die Konferenz zu einer b a l dig e n E» t s ch eid« n g gelange, durch dl« dernn«rträglich«n Pie ater t«« in E n d e g e m a ch t und Veichzeitt» vielleicht auih»sek ernst««« Zwischrfisäll» v«rhindert werde«,-»i« zu den größten Schwierigkeiten führen könnten. Wenn sich die Atmesphäre tzsiern soll,"da ist tt absolut notwendig, datz diese Konferenz bald«inen Erfolg erziel«. Litwinow: j Verbrecher und Banditen /, Nach dem Konferenzvorsitzenten sprach der Vertreter Sowjetrußlands,- der VolkSlommisiar füp auswärtige.UngelegenhfltetriLi t Win 0wKr^ Er-«tatet«?»atz;tie Ttanahni« du"»er Kopfe» renz nur je«« der eingeladenen Mächte atgelehnt hätten,.die überzeugt sind, vor dem Piratenunwrsen vollständig sicher ,« fein, sei r» deshalb, weil sie. «S selbstorganisiert haben,«der deshalb, well sie in vertraulicher Freundschaft zu den Piraten stehen Md sich mit ihnen leicht einigen können: Litwinow geitzelt« mit scharfe« Worten»die schändliche Tätigkeit im Mittelländischen Meere» und nannte die, welche für die Piraterie verantwortlich sind, Lertrechrr und" Bandit««. Die St» wjetregierung, treu ihr«« Politik de« Bertetdigung der kollektive« Sicherheit, tid.lereit, eia« kollektiv«. Organisation für di« Sicherteit auf dem Meere»oll zu mtrrstiitzen.. Ich.»«dauer« ,— erklärte Litwinow — datz gerade da» Land, welch«» da» Hauptopfer der Piratenübersälle md.de» Banditenwesen» ist,.auf dieser Konfrren» nicht vertrete» ist. Dies« Lück«-kvm jedoch nicht«ehr»ungefüllt werden, denn hiezu ist e» viel zu spit.W irhad ennlle d«« Rame« de» Land«» ans der Zunge,»m dem-wir überzeugt find, datz e» die Verantwortung für die Piratrnüberfüll« trägt, ich will jedoch diesen Ramm Nicht«»»spreche«. Der britische Außenminister Eden gab eine kürze Erklärung ab, in welcher er das Bedauern aussprach, daß einige Staaten, deren Mitarbeiter« wünscht war, auf dieser Konferenz nicht anwesend sind, und er fügte hinzu, datz er mit Zustimmung der Konferenz diese Staaten von dem Verlauf der Beratungen inKenntnis setzen werde, und zwar zu dem Zwecke, dah ihre spätere Mitarbeit gewonnen werden könne. Wir haben jedoch Aufgaben vor unSl. die so schnell wie möglich erledigt werden müssen— sagte Minister Eden— und deshalb beantrage ich, daß wir uns sofött als permanenter technischer A u S s ch u h konstituieren. Der Antrag des Ministers" Eden würde einmütig genehmigt. Die öffentliche Sitzung wurde um 17 Uhr 80 geschloßen. Das Publikum und die Pressevertreter entfernten sich und die Delegierten- hielten sodann.ein« vertrauliche 'Sitzung.ab..\ Keine Konvois Die vertrauliche Sitzung dauerte von 17,80 bis 20 Uhr und vertagte sich sodann"auf- Samstag? Die Beratungen waren von Ersolg-begleitet. Der Reuterlorrespondet meldet hiezu: ES wurde einEinvernehmen über vier Punkte-erzielt; Zum Zweck drri Organisier««» eine» UeberwachungSdiensteS wird daS Mittel- ländische Meer, in Z» N r n elngetellt wer" He n.d'n y ei Pie ,:Gazetä delnorte" ,da» offizielle Organ? der Ausständtschen von Bilbao, veröffentlicht, ein« Kist/ pvn tzstech Pehrilenierichtp Abgeurteilten. Darunter»«finden sich:.. Pater Wangtzren«om Karmesiterordrn, zum Tode per- MiW w«is.«rrpMikantsche»Lriippen g e p re- di»t hat. Abbtt Manuel Arzuaga zum Tode verurteilt, weil er i« RegierungSktrchen M e s s« n g r l r,s-en hat. Die Priester Loter», Bati, und Legarra wurden wegm»eil gleiche« Vergehen» ,« den. Eine Zone wird Italien angeb o- ien werden. Großbritannien und Frankreich werden die Kontrolle der Zone im westliche« Teil deS MittelmrereS übernehmen, im Ostteil de» Mittelländischen Meere» werden ander« Mächte hie Kontrolle übernehmen. DaS endgültige Abkommen wird den" beteiligten Regierungen vorgelegt werben. AuS guter Ouelle wird, versichert, daß die Frage der. Begleitung der Handelsschiffe durch Kriegsschiffe aus dem- Plan auSgefchieden wurde franco hat vier U-Boote gekauft? General Oeipa de Ll a n 0 hat dem Reuter- Berichterstatter in einem Interview bekanntgegeben, daß General Franc» kürzlich vier U-Boote angekauft hab«, welche gegenwärtig im-Mittelmeer operieren.- Details Ober die Piratenschiffe bekannt Di« britischen Marineegperten sind dem „D a i l v H e r a l d" zufolge nunmehr bereits sowohl über die zahlreichen technischen Einzelheiten »er Piratenschiff«, al» auch über deren Opera» tionSbastS in. Kenntnis gefetzt wvrden. Weitere Verstärkungen Ins Mittelmeer L 0 nd o n. Weitere britische Flottenverstärkungen im Mittelmeer werden in London für die nächsten Tage erwartet. Französische Flottrnvrr- stärkungen find dortselbst- bereit» angeordnet worden, desgleichen ein« Patrouille französischer Flugzeuge entlang-der algerischen Küste: antwortet. Rom. Zu den Meldungen, daß Litwinow auf d«r Konferenz in Nyon mit B e r g e l« tungSmaßnahmen gegen' italienische Schiffe drohte, äußerten sich italienische halbamtliche Kreise folgendermaßen:»Italien hat erwartet, daß der Sowjetvertreter die Mittelmeerkonferenz zu heftigen Angriffen gegen es benützen wir». Seine Rede hatsdaher durchaus, nicht üb« rras ch.t. Wenn es aber tatsächlich zu GewäÜmaßnahmen untek dem Borwand der Vergeltung.geschritten werden sollte, würde Italien sie nicht als Vergeltung, sondern als A n g r i f f ansehen, denn die italienischen Schiffe haben nichts unternommen, was zu einer Vergeltung berechtigen"würde." Ratstagung unter dem Vorsitz Negrlns Genf. Der Völkerbundrat hielt Freitag um 11 Uhr die erste, nichtöffentliche Sitzung ab. Die Sitzung leitete der spanische Delegierte R e» grin, der den Delegierten von Ecuador Our- vcd» ablöste. Negrin wird auch in der Eröffnungssitzung der Bölkerbundversammlung, die Montag, den 13. September, abgehalten wird, den Vorsitz führen und die EröffmmgSrede halten. Die geheim« Sitzung de» BölkerbundrateS War der Festsetzung des BrratungSprogrammS gewidmet Da keiner der Delegierten die vorbe- handlung der spanische» Frag« gefordett hat, wird dies«. Frage wahrscheinlich Mitte nächster Woche auf». Programm kommen- bi» die erste« Ergebnisse der Mittelmeerkonferenz i« Nyon bekannt sein fiterden. Die Ratstagung de» Völkerbünde» vprfagte sich banst auf Dten»tag. In dieser Sitzung wird Minister Ebe«einen Bericht über die Situation In Palästina erstatten. dreißig Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Ein« ReiheHstberer. Prirstrr wurden zu Kerkerstrafen Vpn.s«ch» bi», zwölf'Jahren verurteilt, weil sie RrgiernngSfoldaten geistliche Hilfe geleistet.haf» ten. Zum Tode, wurden ferner- verüeteiltrMel- chiar Hospitalet, weil^r an ZeitungSredaktjonen regierungsfreundliche Artikel, geschickt-hatte,'. und Demrtrio Bufturia, weil er als Gastwirt einigen Mtgsiepern der baskischen Regierung Mahlzeiten vüafifaiii hat. kebellenzerichte erschienen Leistsiche - weil sie hiesse gelesen haben UM Respekt vor der deutschen Sprache! Wir Haben vor einiger Zeit an dieser Siebe auf di« Sinnlosigkeit des Versuchs Hingewiesen, die Deutschen unseres Landes von amtswege» zum Gebrauch eines Schriftzeichens zu zwingen, das es in der deutschen Sprache nicht gibt. ES handelt-sich um das„ö", daS wir Deutschen nur mit der deutschen Lautschrift„tsch" bezeichnen können. Einige vernünftige-Kreise unter den Tschechen haben unserer damals geäußerten Auffassung zugestimmt, daß den Sudetendeutschcn das Vaterland kein Fremdwort sein dürfe. Andere Kreise haben unsere Meinung verhöhnt, einige sie mißachtet. Mißachtet wurde und wird sie vor allem von der E i s e n b a h n v e r w a l t u n g, die sich in sprachlichen Dingen überhaupt schlecht beraten zeigt. Sehen wir einmal ganz davon ab, daß sic es auch beute noch für möglich hält, Züge und Autobusse in r e i n d e u t s ch e n Gebieten nur mit tschechischen Aufschriften.'verkehren zu lassen und daß eine solche Gepflogenheit zumindest im Widerspruch mit dem Grundsatz des Dienstes am Kunden steht, dem zu dienen die Bahnverwaltung immer wieder vorgibtl Begnügen wir uns nur mit einem Hinweis auf die Respektlosigkeit, die man dort der deutschen Sprache entgegenbringt, wo sich ihr'Gebrauch absolut nicht umgehen läßt! Auf unseren Bahnhöfen häishen jetzt wirkungsvolle Werbeplakate, die zück'Besuche der Tschechoslowakei einladen. Man tckrf annehcken,"- daß dies« Plakate auch, auf deutschen, österreichischen, englischen und. französischen Bahnhöfen hängen, denn sie haben außer dem tschechischen Text auch deutschen, französischen ünd englischen." Im englischen und französischen Text hat man auf das„C" verzichtet, im deutschen nicht. Es mag sein, daß die Deutschen auch trotz des„L" wissen, worum es sich handelt; das wüßten aber die Franzosen und die Engländer auch. Weshalb bringt man der deutschen Sprache weniger Respekt entgegen als den anderen Sprachen? Den gleichen Unfug finden wir in der schönen viersprachigen Werbeschrift, die unsere Eisenbahnverwaltung vor kurzer Zeit aufgelegt hat. - Noch merkwürdiger aber find die Ueberset- zungSkünste, die bei den deutsches Stationsnamen im sudetendeutschen Gebiet zu bemerken sind. Im amtlichen Ortslexikon hatstnan z. B. auf den Gebrauch des im Deutschen unentbehrlichen Bindezeichens bei zusammengesetzten Ortsnamen nicht durchwegs verzichtet unfs wir lesen ganz richtig„Neu-Titschein". Dio Bahnverwaltung übersetzt so sklavisch aus dem Tschechischen, daß aus dem im Tschechischen ganz richtig ohne Bindestrich geschriebenen„Novh Jiöln" das unmögliche„Neu- Titschein" wird. Nicht immer. ist das Ortslexikon vernünftiger als der Dolmetsch der Wahnverwalttzng. Die amtliche Schreibung, die von der deutschen Sprache keine Ahnung zu haben- scheint, unterschlägt bet „Mährisch-Ostrau", bei„Mahrisch-Trübau", bei „Böhmisch-Trübau" und ähnlichen Ortsnamen, ebenfalls den Bindestrich, offenbar in der vollkommen irrigen Meinung, waß„Mährisch" im Deutschen.sei von der gleichen Art wie das„mo- ravskä" im Tschechischen.„Dwravskä" wird dekliniert, muß dekliniert.werten. Das deutsche „Mährisch" kann man nicht deklinieren, es bildet mit der genauen Ortsbezeimnung ein Ganzes, das jedoch eben nur m i t dem Bindestrich ein I Ganzes ist..Der Unsinn, denvie Schreibung deut-, scher Ortsnamen nach tsMchischem Sprachgeist bedeutet, erreicht einen Gipwlpunkt bei der Stationsbezeichnung„Anna»rünnl", das aus „Anenskä Studönka" sklavisch überseht ist.„Groß. Schönau",„Klein Kahn" ufiv. sind nichtjweniger albern, ebenso„Ober Plano,„Ober Haid",„Alt. Habendorf" und so"fort. Ilebers die Schreibung deutscher Ortsnamen sollten doch Beamte entscheiden, denen die deutsche Hrrache nicht ein Buch, mtt sieben Siegeln ist. Div Staatsautorität wird nicht,im geringsten gemiÄert, wenn man der Sprache der anderen Ncmonen mit jenem Respekt gegenübertritt, der jA der Sprache gebührt. Nichts ist so überflüssig,-Nichts schafft so sinnlos höses Blut wie solche Lässigkeit,^die Nationalisten - immer als Anmaßung aHSzulegen.bereit sind und die-sie als AgitatimSstoff benutzen. Wir machen.— ick Geiste VS 18,. Feber— einen Seite 2 SamStag, II. StPleMber 1037 «r. 21? Trsdc U nions W 1686"? w t Fa* ch^ mus warnen vor Deutschland London. Die kritische Gewerkschäfttzlost- ferenz hat den Bericht des NatwnalrateS der Labourparty über die internationale Politik und über die Verteidigung vollinhaltlich angenommen. In diesem Berichte wird st. a. gesagt, May müsse eine Stärkung des Völkerbundes anstrebe« und' auf bet Hut sein vor einer Interpretation' der Bölkeriundsatzüngen,' die Deutschland freie Hand gewähren Würde, um einen Arte«,in Mi tte l- oder Osteuropa zu führen. Die Resolution erklärt weiters,- daß ein künftiger Krieg unter der Bedingung verhindert werden könnte, daß in Großbritannien eine Regierung die Macht ergreift, die ihre Politik auf das Programm der Arbeiterbewegung gründen würde. Eine solche Regierung könnte einen e n e r g i sch en Appell an die faschistischen Staaten richten und ste auffordern, ein allgemeines AbrUstungSabkommen anznnehmen. Bei dem jetzigen Stande der Dinge in der W.elt müßte sine solche Rkgierung gleichfalls st a r? g e r ü ste Weists-Utstoitises LäiwMrtetmgen und jeder Einschüchterustg von feiten der faschistischen Mächte widerstehen zu können. Die Abstimmung ergab ei» Verhältnis von 3.5 Millionen Stimmen für' und eine halbe Million Stimmen dagegen. Die somit Mit überwältigender Mehrheit beschlossene. Uetereinstim- mung der Gewerkschaftspolitik mit der Politik der Labourparty ist in England viel bemerkt worden.------- 1 Eine zweite Resolution befaßt sich mit dem Faschismus und besagt u. a., der Gewerkschaftskongreß sei der Ansicht, daß eS die hauptsächliche Ausgabe der Arbeiterschaft sek, den Kampf gegen den Faschismus zu führen. Deshalb werde« alle manuellen und. geistigen Arbeiter zur Kooperafion aufgerufep, um mit Aufbietung aller Kräfte-für-die Erhaltung und Stärkung der Demokratie elnzutreien. Diese Resolution wurde einstimmig anbenommen., Japan scann Kain« Niederlage riskieren Schanghai. Am-Freitag eröffneten die Japaner die Operationen mit der Beschießung des Abschnittes Kwanwan-Jäncepu, konzentrierten jedoch später jihr Feiler auf Putun. Sie erklären, planmäßig vorzurücken, wogegen- die Chinesen initieilen, daß der Gegner anBoden verliere. Der japanische Plan scheint in einem langsamen, aber sehr sicheren Borrücken zu bestehen, denn die Japaner können schon aus politischen Gründen eine Niederlage nicht riskieren und scheinen auch durch den unerwartet harmäckigen Widerstand der Chinesen überrascht zu' sein., Vorschlag zur Güte: man Überprüfe die amtliche Schreibung deutscher Ortsbezeichnungen,, und sorge dafür, haß sie wirklich nach jenen Regeln der deutschen» Sprache vorgenommen werden, die im sudetendeutschen Gebiet nicht anders sind als im übrigen deutschen Sprachgebiet. Man habe uns nicht im Verdacht, daß wir„Taserlpolitik" treiben wollen. Aber es ist, gerade u n s e r,e Pflicht, in aller Ruhe und Sachlichkeit auf Tatbestände aufmerksam zu machen, die jeden Deutschen, der seine Muttersprache mit Recht so liebt wie die Tschechen die\ ihre, verärgern und verdrießen, uird deren Beseitigung eine schöne und sichtbare Geste der Verständigungsbereitschaft wäre. Aus das'- gleiche Gebiet wie der nationale Dienst am Runden bei der Eisenbahn gehört der Dienst am Runden z. B. beim Tschechoslowakisch en P re s s e b ü r-o. DaD Tschechoslowakische Pressebüro hat eine deutsche Abteilung, die auf höheren Auftrag darüber wacht, daß den deutschen Redaktionen die Arbeit soviel >vie möglich erschwert Iverde. Es ist ihm bekannt, daß sich die deutschen Zeitungen weigern, ja, weigern müssen, tschechische Lautbezeichnungen zu verwenden. Auch solche Ortsnamen, von denen das Tschechoslowakische Pressebüro weiß, daß sie in deutschen Buttern deutsch geschrieben werden müssen, bringt.die deutsche Ausgabe des Pressebüros tschechisch, sofern das Ortslexikon es so verlangt. DaS trifft auch z. B. auf die Bezeichnung der Brünner Straßen zu, die sogar in Brünn selbst noch in b e i d e n Sprachen erfolgt. So werden die deutschen Kunden des Tschechoslowakischen Pressebüros gezwungen, überflüssige, lleberset- zungsärbtzit zu) leistest-i—'stur deshalb, weil die- seS'Amt glaubt, angeblichen. Prestigebedürsnissen ddst Behörden Mehr dienest'zu müssen als dem Lebest lind den Bedürfnisseil' ihrer' deutschen Kmüsschafti i.' ' Die gegenseitige Achtung der Nationen beginnt bei der gegenseitigen Achtung ihrer Sprachen: Dies ist.eß, worauf.wir. einmal, aufmerksam machen, wollten. Den Minderheitsnationen steht das Recht zu, über ihre Sprachregeln und deren Anwendung, aber auch über die Schreibung ihrer Sprache sellsst zu entscheiden. Dieses Recht muß unter allen Umständen auch gegen amtsilbe Eingriffe gewahrt werden, gleichgültig, ob diese Eingriffen der Kenntnislosigkeit oder der Böswilligkeit entspringen. Willi Schlamm „Biktatur War Maa" Preis im Buchhandel Kü 28.— Zu beziehen durch die Zentralstelle für daS Bildungswesen, Prag XU, Slezfkä 13. Seegefecht an der algerischen Küste Valencia. Das Ministerium für nationale Verteidigung teilt mit: Die republikanische Flotte sichtete Mittwoch um 10 Uhr 20 in der Nähe der algerischen, Küste den Rebellenpanzerkreuzer ^Canaria s". DaS Flaggschiff unserer Flotte, der Kreuzer»Liberia d", fuhr dem»Canarias" sofort entgegen und eröffnete um 10 Uhr 40 das Feuer gegen ihn. Der Feuerkampf dauerte bis 11 Uhr.48. Im Augenblick, da unsere Zerstörer in den Kampf eingriffen, ergriff die Canarias" die Flucht. Um 17 Uhr 25 nahm die »Libertad" die Fühlung mit dem„Canarias" wieder auf. Es entspann sich ei» A r t i l l e r i e- du eil, daß bis 10 Uhr dauerte. Als unsere Zerstörerflottille in Schlachtordnung in d§n Kämpf eingriff, ergriff' die»Canarias" wieder die Flucht.gehen Äorden und verschwand in: der .Richtung sesner Basis» Palma»'de Mollarca,. , Beim zweiten Kampf bemerkte-mäst: von der »Libertad" aus, wie plötzlich eine Flamme a u S d e m S ch o r n st e i n der„Can a r ins" auf ft-fe^WBift RebellenkreuzeWelltt'füt-iMe zehn Minuten sein Feuer-ein. Bei beiden Begegnungen griffen Rebellestflugzeuge unsere Einheiten an. Aber auf unsere Zerstörer abgeworfene Lufttorpedos gingen fehl. Unsere Flotte kreuzte noch die ganze Nacht in der Gegend deS stattgefundenen Gefechts und kam Donnerstag früh wohlbehalten in ihrer Basis an. Wichtiger Erfolg bei Madrid Im Verlaufe einer glänzenden Operation, die die Truppen deS Oberstleutnants Ortega an der Madrider Front auSführten, sind sie in die Revellengräben im Rordosten von Valdemo- rill a eingedrimgen und haben sich in dieser erobert« Stellung behauptet. Einzelheiten über den weiteren Verkauf dieser, Operation fehlen noch. Diese eroberte Stellung hat eine sehr wichtige Rolle bei der Offensive vom 6. Juli gespielt. Baldemorkll» ist 16 Kilometer von EScorial entfernt. An der Front dost A a r a m a haben Re Rebellen im Abschnitt Lamaranosa ein« Angriff auf die Stellungen der RegierungStruppe» durchgeführt, um sich ter Umklammerung zu entziehen. Der Angriff wurde,in drei Angriffswellen dorgetragen, doch zerschellten alle Angriffe an der systemvollen Abwehr. Andere, ebenso erfolglose Angriffe sind in ter Nähe don Cerropingarron erfolgt. Barlin verärgert Berlin. Die deutsche Presse ist darüber aufgebracht, daß die Mittelmeer-Konferenz in Nyon trotz der Nichtteilnahme Deutschlands und Jta- liens abgehalten, wird. Die Blssttpr schreiben,, daß bei der Abwesenheit-dieser beiden.Staaten die Konferenz, schon don vornherein zurErfolg- l o s i flfreit- verurteilt sei.: Polizeiparade In Nürnberg '.(Nürnberg., Den Anstalt der freitägigen Veranstaltungen des Reichsparteitages bildete der Aufmarsch der''deutschen Polizei in"' der n e ne n Parad en n i f o r m. Der berüchtigte Reichsführer der SS und, Chef der deutschen Polizei Himmler legte in einer Ansprache ein Treuegelöbni» für Hitler ab. Hitler, dankte und nahm sodann die Weihe von 28 Fahnen für die einzelnen Polizei-Standorte vor. Bor den nationalsozialistischen Funktionären hielt Hitler auf der Zeppelinwiese eine Rede, die sich vornehmlich gegen Moskau richtete. Hitler sagte u. a., haß der Bolschewismus sich jetzt wieder anschicke, die Welt in Unruhe zu versetzen. Alle diese Versuche würden an der Geschlossenheit der nationalsozialistischen Bewegung scheitern. »Art» industrielz des peupleS barbares de la Gaule"(Toulouse 1001); ist Lindenschmidt» Schumachers»Altertümer unserer heidnischen Vorzeit"; in Wilhelm von Jmny» undW. F. Bolbachs„Germanischer Schmuck des frühen Mittelalters" und in vielen anderen. Aus KadidjaS Händen gingen nach Valeriän» und der Bücher Angaben Gewandfibeln, Ohrgehänge, rohe Kronen und Stirnreifm mit blutroten,Edelsteinen hervor, Kleiderschnqllyn. mit Tiermälilern, kleine Goldringe in Schlangenform'sür ein Zwergengeschlecht und große Kupferringe,, deren Träger nur.Riesen hätten sein können. Kadidja brannte Email, blies Glas, schmolz, siedetet röstete, schweißte, kochte, nietete, hämmerte, lötete; es gab nichts, das sie nicht konnten Auf Exaktheit kam es nicht an.. Jedes Mißlingen zeitigte Formen,, deren Unwahrscheinlichkeit Valeriän mit Entzücken erfüllte., Ka- didsa assoziierte' sozusagen frei im Materttil, sie ließ den'Schmelzofen, da»- GlasblaSrohr gewähren und erst daraus erstanden die merkwürdigsten Dinge, .-..-„Was wird das Ganze eigentlich?" fragte -MÄMIÄ.-.......-............ ' selber nicht":' mttwMettz Ba« lerian wahrheitsgemäß,„ein Experiment, eine Art -Wissenfthafhstchen Versuchs»'!,sI »,'>'< Er liebte-'eä außerdem- nicht, sseine Plane Frauen mitzuteilen,^Klein und fett, unrasiert und 'VMisieVt.lsäß-er jin derr^Mitte hetz Raume» vor dent-alchlmistlschew Ofen*msto''dorstkgte"nachdenk» sich, die Hantierungen der Kunstgewerblerin, die ist..'einem hetpstt knabenhaften Pyjama herumhuschte und ihr Junghexenwerk betrieb. „Ich, weih. eS selbet nicht",' sagte,,'es,.' pich Weiß'nur, daß mein GD hatd'chlle,.ist,— er muß eÜvaS geschshen.^'/'',,. L Upo e» geschah, äücheWs.'Ejn'Vpitzf käst WöN'MrS. BuMt sie' hätte Hach dich Astkauf-deS Cranach weitere' Einkäufe mit der BegMdung abgelehstt, däß'''sie Wächst HreM Mann' tnäch JndiänoWS) fchteiven wolle» Gr'hätttz Nüst ae« stntwortet;i er war sehr unzufrieden und.wünschte 10 i' EINE GESCHICHTE VON BILDERN llUND ANTIQUITÄTEN Copyright by Saturn Verlas 1835 Et kaufte Zeug zusammen, mit dem niemand etwas anzufangen wußte: Bruchstücke alten Schmuckes, leere Fassungen, die dazu bestimmt gewesen waren, farbige Glasstücke, Halbedelsteine oder den Zellenschmekz' anfzunehmen, Fragmente, deren Bedeutung niemand kannte, er selbst am wenigsten, römische Ausgrabungen, Splitter antiker Gläser, die unter dem Staub und der verhärteten Kruste der Jahrtausmde noch manchmal seltsam irisierten, rohe Goldmättchen barbarischer Provenienz, denen mikroskmsische Ornamente eingeriht waren, blinde Halbedelsteine uyd alte fehlerhafte Edelsteine und RestÄ von Elfenbeinschnitzereien mit grotesken Figurem Diese Käufe brachten ihm den Ruf eines Narr« ein, aber er kehrte sich nicht daran; er truch dieses Zeug nach Hausej untersuchte es, las Bücher darüber und nahm seltsame Hantierungen damit vor. Es wäre untunlich, dem Privatleben des Valerian Aronas ein«besondere Bedeutung beizumessen, im Leben del Antiquitätenhändlers hat das Private keinen Eimnraum. Der richtige Antiquitätenhändler lebt wie der Hunne, im Felde': verwachsen mit seinen« Lottigen Pferdchen, das Rostbeaf unter dem Äättel, daS. geraubte. Weib hinter sich. Zwar hat«er richtige Antiquitätenhändler kein Rostbeach unter dem Sattel, wohl aber geschieht es ost, daß er die Teller, auf denen dieses Nostbenf gesteriH noch lag, heute einem Sammler älter PorzHlane verkauft, dem ge wohnten Hausrat entsagt nind-statt auf Louis XIV, auf Direewire speist! Zwer hat' er auch kein Weib hinter sich am zqttigen Pferdchen hocken, aber selbst das Ehebett, sofern es Empire oder Louis XV. ist(und welcher Antiquitätenhändler schliefe in einem Stahlrohrbett?) wird Manchmal der Gatsin sozusagen unter dem Laken wegverkauft— und eben diese schlichte Selbstver- leugnung aller privaten Lebensansprüche erlaubt es, den Antiquitätenhändler mit dem hunnischen Krieger zu vergleichen. So hatte auch Balerian kein streng abgegrenztes Privatleben, über dessen Verlauf wir irgendetwas zu berichten wüßten. Er bewohnte an der Grenze von Pari» bei der Pürte Versailles ein kleines Gartenhäuschü», dessen zwei Räume mit Urväter— aber nicht feiner Urväter— Hausrat vollgepfropft waren. Er teilte dieses Quartier mit einem-jungen Mädchen, dessen ursprünglich einfacheren Namen er-in Kadidja umgetaust hatte. Du» Mädchen war klein, rund und geschäftig.' Keine sehr tiefen Bande knüpften Valerian an diese» muntere, geistig sehr Interessierte und beflissene Geschöpf, daS Studentin der Philosophie,, eurhythmjsche TsinMin-Md.ist», eigentlichen Beruf Kunstgewerblerin'üno"daher aus Wien war. Durch ,ihre kunstgewerbliche Bil- dungtvurdeihm Kadidja jetztZur treuen Helferin,, einBeispiefrdäsür.wiePrivai- undBerUfSleben des Kunsthändlers stets ineinandergreifen. Das Hauptgemach seiner Wohnung-hatte sich Hn jüngster Zeit in eine Mittelalterliche Werkstatt verwandelt,-, Bis tief in die Nacht sahen die.beiden vor einem kleinen Emailbrep'nofe.n und über aus- geschlagenen Riesenfosianten,,die Valeriän.in der Bibsiothöque.Nationale entlehnt hatte. Mit fein? griffigen Zangen, kleinen HästNsttzrn, zierlichen Pinzetten.Und niedlichen Spießest, preßten und zerrten sie hie blinden Halbedelsteine ind'ie zerbrochenen' Fassungen- und gossest'asts' seltsamest Pfannen geschmolzenes Farbglas ist tropfenförmige Gehänge. Anregung und Vorb.ild zst den kuriosen Gebilden sanden sie ist'deN dscktn Büchetnj die sich uni sie herum- türmten: in Barriere Flavys Flugzeug zerschellt, an«liier.Felswand .' Da» Flugzeug,. welches den regelmäßigen Lüstdienst-zwischtn Bern und Basel versieht und am Freitag um 18 Uhr in Bem gestartet-ist, stieß unweit von Bern im Nebel gegen eine Fel-Swand. Der Pilot, Kapitän Oberschwester, und zwei Fahrgäste, ein englisches Ehepaar aus London, fanden' den Tod. Der Ra« dlotelegraphift erlitt schwere Verletzungen. 10.1)00 Pfund Ergrelferprümlen London. 10,000 Pfund Ergreiserprämien sind bisher von der englischen Polizei in Palästina zur Ergreifung der unbekannten politischen Mörder der letzten Wochen auSgeschriSen worden. Die Kopfprämie beträgt 800 Pfund. In einem einzelnen Falle,-und zwar im Falle der Ermordung de» österreichischen Zionisten Willi Weiß, beträgt sie 1000 Pfund Sterling. . DI« Lebenshaltung de* deutschen Arbeiter* Es ist außerordentlich schwer, Genaues über den Lebenshaltungsstandard de» deutschen Arbeiter» au» unbeeinflußter Quelle zu erfahrest. Umso erfreulicher ist eS, daß die»Lüne»" vom 81. August 1087 den Brief eines englischen Lesers bringt, dem es gelungen ist,-genauen Einblick in.-die HauSbaltSrechnung eines norddeutschen Metallarbeiters zu erhalten. Danach empfängt dieser Arbeiter einest Wochenlohn von 20- RM.-22 Pfg. Seine Frau verdient 20 RM. 16 Pfg., so daß die Familie- mit zwei Kindern 40.88 RM. die Woche hat, ein, wie der Berichterstatter mit Recht bemerkt, ganz autzerordent- licher Fall, da es gerade im heutigen. Deutschland möglichst verhindert wird, daß auch die, Frau verdient. Die Abzüge belaufen sich auf mehr' als zehn Prozent, d. h. 8 RM., so daß 44.88 RM. zum Leben übrig bleiben. Davon gehen ab für Miete, Licht, GaS und Versicherung 14 RM., für Extraausgaben 4 RM., für LÄmSmittel 21 RM.(I) und 2 RM. bleiben für Kaffee, Zucker etc., für Kleider und- Neuanschaffungen-bleibt- nichts Übrig: Der Berichterstatter'sagt.moch. einmal' ausdrücklich, daß es' sich um eine''wett Über hem'Durchschnitt sebeäde Familie handelt.. Er gibt nur eine wirtschaftliche Behäüptutig'ditzi'tzg, deutschen-Arbeiter».wieder'und diese wirft alltzt? ding» ein entscheidendes Licht" auf da»-gesinnte System: Der Arbeiter habe erklärt, daß er vor' 1088-«lseS das», Watz ,er sich jetzt-in, eigep Wpche sauft. für i^RM. bllllW-Mtte,hst i088k!lL RM. mehr verdient haben bei gleicher Arbeit. Da» bedeutet also, daß die Familie vor 1088 88 RM. Lohn die Woche erhielt, dabei aber nur 84 RM. für daS, was sie heute kaufen kann, auszugeben hatte, und damit einen Spielraum von 22 RM» oder genau 80 Prozent gegenüber dem heutige»' Lohn hatte.' Mit anderen. Worten, die Familie' konnte sich-vor>1088 weit.besser nähren, kleiden und vom Leben etwas genießen. DaS deutsche Volk, hört aus dem Parteitag wiederum, daß eS glücklicher ist al» früher. Die Lohntüten,. Abzüge- und Preise, können mit dieser Versicherung aber nicht geändert werden. Und daS ist schließlich da». Entscheidende für die Zukunft,... für die Bilder; die sie gekauft hatte, Expertisen;, ganz.besonders für den Cranach. Monsieur AronaS möge sie in dieser Angelegenheit sogleich- aussuchen/sie erwarte ihn. »DaS auch noch", sagte Valerian, aber nach einigen Zögern ging-er ins Hotel Ritz. Mrs,- Bump toar sehr schlecht gelaunt;, ihr Mann Mußte, ihr einen recht-unangenehmen Brief geschrieben'. Haven. „Er hat", sagte'sie,»b' e Photogrqphie de». Cranach einem Museumsdirektor gezeigt und dieser hat gesagt, der Cranach ist gar'kein Cranach.". „Sol", erwidert^,Valeriän, i!der Crangchtst leist Cranach. waS ist er denn?" ,„Der Cranach, hat.her.MuseumSdirekto.r gesagt, ist ejn, warten Sie,, wie heißt-der Mensch.?', ein Jan MaffyS". >.„Lächerlich!".erwiderte.,Valeriän, ,„es ist ein, Cranach, und ich-, habe mittlerloeile auch '.eruiert',, wen eS darstellt"...'.,.‘‘...'£' „Nun» wen,stM eS.dar?"'.fragte.'.Mich.' Dump,' Wiebir eist westig üMWiM«-'' ' j,Einen'' griffen.'Zimprecht'Grgeftist'M zweiundsechzigsten Lahre seine». Lebens. Cranach mälte'ihn im Jahre 1800. Demnach ist'Ziintzre'chr- Graeslin 144?"gebärest worden, Cranach über« siedelte.1800 stach Wittenberg und trat'ist Hitz' Dienste de» Herzog» von Thüringen.' Ein Jahr nachdem er da» in Jhreni Besitz befindliche Bild: angefertigt hätte, geriek^etz'ist die Gefanaestschäft' i de»'Herzog» von Btzaünschweig, wo er Bitz' zum J'ähtze 1882' d'erhltttz^"-' „Allright",'sagte. MrS.''Bum^,.bost.'den'bit<'. len Zahlen eist bißchen eingeschüchtert^iaher wa»j hat,der..Ktzrsog>>vost:ich Mß. yicht'wo'm» oim Ziniper von meinemBilb'-zü tun?" jjE.jgentsich nicht»^, sägte V.qlerian,.„ich' wollte eSÄhnen stur sägen'/'weil e» doch istteres«) sänt-ist." u„Oh iye»,->sehr-, interessant,.- aber ich Möchte^ eine Expertise,'meist. Mann-besteht daraus^.-. ^»»lFortsehüng.folgt.).: j,'.. BamStag, 11. September 1937 214 Seite 3 iäMSätihviM Neu Streikgefahr In der Gablenzer Industrie Die Arbeiter in der Glasindustrie des Gablonzer-Essenbroder Gebietes, hielten am Donnerstag' im deutschen und tschechischen Gebiet« 14 Versammlungen ab, in denen zu derLage Siel» lung genommen wurde. Die Situation hat sich teilweise wieder lritisch gestaltet; in allen Der« sammlungen wurde einmütig die nachstehende Entschließung gefaßt: /Die am 9. September 1937 versammelte Glasarbeiterschaft der Gablonzer Schmuckqlas- industrie hat nach Entgegennahme des Berichtes des Verbandsvertreters einmütig folgenden Be- fchluß gefaßt: Die Glasarbeiterschaft protestiert auf das schärfste gegen die offensichtlichen Absichten eines Teiles ter Unternehmer und der Turnauer Genossenschaft, die vereinbarte n Lohntarife und den Rahmenkollektivvertrag zu umgehen und zu verletzen und dadurch daS geschaffene große Werk, welches zur Gesundung und Regelung der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse führen soll, zu vernichten. Die einheitliche Regelung der Lohn« und Arbeitsbedingungen für die gesamte GlaSarbei- tcrschaft aller Erzeugungszweige bildet di« einzig mögliche Kalkulationsgrundlage und verhindert den Preisraubbau auf Kosten der Löhne, was Millionenschäden für die heimische und gesamtstaatliche Wirtschaft bedeutet. Di« Arbeiterschaft kann eS nicht zulasten, daß einzelne Schädlinge diesen so wichtigen Industriezweig von neuem gefährden und in die Katastrophe treiben. Die GlaSatbeiterschaft fordert: 1. daß alle eingegangenen Lohn« und Ber- tragSverpflichtungen seitens der Unternehmer restlos eingehalten werden und daß insbesondere die Einhebung und Abfuhr der von den Arbeitern geleisteten Kontrollgelder laut Vereinbarung strikte durchgeführt und den Kontrolloren leiner- lei Schwierigletten bereitet werden. 2. Daß seitens der Regierung und der zuständigen Behörden alles veranlaßt wird, um die Bemühungen der Gewerkschaften nach Stabilisierung der Verhältnisse in der Glasschmuckindustrie tatkräftig zu unterstützen, indem sie unter Anwendung der Strafbestimmungen des Heimarbeiter- schuhgesetzeS mit aller Schärfe gegen alle jene Unternehmer vorgeht, welche sich den Vertragsverpflichtungen entziehen wollen. Sollte in dieser Situation nicht bald eine Aenderung eintreten, ist die Arbeiterschaft entschlossen, mit allen ihr zu'Gebote stehenden Mitteln zur Selbsthilf« zu greifen/ um’ ihre neuerlich gefährdete, Existenz zu schützen. Ferner bringt die Arbeiterschaft in diesem Zusammenhang neuerdings ihre alten noch immer nicht erfüllten Forderungen in Erinnerung und erwartet deren baldige Durchführung und' zwar: 1. Die Herausgabe der Durchführungsverordnung laut Paragraph 3 des Heimarbeiter» fchutzgefetze», Zahl 29, 2. die gesetzliche Regelung der Arbeitszeit in der Glasheimindustrie, 8. Erweiterung der zuständigen Gewerbe« inspeltorate durch Neuaufnahme von Gewerbe- asststenten aus dec Glasheimarbeiterschaft zu>n Zwecke der Ausübung entsprechender Kontrolle, 4. Versachlichung der Glasheimindustrie, 8. Beschleunigung der kommissionellen Erhebungen in den mechanischen Schleifereien gemäß der ergangenen Kundmachung, 8. die geforderte Aenderung der Richtlinien der Zentralsozialversicherungsanstalt, betreffend die Kranlen-, Jnvaliditäts- und Arbeitslosenversicherung der Heimarbeiter. Montag finden wieder Versammlungen statt und falls es zu keiner Einigung kommt, wird eS voraussichtlich wieder zum Streik kommen. Die SdP von Oppositionellen durchsetzt Die„Bobemia" berichtet: „Am Oktober wird in Aussig ein K o n g r e ß der SdP-Opposition stattfinden. Gelegentlich dieses Kongresses sollen die Vorarbeiten innerhalb der Organisation so weit gediehen sein, daß man aus dem Verlauf dieses Kongresses und der ihm folgenden Verhandlungen alle Konsequenzen zu ziehen imstande sei. Die Zahl der in der SdP-Opposition vereinigten Mitglieder der SdP läßt sich schwer schätzen. In Brünn zählt die Opposition annähernd 4 8 9 9 Mitglieder. Starke Ortsgruppen besitzt sie auch in Dux und Brüx. Man kann damit rechnen, daß bisher beiläufig 2 2.9 99 Mann in den Reihen der Opposition stehen. Die Opposition arbeitet nach einem eigenartigen System, das es fchiver macht, die in ihr vereinigte Zahl genau zu erfassen. Dort, wo die Ortsgruppe noch in der Entwicklung ist, kennen einander kaum mehr als stets fünf Leute. Einer von ihnen unterhält wieder die Verbindung zu fünf anderen ufw. An der Spitze der einzelnen Ortsgruppen stehen meistens durchaus unbedeutende Leute, während die tatsächlichen Funktionäre unbekannt bleiben. So leitet z. B. die R e i ch e n b e r g e r Ortsgruppe der SdP-Opposition nur dem Namen nach ein aus der Partei ausgetretenes Mitglied namens Schuster. T Postämter in Kroiehlavy, BuStihrad und Stkedokluky um je 300 K£ geschädigt. Ferner wurde ein zweites gefälschtes Einlagsbuch bei ihm gefunden, auf Grund dessen er jedoch noch nichts behoben hat. UebrigenS wurde der gröhte Teil der behobenen 900 KE noch bei ihm gefunden und konnte der Postsparkassa,zu- rückgestellt werden. In seinen beiden EinlagS- büchern hat er mehrere in Wirklichkeit nicht vollzogene Einlagen eingetragen und mit falschen Stempeln bestätigt. Er wurde nach Pankratz eingeliefert. Eisenkonstruktion begräbt zwei Arbeiter. Auf der Baustelle für MtlitärhangarS in Pardubitz ereignete sich Freitag um 17 Uhr«in bedauernswerter Unfall. Die Eisenkonstruktion der Hangars, die von der Firma Rainberg in Pardubitz auSgeführt wird," st ü rz t d zusammen, wobei zwei Arbeiter schwer verletzt wurden. Sie Der Fall der Brüder H r ä a, die am 80. Juni d. I. in ihrer Wohnung den Gendarmerie« Wachtmeister Knoll meuchlerisch niedergeschosien und den Wachtmeister Do le j al schwer ange- schossen haben, als die beiden Gendarmen in der Wohnung der Hräas im Dorfe Hovkzi bei Bsetin in Mähren eine Haussuchung wegen DicbstahlS- verdachteS vornehmen wollten, hat seinerzeit außerordentliches Aussehen erregt. Wie bekannt, flüchteten die Brüder, der 24jährige Josef und der 21jährige Johann Hrüa, nach vollbrachter Bluttat in die walachischen Wälder und vermochten sich trotz Einsetzung eines mächtigen Gendarmerieaufgebotes durch mehrere Wochen der Verfolgung zu entziehen, wobei es mehrmals zu Feuergcfechten kam. Wie bereits berichtet, wurde der ältere der Brüder, Josef, am IS. Juli in einem Getreidefelde unweit seines Heimatdorfes tot aufgefunden. ES ergab sich, daß Josef Hrüa, der bei einer der mehrfachen Schießereien einen schweren Armschutz davongetragen hat, sich durch einen Revolverschuh selbst getötet hat, als er keine Möglichkeit des Entkommens mehr sah. Sein Bruder Johann blieb indessen verschollen und alle Nachforschungen waren ergebnislos. Nun ist auch dieser in einem Walde bei Puchov In der Slowakei als verweste Leich« ausgefunden worden. Er hat den gleichen Tod gewählt wie sein Bruder und seinem Leben durch einen Revolverschuß«in Ende gemacht. Der Tod ist bereits vor wurden in bewußtlosem Zustande In das Krankenhaus übergeführt. Der Arbeiter Brzel erlitt tödliche Verletzungen, der Arbeiter Kocek außer Verletzungen ein« Gehirnerschütterung. Giii neuer Erfolg tschechoslowakischer Flieger. Aus S i ü f 6 I am Plattensee wird ein neuer tschechoslowakischer Sieg auf internationalem Forum gemeldet. In dem dortigen internationalen Flugivettbciverb placierten sich die tschechoslowakischen Flieger StabSkapiiän D u r a n a und Stabskapitän D v o k ä k, die auf einem Praga- Baby-Flugzeug von 40 HP flogen, bei starker internationaler Konkurrenz als erste. Die tschechoslowakischen Flieger stehen vor den deutschen und den ungarischen Fliegern niit dem sehr günstigen Resultat von 800 KlassisikationSpunkten., Bei einem britischen Lustrennen um den Pokal Königs Georgs, VI. kam es Freitag zu einem schweren Unglück. Das Flugzeug ziveier AeschwaderchefS flog in der Nähe von Scaborough in der Grafschaft Yorkshire gegen Klippen. Die beiden Flieger fanden dabei den Tod. Die Maschine wurde vollständig zerschmettert. In die Sowjet-Volks- und Mittelschulen wurden Heuer über 30 Millionen Schulkinder, viermal m e h r als in den Vorkriegsjahren, eingeschrieben. Mit dem Auw in die Streikversammlung. Der„Daily Herald" teilt mit, daß Donnerstag nachmittags der Wagen des Personalchefs der britischen Baka-Wcrke Tucer in Ost-Tilbury bei London in eine Streiwersammlüng der Arbeiter, die unter freiem Himmel außerhalb der Fabrik abgehalten wurde, hineinfuhr. Hierbei wurden vier Personen verwundet. Df« Arbeiter— es handelt sich um einen Teilstreik— wandten sich gegen Tucer, so daß sechs Polizeibeamte intervenieren mußten. Später hielt die Arbeiterschaft Der Herr Von Joseph Roth Dieser Herr ist mir unsympathisch. Weil ich bemüht bin, gerecht zu sein und ledig aller Vor-, urteile, denke ich nach, welche sympathischen Eigenschaften er haben könnte. Er ist vielleicht seinen Kindern ein guter Vater. Wenn er einem von ihnen begegnet, wird sein Herz warm und schickt ein paar Wärmemolekülchen hinauf in die blauen Augen, die ständig von einem Zwicker oder einer Brille.(beim Lesen) bekleidet sind, und die allen Menschen, Tieren und Gegenständen zu zürnen scheinen. Es sind, ohne Zweifel,.die Augen eines redlichen Mannes. Denn nichts Verführerisches. oder auch nur passiv Anmutiges kann in ihr Blickfeld gelangen, ohne von ihren stählernen Strahlen vernichtet zu werden, oder zumindest gebrochen. Und als könnte es den anmutigen Dingen einfalleni jemals einen listigen Umweg zu benutzen und zum Beispiel zwischen Augenlid und oberen Brillenrand durchzuschlüp- sen, trägt der Herr seine blond-rötlichen Augenbrauen als ein borstiges, stachliges Gestrüpp, eine Art von Stachel-Haar-Verhau, defensiv über den Gläserrändern. Die Stirn ist viereckig vorgeschoben, der Herr trägt sie als ein kleines Kästchen am Schädel, solide in diesen eingesügt und mit Kopfhaut überzogen. Von der Nase ist nicht viel vorhanden. Sie scheint in der Hauptsache lediglich den Gläsern einen Ruhepuntt, einen Sattel gewahren zu sollen, und also wundert man sich nicht weiter, daß sie statt der Flügel zwei fleischige, rötliche Knöpfchen hat. Druckknöpfe gewissermaßen, mit denen sie zur Sicherheit an beiden Wangen sestgehalten wird. Unter dem blonden Hauch von einem Schnurrbart ist der Mund schmal, dennoch nicht ganz geschlossen, und. die kleinen, spitz gefeilten Zähnchen eines Nagetieres werrd«».sichtbar, für die di« gewöhnlichen Zigarren gewiß kein geeignetes Objekt sind. Wäre ich dieser Herr, ich würde mir Zigarren anschafsen, deren oberes Ende von ciner längererZeftelngctrelen,' wie die vorgeschstttene Verwesung der Leich« beweist. Johann Hrüa hat sein Leben geendet, wie es sein älterer Bruder in seinem'letzten Willen gewünscht hat, ohne daß er hievon jedoch Kenntms Haven konnte. Bei Josef Hrüa wurde seinerzeit sein Militärbuch aufgefunden, auf dessen Deckel er mit einem Eisendraht die kaum leserlichen Worte einge.kratzt hatte: „Ich nehme Abschied für immer,- Wenn sie mich schon erwischen, so nur all Leiche. Ich möchte wünschen, daß mein Bruder so stirbt wie ich." Tvr Wunsch des älterem Bruders ist in Erfüllung gegangen. Johann Hrüa hat sich bis in dje Slowakei durchschlagen können und dort, in der Gegend von Puchov, als er die Aussichtslosigkeit seiner Lage erkannte, zum Revolver gegriffen. Damit ist dieser ungewöhnliche Kriminalfall» der durch viele Wochen die Oefftntlichkeit in Atem gehalten hat, abgeschlossen. Was di« beiden Toten betrifft, so haben sie zu Lebzeiten ihrer Mutter viel zu schaffen gemacht, die sich ihnen gegenüber allzu nachsichtig und schwach zeigte. In der letzten Zeit drängten sie die. alte Frau, ihr Häuschen zu verkaufen und auf diese Weise Geld zu beschaffen, mit dem sie dann ihr Glück versuchen wollten. Bei der Mutter lebt noch«in dritter Bruder, der heute noch im Jünglingsalter steht und im Gegensatz zu seinen älteren Brüdern in der Gemeinde einen sehr guten Ruf besitzt und sich von den beiden anderen zum Glück nicht beeinflussen ließ. eine zweite Versammlung ab, in welcher Tucer eine Erklärung abgab, in der er sein tiefstes Bedauern über den Vorfall zum Ausdrucke brachte. Die Polarerpedition Schewelew, die Freitag auf dem WunSckap(auf den Rudolssinseln) startete, landete wohlbehalten aus der Rainer-Insel im Franz-Josess-Archipel.. Drei Kinder und eine WeltkrftgSsranate. Unweit Klagenfurts sanden die drei Schulkinder Ferdinand und Johann Ehrlich und ElisäuS Lot auf dem Felde«ine G r a n a t e. Ei« nahmen sie nach Hause mit. Als sie sie zu zerlegen versuchten,. entstand eine Explosion. wobei zwei der Knaben zerrissen wurden, der dritte Knabe erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Er wurde ins Krankenhaus geschafft. Es handelt sich um eine Granate auS dem Weltkriege. Weiblicher Minister in Indien: In Jiidlew ist der erste weibliche Äabinettsminister ernannt worden. ES ist Frau Bis al L.ak'sh Pandit, die der Kongtcßpartci angehört, deren Führer be- kanntlich Ghandi und Nchru sind. Frau VIjai Laksh wift) als Gesundheit-Minister iw den Unsted Provinccs, einem der größten indischen Staaten, wirken. Norwegen vor 4000 Jahren. AuS Oslo wird gemeldet: Im nördlichen Norwegen wurden interessante Funde aus dem Beginne der Steinzeit gemacht. Die Konservatoren Gjeffing. und Nummedal fanden im Baranger-Fjord Ueberreste von menschlichen Siedlungen, die vor ungefähr viertausend Jahren bestanden haben. ES scheint, daß in dieser Zeit an der Fundstelle eine ganze Stadt bestanden hat. Es wurden Schieferwerl- zeuge, Messer, Ueberreste von keramischen Erzeugnissen, Küchengeschirr u. a. gefunden. Es handelt sich hier offenbar um Reste von Siedlungen, die von Norwegern und keineswegs von Lap-. Nußschale umhüllt wäre. Wenn der Herr seine Zigarre einen Augenblick' auf unseren gemeinsamen Aschenbecher legt— denn wir sitzen einander an einem Tisch gegenüber— sieht man die regelmäßigen keilartigen Trichter an den braunen Tabakblättern. Vielleicht— denke ich— wäre alles viel besser, wenn dieser Herr einen der üblichen Steh-Umlegkragen tragen wollte.: Allein, derartiges zu tun, scheint er keineswegs, gesonnen. Vielmehr gift: seine Vorliebe, einem einfachen Kragen mit breiten und^rötz ihrer Steifheit beinahe behaglich ümkelegten'SPItzen^ zwischen denen die etwas bläuliche Haut.des,Halses ständig leise zittert. Mörderische Nätiiren— denke ich— würden 1 durch diesen Anblick verlockt werden,. dem Mann an die Kehle zu fahren. Obwohl er erst später als ich an unseren Tisch gekommen ist, scheint er doch überzeugt zu sein, daß von uns beiden ich der Ueberflüssigere bin. -Er gibt diese seine Meinung dadurch zu verstehen, daß er nicht etwa den ganzen Tisch für seine Zigarren, sein Bier und seine Aktentasche einzünehmen versucht, sondern,.im. Gegenteil dadurch, daß er peinlich bemüht ist, durch die Mitte den Tischplatte eine Grenze, zu, ziehen, die sozusagen auf ewig unsere GÄiete scheidet. Wenn einer seiner Gegenstände durch eine unvorsichtige Bewegung des Kellners auch nyr ein Millimeter über, diesen Strich gelangt,.z.eichndt., ihn der Herr mitfeinem stählernen Blick ganz tadellos neu auf bie. Platte. Nach jeder.Geste putzt,der Herr seinen Rock oder seine Weste mit den Fingernägeln, .die ,Handfläche nach außen. Wnchmal knipst er mit Daumen und Zeigefinger./einen, imaginär,ew Fleck davon.. Er lebt unaufhörlich in der Ängst, fein Anzug.könnte schmutzig werden— obwohl eS ein praktischer Anzug ist,.auf. dem sich alle > möglicken Flecke schon von vornherein,, alS Muster, befinden: dunkelbraun» taubengrau,. rötlich und violett, ist dieser Anzug geeignet, durch einen Regenbogen getragen,zu werden unh sich sticht im geringsten zu verändern. Aber/gerade..dftseS äußerst praktisch« Muster scheintindem nervösen Herrn die Vorstellung hestwUürufen, jeder na- Berswerksunslück in Japan A . Tokio. Auf der Kohlengrube Kyvjo auf her Insel Kyüshu chweden DotmerStag infolge einer ^Gchlagtvetterkäntstrophe zählreiche Bergleute ge- töiet und verschüttet. ES könnten bereits über zehn Tote geborgen werden. An der Rettung der übxl- gcn Verschütteten wird gezweifelt, da die Bergungsarbeiten außerordentlich schwierig und neue GaSeinbrüche erfolgt find., Pen errichtet worden waren, soweit man wenigstens nach bestimmten charakteristischen Zeichen urteilen kann. ES handelt sich hier um Merkmal« einer allen norwegischen Zivilisation. DaS nördliche Norwegen ist den Archäologen gut bekqpnt; die hier erfolgten Ausgrabungen erregten bereits das Interesse de» internationalen Kongresse» der prähistorischen Wissenschaft, der im vorigen Jahre in Oslo stattfand. Poftdicnst am 28. September. Am 28. September wird der Dienst im Post-, Telephon- und Telegraphenverkihr wie an Feiertagen gehalten werden. Die Post wird nur im Ortsbestellbezirk zugestellt, werden.(Amtlich.) Neue Stratzemnarfierung. Im Lauft dieser Woche führt der Lutoklub RES eine neue Markierung der Staatsstraße Prag— B.-Leipa— Rumburg— Schlucken«» durch. Insgesamt werden 44 doppelsprachige OrientierungS- und Warnungstafeln für die lokale und Fernottentterung ausgestellt. Damit wird einem allseits gehegten Wunsche nach tadelloser Bezeichnung dieser wichtigen Strebender« bindung entsprochen. Da» Wett«. Au» Norditalien verlief am Freitag iiber die ungarische Tiefebene nach Polen«ine starke Temperawrgrenze zwischen kalter Polarluft und warmer Lust im Siidosten Europas. Entlang dieser Grenze schreiten gegen Nordosten einzelne Störungen mit Regenfällen oder Gewittern fort, f» daß im Gebiet der Republik, von Karpathorußland abgesehen, stellenweise seit der letzten Nacht Regen fällt. Auf den Bergen in Böhmen fiel Frestag nachmittag» bereits erster Schnee bei Temperaturen von 1 bis 4 Grad. Die unbeständige Witterung wird auch in den nächsten Tagen andauern.— Wahrscheinliches Wettcrvonheute: Vorwiegend bl» wechselnd bewöltt, zeitweise Regenfälle,, kühl, Nordtvestwind.— Wett e r a u» si ch t e n f ü r Sonn tag: Noch unbeständig, Schauer, inäßtg Üthl, tzftrdwestwind.- Vom Rundfunk Bmpfahlaniwartss aus das Proarammaai Sonntag Prag I: 7.00 Konzert aus Karlsbad: Verdi, Wagner, Dvokäk usw. 9.00 Schallplatten. 0.48 Orchesterkonzert FQK: Nedbal. Lehar usw. 11.00 Militärkonzert aus Podibrad. 14.18 Deutsch« Arbeitersendung r Dr. Marchfeld: Zahnärztliche Schulunter«. suchung von Arbellerkindern. 17.00 Schallvlatten. 17.38 Deutsche Sendung:„Don Ecsar", Operette von Dellinger. 18.80 Deutsche Presse. 20.20„Weinlese", Operette von Nedbal. 22.38 Jazzorchester.— Prag II: 14.80 Deutsche«rbeitersendung: Für«oft und Frieden. 14.38 Stern: HeiratSprojekte.— Brünn: 17.38 Deutsche Sendung: Kompositionen von Kkenek.— Prehburg: 12.20 Rundfunkorchesterkonzert.— Mähr..Ostrau: 17.20 Schallplattenkonzert. 10.18 Leicht« Musik. türliche Fleck sei aus Achtlosigkeit entstanden. Dabei ist Achtlosigkeit in diesem Falle so gut wie ausgeschlossen. Wenn" der Herr einen Schluck Bier nimmt, streckt er den Oberkörper über den Tisch, so als würde er im Rücken von einer unsichtbaren Hand nach vorn gedrängt, die kleine» Tröpfchen vom Boden des Glaft's fallen auf den Tisch— und auch das irritiert'den Herrn. Er ruft nämlich immer wieder den Kellner und zeigt stumm auf das Tröpfchen. Der Kellner wischt eS gehorsam weg— und der Herr seufzt, wie einer, der sägen will, daß Bierkinken unter solchen Umständen eilte i Qual sei. Dennoch trinft er«in Pier nach dem ändern. Wenn ein Glas festig ist, zieht er die Uhr, die in einem Beutelchen aus Wildleder geborgen ist und vergleicht die Zett seiner Taschenuhr mit jener der Wanduhr. Welcher von beiden er mißtraut, wird nicht ersichtlich. Fände er mich sympathisch, er würde gewiß auch mich nach der Z«it fragen. Aber zwischen uns sollen ja keine' Bezie-• Hungen herrschen. Feind ist Feind. Krieg,ist Krieg. Auf einmal sähst Unruhe in den Herm. Er greift nach allen Taschen'seines Mantels, ruft nach dem Kellner und setzt sich erbittert wieder an den Tisch. Seine Zigarre ist erloschen. Er'hat kein Streichholz. Ich beeile, mich, ihm eine Schachtel zuzustecken,, bevor-der Kellner kömmtt Ich rücke.die-Schachtel über,, die Grenze, eine Streichholzschachtel.. ohne Paß und' Visum, und sage kein W/o.rs, und warte. Der Herr ninlmt sie» zündet sich/die Zigaste an und schiebt die Schachtel wieder sibst die, Grenze. Dabei sagt er'ein „Danke I", da» aus dem Ausschnitt des Kragens kommt. Der Herst d«r bis jetzt gesonnen war, einen Waffenstillstand gelten zu lassen, steht sich durch'meinen Angriff genötigt,, in der Etappe .sein« Kräfte zu sämmeln. Sobald der Kellner erscheint, zahlt er, steht auf und sagt„Guten Tag l" . Aber s dieser, Gruß ist etwas, ganz ändere». ;„Auf Morgens sagt Fieser, Gruß.„Sie stzollest .mir die Sonne verhunkesn? Um so besser I Dann werden Hr,sm Schatten isämpsetst.' Seite 5 SamStag, 11. September 1037 ».vuh&v OSRAM-S i« klusiatul ausweise nach Berufen neben die Meldungen zu stellen, das; in eben lenen Berufen Mangel an Arbeitern herrsche, um zu erkennen, dah der rosenrot gefärbte Artikel des„H. 91." nicht zur Lösung diser Frage beiträgt und das; zur sozialen Sicherung der älteren Arbeiterjahrgänge andere Mittel notwendig sein werden, als eine vielleicht nicht schlecht gemeinte Belehrung der Industrie. Internationales Kartell der Steingnt- iudusirie. Zur Erzielung besserer Gewinne in der Steingutsabrikation ist vor kurzem eine internationale Preisverständigung der HaushaltS- geschirr-Jndustrie herbeigeführt worden. ES sind sämtliche kontinentalen maßgeblichen Fabriken beteiligt. Infolge der Verständigung konnten die Preise bereits erhöht werden. An dem Kartell ist auch die Steingutindustrie der Tschechoslowakei beteiligt. Die Bereinigten Staaten erster Baumwolllieferant. In der Baumwollversorgung der Tschechoslowakei stehen die Bereinigten Staaten mit 20.100 Tonnen an erster Stelle, Es folgt dann Britisch-Jndien mit 12.400 Tonnen.' Die PenstonSanstalt alS Kreditgeber an den Staat. Am 80. Juni 1087 besah die Pensionsanstalt, fiir über 007 Millionen Kronen staatliche Wertpapiere. Gegenüber dem Borsahre hat sich der Bestand um mehr als 100 Millionen Kronen erhöht. Anleihen an den Staat und die Länder erreichten die Höhe von 027 Millionen gegen 578 Millionen Kronen am 30. Juni 1036. Neuer Sturz des Franc Nachdem der französische Franc am Donnerstag einen starken Kurssturz erlitten hatte, erreichte er am Freitag einen Tiefstand. Der frei- tägige Prager Devisenkurs war 101.50, Banknoten notierten 100. Das bedeutet, daß derzeit 100 französische Franc 100 tschechoslowakischen Kronen gleich sind, während man noch am Mittwoch KL 106.80 bezahlen mußte. Das englische Pfund notierte In Paris am Freitag 130.05 gegen den donnerstägigen Schluß von 133.50, der Dollar 28.15 gegen 26.06. Dieser neue Sturz des Franken wird in erster Reihe durch das Echo der außenpolitischen Ereignisse erklärt, i» bedeutendem Maße jedoch auch durch die fremde Spekulation gegen den Franc. An verantwortlichen Finanzstellen tvird diese Lage jedoch nicht pessimistisch beurteilt. Es heißt, der Frank sei seit zwei Monaten, seit Beginn der 9tegierung Chautemps, eine b e tv c g- lichc Währung und der Fonds zu seiner Rettung werde im geeigneten Augenblick cingreifen. ES wird hervorgehoben, daß die Aktien der Bank von Frankreich und der großen finanziellen und industriellen Unternehmungen Freitag gestiegen sind. Wall gutes Licht dazu beitragt, die Arbeitslust und Arbeitsfähig* Die englischen Gewerkschaften fordern neue Pensions-Versldierung Der englische Gewerkschaftskongreß nah»; den neuen PensionSversicherungS-Plan der La- bour.Party an. Auch eine Resolution, welche bezahlte llrlaube forderte, fand die Zustimmung aller Delegierten. Das, neue PensionSversicherungS-System sieht Pensionen von rund 142 KL pro Woche für eine Einzelperson und von 250 KL für ein Ehepaar, beginnend mit dem 60. Lebensjahre vor, Ivelche Renten aber unter dem Gesichtspunkte der wesentlich höheren Lebenskosten und Lebenshaltung in England zu werten sind. die Dekalumenlampe mit dem Qarantiestempel für hohe Wirtschaftlichkeit. stern auch das Ausland noch als Käufer auf. WS ist ein besonderes Kennzeichen der heütigen Herbstmesse, daß sich der AuslandSbesuch, obwohl er auch d.iesmal in den Exporttagen an; stärksten war, auf. die ganze Woche erstreckt. So sind gestern noch Käufer aus zwanzig Staaten .eingetrosfcn. keit zu steigern. Zur guten Beleuchtung gehören innenmat- tierte OSRAM-0-Lampen; sie geben reichlichesu. billiges Licht. und zwar in der Hauptsache je nach dem Charakter der sozialen Gruppen, die die Macht im Staate besitzen. Die Genossenschaftsbewegung verlangt in allen Wirtschaftssystemen vollständige Be- tätigungskreiheit auf der Grundlage ihrer eigenen Prinzipien und lehnt alle Bestrebungen, ihre Tätigkeit politisch zu kontrollieren,! ab. Die Genossenschastsbewegung verwirft Überall, wo eine regulierte Wirtschaft in dieser oder jener Form in Kraft getreten ist, alle Maßnahmen, die die nationale oder internationale Entfaltung ihrer' Tätigkeit hemmen, ebenso wie sie alle Bestrebungen in sozialistischen Wirtschaftssystemen ablehnt, die ganze Wirtschaftstätigkeit in der Hand öffentlicher Körperschaften zu, konzentrieren. Diese Entschließung wurde vom Kongreß mit überwältigender Mehrheit angenommen. azurn, gutes und ceichtidaes GuteS Jnlandgeschäft auf der Messe. Der geschäftliche Besuch der Prager Messe bewegte siMaestern, waS das Inland betriffl. ün Meffe- vasast auf der Höhe des Vortage»;',gufden Aus- stellungsgeländen war jedoch die.Frequenz, infolge deI Mgünstsgin Wetters etwas, schwächer,!. Der g-eDhA fÜ i. ch e V e r ke h r für den hesmi- schen Markt war lebhaft und ,e» steht fest,, daß ,sM dtjS'! Atuayd,diesmal stärker eingedeat'hat, als inden, letzten Jahren.' Der',Donnerstag und her Freitag waren bisher dlt besten.Tage der MsseWI'M' ÄnsändkieschM.Die' sloitzakische Wndfchäft,Hierzu Meffebegtün, gefehEM..' ist tzisitzrarößten Teil, in beit 1 letzten beideii'Täaen eingetrosfen. Dix Aussteller sind daher im Durchschnitt mit den Ergebnissen zufrieden. Trotzdem 'sich die Messe bereits dem Ende Mhert, Hrat, ge- Elne Justizhyäne In Oesterreich , Eine besondere Perke der neu-österreichischen Justiz"ist der Richter Os i o. Dieser Richter hat Joses G e p l zum Tode verurteilt und den Wehrlosen obendrein verhöhnt. In jedem Prozeß, den er im Auftrage seiner Vorgesetzten führt, benimmt er sich so rabiat mid unanständig wie möglich, gerade so, als ob er zeigen wollte, daß die heutige» österreichischen Justizbeamten sich lediglich als Beauftragte des rachsüchtigen Bürgertums. fühlen. Bon einer Unabhängigkeit der Justiz ist in Oester- reich schon längst keine Rede mehr,-=- Jener Oslo hat vor kurzem drei Sozialdemokraten wegen der Verteilung illegaler Flugblätter zu je fünf Jahren Kerkers verurteilt, während«r einen Nazi wegen desselben Deliktes zu z w e i Monate» verurteilt hat. Die verurteilten Sozialdemokraten wurden von diesem Osio im letzten Prozeß als B u b en beschimpft.— Das Wirken dieses„Richters" läßt erkennen, wem dieser Titel gebührtk'''’ Rückkehr der„Revolutionären Sozialisten" Nach wiederholten Besprechungen.zwischen Vertretern der Gruppe„Revolutionäre Sozialisten" und dem Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands faßte eine am 2.' September in Karlsbad abgehaltene Tagung der„R, S." den Beschluß, die'.Gruppe aufzulösen und politisch und optzanisatorisch ist die Gesamtpartei einzugliedern, da die veränttvortlichen Vertreter' und Körper- schaften der RSD zu der Ueberzeugung gekom- men sind, daß die einzelnen sozialdemokratischen Gruppen keine' Daseinsberechtigung' mehr haben und die orgatlisatörische Sammlung'dieser Gruppen im Gesamtrahmen Jber' sozialdemokratischen Bewegung das Gebot der Stunde ist. Der Borstand,'der Sop'äde hat diesetz Beschluß begrüßt !'uyd ihm: zugestinunt. I—1ÖÖ? jngoflmvffche'DMare, 100 Belga». i0l) dänische Kronen,... . 1VV schwedische Krone». Um die Beschäftigung der älteren' Arbeiter.. In der tschechischen" Wirtschaftszeitschrift „Hospodätskh rozhled" wird. die Richtigkeit der Meldungen angezweifelt, daß ältere Arbeiter' von den Betrieben grundsätzlich nicht ausgenommen werden. Der„H. R." vertritt den Standpunkt, daß solch eine Haltung unbegründet ist, denn die Erfahrung zeige, daß eine entwickelte und hochqualitative Industrie die älteren Arbeiter und Angestellten'braucht, den»'sie benötigt erfahrene, eingearbeitete Menschen, die einer qualifizierten Leistung'fähig sind. Psychotechnische Prüfungen, sagt„H. R." haben, gezeigt, daß gerade Arbeiter nach dem 40. Lebensjahr ebenso wie andere Menschen die besten Ergebnisse erzielen und daß erst nach dem 55. Jahr diese optimale'Leistung zurückzugehen beginnt. Die Statistik in Betrieben, wo eine sehr.genaue Arbeit notwendig ist, zeugt davon, daß Man nicht davon sprechen kann, daß ein Beschäftigter nach dem 45. Lebensjahre nicht zu gebrauchen ist;.. Wir halten es daher für einen Fehler, wenn pessimistische Urteile darüber, wen die Industrie beschäftigt, verbreitet werden. Die ganze Entwicklung der Industrie geht doch dahin, mit der Menschlichen Arbeit fö sqrgsam.wie, Möglich ümzügehen,-damit, diese sich immer mehr in der Qualität äußere, während die größere Acheit die: Maschine übernimmt-" '..Der ,/H. R." mag'einige ganz bestimmte Betriebe im Auge, haben, auf die seine optimistische Auffassung-der-Dinge sich stützt. Daß. seine Forderungen Grundsatz-der Industrie wären oder daß ditzstztzuch'.nbtzbje Tendenz dazu zeigen würde, kann MM^ahex,tp.Mch^nicht.behauAien. Dem Wunsch, der'in' senem ÄMiel ausgesprochen wird,: stehen unzähligit /Tatsachen getzenüblir t Die Entlassungen älterer Arbeiter war nicht nur eine Er«, scheinun'g dD' Krise; sie ist- wo' nicht' Arbeiter-' mangel herrscht, auch, heute vorhanden,'. Niemand' wird darüber Hinwegsehen können; daß es vor allem die durchrationalisierten Betriebe-sind—7! und die Tendenz zur möglichst starken Rationalisierung kann man wohl al» die für die Industrie chgtakteristische bezeichüen'^'in welchen fein Ar-: beiter-'gedstldet,witd,/der,'einlafwisse» Alter.erreicht hat,-Schlechter noch als die noch inAtbeiE Befindlichen sinh. aber fest»- vielen, tgstsende, Ar»! beitsloser, die aus der Arbeit: gerissen wurde»/ oll» sie in der Vollkraft ihres-Können». Ware» und die jetzt au» dem einzigen Grunde nicht'wehr' iw .den^Betf^bekMümHme'-ftnM,'dgß^sff'tnzwi«! scheu„zu alt" geworden seien. Einen großen Teil des Arbeitslosenstande» machen eben diese. Arbeit terjahrgänge äü»; ES gegügt, die Arbeitslosen« Das tschechoslowakische Versicherungswesen Seit längerer Zeit sind die Versicherungsgesellschaften in den bürgerlichen Wirtschaftsblättern Angriffen ausgesetzt, die, falls sie zutreffen— und daran ist wohl nicht zu zweifeln, weil bisher nur eine sehr zahme Erwiderung erfolgte— ein bezeichnende» Licht auf diese an sich segensreiche Einrichtung werfen. So wurden kürzlich vom„Prager Börsen-Courier" den Versicherungsgesellschaften„Corona",„La Nationale"'und der„Mährischen Wechselseitsgen" vorgeworfen, daß. ihre Spesen in keinem Verhältnis zu den Präinieneiimähmen stehen(bis zu 100 Prozent). Ein zweiter Artikel.wirft.diese»Mißverhältnis besonders-'dm ausländischen Anstalten, die in unserem Lande arbeiten- vor,- Der „Epncordia" zn Reichenberg, die, laut dem»P. B.-C." an den" ssdeutschenpol'ttischen Parteien eine st a r k e S t ü tz e h a t", macht man zum Vorwurf, daß ihrs Elementarversicherung dem Lebensgeschäft im letzten Jahre 765.000. KL zuschießen mußte, was allerdings nicht hoch ist, jvenn in einer andere» Abhandlung von der„Union'!- bekannt wird, daß sie in zehn Jahren aus den Mitteln des Elementargeschäftes sogar 15 Millionen der Lebenssparte zugeschossen hat. Alle Sachschadenversicherten dieser Gesellschaft zahlen also viel zu Hohe Prämien. Wenn qydexerseits in. der„Wirtschaft" gegen manche .Ultgqrc.chtfqxtigtc^.ygy.,einzelnen.Jirteresseitgrup- pen dienende Begünsiigungsverträge Sturm gelaufen wird,, so' ist das nur begreiflich. Uns dünkt, daß die Staatsaufsicht auch auf das Gebiet oer Sachversicherung in einem größeren Maße ausgedehnt werden müßte, denn es krankt-noch an vielen anderen Stellen. Wir selbst möchten dazu auch ein Kapitel erwähnen. Der hehre Gedanke der Versicherung— die gegenseitige solidarische 'Unterstützung'»ine» von.einem. Schaden Betroffenen^ hat leider dem. Profitstandpunkt in einer Weife weichen müssen, der nicht gutzuheißen ist. -Ast: es notwendig, daß außer der Verzinsung des Aktienkapitals auch noch den BerwaltungSräten jährlich sechs bis acht Millionen zugebilligt werden müssen? ES ist nur-gut, daß sich die Arb.ei t erbe w e g u» g auch auf dem Ä,ebiete des B e r st ch e run g s w e- se'n» fres von kapitalistischen An.» K i t ut i 0«eng e machst h a t., WWIOUM Der Internationale Genossenschaftskonsreß gegen Diktator, für freie, demokratische Entwicklung Paris.(E.B.) Die Verhandlungen des An« temationalen GenossenfchaftSkongresseS am Mitt« woch und teilweise am Donnerstag standen unter dein Eindrücke de» vom Präsidenten des Internationalen Genossenschaftsbundes Väinö Tanner vorgelegten Referate» über die Siel« lung desGenoffenschaftSwe- se'n» in. verschiedenen Wirtschaftssystemen. - Das Referat Tanners behandelt die Stellung deS Genossenschaftswesens in der Aera des Liberalismus, im Rahmen einer regulierten oder teilweise planwirtschaftlichen Wirtschaft; im Rahmen einer diktatorischen kapitalistischen Planwirtschaft(Italien, Deutschland, Oesterreich), im Rahmen'einer diktatorischen sozialistischen Wirtschaft sowie in einem demokratisch-sozialistischen System. Danner kommt in seinem Referat zu folgenden Schlußfolgerungen: 1. Die Genossenschastsbewegung, die im kapitalistischen Wirtschaftssystem. ihren Ursprung hat und"sich auf der Grundlage diese» Systems als ein G e g e n s ch l a g g e g e n d i e sozial en Mängel diese» Systems entwickelte, ist. eine große Bewegung geworden. Solange sich die.kapitalistischen Länder an die Grundsätze de» freien Wettbewerbe» und des freien Handel» halten- ist die Genossenschaftsbewegung' im Wettbewerb mit der Privatwirtschaft in der Lage, sich national und international ständig zu enwickeln. 2. In einer ständig wachsenden Zahl von Ländern wird das System de» kapitalistischen Wettbewerbe» und de» freien Handel» seit einiger Zeit von demokratisch-kapitalistischen Regn« lieriingSsystemen und in einigen», Ländern auch von kapitalistischer„Planwirtschaft" unter politischer Diktatur verdrängt. Die' genossenschaftlichen Aufgaben bleiben auch-in der regulierten Wirtschaft und in der„Planwirtschaft" bestehen. Tätigkeit und Entwicklungsmöglichkeiten der Konsumgenossenschaften hängen davon ab, welche Stellung der Staat den Genossenschaften in den einzelnen Sphären der regulierten- oder der „Planwirtschaft" einriiumt.' Die Genossenschastsbewegung'verurkeili die Angriffe, die der Staat in einigen Ländern mit kapitalistischer Diktatur gegen die Konsumgenossenschaftsbewegung gerichtet hat, um die Bewegung niederzuhalten oder ihre Ent- wicklungSmöglichkeiten zu beschneiden. Die Genossenschaftsbewegung ist der Auffassung, tzaß D emokratie eine notwendige Bedingung' nicht nur sür' daS Genossenschaftswesen,,^syndern auch für die befriedigende Entwicklung des. gegenwärtigen sozialen Lebens überhaupt ist. Alle anderen. Formen des p.oli t i s ch e n Lebens bedeuten Reaktion und sollten im Interesse der Existenz und der Entwicklung des Genossenschafts- wesens abgelchnt werden. Die GenossenschastS- bcwcgung bekämpft auch alle. Mißleiteten Formen der regulierten und der.Planwirtschaft, die ungerechterweise nur einige wenige soziale Gruppen auf Kosten der übrigen begünstigten ober.den internationalen Austausch. durch unfaire, gegen andere Nationen gerichtete Autarkiebestrebungen einschränken. 1 8. Auch im Falle eine» diktatorisch-sozialistischen Wirtschaftssystem», bleiben die Aufgaben der Genossenschaften bestehen. Die, Genossen- schaftSbewegung lehnt in. allen Staatsfor- men eine vollkommene Nationalisierung de» Ver- teilungSwesenS ab und ist der Auffassung, dah .düse.,Form nur. die Ersetzung einer kapitalisti« schsn Oligarchie- durch leihe staatsbürokratischc Oligarchie bedeutet und so.den-Grundsätzen der Wirtschaftsdemokratie.widerspricht: Wenn' da» Volk Träger der Wirtschaft sein soll, muß es auch einen direkten Anteil an der Verwaltung der WirtschafiSunternehMstNgen,,haben.'-' ; Nicht weniger als 15 Redner, nahmen, zum , Referat Stellung, darunter Lustig- vom tschechj- ! scheu Zey'irälverban.d.,., . Der Zentralvorstand de»' AGB. hatte zu '. diesem' Gegenstand der Tagesordnung folgende: 'I Entschließung einaebracht: „Da» Genossenschaftswesen» al« eine'Au»- drnckssorm■■ sozialer; Tätigkeit eigener AE ist •' möglich''und notwendig, in' alle» Attest, Wirt-I schaftlicher und politischer Systeme, wenn"äüch' seine AuWben uüd seine Bedeutung schwanken,- Beim Einkauf ... beachte man SRAM)<* ta- 1 tfempcL ’ Man srhült für 100 Reichsmark...-z.. - Markmünze» 100 österreichische«Misttz? 100 rnmänffche Lei.. 100 polnische Zloty». 1Y0 qntzarifche Pengö.'' "1007GchMWtz !'M! französische Attsnr»..-' .1 englisches Psyntz,.. L.i'.l amerikanischer Della»-'»l,y UÖq italienische Lire.- 100 holländische Gulden. '.'M-", i.683.—< . DSO.-7. . 526.50 V*- 17.20- : 515.50 .540.50 '655.6Ü: ! S 141.— j W 28.50 .130.40 I '..<1575:—,! 481.— . 680.— .. 727.-7-, Seite S 1 Sozialdemokrat' SamStag, 11. September 1937. Nr. 214 Unruhiges Lateinamerika (AP.) In einer groben Anzahl latein- anierikanischer Staaten ist zur Zeit etwas„los". In. Argentinien finden/in diesen Tagen die Präsidentenwahlen statt.. Die Kandidaten der Regierungspartei sind der bisherige Finanzminister Ortiz für die Präsidentschaft und der bis», herige Innenminister Castillo für die Vizepräsidentschaft. Die Regierung stützt sich auf die Konservativen(Nationaldemokraten), einen Teil der Radikalen-(sogenannte Antipersonalisten) und eine Sezessionsgruppe der, Sozialisten(Unabhängige Sozialisten). Kandidaten der Opposition sind Alvear, der frühere Präsident, für die Radikalen und Repetto für die.Sozialisten. Der Plan einer Volksfront ist gescheitert. Man nimmt als sicher an, daß Ortiz über Alvear und Repetto siegen wird. Ein bekanntes mitteleuropäisches demokratisches Blatt meinte in der Wahlprognose, mit der Volksmeinung habe das nichts zu tun. Denn wer herrsche, gewinne. Das sah man an den gemachten Wahlen in der Provinz'Buenos Aires und an der Intervention eines Staatskommissars in der Provinz Santa FH, die für die Wahlen präpariert wurde. Wesentlich heftiger sind die Gegensätze in Brasilien. Dort findet zwar die Wahl für den Nachfolger von Vargas erst im Jänner statt, aber der Kampf ist bereits in vollem Gange. Die Mehrheit der Staaten hat den von Vargas vorgeschlagenen Kandidaten, den ehemaligen Ver- kehrsministir Almeida, vorgeschlagen(an der Spitze dieser Staaten steht das wichtige Minasi Geraes),/während Sao Paulo und Rio Grande, do Sul, unterstützt von Pernambuco und Bahia, für den bisherigen Gouverneur von Sao Paulo, Salles de Oliveira, eintreten. Ein Vorgefecht in dem Wahlkampf war die bekannte Spekulation, des Paulistaner Kaffeeamtes, das unter dem Einfluß Oliveiras eine Haussepolitik in Kaffee' einleitete, um den Wählern für später Hobe Kaffeepreise in Aussicht zu stellen und gleichzeitige einen Wahlkampffonds anzusammeln. Präsident VargaS ordnete darauf an, daß das Kaffeeamt die Gewinne unter dih geschädigten Maller zu verteilen habe, so daß dies Manöver erfolglos endete. Auch gegen den mit Oliveira verbündeten Gouverneur von Rio Grande do Sul>, FloreS da Cunha, ging Vargas sehr geschickt vor, indem er die Machtbefugnisse in diesem Staat dem General der Bundestruppen, Esteves, übertrug, so daß der Gouverneur mattgesetzt wurde. Der Sieg von Almeida ist deshalb jedoch noch keineswegs sicher. Das bewies die Wahl des Kammerpräsidenten, wobei der Regierungskandidat nur eine geringe Mehrheit erhielt. Im Hintergrund erhebt sich außerdem noch die Kandidatur eines Dritten, des Faschistenführers Salgado.-. Außerdem finden demnächst in Chile Präsidentenwahlen statt. Die Parlamentswahlen im März hatten den Regierungsparteien die Mehrheit gebracht. Aber der Ausgang. der Wahlen ist dennoch ungewiß. Der gegenwärtige Präsident Aleffandrii.der ursprünglich von links kam, regiert seit 1932 mit der Rechten. Nur vorübergehend nahm er auch die Radikalen in ein Kabinett der Nationalen Union. Er kann jedoch nach der chilenischen Verfassung nicht wiedergewählt werden. Als Kandidat des RegierungSlagerS wird der ehemalige Finanzminister Roß genannt, der jedoch sehr viele Gegner hat. Die Volksfront, die von den Radikalen bis zu den Kommunisten reicht, konnte sich bisher über den Kandidaten nicht" einigen. In Frage kommen'der Senator Grove, der im Lahre 1932 kurze Zeit provisorischer Präsident war, und der Radikale Pedro Aguirre Cerda, dem die größeren Chancen bei- gemessen werden. Die Radikalen befinden sich in . einer Krise, seitdem ein Flügel dieser Partei an der Rdgitrüng Alessandri teilnahm. Die», würde die AüSstchten der Regierung begünstigen, aber, auf der anderen Seite werden'- sie durch die schwere wirtschaftliche und soziale Krise* wieder verschlechtert. Nach dem Umsturz, inBoliv l e n hat. nun auch in P a r a g u a y ein neuer Umsturzstatt- gesunden. ES scheint, al» ob beide Staaten nach dem Chaco-Krieg. nicht zur Ruhe kämmen sollten. Durch einen Militärputsch würde der Präsident, Oberst Franco,, der selbst durch etye Erhebung deS Militärs zur Macht gekommen war,, zur Abdankung gezwungen. Die Frontkämpfer hatten" diesen Armeeführer in den Regierungspalast geführt, aus dem er jetzt. nach eineinhalb Jahren wieder hebanSgeholt wurde, und zwar wiederum von Chaco-Kämpfern! Er hatte die Politik der Erklärung.' Zu dem in dieser Zeitschrift am 8. Juni 1937 unter der Ueberschrift„Merkwürdige BundeSgenosftnschast" veröffentlichten Artikel erklären wir, daß der Inhalt diese» Artikels,-soweit durch-ihn Herr Dr. Dembitzki, Advokat in Prag, an feiner Ehre verletzt würden ist, auf irrigen Voraussetzungen beruhte‘ und darum widerrufen wir den die Ehre deS Genannten berührenden Inhalt des Artikels als den Tatsachen nicht entsprechend und leisten hiedurch HerrnDr. Dem- bitzki Genugtuung.~ Die Redaktion. Die heiratslustige Köchin. Gestern vormittag» wurde der 84jährige Heiratsschwindler Wenzel B l i e k, Prag n„ Smeökagasse 14 wohnhaft, der sich der Köchin A. T. in Zijstov gegenüber als Kom- mistionär auSgegeben und ihr' unter HeitaiSver- fprechungen ihre Ersparnisse im Betrage von 8990 Ki heran»gelockt hatte, verhaftet. Er hatte die T. auch bereit» veranlaßt, sich niue Möbel zur Einrichtung de» Familienheime» zu kaufen V al» sie jedoch erfuhr, daß der Bräutigam sich vom Tischler hatte eine Provision auSzahlen lasse», wurde sie stutzig und begann, seiner^Vergangenheit nachzuforschen. E» stellte sich herau», daß er noch mit einer anderen Frau eine Bekanntschaft unterhielt! die ihm ebenfalls Geld anvertraut und.Möbel zur Einrichtung einer Kanzlei gekauft" hatte. Vliek behauptet, er habe e» mit der T. ehrlich gemeint, diese habe jedoch selber die Beziehungen zu ihm abgebrochen, al» sie von seiner zweiten Bekanntschaft erfahren habe. Er wurde nach Pankratz gebracht. Harakiri. Gestern vormittag» beging im Klein-, seltner Krankenhaus der 84jährige Maschinist Bohumil Rezniöek au» Karolinenthal, der an eitlem unheilbaren Lungenleiden litt, Selbstmord, indem er sich mit, einem Taschenmeller den Bauch aufschlitzte! Obwohl ärztliche Hilfe sofort zur Stelle war, starb der Unglückliche kurz darauf. Hencktssaat Unglück heim Ringelspielfahren Prag, lrb) Am 19. März d. I.. am JosefStage, ereignete sich in Rakonitz ein schwerer llnglückSfall. Auf dem Königsplatz. hatte auch ein sogenannte» Kettentarnssell Aufstellung genommen, da» zahlreiche»' Zuspruch, namentlich fetten» der Kinder, fand. Bei dieser Art vpn Ringelspielen werden, bekanntlich die' an Ketten hängenden Schaukeisthe mit großer Geschwindigkeit im Kreise'herumgewirbelt. An jenem Tage neigte sich nun plötzlich, während da» Karussell in vollem Bewirb war und alle seine Sitze mit Kindern besetzt waren,, die mit Wonne durch die-Luft flogen, die ganze Konftruktton auf tzie Seite und die Sitze sausten statt über die. Köpfe der dichten Zu« Mitteilungen aus dem Publikum,. Billige» Licht garantiert. Jedermann wird gei!n Arbeitsplatz und Heim bester beleuchten, wenn sich da» nicht teurer stellt al» die bisherige Beleuchtung/ Tatsächlich wisst da» zu, wenn man gasgefüllte Osram-D-Lampsn verwendet. Diese mit.-einem Doppelwendeldraht: ausgestatteten Glühlampen geben, je nach Type, bei gleicher Lebensdauer, bi» zu 29 mehr Licht für ein Watt, al» die, mit einem einfachen Wendeldraht. versehenen Lampen. Ihre Lichtleistung und der Watwerbrauch werden, garantiert,. denn aus dem Glaskolben jeder OSram-D« Lampe sind. die betreffenden Werte aufgestempelt, Die- sorgfältige Herstellung und einwandfreie Messungen gewährleisten die genaue UebereinsttsNMUNg der Durchschnittswerte einer größeren. Anzahl von Lampen mit den angegebenen Werten. Die Lichtleistung ist in iDekalnmen(zehnfache Meßeinheit der Lichtleistung), der Verbrauch in Watt,angegeben. Die OSraM-Doppelwendel-Lampe z. B. für 49 Dekalumen verbraucht je nach der Spannung- nur 85 bis 89 Watt, die Doppelwendel-Lampe für 125 Dekalumen nur 83 bi» 97 Watt. Die Vorteile der ga»gefüllten Osram-D-Lampen sind also recht merklich, weshalb man sie lieber kaufen wird als andere Lampen, die diese» günstige»erhültni» zwischen Lichtleistung und Wattverbrauch picht, aufzuweisen haben. ES empfiehlt sich, stet» innenmattterte OSram-D-Lampen zu verlangen. Die Jnnenmatttj:- rung seht die.Blendwirkung ganz erheblich herab und verhindert die Bildung von. Lichtschlieren, auf den Abschirmgläsern der, Leuchtgeräte und auf beleuchteten Flächen. Die glaste Außenfläche de» Glaskolbens ist leicht sauber zu halten. Da» Zwecksparen für einen Kuraufenthalt ist eine intereffante Neueinführung, die die-Rücklegung von kleineren Geldbeträgen im-Laufe eine»' Jahres zum Zwecke eine» billigen Kuraufenthalte» zum Ziele haben. Diese Einrichtung wurde zum erstenmal vom Sanatorium MartinSthal, Zwickau i. B. und dem Hotel Astoria in Karlsbad eingeführt. Jeder Interessent erhält eine Art Einlagenbuch)auf dar er mittels Postscheck im' Laufe eine» Jahre»- beliebige Beträge einzahlt. Er erzielt"-dadurch den Vorteil, daß sein Kuraufenthalt sich nicht nur verbilligt, sondern daß' ein entsprechender! Platz für ihn von votnherein reserviert bleibst Auskünfte erteilen die beiden ge-' nannten» Kuranstalten.-■‘>'»'' i' ,i' Ein seltene» Jutiläym.Die weit üher die Grenzen..unsere» Staate», hinaus bestbekannte Schokoladenfabrik H a r t w i' g B o g e l, in Bodenbach, kann M Beginn der'.Herhstsgison ein in der Schokoladephranchd. überaus. seltene», Jubiläum feiern. E» sind 49 Jahre verflösse^ seit sie im Ja^rd 1897, die Erzeugung. von' Digna-Schokoladf auf- nahni. Diese lange Spanne vqn Jahren ist Beweis genug- dafür,- daß sie, nist ,dieser, Edelschokolade- Oualitär den Geschmack weitester Bevölkerungsschichten getroffen hat,' denn, deren heüitzrragende Güte wird.heute, noch genau so wie vor 49, Jahren überall anerkannt. Diana-Schokolade ist die Marke de» wirklichen Schokoladekenner» geworden.uno-wird- er in i Anbewacht.ihrer. Qualität auch weiterhinsein.'.2 Verständigung mit Bolivien gewagt, die ihm an«f scheinend zum Verhängnis geworden, ist,- und äüßerdem eiste.Agrarreform nach mexikanischem Muster begonnen,»chie sich gegen die Hauptinter- 'effenten und Nutznießer des Chaco-Krieges, insbesondere'gegen die, ausländischen richtete. Aber damit'hatte er sich zst. viel.mächtige Gegner gemacht. Die Außenpolitik gab jedoch den Anstoß, Aks die.paraguayischen Truppen, einen. Teil de» besetztest Chaco-Gcbictcs räumwn, weigerten sie' sich, ihre Stellung zu verlassen, womit die Verständigung mit» Bolivien torpediert wurde. Die' Großgrurwbesitzer, die sich ist Paraguay„liberal" nennen, und die ausländischen Interessenten nahmen diese Meuterei.zum Vorwand,; einen Teil de» Militärs gegen Franco, dessen Regime sozial, nicht'sozialistisch war, zu mobilisieren. Die Großgrundbesitzer haben, die Macht wieder übernommen,'die eigenarttge, gegen diese Olsgarchie» gerichtete Diktatur Francos, ist zu Ende. fchauermenge West, in diese hinein- Ein- gnädiger Zufall hat e» gefügt, daß keine Todesopfer zu beklagen sind. Jmmcrhin'warcn Pie Folgen.de» Unfälle» schwer. Mehrere Kinder erlitten. Knochenbrüche, eine» von ihnen eine gefährliche Schädelverletzung. Gegen den Karussellbesitzer Jaroslav Proch äzka wurde da» Strafverfahren eingeleitet. da» geraume>Zeit in Anspruch nahm und umfangreiche» Beweirverfahren notwendig machte. E» zeigte" sich, daß auch-in diesem Fall die Frage der behördlichen Konwolle eine bedeutende Rolle spielt. Der Boden, in welchem da» Karussell verankert war,, ist, wie später festgestellt wurde, sehr locker, weil an diesem Orte Müll und Asche abgelagert wurde. Daher bot der Boden nicht den nöstgen Halt und da» Karussell neigte sich bei längerer Beanspruchung auf die Seite, wodurch e» zu dem Unfall kam. Da festgestellt würde, daß, die behördliche Besichtigung Vie Konftruktton al» enttprechend und ein sachverständiger Zeuge sie sogar al»„absolut fest" befunden hatte, erkannte der Strafsenat de» OEM Dr. Novotny' schließlich auf Freispruch, da von einer Schuld de» Angeklagten nicht gesprochen werden könne. Tod Im Schwimmbad Prag.. lrb) Der GasthauSbesttzer Wenzel V ö eli i in Roztoky bei Prag hatte für dievergan« gene Saison da» dorttge Schwimmbad gepachtet. Da» Unternehmen erwies sich aber als wenig einwägllch und so ließen die vorgeschriebenen Sicherbestsvorkehrungen dieser Badeanstalt laut nachträglicher behördliche,- Feststellung viel»zu wünschen übrig. Der für Nichtschwimmer vorgesehene Baderaum war nur unzulänglich abgegrenzt, auch fehlte e» an einer Aufsichtsperson, dje hei Eventuellen Unglücksfällen sofort «ei'der Hand' gewesen wäre, wie e» die Vorschriften verlangen. Der Pächter der Badeanstalt ist selbst ein schlechter Schwimmer und konnte sich auch nicht den ganzen Tag der erforderlichen Aufsicht widmen. Alle diese Umstände führte die gegen» den-Pächter der Roztoker Bades einaebrachte Anklage wegen de» Vergehen» gegen die Sicherheit de» Leben» in» Treffen, die vor deut Strafsenat de» GM'Dr. Neu reifer gestern verhandelt wurde., Gegenstand diese» Prozesse» war der wagische Tod de» zwölfjährigen Schüler» Ulrich Kukack. der am 12. Juni d. I. in dem Roztoker Schwimmbade nm» Leben kam. Der unglückliche Junge besuchte an jenem Tage mit seiner 13jährigen Schwester dst» Bad. Er lernte gerade schwimmen und glaubte schon'solche Fortschritte gemacht zu haben, daß er sich in den offenen Fluß wagen könne. Er rief seinem vom Ufer au» zusehenden Schwester noch zu:„Heut geht e» aber gut»..." Gleich darauf aber verschwand er unter der. Wasser» ftäche und konnte erst nach einer Viertelstunde geborgen werden.„Alle Wiederbelebungsversuche kamen zu spät. Gegen den Pächter de» Bade» wurde die Anklage erhoben, in der besonder» hetont wird, daß da» Unglück den ganz-unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen zuzuschreiben sei. Zur kritischen Zeit war.tatsächlich her Angeklagte nicht anwesend und sonstige» Personal, wie erwähnt, nicht zur-Stelle Andernfalls. wäre vielleicht noch Rettung, de» Er- trinkenden möglich gewesen, denn die»Unglückrftelle war nur-einige Meter vom Ufer entfernt. Nach dürchgesühtter Verhandlung wurde» der'Angeklagte schuldig erkannt und zu zwei Monate n-strengen Arreste» verurteilt..bedingt,auf zwei Jahre. „In diesem, wie. in manchen anderen Fällen ähnlicher Art(man denke nur an die Tragödie von Rak- Witz)'.drängt sich die Tgttache stuf, daß eine entsprechende Kontrolle selten» der Aufsichtsbehörde, der die Ueherwachüng solcher Betriebe obliegt, manchem Unglück Vorbeugen könnte. U)!p Jaroslav Vrchlickys Spies von Karl IV. vrch- licky war dem, Nationaltheater-mst piehr, al» pur seinen'Theaterstücken' verbündest. Seine.-Draipen—. die Trilogie vom Geschlechte de» Taptalutzü, a.— sind in bet' Nachkriegszeit Hvar nicht aufgesührt worden, doch- Wird nian'- iMmer' Wieder auf seine-Lust-, »spiele aufmerksam gemacht, vor- allem auf das Spielt ,',D'i-e N a chitia'u'f d e r B ur-g K a tzl-stein". (Zu Vttözslav Noväk» gleichnamiger Oper hat Otakar .Fischer da» Stück,umgeajcheitet.s Zu diesem erprobten.Sstick griff nun da» Nationaltheäter und,ehrte Mit einer Neueinstudierung und-Ausstattung am 9. September das Andenken de» Dichter». Da» Lüftspieh handelt davon, wie tzwej' verliebte Frästen§'äM Missliche Gesetze zu umgehen wissen! um-sich da» Glück ihrer Liebe, zu.sicherst-tzH' vor allem Elisabeth,' »Karl IV.- vierte-, Gemahlin,- die» dem, in> Regierunal- Geschäften und, religiösen Andachten, ausgehenden König auf die Burg Karlsteinfolgt, obwohl ihr be« kannst ist, daß jede-Frau von der Burg, str-masten» verbannt ist. Mit Hilfe de» Erzbischof» Ernst"Won Pardubitz, schleicht„sie, al».Schenk verkleidet in da» Zimmer de». König», um hier»die Sehnsucht de» Königs nach der ihm kürzlich angetrauten Gemahlin zu verNehmen und von ihm-erkannt zu werden/ Auch die junge Nichte de» Kastellans, kommt in derselben Nacht verlleidet al» Page-nach der Burg Karlslein, um die von ihrem Vater, eingegangene Wette upd für sich den Bräutigam zu gewinnen. Diese, kleine Verkleidungsgeschichte ist vom sonnigen' Humor des jungen Vrchuckh getragen: die geiswolle Konversation und die polittschen Bekenntnisse dese König» werben vom Publikum freundlich ausgenommen. Das Nattonaltheater unterstrich in der. Regie Jaroslav Kvapil» und auch in Ausstattung und Kostümierung die Sttmmung einer warmen Juninacht.— i Da» kurze Spiel von der.Mache de» Catullus", da» voranging, ist eine Episode um den römischen Dichter Catullu», die hauptsächlich durch die Figuren de» gehörnten Ehemanne» und de» entsagenden Dich«. ter» wirkt. m. i. Spanische Künstler nach Prag. Mittwoch,-den 15. September, wisst in Prag ein sechzehngliedrige» spanischer Künstlerensembte, die' llobla Barcelona, mit seinen Solisten ein. Am 15., 13. und, 17.- September veranstalten sie-im Theater Varietö»zugunsten der evakuierten spanischen Kjnder.und Frauen d r.e i Abendes Panis ch e r V o l k s k u n st: Volkslieder, Sardane.und spanische Tänze! Wochenspielplan de» Renen Deutschen Theater». Samstag 7lb: llzürdä»fÜrstiN, El.— Sonntag 3%: Die Walküre, Bl.— Montag 7%Da» Spitzentuch der Königin, volkstümliche Vorstellung. Abonnement aufgehoben.—.Dienstag 8:-Der Außenseiter, A 2.— Mittwoch 7%: Carmen. B 1. — Donnerstag 8: Der Außenseiter, El.— Frei tag; Geschlossen.»— Samstag 7ötzk Die'Czärd»»- fürstin, A» 1.— Sonntag, 7Ä: Oberon, neüinsze- niert, B 2. f Wochenspielplan der Kleine» Bühne. Samstag 7iL: Rausch.— Sonntag 8: Pygmalion, volkstümliche Vorstellung.— Montag: Geschlossen! Dienstag 8: Bei Kerzenlicht.— Mittwoch 8: Rausch. — Donnerstag 8: Bei Kerzenlicht.— Freitag 7/: Nora, Theatergemeinde de» Kulturverbandes und fteler verkauf, neuinszeniett.— Sonntag 8: Bei Kerzenlicht. Der 3%fov Die Karriere der Mutter Lizal. Da dieser tschechische Film in drei Prager Kino» gleichzeitig zur Erstausführung kommt; muß mäst sich mit ihm beschäftigen, obwohl man e» sicher unterlassen hätte. Denn er ist wieder eine» jener peinlichen Produkte, dar seine Herkunft'einem der. hinreichend bekannten Frauenzeitungsromane verdankt, in denen.kleinbürgerliche Sentimentalitäten, geschmacklose.Scherze.und primitive Geistlosigkeiten, schtvstnglose Orgien feiern. Richt einmal lachen kann man Her diese-Geschichte von der HandwerkerSfräu,'deren Tochter plötzlich Filmstar werden soll,, woraufhin di» Mtzgewördene Mutter den-jungen Koch, her die Tochter liebt, ats u»standesgemäß davonjagt, aber am Ende, glücklich sein kann, daß die Tochter ich' Film kein^ Karriere macht, ihren Koch heiraten darf— undMe ganze Familie in den vom Vater so geliebten Kleinleutemilieu bleiben darf. Der Tochter süid vom Film-nur die Dauerwellen geblieben, aber der Bräutigam jst inzwischen Küchenchef, geworden, und die mqdeiche» Möbel Werden-Wieder dem Plüschsofa weichen, eine.ttiefende Gemütlichkeit, bei der für den Betrachter die Gemütlichkeit aufhott. Denn der Film,-ist auch sonst elend gemacht:' statt Bewegung schwatz», hafte» Gerede, statt Witzen Plumpheiten, und Prügeleien, statt echter Volkstümlichkeit die ausdringliche Glorifizierung des Hemdärmligen, Kitschigen, Bierseligen Und Geschmacklosen. Der Regisseur Ladislav Brom, der vor einiger Zeit in dem Film;,Har-, Monika" einigen Ehrgeiz ahnen ließ) hat hier ein Höchstmaß an UnMndlichkeit und Einfallslosigkeit züstandegebracht. und die Darsteller, unter denen mqn wieder die RedoStnska. und Piöte-k in ihren' rückfälligen Rollen steht, den jungen Ladislav. PeSek in selbstentwürdigenderPrimittvität und die wohl noch jüngere Eva G e r o v t in deprimi'erendet Hilflosigkeit, lassen dem Zuschauer nur die Wahl Zwischen Mitleid und Spott.-—eir-7-' Filme Io Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino:„Der Jäger von Fall."(D;)»— Adria:„Nanin Steele wird vermißt."(A.)—Alfa: „Ihr Hausfreund."(A,) J>. Harlow.— Avoüa: „Sieben Ohrfeigen."(D.), L. Harvep, W. Attisch. — Avion:„Die Karriere der Mutter Li,al."(Tsch:) Nedoöinskä.—Beran ei,„Zu-neuen Ufern."(D) Zarah Legnder.— Fruttz:„D t e ü u t e E r d e." (A.) Paul-Munt, L. Rainer.— Flora:„Geheimagent Nr.' 18,".(A.)— Hollywood:„Die Karriere. der Muiter-Lizal.(Tsch.)— Hvizda:„Die Karriere der Mutter Lizal."(Tsch.)— Julis:„Die ganz großen Torheiten,".'(D.) Wessely,- Forster.— Ktnema« Journale,"Grotesken, Reportagen.— Ko» tuns: Journale, Ärote»ken, Reportagen.— Kowa:- „Der geliebte Aeind."(A.) Oberon, B. Aherne..—. Lnrenta:„Die gute Erde."(A.) Paul Muni, L, Rainer.)-7- Mttro:„Die ganz großen. Törhei«^ tew"'(D.) Wessely, gottter.— P,ss,ge:„De-' -tekttv-Rick."—------ Prahgr/^^!Der- ge- liebte, Feind."(A.).— Radio:„Das Frauenparadies."(D.)— Skaut:„Bulldog Drummond."(A.)— S»kwzor:..„Die. ganzgroßenTor-', hejieiiiMD.) P..Wessely.^ Almat„Die Rückkehr de».grauen Wolfes."(A.)— Bajkal:„Die.Wel.'t g e h ö r t u n»."(Tsch.) Voskovec u. Werich.—- Belvedere:'Rose Marie.".(«.)'I. McDonald.— Bfsedss:,„Di-'e We'It geHört.un»,"!(Tsch), Die erste OaRpfmlkerei lud Kiserei ii Griliei, likairwili kW■ empflshJtihr«erslklass.BrMagttlMa V BaaehUn Ma die Boh at««i'arli< v Bezugsbedingung e n: Bei Zustellung in» Sau».oder bej Brzug durch'die Post monatlich llö 13.—, vierteljährlich liö 48.—. halbjähttg Ikö 93.— ganzjährig V 192.—.— Inserate werden laut Tarif» billigst» berechnü.» Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß,- RÜckstellütza gon-Manuskripten erfolgt-nur bei Einsendung' der Retouttnarkem»— Die'ZeitungSftankatur wurde von der Post- und Telegraphendirektion mit Erläß Nri 18,Ü9ü/vH/19öü bewilligt.'(Koutrollpostamt Praha 25.—jvruckerei:„Orbis", Druck-, Verlag»- und!ZeitungI-A.-G. Prag.-'-.-»: 1-'.^ 1