Sozialdemokrat «»scheint mit Ausnahme des Montag tdgNch frNH/«inzelprei» 70 Heller St nttfon und Verwaltung. Prag XL, Fochova Ü2-.Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 17. Jahrgang Sonntags 18. September 1937 Aui dem Inhalt: Frelgewerksdiaftlldier Wahlsieg Beratdhgen des Budgets 1938 Das Ergebnis der Prager Messe Flugzeug Prag—Prellburg verbrannt Die Konkurrenz der japanischen Industrie Nr. 215 Ueberraschende Einigung Mittelmeerkontrolle an England und Frankreich .' JSS? I V^(Rduter.) Die Samstag-Sitzung der Mittelmeerkonferenz dauerte zwei Stunden und erbrachte eine einhellige Eint, g ung auf folgender Grundlage: , 1.» Jedes Land wird dir Berantwortung für sein« eigene Territorialgewäffer tragen. 2. Großbritannien und Frankreich wer. den di, Generalkontrolle in alle» Mittelmeer- gewäffern außüben. ,8. Unterseeboote, di« di« Bestimmungen d«r Londoner Flottenkonvention verletzen, wer» dm alS Piratenschiffe angesehen und demgemäß behandelt werden. 4. DaS Schutzabkommen nimmt die Schiff, der spanischen Kampsparteien aus, denen" als» kein Schutz zuteil wird. 5. Ein Unterseebo», das ein fremdes Kauffahrteischiff, mit Ausnahme eineS spanischen, versenkt, ohne aufzutauchen, macht sich der Piraterie schuldig und' kann versenkt• werden. Taucht jedoch daS Unterseeboot, auf und versenkt r» ein fremde» Kriegsschiff und wird da- bei"seine Rationalität sestgestellt, so ist damit auch"die Berantwortung konstatiert und ein solche» Unterseeboot wird dafür angesehen, daß es sich einer Kriegshandlung schuldig gemacht hat. Auf Grund dieses Sbkonunens, da» am Montag iMWSWtMMfsMrd, sind die russischen' Kriegsschiffe. in die Mittelmeerkontroue nicht mit einbezogen, die Sowjetunion wird bloß für ihre eigenen Hoheitsgewässer.im Schwarzen Meer die Berantwortung tragen. Kontrollbeginn Mittwoch R h o n.(Reuter.) Die Maßnahmen gegen da» Piratrnunwesm im Mittelländische» Meer, über bie. in der heutigen Mittelmeerkonferenz Beschluß gefaßt wurde, werde» ab Mittwoch der kommende» Woche in" Wirksamkeit treten. Großbritannien und Frankreich, haben für dir Durchführung der Kontrolle zusammen bü Torpedobootzerstörer bestimmt. Italien wird aufgefordert werden, sich an der Generalkontrolle im Adriatischen Meer zu beteiligen. ■" Nach Beendigung der merltorischen Beratungen konstatierte der Borsitzende der Konferenz Minister DelboS, daß die Aufgabe der Konferenz sehr schnell erfüllt wurde und daß dadurch ein sehr wesentlicher Beitrag zur Wiederherstellung der menschlichen Rechte, zur Beruhigung im Mittelmeere, zur Sicherung»der freien Schiffahrt und auch zur allgemeinen Beruhigung geliefert würde. Minister DelboS sprach feine Genugtuung über die E i n m ü t i g k e i t aus, die sich im Verlauf der Beratungen unter den einzelnen Delegationen kundgab. Der rumänische Außenminister AntoneScu dankte im Namen seiner Kollegen dem Borsihenden DelboS, durch dessen Perdienst die Konferenz"in sehr kurzer Zeit übtt alle" Schwierigkeiten triumphiert hat." 1 Das Uebereinkommen, das nach"dem aufregenden.Präludiumin Nyon abg,schloffen würde, ist sehr bemerkenswert. Es zeigt die. fest« Entschlossenheit der westlichen Demokratie», mit der Piraterie, ick Mittelmeer Schluff zu-machen, wobei man von"der-Methode der beschwichtigenden Nojdn- Ünd, schwächlichen. Warnungen, abgekom- men ist. Menn auch daS Uebereinkommen natur« geniäff nicht dieselbe heftige Sprache, führt, wie L i h lv i n o w und D e l b o S bei der Kon» fereuzeräffnÜstginNYon, enthält es doch sehr scharfe, sachliche. Bestimmungen,"deren- Anwen- -düng den Hintermännern der- Piraten-Untersee« boote sehr unangenehm sein, werden.> Dse AüS- übüilg der.Generalkontrolle durch England und Frankreich.vereinfacht" da»«erfahren in technischer und"politischer Hinsicht und stellt Muffolins vod" di»«/ sehr- schmierige. Situation, gletchzeisig, die Gesahren herchhmindtrnd,., die-- sich, au».ein«" Beizjihung der.Sowjetunion.hur. Kontrolle angesichts der- itaktenisch-Mfstscheck^Shannungen- er-,, gehen- könnten., England"Unh'Frankreich Md w Initiatoren der.Konferenz, stesind die Hauptleid- tragenden de» Umsichgreifen» der Piraterie, deren wcitereS Wachstuin lebenswichtige. Jntcresscn der. beldchc.Länder."bedrohen-",wurot. Zur Entschei dung von Nyon haben wohl nicht nur akademische Erwägungen geführt, sondern sehr handgreifliche Beweise dafijr, daff hinter der Piraterie eine Mit'telmeermacht steht, die sich gehütet hat, an der Konferenz voN Nyon teilzunehme» und» die nun ihre dunklen Pläne durchkreuzt steht. Dem Chef der Piraten ist man bisher immer nur mit Erklärungen und mit wenig mutigen Beschwichtigungsversuchen begegnet; nun hat er gute" Aussichten, bei einer Fortsetzung der Piraterie einige seiner Unterseeboote zu verlieren und mit der'Verantwortung für die schamlose Seeräuberei"offiziell belastet zu werden, ganz abgesehen davon, daff"man" endlich auf die Pikanterie verzichtet,'« ihn an der Kontrolle teilnehmen zu laffen, di« sich im wesentlichen gegen ihn richtet. Das Ausscheiden der Sowjetunion aus dem neue^Hontrollsystem ist von ihr sicherlich gebilligt, sonst wäre in Nyon keine Einstimmigkeit erzielt worden". Das Nichtberücksichtigen Italiens und Deutschlands trifft materiell Franco. Denn-er und seine Verbündeten spekulierten darauf, daff es.ihnen.möglich sejn werde, die Küste von Balencia so zu blockieren, daß jeder Handelsverkehr unterbunden wird. Mit diesem Traum, ist es nun hoffentlich zu Ende: wenn auch die- spanischen Regierungsschiffe— uftbegrtiflicherweis«-— von deck.Schuühtr Kontrolle ausgenommen.'sind, bleibt di« Möglichkeit des Handelsverkehrs, zur Se« zwischen der Bä» lenoia-Regierung und den übrigen Ländern gewährleistet. Die Aufforderung an Italien, die Generalkontrolle ick Ad. riatischen Meer zu übernehmen, entbehrt nicht des Humors:"je mehr Italienische Kriegsschiffe.sich in der Adria befinden, uni so sicherer dürfte das Mittel« m e e r sein. Bon Deutschland hat man.in Nyon überhaupt nicht geredet, obwohl es unter Aufwendung groffer Mittel eine Mittclmeerflotte unterhält. Die Einigung von Nyon darf man als eine Niederlage der faschistischen Länder werten, deren Sorge vor einem Sieg der Valencia-Regie» Samstags den 11. und Sonntag, den 12. September findet in Prag eine gesamtstaatliche Konferenz der Arbeiterturnvereine(DTJ) statt. Die Konfereitzverhandlungen würden am Samstag nachmittag» vom Obmann des BeübandeS der tschechoslowakischen Arbeiterturnvereine Abgeordneten L. Vaverka- eröffnet. Nach der" Eröff- nung der Konferenz hielt der Minister für Ge- -sundheitswesen-'und Körpererziehung. Dr. L. E(j e ch sine Rede, in der er'u, a. sagte.: „ Da» Problem des.öffentlichen Gesundheit», wesen» und" die Frage der körperlichen" Erziehung sind mit- die brennendsten Probleme von heute. Die grobe Dringlichkeit dieser Fragen"ergibt sich-au» der kritischen"internationalen. Situation, die, neben der geistigen Erziehung de» arbeitenden BolkeS die Fragen der kövderlichen Erziehung Md die Frage der Wehrhaftigkeit-unsere» Volles in'den Vordergrund" de» öffentlichen Interesse» gerückt hat. Die» fühlen wir all« und diese» Gefühl- haben auch Sie gehabt," al» Sie"das Wehrerziehungsgesetz zum Hauptpunkt Ihrer Konferenz machten, Das Ministerium für Gesundheitswesen und körperliche Erziehung hält e» bei der Durchführung der Gesetze» über die Wehrerziehung für seine Pflicht, sie auf den Gedanken der Demokratie aufzubauen- und-st« mit dem sozialen Empfinden und dem Geiste, der größten Demokraten Europa», unserer^aroffen Präsidenten T. G. M a s a» ryk.und"Dr,: Edvard BeUes. zu durchdringen, wenn sie die. Grundlage, dßt Sicherung de» Frieden», der- Freiheit und.der. Zukunfticknserer Revuvlik wer. -den-soll. Da» ÄesUndhettimmisterium ivtrd" bei der Durchführung de» Gesetze» üb« die Wehrerziehung" trachten,«allen: körpererziehlichen.. und"sportlichem Organisationen, die Stellung und- den.Einfluft zu- "'sicheMider.ihnen" al».Trägem, der Körpuerziehung gebührt: Wir wdllen UN» so viel al» möglich für die Besserung der Unterstützung bedürftiger körperer- - zichlicher und"- sportlicher Organisationen Einsetzen und ihnen diewettere,Fortentwicklung chrer Arbeit rung sie zu dem verwerflichen Mittel der Pira« ten-Blockade greifen, ließ. Der Text des Ueber- einkommen» von Nyon enthält zwischen den Zeilen auch eine moralische Stäupung der Piratenmächte und ihrer Verbündeten. Die materiellen Bestimmungen des Uebereinkommen» von Nyon treffen"ebenso in» Schwarze, wie die Feststellun» gcn des französischen Auffemninlster» DelboS und de» russischen Außenministers Litwinow in» Schwarze getroffen haben. Di« Wpt Berlin» und Rom» ist ein Beweis dafür. *• Berlin schäumt vor Wut Berlin. Die Rede Litwinows auf"der Nyoner Mittelmeer-Konserenz hat in der deutschen Preffe groffe Erregung hervorgerufen. Der„Vötkische Bobachter" schreibt: Die ganzer Absurdität dieser Konferenz konnte sich nicht bester zeigen als durch das groteske Faktum, daff der bolschewistische Repräsentant in unverschämter Weise eine Großmacht wie Italien in Anivesenheit der Minister Eden und DelboS angreifen konnte. Man muff sich notwendigerweise vor Augen halten, daß solche Manöver unausweichlich zur defini- tiven" Entzweiung Europas führen müssen. Franco-Angriff aut englisches Kriegsschiff ! London,(Reuter.) Au» Palma Mallorca wird berichtet, daß der Aufständischen-Kreuzer -„Canarias" Freitag auf offener See, unweit von Algier, den.unter britischer Flagge fahrenden Petroleumdampfer-„Romford", der einem Regierungshafen zustrebtei anhielt und ihn zwang, nach Teuta- zu fahren.—s Der Dampfer„Rom- ford" gehört derfelben Firma, wie da» Schiff „Woodford", da» erst unlängst torpediert wurde. Der Kapitän der„Rockford" teilte bei der An- kunft am 28. August In Athen mit, daß schon damals sein Schiff in der Nacht von einem unbekannten Flugzeuge unweit von Barcelona überfallen, aber nicht getroffen wurde. ermöglichen. Deshalb haben wir bei der" Vorbereitung des Staatsvoranschlages für da» Jahr 1038 höhere Ansprüche geltend gemacht in der"Hoffnung, daß da» Parlament auf die erweiterten Aufgaben der Körpererziehung in höchstem Maße Rücksicht nehmen und die SubventivnSposten erhöhen wird." - Nach der Rede des Minister» wurden oie- Organisatiousberichte erstattet, Zum Schluff der samstägigen Verhandlungen sprach der Abgeord- nete Vaverka über' die-Wehrerziehung in den Arbeitertarnvereinen. Keine polMtchen Verhandlungen Hodia—SdP - Zu den Gerüchten üb« angebliche Verhandlungen von, vertretem der Sudetendeutschen Partei mil dem Vorsitzenden der Regierung Dr. -Mlan HodZa erfährt da». Tschechoslowakisch« Pressebüro au» kompetenter Quelle, daß sich in der Vorwoche beim Vorsitzenden der Regierung zwei Mitglieder der Sudetrndrutschen Partei, und »war. die Abgeordneten Kundt und Frank einfanden und ihre Wünsche administrativen llha- rakter» vorbrachten.- Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß v o n i r g e n d w e l ch« n Verhandlungen-der vertret«-der Sude» tendeutfchen Partei mit dem Vorsitzenden der P»gfrrung keine Riede.sei» könne. .■ i’■’;*■'"- i " i l- lKamit-wird bestätigt, tvaS wir gesterik geschrieben haben, daß die" Behauptung«t»-Mg. Dr.- Npuwirthi in den Besprechungen-der Herren Hundt und Frank mit dem MinjsterPrSswenten Würden irgendwelche politische Richtlinien" festgelegt"weiten, eine unseriöse Wichtigtyerei ist. Wir„Trotzkisten"... Von Wenzel Jaksch Dieser Artikel wär« eigentlich schon seit Wochen fällig gewesen. E» fehlt un» aber— offen gestanden— an Zeit für polemische Unterhaltungen mit den Kommunisten. Heutzutage gibt e» für sozialdemokratische Publizisten und Politiker wahrlich wichtigere» zu tun. Außerdem befinden wir un» in hundertprozentiger Uebereinstimmung mit unseren-Vertrauensmännern und Arbeitern, wenn wir den Raum unserer Parteipreffe für nützlichere Ausgaben^verwenden. In zahllosen Konferenzen wurde un» an» Herz gelegt, da» Geschreibsel der Kommunisten so weit al» nur irgend möglich zu ignorieren. Nun scheinen einige der Macher der KPE die Motive utiserer Zurückhaltung zu verkennen. Sie glauben wohl einen Freibrief für die tollsten Lügenbeutcleien zu besitzen. Diesem Irrtum kann abgeholfen werden.- » Offenbar sind von Moskau wieder neue Instruktionen eingctroffen. DaS Zwischenspiel der kommunistischen Anbiederungen an die Sozialdemokratie geht feinem Ende zu. Um Dimi« troff ist e» ja schon merktvürdig stille geworden. Ermutigt durch Erfolge der kommunistischen Fraktionspolitik in anderen Ländern— über deren Zweifelhaftigkeit noch mehr zu- sagen sein loird, sobald es unsere dortigen Freunde-für gut finden, selber die Aussprache zu eröffnen— beginnen bie Kommunisten eine neue Attacke gegen- die sozialdemokratische Bewegung. Sie haben allerdings vergessen, daß wir sie fett.1920-fo gründlich kennen gelernt haben, um.diesen-Plan rechtzeitig zu durchschauen. Unsere Kommunisten triefen plötzlich vor Sorge uck den unverfälschten Geist und die organisatorische Festigkeit der sozialdemokratischen Bewegung. Warnend ruft die Zentrale der KP§ den deutschen Sozialdemokraten zu:„Seht, wie Eure amerikanische sozialistische Bruderpartei durch die Trotzkisten zersetzt wurde und dabei mehr al» die Hälfte ihrer Mitglieder verlor." Einfach rührend I Die ungeschmälerte Erhaltung und der künftige Aufstieg nicht nur der sudetendeutschen, sondern auch der amerikanischen Sozialdemokkatle geht plötzlich unserer KPÄ-Zen» träte über alles. Dieselben Leute, die sich seit 1920 im Schweiße ihres Angesichter bemüht chaben, die Sozialdemokratie zu zersetzen und ihr Mitglieder abzutreiben, verfluchen plötzlich ihr Spaltungshandwerk und verwandeln sich in uneigennützige Ratgeber. Morgen werden sie vielleicht im Sprechchor durch die Gassen rufen: „Gott erhalte, Gott beschütze un» die Sozfaldemo- kratiel" Bald zwanzigjährige traurigste Erfahrung lehrt: zu jeder kommunistischen SpaltungSwtlle wird ein neues Schlagwort erfunden. Eine, eigene Unterabteilung der Komintern scheint"mit dem AuSdeNken immer neuer politischer Beschimpfungen beschäftigt zu sein. Man verzeihe unS, fall» wir nicht mehr alle Kosewort« in Erinnerung, haben, mit denen- wir von dieser Seite schon bedycht wurden. ES sind ihrer züviel. Wo sind die schönen Zelten, da wir in den Augen, der Kommunisten noch schlichte„Sozialpätriüten"" waren? Bald darauf sind' wir zu..Lakaien der- Bourgeoisie" avanciert. Die Mode brachte eS mit sich, baff uns später die Rangerhöhung zu„Sozialfaschisten" und— mit-,Rücksicht, auf besondere Perdienste— zn„Sozialimperialisten" zuteil wurde. Ganz nebenbei, sei erwähnt, daff wir etwa zehn.Jahre beschuldigt wurdejf»ick Bunde mit den Kapitalisten aller Länder jüstmnent einen„imperialistischen Kreuzzug, gegen-die Sowfetunion" vorzubereiten. In" bewegten Tagen, als sich die, reichsdeutschen Kommunisten willig vor dem Kampfwagen eines Nuzi-BolksentscheideS spanmdn,«' war e» der schlimmste- Borwurf in ihrem Munde, die„bürgerliche Demokratie" zu verteidigen. Dessen hat sich in der Tat kein Kommunist schuldig gemacht, sgümge eS in Deutschland noch Zeit gewesen wäre. Die" von ihnen mitgemordete Demokratie haben sie dann feierlich auSgegraben und in dem Tempel neuer" Resolutionen veigesetzt, vor dem sie nun täglich BollSfrontgebete verrichten und um die Wiederkehckder Demokratie flehen. Auf dem VII. Weltkongreß d« Komintern, wurde entdeckt, daß di« Sozialdemokraten eigentlich olle ehrliche Klassenkämpfer sind. Eine Zeitlgng hat-man wie« i der mit List versucht, die soziäldemokratischen Wehrerziehung " 9 Minister Pr. Czech an die Arbeiterturner im Geiste der.Demokratie Seite 2 Sonntag, 12. September 1037 Nr. 216 Arbeiter unter kommunlstiche Führung zu brin» gen. Da wir aber trotzdem nicht geneigt sind, und von unernsten ZIck-Zack-Politikern gängeln zu lassen, flammt der alte Haß wieder auf. DaS neue Schlagwort gegen die Sozialdemokratie ist bereits gefunden, Ein neuer Angriff der-Spalter steht bevor. OhneweiiereS sei zugegeben, daß auch die Sozialdemokraten.in den Schicksalsfahren nach dem Kriege einiges zugelernt und umgelernt haben. Wir bekämpften den Rüstungsfonds der Bürgerloalition, solange es neben uns ein abge« rüstete» Deutschland und ein friedliches Oesterreich existierte. Ebenso mussten die Sozialisten Eng», land» und Frankreichs Ihren grasten Abrüstungsfeldzug abstoppen, als die Gefahr wuchs, daß die gewaltig aufritstenden faschistischen Mächte über unvorbereitete Demokratien triumphieren könnten. Wandelnde Situationen erfordern eine bewegliche Kaktik und deshalb sind wir die Letzten, die etwa der Sowjetunion ihre elastische Austenpolitik vorwerfen wollten. Nach der prinzipiellen Seite hin ist jedoch auf mittel- und westeuropäischem Boden der sozialistische Richtungskampf eindeutig zugunsten der Sozialdemokratie entschieden. Die Kommunisten trauen sich mit der alten Parole ty>n der„Diktatur des Proletariats" nirgends mehr auf die Gaffe. Sie haben— bildlich gesprochen— breite Demokratenhiite aufgesetzt und besonders in den faschistisch regierenden Ländern.ist ihre Sehnsucht nach demokratischen Freiheiten riesengroß. Freilich guckt»ihnen— den unbelehrbaren Thesenreitern in der Führung zumindesten»— der Hintergedastke° aus allen* Taschen, die Freiheit mit Hilfe naiver Bundesgenosse» nur zu dem ZweckeAviederzuerobern, um sie nachher schleunigst abzumurksen und iicheine kommunistische Parteidespotie zu verwandeln, wie sie eben im Büchel steht. Das ist der eigentliche Kern des unüberbrückten Gegensatzes zwischen sozialdemokratischer Bewegung und kommunistischer Sektiererei. Wir haben in der Demokratie das stärkere historische Prinzip erkannt und wir bauen auf die tausendjährige Sehnsucht des Menschen nach Freiheit und Gerechtigkeit. Dem Faschismus setzen wir nicht rein taktisch gemeinte Freiheitsparolen, sondern das höhere sittliche Prinzip der Befreiung des Menschen von jeder Tyrannei entgegen. Auch den Sozialismus erstreben wir nicht, um die Pro- duktionSzifsern des Kapitalismus zu schlagen, sondern als eine höhere Lebensform, die jedem Menschen neben Brot und Arbeit auch seine Würde und die Freiheit zu ungehinderter geistigkultureller Entfaltung verbürgt. Daraus erwächst unsere tiefe Ueberzeugung, dast auch die Früchte der russischen: Revolution., nur zu retten sind;, wenn sie den Anschluß an eine große freiheitliche Entwicklung findet. Die Freiheiten dürfen freilich nicht auf dem Papier stehen, sondern es geht einfach um ein größeres Stück individueller Bewegungsfreiheit des modernen Menschen, der im Zeitalter der Industrialisierung Rußlands herangewachsen ist. Diese freiheitliche Wendung der innerrussischen Entwicklung wollen weder die Stalinisten, noch die Trotzkisten. Darum geht auch ihr Streit gar nicht, denn die Diktatur unter der Mitherrschaft Trotzkis war nicht weniger blutig und von unserem Standpunkte aus nicht weniger verwerflich. Die Trotzkisten behaupten lediglich, daß sie das Geschäft der blutigen Diktatur bester ver- EINE GESCHICHTE VON BILDERN UND ANTIQUITÄTEN Copyright by Saturn Verla« IMS „Die können Sie natürlich haben, Madame", erwiderte Balerian,„ich schreibe sie gleich hier, wenn Sie mir Papier und Tinte geben". MrS. Bump schien es nicht so gemeint zu haben. „Oh no", sagte sie,„mein Mann will eine Expertise von einem Museumsdirektor, schreibt er, von dem Direktor deS Louvre".^ „Der Direktor des Louvre", erwiderte Balerian mitleidig,„versteht von der deutschen Re« naistancemalerei weniger als Ahr Mann. Madame. Er mag ein großartigkr Kenner französischer Gotik sein; aber von deutsche? Renaiffaneemale- rei? Nein— davon versteht er nicht»".' „Fes, postible. Aber mein Mann will es so. Gehen wir morgens Balerian gelang es, den Besuch auf übermorgen zu verschieben. Er verließ das Hotel in schlechter Stimmung. Bor dem'Schaufenster eine» Reisebureaus hielt er sich längere Zeit auf, trat dann ein und erkundigte sich nach verschiedenen Zugsverbindungen nach verschiedenen Richtungen. Diesen und den ganzen nächsten Tag. verbrachte er damit, von einem Kunsthistoriker zum anderen zu eilen. Er erlangte für teures Geld die schriftlichen Erklärungen zweier obskurer doeteurS iS lettres, die nach reiflicher Ueberlegung und nach Studium der Photographie.übereinstimmend zu'der Ansicht gekommen waren, dast das ihnen in der Abbildung vorliegende Gemälde ein origl« stehen als Stalin und es erfolgreicher in andere Länder zu verpflanzen.vermöchten.<■ Man sieht keinen Unterschied derinnerpolitischen Programme dex Trotzkisten und Stalinisten. Rur der Unterschied zwischen dem außenpolitischen Realismus Stalins und' dem hoffnungslose». Doktrinarismus Trotzki» ist.handgreiflich. Da» ist die einzige Seite de» Problem», welche aktuelle» Interesse verdient. Darüber hinau» betrachten tvir atzest ganzen Streit al» eine häusliche. Angelegenheit der Kommunisten, die sie sich selber austragen mögen. Unberührt von diesem begreiflichen Des- interessement bleibt unsere»absolute Ablehnung jedes Terrorregimes. Das ist der Ker» der' sozialdemokratischen Weltanschauung, Wir sind nicht so naiv, die Rollender Gewalt als Geburtshelferin der Geschichte in dieser gewaltschwangeren Zeit zu verkennen. Wir weigern uns aber, die Gewalt als SelbstzwAk zu proklamieren und den Menschen als reine» Mittel zum Zweck zu degradieren. Das Streben nach höherer Menschlichkeit erscheint uns al« die einzige sittliche Bast», von der aus der Faschismus erfolgreich bekämpft und überwunden werden kann. Nach dieser Klarstellung bleibt zu den kommunistischen Behauptungen über da» Bestehen sogenannter„Trohkistenzellen" in der Sozialdemokratie nicht mehr viel zu sagen. Wenn e» närrisch gewordene Kommunisten gibt, die hinter jedem Alleebaum einen trotzkistischen Spion vermuten, dann haben sie noch lange nicht das Recht, andere verrückt zu machen. Da es Jbei uns keine physische GPU gibt, haben sich gewisse Kommunisten sozusagen äls journalistische Tscheka etabliert und sie denunzieren mit frecher Stirn jeden Sö- zialdemokraten, der ihnen unangenehm erscheint, al» Trotzkisten und Spießgesellen der Faschisten. Wa» mich.veranlaßt, in dieser Form ein Wort mitzureden, war nicht zuletzt die Ueberraschung, daß sich nicht einmal die Zentrale der KPC ent» blödet, das denunziatorische Gewäsch von angeblichen»Trotzkistenzellen" in deutschen sozialdemokratischen Redaktionen in einem offiziellen Aufruf zu wiederholen. Au» der kommunistischen Preffe wissen wir schon länger, daß sozusagen als Häuptling'einer Trotzkistenzelle in der Redaktion des„Sozialdemokwt" mein alter Freund Hofbauer fungieren soll. Die Hoffnung, daß diese infame und absurde Behauptung ihren Urhebern nach einiger Zeit selber die Schamröte in» Gesicht treiben wird, war leider unbegründet. Hofbauer hat offenbar alle Geister kommunistischer Blut- und Tintenrache auf sein Haupt beschworen, weil er eS vor Jahr und Tag gewagt hat, einige gezeichnete Artikel gegen die Massenhinrichtungen in Rußland zu schreiben. ES bleibt nur zur Charakterisierung des gegen ihn inszenierten erbärmlichen. TreibenS.zu sagen,daß Hofbauer, schon den gleichen Standpunkt osfeiiÄigendmmen hati solange noch geeichte Trotzkisten in der KPC und in der Komintern daS große Wort führten. Hofbauer war kS, der sofort nach dem Erscheinen der berüchtigten„Reichenberger Richtlinien" neben Josef Seliger in der Teplltzer«Freiheit" den Kampf gegen die gleichen*Parteizerstörer ausgenommen hat, die heute noch in der Redaktton der «Roten Fahne" sitzen. Kreidebleich im Gesicht sagte er mir damals nach Empfang dieses verhängnisvollen Briefes:«DaSistdieSpal- tung I" Gegen die Spalter der Arbeiterbewegung und gegen die moralische Berlumpung, die sie in die proletarische Politik hineintragen, hat Hofbauer bis heute den Kampf unerbittlich geführt. Menschen, die keinen Tag aufhörten, den lSozialiMuS in reinster ethischer Prägung zu verfechten, auf eine Stufe mit irgendwelche» kommunistischen Sektierern zu setzen,'Ist einfach eine Lumperei. Je nach Bedarf wird nvch der eine oder der andere unserer Geistesgegenwart ist die höchste Tugend der großen Kaimenschen, Balerian stand plötzlich neben: ihycn und'murmelte; j.Nun?". „Ach", sagte der Gigant(nein, er zertrat ihn nicht: Ach, sagte er), ,M da»' der Herr, der Ihnen den Cranach verschaftt hat? FamoSt Hären Sie mal, möchte mit Achnen mal sprechen, kommen Sie mal'rauf zu mir, ins Grand Hoielk Und Sie, Mab, sehe ich also morgen; immerzu,. immerzu I", Er wandte sich um, er trat in» Tor und verschwand. „Ich nehme dieses Taxi"; sagte Mr». Bump» „es-ist alles in- Ordnung, Monsieur AronaS, mein Mann wird ganz zufrieden sein;— aus Wiedersehen." „Madame", flüsterte Balerian, und-schlug mttdem Handrücken schmerzhaft gegen die Tür de» Autos, um sich zu vergewissern, daß er niM träume,„Madame, ich würde furchtbar gerM mitfahren, ich habe auch in der Stadt zu tun." '«Die Götter hoben mir diesen Teuwnen geschickt", sagte: Balerian tief in jer Nacht zu Ka- didja, die in seinem Studierseffel hockte, während er ratlos da» Zimmer durchwanderte,„die Götter habest ihn wir geschickt. Schon dieser Lärüse tvar ein Fingerzeig, und jetzt noch da» l Da». Schicksal Will etwas mit mir." Er ging mU starken Schritten auf und ob;./ die Hände am Rücken, den Kopf gesenkt, den Bauch ein weyig vorgeschoben. .„Ahnst du?" flihr er fort,„wa» ich emp» fand, als sich die Mr hinter den Leiden schloß und ich mit den Gutachten der Kunsthistoriker in der Hand davorstand? Wenn irgendetwas imstande war, den Lauf der Dinge aufzuhalten,, so waren «» diese teuer bezahlten Expertisen. Ich kalkulierte mit einem gewissen Recht, daß der Direktor de» Louvre, ein- feiner aller Hero! durch diese Er« Mrungen,-die zwei Kunsthistoriker por ihm ausgestellt hatten, bewogen werden könntet ein Auge zuzudrücken und sich au» Kollegialitätsrücksichten für istkompetentj zu erklären— das war meine einzige Thänee. Und plötzlichwarensie im ZIm-' mer drin— ohne die. Gutachten, noch ärger; ohne mich.(Fortsetzung folgte. Nr. 21V O G - Sonntag, 12. September 1937 Seite 3 Politischen Parteien gekämpft werden, aber es muß; mit anständigen Waffen gekämpft werden und es darf durch diesen Kampf nicht das berührt" und getroffen werden, vor dein jeder Halt machen muß und was uns alle«?, Sozialisten und Nicht« sozialisten, gleich teuer sein muß, die Würde der Nation, die Interessen des Staates, unser staatliches politisches Prestige. Deutschland, die Tschechoslowakei und die SdP Das„Prävo Lidu" beschäftigt sich in seinem sonntägigen Leitartikel mit dem Ausspruch des SdP«Abgeordneten Wollncr,»daß ohne Zustimmung der Sudetendefischen Partei eine Vereinbarung der Tschechoslowakei mit Deutschland nicht zustandekonunen könne. Das Blatt kann sich demgegenüber, ganz gut vorstellen, daß eine Zeit kommt,„da alle, welche durch ihren RomantiziS-. muS, ihre Neigung zu illegaler Spielerei und durch den MaximakismuS ihrer Forderungen bester« nachbarliche Beztehuligea,zwischen Deutschland und unserer Republik komplizieren wollen, nicht von der tschechoslowakischeNÄandern von der deutschen Regierung" werdlnfallen- gelasten werden. Dann könnte Konrad Henltitzjist einem entlegenen Städtchen Ostpreußens wieder'Turnlehrer werden.• Außenminist« Dr. Krofta ist Samstag zur Tagung des Völkerbundes nach Genf abgereist. Die tschechoslowakisch« Delegation, welche Dr. K r o f t a führt, bilden die Gesandten O s u s k I) und KUnzl-Jizerskh und als Ersahdele- gierte der Borstand des Kabinetts des Außenministeriums Dr. Jina und LegationSrat Heidrich, der" Borstand der BölkerbundSabtei- lung im Außenministerium. Die„Ritnbfchau" beschlagnahmt. Die „Rundschau", das Blatt Konrad Henleins, wurde — offenbar wegen eines entstellenden Berichtes über die Zuckersache— beschlagnahmt und mußte ein« zweite Auflage veranstalten. Ebenso wuäie „Volk und Führung" konfisziert, die sozusagen theoretische Zeitschrift der SdP. friedigt werden, die außerordentlichen Verhält- niste erzwingen außerordentliche Maßnahmen. Man' kann nicht verlangen, daß dio> gegenwärtige Generation alle Lasten trägt, welche uns die gespannte Lage In Europa und die Notwendigkeit der Verteidigung unserer Freiheit auszwingt. Ein Teil der Aufwendungen für die Rüstungen muß auf die folgende Generation abgewälzt werden. Ueber das ordentliche Budget hinaus werden demnach Ausgaben durch eine Anleihe gedeckt werden mästen. Welche Form diese Anleihe haben wird— darüber zu sprechen ist noch zu früh. Erst muß das Budget ins Gleichgewicht, aber in ein tatsächliches Gleichgewicht gebracht werden. Das Ist eine Voraussetzung für die Durchführung einer Anleihe. Das sind die wichtigsten Fragen, vor denen Regierung und Koalition augenblicklich stehen. Sie müssen bald gelöst werden, damit sich die. Negierung den übrigen wirtschaftlichen, sozialen ■ und politischen Problemen zuwende." Ein Teil dieser Fragen wird wohl schon von einer«konstruierten Regierung in Angriff genommen werden, die Verhandlungen, über diese Rekonstruk- Hjion des Kabinetts wirden jedoch erst beginnen, bis Einigung über den Voranschlag erzielt bzw. das Budget unter Dach und Fach gebracht worden ist. * DaS„Prävo Lidu" vom Sonntag meldet, daß die sozialistischen Parteien und die BolkSpar-. tet in der Regierung bett Antrag überreichen werden, wonach kein Ressort in den HändD derselben Politischen Partei länger alS eine Wahlperiode bleiben darf. Die Regierung wird sich mit dieser Forderung nach dem Abschluß der Borbereitungen zum Budget befassen. Scharfe Zurückweisung böswilliger Angriffe auf die Sözlalversicherungsimtitute Am 8. September 1987 fand unter dem Borsitze des Abgeordneten Hampl und unter Teilnahme de» Borsitzenden-Stellvertreter Abg. Dubickh, Direktor Stultk und Oberinspektor Kutscher» sowie der Borstandsmitglieder Abg. Wezdik, Direktor JohaniS, Primarius Dr. Kafta, Abg. Petroviö, Dr. Sottnerg Abg. Taub und Aba. Bävra eine Borstandssitzung der Zentral« soztalversicherungsanstalt statt, die sich u. a. mit Zeitungsnachrichten befaßte, welche scharfe und unwahre Angriffe auf die Direktion der Zentralsozialversicherungsanstalt und bi« Sozialversicherung als solcheenthalten. Die Sitzung hat die Abgabe folgender Erklärung beschlossen: "‘ Sn"der°letzten" Zeit find« die" fachlichen Md persönlichen Belange der Sozialversicherung der Arbeiter wiederholt im Mittelpunkte des Interesses der Oeffentlichleit gestanden. Soweit sich ein derartiges Interesse von einem wohlgemeinten Streben und vom Sinn für Wahrheit leiten läßt, kann man dies nur begrüßen, mag sich dieses Interesse auch fiitisch äußern. Dagegen muß kategorisch alles zurückgewiesen werden, was unwahr ist und sogar trotz seiner Unrichtigkeit der Oessentlichkeit mit der Absicht vorgelegt wird. Mißtrauen gegenüber dem Werke der Soziawer- ficherung zu säen und ihrem guten Ruf sowie, dem Ansehen ihrer Repräsentanten zu schaden. Diese Zurückweisung muß mit um so größerem Nachdruck geschehen, als unverantwortliche Faktoren im Ar-,und Auslande alles, also.auch solche Unwahrheiten, politisch gegen die Sozialversicherung und sogar gegen den Staat auszuwerten verstehen. Mit Rücksicht auf diese unerfreulichen Erscheinungen fordert die Zentral- sozialversicherungSanstalt, daß sich unsere Oef« fentlichkeit durch unrichtige Informationen nicht täuschen laste. Die Sozialversicherungsinstitute werden seit vielen Jahren in vollstem Einvernehmen aller maßgebenden wirtschaftlichen und politischen, Faktoren verwaltet und unterliegen ständig der Aufsicht der Staatsverwaltung. Ledet tschechoslowakisch«'Bürger kann sich ohne Schwierigkeiten fachliche und der Wahrheit entsprechende Auskünfte Wer die Lage dieser Institute ver«< schaffen. Aus der Präsenzliste, welche in dem Kom- i muniqüb enthalten ist, geht hervor, daß diese ?Erklärung von Vertretern aller Richtungen, also ! auch von Angehörigen bürgerlicher-Parteien und Vertreter der Arbeitgeber, beschlössest wurde. Agrarische Selbstkritik ’ Innenminister Lernst hielt am SatnStag auf dem Konareß de» aararischen Nachwuchses - ,in Prag"eine Rede, in der er«. a. ausführte: D« politische Kampf von heüte— ich denke an dtn Kampf in der Koalition— entspricht nicht der richtigen; Auffassung von der Demokratie^«r hatuielsach keine moralische Begründung sind bietet ein trauriges Beispiel. Dies« Kamps dauert, mit der gleichest Härte an und ist bsiher nicht ezt-. . schieden, obwohl, schon solange so hartnäckig und rücksichtsloHgekämpst wird.; Es scheint nicht, daß" der KgmpfHft erschM oder nur geschwächt wäte' und dflh^dje einzelnsn Parteien«» eine Waffen« ruhe" dinken' würden". Hiev insiß mast/sich aber dir Möglichkeiten und die Folgest dieser Disziplinlosigkeit;unh dieses" Leichtsinn» vor Augen' Hälsen: Die offenenpositischen Rechnungen— und solche Wird e» wahrscheinlich"immer geben"-—-könnest/ , sicherlich ausgeglichen werden, es tsinn unter den MO M U-Boot vor Carthagena versenkt? Valencia.(Havas.) Aus Carthagena wird berichtet, daß am Freitsia vor diesem mUi- tärischen Hafen zwei geheimnisvolle U-Boote gesichtet wurden. Die Süstenbatterie» habe« das Feuer eröffnet«nd man glaubt, daß eine» der U-Boote versenkt wurde. Das zweite U-Boot dürsteallem Anschein Nachsicht getroffen worden sei. An Ort und Stelle wurden Tauchevientsandt»- mn festzustelleu, ob daS,M-Bo»tauch tatsächlich getroffen«nd versenkt wurde. .Katalanen treu zu Madrid Barcelona.(Haväs.) Die PropagandEbtei- lung der katalanischen Generalidad hat der Presse folgende Note übermittelt: Jede»mal, wen» der Völkerbund zusammentritt,-veröffentliche» die Ausständische» Rachrichte» über einen Separatfrieden zwischen Katalonien»nd dem General Franc». Zu einer Zeit, da sich die Offensive an der Aragon-Front siegreich gestaltet, ist es a b-s» r d, vom Frieden zu sprechen. Katalanien bleibt gegenüber der Republik loyal»nd wird niemals Verhandlungen mit seine» Gegner» eröffne». Katalanien setzt seine historische Tradition al» Element de» Frieden» «nd de» Gleichgewichte» im Mittelmeer fort. Vie Ugllchen Verhaftungen In der USSR London. Zahlreiche neue Verhaftungen in der Sowjet-Union werden au» Moskau berichtet. Unter den Festgenommenen soll sich u. a. Alexander Kamenew befinden, der Sohn des im Borjahre im Sowjet-Prozeß verurtetften und exekutierten Bolschewistenführers Kamenew. Kamenews Sohn soll angeblich, in einem Militär- laboratorium, in dem er«bettet«, eine Sabotagegruppe organisiert haben. Verhaftet wurden fern«"der Premier der sowjetruffischen Republik Tadsikistan, Rakhimbaleff, und fünf andere Bolkskommissare der Republik,-nämlich der Landwirtschastrkommiffar Kubanow, der Erziehungskommissar H ass a n o w, der Lebenr- mittelindustriekommistar A s i m d j a- A s i nW- j a wo w, der Lokalindustriekommiffar A b d u- lajeff und der"Kommissar'pir die Beleuchtungsindustrie Mäsaido., Unter den angeblichen" Volksfeinden befinden sich ferner hohe Beamte der autonomen Sowjetrepublik K a r e l i a, welche sich'an der finnischen Grenze vom Ladoga- See bis zum Nöydwestteil de» Weißen Meeres erstreckt. Verhaftet und exekutiert wurdenftrner drei Mrende Parteifunktionäre aus dem Golochow-Rayon in der Nähe von" Charkow. .. Beitrag. der holllndltchen(Sewerktchafien Mr die draMhut Emlgraoten bi der TBchechoilowakel '-•••>Lie. Zentrale oer holländischen'fielen Gewerkschaften hat zugunstest ,der vön den hiesigen Gewerkschaften Unterstützten deutschen Flücht- ,!linge einen Beitrag'-vostWsiÜ holländischen Gulden überwiesen," welcher" ÄNzdaS, zuständige Ko» Miteeweitergeleitet-würde.-- Erfolgreiche BetrlebsausschuBtvahl Freitag, den 10. September, fanden bei der Firma Dudek A.-G. in Settenz Betriebs- ausschußwahlen statt, welche den freien Gewerkschaften neuerlich einen beachtenswerten Erfolg brachten. Es erhielten der Internationale Metallarbeiterberband und Fabrikarbeiterverband 194 Stimmen(80) und drei Mandate(2), das heißt: die gemeinsame' Liste beider Verbände erhielt 24 Stimmen und ein Mandat mehr als bei der letzten Wahl. Die deutsche Arbeitergewerkschaft in Gablonz erhielt 67 Stimmen(65) und 2 Mandate(2), so daß sie gegenüber der letzten Wahl nur zwei Stimmen mehr erhalten hat. Obwohl bei Neueinstellungen von Arbeitern sowie bei der DurchMrung der Wahl die Beamten der Firma die völkische Gewerkschaft auf das Tatkräftigste unterstützt haben, ist es ihnen nicht gelungen, eine Erhöhung ihrer Fkandatszahl zu erreichen. Es beginnt zu dämmern unter den Arbeitern, sie lasten sich für den Faschismus nicht mehr mißbrauchen. Völkischer Zahlenzauber Am SdP-Erniedankfest In St. Georgenthal haben nach Schätzung der„Rumburger Zeitung" etwa 6000 bis 7000 Personen teilgenommen; „aus Höflichkeit" wählte jedoch das Blatt(da» es also mit der Reklame für die SdP gut genug meint) die Zahl 10.000. Da» gesteht die„Rum- burger Zeitung" selbst. Aber den Henleins war das noch nicht genu»: denn nach ihrer Meinung waren 25.000 in St. Georgenthall Das ist selbst der„höflichen"„Rumburger Zeitung" zuviel und sie beantwortet da» mit der Ausstellung eine» RechenexeckipelS, da» nicht nur für St. Georgenthal Wert hat. Nämlich: Die Bezirke Warnsdorf und R u m b u r g, für die dieses Fest veranstaltet wurde, haben im Jahre 1985 Insgesamt 26.800 Stimmen für die SdP abgegeben(Bezirk Warnsdorf 15.200, Bezirk Rumburg 11.500). Er hätten also am Sonntag in St. Georgenthal fast alle dort gewesen sein müssen, die im Monat und Jahr der höchsten Begeisterung für die SdP zur Wahlurne gegangen sind. Oder ander»: die Bezicke Rumburgund Warnsdorf hatten bei der letzten Volkszählung rund 60.000 deutsche Bewohner. In St. Georgenthal sollen als» zwei Fünftel der Pfwohnerschast(einschließlich Säuglinge und Greife)»der di« Hälft« der marschfihigen Bevölkerung der zwei Bezirke versammelt gewesen sein." E» kann wohl jeder., der Gelegenheit""hättet entweder in St! Georgenthal oder in seüiem Ort seine Mitbürger zu beobachten, beurteilen, ob da» wirklich der Fall war. Ein Beispiel. Die Stadt Rumburg Halle im Jahre 1985 rulid 4600 Wähler für die A>P zur Urne gesandt. Davon hätten also am Sonntag«nd 4800 nach Georgenthal pilgern müssen. Von Nitder- ehrenberg"(auch nach den' SdP-Wählern gerechnet) etwa 900, von Oberhenner»dorf 1000, Also: von Rumburg ab und durch Rumburg muhten über 6000 Personen marschiert sein, um 25.000 in Georgenthal voll zu machen. Da» war bestimmt nicht der Fall, auch wenn man die dazu rechnet, die mit dem Zug oder, sonstwie gefahren sind. Auf der Eisenbahn hat man, jedenfalls die Tausende nicht bemerkt. Sie zu befördern, hätte man auch einige lange Sonderzüge Japan rechnet mit I Tokio.(Havas.) Da» Blatt„Asahi" bringt eine Erklärung des Kriegsministers General Sugijama, in der es heißt: ES besteht die Hoffnung, baß dl« Offensive, dir eben besonne» wurde, erfolgreich sein wird, ihre Ziel« können sich aber unter dein Einfluß verschieden« Umstände ändern. Wir müssen alle MaßnahmIt trefft», um allen Situationen begegnen zu können, dft sich mit Rücksicht auf bi« Möglichkeit eine» langen'KriegeS .ergebest könnten.« Die gesamte Presse deutet die Möglichkeit an",»daß sich der Krieg in die Länge zie« hen wird, und macht keine Prognosen mehr über einen raschen Sieg. DaS Blatt„Hoshi-Hoshi" schreibt:„DaS Bost muß fest entschlossen sein, ein« lange Periode der Feindseligkeiten auSzu- hakten."' Erfolge der Japaner Nach Meldungen aus Tientsin sollen die japanischen ,Truppen im Smrmangriff Mats ch a n g. erobert haben. Matschang war befestigt ünd bildet einen wichtigen Schlüsselpunkt. Die japanische Offensive wird fortgesetzt.— Auch bei -SchstHhai können die Japaner einen örtlichen Erfolg,buchen..Sie eroberten Jantschang, das etwa sieben Kilometer, westlich von Wusung liegt, die anderen Stellungen sonnten die Chinesen trotz heftigst« Beschießung"halten.- Rußland verstärkt Fernost-Luftfflotte • M London. Pie„Morning Post" berichtet, daß die Sowjetunion angesichts der japanischchinesischen Kämpfe im Fernen" Osten ein« Ber- NäMng der Lust-Garnisonen durchführe. Die» Brief an den Zeitxniegel Zur Schreibung der deutschen Ortsnamen Ein Leser schreibt uns: Ich habe ihren Artikel„Mehr Respekt vor der deutschen Sprache" mit großem Interesse gelesen und stimme seinen Schlußfolgerungen vollkommen zu. Es sei in diesem Zusammenhänge noch auf ein besonders krasses Beispiel hingewiesen. Die Ortschaft Maria-Ratschitz bei Dux, die jahrzehntelang so geheißen hat und so geschrieben wurde, wird jetzt in der amtlichen deutschen Schreibung als Maria Radiitz bezeichnet. Aber es hat wohl nicht viel Sinn, in der M Presse über diese Dinge zu streiten. Man kann sich darüber freuen, daß endlich einmal auf sie hingewiesen wurde. Zweckmäßig wäre die Errichtung eines Beirates im Schulministerium, der aus Vertretern aller Nationen fusammenzusetzen wäre und die Befugnis haben sollte, über die Schreibung deutscher Ortsnamen und über alle strittigen Fälle zu entscheiden, die bei Ueber- Setzungen entstehen. Den Entscheidungen dieses Beirates müßten sich selbstverst/änd- Mh alle Stellen fügen. A. K., Prag abgehen lassen müssen. Da die nötigen Teilnehmer aus dem Bezirk Rumburg also fehlten,— denn aus Rumburg war wirklich nicht die Hälfte der deutschen Bevölkerung ckon Säugling bi» Greis au»ge- rückt,— müssen sie von Warnsdorf usw. gekommen sein. Wariftdorf hatte 1985 rund 9000 SdP-Wäh- ler; diese hätten demnach nicht genügt, sondern die Stadt hätte mindestens noch 8000 bi» 4000 dazu stellen müssen, um den Rumburger Fehlbetrag au»- zuzleichen. Schönlinde hätte zu den 2800 de» Jahre» 1985 vielleicht noch etwa 1500 unter die Fahnen rufen und andere Orsschaften auch enssprechende Mehrleiswngen gegenüber 1985 vollbringen müssen, um in Georgenthal die Zahl von 25.000 zu verwirklichen." Man wird nicht fthlgehen, wenn man diese» Ergebnis der Untersuchung des SdP-Hexenein- maleins auf jeden ziffernmäßigen Bersamm- lungSbericht der Henlein-Preffe anwendet. Arbeitsgemeinschaft jugendlicher Arbeitsloser in Aussig. Das Fürsorgeministerium bewilligte die Konstituierung einer Arbeitsgemeinschaft jugendlicher Arbeitsloser in Aussig und widmete zugleich'Mr diesen Zweck-"einen Betrag von 21.000 Kronen. Abg. HanS Schütz wurde, wie die„D. P." meldet, auf dem in Paris abgehaltenen Kongreß der christlichen GewerkschastSinlernationale zum Vizepräsidenten gewählt. Eine Kundgebung deS BdL. Samstag nach, mittags wurde in F r a n k st a d t bei Mährisch- Schönberg das Erntedankfest de» Bunde» der Landwirte durch Tagungen der Jungbauern, der mährisch-schlesischen LandeSparteivertretung und durch eine Sitzung des Ausschüsse» der Rübenbauer eröffnet. Die Beranstaltungen und Sitzungen waren trotz dem schlechten Wetter überaus zahlreich besucht. In allen Reden und Ansprachen kam neben StandeSfragen vor allem da» Bekenntnis zur Demokratte und zum tschechoslo- l Irakischen Staate zum Ausdruck. Maar Kriegsdauer gelte insbesondere für di« großen"Bomber. Bombenflugzeuge modernster Konsttuktion werden alltäglich nach dem Fernen Osten gesandt. Die Sowjetunion habe— dem genannten Blatte zufolge— von der Baltee-Corporatton in den Bereinigten Staaten das Patent eine» Schnell- Bombenflugzeuges erworben, welches nunmehr in zwei neuen, ganz modernen Fabriken erzeugt wird, von denen die eine i» der Nähe von Moskau, die andere am Schwarzen Meere errichtet worden ist. Die Zahl der viermotorigen großen russischen Bomber, hie 60 Mann transportiere» können, und von denen gegenwärtig 200 startbereit sind, soll bis Hnde dieses Jahre» auf 500 erhöht werden. Das gleiche Blatt berichtet Wetter, daß be» M Japan von' diesem«normen Flugzeug- tßlands sehr beunruhigt sei. Tokio habe sich bereits an Berlin gewandt, um deutsche Instruktoren für di« Flugabwehr zu erhalten. Tatsächlich sei bereits eine ganze Reihe derartiger deutscher Fachleute in Japan eingetrofsen." Neuer Konflikt MoSkatt. Am Freitag übergab Japan dem Kommissariate für AuSwärttg« Angelegenheiten eine Protestnote gegen di« Beschlagnahme des japanischen Fischereiwachschiffes"„O e a k e j t Maru" und,and«« Fischereischiffe. Die Note fordert augenblickliche Freigabe der beschlagnahmten Schiffe. DaS Kommissariat fück auswärtige Angelegenheiten hat diese" Forderung unter Berufung auf den Umstand a b g e l e h n t, daß die Schiffe in einer Entfernung von zweiein- haD Meilen von der sowjetruffischen Küste, also in sowjetrnstischen Hoheitsgewässern, beschlagnahmt wurden. v Seife 4 Sonntag, 12. September 1937 Sonntag, 12. September 1037. Schacht Uber Bord Flugzeug Prag-PreBburg verbrannt Iwir ein Verletzter Die klügste Ratte verläßt das Schiff Bergwerksunglück in Österreich. Samstag i bie elektrische Strahlungsenergie eines Atoms I sich das Feuer anStreiteke, dta beiden anderen Besatzungsmitglieber, dm Hilfspiloten Tai her nnd den Nadiotelegraphisten Ralb nu t r, in die für die Passagiere bestimmte Kabine schickte und allein die Landung einwandfrei turrchführte. Beim HemuSsprtagen. aus dem Flugzeug stieß er gegen die Berspanmmg beS FlugzeugeS und uarlehte sich im Gesicht. Er wurde inS Krankenhaus gebracht. Die Ursache des Brandes wird von einer Fachkommission imtersucht. Anscheinend haben sich die Bergäser des Mittleren Motors beim Start verstopft; durch eine Exploisin inden Komprcsso- ren kam es zu edier Beschädigung dar AuSpuff- leidmg, wodnrch der Filßboden Feuer fing. AIS zweite Möglichkeit kommt ein Kurzschluß in den Akkumulatorenbatterien deS Flugzeuges, in Be tracht. lief auch am Samstag etwa entlang der Grenze Karpachorußlands und der Slowakei. UZHorod hatte 2i B. nachmittags eine Temperatur von 27, Chust von 28 Grad, dagegen wurden in Böhmen und in Mähren-ScUesien gleichzeitig nur 10 Grad, verzeichnet. Diese Temperaturunterschiede veranlassen ä n- dauernde Regenfälle in den. Westlichen und mittleren Teilen des Staates und werden sich, voraussichtlich noch nicht anSgleichen. Infolgedessen wird die unfreundliche Witterung bei u»S heule noch aichalten.— Wahrscheinliches Wetter von h e u.t e: Borwiegend bis wechselnd bewölkt, Rcgensälle, kühl, auch.in Karpathorußland Zunahme der Gewitterneigung und leichte Abkühlung, Nordwestwind.— Wetteraussichten für Montag: Andauern der unbeständigen und kühlen Witterung mit Schauern. Nordwestwind.. P r e st b u r g. Unmittelbar nach dem Start deS BerkehrSflugzengeS F IX OK— AFF der Staatlichen Aerolinie, daS SnmStag früh um 7 Uhr mit elf Passagieren nnd drei Mann Besatzung an Bord über Brünn nach Prag hätte fliegen sollen, geriet in der Pilvtenkabine der Fuß. Hoden in Brand. DaS Flugzeug landete sofort, wieder und die Passagiere konnten noch in voller Ordnung auSsteigen. Inzwischen hatte sich aber daS Feuer derart auSgebreitet, daß es mit den an Bord befindlichen Läschapparatm nicht mehr etagedämmt werden konnte. Da daS Flugzeug im nordwestlichm Zipfel des Flugplatzes, also zu weit abseits gelandet war, als daß der Feuer-' löschdieust deS Flughafens noch rechtzeitig hätte eingreifen könnm, fiel eS dem Feuer zum Opfer. Anerkennung verdient die Kaltblütigkeit des Piloten S e l n e k h, der, alS er sah, wie rasch freizumachen und einen Apparat zu konstruieren, um diese»Atomwellen" zu übertragen. Er soll e» damit' in der Hand haben, bekannte chemische Reaktionen eben nicht!m Laboratorium, sondern''an irgendeinem beliebigen Orte in Gang zu setzen. ES soll unter anderem ein Versuch mit sechs Bombenwerfern gemacht worden sein, deren Lahmlegung völlig gelungen sei. Der Versuchlbestayd darin, daS Benzin künstlich auf Entfernung mit Wasser zu mischen. Laut den"Berichten der Reporter ist daS Benzin vorher sorgfältig geprüft worden, und die Benzinfäffer trugen militäramtliche Siegel. Auch die Tanks der Flugzeuge find sorgfältig vorher untersucht und nach Auffüllung mit dem Benzin versiegelt worden. Dann setzte Professor Anthony aus einer Entfernung von mehDenNilometern seinen Apparat in Gang. Dieser soll sich auf einem Lastwagen auf einer Landstraße befunden haben, die in der Gegend der Flugfeldes vorbeiführt. Rach wenigen Minuten erhielten die Piloten den Befehl, zu starten, konnten ihn jedoch, nicht dprchsühren. Bei der Nachprüfung ergab sich, daß das BcÜzsn tatsächlich' Wasser ent-^ hielt; dieses Wasser seiMnthetisch«US elektrisch in die Ferne„abgeschoffenen" Wasserstoff« und Sauerstoff-Atomen„misten ich.versiegelten Reservoir hergestellt worden;'« Ermässigte Gsonbahn-HakbjahrcSkartcn für Ge- schästsreisende. Die nächste Ausgabe erfolgt mit Geltung am 1. Oktober 1987. Organisierte Geschäftsreisende erhalten die Halbjahreskarten zum Preise von je 50 Prozent(statt 08 und 50 Prozent) . und außerdem einen Sondernachlaß von 5 Prozent vom Gesamtpreis.. Bei Karte»' für mehr als zwei Direktionen werden noch weitere Nachlässe gewährt. Ferner genießen die Besitzer der Halbjahreskarten Nachlässe auf StaatSautobuSlinien sowie freie*Bahn- fahrt vom Wohnsitz» zur Anschlußstation für die Halbjahreskartenstrecke. Nähere Auskünfte über diese Begünstigungen und sonstige Bedingungen' erteilt der Bund der Vertreter und Reisenden(Fachgruppe im Allgemeinen Angestellten-Verband), Reichenberg, Turnerstraße 27,'.der auch die begünstigten-Hälb- ijahreStarten besorgt..Rechtzeitige'Bestellung empfiehlt sich zur Vermeidung von Verzögerungen. Die schärfe Temperaturgrenze zwischen den kühlen Polarluftmassen im Nordwesten und per warmen kontinentalen Luft' im'Südosten Europas ver- Aerztemaugel kn den Landesirrenanstalten. Infolge schlechter Honorierung bleiben ständig zahlreiche Aerzteposten in den Landesanstalten für Geisteskranke unbesetzt. Um hier einen Wan- del zu schaffen,: beschloß der LandeSauSschuß von Böhmen,' die Bezüge ärztlicher Anwärter nm 100 Kd, der Aerzte in der 6. und 6. Gehaltsstufe nm 200 Kö nnd denen'in der 4. und 8.' Gehaltsstufe" um 300' Ki zu erhöhen. DaS Innenministerium billigte diesen Beschluß für die Anstalten'in Mäh» reni-Schlesien,.lehnte ihn jedoch für Böhmen ab, nnd zwar'mit der Begründung, daß die An- staltSärzte in Böhmen, zum Unterschied von denen in Mähren-Schlesien, WohnungSermäßi- gnngen genießen. Gegen diese Stellungnahme des Innenministeriums erheben die Aerztever- bände Einspruch.. Der Aerztemangel in den, ,Irrenanstalten dauert unterdessen allerdings an. Sprungturm nach Prager Muster in der Schweig. An Lausanne wurde beschlossen, einen Sprungturm für Uebungsabsprüsige mit Fall- schirm zur Ausstellung gelangen zu lassen. Hiebei würde ein Konkurs ausgeschrieben, welches nach den mit dem Sprungturm auf.der heurigen Prager Flugausstellung erzielten Erfahrungen zugunsten der tschechoslowakischen Firma entschieden wurde, welche den Turm auf der Prager Ausstellung errichtet hatte. Auf dem. Schweizerischen Turm werden auch die gleichen tschechossowakischen Fallschirme- verwendet werden, die während der Prager Ausstellung in Gebrauch waren. Arbeiterinnen wehren sich. In einer Zünd'« kerzensabrik in Wimbledon zertrümmerten Freitag 80 weibliche Angestellte,, denen gekündigt worden war, einen Teil der Maschinen und Fabrikseinrichtungen. Die Polizei rettete die Fabrik vor völliger Zerstörung. Rattndranath Tagore erkrankt. Wie aus Kalkutta gemeldet wird, ist der bekannte indische Dichter Rabindranath Tagoke schwer erkrankt. Serie von UnglückSfällen in England. Der Freitag war für Großbritannien• ein schwarzer Tag der Unglücksfälle hervorragender bütischer Persönlichkeiten, die einen- tödlichen AuSgang nahmen. So stürzte eine Maschine,, welche sich an dem KönigS-Eup beteiligte, vor einer vieltau- sendköpfigen Menschenmenge unweit Londons ab. An Bord befanden sich die beiden Wing-Eom- manderS Sherren und Hülton, die beide den Tod fanden. Weiters, wurden. der britische Geschäftsträger in Griechenland Patrick Marwill Roberts sowie, der britische Konsul in Athen Trapmann bei. einem Autounfall unweit det griechischen Hauptstadt tödlich verwundet. Flugzeugabsturz. Ein Militärflugzeug vom Flugplatz Thoraby(England) stürzte SaMStag nachmittags'infolge starken Nebels ab. Bier Mann der Besatzung fanden den Tod. Roch ein Flugzeugabsturz. Unweit Krakaus ist. ein Sportflugze'ug deS Krakauer Aeroklubs abgestürzt. Der Pilot«ind der Beobachter wurden getötet. stürzte in der Kohlengrube bei Grillenberg in der Nähe von Berndorf das Schachtgewölbe ein, wobei vier Bergarbeiter verschüttet wurden. Der 30- jährige Bergmann Rudolf Heller kam dabei ums Leben, drei weitere Berghute wurden schwer verletzt. Die Ursache des Unglücks wird untersucht. Matuschka begnadigt. Der ungarische Justizminister hat das Urteil über den berüchtigten Eisenbahnattentäter Silvester Matuschka, der bekanntlich in Ungarn zum Tode durch den Strang verurteilt wurde, in eine lebenslängliche Kerkerstrafe abgeändert. Diese Entscheidung ist kein Gnadenakt, sondern ist auf Grund der internationalen Strasbestimmungen getrssfeihworden.' Die großen polnischen Herbstmanöver wurden Freitag in Anwesenheit des Marschalls Rydz- Smigly und der Generalstabschefs von Finnland, Estland u.nd.Lettland eröffnet»,. ,Pie Manöver finden etwa 80 Kilometer von der' deutschen Greuz^entfernt im Posener Gebiet statt. Taifun über Japan. An der Westküste Japans wütete ein Taifun, der große Schäden anrichtete. Zahlreiche Telephon- und Telegraphenlinien wurden zerrissen, weshalb es nicht möglich war^über die Lage in den betrossenen Gebieten, wöHcr Taifun am heftigsten wütete, ntzbere Einzelheiten zu erfahren. In Kobe herrscht große Aufregung und es werden einige Schisse erwarter, welche in den Hafen nicht einlaufen konnten. Auch in Tokio wütete ein heftiger Sturm, doch nimmt man an, daß er keine gar zu großen Schäden angerichtet hat. Nord-Japan iimrde aber von dem Taifun schwer heimgesucht. Die letzte Meldung besagt, daß die Meeresbrandung in den JnN- strievierteln der Stadt Osaka große Schäden anrichtete, wo 600 Häuser Überschwemmt wurden. Euzkera, die Sprache der Basken.(AP) Aus dem Nebel sind die Basken plötzlich auf der Iberischen Halbinsel aufgetaucht. Niemand weiß, woher sie kamen. Biele Jahrhunderte lang vermochten sie den-- Einflüssen anderer Böller zu widerstehen nnd sich in den Basrongadas, den baskischen Prövinzein im spanischen Navarra, teilweise aber auch in Kastilien, Aragonien und Katalonien, ferner in. Südfrankreich, im Grenzgebiet der Pyrenäen, in Marn und der Gascogne zu halten. Die baskische Sprache, die Euzkera, ist vom philosophischen Standpunkt^bemerkenswert. Sie ist miUeinertiSprachengruppe der Welt verwahrt, und man sagt, daß sie die Sprachforscher zur Berzweiflung gebracht habe. In den' Ostpyrenäen sprichj man zwar katalanisch, in den mittleren Pyrenäen einen, spanisches Dialekt, in einem Teil von'Navarra sowie in den Provinzen Santander, Logrono Md Burgos, wohin die Basken vordrangen, wird gleichfalls spanisch gesprochen. Spanisch ist die Sprache der Mehrzahl der Baskenbevölkerung auch in den Provinzen Alaba und Biscaya; und die kultivierten'Basken sprechen gleichfalls spanisch.. Die Euzkera dagegen hielt sich in, Teileg von Navarra und in Gui- puzcoa, während ihr Gebrauch, in Biscaya uuo Bilbao schon seltener geworden ist,/so-sehr man auch in letzter Zeit diese Kenntnisse zu Pflegen suchte. Umgekehrt hat die Phonetik der-spanischen Sprache sowie der'' Dialekte,, von, Languedoc, Bear» und Gacsogne unter Lein'' Einfluß der Enzkera gestanden. All das hängt mit der fehlen» den'geschmstlichen Einheit züsgWW'lSyo entschied sich Guipuzcoa für Kastilien, 1382 Alava, 1870 Biscaya und 1512 auch-Navarra. Nur gestimmte. Freiheiten hatten He.behalten, die söge- nannten F u e Po s. Sie stiMetzt, zusammen mit der Selbständigkeit, dank; deutscher und; italienischer Jnterventionshilse vernichteti worden. Und die Euzkera-wird-ihnen Nachfolgen, Ihr-Gebrauch wird verboten.• Vom Rundfunk EmMhlanswartM aut den ProirammMi Montag Prag I: 10.05 deutsche Presse. 11.85 Au» der Oper»Rusakka" von Dvokäk. 12.10 Chorszenen Mts Schallplatte».-14.05 Deutsche Sendung: Dr.Polzer: Schub des Amtsgeheimnisses. 14.40 Ballettmusik. 17.40 Orgelkonzert. 18.05 Deutsche Sendung: Dakönigliche Spiel, Hörbild von Werber. 18.20 Lieder Yon Rankl. 18.85 Fritzsche: Heimische Nebenerwerbszweige. 18.45 Deutsche Presse. 22.20 Tanzmusik.— Prag II: 15.00 Schallplatte». 15.20 Deutsche Sendung: Im Loben geht es den Optimisten am besten. 15.50 Deutsche Presse-— Brünn: 16.10 Rundfunk«- örchefterkonzert;-17:40Deittsche' SendungrDr. Reut»" ter:,-, Bahnbrecher der landwirtschaftlichen-Forschung: Filchner.— PreßSNrg: 17.40 Gesangskonzert, 20.45 Äundfunkorchesterkonzert.— Kascha»: 12.05 Opern», Vorspiele.— Mlhr.-Ostrau: 18.10 Deutsche Arbei-' tersendung: Kamler: Schulwochen und Schülerezpe- ditionen; Klavierkonzert. , Dienstag. - P«g I: 10.80 Kompositidnen von Smetana. 10.15 Deutsche Sendung: Für die Frau. 11.05 Rundfunk für deutsche Schulen,höhere Stufen, 12.10 Operettenmustk. 14.00 Deutsche Sendung: AuS dem tschechossowakischen-Kunstleben; Fuchs: Zum 70. Geburtstag von Peter Bezrui. 14.40 Märsche auf Schallplatte». 17.05 Hugo Wolf: Geigenauartett, 18.05 Deussche Sendung: Dr. Hufty: Wirtschaftliches Relief. 18.20 Heimische Komponisten. 18.45, Deutsche Presse. 18.55 Aus dem deutschen Kulturleben. 22.20 Fibich; KlaVierzykluS. 22:40- Tanzmusik.— Prag II: 15,00 Schallplatten. 15.15 Deutsche Sendung: Dr. Spitzer: Schicksal hinter Zeitungsnotizen. 15.80 Schallplatte». 15.40 Sekretär Bittner: Ein Gang durch den Herbst. 15.50 Deutsche Presse:— Brünn: 17.40 Deutsche Arbettersendung: Sozialinformationen;Dr. Schweitzer? Methoden der Kin- dererziehnng.— Preß bürg: 12.85 Randfunkorchesterkonzert. 14.15 Schallplatten.— Kaschau: 11.05 Schallplattenkonzert.-12.05 Operettenmusik.-— Mähr.-Ostran: 10.35 Bunte Stunde: Chansons,' Jn» strumentalkompositionen usw. Svsuchor-l'otsIIaator am Eingang zur Weltausstellung. MHinAMwep-Wel^MMWÄn Pari?'äüfHem. vsc. jeweiligen: Msucherzahley^ be'rzeschjset'M8eG,,iM»'.''zur'AsiMlW'.'UesjP>'»ildÄ'. hätten' -'' l 15il>80.0vH Ngesnemgkeltm »' v 1■■ 1 11 O Rosenberg, o Rosenberg, wie rein Ist deine Rasse... . Daß Herr Alfred Rosenberg, der auch auf dem Nürnberger Parteitag wieder mit Goebbels in-Antisemitismus konkurrierte und auf diesem Schauplatze eigentlich recht würdig den Litera- tur-NobelPreiS einsteckte, den eben dieses Deutschland zu vergeben hat— daß dieser Herr Rosen- berg selber nichts weniger als reinrassig im Sinne dieser Rasse ist, hat sich allmählich herumgesprochen. Aber weil die Herren deS Dritten Reiches davon keine Notiz nehmen wollen, muß man sie ihnen erst recht immer wieder unter die Nase reiben. Diesmal besorgt diese Arbest daS „Kärntner Tagblatt"(und beweist damit unter anderem, daß die Liebe zu Hitler in den öfter- reichischen Südalpen nicht gerade heißer geworden ist). Wie sieht der Stammbaum Rosenbergs, des Urariers und Patent-Teutonen aus? Sein Großvdter war Lette, also Slyve: seine Mut- ter stammte von Franzosen ab— war also Romanin. Einer seiner Urgroßväter war Mo n g o l e und eine seiner Urgroßmütter— das Schrecklichste der Schrecken— war Jüdin. AlsoÄlleS in allem im Sinne Rosenbergs„etM feine. Rasse"! Der- Direktor des estnischen Staatsarchivs und ein lettischer Journalist haben den amtlichen Stellen des Dritten Reiches und außerdem noch seinen Oberbonzen die dokumentarischen Nachweise über den Duhend-Mischling übermittelt und außerdem sich bereit erklärt, vor jedem reichSdeutschKl Gericht, allenfalls vor dem Leipziger Reichsgericht, den Wahrheitsbeweis für diese Behauptungen zu erbringen. Aber die amtlichen- Stellen rühren sich nicht. Woraus wohl-eindeutig hervorgeht, daß sie die Dokumente gelesen und als echt be- fänden haben. Ein Schulbeispiel des„blama- tuS EuropaeuS"— wenn man das ganze Drum und Dran als europäisch bezeichnen könnte...» Unfall oder Ueberfall? Die vierzigjährige...... t Fabrikarbeiterin Marie BeIiseI aus Lang«, Presse berichtet von.^ineiA Ugest, beschäftig in der keramischen. Fabrik Entdeckung von Pp^s>!sd». in Likwitz, wurde am Freitag gegen 8 Uhr gelungen sei, Tvd Nach einer Danksagung für die Gastfreundschaft nossenschasten und ihren Mitgliedern, die durch'<- jü' dewfeitlütereiftetnJahreinjenemünglllcklichen^ Land« wüjenden Krieg gelitten haben, sein auf richtiges Mitgefühl auS.->- Dem tpanltchen Volke Recht und Frieden! Eine einstimmige Erklärung des Internationalen Genossenschaftskongresses weiterer Regelung 11ndex der Nahrung»- und Genußmittel verzeich- Sette« .Sozialdemokrat" Nr. 2^ IraALkZeltM- Arbeitsunfall. Gestern mittags wurde der 27« jährige Eiseniahnangestellie Friedrich Felix aus Kalin ins Krankenhau» auf der Bulovka gebracht, da ihm der rechte Fuß von einem Eisenbahnzug zerdrückt"worden war. Felix war zwischen zwei Weiche» getreten und hatte den Fuß eingeklemmt, so daß er, ohne sich Helsen zu können, aufeben mutzte, wie der herankommende Zug seinen Futz überfuhr. Syrischer Kaufmann ans der Mess« bestohlen. Dieser Tage entwendete ein unbekannter Täter dem Kaufmann Mar Ncidjarev aus Beirut in Ehrten drei Päckchen mit Kunstgegenständen— Basen, Bildern u. dgl.— aus seinem Auto, das er vor dem Messepalast hatte stehen lassen. Der vorgestern al» "Täter verhaftete 88jährige Chauffeur Georg M ä- nek aus Bubentsch muhte vorerst aus Mangel an Beweisen wi^er freigelassen werden; gestern gelang er jedoch, den gestohlenen Sachen aus die Spur zu kommen, die er einigen Kellnern in einem Altstädter Gasthaus verlaust hatte. Mänek wurde abermals verhaftet, gestand auch, behauptete jedoch die restlichen Gegenstände— eine chinesische Base, eine kleine Statue uiü> einen" Elefanten aus Porzellan— die er nicht habe verkaufen können, in die Moldau geworfen zu haben: doch wurden auch diese Gegenstände bes einem Händler in Prag I gesunden, der ebenfalls verhaftet wurde. Strassenbahn überfährt Milchfuhrwerk. Bor dem Hause Nr. 885 in der Fügnerstraße in Lieben stietz gestern nachmittags ein Straßenbahnwagen der l4er- Linie gegen das Milchfuhrwerk der Kutschers Anton R o r e S. Kore» wurde zu Boden geworfen und erlitt schwere innere Verletzungen. Er wurde ins Krankenhaus auf der Bulovka gebracht. Eine Reihe Milchkannen wurde auSgeschütiet. AuSslugSzüge der StaatSbahnen. Bom 18. bis 25. September in die Hohe Tatra K£ 580.—, vom 25. bis 28. September ins Adlergebirge K£ 195.— sowie in die Böhmische Schweiz Xi 185.—, vom 26. bis 28. September in die Beskiden Xi 210.—. am 26. September zum Masaryk-Rjng XL 104.—. Anmeldungen und Informationen im. Basar neben dem Willgnbahnhof, Telephon 888—85. DK Einschreibungen in die Kurse her tschechischen, slowakischen, deutschen, französischen und englischen Stenographie des ersten Prager tschechoslowakischen Stenographenverein» finden täglich von 8 bis 19 Uhr in der Stenographenzentrale in Prag l., NC 100, Palais Sia, Telephon Nr. 61952 statt. Die Kurse werden am 1. Oktober beginnen und es werden in jeder Sprache Abteilungen für Anfänger und Fortgeschrittene, sowie für Kanzlei- und Kammerslenographie nach dem System Herout Mi- kulik und Gabelsberger, dii englische Abteilung nach dem System Pitman eröffnet werden. Der Regiebeitrag beträgt 12 Xi monatlich pro Kurs. Kunst und WU&en Die„Cobla Barcelona" kommt . In die Tschechoslowakei Der Ausfchutz der Freunde des demokratischen Spanien veranstaltet zugunsten der evakuierten spanischen Kinder und Frauen am 15., 16. und 17. 'September im Prager Theater Barikie drei Abende spanischer Volkskunst. mit dem berühmten katalani-" scheu Orchester der„Cobla Barcelona" und seinen Solisten.. .Der Titel„Cobla" ist alten Ursprungs und bezeichnet in Katalanien ein kleines Orchester, dessen Mitglieder auf ihren alten nationalen Instrumenten spielen. In erster Reihe steht das„Flaviol", eine kleine Flöte; der Musiker, der sie bläst, schlägt gleichzeitig eine kleine Trommel. Awei„Tiplcs" sind ferner, dabei, älteste katalanische Instrumente in der Form kleiner Schalmeien mit den Klappen einer Klarinette,, zwei„TanorS", tiestönende grotze Schalmeien, die bei der Cobla hie Rolle der Klarinette und des Cellos spielen und melodiesührend sind. Weiter gibt er noch zwei„FliscornS", zwei Trompeten und einen Kontrabatz. In Katalqnien haben jede. Stadt und jedes Dorf ihre'„Cobla", die an Sonn- und Feiertagen und am Feierabend auf. dem Marktplatz musiziert. Die Melodien, von denen dokumentarische Belege bis ans da» Jahr 1088 zurückreichen, gehören zu. den ältesten Volksliedern der Welt. Die Cobla spielt— er bildet sich ein Kreis. Niemand, widersteht den Klängen der Saradane. Er tanzt"die Senorita, der Bauer, der Arbeiter, alle vereinigt der Zauber dieser Melodien. Dieser Tanz gehört allen, er ist eine"uralte katalanische Leidenschaft. Die„Cobla"Barcelona", im Jähre 1900 gegründet, unternimmt derzeit. eine Tournta durch Europa: 50 Konzerte in Frankreich, ebensoviel« in Belgien und Lupemburg. Nach dem Präger'Auftreten findet die tschechoslowokische Tournöe statt, woraus da» Ensemble nach der Schweiz" reift und Ende Oktober die Uebersahrt nach Amerika antritt. Kausch, Datz die Kleine Bühne gleich zu Anfang dieser Spielzeit auch der Literatur gerecht zu werden sich bemüht, indem sie August Strindberg» „Rausch" herausbrachte, ist lobenswert. Aber ich wage die Bermutung auszusprechen, datz— selbstverständlich nach ein paar Wiederholungen dieser Vorstellung— nun wiederum mindestens ein Dutzend Jahre vergehen werden, ehe man sich dieser Komödie neuerdings annehmen wird. ES ist nämlich erstaunlich kund vielleicht auch erschreckend), wie rasch und. wie radikal"gerade auch dieser"Strindberg sich grotzteilr verbraucht hat. Schon vor einem Dierteljährhundert unterlag die individualistische Problemstellung und -gestältung de». Strindberg'schen Dramas dem Druck starken Allgemein-Erlebens und der sozialen Mas- senfragen. Heute vollends, im überwältigenden Weltgeschehen, da Gewalt und Sittlichkeit im Leben der- Staaten und Nationen gigantisch und furchterregend miteinander ringen, kann, die Art, mit der Strindberg individuelle Probleme einer liebenden, im Rausch der Erfolgs sich vergessenden, von seinem Gewissen gehetzten Schriftstellers behandelt, unser Herz und Hirn nicht mehr erschließen.. Doch fast möchte ich hoffen, datz nicht alle, die diesen kaltkn „Rausch" miterlebten, von ihm so geradezu peinlich nüchtern gelassen wurden. Vielleicht gibt e» doch noch welche, die als mystisch empfanden, was den Nüchternen als uninteressante Konstruktion berührte, und die tatsächlich Religion und Gott zu ahnen vermochten, wo die Fülle der'Salbung nicht einmal gute» Theater für mich war. Sofern« sich da. Furcht und Mitleid offenbaren. scheinen es mir die Furcht vor dem Schritt ins fast Kitschige, und Mitleid' mit Künstlern zu sein, die auf langen Strecken der Dialoge selber durchaus nicht die Gedanken und Gefühle des Autor» mitzuerleben imstande find— was aber nicht gegen die Künstler spricht. Gewiß ragt hie und da eine vackende dramatische Szene in die mätzig anaeheizle Theaierlust, gewiß auch fallen Worte und gibt e» Erkenntnisse, die das Andenken Strindberg» de» Dichter» restaurieren:...Es ist.unheimlich, zu leben"— heute mehr denn je;'uiid„um vergessen zu können, mutz man selber der Vergebung bedürfen". Aber vieler andere wirkt gewissermaßen theater-historisch. Ein Lichtpunkt der A r b e i t e r, der gerade, ehrlich denkende und taktvoll handelnde, der sehr gut versteht, datz und warum die anderen sich guälen. der aber eine Vorahnung der Dichters von ganz anderen Problemen ist— und von der Reinigung, die von unten auf zu besorgen ist. Der Regie GellnerS möchte ich vor allem nachrühmen, datz fie diese Figur de» Arbeiter» klar und lapidar hinauSgestellt hat und fürsie Herrn Trabauer fand, der damit die Eignung zu grötzeren Aufgaben erwies. Auch die Besetzung de» Adolphe mit Schmerze.»reich ist. absolut glücklich: insbesondere die Verzicht-Szene ward von ihm ausgezeichnet gespielt. Dagegen erscheint mir die Besetzung der problematischen Hauptfiguren recht problematisch ausgefallen zu sein. Herr Klippel wirft, Port,, wo er zupacke», und.lo-gehen.kann; im übrigen wir» durch ihn sowohl die Gestalt'de» Maurice. al» auch überhaupt die ganze Atmosphäre simplifiziert; anstatt zu drücken, explodiert sie; und anstatt de» Wahn» stellt sich Weinerlichkeit«in. Dolores Moncasi Weitz von Anfang ml zu intereffieren; aber viele» gerät nicht ganz echt; eine Doktorfrage, ob und wieweit da Grenzen ihkt» Können» oder aber der Strindberg'schW Wirkungsmöglichkeit für heute vorliegen. Sehr^emdrucksvoll gestaltet MarionWünfche die verlassene Frau und unglückliche Mutier; Lotte Stein al» Madame Cathtpine, Padlesak al» Kommissär, Stabiler al» Detektiv zeichnen gute Episoden. Herp. C o st a fand sich mit dem Abbk. der ihm nicht gerade auf den Leib geschrieben ist. anständig ab.— Das Publikum nahm das. Werk und dje Aufführung respektvoll entgegen. I-, O. Splelplan-Entwurf des Deutschen Theaters Für die heurige Spielzeit ist vorläufig folgende» Programm in Aussicht genommen: Oper: Novitäten: R. Strauß: Arabella, Ostriil: Hansen- Königreich, Jacques Mert: Der König von gvetot, Verdi: Sizilianische Vesper. Jar. Weinberger: Wallenstein, Monteverdi: Orfeo, Kienek: Karl V.(Uraufführung).— Neueinstudierungen: Bizet: Carmen, Weber-Mahler: Oberon, N. Wagner: Die Meistersinger von Nürnberg, Tristan und Isolde, Der Ring de». Nibelungen, R. Straub: Ariadne auf Naxo», Humperdinck: Hänsel und Gretel, Mozart: Don Giovanni, Die Entführung au» dem Serail, Smetana: Dalibor, Adam:. König für einen Tag, Rossini: Wilhelm Tell, Marschner: Han» Helling. Operette: Offenbach: Pariser Leben," Einakter-Abend, Jone»: Geisha, Job. Strauß: Wiener Blut, Der Zigeunerbaron, Sullivan: Die Piraten, Lehiir: Da» Fürstenkind,. Benatzky: Herzen im Schnee, Pariserinnen, Beer: Polnische Hochzeit, Grün': Madame san» Gene usw. Schauspiel:: Shakespeare: Hamlet, Heinrich IV.)(1. und 2. Teil an einem Abend),. Matz für Matz, Schiller: Don Carlo», Kabale und Liebe, Grillparzer: Weh dem, der lügt," Moreto: Donna Diana(mit Musik von Steinbrecher),, Nestroy: Einen. Jux will er sich machen, Anzengruber: Da» vierte Gebot, Ibsen: Nora, Die Stützen der Gesellschaft, Tolstöj-Guiraudj, Anna Karinina, Strindberg:' Rausch(zum 25» Todestag), Königin Christine, Wedekind: Liebestrank, G. Hauptmann: Die Weber,(zum 75. Geburtstag), Gorki: Nachtasyl, von HoffmannSthal: Der. Schwierige, Shaw: Anorollu» und der Löwe, Cäsar und Cleopatra, Capek: Die weiße Krankheit,, Beane»;, Rovlna,. Nathanson: Sommer, Billinger: Sozialversicherung^* Briefkasten M. S. Sie geben an, daß Sie während der fünf Wochen de» vergangenen Monat» im Akkordlohn- Insgesamt Xö 578.75- verdient haben und daß Ihnen die Krankenversicherungsanstalt trotzdem da»- Krankengeld nur nach der vierten Klasse gewährt. ES ist richtig, datz der angeführt« Verdienst der fünften Klasse entspricht, Anspruch nach dieser Klaffe haben Sie jedoch nur, wenn für Ihre Einreihung im. September die Verdienste vom August maßgebend sind. Wenn zwischen Ihrem Arbeitgeber und der Krankenversicherungsanstalt ein Uebereinkommen besteht, wonach die Verdienste aus einer, anderen."Zeitperiode maßgebend sind,"ist die Einreihung in die vierte Klaffe möglicherweise richtig. Informieren Sie sich beim Obmann der VetriebSauSschuffe» und herichien Sie un» dann nochmal» I Der Gigant, v. Horväth: Da» Dorf ohne Männer, Lippi: Die Pfingstorgel, Amiel: Meine Freiheit. Böoth: Frauen, Henry Bernstein: Die Reise, Lyndon: Die Verfehlungen de» Dr. Clttterhouse, Savile und Carlton: Erinnerst du dich?, Reed: Liebesfieber, Birabeau: Pamplemouse, v. Nack: Acht Ruder im Takt., Da» neue Abonnement beginnt Sonntag, den 24. Oktober. Bom 24..bi» 81. Oktober, findet in Prag da» Mozart-Festival statt, an dem sich dq» Deutsche Theater.mit Aufführungender.Lauberflöte" und der„Entführung" beteiligen wird. Wochenspielplan de» Reuen Deutschen Theater». Sonntag 6%: Die Walküre, B 1.— Montag 7%: Da» Spitzentnch der Königin, volkstüml. Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Dienstag 8: Der Außenseiter, A 2.— Mittwoch 7)4: Carmen, B 1. — Donnerstag 8: Der Außenseiter, CI.— Freitag: Geschlossen.— Samrtag 7%: Die Czarda»- fürstin, AI.— Sonntag, 7%: Oberon, neuinszeniert, B 2. Wochenspielplan der Kleinen Bühn«. Sonntag 8: Pygmalion, volkstümliche Vorstellung.— Montag: Geschlossen!— Dienstag 8: Bei Kerzenlicht.— Mittwoch 8: Rausch.— Donnerstag 8: Bei Kerzenlicht.— Freitag 7%: Nora, Theatergemeinde de» Kulturverbande» und freier Verkauf, neuitzszeniert. — Sonntag 8: Bei Kerzenlicht. Mustk-Unkerrlcht. Adressen qualifizierter Lehrkräfte durch den Deutschen Mufik-Pädag. Verband, Prag X., Päleckeho 117, oder telephonisch Nr. »9—168 von 2 bis 4 Uhr. 4275 Der Mm« Di« ganz großen Torheiten Der Wiener Film mit P a'u laWessely sucht immer wieder zu dem Thema dßt ersteh großen Erfolges(der.Maskerade") zurückzukommen, ohne den Schwung und den feinen Hilmar dieses Filmes zu Erreichen. Diesmal spielt die Wessely«ine kleine Theaterschülerin, die aus der Provinz nach Wien kommt und am ersten Abend eine Torheit begeht: Sie verliebt sich in einen Unbekannten, den sie in einem zweifelhaften Nachtlokal kennen lernt. Nachher stellt sich heraus, daß der Fremde ihr Lehrer an der Akademie ist. Wenn man Rudolf Forster in seiner Rolle al» Routinier der Bühne und der Lebens sieht, denkt man an seine ftühere Partnerin Elisabeth Bergner, an den„Träumenden Mund" und „Ariane". Die Wessely ist grobknochiger und härter und man sieht sie eigentlich lieber als Mädel, dar den Mund am rechten-Fleck hat, denn als Schmachtende und unglücklich Verliebte. Aber sie hat auch in dieser Rolle Stellen von packender Kraft und, die Schauspielschülerin, die Parfien aus dem„Egmont" und au»..Meere» und der Liebe Wellen" spricht, zeigt die Meisterin de» Wortes. Die Nebenrollen sind in dem Film hervorragend besetzt: Gustav Waldau und Hedwig Bleibtreu spielen bezaubernd«in alt«» Ehepaar, Hilde Wagner die gescheite,.charmante Freundin de» Professor». Man sieht Han» Olden wieder und den in Prag täfig gewesenen Egon Jordan'. Im ganzen kann man sagen, daß in dem Film unter Karl Fröhlichs Regie die Detail» besser sind als der Gesamteindruck. jk. „Unsere gemeinsamen Aufgaben” sind das Tßema einer-, groDah Vmrsmmmlung die am Freitag, de» 17. Septemter, abend» 8 Uhr, im»roßen Saale de- Haudwerkerheim«-» Prag II., Smeiky 22, ftattfinden wird. In dies« Versammlung, deren Veranstalter.alle deutschen sozialistischen Organisationen Prag» sind, wird der Vesirk-dertrauen-mäch»' Er n st Pa« l" über die Herbst- und Winterarteit sprechen. Die Mitglied« all« Organisationen werden um bestimmte- und pünktliche- Erschein«» ersucht. IIMwip H Urania-Kino „Der Säg« von Fall" nach dem besten Ganghofer-Roman, mit Paul Richt«.— Ab Freitag, dien'" 17. September, Gastspiel Meloparodisten. GIBIAN «nwLaniooka Portable-Schreib- maschine. Aelteite Tradition— Mimte Errungenschaften, Anschlagregler, Typenkorbumschaltang, erweiterte Tastatur, normale Walzenlange, robuste Konstruktion usw. GIBIAN 4 Co., Frag II., SttpdnsM 32 leeOM Ma wir eia PrcspeM des seeea NJUUt-■■■■■. Deutsche Bolvtstnggemeinde, Prag. Dienstag, den 14. September, Beginn der Gesangsproben. Frauen: T, Uhr abend», Männer: 8 Uhr abend». Mitteilungen aus dem Publikum. Mineral-Moorbäder im Haufe und zu jeder Jahre»,eiti Die segensreiche WirWig von Moorbädern bei vielen Leiden haben schon die Mensch«» früherer Jahrhunderte erkannt; die Heilkraft und die speziellen Wirkungen sind natürlich bei den einzelne» Mooren verschieden. Einer der höchstwertigsten Moore in medizinisch« Hinsicht ist da» Sooser Moor bei FranzenSbad. Die Moorerde ist hi« innig durchdrungen von mineralischen Substanzen. Unzählige alkalische, glaubersalzhaltige"Eisensäuerlinge durchziehen die auSgedehnien-ploorlager und e» entstehen unaufhörlich chemische Wechselwirkungen, deren Endprodukte für den Menschen wahren Heilbalsäm ergeben. Hunderte von medizinischen Gutachten bezeu- gen die Heilkraft von Mdttoni'S Moorsalz und Möör- kauge. Besonders Mattoni'S Moorsalz, daj seit über 40 Jahren in hervorragenden Kliniken und in der Privatpraris in, seiner Heilkraft erprobt ist, hat alle ähnlichen Produkte in den Hintergrund gedrängt. Mattoni'S Moörsalz und Moorlauge(Schutzmarke: Eule mit Brille) haben tausend und abertautzssd Leidenden, die sich zur Wiedergenesung eine Badereis», nicht gestatten konnten, Hilfe gebracht; auch für Nach» kuren eignen sich diese Produkte ganz vortrefflich. Hervorragende ärztliche Kapazitäten empfehlen Mattoni'S Moorprodukte bei chronischen UnierleibS- erkrankungen, Gicht, Rheumatismus, Jschsa», bei verschiedenen Frauenleiden und Skrofulose. Bäder mit Mattoni'S Moorextrakten verleihen neue Gesundheit. und Jugend. Auskünfte durch Heinrich Maitoni A.-G., Gießhübl-Sauerbrunn.. Filme In Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino:„Der Jäger von-Fall."(D.)— Adria:„Nancy Steele wird vermißt."Mck,7--— Praha::,Der de» liebte Feind." ,(tü) Radio:„Das Frauenparadies."(D:)—• Staut: i„Bulldog Drummond."(A.),— Svitozor:„Die ganz großen, Tor- heiten."