Aeutralorga» der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiteryarteifin der-Tschechoslowakischen Republik Erscheint Mit«uonahme de»«outag tSglich früh/ Eiuzeiprei» 70-eiter Redaktion und Verwaltung. Prag XL, Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber.-SiegfriedTaub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Aus dem Inhalt: Heute Ueberführung nach Prag Staatsbegräbnis Dienstag vormittags Die Kammern für Montag einberufen Die Aufbahrung in Läny Die Arbeitslosigkeit in den deutschen Gebieten Böhmens 17. Jahrgang Donnerstag, 16. September 1W7 Nr. 218 ^Masaryk-das ist die Tschechoslowakei“ Dank an Masaryk Von Minister Dr. Ludwig Czcch Vermächtnis und Verpflichtung Die Kundgebung Milan Hodias im Ministerrat In der Tranerveesamuilnng des Minifter- rateS am Mittwoch, den 15. September 1987, führte der Vorsitzende der Regierung Dr. Mi- land Hob ja u. a. ans: „Indem ich diese Sitzung der MinisterrateS beginne, bitte ich, wir-mögen in diesen Augenblicken trachten, in mir den Schmerz über den-Verlust dieser teuersten und besten, was die Republik batte, zu unterdrücken.— Rein, wir baben keine Ursache uns zu schämen, und wir schämen uns auch unserer Rührung' nicht.— Ein jeder von uns hat seine unver- getzliche Erinnerung an den, der unr jetzt dahinge« gangen ist und wird sie mit sich da» ganz« Leben hindurch tragen. Und doch bitte ich, die Trauer zu überwinden, damit wir in diesem Augenblick mit allem unserem Fühlen einzig und allein unseren Dirnk und einzig und allein unsere Huldigung zum Ausdruck bringen. Drei Jahre kämpfte er mit dem Lode. Rur der allerhärteste aller harten Kämpfer konnte seinen Kampf gegen dar Gesetz der Natur mit solcher Hartnäckigkeit führen. Drei Jahre, und die» noch dazu an der äußersten Grenze de» Menschenalter». Auch seine Gefährten haben er verstanden, der Willkür der Todes zu trotzen— aber sie waren alle jünger gewesen. Er waren starke Menschin, die an der Spitze der Generation standen, die diesen Staat errichtet hat. Ihr. Kampf wurde.in dem. Bewußtsein geführt, daß -dis'Auferstehung der Nation nur mit übermenschlichen-Anstregungen all« geistigen, moralischen und aEMperiichen.Kräste erzielt, werden kann. Und Du, großer Befreier, häst sie alle überlebt, utrt diese Reihe am würdigsten abzuschließen. . Dem» der, der jetzt ausgekLmpft hetz hatte nicht seinesgleichen. Mögen die Historiker in der Geschichte der Völker noch einen suchen, dessen Lebenkweg in jeder seiner Stationen eine-so ständig ansteigende Bahn logisch verlaufender Kampfe uNd Angriffe gewesen wär«, und in einer so schwindelerregenden sittlichen und politischen Höhe und Höhe von kriegerischem Erfolg gegipfelt, hätte. ' Am Anfang stand PälacktzS denkwürdiges Wort:„So-oft wir gesiegt haben, war er mehr infolge de» geistigen Uebergewichte» als der physischen Gewalt"— und der junge Professor rief zum gei- stigen Kampfe seine ganze Äeneraiion auf, die sich so'schwer und ungern von der glanzvollen Periode d« nationalen Romantik trennt«. Dieser Kampf be- deutete die Reulvertung aller Werte der tschechoslowakischen Geschichte. Er bedeutete die Analyse, und Revision alle» dessen, was da» geistige Leben de» Volke» bisher genährt hatte. Der geistige Revolutionär zog au», um die Götzen zu stürzen. Manchmal stand er auch allein, aber dann wieder standen viele der Besten,unsue» Geschlechte»' neben ihm. Im ganzen Volke erwuchs eine neue Gedankenwelt. Mit der kämpferischen Demokratie breitete sich der Begriff d« Ration auf immer weiter« Gesellschaftrschichten aus. Mit.frischem sozialen Inhalt bereicherte.sich die nationale Idee. Und zugleich auch die Politik-And -nun mögen einige Stationen 4e» politischen Kamp« stj»-folgen:-.der Zagreber Prozeß:- FriÄjung, Aerrnthal. ES ist"' eine■ sittliche,- später g e i ft i g e Revolte, ab« sie führt zu ein«. p-vl'i'.t>-is.ch e n:R e v o b-t e. Und. dann schon ICmMeÜlb bis zu schwindelnden Höhen. Eine». Tages geht ein.Profefförüber die Grenze mW mit iihßr vcrläßt.das. alte Reich:|etn historisches Glück. -Dem- oft«». Kaisertum.: und den. Labsburgern erklärt ein.»euer Feind den Krieg, ei» einzelner Mann gegenÄnjährhunderte alter System. Wie wird der .Professor-mit-feiiien geistigen- Waffen, di«. Hindernisse bewältigen? Ruhig,-seiner'Wahrheit bewußt/ geht er weiter,.Wird dieser Mann der Humanitätsideale auch nach den.Waffen von Eisen und'Stahl greifen?. Wenn das. HumanitätSfdeal angegriffen wurde, ist eS eineselbstverständliche Pflicht, e»' auch mit.EIseü üjid'Stahl zü'berteidigen. Aus dein Bro» Mör Ist. schon längst ein Staatsmann,' ein-'FÜbr« ' geivördcii,' auch der F ü h r e-'r'fd e t Leg i o» n e n.- Darin gerade ist die- Tschechoflowakei''stärk/ daß sic c» versteht, ihre bei dein- T r a d i t tonen> iNn«i>i«r. großen^ Harmonie:.' zu-vereinigen/ Einerseits-di«, welche uns die humanitären Tyi- dcnzc» Überliefert,- und andererseits diejeiüge, die den.-Nameu ZW'trägt:..Run führt' sein Weg.«yr noch.übcr.Höhen. ZuNächst, Chicago, aber dann schon WäslpNgton^WMnWn.der-HeiMät ist das Volk sich ' selber i'reufgehliepen.»Richiif-'wär' selbstverständlicher, al« die Kundgebung Dr. Kramäk» in der Nationalversammlung vom iS. November, in welcher unter dem Aubel.aller-zum Präsidenten der. Republik auch fonnell derscnige gewählt wurde,- der eS de. faetb. eigentlichnschönvor dies« Wahl gewesen war- Und dann der Gipfelpunkt und dar Ziel der wunderbaren Laufbahn— am 20. Dezember reist der Präsident.in seine Republik und fährt in seine Residenz ein, der Sohn eine» Arbeiters in die Burg der böhmischen Könige, aber auch in die Burg ausländischer Kaiser und Fürsten, bei denen der eigene gute, teuere Bat« Kutscher gewesen tvar. Die» ist eigentlich in Kürze die Aenderuug de» Systems in Mitteleuropa. Wie dankbckr sind wir ihm für seine innere Entwicklung vom Humanismus zum Heereskomman- dantcn, wie- deutbar find wir ihm für die Opferwilligkeit, mit welcher sich dieser demokrattsche Ideologe ter demokratischen Praxi» angepaßt hat. Die tfchechoslowak Ische Demokratie mußte, wenn fie sich selbst gegen die negativistischen PendelauSschläge ihrer eigenen Angehörigen sichern wollte, sich selbst strenge Disziplin äuferlegen. Aber drohten der tschechoslowakischen Konsolidierung nicht noch ärgere Klippen? Wen von unS hätte nicht seinerzeit die Befürchtung beschäftigt, wb unsere erneuerte Staatlichkeit den historischen Konflikt um di« Religion wird auSgleichen können? Wa» sollte mit uns in der Republik geschehen, wenn-ihr Volk durch«inen Kulturkampf zerrüttet würde? Ein« konstruktive Demokratie, wie c» die tschechoslowakische ist, bedeutet auch Gewissensfreiheit. Und darum siegte sie in der Tschechoslowakei über, den Kulturkampf- Doch' wird eS«ine dankbare Aufgabe für die Historiker sein festzustellen,, wie Masaryk» Gottesbegriff auf. unsere Gläubigen und Ungläubigen eingetoirkt hat. Masaryk kann von keiner gedanklichen Richtung oder von'keiner gesellschaftlichen oder politischen Grupp« expropriiert werden. Sein geschloffene», ideelles Gebilde enthält Werte aller schöpferischen Kräfte unseres Volkes. Mit welcher Feinheit und Festigkeit zugleich schafft er seine Synthese zwischen Rationalismus und der internationalen Stellungnahme. Er wertet die Demokratie als Diskussion, aber verlangt gleichzeitig von ihr Disziplin. Er lehnt Pedanten und Schulmeister ab, indem er die Vernunft stets mit der nüchternen Wirklichkeit verbindet. Niemand von uns kann sich dem Gefühl erwehren, daß Masaryk, obzwar er so sehr eigenartig ist, auch einer der Ünsrigen ist, daß. er von allen nationalen und. geistigen Komponenten etwa» besitzt. Masaryk, das find wir. Masaryk das bedeutet die Tschechoslowakei. E» kann auch nicht anders sein. Die schöpferische und repräsentative Persönlichkeit' bringt die Idee ihre» Volke»' in Harmonie mit den ideellen Strömungen, in denen sich der Kamps um die gemeinsamen Werte der.Menschheit widerspiegelt. , Welch' ein Glück, zur Zeit de» Umbruch» Europas einen Masaryk an der Spitze zu haben!, Masaryk war em Pfeiler der geistigen Brücke»wische» Ost»nd West»nd auch der geistige Bermittler zwischen zwei Kulturen, die heute jn Mitteleuropa nebeneinander wachsen,, ein Bermittler zwischen der deutsch e»»nd der slawische«Kultur, Wie werde» wohl diese zwei Welte»' neben einander! ans die Geschichte der Zivilisation und der Menschheit einwirken? Da» ist der heikelste Sektor der Geistigkeit unserer Zeit«nd der Zivilisation. Obzwar da» Gepräge Masaryks im Grunde angelsächsisch war, wurde er doch zu einem von den verläßlichste» Faktoren der Ruhe und der ruhigen, schäpferischen Zusammenarbeit zwischen der dentschen»nd der slawischen Kulturwelt. Es liegt in unserem eigenen Int r,r esse, daß wir uns d i e s e r Aufgabe bewußt werden. Bor drei Jahren meldete fiih bei Masaryk zuni erstcnmale das unerbittliche Naturgesetz. Für Ä!a- saryk war der Gedanke unerträglich, daß'seine Republik an ihrer Spitze einen 85 Jahre alten Präsidenten haben-sollte, dessen Gesundheit ernst erschüttert ist. Unter allen Staatsoberhäuptern der Welt war Masaryk der einzige, der sich erlauben konnte zu sagen:.So Gott will, werde ich Euch noch eine Weile zusehen, wie Ihr e» macht." Wir verstanden ihn alle. Wir all«, da» ganze Volk der Republik, standen nunvorterPrüfung, ob wir es vermögen in unserer Oeffentlichkeit, die so ost zum äußersten Individualismus neigt, die national. Disziplin wahren können, und zwar zu einer Zeit, welche auf lange Sicht und gerade für die kritischen Jahre über die tschechoslowakische Fähigkeit und Kraft zu einer andauernden polittschen Zusammenarbeit, entscheiden sollte.' Diese Prüfung haben wir g u t b e st a n d« n. Solange Präsident Masaryk noch die Burg bewohsite und-schwer krank, war, kombinierten unsere Widersacher naiverweise, daß«ine».Tage» dieser große Tod uns er- r-ichev.wird und daß. kein eisiger Ate« die.Ernte der tschechoslowakischen Selbständigkeit und Demokratie'vernichten wird. Vor dem Leichnam de» größten: siegreiche» Kämpfers für die. tschechoslowakischen Ideale und eine» von den wenigen anerkannten, in- teliektuellen Führern und sittlichen. Autoritäten der Weltdemokratie übernehmen wir vorrtziserem Gewissen und vor unserer Geschichte die Verpflichtung, .daß wir uns alle noch enger»Mammenschließen. Die Hand, welche Zwietracht aüssäen wollte, wollen wir rücksichtslos Niederschlagens Wir übernehmen die Verpflichtung, die sittliche Sendung unseres Volkes und unseres Staates zu erfüllen, auf daß in unserer Republik di«Demokratie als Organisation der nationalen»nd sozialen Gerech- tigkeit b e st e h e n bl ei b r. Wir wollen stets aus unseren moralischen und politische» Werten zu ÄN ewigen Äiuern der Menschheit reichlich beitragen. Möge unser Beitrag bewirken, daß wir' stets ein gleichwertiges, geachtetes und unentbehrliches Glied in der Gemeinschaft der Völker, die guten Willens sind, bleiben. Fehlt üsis auch Masaryk, wird die Anspornung der Kräfte unseres ganzen Volkes um so mächtig« sein, den» wir haben den eisernen Willen, in NNs«e Positionen diejenige politische Und moralische Stärke' zu behalten, welche un» die Welt zNerkqnntr, die Welt, welche«nS nach Thomas Ä.arrigue Masaryk bewertete., Dieser unserer Pflicht werden wir niemals u n tr e n 'werden. Die Aufbahrung T. G. Masaryks in Umy In der Trauerkundgcbung des Vorstandes der deutschen sozialdemokratische» Partei hielt, wie wir bereit» gestern kurz mitgeteilt haben, deren Vorsitzender Minister Dr. Czcch eine Rede, in der u u. a. auSführte: T. G. Masaryk, der die Fundamente unserer Republik gelegt und sie zum festesten Bollwerke der Demokratie gemacht hat, gab uns darüber hinaus nicht nur ein geivaltigcs geistiges Gedankengut, daS unsterblich ist und viele Generationen überdauern wird, sondern er war uns auch die Verkörperung des edelsten Menschentums, das nicht bloß gefühlsmäßig, sondern von brennendem Tatendrang, Yon leidenschaftlichstem Mitten beseelt war. Er gab uns aber auch sein goldenes Herz, das allen Leidenden und Schtvachen gehörte und aus dessen gewaltigem Borne alle- Mühseligen und Beladenen und auch die Arbeiterklasse in reichstem Matze zu schöpfen vermochte. War e r eS doch, der immer und immer wieder betonte, datz die bloße Demokratie allein nicht genüge und daß sie sozial und wirtschaftlich unter, mauert sein müsse. Und darum schlug er sich, so oft grosse Schicksalsfragen der Arbeiterklasse zur Verhandlung standen, immer und immer wieder bedenkenlos an die Seite der Arbeiter,-zu denen er, der schon in jungen Jahren am Schraubstock stand, sich immer und immer zugezogen fühlte. . Hier eine kleine Probe. Ich habe einen Brief vor mir, den T. G. Masaryk im Jahre 1.899,. also vor 88 Jahren an den„Volkrsreund" schrieb,'als ich ihn-darum ersuchte. Monatelang kämpfte» die Brünner Textilarbeiter um den Zehnstundentag und mutzten schließlich zum Streik greifen, dessen Führung damals unter anderen auch Viktor Adler inne hatte. Mit geradezu unerhörter Zähigkeit warfen sich ihnen die Brünner. Industriellen entgegen. Der damalige Professor T. G. Masaryk. dessen Name schon zn jener Zeit überall den besten Klang besaß und dessen Wahrheitsliebe und Gerechtigkeitssinn schon damals die härtesten Proben bestanden hatte, zögerte keinen Augenblick, sich in diesem erbitterten Kampfe bedingungslos an die Seite der Arbeiter zu stellen. Jn diesem Schreiben, zu dessen Berösfe'nt- lichung er ohne Zögern die Zustimmung gab, erklärte er sich— man bedenke: im Jahre 1890— für den Achtstundentag und erblickte— wie er sagte— in der Forderung der Streikenden nach dem Zehustundentag nur eine geringe Abschlagszahlung. In einer packenden Auseinandersetzung mit den Industriellen verwies er-— 1899!— auf die großen Fortschritte des Maschinenwesens auf dem Gebiete der Textilindustrie und ries den Unternehmern zu:„Die Fortschritte der Technik allein genügen nicht. Auch die Arbeiterschaft mutz fortschreiten und das kann sie ohne Arbeitszeitverkürzung nicht."„Mag fein"— sagte cv—, „daß die Unternehmer für eine kurze Zeit Opfer bringen müssen/ aber diese Opfer werden gewiß gering sein und komme» in Anbetracht der zu ge- tvärtigenden Vorteile nicht in' Rechnung, lind wenn, so sind sie eben zur Hebung der großen Ar- beitcrmasscn notwendig."<", „Eine gesunde und moralische Arbeiterschaft"— erklärte er—„bedeutet eine gesündere und moralischere Bevölkerung überhaupt", und er schloß seinen herrlichen Brief mit den denkwürdigen Worten: „Die Befreiung der Arbeitcrmassen ist^>ie Befreiung von uns allen!" ' Und dieser Ueberzeugung Ist Präsident Masaryk immer treu geblieben. Denn er liebte die Arbeiter über alle Matzen. Er erklärte ihre Sache - immer zu der seinigen, auch wenn er. in den theoretischen> Auseinandersetzungen über, die großen Probleme der sozialistischen Lehre.und ihrer'großen.Interpreten Karl, Marx und Friedrich- Engels andere Wege ging. Aber darüber hinaus stand er mit der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung jahrzehntelang in- stetem Kontakte, wobei!er auch unserer Bewegung stets die größten Sympathien entgegenbrachte, die sich jn den neunziger Jahren— während seiner Arbeit , i» Mähren— auch noch persönlich vertieften! Und daß sich dieses Verhältnis In den Jahren feiner Präsidentschaft'noch inniger gestattete- und. daß , wir reichlich Gelegenheit hatten,' die freundschaft- lichc Zuneigung des Präsidenten, zu unserer. Bc- iwegung auch weiter zu erproben, das: wird.bei der. Seite 2 Donnerstag, 16. September 1037 Nr. 218 Erinnerung an den großen Präsidenten T. A. Masaryk immer unser Stolz bleiben. Aber wär schon der Präsident nach allen diesen Richtungen der einzigartige große Lehr« meister seines Bolles, so auch in seiner Einstellung zu den nationalen Fragen, die zu den Grund» Problemen unserer Staate» gehören. Sein Wort:„daß man sein Boll lieben könne, ohne die anderen hassen zu müssen", „daß der Kampf gegen die Deutschen bei weitem nicht so wichtig sei, als der Kampf um die Wahrheit" und daß es„unmoralisch sei, wenn sich eine Nation als Herrennation über andere Natlo» neu fühle, deren Wesen und Tharalter sie nicht verstehe", wird unvergänglich bleiben. Es sind goldene Worte, die den großen, weitblickenden Genius ins hellste Licht stellen. - /Schweren Herzens nehstien wir von T. G. Mafaryl Abschied. Wir danken ihm dafür, was er allen Böllern diese» Staates und dem Maate gegeben hat. Wir'danken ihm auch.daß er uns in Eduard Bene» eigen Nachfolger gab, der die Ideen des Meister» in sich ausgenommen hat, getreulich bewahrt und in- seinem Geiste fortwirlt. Wir danken ihm aber auch, daß er die Sache der Arbeiter geliebt, über sie stets die schützende Hand gehalten und sich jederzeit offen zu ihnen bekannt hat. In dem Ehrenbuche des Sozialismus wird der Name Masaryk den kommenden Geschlechtern als herrliche» Symbol de» wahren Menschentums, der fanatischen Wahrheitsliebe,' de» heroischen Mute» zur Tat und der Liebe zu den Schivachen und Bedrückten stet» voranleuchten. Auf dem Katafalk liegt im offenen Sarge der tote Präsident.- Er trägt seinen m e ttanzu g, den er am-liebsten trug, seinen dünlelbtminen, bis zum Hals« geschloffenen Rock, hellere ReiMsenund gelbe hohe Reitschuhe. Au seiner linken Hand liegt tm Sarg seine Kappe, verziert mit einer»schmalen rot-weiß-blauen Schleife. 4 RingS-um den Leichnam sind Rosen, viele Nelken und Thymiänsträuß» chen der Familienmitglieder verstreut.'Die Lampen umstrahlen mit ihrem Lichte das Haupt de» Verewigten, welches auf einem mit einem weißen Linnen bezogenen dunkelgrauen/Polster ruht. Der Sarg ist sehr einfach: ein schwarzer Metallsarg ohne jede Verzierung. Er ist in die Präsidentenflagge eingehüM. Darunter, ist die Staatsflagge ausgebreitet, die ebenfalls mit Blumen geziert ist. Der ganze Katafalk wird von zahlreichen Rosen, Vergißmeinnicht, Veilchen, Thymian und anderem Grün eingesäumt.. Um 0 Uhr erschienen am Sarge der Präsident der Republik Dd:. Bene» mit seiner Gemahlin sowie die Mitglieder der Familie des Verewig- ten. Sie verblieben lange Zeit am Sarge.’• Später kamen die Schloßangestellten und mit ihnen auch" die 88jährige Frau Cernä, welche eine Reihe von Jähren hindurch Wirtschafterin beim Präsidenten T. G. Masaryk gewesen war. Um 12 Uhr mittags wurde am Sarge die Ehrenwache aufgezogen: Zwei Mann in Waffen und in der Uniform der russischen Legionäre. Eine Sokol-Ehrenwache nahm beim Eingänge in den Trauersaal Ausstellung. Dann setzte bereits der Zustrom der Besucher ein, die sich vor dem toten Präsidenten verneigen wollten. Al» erste erschienen die Perkreter der tschechoslowakischen Legionärgemeinde, ihnen folgten Journalisten und die Repräsentanten de», staatlichen Pressedienstes. Die Forstangestellten des Gute» Läny erschienen geschloffen am Sarge des Präsidenten und jeder von ihnen brachte einen mit Erika durchflochtenen Reisigzweig. Es erschienen auch die Kinder der Länyer Eharlotte-Masa» rykovä-Schule, die von ihren Lehrern geleitet wurden, und nach ihnen die Einwohner von Läny und die Bevölkerung au» der nächsten Umgebung. lieber 4000 Beileidstelegramme Bi» Mittwoch 12 Uhr mittags trafen insgesamt mehr als 4000 an die Familie des Präsidenten Masaryk, den Präsidenten der Republik Dr. Benes und die Regierung adressierte Beileidstelegramme ein. * so Prozent Fahrpreisermäßigung nach Prag Das Eisenbahnministerium gewährt auS Anlaß der Beisetzung Masaryk» zur Fahrt nach Prag von allen Stationen an» eine bOprozen- tige Fahrpreisermäßigung für Personen-, auf Entfernungen über ISO Kilometer auch für Eil- und Schnellzüge. Die für die Hinfahrt voll te- zahlte Fahrkarte wird auch für die Rückfahrt gelten. Die Fahrt nach Prag'kann von den slowakischen und karpathornssischen Stationen ad Freitag, den 17. d. M. um 18 Uhr, von den mährische» und böhmischen Stationen ad SamStag, den 18. d. M„ angetreten«erden; letzter Termin für de» Antritt der Hinfahrt ist Montag 12 Uhr mittag». Die Rückreise muß spätesten» Donnerstag, den 23. d. M., bis 24 Uhr angetreten werden. Löon Blum kommt zum Begräbnis Aus demrAuSland.Mrd eine Rrihe von Delegationen befreundeter Staaten an dem Leichenbegängnis MasarykS-Meltstehmen. Der Führer her französischen Delegation wird MinisterpMi- dent-Stellvertretcr Leon Blüm sein.^det mit einigen weiteren Mitgliedern der Regierung, dem ehemaligen GenecalstabSchef Mittelhauser und dem Rekwr Tharletty der Pariser Universität nach Prag kommen wird. R u m ä n i e n wird durch Ministerpräsidenten TätareSeu, einen Vertreter des König», die Vorsitzenden beider Kammern und zwei Generale'vertreten sein. An der Spitze der jugoslawischen Delegation wird Ministerpräsident Dr, Stojadinoviä stehen. Montag Trauersitzungen der beiden Kammern Sn eiltet gemeinsamen Sitzung Kr Präsidien der beiden Häuser der Nationalversammlung hielt Mittwoch der Vorsitzende M af y- p etc eine Gedenkrede für Mgsaryk. Dann wurde« die Dispositionen für eine Trauersttzung der beiden Kammern sowie für die Teilnahme der Mitglieder der Nationalversammlung an den Be> gräbniöfeierlichkeiten getroffen. Die- Trauersitzungen werden am Vortag der Leichenfeier, also am Montag, de» 20. d. M-, stattfinden. Die Parlamentssitzung ist für halb 3 Uhr, die Senat»» sttzung für halb 4 Uhr angesetzt., Unsere Genossenschaften kondolieren Die Vertreter unserer genossenschaftlichen Zentralorganisationen haben aus Anlaß des Ablebens des Präsidenten Masaryk an den Präsidenten Dr. Benes folgendes Telegramm gerichtet: „Der Vorstand de» verbände» deutscher WirtschaftSgenoffenschaften und der Vorstand de» Gec-Aerbande» haben mit tiefer Trauer die Kunde vom Ableben de» Präsident Befreier» T. G. Masaryk vernommen. Al» Vertreter der deutsche» verbraucherorgauisatione» diese» Lande» gebe« wir- unserer.Uesen Anteilnahme an dem schmerzlichen Verlust Ausdruck, de» der Staat und seine Rationen erlitten hab«. Da» mutige Wirke» T. G. Masaryk» al» Wegbereiter der Völkerverständigung und al» Vorkämpfer für die politischen Ideale der Demokratie und der Freiheit sichern ihm bei alle» aufrechten Bürgern der Republik, so auch lei un» deutschen Genossenschaftern, für immer Lerehnmg, Dankbarkeit und unauslöschliche» Angedenken. verband deutscher WirtschaftSgenoffenschaften: Schreier, Fischer. *■-> Gec-Lerband:" Schalek, Kreisky." Telegramme ähnlichen Inhaltes wurden von den genossenschaftlichen Betbänden an den Gesandten Jan Masaryk und an das Ministerratspräsidium geschickt. Vorzeitige Rückkehr Syrovys von den französischen Manöver« Pari». Der Generalinspektor der tschechoflo- wakischen Wehrmacht, Armeegeneral S Y r o vH, und General Fancher hüben ihre Teilnahme an den französischen Heeresmanövern abgebrochen und kehren mit dem Schnellzug nach Prag zurück, um anden Vorbereitungen zum Begräbnis des i Präsident-Befreiers teilzunehmen. Heute Ueberführuns nach Präs Dienstag Staatsbegräbnis und Beisetzung In Uny Prag. Das Begräbnis des Prä stdent-Befreiers findet, wie definitiv festgesetzt wurde, Dienstag, den 21. September, vormittags vom erste« Hof der P r a g e r Burg aus auf de« Wilsonbahnhof statt, wo die Aow mationen der tschechoslowakische« Wehrmacht vor dem Sarge ihres ersten Oberbefehlshabers defilieren werde n. Vom Wilsonbahnhof werde« die sterblichen llebeereste des Verstorbenen nach Läny übergeführt und auf dem dortigen kleinen Friedhof beigesetzt werden. An dem Begräbnis in Läny wird nur der engste Preis offizieller Düste teilnehmen. Die Lleberführung der Leiche von Läny«ach Prag wird heute, Donnerstag, in den späten Nachmittagsstunde« erfolge«. Im Pletniksaal der Die Bergleute aller Kladnoer Gruben stellen .am Tage der lleberführung der sterblichen Hülle T. G. Masaryts nach Prag die Arbeit ein und werden längs des Weges, den der Trauerzug nehmen wird, Aufstellung nehmen. Die Prager Burg wird der Schauplatz deS letzten Abschieds von dem großen Toten sein. Für diesen Alt werden großzügige Vorbereitungen getroffen. Der Säulensaal PleLnikS, der durch die Mathiaspforte mit dem ersten Burghof zusammenhängt, wird in ein Kirchenschiff verwandelt, dessen Stirnfront mit Trauerflor verhüllt ist und so den Hintergrund des Katafalkes bildet, der aus ejnem Podium untergebracht sein wird. Der Säulensaal ist 20 Meter hoch und. besitzt drei übereinander gelagerte Säulengalerien, in deren'-erster' umflorte' Luster- hängen. Der Raum zwischen den einzelnen Säulen ist mit frischem Grün ausgefüllt. Die Decke de» Saales Die Aufbahrung ii Die Einbalsamierung der sterblichen Hülle des verewigten Präsidenten T. G. Masaryk wurde Mittwoch gegen 4 Uhr morgens beendet. Der Körper der Verewigten wurde in den,Sarg gelegt, der dann aus der Privatwohnung'des zweiten Stockes in das erste Stockwerk des Schlosses Läny in den sogenannten Musiksalon gebracht wurde, der zu einer Trauerkapelle umgewandelt worden war. Durch die durch schwarze Vorhänge halb verhängten Fenster dringt fahles Tageslicht tn den Prager Burg ist mit quadratischen Kupferplatten bedeckt. Inmitten der Decke befindet sich da» Staatswappen. Das Mathiastor ist zu beiden Seiten schwarz verhängt. Auf dem ersten Burghof wird eine Art Altar errichtet werden. Er werden zwei 20 Meter hohe schwarze Pilonen aufgestellt, an deren Spitzen mit Seilen schwarze Baldachine befestigt sein werden. Darunter wird ein kleiner Katafalk aufgestellt werden, auf den kurz vor dem Trauer«' alt der Sarg gestellt werden wird. Der Burgplatz wird für das Publikum Vorbehalten bleiben. Der erste Burghof ist mit einem schwarzbezogenen Holzbelag bedeckt. Auf demselben werden Sitze für die höchsten Würdenträger als Trauergäste aufgestellt werden. ‘ Die einzige Trauerkundgebung an diesem Orte wird die Rede de» Präsidenten der Republik Dr. Edvard Benes sein. i Läny Saal. T*r Saal selbst ist mit schwarzem Stoff und schwarzer Leinwand drapiert, die den ganzen Plasoud in einen Baldachin verwandelt. Nirgends sieht man eine Berzierung, bloß Palmen, Reisig und andere» Grün stehen Im Raume. Inmitten des Saale» steht, mit einem schwarzen Bahrtuch bedeckt, ein Katafalk, ringsum acht silberne Leuchter mit großen Wachskerzen, zu Häupten des Katafalks zwei mit schwarzem Flor umhüllte brennende Lampen. VON BILDERN UND ANTIQUITÄTEN Copyright by Saturn Verlag 1935 Eine halbaufgezogene Lade ließ mehrere große und kleine Lupen erkennen und zwischen ihnen, seltsam aufleuchtend, noch einige barbarisch glitzernde Schmuckstücke, an deren jedem ein beschrifteter Zettel befestigt war. Manchmal hob Valerian den Kopf und blickte um"ch. Er nickte befriedigt. Es klopfte. Valerian sprang, auf. Bis zur Mitte des Raumes eilte er, dann aber riß er sich zusanunen, trat gemessenen Schrittes ins Vorzimmer und öffnete. Die Herren waren ein wenig steif und zurückhaltend. Valerian bat, weiterzukommen. Sie traten in den dunklen Raum, warfen eine» Blick auf den eindrucksvollen Arbeitstisch, und dann erst kam Valerian, der die Außen-- tür umständlich geschlossen hatte. „So, bitte", sagte er und drehte das Licht an,„hier sind die Bilder." Er wies, auf die Staffeleien. Die beiden- Herren traten zögernd näher. Es waren nicht sehr reizvolle Bilder. Ein Frauenporträt, da» nach dem- aetatis fuae die Basler RatSsrau Margaret Ueppli im neunundvierzigsten Jahre ihres Lebens darstellte;-und eine Allegorie auf die„Wirkungen des schnellen Zornes", Auf- dem einen Rahmen stand: Hans Holbein der Jüngere, auf denn anderen: Hans Waldung Grien. „Bitte, Platz zu-nehmen", sagte Valerian schob Herrn Professor MyseniuS einen bequemen Fauteuil vor die Staffelei und lud den jungest Mann mit einer Handbewegung ein, sich ist den Schreibtischfauteul zu fetzen,„ich werde die Bilder gleich so beleuchten, daß Sie sie von hier aus am besten sehen." Er schaltete das Deckenlicht üb und den Reflektor ein. Ein grelles, schmerzhaft weiße» Licht fiel auf die Margaret Ueppli, die Wittib de» Basler Ratsherrn Ueppli, und lieh die Vermutung aufkommen, daß sie wohl auch weiterhin Wittib geblieben sei. „Na", sagte der junge Mann und kniff die Lippen ein, al» hätte er Saure» gekostet,„da» ist ja nun gerade nicht..." „Tja", sagte auch Profeffor MyseniuS, „wie ist denn das andere?" Valerian lenkte das Licht des Scheinwerfers auf die zweite Staffelei. Die Wirkungen de» schnellen Zorne» waren fürchterlich. Man sah Kain, der Abel erschlägt. Jener trug ein gelbe» Wams mft geschlitzten Pluderhosen pnd schwang ein ungeheure» Türkenschwert über defl mtt einem heMaueN Mantel bekleidete« Mel, dem schon da» rote Blut sehr eindruckSbclll au» dem Hälse sprang. Man sah auch Apollo und Artemiö.welche die Kinder der Rfobe töteten, kleine traurige Gestalten von kümmerlicher Nacktheit, wie sie mit den seltsamsten Bewegungen vor den gräysämen Pfeilen flohen, die ihnen an den-unmötzkiMest-Stellen im reizlosen Fleische säßen; Wäst sah /schließ« lich Herode», der- durch einen furchteinflößenden schwarzen Bart und einen mächtigen Turban kenntlich gemacht war, wie er den befleheMItischen Kindermord aybefahl, den vjele Henkersknechte sogleich mit scheußlichem Ingrimm an mehreren erbarmungswürdigen Würmern bluttgst vollzogen. „Tja", sagte wieder Profeffor MyseniuS, «das ist ja recht interessant.' Mer nicht sehr erfreulich." tz- „Es handelt stch dennoch", meinte valerian näher tretend,„um repräsentative Werke- aller deutscher Kunst. Besonder» die Allegorie auf die. Wirkungen de» Zornes ist kulturhistorisch hoch- intereffant. Wenn Sie das Werk vielleicht von hier bewachten wollen I" Er lud mit einer Hmstdbewegung Herrn Professor MyseniuS ein, zum Schreibtisch zu treten, und legte gleichzeitig den Reflektor auf dessen Platte. Da» Licht fiel jäh und grell auf die umherliegenden Schmuckstücke. Der.junge Mann nahm eine» von ihnen zur Hand; ein kleiner Zettel hing dran. Er studierte ihn, während Valerian weitersprach: „Wenn Sie das Werk von hier betrauten", sagte Valerian,„werden Sie, Herr Professor, bemerken, dah es sehr interessante kompositionelle Elemente enHäü. So erinnert zum Beispiel die Darstellung des Brudermordes..." ,; Professor MyseniuS schien zerstreut. Der junge Mann hatte ihm da» Schmuckstück-gereicht und auf dm daran befindlichen Zettel berwiesen, den Profeffor MyseniuAstudierte, während jener hastig nach einer vor Hm liegenden-Woldfibel griff. Valerian lieh sich nicht stören-? I-.„So erinnert zum Beispiel, die Darstellung de» Brudermordes an eine Maffenkoniposition Dürer» auf der Marter der ZehntaüsMd in der kaiserlichen Wien« Galerie. Auch die Farbenwahl, wenngleich eh» bißchen roh... „Ja", sagte Professor MyseniuS und sah von dem Schmuckstück auf/„ja, e»«tag) ja recht heachüich sein, aber... sagen Sie«ml, Herr, ja! Herr Arona», wa» ist da» da?".iüjd.er wies auf,,die ttermäulige Gewandschnalle-in seiner Hmrd. .jiSlaS?" erwiderte Valerian und lehnte sich an den Schreibtisch,„gefällt Jhsten das^so gut?" fragte« im gleichestTonfall, indem« Monsieur Perri» dieselbe Frage vor dem Heine« Tie- polo an Mr»., Bump hatte stellen hörest. Professor MyseniuS schüttelte den Kopf, aWwolle er fagato er sich Über Gefällen mwWichtge- fallen einstweilen nicht geäußert Habe.:: „Das da", wiederholte Valerian,„gefällt Ihnen also so gut? Da sind Sie wohl die ein zigen in Paris, denen e» gefällt. Diese Art Kunst wird hierzulande nicht geschäht. DaS ist den Herren hier zu deutsch." „Gibt es, davon mehreres oder nur so Mn« zelstücke?" fragte der junge Mann und nahm da»' nächste zur Hand. „Einzelstücke?" rief Valerian in' beinahe entrüstetem Tonfall, trat an den Schreibtisch und zog die halboffene Lade ganz heraus. Er riß sie fast auf, und jäh entblößt lag der. ganze Schmuck vor den erstaunten Blicken des jungen Mannes. Bon dunklem Samt hoben sich Reihen länglicher, tropfenförmiger Ohrgehänge aus dünste»; Gold ab, runde Armreifen mit aufblitzenden blutrotem Steinen, bizarrgeformte silberne Gewandschnallen, vielfach verschlungene, reich granulierte Halsketten, alle» erschreckend brutal und barbarisch prunkvoll. '„Einzelstiicke?" rief Valerian tstü» wie»- auf den m der Lade äuSgwreiteten PrtM.„einer der interessantesten Funde äu» der Völlerwande- rungSzett..Aber leider nichts für Pari».-Hier, ganz unverkäuflich germanischen. Was aber die Büder betrifft» Herr. Profeffor- sofürchte ich; daß Sie ihnen Unrecht tun..." „Sagen Sie mal", schnarrte der junge, Mann, der wie geblendet in die Lade starrte,„ist der Fund verkäuflich?" Wir sind-hier zu ein« kleinen Einschaltung, genötigt. Der Autor hat mehrfach versucht, die Wirkung de» Schatze» auf den jungen Mann, des sen stahlgraue Augen wie magisch angezogen an den Schmuckstücken hingen, dem Les« nahezubringen. Aber unsere DarstMngSgabe versagt äst diesem Gegenstand.— DerBexsuch, den Empfindungen deS jungen'Ulf nachzutasten und durch solche psychologische Feinachett unserer Geschichte eine ernstere literarische Bedeutung zu- geben, will nicht gelingen. Der Autor sieht sich gezwungen, den jungen Mf selbst zu Wort komme« zu lassen.-- 1'.-o, '(Fortsetzung folgte.- Nr. 218 Donner-tag, IS. ge»femttt 1037 Gelte 3 Nyoner Beschlüsse In Kraft Französischer Admiral mit der Durchführung betraut Paris. Trotz der Ablehnung Italiens trat Mittwoch da- Abkomnwn von Nyon tu Geltung. Der französische Marinemtnifter llampinchi betraute den Vizeadmiral E st a v a, den Gene- ralinsPeltor der Kriegsmarine, mit dem Kom- nrando über di« zum Patrouillendienst bestimmten Marinestrritkräfte. Der Admiral wird im Einvernehmen mit den englischen Martnestreit- kräften die Beschlüsse der Signatarstanton der Nyoner Konseren» im Gebiete deS Mittelländischen Meeres durchzuführen Haien. Die französischen Marinestreitkräfte, welche vorläufig im Mittelländischen Meer konzentriert find, bestehen auS»Wei Divistanen Zerstörern und .vier Divisionen Torpedobooten, weiter aus einer Eskadre Patrouillen-Flugzeugen, einer Eskadron Bombenflugzeuge und»ehn großen Wasserflugzeugen. Auch die britischen Schiffe haben bereit- Jn- struktiunen erhalten, nach den bezeichneten Stellen auSzubaufen. DaS gesamte VeberwachuugS- ftzstem wird spätestens ab nächsten Montag funktionieren.- Zwei Ergänzungen Di« Mittelmeerkonferenz wird, wie ursprünglich bestimmt wurde, in Genf fortgesetzt. Der Ausschuß der Flottensachverständigen, der unter dem Vorsitze des französischen Admiral- .Godefrey zusammentrat, hat di« Redaktion zweier Zusätze zu dem Nyoner Abkommen abgeschlossen. Der erste Zusatz grenzt die Zonen ab, die den einzelnen Mächte« für die Manöver ihrer Unterseeboote auf hoher See Vorbehalte» sind, der zweite Zusatz legt im Grundsatz die Fahrt» rauten fest, dir denelnzelnen Handelsschiffen empfohlen werden und innerhalb deren diese Handelsschiffe unter dem Schutz von Kriegsschiffe» stehe» werden. Der Berichterstatter der Agentur Havas erhielt MItUvoch abends aus der nahe» Umgebung Edens folgende Erklärung:„Bon einem Widerruf de- Nyoner Abkommen- kann nicht,die Rede sein, jetzt sind wir nur darauf bedacht, diese- Abkom» men durchzusühren". Die italienische Antwort kann nach Ansicht der Westmächtc nicht den Gegenstand von besonderen Verhandlungen mit Italien bilden. Dir ursprüngliche Einladung an Italien bleibt'aber weiter aufrecht. Eine bloße Erweiterung der Zonen zur Erlangung der Mitarbeit Italien- wäre nur eine Revision von untergeordneter Bedeutung, die Zuerkennung der„vollkommene« Gletchver.echtignn g", wie sie st» ter italienischen Antwort verlangst wird,, wäre dagegen eine grundsätzliche Revision, die n n r von einer neuen Konferenz vorgenom» men werden könnte. Rundfunkrede Edens Der britische Außenminister Eden sprach DienStag abends von Genf auS im Rundfunk über das Abkommen von Ryon. Wir sind Überzeugt, sagte er, daß wir dem Piratentun» der An» terfaeboobe durch die Errichtung von Polizei- Patrouillen im Mittelmeer Einhalt geboten haben. Fall- aber Unterfeebootr, mögen eö welche Immer sein, versuchen sollten, ihre Verbrechen zu wiederholen, so hoffe und glaube ich, daß sie so Warden bestraft werden,'wie sie es verdienen. Japanische Offensive in Nordchina Tokio. Die japanischen Truppe» haben Mittwoch früh an der Front von Peiping westlich von Liangtschang an der Bahnstrecke Peiping —Hankau, wo die Chinese» ihre Truppen ton» zentriert haben, die Offensive eröffnet. Die chinesische» Truppen haben mit einer Stärk« von 300.000(?) Mann entlang deS Flusse- Liuli an einer. 80 Kilometer langen Front Stellungen bezogen. Ma» glaubt, daß die hereinSrechende kalte Jahreszeit da- Tempo der Krieg-operativ» »m verlangsamen wird. Em Anschluß an einen Angriff, dm die Japaner auf dm Höhe», von H»« a n unternahmen, ist«I» heftiger Kampf mtbrannt. Eine chinesische Agentur meldet, daß die Chinese« Hstotschi an der Strecke Tientsin— Pake» znrückerobert haben und nun gegen Matschang vorrücken. Die Japaner behaupten, sie HSttm bei der Offensive grgm di« neuen chinrstschm Stellungen südlich von Peiping Knang besetzt, da- dm Schlüssel zu den chinesischm Verteidigungslinien südwestlich von Honan bildet. Die japanischen Marinebehörden melden, daß japanische Kriegsschiff« auf hoher See bei Kanton zwei chinesische Kreuzer überfallen und versenkt haben. Atempause vor Schanghai Der japanische Sprecher Hat mitgeteilt, daß die japanischen Truppen eine Heftige Vffmfive gegen die nmm chinesischen Stellungen vorbe- reite», die sich in der Richtung auf T s ch a p e i und L i n H o abspielen wird, sobald die unerläßlichen Vorbereitungen beendet sein werdm. Die japanischen und die chinesischm Abteilungen verwendeten dm Mittwoch zur Befestigung der nmm Stellungen. Die Artillerie und die Maschinengewehre mtfaltetm jedoch auf beide» Seiten rege Tätigkeit. DleCholera v Die japanischen Behörden Haben Schanghai als Choleragsbiet erklärt und strenge Lssäß- nahmen getroffen, um die Ausbreitung dpr Cholera über die von den Japanern besetzten Gebiete zu verhindern. Alle. Schanghai verlassenden Schiffe werden einer strengen Quarantäne unterworfen. Der Sprecher der japanischen Marine erklärte, daß bisher 200 japanische Soldaten an Cholera erkrankt und 65 von ihnen gestorben sind. In der internationalen Niederlassung und in der französischen Konzession siich zur Zeit insgesamt 658 Personen erkrankt. Ein britischer Soldat ist gestorben. In der französischen Konzession sind neun Personen der Cholera erlegen» Erfolg an cfer^rucktiront Val t»eia. Ein Kommnniqut de- Ratio- nakverteidigung-ministerium- meldet: Im Abschnitt von B u e n a führten die repMikanischm Truppen zehn Tage hindurch eine Reih« von sbigrifßen aus, düe vollen Erfolg hatte», Sie pießm biS nach B u« n a durch, wo sich ihnen nun ein wichtiger Durchgang in der Richtung der Straße Saragossa—Term» eröffnet. Der Feind, von vorne und von der Flank« au» angegriffen, konnte den Angriffen nur ein« gewisse Zeit hindurch widepstrhm. Der Eintritt tollen Wetters an der Aragonfront macht sich sehr bemerkbar. An der Rordfront wurde im östlichen Abschnitt« ein Angriff’ der Aufständischen gegen di« Sierra üulera abgeschlagen. Dor Feind wich bis z« dem Dorfe Mazuco zurück. An der Front von Leon habm die Aufständischm Pie» vurnto br- fetzt. Die Angriffei der Aufständischm bei Calad» de Casare-, Canga, Elmbio«nd Elzor, wurden abgeschlagen. Um Spaniens Kandidatur In den Völkerbundrat . Genf. An Genf versuchen die Sendlinge des Generals Franco üph WalieM durch Intrigen dieKaMdaiurGpanieNSin denBMerbundratzu vereitelnd Gewisse. Mächte sind' auf dieser 1 Spiel eingegangen und haben dem Minisierpiiästdenten Ntgiin'geräten/ aüf eine Kaydidaiur Spaniens ziit'verzichtest^ De^^Mntstedpräsidlent hat diesem DmE picht^fiäWgtSen. Spanien'hat seinL Kan« didaiur bertitS vetstnnsgegeben. Auch die Versuche schlügest ifießch- viesspanische eiste'belgische odir'stnMlsch^ Kststbidä'tnr'aMnstelÜnl'V^ '' W dlöM Delegasiösten W'jsteistiPm Met» nung, dass die NichttvWertv.ahl'^Pgnienb' ei» che- sondecr schwerwiegender-'Charakter zusammen Würde, weil bei der Reform des VölkerbundraieS ßpr Jahre 1926 in einem Gentleman Agreement ausgesprochen wurde, daß Spanien einen halb permanenten Sitz im Rat erhalten solle, der automatisch erneuert werden. wurde. Dieses Gentleman Agreement ist von allen Großmächten angenommen worden. Itt höher als der Franc Paris. An der Pariser Börse ist Mitt- ivoch ein nmer merklicher Rückgang des französischen Francs erfolgt. Da» englische Pfund, das tag- vorher 187.80 notierte, stieg Mittwoch bei Börsenschluß auf 144.7b«nd nachbörslich sogar auf 146. Die tschechoslowakisch« Krone hat zum erstm Male di« Parität überschrittm und notierte 102.50. Italienischer Anarchist verhaftet' Paris. In Toulouse verhaftete die Polizei unweit der französisch-spanischen Grenze den italilinischen Anarchisten T ä m b st r i n i. Diese Verhaftung wird mit den terroristischen Attentaten,. welche Samstag in Parts verübt wurden, ist Zusastünenhang gebracht,, doch stehen nähere Einzelheiten, über die Teilnahme TamburiNiS an diesem Attesttat noch aus. , Arbelter-Tum« und ;Spprtuhlon, Aussig Die Verbanh-leitung gibt hiemit allen Be- zirbcn, Kreisen«nd Vereine» die Weisung, baß jede,'normale BeretnStätigkeit inklusive-Turn- mid Sportbetrieb Vis Dienstag, den 21. September,. vollständig einrnstell«», ist. All« unsere Mitglieder beteiligen, sich an den Trauerkundgebun. gen, welch« von offizielle» Körperschaften»der von der Partei vepanstaltet-werden. Die, Beteiligung an dm, Feierlichkeit«» ist Prag Wird durch die Krei-fÄretarigtr geregelt.-. Für die Berbandsleituna: Heinrich Müller,: AloiS llllm ann. Verurteilter Nenleln-Keclaleteur uuost beim vbergerloht abgeblltrt Im Notjahr wurde vom Kreisgericht in Troppäu der verantwortliche Redakteur Othmar Pohl der Aägerndorfer Henlein-Zeitung„Aufruf- zu einer bedingten Strafe von fünf Tagen Arrest verurteilt, weil dieses Blatt behauptet hatte, die Sozialdemokratie habe durch ihr Wahlabkonnnen mit den Kommunisten zu den Gemeindewahlen in Prachatitz im November 1985 „nationalen Verrat- begangen. Der verurteilte Redakteur berief an das Oberst e r t ch t in Brünn. Dort versucht« er einerseits geltend zu machen, daß die Prachatitzer deutschen Sozialdemokraten gar. nicht al» Kläger auftreten könnten, denn in dem Artikel sei ganz allge- mein von den deutschen Sozialdemokraten di« Rede gewesen; zum ander» aber wollt« er den Wahrheitsbeweis für die Behauptung„nationalen Verrats" antreten, indem er anführte, durch die Listenkoppelung sei den Tschechen ein Mandat zugefallen. Das Obergericht ging aber weder auf die Ausflucht noch auf die Konstruktion des Geklagten ein. Das Truppauer Urteil wurde vielmehr bestätigt. An der Begründung des Urteils heißt es, was die versuchte Ausflucht des Henlein-Redakteurs anlangt, dah sich durch den Artikel nicht nur die Sozialdemokratie als Partei, sondern auch deren örtliche Funktionäre in Prachatitz beleidigt fühlen mutzten. Was aber den„nationalen Ver» rat" anlangt, stellte bas Obergericht nach eingehender Beweiserhebung fest, dah die Pracha- tiher deutschen Sozialdemokraten zunächst ein Wahlabkommen aller sozialistischen Parteien mit oder ohne Hinzuziehung der Kommunisten erreichen wollten. Als aber diese ihre Bemühungen nicht gelangen, weil die ffchechischcn Sozialisten nicht dazu bereit waren, sei— und nun kommen Feststellungen, die uns von höchstem allgemeinen Interesse zu sein scheinen. „von der deutschen Sozialdemokratie auch der Beschluß gefaßt worden, ein Wahlabkmnmen mit den drei deutschen demokratischen Parteien zu treffen, nämlich mit den deutschen Christlichsozialen, mir dem Bund der Landwirte«nd mit der Gewerbepartei, und daß zu diesem Zwecke Verhandlungen stattsanden, welche jedoch zu keinem günstigen Ergebnis führten, da die übrigen deutschen bürgerlichen Parteien auf der Forderung beharrten, daß ...in dieses Abkommen auch die Sudeten- deutschePartei einbezogen werde. Di« deutsche» Sozialdemokrale» habe» jedoch ein« Koppelung mit dieser Partei«it aller Entschiedenheit abgelehnt, wobei sie sich auch von der.Erwägung leiten ließe», daß diese Partei eine»ndewokra- tische, faschistische Partei ist, welche aus dem Füh- rerprinzip beruht.. Deshalb also durfte auch Nach der Meinung des Obergerichtes die Handlungsweise der deutschen Sozialdemokraten nicht al»„nationaler Verrat" bezeichnet werden und deshalb also wurde das Urteil der ersten Instanz bestätigt; und der verurteilte Redakteur hat nun außerdem den Klägern die mit Aä 2450.80 festgesetzte» Soften des Berufungsverfahrens zu bezahleni Es ist überaus erfreulich, daß den Henlein» in diesem Falle nicht nur der Versuch der Verleumdung deutscher Sozialdemokraten vorbeige- lungen ist, sondern daß sie so auch vor aller Oeffentlichkeit den Nachweis erbrachten, welche Methoden sie wählen, wenn ei gilt, zu einer Beschimpfung vor Gericht Rede und Antwort zu stehen. Besonder- lehrreich aber ist«S, daß das mit der„u»demokratischen, f a schift i s ch c n P a r t e i" auch gerichtSakten« mäßig fe st gehalten ist. Aut der.Volksgemeinschaft* Wj/: haben schon wiederholt berichtet, daß in Komotäu innerhalb der„Volksgemeinschaft" ^ziemliche Differenzen bestehen, die schon das .drittemal durch di« Absetzung her Orjsgruppen- ileitung nach aützenhin sichtbar wurden. So wurde vor einigen Wochen auch der seinerzeitige Orts- j leiter Herr Josef. Richter abgesetzt. H Vergangene Woche fand nun die Hauptver- sammlung der SdP-Ortsgruppe Komata« statt, im der tirue Funktionär« gewählt wurden. Bor deren Dtattfinden ließ dir Gruppe Nm Josef Richter tin Flugblatt erscheinen, in welchem verschiedene Sünden einiger SdP-Funktionäre aufgezeigt wurden. vor allem jedoch wurde Herrn Abgeordneten Dr. Z i p p e l i«-.vorgeworfen, dah er vor Jahren einmal, vom Bund der Deutschen rin Darlehen in der. Höhe von 5000 Kl a»»geborgt und bis heut« nicht zurückgezahlt hat. Dep KreiSleiter, der SdP-Atg. Zipprlius, nahm in der Hauptversammlung der Komotauer Ortsgruppe auch zu diesem Vorwurfe Stellung und treNärte, daß«r einen Teil diese» Geldes bereit» zurückbezahlt habe. Den Issest werde er jetzt nicht ;bezahlen, weilet nicht wisse, in wessen H sin d« d i es«- G r l d ge» rate und"' weil, er auch nicht über di« entsprechenden Mittel verfüge. Auf seine Advokäten- kanzlei zahl« er, so führt« er in Konwtan an», noch darauf, so daß er rein von den Diäten lebe» di« ihm sein Abgcordnctcnmandat einbringt. Auch sonst war diese Versammlung ziemlich ausschluhreich. Geschlossene Abstimmungen für eine» Kandidaten gibt es schon lange nicht mehr. So hat beispielsweise der heutige Ortsleiter Göhl nicht ganz zivei Drittel der abgegebenen Stimmen erhalten, die anderen lvaren auf verschiedene andere Namen abgegeben worden. Es rührt sich also schon allerorten. Die Kritik macht auch vor der obersten Führung nicht halt und rücksichtslos tverden die Fehler der Mandatar« aufgezeigt. Wie lange werden die Proleten diese Dinge noch ertragen? Hunderte haben der„Volksgemeinschaft" schon den Rücken gekehrt und tausend andere werden noch folgen. Dagegen wird auch die„starke Hand" die immer gleich mit Ausschlüssen da ist, nicht helfen. Alle Versammlungen abgesagt! Die Parteileitung gibt bekannt, daß anläßlich des Ablebens unseres Altpräsidenten Masaryk alle Parteiveranstaltungen bis nach dem Begräbnis abgesagt sind, soweit sie nicht dem Gedenken an den Verstorbenen gewidmet sind. Die Masaryk-Trauerfeler der deutschen aktivistischen Parteien Prags findet am Sonntag, um 11 Uhr 30 Min. im Neuen Deuffchen Theater statt. Beileidskundgebung der RW Der Verband der Republikanischen Wehr hat durch seinen'Vorsitzenden Ernst Paul aus Anlaß des Hinscheidens Masaryks an Präsidenten Dr. Benesein Telegramm gerichtet und getobt, „mit Treue und Opferbereitschaft für das Werk des großen Toten einzustehen." Eine Depesche ähnlichen Inhalts richtete der Verband auch an den Gesandten Jan Masaryk. Kräftige Wahrheiten Dieser Tage befaßte sich der Sprecher einer Bezirksjugendversammlung mit der Abordnung, die die SdP nach Nürnberg schickte, und sagte da unter anderem: »Ohne auch nur an eine Denunziation zu denken, machen wir auch die Behörden der Staates auf diese Taffache aufmerksam. Wir wundern uns, daß di« Behörden, die so oft um eine Kleinigkeit, die beim vollen Bierglase von jemand unbedacht geäußert wurde, einen ungeheuren Apparat in Bewegung setzten, nichts zu sagen haben, wenn eine ganze Deputation hinüber nach Nürnberg fährt, um vor den Augen der Welt diesem Tag von Nürnberg ein« Sympathiekundgebung entgegenzubringen. Zum Tage von Nürnberg haben wir auch noch etwas zu sagen als Katholiken. Auf. diesem Tage von Nürnberg, der für uns nichts andere» ist als ein für schwache Gemüter imponierender Versuch, die innereSchwächedurch riesige Atenschenmengen vor denAu gen der Welt zu verbergen, mußte eine Tat geschehen, di« jedem deuffchen Katholiken die Schamröte ins Gesicht treibt. Es ist unfaßbar, daß der neue deutsche Staatsprei», der allen Deuffchen dec Welt etwa» bieten sollte, einem Manne verliehen wurde, von dem man sagen muß, daß in unfern Zeiten niemals ein Bolschewik lebt«, der gemeinere Aussprüche über die Kirch« fand al» Alfred Rosenberg. Diese Kirchenfeindlichkeit aber fällt auf den Mann zurück, der an Alfred Rosenberg den Staat-Preis verleihen ließ." Wie schm aus der mehrfachen Apostrophierung der Kirche Und der Katholiken hervorgeht, hat «S die SdP bei diesem Redner nicht mit einem „marxistischen Emigranten" zu tun; der zitierte Redner ist vielmehr Hugo R o k y t a, Sekretär de» Parlamentsklubs der deutschen Christlichsozialen, der also vor katholischen Jugendlichen in Schlucke nausprach. Der böhmische Landesausschuß hielt am. Mlttipoch eine eigene Trauersitzung ab, in der Lande-Präsident Dr. S o b o t k a den Nachruf für T. G. Masaryk hielt. Ilm das Andenken des Verstorbenen zu ehren, beschloß'der Landesansschuß, aus Landesmitteln einen Betrag von einer Million AL zu.widmen, über dessen Verwendung später enffchieden werden wird.— Auch der mährt sch-schlesische Land eöausschuß ehrte■ das Andenken des Präsidenten in einer Trauersitzung, in der Landespräsident Cerny die schöpferische Persönlichkeit Masaryks und seine Atchefi für den Staat würdigte. Neuer Abgeordneter. An Stelle des verstorbenen Abgeordneten RäzuS(Slowakische Natio- nalvartci) tourde dessen Ersatzmann Rudolf Schwarz, Leiter der staatlichen Schule in Poho« l relb, ins Parlament berufen. Seite 4 , Donnerstag, 16. September 1937 Oiploms1«n-^fllk»1llvk sm Ousl D'Omy,• Im Anschluß an die Mittelmeerkonferenz' in Nyon ft^nd im französischen. AuBwärti* gen Amt am Sonnabend, ein großesDiplomaten-FrUhstUck statt. Rechts:, Der englische Außenminister Eden, in der Mitte L e o n B 1 u m'und links der französische Außenminister D e. ib' o s.. 3agcaieaiflfcdteii Ostrau Von Petr Bezruö Ein stummes Jahrhundert im Schachte»erlebt bet Kahle auf schwarzen Geleisen; im sletschlasen Arme der Muskel strebt gestrafft und»erhärtet zn Eisen. Staubteile der Kahle behasten mein Lid, . die Lippen sind lange»erbtiche«; den Bart und daS Haar und die Braue bezieht die Kahle mit starrenden Strichen. Ball Kohle mein Brat bei der Arbeit ist, in Frone»allziehn sich die Tage. Au» unserem Blute und Schweiße sprießt da» Lustschloß in herrlicher Lage. Ein stumme» Jahrhundert im Schachte«erbracht— Wer wird mir die Jahre vergelten? Ich hab mit dem Hammer euch bange gemacht, wer immer begann mich zu schelten. Ich fall mich besinnen, soll schürfen gehn, man liebt nicht»iel Federlesen— Den Hammer geschwungen!—Jetzt könnt ihr sehn, wie blutig«ein Ernst gewesen. Ihr alle in Schlesien, hebt euch heran, ab Peter, ob. Paul ihr geheißen, ein ieder befehlige tausend Mann, die Brust bepanzert mit Eisen! Ihr alle in Schlesien, seid auf der Hut, ihr Herren de» tiefen Bereiche»; einst hüllt sich die Stunde in Feuer und Glut, einst dämmert der Tag de» Begleiche»! vabaraatzt von Rudolf Fuchs. * Der Bering Julin» Kittl» Nachfolger gibt zum 70. Geburtstag de» Petr Bezrui die„Schlesischen Lieder" in der Vollendeten ilebersetznng von Rudolf Fuchs heraus, der do» Buch auch mit einer inhaltsreichen und spannenden Einleitung„Petr Bezrui, ein Dichter wider Willen»»ersehen hat. Geschichten aus Deutschland Göring macht sowohl Vom Preußentum wie auch Von der pompösen Billa, die er sich am Leipziger Platz aus dem ehemaligen Handelsministerium hat Herrichten lassen, neuerdings nur wenig Gebrauch. Er HW sich mehr in der Schorfheide auf, jenem preußischen Staatsjagdrevier, das schon die Könige und in der Republik der Ministerpräsident Otto Brann benutzt haben. Ihnen genügte. das alte einfache Jagdschloß, und"Hindenburg, der schon vor seiner Reichspräsidentschaft dorthin eingeladen war, sagte 1928 in Hannover seinem journalistischen Wahimacher(der mir das damals erzählt hat): »Wissen Sie,— Hirsche hat der Mann, Hirsche II ...", womit er seiner höchsten Anerkennung für Otto Braun Ausdruck gab. Aber einem Göring konnte das alle Haus nicht genügen. Er nannte es»iKarinhall», als er feine erste Frau, die Schwedin, die ihn einst zu ihrem Schutz hatte in eine Morphium-Entwöhnungsanstalt bringen lassen, dort begrub, wobei er als gehörnter Siegfried kostümiert austrat. Aber jetzt steht in der Schorfheide ein P a l a st, nach sachkundiger Ab- schätzung eineinhalb- biszwei m al so groß wie das imposante Berlin er Schloß. Und da wohnt Hermann mit seiner Emmy. *. Zu den ersten Todesopfern, der Göringschen Mordlommandos am 60. Juni 1984 habe bekanntlich der Borgänger Hitlers im Reichskanzleramt, General Schleicher, gehört und feine Frau, die sich den Mördern entgegengeworfen hatte. Nun erfahren wir durch Zufall, daß damals in Ostpreußen auch d e r Sch wi e g e r soh n des Ehepaares Schleicher ermordet worden ist. Eine 18jährige Tochter wurde(vielleicht durch Versehen) am Leben gelassen. Da Hitler alle jene Morde durch seinen„Reichstag" hat als„Rechtens" erklären, lassen, besteht auch nicht die leiseste, im Dritten Reich sowieso höchstens theoretische Möglichkeit, juristisch gegen die Mörder und Mordanstifter vorzugehen. Immerhin ist der Versuch gemacht worden, eine finanzielle Sicherstellung für die Tochter herauszuschlagen. Der damit befaßte Rechtsanwalt mußte seinen Mut teuer genug bezahlen. Er hatte einige Wochen als „Schutzhäftling" zu verbringen und die jetzt übliche Behandlung dieser schutzlosen Opfer am eigenen Leibe zu erfahren. Schließlich hatte er aber doch Erfolg: für die Tochter des ermordeten Ehepaares Schleicher sind voni Reich 97.700 RM ausgezahlt worden. Ob sie freilich nicht eines schönen Tages ihr wieder weggenommen werden, kann man bei den jetzigen Rechtsverhältnissen in Deutschland nicht sagen. Militärverrat.(Amtlicher Bericht.) Der Senat für Angelegenheiten. des Militärverrates beiin Kreisstrafgericht in Prag verurteilte' den 68jährigen Gastwirt Franz Studener aus Kaplitz wegen des Verbrechens der Nichtanzeige von strafbaren Handlungen nach§ 12, Zahl 1, Absatz 2, des Gesetzes zum Schuhe der Republik zu Kerker in der Dauer von 10 Monaten und eine 52 j ä hrige W itw e■' nach einem Obersten der ehemaligen österreichisch-ungarischen Armee wegen des gleichen Verbrechens zu Kerker in der Dauer von 3 Monaten mit den entspre chenden Verschärfungen. Beide Strafen sind unbedingt und die Verurteilten haben sie angenommen. Der öffentliche Ankläger meldet die Rechtsmittel an."Die Straftaten haben.die Angeklagten dadurch begangen, daß sie in glaubwürdiger Weise.davon Zerfuhren, daß.das Verbrechen des MilttärverräteS- begangen wurde, dies aber den tschechoslowakischen Behörden nicht, ungesäumt angezeigt haben... Die Blutprobe,(mb.)' Als seinerzeit-der Schriftsteller Arnolt Bronnen, um in-de«. Gnade der Nazis zu bleiben, öffentlich ausposaunte. er sei nicht das Kind eines jüdischen Vaters, sondern die Frucht eines mütterlichen Ehebruchs mit einem Arier, fand es die nichtnazivtische Welt geschmacklos und verächtlich: Sie wird sich an derlei Sachen gewöhnen müssen; denn in der deutschen- amtlichen Sammlung oberstgerichtlicher- Urteile:wird eine Entscheidung veröffentlicht, nach der das Kind, auch, während die Ehe der Eltern fortdauert, ohne Zustimmung des Vaters das Recht, dessen Vaterschaft zu bestreiten und festzustellen, ob er von.einem Iriden oder einem Richt», juden gezeugt ist.-— ES ist wenig, dagegen zu sagen. Da der Blut« und Rassenwahn faktisch Grundlage der Gesetzgebung, geworden ist, liegt Logik in dieser Entscheidung. Rur eines ist peinlich: daß das'wichtigste. Mittel für die Erkennung der Abstammung- die bon dem In den Land stein er erfundene Blutprobe'ist. Bombenattentate in Paris. Die Explosion der beiden Höllenmaschinen im vornehmsten- Pariser Etoile-Biertel. ist-seit über vier Jahrzehnten das erste Bombenattentat, das in der französischen Hauptstadt verübt worden ist. DaS letzte-fand aisi 9. Dezember-1893 statt,- als ein gewisser Baillant eine^vombe auf die Tribüne des Palais Bourbon waH Dieses Attentat war das letzte einer-ganzen Serie, die von 1878 an-mit mehr oder minder großen Zwischenräumen begangen wurden.; DaS erste Attentat ereignete sich bei der Weltausstellung 1878 und. zerstörte'ein Haus.in- der. Rue Biranger. Es gab damals fünf. Tote und<16.Verletzte. Aber das Frühjahr 1892 zrtgte die.größte Häufung von Bombenattentaten. Am 29. Feber wurde das Hotel des Prinzen von Sagan mir Dynamit indie Luft, gesprengt.■. Am 10; März ein Hau» am Boulevard St.-Germain, am 16. März, eine Kaserne, am 22. März eine Kirche, am 27. März wurde endlich die Wohnung des Generalstaatsanwaltes Bulot zerstört. Zwei Tage nach diesem letzten Attentat der Reihe wurde ein gewisser Ravachol, ein aus dem Gefängnis entflohener Anarchist,' durch einen anonymen Brief der. Polizei, denunziert; er hatte mit einer Reihe PetrBezrut Der am 18. September siebzigjährige-Petr Bezruö Ivird der Barde- des. schlesischen.Volkes genannt, Er ist ,aber,noch mehr, er,ist der. Sänger des; schlesischen Bergarbeiterproletariats und rin wirklicher Liebling des tschechischen Volkes^ Ich, er kann, wohl auch der Sänger des-Bergarbeiterproletariats der-ganzen Welt genännt.werden-,, dessen Schicksal dasselbe ist; ob es tm Mährisch-Ostrauer Kohlenbecken,-in Polen, an- der Ruhr oder wo immer,„unter Tag", gräbt, Bezruös Gedichte.sind Wohl sehr'.national, sie sipd-aber von-keindm chau- vinistischen Haß erfüllt; sondern, ein? Aufschrei gegen all dastUnrecht,-welche» an 7,dem armen, schlesischen Volk por-dem Kriege. In, nationaler Mtz sozialer- Hinsicht hegangen-wurde;.-Marquis Gero, d.-i.- Erzherzog-. Friedrich, der. Besitze».Zahlreicher Kohlenwerke, ist es, gegen den seine Anklagen zumeist erhoben wurden. Er ist daran sschust>;,;dah bei Teschen 100.000 germanisiert, 100.000 polo- nifükrtävurdens-'.so-daß nur 70i000Mchechen blieben;-Aber, einst kommt der Tag,, an- welchem; die Revcklteentbrennen.wird,;dann beginnt mtt,Feger und Rauch der. Ausstand.' und. dann; wehe dir, gleichgesinnter Freunde,-zwei andere, Anarchisten, DeSeamps und Dardare, die vom Generalstaats« änlvalt ins Zuchthaus, gebracht- worden waren, rächen wollen. Ravachol.wurde auf Grund der Denunziation eingefangen und am 7.' Juli 1892 hingerichtet. Das-Attentat von Baiklant sowie-noch-ein-anderer Anschlag,-bei dem-eine Höllenmaschine In einem Hause der Avenue de l'Opira-kurz vor der Explosion-entdeckt-wurde, wurden.wiederum.als Rache für Ravachol durchgeführt.- In den späteren Jahren- sind Attentate fast-niemals von Franzosen- begangen worden; das letzte Attentat eines Franzosen-war das auf König AlfonS XIII..unter-Präsident Loubet, Wie man weiß,-sind die,Attentate auf Präsident Dou» mer und der KönigSmord von Marseille- durch einen Russen,- beziehungsweise durch kroattsche Terroristen begangen worden.(MTP) Brasilianisches Flugzeug, abgestürzt. Anweit- Rio- de JaneiroS stürzte ein. brasilianisches Militärflugzeug ab. Drei Personen fanden den Tod.. Lehrlinge--streiken. In den- Maschinenfabrikswerkstätten. in Manchester und Salford träten die Lehrlinge im Alter von 14 bi» 20 Jahren in der Zahl von etwa 4000 in'den-Streik. Sie fordern Lohnerhöhungen.-In-einer,Fabrik, die--gleichfalls von'dem Streik-betroffen wurde, werden Flugzeugbestandteile' für den HeereSb'e« darf hergestellt. Die'Puppe.'(mb.) Der im den Bereinigten Staaten- berühmte.Bauchredner Edgar.'Bergen hatte sich vor einiger Zett mit der Sängerin Judy Canova verlobt. Nun hat die Miß das Verlöbnis aufgehoben. Bergen hat nämlich' für seine Vorführungen eine' Puppe-namens'Charlie McCarthy,-mit'der er auf- der-Biihne Dialoge hält.- Und Fräulein- Canova fand,;-daß Charlie Ihm eine Art lebendes Wesentgewörden war, das fein-ganzes Interesse'.absorbierte,.Sie. möchte, wie sie. sagt, nicht die. zweite Geige spielen. Bor einigen.Monaten hat Bergen, sogar, die Puppe Charlie iss'aller Form'durch ein von einem An- walt aufgesetztes Testament zumGesamterben seines Nachlasses eingesetzt...—' Das ist eigentlich einFilmstosfvon Erich von Stroheim;.man sieht: es ist unmöglich) ein literarisches!- oder-künstlerisches. Motiv zu- erfinden-—.sei's auch noch' so phantastisch7-.das nicht.im Leben vorkommt; Beu Wölfen gefressen. In einem Walde unweit der. Stadt Asenovgrad in Slldbulgarien-fanden Jäger' die Kleider7eine».-Studenten',.der;anscheinend vor.-einem sMonat-, von-Wölfen angefallen und. getötet worden ist. Die. Identität de» Unglücklichen, Von dem nur noch einige obgenagte- Knochen' übttg MärquiS Gerak.Du wirst von deinem Pftrde heruntergerissen werden!- - Der Bergmann gräbt unter dex Erde, er gräbt in Polnisch-Ostrau, Dombrau, Orkan, Karmin, HruSov und anderwärts. Rote» Blut- rinnt von.'seInjen.Rägeln>7seine;Fräu friert'üiid die Kinder hungern.„Ich grabe,, ich' grabe 7unter der Erde", wiedeholt er immer, aber es bäumt sich in ihm der Pröletariertrötz äiif und.er wird sich deffen^bewubt, daß er den gebeugten Nacken aufrichten, die Faust ballen, gerade schreiten und dm Sammer-schwingenikönnte.;—.„Duundich": Geh' mir.au».dem Wege, ich habe schwarze Hände und feuchte'- Kleideri' ich bin- Bergmann, du Edelmann, schwarz bin-ich, arm bin ich, der Schweiß trieft;-ntsri von der Stirn. Eine phpygische Kappe ; tragesichl.sieh'- nrir au» demjWegei Jn-Ofträu lebte der Vtoletaridr hundert Jahre im- Schacht ; und schwieg, hundert- Jahre schwieg er und grub, als er aber mit dem Hammer zu drohen-begann, verlachte man ihn. Er solle doch Verstand haben !und-.-weiter-für-die; Herr?n'graben. Er jschwgNg -den Hammer und es-floß Blut, Aber trotz alledem !ruft' er-,'allen Herren-der^schlesischen'Grübenzü: „Einst.kömmt der Tag', an welchem wir abrechney werden!"— Maryika Magdönova, die arme Nr. 218 Vas Urteil gasen San 3onäi (—rb—■)' Der vor dem Brünner Schstiur- gericht verhandelte Mordprozeß gegen, den beschäftigungslosen Automonteur Jan I 0 n ä i, der des Morde» ün seiner säst doppelt so alten Gattin und deren 16jährigen Tochter; angeklagt war, endete mit einem verurteilenden Verdikt der Geschworenen, worauf der Schwurgerichtshöf-den Angeklagten nach gemeinsamer Beratung Mit den Geschworenen zu -dreißig Jahren schlurren Kerkers verurteilte. JonäS verteidigte sich damit, daß er nicht gewußt habe, was er tue und versuchte, äste vorher abgelegten Geständnisse damit zu erklären, daß sie ihm erpreßt worden seien. Der Staatsanwalt behielt'sich die strafrechtliche Verfolgung wegen Verleumdung dec.SicherheiiSbehürden vor. geblieben sind, konnte an Hand einer Legitimation festgestellt werden. Falsche Taufscheine. Den Pfarrämtern, in den Grenzgemeinden gingen oft Gesuche um Ausstellung von Taufscheinen reichsdeutscher Staatrange- Höriger zu, welche im Lande Böhmen geboren wurden. Durch diese Taufscheine wurde die„arische Abstammung" nachgewiesen. Nunmehr stellte.. da» Dekanalamt in Nachod fest, daß in BreSIau gelungene Fälschungen von Taufscheinen aurgegeben wurden, welche mit falschen Stempeln.. versehen waren, Einer der falschen Taufscheine wurde, beschlagnahmt und dm zuständigen Behörden über- geben. Fledermäuse besehen den Gerichtssaal. Wie berichtet wird, stieß die erste nach dm GerichtSferien angesetzte, Verhandlung vor dem Kreisgericht in Pisek auf ein sonderbare» Hindernis. Der Gericht»- hof fand nämlich bei Bettetm de» Berhandlungs- zimmers eine Menge von Fledermäusen vor, die dm während'der Ferien nicht benützten Raum durch ein offen gelassenes Fenster besiedelt hattm und sich auf keine Weise vertteiben lassen wolltm. Der Senat mußte nachgeben und in ein andere» Verhandlungszimmer übersiedeln. Die StaatSbahndirektten in Pttsm schreibt einm öffentlichen Kon kür» für dm Entwurf, die Lieferung und die Montage einer neum Stahlkonstruktion für dm Austausch der Brücke über die Mies im Kilometer 404.281 und über dm Hammerbach I im Kilometer 412.126 auf der Strecke Ceski Bele- nice(Gmünd)—Eger au». Die Ausschreibung bezieht sich auch auf die Demontage der alten Brücken. Anbotformulare und Unterlagen sind ab 28. September bei der Direktton erhältlich, die Anbotfrist mdet am 18. Oktober um 10 Uhr. Der authentische Wortlaut der Ausschreibung wird im Amirblatte, im Anzeiger für Eisenbahn und Schiffahrt sowie in den Nachrichten de»'öffentlichen technischen Dienste» veröffentlicht werden. Da» schlechte Wetter bleibt. Die unbeständige Witterung, die in Mitteleuropa bereit» während oiner Woche anhält, wird vorau»sichtlich. auch in dm nächsten Tagen nicht durch eine wesentliche Besserung und Erwärmung abgelöst werden.' Vom Ozean her schreiten nämlich in einer konttnuier« lichm Strömung kühler maritimer Lust- aNhaltmd einzelne Störungen mtt Schauem quer über da» Festland vor, so daß der jetzige Wittemng»charatter noch-unverändert anhastm wird.—- Wahrscheinliches Wetter heute: Veränderlich, vereinzette Schauer, mäßig kühl, Südwestwind.— Wetteraussichten für morgen:.Noch keine wesentliche Besserung. Vom Rundfunk. MMlMmrtM am den Protrstnrneai Donnerstag: Heute wird die Prager Rundfunksendung um 7 Uhr früh mit Nachrichten des Preßbüro» eingeleitet. 9.88 Sicherheittnachrichten.. 9.48 Uebersjcht über die Presse der Woche. 12 Musikfolge."12.28 Nachrichten de» Preßbllros und Nachrichten für da» Ausland, Die NachmittagSsmdung wird, um 18.80 Uhr durch den Nachrichtendienst eingeleitet; dann werden Zitate au» Werken Masaryk» vorgetragc». Abends werden um 19 Uhr Nachrichten gesendet; üm 20.80 Musik und literarisches Programm.- Um 22 Uhr werden ausführliche Nachrichten für da» Ausland gesendet.-, Waise nach einem Bergmann, friert und hungert mit ihren Geschwistern. Wegen Holzsammelns wird, sie von Gendarmen in» Gefängnis geführt und begeht Selbstmord,— Diese herüiche soziale Ballade, aber auch die anderen Gedichte zeugen pon dem großen Mitgefühl de» Dichter» mit.'den.Leiden des armen Volke». Bezrui klagte nicht nyr Kapitalisten an, sondern auch die. tschechische Bourgeoisie, welche an"der Moldau bequem' lebt und st» nicht um da, Schicksal de, schlesischen Volke» kümmert,— Als im Jahre-1899 im Organ der realistischen(Masarykschen) Richtung „Cas" Gedichte unter dem bi» dahinunbikaintl- ten Namen Petr Bezrui erschienen. wär die ganze Oessentlichkeit von der Stärke; dieser Poesie ergriffen. Niemandem War e» bekannt, wer sich,unter diesem Pseudonym'verbirgt,. Erst später-erfuhr man, daß e» der Brünner Postbeamte Vladimir VaSek, der Sohn de, bekannten schlesischen Philologen Antoni» VaSek, ist. Bezrui» Gedichte'wurden 1908 vom„las" in dessen.Mihovniikä" al»„Slezstt iislo" gesammelt herauSgegebe'n. Seit 1909 erschienen sie in; zahlreichen Auflagen als»Blezski pisni". In» Deutsche wurde Pezrui insbesondere-von' Rudolf Fuchs»Äeder eine, schlesischen Bergmann»" übersetzt.'■.■r./k--. Nr. 218 Donnerstag, 16. September 1987 Der Schlafgaskrieg der Zukunft. Die vielbesprochene Filmphantaste von H.®. Wells ist Vdn der Wirklichkeit bereits eingeholt worden. Man wird sich entsinnen, daß in/seinem Film „ThingS to come" die Menschen des«iNünd- zwanzigsten Jahrhunderts nicht mehr Krieg mit' Giftgas- und Brandbomben, sondern mit Schlafgas führen. Die Riesenflugzeuge" überfliegen die feindlichen Städte, werfen glasklare. Ballons ab, denen Dämpfe«ntsttömen. Die Menschen, die sie einatmen, lächeln noch einmal glücklich, dann entschlafen sie sanft, und die Eroberer haben nichts weiter zu tun, als sie auf Sänften fortzutragen Und an einen Ort zu bringen, wo sie nicht weiter schaden können. Soweit Wells, und nun. erfährt man,' daß in einem New Aorker chemischen Laboratorium ein besonders wirkungsvolles Schlaf« gas, das Azetylcholin, hergestellt und sogar seine technische Verwendung'in Bomben ausprobiert wurde. Dcks Gas wird in winzige Glaskanülen gefüllt, die wiederum in Bomben eingeschlossen werden. Sobald die Bombe, die etwa 1999 solcher Kanülen enthält, explodiert, werden sie nach allen Seiten gestreut. Treffen sie auf einen menschlichen Körper, so dringen sie in ihn wie ein Glassplitter ein'? Die Spitzen brechen ab, das Glas wird direkt in die Blutbahn injiziert, und die Menschen fallen nach; tvenigen Minuten in einen tiefen Schlaf. Immer, diese Juden!(mb.) Nach einer Mitteilung des Gesundheitsdirekwrs Frank I. Jirka wird der nordamerikanische Staat Illinois zur Untersuchung von Blutproben auf Syphilis künftig nicht mehr die Wassermann-Reaktion verwenden, sondern nur noch die Kahn-Methode. — In Deutschland wird man sich krank ärgern: da- wird endlich das bisher beste Verfahren verbessert— und wer ist's, dem man nun statt dem Juden Wassermann dankbar sein darf? Kahn! Da möchte man am liebsten gleich die Syphilis behalten. Notschulunterricht in Chicago. Fast alle größeren Städte der Bereinigten Staaten haben sich infolge"der Ausbreitung der spinalen Kinderlähmung gezwungen gesehen, sämtliche Schulen zu schließen. Wer in Chicago wollte man die 899.999 schulpflichtigen Kinder nicht unbeschäftigt lassen. Und so ist die Schulverwaltung von Chicago) namentlich darum, weil die Schließung der Schulen noch wochenlang andauern kann, auf einen phantastischen Ausweg gekommen, der am heutigen Tage zum ersten Mal auSprobsert wurde, M 7 Uhr 15 früh werden die Kinder, die nicht zur Schule gehen können, umgekehrt von ihren Lehrern ausgesucht werden. Sie erhalten natürlich nicht etwa den Besuch von Lehrern, dagegen sollen sie durch Radio und durch Zeitungen unterrichtet werden. Die Arbeitsteilung zwischen Radio und Presse ist folgendermaßen gedacht: per Rundfunk, stecken früh die Aufgaben, gestellt, die- di« Schüler*(während-der' BormittagS^auS- arbeiten. Die Mittagszeitungen bringen'dann, und zwar auf besonderen Seiten, die Lösung der Aufgaben. Am Nachmittag beginnt dann der eigentliche Unterricht, und zwar durch Radiovorträge in allen Fächern. Auch dabei- werden- Aufgaben gestellt, die dann in den Morgenzeitungen des nächsten Tages besprochen werden. Diese Regelung ist auf einer Konferenz der Schuldirektoren, Radiogesellschasten und Zeitungsinhaber getroffen worden. üusia-ul Neues Todesopfer In Stuttgart Wie erst jetzt bekannt wird, wurde am 15. August in Stuttgart- der 88jährige Antifaschist E w a l d F u n k e aus Wuppertal wegen angeblicher Vorbereitung, zum Hochverrat in einem Geheimverfahren zum Tode verurteilt. Diese? binnen'kurzer Zeit vom Volksgerichtshof in Stuttgart geWte fünfte Todesurteil ist besonders tra- gifch: Ewald Funke war, wie die.^lnion für Recht'und Freiheit" erfährt, Sohn eine» langjährigen Sekretärs der Holzackeitergewerkschaften und gehörte der sozialdemokratischen Partei bis kürz vor'dem Umsturz an. Dann arbeitete« in der kommunistischen Partes. Die Gründe, die zu dem Urteil geführt haben, sind unbekannt. . Ungarn und di« Kleine Entente Die„Neue Freie Presse" befaßt.sich mit dem Verhältnis Ungarns zur Kleinen Entente und schreibt ü.> a,:') Die Frage der Annäherung zwischen Ungarn und der Meinen Entente-ist jetzt nach langen Monaten"der diplomatischen Vorbereitungen in das Stadium der Aktualität getreten. Der ungarische(Außenminister K a n Y a wird in Genf mit'Vertretern der Kleinen Entente die o fft« z i e k l e n B e s p rechn» g e n in concreto aufnehmen. ÄömböS Hai seinerzeit das Wort ge« Prägt, daß.sich'slygarn. nicht, mit' gefesselten Hän«. den-an'ben VerhaMmigStisch, setzen könne, sonhern nur als gleichberechtigter'Partners Der römische Dreier-Pakt' und die Freundschaft mit Deutsch- laisd) dir von Bethlen ünd GömböS initiiert sind, bildet.gegenivärtig eine Rückendeckung für Ungarn und öerhiüdern' es, baß dieses sich. ohne. Freunde und imr auf-sich ässein gesteW, der Koalitiyn. der Kleinen Entsnt'e gegenitbertritt. Auch das Per-, hältnis Ungarns, gegenüber JÜgoflawien hat.sich, gebessert'. Wenn die bevorstehende» Verhandlungen zu Ergebnissen führen,-so müßte das als ein wichtiger Schritt begrübt werden, der sich auf das große Problem' des Douau-Nrumes günstig auS- stirkenchücke. ,rW' Seite 5 ..* Die Arbeitsvermittlung In Nordböhmen In den 45 Arbeitsvermittlungsanstalten, welche der Reichenberger Landeszentrale unterstehen(deren Bereich sich aber nicht mit dem deutschen Sprachgebiet in Nordböhmen deckt), wurden im August 25.792 freie Arbeitsstellen angemeldet und 29.949 Vermittlungen erzielt. Darin sind jedoch die im Laufe des Monats vorübergehend bei der Hopfenpflücke untergebrachten ArbeitSwerbcr nicht berücksichtigt. Aus dem nordböhmischen Bereich Wunden bei dieser Saisonarbeit 49.999 Personen(12.999 Männer und 28.999 Frauen) beschäftigt, naturgemäß vor allem aus den in der Nähe des HichfengebieteS gelegenen Bezirken (Brüx, Dux, OberleutenSdorf, Teplih-Schönau, Bilin, Weipert, Komotau, Saaz, Aussig, Görlau).' Von den. 29.9.49 Vermittlungen erzielten die besten Erfolge die Anstalten Brüx, Reichenberg, Aussig, Podenbach, Teplih-Schönau, Gablonz und Saaz. Den Berufsgruppen nach wurden die meisten Die gewerkschaftliche Arbeitslosenunterstützung mit dem Staatszuschuß' erhielten im August 15.588 gänzlich und 19.964 zeitweise Arbeitslose. Eine große Anzahl Arbeitsloser wurde au» der Vermittlungen erzielt bei den Bauarbeitern (4481), den Tag-(2784), Hilfs-(2675), landwirtschaftlichen(2152), Textil-(1862) und Metallarbeitern(1968) und dem Personal im HauShalttingSdienst(875).' Am 81. August waren bei den 45 Anstalten 59.681 Arbeitslose gemeldet, also nur um 2998 mehr als im August 1981, wozu jedoch bemerkt werden muß, daß damals die Evidenz der Arbeitslosen nicht so ausgebaut war wie jetzt. Gegenüber den Jahren 1982 bis 1986 ist ein Rückgang um 55.219, 76.618, 57.831, 54.612 und. 42.922 einzetreten, das ist gegenüber dem Jahr 1938 um 54.4 Prozent und gegenüber 1936 um 42.1 Prozent. Ucker die Entwicklung in den einzelnen Berufsklaffen gibt die nachstehende Uebersicht Auskunft, welche die Zahlen jeweils für den 81. August anzeigt: Die Arbeitslosigkeit in den deutschen Gebieten Böhmens Der August hat in der Entwicklung der Arbeitslosigkeit bekanntlich eine ganz andere Tendenz in den westlichen und in den östlichen Teilen des Staates gezeigt. Während in Böhmen und, Mähren-Schlesien ein weiterer Rückgang der Arbeitslosenzahl verzeichnet wurde, ist in der Slowakei. und. in Karpathorubland die Zahl der gemeldeten, nicht.untergebrächten Stellensuchen«, den bereits gestiegen.' Der Gesamtrückgang in der ganzen Republik— 15.999— kam so zustande, daß einer vergrößerten Arbeitslosenzahl in den östlichen Ländern.eine in Böhmen um 12.498 und in Mähren-Schlesien um 6159 kleinere gegenüberstand.. -Der(Grad der Besserung, oder— in den Heckst« und Wintermonaten— Verschlechterung auf dem Ackeitsmarkt gibt regelmäßig Anlaß zu Auseinandersetzungen die leider viel zu häufig wenig auf die Richtigkeit der. Darstellung, dafür um so Mehr auf parteipolitische Ausschrotung der Ackettslosennot'bedacht sind. Trotz der wiederholten Aufklärungen, daß die Statistiken der ArbeitS« Vermittlungsämter, auf welchen die Angaben über den Stand der. Arbeitslosigkeit, beruhen, und die Statistiken der Soziglversicherung, welche, den Umfang cker Beschäftigung asizeigen, von ganz derschiedtznen) Gesichtspunkten. auSaehen und' ausgehen müssen, bemüht sich ein Großteil der bürgerlichen'Plätttzr regelmäßig.um den Nqchweis, daß die Arbsitslosenzisfern nicht richtig sind und eine ,größere ZahlvoNAckeitSlosen angeben,«IS derWirNichkeit/entspricht.-Lbensobenübtein'Teil dev /Presse- jede) Gelegenheiti Nm je nach Bedarf- eine Bevorzugung odck' Benachteiligung der deut» scheu Gebiete zu-konstruieren. Wenn in den deut schen Bezirken die Ackeitslosenziffer etwas schneller sinkt als in den tschechischen, erlebt man es, daß in tschechischbürgerlichen Blättern die auch heute noch bestehenden. Nöte des deutschen Industriegebiets einfach als nicht mehr bestehend be» handelt werden. Bleibt beim Rückgang der Arbeitslosigkeit'der Prozentsatz in den deutschen Bezirken. hinter den tschechischen zurück, ist eS für die GdP ein willkommener Anlaß, durch lärmende Angriffe auf.die.Regierung und die aktivistischen Parteien davon'allzuleM», daß'der Großteil der Besserung, die auch im sudetendeutschen Gebiet ein- Der französische Generalstabschef bei den englischen Manövern Gegenwärtig werden in Eng« land' die großen Manöver der -.'britischen Armee abgehglteli, bei denen, auch.', viele ausländische -Sachverständige zugegen sind. M B,^ z. Generäl G a m e l i n, den französischen GeneralstabS- . chef(links), und f Feldmarschall ; Sir Cyrill Deverell, den (.(Chef, des britischen General« / stabeö.M einem Gespräch wäh tseüd deS Manövers. getreten ist, auf die initiative Politik eben der Negierung und der deutschen Regierungsparteien zurückzüführen ist. Die Tatsache, daß sich die Krise vor allem in den industriellen Gebieten äußert, wird ebenso verschwiege» oder wenigstens in den Hintergrund gedrängt wie der ebenso unanzweifelbare Einfluß gewisser Saisonarbeiten auf dem Arbeitsmarkt: Der Umstand nämlich, daß das Einsetzen der Erntearbeiten oder der Bausaison(um nür einige zu nennen), zur Folge hat, daß in den betreffenden Gebieten in dieser Zeit die Beschäftigung besonders stark und stärker wächst als in den anderen, und daß andererseits das Ende dieser Saisonarbeiten sich unter anderem darin auS- wirkt, daß bei einem Vergleich die Industriebezirke besser abschneiden, wo unter Umständen die Zahl der Beschäftigten weiter steigt, während sie anderswo schon wieder zu sinken beginnt. Man betrachte zum Beispiel im August die verschiedene Entivicklung in den schwächer industrialisierten Ländern Sloivakei und Karpathorußland auf der einen, in Böhmen und Mähren-Schlesien auf der anderen Seite. V VlM Achnlich ist es, wenn man die verschiedenen Teile von Böhmen betrachtet. Nach einem rapiden Rückgang der Arbeitslosigkeit im Innern des Landes, den die Sommermonate gebracht hatten und der beträchtlich größer war als in den deutschen Randgebieten, zeigt der August, daß in den tschechischen Bezirken die AckeitSlosigkeit sowohl absolut als auch relativ weniger gesunken ist als in den deutschen. Bon den 198 politischen Bezirken Böhmens haben 82 bereits eine größere Arbeits- losenzahl als im Juli gemeldet. Von diesen 82 Bezirken haben 26 eine tschechische, 6«ine deutsche Mehrheit. Es muß bemerkt werden, daß die Vermehrung in den meisten Bezirken nur eine geringfügige ist. Nur in je drei deutschen und tschechischen Bezirken übersteigt sie hundert(Tepl 196, Friedland 233 und N-udek 275).- An dem Gesamtrückgang in Böhmen, ter 12.498 beträgt, sind die 41 deutschen Bezirke mit 9962, die 67 tschechischen Bezirke mit 8436 beteiligt. Der Rückgang in ganz Böhmen beträgt 7.9 Prozent, in den deutschen Bezirken 8.2 und in den tschechischen 7.2 Prozent. Seit dem Vorjahr hat die Arbeitslosigkeit in ganz Böhmen um 112.248 abgenommen(die angeführten Ziffern beruhen auf den provisorischen Berichten für den August, werden aber keine wesentliche Veränderung mehr erfahren). In den deutschen Bezirken ging die AckeitSlosigkeit in den zwölf Monaten um 66.248 zurück, in den tschechischen um 46.999. Von den 145.66 Arbeitslosen, die am 81. August in Böhmen gezählt wurden, sind in -den 41- deutschen Bezirken 101.466, das sind fast; 79 Prozent. Das sind Zahlen,' die dringend nahelegen, über der Freude an der bisher eingetretene» Besserung nicht die Aufgaben zu vergessen, die noch zu lösen sind. Auch die Tschechoslowakei hat in den Industriegebieten noch Grundprobleme, die ungelöst sind. Die Zukunft dieser Gebiete muß ebenso Gegenstand unserer größten Sorge sein, wie es in England der Fall ist, wo von der mehr als eine Million zählenden Arbeitslosen- arme« auch der weitaus größte Teil in einem eng begrenzten Sektor des Landes siedelt»und die größten Anstrengungen gemacht werden, um dieses Gebiet wirtschaftlich wieder zu beleben. staatlichen Ernährungsaktion unterstützt und zur Linderung der AckeitSlosigkeit haben auch 199 NotstmidS- und JnvestitionSackeiten, bei denen' 9119 Personen beschäftigt waren, beigetragen. Kein Grund zum Aerger —Nur kein. Meuer nehmen, nur MNDbi nlchtkratzenl Dis festhaftenden Spuren dieses Mißgeschickes sind so UUlWLt/fk leicht.zU beseitigen. Nehmen Sie ein- * koch ein wenig VlM auf feuchtem Lap- pen zu Hilfe IvIM hüllt den Schmutz .y«- ein und-führt ihn mit dem Spül- wasser, weg..Keinen Kratzer, keine Schramme' hinterläßt diese Putz* ' arbeit— denn*VlM enthält nichts Scharfes.- VIM putzt Grobes und Fei*' ■ nes gleich gründlich und schonend. TB8B'-'' 1P84’ --^985-" - 1986 1987 -Landwirtschaft■■■■< ;-5,051-’ 8,871 2.805.“, 2.504 1.198 Bergbau...,,., 8.581 8.285 8.512 8.228 1.822 Glasindustrie.»»»» 29.275 17,878 12.994 11.779 6.646 Metall- und Maschinenindustrie 12.815 10.044 10.416 .8.929 4.474 HolzbearbeiwngSindustrIe. ■ 4.784 4.851 4.953 4.488 2.687 Textilindustrie..,,, 26.424 22.876 21.817 16.076 11.709 Bekleidungsindustrie,,,. a 8.704 8.089 8.420 8.186 2.110 Bauarbeiter,.,,», B 8.879 9.804 10.888 9.562 4.914 Hilfsarbeiter....., 211057 18.025 18.542 > 17.128 7.067 Kanzlei- u. GeschäftSang., a 4.044 8.850 4.162 4.294 8.714 Taglöhner.....,, 9.782 9.559 8.045 7.578 8.654 Haushaltungspersonal.», 2.882 2.989 2.897 2.756 2.090 Lehrlinge und Lehrmädchen» 1 494 708 1.178 1.296 855 Man erhält für K6 100 Reichsmark 678.— Markmünzen 725.— 100 österreichische Schilling». 526.50 100 rumänische Lei«,,, 17.10 100 polnische Zloty,,,. 515.50 100 ungarische Pengö,,, 546.50 100 Schweizer Franken*** 655.50 100 französische Francs,,. 08.70 1 englisches Pfund.. 141.— 1 amerikanischer Dollar.» 28.50 100 italienische Lire.*«',« 129.40 100 holländische Gulden.., 1575.— 100 jugoslawische Dinare... 61.55 100 BelgaS..,,,,. 481.— 100 dänische Kronen..,,. 630.— 100 schwedische Kronen,,, 727.— “eite 6 „Sozialdemokrat" 1«. Sebfemter 1937. Öle Vereinigten Staaten und die Weltwirtschaft Der Wirtschaftsbericht der New-Vorleü „Garanty Trust Company" bringt die folgenden Ausführungen über die amerikanische Handels« Politik und die ArbeitSkämpfe in UTA(Siehe auch Nr. 217 vom 16/ d. M.): ES erhebt sich die Frage, welche Ziele man beim Abschluß künftiger Handelsverträge verfolgen soll. Wenn Entwicklung zeigt, daß unser Land einer langen Periode des Einfuhrüberschusses entgegengeht, sollen daun Anstrengungen gemacht werden, die Handelstendenz zu ändern? Man mutz bei dieser Ueberlegung das populäre Mihverständnis. vermeiden, datz ein Einfuhrüberschutz ein unerwünschtes Element in der Wirtschaft j e t> e t Nation ist. Eine Handelsbilanz ist günstig oder ungünstig nicht wegen des Verhältnisses von Export und Import, sondern wegen iijftö Einflusses auf das Funktionieren der bestehenden internationalen Wirtschafts- und Finanzbeziehungen der Nation. Ein Land, das hohe Auslandsschulden, zusammengeschmolzene Goldreserven und grotzen Rohstoffmangel hat wie D e u t s ch l a n d, kann mit. Recht einen Exportüberschutz als günstig betrachten, während ein Land mit grotzen Goldreserven und grotzen Kapitalsanlagen im Ausland eine unbegrenzte Fortdauer seiner Exportüberschüsse kaum als wohltätig oder normal ansehen könnte... Vom finanziellen Gesichtspunkt aus betragt unser monetärer(Geld-) Goldvorrat mehr als 12.609 Millionen Dollar, eingerechnet das sterilisierte(aus dem Umlauf gezogene) Gold. Das wirtschaftliche Gedeihen vieler anderer Länder rind damit indirekt auch unsere» Landes könnte durch eine Rückkehr dieses Goldes gefördert werden, und diese Rückverteilung könnte nur durch Anleihen oder Kapitalsanlagen im Ausland oder Zahlungen für eingeführte Waren geschehen. Die letzte und keineswegs die unwichtigste Frage ist die der internationalen Währung. Sicherlich kann keine Handelspolitik auf lange Sicht vorgenommen werden, ehe nicht der Grundriß einer internationalen Währungsstabilisierung erkennbar ist. Ein Zeichen der WirtschastSbesserung ist das anhaltende Sinken der beim staatlichen Arbeitsamte registrierten Erwerbslosenzahl. Ende Juli betrug die Zahl 4,989.998 oder 1.5 Prozent weniger als Ende Juni und 28,7 Prozent weniger als vor einem Jahre. Das Sinken im letzten Monat, das im Widerspruch zur saisonmätzi- i gen Tendenz steht, bezeichnete die Fortdauer einer Abwärtsbewegung, die seit zehn Monaten fast ohne Unterbrechung andauert. Die gegen- wärtige Zahl ist die kleinste, die seit Bestehen des Arbeitsamtes ausgewiesen wurde. Der Höhepunkt waren 9,812.517 Erwerbslose. im März 1986. Die Neueinstellungen im letzten Monat betrugen 841.858 und davon traten 297.588 in Privatbetriebe ein. Die auswärtigen Verhältnisse können kaum als gebessert betrachtet werden. Obwohl sich aus dem Bürgerkrieg in Spanien keine grötzere Krise in den internationalen Beziehungen entwickelt hat, ist die Unsicherheit im Fernen Osten durch den Ausbruch offener Feindseligkeiten zwischen China und Japan gestiegen. Der Handel zwischen den Bereinigten Staaten und dem Fernen Osten ist ernstlich gehindert, und die.Verhältnisse können noch schwieriger werden infolge des japanischen Beschlusses, die chinesischen Häfen zu blok- kieren. Die letzten Auhenhandelsberichte zeigten, datz Japan die Position der Vereinigten Staaten als führender Faktor im chinesischen Außenhandel geschmälert hatte. Während der ersten Hälfte dieses Jahres waren die Vereinigten Staaten mit 19 Prozent an der Einfuhr nach China beteiligt und Nahmen 22 Prozent der chinesischen Ausfuhr auf, während die entsprechenden Zahlen für Japan 19 uvd 12.Prozent waren. Die Ergebnisse fiir das ganze Jahr sind aber höchst ungewiß, im Hinblick auf die gegenwärtige Situation."''* Deutsche Emigranten ehren Masaryk Mittwoch, den 15. September, versammelten sich die sozialdemokratischen und freigewerkschaftlichen deutschen und österreichischen Flüchtlinge im Odvo- rovh düni. Die Staatsflagge der Tschechoftowakischen Republik und das trauerumflorte Bildnis de» grotzen Verstorbenen verwiesen auf den Ernst der Veranstaltung hin. Wilhelm Sander jprach einige Ge- dächtnlsivorte für den verstorbenen Präsidenten der Republik, würdigte ihn als groben Europäer und edlen.Menschen und einen Vater aller Bedürftigen, dem auch die deutschen und österreichischen Flüchtlinge zu großem Dank verpflichtet find. Stehend nahmen die Versammelten tief ergriffen diese Gedächtnisworte auf. Josef Hofbauer entwarf mit bewegter Stimme ein lebendiges Bild de» grotzen Toten, diese» edlen Menschen,' großen, Philosophen und Staatsmannes. Alle Phasen seine» gestaltungsreiche» Lebens würden in diesem seingezeichneten Lebensbild durch den Redner in überzeugender Weise nahegebracht. Die Versammelten nahmen zustimmend Kenntnis von den Beileidstelegrammen, die der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschland» an den Ministerpräsidenten und in ähnlichem Sinne an den Präsidenten Dr. Eduard BeneS und an den Gesandten Jan Masaryk verschickt hatten. Da» Telegramm an den Herrn Ministerpräsidenten Dr. Milan Hodja hatte folgenden Wortlaut: „Wir trauern mit Ihnen und Ihrem Lande um den Hingang.eine» wahrhaft groben und«dien Menschen. Die Einheit seine» Wesens war bestimmt durch den Willen, zu- wirkender Humanität, der er gedient hat als Lehrer wie als Staatsmann. Er wär eine beispielgebende und wirkende Kraft in jener allgemeinen,, über Parteigrenzen Hinausgreisenden Kultur- und Freiheitsbewegung, der wir alle dienen nach unseren besten Kräften. Heute, wo mehr denn je zuvor die beispielhafte Persönlichkeit eine» grotzen Lehrer» der Menschheit not ist," um die. geistigen Grundlagen der europäischen Kultur zu verteidigen, fühlen wir den grotzen Verlust, der nicht nur Sie und Ihr Land, sondern uns alle getroffen hati .diesen Prinzipien erhoben und damit der Menschheit gedient hat." Da» Telegraphen- und Telephonlauamt Re. 2 in Prag, das die Uebersiedlung von Telepho.nteilnehmerstationen im Sprengel Ärotz-Prag vornimmt, macht die Teilnehmer aufmerksam, im eigenen Interesse ehesten» die entsprechenden ungestempelten Gesuch« vorzulegen. Adresse de» Amte»: Telegrafni ftavebni ütad i. 2. Praha II. JIndkiM 9n. Tel. 882-82. Republikanische Wehr, bezirk Prag Aus Anlass des Ableben- unseres verehrten Alt-Präsidenten T. G. Masaryk veranstalten wir.am Freitag, de» 17. September 1987 nm 20.80 Uhr im Parteiheim eine Trauer-Kundgebung der Republikanischen Wehr, Ortsgruppe Prag. Gedenkrede: Reichsleiter Ernst Paul. An dieser Trauer-Kundgebung nehme» alle Mitglieder der Republikanischen Wehr(akfive und unterstützende) teil. Aktive Mitglieder in voller BerbandSkleidung. Freiheit! Die OrtSgruppen-Leitung. JCwvst und Mss-ir Im Schatten seines Geiste» haben wir in schwerer Zeit Schub und Asyl gefunden in Ihrem Lande. Da» politische Schicksal hat uns gelehrt, datz der Geist wahrer Humanität und die unbedingte Achtung der Rechte der Menschen die Grundlage aller Kultur und allen Fortschritts sind. Wir huldigen heute dem grotzen, dahingeschiedenen Geiste, der sein Volk zu Spielplan de» Neuen Deutschen Theaters. Mittwoch 716 Uhr: C a r m e n(Ä 1).— Donnerstag 7% Uhr:„N,a t h an der W e i f e"(E 1). —, Freitag geschlossen.:— Samstag 716 Uhr: Jedermann(Hl).— Sonntag 7% Uhr: Obe r 0 n(B 2). Spieplan der Kleine« Bühne. Mittwoch 8'llfc: Rausch.— Donnerstag geschlossen.— Freitag 716 Uhr: Nora.— Samstag 8 Uhr: Eine F r a u ohne Bedeutung:— Sonntag 8 Ufr: Raus ch. Myrna Loy und William Powell in dem Fllm„Detektiv Nick". Veräainacfmchlen MB* b-hnhof bK Haupüüngang^uf°der een,™ UnfrSt, Wande rung Chynavska myslivna. BSIee. Unboit- ,nn.! Landsmann. Fahrtpreis ziüa 7JOS. Deine Dlarhe: Dolhsziinder Walter Kolarz: Das Regime Blum Preis AL 16— Bei alle» Kolporteuren«der beim. Verlag: Zentralstelle für das Bildung-Wesen, Prag XU, Slezskä 18. 'eeeOeeeeeeDeedeet Am aller Welt Daö Alkoholometer. Bekanntlich ist es sehr schtver, das' Matz der Trunkenheit irgendeines Subjektes'polizeiamtlich festzustellen, wenn der Betreffende» auch die tollsten Säuferdelikte begeht.' Deyn. gerade Gewohnheitstrinker versichern in-er Regel, daß sie ausnahmsweise ganz nüchtern find' und'man konnte ihnen bisher schwer nachw'eissn, daß sie es keineswegs waren. Jetzt hat ein amerikanischer Arzt, Carger, das Ei des Kolumbus in dieser Äeziehung gefunden. Der Apparat heißt Alkoholometer und hesteht aus einer einfachen Gummiblase, in die der Betreffende hineinatmet. Dieser Atem wird dann in ein besonderes Präparat geleitet, das eine Flüssigkeit ist, die sich bei Anwesenheit vo.: Alkohol verfärbt, so wie sich Säuren und Laugen durch die Rot- oder Blaufärbung von Lackmus erkennen lassen. Diese Flüssigkeit reagiert so genau, daß man an der Stärke der Verfärbung ohne weiteres den Grad der Alkoholisierung ablesen kann. Irrsinnige Wetten. Eine Wette, die geradezu irrsinnig zu nennen ist, hat zum Tode eines Arbeiter» in 9 i l e geführt. Er behauptete einem Kollegen gegenüber, datz es-völlig ungefährlich sei, einen Halden Liter Benzin auszutrinken und wettete, datz er es ohne irgendwelche üblen Folgen tun würde. Ma» war in größerer Gesellschaft, in ziemlich angeheiterter Stimmung, und die Wette kam zustande. Man beschafft« sich Benzin, und der Arbeiter goß sich ein Glas nach dem anderen ein, und»at so, als ob er e? trinke. Aber in Wirklichkeit goß er sich das Benzin in den Rockärmel. Da alle Anwesenden schon ziemlich angetrunken waren, merkte niemand den, geschickr durchgesührten Trick und er kassierte den Gewinn ein. Aber unmittelbar danach beging er die Torheit, sich eine Zigarette anzuzünden. Der benzingetränkttf Rock'fing selbstverständlich sofort Feuer, und man' mußte den Mann mit schwersten Brandwunden in» Krankenhaus schassen, wo er verstarb.— In England gibt e» ein weitverbreitete» Sprichwort:„Wenn ich Unrecht hab«, will ich meinen H.ut aufeffen." In Melbourne hat jetzt«in junger Mann diese» Wort in di« Tat umg«setzt. Er hatte mit Freunden gewettet, »atz er in der Lage sei, alle Fragen, die in dem Un« terhaltungSfunk gestellt würden, al» gebildeter Mensch zu beantworten. Man stellte' den Radioapparat an, aber selbstverständlich verlor er diese Wette, da er kaum auf die Hälfte der'.Fragen antworten konnte Nun hatte er gesagt, daß er seinen Hut aufessen würde, wenn er die-Wette' verlieren würde. Und er tat e» auch: er begab sich Mit seinen Freunden schnurstracks hi ein Restaurant,- zerschnitt dort den Hut in kleinste Teilchen.und ließ sich diese in einig« Beefsteak» einbraten. Er verzehrte da» Mahl mit sichtbarem Genuß und erlitt tatsächlich keinerlei Beschwerden.••?’ 1 7 - Seltsam« Sensationsgier. Die Geschichte würde absolut unglaubwürdig klingen, wenn ihre Wahrheit nicht durch ein rechtskräftiges Urteil bestättgt würde. Die Lokomottvführer der Züge auf der Strecke Kaunas—Mrballen beobachteten in den letzten Wochen wiederholt ein Mädchen, da» quer über den Gleisen lag. In nicht, weniger al» sieben Fällen gelang e», den Zug rechtzeitig zu stoppen, da sich die offenbare Selbstmörderin auf einer völlig geraden Strecke über die Gleise, warf, so daß sie von weitem gesehen werden-konnte. Aber noch ehe die Maschiyt- sten bis an die Frau herankommen konnte», sprang sie regelmäßig auf, lief davon und. verschwand spurlos. Man konnte sie erst beim ächten Versuch ding«, fest machen, und ei stellte sich heraus, daß er«in junges Mädchen namens Laura Ley aus Wirballen war. Sie könnte'ketNe rechten Gründe für".ihr merkwürdige» Verhalten geben, verwahrte sich aber ganz entschieden dagegen,' Selbstmordabsichten gehabt zu haben und erklärte lediglich, daß sie di« Erregung bei dem Heranbrausen de» Zuge» ganz besonder» schön fand. Sie wurde zu drei Monaten Befängni» wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit im Eisenbahnverkehr verurteilt.-I-(MTP) Gangster„kontrollieren" den elütrischen Strom. Durch Zufall ist man auf die Umtriebe einer Gangster-Bande gekommen, die sich auf Elektrotechnik spezialisiert hatte und die die Edison Company um mindesten» eine Mission Dollar geschädigt hät. Man hat ein Mitglied der»Bande auf frischer Tat ertappt und. damit da» ungewöhnlich. exakt auSgedachw System festgestellt, nach.dem die Bande arbeitete..Die Verbrecher wutzten, zum Teil unter Drohungen, die Grotzabnihmer von Strom dazu zu bestimmen, ihre elektrischen Zähler„revidieren" zu lassen. Diese „Revision" geschah einfach: die Siegel, qn den Plomben wurden gelöst»'und'die Zeiger einfach' zurückgedreht. Damit„erspart«" man»hundert« Kilowatt?. stunden von. Ström/ und- in dem Fall, der zu' der' Entdeckung führte? War der Zähler" sogär ulndvss«. i tausend Kilowätti-Stunden zurückgedreht'worden.. Bei der Verhaftung, fand man in de»'Taschen.Ei. „Elektrotechniker»"'18 Siegel, die ganz hervot». ragend nachgeähint und dazu bestimmt waren/.Nach.' erfolgter Operation! Wiedel an den Zählern^ angf»)' bracht zu'werden. Außerdem fandmag bei ihm eine, Liste von 75 Hotel» und Klub», indenenör'regel«» mässig arbeitete. Die anderen Mitglieder der BaNH«! hat man noch, nicht ausfindig gemacht, da aber in. jedem einzelnen'Falle da» Elektrizitätswerk' um' durchschnittlich 5Ö00 Dollar geschädigt wurde; kann man sich ausrechnen, wie hoch der Gesamtschaden ist. Dw Gangster'hätten regelrechte Kdtnträkte mit. frn von.ihnen„bedienten"'Betrieben, di«„Ersparnis" Warpe ganz genau nach dem StromtarifuuSgerechnet und sie' erhielten. 50 Prozent dieser Summe al»* Honorar für ihre Tätigkeit, so daß auch:di«)Lösitzfr' der EtäblissemantS einen groben'Reingetpinn buchen konnten...»• Bezugsbedingungen: Bei Zustellung in» HauS oder bei Bezug durch die Post. monatlich KC16.—, vierteljährlich Kü 48.—, halbjährig Ai 96.—. ganzjährig K 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.- Rückstellung son» Manuskripten erfolgt»nur bei Einsendung der Metourmarken.—Die Leitungsfrankatur wurde von der Poft- und Tele« graphendirektiön mit Erlaß Nr. 18.SÜÜ/VI 1/1989 bewilligt.(Koutrollpostamt'Praha 25.— Druckerei:„Orbis", Druck-, Verlag», und ZeiiungS-A.-G. Prag.,