«-»tralorga« der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartet in der Tschechoslowakischen Republik mit A«»«ah«e do««0»t»g t»,Nch fr«» Z«injelptei. 70«eilet Rebaktionnnd D«w°ltung: PragXII.,§-4--» 02-Telephon SS077- Hermwg^«-Eilfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Aus dem Inhalt: Neue Betrugsaktion der SdP Erfolgreiche Kampfe der Fabrikarbeiter Wiener Rotunde niedergebrannt Sensationeller Mord In Prag 17. Jahrgang Samstag, 18. September 1937 Nr. 220 Stimmen der Internationale TG M noch einmal auf dem Hradschin Freiheit und der materiellen Gleichheit nicht trennen von der nationalen Unabhängigkeit. Die Aktion der beiden Demokratien wird von denselben Grundsätzen der Gerechtigkeit und des Friedens bestimmt. Zu der Gemeinsamkeit der Gesichtspunkte und zur Uebereinstimmung der Handlungen gesellt sich jene spontane Sympathie, die zwischen Nationen ebenso existiert wie zwischen Einzelwesen. Unsere tschechoslowakischen Freunde haben das oft genug gefühlt. Den wertvollsten Beweis dafür mögen sie sehen und empfangen in diesen Stunden der Trauert kontrolle betrauten Schiffe besser zu einer dringenderen und bedeutsameren Aufgabe, Nämlich bei der BekätNPfung der Piraterie, im Mittelmeere, ver- wendet werden können. Wie bereit» erwähnt, wird das'^ystem-des Beobachtungsdienstes, das u. a. die Benützung von Kontrollhäfen und die Bern» füng internationaler Beobachter auf Handelsschiffe umfaßt, aufrecht erhalten. Der englisch-französische Beschluß* bedeutet, daß die einzige Grenze, die gegenwärtig der Kontrolle unterliegt, die f r o n zäsisch« f a tri s. ch e Grenze ist. k Der Beschluß wurde Öen, ohne' eine Sitzung deS Londoner Wcht- , chüngSauSschusseS einzuberusen, da Grotz- britannien und Frankreich, die einzigen Mächte, Welch«'tzie SeekoNtrollli durchführten, der'Ansicht sind, daß eS ihr Recht ist, zu entscheiden', was mit Mit»'eigenen Schiffen geschehen soll/-"'' i Eine; Sitzung des NichteinmischuügSauS- , schusseS wurde Nicht anheraumt und e» hat auch ioWWj^dchtch! Ausschuß vertretene'Macht die Mroenlng zur- Einberufung dieser Kommission ausgesprochen. Spaitien-Seekontrolle endlich eingestellt . Land o n.(AR.) Den im London« Richt- einmischnnzSauSfchuh««ttttene» Staaten wurde bekanntzezeten, daß gestern die Seekontrolle d« tm RichteinmischungkauSschutz vertretenen Fiot- tenmächt« im Mittelmeer und an der Nord- und Rordwestküste Spaniens aufgehört Hat. In d« betreffenden Note wird darauf»«wirsen, daß dir britisch« Regierung im Einvernehmen mit d«' französtsche« Rrsierüng mit Rücksicht ans' die gr- sindertrN. verhültniffe beschlossen habe» ihre KriegSschiffe, dI« bisher im Sinne d« Abmachungen des London« RichteinmischungSauSfchuffeS die Kontrolle in'-' de» spitnischr» Gewässern auS» ütten, abzuberufen. Dürchdiese rnzlisch-französt- sch« Entscheidung wird der Plan de» Beobachtungsdienst,» ,« Land«nd'znr Ser nicht berührt,! - Die englische und französische Äegierung find' deshalb, zu dies«, Entscheidung. gelängt, weil sie der Ansicht sind, daß die in der RW'elnmischüngS- Prag.(Tsch. B. B.), Neber den Wäldern von Läny und über der Hauptstadt Prag, über diesen zwei Stellen, die die Gedanken der gesamten Bevölkerung der Tschechosiowakischen Republik in den letzten Tagen auf sich zogen, senkte sich der Abend-ine» schönen SpätsowmertageS herab. An diesem milden Abend trat der Leichnam der Präsident-Befreier» T. G. Masaryk den letzten Weg auf der Karlsbader Straße von Schloß Läny nach Prag an, den. der erste Präsident der Tschechosiowakischen Republik bei sei- nen Lebzeiten so oft zurückgelegt hatte und den er noch kürzlich in voller Frische unternommen hatte. ES Wär an jenem denkwürdigen Sonntagnachmittag de» 4. Jtali 1987. da er zum letztenmal unter die tschechoslowakische Armee kam. die mit Zehntausen- den auf dem' Strahover Stadion des Zborower Sieges gedachje., z Wie in den verflossenen- Tagen nach Läny unübersehbare Reihen von Pilgern strebten, die sich vor dem Wien Antlitz de» Befreier» verneigen wollten, so-versammelten sich schon Freitag gegen Abend entlang der-Karlsbader Straße von weit und breit noch größere und ständig wachsende Menschenmassen, um dem großen Toten.auf, seinem lebten Wege nach Prag, in dessen Aerzen er jetzt vier Tage ruhen wird, ihr« Ehrfurcht zu erweisen. Oer Sarg wird geschlossen In Anwesenheit de», staatlichen Bezirksarzte» Dr. Karel.Kianda wurde auf dem Schlöffe Läny der Sarg de» Präsidenten geschloffen, verlötet,, und so-, dann hierüber ein Protokoll verfaßt, Der Arzt de» Präsidenten Dr. Waixner verhüllte ba» Fenster oben imSargdeckü-°mit«üi«m-schwa»zen Tnch.-Avf.dtn- Sarg wurde sodann der zweite Deckel gelegt und der ganze Sarg sir eine große Staatsflagge peingehüllt. Diesem Akte wohnten von den MitgliÄern der Familie de» Präsidenten der. Sohn Ian und die Tochter Olga, fern« Kanzler Sämal, General Blähä, sämtliche Sekretäre de» Präsidenten sowie der. staatliche DiftrÜtrarzt von Läny Dr. Svoboda bei. ' DI« Armee Übernimmt den Toten... UM 19 Uhr teilt der Amtsarzt Dr. Köanda dem Militärkommandanten du Burg, Oberst Kvapil, mit, daß alle Borbereitungen-zur Ueberführung der sterblichen Ueberrestede» Präsidenten T. G. Ma- faryk bereit» äbgeschloffen sind, Kanzler Dr. Sämal und der Chef der Militärkanzlei d'e» Präsidenten der, . Republik, General Bläha, begeben sich in den Trauersaal, wo alle^ Familienangehörigen um den Sarg.versammelt sind und ersuchen sie,, die sterblichen Ueberreste de» Verstorbenen der tschechoslowakischen Armee anzuvertrauen, welche sie mit allen Ehren bestatten will. Nachdem die Einwilligung hi,ezu erteilt worden war, heben elf. Angestellte de» Schlosse» den Sarg vom Katafalk auf und wagen ihn durch die Schloßhalle, über da» Stiegenhau» und denHaupteingang bi».vor- da» Schloß. Dort erwartet sie bereits der Militärkommandant der Burg, Oberst Kvapil, der ehemalige Burgkommandant, Llberjt,Seidl, der Kommandant der Burgwache, Oberstleutnant Hofman, und sech»- Fähnriche. der Dürgwache, die bereit» seit vielen Jahren in. den Diensten der Burgwache stehen, Übernehmen'den? j Sarg von den, Schloßangestellten und tragen ihn I zum Leichenwagen.- . Sobald der Sarg an der Schwelle de».Schlöffe», .Läny sichtbar wurde, ertönte' da». Kommando „K. pocti zbraü" und eine Abteilung der Burgwache, welche vor dem Schloßeingang in Reih' und Glied steht,.lejstet.dem Wien Präsidenten',zum letztest Male' die Ehrenbezeugung.-- " Gleich darauf setzt sich.»« Leichenzug- in Be» wegung.- Hinter dem Sarge schreiten di« Fanlilienangehörigen de»Berstorbenen:seinSohn Fan,.feiste Töchter Alice.und' Olga, sein« Enkel. Herbert und Leonard, die Enkelinnen Anna'und Herbert».und 'die Nichte Ludmilla mit ihrem Gatten, dem Ge- fafldteii Lipa.' Hinter derFamilie schreitet der Leibarzt de» Verewigten, Dr. Maixn«, dann folgen dir Kränke'nschwestern-Kapsovä, Redzyankovä und Seifer- tovä, die den Präsidenten Masaryk- während seiner Krankheit. pflegten.'' Im-Leichenzuge folgest dann Kayzl^r.Dr. Sämal mit General Bläha, hinter ihnen die Sekretäre der.Verstorbenen Dr...Schenk, Dr. Ledvina und Dr. Skarvam wesiir.die Bibliothekarin de» verstorbenen Präsidenten Dr. GaSparikovä uiid.dle'-SököeWin' von! Dr. AliceMasarykovä, Fräulein- Fischerovä. E» folgen die.Beawten-d« , Privatkanzlei- deS. PrLsthentey, ,Masaryk, die- Vertreter de»'KchspßpHWäyrW.-dem Schloßvörwältor- Nevkela, tzem Obergärtner- Krejsa, d«. Wirtschafterin Saökovä und der ehemaligen Wirtschafterin de» Präsidentin Frau Eernä an der Spitze. Bor dem Schloßeingang erwarten di« Familien der Schloßängestellwn den Leichenzug, link» von-der Bürgwache'steht«Ine größer« Gruppe von Journa». listen.- Den Halbkreis in dem Haüptcingang zum Schloß schloß das Schloßpersonal und die Angestellten de» Gute» Läny. Da» Läuten der Glocken von der Schloßkapelle begleitet den Präsidenten Masaryk auf seinem ley-, ten Wege/ grell leuchtet in die Dunkelheit vor dem. beleuchteten Begräbniswagen da» Rot der Staatsflagge. .In, voller Stille schritt der Zug durch, den Park von Läny.- An dem Tor, da» zum Park von Läny. führt, macht der Zug halt. In diesem Augenblick wird der ganze.Raum durch da» helle Licht. der Magnestumfäckeln erleuchtet.'-- Eine kurze Weile bleibt der Zug stehen. Um 19.15 Uhr setzt-sich dec Zug. wieder in Bewegung. - Ole Fahrt nach Prag Dichte Menschenmengen stehen vor dem Schloß und läng» der Straße, auf der sich der Zug nun-' mehr in Bewegung setzte.- Zu beiden' Seiten der Straße brennen griechische Feuer. Auch in den Fenstern der Häuser.-sind überall Lichter zu sehen. Soweit die Reflektoren de» ersten von Läny kommenden Auto» sichtbar werden, erstarrt alle» zu tiefster Still«.-" fvss.ßürt man im Spalier dq- Schluchz«!», der Frauen und viele Männer wischen sich ltzästist. ckü»'dAssUggen.''--"""""-* Am Ostrand der Gemeind« Btevnov erwarte: seit 20 Uhr«in Kavalleriegeleit, bestehend au» zwei Erkadrinen de» 1. und 5. Dragonerregimente», den Leichenzug. In gedämpftem Ton werden die vorgeschriebenen Meldungen erstattet und dann setzt sich .der Zug unter dem Kommando de» Brigade« general» Dostal wieder in Bewegung. Die Straßen sind von einem dichte« Menschenspalier eingesäumt. Tausend« von. Männern, Frauen, Greisen und Kindern wartest hier geduldig schon seit Stunden. (Fortsetzung ans Seite 2) Vern Patriarchen der europSlschen Demokratie Von Emile Vandervelde Der Führer der belgischen Sozialdemokratie, Emile Vandervelde, veröffentlicht im Organ der belgischen Sozialdemokratie„Le Peuple" von Mittwoch, den 15. September 1987— da» Blatt trägt an der Spitze seiner Ausgabe diese» Tage» einen Au»spruch Mas«« ryk»— einen Artikel über den verstorbenen Präsidenten, in welchem er zunächst von seinem ersten Zusammentrefsen mit Masaryk im März 1917 erzählt, da Masaryk al» Rebell den Kampf gegen Oesterreich führte. 29 Labre später ist Masaryk als Pairiarch der europäischen Demokratie auf dem Gipfel seine» Ruhme» gestorben. Vandervelde fährt dann fort: '„Ln diesem traurigen Europa, welche» alle Tage immer mehr einer internationalen Anarchie auSgeliefert ist, wo die Schlechten verwegen' sind und die Besten sich beugen müssen, ist und bleibt Masaryk der geschichtlich bewunderungswürdigste Typus des in seinen Ueberzeugungen unerschütterlichen Staatsmannes, der in der Festigkeit seiner Generallinie ein Beispiel für alle ist und zerbrechlichen Kolosse auf tönernen Füßen gegenüber zeigt, was ein großes Herz und ein großer Geist vermögen, um über die Unterschiede von Sprache und Raffe hinweg die unzerbrechliche Einheit eines Volkes herzustellen im Zeichen der Demokratie, ohne jemals zum Mittel des Zwange» oder der Gewalt gegriffen zu haben. Eines aber tröstet uns in dieser so schmerzlichen Prüfung, welche sein Volk durchzumachen hat. . Masaryk ist zweifellos mit der Gewißheit gestorben, daß sein Werk fortgesetzt werden wird, daß an dem Tage, wo eS in Gefahr gerate, da» Böhmen des JohanneS^HuS zu allem Mut'und allen Opfern bereit sein wird. ' Die belgische Arbeiterpartei sendet ihr tiefstes Beileid der gesamten tschechoslowakischen Demokratie und in erster Linie unseren sozialistischen Freunden der verschiedenen Sprachen und Nationen, weiche durch ihr Bündnis den Allgemeinwillen bezeugen, koste eS, was wolle, den ruhmreichen Vorposten der Demokratie in Europa zu verteidigen entschlossen sind. Präsident Masaryk ist tot! «> ES lebe die Tschechoslowakische Republik I" Dem Architekten der europäischen Freiheit Kundgebung der Labour-Party Ded Präsident der nationalen Erekutive ter britischen Labour-Party, Hugh D alt o n.-übermsitelte nachstehende Kundgebung der britischen- Labour-Party anläßlich deS Tode» Masaryk»: „Im Namen der britischen Labour-Party. möchte ich unserer tiefsten Sympathie mit dem tschechosiowakischen Volk Ausdruck geben in die'em Augenblick des Ablebens Mafaryis, dessen Namen in meinem Lande' ebenso wie in jeder' anderen Demokratie in der ganzen Welt geehrt wird. Masaryk wär einer der hervorragendsten Archi- teüey"der modernen europäischen Freiheit.' Er war ein«, überragende Persönlichkeit, welche stets für Wahrheit, Toleranz, soziale Gerechtigkeit und internationale Verständigung eingetreten ist. Wir britischen Sozialisten und Demokraten, welche eine innige Litzbe für sein Vaterland habenund die großen Errungenschaften-der Tschechoslowakei seit dem Ende deS großen Weltkrieges bewundern, werden niemals den'Namen Masaryk'vergessen. Auf dem Wes zur Säuberung '?'**** des Mittelmeers G« n f.(Reuter.) Der Freitag in Genf«ntrrzeichneten Nachtragßvereinbarung zum Nyo- ner Abkommen zufolge««den sämtlich« Flugzeug«- die Handelsschiff« angrrifen, ohne ihnen die Möglichkeit zu geben,.die Besatzung in Sicherheit zu'bringen, als Piratenflugzeuge a n g e s e h en und dementsprechend behandelt werden. Da ab« Flugzeuge- diese Bedingungen. einfach nicht«fülle» können,'bedeutet daS Abkommen eigentlich, dass«in Verbot von Fli e g e r a n g r i ff e n a uf H and« l sschi,fs« erlassen wird. Der Borschlag, dass daS Nyon« Abkommen auch auf AngreifendeMbeistvasserschiffe ausgedehnt wird, hat Einwendungen de» griechischen Delegierte» zur Folge gehabt,' weShalb dem RachtragSaikommrn ein Satz in dem Sinne angeschloffen wurde, dass r» den Mächten in ihren Territotialgewäffern iiber- laffen bleibt, nach ihrem Gutdünken und den eintretenden Umständen zu handeln. DaS heutige Abkommen enthält zwei Rachträgr den denen der«st« dir Seewege im' Mittelme« behandelt, die den Handelsschiffen empfohlen w«drn, und d« zweite Nachtrag die Zonen- die für die Uebungen d« Unterseeboote- Vorbehalten sind. Die-Abkommen unterzeichneten sämtliche Bertre- ter der neun Staaten»«nd zwar ohne jedwede Vorbehalte..'■. Den-repoblikanischen Heros Von Lion Blum Lin„Le Povulaire". dem Zentralorgan der Sozialistischen Partei Frankreich», schreibt Löon Blum, der al» Stellvertreter de» Ministerpräsidenten und namen» der Regierung Frankreich» bekanntlich die Pariser Trauer-Delegation nach Prag führen wird, an leitender Stelle folgende Worte de» Gedenkens für T. G. Masaryk. Thoma» Masaryk hat die Tschechoslowakische Republik gegründet, regiert und erleuchtet. Er war zu Lebzeiten und wird nach seinem Tode bleiben die Inkarnation der Maffenseele eine» Volke», da» ihm. mehr al» jedem anderen seine Unabhängigkeit und Freiheit verdankt. Di« Geschichte wird ihn an Seiten des größten unter den republikanischen Heroen setzen, nämlich neben George Washington. Wie Washington hat er eine Nation erweckt; wie Washingion hat er einen Staat gegründet; und wie Washington hat er seine einmütige Volkstümlichkeit und den Ruhm, den er genoß, nur eingesetzt, um die Freiheit des Volles, das er ins Dasein rief, noch bester zu gewährleisten. Mehr geliebt und mehr.'geachtet als irgendein Autokrat, hat er niemals' etwas anderes sein wollen al» der erste Bürger unter gleichen Bürgern. Die Autorität, di« er in seinem Bolle besaß, war upermeßlich; aber sie stammte weder von einer Allgewalt,'die festhält, Noch von einem Ter» -ror;-den man-iinflößt, sondern«floß vielmehr nutz Dankbarkeit, vertrauen und Zuneigung. Deshalb bewunderten alle Demokraten der Welt sein Werk,- ehtzten seinen Namen, gewannen Kraft aus seinem Vorbild.-Und deshalb haben alle teil an der Trauer, die heute ein ganzes Volk erfaßt hat. ' Frankreich ist vielleicht jenes Land, in dem ditse».Gefühl am tiefsten empfunden werden wipd; jene französische Republik, die für die Tschechoslowakische Republik eine besondere Freundschaft nährt. Nicht anderes als die Tschechoslowakei Thoma» Masaryks und Eduard Benes' kann auch Frankreich die Ideen der politischen Sette 2 LamStag» l8.Scfftemher 1937 Nr. 22V Er Ivar ein großer Sohn nicht nur der Tschecho- slowakci, sondern Europas und sein Platz in der Weltgeschichte ist gesichert." Vie Veit Kat einen Helden verloren Die Stimme des»Daily Herald“ Im„Daily Herald", dem Blatt der briti« ichen Labour-Party, widmet der Außenpolittftr N. W. Ewer, dem Präsidenten Masaryk einen . langen Gedenkarttkel. in dem es u. a. heißt; „Als Staatsoberhaupt kam er in die Stadt znrück, aus der er als Hochverräter geflohen war. Ein Schmiedelehrling, ein Lehrer, ein Professor und Verschwörer— und nun ein Präsident. Dieser Mann begann im Alter von 68 Jahren eine neue Laufbahn. Und sein« Aufgabe war nicht leicht. Der neue Staat hatte keine Armee, keine Beamtenschaft, kein Geld. Alles mußte erst geschaffen werden. Die wirtschaftliche Lage war ver- zwciselt. Politisch war das Land von nationalen und Klassenkämpfen zerrissen. Das erste Wunder Ivar, daß der Staat es iiberlebte. Das zweite Wunder: daß er der Diktatur entging. Beide Wunder sind Masaryk zu verdanken. 17 Jahre blieb er Präsident, Führer, Berater, zur Mäßigung und Zusammenkunft mahnend, immer darauf dringend, daß ohne innere Freiheit und Demokratie die neue nationale Freiheit wertlos sei. Und nun ist er tot. Nicht die Tschechoslowakei «Nein, sondern die Welt hat einen heroischen Menschen verloren." Masaryk und die Sozialdemokratie Im„Neuen. Vorwärts" beschäftigt sich Friedrich Stampfer in einem intereffan- '. ten Aufsatz mit dem Verhältnis Masaryks zum Marxismus und gelangt, dabei zu folgenden ..• Schlüssen: Masaryks, Humanitismus heißt, auf die Staatsverfassung angewandt, Demokratie, auf die Außenpolitik angewandt Frieden, auf die Wirtschaft angewandt Sozialis- m u s. Wir kämen also mit Masaryk zu einem undogmatischen, ethisch fundierten, freiheitlichen und pazifistischen, doch auf den notwendigen Selbstschutz der Freiheit keineswegs verzichtenden Sozialismus. Das wäre dann ungefähr der Sozialismus der englischen Arbeiterpartei, von dem ihr Führer Attlee in seinem neuen Buch„The Labour Party in Perspecttve" sagt, daß er„auf Religion und Idealismus gegründet ist". Auf Religion und Idealismus— Religion nicht im Sinne eines bestimmten Kirchenglaubens— gründet sich auch Masaryk» Humanitismus und DemokratiSmuSi":'l- Wickham Steed widmet in feinem Büch: „The Meaning of Hitlerism" Masaryk ein ganzes Kapitel. Denn in ihm erblickt er den konsequentesten und stärksten Gegner des Dritten Reiches. Ein schärferer Gegensatz im Geistigen wie im Moralischen läßt sich in der Tat kaum denken. Hier ist wahrhaftig jede Möglichkeit einer Synthese oder eines Kompromisses ausgeschlossen. Marx und Masaryk aber stehen im großen Kampf der Gegenwart trotz aller Kritik, die der Schüler an dem Lehrer übt, auf derselben Seite der Barrikade. Liefert uns der Marxismus zum Verständnis unserer Zeit notwendige.Erklärungen, so gibt uns Masaryk idealistische Humanitätsphilosophie verstärkte sittliche Antriebe. Es muß also noch nicht 25 EINE GESCHICHTE VON BILDERN UND ANTIQUITÄTEN Copyright by Saturn Verla* 1935 „Ja", sagte er,„das wurde nicht ausgenommen^ Es scheint ein Erzeugnis früherer Epochgn, vielleicht des vierten Jahrhunderts, zu sein und dem sogenannten gotisch-pontischen Formenkreis zu. entstammen. Skytisch-sarmatische, ja sogar byzantische Formelemente sind hier wohl im Spiel gewesen".■■ „Also weg damit!" befahl fast angewidert der junge Ulf. Damit schien di« Besichtigung für diesmal, beendet: Die Herren erhoben sich. „Ja, und sagen Sje mal", fragte Professor Mysenius,„woher kommt denn nun eigentlich das Ganze? Wem gehört es denn?" Valeria» trat einen Schritt zurück und-schüt- ielte den Kopf. „Das kann ich Ihnen leider nicht sagen", entgegnete er leise, aber entschieden., „Ja,.das wäre doch nun. aber.wichtig",! meinte Professor Mysenius. „Meine Herren",, sagte^ Valeria», dein eine gewisse, vielleicht bedenkliche, Befremdung beider. Herren nicht entging,„meine Herren",, sagte er zögernd und fast geheimnisvoll,„der Schmuck lommt aus dem Besitze einer! sehr, einer ganz hohen Persönlichkeit.. Ich sage mehr, al».ich sagen darf, wenn ich verrate, daß die Provenienz des Stückes, vpn dem wir eben gesprochen haben, die pontisch-gotische Provenienz, also die Krim, etwas mit der Herkunft des ganzen Schmuckes zu tun „weniger Marx" heißen, wenn man sich.im Kampf gegen die Despotie"des braunen.^ Barbarentum» zur Parole bekennt: ,„Mcbr Diasaryki" vle kervoivasenljdtO H Persönlichkeit der Gegenwart HM,j Aus dem Stockholmer„Sozialdemokraten": Masaryks wissenschaftliche und literarische Tätigkeit war von sozialem Pathos, von unbeirrbarem Glauben an die Freiheit, der nationalen Souveränität als einziger für da» Leben der Nation geeigneter Form durchdrungen und getragen. In Masaryk starb di« hervorragendste und edelste Persönlichkeit der Gegenwart. Er war einer von jenen, die der ganzen Menschheit gehören und die Trauer, dse die Tschechoslowakei befiel, ergriff auch die'Freunde der Demokratie sind der Humanität der ganzen Welt. hat— aber bitte, meine Herren, mich jetzt nichts mehr zu ftagen, bitte wirklich nicht!" Er trat, wie erschrocken über die bereit» begangene Indiskretion, noch einen Schritt weiter zurück. Es muß zugegeben werden, daß dieser Einfall nicht sehr originell war. Fast die Hälfte aller Antiquitäten, die dem Käufer heute in Pari» oder London auf diskrete Weise angeboten werden, stammen entweder aus irgendwelchen Zaren» und Großsürstenschlöffern oder aus den ebenso sagenhaften Kellern der Tscheka, wo geldgierige Kommunisten es geswhlen haben, oder im geheimen Auftrag der' Bolschewik! verkaufen.. Genauere Nachforschungen sind hier nicht nur prinzipiell unzulässig, sondern, wie jedermann einsehen wird, auA gefährlich. Eine ideale Atmosphäre für Geschäfte im Trüben. Wett bequemet'und psychologisch noch besser fundiert als die frühere Methode, bei der die vertriebenen Habsburger, Hohenzol- lern und anderen Dynasten für den Hintergrund dieser Transaktionen stotterten. Die beiden deut», schen Herren verstummten angesichts diese» Hinweise» ValerianS auf di« hochstehend« Besitzer« Persönlichkeit. Aber es schien, daß sie-—und besonders Professor Myseniu»-7— nicht restlos befriedigt waren. Valerian machte sich'zunächst kein«' Sorgen über diese Frag«. Aber es sollte sich zeigen, daß er damit Anrecht hatte. * Zwei Tage, drei Tage vergingen, auch, ein vierter Tag verging ohne'ein Lebenszeichen von. der Kunst-Warte-Stelle,. Valerian... verkürzte schließlich die Ungeduld de» Warten», indem er sich, tn«ine Affäre ganz anderer. Art rettete. Ihr Be. ginn lag, schon einige Zett zurück, ihre Fort-, sührung hatte er sich für die große und glückliche, Zett nach Abwicklung der ernsten Geschäfte aufsparen wollen., Nun aber trieb ihn bie Unruhe zu'der Unternehmung, di« wir jetzt zu schilderst', haben. Am fiinfftn dieser quälend erdistniblosen! 'Tage erklärte er'seiner FreustdinV den Westd Dem unbeugsamen f ürsten . der QemokraUe<^|'' H.. Aus dem Warschauer„Robotnik": xM . Der„würdige Grci» der Weltdemokratie" starb, nach einem in jedem Sinn« diese» Worte» prachwollenftLeben..ilstasaryk wär eine außer» Wvohnliche^GestqP^Wid verknüpfte in seiüem Geiste undrnn seinkrPsyche dtt Werte eine» Gelehrten und eine» Staatsmannes von allergrößtem Range. Er war der„geistige Diktator" seiner Na- tion und blieb'bi» zuseinem letzten Atemzuge der „unbeugsame Fürst der-Demokratie". Dieser ganz große Mcmn, der immer hart wie ein Granitstein blieb, rto’W sich' um. die‘großen Jdtin handelte, hatte niemals die Demokratie verraten. Sein Vaterland'wird ihn niemals vergessen, iwer auk für die.Demokratie aller Länder wird der Name LhoMä8"GärWüe''Mäfhhr Blick war eben noch zur Tür gerichtet gewesen. Er legte ab, ging ast!dMTisch mM^ftagw,'::IWestst», ob er Platz nehmen' dürfe.''.' St« hob den Kopf (unwahrscheinlich war dieses schmale Gesicht mit den großen, brennenden' Augen Und dem dunklen Teint) s nickte, mitc(wohlgemerkt: gemachter) Gleichgültigkeit und sagt«!„Bitte:.'< Sie sprach «»-hart'und gebrochen,au»(mit einer hinreißend tiefen Stimme). Valerian bracht« di« Konversation in Gang. Während er'sprach.—■ und er sprach,ileichtt. überlegen und einfallsreich'— sah er k>ie Frau immerfort,an., Sie blickte meist vor sich,Hin und blieb schweigsam. Mrmanchaml sah sieigitf/ündi'warf ihm einen schnellen Blick zu. Ja, sagw er sich, ja;'. das ist der Typus, der auf mich reägjprt,idetTypuS,,.tjer,m,hrperfaIlentst!, '>-1 Die Frau erschien, väleriamal»«tne» der stillen, sanften Geschöpfe, deren leise Uitterwür« figkeit Männer ftine»,Schlag«»in, Erregung Versetzte,... Sleerinnerte^ihn an die berühmt« Ffora- büste Lionavdos im Kaiser-Friedrich-Museum— sie'wird'ÜbtigenS ängezweifelt.— aber sie er« ffelem In den betrieben . Die Gewerlschaftszentralckw,überdie^Teil- giabme der. Angestellten.'Sn den Trauerfeierlichketten: .... Die Gew^kschast-zeyMM. der tschechosko» wakischen Gewerkschastsvereinigung und, der tfchechoslowafifchen' Arbeitergcmcinde(Lsl. Ober diluicka) haben eine"gemeinsame-Kundgebung Mer die Teilnahme der Ästgestellten an dern Begräbnis des Präsident-Befreiers beschloßen. Den Angestellten im Rayon Groß-Prag wird über Verlangen der- Betriebsausschüssc (VerttauenSleuw) am Tage des Begräbnisses, dem 21. d. M., der notwendige Urlaub gewährt werden. Ueber Wunsch wird auch Angestellten von Unternehmungen außerhalb Groß-PragS die Teilnahme am Begräbnis durch Bewilligung entsprechender Freizeit ermöglicht werden, soweit die»'angängig ist. Ansonsten wird empfholen, im Einvernehmen mit der Leitung de» Unternehmen» um 10 Uhr vormittag» die Arbeit zu unterbreche' stund,' versammelt an einer passenden Stelle de» Unternehmen», die Rundfunküoerfta- gung der Trauerzeremonien anzuhören. Wo keine Rundfunkeinrichtung besteht, empfiehlt cs sich, ewe' Trauerkundgebung mit«wem hiezu geeigneten'Redner zu veranstaÜen und das Andenken de» großen Töten durch ewe Zehnminutenstille zu ehren. DI» Vertretung Englands London.(tzavaS.) Graf Winterton, der Kanzler der Grafichaft Lancaster,, wird die'englische Regierung beim Begräbnis de» Präsidenten Masaryk vertreten. * Der Zutritt zur Burg Der Sarg mit den sterblichen Acberresten de» Präsident-BcfreierSwird am 18., 1». und 20: September im Säulcnsaäle der Präger.,Bürg ausgestellt werden. D«r'Saal'wird!d«'r Oeffentlichkeit von Samstag, den 18)'September, 9 Uhr vormittags unuüterbrochen, also auch in de». Nachtstunden, bis Montag, ten 80. September, 21 Uhr zugänglich sein. Denjenigen, die dm entschlafenen Präsidenten di« letzte Ehr« erweisen wollen, wird der Zutritt ausschließlich vom Hradschiner Platz au» erlaubt sein. E« wird darum empfohlen, den Weg durch die Nerudagaffe, beziehungsweise durch die Marien- und Hirschgrabengasse zu nehmen. Die übrigen Zugänge zur Burg werden für diesen Zweck gesperrt sein. Ausländisch« Delegattonen und inländische Deputationen, soweit sie ein Automobil benützen, oder Blumenspenden mitführen, haben test Zugang über die Marienschanzen und die Staubbrücke in den zweiten Burghof reserviert. Im Jnttress« der Bewahrung einer würdevollen Still e und der Ordnung wird da« Publikum ersucht, den Weisungen der SichfrhettSwache, beziehungsweise.der.'Ordner bereitwillig Folge ,zU-leisten,.' W■ illJJ ar Da» Sekretariat ter Seziallstischen Artetter» Sport.Jnternatwnale hat au» Anlaß de» Tode» de» Präsident-Befreier» an die Famflie de» Toten, den Präsidenten Dr. Benes und an di« Regierung Beileidstelegramme gesandt. Sie sind unterzeichnet von den Genossen Senator Heinrich Müller und Silaba. Keine ArbeiterfuOballspiele Au» Anlaß de» Ableben» de» Prästdenten T. G. Masaryk entfalle« sämtlich« für Sonntag, den 19. September, angesetzttn Meisterschaft»- sowie Freundschaftsspiele, Dies«» Spielverbot gift für da» ganze Bundesgebiet. schien ihm noch herbliniger, noch strengflächiger. Er sagte es ihr. Sie lächelte kaum. Warum hatte sie solche Angst? Er fragte sie. ''„Angst? Warum glauben Sie da»?" erwiderte sie,.ävovorsollte ich Angst haben?" „Nicht vor mir...", sagte er und fixiert« sie brennend. '„Wovor also?" „Bor sich selbst...", flüsterte er und sowohl sein« Stimme wie sein Blick hatten etwa» Suggestive». Sie sagte nichts, sondern sah wieder vor sich hin und offenbarte in dieser Haltung eine Demut, die Valerian» gewaltigste und männlichste Instinkte auftief. .„Fürchten Sie.nicht»!" sagte er mit vibrierender Stimme,«noch habe ich mich in'.der Hand...." Sie sah auf.(Scheu, wie er zu erkennen vermeinte. Er liebt« diese scheuen, fast.angstvollen Blicke der Frauen/, welche'dje Kraft des männlichen Begehren» zurückweisen, weil sie ihr,zü'. erliegen fürchten.^/ TW „Sie sind sehr temperamentvoll.. erwiderte sie.(Es sollte amüsiert klingen!- aber er spürt«, daß e» erregt, abwehrend, und doch schon hilflos, klang.) „SW) bin..." sagte er ein bißchen heiser und goß das Gla» rauchenden Bin» de la Crimft in einem Zug hinunter,„ich bin so. Sie gefallen Wir, Seit ich Sie kennen gelernt habe, hin ich wie- verrückt." ..^Schnell geht da» bei ihnen... kaum eine' Woche":'','/ „Schnell oder gär nichts" stieß.Valerian hervor Uffd atmete hörbar.,'... .' Elpe.Paüseentständ,. „Lasten Sie mich jetzt", sagte sie und erhob sich,„ich weiß doch gar nichü von Ihnen.>." (Fortsetzung folgt)-.'.s Die Burg, erwartet den Joten (Fortsetzung von Seift' 1.)'' Der 20 Meter hohe, von drei Säulen-Etagen gebildete Pleknik-Saal ist an der Sttrnwand schwarz umflort, das Licht, das durch die Fenster hereinflutet, ist durch weiße Stoffverkftidungen gedämpft. Zum Teil sind die Wände mit grünen Kränzen behangen. Auf einem Podium sftht ein einfacher schwarzer Katafalk. Der erste Burghof ist mit einem schwarz bespannten Holzboden überdeckt. Schwarze Stoffbahnen ziehen sich in der Höhe de» zweiten Stockwerke» vom MathiaS-Tor bi» hoch über da» EingaNgStor der Burg, wo sie von einem starken Seil, da» an zwei Pylonen befestigt ist, schalten werden. Wie ein Baldachin spannt sich da» schwarz«: Tuch über den Burghof. Auch da» MätthtaSwr.ist schwarz verkleidet, der Aufgang zu den Präsidentengemächern'ist verdeckt, so daß das Tor',in: eine Art ovaler Kapelle, verwandelt erscheint. Der erste Bu rghof liegt im Halbdunkel einer Mondnacht. Nur da» Tor und da» abschließende Gitter sind beleuchtet. Der weite Raum ist fast leer. Erst nach halb 10 Uhr abend» nehmen rechts vom Eingang die Burgangestellftn Ausstellung, links die höheren Beamten der KabinettS- kanzlei und Burgämter und der Armee, dann mar« Wett die Burgwache mit umflorter Fahne auf. Kein lautes Kommandowort ist zu hören. Ueber dem ganzen Platz ttefe Stille, obwohl draußen vor dem Tor zu beiden Seiten feit Stunden ein dichte» Spalier steht. Dann stellen sich die beiden Parlamentspräsidenten. ein, der Ministerpräsident erscheint, nach ihm die Minister Bechyni, Dr. Eernh und Machniksowie der Primat0r von Prag. Sie nehmen'zwischen'dem Matthias-Tor und dem Eingang zum Pleänik-Saal Aufstellung. Einzug in dae Schloß Die stumme Ehrenbezeigung der Burgwache macht darauf aufmerksam, daß Präsident Dr.' Benej jn Begleitung Dr. Strirnpl» erschienen ist. Schweigend nimmt er neben Dr. Hödjä Aufstellung. Eine' Glocke vom Kloster der Barnablterinnen kündet da» Nahen de» Zuge». Endlich dröhnen Pserdehüfe über da» Pflaster. Die Schwadron, die dem Teten von der Stadtgrenze an da» Ehrengeleite gibt,' nimmt links und recht» vom Burgtor Aufiftllung. Plötzlich flammen grelle Lichter auf, dft Filmkamera surrt leise, die Burgwache tritt in» Gewehr.' Totenstille' herrscht, die Anwesenden entblößen das Haupt. Es ist KÜ nach 10 lthr abends, al» da» erste Auto in den Burghof' rollt.. Ihm entsteigen der Burgkom- mandant Oberst Kvapil und der Kommandant der Burgwache. An zweiter Stelle ist der Leichenwagen eingereiht, der vor dem Eingang zum Pleänik-Saal vorfährt. Durch dft Glaswände sieht man den ganz in die Staatsflagge cingehüllftn Sarg. Beamte und Angestellte der Burg heben den Sarg auf dft Schul- tcrn und ftagen ihn in den Saal auf den Katafalk. Inzwischen sind auf zwei weiteren Auto» die Kinder und Enkel de» Toten sowie einige weitere Anverwandte auSgestiegen und gehen hinter dem Sarg in den Saal, wo.sie in stummer. Andacht verharren. Zu den'Füßen des Sarge» wird«ist riesiger Lor« bccrkranz de» Präsidenten Dr. Bene- niedergelegt. Der Präsident und die Minister verharren ebenfalls ckurz« Zettsichwetgend vor dem Sarg». Ehrenwache der Generale Die erste Ehrenwache zieht auf, gebildet von den rangältesftn Generalen der Arme«, Syrodü und Krejäi, dem Burgkonunandanten Oberst Kvapil und dem Kommandanten der BurgwaHe Oberstleutnant Hofmann sowie zwei Rottweistern der Burgwache. Etwa» entfernt steht eine weitere Ehrenwache von ft drei Legionären. Eine Weift stillen Gedenken» folgt, dann führt Präsident Dr. Bene» die Familienangehörigen de» Toten Wer den Hof in seine Privatwohnung. Ein kurze».,.Kommando— daS erfte laute Wort seit Stunden.-7- und die Kavallerie vor deHBurgplatz rückt' ab,' dft Burgwache' wird zurückgezogen. Dft wenigen offiziellen Persönlichkeiten, die noch auf dem Burghof versammelt find, die Burgangestellten und ihre Familien und ein paar Journalisten. neige» sich vor dem Sarg. Dann wird da» Burgtor geschloffen. Niemand von den vielen Tausenden, die draußen'stundenlang im Spalier' standen, darf herein. Erst SamStag früh wird der Zukitt zum Sarg allgemeine freigegeben werden. Der Zutritt der Bevölkerung zu dem Säulensaal von Samstag bis Montag nachmittags wird vom Hradschiner Platz durch da» mittlere Portal üher.den erssen.Burghof erfolgen, wo die Wegrich» iung durch zu'beiden Setten ausgestellte Blumen» strächer angezeigt feig wird. . Mr. 220 SainStag, 18. September 1037 Seite 3 mit! steht. muhte sich natlirlich in de» Mitgliederlisten des Verbandes besonders bemerkbar machen. Dazu kam die große Arbeitslosigkeit Im Verbandsgebiete. Zeitweise waren 42 Prozent der Mitglieder arbeitslos. Die Gesamtausgabe für Arbeitslosenunterstützungen betrug in der Berichtszeit 30 Millionen AL. Mit diesen Leistungen hat der Fabrikarbeiterverband in der Berichtszeit Zeugnis abgelegt, daß er der Solidarität auch praktisch Äeltungzn verschaffen gewillt ist. Der Verband hat finanzielle Leistungen vollbracht, die namentlich von den Mitgliedern, anerkannt werden müssen. Trotz diesen gewaltigen Leistungen hat der Fabrikarbeiterverband auch auf dem Gebiete Hiezu meldet das L a n d e s a m t in Prag: Di« Zeitschrift»Der Trommler" wurde im Jahr« 1930 insgesamt dreimal und im Jahr« 1037 bis zum 1. Mai 1037 insgesamt viermal gerichtlich beschlagnahmt, und zwar wrgen der im 8 34 des Gesetzes zum Eine der Groborganisationen des Deutschen Gewerkschaftsbundcs, der F^a b r i k a r b e i- ter verband in derTschechoslo- wakischen Republik(Aussig), hält am 18. September und den. folgenden Tagen in Bodenbach' seinen sechsten ordentlichen B e r b a n d, S t ä g ab. Er will den Mitgliedern über die erfolgreichen Arbeiten in der Krise und die Bemühungen, das Los der Kollegen möglichst zu erleichtern, Rechenschaft geben und zeigen, welche Anstrengungen notwendig waren, die Arbeitsplätze zu erhalten und die Wiederankurbelung der in Betracht kommenden Industrien -und Gewerbezweige zu erreichen. Der bevorstehende Verbandstag steht an Bedeutung keinem anderen gleicher Art nach und die Oeffentlichkeit wird von berufenen Gewerkschaftsfunktionären gern zur Kenntnis nehmen, wie es in der Margarineindustrie, der Papierindustrie, der Chemie- Industrie, der Zucker-, der Zement- und anderen Industrien bestellt ist und was geschah, um die Belange der deutschen Arbeiter in diesen wichtigen Industrien energisch zu verteidigen. Der Verbandst»» in Bodenbach wird in dieser Beziehung sicher nicht enttäuschen..Rehen den, Berichten stehen auf der Tagesordnung:„W i r t- schaftsent Wicklung undGeWerk- Warum der„Trommler" eingestellt wurde Prag.(Tsch. P.-B.) Die Abgeordneten und Senatoren derSudetendeutschenPar- tei des WahllreiseS Böhmisch-Leipa sandten an das Landesamt in Prag und an das Ministerium des Inneren einen telegraphisch?» P r o t e st gegen die Einstellung der Herausgabe des Parteiwochenblattes„Der Trommler", das in Haida bei Böhmisch-Leipa erscheint. Dieser Protest wurde in der Nummer 217 des Blattes„Die Zeit" vom 15. September 1937 veröffentlicht. In dem Telegramm wird gegen die Einstellung der Herausgabe dieser Zeitschrift protestiert und behauptet, daß sie„ohne ersichtliche Gründe"erfolgt ist, daß sie eine außerordentliche Erschwerung der Kontrolle der Oeffentlich- keit durch die Press« bedeutet und„im Widerspruch zu den verbürgten Rechten" der deutschen Erfolgreiche Kämpfe der Fabrikarbeiter Der Fabrlkarbelterverband gibt Rechenschaft der Vertrags- und Lohnbewe-! nationalen Gruppe im Tschechoslowakischen Staat, g u n g e n große Erfolge trotz der schlechten Ber-! wie sie durch die Verfassung und durch die Verhältnisse zu verzeichnen. In den vier BerichtSjah- träge über den Minderheitenschutz verbürgt sind, ren wurden 1 0 8 Bewegungen>,. i. 8 1.9 81 Beteiligten durchgcführt, und 87 Verträge für Zehntausende abgeschlossen. Daß die Tätigkeit der Organisation Anerkennung fand, wird dadurch bewiesen, daß von den 359 Mandaten für die Be triebsausschüsse im BerbandS- sechs Monate eingestellt. Es handelt sich somit um eine Maßnahme, die sich auf die gellende» Vorschriften betreffend einen rechtsgültigen Spruch der kompetenten Gerichtsinstanzcn stützt und durchaus nicht dem Sachverhalt der Behauptung des Protestes entspricht, daß die Einstellung ohne ersichtliche Gründe und im Widerspruch mit den Minderheitsrechten erfolgt ist. Unfall Uber Unfall Am Donnerstag ereignete sich Im städtischen Steinbruch in Warnsdorf ein schwerer Unfall. In dem Steinbrnch sind fünf Arbeiter mit dem Verladen von Schotter beschäftigt. Die Arbeiter Josef Papritz und Josef Thiele kamen mittags mit drei vollen Hunden zur Verladerampe, entleerten einen Hund und wollten eben den zweiten umkippen, als die Rampe unter Ihren Füßen z u s a m in e n b r a ch und die Hunde mit beiden Arbeitern in die Tiefe stürzten. Während Thiele tvie durch ein Wunder so glücklich fiel, daß er mit einigen Hautabschürfungen und Prellungen davonkani, wurde Papritz buchstäblich der Kopf zerquetscht, was seinen sofortigen Tod herbeisührte. Der Unglücksfall dürfte ein gerichtliches Nachspiel haben, ivcil man anninimt, daß er durch eine schadhafte Stelle 'an der Rampe verschuldet wurde. blech ein Todesopfer der Arbeit Am Dnx-Bodenbachcr Bahnhof in Bodenbach ereignete sich am Freitag, den 17. d. M. gegen 7 Uhr früh ein furchtbarer Unglücksfall, dem ein junges Menschenleben znm Opfer siel. Der in der Bodenbacher Eisenbahiiwcrkstätte beschäftigte 32jährige Schlosser Skiivan M o j- m i r Ivar an einer Reparatur des Geleises beschäftigt und befand sich in liegender Haltung.auf Tausendfach erprobt, immer schon gelobt: HIRSCHSEIFE schaftstakti k",„Arbeitsrecht, Ar- beitslosen- und sonstige sozialpolitische Probleme" und andere wichtige Punkte. Wenn man daneben die B e r i ch t e überdiein Frage kommenden Industrien, die Referate des Sekretärs und der Vorstandsmitglieder hinzunimmt, dann hat man eine Tagung, wie sie aktueller und aufschlußreicher nicht gedacht werden kann. ~ Dem Verbandstag liegt ein mehr als hundert Seiten.starker Rechenschaftsbericht vor, der ein interessantes Dokument harter gewerkschaftlicher Arbe i t und zielbewnßtenKampfeS ist. Mehr als die Hälfte des Berichte-'dient zur Orientierung über di« vom verband bearbeiteten Industrien. ES gibt zur Beurteilung der Lage in der Papierindustrie, der Chemischen Industrie» der Mineralölindustrie, der Gummiindustrie, der Kunstseidenindustrie, der Zuckerindustrie, der Margarine-, Oel- und Kunstfettindustrie, der Zementindustrie, der Chamotteindustrie, der Kalk- und Eternitwerke und der Steinindustrie Wohl nichts' Durchschlagenderes als dieses Material, tvelches der Verband in seinem Bericht den Delegierten. in Bodenbach vorlegti Die Branchenberichte gewähren den Außenstehenden einen Einblick in die systematische Arbeit, die von dem VerbändSbureau in Aussig ausgebt, die nur von dem einen Bestreben geleitet ist, für die Fabrikarbeiter des deutschen Gebietes in der§SR die Lage so günstig wie nur niöglich zu gestalten. Sie zeigen aber auch, wie die Rationalist«- .rüng noch in. der Krisenz eit ihren Fortgang n a h'm, wie die Löh n e als U lt k o, st enentla st u n g von den Unternehmern herangezogen wurden und wie der Verband bestrebt sein mußte- diesem. Treiben Einhalt zu gebieten. Fast.in allen Industrien ergab sich, namentlich in der Berichtszeit von 1933 bis 1986, die Notwendigkeit,...den deutschen Arbeitern de» Arbeitsplatz zu erhalten) So unternahm es der Verband'immer wieder, gegen die Stillegung von Papierfabriken im deutschen Gebiete, gegen die Verlegung von.Produktionsstätten in der Großchemie, gegen ein«.ungerechte Kontingentvertei- lung in der Margarineindustrie, gegen die Stilllegung der wenigen jtn deutschen Gebiet liegenden Zuckerfabriken' usf.. energisch Einspruchs hu erheben, und diese Bemühungen bis zur Borsprache instBiirv des Ministerpräsidenten gemeinsam mit Vertretern des DeuffHest Gewerkschaftsbundes airszüdehnen. Richt immer haben die betreffendes Arbeiterkategarien ihrer Organisation für, solche Bemühungen Dank gewußt, aber ohne' auf Dank zii warten, hat der Verband seine Mission auf daS Beste zu erfflleil veimwcht.. ; Der Pericht spiegelt die.Krlsenwirkussgestbe« sonders im finanziellen Teil wieder. Wenn wir auf. den vorhergehenden'.Blättern des Berichtes, .die Krisenerscheinungen in den. Industrien.fach«' kuptzig behandelt sahen und dort di« Auswirkungen d e r M a s s e n e n t l a s s u n» g eMd e r Ra tiönalisi er u n g nstv. belegt finden, dann kann eS nicht'Wunder nehmen. dah der Verband seine Mifgliederzahl von 12.763 Ende, des Jahres 1982 nicht.Völl zu halten vermochte. ES mußten neben den Verlusten allgemeiner Art auch zahlreiche Mitglieder an andere Verbände abgegeLen'werden. DieMoße Zahl'der Ausscheidungen von Mitgliedern, die in den letzten Jahren ihren Arbeitsplatz verloren hatten, g e b i e t e 276 die freien Gewerkschaften, davon242 derFabrik. arbeiterverband inne hat. Die fteien Gewerkschaften hatten 77 Prozent und der Fabrikarbeiterverband 67 Prozent aller Mandate Ende 1986 besetzt. Das ist ein Beweis für die Anerkennung der Arbeit des Verbandes. Alle öffentlichen Versammlungen abgesagtl Die Parteileitung gibt bekannt, daß anläßlich des Ablebens unseres Altpräsidenten Masaryk alle öffentlichen Parteiveranstaltungen bis nach dem Begräbnis abgesagt sind, soweit sie nicht dem Gedenken an den Verstorbenen gewidmet sind. Berliner Professor und seine Freundin In In der Nacht auf Donnerstag ereignete sich in einer kleinen Penswn auf der Prager Kleinseite eine Bluttat, deren Einzelheiten vorläufig noch nicht geklärt sind.. Eines der Zimmer der Pension bewohnte die 24jährige, aus Breslau- stammende Rellamezeichnerin Gertrude Landsberger. Als sie den ganzen Mittwoch nicht zum Vorschein gekommen war, wurde ihr Zimmer polizeilich geöffnet- Gertrude Landsberger wurde tot ausgefunden. Unweit von ihr lag der Professor der technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg Waller DubiSlav gleichfalls tot. Beide Leichen waren unbekleidet und wiesen Stichwunden auf. Nach einem bei Prof. DubiSlav Vorgefundenen Brief hat dieser die Gertrude Landsberger, mll der er in intimen Beziehungen, stand, auf ihr eigenes Verlangest, getötet und sodann selbst Hand an sich gelegt. Ehe er sich dje Stichwunden beibrachte, hat er Gift genommen. Die Untersuchung dieses mysteriösen Falles ist noch nicht abgeschlossen, doch scheint von vornherein immerhin fraglich, ob die Angaben des Briefes auf Wahrheit beruhen. Zunächst muh. auffallen, daß die jung« Frau, von der die Initiative'.zu dem angeblichen einverständlichen Freitod ausgegangen sein soll, keinerlei schrift» -liche 7 Mitteilungen an ihre Angehörigen hinterlassen hat. Auchspricht di« Lage, in der die Tot« äusgefunden wurde, gegen die Annahme einer einverständlichen Todcs, denn Gertrude Landsberger wurde nackt vor ihrem Bett kniend aufgefunden, den Kopf? in die Kissen eingewühlst: Die materielle Lag« des Mädchens, deren Mutter mll einem Aussig« Arzt verheiratet ist, recht« fertigte auch nicht einen. solchen verzweifelten Entschluß. Sie hatte in BreSlau Graphik studiert. Und war W Aahre 1983 nach Prag gekommen, wo st« ihre Studien zu Ende führt« und in Künstlerkreisen-unter dem Namen-Buscht Landsberger-ziemlich--bekannt war.' Ihren LebenS- ünwrhchst bestritt sw durch graphische Arbeitest!, WaS Prof. DubiSlav betrifft, so war auch .dieser in Prag nicht üstbekannt, Er verkehrte in -literarischen- lind' Gelehrtenkreisen und war alS- Anhänger der logistischen' Philosophenschule NWieM'KreiS'').' b«astnt.- Nach«istem bei ihm Schutze der Republik angeführten Straftaten, wodurch die Grundlage für den GerichtSsprucki betreffend blt Einstellung der Zeitschrift gegeben war. Auf dieser Grundlage sprach das KreiS- als Pressegericht in Böhm.-Leipa niit Entscheidung vom 20. April 1937 aus, daß die Herausgabe der Zeitschrift„Der Trommler" eingestellt werden kann. Dieser im Hinblick auf die im BerufungS- wege eingebrachten Einwendungen erfolgte Spruch wurde vom Obergericht in Prag bestätigt, so daß er Rechtskraft erlangt hat. Auch nachher wurde durch das Bezirksgericht«ine weitere Beschlagnahme der erwähnten. Zeitschrift wegen Vergehens nach 8 14, Z. 2, des Gesetzes zum Schuhe der Republik bestätigt. Mit Rücksicht auf diese Umstände hat das Landesamt in Prag gemäß 8 34 des Gesetzes zum Schutze der Republik dstrch Entscheid vom 3. September 1987 die Herausgabe der Zeitschrift„Der.Trommler" auf Prager Pension erstochen aufgefunden vorgefundenen Ausweis erscheint er als Professor d«r technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg legitimiert. Daß er irgendwelche politische Verbindungen unterhalten habe, ist nicht bekannt. Hingegen verlautet, daß Prof, DubiSlav seinerzeit in Berlin in eine Affäre verwickelt war, die die Vermutung nahelegt, daß man es bei ihni mll einem abnormalen und belasteten Menschen zu tun hat. Gegenstand jener Affäre bildete angeblich ein sadistisches oder Eifersuchtsattentat gegen eine Frau, das in gewissen Punkten Aeyn- llchkeit mit der vorliegenden Tragödie ausweist. Nach all dem ist also die Annahme nicht von der Hand zu weisen, daß es sich um eine im Affekt .begangene Tat handelt, deren Motive bzw. Anstoß vorläufig in Dunkel gehüllt sind und vielleicht kaum je geklärt werden. Fest scheint das «in« zu stehen, daß hier ein rein persönliches D r a m a— aus welchen Ursachen 'immer— einen schrecklichen Abschluß gefunden ;hat,, ; Wahrscheinlich Elfersuchtsmord - Nach allem, was im Laufe deS Abends über den'Tod der Gertrude Landsberger und des Professors DubiSlav noch bekannt wurde» ist «S ziemlich ausgeschlossen, daß einverständlicher 'Doppelselbstmord vorliegt.' vielmehr scheint ein Eifersuchtpmord sicher zu sein und es fragt sich nur noch,! ob DubiSlav de» Mord geplant oder im Affekt wegangen hat. Er soll daS Messer/ mit dem er das Mädchen und sich tötete, gekauft und in' dit Wohnung mitgebracht haben, i DubiSlav hatte Berlin verlassen» weil gegen ihn. eine Untersuchung wegen deS erwähnten An/ schlages auf eine Freundin(ebenfalls ein Dolchstich) schwebt«. Di« Betroffene hat ihn aber in' der Untersuchung entlastet und DubiSlav hatte dir Nachricht erhalten, daß die Untersuchung niedergeschlagen sei und er zurückkehren könne. Ob ihm' nicht politische Verfolgungen drohte», ist«ine andere Frage. Gertrude Landsberger soll wie daS stPr. Tagblatt".'meldet, die Absicht gehabt haben, SamStag«inen Tschechoslowaken zu heiraten, vielleicht erfahr DubiSlav erst kurz vor der Tat, daß seine Geliebte heiraten wollte. einer Schiene, als ein Verschubwaggon anrollte. Leider überhörte Mojmir das Anrollen deS Wagens, wurde von diesem unterhalb der Brust ersaßt und überfahren. Der Unglückliche wurde förmlich in zwei Teile zerschnitten und war mif der Stelle tot. Es bedarf noch der Aufklärung, wie es kommen konnte, daß ein in Reparatur befindliches Geleise nicht abgesperrt worden war und darauf verschoben werden konnte. Der Verunglückte hatte erst vor kurzem geheiratet. Ein« Arlt-Büste in Graupen. Die Bergstadt Graupen im Erzgebirge enthüllt am 19. September«ine Gedenk-Büste für ihren berühmten Heimatsohn und Ehrenbürger, den großen Augenarzt Prof. Dr. Ritter v. A r l t. Die Büste wurde von dem Bildhauer Walter Lehnert, gleichfalls einem Graupener, modelliert. Wegen 200 AL in den Tod. Donnerstag wurde die Aussiger Kriminalpolizei verständigt, daß in einem Hause der Kennebergerstraße ein Schuhmacher tot aufgefunden wurde. Die Ermittlungen der Polizei ergaben, daß der Schuhmacher Lukasch durch Erhängen auä bem Leben geschieden war. Aus einem hinterlassenen Abschiedsschreiben geht hervor, daß sich Lukasch über den Verlust von 200 llö nicht hinwegsctzen konnte und seinem Leben ein Ende bereitete. 100.000 Chinesen umzingelt P e i p i n g. Die Meldungen des japanischen KriegSministrriumS. daß durch den Bor», marsch der Japaner 100.000 Chinesen umzingelt wurden, werd«» durch die hier eingetrosfenen Meldungen zum Teil bestätigt. Die Japaner haben sich gestern des Bahnabschnittes bei Pinhan, südlich von SuffchynS bemächtigt'und Hamit 50.000 Chinese» abgeschnitten. Inzwischen langt« «Ine japanische Angriffskzlonne südlich von Lianhsian bis 15 Meilen vor Sutschan. Die chinesischen Truppen droht, wenn sie nicht in die umliegenden Berge flüchten» vollkommen« Vernichtung. Kämpfe an allen Fronten Baleneia. Einer amtlichen Meldung zufolge schlugen die Regierungstruppen die Angriffe das-Gegner- bei Cerra llabeza und Valverde de loS Arrotzos zurück und besetzten sieben Dörfer. An der Nordfront bei Cabrales gelang«S den Aufständischen nach ganztägiger Schlacht die Sie- gierimgspositioncn in Lino und Pirolon zu besetzen. An der Front von Leon besetzt« der Feind Cueto Nrgro. Bei Cordoba im Abschnitt Cateza Mrstide erlitt der Gegner beim Angriff schwere Verluste. Di« Bombardierung Valencias hat 20 Todesopfer und 50 Verletzte gefordert. DaS Gebäude der' norwegisch«« Gesandtschaft wurde ernstlich beschädigt. I „Säuberung** ohne Ende. Moskau.(HavaS.)„I Swe st i j a* meldet, daß der ehemalige Vorsitzende des Z«n- tralerekutiv-Ausschusses der Baschkiren-Republjk, Tagprow, kürzlich alS„BaterlandSverräter" und„Agent bürgerlicher Rationalisten" entlarvt wurde. DaS gleiche Blatt sührt an, daß«in ähnliche- Schicksal wahrscheinlich auch den Vorsitzen- den deS LollSkomniissarenrate» dieser Republik, Balaschow, und andere bedeutende Persönlichkeiten tteffen wird. Mord oder einverständlicher Freitod? Seite 4 Samstag, 18. September 1937- Rr. 220 Eine neue Betrugs-Aktion der SdP Masaryks philosophisches Vermächtnis Masaryks Einfluh auf das philosophische Denlen des tschechischen Volles wird sich noch jahrzehntelang geltend machen. Sowohl seinen Schülern als auch seinen Gegnern gab Masaryks Philosophie Aufgaben,.Themen und Richtungen. Seine Impulse ergriffen Persönlichleiten vom verschiedensten Gepräge wobei die Gedanken Masaryks stets den Ausgangspunkt bilden werden. Mafaryk tvar kein Philosoph eines bestimmten System S. Für ihn bedeutete die Philosophie dasselbe, ivaS sie seinem großen Lehrer Platon bedeutete: die Liebe zur Weisheit, Wissensfreude, Geisteskraft. In der philosophischen Idee gipfelte für Masnrhk alles,>vas der Mensch hier erreicheir kann. Es ist ihm gelungen, den äußeren Erfolg mit der Tiefe des GedanlenS zu verbinden. Seine Ideen herrschen in tausenden Köpfen, Herzen und Händen. Er bewegte sich nicht bloß in den Gefilden des reinen Denkens, sondern vielmehr im Reiche der ganzen Wirklichkeit. Seine Philosophie wirkte stärkend, reinigend, erneuernd, ob es sich nun um einzelne Menschen handelte, oder um das ganze Volk. Masaryk tvar nicht bloß ein Ethiker, sondern auch ein Geschichtsphilosoph. Die Wahrheit zu suchen, bedeutete für ihn eine moralische Aufgabe. Masaryk hat lein System erklügelt. Er hat es auch nie versucht, seine Hörer und Leser mit einem geistreichen Feuerwerk zu blenden. Um so Iveniger prägte er nur propagntorisch eingestellte Schlagtoorie, um die Bolksmassen zu bearbeiten. Er wollte nur überzeugen. Seine W a h r- heitwarernstund einfach. Diese Wahrheit sollte sowohl den Einzelmenschen, als auch ganze Böller beherrschen. In ihm ging das Ideal Platos in Erfüllung. Der Philosoph wird zum Herrscher. Wo früher eine stolze Dynastie geherrscht hat, welche die Massen mit Macht und Günz bezaubern wollte, dort ergreift ein Denker tin Namen der Wahrheit die Zügel der Geschichte. Alle Philosophen, die Masaryk folgen wollen, müssen auch weiterhin Zeugnis für die Wahrheit abgeben, müssen auch weiterhin für die Autorität des Geistes kämpfen, müssen auch weiterhin trachten, den moralischen Einfluß des Gedankens und der Wissenschaft zu verteidigen und für höhere Gerechtigkeit einzutreten. Masaryk schuf eine Philosophie des kleinen Volkes, IvelcheS der Welt nicht mit Machtmitteln imponiere» kann, sondern einzig und allein seine geistige Größe bewähren muß. Masaryk als Erneuerer des Staates, seines Volkes, gibt dem Staat zugleich sein philosophisches Programm. Angesichts dieser großen Erscheinung kann es kein Denker hierzulande mehr wagen, unverantwortlich mit dem Gedanken bloß zu spielen. Das WerkMasa» ryls will fortgesetzt werden. Nicht etwa, daß der philosophische Gedanke politisiert werden sollte. Es handelt sich um keine Aktivität um jeden Preis. Masaryks einzigartiges Leben kann nicht nachgeahmt werden. Aber die Philosophie muß im Lande Masaryks Mittelpunkt des gedanklichen und moralischen Einflusses bleiben, denn die Aufgaben, die ihr Masaryk stellte, gelten für alle Zukunft. Er bahnte den Weg des philosophischen Denkens nicht bloß seinem Volke, sondern allen denjenigen, die europäisch fühlen. Seine Methode war kritisch und gewissenhaft. Er fürchtete keinen Gedanken, selbst wenn er zur abgrundtiefen Skepsis führte, aber er ließ sich durch keinen Skeptiker in seinem Glauben beirren. Obzwar er z. B. die Philosophie des Nationalisten Hume ablehnte, lernte er von ihm die Methode des kritischen Denkens. Er war ein Gegner des Positivismus, aber er schätzte bei den Positivisten daS Bestreben nach einem systematischen und einheitlichen Wissen. Deshalb fand er Schüler bei Vertretern aller wissenschaftlichen Gebiete. Im Grunde blieb er aber ein Platoniker, der an ewige Wahrheiten glaubte und der von der Unsterblichkeit der Seele und ihrem unendlichen Werte überzeugt war. Er war Gegner des TitanismuS und der Ilebermenschentums und suchte den Sinn deS Lebens in der Zusammenarbeit mit der göttlichen Vorsehung. DaS philosophische Werk Masaryks bildet bloß eine Ergänzung seines großen, beispielreichen Lebens. Seine staatsmännische Größe ist ohne Kenntnis seines philosophischen Werkes nicht zu erfassen. Die methodische Bewertung seines Gedankenreichtums bleibt eine Aufgabe der Zukunft ebenso, wie auch die staatsmännische Verwirklichung seiner Anregungen. Nazikrawalle In Budapest Budapest.(Havas.) Bei nationalsozialistischen Manifestationen kam es in der Nacht auf Freitag in Budapest zu zwei Zusammenstößen, wobei geschossen wurde, so daß starke Polizeiabteilungen einschreiten mußten. Es verlautet, daß 14 Personen getötet und sechs verhaftet wurden. Zum ersten Zusammenswß kam es in der Andrassy-Straße vor der nationalsozialistischen Gesellschaft für Raffenschutz, die auf dem Mussolini-Platz ihr Ende nahm, indem die her- beigeeilte Polizei den Platz räumte. Ernsteren Charakter hatte ein zweiter Zusammenstoß im Arbeiterviertel. Gegner des Nationalsozialismus wollte» dort die Versammlung eines extrem rechtsgerichteten Abgeordneten, verhindern. Es kam zunächst zu einer Rauferei, mit Stöcke» und Stühlen, dann aber ertönten Schüffe. Die rasch berbeigeeilte Polizei machte dem Zusammenstoß «in Ende.. ,r; Die Arbeiterschaft beginnt der SdP davon- zulaufen. Also versucht die SdP-ParteileitÜng/ Abteilung„Sozialpolitik",.die, Arbeiter dyrch Sonderaktionen für die SdP wieder zu interessieren. Den Arbeiter» wird in den Betrieben eingeredet— gewöhnlich geben sich SdP-Beamie dazu her—, daß sie„keine Vertretung", in den Sozialversicherungsanstalten hätten, weshalb sie die Neuwahl der VersicherungSkörperschasten verlangen müßten. Die Beamten lassen Rundschreiben zirkulieren, in denen Neuwahlen in die Sozialversicherungsanstalten verlangt werden. Daher schreckt man weder vor„sanftem" Druck, noch vor Betrug zurück. Wer nicht unterschreibt, kann zumindest mit schlechterer Behandlung, rechnen. Im Kunert-Betrieb in Warnsdorf hat man den D:xt des Rundschreibens auf Briefpapier der Firma geschrieben. Die Arbeiter sollten glauben, es handle sich um eine Aktion der Firma, die mm» nicht ablehnen dürfe. Auch in anderen Betrieben wurde dieser Kniff angewendet. Wir machen. die Arbeiterschaft auf diese neue Schwindelaktion der SdP aufmerksam, die nicht allein den Zweck hat, der Arbeiterschaft eine politische und soziale Aktivität der SdP vorzutäuschen, sondern deren Ergebnis auch eine S ch m ä l e r u n g d es Arbeiterein* slussesin den Sozi alversiche- ruvgSan st alten sein könnte. Sofern eben jemand auf die Hetze der. SdP positiv reagieren sollte, was glücklicherweise kaum anzunehmen ist. Die Behauptung, die Arbeiterschaft sei in den Sozialversicherungskürperschaften n i ch t vertreten, ist unwahr. Alles, was in den Sozialversicherungsanstalten Gute? geleistet wird, ist auf das Einwirken der Arbeitervertreter zurückzufüh- ren, deren Tätigkeit in nicht wenigen. Fällen von AKesneuisLeikw Ein MUaryk-Wort Ober den Tod „"Wir können uns das Auf hören des Lebens nur negativ vorstellen: daß wir nicht sehen, nicht hören, nicht wissen. Unser Begriff vom Tode ist so leer wie der Begriff vom Nichtbaum oder Nichtgras. Vielleicht fürchten wir den Tod wegen dieser Leere wie ein schwarees Loch,“ „Es kommt darauf an: ich fürchte Hin nicht, viele Menschen fürchten ihn nicht. Die Primitiven kennen die Todesfurcht nicht, das Mittelalter fürchtete den Tod nicht— erst der moderne Mensch fürchtet ihn. Vor allem fürchtet er mehr als die Menschen früher den Schmerz,... Die moderne Selbstmordsucht und die Todesangst hängen beide eng zusammen, wie Angst und Flucht Zusammenhängen. Wenn ich an die Unsterblichkeit denke, so denke ich nicht so sehr an den Tod und was nach ihm sein wird, als vielmehr an das Leben und seinen Inhalt. Für mich entspringt. die Unsterblichkeit aus dem Reichtum und dem Wert des Menschenlebens, der Menschenseele..." (Aua den Gesprächen mit Karel Capek) Lritünen-Einsturr bei einet Militärparade. Bei der Militärparade zum Abschluß der Manöver der 26. Division ereignete sich unweit von Euskirchen im Rheinland ein Ilnfall, der rund 100 Verletzte forderte. Die zirka 100 Meter lange Ehrentribüne stürzte in dem Augenblicke ein, als das Militär vor den militärischen Persönlichkeiten zu defilieren begann. Auf der Tribüne hatten Staatsrat Grohe, der Regierungspräsident von Köln Dr. Reeder, zahlreiche Persönlichkeiten der Wirtschaftskrise des Rheinlandes und einige tausend Zuschauer Platz genommen. Die„Kölnische Zeitung", die über diesen Unfall berichtete, veröffentlicht gleichzeitig die amtliche Meldung, derzufolge es sich durchwegs um, leichte Verletzungen handelt, mit Ausnahme von zwei Fällen, bei denen schwere Verletzungen konstatiert wurden. Nach der Untersuchung der Umstände des Unglückes wurden einige Unternehmer verhaftet denen die Verantwortung zur Last gelegt wird." Es wird darauf verwiesen, daß der Bau der Tribüne den gesetzlichen Bestimmungen nicht entsprach. Die Piratenmeere. Bier Transportschiffe einer amerikanischen Verkehrsgesellschaft konnten nicht auslausen, weil die Besatzungen eS ablehnten, in das M i t t e l m e e r einzulausen, wenn ihnen nicht ein Zuschlag von je 80 Pfund Sterling pro Mann und eine Lebensversicherung auf 6000 Pfund Sterling bewilligt wird.— Die Matrosen des britischen Schiffes„D e l e r o y", das eben mit Holz für^Dairen beladen wird, haben ihr Schiff verlassen, weil, ihre Forderung,, ihnen eine Kcicgszulage.für den Dienst in den chinesisch e n G e w ä s s e t’n auSzuzah- len, abgelehnt wurde. Die Polizei, hat die Besatzung auf das Schiff zurückgebrachi.. Ei» Dnellgezner Mussolini» gestorben. In Buenos Aires verstarb der italienische Journalist Cieeo 11 i, der seinerzeit ein Kollege von Mussolini, gewesen ist- Er arbeitete mit dem Duee zusammen in der Redaktion der.Avanti", dessen Chefredakteur Mussolini damals war. Eieeosti machst jedoch Hst Wandlung Mussolini» vom Sozialisstn zum Faschisten nicht mit, es kam zwischen beiden zu heftigen eben, jenen Unternehmervertretern bekämpft -wird, die jetzt inzrch die SdP die, Neuwahl der Sozialversicherungstörperschaften fordern. Diese Nnteruehmervertrestr mochten gerne SdP-Kameraden als Partner Hatzen. Denen könnten sie diktieren,'-die sozialistischen Vertreter lassen sich das -Unternehmerdiktat Nicht gefallen. Neuwahlen in die Sozialversicherungskörperschaften werden also von der SdP nicht zu dem Zwecke verlangt, den Arbeiter, einsluß in ihnen zu stärken, sondern den SdP-Einfluß, der immer mit dem Unternehmer einfluß gleichzusetzen ist. ES handelt sich übrigens um die gleichen Unternehmer, deren Gerechtigkeitssinn es zuläßt, daß den Arbeitern in Ihren Betrieben Hunger l ö h n e. gezahlt werden. Um diese Dinge kümmert sich die SdP jedoch nicht. Die SdP scheint auch gar nicht daran interessiert zu sein, daß etwa Neuwahlen in die Handelskammern erfolgen. Dort hat sie jetzt den entscheidenden Einfluß, dort ist sie an einer Aenderung der Zustände nicht im geringsten interessiert. Sie hält aber die Arbeiter für dumm genug, ihnen durch die Unterzeichnung jener Rundschreiben eine Schädigung der Arbei» terinstreffen zuzumuten. Den Artzeitern sei empfohlen, die Unter» schristenwertzer aizuweisen. Uetzer daS, was den Artzeitern nützlich ist, wissen die f r r i e n Gewerkschaften und die sozialdemokratische Partei.besser Bescheid al» die Unterschriftenwerber der SdP-Unterneh- mer. Da im übrigen die bisherigen Unterschriften unter Terror und Betrug zustandegekommen sind, wird man ihren Wert entsprechend einschätzen. Auseinandersetzungen, und kurz nach dem Marsch auf Rom sogar zu einem Duell.. Estcotti ging dann nach Südamerika. Er ist 87 Jahre alt geworden. Schnellzug entgleist. Unweit Beauchasstl im Departement Ardeche entgleiste der Schnellzug Paris —Marseille. Verletzt wurde niemand. Erdbeben in Karpattzorußland. Donnerstag, einige Minuten vor 10 Uhr, wurde in den Gemeinden der Chuster Bezirkes Horineev, LIpeol, Nisins BystL im Tale der Fluffer Mika, weiter in der Gemeinde Drahov ein einige Sekunden dauernder Erdbeben verspürt. Auch in der Stadt Lhust wurden Erschütterungen wahrgenommen und an mehrstöckigen Gebäuden zeigst» sich Mauerrisse. I» der Be» meitzde Drahov im Bezirke Taievo haben sich an zahlreichen Häuser» Risse gezeigt; der Verputz ist abgefallen und bei einigen Häusern stürzten die Kamine ei». Die griechisch-katholische Kirche i» Drahov, die eben mit einem bedeutende» Kostenaufwande renoviert wird, weist ebenfallr einen Mauerriß auf. Dst durch dar Erdbeben erschreckte Bevölkerung verließ eiligst ihre Wohnungen. Da» Erdbeben hatte mir örtliche» Charakter. Der Kaffenkontrollor al» Einbrecher. Der Athener Polizei ist e> gelungen, die Verbrecher zu verhaften, welche kürzlich einen Einbruch in die Griechische-Nationaldank unternommen hatten, bei dem ihnen 18 Millionen Drachme» in die Hände fielen. Wie ermittelt wurde, war der Anführer der Bande der Kassenkontrollor, der"Bank Dator, welcher den Dieben die Kaffaschlüffel übergab. Die Einbrecher hatten 200.000 Drachmen ausgegeben. DaS übrige Geld wurde bei ihnen gefunden. Ziehung der Prager Messelotterie am Mittwoch. Die Ziehung der zehnten Prager Messelotterie, die folge des Ableben» des Altpräfidenstn T. G. Masaryk verschoben worden war, findet endgülttg am 22. September statt. Gezogen werden 8645 wertvolle Gewinne, der erste Haupttreffer bestägt 100.000 KC. Da» Wetter. Auch gestern wehst überall in Mitteleuropa warmer Südwind, der bet uns die Temperaturen um fünf bis sechs Grad über de» Normalwert erhöht hat. In den Rstderungen wurde» nachmittag» 21 bi» 24 Grad, auf de» Bergen Die Wiener Rotunde nledersebrannt Ein Brandanschlag? Wie». Freitag mittags entstand.offenbar durch'Kurzschluß infolge eines schadhaften Kabels im Dachstuhl, der R o t u n d e im Wiener Prater »in Feuer, das mit Ungeheuerer Schnelligkeit-um sich griff und de» ganzen Riesenbau binnen kurzer Zeit in helle Flammen hüllte. Das Feuer fand in dem Holzbau der Rotunde reichliche Nahrung Und griff auch auf die Kojen der Wiener Messe- AuSsstllung über. Die Wiener Feuerwehr ist mit' sämtlichen Geräten am Platze und kämpft gegen das wütende Element. Die beurlaubten Feulit«- wehrmannfchaften wurden schleunigst einberufen- Gegen 13.80 Uhr ist die mächtige Kuppel uüter uugeheuerem Getöse eingestürzt. Die Arbeit der Feuerlvehrleust beschränkt sich auf die Lokalisierung de» Brande», da die Rotunde zur Stunde bereit» verloren scheint. Weiter bemüht sich die Feuerwehr, das Uebergreifen der Flammen auf den Trabrennplatz, der in unmittelbarer Nähe der Rotunde liegt, zu verhüten. y In den Abendstunden stand es schon fest,/ daß von her großen Rotunde nach dem Brandt nichts mehr übrig bleibt. Die Rotunde ist bi» auf die Grundmauern niedergebrannt. Die vorläufigen Untersuchungen über die Entstehungsursache' höben sensationelle Verdachts-; Momente ergeben. Im Laufe de» Nachmittags wurden von der Polizei mehrere Personen in Verbindung mit dem Brande in Haft genommen, welche im Verdachte stehen, an dem' Brand schuldtragend zu sein. Allgemein' wird von einer Brandlegung, gesprochen. Der Präsident der Wiener Messe,' Minister a. D. Heindl, erklärte Pressevertretern gegenüber, daß als Brandursache nach allen Anzeichen geschlossen werden kann, daß'Brandlegung vorliegt. Schon während der Herbstmesse gab es dreimal Feueralarm in der Rotunde.'Man glaubte jedesmal; daß e» sich um Kurzschluß handle. Auch damals wurde schon der.verdacht zum Ausdruck gebracht, daß es sich um Brandlegung handeln könnte. Zum Glück seien- 00 Prozent der Gegenstände, die während der Herbstmesse ausgestellt waren, bereits weggeschafft worden. Durch den Brand er«: leidet die Wiener Aktiengesellschaft schweren. Schaden und die Frühjahrsmesse: ist durch den Brand in Frage gestellt. Nach den bisherigen i Feststellungen sind keine Menschenleben zu be« t klagen. Die Wiener Rotunde galt zur ZettThrer Erbauung— zur Weltausstellung von 1878— al» ein neues Weltwunder. Die war damal» der größte eiserne Kuppelbau und e» wurden viele Zweifel laut, ob sie nicht zubammentzrechen würde. Die Kuppel war mtt echtem Dukatengold vergoldet worden. Später war die Mownde, an die sich für die Wiener auch noch die Erinnerung an dst bösen Begleiterscheinungen der Ausstellung, den Börsenkrach von anno 78, knüpften, eher eine Verlegenheit al»' eine Sehenswürdigkeit. Im Weltkrieg. wurde dev Bau als Reservespital benützt, nach dem Kriege kam er al» Ausstellungshalle der Wiener Messe wieder zu Ehren. 12 bi» 18 Grad verzeichnet. Da» Zentrum der über West-Frankreich liegenden Störung hat feine Lage bisher nicht geändert. Jnfolgedessm wird auch heute In der-Republik.noch ziemlich warmes Wetter vorherrschen. In Böhmen dürft« jedoch die Bewölkung von Westen her bereit» zunehmen uiü> auch leichte Regenschauer sind nicht ausgeschlossen.— Wahrscheinlicher Wetter heute: In Böhmen von Weste» her Zunahme der Bewölkung, Neigung z» Schauern, leichte Abkühlung, Winddrchung gegen Südwesten. In den übrigen Ländern noch im Ganzen heiter und milde. Südwest- bis Südwind.— Wetteraussichten für morgen: I» den böhmischen Ländern veränderlich, etwa» kühler, zeitweise Regenschauer, Westwind. Im Osten de» Staate» heiter und warm, Süd- bi» Südwestwind. Ein» gewaltige Rauchsäule steigt über dem brennenden Schanghai empor. «r. 220 TmnStag, 18. Keptemler 1837 Seite 5 tuifaum Preis nur Kl 1800.— DER BILLIGE KLEINSUPER Ein Beweis dafür, daß auch in der billigen Preisklasse moderne Super« hetempf önger mir verblüffenden Eigenschaften entwickelt werden können, ist der neue„Arioso*'.' Eine lange Reihe ferner Sender aus aller. Welt ertönt im Lautsprecher, trennscharf, lautstark.und naturgetreu. Ein vornehmes, an moderne. Stromlinienformen erinnerndes Gehäuse macht den„Arioso" zu einem Schmuckstück für jedes Heim! Gespräch mit einerScbwester Charlotte Masaryks A. S., New-Fork. ’ Frau Alice Mott, geborene Garritzu«, und ihr Gatte, Professor Dr. Lewis F. Mott, sind schon alte Leute/ Sie wurde am 21. September 1860 als neuntes Kind des Präsidenten einer Versicherungsgesellschaft in New-Fork, Rudolph Äarrigu«, geboren. Aber Frau Alice Mott hat sich chrc, angeboren« Beweglichkeit und Aktivität bewahrt. Sie ist als Gesprächspartnerin freundlich und. äußerst aufmerksam.. Ein« zweistündige Unterhaltung hat sie nicht ermüdet/ Wir waren elf Geschwister, erzählt Frau Mott/— und es ist natiirlich, daß wir nicht alle gleichzeitig aufgewachsen sind. Meine Schwester Emilie Täcilia, die älteste In der Familie, hat geheiratet,, als ich.neun Jahre alt war. Die nächstälteste. Schwester Marriet Augusta Hatto es qar eilig mit der Heirat und verlieh das väterliche HauS, als ich. erst sieben Fahre zählte. Charlotte war nur zehn. Fahre älter als ich, vor mir kamen zur Welt auch die Schwestern Isabella, Evelyn Camilla und Eleanor. Mit ihnen, auch niit Laura Esperanza,, die drei Fahre jünger ist als Ich/ wuchs ich eigentlich auf. Wir standen sehr unter dem Einfluß unseres geistvollen BaterS, der zisr Zeit unserer Kindheit und Fugend eine durchaus ausgeprägte, ich könnte fast sagen: eine end» gültig geincigcltc Persönlichkeit war. Unseres" Vaters LcbenSprinzip war: Le right and go aheadl Bleibe rechtschaffen und gehe vorwärts. Er selbst ging immer vorwärts, dar beweist doch seine kaufmännische und organisatorische Karriere, und er wollte, daß seine Kinder immer im Leben vorwärts gingen. Daher erzog er uns in dem Sinne, daß wir vom Gelbe, das er verdiente, nichts und von unseren Berufen alles erwarten sollten. Ich erinnere mich noch an seine klugen Worte:»Fede menschliche Existenz hqt ihre Wahrheit, und dies« Wahrheit muß angestrebt werden," Er half uns diese Wahrheit zu suchen und zu finden, indem er uns die Wahl ursseres künftigen Berufes freiließ. Was wir auch getväblt haben,— wir waren fast alle musikalisch begabt dbec interessiert— wir hatten das Bewußtsein! daß der Vater uns unterstützt«,— nicht weil«r die Kosten der Ausbildung Irrig, sondern weil er«S verstanden hat/ unseren Glauben an uns selbst und an den von Uns frei gewählten Berits zu unterstützen. — Bleibe rechtschaffen und gehe vorwärts! das war die Parole meines BaterS, als er, kaum aus Europa nach New Fork als junger Buchhändler übersiedelte, um die Hand meiner Mutter warb. Als er hier angekommen war, hatte er eine Empfehlung.an eine gewisse Frau Becker in der Tasche. Bei Frau Becker, traf er meine Mutter, die damals noch Fräulein Charlotte Whiting hieß. Er wechselte mit ihr nur wenige Wort«, er fühlte aber, daß Mischen ihnen beiden die Liebe auf den ersten Blick entstanden Ivar, Und als er zum zweiten Male zu Frau Becker kam und Frau Belker nicht zu Hause war und ihn ihr Gast, Fräulein Charlotte Whiting,, empfing, fragte er sie offen usid mutig, ob auch sie es gefühlt hätte, daß sie beide füreinander bestimmt seien. Kaum hörte er ihr«, verlegenen Worte,, waren schon seine Entschlüsse', gefaßt. Er reiste nach Chicago, wo ihre Estern lebten, und bat um die Hand meiner Mutter. Die. Ehe war'glücklich und harmonisch, das konnten wir, die Kinder, immer.wieder beobachten. '. Allerdings war mein Vaier nicht,. so rasch , entschlossen, als es sich um die Heirat seiner eigenen. Töchter handelte. Ich kann'mich noch gut an' sene Tage erinnern, als Charlotte auS LeiMg zu» rückgeköljstnen war'und den Eltern betichterb, daß sie sich mit einem fung«n.)Privatdozenten,' der ThomaSMafaryk hieß, verlobt'hatte.' Fch'war schon etwa 17bis 18 Fahre alt und war in alle Familienangelegenheiten eiNgeweiht. Es ist nicht wahr, was einmal'gedruckt erschienen war,' daß mein Bgter gegen die Heirat Meiner Schwester Charlotte, mit Mgsarhk war/ Nein, er war nur seinem Prinzip« treu: jeder Mensch must, elnyi Beruf-Haben/ und der Wienern Dozent schien ihm in«sesNem Berufe noch nicht fest ,eingewurzelt^ zu sein.! Dazu war Charlotte damals kränklich und verlangte viel Aufmerksamkeit und mütterliche Pflege."'Daher sagte-dev^ Vater ImMer wieder-: Wartet nochI Wiartet-noch', es eilt nicht so sehr,. Als aber mein künftiger Schwager, den wir , damals kurz Thomas llaMten, nach Amerika kam - und. sich' meinem Vater, börstillte, da/war das gtz-; schehen, was wir eine Metamorphose nennen. Der Väkrwar.fürdensungen'DozentensobegeisOrt, daß er sogar: das" Wörtchen„Warteti"! vergyh.' MS aber Masaryk für seinen Schwiegervater emp- ' funden hat, wi« er ihn schätzen und lieben lernt«, hat' der Präsident selbst des öfteren erzählt. Ich finde die gleichen Charakterzüge bei beiden Männern: wie m«tn Vater, kämpfte auch mein berühmter Schwager für die Bildung und Austlärung weitester Bevölkerungsschichten. Wie der Staatsmann Masaryk, propagierte auch mein Vater sein ganzes Lede» lang, daß der Aufbau des Staates durch rechtzeitige Reformen allein zu erreichen ist. — Mein Vater schloß seine Freundschaften nur sehr langsam, schloß et aber eine Freundschaft,, dann könnte niemand seinen Glauben an den .Freund brechen. Thomas Masaryk hat den Glauben meines Vaters an ihn bis zur äußersten Höhe erfüllt. — Fch vergesse fast, etwas über meine und Charlottens Mutter zu sagen. Unsere Mutter hatte auch ihr« Lebensphilosophie.' Sie läßt sich in einem Satze wiedergeben: das Herz muß immer die Wurzel alles menschlichen Dins sein. Das Herz war bei meinen beiden Eltern an der richtigen Stelle. Während aber mein Vater, seinen Aemtern gemäß, öffentliche Philantropie- pflegt«, ging mein« Mutter still und unbemerkt, ja anonym ans Werk. Sie hat vielen Menschen geholfen, ohne daß es ihre Kinder wußten; die Künstler, denen sie am liebsten helfend diente, kamen niit ihren Beichten erst später, nach dem Tode ihrer Wohltäterin. — Eigentlich ivaren mein Mann und Ich nicht viel auf Reisen, denn er war 50 Fahre lang Professor am College und ich hatte meine GesangS- fchule. Wir konnten nur in den großen Fersen reisen, wir waren aber sowohl in Prag wie in Kopenhagen. Fn Prag hoch« ich die Vergangenheit des Landes studiert, in der mein Schwager Masaryk so tief wurzelte. Auch habe ich dort den hohen Einfluß meiner Schwester Charlotte auf meinen Schwager beobachten können,— eine Tatsache, die Masaryk selbst in seinen Schriften so oft und so gern erwähnt. Biel Genugtuung schuf mir, als Künstlerin und als stolzer Tochter unserer Mutter, daß auch Charlotte, wie unser« Mutter, still und unbemerkt, ja gar anonym vielen, tschechischen Künstlern zu Hilf« kam.... Frau Alice Äoit hat noch viel zu erzählen, aber sie will mir auch so manches zeigen.- Fn ihrer kleinen Bibliothek hat sie alle möglichen Bücher in englischer Sprache, die ihrem weltberühmten Schwager— wie sie ihn so nennt-— gewidmet wurden.' Auch besitzt sie Bücher, die über ihre dänischen Ahnen erzählen, zusammen mit einer, fleinen Sammlung von genealogischen Tabellen und photographischen Wiedergaben der Familienbilder.„Dies alles besitzt in Kopien auch der Präsident", fügt sie hinzu,„er hat eine ganz« Sammlung als Geschenk zuseinem 80. Geburtstag erhalten. Fch konnte leider, seine Sammlung-nicht bereichern, denn die meisten Photos und Bilder, die ich besaß, sind beiyr Brande unserer Billa vernichtet worden. Ist es auch eine Art Tradition? Denn das größte und schönste Werk meines Vaters: seine Vorarbeiten,zu einer Enzykloädie, sind auch das Opfer eines Brandes,geworden." GEDENKET bei eHm Anrissen. der Arbeiterfürsorge! Ausland Stürmische„Auslese" Die Wahl der Kqndidaten-der demokratischen.und der repMikanischen. Partei für das Ne w.< Fork er B ü rgermeister amt war Freitag tn den, Ströhen von Faüstkämpftn begleitet, bei denen viel« Aussagen zertrümmert wurden. 15 Personen wurden verhaftet.. Um das Bürgermeisteramt bewarben sich der bis- hcrige Bürgermeister L a g ü a-r d i a, Angehöriger! per republikanischen Partei,' dei-- Demokrat Feremiah M a hostey und Senator C o p e- land, der, obivohl er der demokratischen Partei angehört,-.lpeg^n- seines. WiderstaydeS-gegen den Roosevelt-Planaüch von zahlreichen konservativen RepMikanern unterstützt wird. Nach den bisher vorliegenden Wahlergebnissen bei dem ersten Wahlgang vereinigt« die größte Stimmenza-Hl M a h o n e y, der- Präsident der-amerikanischen Amateur-Athletik-Union ist und als Demokrat kandidierte, auf sich.- Sein Wahlsieg wird,- als eine neuerliche Bestätigung der. Rooselbeli-schen Reformpolitik durch.die Wählermassen gewertet. August Br«y gestorben (JGB) Im Mer von 7S Jahre» ist in einem kleinen Orte in- der Nähe von Hannover August Brey .einem Schlaganfall erlege». Alle, die frühere Tagungen der Internationale mitgemacht haben, erinnern sich dieser weißhaarigen, manchmal ein bißchen bärbeißigen Kämpfers der deutschen Gewerkschaftsbewegung. Er war nicht nur der anerkannte Führer der MillionenhccreS der deutschen Fabrikarbeiter, sondern lange Jahre auch Vorsitzender der Fabrikarbeiter-Internationale. Der „Gewertschaftsdienst der Freiheits-Korrespondenz", dem wir di« Mitteilung enwehmen, schreibt u. a. über Brey:„Er war ein gewiegter Gewerkschaftstaktiker, vorbildlich ruhig und Überlegt. Aber wenn es die Lage erforderte, konnte August Brey auch blitzwild oder saugrob' werden. Alles in allem ist mit ihm ein ganzer Kerl in die Grube gefahren". MM BIS Die Organisierung und Betreuung der Arbeitslosen in Großbritannien ,*(JGB) In Großbritannien sind es hauptsächlich di« Gewerkschaftskartelle, die sich mit der Organisierung und Betreuung der Arbeitslosen befassen.'Erfreuliche Erfolge sind erzielt worden durch die Gründung einer Föderation von Arbeitslosenorganisationen für Lancashire, Cheshire und Nord-Wales. In wenig mehr als einem Jahr hat diese Föderation 40 Arbeitslosenorganisationen errichtet. Die Föderation arbeitet eng zusammen mit der Föderation der GewerkschaftS- kartelle dieser Gebiete. Andere Föderationen wurden in Aorkshire und Monmouth gebildet, deren Wirksamkeit im Bericht an den diesjährigen Gewerkschaftskongreß als gutes Beispiel empfohlen wird. Die Gesamtzahl der mit Gewerkschafts« kariellen zusammenarbeitenden Arbeitslosenorganisationen beträgt ungefähr 100. Im vergangenen Jahr hat der Generalrat des Gewerkschaftsbundes für ArbeitSlosenoröanisationen 8000 neue Mitgliedskarten auSgegeben, ferner hat er 24.000 Pamphlete zugunsten der Organisation der Arbeitslosen sowie 8500 Musterstatuten für solche Organisationen verbreitet. . Die amerikanische Autouwillproduktion. Seit dem Beginn des Siegeszuges des Autos hat die amerikanische Automobilindustrie nicht weniger als 86,855.003 Wagen-gebaut, wovon 57,010.802 Personenwagen und 9,385.201 Lastwagen waren. Diese ungeheure Zahl von über 66 Millionen Autos ist in nur 8 Jahren erreicht worden. Im Jahre 1900 bauten die ersten amerikanischen Autofabriken 4192 Wagen. Bereits in zehn Fahren erreichte die Zahl der Autos 187.000, und zu Beginn des Weltkrieges überschritt sie eine halbe Million. Die Relordziffer der Jahresproduktion ist im Prosperity-Jahr 1929 erzielt tvorden, und zwar mit 5,021.715 Wagen. Die.Krise zeigte sich bereits im nächsten Jahr, in dem die Autoproduk- tion um über 2 Millionen Wagen siel. Der Tiefstand ist im Jahre 1932 mit nur noch 1,431.467 Wagen zu verzeichnen. Seit diesem Jahre gehe» die Produktionsziffern wieder ständig in die Höhe und haben 1986 bereits wieder 4,616.274 erreicht. Die Verschuldung der österreichischen Landwirtschaft. Nach amtlichen Erhebungen beträgt die Verschuldung der österreichischen Landwirtschaft durch lang- und kurzfristige Darlehen 1040 Millionen Schilling. Die gesamte landwirtschaftlich bebaute Fläche beträgt 4.37 Millionen Hektar, von welchen 2 Millionen"Ackerboden und 2,25 Millionen Weideland sind. Auf einen Hektar entfällt im Durchschnitt eine Verschuldung von 238 Schilling. Von den Darlehen sind 450 Millionen langfristig, 590 Millionen kurzfristig. Die Verzinsung und Amortisation, die in der Regel 6% ausmacht, erreicht bei Privatdarlehen ost eine Höhe von 10 bis 12%. Zunahme der Frauenarbeit in Jugoslawien. Von 010.206 in den Krankenkassen Jugoslawiens versicherten Personen sind nach der jüngsten Statistik 166.872 Frauen, d. h. 27.55 Prozent, versichert. Im Laufe der letzten acht Jahre hat die Zahl der ertverbstätigen und krankenversicher« ten Frauen um 20.84 Prozent zugenommen; die Zahl der Männer hat um 5.06 Prozent abgenommen. Man erhält für Air 100 Reichsmark..... . 678.— Markmiinzcn.... . 725.— 100 österreichische Schilling . 526.50 100 rumänische Lei.... . 16.85 100 polnische Zloty... . 515.50 100 ungarische Pengö... . 546.50 100 Schweizer Franken.. . 655.50 100 französische Francs.. . 96.20 1 englisches Pfund... . 141.— 1 amerikanischer Dollar . 28.45 100 italienische Lir«.... . 126.40 100 holländische Gulden.. . 1575.— 100 jugoslawische Dinare.. . 61.30 100 BelgaS . 481.— 100 dänische Kronen... . 630.— 100 schwedische Kronen.. . 727.— Sie JhsejAugenl Bastes Licht ist hierfür gerade gut genug. ÖSRAM-Q-Lampen geben gutes und billiges Licht. Benutzen Sie innenmattierte OSRAM-0-Lampen; Ihre Augen werden es Ihnen danken.> OSRAM-® <ße Dekalrnnenfampe mit dem Garantiestempel .■/^-.//-■■. fdr' hohe Wirtschaftlichkeit. Seite 6 „Sozialdemokrat" LamStag, 18. September 1987. Nr. 220 1 OuB der Sattel Veremsnacftdcfttea §erldtesaaC 81 Riederlassungru, Stauer G Ximst und Wisse» Der Mm und erfuhr, daß es sich um einen Schwindler handeln müsse. Als sie nach Hause gekommen war. erschien nach kurzer Zeit ein anderer junger Mann, der sich als Detektiv ausgab und sie aufsorderte, sie möchte zwecks Aufnahme eines Protokolls über den Pariser 7: Tar- BezirkSorganisatiön Prag. Karten jur-Trauerfeier am Montag, den 20. September 1987, sind für Mitglieder der DSAP nur bei Genossen Mittenhuber, Prag H, Fügnerovo näm. 4(Gec) zu haben. Sie hatte die Ohrringe in der Mittagspause ihrem Beliebten übergeben, mit dem sie am Abend wieder zusammenkommen wollte. Das Stelldichein kam tatsächlich zustande, gleichzeitig aber wurde von dem Detektiv, der das """"". junge Mann Ansuchen entsprochen habe. Eingeholten Informationen zufolge, sind bereits hinreichend Stoffe vorhanden, damit auch an jenen Häusern Trauerfahnen auSgehängt werden können, wo dies bisher nicht der Fall war. Damit wurde es ermöglicht, daß durch die Ausschmückung aller Häuser in den Trauerfarben auch das äußere Bild der Stadt die wahre Trauer der gesamten^Bevölkerung zum Ausdruck bringt. Die Liga für Menschenrechte in- der Tschechoslowakei hielt Mittwoch, den 16. September 1987, eine Trayersitzung ihres Ausschusses, ab. Der Vor- sitzcndc,' Jag. Bohumil Pkikryl-, sprach über- das Leben und Werk des großen Verkünders und Ver- wirklichers der Menschlichkeitsideale, einige Mitglieder der Ausschusses gedachten ihrer Begegnungen mit T. G. Masaryk und seine.Werke. Der Familie des Berschicdenen und dem Präsidenten Dr. Eduard Benes' wurden Beileidstelegrammegesandt., Die tschechische' und deutsche Stüdentensektion der Liga Trauerkundgebung der Prager deutschen Lehrerschaft.- Am Rahmen einer Veranstaltung des Peitschen pädagogischen Vereins in Prag fand sich die Lehrerschaft der deutschen Volks- und• Bürgerschulen Prags am 16. d. M. im würdig aurgestat- tcten Zeichensaale der Altstädter Bürgerschulen vollständig zusammen/ nm daS.Andenken deö-verewigten Präsident-Befreiers T. G. Masaryk zu ehren. Die tiefempfundene Trauerrede hielt der Obmann des Vereines Oberlehrer ThoniaS Pötsch. Der Veranstaltung wohnten auch der Inspektor der staatlichen deutschen Volk»- und Bürgerschulen Josef Schmidt und zahlreiche Lehrer-Ruheständler bei. Die Feier schloß mit der Verlesung des Beileidstelegramms an Gesandten Ja» Masarhk und mit Absingung der Staatshymne. Nora Ein halbes Jahrhundert, dessen letzte Jahrzehnte zumal daS Antlitz der Gesellschaft fast beispiellos start veränderten, ist verflossen, seitdem der große norwegische Dramatiker Henrik Ibsen die „Nora" schrieb— neben den„Gespenstern" sein vielleicht berühmtestes Schauspiel. Ist cs auch selber ein Markstein im Befreiungskampf der: Frauen als des unterdrückten Geschlechts, so hat doch sowohl dabürgerliche Emanzipationsbestreben als auch insbesondere die sozialistische Bewegung inzwischen solche Breschen in diesen Teil des kapitalistischen Gesellschaftsbaues gelegt, daß eben auch der Grundgedanke der„Nora" heute großteils schon historisch wirkt, Auch die Tatsache, daß durch das faschistische Weltbild die Freiheit der Frau wieder verdunkelt wird, vermag an der Ueberholtheit des Jbsen'schen Konzepts in dieser Hinsicht nur wenig zu ändern(da» allerdings, nun wieder vor uns ausgebreitet, sehr viel zu der Erkenntnis beitragen müßte, daß in diese,« Punkten die neudeutsche Rückwärtserei sich fast als rin Anachronismus erweist, der nicht lange Bestand haben kann).'Aber auch die Bererbungsmotioe, die das Drama Ibsens durchziehen, klingen heute bereits wie alte Musik an unsere Ohren. Uno dennoch weht-aus „Nora" immer noch revolutionärer. Wind; denn geblieben ist um uns die Enge bürgerlichen Denkens, in das Ibsen» Advokat Helmer verstrickt ist;, geblieben ist di«.bürgerliche Kaufehe, für deren Verlogenheit und Jammer Frau Lind«, Rora» Freundin, zeugt; geblieben sind unzählige Menschen, nicht nur Frauen, die ein Puppendasein führen-und jäh zerbrechen müsien, wenn da» grausame Leben, sie au» ihren Träumen weckt;-und- mehr denn je ist die menschliche'Gesellschaft daS, al» was Ibsens Doktor Rank sie bezeichnet: ein Krankenhaus. Und wie nahe kommt un» der Dichter, wenn er uns an- den zwei Paaren lHelmer—Nora, Kcogstatm-Frau Linde)- die völlige Unzulänglichkeit- einer sozialen Welt vor Augen führt, in der. die Güten türch inneren und äußeren Druck auSeinandergeriffen werden,, während, die moralisch schwäche Verzweiflung mit der Fäulnis' sich verbündeti Und immer(noch sind, in.Mora" der Bühne elementare Aufgaben gestellt: die Gestattüng der Fra«) deren geradlinige». Fühlen-und Denken in überraschenden Wendungen? scheinbaren-Sprüngen,, „unlogischen" Verwicklungen ausscheint? weil sie sich an der Verwinkelung der Umweltstößt, die so ungemein zarte, poetische Formung° einer Sympathie zwischen, Mann und Weib(Rank und NörN) neben Ehe und Freundschaft.-trotz Reinlichkeit und Pflicht-. gefÜSllfdte Problematik de» Haltlosen(Ktogftad),. der sich vom.Opfer einer Jügendverirruna zumLum- (Mladä kultura und Freie Jugend) werden am L6. September 1987 eine gemeinsame.Trauerfeier Mit einer Ansprache von. Jaroflav Simsa veranstalten. Di« Prager Geschäft« und Büro» bleiben am Tag« de» Begräbnisse» de» Präsident-Befreier» geschlossen. Heber Beschluß der Prager Gremien'werden die Geschäft« und Büro» am Tüge de» Begräbnisses des Präsident-Befreier» T.- G. Masarhk'am Morgen nicht geöffnet werden. Die großen Geschäfte und Büros bleiben den ganzen Drg über'geschlossen, die Detailgeschäfte blewen mindestens vis 16 Uhr geschlossen. Bürger, besorgt eure Einkäufe rechtzeitig!- sentimental, während sich Mickey R o o n e y al« .Schiffsjunge sehr wacker hält,— beim AuSspucken ebenso wie beim Weinen.. 7—«iS— Ortsgruppe Prag. Sonntag, den 19. September: Treffpunkt 6 Min. nach 7. Uhr bi»%8 Uhr Masarhk» bahnhof bei Haupteingang, aus. der Straße, Fahrt nach Unhoit, Wanderung Ehtznavska myslivna, Bilec, Unhoit; führt Landsmann, Fahrtprei» zirka 7 KL. ■ Wochenprogramm. Montag, den 26. September: Beteiligung unserer Mitglieder. an der Masaryk» Trauerfeler der aktivistischen Parteien, 8 Uhr abendS, Neues Deutscher Theater.—Dienstag, den 21. September: 7 Uhr, DSAP- Heim, SmcLkh, Gruppe Prag H: Vollversammlung; 8 Uhr, DSAP-Heim, Smeiky, Gruppe 1:„China, Literatur und Kultur"; 8 Uhr. FBSA-Heim, Spä- lenä, Gruppe VII:„Die deutsche Gegenwart in der Literatur".— Mittwoch, den 22. September': 8 Uhr, DSAP-Heim, SmeLkh, Grupp« Xll:„Was bedeutet uns Masarhk?"— Freitag, den 24. September: Pflichtbeteiligung aller Mitglieder an der Parteiversammlung, 8 Uhr, Handwerkersaal, SmeLkh. Die erste Dampfmolkerei und Käserei In Gratzen, Böhmerwold empfiehlt ihre eratklau.Erzeagnlue Beachten 81e die Schfttamarke! Montag 8 Uhr abend» Masarhk-Trauerfeier. Die Trauerfeier wird mit der Staatrhhmne eingc- leitet. Hierauf singt Josef Schwarz:„Die Ehre G 0 t ter aus der N a t u r" von Beethoven und„Dem U.n endlichen" von Schubert. Harriet.Henders singt„Der Tod, dar ist die k ü h l e N a ch t" von Brahms und.Litanei" von Schubert. Er folgt die Gedächtnisrede des Abgeordneten WenzelJaksch. Den Beschluß bildet der Trauermarsch au» der„Eroika", gespielt vom Orchester de» Deutschen Theater». Dirigenten: Karl Äankl, Fritz Zweig. Wochenspielplan de» Renen Deutschen Theater». Samstag halb 8: Jedermann, Al.— Sonntag halb 8: Oberon, B 2, neuinszeniert.— Montag 8: ! Masarhk-Trauerfeier, Abonnement aufgehoben!— Dienstag: geschlossen.— Mittwoch halb 8: Der .Rosenkavalier, B 2.— Donnerstag halb 8: Oberon, FesGorstellung. anläßlich de» 4. internationalen Kongresse» für die Geschichte der Realwissenschästen, C 2,— Freitag halb 8: Da» Dorf ohne Männer, D, Uraufführung.— Samstag halb 8:“ Leben, A 2, neuinszeniert.— Sonntag men, CI. - Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag 8 Uhr: Sine- Frau-ohne Bedeutung. Sonntag 8 Ahr; Rausch.■— Montag: geschlossen.— Dienstag: geschlossen.— Mittwoch 8:. Nora.—Donnerstag 8: Rausch.— Freitag 8: Bei Kerzenlicht. — Sam»tag halb 8: Die Reise, Erstaufführung,— Sonntag 8: Bei Kerzenlicht. Verwaltungs-Kapital 1 Milliarde K& Haftungs-Kapital 95 Millionen K& FUr Ihr Auto und Radio 3906 ELKH-Hkkuimilatoren pen entwickelte und dennoch nur einer einzigen gütigen Hand zu bedürfen scheint, um Herz und Gesinnung, in sich selber wiederzuftnven. Also„Nora" lohnt nach, wie vor der. Regie« und der Darsteller-Bemühungen. Dr. Georg Terrgmare äl» Gastregisseur hat in der Kleinen Bühne diese genug schwer«, aber immer wieder interessant« Aufgabe fast besser gelöst, al» es.die ihm zpr Verfügung ge» stellten, durchaus nicht gleichwertigen darstellerischen Mittler vorauSahnen ließen. Ihm danft man eine im SttmmungSgehalt ausgezeichnet ausgewogene Aufführung, richtig vom Stil der Achtzigerjahre ausgehend, ein entsprechendes Tempo, fühlbar liebevolle Beschäftigung mtt jeder einzelnen darstellerischen Aufgabe, dabei eine Meng« eindrucksvoller regiemäßtger Einzelheiten und Einfälle, tadelloses Zusammenspiel. Vielleicht nur war nicht immer an der richttgen Stelle im Tert eingespart worden; ungern vermißte man allgemein gesellschaftlich« Bemerkungen, die sowohl für die Zeit al» auch ftir den Hintergrund der Handlung wesentlich sind; und jene Szene im ersten Akt, die die eigentlich ganz un« Mütterliche Handlungsweise NoraS- verschönt, hätte Wohl deutlicher unterstrichen werden müssen. Auch die Besetzung war nicht durchaus glücklich— jedoch entzieht es sich unserer Kenntnis, ob oder wieweit da,der Regisseur allein zu entscheiden hatte. Aber ganz vorwiegend posittv ist der Versuch au»gefallen, Erna Terrel die fchwierige Titelrolle zuzuteilen; eS ist geradezn erstaunlich, wie die junge Künstlerin, in der man doch vor allem die. Lustspielschauspielerin vermutete, nicht nur'die Problematik der Figur herauSzuarbeiten vermochte, sondern auch Uebergänge,. Sprünge und Steigerungen bewälttgte; ihre glaubhafte Mischung von natürlichem Frohsinn und allmählich zutage tretender Erkenntnis in die Schwere des Lebens nimmt vom Anfang an ge-' fangen. Und vielleicht wird diese Schauspielerin auch noch«ine Nora, die ganz voll zu packen und zn erschüttern versteht. ES scheint unS allerdings, daß' dies schon jetzt in stärkerem Matze der Fall sein könnte,, wenn dafür beim Hauptgegenspieler mehr Resonanz zu finden wäre. Herr Costa ist ein sehr kraftvoller, überzeugend engstirniger und hau»« väterlich kleinbürgerlicher, mancher Detail einprägsam zur. Geltung bringender Helmer; aber er ist eS auf«ine durchaus hysterisch-cholerische, scharfe, völlig gemütlose, unsympathische Weise, die jeden Funken Mitleid mit dem Zusammenbruch seiner Illusionen und seiner Ehe unmöglich und die er überhaupt unverständlich macht, daß Nora für solchen Mann sich- opferte, daß sie solchen Haustyrannen auch nur' eine Woche zu Elleben sich selbst 'nur einbilden konnte.— Sehr vornehm spielt Elsbeth Warnholtz die Frau Linde, und förmlich spielend, wie natürlich, überbrückt.sie den Bruch, i der durch diese Figur gebt. Ganz vortrefflich auch Mitteilung«» aus dem Publikum. Wetttewert für ein Rundfunkhörspiel. 8 Preis« im Werte von-30.000 AL., Die Direktion der Firma Philips ipPrag schreibt-«Inen öffentlichen Wettbewerb für ein Rundfunkhörspiel au». Die Autoren mögen ihre Arbeit bis spätesten» 80. September 1987 an die Direktion der Philip» A.-Ä., Praha n, Karlovo näm. 8, einsenden. Diese Frist wurde wegen großen Interesses für den, Wettbewerb und über allgemeinen Wunsch der Autoren festgesetzt. Der! Briefumschlag hat den Vermerk:„Hörspiel für den! Wettbewerb" zu wagen, die Arbeit selbst muß mit einem' Kennwort Virsehen werden. Der Name de» Autor» wird in einem geschlossenen Briefumschlag getrennt eingesandt. Dieser ist durch dieselbe Kennwort gekennzeichnet, mtt, welchem der Autor sein Manuskript, bezeichnet hat. Die besten drei Arbeiten werden mit Preisen in' der Gesamthöhe von 80.000 Ai belohnt, und zwar di« mit dem 1. Preis ausgezeichnet« Arbeit mit 16.000 AL, die wetteren zwei besten Arbeiten mit- Preisen zu'10.000 AL und 6000 AL. Dar Aufführungsrecht dem Rundfuyk gegenüber bleibt den Autoren gewahrt. In der Jury,, welche di« zum Wetchewerb gesandten Arbeiten beurteilen wird, befinden sich folgende, deutsche' Mitglieder: Prof, Dr. Walter Mara», Dr.' Hans Mutterer,-Dr. Anton Moucha.— Die Ergebnisse des Wettbewerbe»..werden am 19. Dezember 1987 ver« SffentHt..'-r-77-' Elitz» trittst wieder«in« Neuerung:'den Blockchafft»bau. Bet der, Entwicklung deS'Standard.- syperSPhiljPS„Arioso" handelte e» sich darum, rittet Weg zu finden, um trotz der steigenden PreiStendeyz' aller Rohstoffe ein bessere» und billigere» Gerät in -den Handel, zu dringen. Dafür wurde/eine Lösung gefunden!' die äuch den Fachmann'überraschen wird: Die neue Richtung des BlockchässiSbaüe», also die Aufteisüng eine» Chassis in drei verschieden«. Nebeneinander angeordnete Blöcke. Diese Lösung-trägt in gleichem Maße dem künstlerischen Gehäuseaufbau alt auch der technischen Konstruktion Rechnung. Voraü»- setzung für den. rationellen ZusämtNenbau«in«»/solchen Geräfe» mit'Dreiblockchässt» war die Wahl de» richttgen Werkstoffe»:„Philite";,' alle! Vorteile, H« diese» Material bietet/ konnten zum technischerr und ästhetische«) Vorteil des Geräte» voll-auifgenutzt werdens,'. ST^7-/42- Verbrechen und Uebertrefuns Prag,-rb- DeS Verbrechen» de» Diebstahl» war gestern.vor dem Strafsenat de» GR Dr. Trost eine jung« Verkäuferin angeklägt, die beschuldigt war, sich einen Wertgegenstand, dessen Prei» sich auf 16.000 AL beziffert, angeeignet zu haben! Die von Staatsanwalt Dr. Z a j i'i e k vertretene Anklage lautete auf da» Verbrechen de» Diebstahl», da der Schadensbetrag 2000. AL überstieg und die Angeklagte hatte nach dem einschlägigen Paragraphen eine schwere Kerkerstrafe zu gewärtigen. Der Sachverhalt ist nicht alltäglich. In'das Ledergeschäft Falada kam ein« rumänische Dame, die.«inen Lederkoffer kauft« und gleichzeitig ihren alten Koffer zur Reparatur gah. Bald nachher erschien sie mit größter Bestürzung in dem Geschäst und erklärte, daß sie in dem alten Koffer ihr« Brillantenohrringe vergessen habe, die 16.000 AL wert seien. Diese Angabe erwie» sich I als richtig und ebenso wurde die junge Verkäuferin, —...| die den Koffer zur Reparatur übernommen hatte. Roh« Burschen und abgefeimte Schwindler, überführt, sich den Schmuck angeeignet zu hallen. Gestern kam in die Wohnung einer Frau In Sttasch-" nitz. deren Mann im Krankenhaus liegt, ein un- llekannter junger Mann mtt der Mitteilung, der Mann sei gestorben räid er fei vom Krankenhaus geschickt, um einen dunklen Anzug für ihn