I M Sozialdemokrat Aentralorgan der Deutsche« sozialdemokratischeu Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erfcheiut mit Au«««hme de« Mastig t>-Nch srSH>•ingclftet« 70-«Her Reduktion und Verwaltung: Prag XU., Fochova 62- Telephon 53677- Herausgeber! Siegfried Taub- Lerantworllicher Redakteur: Karl Kern, Prag 17 Jahrgang'.', 7 Dienstag, 21tÄeptember 1S37 /hur dem Inhalt: Spanien nicht im Rat Frecher Piratenstrelch Luftangriffe auf Nanking Der Fabrikarbeiter-Kongreß Nr. 222 P r n g. Die beiden Kammern der Nationalversammlung dielten am Dienstag nachmittags Trauersitzmigen für T. G. Masaryk ab. Im AtgeordnetenyauS waren die Münde des Dit- zangSfaalr» bl» zur Höhe der Galerie schwarz verkleidet, alle Luster schwarz umflort. Lin dem grossen Luster in dfr Mitte der Decke zogen sich neun schwarz«' Stoffahnist baldachinartig zu den Galerien? über der PrSsidentenestrade hüllten sie daß Staatswappen ein. Bon der düsteren Stirnwand hebt sich Htursas weifte Marmorbüste des Prüsidenten Masaryk scharf umrissen ab. Ein schwarz umflorter. Lorbeerzweig schmückt den Sockel. Zu beiden Seiten der Büste und aus beiden Palkonen bei der Präfidententribüne stehen Lorbeerbäume und Palmen.' Die Abgeordneten,"ausnahmslos in schwarzer Kleidung, hatten sich nahezu vollzählig eingefunden.- Auf den-Galerien bemerkte Man di« ; Familie T.; G. Masaryk», Vertreter des diplomatischen' Korp», der Hochschulen,-die-General« . Syrovh, KrejLi und Faucher, Vertreter der hijch- . st-n zivilen. StaatSämter etc. Auf der Minister« «tüt'Hatte« sänltliche Mitglieder-der Regierung "bis' auf den Außenminister Dr. Krofta' Platz ge- nommen. AlS der Vorsitzende Malypetr erschien, erhob sich, alle» schwelgend von den Sitzen. Tief ergriffen begann der. Vorsitzende seinen Nachruf für T. G. Masaryk.- -.-'- Wir hegen die-volle- Gewißheit, sagte Maly- petr Ui a„ daß der Geist.MasarykS für-immer dem Staat und.seinem Bolt die sicherst« Zustucht"bleiben wird.^Er,. dessen ganzes Leben der Arbeit und dem Dienste.für.das Volk gewidmet war— er kann nicht sterbep. Er entfernt sich nur,, um der mütterlichen Erde zu geben, was ihrer.ist,.für uns aber und die Kommenden bleibt, was er wär, da er un- ttr UNS weilte:- Berater, Schirmer und Befreier, ' Malypetr würdigte-dann ausführlich die philosophisch« Forschungsarbeit und. die politische Entwicklung des Verstorbenen, di«-während des-Krieges in dem siegreichen Kampf gegen, das alte Hab»« bürgetreich gipfelt Als entscheidend"für. diesen Kampf hebt Malypetr di« Aufstellung einer eigenen A r m ce aus tschechoslowakischen Freiwilligen hervor: dar aller sei dar Ergebnis der uner« schütterlichen Entscheidung einer einzigen Manner gewesen, der n i ch t b e f a h l.sonder» belehrte : uüd überzeugte. "." Fast vier Jahre—.in Europa, Amerika und Asien— tat. er-sein«, gigansische messianische. Arbeit, bir er am 28. Oktober ISIS, die Erfüllung erlebte und am 21. Dezember ISIS im Triumph in die Burg der böhmischen Könige einziehen konnte, uni so zg. herrschen, wie. eS ihm sein Gewissen und .- fein Glaube an die' Demokratie heißen: mit'.dem . Volke Mr da» Volk,,'-',''■ i Das Parlament ist ihm bas, wichtigste In- siruylenttzerDeistokrati«. Er war ein Demokrat 'pon reinstem Korn und verdient mit vpllem Recht '!»en Ramsn, den" ihm das Ausland gegetenhat: - der gr.öftte.Demi kr ätdet Gegen- w a rt. Mit seinem ganze« Leben kann er Vorbild und Lehre für die Völker seM den»f a« sich hat, er bewiesen,, daft ein Mensch, aüS kleinen Verhältnissen heraus zu den höchsten menschlich«« Zielen«mporwachsen kann, und ähnlich kann auch «ist kleines Volk«in sehr bedeutsamer kultureller und wliüscher Faktor in der Welt.werden. Auch den Weg hat er datnvsesviesenr.Mut, zässej Unermüdliche Arbeit, Gewisstnhaftlgleit und"Red, -' lichkeit. Am 14. dieses Monats hat er aufgehört, mit seinem leiblichen-ÄugeunS zuzuschauem.- schloß Malypetr, aber wir-glauben, daß-it uns weiterhin mit seinem geistigen Auge,' zuschauen- wird. Y«;dchs Sälen der beiden Kammern sistd-in>totem> aber-ewigem Stein die Worte,des Gesetzes.sin». gegraben:-v„T. G. Masaryk.: hat! sich/um den d Staat werdient gemacht".-Geb« Gott», daß idie künftige. Geschichte deN'BewciS. Mren kann, daß. -sich auch die Ration^ust«? ihren Staat im Geiste ihre» erstell großen und-unsterblichestPräsiden« sen-verdient gcmacht hat? 5 Auch der Senat- hatte ein Trauergewand angelegt. Da das Gebäude gerade im Umbau begriffen ist, mutzte man vielfach zu Provisorien schreiten und die Baustellen durch provisorische Wände abdecken.-Der historische Sitzungssaal,^» dem Masaryk zum ersten Male seinen Präsiden» teneid abgelegt hat,, war schwarz drapiert,' hinter dem Präsidium war eine Marnwrbüsw MasarykS aufgestellt. Die Marmortafel an der gegenüberliegenden Wand, die die Verdienste MasarykS um den. Staat kündet, war mit'Lorbeer bekränzt, die Fenster, des Sitzungssaal«» mit Flor umzogen...Rur indirektes Licht, da» aus grohen Glasflächen unterhalb, der Decke drang? verbreitete ein düsteres Licht. Der Vorsitzende des Senates.- Dr. Soukup wurde während, seiner'Trauerrede wiederholt so von Rührung übermannt, datz er,nur schluchzend weitersprechen' konnte. Dr. Soukup iwüpfte an den, Tag an, da Ma» saryk in,'diesem Saal- per acclämätionem an die Spitze-des-'StaaseS berufen'.Wurde, und" erinnerte däran,.-datz iwghchnd der 87-Jahr« dieses Leben» die Menschheit den llebergang vom Mittelalter ztin Neuzeit vollzog. Der- Sohn eines Unfreien auf de» kaiserlichen«Gütern Franz Josefs wurde zumMch- ter über die Habsburger'. In einem Alter, in dem Millionen längst mit. ihrem Leben abgeschlossen"haben,..ritz er. mit seinem yulkanischen Glauben die Generation der Jungen mit." Die ganze sittliche Größe MasarykS wird im Abstand der Zeit zum Mythos des Boller«mporwachsen. Ihm war von der Vorsehung dar höchste Glück der Lebenr vergönnt, noch zu Lebzeiten zu sehen, daß er nicht vergeblich, gekämpft hat..Heute werden wir unr des sen imater mehr denn je bewußt, daß Masaryk uns alr die zentrale Persönlichkeit unserer gesamten Beschichte erscheint,. Er konnte in Ruhe von uns gehen, in der majestätischen Stille der Wälder, von Kkivoklat, ausgeglichen mit allem und mit allen. Sein Werk steht gesichert. Er wusste, daft er im Tod« neu und weiterleben wird. Er konnte ruhig die Augen "schließen in dem Bewußtsein, daß wir einig der Zukunft, entgegengehen, er konnte in dem glücklichen Bewusstsein entschlafen, dass der Staat sich seinem väterlichen Ratschlag gebeugt hat, als seinen Nachfolger Dr. Benes zu^berufen. Er konnte in dem-ruhigen Bewutztsein Weggehen, daft unser Staat-eine Festung der Freiheit und des Frieden»-in ganz Mitteleuropa darstellt, daß seine demokratischen Einrichtungen fest und unerschütterlich-sind. Dr.. Soukup dankte dem Toten für alles, was er namentlich auch für die arbeitende Menschheit unserer Staates getan hat. Wir schwören Dir heute, sagte Dr. Soukup zum Schluß, daß-wir alle, so- lgyae.ttzir.lebzn,. zn Deinem Geiste fortschreite» Noerden, daß wsr. l-e 6 e n ll N d a r beiten '-wdlliN7"daß'wir aber, wenn dar Schicksal er ander» «schließt» fällt«, von Neuem Gut und Blut dafür hingeb'eN-wollen,-auf'daß Dein Werk in'Ewigkeit lebe und.erblühe: die demokratische, -gerechte R e p u b l i k. und auf daß von Generation, zu Generation der teuerste und unsterblichste Rome gesegnet werde, der Name T. G. Masaryk. Auch der Sengt beschloß daun, ohne weitere Formalitäten zu. erledigen, sofort die denkwür-. dige" Sitzung. vor heutige Trauerzug Die Trauerfeierlichkeiten' auf der Prager Burg werden Dienstag, Punkt 10 Uhr, beginnen. 10 Minuten vor 10 Uhr beginnt der Rundfunk mit. der Aussendung der Nachrichten über die Trauerseier. Um 10 Uhr Wird der Sarg mit den sterblichtn Ueberrestcn T. G. MasarykS vom Katafalk, des Säulensaales auf den Katafalk vor dem Matthiastor übertragen.. Hierauf ertönen die TrauerfaNfarM'und dann wird der Präsident der Republik Dr. Eduard' Bene» am Sarge die Trauerrede halten. Die Zeremonfe im. ersten Burghof wird-mit den Chorälen»Heiliger Wenzel", und»Die-ihr Gotte» Kämpfer seid", vor- getragen von dem GesangSchor der Prager Lehrer, abgeschlossen werden.... Sodann werden Generäle der tschechoslowakischen Arme« den. Sarg zu ider von'.drei' Paar Pferden' gezogenen. Geschützlafette tragen sind den Sarg dort niederlegcn.. Im AsisMuß.hieran.Ivi.rd sichderTrauerkönd.üitforinieren.,üüdder. Kommandant der Begräbniskondukte», Generäl S y- r o v h, da» Komman-ö:zu«y. Abtnarsch.eyteileNv.-- -.. Auf- dein ersten Bürghof werden'. fite die ofsiziellen Trauergäste zwei Tribünen errichtet sein,, die sich eng'an' die Burgtratt« anschließen. Zur linken Seite des Sarges wird der Präsident. der. Republik/, zur rechte» Seite des Sarge» dix Familie des Verstorbene,! Aufstellung nehmen. Sämtliche im ersten Burghof Anwesenden Werden" einen Teil des Trauergeleitc» hinter dem Sarg-bilden. Die Vorhut des Konduktes, welche Armeegeneral Syrovh befehligt, bilden:- ein«.Gruppe von. Regimentsfahnen und Standarten mit ihren Wachen und die Kommandanten der militärischen Formationen; ihnen, folgt di« Musikkapelle des Jnfaüterieregimentes 5, T. G. M. Sodann folgt eine Abteilung Sokoln, drei Legionärzüge in italienischen, russischen und französischen- Uniformen. Hierauf'folgt-ein? Bataillon des Infanterieregimentes 6, T, G. M„ dann- eine Gruppe der Fah» ney derjenigen Regimenter, welche den- Namen T.- G. M. tragen? und'schließlich die Fahne der PNräsoache. Hinter dem.Sarge" schreitet-'die Fa- milie des Verstorbenen und die Trancrgästo. Den Btgrsrbniszug schließen Legionäre- und militärische Formationen. '-^Kän'issinmti.an,?däß- der Kondukt auf dem Wilson-Bahnhof gegen 2 Uhr" nachmittags«in» WmstMrd.- Prag. Der Begrätniszugde» Präfidsnt- Befreier» in Prag wird mtt einem Bvrbeimarsch der an..^em- Leichenbegängnis teilnehmenden militärsichrn Formqtwnen an dem beim Eingang in den Sälen dr» Wilsenbehnhefe» ausgestellten Sarge seinen Abschluss staden. Rach Beendigung de» Vorbeimärsche« der Truppen wird der Sarg»on der Geschützlafette gehoben und in einem offenen Eifenbahnwaggon, untergrbracht «erden, der mit einem Bondrrzug«ach Läny geführt witd.-Diese» Sonderzug aird au» drei, offene» Plateau-Wagen und«stiem Personenwagen bestehen,;in tpekchpnt der Präsident der Republik Pr, EWpard et und die Familie Masaryk di, Ueterrest« dich Pristdent-Pefreler» begleiten werden. Der Zug wird den Wilsonbahn- züm Bytehräd verlassen, durchfährt die Station. Smichov und fährt weiter über Hluboiepy, Kotlatka» Jinonice, Cibulka, Repp nach Hostivire, von dort.über Jenei, Pan- lock, Unhook, Kladno, Libutin, Kapee nach Läny. Ter Zug mit, den, sterblichen yeberresten de» Präsidenten Masaryk wird"ist verlangsamten Trinpoffäheen.und man rechnet.,damit-.-dätz die. "GW»- wils»nbahnhof-7- Läuy-",in etwä zwei Stunden'zurückgelegt»werd,en"wird." Die Totenmaske T. G. Masaryks. Wurp«. Montag nachmittags im Ehrenmal der Befreiung in ZiZkov installiert, wo sie in diesen Tagen ununterbrochen auSgestM. und".der'Oeffent« lsMeff.,zugänglich, sei»"wird.. DrelSondorwagen nach Läny Hof in der Richtung Zum letzten Geleit In diesen Stunden ist ein ganzes Reich aufgcbrochen, uni die schönste, strahlendste, erhabenste Blüte cinzubetten, die der jahrhun. dertcalte tschechische Baum im Garten der Böller jemals trug. Nach einer Pannychide,. einem" Totcnofsizium, einer feierlichen Leichonwäche, die nicht nur iu der jungen Geschichte dieses Staates nicht ihresgleichen haben, nach einer Halbmillioneinvallfahrt bei Tag und Nacht zur Bahre, die Masaryks toten Leib umfangen hat. reihen sich. jetzt Hundcrttauscnde und tzlbor- hnndcrttauscndo aneinander, unr das Haupt neigen zu dürfen, wenn der Schrein vorbei- ziehen wird, der die entseelte Hülle des ersten, besten, größten Menschen aus diesem"Lande umschlietzt. Und jenseits des Weichbildes der republikanischen Hauptstadt, in der die Fanale zum Himmel lodern, weilen Gcsühle und Gedanken ungezählter Millionen landauf uud landab bei dem fast beispiellos überdimensionalen Traucrmarsch, der nach und in Prag schon vor Tagen angctreten wurde. Mit der tschechischen Nation hat der deutsche Stamm, der inner- halb dieser Grenzen wurzelt, haben olle Völker unserer Republik Trauergewand angelegt; und rings um den Erdball nimmt alles, was sich wahrem Europäertum verpflichtet und verbunden fiihlt, beinahe einzigartig tiefbewegten Anteil an dem unvergleichlichen Verlust, den mit uns die Kulturmcnschheit erlitt.' ' Ein Meer gesprochenen, geschriebenen und gedruckten"Worts- hat- in dieser Woche, auszu- drücken versucht, was T. G. Masaryk seinem Volk und Staat, was er dem Kontincyt, was er der Demokratie, dem Fortschritt, der-Mensch, lichkeit. war, in Myriaden Worte wurde gekleidet, was er bedeutete und was cS ist, daS angesichts seines Versterbens die Menschen io gewaltig bewegt und in Bewegung setzt. Was also ist cs— so fragen wir uns selber noch cinnial. ehe wir mit den deutschen Arbeitern dieses Staates dem letzten Geleite uns einstigen, dem letzten Gruß seines Volkes den unfern vereinen. Nun, was T. G. Masaryk als Lehrer und Gelehrter, als politischer Führer, als Staats- mann, als Philosoph, als priesterlicher Diener der Wahrheit und Wahrhaftigkeit, als Weg. bereiter der Freiheit seiner Nation, als Grotz- sicgclbewahrer der Demokratie gewirkt und geschaffen hat, daS alles reichte hin, um ihn zur bewunderte», verehrten Größe unserer Zeit für alle diejenigen zu machen, die für sich und für ihre Umwelt, für daS Heute wie für das Morgen nach mehr Licht suchen, für alle diejenigen, die in dieser blutigen Zeit sich in bebendem Hoffen den Symbolen deS Friedens zuwenden. Aber mit all diesen'Feststellungen umschreibt man dennoch noch zu wenig die Gestalt'. Masaryks, erklärt-man-zu schwach die. riesenhafte Emäna- tion,. die. sein Geist, sein Leben und nun sein Tod ausstrahley.. Es ist da noch.cstvaS anderes. Etwas rein Menschliches. Etwas, das- nichts zu tun'hat Mit..der iibcrragendeil Stellung.-die Masaryk als erster Präsident dieses Staate», als erfolgreicher Staatsmann, als großer Wissenschaftler.eingcnoinmen hat. Etwas fast Geheimnisvolles, Mystische» wirkt, mit, ein aus dem Dunkel der Massen sich, erhebender Licht- zaubckk» eine berückende Ahnung-der Menschen in ihrer Gesamtheit um daS, das so vielen leider nicht einmal im mindesten Maße erreichbar ist und nach dem wir doch alle streben: die Ahnung um das- Glück, um den- menschlichen ssfeichtmn" dieser Persönlichkeit, eine Ahnung darum, daß das Leben/ lobenswert ist, daß ess ich lohnt zu kämpfen. In tiefer Trauer steht ein Volk; und Tränen über,Tränen werden, heute rinnen, wen» die harte Stunde des letzten Abschieds schlagen wird; und dennoch:. trotz allem. Schmerz, trotz allein-so starken Bewußt-, seist' der"Ünwiederbrinßlichkeit bitte» einzelnen Crdcnwallens, trotz"alledem hat" eine Art Höch- stcn,' lautersten, stärksten- Glücksgefühls die Dfcnschon ersaht, das Gefühl deS, wenn auch Seite 2 DlenStag, 21. September 1937 Nr. 222 noch so wehen Glücks, einen solche» Menschen besessen zu haben, selbst der Spezies Mensch anzugehören, die eine solche Blüte wie T. G. Ma- saryk hervorzubringcn imstande Ist. Anderswo, zur selben Stunde, neigen sich Menschen vor einem Lebenden ihresgleichen, will sagen vor einem, der die Inkarnation ihres Durchschnitts ist, ihrer schlummernden' oder rasenden Instinkte, ihrer Scheel- und Herrschsucht, ihres ewigen Schwankens zwischen Min- derwertigkeits- und UeberheblichkeitSbewUtztsein, ihres WechselficberS der dunklen Neigung, bald zu tyrannisieren, bald tyrannisiert zu werden. Alle miteinander sind sie Menschlein, die einen HomuncnluS, fabriziert im Hexenkessel deS Weltkrieges,, des Verfalls, wiederauflebenden BakbariSmuS zu ihrem Herrgott gemacht haben. ■ T. G. Masaryk war und ist stir die Millionen, deren erhabenste Repräsentation er bleibt, kein Herrgott. Er ist nicht geworden in Niederungen der Menschheitsentwicklung, sondern herangewachsen in geistiger ulid seelischer Harmonie mit den größten Geistern der Anttke, deS Christentums, des Humanismus und deS Sozialismus; er ist kein Produkt neuen SklavenzeitaltcrS, das" Gehorchen und Befehlen lehrt; Masaryk ist vielmehr Bersleischlichung der allein erstrebenswerten Moral, die den Menschen erst zum Menschen macht: der Moral vom Ausgleich zwischen Disziplin und Freiheit, zwischen Selbstbescheidung und Selbstbewußtsein. Er war einer, der ständig lernte und sich belehren ließ, um lehren zu können; einer, der unermüdlich die Harmonie, um die wir alle ringen müssen, in sich selber herstellte, und darum nach außen so ungemein" harmonisch zu wirken der- mochte. Und diese Harmonie seines Wesens, die sich allen miüeilte, die auch nur einen Hauch seines Wesens verspüren durften, dieses ungc- mein christlich-klassisch-soziale Glück, das er vernehmbar machte, hat ihm die unbeschreibliche Liebe seiner Mitmenschen gesichert, hat eS bewirkt, daß Unzählige sich heute um keinen Preis nehmen lassen, noch einmal auf dem Wege zu stehen, den er passiert. Wer immer, der letzten leiblichen Spur MasarykS nachblickend, in ihm bald den erfolggekrönten Staatsmann, bald den Befreier seiner Nation, bald den von aller Well hochgeachteten und bewunderten Gelehrten erblickt, trägt dennoch im Unterbewußtscin als stärkstes Gefühl das mit sich; er hat uns bereichert, er hat uns innerlich glücklicher gemacht, er hat unser Menfchtum geadelt, er'war daS" Beste von dem, was wir alle aus uns schöpfen könnten. Und siehe, da: d a S bewundert die Welt, d a f ü r ist sie ihm dankbar, das erklärt sie als nachahmenswert. Und in so herrlicher Art war er es, daß eS uns immer wieder so wird, als wäre er gar nicht gestorben, als wandelte er noch unter uns. Und, so sagen sich die Menschen, er wird wandeln. Unsterblich ist er geworden; aber gerade deswegen, weil er selber sich nicht unsterblich machen wollte. Unsterblich ist, waS Masaryk wollte und lehrte, unsterblich ist er im Sinne einer akonfes- sionellen Religion, unsterblich bleibt'er auf- gebahrt in einem Pantheon der Menschheit, über dessen Schwelle nicht Nero, sondernChristuS kam, Goethe und Beethoven, und nicht die Barden der 27 EINE GESCHICHTE VON BILDERN UND ANTIQUITÄTEN Copyright by Saturn Verlag 1935 „Mer Monsieur Aronas", entgegnete mit zur Mäßigung mahnender Gebärde Laruse,„Sie leiden an Halluzinationen, Sie...." „Halluzinationen? Gestern von der Rue Bröa an über die Rue de Rennes bis zur Place de L'Opöra, bis ans Cafe de la Paix und jetzt wieder! Ueberall leide ich an Halluzinationen?" Laruse, derart überführt, erwiderte nichts. Er begnügte sich damit, verständnislos dreinzuschauen, wie übrigens viele Menschen in solchen Augenblicken; ein Verhalten, das seelisches linbeteiligtseiu an dem bezeugen soll, WaS der Körper getan hat. Valeria«, der eine harmlose Aufklärung erwartet hatte, sah ihn nun noch erstaunter an, „Kommen Sie sofort mit mir, Laruse", sagte er dann,„gehen wir zu mir nach Hause. Das muß klargestellt werden".» Laruse folgte dem energischen Balerian mit einer gewissen Gedrücktheit. Sie sehen sich, ohne die Mäntel abzulegen, an den Arbeitstisch. '„Ein Aperitif?" fragte Balerian und füllte zwei Gläser.„Nun...?" sagte er dann. Aber Laruse'schien verstockt. Er räusperte sich einige Male und machte wieder einige Gesten, die besagen sollten, daß er" nicht recht verstünde, was man von ihm wolle. „Schade", sagte Balerian mit einem bitteren Zucken um den Mund,„schade, Sie haben Schmerz gewaltig übertönt. Ge, Wyen draußen^ und dM bitt«-. Men in Uns M das ist W Toten- Die, die wir. aM^ Masaryk nun zu MesM(WW^WWDWW I da Zeugcnf'einesWner EenelEillMn WieM Luftangriffe auf Nanking Ultimatum an die Diplomaten— Hunger In Schanghai J. Kriegsbegeisterung, des SchWwnlärmS und. das„Ecco homo!" und das'MDennHer war der Knute..„ LIM. Mnseul" den Schmerz gevMMübeiWL Ge» Wege stehen dürfen,l^en, wattiges, Töpen PantheöU'antrittWnd" MißMAchU»^,^.«. MuM"MasÄH^ mhmm« Nanking.(Reuter-) Japanische Flugzeuge überflogen Montag früh Nanking und bombardierten die Stadt, wobei zahlreiche Zivilpersonen getötet wurden. An den Landfronten von Schanghai ist die Aefechistätigkeit.wieder^ausge». lebt. Im Abschnitte von L o t i e n sinh, starke Angriffe der Japaner mi Artillerie-Unterstvhnng zu verzeichnen. Die Chinesen leisten hartnäckige«. Widerstand. Man rechnet mit einer w e i t c» ren Sie i g e r u n g d e r. K ans p.f- t ä t i g k e i t, da im VerwältungSzentrW gböx Here japanische Einheiten znsammengezogen"werden und trockenes Wetter einsetzt. Schanghai. Die.jgpayikchen Behörde« haben alle fremden Diplptnasitnjin Nanking anfge- fordert, bis zum 21. September, 12 Ahr mittags, Nanking z« verlassen, daS sich jetzt in der Gefahrenzone befindet-,„... Schanghai. Die chinesischen Truppen, die neue Verstärkungen aus dem Süden erhalten haben, Halen SamStag längst der Eisenbahnstreck» Tientsin—Pukan den Gegenangriff ausgenommen/ Noch Sonntag mittags wütete der Kampf. Auster Nanking wurden auch die Stadt Kaschin und andere wichtige Städte bei Schanghai und Nanking von japanischen Flugzeugen bombardiert, doch scheint der Materialschaden und die Zahl der Opfer nicht besonders groß zu sein. Die Evakuierung einiger tausend Flüchtlinge auS Schanghai stößt auf immer größere Schwie rigkeiten.-,.Die^AH nähme der ReiSvor- r ä t c und Ne^Proneme der Hygieste und der Verproviantierung stellen für den mit dieser Aufgabe betrauten'Ausschuß ein fast unüberwindliche» HipdWM,har., Chinesen Im Rücken der Japaner Tieutsiu. Die Agentur„Domei" meldet, daß japanische, gegen Paotingfu vorrückende Ab- teilungeni dte chhwftschen Linien durchbrachen und 'zMkeM'HisiHHe^Meisl^MHskitev-sich^kie-' Hemlveiche nünmehr'^se'Mpaiier unRücken an»' greifen. Man schätzt, daß 28.000 bis 60.00V EkiMenKim RMmder iapanischenAbteilungen steveü,?d^s» mqMalsMe japanischem Wstppest- abailunsi«« zähistni Falls-diefe-chmefischen Abteilungen gut organisiert wären,.könnten sie die vor- rückenden.Jawlner vom.Kexn,, ihxe^ Armee ab- schueiden. Die Chinesen haben jedoch sticht genügend Aufklärungsflugzeuge, um die.Positionen der einzelnen japanischen Korps festzustellen. Die. Japaner.verfolgen jedoch mit, Hilfe...von Flugzeugen alle MwWngm wer'' Chlnesen?'Sle'verhüt- der« auch durch Bombenabwürfe und Maschinengewehrfeuer aus den Flugzeugen die Konzentrierung der chinesischen Soldaten. Die japanischen Abteilungen sind in der Nacht um zehn Meilen vorgerückt und befinden sich nun etwa 80 Meilen vor Hankau. Sie sind nirgends auf Widerstand gestoßen. Im Lande der Statistik und der Hinrichtungen Moskau.(HavaS.) Die Blätter führen in übersich-tlicherWeise an, daß in.der Zeit vom 4. August biS 4. September in der Sowjetunion 183 Personen erschossen wurden, davon 93 im Fern«» Osten und 51 im Leningrader Rayon und zwar wegen Hochverrates, Spionage und Attentaten auf Eisenbahnen, Fabriken «sw. Bisher wurden seit dem Jahre 1933 mindestens zehn Vorsitzende von Volkskommissar-Räte» und fünf.Borsitzende^föderaler und'auto»' immer Republiken algeskht."Die'b8her'abLesetzz te«-Würdenträger und. deren,-Erennde wurden hauptsächlich als„Spione TrotzkiS und Bucharins",„terroristische Saboteure",„RechtS-Ge- genrevolutionäre" bezeichnet. Än der letzten Zeit werden solche Personen, welch« in Angnade gefallen sind, meisteirs alS„bürgerliche Rationalisten" bezeichnet. Alles zeugt dafür,, daß, mit der RelnigungSaktion gegen diese Element« bis zu den nächsten Wahlen wird' fortgefahren werden. Wieder 20„Trotzkisten** erschossen MoSk a u.(HavaS.) Rach den Nachrichten der in Sharbarowfk erscheinenden Presse wurden in der Stadt Woroschilow zwanzig Mitglieder^ einer terroristischen und trotzkistischen Spionage- Organisation erschossen. Sie waren angettagt, für den japanischen Spionage-Dienst gearbeitet und Sabotageakte an dm Eisenbahnen im Fer- nm Osten verübt r« haben. * „Nationale Bourgeois** DaS Blatt„KraSnaja Karelia" meldet, daß daS Zentralkomitee der komniunistischen Partei fn Karelien den Präsidenten der Republik Karelien A r ch i w o w und dm BolkSkommissär für Justiz. Fokin' deS Amtes enthobm hat. Der iPittteWuSfcht^ hüt.bereits früher, den Vorsitzenden deS RateS der' Volkskommissare Buschujew «std den Sekretär deS Zentralkomitees der. Partei Arktis sowie zahlreiche andere Personen ihres AMteS enthoben. Sie werden beschuldigt, natto- »ale Bourgeois zu' sein, die mit den finnischen und deutsche» Faschisten verbündet warm. Spanien nicht Im Rat Gen f. Die Bölkerbundversammlung hatte M Montag über daS Ersuchen Spaniens, mmimIugS«in^cheN.'Rat,,gewählf zu werden, ab- zustimmen. JnSgrsaütt wurden 47 gültige Stim- 'Men abgegeben, von denen sich 23 für dir Wiederwahl au-fprachm. Damit ist die notwendige Zweidrittelmehrheit'von 32 Stimmen nicht erreicht Mrden und Spanien ist daher nicht utehr zum Ratsmitgljed gewählt. Gleichzeitig wurde über Pa» gleiche Ansuchen der T ü r k e i Mt- schieden,-idnS^gseichfallS- äbgelehiit' wurde. Bon insgesamt öWstültlgm SWpmen habe« sich iÜtr 24 für das türkische Ersuchen ausgesprochen. " ein U-Boot gefangen?' Istanbul. DaS Blatt„lluroln" bringt eine Meldung seines Sonderberichterstatters in Smyrna, daß die Küstmlatttrien auf vened da» Periskop eine» unbekannten UnterseeboteS sichtete«, Feuer auf dasselbe eröffneten, und daS Periskop beschädigtm. Dadurch zwangen sie daS Unterseeboot, an die Wasseroberfläche aufzutauchen. Kanonenboote nahmen sodann daS U-Boot und feine Besatzung gefangen., DaS Blatt fügt jedoch Hinz«, 'daß dies« Meldung'von nirgends bestättgt würde. Oer anmaßende Schuschnigg Innsbruck. Auf einer Kundgebüng der Vater« ländischen Front erklärte Bundeskanzler Doktor Schuschnigg u. a.: Der politische Wille int Lande wird.nach wie vor und einzig und alletst durch: die V aterländ i s ch e F r o n t bestimmt. Wer nicht mittun''will, lasse eS bleiben. Die historische Aufgabe, die uns gestellt ist, ist eine deutsche Aufgabe. Wie wir sie erfüllen, be« stimmen wir und. sonst niemand auf der Welt.,.;■ Ein. endloser Strom Der Zustrom der Menge, die T. G. Masaryk noch ein. letzieSmal ehren wollte, hielt den ganzen Sonntag über an. Auch als gegen Abend ein schweres Gewitter niederging, harrten die Menschen aus.. Erst in den späten Nachtstunden auf Montag wurde der Zuzug schwacher, um sich in den frühen Morgenstunden sofort wieder zu verstärken. BiS Mitternacht aus Montag haben schätzungsweise 300.000 Personen das Burgwr passiert. Sonntag gegen 10 Uhr vormittag» traf auf der Burg der Kammerdiener des Präsidenten» Josef H ü z a, ein, der ihm während seine» Aufenthalte» in Rußland im Welüriege gedient hatte. Hüza kam direkt aus dem Krankenhaus. Er wurde von Jan Masaryk und Frau Olga R e b i l l o d begrüßt und zum KatafÄk geführt. Montag um 20 Uhr wurde dann der Zutritt zur Burg geschloffen. Nur die Mitglieder der Nationalversammlung kamen noch, um sich vor T. G. Masaryk ein letzieSmal zu verneigen. Dann gehörte der Burghof den Zimmerleuten,, di« bei Äeflektorenlscht im ersten Burghof zwei Tribünen upd vor dem Mathias-Tor..einen mächtigen Ka- fasau. erdichten.' Um 22 Uhr fand sich wieder Präsident Dr. BeneS mit Gemahlin sowie die Familienmitglieder de» Verstorbenen vor dem Sarge ein. Charlotte Masaryk exhumiert Läny. Montag in de« Vormittagsstunden wurde auf dem Friedhöfe in Läny der Sarg mit den sterblichen Uebervesten der Frau Charlotte Garrigue Masaryk aus dem Grabe gehoben'und In das Grab übertragen, in dem Dienstag der Präsident-Befreier zur ewigen Ruhe bestattet wird. Für die Familie Masaryk war der Sohn Jan anwesend. Der Sarg wurde von Angestellten, de» Schlöffe» in Läny getragen. Der Uebertragung wohnte der Amtsarzt bei. trauten Aufgabe einen kleinen Dienst erwiesen; ich würde es gerne nochmal» tun". Diesmal erwiderte Laruse Balerian» Blick. Und der Ausdruck seiner Augen war nicht streng und fürchterlich, sondern beinahe wohlwollend, beinahe erfreut.. „Wenn Sie das tun wollen*', sagte Laruse, „wenn ich die'Sache auf diese Weise ordnen..." „Haben Sie sich über mich zu beklagen. Mon« sicur.Laruse?" warf Balerian ein. „Nein und Sie tun mir, wenn Sie sich über mich beklagen, bitter Unrecht, Monsieur AronaS. Denn sch bin ja nicht nur Ihnen verpflichtet, ich muß ja auch das vertrauen rechtfertigen, das gewisse andere Persoyen. in mich setzen". vaserian unterbrach ihst nicht. Er versuchte, sich zu sammeln. Da» Vertrauen, da» gewisse andere Persostest in Laruse setzten? Wer änderer könntt das sein,' äl»... „Mrs. Pumps*, sagte Laruse/ sind^Balerian lächelte; ed hatte dä» Empfinden, daß diese» Lä« cheln auf seinen Lippen gleich zur"starken, schauerlichen GAistäffe einfrieren würde;„MrS. Bump", wiederholte Larusej„bringt wir da» aMgrößte'' vertrauen entgegen; Und ich konstte mich auch etsteck so großest Auftrag nicht entziehen"." „Das solley. Sie äuch nicht", saase vale« rian; ek' glaubte MniMeM daß er da» öder etwas Aehstliches gesägt habe. Er hatte es zu» Mindestsagen wollen. Ob die Worte wirklich au» seinem Munde gekommest wareni vermochte'er nicht zu kontkdllierem- Ein sanfte» schwingende» Sausen erWte das Zimmer; Aus diesem Saus sen drangen die wetteren Sähe Laruse» zu ihm her. „Rein, ich kann eS auch nicht. Und wenn Sie mit hie Durchführung dieser Aufgabe wirklich erleichtern wollen. Monsieur Aronas, e» wär« zu liebenswürdig von Ihnen*. „Gern*,' flüsterte Valerian,„wat will Mr». Bümp denn wissen?". (Fortsetzung folgt.). ein schlechtes Gedächtnis, Monsieur Laruse. Ich bin der Herr, den Sie im Hoiel Drouot kennen gelernt haben. Eine Erinnerungsstärung vermutlich... sehr schade". „Sie tun mir Unrecht", murmette Laruse.' „Ich bin auch derselbe Herr", fuhr Balerian fort,„der Ihnen half, eine bestimmte Per-' son zu eruieren, die ein bestimmtes Bild einem bestimmten Händler in der Rue du Faubourg St. Honorö.. „Ich weiß. Es ist unnötig, Monsieur. Arona»", knurrte Laruse.... „Freilich ist es unnötig. Und, eS, ist. Ihnen auch nicht' angenehm. Sie sprächen, damals, etwas von ewiger Dankbarkeit. ES geschah, als ich Ihnen Namen und Adresse, eines, gewissest Barons Oritzky... aber sprechen wir nicht dä« von. Sie bekamen dann einige tausend FrayeS für diese Leistung... aber lassen wir das! Es ist unnötig. Wie steht, hie werfe Gesundheit? Haben Sie viel zu tun', mein'Herr? verfolgen Sie noch andere Verbrecher oder bin'ich der einzige, dem Ihre Aufmerksamkeit gilt?" "L'W'WLWW'aMii Plötzlich sprang er von seinem Fauteuil auf und schrie: „Sie- wissen überhaupt nichts,'Sje? verstehen nicht!"' «Nein, ich berstehe wirklich sticht",'^LwiMti Balerian kalt. ,.E» gibt eineBerusSehrel" rief Laruse.„ES gibt Berufsgeheimnisse, Sie vebleh'tst mich! meist Herr, Mit Ihren unliebenswürdigest Worten".''' „ES ist also tzin BerufSgeh'eistmiS?".'sägte Balerian ganz.betroffen.' l'örißiptrnt■ wtiffj, „Jawohl, Monsieur AsoNZs„.jaW°ßl^•,Begreifen Sie doch endlich! Meine Ehre und meme Konzession stehen auf dem SPiel.'Jch kann Ihnen' nichts sagen"; „Er brach ab und setzte jsich wieder. Pale-' rians. Bestürzung steigt:' Was'kostnte man:.ppst ihm wollen? Ln Gedanken durchflog er alle Mög lichkeiten. Plötzlich durchzuckte ihn.jäher Schreck. Konnte eS mit der Frau von gestern.'zusammenhängen? War er vfelleicht in gefährliche politische Kreise geraten? Laruse hatte ihn von der Rue Bria, wahrscheinlich vom Restaurant Russe an, verfolgt. Titel abenteuerlicher Filme fielen ihm efnr. „Der Lockvogel oder die geheimnisvolle ^pipNin".,!'.....,•. i...„Wanda oder die seltsame Unbekannte". „Im Dienste der Tscheka. Aber er verwarf diese infantilen Assoziationen sofort und wandte sich der nüchternen Nach- prüfunß einiger Transaktionen zu, die. ihm das Berufsinteresse LakuseS hätten zuziehen könnest'. Er' starrte auf Larstse, als könne die fleischliche Erscheinung'.. dieses Vertreters der Nemesis ihm einen Anhaltspunkt geben. Zugleich mit einem jähen'.Schweißäüsbruch stellte dieser Anhaltspunkt sich ely.: Der.Cranach!'Oritzky! Perrist I Die fifnfundvierziegtausend Franc»! Krampfhhaft lächelnd, käustr imstande/ den Ausdruck der Ueber^ legenheit zu wahren, den er gerade jetzt besonders m moiä. der auf. An Balerian vorbei. Er. musterte da» ZiMmer. Mit einem geradezu stechenden Blick. JnN•'';!Mi>stsieüi!''Larüse", n'sägte Valeria«'' 1 sehr milde,„hat e» eistM Mstn/ Versteckest'zu spiele«? Ich. glaube, Mich siegen"Sie‘wie ein Freund> betragen jsü'Wen^^ich'Äerdb e» weiter so halten. Wenck'Sie etwa» Wissen' WolleN, sragest Sie-Mich Wft*l«W"'5'««uw'"" 'Saftlft’IchwltUEr Mtlstörke'di«°beidewBtl» dir;''die'«sch aüfGest''Gtäffeleien standsn.' >--'„Monsieur Laruse"7' fuhr Balerian fort-und wandte seifte«' Blich von dir Schilderung der' Wirkungen des schnellen'Zornei''ab," weil die Blut- rünstigkeit der Darstellung, die vielen geschwun- g'estest'Schwerter, die grausamen Blick« und Gesten der Henkersknechte, ihm fast NebeNeit verursachtest,„Monsieur Läruse, ich häbi'Lhste« schon einmal bei der Durchführung einer Ihnen ander».' Kt. 222 ©iettStag, 21. fStpintftt 1987 Seite 3 * zum sche reiche zum sein, der in diesen Tagen die Blicke von Millionen Menschen zu den Türmen der Hradschin lenkt. Au» dem frostigen Klima einer Welt, die arm an. Liebe und reich an Sorgen geworden, wenden sich die Sym- pathiegefühle aller Kulturnationen der Republik an der Moldau zu, die von dem letzten Aufglühen einer großen Seele hell umstrahlt wird. So liegt denn an dem Erlebnis dieses Abschieds eiwa Tröstende», Erhebende»! Ein Geschlecht, da» solcher Verehrung wahren demokratischen gührertum» fähig ist, hat seine Mission und wird sie erfüllen. Darum ist mit diesem Abschiednehmen für un» nicht da» Bangen der Vereinsamung verbunden. Der Sämann kehrt zur Scholle Helm, doch die Saat beginnt erst zu keimen. Unser Glaube an da» Gute im Menschen sagt un», daß Masaryk nicht eine Spätblüte de» Liberalismus war, sondern Herold eine» menschlicheren Zeitalter», Vorbote einer neuhumanistischen Epoche. Großartige sittliche Kräfte, die im tiefsten Seelengrund de« Menschen unserer Zeit schlummern, haben sich in diesen Trauertagen an die Oberfläche de» Geschehen» emporgearbeitet. Ein Hunger nach Menschlichkeit, eine gewaltige Sehnsucht nach geistiger und sittlicher Führerschaft offenbart sich in der tiefen Ergriffenheit der breitesten Volksschichten unsere» Lande». Wir wissen, daß in diesen Stunden in den Hütten unserer Grenzbewohner schwere Beklommenheit herrscht und daß sie die bange Frage bewegt, ob da» einzigartige Erbe, da» un» der große Tote hinterläßt, für Gegenwart und Zukunft nutzbar gemacht werden kann. Darum wollen wir allen Landileuten, in deren Namen und Geiste wir hier versammelt find, ein Wort tröstender Zuversicht sagen: Daß der Geist der nationalen Versöhnlichkeit mit der Leben»- slamme T. G. Masaryk» nicht erloschen ist, da- sein Wille, die demokrätischrer Freiheiten im Innern und den Friede««ach außen zu sichern, in der Staat»sührmtg fortlebt, dafür bürgt un» die Peksänlichkett de» besten Schüler» und Mitarbei- ter», der«ach Ihm de» Präsidentenstuhl bestieg. In der felsenfesten Ueberzeugung, daß Masaryk einen würdig« Nachfolger«»wählte, dürfe« wir«n» alle um seinen ersten Vermächtnisträger scharen. Bon ihmwissen wir, daß er mit dem letzten Einsatz dessen, wa» in Menschenkräften liegt, die Ideale rer Demokratie, der Humanität und de» schinenpistolen hervor und nahmen Kapitän und Mannschaft gefangen. Der Thefmechaniker wurde mit dec Waffe in der Hand gezwungen, den Motpr angehen zu lasten, wa» indessen mißlang, weil der Akkumulator nicht funktionierte. . In diesem AugeMick erwachte ein Matrose, der im„Kiosk" de» Unterseebootes geschlafen hatte. Er hörte die ungewohnten Geräusche au» dem Innern des Bootes. Als er nachsah, fand er die ganze Bemannung gefangen. Er schoß nun kurzerhand einen Mann, der au» dem Innern des Boote» herausstieg, über den Haufen. Die Fremden verließen nun da» Unterseeboot, nahmen aber den Kapitän und den Chefmechaniker als Gefangene mit. Die französischen Behörden untersuchen nun den Fall. Der Leichnam de» Erschossenen, eine» 28jährigen Mannes, wurde ins Leichenschau- hauS gebracht. Pari». Da» Unterseeboot der spanischen Regienmg„E 2", da» in Brest wegen notwendig gewordener Ausbefferungen vor Anker liegt, wurde Samttag abend» der Zielpunkt einer Rebellen- Unternehmung, die mit der Wegnahme de» Unter» srebooleS hätte enden sollen. Um 21 Uhr, al» der größte Teil der Mannschaft an Land gegangen war, näherte sich dem Unterseeboot ein Kahn mit etwa zwölf Personen, die den wachehabenden Matrosen. spanisch mit „Freund" anriesen. Der Kapitän des Bootes empfing-feine Landsleute unvorsichtigerweise in seiner Kabine. Während des Gespräche» schlug einer der Leute vor, der Kapitän solle da» Unterseeboot den Rebellen auSlieftrn, er werde dafür zwei Millionen Peseten erhalten. Al» der Kapitän ablehnte, zogen die Leute Revolver und Ma- Wa» immer Du tatest,, e» ging letztlich auch um der Seele, um der höheren Kultur, um der höheren Menschlichkeit willen. Liebe zum Vaterland war Dir nicht End» und Selbstzweck. Die Befreiung Deiner Nation war einer großen Menschlichkeitsausgabe unterstellt: die Demokratie, die„Freiheit alle» besten, wa» Menschenantlitz trägt", sollte und soll Wirklichkeit werden. Der Geist, der Dich beseelte, der Geist Les- singS, Herders, Goethe», Schiller»; der Geist, den wir— da» fortschrittliche Deutschland— ehren üttd hochhalten, der Geist der deutschen Klastik tst'e». Deine Nation hat spät ihre Freiheit erkämpft. Ein große» Glück wurde ihr dafür zuteil. In einer Zeit, da ringsum Gewalt und Roheit herrschen, lebte und wirkte,in diesem Lande ein Mann, der der Wett zeigte, daß ein Bott, da» eine geschichtliche Zukunft hat, sein Ziel erreicht, auch wenn seS im Kampf um die Macht und im Bemühen um die Festigung der Macht barbarische Mittel verschmäht. Du, T. G. Masaryk, warst dieser Mann. Sin Glück für Dein Volk, daß es Dich zu den Seinen rechnen darf, daß e» in der Gewißheit leben darf, daß Du ihm-Männer erzogst und her» änhildetest, die in Deinem Sinne leben und wirken. Un» Demokraten, Sozialisten, Pazifisten, un».der freiheitlichen deutschen Emigration bist Du, T. A. Masaryk, eine Gewißheit und eine Ber, pflichtung. Dukanntest selbst Emigrantenlo», wußtest, wie bitter e» ist, auf fremden Treppen auf und ab zu gehen, wußtest, wie salzig fremde» Brot ijchmeckt. Ein emigrierter reichsdeutscher Päda goge, unter dem Namen E. Tide schreibend, sendet un» den folgenden ergreifenden Nach-' ruf auf Masaryk, Wenn wir, demokratische, sozialistische deut« Erzieher, Lehrer, Professoren vor unseren Schülern und Hörern Zeitsragen„mib specle aeternltatii“, unter dem Gesichtswinkel des Ge« schichtlichen und Ewigen erörterten, dann zeigten wir Dich, T. G. Masaryk al» Vorbild'und Beispiel. Du vereinigtest,in Dir: Liebe zu Deinem Volke und Liche zur Menschhett, staatsmännische Klugheit und humane Gesinnung.— Du begannst den Kgmpf tun die nationale Befreiung Deine» volle» mit dem Kampf gegen Werglauben, Lüge, Selbstbetrug und- Verleumdung: Deine Predigt war von Anbeginn: Recht, Selbstkritik, Wahrheit und Liebe! Dem modernen Politiker Deutschlands, der Dir an humaner Gesinnung am. ehesten gleichkommt, Walter Rathenau, hat man einmal gesagt: Politik verderbe den Charakter. - Walter Rathenau» Antwort war: Zu Politik braucht man Charakter. . Deine ganze politische Arbeit-war eine cha- rattervolle, der Jichumanität abholde., Dersebbe Waller Rathenau hat an den Beginn eine» seiner Bücher die Worte gesetzt: Diese»' Büch- handelt voni materiellen' Dingen, aber um; der Seele willen. Masaryk- Vorbild der Deutschen Kapellmeister Karl Rankl dirigierte ergreifenden Abschluß den zweiten Satz au» Beethoven» dritter Symphonie(Eroica); die Marcia sunebre, iveihevoll, verhalten und den Schmerz mn den großen Dahingegangenen in unübertrefflicher Klassik ausdrückend, tvar stilvoller und bedeutender Ausklang der in Ruhe, Ebenmaß, rednerischem und künstlerischem Gestaltungswillen überaus würdigen Feier. Friedens verteidigen und da» Werk de» großen Staatsgründers fortsehe» wird. In der festen Hosf- nung, daß die Lebensarbeit T. G. Masaryk» in dem Nachstreben der besten Söhne unsere» Lande» ihre Krönung findet, wollen wir in diesem Musentempel, den Masaryk wiederholt durch seine Gegenwart und durch viele Sympathiebeweise aürgezeichiiet har, al» deutsche Landesbürger von ihm Abschied nehmen. Noch einmal neigen ivir un» vor dem strahlenden Bild seiner Persönlichkeit, noch einmal danken wir ihm für die Liebe, die er un» entgegengebracht, noch einm..' g e loben wir, der leuchtenden Bahn seine» Genius zu folgen. Möge diese» herrliche Menschenleben im Schaffen der Nachwelt Früchte tragen zum Wohle unseres Landes, Heile seiner Döllerl" 16 Verhaftungen in Westböhmen Reichsdeutsche InstruktlonsbUcher«In Grundlage kür hiesige Turnvereine Am Samstag ist die Neudeker Gendarmerie einer eigenartigen Anffassnng deutschen Turnen» auf die Spur gekommen. Da» Resultat war die Festnahme von 16 Angehörigen der Jungmannschaft deS deutschen Turnverein» in Neudek. Die meist im Alter von lö bis 16 Jahren stehenden Burschen waren zunächst sehr zurückhaltend und erst als ihnen Arrest in Aussicht gestellt wurde, wurden sie gesprächig. Im Verlaus der Untersuchung kam es dann zur Verhaftung von vier Scharführern aus Neudek, Platten, Breitenbach und värringen. Bei den Verhafteten wurden militärische JnstruktionSbücher reichsdeutschen Ursprung» gefunden und beschlagnahmt» nach denen die In die deutschen Turnvereine gelockten Jungen militärische Uebun- gen veranstalteten. Diese Bücher hatte einer der Scharführer von einem Hitleragenten In Johanngeorgenstadt erhalten und sie aus die übrigen Scharführer aufgeteilt. Die Verhafteten wurden alle dem Gericht überstellt. Du bliebst in den-schlimmsten Tagen Deine» Lebens Deinen Grundsätzen treu. Du zeigtest der Welt,-daß Lüge und Verleumdung nicht notwendig sind, um ein morsches System zu fällen, daß dazu vielmehr jene Eigenschaften vonnöten sind, die wir in Dir vereinigt finden: Mut, Ausdauer, Wissen, eiserne Ueberzeugung, Liebe zum Volk und Liebe zum Menschen-. Wir, deutsche demokratische und sozialistische Pädagogen stellten Dich als Vorbild des Staatsmannes hin, als wir noch wirken durften. Nun, da wir fern der Heimat die freie Luft des Landes atmen, dem Du die Freiheit schufst, nun neigen wir in Dankbarkeit und Verehrung vor Dir unser Haupt. Die Welt, die gesamte freiheitliche Welt hat einen großen Mann verloren; un» bist Du mehr. Uns bist Du Gewißheit und zugleich Verpflichtung. Gewißheit, daß über alle Barbarei, Über allen Machtiaumel, über alle Lüge und alles Unrecht unserer Zeit, die Humanität, das Recht, die Wahrheit und die Freiheit siegen werden. Und Verpflichtung bist Du uns. Die Versuchung liegt nahe, im Kampf um die Freiheit vom Wege des Rechtes und der Wahrheit abzutvejihen. Sei Du, T. G. Masaryk,. hier unser Gewissen. Unser Schild sei rein, so wie Deiner es war. Sei Du, Lehrer Deiner Nation, Vater Deine» Vaterlandes, sei Du auch uns ein Lehrer, ein Vorbild, ein Ziel. Auf Lessing, der auch sein Volk liebte, ohne je. das Menschheitliche zu vergesse», prägten Schiller und Goethe das Wort, mit dein wir Abschied nehmen von Dir: „Vormals im Leben ehrten wir Dich al» einen der Götter." Nün Du tot bist, herrscht über die Geister i'Dein Geist. ordnung Oesterreich» zerstört waren. Bor seiner Mreise nach Italien beriet er sich mit dem vor» und nachmaligen Ministerpräsidenten Körber über diese Gewiffen»fragen. Körber selbst verneinte die Frage, ob die Habsburger-Monarchie noch genügend innere Erneuerungskraft besitze, um dem Leben», und Freiheit-Willen ihrer Völkerschaften zu genügen. So kam e» zu tragischen Konflikten, die da» Deutschtum Oesterreich» und der Sudetenländer tief in die Niederlage zweier Dynastien verstrickten. Wa» immer in diesen Jahren zwischen Deutschen und Tschechen lag, soll un» nicht übersehen lassen, wa» Masaryk» vermittelnde und versöhnende Wirksamkeit bedeutet hat. Ihm danken wie e» in erster Linie, daß Perle», den schwerer Gegensätzlichkeiten überstanden wurden, ohne unüberbrückbare Abgründ« zu hinterkaffen. Kein deutscher Bürger unsere» Staate» kann Masaryk da» Zrugni» versagen, daß er in fein« Amtsführung al» Staatsoberhaupt für alle Nationalitäten der Republik da» Beste gewellt und erstrebt hat. Daß sein böllerversöhnende» Wollen nicht in allen Bezirken während seine» Erdenwallen» zur Vollendung reifte, lag an den Schranken der Zeit. Trotzdem dürfen wir sagen: Der Geist Masä« ryk» hat sich in schwersten Tagen al» Quell der Zuversicht in eine bessere Zukunft der Menschheit bewährt. Masaryk war die Hoffnung aller Gutgesinnten im tschechischen wie im deutschen Volle. Da» Büenntni» zu seine« Lermächtni» wird Ku» verbindende Brücke zwischen Deutsche» und Tscheche» bleiten, kenn»«, wä» kommen«a». wir deutsche» Republikaner bekennen un» an der Bahre Masaryk» frei und offen zu de« geistigpolitischen, zu dem sittlich«», z» de« humanistisch«» vermächtni» diese» Bannerträger» beste« Europäertum». Wir wissen: Wenn e» gelingt, da» Vermächtnis Masaryk» redlich zu erMen, dann wird unsere Republik die Geburtsstätte einer neuen Europa freier, friedlicher und gleichberechtigter Völler sein. T. G. Masaryk war ein Evangelist unserer Zeit. Au» seinen Werken strömt un» Ahnung und Gewißheit entgegen, daß wir an einem Wendepmckt der Menschheitsgeschichte stehen. Wir befinden un» mitte» im Ringe» um die welthistorische Entscheidung/ob die" Menschheit‘ in' ihtern kollektiven Händeln dem Gesetz de» Dschungel» zu entrinnen vermag, ob sie die Kirnst und Weisheit besitzt, ein neue» weltgültige» S i t t e n g e» fetz gegen Krieg und Selbstvernichtung aufzurichten. Zu den größten Taten Masaryk» gehört e», daß er, wegweisend fiir alle Kommenden, die Politik al-moralifcheAufgqbe proklamierte. Für Staaten und Rattonen und ihre Verwalter darf e» keine andere Moral, keine andere ethische Ordnung geben al» für den Einzelmenschen. Rur ein m a s a« rykianisches Europa wird der zerrissenen Welt wieder zu großen menschheitliche» Zielen vor« anleuchten... Die LebenSckhr T. G. Masaryk» ist abgelaufen, aber da» Feuer zukunftweisender allmenschlicher Gesinnung, da» die Glut seine» Herzen» entzündete, darf nicht erlöschen. E» mag wohl der magische Zauber de» Lichte» Trauerfeier der aktivistischen Parteien Im Prager Deutschen Theater Bestem abend« fand bei vollbesetztem Hanse km Reuen Deutsche» Theater in Prag die von der Bezirksstelle Prag der-deutschen attivistischen Parteien veranstaltete TraueiHtter zu Wem T. G. Masaryk» statt. In Vertretung de» Prä- skdenten der Republik nahm Ge» snndheitsminister Dr. Ludwig Czrch a» der Frier teil. Unter den zahlreichen offiziellen deutschen und tschechischen Persönlichkeiten, die, sich eingefunden hatten, befanden sich Fürsorgeminister 8ng. N e i a», Landwirtschaftsminister Dr. Z a- dina und JustizMinister Dr. Dkrer. Ferner, neben Dr. Tzech, die beiden anderen deutschen Minister Dr. Spina und Zajiöek, der Vizepräsident des Abgeordnetenhauses Taub, 4» Vertretung des Landespräsidenten Vizepräsident P a t e r a, viele öffentliche Funkttonäre aus der sudetendeütschen Provinz, darunter der Reichenberger Bürgermeister Kostka und eine große Anzahl deutscher sozialdemokratischer, christlichso- gialer, landbündlerischer und deutfchdemokratischer Vertrauensmänner.• Die Bühne des Theater», dessen Vorderfront schwarz umhüllt ist und in dessen Foyer ein umflorte» und trikolorengeschmllckteS Bild Masa- ' rykS in Blattschmück steht, war schwarz auSge- schlagen und traurig-feierlich geziert, im Hintergrund eine Büste de» dahingegangenen ersten Staatspräsidenten. Stehend hörte die Trauerversammlung die Staatshymnen an, gespielt vom Orchester de» Deutschen Theater» unter Leitung Fritz Zweig», der sodann die eindrucksvollen Liedervorträge Josef Schwarz' und.Harriet Hender»' "(Beethoven, Schubert, Brahm» und Schubert) begleitete. In feierlicher Stille und vor stehendem Publikum hielt sodann unser Abgeordneter Wenzel I a k s ch namens der veranstaltenden deutschen aktivistischen Parteien die Gedächtnisrede auf Masaryk, der wir die folgenden wesentlichen Stellen entnehmen: Sudetendeutsches Gelöbnis Au» der Gedächtnisrede des Abgeordneten Wenzel Jaltseh „lieber Klaffcnschranken und Sprachgrenzen hinweg, einigend und verbrüdernd, neigt sich ein gütiger Antlitz abschiednehmend uns zu, nochmal» die Herzen von Millionen in reinster Liebe entflammend. So sind wir in feierlicher Stunde versammelt, nur Abschied zu nehmen von dem erste» Präsi- , tenten diese» Lande», da» auch wir Sudeten- dratsche al» unsere Heimat lieben. Wir haben den Ruhm genossen, Mitbürger Mafa- ryk» zu sein. Wir wollen auch den Schmerz de» .Bruderbolle» teilen, da» mit'dem Heimgang Masa- ryls einen Lehrer und Führer ohnegleichen Vorloren hat.■ i;■ Masaryk war mehr al» der Befreier seine» Volke». Er war erfolggekrönter Vorkämpfer seMer Nation und zugleich ragende» Symbol alter■ lanv«»brüderlicher Gesinnung, di« flämische und deutsche Bürger durch Jahrhunderte friedlicher Arbeit«inte. Sein« Persönlichkeit und sein Werk waten di« kraftvollste Widerlegung jener törichten Legende, die al» Sinn und LNhaü der Beschichte ewige Feindschaft der Böller unsere» LebenSraumeS proklamiert. Masaryk hat feinem voll nur mit den reinen Waffen der Wahrheit gedient und deshalb verschmähte er es, seinen rattonalen PatriottSmu» durch Haß und gegen andere Völler zu beweisen. Masaryk haßte di« Lüge, di« Unmoral, da» Unrecht. Schonungslos führte er den blanken Degen sittlicher Empörung gegen die bösen Geister de» Menschengeschlechter ohne jede Rücksicht darauf, ob sie j. sich, in dieser oder jener Sprache offenbarten. Darin i ist er vorbildlich geworden auch für'un» Deutsche , und für die besten Söhne aller. Böller. Unvtrgeßlich bleibt Masaryk» männliche» Duell gegen di« Verkünder eine» falschen Mytho»- im Streit um die Echtheit der Königinhofer Handschrift. .Unerreichbar die Leidenschaftlichkeit seine» kämpfeirischen Einsätze» gegen die. Blut-Legende.von Polna. Masaryk hat in den Stürmen der Gegenwart da» Banner edelster Menschlichkeit entrollt. Ihm danken wir die beglückende Gewißheit, daß die flamende Liebe zum eigenen Boll nicht Hindernis, , sondern Grundlage de» Bekenntnisse» zu den höchsten. Idealen der Menschhett ist. ■ Einen befreienden Anbweg an» ter seltftmirte- , rischen Verkrampfung de» moderne» Nattonali»- mu» und Rassismus hat er mW damit gewiesen. Kaum zu ahnen vermögen wir, wä» wir Hl» deutsche Bür g e r diese» Lande» dem LebenündS ch affen MasarYk» verdanken. Der blutige Zusammenstoß»wischt» . deutschem und slawischem Wesen im Weltkrieg vollzog sich wider scinen Willen. Au» seinen schÜH- stellerischen Bekenntnissen wissen wir, daß«' deN - Entschluß, sich an die Spitze der tschechischen.stsüsie- landsrevolution zu- stellen, erst in dem Augenblick« ' faßte, al» alle Hoffnungenauf eine friedliche Reu- Seite 4 DienSlag, 21. September 1937 ' Nr. 222 3aAesneuigkeitm TGM . Aus dem Geschlechte der Armen, aus der Epoche der Knechtschaft stieg er empor zum Triumph, Sieger durch Weisheit und Kraft, Senken wir nun ihn hinab, trauernd, den Reinen und Großen, hält unser Herz doch umsohreint, liebend, als Mahnung sein Bild, Treu war er immer sich selbst, treu seinem Volk und der Menschheit: Schwören wir Treue ihm zu, ihm, der, für immer gegangen, immer doch unter uns weilt, Max Barth Eine Goebbels-Perfidie Der rciihsdcutschc Rundfunk hat dieser Tage mitgeteilt, das; in der Tschechoslowakei auch dec letzte Häusler gezwungen worden fei, anläßlich des Ablebens Masaryks eine Trauerfahne auszuhöngcn. DaS ist.eben der Unterschied, der die ReichS- tagsbrandstister ärgert: in; Dritten Reich gx. fährdct man sein Leben, wenn man bei den braunen Festlichkeiten keine Fahne auShängt; hier aber trauert ein ganzes Land aus tiefstem Herzen um einen Mann, der nicht durch Pro- paganda, sondern durch seine menschliche Tat Führer wurde.— Mit der perfiden Goebbels- Lüge mutz man sich nicht auseinandersetzcn. Ihre Urheber werden dadurch gerichtet, daß man die Lüge, den trauernden Menschen unseres Landes zur Kenntnis bringt. Berkehrsimfall bei Kosolup. Sonntag, den IS. d. M., nm 17 Uhr fuhr auf der Straße von Kosolup nach Kkimitz der Obstgrotzhändler V o j- t i ch. aus Pilsen. Als er mit seinen! Automobil einem Radfahrer ausweichen wollte, geriet er mit seinem Wagen auf ein Feld, wo vier Personen vor seinem Wagen Zuflucht gesucht halten. DaS Automobil fuhr in sie hinein und tötete Marie K r ä l o v a ans der Stelle. Marie Cervenck wurde schwer verletzt und starb im Krankenhaus. Der Dreher K r ä l sowie die MaurerSfrau Marie Kleslovä wurden schwer verletzt in dar Pilsener Krankenhaus eingeliefert. Bojtkch wurde von der Gendarmerie festgenomw Brand bei Skoda. Montag vor Mittag brach isn- Lager..feuergefährlicher" Stosse(Lacke, Farben u. ä.) der Skodawerke in Juiigbunzlau «in.B r a n d aus.. Den Bemühungen.der unverzüglich eingetroffenen. Feuerwehren gelang cs, das Feuer zu lokalisieren. Auch die Prager Fenerwchr wurde um Hilfe ersucht. ' Zwei gefährliche Einbrecher, der 38jährige FrantiöekC c r n>) aus Matckov und der 81jäh» rige Vaclav S i in o n aus Poliika, wurden in der. Nacht zum Samstag von der Pardubitzer Polizei verhaftet. Sie vollführtcn eine Reihe von Diebstählen und Einbrüchen in Obftböhmen, so u. a.' int Gebäude des Chrudimer KreiSgerichteS, wo sie verschiedene Beweisstücke, wie Waffen, Einbrtcherwerkzeuge.u. a., entwendeten. Trauer Im Gebirge . Schon im Tale hörten wir die UnglückS- boischaft: auf der Stusenseite brennt esi Ucker dem Walde und von noch höheren Waldsäumen herab senken sich hinab in die steile Furche des Lenzcnbachcs die grünen Hängclviescn deS Len« zenvergeS und der Stufenscite. Dort loderte die Brandstätte, vor zwei Stunden noch eine kleine schmucke Baude, erst im Vorjahre um einen neuen Anbau erweitert, und mm nur noch ein loderndes Gerippe.in Flammen und Feuerrauch. Das Dach und den Oberbau hatten die Flammen schon auf- gesresten. Lichterloh brannten die Balkcnwände der unteren Stube, die nur noch ein klaffendes Gehäuse voller Feuer war. Die Feuerwehrleute konnten nichts anderes mehr tun als die brennenden Balken anScinanderzureißen und das schwe- lendc qualmende Heu,, das im niedergebrannten Dachboden gelagert hatte, herunterzuzerren und zu löschen, damit nicht der Wind die brennenden Büschel gegen die Nachbarbauden treiben konnte. Drei. Schläuche lagen wie graues Geäder den Häng herauf. Unten, wo der Bach zu einem kleinen Badebassin gestaut ist, klopfte das Pumpwerk der Motorspritze lvie ein unermüdlich schlagendes Herz. Soldaten hatten die Spritze mit einem Raupenschlepper den steilen Bergweg heraufgezogen. Doch kür das Haus kam alle Hilfe schon zu spät. Rings um die Brandstätte lag der gerettete Hausrat auf dem Rasen, ein Tisch, Küchengerät, Matratzeii, leere Flaschen, auch sie gerettet, wie in Feuersnot ratlos das Nichtige vor dem Wichtigen gepackt wird. Ein Waschbrett, eine Kinderpuppe, Gläser,.mit. eingemachten Früchten, eine kleine Holzwanne, darin ein Haussegen:„Gott hat geholfen; Gott hilft; Gott wird weiter helfen"— ein gläubiger Trost und angesichts der brennenden Trümmer zu lesen wie eine höhnische Lästerung. ' Alle hatten retten helfen, Baudennachbarn und Sommergäste, Soldaten, Feuerwehrleute und zufällig-kommende Touristen, aber nur die unteren • Militärverrat. Der Senat für Angelegenheiten des Militärverrate»,'beim Kreisstrafgericht in, Prag verurteilte den 26jährigen Privatbeamten Jaroslav Bancl au» Prag wegen de» Versuche» de» Verbrechens der Verleitung zum Militärverrat laut z S de» Strafgesetzes Und>8 6, Abfatz S, de» Gesetzes zum Schuhe der Republik zu schwerem Kerker in. der Dauer von einem Jahc mit den entsprechenden Ber- schärfungen und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Sowohl der. Angeklagte al» auch der. öffentliche Ankläger meldeten die Berufung an. Ein AutobuS mit Kriegsteilnehmern, der zur Jahrcstagung der. American Legion in New Dort unterwegs war,.fuhr bei Hartford(Connecticut) gegen einen Baum. Dreißig Insassen wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt.■— Ein Auto» c ä r, in welchem Wallfahrer von dem Wallfährisorte Pimraco heimfuhren, ist'auf der Landstraße mit einem-- Lastauto zusömmeNgestoßen. Sämtliche Wallfahrer wurden verletzt,- davon acht Personen ziemlich schwer, einer von ihnen würde auf der Stelle getötet.- Grutenirand. In der Nacht von Samstag auf Sonntag brach in der Grube Deaf Hill bei Trindon in der Grafschaft Durham ein Feuer aus, wobei zwei Bergarbeiter ums Leben gekommen fein sollen. Schwere« Autozusammcnstost. In der Nähe von Boliden, der bekannten Goldgräberstadt in Nordschweden, stießen zwei Personenkraftwagen mit insgesamt zehn JnsassenaufderLand- straße aufeinander. Die. Wagen wurden" vollständig zerstört. Vier Personen wurden sofort" getötet, während die übrigen Jnsasieü schwere Verletzungen davontrugen. Drei davon sollen, im Sterben liegen.. DaS Geheimnis des Shiwa-BergeS. DaS Museum für Naturgeschichte in New gork hat«ine Expedition ausgerüstet, die soeben die Besteigung eines der seltsamsten, bisher noch nicht erforschten Berggipfel in Arizona unternommen hat. Dieser Berg trägt den Namen„Der Tempel ShiwäS", Es ist ein ungeheurer Felsblock, dessen Wände tausend Meter, fast senkrecht abfallen.. Der Gipfel muß ein Hochplateau bilden, aber"noch niemand konnte je dieses Plateau betreten. Selbst Flugzeugen gelang eS.nicht, in einer Höhe,. die Beobachtungen erlaubt hätte, diesen Gipfel", zu überfliegen, da über dem Berg ständig Lustwirbel herrschen, die ein Niedergehen unmöglich" machen. DaS Interesse,"das die Wissenschaft an dem „Tempel ShiwaS" hüt, erklärt sich dadurch, daß man"annehmen, taitC auf. diesem Hochplateau habe sich sowohl Urwelt-Flora wie Urwelt-Fauna unberührt erhalten. DaS Alter de» Berges wird zwischen 88.000-unk 100.000 Jahren geschätzt; er ist vulkanischen Ursprungs und mutz seinerzeit bei einer Erdbebenkatastrophe^, stehen geblieben sein. ES ist also gar nicht unmöglich, daß man, oben Tieren begegnen.wird,-ditz-.twr-7lOO.OOOi Jahren gelebt haben. In Arizona ist übrigenS-der' Glaube verbreitet, daß hier oben das Paradies liege.. Die Expedition ist hervorragend ausgerüstet und hat unter anderem auch einen Seüder mit, der nicht nur zur Verbindung mit-der am Fuße des Berges, angelegten Station dienen soll, sondern mit dessen Hilfe man auch laufend Rundfunkbericht« senden will. Vom Universitätsdiener zum Universitäts- Professor. Einer der Diener an der Universität von Pittsbürg,"der Neger Edward Leo Harrih, war gerade damit beschäftigt, ein Auditorium auszukehren, als ihm deiner seiner Kollegen freudestrahlend die Mitteilung überbrachte,,daß er zum Stuben.hatten noch geräumt und das Vieh gerettet werden-können; ai8 oben die-Flammen schon das Dach"durchbrachen und di« Schieferplatten der Giebelverkleidung knallend wie" Revolverschüsse absprangen und in Splittern-weit umherflogen. Der sprühende. Regen siel stärker. Nachbarn trugen den geretteten Hausrat davon und brachten ihn in Sicherheit. Weinend, fassungslos und unfähig, auch nur eine Hand noch zu rühren,-standen die Belvohner der Baude und starrten in die Flammen, die ihren Besitz ftaßen. Mann und Frau, beide noch jung-und noch nicht-lange verheiratet und doch schon, gezeichnet von harter Arbeit von Jugend auf. Ihr einziges Kind,,«in dickes dreijähriges Mädel; saß,in, der".Stübe der Nachbavbaude. Es sprach kaum ein"Wort,, aber«S lachte mit weißen Perlzähnchen und strahlte über das ganz« pausbäckige-Gesicht;,das"klein« Wesen weiß nichts davon, daß es in höchster Not aus dem Schlafe gerissen-und auS dem brennenden Haus« gerettet wurde. Eine ältere Frau stand klagend vor der Brandstätte. Sie'war- der ltztzte Sommergast in -der kleinen Baude gewesen und.alles tpar ihr verbrannt, die"Kleider«nd dreihundert Kronen an Geld,, alles, was sie mithatte..-.\ i- Die Brandstätte liegt der-. Baude"benachbart, in der wir quartieren. Dgs Mädchen,-das hier die Gäste bediente,.istdie".Schwesterdes. Besitzers, der niedergebrannten Baude. In drei Wochen wollte" sie heiraten. Ihr Ausstattung an Bette», Wäsche und Kleidern,, ihr ganzes" AejrätSgüt, in jahrelanger Ackeit^erspärtmnd.Stückifür Stück erwecken, hatte sie beim- Binderin einer'Dachstube gehabt;' aller"bis-auftdaslletzte'Taschentuch ist verbrannt. Rur was sit äuf'detn Leibe trug,".ist ihr geblieben. Stumm-welneiit>;?«tit zitternden Schultern, stand-sie anderntags tsi deü- verkohlten Trümmem."Da lag noch" ein,'"Päckchen Wäsche, rundum-verbranntibis auf eine handgroße Mitte, Das. Mädchen-kniete hin und-blätterte in-denver» Profcssor der Neger-Universität Wilberforce ernannt worden sei. Harritz.jst Aichedidakt,hat.aber in seiner Dkener-Eigenschäft ZMittzu den Vorlesungen der Universiätt von Pittsbürg.gehabt, sich nachtt weiter ausgebildet üüonn-mesem Som- mer eine philosophische Doktor-Dissertation eingereicht. Erstim Juni dieses Jahres hat er sein Dok.tor-,Exqipsir,bestandcn,^noch"Nnter trübem Himmel, von den Pensen der Baudcnleutc ganz kurz geschoren und weich wie" Plüsch 1 Über Wölbungen und. Wellungen geschmiegt, liegen'die Hkefeöhänge-auf- und- ab"unddarüber"ziehen die Zackenreihen Ger- Fichtenwälder. Bläst, durchsichtig sÄmmert ei»" förnerer> W aldhang im Gebiert de» Amsters; wüßte, man michtö däß es dec Wald ist, Wnte'.pS als ein Äörhang'äütz reichem blaUen Tuch erscheinens tL.-,-UNd- dänn^.äm dritten.Taz« nach-'.dem Brande," zu"-dem, die- Gestzräche- in"der'Haude Immer wieder zurückkehrten.kam die- Frühe deS Tage; in besten silbriger-Frische.die, Sonne hinter Wolken als ein fliegender"Glqnz schimmerte, Aus dein Radio- klingt'»däS' meloisische.Pausenzeichen deS Prager Senders. Und- Hann, Wort für Wort in ttefe Bestürzung fallend, spricht aus; den Feme eine- exnste seicrliche Stimme die Traueckötschästr Präsident Masaryk ist-töt;. 1^ä5Hnft8■'f^fiht"-oD«»'.in. starrung zu verharren, die Wiesen,, die Wälder, Wind und"Wolken../Nichts regt sich; ,«Schwer-und grau-.wie. Trauerschlcicr- senkt«sich-der- Woskpn- Tapserc Kapitäne! (Nach R. Kipling gefilmt) mit Spencer Trach und Freddie Bartholomew" seien leider gestorben. Leider, leider,., Der Ruf der Fünflinge Kanadas tväre sicherlich vor- dieser ungewöhnlichen Konzeption, der Senora Conception verblaßt. Wetter iestert sich. Die Druckstörung, welche Sonntag abend» in der Westhälfte de» SwatSgebiet» eine Wetterverschlechterung gebracht hatte,ist nunmehr nach Schweden abgezogen. Hinter ihr strömt dem Bin» nenla'nde nunmehr kühlere Meeresluft zu, in deren Bereich noch immer leichtere Regenschauer austreten. Im Ostteil de» Karpathengebietes und auf der Bal» kanhalbinfel herrscht noch sommerliche» Wetter mit Temperaturen von 26 bis 20. Grad.— Wahrscheinliche» Wetter von heute: Roch etwa».unbeständig, vorwiegend bi» wechselnd bewölkt, verschiedentlich Schauer, mäßig kühl, auch"im Osten Temperaturrückgang.— Wetteraussichten für übermorgen: Bei westlichem Wind noch ralativ kühl. Ziehung der Klassenlotterie (Ohne Gewähr.) Prag. Bei der Montag- Ziehung- der IV. Klasse der 87. tschechoslowasischen Klassen- lotteric Wurden nachstehende Gewinste gezogen: 1B0.000 KC— 40.740, 80.000 KA— 111.287, 20.000 KA— 001, 80.460/ 88.870,107.168, 10.000 KA— 20.251, 20.730. 81.278, 35.507, 51.884; 87.748, 108.140, 118.408, 5000 KA— 14.202, 16.412, 18.147, 28.706, 28.068, 26.077, 80.038, 82.814, 86.428, 88.187, 58.758, 68.283, 73.081, 84.001, 08.468, 07.624, 102.483, 111.800,-117.226, . 2000 KA-T- 1668, 4248, 7864, 12.441, 18.601. 18.838, 10.472, 20.107,. 22.804, 24.838, 28.620, 28.048, 31.757, 32.002, 33.726, 33.006, 37.035, 40.861, 41.166, 41.807, 42.860, 48.240, 48281, 40.126, 50.480, 53.283, 54.850, 55.049, 55.665, 58.789, 59.368, 62.102, 62.955, 62.975, 63.076, 64.068, 64.703,.72.681, 176.492, 78.588, 79.449, 80.175, 80.578, 88.840,'85.694, 86.716, 80.662, 99.611,100.711, 102.791,104.294,106,094,109.452, 110.254, 110.415, 113.770., rauch über die Wälder. Niemand in der Baudpn- stubc spricht, Deütsche aus Trautenqu," Tschechen aus Prag, hören.schweigend die Stimmen; aus"der Fern« ,und einer liest in, den Augen des anderen di- Schwere des Verlustes,"den alle betroffen hat. Und/immer, wieder,,.in"tschechischer, deutscherpolnischer.und ungarischer..Sprache" spricht die Radiostinrme vom Sterben des großen Mannes in- Läny. Und überall hören es" die Menschen, iin ganzen Lande;, in aller-Welt: Präsident Masaryk ist; tot....,. - Trübe geht-der. Tag über die Berge., Tiefgrau-ziehen die. Wolken, vom Schw.arzenbcrge herüber; den Fuchsberg, pom Brunnberg rind von der Koppe herab, sinken, sie in schweren Masten in, di« Täler, hüllen die"Landschaft ein," Trauerflore de» Himmels; - Der Postbote bringt- die Zeitungen. Cs sind die ersten-Nachtausgabe!!, die noch nicht» vom Tode wissen. Sie berichten über die-letzten" Stunden.im Krankenzimmer in Lästy,-sie"sprechen-.von schweren Sorgen— es sind schon." Stimmen bet Vergangenheit. Aber jede Zeile- Wird gelesen und jeder.Heser erlebt in seltsamer ZnrUckwendung-der Zeit; das. schön Vergangene, mit- dem Wissen um das schön erfüllte Stecken des. Manner, um dessen Lehen die"Zeitungen nöch bangen.". i- ; Es ist ganz still ip her Baudenstube. Huy das Rascheln".der, Zeitungen,-.und",mapchmäi.«in verhaltenes.Wort unterbricht dasSKweigey. der .Leseiwey.sJst der.Mnlecke- sitzt die-Katze,.".Ihr SchiiMiseN, ist!hörbar," wie.ein leise hin' und Her Mrrenhes" Rädchen.- 1. Draußen" im Grau, schlägt HL"schwarze Trauerfahne im nasfeN.'Sprühregen,- Der-Wind rollt das schwärze Tuch"uiN die Stange."; UnHnwi .schwankt> stur. noch ejn"ei Este deS Fahnentuch«» langsam hin undsber, und dieser-kleiNe schwärze Wimpel ander schwarzumhüllten Stange in Wind undiRegen scheint,bewegt.vonustenDcher",-''itnäüS-. sprechticher Traurigkeit.;,.."--" ,, Nr. 222 Dienstag, 21. September 1937 Seite 5 uml§oLlaip»ktiL 9 9. Fleißige Arbeit auf dem Fabrikarbeiter-Verbandstag Ein Pulverfaß im Mittelmeer Süd-Tirol und der Dodekanes sind zwei Gebiete, an denen der italienische Faschismus mit der gleichen Intensität seine Totalherrschaft unter Mißachtung aller nationalen Rechte einer Minderheit durchzusetzen bemüht ist. Seit einem Bierteljahrbundcrt sitzen die Italiener auf dem Dodekanes,'zuerst als Eroberer, dann formal 1023 in ihren Rechten bestätigt durch den Vertrag von Lausanne. Der Dodekanes ist in der Kette der italienischen HerrschastSstützpunkte im Mitielmeer eine der wichtigsten Positionen, von der auS die Dardanellen und die Straße nach Eypern. unter Bewachung und im Ernstfall unter Druck gehalten werden kann. Auf der Insel LeroS haben z. B. die Italiener einen großen Wasserflugzeughafen, eine Unterseebootsbasis (von der man aus bequem Untrrseehote in die griechischen Gewässer und in die Dardanellen entsenden kann), KUstenbatterien, Oelreservoire ustv. angelegt. Auch auf der Insel Rhodos haben die Italiener große Befestigungsarbeiten ausgeführt. Die Jtalienifterung der Bevölkerung ist bisher den Italienern Man erhält für ' 100 Reichsmark,,,» . Markmünzen«.» 100 österreichische Schilling 100 rumänische Lei...".. ' Mv'pvlnischr Zlvttz y 100 ungarische Pengs.. '1 r 100 Schiveizer Franke». 100 französische FraneS .-y- 1 englisches Pfund„ . K ,; ,i amerikanischer Dollar M italienische Lire. 100 holländische Gulden ■ 100 jugoslawische Dinare ■ 100 Belga».,4«'' 100 dänische Kronen. 100 schwedische.Krogen!> 888— 735.— 828.50 18,80 ‘515.60 546.50 855.50 '98!2O ' 141— 28.45 124.40 1A75.M 61Ä0 ■:,.J 481— < 630.— . 727-— dustrien weit über den Stand von 1029 hinaus beschäftigt sind. Trotzdem gkbt iS rund svo.ooo Arbeitslos«, woraus sich ergibt, daß die E r z« u g u n g auch mit einer verringerten Anzahl vonArbeitSkräftengesteigertwerdeck kann. Dinnebier beschäftigte sich ausführlich mit dem Kartellwesen, bemerkte, daß die Fahl der Kartelle in vier Jahren von 000 bis 1000 gestiegen' ist und daß die Kartelle zur Kontingentierung und Konzentration teilweise zum Schaden der Arbeiterklasie beigetragen haben. Durch Kartellmaßnahmen in der Papier-, Zucker-, Zeckent-, Zellulose- und Pappenindustrie sind allein tm deutschen Gebiet 1272 Arbeitsplätze verloren gegangen. Die Papierfabriken unsere» Lande», soweit sie stillgelegt sind, erhalten durch Kontingentverkauf 8 Millionen KJ, die Fabriken im deutschen Geilet 3.2 Millionen Kö. Hier wird Kapital aus der Not der Arbeiterschaft geschlagen. In der Papierindustrie waren 1920 19.000 Personen beschäftigt. 1987: 15.000 bei 28 Prozent gesteigerter Produktion. Durch die Maßnahme» der Kartellierungen wurden insgesamt in der Papier», Zucker-, Baustoffindustrie im deutschen Gebiet 4800 Arbeiter brotlos gemacht. Der Lohnauswand der Papierindustrie beträgt 1987 182 Millionen Kü bei 16.000 Arbeitern und im Jahre 1929 178 Millioyen bei 19.000 Arbeitern. Würde dieselbe Lohnquote wie 1929 zur Anwendung kommen, müßt« unsere Papierindustrie nicht 182, sondern 210 Millionen K£ an Löhnen aufwenden. Die Ersparnis beträgt 78 Millionen Ai jährlich oder 87 Prozent. Redner verbreitet sich dann ausführlich über den Druck auf die Löhne, die Vernachlässigung der Pflege von Kaufkraft und rechnet au», daß im stärksten Krisenjahr unserer Volkswirtschaft fünfeinhalb Milliarden Kaufkraftverlust durch Lohn- und Gehaltseinbußen erlitt. Ja selbst im Jahre 1987 ist ein Kaustraftverlust von 8.5 Milliarden festzustellen, wenn man die Lohnverhältnisse von 1929 zur Grundlage nimmt. DaS voqügliche Referat fand seinen Ausklang in .der.Formulierung von Forderungen, durch deren Verwirklichung den gekennzeichneten Schäden sür die Volkswirtschaft und insonderheit der Arbeiterschaft tzorgebeugt werden kann. Die Taktik des Verbandes soll in Zukunft sein, mit Mut und Tatkraft zum Angriff überzugehen. Eine entsprechende Entschließung fand Annahme. Arbeitslosen- und sonstige .sozialpolitische Probleme üehäiMftr'VfrbändSseft-M Iw h'tt'iTMfschltchtti'-k cher Weise. Er kennzeichnete‘die S ozialpslitlk und die Sozialversicherung unseres Staate», anerkannte, daß auf diesem Gebiete viele» geleistet worden ist, hob aber die Unzulänglichkeiten hervor, die die Krise recht deutlich im Gebäude unserer Sozialpolitik hervortreten ließ. Im einzelnen besprach John bestimmte Mängel unserer So-, zialpolitik, setzt« sich für eine RegelungderAr». beitSvermittlung ein, sprach sich für dringende Novellierung des Krankender« sicherungsgesctzes und de» Alter»- und JnvaliditätSgesetze» au». John erachtete die Herabsetzung d«r Altersgrenze beim Rentenbezug al» dringend notwendig. Nicht minder wichtiger ist eine Novellierung de» Arbeiter-Un- fallgesetze». Verbunden hiermit muß sein«in Ausbau de» Gesetz e»‘ü b er die Berufs- krankheiten.' Hier hatten, sich in den letzten Jahren teilweise ganz eigentümliche Zustände heraus entwickelt. Eine Novellierung des BetriebSauS- schüffe-Gesetze» müßt« so erfolgen, daß da» Mitbestimmungsrecht der Arbeiterausschüsse bet Entlassungen gewährleistet ist. Und zum Schluß wären rechtliche Verpflichtungen für die Unternehmer zu schaffen, damit diese sich nicht den Notwendigkeiten de» Arbeitsschutzes entziehen sollen. Alle» da» ist aber nur durchzusetzen mit der politischen Ber- tretung der Arbeiterschaft der so» zialdemokratischen Partei. deren Mitgliedschaft für jedes Gewerkschaftsmitglied Ehrensache ist. Eine Entschließung st» Sinne,.dieser Ausführungen kam zur Annahme. Darauf wurden die Kommissionen gewählt und die DerhaMungen ver- In der Montag-Sitzung de» Verbandstage» wurden die■ Berichte der Kommissionen «ntgegengenommen. Köhler-Prag sprach zuvor im Auftrage der Versicherungsgesellschaft„Vorsorge" und bat um Mitarbeit, damit da» gemeinsame Werk der Gewerkschaften und der Genossenschaften sich weiter so gut entwickeln möge. Bereits jetzt ist e» gelungen. 8000 Lebens- und 6000 Feuerversicherungen abzuschlicßen. MS Berichterstatter der Antragskommission fungierte John. Der BerbandStag erledigte di« vorliegenden Anträge in der Form, daß der Verband auch hinfort finanziell und organisatorisch in der Lage ist, alle seine Verpflichtungen erfüllen zu können. 3m Auftrage dcrMandatS-und Wahlprüfungskommission berichtete Renner. Insgesamt waren auf dem BerbandStag 166 Teilnehmer anwesend, davon 111 stimmberechtigt« Mitglieder. Die Wahi des Vorstandes hafte folgende» Resultat: Verbandsobmann Tschapka-Aussig, Mitglieder: Dinnebier- Aussig, I o h n-Aussig, P o h l-Aussig, Reif- Schreckenstein, M i ch l-B.-Kamnih, Husch ner- Schreckenstein, Mülle r-Aussig und P l a ch-Äussig. Die Wahl erfolgte einstimm i g. Auch die Wahl der" übrigen Körperschaften de» Verbandes ging mit der gleichen Einmütigkeit vor sich. Damit waren die Arbeiten des BcrbandStageS erledigt. Der Sekretär der Fabrikarbeiter-Internationale/ de I o n g«-Amsterdam, brachte dem Ver- bandStag den herzlichen Dank für di« freundschaftliche Aufnahme der ausländischen Gäste entgegen. Möge die politische Situafton, so erklärt« er, bi» zum nächsten BerbandStag sich so klären, daß die Sorgen der ftchechoflowakischen Arbeiterschaft, namentlich im deutschen Gebiet, nicht mehr derart in Erscheinung treten. Der Verband kann der Ueberzeugung sein,' daß' all« Bruderorganisationen der Erde sich mit ihm verbunden fühlen. DaS Schlußwort hält Dinnebier. Er dankt den Delegierten und Gästen für die gute Arbeit und aufmerksame Teilnahme und gibt dem Wunsche Ausdruck, daß die hier zutage getretene Einigkeit sich auch im Verbandsleben draußen auswirken.möge. E» wär dem Verband eine Freude und eine Genugtuung,«Ine so zahlreiche ausländische Delegation al» Gäste bei sich zu haben. Nachdem Dinnebier den auSscheidenden Vorstandsmitgliedern, namentlich Spiegel-Aussig, den Dank ausgesprochen hatte, schloß ex den BerbandStag. '. Die Sonntagssitzung de». BcrbandStageS der Fabrstaicheiter in Booenbach.tvar den Problem en: der tä Frage kommenden Industrien, der Fürsorge der beschäftigten Arbeiterschaft gewid- nnet, nachdem vorher die Berichte de» VerbandStageS «ntgegengenommen worden waren. > Di« internationale Delegation war eine- außer- chrdentlich ftarke: K. de I o n g«-Amsterdam al» Sekretär der International«.der" Jabrikarbeiterver- ,bände,.Olsen,, Mortensen und H. Eh. Nielsen(dänische Fabrikarbeiter), Vidal-PariS(französische Fabrikarbeiter), Frau Ehristiansen, Frau Jensen und Brau.Petersen(dänischer Arbeiterinnenverband): H. Oefterhui»(Fabrikarbeiter Hollands), Franz Ker« (Arbefterverband Ljubltdna, Jugoslawien), Nie Nach^(Verband der'Chemiearbeiter>Norwegen»),' .Axelsen und Olsen(norwegischer Papierarbeiterber- band), Karlbom und Strindbera(Verband der Fabrikarbeiter Schwedens), Erikson und Engström (schwedischer Papierarbeiterverband). Der Verbands der chemischen Arbeiter, Prag, war vertreten durch Hoöek, Dundr, Cerny und Martin«!; der Verband, 'der Tonarbeiter in der Tschechoslowakei durch Gergely und Mikeö. . Eingang» ter Sitzung begrüßte Anton Klinge r-Bodenbach den Kongreß tm Namen der Kreis- gewerkschaftskommission und de» Verbände» der Lebensmittel« und Transportarbeiter. Vidal-, Pari» hob die Fortschritt« hervor, die die französisches .Gewerkschaftsbewegung gemacht hat. An den erkrankten Redakteur de» Verbandes, Adolf Pohl, wurde ein Telegramm abgeschickt. Berichte des Vorstandes VerbandSsikretär John-Aussig erstattete den Bericht üb er die verflossene Geschäftsperiode. Der Fabrikarbeitervexband hatte oll«' Hände voll zu tun, um den Lebensstandard seiner: Mitglieder zu halten. Waren doch zeittveilia 42 Prozent d«r Mitglieder arbeitslos. Die Arbeitslosigkeit ging in einzelnen Industrien bi» auf 76 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosenfälle stieg von 1789 im Jahr« 1919 auf 17.017 1988. Au» BerbandSmit-: teln gab der Verband rund 8.1 Millionen und oll» Staatszuschuß 21.2 Millionen au», also zusammen 80 Millionen K8. Die Unterstützungen waren eine bedeutende Kulturarbeit und«ine große Hilfe für die! Mitglieder. Außerdem hat der Verband im ganzen 89 Verträge abgeschlossen. John behandelte ausführlich di« großen Bemühungen des Verbandes zur Erhaltung der Arbeitsplätze. Der Verband hat sich mit seiner ganzen Kraft dahinter gesetzt, um die S t i l l e g u n- gen der Betriebe in der Zuckerindustrie/ in der M ar gar in e-Jndustr i-e usw. . zu verhindern." Die' Verteilung der Margarinekontingente ist zu einem Politikum geworden und der Verband hat durch Bovsprachen bis hinauf zum Ministerpräsidenten Einfluß zu nehmen versucht,.um di« Margarinefabriken in ihrem Arbeitsumfang zu er« ' halten. Daß die Arbeiter die Tätigkeit der Vertrauensleute zu schätzen wissen, geht daraus hervor, -daß 77 Prozent der.Mitglieder der Betriebsau'»'schüsse dem Verband« angehören. John be« tone zum. Schluß, daß der Verband die Bildnng»- arbcit trotz alledem nicht vergaß und mit allen in ■ Frage kommenden Verbänden«ine gute Zusammen« ' arbeit möglich war.. Der Verbandskassier Goldbach gibt die Aufklärung über die Kassagebarung. Die Einführung von Sonderbeiträgen hat sich iwerau» gut gelohnt. Die Verbandskaffa ist trotz der großen Beanspruchung in der Lage',. Men'Eventualitäten gewappnet gegenüberzustchen. lieber die BerbandSpress« berichtet in Vertretung de» erkrankten Redakteur» John. Er bittet, eine Verlängerung der Erscheinungsweise ab- ' zulehnen. Der Vorsitzende der KontrollauSschusses, Reif, bittet, dem Vorstand da» Vertrauen auSzu- . sprechen. Po öapka berichtet über da» Schieb»« gerichtSwesen. In der Aussprache, di« von Ficker-Mar- , scheydorf, Marks-Jungbuch, Bruch-Mariascheiy, Leh« mann-Sandhübel und Netrwal-Kratzau bestritten ' würde, wurde dem Vorstand allgemein« Anerkennung ausgesprochen. John und Goldbach beantworten sin S ch l üß'w ort einige Anfragen. Wlrtsdiaftsentwlddung • und Gewerksdiaftstaktlk läutet das Thema, über dar in instruktiver Weise Dinnebie r-Aussig sprach. Er entwarf ein treffende» Wirtschaftsbild der Gegenwart, erläuterte, wie . die einzelnen Industrien unsere» Staate» durch die Kris« betroffen wurden und schilderte die allgemein wahrnehmbare Konjunkturentwicklung.. Die gestei- .. g'erte Rohstosseinfuhr und der vermehrie Fertig- tvarenexport sind da» sichibarfte Zeichen der Besserung unserer Wirtschaftslage. Die Konjunkturlage der - Tschechoslowakei ist heute so, daß einig« wichtige Jn- Mmimende Badesaison Während In;EuWafder ,KMmer fast vorLii|^skM^Wn'äm HWnd bhn Sidnetj"älle"Bodbei. reituiigen sür die kommende Badesaison getroffen. Ein Raupenschlepper lockert den wählend Ler Winierszeit hact gewordenenijSand am Badestrand auf. die Vorbereitungen für Während in Europa der Sommer fast vorLil^skM^rLenäm Strand bhn SIdnetj"älle)Bovbe> reituiigen sür die kömipende Badesaison getroffen. Ein Raupenschlepper lockert den während LerWinierszeithact gewordenenijSand am Badestrand auf.. nur in geringem Maße gelungen. Außerhalb der Stadt'Rhodos wird überall griechisch gesprochen, vbtvähl sich die Italiener nach Kräften bemühen, die Jtalienisierung durchzuschen. Fruchtbare Landstücke werden enteignet, um Flugplätze oder Manöverfelder anzulegeu. Oft tverden auch auf solchen Landstückeii' italienische Kolonisten angesiedelt. Obst- und Weinbau ist an vielen Orten auf dem Dodekanes eingeschränkt, um den italienischen Produktion keine Konkurrenz zu machen. Die Schwammfischerei, der Hauptertverb der Inselbewohner, ist praktisch unmöglich geniacht worden durch zahlreiche Vorschriften, die von der Angst vor Spionage diktiert worden sind. Orthodoxe Priester werden verbannt, weil sic für die Wiedervereinigung des Dodekanes mit dem griechischen Mutterland gekämpft haben. Kinder iver- den bestraft, weil sie griechische Hymnen gesungen haben und was dergleichen mehr sind. Ohnmächtig muß eine wehrlose Bevölkerung zuschen und es geschehen lassen, daß ihr Land von Fremden bebaut und auSgenützt wird. Italien sitzt hier auf einem Pulverfaß, da» sich bei günstiger Gelegenheit gegen die italienische Herrschaft entladen kann. Schulter an Schulter . Im Laufe der Tagung der Vaterländischen Front in Innsbruck kam es, laut Tsch. P.-B., zu einigen kleineren Zlvischeufällen seitens der Nationalsozialisten, welche aber von der Polizei bereinigt wurden. In Höfling, einer Vorstadt von Innsbruck, wurde vor dem eben enthüllten Dollfuß-Denkmal ein Hakenkreuz entzündet. Während des Festzuges durch die Innsbrucker Maria- Theresien-Straße wurde an einem Hause ein« mächtig« Hakenkreuzfahne entrollt. Eine eben vorbeimarschierende Abteilung Zillertaler Schützen drang in da» Haus ein und wollte die Provokateure lynchen. Die Polizei griff ein und nahm zehn Personen in Schuhhast. Unruhiges Afrika Nach einer Meldung des„Matin" au» Algier beriefen Sonntag die Führer der arabischen Bolkspartei(Messali) wegen des Verbotes einer Versammlung ihrer Parteigänger zu einer neuen Versammlung am Sitze der Partei im Hafenviertel ein. Die Polizei, die hierüber informiert wurde, versuchte die Versammlung zu zerstreuen, doch leisteten die Araber Widerstand und es kam zu einem Zusammenstoß, wobei ein Poli- zeikommiffär und etwa zehn Polizisten schtver und dreißig Eingeborene leichter verletzt wurden. Die Mobilgarde stellte in kurzer Zeit die Ordnung wieder her. Der Großteil der Eingeborenen ist dieser Manifestation der Messalisten ferngeblieben. Di» Neger-Presse Seit einigen Jahren vermehren sich die In Afrika ecfchelncndett spezifischen Meger-ZtitUMN und Zeitschriften immer mehr)' Denn Immer'mehr Neger haben europäische Bildung genossen, waren in Europa und Amerika und kamen voll moderner Ideen in ihre Heimat zurück. Sie gründeten mit Vorliebe kleine Druckereien, die au» einer Handpresse und einigen Setzerkästen bestanden, und gaben«in mehr oder weniger regelmäßig erscheinende» Blatt heraus. Ein Teil dieser Blätter erscheint in französischer Sprache, der größte Teil jedoch englisch, aber es gibt auch solch«, die in einem Eingeborenen« Dialekt veröffentlicht werden. Gedruckt werden sie sämtlich mit lateinischen Buchstaben. Wa» ihren Inhalt anbelangt, so enthalten sie vor allem Nachrichten, da auch die kleinste„Redaktion"; die genau au» einem Mann besteht, Wert darauf legt, die Reuter-Telegramme zu abonnieren.' Da».ist übrigen» der Grund ihrer Prosperität, denn,mit der Veröffentlichung der Reuter-Nachrichten zwingen sie Verwaltungsbeamte und weiße Kolonisten, die Blätter zu abonnieren, da sie auf diese Weise schneller informiert werden, al» durch die in den afrikanischen Großstädten erscheinenden Zeitungen. Aber da» ist auch alle», wa» die Weißen in diesen Zeitungen lesen, und die Neger, die zum Teil politische Ambitionen haben, veröffentlichen, ungestraft, weil ungelesen, wahre Hehartikel gegen die weiße Raffe. Ganz besonder» interessant ist aber in diesen Zeitungen da» Feuilleton. Man kann darin zum Teil wundervolle Sagen und Erzählungen der Eingeborenen flnden. Zum anderen Teil«über sind die Geschichten für den Europäer absolut unverständlich, weil ihre Handlung in keiner Weise den Gesehen europäischer Logik entspricht.' Eine wahr« Fundgrube sind die Glossen, in denen die Neger sich vor allem mit den Weißen und ihrer Zivilisation beschäfttgen, die sie in höchst bezeichnender und absolut treffende« Weise ironisch kritisieren. E» sind Satiren darunter, die auch jeder großen Zeitung alle Ehre machen würden. Iii KOrses - Berlin.(AP.) In Deutschland befinden sich 40 japanische Chemiker, um sich bei der JG-Farben mit der Herstellung von Giftgasen vertraut zu machen.— Die Borsig-Rheinmetall liefern ungelenk« Mengen,von 8.7- und 10.6-Zenftmeter-Granaien nach Japan'. Berlin.'(AP.) In einem Berliner Kino kam e», al» in der Wochenschau die Beschießung Schanghai» durch die Japaner gezeigt wurde, zu antijapanischen Demonstratwnen, bei denen die Polizei«in« schreiten mußte. Stockholm.(AP.) Die K i l b o o m-G rup p e ist In die schwedisch« Sozialdemokratie aufgenommen worden. Seite 6 „Sozialdemokrat" Dienstag, 21. September 1037. dir. 223 I. Zuverlässigkeitsfahrt durch die Kleine Entente A&sofadet ItoMt AUTO SKODA! Zdenek Pohl auf SKODA-POPULAR behauptete in dieser internationalen Wettfahrt unter den schwersten Bedingungen das Primat des tschechoslowakischen Sportes und der AUTOMOBILE SKODA! Kriegsgreuel In der Karikatur Eine bemerkenswerte Ausstellung auf der SchUtseninsel Der tschechische Frontkämpferverband eröffnete gestern im Saale auf der Schützeninsel eine AuS- stellunn von Karikaturen aus der Weltkriegszeit, in denen sich die Scheußlichkeiten jener„großen Leit" aufs eindringlichste widerspiegeln. Nach Absicht der Aussteller soll diese Ausstellung«in Appell an das Gewissen der Men» ich en guten Willens sein, in dieser unserer Zeit, da der bestialische BernichtungSwille entarteter Menschen Orgien feiert und sich anschickt, abermals Millionen blühender Menschenleben auf die Schlachtbank zu schicken. Mehr als 8000 Dokumente„patriotisch" maskierter bestialischer Stupidität, gepaart mit widerwärtigstem Berdienerinstinkt, der ans dem Berschleiß dieses Mistes Prosit zu schlagen wußte, hat der Besucher dieser Ausstellung zu mustern. Das Grauen schüttelte einen, angesichts des Unflats, der einem aus diesen ZcitungSaiiSschnitten, aus diesen Propagändakarien, aus diesem Bild gewordenen Behagen an Blut und Dreck entgegengrinst. Bollständig ist die Ausstellung insoferne nicht, als sie ihr Material vorwiegend aus deutschen Quellen bezieht und'dem Beschauer vorenthält, tvaS auch auf der Gegenseite in dieser Hinsicht geleistet wurde. Die blühende Propagandaindustri« warf hüben und drüben fette Gewinne ab und während die„.Helden" in. den Schützengräben.krepierten, florierten die Gee schäfte der.„patriotischen" StjinymngSmacher. ? Immerhin, sind diese Leistungen der Blutpro- Paganda zur Zeit des Weltkrieges'armselig und primitiv zu nennen im Bergleich zu den Propa» gandalügcn, die der heutigen Generation das„Stahlbad" eines neuerlichen Massenmordes schmackhaft machen wollen. Vielleicht kommt aber, doch einer oder der andere von den Anhängern der„Blut und Eisen"-Wahnsinns angesichts solcher Dokument« zur Besinnung. Jedenfalls ist dieser Ausstellung, für di» ein hervorragender--militärischer Funktionär, Ar« meegcneral Snejdärek,-das Protektorat übernommen hat, reger Zuspruch zu wünschen. Kuttel und Wte&efi Oberon Die romantische Oper„Oberon" Ist K a r l M a r i-ä v o n W e b e r s zeitlich- letzte Ton- schöpsung. Ain 12. April 1826 wurde sie in Londois zui» erstenmal.ansgesührt. am ö. Juni desselben Jahres starb, ihr- Schöpfer ebendaselbst', nachdem er sie noch im Monate vor seinem'Tode.">ölimäl dirigiert hatte.' Der„Oberon", besten ni^- eben geistreichen und logischen Tert Jam.. Robinson. PI a n d c nach Wielands Dichtung„Oberon"- und Shakespeares..Sommernachtstraum" zurechtgemacht hat. ist ein tljpischeS Feenstück, wie es der englische Geschmack jener Zeit begehrte, ein Feenstück, in dem Oberon, der König der Elfen. s utdj dar Liebespaar des Ritters Hüon von Bordeaux und der lchönen Rezia, indem er ihre LiebeSstandhäftigkeit prüft, di« Lieb« zu seiner eigenen Gattin Titania,.mit der«r sich zerstritten hat, auf die Probe stellt.. Der durchaus romantisch« Charakter der Handlung, die ebenso voll der Wunderbaren und Märchenhaften ist wie des Abenteuerlichen, und. Ritterlichen,'mußte einen Romantiker wie Weber zu besonderer musikalischer Romantik inspirieren. So ist denn auch der„Oberon" das vielleicht romantischeste Werl Webers geworden. Die Romantik der„Ober0n"-Musik mit ihren Elfenklängen, mit ihrem ritterlichen Rhptbmus und ihrem Märchenreiz und cigenarti-'im Kolorit-?t begreiflicherweise die Musikepoche nach Weber noch lange bestimmend beeinflußt. Die musikalisch bedeutendsten Stücke deS.Oberon" sind neben der. blendenden, prachtvollen Ouvertüre die gr'• Ozean-Arie ReziaS, die ritterliche Arie HüonS„Bon früher Kindheit", die schönen Chöre und Neigen. Sie zeigen den„Frei- schiltz"»Komponisten von der besten Seit« melodischer Erfindung, romantischer Auldrucksvielseitigkeit und. persönlichkeitSstarker Eigenart des Stiles, Aber der trotz allen.diesen.Schönheiten fühlbar« Mangel an dramatischen Spannungen und Lösungen im„Obe- ron", sein unmögliches Textbuch und, r die-betont lyrisch-epische Haltung t seiner Musik lassen uns des Werke» heute nicht mehr ganz froh werden. Byr diesem Schicksal vermochte di« Oper auch ihre dramaturgische bedeutend« Bearbei' g durch Gustav Mahl e r nicht zu r«tt«n. Dieser Meinung wär auch da» bei der-sonntägigen Neuaufführung der ,Obe-, ron"- im D e u t s ch e n T.h e ä t e r zahlreich erschienene Publikum, da» di« Oper sehr reserviert aufnahm, , Die ewig wechselnden Schauplätze der Hand«^ lung des„Oberon",— die Oper bringt in ihren, drei Akte« nicht weniger al» neun szenische Ber-, Wandlungen,—-. machen ihre, Inszenierung, wenn sie den ohnehin mühseligen dramatischen Gang der Geschehnisse nicht hemmen sylln zum, schwierigen Problem. Dir neue Opern---stseur.' Dr.Friedrich Schramm hatte sich^ichil'ch^bemllbt. für einen tunlichst raschen Szeneuablauf zu sorgen, mit modernen Mitteln und mich mit alten primitiven Behelfen. Aber grundsätzlichhätti tt k'e Oper Feerie fürs Auge im Mrchensmn.von Tausendundeine Nacht inszenieren müssen, nicht aber zur. Halft« märchenhaft im.alten Sinne, zur Hälfte Wifiert im modernen Geist.' Kapellmeister Fritz"weig»'musikalische Interpretation de» Weberschen Werke» wär Gründlichkeit der Durchführung. Lebendigkeit im Rhhtbmu» und Mne Abgeivogenheit der Dynamik nachzurüh- men. Di«"Neueinrichtung der-»'esungeNen Elfenchöre im Orchester(zur gegenseitigen Erleichterung der künstlerischen Aufgaben der stnaenden und tanzenden Gruppen) hat sich sehr gut bewährt. Bei Betrachtung der solimschen Hauptleistun-en des Abend» kam un» wieder»um Bewußtsein, daß di«' Gesangsk.u n st der modernen Sänger bisher nicht immer äüsreicht, mit den schwieligen gesangstechnischen Aufgaben älterer Opernpärtien entsprechend fertig zu werdend Kurt Baum ist ein stimmlich ganz außerordentlich imponierender Ritter'Hüon, aber- gesan->stechnssch macht ihm der kolorierte Gtsangstil seiner Parti«'viel zu schaffen. Dasselbe gilt gesangStechnssch von der Rezia Frau Maria Cunos, der aber auch noch die erforderliche Stimmpracht fehlt, denn mehr noch al» früher traten bei ihrer Rezia die stimmst'*«» Mängel der Berbrauchtheit und Schmelzlosiokeit ihre» Organs und des gewaltsamen, die Tonreinheit trübenden Ansatzes zutage. Sehr schön und ausdrucksvoll lang hingegen wieder ihre kleine Partie der Dienerin Fatime Frau Rise Stevens. Ausgezeichnet disponiert spielte das Orchester, während es bei den Chhren hie und da bedenkliche rhythmisch« Schwankungen^ gab. Die Inhaber der kleinen Sing- und Sprechrollen (vor allem Noch Fräulein W a n k a und Herr G ö ll- n i tz) mögen sich mit einem Gesamtlob ihrer verdienstlichen Leistungen begnügen..— Eine Schlußbemerkung können wir. diesmal nicht unterdrücken: Ob die technischen und- künstlerischen Erfordernisse dieser„Oberon"-Aufführun- e» rechtfertigen, ihrer Generalprobe wegen eine Theatervorstellung ausfallen zu lassen. Denn er scheint«ine, sicher auch finanziell nicht begründete, Gewohnheit an unserem Theater zu werden, daß die Direktion nach eigenem Gutdünken und Willen Borstellungen einfach absetzi und spielfreie Tage einführt. E. I. Wochenspielplan de» Reuen'Deutschen Theater». Dienstag: geschlossen.— Mittwoch halb 8: Der Rosenkavalier, Ä 2.— Donnerstag halb 8: Oberon, Festvorstellung anläßlich de» 4. internationalen Kongresses für die Geschichte der Realwiffenschaften, C 2.— Freitag halb 8: Das Dorf ohne Männer, D, Uraufführung.— Sämrtag halb 8: Pariser Leben,- A 2, neuinszeniert.— Sonntag 7: Carmen, C 1. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Dienstag: geschlossen.— Mittwoch 8: Nora.—Donnerstag 8: Rausch.-— Freitag 8: Bei Kerzenlicht. —- Samstag halb 8: Die Reis«, Erstaufführung.— Sonntag 8: Bei Kerzenlicht. Mm Die weiße Eskadron ist ein italienischer Kolo- nialsilm, der un» mit einer bittersüßen Liebe»- romanzc die Barbarei der faschistischen Heldentaten iN Afrika schmackhaft machen will.(Bon den spanischen Heldentaten ist hier noch nicht die Rede.) Ein junger Mann, den«ine stolze Dame schmählich .äbweist, wird Offizier bei den Wüstenreitern, seht skiü Leben iM Kampf mit Natur uni, Eingeborenen auf» Spiel, wird berühmt wegen seines Heroismus, so berühmt, daß nun auch jene Dame, die ihn ab- wier, zu habe» wäre— aber jetzt weist er sie zurück, -der Held,. und dieser Triumph soll offenbar den moralischen Erfolg deS Kolonialkriegs erweisen. Bon dieser- Kientopp-Handlung abgesehen, gibt es die aus Fremdenlegions-Filmen bekannten Wüstenritt« unb Durftgualszenen, Kamele, Sand und Palmen find zu sehen— und außerdem auch daS seltsame Liebespaar, dar Antonio Ceuta und Fulvia Langs theatralisch- darstellen. Der Regisseur Augusto Gen in i hat sich, soweit möglich, an Hollywood-Borbilder gehalten.-—eis—. Oite der Sattel Wichtige Sitzung. Mittwoch, de» 21. September, abends 8 Uhr, im Parteiheim, Sitzung de» Bil- dungsausschusses gemeinsam mit' den Bertretern j aller- sozialistischen Organisationen. Beratung»- - gegenständ: Unser BildungSprogramm. a Sprt-Spl CsAF und Staatstrauer: Katastrophale Niederlage des tschechoslowakischen Teams im Europa-Cup Der vergangene Sonntag war in- der Tschechoslowakei ääläßlich der Traper um T. G. Masaryk frei von sportlichen Beranstaltungen. Die A r b e i- tersportler hätten alle ihre S p iele abg c- sag t. Aber die Herren der CsAF z. B. waren wohl dek.Meinung, daß der Bolkrtrauer Genüge getan sei, wenn innerhalb, der Grenzen der Republik der Fuß- ball mal nicht, in die To« fliegt, und daß Auslands- spiele.im Interesse(17) der guten Beziehungen'' ruhig durchgeführt werden können." So hat sich denn auch der bürgerliche- StaatsverBand(CsAF) nicht gescheut, das Europa-Cup-Spiel mit Ungarn durchzu- -svhren, obwohl— wie au» Meldungen zu ersehest war— der ungarische Verband bereit gewesen wäre, da» Match zu verlegen.' Wir glmwen nicht fehlzugehen, daß die Austragung djese» Cup-SpiewS'schien kommerziellen Erwägungen entsprang,'den einzelnen Ligaklubs nicht noch"«inen Sonntag schwacher Ein- nahmen zu verschaffen. Wik wissen sä, daß im bürgerlichen Sport da» Geschäft, gn erster Stelle-steht. DieProtestaktionen.welchenünvontschechischbürger- ikichen' Sportlern usw.'än die CsAF.gerichiet-weroen, jstnd ein-Zeichen dafür,, daß dieser Verband wider den Jnjeressen des Staate» noch.seiner NatwNj zu dienen gewillt war. Das Euro'pä-Cnp-Spiel,' welches Sonntag. in Budapest ausgetragen wurde, endete mit der katastro- Sportlerin springt 6.25 Meter Neue Frauen-Weltrekorde Bei den polnischen Leichtathlesikmeisterschgst« für Frauew in Drohobycz erzielte die bekannte Leichtathletin Stella Dalasi«wiez zwei neue.Welt- rekorde, und zwar im Weitsprung mit 8.26 Meter und über 100Vard»in 10.8 Sek.' phalen und, an den Umständen gemessen, verdienten Niederlage de» Tschechoslowakch-Team» mit 8:8 (2:2)., Oesterreich gegen Schweb 4:8(4:2) Im Wiener Stadion fand da» Europa-Cup- Spiel zwischen Oesterreich und der Schweiz statt, da» .die Oesterreicher nur mit Glück für sich entscheiden konnten. Die Oesterreicher glaubten, sich mit 8:0 schon als sichere Sieger und nach der Paus« kamen bie Schweizerin Schwung, aber«» gelang ihnen nur die Berbesserung und nicht der Ausgleich DFC Prag braucht Atus-Fußballer Nach der Rekord-Niederlage in Teplitz geht' man beim DFC nun daran, die schwachen Stellen der Mannschaft zu„verstärken". Aian sucht aber beileibe nicht die benötigten und brauchbaren Kräfte— welche anscheinend die in» Wanken gekommene Tradition wieder für die Zukunft stützen sollen— im eigenen, d. h. bürgerlichen Fuhballager— nein, das wäre unter Umständen wieder mit' Geld« auslagen verbunden. Geld' ist derzeit«in gern gesuchter Bedarfsartikel, das man besser anlegen muß... Es^ibt ja noch andere Quellen, wo man auf leichtere Art und Weise jene Fußballer„gewinnen" kann, welche dem DFC seine führende Stellung sichern helfen sollen. Man hat sich da wahrscheinlich erinnert, daß es auch«inen deutschen Arbeite r s po r t d e rb a n d gibt, in welchem eben« fall» Fußball betrieben wird.- In diese Gefilde haben nun auch die Kaperer de» Prager DFC gefunden. In der Not kennt man auch Arbeitersportler— obwohl sie al».politische" im bürgerlichen Sport verschrien sind— und feiert sie oder läßt sie nun In ber Presse in allen nur möglichen Superlativen feiern...Ausgezeichnet" wird nun der Tormann Zien er t vom Predlitzer Atu» befunden und noch mehr wird über ihn geschrieben, obwohl von lenen, die eS schlichen, keiner dabei war. Dann.-dürfte" noch.einer der besten rechten Flügelstürmer de» AtuS" beim DFC landen. Im letzten Fall ist der so mitBorschußlorbeeren bedeckt« Atui-Fuhballer ein „Harter", denn sonst hätte man ihn schon genannt— aber, wenn er sein muß— und das ist wohl der Fall— wird schon ein kleine» Taschengeld ihn eine» „besseren" belehren. Wie beim DFC, so sind' schon auch anderwärt» dir AtuS-Fußballer begehrte Obsekte im bürgerlichen Lager. Rach einer gewissen Zeit kommen sie. aber gewöhnlich darauf, daß nicht alle» Gold ist. waS glänzt. Wir weinen- nicht um solche Sportler, die bereit sind, ihre Genossen und ihre Idee zu opfern vermeintlichen Ruhme» und Gelderwegen.... SonstigeFutzballergebniffe. Wien: Amateur«- Spiel Oesterreich gegen Ungarn 8:8(2:2).— R o list an z: Schweiz B gegen Württemberg' 2:2(2:1). — Oslo: Norwegen gegen Schweden 8:2(1:0). — Eskilstuna: SchwedenB gegen NorwegenB 8:2(2:1);'', „Auf dem Sportplatz wie Tollhäusler." Der DFB-Spielleiter Herbert B o r b a ch schreibt unter dem Titel.Schlechte» Publikum verdirbt gut« Sitten" im.Pr. Montagsblatt" über diese» Thema ü. a. folgende»: „Leute, die ansonsten schwer gekränkt lvären, wollte man ihnen die gute Kinderstube ahsprrcheü, benehmen sich auf. dem Sportplatz wie Toll« Häusler." Ob diese„Tollhäusler" sich ihrer,„guten Kinderstube" .erinnert» werden, wenn sie die Stimme einer Promi« nenten de» DFB gelesen haben, und sich„bessern" werden, wollen wir bezweifeln—-- denn ohne die „Auswüchse" auf den bürgerlichen Sportplätzen wär« e» gar nicht so„sensationell">.. Sowjetfußiallteam nach Rumänien. In- den letzten. Tagen wurde zwischen der USER und Rü- Manien.ein FNßballwettspiel vereinbart, da» im März de» nächsten Jahre».im Bukarester. Stadion ftattfinden soll. Das. rumänische Außenministerium' verständigte die Fifa von diesem Abschluß und ver-. lange die Betvilligung. Di« Fifa wurde ausmerk- säm gemacht, daß es die rumänische Regierung nicht gern«, sähe, wenn, den sportlichen Beziehungen-, de» rumänischen Sports nist' einem, befreundeten Staate- Schwierigkeiten bereitet, würden.-— Bekanntlich hftt die Fifa alle'Spiele mit' der USSR ausdrücklich verboten;------'-». - Wieder«in Mißerfolg der Nazi-Leichtathletik. Der"in Berlin ausgetragen«- leichtathletische Wett», kampf zwischen, den Sportlern^Schweden» und de» dritten Reiche».endete.mitdemknappen, aber sicheren Gesamtsieg Yon 197:101Punktender Schweden.- Verlanget überall B e z. n g,s v.e d Innungen: Bei Zustellung in» Hau» oder bei Bezug durch tzie Post monatlich KC 18.—, vierteljährlich Kd 48—, halbjährig Kö 98.— ganzjährig K>192.—.— Inserate werden laut' Tarif billigst berechnet. Bci'öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.- Rückstellung oon Manuskripten erfolgt nnf bei Linsendüng der Retoürmärken.— Die ZeitUn'gSfrankamr.würdevon,derPoft-.und'Tele-' graphendirektion mit Erlaß Nr. 1B.800/VII/1980 bewilligt.(Kontrollpostamt Praha 28..—-Druckerei:-.Orbi»", Druck», Berlig»- und' LeitungS-A.-G. Prag.