Aus dem Inhalt: „Eberhard“ ein Opfer der GPU Wo war Herr Henlein Dienstag?' Eisenbahnunglücke In Rumänien und Deutschland Noch Immer Tausende an. Maearyks Grab Sozialdemokrat Mntralorgan der Deutschen sozialdemokratische« Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik «it hG,«o»ta« fr»h^«i»,el»rei» 70»oller E>»l°n und Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Teiephonö3077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern. Prag !^?ahrgang^^ Dormerstag, 23. September 1S37 Nr. 224 NanliinB dreimal bombardiert Hunderte Tote, Die Welt Ist entrüstet lind tui— nichts! Die Japaner Haien— obzwar sie noch immer nicht den Krieg erklärt Haien— ihre Drohung wahrgenckcht und di, chinesisch« Hauptstadt im Laufe des Mittwoch nicht weniger als dreimal unter daß Feuer' ihrer schweren Bombengeschwader genommen.- Die Zerstörungen- in der, zum Teil noch altertümlichen und auß Hol» gebauten, engen uitd dichtbesiedelten Stadt sind Noch nicht zu übersehen. Fest steht, daß Hunderte Todesopfer zu beklagen find,, daß schwere Lründe außbrachen und zahlreiche Gebäude eingestürzt sind. Auch daS Regierungsgeiäude soll zerstört worden sein. Die Japaner suchen mit diesen entsetzlichen Gewaltakten Chinas Kampfwillen zu brechen, da die«in militärischen Aktionen nur sehr langsam und nicht ohne schwere Opfer auch der japanischen Armer oorfchniten. Die Vertreter Großbritanniens, der Bereinigten Staaten und Frankreichs haben gegen daS Bombardement protestiert und eine zu n is ch r A n,tw ort- der Japaner einstecken müssen. Die britisch« und amerikanische Press« schreiben empörte Artikel,»nd reden vom Weltgewiffen. Dabei plaidiere» die Amerikaner zugleich für strikteste„Neutralität" der USA! Eine-Fern-Blockade Japans, die an d« Malakka-Straße und in den Gewässern»wischen den Sunda-Jnseln und Australien leicht durchzüführrn wäre, könnte die Japaner wvhl zu einer anderen- Auffassung vom Völkerrecht«ziehen. Mit papierener Entrüstung wird den Chinesen nicht geholfen. Eine Botschaft des Präsidenten ‘» Prag. Der Präsident der Republik hat •-an den Vorsitzenden der Regierung folgen- .des Schreiben gerichtet': Herr Voraitzender der Regierung! .■■■■■ Der erste Präsident der Tschechoslowakischen Republik, der Präsident-Befreier, ist' ■gestorben.. Wir haben ihn Dienstag auf seinem letzten irdischen Weg in einer Weise begleitet, aus, der die Wirkungen seiner Erziehung ersichtlich sind■■ Es ist daher keine Phrdse, wenn wir von allen Seiten hören, daß wir nur das verloren haben, was an ihm sterblich war; daß aber sein Geist uns weiter /üh- ren-wird. Ich halte diese Gelegenheit-für so ■bedeutsam■, um dies öffentlich tu konstatieren und.gleichzeitig als Staatsoberhaupt allen tu danken,.die dazu- beigetragen haben, daß sich bei dem Abschied von dem Präsident-Befreier ■der gante Staat als eine Organisation erwiesen hat,'die ihren Aufgaben voll nachkommt.. Vor'allem hat die Bevölkerung einen sol- chen Sihn für Ordnung und Disziplin gezeigt und sich so würdig, benommen, und dadurch dfe, hohe Stufe der persönlichen Kultur, bewiesen, daß sie nur neuerdings wieder bestä- tigt hat, daß ihre Befreiung die notwendige ' Eolgedsr Reife in jeder Richtung des nationalen Lebens war. ■■■',< Albs staatlich«)! und autonomen Organe haben bei den Erfüllung ihrer PfUoh- tvn so viel guten Willen, so viel Um- Sicht und MeiL bewiesen, daß sie Anerkennung verdienen. Das gilt insbesondere von den Organen der öffentlichen Sicherheit, vbndemMiütärund von der Eiseribahhver- waltung, welche, obwohl sie in der Benützung ihres Prager Zentralbahnhofes beschränkt War, ihre Aufgabe' sowohl hinsichtlich der cIÜberführung der sterblichen Üeberreste des, Präsident-Befreiers als auch hinsichtlich der. ieförderung derjenigen, die an.dem Ereignis irgendwie beteiligt waren, erfüllt hat. Ich ■■denke auch an die wirksaffie Hilfe des Be- ricKterstattungsdienstes jeder Art. Einen starken Eindruck hat auf.uns alle die Bekundung der Liebe und Ergebenheit der Angehörigen der Legionen gemacht, die. aus der ganzen. Republik zusammengekommen waren, um sich von ihrem Führer zu verabschieden.‘Das gilt auch von den übrigen Organisationen, die an dem Begräbnis beteiligt waren. •. Schließlich hat uns akke die' Opferwillig- keit der Bevölkerung ergriffen, die'versehib- JUtwe Beschwerden ertragen mußte, als sie sich von-ihrem Präsident-Befreier verabschieden weilte. *’ Das habe ich für notwendig gehalten, unter dem Eindruck des gestrigen großen Tages öffentlich festzustellen. ». Frag, den SL. September 1987. ■ Dr.Edvard BendS Die Bergarbeiter verabschieden sich Ä'-M' deck sieten Kilometer langen Spafiet, daß der. Trauerzug MasarhkS durchschritt,, war NM eine Gruppe von Bergarbeitern in den hiftv» tischen Uniformen der»er,knappen zu sehen. ES waren Bergarbeiter aller Rationen dieses Lan» kt£ Bergarbeiter, die sich zur Demokratie»r- fickstrN.:. die kassierten Bergarbeiierverbänd« hat- irn diese Delegatimr gestellt. Fast die Hälfte ditt srr GrupP« d«»«gknäpprn waren Deutsche, dir an», dem böhmischen.Randgebiet herbelgrrill waren, um hem totm Heros die letzte Ehre zu «Meisen.^ Dr» wetterfesten, istMesahrgestählten tzekckruten' standrä.TisSnen in den Ausien, al« d« iTarg.mit dem Leichnam MasarhkS an ihnen pprtrti»».' Sch a n g h a i.(Reuter.) Mittwoch früh unternahmen japanische Flugzeuge neuerdingß «inen heftigen Anflug gegen Nanking. Eine Bombe explodiert« in der Nähe des GebäudrS drr' amerikanischen. Bvtschaft and beschädigte dir Mauer bei dem Torr. Sn den Rachmittagsstunden erfolgte ein neuer Angriff, wobei 2V Minuten hindurch die Stadt mit schweren Bomben belegt wurde.- Japanischen Nachrichten zufolge wardaS Ziel dieses Angriffes daS Hauptauar- tier der Kuomiutaug und. der Luftwaffe. Art» irr» wurde».tzreichckesische Kririßschiffr blick« »artziert.’•.------..rVf - Auch auf Kanton wurden in den Nacht- and Frühstunden deS Mittwoch zwei Fliegerangriffe unternommen,' bei welche» eine große Zahl der Zivilbevölkerung getötet wurde. Die Angriff« auf Kanton wnrdrn am Nachmittag ebenfalls wie-' verholt............. Tokio.. Die japanische Marineluftflojte hat am Mittwoch»achmittagS außer dem bereits gemeldeten, zweiten. Luftangriff auf Nanking noch «inen dritten Angriff auf. die chinesische Hauptstadt durchgeführt. Die japanisch« Marine bestätigt ferner di«„erfolgreiche" zweimalige Bombardierung KantonS, wobei mehrere Stadtbezirke in Brand geraten sein sollen. Ueber den neue» Angriffe der japanischen Flugzeuge auf Nanking wird berichtet:- Mittwoch früh verkündeten di« Alarmsignale der Sirenen den Anfang deS japanischen AnflugeS. Die Bevölkerung suchte sofort kn den Luftschutz-Untrrständen Zuflucht.»der- trachtete Mit alle» Möglichen BrrkehrSmittrln die Peü» pherie der Stadt zu erreichen,»SN wo sie dann in' die Felder flohen." In zahlreichen Gassen«nt- Genf. Der-Sonderberichterstatter des tza- vaSbüroS meldet: Der französische Außenmini- ster DelboS hatte Mittwoch vormittags eine Beratung mit dem italienischen, in Genf beglmibig- ten Gesandten S c o p p a. Dieser Entrevue wird unter den gegenwärtigen Umständen mit Rücksicht darauf besondere Bedeutung bejgemeffen, daß sie stattfand, nachdeck'Rom zügestimmt hatte, an den Bereitungen mit den französischen und italienischen Sachverständigenteilzunehcken, um die Bedingungen festzusehen; unter denen Italien- in Zukunft an der Seekontrolle im Mittelmeer-teilnehmen würde.. Der-italienische-Delegierte gab seiner Befriedigung'darüber Ausdruck, daß-eine Einigung erzielt wprde und der gleichen Besrie- VigUstg'gab auch der Vorsitzende, der Nyoner Konferenz Delbos Ausdruck.-' ! Es wird, bestätigt, daß die Konferenz-der. Marinesachverständigen für die ersten■ Tage der nSWen Wvche- nach' Paris- einberufen werden wird: Der Havasberichterstatter-erfahrt, datz'die ösfiziplle! Beratung Delbos' mit hem italienischen Delegierten, di« erste seit Beginn der GenferiTa-i gung,'den Rahmen der'.Erwägungen'--über, die Sicherheit ick Mittelmeere überschrtttew habe.' Sn der Dislnssion wurde'auch das spanische Problem in alsen- seinen.Gesichtspnnkten ertöähnt. Die Ber« ,stand rin großes Gedränge. DaS zweite Alarmsignal ertönt« eine halbe Stunde später. In diesem Augenblicke erschiene» bereits 13 chinesische MugiMge,' dir den japanische» Fliegern«ine» Lufikampf lieferten. De» Angriff führten 30 biS 40 japanische Flugzeuge durch, die ecken Bom» tewregrn auf den Südteil per Stadt niedergehen ließen, während eine zweite japanische ESkadrill« Pukru am andere» Ufer des Äangtse-FluffeS bombardierte. Chinesischen Nachrichten zufolge wurden vier japanische Fsygrestgr abgeschosien. '-'Eck Ausländer erklärte, er" hab« w Nanking gesehen, wie durch ecke japanische vomte das-Gebäude des politischen Zentralrates getrof. sen-würde.-Andere Bombe» fiesen in der Nähe der Gebäude deS Innenministeriums und deS AnßenministrhiumS, sowie in unmittelbarer Nähe de» neue» Hotels„Metropolitan" nieder. 'Unter den identifizierten Opfern des japa- nischen Bombenangriffes auf Nanking befinden sich mehr-al» 100 Flüchtlinge,'deren Körper durch die-Bomben zerrissen wurden, welche, in daS Lager der'Flüchtling«-am Ufer deS Flusses fielen..Fremde Kriegsschiff« wurde» nicht belästigt. An de« ersten Anfluge-beteiligten sich mehr al» 50 japanische Flugzeuge, bei dem zweite»'1b Flugzeuge. Der japanische Sprecher- behauptet, daß- alle drei chinesische« Kriegsschiffe, welche in Rankckg beschossen wurden, Beschädigungen davontrugen. ''■''■ Daß gerade- der südliche Teil der Stadt Nanking)' riNrr der. dicht bewohntesten, bombardiert' wurde, ebenso' wie die Rrsidenzdistrikte, wo sich die Botschaften der Bereinigten Staaten, Italien-, und.Deutschlands sowie die von Ausländern bewohnten Gebäude befinden/ hat ungr- wöhnlich« Erregung hervorgerufen. treter-bdider Staaten formulierten die Standpunkte ihrer Regierungen in dieser Angelegenheit, wobei Minister Delbos' seine Ausführungen wiederholt«,' die er über die' spanische Angelegenheit in' seiner»letzten Rede vor dem.Forum der Genfer Institution vorgetragen hattei. /-.Allgemein heißt- es, die. Westmächte hätten v o?r M u f s o l i n i- Gespräch Mit H i't l« r olle» versuche» wollen, sich mit Italien zu verständigen.,..„.. . Genf..'(Rieutest) Wie verlautet,'werde,Italien'ibqm'it. zustteden fein', datz seine Gleichberechtigung bei der'Kontrolle im Mittelmeer anerkannt wird, ohne daß' es sich ist gleicheck Maß«' wie ' Großbritannien oder Frankreich an der Durch- fllhruug'.dieser.Kontpölleb'eteiligen'würde. Itallans IVIitwirkMng '" Tanger.'(HabaS.) Der Personendampfer.„Kutubia", der mit 700 Passagieren von Korsika Nach Casablanrä unkerwegS ist, gab bekannt, daß^trHirnStägumlS Uhr.fiidlich.de« Balearen vbn^eintm FküSzeUg überfalle» wurde, wobri er jedoch Nicht getroffen worden fei.- Britische'KeiraS- schiffe, die- etwa acht Meilen.entfernt,iwaren, «iltstl.i-dem'.Schiff zu Hilfe und.begleiteten' es f»tzgstst.ii''.'-!^-.'.'' Demokratische Aktivität In der Weltpolitlk Der Ausgang der Konferenz von Nyon ist für die meisten Zeitgenossen- eine Ueberräschung. gewesen. Für die einen war sie angenehm, für die anderen peinlich. Man hatte von der Konferenz wie' von ihren Vorgängerinnen leere Red«», fruchtlose Angebote an Rom und Berlin und inhaltslose Beschlüsse erwartet.' Statt dessen kam, ebenso überraschender- Ivie erfreulicherweise, ganz etwas anderes.- In wenigen Stunden be- schlöß die Konferenz, ohne sich um die schmollenden Diktatoren zu kümmern, di« Einrichtung einer Seepolizei im Mittelmccr und sie erweiterte in dem Zusatzabkommen die Beschlüsse noch in einem wesentlichen Punkt.' Sie dehnte die Bestimmungen, die ursprünglich nur der Abwehr der seeräuberischen Tauchboote galten, auch auf Luftan- grifse aus und bedrohte jedes Flugzeug, das ohne Warnung ein Handelsschiff angreift, mit den schärfsten Vergeltungsmaßnahmen. Die Einrichtung der Seepolizei im Mittelmeer kommt faktisch einer Mobil« m ach ung des Großteils derlei ch- ten SeestreitkräfteBritanniens und Frankreichs und ihrer Dislozierung im Mittelmeer gleich. Sie ist der zur- Zeit'wirksamste' Schritt gegen den latenten Piratenkrieg, den keine.anonyme Macht", sondern, wie Negrin in Genf richtig bemerkte, Italien entfesselt hat. Der'Erfolg der Nyoner Beschlüsse war verblüffend. Die Angriffe, die kurz vorher noch'ohne Unterlaß und mit den schwersten Folgen statigc- funden hatten, setzten plötzlich aus. Inzwischen hat Italien zu neuen Methode» der„Mchlistterven-' tion? gegriffen, wie der organisierte Uebcrfall italienischer Seekadetten auf eint tunesische Zei- tnng beweist.' Aber' die Tauchboot-Unternehmen haben-vorläufig nachgelassen und. es scheint, daß Italien plötzlich begonnen hat, die Verwicklungen zu fürchten,'die sich aus dem Zusammenstoß' mit den Westmächten ergeben'könnten. Sobald' man sich, einmal zu einer ernsten Maßnahme entschlossen hatte, sank das Barometer des imperialen Mutes, dar'eben- noch hohen Druck anzeigte, plötzlich auf sehr flaue Mutlosigkäit. Man braucht nur- die Kommentare der faschistischen, Presse zu den Beschlüssen von Nyon zu lesen und erhält-ein sehr, drastisches Bild der Stimmung, welche das-entschiedene Vorgehens der Westmächte in Rom und Berlin' ausgelöst- hat. Trotz der. Hochstimmung,- die der bevorstehende .Besuch des Duee bei den Nazis auSlöst, sind sie merkwürdig kleinlaut und selbst die KriegSdrom- meten-und' Lautsprecher des Imperiums flöten plötzlich piano. Man stellt ganz, weinerlich und schwer gekränkt fest, daß die neuen Methoden der westlichen Kabinette so gar nicht versöhnlich sind, daß sie keineswegs der Sache des Friedens dienen und man klagt vor Gott und der Welt in bewegten Mortens daß der Friedenswillen der Achsenmächte wieder einmal schnöd« verkannt werde.' Die Wahrheit ist, daß Hitler und Mussolini, jederzitlbiwußten und, einigermaßen energischen Politik der Westmächte r a t- los gegenüberstehen. Sie.können sich auf.einen Waffengang nicht einlassen, eS fehlt ihnen dazu, an den nöligen,'militärischen und ökonomischen Misteln. Die Läge- ist in Spgnicn und' in Mitteleuropa nicht so, daß Italien und Deutschland sich' rasch und gründlich einer-großen militärischen und wirtschaftlichen Basis-bemächtigen, konnten, wenn auch zugegeben werden muß, daß sie wich-. tige Schlüsselstellungen in der Hand habend-Der japanische Vorstvß in China frißt' mehr Gut. und Blut,' als Tokio berechnet hatte..Je mehr' sich die Japaner in Asien verbeißen und verbluten, desto unangenehmer wird die-Situation, für den-.europäischen.Flügel, des Welt-,,DynämismuS". Wenn die Westckächte nur einige.Wochen fest bleiben wollten, wenn sie.die Beschlüsse von. Nyon'durchführen,, ohne Mussolini weiteres Entgegenkommen zu zeigen,.so könnte.sich noch' in diesem Herbst die Weltlage zum Besseren- wenden..- , Die Gefahr, die dem Frieden.heute' droht, kömmt'nicht' einmal-so sehr von den objektiven 5träft«n deS faschistischen Dynami-muS als- von der' subjektiven Unentschlossenheit,- der' Zauder- polittk und übergroßen Vorsicht der-Kabinette von London-sind Paris. i Schon hat Eden-vpn neuen Vorschlägen an Italien gesprochen.-,- Dje Briten gleichen heute'einem zu' weichen Schulmelsttzp, der «r nicht ausihält, der rebellierenden Klasse..fünf Minuten lang eine streng,ii-Mien?M'zeigen,.sön- Wird Nyon verwässert? Mussollnl-Relse wirft Ihre Schatten'voraus Seite 2 Donnerstag, 23. September 1937 Nr. 224 Die letzten Vorgänge im oberschlesischen Grenzland beweisen, das, beide Teile, Obcrprä- sident'Dr.Wagner und Wojwode Dr. Gtazynskis entschlossen find, ihre Politik resllo» zu realisieren und man Min'der Wahl der Mittel nicht gerade VvrttHm. Mit dem IS. Jun, Mt dem Erlöschen der GenferKonventihn, wurden' polnischerseits Maßnahmen getroffen, die man eigentlich nicht erwartet hatte. Man war immerhin"der Meinung, daß zwischen Berlin und Warschau doch ein Abkommen getroffen wird, welches die Verhältnisse der gegenseitigen Minderheit irgendwie regelt.■ Lin solches Abkommen wird zwar auch jetzt noch angekündigt, aber es dürfte nur noch einen Zustand an treffen, derffaktisch unter Beweis stellt, daß Minderheiten, die noch zu betreuen sind, zu beiden Setten des ArenzlandeS Nicht-mehr existieren. Der Terror,-der gegen die polnische Minderheit,-aber mich gegen'die Katholiken Md Pro« testanten in Deutsch-Oberschlesien betrieben wird, findet in der polnischen Presse bewegten Ausdruck, mim fordert voN Warschau Gegenmatznahmen und dies führte sogar dazu, daß die polnischen Faschisten zu deutschfeindlichen Kundgebungen in Warschau aufriefen und daß-die polnische Jour- nalistenorganisation die Beziehungen zu den deutschen Kollegen abgebrochen hat.. Aber man übersieht aufpülnischer Seite, daß die Maßnahmeä gegen die deutsche Minderheit nicht weniger rigoros waren. Die Beseitigung der Selbstverwaltung in- der Evangeltsch-llugSbur- gischen Kirche, wo mit einem Gesetzesstrich eine deutsche Mehrheit in eine polnische Oberhoheit umgewandelt wurde, die Einführung der Dreikilometerzone für deutsche Privatschulen, deren Existenz dadurch aufgehoben wird, die-letzte Beseitigung deutscher Arbeitskräfte aus den Gruben und Hütten, die restlose»Reinigung" der Großindustrie von deutschen Beamten, dazu eine Reihe von Nadelsttchen, vollenden da» Werk, das nicht ohne Rückschläge für die polnische Minderheit im deutschen Gcktet bleibt. Die Rationalisten haben einander-in ihrer Minderheitenpolittk nicht» vor« zuwerfen, sie ist das Ergebnis des zu beiden Seiten der Grenze sich auswirkenden dtttatorifchen Regimes. Mer Warschau kann daraus manche Lehre ziehen, der„Freundschaftspakt" hat nur zur Verstärkung der reichsdeutschen Jrredenta beigetragen. dern nach dem ersten Anlauf-zur Energie-Wieder freundlich kommt ustd sich so ol'c Autorität verscherzt. Vielleicht wird die'Belebung und Kräftigung der d e m o k r a t-i s ch ein Weltpolitik dochvonAmerik-a kommen. Die große Rede Roosevelts gegen die diktatorischen Regimes hat in der ganzen Welt kräftigen Nachhall gefunden und man darf sagen, daß sie auf den Ton gestimmt war, den die Tyrannen allein verstehen. CS ist ein gute» Zeichen, daß im Lause de» letzten Jahres amerikanische, demokratische Führer zu wiederholten Malen der Meinung der demokratisch gesinnten Böller beredten Ausdruck geliehen haben.. Vie Redin des Bürgermeisters La Guardia,, de» Kardinals M.undelein und nun Roos e v e lts— Reden übrigens eines romanischen, eines deutschen und eine» angelsächsischen Amerikaners— waren aufüchiiger, mutiger und sinnvoller als je eine Red», der führenden westeuropäisches Staatsmänner im Laufe der letzten Jahre. Die Amerikaner scheuen astchlnichWie ditMitenMr der Bildung „ideohrgischer Fronten" zurück. Men Wicht«W bisher nie die TWnneEsöndem'simnter nur die westeuropäischen Demokraten IN Übergroßet Leise« treterei gewandt haben.' Roofeveltbe« kennt sich zur ideologischen Front derDemokratie und leugnet nicht, daß es um die Freiheit und die höchsten Werte det Kulturmenschheit zu kümvsen gilt.- Wenn-diese Einsicht sich verbreitet und wenn die Diplomatie fortfährt, die- Methode von- Nyon«nzuwenden, wird eS mit der Herrlichleit der Bluffpolitik von Rom und Berlin bald ein wahrhaft imperiales Ende nehmenl klein, häßlich, robust sein und eine Brille tragen. Sie- heißt Gertrude Schildbach. Die bereit» vorher verhaftete Renate Steinerhat mit einem-Russen Kondratiew gemeinsam zwar -da»-Auto, für-den Mord gemietet,.soll- sich--aber an der Bluttat nicht unmittelbar beteiligt-haben, Der Fall Reiß' schließt sich der Entführung und wahrscheinlichen Ermordung de» General» Kutjepow und der Ermordung N a wasch i n» al» ein weiteres Glied in der Kette der Fememorde der GPU an. Es scheint, daß diese vor ihrer Schwester-Organisation Gestapo eine größere Fertigkeit und Geschicklichkeit in der Durchführung von Menschenraub und Fememord Vorau» hat. Ein besonderer„Höf- lichkettsakt" gegenüber der Tschechoslowakei scheint es zu sein, daß die GPU sich zur Kaschierung ihrer Verbrechen ausgerechnet eines tschechoslowakischen Passes bedienen mußte,, der entweder gefälscht oder wahrscheinlich von Agenten der GPU gestohlen wurde. Der angebliche Eberhard war Ignatz Steiß, ein Pole, der Beamter der GPU(Tscheka) und ein Vertrauter des jetzt verhaftetenBSla Kun-gewesen ist. Reiß hat sich gemeinsam mit Bkla.Kun von Stalin abgewandt. Al» ein Brief Reitz' an Trozki abgefangen wurde, den Reitz allerdings bereit» im Ausland verfaßt hatte, mußte er sein Schicksal al» besiegelt ansehen. Er floh von einem Land in» andere, um seinen Mördern zu entgehen. Den Schweizer Behörden teilte er mit,'wen er am meisten fürchte, und da» scheint der Polizei tatsächlich- auf die Spur geholfen zu haben. Reiß soll von zwei Männern und einer Frau ermordet worden sein.' Gegen die Mörder ist ein Steckbrief ausgegeben worden. Die Frau soll 48 Jahre alt, duldet werde, man werde der polnischen Minder« hcit nur so viel Rechte gewähren,«!»,Polen bereit ist, der deutschen. Minderheit in Ostc«erschlesien entgegenzrckommem-' . Run ist die polnische Minderheitenpolitik.in Ostoberschlesien alle» andere, nur nicht dazu angetan, al» Vorbild. für den Ausgleich zwischen Deutschen und Polen zu gelten., Ja, man kann ohne Uebertreibung sagen, daß die polnische Min« derheitenpolitik ist Ostoberschlesien nur eine ver« stärkte Auflage der früher so verhaßten Ost« markenpolitik ist, die eS zuwege gebracht hat,, daß der Hatz zwischen Deutschen und Polen in diesem Grenzland von Jahr zu Jahr gewachsen ist. Und wenn heute die Raziorgqnisationen auch aus dem polnischen Lager Zulauf haben, wenn die deutsche Minderheit in diesem Gebiet fast restlos gleichgeschaltet ist, so gebührt diese» Verdienst ausschließlich dem schlesischen Wojwoden Dr. Gra» z Y n s k t, dessen Politik auf da» Ziel gerichtet ist, daß es in diesem Grenzland keinerlei Deutsche gibt, sondern nur germanisierte Polen und da sei jedes Mittel, recht, wenn.man diese germanisierten Polen wieder der Mutter Polen zuführe. Freundschaft oder Verseilung? Die Unterdrückung der Minderheit Im oberschleslschen Grenxland, Kattowitz, Mitte September. Wer in den letzten Wochen die Polemik zwischen der reichs deutschen und der polnischen Presse im oberschle sischen Grenzland verfolgt, dem drängt sich von selbst die Frage auf, ob es noch einen Freund schaftspakt zwischen Berlin und Warschau gibt. Selbst die Warschauer Regierungspresse ergeht sich gegen Deutschland, bezüglich der Behandlung her polnischen Minderheit in Oberschlesien, in Wor ten, die man bisher nicht auszusprechen wagte. Aber auch die reichsdeutsche Presse bedient sich gegen Polen mit Wendungen, die deutlich darauf schließen lassen, daß von Berlin au» dieser Ton anbefohlen wurde. ES ist ja kein Geheimnis, daß die deutsche gleichgeschaltete Presse in Polen an gewiesen war, mit Rücksicht auf den Freund schaftspakt, keinerlei Angriffe gegen die polnischen Behörden zu richten, wenn sie gegen die deutsche Minderheit Maßnahmen ergriffen haben, die mit den„guten Beziehungen-wischen Berlin und Warschau" nicht zu vereinbaren waren. Die pol nische Presse im Grenzland war wenigstens in dieser Beziehung ehrlicher und- sprach klar und deutlich aus, daß der„JreundschafiSPÄt" nur eine Angelegenheit der Diplomatie sei und keinerlei Einfluß auf die Gestaltung der Beziehungen pol nischer Behörden zu der deutschen Minderheit haben werde. Aber auch in Warschau war e» kein Geheim nis, daß die reichsdeutschen Behörden gerade im Augenblick de» Abschlusses de»»Freundschaft»« palte»" den sattsam bekannten„Bund deutschen Osten" aktivierten, der sich al» Ziel seiner__ „Werbearbeit" die Rückgewinnung verlorener Hermann Eberhard, der in der Nähe von Laudeutscher Gebiete von Polen setzt. Al» Sprecher sänge durch zahlreiche-Schüsse aus einer Mascht« des„Bundes deutscher--Osten"-- lonn der jetzige nenpiswle' getötet wurde, nunmehr aufgeklärt sei. Oberprästdent Dr. W a g n e r in Breslau gellen, der nie die Gelegenheit versäumt, unter der Adresse Polen»-zu sagen, daß Polnisch-Ober- schlesten an Deutschland zurück müsse, daß die Er nährungsgebiete Deutschlands durch den Ver sailler Vertrag zu Unrecht an Polen zugeteilt wurden und daß die polnische Minderheit auf deutschem Gebiet nur deshalb vorhanden sei, weil sowohl die Kaiserzeit, al» auch die Republik von Weimar nicht verstanden habe, diese sogenannten „Wasserpolacken" für Deutschland zu gewinnen. Während der Schlesischen Kulturwoche sprach es Oberpräsident Dr. Wagner sehr offen au», daß nach dem Erlöschen der Genfer Konvention weder eine polnische Schule, noch polnische Organisa tionen, aber auch kein polnischer Gottesdienst ge« Eberhard, recte Reiß* Opfer der GPU Der Fememord am Genfer See aufgeklärt. Da»„Prager Tagblatt" erfährt au» Genf, daß die Ermordung de» angeblichen Tschechoslowaken EINE GESCHICHTE VON BILDERN UND ANTIQUITÄTEN Copyright by Saturn Vertat 1935 „MrS. Dump selbst will gar nichts wissen", sagte Laruse aus kosmischer Ferne her,„sie. Hai. mich nur an jemanden empfohlen, der Ihnen nicht unbekannt sein wird, Monsieur Aronas". Balerian zögerte. Perrin? Oritzly? Achill« Llvy? Sie waren ihm alle nicht unbekannt. Er sagte daher: „Und zwar?" „Herr Bodo von MieSling", erklärte Laruse. „Wer, bitte?" fragte Balerian und seine Stimme hatte wieder ihren kräftigen Klang. „Herr Bodo von MieSling", wiederholte Laruse, aus den ätherischen Kreisen, die ihn bi» jetzt gleich einem okkulten Strahlenkranz umwcben hatten, herauSgerissen und deutlich an den Schreibtisch hingesetzt: ein kleiner, schwarzbärtiger Mann im Winferrock und nicht zu verwechseln mit irgendeinem mythologischen Racheengel. „Ja, und wa» weiter?" fragte Balerian trocken und kurz. „Mr». Bump hat mich an ihn empfohlen, da ich ja schon einmal den Besitzer eine» Gegenstände», den sie kaufen wollte, in der kürzesten Zeit herauSgefunden, meine Aufgabe also glänzend durchgeführt habe. Ich weih, Monsieur Arona», nicht zuletzt dank Ihrer Mitwirkung. Wenngleich Sie selbst zugaben, daß der'schwerste Teil der Arbeit..." „den Ihnen von mir bezeichneten Kammerdiener auSzusragen— gut, macht nicht». Und waS will Herr von MieSling von Ihnen? Welche Aufgabe hat er Ihnen gestellt?". „Dieselbe", sagte,Laruse. Palerian sah Laruse, Laruse sah Balerian an. .'.Wenn Sie mir den Besitzer des Schmuckes, den Herr von MieSling kaufen soll, nennen wollten, Monsieur AronaS, Sie würden sich und mir den gäNzen Fall erleichtern." „Wieso mir?" fragte Balerian.' „Weil dann Herr von MieSling den Schmuck sicher kaufen würde." Eine lange Pause entstand. Balerian stellte fest, daß er kalte Füße habe. Da» war immer so nach großen Emotionen. Er stand auf. «Ich werde Ihnen den Besitzer, de» Schmuckes nennen, Monsieur Laruse", sagte er» «aber nicht heute, sondern in einigen Tagen. Die Angelegenheit ist zu diskret.. Ich kann da» nur mit Einwilligung-dieser. Persönlichkeit tun..Ich werde Sie verständigen, wenn, es so weit sein wird." Auch Laruse war ausgestanden. Sein Gesicht drückte große Befriedigung au». Balerian schnitt seine DankeSbezeugungen kurz und würdig ab. „Sie verstehen", sagte Laruse,„daß ich nicht ander» handeln könnte. E» ist ein großer Auftrag, Ich habe eine Familie zu erhalten," „Ich verstehe", sagte Palerian kühl und verabschiedete sich von ihm.' * Er verbrachte zwei nachdenkliche Tage. Unter allen Personen, die er auf ihre Eignung, al» Besitzer de» Schmucke» zu fungieren, prüfte, fand- er nicht-eine einzige, für die er sich entscheiden konnte. In seiner Ratlosigkeit-ta tt sogar auf Oritzky zurück,-um ihn aber dann endgültig zu- vevwerfen. Diese Sache War zu ernst, an ihr hing zu-viel zuviel Risiko- und zuviel Gewinn~^,' als daß er sich einem solchen Dilettanten- hätte' auiliefem könnest. Er suchte endlich mehrere Per sonen, auf, darunter auch einen ihm bekannten schmierigen Anwalt in der Rue de Richelieu, einen gewissen Tbsar Tournerau. „Oh!" rief Maitre Tournerau, al» Balerian da» Zimmer betrat,„oh, welch unverdientes Glückl Monsieur AronaSl Wie soll ich Aermlich- ster. mich fassen? Welchem vollzognen oder geplanten Einbruch habe ich Niedriggeborener die Ehre diese» Besuche» zuzuschreiben?" Maitre Tournerau liehte solche Späßchen. Er war ein sehr großer und ebenso dicker Herr, der sich durch eine eigentümliche Haar« und Barttracht aufs täuschendste den Reliefbildern angenähert hatte, die uns von den- großen persischen und assyrischen Königen überkommen sind. Er-war vermögend und schien seiner Praxis nur au» unbefriedigtem Sadismus nachzugehen, den er an. feinen Klienten lustvoll stillte. „Lassen Sie-diese Spässe, Maitre", sagte Balerian gequält und verdrossen,„ich bin heute nicht in Laune". „Hal" rief Maitre Tournerau und streckte da» Kinn mit dem Achämenidenbart vor. ,Hai Hckbe ich mir, ohn ErhiÄener, Euren Zorn zuge« zogen? Ich ztttere und harre Eurer Befehle." «Da» ist doch läppisch, Maitre Tournerau", sagte Balerian,.„reden wir geschäftlich." u«Ihr elender Sklave, Erlauchter, gebieten Siel Doch hat Ihr Befehl- diese Privatunter» redung hiemtt in eine Konferenz umgewandelt, was in der Honorarnote zum Auldruck' kommen wird. Ich notiere: drei Uhr zwanzig Beginn der Konferenz mit Monsieur Arona»." ■-.„Maitre", sagte Balerian,«ävürden Sie eventuell, ich sage eventuell, al» Treuhänder in einer bestimmten GeschästSangelegenheit fungieren?" 7iW- ,»Deutlicher,' oh Herr der Schliche stnd Ränke, deutlicher/ wenn Ich-bitten darf." -„Nun. was ist da viel deutlicher zu sein? Ich bringe Ihnen zunächst, sagen wfr, ein Bild. Ich bringe Ihnen am nächsten Tag den Käufer Zflher Widerstand% der Chinesen im Norden ' Tokio. An der Front in der Provinz Hopei sind dtt japanischen Abteilungen entlang der Bahnlinie Peiping—Hankeu vorgerückt- und befinden sich nur noch 20 Kilometer nördlich von Paotin. Läng» der Bahnlinie Tientsin-- Pake« haben die japanischen Truppen den Angriff gegen die Hauptpositionen der Chinesen eröffnet, wo 60.000 Manns?)' umfangreiche Stellungen-verteidigen», die in den letzten zwei Jahren, errichtet und mit schwerer Artillerie sowie Luftabwehrgeschützen versehen wurden. Die Japaner richten heftiges Feuer gegen die chinesischen Stellungen. Regierungserfoige Jm Süden Valencia. An der Südfront sind die Republikaner bei Pozoblanca um drei Kilometer vorgerückt und haben die wtchttge Stadt GraNja de Torre Hermosa in der Provinz Badajoz überschritten. Sie besetzten die Bahnlinie Pemwroya— Fuenta de Largo und beherrschen die Straße nach Azuaga. Rach einem Trommelfeuer traten Tanks, Kavallerie und Infanterie vom Mörserfeuer unterstützt, in- Aktion, deren unwiderstehlichem Schwung der Gegner weichen mutzte. Ein republikanischer Panzerzug dampfte bi» an den Bahnhof von Penarroya heran und überschüttete dessen Besatzung mit Maschinengewehrfeuer, Die republikanischen. Truppen besetzten im ersten Anlauf Alden oe Cuenca, la Sierra Tejo« nera und die etsten Häuser von Äranja de Torre« hermosa, wobei sie viele Gefangene machten und erhebliches Kriegsmaterial, da» erst gesichtet wer, den muß, erbeuteten. Die Offensive derrepstbli- kanischen Truppen dauert an. An der Terryel-Front eroberten die repMikanischen Truppen vier Ortschaften und an der Front von Leon bemächtigten sie sich eine» wichttgen Punkte» südwestlich von BuSdonga. Sechs lege Achsen-Besuch Rom.(Stefan!.) Ueber die Reise de» Ministerpräsidenten Äussplini nach Berlin teilt die italienische Presseagentur mit: Am 24. September wird Ministerpräsident Mussolini nach Deutschland abreisen, wo er über Einladung de» Reichskanzlers Hitler einen offiziellen Besuch abstatten wird. ES werden ihn Außenminister Graf C i a n o, der Sekretär der faschistischen Partei S t a r a c e, der Minister für Pollrvilvung A l- s i e r i, Privatsekretär Sebastiani und andere hohe Beamte begleiten. Ministerpräsident Mussolini', wird sich einen Tag in München aufhalten. Er wird dann nach Mecklenburg fahren, um am 23. September an den Manöver» der deutschen Armee teilzunehmen, worauf er sich nach Berlin begeben wird, wo er bis zum 22. September-verbleibt. Die Kadetten des Impero Paris. Wie die Tageöblätter melden, wird da» französische Außenministerium bei der italienischen Regierung gegen den Angriff der italienische» Marinekadetten gegen die Redaktion deS antifaschistischen Blatte» in Tun!» protestieren. Der Untersuchungsrichter in Tun!» hat drei verhaftete italienische Matrosen de» Morde» an dem Sekretär de» antifaschistischen. Blatteö überführt, der bei dem Aeberfall getötet wurde.! dieses Bilde». Er wird Sie fragen, wem eS gehört. Sie werden andeuten, daß diese» Bild oder' wa» es sonst sein mag, Ihnen- von einer sehr hohen Persönlichkeit, die Sie jedoch nicht, nennen dürfen, anvertraut wurde." „Noch deutlicher», oh König aller Einbrecher und Ringwerfer.von Pari», noch deutlicher!" „Maitre, seien Sie ernsthaft!. Der Käufer Will den.Namen des wirklichen Besitzers de» Objektes unbedingt erfahren.' Vielleicht.steht- er von dieser Forderung ab,.wenn sich da» Ganze durch eine AnwaltSkanzlei, eben durch Ihre Kanzlei, abwickelt. Das ist alles." „Grobmächtiger Gönner", sagte Maitre Tournerau und ließ den Keikbart, der ihm eine fatale Sehnlichkeit mit Sancherib II. oder Arta- xerxe» verlieh, mehreremale durch J seine Hand streichen,„grotzmächtlger Gönner, es wird-Ihnen aber doch nichts anderes übrig bleiben, als mir reinen Wein einzuschetüen., IHv ußwürdiger Knecht versteht, daß Ihnen daS nicht erwünscht ist. Aber man wiH darum nicht herumkommen." - Palerian erwiderte nichts. Er sah sorgenvoll vov sich hich>' „Fröhlich glänzender Stern am Mendhim- mel meines Dasein»", sagte Maitre-Töstrnerau. der heute einen? seiner geschmacklosesten Tage hatte,'»znesn Herz bricht bei dem Gedanken,- Sie mit Ihren Sorgen allein zu, lassen,..Ich. will sie mit'Ihnen-teilen, Sie-freilich, oh kluger'. Beherrscher aller Trüge und Täuschungen,'wollen eben nicht- mit mir teilen. Weder'die? Sorgen ndch'den Gewinn. Richt wahr, mein edler Protektor? Sie wollen.mir ein-womöglich tarifmäßige» Anwaltshonorar. ausseken und den. Gewinn allein ein-, stecken?- Auf ein paarHundes Franc» für Maitre Tournerau soll e» dabei nicht ankommen, wie? Ist e» so, oh Fürst aller Pferdediebe? TeppichschjviNd- ler» Bilderfälscher und-überhaupt Gentlemaneinbrecher dieser schönen Stadt, ist, es' s? sFörtsehung. folgt). Nr. 224 Donnerstag, SS. September 1087 Seit« 3 Die Italienisch-spanischen Terroristengruppen Paris. In die Haft von Bayonne(an der französisch-spanischen Grenze) wurde der von der französischen Polizei verhaftete Marin,major Troneozo, Gouverneur der Provinz Iran,«Inge« liefert. Troneozo, der in Francos Diensten steht, erklärte, daß er zwar den Angriff auf ein spani- scheS RegiernngS-U-Boot im Hafen von Brest veranlaßte, an dem Angrisse persönlich jedoch nicht teilgenommen habe. Die Polizei glaubt, daß Troneozo der Führer eines auf französischem Boden weit verzweigten Berschwörernet- z e S der spanischen Rationalisten ist, und verhört ihn sowie sein« verhafteten Genoffen. Sein Adju- tant Ibanez wird von der Polizei alS der Urheber der jüngsten Bombenanschläge in Cerberr und in Marseille, bezeichnet. Mittwoch vormittags fanden Fahrgäste in einem Waggon erster Klaffe der Pariser Unter« grundbahn bei der Station llambetta eine auö dem Kriege stammende Granate. Sie alarmierten unverzüglich den Stationsvorstand, der dm Wagen ränmen ließ und di« Polizei herbeirief. Dies« stellte fest, daß die Granate leer war. In Marseille hat di« Polizei bei dem Vertreter einer großen italienischen Firma ein großes Waffen- und Munitionslager entdeckt. ES wurden auch mehrer« Maschinengewehr-Modelle ausländischer Herkunst gesunden. RADION wascht allein! Tüq 12 UAi faiifaritd^ütdetMüdle. denn dl» Mittag Ist der Waschtag vor» s'•--w"--* bei. Radton macht das Vorwaschen Oberflflssig und erspart mir das mak- selige Rumpeln, das nur der Wasche schadet. DerWaschtag bat für mich keinen Schrecken mehr, auch am Waschtag gehöre ich der Familie. Radion wäscht eben allein. In kaum mehr als 15 Minuten wird die Wüsche blendend weib und bleibt dabei geschont. RADION wäscht allein Erfolgreiche B.-A.-Wahlen Kürzlich fanden bei der Firma Gebrüder Schiel A. G. in Mähr.«Schönberg die Wahlen in den Betriebsausschuß statt. Die Zahl der Wahlberechtigten betrug 602(im Jahre 1985 885). Die Zahl der abgegebenen gültigen Stimmen betrug 626(862). ES erhielten die Union derTextilarbei» ter 148 Stimmen(02), ter Brünner Bruderverband 148(86), die christliche Gewerkschaft 108(128), die DAG 07, die deutsch-soziale Gewerkschaft 28(58), die tschechische christliche Gewerkschaft 22.(DAG und die tschechische christliche Gewerkschaft hatten im Jahre 1085 nicht kandidiert.) . Mit, Rücksicht auf die erhöhte Belegschaft gelangten diesmal S Mandate zur' Besetzüng(ün Kahre 1085 nur'7)."Die gekoppelten Listen der Union und des Brünner Verbandes erhielten 5 .Mandate(1085 4 Mandate), di« deutsch-christliche Gewerkschaft erhielt 8 Mandate(2), die DAG 1 Mandat. Die deutsch-soziale Gewerkschaft, die bisher 1 Mandat hatte, ging leer aus, ebenso die tschechische christliche Gewerkschaft. DaS Ergebnis auch dieser Betriebsausschußwahl zeigt, daß die freien Gewerkschaften in den Betrieben fest verankert sind und mit der zunehmenden Beschäftigung Fortschritte erzielen. Die freien-' Gewerkschaften haben wieder die Mehrheit im BetriebSauSschuß. Auf 6er Suche nach dem kranken“ Henlein Wir haben gestern berichtet, daß das P r a- ger Radiojournal am Dienstag deut sch hatte vermelden lasten, Herr Konrad Henlein befinde sich unter den Trauergästen im Kondukt. Und wir haben weiter festgestellt, daß Herr Henlein n i ch t dckbei war und daß dann daS Tschechoslowakische Pressebüro emsig bemüht war, nachzuweisem daß der Henlein krankheitshalber seinen Stellvertreter hab« schicken müssen. Dem Kommentar nun, mit dem wir diesen Tatsachenbericht versahen, ist noch Einige» hinzuzufügen. Bor allem die Frag«, wer. denn den deut» scheu Sprecher des RadipjournalS ermächtigte oder aber verpflichtete, die Meldung über Henlein in die Welt hinauszütrompeten.- Denn selbst wenn di« Meldung richtig gewesen wäre/ war sie doch keineswegs so wichtig, um während des Kondukts verlautbart zu werden. So aber hat mananschei» nend gar nicht nachgeprüft, ob dir Nachricht aus Wahrheit beruh« und hat sich-nur beeilt, di« Ente, die wahrhaftig nicht zur Erhöhung der^EhNln- gen für, Masaryk beitrug, ausfliegen zu lasten. Jedenfalls gibt e» also jm Radiojournal Leute, die entweder unseriös ober aber Liebediener des Herrn Henlein sind. Westen Diener diese. Radio-. Macher' außerdem noch sind, wird sich wohl bald ohne Mühe seststellen'lasten, zumal man es auch' im Mini st e r ratSprä std i n m mit! Herrn"Henlein zuweilen sehr gnädig'zu haben! scheint. Denn dort In diesem Präsidfuist sitzt wie-! her einer,:der ein« EinladungM den Loyaliiäts- akrobaten von Asch nicht rasch genug an den Mann; brjngenlonnte.,Jrgendjemand auSdiesemMini- .sterrqtspräsidiüm hat, wie wir wissend den Herrn "Heülein— der inzwischen dringend zum Arzt ' gelaufen wqr— sogar suchen lasten. Allerdings ist kHIoS genug, w o man Ihn suchte. Nämlich' In der Redaktion der"'illustrierten Wochenzeit- ? schritt ,8 e itimBtlE; der kluge Präsidial- ' kopft hech dort nach dem armen.Konrad-sglmdete- hätte PössieWcher Weise die„8 e i t i m Bll d" W Hr»8 e i tl' veüvechfelt. Wir sind unS noch nicht klar darüber, wer sich durch solche Verwechslung geehrt fühlen soll. Jedenfalls aber scheint unS das Ministerratöprä- sidium in der ganzen Angelegenheit daS Decorum sehr schlecht gewahrt zu haben I Die Herren in der SdP wissen sich das vertraute Verhältnis zu ihrem Freunde an besagter Amtsstelle bekanntlich zu schätzen und warten mit immer neuen Keckheiten auf. Konnte kürzlich Neu- wirth es sich leisten, das Nichterscheinen eines SdP-Führers vor Gericht mit der unwahren Behauptung zu entschuldigen, jener habe eine politische Beratung mit Dr. Hodja, so weiß diesmal wieder der nazistische„Volksanzeiger" in Haida' zu berichten, Henlein sei bei H o d j a gewesen und habe ihm die Teilnahmeder SdP'aüsgedvückt, wobei er auch über nativ- n a l p o bi t l s ch e Fragen mit dem Ministerpräsidenten verhandelt habe. Die Beamten des Präsidiums, die für die merkwürdige Behandlung der delikaten Besuchs-, Konferenz- und Krankheits-Affären Henleins verantwortlich sind, bringen den Ministerpräsidenten dauernd in das üble Gerede der sudetischen GoebbelSpreffe. Die Gezeichneten I» der„Zeit", dem Hauptorgan der SdP, begeht der Hauptschriftleiter Wannemacher «ine bemerkenswerte Profanierung des Andenkens Masaryks. Die Trauer, die das tschechisch« Volk — und nicht nur dieses Volk, sondern alle Demokraten— zu einer festen Einheit zusammenschmolz, wird von diesem SdP-Journalisten als ein Schrei nach dem Führer ausgelegt, als ein Bekenntnis zum Führerprinzip.. Man lese, wie Herr Wannemacher diesen Tod und seine Wirkung aurdeutet: „Man hörte Intellektuelle sagen: niemand wird die^ Autorität, haben wie er...., Sie wissen nicht, daß sie fast ein Bekenntnis zinn Führer-' Prinzip ausgesprochen haben." „Fast"— denn Masaryk war nicht Führer, weil er es sein wollte und weil ihn eine geschäftige Propaganda dazu gemacht hat, sondern weil er, allen äußeren Pflanz und Glanz verschmähend, als Staatsmann und Erzieher«in großer Mensch war. Er war ein« moralische Autorität, eine Autorität des Geiste» und der Menschlichkeit; und ihr hat man sich gebeugt, nicht aber einem eitlen Führeranspruch, den zu verfechten sich Herr Wannemacher gerade anläßlich de» Todes unseres größten Demokraten nicht, schämt. Dieser Führer hatte keine Konzentrationslager und keinen Reichstagsbrand nötig, um zu gelten: er hat die Ge- ivalt gehaßt und konnte als der grüßte Gegenspieler'jenes anderen Mannes gelten, für den! Herr Wannemächer ficht und der ganz folgerichtig da» einzige Staatsoberhaupt war, das sich vordem Andenken Masaryks nicht verneigte.' Respekt vor dem Menschlichenund Guten ist jenem«Führer'! eben fremd... . Herr Wannemacher ist aber auch in Sorge,, was nun werden soll: „Auch diese». Volk, viel zu jung für eine Kommerz-Demokratie, will seine Wärme und Liebe, einem Mann schenken, sehnt sich nach einer Per«' sünlichkeit. di« die Interessenten im Lamne hält.! Und cH fühlt Mit schneidendem Schmerz, wie diese' Hände fehlen werden,' die'noch im Äreifenaltetj ..kraft ihrer moralischen Autorität die vielen, vielen? Zäume vor der Krivpe zu halten verstanden. Denn; T. G. Masaryk Ivar der Einzige, vor dem! . man sich al»„Interessent" schämte. Derjenige," „dem der alt« Herr die Hand verweigerte, blieb eig Aezeichnetex ,;,.", Hexr Wannenmchet:- möge beruhigt sein: so Viel Zäume vor der Krippe wie im Dritten Reich; seines„Führers" gibt es bei uns gar nicht. Die Interessenten zählen dort nach Millionen, und sie beherrschen den Staat kraft de» Gesetzes der Unmoral.(Uns dünkt übrigen», daß auch Herr Wannemacher nicht aus rein idealistischen Erwägungen in die Redaktion der„Zeit" hinübergewechselt ist.) Zwischen Führern und„Führern" gibt e» eben Unterschiede, die weder journalistische Fixigkeit, noch daS Fehlen jeglichen Schamgefühl» wettmachen kann. Der Unterschied zwischen wahrem und falschem Führertum schließt auch de» Unterschied zwischen der Gefolgschaft ein: wer Masaryk bejaht und sich vor dessen moralischer Autorität verbeugt, kann den unüberbrückbaren Abgrund nicht übersehen, der-wischen Masaryk und dem„Führerprinzip" des Herrn Wannemacher aufklasst.„Jesus— nicht Caesar I" war die. LosungMasaryks. Seine Gefolgschaft bringt «S trotz dem Herrn Wannemacher, nicht über sich, diese Losung mit dem Grundsatz„Nero— nicht JesuS 1" zu vertauschen. Nachwort der Prager Deutschen Arbeitersendung Samstag, den 25. September, von 18.20—18.85, spricht Redakteur Dr. Emil F r a n z e l das GedächtniSwort unserer Arbeitersendung über T. G. Masaryk unter dem Titel«Hu manitäre Demokrat! e". Mit diesem Vortrag, der in die S a m s- t a g-Abendstunden verlegt wurde, damit seiner möglichst viele unserer Radio-Hörer teilhaftig werden können, ist auch für die Prager Arbeitersendung, die so wie die Deutsche Sendung überhaupt, seit dem Todestage Masaryks infolge der Inanspruchnahme des Rundfunks durch di« Lrauerfeierlichkeiten außer Aktion blieb, die abnormale Zeit abgeschlossen. Ab Sonntag, den 26. September, wird die Arbeitersendung wieder in ihren regelmäßigen Relationen in- Erscheinung treten; Beate Fürstenau gestorben In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch verschied die Gatiin de» Direktor» der städtischen Handelsakademie in Teplitz, Unsere Genossin Beate Fürstenau. Ein schweres, hartnäckige» Leiden behindert« sie seit langer Zeit, an unserem organisatorischen und kulturellen Leben aktiven Anteil zu. nehmen. Sie blieb aber bi» in ihre letzten Stunden eine überzeugungSstarke Sozialistin und ihrem Gatten, der sie mit unendlicher Liebe betreute, eine liebe und treue Gefährtin. Die sozialdemokratische Arbeiterbewegung spricht dem Genoffen Direktor Paul' Fürstenau in diesen schwören Stunden ihr herzlichste» Mitgefühl aus. Möge es> ihm Trost und. Ruhe geben, daß Hunderte feiner Gesinnungsfreunde mit ihm empfinden. An der Bahre der Dahingeschiedenen trauern mit Genossen Fürstenau vier Kinder, die eine liebende und gesiebte Mutter verloren haben. Zwischenfall am BegrSbnistag « Im Betrieb Hirsch u.. Comp'. in Dux kam es am Montag nach Arbeitsschluß zu. einem Zwischenfall. Der provisorische Boratbeiter Josef Schwab, 20 Jahre alt, wohnhaft in Ossek, tat einen häßlichen Ausspruch, der sich mit dein Trauertage anläßlich deS Hinscheidens unseres ersten Staatspräsidenten beschäftigte. Der Arbeiterschaft bemächtigte sich ob dieser Bemerkung große Erregung; sie versammelte sich nach Ar- beitsschluß vor dem Betriebsgebäude und wollte den Mann lynchen. Die Polizei nahm den Helden iß Schutzhaft und verurteilte ihn zu zehn Tagen Arrest.'!''!., Brief an den Zeitspiegel Hermann 8. schreibt uns aus Bruch: Meine Tochter besucht die öffentliche Handelsschule in Brilx; um nach Brüx zu gelangen, muß sie die Bahn benützen. Sie häufte daher auf der Station Bruch eine Schillerlegitimation, die tschechisch und deutsch vorgedruckt war. Da die Legitimation eben auch deutsch vorgedruokt war, füllte meine Tochter sie auch deutsch aus. Die Polizei bestätigte das anstandslos. Aber auf der Bahn wurde meiner Tochter bedeutet, daß sie die Legitimation tschechisch ausfüllen müsse. Es blieb also niohts anderes übrig, als eine zweite Legitimation zu kaufen und die ganzen Wege noch einmal zu machen. Ist das im Geiste des 18. Feber f Mit SdP- und Jugendfürsorge- Geldern durchgegangen Der SdP-Funktionär Wilhelm Gröbl in Kaaden, ist mit 1000 Kronen, die der SdP, und mit 500 Kronen, die der Bezirksjngendfiirsorge gehören, ins Dritte Reich durchgegangen. Der ehrenwerte Mann hat diese fluchtartige Reise zwar nicht unbeweibt angetreten, aber ohne seine Gattin, die er mit drei kleinen unversorgten Kindern ohne Kreuzer Geld und in Not daheim sitzen ließ. Eine Familientragödie in Tschausch Die Bergarbeitergemeinde Tschausch bei Brüx war Dienstag nachmittags der Schauplatz einer' blutigen Tragödie. Hin die Mittagsstunde feuerte aus bisher nicht bekannten Gründen der 87 Jahre alte Bergmann Josef Weiße n bilde r gegen seine Lebensgefährtin Glaser ans einem Revolver zwei Schüsse ab, durch die sie in den Hals und in den Kopf getroffen und schwer verletzt wurde. Er richtete dann die Waffe gegen sich selbst und jagte sich eine Kugel in die rechte Stirnseite. Herbeieilende Hausbewohner fanden die beiden Schwerverletzten und veranlaßten deren Ueberführung in das Brüxer Krankenhaus, wo sie sofort operiert wurden. Man glaubt nicht, sie am Leben erhalten zu können. lieber die Motive zu dieser grausigen Tat fehlen bisher alle Anhaltspunkte. DI« Deutsche Arbeitsgemeinschaft t für Bottsgesundheit beschloß in einer Trauersitzung, Kä 10.000.— zur Ehrung des Altpräsidenten T. G. Masaryk zu widmen, au» welchem Betrage hervorragende Arbeiten auf dem Gebiete hygienischer Bolk-belehrung ausgezeichnet werden.— Tie Deutsche Tuberkulosenfürsorge .faßte in einer Trauersitzung den Beschluß,«inen T. G. Masaryk-Fond» zu stiften, der'vorderhand mit dem Betrage von Aä 20.000.— dotiert wurde und der den Zweck hat, mittellosen Kranken, die ohne'Anspruch auf die Leistungen der Sozialversicherung find, Heilfürsorg« zu.gewähren. Spenden, die diesem Fond» gewidmet werden, sind an die Deutsche Tuberkulosenfürsorge, Prag II., Pressova Nr. 7, zu richten. Blum bis Freitag In Prag Bon den Trauergästen ist der spanische Minister Giral bereits nach Genf abgereist. Um 21 Uhr fuhr die rumänische Delegation mit dem Ministerpräsidenten Tataresru nach Bukarest zurück. Morgen reist auch der sowjetrus- stsche Delegierte, der Pariser Botschafter D u r i tz, ab. Dagegen bleibt die französische Delegation mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Blum, seinem Sekretär B l u m e l, dem General Mittel Hauser und dessen Adjutanten C a r l o t t i noch bis Freitag in Prag. Blum beim Präsidenten. Der Präsident der Republik hat am Mittwoch Vertreter fremder Delegationen empfangen, die zum Begräbnis de» Präsident-Befreier» gekommen sind. E» sind die»: Die französische Delegation mit Minister Löon Blum an der Spitze, der belgische Delegierte Pierre I. W. Fort he mm» und die vom Botschafter Su- ritsch geführte sowjetrussische Delegation.— Der jugoslawische Ministerpräsident Dr.Stojadi« n o v i 6, der am Leichenbegängnis T. G. Masaryk» teilnahm, reiste Mittwoch um 18 Uhr 55 vom Ma- sarykbahnhof nach Belgrad ab. Am Bahnhof hatten sich zur Verabschiedung der Vorsitzende der Regierung Dr. H ob ja, Außenminister Dr. K r o f ta, Armeegeneral Syrovh und hohe Beamte der zuständigen Ressort» eingefunden. Auf dem Bahnsteig hatte eine Ehrenrotte de» Jnf.-Reg. Nr. 28 Ausstellung genommen. Tschechoslowakische Mllttirdelegatlon nach Jugoslawien Minister für nationale Verteidigung, M a ch« n i k, und Generalstabschef K r«j i t sind zu den jugoslawischen Manöver» abgereist. AuS dem Abgeordnetenhaus«. Da» Subkomitee der verfassungsrechtlichen Ausschüsse der beiden.Kammern für die Behandlung des' Entwurfes de» neuen Bürgerlichen Gesetzbuches hält nm Mittwoch, den 20. UNI halb 10 Uhr vormittags im Abgeordnetenhaus ein« Sitzung ab. Seite 4 Donnerstag, 23. September 1937 Nr. 284 3agesfteuigfcclieft Am Grabe von L4ny In Läny brennen bisher ununterbrochen seit dem Todestage des Altpräsidenten all« Straßenlichter. Der Friedhof in Läny war in der Nacht zum Mittwoch offen, und bis in di« späten Nachtstunden kamen Leute zum Grabe des Präsidenten, und auch seit den frühen Morgenstunden der Mittwoch ist der Friedhof das Ziel zahlreicher Wallfahrer, meistens von Leuten, die zum Begräbnisse des Präsidenten von weit her nach Prag gekommen sind und die vor ihrer Rückkehr in die Heimat noch das Grab Masaryks sehen wollten. Seit der Bei- setzung standen am Grabe bis zum Morgengrauen Legionäre des Gaues Laun Ehrenwache, die zu sechs Mann einander abwechseln. Der Präsident der Republik Dr. Eduard Benes, der die Nacht zum Mittwoch, in Schloß Läny verbrachte, besuchte am Mittivoch um 8 Uhr früh mit seiner Gemahlin das Grab des Altpräsidenten und kehrte sodann von Läny nach Prag zurück. Der Geist Rosenbergs. Die Hmleinpresse, die am künftigen deutschen Sender schon heute, kritisiert, er könnte vielleicht Goethe und Thomas Mann den Borzug vor Karl May und Arthur Rosenberg geben, hat es den Christlichsozialen besonders übel angekreidet, daß sie von der Verleihung des HitlerpreiseS an Alfred Rosenberg keineswegs erbaut waren(wie eS sich stir den guten Sudetendeutschen doch von selbst versteht). Der Mann, der von Adolf Hitler so hoch geschätzt wird, daß er einen ganzen Preis erhält, während Sauerbruch und B i c i' nur je einen halben bekommen, ist der' Henleinpartei natürlich über alles teuer, den Christlichsozialcn aber nicht mit Unrecht ver- Lächtig. Welchen Geist er in Deutschland kul- liniert, beweist folgendes Bildchen aus dem Kulturkampf" des Rosenberg, das wir der Basler„National-Zeitung" entnehmen:„Und während ein Flüsterwitz, der eine nationalsozialistische Lokalgröße zum Ziele hat, sofort mit Zuchthaus bestraft wird, darf beispielsweise das nationalsozialistische Blatt„Durchbruch" folgendes schreiben:.„Den epileptischen Hebräer Paulus wollen wir schon gar nicht. Und auch Petrus, der Fels der Kirche, ist unS ein zu wackliger Kerl gewesen." Im „Schwarzen KorpS" wird von der Ausstellung der Heiligen Reliquien im Dom zu Aachen gesprochen und ip bezug, aus das LeidenLhemd Christi wird'von diesen wackeren'Kämpfern gegen die„Gottlosen" wörtlich hingesudelt: „Wahr ist vielmehr, daß der KleruS Seiner Bischöflichen Gnaden sich teilweise für junge und allerjüngste H e m d ch e n mehr interessiert, als fiir zweitausend Jahre alte". Eine Gebenknummer auf den Tod MafarykS legt die Bilderzeitung„A B C" mit ihrer neuen Nummer(19) vor. Das Blatt enthält zahlreiche Bilder aus dem Leben des großen Toten, ferner umfangreiche Bildberichte über feinen Tod und über die Trauerfeierlichkeiien in Prag und in Läity. Eine besonders interestante Bildseite zeigt Masaryk, wie ihn Maler und Bildhauer in Werken darzustellen versuchten. An der Nummer haben u. a. Minister Dr. Ludwig Czech, Abg. Wenzel Jaksch, Karl Capek mitgcarbeitet. Masaryks große geistige und politische Känipse werden beschrieben, Aussprüche von ihm selbst wiedergegeben. Ein Beitrag schildert, wie deutsche Dichter ihn in ihren Werken geehrt haben. Beachtlich Vas verlorene lächeln Von Guido Beif Es war nicht immer so, daß Tanja mit starren. GesichtSzügen durch die fröhlichsten und lichtesten Tage ging. Es gab eine Zeit, zu der sie munterer und lustiger war als all«. Seither sind Jahre verstrichen... Damals war Tanja jung verheiratet. Das Leben lag vor ihr. Fedja liebte sie, sie liebte Fedja und beider Glück und Stolz Ivar ihr Junge Sascha. Wenn Fedja morgens zum Werke ging, ivurde er von Tanja und Sascha begleitet. Sie gingen bis ins Büro mit. Das hatte Sascha durchgesetzt. Andächtig sah der Kleine seinem Vater zu, wenn dieser große Pläne aufrollte und auf ihnen zu zeichnen begann. Sobald sich Sascha aber an de» Baier herandrängte, nach dem Bleistift, greifen wollte und zu betteln begann:„Laß' mich mall"/ nahm ihn Tanja bei der Hand und führte ihn wieder nach Hause.„Komm nur, Junge/' der Herr Ingenieur hat jetzt keine Zeit für uns." Lachend sah ihnen Fedja nach. A>n Abend gingen sie hinaus in die endlosen Wälder,.spielten mit ihrem Jungen, suchten ihm Beeren.und wurden nicht müde, seine tausend und abertausend Fragen zu beantworten.. Selten sah man Tanja und Fedja.in Gesellschaft.„Ich liebe solche Abende nicht", erklärte Fedja,' ohne seine Antipathie zu begründen,, und. Tanja stimmte ihm bedingungslos zu. So lebten sie, bis jener grauenvolle Tag.kam. Dtr Herlngsfang hat begonnen' sind auch die Bildbericht« über das slowakische Volkrbad StoS und das Pilatushaus in Graupen. Bestellungen auf die Gedenknummer(Preis Ki 1.80) sind an die Berwaltung der„ABC", Prag XII, Fochova 82,. zu richten. Wieviel Gäste waren in Prag? Einen annähernden Eindruck von der ungeheuren Zahl der Besucher Prags an diesen Tagen gibt die Anzahl der Personen, die zwischen Freitag und Man-, tag in den Prager Bahnhöfen«iNtrafen: 490:000 Menschen. 189 Sonderzüge trafen«in, und die regelmäßigen Züge wurden in drei, vier und sogar fünf Teilen, abgefertigt. Auf dem Wilson-Bahnhof trafen 118,000, auf. dem Masaryk-Bahnhof volle 110.000 Menschen ein, die übrigen verließen die-Züge schon in den Vor« ortbahnhöfen. Die Organisation der Bahnen hat diesmal sehr gut geklappt. Noch am Dienstag verließen 142,000 Menschen die Hauptstadt, wobei 89 Sonderzüge in Funktion traten. Die Eisenbahn hatte mit einer noch größeren Anzahl von Heimkehrenden gerechnet. Viele weitere Sonderzüge standen bereit, die gar nicht: mehr in Bec- loendnng treten mußten: Zu der halben Million, die mit der Eisenbahn gekommen ist, muß noch die gewaltige Zahl jener gerechnet werden,. die-in Sonderäntocnrs oder in fahrplanmäßigen Autobussen aus ganz Böhme»'kamem-Mchtiiur.die: Beförderung, auch die B it t e r b r i n g u n g der Trauergäste in Prag hat sich reibungslos abgespielt.. Selbstverständlich waren alle Hotels der Stabil auch die kleinsten, entlegensten Peri- phericherbergen' überfüllt. Biele Zehntäusende wohnten bei Prager Verwandten und Freunden. Die ungezählten Korporationen und Bereine brachte die.-Stadt in eiligst zu Mässenquartieren verwandelten Schul» und Amtsgebäuden unentgeltlich unter, wobei ein Teil der Strohsäcke von der Militärverwaltung beigestellt wurde. Aekermut führt zumTode. In der Ortschaft Reprowih bei Oblat(im Bezirk Podersam) kam: es am Montag zu einem schrecklichen Unfall. Der elfjährige Alfred. Kü b i.i e k kletterte gegen acht Uhr vormittags auf' eine Dreschmaschine. Alle Warnungen vorübergehender. Personen,, die Dreschmaschine nicht als Spielplatz zu verwenden, schlug er in den Wind. Schließlich bestieg er, ganz oben angekommen. die Plattform der an die Dreschmaschine angeschlossenen Strohpresse. Diese war infolge-eines vork'ngegangenen Regens glatt/ Der Junge glitt aus und: stürzte, in die Tiefe, wobei er,mit dem Kopfe gegen- ein Zahnrad-schlug und mit einem Schädelbruch töt liegen-blieb. Die skalpierte Tänzerin.■ Zu Beginn der neuen' Gerichtssession' wird' vor der. 12. Strafkammer des Pariser-Gerichtes-ein Prozeß-verhandelt weiden, der dasSujetzu'einem ausgezeichneten Film abgeben könnte. ES handelt-,sich um eine Schlacht, die zwei spanische Tänzerinnen in einem-Studio aufdem Montmartre ausgefochten haben,-die ihrem Temperament sicherlich mehr Ehre. macht als-ihrem weiblichen Charme. Senorita Ängelitä Belez.probte damals in dem. für diese Zwecke gemieteten- Studio. Unmittelbar-vor' ihrer. Prob« hatte in-dem gleichen Raum Senorita Marita Cobian getanzt. Als nun Senoria Angeliia in Begleitung'ihres Pianisten Nareisse Figueroa den Raum betrat, schnupperte.sie und sagte laut:„Pfui,-welch ein Geruch!" Sie behauptet jetzt, dies auf das Parfüm. von- Senorita. bezogen- zu haben. Diese faßte' es jedenfalls anders aus. Sie kleidete sich gerade um, als sie. die. beleidigenden Worte hörte- stürmte wie eine Furie, aus der Garderobe und begann SeNorita- Angeliia zu beschimpfen, zu bespucken, zu- schlagen, und. endlich riß sie an deren Haaren. Zuw Schluß blieben-in.-ihren ,Händen Haarsträhnen--und- ein Häutstück von 24 :Ouadratzentimetern."Aftgelita, halb-, stcklptert, fielinOhnmachtuNd müßte sich im Hospiigl von. ihrem Schreck'erholen.' Sie verlangt jetzt 50.000 Francs Schadenersatz für.den-Skalp. Wasserzeugt Feuer. Das seit einigen Tagen in Oberitälien herrschende Hochwasser. hatte i» einem Außenbezirk von Mailand eigenartige-Folgen. Das' aus den. Ufern getretene Wasser'des Lambro-FlusseS überschwemmteiy einer Gerberei eine Grube mit ungelöschtem Kalk. Dgdürch entwickelte sich eine derartige Hitze, daß sich das Holz des Fabrikgebäudes-entzüüdet'e und«in' Brand ausbrach, dem Materialien, im-Werte, von mehr als 400.000 Lire züm Opfer fielen:, Der Friedhof in Läny-wird ab'Donnerstag',-den.28,' September,-für'.wenige.'Tage-ge« schlossen werden, da.dje Arbeiten für die end'giltige Herrichtung des Grabes des Präsident-Befreiers ausgenommen werden.-Der. Tag, ab welchem der Friedhof wieder'zugänglich seist, wird, wird' durch die Presse, und den Rundfunk bekaflntgegeöen werden. Fedja war wie immer' ins Werk gegangen, begleitet von Tanja und Sascha. Nach einer halben Stunde verließen-sie sein Büro.- Sie tvaren noch nicht zu Hause, als eine fürchterliche Detonation die Stadt, erschüttertes Wenige Minuten später folgte.eine zweite.. Tanja war zu Tode erschrocken stehen geblieben, als-sie die erste Detonation vernahm.- Noch vor der zweiten Explosion lief.sie den Weg ins Werk zurück. Sascha rannte-ihr-schreiend nach. „Fedja, Fedja!" stammelte sie, während sie wie gehetzt dahiyjagte. Sie sah ihn nicht mehr.. Fedja war, als die.erste Explosion erfolgte,, sofort in das Objekt lll geeilt. Unmittelbar nachdem er den Saal betreten hatte, vernichtete die zweite Explosion: das ganze Gebäude. ' Sirenen heulten. - Glocken läuteten. Die-Arbeiter des Werkes, liefen zusammen. Menschen aus der Stadt stauten- sich vor den Toren.- Keuchend kam Militär herbei/um-Ordnung zu schassen.. Niemand hatte den Mut, das.zerstörte Objekt zu-betretend-..' ,'' Unter den-Arbeitern im Werlhof krrie-Länja umher, Ueberäll fragte' sie nach'Fedja.':Mqn wußic von ihm nicht?.' Endlich:gab-ihvEjn Alter- Auskunft::„Vorhin ist. er ins LÄjekt kll gelaufen.: Ober wieder heraüsgekömtnen ist,>77-" .'^»ja Hörle nur die letzten Worte. Jmj Objekt'Ilt; hämmerte es'.in' ihrem:'Kirst..Im, ObjektLiliLM<ÄMWs Feuerwehren: kamen angäfa.hren. Schrekendj wichen-die'.-Mc'nschen.vörden': Toren-des, Werkes vor den heranbrausenden Maschinen zurück.. Mit jähem Ruck hielt der-erste Wagen an.- Schreie gellten.ans.' Ein Unglück, wgr geschehen,, Irgendwer,war überfahren worpen.jj..- Tanja suchte, noch-immer. Sie kam dis vor das Objekt: lll. Sie durste, nichthineilt.-. -' Stunde um Stunde- verging....':' .. Tanja wartete und wartete. Menschen' kamen und tzingest und sahen sie mitleidsvoll ast,\>'. /. J „Willst du es sagen?" fragte eine Me Frau ihren Mann.:„Ich?— Warum denn-ich?.. Hab' ich- sticht mit'iniir- genug Sorgen, könnte ich.-nicht Uber wich.allein-weinen?".'^, Endlich brachte man die ersten Opfer-aus Objekt lll/ Tanja starrtcwortlos-aufdie ver- stümmelten-Leichen: Plötzlich schrie-:.sie gellend -auf.- Keine Msperrung-Hielt sie zürück.-„Fedja", stöhnte sie und sank vor einer-,Leiche nieder'/.. Es-war. später.'-Abend- als Tanja wieder einen-klaren Gedanken fassen' könntet'/:>- Ssesuchte ihr«Kind!'"-.' Sie: lief- nach Haüse,«bftUs-■ Die Frau, di« sie dort erwartete, begann zu weinenst'i''!.'. i■_ •’ ,Mo ist-?-^?"':'H>Nja.lh>nnteWM.weiter» sprechen.'.Starr.ÄjcküMerkni das Dünkel, sdes Schlafzimmers., Dann brach sie bewußtlos zusammen.‘V'j"i v.,.*v :>.^rst-viele'. Tage. wHer-ierMp isichPdaß^shr- Junge von einem der Rettungswageir überfahrenworden war...-' -.-tzeit-sjinem.-^gräueüp'ollen:Tage.7hat>'kein- - Mensch- mehdl TaNjä' läMEgesehenAHWMki'- Zwei Eisenbahn-* Katastrophen In Siebenbürgen und in Sachsen. Bukarest. Ein sehr stark besetzter Personenzug und ein Frachtzug stiessen bei stiucea auf der Strecke Bukarest—Budapest mit voller Wucht zusan'imen: Aus dön Trümmern wurde» bisher zehn Tote und,22. Brrletzte geborgen.- Der Zü- stand von zwölf Verletzten ist hoffnungslos. Die Zahl'der-Opfer, dürfte aber noch grösser sejn. Rach den bisherigen-Feststellungen erfolgt« ,die Katastrophe deswegen, weil' her.Personenzug: Von der Station- C i Uten zu früh abgelaffen worden war. Wir her rumänische amtliche Bericht, besagt, ist das Unglück auf die Nachliisstgkeil eines, Eisen- bahnangestellten zurückzuführen.,- Weissenfels(Sachsen),:Mittwoch früh ist: bei der:Einfahrt in den hiesigen Pahnhof ein Perfonenzüg unf eine Lokomostpc anfgefahren. BIS-jetzt'sind, sechs Schwerverletzte dem Krankenhaus zngefiihrt worden. Zwölf Leichtverletzte Halen sich gemeldet. Ferner wurden vier Loko- motiv-: und.-ZügSbedirnstete leicht verletzt. Die Zahl der Verletzten dürfte sich noch erhöhe». Ueber die Ursache des Unglückes ist Näheres noch nicht bekannt...'. Im: Bannkreis HanuffenS. Mittwoch' nachmittags erschoß im vierten Wiener Bezirk der- Sohn des türkischen Obersten Ag a Dz i n o seine Gattin und seinen vierjährigen Sohn: worauf er- Selbstmord verübte. Das Motiv der. Tat war Eifersucht. Dgino war früher Sekretär des Hellsehers H.a n u s s e n und emigrierte nach ocssen-Tode nach Oesterreich. Schwere» Gewitter über Rom. In-der Nacht von Dienstag auf Mittwoch entlud sich über Rom«in Gewitter von ungewöhnlicher Heftigkeit. Während des starken- RegenguffeS, der vier Stunden-dauerte, und ununterbrochen von grellen Blitzen begleitet war, bildeten sich auf den Straßen reißende Bäche und' große Wassertümpel. Die Feuerwehr mußte oft eingreifen, um den Bewohnern in den unter Wasser gesetzten Vierteln zu helfen oder um Brände zu löschen, welche an einigen Stellen entstanden^ jedoch keinen größeren Umfang annahmen. Die-Ursache der Brände war größtenteils Kurzschluß. An den Gehsteigen standen Reihen Von Automobilen, welche ihre Fahrt nicht fortsehen konnten, weil die Kerzen in den Motoren naß geworden waren. Die längste Brücke. Anläßlich des Geburtstage» des dänischen Königs Christian wird am 28. September in feierlicher Weise die längste Eisenbahn- und Straßenbrücke Europa» dem Verkehr übergeben werden..Die Brücke, welche die Inseln Seeland und > Flaster miteinander verbindet,-ist 8200 Meter lang und besitzt- ö Pfeiler. Der Bauaufwand, betrug 86,5 Millionen dänische Kronen. Der Bau hat.vier Jahre gedauert: ES wurden insgesamt 110.000 Kubikmeter Beton und 80.000 Tonnen Eisen verbaut,- Die leuchtenden Ulmen. Inder-Nähe von Novk Ligute beobachtet man zur Zeit ein außerordentlich merkwürdige» Naturschauspiel.' Auf der Landstraße nach Turin stehen junge Ulmen, die plötzlich.de» nachts zu leuchten- begannen.. Da» phoSphoriszierende: grünblaue Licht ist relativ stark, und man kann dabei ohne weiterer photographieren. Richt nur die Bäume, sondern auch einzelne Stücke der Rinde, behalten ihre Leuchtkraft,' auch wenn man sie ablöst. Der Grund dieser Erscheinung ist noch nicht geklärt, man hat jedoch, größere Rindenstücke und sogar einen ganzen Baum an die Universität von Turin gebracht, wo man dem merkwürdigen PhoSphoriszierenden nachgehen will. Regen. Mit dem östlichen Winde dringt von der Balkanhalbinsel, erneut warme Luft, gegen, das Binnenland vor; in der Westhälfie Mitteleuropas ist er dagegen relativ sehr kühl.— Wahrscheinliches Wetter. Donnerstag: Beträchtliche Bewölkung, namentlich im mittleren Teil« der Republik Regen. Im Karpathengebiete noch immer höhere Temperaturen als-im'Westen des Staates; in den.böhmischen- Äändern'kühl.— Wetteraussichten für mitge n: Andauern der unbeständige» Witterung.' Nordpolforscher Wilklns verschollen t Br'war mit'seinem Flugzeug- auf der.Suche nach den-.seit; Wochen vermißten Sowjet« russischen Fliegern;’ Die letzte' Radionachricht erhielt man aus der Maschine- Witkins* beim UeberfUegen des Mackenzie-Flußdeltas in' Alaska. Seit, dieser Zeit— Sonntag nach« . mittag— wird der Flieger vermißt:: Str. 224 Donnerstag, 23. September 1037 Seite"5 I ♦ man wird.vor allem jene Teile der Industrie besteuern, die hochrentabel find, also-die Goldindu- strie. Damit hören die Philippinen,'die heute«ist Dorado für Kapitalisten sind, da dort noch unge« heuere Bodenschätze ltegen, dte'bisher nicht aus-- gewertet wurden, auf, das Paradies für geschäftliche Unternehinungen zu sein, die alle mehr oder weniger mit'der' Goldminen-Industrie züsäme menhängen. Die wirtschaftlich erfahrenen Kreise sehen da» Problem der Unabhängigleit, also. we- cntlich komplizierter und schwärzer, als die Vielen Millionen der politisch und wirtschaftlich unreifest Menschen/ denen nur-di« bloßen Schlagwort« in den Ohren.Mngen. sfür eine unabhängige phi lippinische Nepnblik ist die japanische Gefahr überdies viel größer als für«ine Kolonie der Bereinigten Staaten, hinter der notfalls die gange amerikanische Wehrmacht steht. Die Japaner beherrschen heute schon den gesamten Detailhandel in den Philippinen, da» Klima behagt ihnen besser als in Mandschukuo. Werdcn'die Philippinen also ein weiteres Opfer des japanischen Imperialismus sein? Eine Verteidigung der Philippinen ist unmöglich» denndie Philippinen bestehen ans etwa 7000 Inseln. Wie kann man«in solches Archipel Verteidigen.? Heute entfallen 80 dis 40 Prozent des Philippinen-Budgets auf das Schulwesen. Bis auch diese neue Republik aN. ihre Wehrhäftmachung denken wird/ werden aus den 80 bis 40 Prozent wohl weit weniger werden, während das Budget ^inen neuen, bisher unbekannten Posten-kennen wird: Berteidigung.' IVIsn erhült für 100 MchMark- Markmünzen' 100 österreichische Schilling 100 rnmänische Lei^ 100^öltzsche? Zlvttz 100 ungarische PengS 100 Schweizer Franken. ,'100'französtsche Franc« ■ englisches Pfund... ‘ 1 amerikanischer Dollar ' 100 itälirnische^Lire. p-r 100 holländisch« Dulden. - 100 jügoslawifchr Dsitare.. ' 100'Belga« 100 dänische Krone»-, 100 schwedische Krone«. Unhaltbare Verhältnisse bei Befestigungsarbeiten Von Fr. Gampe, Reichenberg -. KB ,; i-,078.— 7"155.— ;;. r 520,50 .. 1 17.10 ;.515.50 :. 540.50 ,. 055.50 ..»710 ..141— .. 28.45 , 124.40 .1575.— .. 01.17 481.— ., 080.—. .. 727^- aufzugeben und ihre gesetzlichen und vertraglichen Recht« zu achten. ES dürste nicht allgemein bekannt sein, daß die zuständigen Gewerbeinspektorate f ü r d i e s e A r b e i t e n w« d« r ein Kontrolk» noch InterventionI- rechtbesitzen und wenn«I einer ihrer Beamten einmal wagen sollte, diese Bauten zu kontrollieren, dann muß er wie all« anderen Bürger damit rechnen, daß er vom Platze verwiesen wird. Welche Amtlstelle mit der Beaufsichtigung dieser Arbeiten in der Frage del ArbeiterschuheS usw. betraut wurde, vermögen weder die Gewerbeinspektorate noch die Bezirkrbehörden zu sagen, Wahrhaftig, mehr al» sonderbare Zustände, die hier geschaffen wurden, um den Unternehmer allein entscheiden zu lassen, ob ein Arbeiterschub besteht oder nicht und welche Löhne zu, zahlen sind. Fest steht nur die Tatsache, daß Gewerbeinspektorate und Be- zirkSbehörden bei Interventionen erklären, sie hätten kein Recht zum Einschreiten und daß man un» weiter erklärt, die Gewerkschaft solle in einer Eingabe ihre Beschwerden Vorbringen, man werde ja sehen, wa» sich machen läßt, Die Unternehmer derartiger Arbeiten sind also in allen entscheidenden Dingen, di« die Arbeiter betreffen, ohne jede Kontrolle, die Arbeiter bedin« gungSlo» ihrer Laune und Willkür ausgeliefert und 'die Gewerkschaft hat nicht einmal die Möglichkeit, chsolgreiche Schritte^einzuleiten. um die Rechte der Arbeiter zu sichern, und menschenwürdige Arbelt»- vrrhältnisse auf Grund bestehender Gesetze zu erreichen. Eine Vorladung de» Unternehmer» zur Behörde war zum Beispiel nicht zu erreichen. Wa» hier geschildert wurde, ist kein Einzelfall, diese Verhältnisse sind Regel. ES liegt direkt im Interesse de» Staate», daß hier«ingegriffen und Ordnung geschaffen wird/ Das ist aber nur möglich, wenn man den zuständigen Gewerbe! nfpektora- ten da» Kontrolk« und Intervention» r e ch t ü b e r d i« s e Arbeiten erteilt und die Bezirksbehörden anweist, daß gegen Unternehmer, dl« hier die Rechte der Arbeiter mit Füßen treten und bestehende Gesetze in gröblichster Art verletzten, genau so vorzugehen ist, wie gegen alle anderen Unternehmer, die sich Handlun- gm dieser Art schuldig machen. Japan nächstes Opfer? Von Josef Wecheberg Ueber die Verhältnisse, unter denen di« Arbeiterschaft bei Befestigungsarbeiten ihr Brot verdient, kann.— und dies geschieht auch im Interesse de» Staate»— nicht länger geschwiegen werden. Bei. Befestigungsarbeiten in einzelnen Gebleim müssen Zustände sestgistellt werden, die di« Arbeiter völlig der Willkür de» Unternehmer» ausliefern. Die VcrtragSlöhne werden nicht gezahlt, Die Zimmerer, die bei den- BerschalungSarbeiten verwendet werden, haben nach den Bestimmungen de» Hoch- und Tiefbauvertrage»«inen Stundcnlohn von Ui 8.15 zu erhalten: der Unternehmer zahlt nur Ui 4.70, also 45 Heller pro Arbeitsstunde weniger. Ein sehr einträgliches Geschäft, dar hier auf Kosten de» Staate» und der betrogenen Arbeiter getätigt wird. Lohnbriefe, wie e» der verwog vorschreibt und di« der kleinste Untemehmer in Aordböhmen seit Jahrzehnten«ingeführt hat, gibt«» nicht. Di« Ar« bester wissen bei keiner Lohnzahlung, ob di« Lohn» summe auch stimmt, da infolge de» Fehlen» der Lohnbriese die Abzüge für Krankenkasse usw. nicht bekannt sind. Ein Unterkunftrraum(Mannschastsbude) wie die» die Regierungsverordnung vom LS. Mrz 1981 Nr. 53 im Paragraph- 81 bestimmt, wurde bi» hmte nicht errichtet. Die Arbeiter lind- deshalb allen Witterungsunbilden schuhlo» prei-gegeben und 'haben nicht-einmal die Möglichkeit, Äre Kleider ,und Eßwaren>ffock«n aufzubewahren. ''- Di« Stammarbeiter-der-Firma-«Veiten'00 und mehr Swndm in der Woche, wäbrmd die be- zirkSansässigen Arbeiter au» der Arbeit immer' wieder ausschen und mit ganz geringen LohnVewä« gen am SamStag zu Hau» gehen müssen. ÄI»-Beiwag zur Erfüllung der Feber-Bereinbamngm kann diese Vorgangsweise- der Baufirma nicht- gewertet werden. Eine behördlich« Bewilligung zur Leistung von UeKrstundenarbeit liegt nicht vor. Der Unternehmer entscheidet hier allein, ob Ueberstun» .denarbeit geleistet wird.. Entscheidend ist aber weniger die Tatsache, daß der Bauunternehmer alle Rechte der Arbeiter brutal Mit Füßen triff und sich unrechtmäßig bereichert. soiwern die Erkenntnis, daß e» kein« Möglichkeit gibt, eine Amtlstelle zu finden, die den, Untemehmer zur Ordnung ruftund zwingt, die W t ll kürg« gendieArb e'it e r Schöne Erfolge der Holz- und Landarbeiter .. Am 10..September tagt« der Vorstand deS Verbandes der Holz« und Landarbeiter, Sitz Rit« chenberg. Wir entnehmen den Berschten der Funk« tionäre über da» erste Halbjahr 1987 Nachstehende»: Tvs Holzgewerbe wesst immer noch ein bedeutende Arbeitslosigkeit au», die besonder» im Tischlergewerbe swrk zum Ausdruck kommt. Der Vemand zählt gegenwärtig noch 2V Prozent seiner Mitglieder, die,sm Bezüge der Arbeitslosenunterstützung stehen. Außerdem sind annähernd zehn Prozent von der Unterstützung Ausgesteuerte weiter aicheit»lo». In der Zeit vom 1. Jänner bi» 80. Juni 1987 hat der verband den Betrag von' 5,415.409 KC an AÄeitrlosenunterstützung für sein« Mitglieder ausbezahlt. Davon entfällt auf die gewerkschaftliche Arbeitslosenunterstützung allein- der Betrag von 1,485.724 KC. Lohnbewegungen wurden im Holzgewerbe, in der Holzschläge'rbranche, Säge«, Spielwaren-, Klävlerinduswie und'Tischlerbranche durchgesührt und Erhöhungen der Lohne erreicht, an welchen, rund 0500 Arbeiter beteiligt find. Besonder» -gute Erfolge weist dieHolzschlagerb rauche au», tz>o es möglich war, die Löhn« und Akkordpreise von.10 bi» 85 Prozent zu erhöhen. Insgesamt hat der verband im saufenden Jahr« 09 Verträge abgeschlossen... ." Für die Landarbeiter würden:die Verhandlungen im LandeSbejrat in Prag, und Brünn ge-' führt. Die Richtlinien Über di« Regelung der Arbeit»- und Lohnverhältnissr für die Landwirtschaft wurdenfür, Böhmen, Mahren und Schlesien für da» Jahr l987 f«stg«Iegt und durchge«' führt.^AußerventMden Verhandlungen über di» preise für Hopfenpflücker, di« Regelung der Zuk« kerrübenfechsüng untz«inen außerordentlichen Zuschlag für di« tzerbstkartoffelernte stakt. Die Erhöhungen der Akkordpreis« bewegten sich zwischen fünf, und zehn Prozent und sind.rund 20.000 Landarbeiter daran beteiligt, wobei für die Zeit deS Hopfenpflückens im deutschen Gchiete annähernd 70.000 Pflücker.hinzukommen. . Die Lohnbewegungen im Holzgewerbe sowie inder Landwirffchaft, die Hopfenpflücker inbegriffen» bringen eine Aesamterhöhung de» Einkommen» der in Betracht kommenden Arbeiterschaft von rund zweieinhalb Millionen XL. Di«. Mitgliederbewegung im BerbandSgebiete hat im laufenden Jahre gute Fortschriüe zu verzeichnen:' der Mitgliederstaiw erhöhte sich im ersten Halbjahr 1987 um zehn Prozent. Der verband hat seine Pflicht restlos erfüllt und. besitzt das volle Vertrauen der Mitglieder. ' Kurz vor der Einfahrt.In den Hafen von Manila gehen auf dem vorderen Mast des Schiffe», der die Flagge des fremden Lande» trägt, zwei Fahnen hoch: oben die amerikanische, da» Ster« neiibünner, und darunter eine zweite Flagge, weiß-blau-rot, mit einer Verzierung stn weißen Felde.. Zwei Flaggen für«in Land? Der Philip- pino-Zollbeamte, den man fragt, ist sichtlich in seiner Würde gekränkt. Da» sei die Flagge de» „Eommonwealth of Philippines", sagte er, und da die Philippinen noch nicht gänzlich unabhängig sind, so müsse immer auch da» Sternenbanner aufgezogen werden. Wer, so schließt er, bald, hoffentlich sehr bald, werde die philippinische Flagge allein'auf dem Mast hochgehen. Bald, sehr bald? Die' amerikanische Verfassung sieht die vollkommen/'Unabhängigkeit für da».zehnte Jahr nach der Erreichung der teilweisen Vorau», da» wär« alsd'Im Jahre 1946. In diesem Jahr sollen die Philippinen, bisher eine der reichsten und blühendsten'Kolonien der Bereinigten Staaten, vollkom- men ünabhängig werden. So hat der amerikanische Kongreß' beschlossen, in Erfüllung des„Johns Act",-der erst ein« teilweise, nach zehn Jahren eine-vollkommene Unabhängigkeit-Voraussicht. Zu derselben Zeit, da eine europäische Macht diel Menschenleben, jahrelange Vorbereitungen und viel Geld aufgewendet hat, um ein Kolonialreich zu erobern, geben die Bereinigten Staaten eine Musterkolonie auf. Eine Kolonie, die sich neben allen europäischen Settlements im Fernen Osten sehen lassen kann. In kaum vierzig Jahren haben die Amerikaner hier au» einem mittelalterlich anmutenden Land, in dem es Fieber, Seuchen und keine Volksbildung gab, ein Kolonialreich geschaffen, da» unter allen Kolonien im Fernen Osten den geringsten Prozentsatz Analphabeten hat und hygienisch genau so weit ist wie die groben Städte von Europa. Die amerikanischen Kolonisatoren haben zuerst ihre Kriegsschiffe ausgeschickt: aber ihnen folgten sogleich die Schisse mit Aerzten und Lehrern.- Wie stellt sich nun die öffentliche Meinung Amerika» zur Aufgabe de» Lande». Sie ist nicht einheitlich, aber weite Kreise befürworten die. Unabhängigkeit der Philippinen. Sie sagen, daß die Philippinen als Teil Amerika» einer de^ wundesten uNd gefährlichsten Punkte in einem künftigen Konflikt mit Japan sein können. Die Japaner führen jetzt«ine stille, aber zähe Okkupation der Philippinen durch. Auf den südlichen Inseln find''sie schon so zahlreich, daß man von Teilen Japan» sprechen kann, sie beherrschen zahlreiche Handelszweige und jeder japanische Dampfer bringt nöue Scharen von Japanern.- Urberdie» waren die'Philippinen eine teuere Kolonie: die Unterhaltung einer Flotte kostet« Amerika'jährlich' an die. 17 Millionen Dollar. Ist e» also nicht beff« scr, sagen die Befürworter der Unabhängigkeit, die Philippinen ftei zu geben,«ine Masse Geld zu sparen und andererseits noch Geld dabei»u verdienen, denn: die Philippinen als unabhängiger Staat werden natürlich keinerlei Zollbegünstigungen von Amerika haben. Bi» die Philippinen vollkommen' unabhängig sind, hört der frei« Handel mit Amerika auf, auf philippinische Waren wird Zoll'gebucht, die philippinischen Waren werden keinerlei Vorzugsstellung vor den europäischen Waren haben, die auch heute dem vollen Zolltarif unterliegens • Bon den Philippinen gesehen, sieht die Sache nMrlich.and.er» au»..Der Beamte, der mit Bedauern erklärt hat, er hoffe bald nur eine Flagge am Mast zu sehen, verkörpert die Meinung der großen Masse. Jndependence, Unabhängigkeit, war ein Schlagwort, mit welchem man dar Bolk jahrelang haranguiert hat. Unabhängig werden, endlich eine philippinische Natton, kann e» etwa»' Erstrebenswerteres geben? MS Präsident Manuel L. Ouezon im vergangenen Jahr die teilweise - Unabhängigkeit für da» Land durchgesührt hatte, wurde er gefeiert, wie niemäl» ein Staatsmann quf den Philippinen zuvor. Die Bolk»abstlm- mung hatte sich mit ungeheuerer Mehrheit für die - Unabhängigkeit entschieden und gegenwärtig heißt «S, daß di«^vollkommene-Unabhängigheit der Phi« lippinen^noch-'früher als. 1946,.schon im Jahre ' 1989 durchgesührt werden soll. Was'bedeutet da» ' i für die Philippinen? Di« Regierung-wird die > großen fiNanziellsn»Vorteile, welch«.soie. zollfreie AuSsnhr. nach den Bereinigten Staaten-gewährt, berliereN.,"Sie wird daran gehen, müssen, eine ' eigene. Flotte- und'-' Armee äufzustellen und.«ine. Armee fostet-Geld. Da» Geld wird man,au» den Steuernfschasfen, die heute minimal-sind, und Zwei Betrlebcatlllegungen Die wsederholt aufgetauchten Gerüchte über di« Sttllegung der gezfabrik tn Rtklardorf erfahren nun ihre Bestätigung: di« Erzeugung tu Ntklaidorf soll völlig eingestellt und nach Ära. konttz verlegt werden. Da» Gesuch um VMM« Ging der Sttllegung wurde bereit» eingebracht und? mit Exportschwierigkeiten- begründet. Da e» sich t« diesem Falle um dje Existenz von 200 Ar» beitern handelt, haben die Grweüschasten bei den zuständigen Ministerien Einspruch erhoben. *'? Rach der Sttllegung der Rixdorfer Spinnerei der-Firma Anton Kldzar A.-G. verpflichtete sich dieser Lage die Firma, von den in Nixdorf beschäftigten 69 Personen 20 nach.Brünn-zuüber- ...... nUmenmyd-,diesen diejflebersiedlungSkofteMoivili führt. Außerdem fanden Verhandlungen über die einen Mietbetrag von 80 XL während dreier Akkordsätze wr Wckhjahrlrübenanbauarbeiten, de» Monate zu bezahlen. Die nach Brünn nicht über« weiteren Über-einen außerordentlichen Beitrag- nommenen Arbeiter erhalten eine Abfertigung für die Ernte, Wer^di«:Festsetzung der-Akkord-' von ööO Kronen.(DND)' Steigender Verbrauch von Fleisch und Fett Die gebesserten Cinkommensverhälinisse haben nach langer Zeit wieder z» einem größeren Konsum von Fleisch und(tierischen) Fetten.geführt. Auch der vom Statistischen StaalSamt ausgegebene Bericht für de» Juli gibt-inen weiteren Beweis dafür, obwohl ein Vergleich mit den vorjährigen Ziffern dadurch erschwert wird, daß Heuer die pflichtgemäße Meldung von Privat- schlachtungen bei Landwirten aufgehoben ist. Die au» gewerbsmäßigen Schlachtungen Im ganzen Staat im Juli gewonnene Fleischmcnge beträgt Heuer 825.827 q, im Vorjahre betrug sie 288.946 q. Fette wurden 58.500 q im Inti 1087, 47.544 q im Juli 1086 produziert. Im Zeitraum Jänner bis Juli betrug die gewonnene Fleischmenge Heuer 2,057.520 q, im Vorjahr 1,986.868 q. Bei Fetten lauten die Ziffern 858.070 q in den heurigen ersten sieben Monaten, 829.152 q im Vorjahr. Von den einzelnen Fleischarten weist dabei Rindfleisch einen Rückgang auf, ein Beweis, daß bisher nur die billigeren Fleischarten der Kaufkraft der Bevölkerung entsprechen. Der Mehrverbrauch ist auf den gesteigerten Konsum von Schweinefleisch zurückzuführen, der um rund 100.000 q größer ist als in der gleichen Borjahrszcit. Importiertes Schweinefleisch ist dabei infolge der Einfuhrdrosselungen zurückgegangen. Stark gestiegene KohkenauSstchr auS den» Ostran-Karwiner Revier. In der ersten Septemberhälfte wurden aus dem Revier 7610 Waggons ausgeführt, mehr als doppelt so viel wie in der Bergleichszeit des Vorjahrs(8810). Am stärksten unter den Ausfuhrländern sind Oesterreich, Italien und Ungarn beteiligt, in weiten Abständen folgen dann Jugoslaivien, Frankreich, die Schweiz und die Häfen Stettin und Gbingcu. Die LandeSbank für Böhmen wird vom 27. September 1087 angefangen an Werktagen die Oktober-Kupons Nr. 05 ihrer 4% Foudsschuld« scheine in Guldenwährung, Nr, 59 ihrer 4% Fondsschuldscheine in Kroncnwährung an ihren Kaffen in Prag und Preßburg— ohne, jeden Abzug—«inlösen. Fortschritt in Estland Seit dem März 1984 besteht in Estland, dem östlichsten der baltischen Staaten, auf Grund der 1938„angenommenen" BersaffungSänderung «ine"fozusägen ,chälhe'" Djktgtur ugtep.der FÜH-. rung des Staatspräsidenten P a e t s. Nun hat «ine Nationalversammlung die neue Berfaffung beschlossen, die das allgemeineWahl- recht vom 24. Lebensjahr wieder einführt. An-' fangs 1988 soll zum erstenmal so gewählt werden. E» werden 80 Einmann-Wahlkreise ohne Proporz geschaffen, doch könnte die Opposition durch Zusammenschluß eine ganze Anzahl Mandate erobern. Die sozialistische Bewegung ist in vier Parteien gespalten, von denen jedoch die zwei sozialdemokratischen zufammengehen werden. Die bürgerlichen Demokraten haben bereit» einen Block gebildet. Al» Bremsklotz wird ein Oberhaus von 40 Männern eingesetzt, die zum Teil ernannt, zum anderen von ständischen Vertretungen bestellt werden. Immerhin will die neue Verfassung, das Land wieder zu einem Rechtsstaat machen. Mit der freien Verfassung von 1920 ist sie allerdings nicht zu vergleichen,(bn) „Kolonialpolitik". Die Regierung der britisch-tvestindischen Insel-Trinidad hat abermals abgelehnt, Uriah Butler freies Geleite zu geben und verhindert ihn so, der Untersuchungskommission Auskunft über die'Ursachen des Streiks und der Unruhen in den Oelfeldern zu geben, die ausbrachen, weil er, der Strelkleiter, au» einer Versammlung heraus verhaftet werden sollte. Er entkam und ist seitdem für die Polizei unauffindbar, die ihn vor Gericht stellen will,(bn) Labours Wiederaufstieg Der Jahresbericht der Britischen Arbeiterpartei zur Konferenz in Birmingham vom 4. bis 8. Oktober zeigt für 1986«inen Zuwachs von 66.482 auf insgesamt 2,444.257 Mitglieder— das ist der höchste Stand seit 1981, Die kollektive Parteimitgliedschaft der Gewerkschaftler usw. beträgt davon 2,018.663, der Verkauf von Büchern und Schriften weist den Rekord von 885.000 auf. Für den s p a n i s ch e n Freiheitskampf wurden 126.000 Pfund(201,6 Millionen XL) an den Internationalen Solidaritätsfonds abgeliefert, nahezu der doppelte Betrag kam aus Frankreich- der Schweiz und Schweden. Außer LebenSnsitteln, Kleidung,' Medikamenten und ärztlichen Apparaten sowie Millionen Zigaretten, wurden 18.000 Ampullen per Flugpost nach Spanien gesendet, Ambulanzen eingerichtet, Wagen hingeschickt. Ein stabiles Spital wird jetzt errichtet, sein Betrieb wird monatlich über 142.000 XL kosten. Elvin Vorsitzender.der Trade Union». London.(Reuter.) Zum Nachfolger Bevin» ist der/Funktion' de» Borsitzenden des Generalrates des Trade Union-Kongresses wurde■«in- stimmig Herbert Elvin gewählt. Seite 6 .Sozialdemokrat Donner-ta«, 28. September 1W7..Nx^2ch in die Nacht- durch Berfüh» Wahrheit und In die späten Nachtstunden hätte dauern müssen. Wie die Dinge siegen, werden die Richter jener Be- zirkSgerichte»,. die sö überlastet waren, daß sie blindlings die fingierten Ueberweisungen von ihrer Verwaltung anvertrauten Waisengelder mit ihrer Unterschrift versahen, wahrscheinlich für den entstandenen Schäden äufzükoinmen haben. Inwieweit die Disziplinarinftänz diese zweifellos schwere Fahrlässigkeit sonst zu ahnden für gut befunden hat, entzieht sich unserer Kenntnis. E» bleibt, zu hassen, datz derartigen Fällen in Hinkunft auf jede Weise vorgebeugt wird. ahnungslos und gutgläubig und verantwortete sich mit«insältiger Miene dahin, sie habe dar überwiesene Geld im Auftrage der Lebduöka blind übernommen, da sie von anitlichen Dingen nichts verstehe und dem Lebduöka blind verttaut habe. Fest steht indessen, dah, als die Sache im Jahre 1Y86 aufflög, diese Frau Strvkovä den Sicherheitrbe- hörden weirmachen wollte, daß ste geglaubt habe, er handle sich um Mimente für ihr uneheliche», „Kind", dar damals allerdings ungefähr dreißig Jähre alt war., Später gestand sie, insgesamt elf derartige Anweisungen kassiert zu haben; wobei sie freilich immer ihren„guten Glauben" betonte. Der erste BerhandlungStag, der sie Verlesung eine» außergewöbnsich umfangreichen Vrotokollmaterials brachte, schlob mit der Vertagung des Prozesses auf Donnerstag, da andernfalls die Verhandlung bi» » Die Montag eröffnete Schwurgerichtsperiode wird vermutlich bis zum 10. Oktober dauern. Vorläufig steht da» Programm bi» zum 8. Oktober fest. Sogenannte„große" Fälle enthält diese Schwurgerichtsperiode nur wenige. Bemerkenswert ist der für den 28. September anberaumte, au» Eger delegierte Prozeß wegen Menschenraubes, unter welcher Anklage sich Rudolf Sedlak und Franz Krau» zu verantworten haben werden. Eine Neuheit ist, daß an einigen DerhandlungStagen zwei kleinere Falle auf einmal verhandelt werden, offenbar aus Ersparungsgründen. Gegen diese Neuerung wird nicht» einzuwenden, sein, wenn sie nicht dazu führt, datz die Verhandlungen bi»'“ stunden ausgedehnt werden. Dem»Mer der Humanität Die Masaryk-Trauerfeier In der„Urania“ Gestern nachmittags fand die Trauerfeier der deutschen kulturellen Verbände, Prag» Im Bühnensaale der„Urania" statt, auf Hessen Podium die Büste. MasarykS zwischen zwei brennenden Kerzen stand— vor einem schwarzen Hintergrund, der die Jnitialien dcS verstorbenen Präsidenten trug. Nachdem Chor und Streichquartett der Deutschen Musikakademie die Feier künstlerisch eingeleitet hatten, las Willi P"o l k e r(vom Neuen Deutschen Theater) auS dem Buche„Masarhk erzählt sein Leben" da» Kapitel„Geschichte und Menschheit", in dem Masarhk die Entwicklung zum Uebernationalen an den geschichtlichen Beispielen der Stäatenbildüng, der Rässenmischung und. der gegenseitigen Sprachbeeinflussung zeigt, die Gegensätzlichkeit von Nationalität und Jnternationalität verneint, den Mythus der reinen oder überlegenen Rasse ablehnt, seinem Glauben daran Ausdruck gibt, daß der vielprophezeite Untergang der europäischen Kultur nur dar Aufgehen in«ine Mcnschheitrkultur bedeuten könnte und das Streben nach übernationalen Bindungen unter die Idee der Welthumanität stellt. Die Gedenkrede hielt Universitätsprofessor Dr. Oskar Kraus. Er würdigte den Philosophen T. G. Masarhk. Zur Büste der Verstorbenen gewendet, erinnerte der Redner daran, daß Masarhk an der Lehre Plato» von der Wirksamkeit"ewiger Ideen festgehalten habe und nach der Lehre Jesu darau Veruntreute Waisengelder Und die richterliche Ueherlastunu Prag.(—rb—)"Die Herbstsession de» Prager< Schwurgerichtes wurde Montag mit einem in ge- i Heimer Verhandlung durchgefübrten Prozeß wegen I eine» Sittlichkeitsverbrechens eröffnet, der mit dem i Freispruch des Angeklagten endete. Der zweite Pro- j zeßtag dieser. Schwurgerichtspcriode betraf eine An-' ktage wegen Mißbrauches der AmtSge- Mali. Dieser Prozeß, besten Vorsitz OGR Dr.' Novotny führte, wurde auf zwei Tage erstreckt, da mit Rücksicht auf das umfangreiche Beweismaterial die Verhandlung sich bis spät in die Nacht hätte ausdehnen müssen, wenn dieser Fall an einem Tage hätte verhandelt werden sollen Angeklagt war der 88jährige Kanzleigehilse Bohnfla» Lebduika des Bezirksgerichte» Prag-Süd (Weinberge) wegen Verfehlungen, die nach der Anklage nur durch die schwere Ueberlastung der Richter ermöglicht wurde. Der Sachverhalt dieses ProzeffeS hat hoffentlich bereits an zuständiger Stelle den Anstoß zu gründlicher Abhilfe der unmöglichen Zustände gegeben, die hier zutage treten. Der Angeklagte Lebduöka war der Abteilung de» Bezirksgerichtes Prag-Süd für außerstreitige Angelegenheiten zugeteilt. In seine Agenda fiel insbesondere auch die Ueberweisung von Geldern aus der Waisen» • käste dieses Gerichtes. Bereits im Jahre 1884 kam "der Angeklagte darauf, daß die Richter so überlastet waren, daß sie nicht Zeit fanden, dir an» der Waisenkaste erfolgenden Ueberweisungen an oie KindeSmütter Poft für Post zu überprüfen und bereits in diesem Jahre unterschob er dem damaligen Referenten eine gefälschte Anweisung zur Auszahlung von 1500 K(, die er an die Adresse seiner Komplicen überweisen ließ, um das überwiesene Geld dann in die Tasche zu stecken. Die Sache glückte und der Angeklagte fuhr in der Folgezeit in diesen Malversationen fort. Wie cS möglich war, daß bei aller: Ueberlastung der Richter, 1 die solche Ueberweisungen zu uuterfertigen hatten(diese waren dann noch mit dem in der Hand des Gerichtsvor- steherS befindlichen Stampiglie zu versehen, um burchgesührt zu werden), diese Malversationen zu Lasten der armen Waisen geschehen konnten, ist ein Problem für sich. Die in Frage kommenden Richter sägten älS Zeugen aus, daß sie dem Angeklagten absolut vertraut hätten und daher auch nicht genau prüften, was er ihnen zur Unterschrift vorlcgte. So kam er, daß cs dem Angeklagten Lebduöka gelang, unter.die richtigen Zahlungsanweisungen fingierte Formulare einzuschmuggeln, auf Grund derer au» der Waisenkasse unbegründeie Zahlungen an die von dem Angeklagten fingierte Adresse geleistet wurden, welche Geldsummen dieser dann in Weinstuben und Bar» durchbrachte. Insgesamt wurden gui solche,Weise 12.278.Ki in die Tasche des Angeklagten dirigiert, u. zw„ wie die Anklage" aussührt, durch die gefällige Vermittlung der 62jährigen Franziska S t r y k o v ü, die wegen Mitschuld an dem Verbrechen, dar dem Hauptangeklagten zur Last gelegt wird, neben diesem auf der Anklagebank Plätz nehmen mußte. An die Adresse seiner heutigen Mitangeklagten ließ nämlich Lebduika die von ihm veranlaßien fälschlichen Ueberweisungen adressieren und diese Frau hat sie auch stet» übernommen und dem Lebduöka ausgefolgt, der ein intimer Kamerad und Kneipkumpan ihre» Sohnes war. Die Anklage folgert an» den Tatumständen, daß die Strykovö habe wissen müssen, datz es mit den ihr regelmäßig überwiesenen Geldern eine unsaubere Bctvandtnis haben müsse, zumal sie auf dem Postabschnitt stet» als Waisengelder deklariert waren. Bor dem Schwurgericht erklärte sich diese Mitangeklagte indessen als absolut geglaubt habe, daß die. Ideen nicht rung und Gewalt,. sondern durch.. Liebe verwirklicht werden sollen. Ob Masarhk die Fälschung einer Handschrift aufgedeckt, de» Hochverrats fälschlich Angeklagte verteidigt habe oder für einen armen verfolgten Juden eingetreten sei, — immer war ei ein Kampf um de» Recht» und. der Wahrheit willen. Masarhk war kein Materialist: er lehnte die Erklärung de» Geistigen, und Sittlichen durch wirtschaftliche Tatsachen ebenso ab wie ihre Erklärung durch Blut und Boden.' Er war gleich seinem Lehrer Franz-B r e n t a n o von der Unbedingtheit der sittlichen Ideen überzeugt. Für Masarhk bestand kein Gegensatz zwischen Philosophie und Politik, weil die Philosophie als Welt- und Lebensanschauung alle Gebiete der Dasein» ebenso wie die Politik, umspannt, und so entsprach erder Forderung PlatoS, daß die Staatslenker Philosophen sein sollen. E». war ein guter Gedanke, in Mafaryk» Grab Erde vom Grabe Kamensky» zu betten, denn auch Masarhk war wie Komensky ein Künder de» Ewigen im Menschen und der Einheit aller. Seine demokratische Ueberzeugung beruhte auf der Achtung vor dem Individuum und dem Glauben an die Gerechtigkeit, auch, an die nationale Gerechfigkeit, die Masarhk immer gefordert hat..Der Redner.schloß mit der Mahnung, im Geiste "de» großen Toten seinen Idealen getreu zu dienen. Der Chor der Deutschen Musikakademie beendete mit dem Gesang der Staatshymne die Trauerfeier: ..;. ! AnSflugSzüge der tschechoslowakischen Staat«. >bahnen. Am 26. September ein Sonderzug lich? Denn.während sie.Überlegte, wie er. sein Verbrechen büßen solle, dachte sie auch darüber nach, Ivie er auSgesehcn habe. Eigesttlich recht nett, nichtwahr? Gut angezogen, sehr gut angezogen sogar, ein frisches Männergesicht," ein kleiner schtvarzer Menjouschnurrbart, vielleicht 26 Jahre alt— sie hatte ihn genau betrachtet, als er eingesticgen war und sich ihr gegenüber" hingesetzt hatte. Gut hatte der Lunge ausgesehen,, wirklich gutl In der Mittagspause verließ Roste mit eiligen Schritten das große BürohauS; ihre kleinen Finger hielten das von einer Kollegin entliehene" 5-Dollar-Stück fest umklammert. Am nächsten Vormittag prangte in der „Chicago-Tribüne" an- auffallender Stelle folgendes Inserat:'''........ Der Mann, der das fremde Mädchen-- küßte, wird von diesem gebeten, sich." umgehend zu melden unter„Good. Luck", Hauptpostlagernd..— Keine Rachegedanken I. Aber der Mann meldete sich nicht. Und ob. wohl so etwas sonst nur In Romanen vorzukom men pflegt: Roste konnte-den'Unbekannten nicht vergessen.-Leden Morgen- wenn sie zum Büro fuhri hoffte sie, ihn im Bus zu, treffen. Berge-' bens. Er war und blieb verschiyunden, und Roste! bereute'schon bitter, fünf Dollars für da» Inserat ausgegeben zu haben, stattlich, jenes goldige kleine Kleidchen zu kaufen, von dem.sie schon sq lange träumte...., Da, eines Tages, als sie wie.-,immer"zur Arbeitsstätte, fuhr,, blieben, ihre Äugen plötzlich wie gebannt an. der„Chicago New»" haften, die ihr.Gegenüberla». Sie glaubt«, zu-träumen, ab«r nein, da stand über vier Spalten-hinweg in dik- tfji- Balken- äh» Schlagzeilen i?"•;<■---7 Der Mann, der da» fremde.Mädchen - küßt«. Gin"neuer großer Erfolg unsere» tapferen Detekfivs Lerry Bloom— Wie er■ den berüchtigten Gangster Mercanty zur Streckt brachte— Der‘ Kuß im Autobus Nr. A/27 LSS. " Roste konnte" nur die Ueberschrift-lesen; der Mann hielt das Blatt so, daß sie den Text selbst nicht sehen konnte. Sie rutschte unruhig auf. ihrem Sitz hin und her und konnte kaum, erwarten,, am Ziel anzulangen, denn'sie wagte nicht, den Herrn um die. Zeitung zu bitten, so sehr ihr.dieser Wunsch auch in der Kehle"brannte.,.. An der Haltestelle angekommen, fingerte sie nervös zwei. Cent» au» der Tasche, stürzte zum ZeitüNgsstand" und begann"schon auf der Treppe nach.dem Artikel zu suchen..Richtig—"hier war auch sein Bild, zwar nicht ganz" so, wie Roste ihn in Erinnerung hatte, aber eS war trotzdem kein Zweifel möglich:-der.Detektiv,Jerry' Bloom war- der Mann,der sie geküßt hatte. Sie" warf sin Büro hastig den Mantel auf einen Stuhl und begann zu-lesen: !.„Schon lange hatte unser.tüchtiger'Detektiv-die Spur von Mercanty und seiner Bande ausgenommen. Eine» Abends, drang er Übertä« schend mit einer Anzahl Policemen ty den Schlupfwinkel des berüchtigten Gangsters ein», aber der Bogel hatte Lunte gerochen und wär ausgeflogen,' Unter Lerry BlootN» Leitung. tvüÄe alle»'durchs fstcht, aber da» einzige? tvas stch'fand,' war ein, Bild der Detektiv»/ offenbar, mit.Mer Geheimkamera ausgenommen, das auf her Rückseite die Worte tpug:„Jerry, wir.kriegen/dich!".Der De» tektiv wär. WÜtendj denn wenn der-Gegner.ihn kannte, war die Verfolgung um ein. Vielfache» erschwert. Ja," er Wichte, daß Mercanty. und seine Leute'die nächst« Gelegenhesi benutzen würden) um ihn unschädlich zu mmhen. Trotzdem- ver- schmähte er den.Ratseiner'Freunde,'sich-zu bpr>. kleiden, denn sein" persönlicher Ehrgeiz war viel zu groß, als daß", er zu solchen Tricks gegriffen hätte. Die Verbrecher Ovaren jedoch, seit v jenem." Tag seinem Gesichtskreis entschwunden, unist bist«» ben, allen Anstrengungen" zum- Trotz..unauffindbar.." ' EineS Tages, am 14: Jänner, fuhr Jerry. Bloom zufällig mit dem Bus. vörinittäg».gegen,.- 8 Uhr die Hotchkiy-Street hinauf, als er plötzlich, au» dem. Fenster blickend, da» Auto. Mercan- ty» vor dem Bus hersahren und an der Kreuzung' Beverly-Street stoppen sah, um den BuS vorbei» zulassen. Wenn Mercanty in,.dem Moment,sin. dem der BUS im ihm vorbeiführ,':äufblick.te," mütztä". er den Detektiv erkennen) und, Bloom wußte,,väß .er sich diese günstige'Gelegenheit nicht entgehen lassenwürde. Der Gangster durfte" ihy- nicht" sehen, sonst'schoß'^«r glätt, ür den Bu^ hinein uno, "gefährdete'nicht-nur'sein, sondern" auch^.der."Fähr-. gäste Leben. WaS tun? Eine Zeitung/ hinter der. er sich hätte veW^"WnÄsi"-"i^,.fiiH-.8».'Ä/if4.' steheN?^Gegenüber wärt ein. Spiegel. Kurz entschlossen beugte sich Bloom über"die?fhm"" gegen« übersitzende junge iDäme und kübte-ne^so.lästge?." biS der'.BuS die Kreuzung passiert.hatte. Dgim.• sprang er, ohne sich: ün))di,elAufregüng'i>ei?Fah8>/ gäste und, de» Mädchen» zu kümmern,.ab, und nähV'.-tmeTäxi. dieVerfolgung'deS.Banditen! äuf.- Gestern abend nun" gelang! eS, den Verbrecher- nach' wochenlanger"Beobächlüng..ästf frischer Tät-hestzuuehnien." Di« Stadt'Ch'icoga verdankt. die,Befreiung"von' diesem Halunken dem tapferen/ Detektiv und nicht zuletzt jenem, jungen Mädchen, daS-eine'-zwar unfreiwillige aber Lerritwillige Helfk'rist'iiwgäb.^ .■ Roste errötete, als sie den:Mten/Hätz" lei»/ Dann, ging sie zum Telephon mrd-rief die Redal. tiosi der^Mfrago News"''dievWreM' JeW,"BWnÄ'tzu erfxagen?» n'" BezugSbedingun gen: Bei, Zustellung, in» HauSwder bei Bezug durch dje Poft monatlich ftä 16:---.vierteljährlich Kä 48.—, halbjährig K2 86.— ganzsiihtig.I^, 182.—.— Inserate"werden laM- Tarif billigst berechnet. Bet öfteren Einschaltungen Preisnachlaß..".-.'Rückstellung."von Manuskripten-erfolgt war bei Einsendung" der Äetourmarken.—Die,.8eitungdftqnkaturwurdevonderPöst^!uNd>Tilv'-^ qraphendirektion mit"Erlaß Nr. 18.800/VlI?10S6 bewilligt. lKontrollpoftgmt Prqha 26.— Drucherei::«vrbi»7,. Druck'^ Verlag»«- und? Ztitüng»«A.«G. Prag.'-tW//