fi Sozialdemokrat «entraloraan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme de» Montag tLglich früh/ Einzelpreis 70»etter Redaktion und Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 66077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur:«arlNern, Prag 17. Zahrgang Samstag, 25. September 1937 Aus dem Inhalt: Pariser Entführungsaffeire kompliziert sich Der Staatsrechnungsabschluß für 1936 Zwei Flugzeugabstürze Bankrat-Bericht: Im ganzen günstig Nr. 226 Mussolinis Angebot an die Westmächte Frankreich verlangt ausreichende Garantien für die Durchführung Die Verhandlungen mit Ungarn Budapest: Weitere Geduld nötig Budapest. Im Zusammenhang mit der Abreise des ungarischen AuhenministerS KanYa aus Genf verbreiiet das Ungarische Nachrichten«, Süro MTJ folgende o.ffiziöse Mitteilung: Außenminister Kanya bot sich während sei-, nes Genfer Aufenthaltes u. a. Gelegenheit, die mit dm Bertretem der drei Kleinen Entente- Staatcn in Siuaja. begonnenen Besprechungen, die den Zweck hatten, daS BcrhältniS»wischen, Ungarn und einigen feiner Nachbarn normaler »u gestalten, fortzusetzen. Zur Schaffung einer besseren Atmosphäre wäre eS in erster Reihe notwendig, die M i n» dcrheiten frage auf dm Ruhepunkt zu bringen. Die verhandelnden Parteien hatm ihre Auffassungen gegenseitig bekanntgegeben. Sine Vereinbarung ist vorläufig nicht zustande gekommen. Die Schaffung der Voraussetzungen benötigt mit Rücksicht auf die große Wichtigkeit der Frage weiter« G e d u l d. An den Be- sprechungm hat auch der ungarische Gesandte in Bukarest Bardossq teilgenommen. Krofta bei Delbos G e n f. Der tschechoslowakische Außenmini, ster Dr. Krofta hat Freitgg vormittags dem französischen Außenminister DelboS einen Besuch abgestäitet. Die Unterredung der bei dm Staatsmänner dauert««ineinhalb Stunden. Vormarsch an der Aragonfront Valencia. DaS Ministerium für Ratio- nalverteidlgimg meldet, daß an der Ostfront dir Regierun gSalteilungen den Vormarsch fortsetzen und dm Ort B ieSca» EScura, nördlich von HueSca, besetzt haben. In Gavin setzte sich nur- mehr eine kleine, hei der Kirche verschonst« Gruppe von Aufständischm zur Wehr. Am südlichm Abschnitt der Nordfront drangm dl« Aufständischm bei auSgirbiger Unterstützung durch di« Luftwaffe bis zur Kot« 1582 südwestlich von Bustongo vor. Dir RegierungStrupPm unternahmen einen Gegenangriff und bemächtigtm sich zahlreicher Ge- fangmer und Kriegsmaterials. Rebellen-General Varela verwundet? Madrid.(HäväS.) Es verlautet, daß bei .dem mit dem Einbruch der Nacht einsehenden Bombardement der republikanischen.Artillerie, daS gegen die aufständischen Batterien bei Terra CarabitaS gerichtet war, der Befehlshaber der aufständischen Truppen an der Madrider Front, General varela, schwer verwundet wurde.. Barel» soll an drei Stellen und am schwersten an der Brust, getroffen worden sein. Franco-Agent Troncoso In tast Paris. Der Marinekommandant der Franco- Armee Troncoso wurde von Bordeaux nach Brest gebracht und dort, verhört. Da» bisherig« verhör und die Konfrontierung mit den Zeugen haben bestätigt, daß er unter deck Namen Suprela die Mtson gegen, das spanische Regi«rung»«U-Boot geleitet hat, dessen er sich für Franco bemächtigen wollte... Das Gericht in Cereto an der. französisch» spanischen Greüze hat den italienischen Terroristen Cantelli zu drei Fahrest Gefängnis unbedingt ver-! .urteilt.. Er war der Teilnahme an dMBomben» anschlag im Tunnel bei Cerhir« angeklagt, bovko« gegen Italienische Schiffe •- Tunis.(Havas.) Die Dockarbeiter in Tunis lehnten es, geführt'von GewerkschqstSfuiiftionä- ren, ab, die Ladung d-S italienischen Schiffes „Prags" zu löschen. ,: Der Kapitän de» Schiffe» woyte darum die Ladung von' der Besatzung löschen-lassen untersuchte um Schuh dürch die bewaffnete,Macht., Da.aber die Gefahr von ,Zwischenfällen bestand', ging da» italienische Schiff wieder ist See. Die Hafenarbeiter boykottierten auch da» Italienische Frachtschlsf„Citta di' Mar- sala". Genf. lHava».) Wie auS R o m gemeldet wird, sanden sich Freitag nachmittags der französische und der britische Geschäftsträger gemeinsam beim Außenminister Grafen Ciano ein und. teilten ihm mit, daß die britische und die französisch« Regierung den Bericht über die Genfer Unterredungen deS französischen Außenmini- sterS DelboS mit dem italienischen Gesandten Bova- S c o p p a mit.Befriedigung zur Kenntnis genommen haben. Di« britisch« Regierung ist bereit, sich an einem diplomatischen Meinungsaustausch über die Spaniensrage zu tetei-- ligen. ..Gesandter Bova-Seoppa hatte im Auftrage Mussolinis den französischen Außenminister darüber informiert, daß die italienische Regierung bereit sei,«ine offizielle Erklärung abzngeben, daß Italien in Spanien keinerlei ter- ritorialen Absichten verfolge, wa» auch von den Balearen sowie von Marokko gelte. Gesandter Protest Englands London. Der britische Botschastßr in Tokio erhielt die Instruktion, bei der japanischen Regierung in.Angelegenheit der Bombardierung nichtmilitärischrr Objekte scharfen Protest zu erheben und ihr mitzuteilen,,mit pielcher Erbitterung die- Meldung«» über die Verlust« .an Menschenleben unter der Zivilbevölkerung ausgenommen wurden. Washington. Da» Marineministerium teilt mit, daß.die USA-Flotte für die Dauer des gegenwärtigest fernöstlichen Konfliktes in de» chinesische» Gewässer» bleibe» wird. neue japanische Flugreugangriffe Hankau.(Reuter.), Am Freitag, 16.50 Uhr OrtSzeit, haben sechs japanisch« Bombenflugzeuge,, von drei Jagdflugzeugen eskortiert, Han- kau überflogen und neun vombm abgeworfen. Drei Bomben fielen in die Shinrfenftadt, drei am ander«». User dr» Hann-Flusse» und zwei in den Nangtse, ungefähr'200 Meter von dem britischen Kanonenboot»Aphi»". Man glaubt, daß. durch da» Bombardement«ngefähr 100, Personen getötet.und 200 verwundet wurden. ES handelt sich zumeist um, Angehörige der ärmere» Bevöl- kerungSschichtrn. To.ki».(Genter.). Freitag um 5 Uhr früh haben japanische Flugzeug« einen neuen Anflug auf. Kanton unternommen, und' da» Hauptauartier der. Kanton-Armrr und hir. Kadrttenschule bombardiert. Bova-Sroppa fügte hinzu, daS einzig« Bestreben seines Landes fei, die„Bolschcwisierung des Mittelmeeres" zu verhindern. Minist/r Delbos nahm nanienS der französischen Negierung dies« Erklärung mit Dank zur Kenntnis, fügt« jedoch Hinz«, daß eine derartige Regelung in ungewöhnlichem Maße erleichtert würde, fall» die italienische Regierung wesentliche Garantien dasür geben würde, daß ihre Zusicherung durchgeführt werden wird. E» würde sich sicherlich hiebei um die Wiederherstellung einer Wirkfamen Kontrolle der Nichtinterven- tionspolitik, um die Abberufung der Italiener, welche am Bürgerkrieg in Spanien teilnehmen, sowie schließlich um die Einstellung der weiteren Entsendung italienischer Freiwil- liger und v o n K r i e g S m a t e r.i a l nach Spanien handeln. Schuppe der Kwantung-Armee Nach einem im Hauptquartier Marschall TschangkaischekS«ingegangenen Telegramm errangen di« chinesischen Truppen einen Sieg im nördlichen Teil der Provinz Tschangsi, wo sie der jatzanische» Kwantung-Armee. fchwere Verluste »«ftigien. In schweren Nahkämpfen wurden 5000 Japaster getötet und 2000 gefangengenommen. Chinesische Blätter melden,' daß: di« Chinesen die Stadt Tatung. in. Rordschanghai wieder besetzt haben, doch scheint e», al» ob diese Meldung Vorzeitig wäre. Paotlngfu besetzt .' Tokio. Dir japanischen Truppen besetzten am Freitag Paotingf«, südlich von Peiping. Die Schlacht dauerte de» ganzen Tag und besonder» heftig war«» dir Kämpfe lei der Bahnstation, «it chinesisch« Maschinengewehrschützen rrlittertrn Widerstand leisteten. Tfchangkaischek hofft auf Amerika Mnking.. Generalissimus Tfchangkaischek erklärte amerikanischen Pressevertretern gegenüber: Solange' der Neunmächtepakt t» Gültigkeit ist,.müssen die Mächte China in seinem gegen» lbärttgen Kampf unterstützen. Eine neutrale Haltung läßt dieser. Pakt,n i ch t zu.,Da» gilt in»- bespndere. für Amerika- al» den Einberuser der Washington-Konferenz> und den Häupturheber dieses süNeuymächteablommens. Die- bisherige Hltming,'der Vertragsmächte überrascht China. ''.-Zur Kampftage äußerte sich Tfchangkaischek «toch dahin, haß China die japanische Blockade u n b e g r e n z t auShalten könne.... Wo bleibt das Weltgewissen? Unvorstellbares, Entsetzliches geschieht im Fernen Osten. Japanische Flieger werfen Tag um Tag auf friedliche chinesische Städte Bomben, die unter der friedlichen Zivilbevölkerung tausende Opfer fordern: Frauen und Kinder liegen als blutig zerfetzte Leichen in den Straßen Nanlings, Kanton» und Hankaus, da» Hab und Gut der Ueberlebenden wird eine Beute der Flammen, sie selbst sind von Hunger und Seuchen bedroht. Kaltlächelnd erklären die Japaner, sie würden ihr« blutige Arbeit sortsetzcn, bi» die Chinesen mürbe sein, um' Frieden bitten und die japanischen Räubereien anerkennen würden. Die Erzeugung einer Panikstimmung unter der friedlichen Zivilbevölkerung ist den Japanern eine leichtere Arbeit als die Ileberwindung des chinesischen Heeres. Und es scheint, daß den Angreifern ihre blutigen Pläne gelingen können, denn die bombardierten Städte sind wehrlos und die Zivilbevölkerung ist ohne Schutz. ES kann leicht sein, daß sie, in Angst um ihr Lehen und in Furcht vor weiteren Drangsalen, ihre Regierung drängt, jede Friedensbedingung anzunehmen, also gerade daS tun, waS die Japaner durch die Bombenangriffe beabsichtigen. Die Großmächte, die diesem entsetzlichen Schauspiel zuschcn, scheinen sich'der Konsequenzen ihrer Passivität gar nicht bewußt zu sein. Amerika, England und Frankreich haben formalen Protest gegen die Ermordung der chinesischen Zivilbevölkerung erhoben, vor allem aber die Japaner darauf aufmerksam gemacht, daß sie für jeden Schäden, der an dem Leben und dem Eigentum amerikanischer, englischer und französischer Staatsbürger entsteht, die. Japaner haftbar machen werden. Da» heißt, daß man sich, wie im. Falle des Angriffe» auf den englischen Botschafter in China, mit einer Entschuldigung zufriedengeben wird. Wa» die Japaner durch eine Niederringung China» zu gewinnen haben, steht in gar keinem Verhältnis dazu, was sie verlören, wenn die fremden Mächte ihre Schadenersatzansprüche geltend machten. Di« Japaner sind die letzten,, die bereit wären, ein so profitabler Geschäft äuSzUschlagen. Die japanischen Angriffe auf' chinesische Städte sind ein Schulbeispiel dafür, wie es in einem kommenden europäischen Krieg zugehen wird. Und' sie sind, wenn sie mit einem leichten Sieg der Japaner über die Chinesen unter der Duldung der angeblich gesitteten Welt prämiert werden, eine Ermunterung, dem japanischen Beispiel nachzuahmen. Ist es wirklich so sicher, daß morgen nicht Bomben auf Pari», auf London, Kopenhagen oder-Prag fallen werden? Die. Japaner sind Meister auf-dem Gebiete der Kaltschnäuzigkeit und sie geben sich keine Mühe, Ihr- Borhaben ideologisch und moralisch zu verbrämen; es gibt jedoch politische Kräfte in der Welt, die den schlitzäugigen Imperialisten bei der Erfindung von Borwänden, für einen Krieg noch überlegen sind. Ihrem Geschick ist es zuzutrauen, daß es nicht einmal zu Formalprotesten kommt, wenn sie zu den Japanern in die Schule gehen: wir erleben ja, was sich in Spanien abspielt, wo sich ähnliches wie in Schanghai, Kanton und Nanking begibt. Und die Welt häft in diesem Falle den Hinweis auf die.bolschewistische Gefahr" für hinreichend; von moralischer Entrüstung ooer gar davon, daß aus einer solchen Entrüstung Konsequenzen gezogen würden, ist nicht viel zu bemerken. So abgestumpft ist die Menschheit, daß ihr der Massenmord kein Grund zur Empörung ist, so verderbt ist sie, daß ihre Wortführer und Verwalter den Ueberfall auf ein friedliches Land zugeben dürfe». Ja,.da und dort schreibt eine Zeitung, die Methoden der Japaner seien barbarisch und sogar in einer Note Amerikas wird schüchtern angedeuset,. daß die Flugzeugangrifse auf offene Städte«»menschlich sind. Auch-in Japan gibt es Papierkörbe, und die Proteste staden-darin Platz. Leidenschaftlich erheben wir die Forderung, -mit dem blutigen Schauspiel Im Fergen Osten Schluß zu machen,'ehe eS zum. Vorspiel ähnlicher Schauspiel« wird;, mit Nachdruck muß di« Kul» turmenschheit fordern: verhindert, daß Schanghai- Nanking und Kanton Schule machen. Gäbe es ein Weltgewissep, hätte eS Kraft, so müßten die Regierungen,handcln.die jetzt den Versuch unternehmen, die Ströme-unschuldigen Blute» mit ein'paar Tropfen Tinte'aufzuwiegen, bi» das Verhängnis, dem fte freien Lauf liehen, auch Nach Deutschland unterwegs Mit einem Riesenstab von Mitarbeitern R o m. Ministerpräsident M u f f o l i n k hat in Begleitung des Außenminister» Grafen Cia«», de» Generalsekretär» der faschistischen Partei. Starac, de». Propagandaministers A l f i r r i und seine» Gefolge» Freitag um 12 Uhr 20 Min. im Sonderzug di« Reise nach Deutschland angetreten. Insgesamt begfeiteten den Duc« 56 Personen. Mussolini bleibt während der Fahrt durch Radio laufend mit Rom verbunden. In'München, wo Mussolini zuerst Aufenthalt nehmen wird, sind iereit» außer Hitler, der von den Manöver« zurückgekehrt ist, viele führende Nationalsozialisten eingetroffen. Bpn Minister« sind Reichsaußenminister von Neurath und Goebbels anwesend. Reben dem deutschen« Botschafter- in Rom-.von- H a s s« l l ist auch von R i b b entro p, der deutsche Botschafter in London, eingetroffen. Genf. Die.Reise Mussolinis nach Deutschland wird.jetzt in, den Couloirs des Völkerbundes viel ruhiger beurteilt als zur Zeit des Auftauchens der ersten Nachrichten in der Oes« fentltchkeit. Mussolini, der sich den westeuropäischen Mächten angenähert und Deutschland auf-diese Wesse zu verstehen gegeben hat, daß er-nicht ausschließlich auf das deutsche Bündnis angewiesen ist, wird nun Hitler gegenüber u n» a.b.h ä n.g i g sein. Unter diesen Umständen ist man in Bölkerbundkreisen der Ansicht,. daß der bevorstehende italienische Besuch in Deutschland keine sensationellen Ergebnisse haben wird. «Seite 2 SamStag, 28. September 1987 Nr. 223 über l h r Land kommt und sie, um Hilfe ausblickend, auch nur Tinte und Papiers sehen. Wenn es schon lein Weltg e Miss en mehr gibt— gibt es leine V,e r n u.N ft mehr-in der Welt? Miisien noch zchntaüsende unschuldiger Menschen sterben, ehe die-Vernunft den heute noch Mächtigen, aber Aengstlichen sagt, daß sie morgen an der Reihe sein werden? 2315 Millionen Defizit Prag. Der StaatSrechnungSabschluß für das Jahr 1936 wurde an» Freitag von dem Obersten SlechimngSkontrollamt den beiden Kammer» der Nationalversammlung übonyittclt. Räch der Kassagebarung betrugen die Einnahmen 7.884,2 Millionen KU, die Ausgaben 9.814,0 Millionen Xi, woraus sich ein kassen- miistiges Defizit von 1.789,8 Millionen XL ergibt. Die Barbestände der Staatskasse verminderten sich um 263,6 Millionen XL auf 489,8 Millionen XL zu JahrcSsihluß. Aus Kreditoperationen resultierten Einnahmen von 4.878,9 Millionen XL lworunter vor allem die StaatSverteidigungS. anleihe zu buchen ist) und Ausgaben von 2.413,4 Millionen XL. Die eigentliche Ueberstcht über die Wirtschaftsgebarung des Staate- im abgelaufene» Jahr bietet aber nicht die Kaffenrechnung, sondern die sogenannte Berwaltungsrechnung. Nach dieser betrug daS Erfordernis der prälimi- nierten Ausgaben 8.846,0 Millionen Xi, daS Erfordernis der prältminierten Einnahmen 6.891,8 Millionen XL, so das« sich ein Defizit von 1.984,8 Millionen Xi ergibt. Durch die nichtpräliminierten Ausgaben von 361,0 Millionen XL erhiiht sich daS Defizit der StaatSkaffe auf insgesamt 2.318,8 Millionen XL. Dieses Defizit rührt daher, daß die prälimi- nierten Ausgaben lnach Abrechnung der Einsparungen), um 813,7 Millionen XL h S h e r sind als veranschlagt war, während die Einnahmen nm nicht weniger alS 1.142,0 Millionen hinter dem- Voranschlag zurückblieien. Dieser Minderertrag macht 14.22 Prozent auS. .* , Die Überschreitungen der Ausgaben verteilen sich auf folgende Kapitel: Verteidigung 118,7 Millionen XL; Fürsorge 118,9 Millionen XL(hievon entfallen 126,7 Millionen Xi auf Mehrausgaben ftik Arbeitslosensorge und 8,4 Millionen Xi für Kriegsinvalide, wovon 22,4 Millionen XL Einsparungen abzurechnen sind); Gesundheitswesen- 48,6 Millionen XL "(hauptsächlich- uneinbringliche VerpflegSkosten in Krankenhäusern, die der Staat ersehen mutz); Ruhegenüsse 3,9 Millionen XL; Finanzministerium 648,7 Millionen XL. Die Personalausgaben der eigentlichen Staatsverwaltung sind nur um 7,8 Millionen XL höher als veranschlagt. * Von den Einnahmen blieben die direkten Steuern hinter dem Voranschlag um 648,3 Millionen XL zurück, Umsatzsteuer 472,4 Millionen XL; Fälle 48,8 Millionen XL; Verbrauchssteuern 6,0 Millionen XL; Acht Hinrichtungen> Moskau, Das In Rostow am Don erscheinende Blatt„Molet^ teilte am- 21. September rillt, das; die lokalen Behörden-inMilijerowiacht Mitglieder einer antirevolutionären Organisation von Saboteuren, die mit Trotzkisten iy Beziehungen standen, zum Tode verurteilt haben, Monopole-6,4 Millibnen ckiLi.. Die Staatsbetriebe haben um 166,4 Millionen XL weniger an die. StaatSkaffe ab geführt, als veranschlagt war,. Insgesamt beträgt der Minderertrag'an Steuern und Abgaben 1.828,8 Millionen XL. Demftehen.indemselben Kapitel nur Mehreinnahmen in der Höhe von 166,8 Millionen XL gegenüber. *-. Der parlamentarische Sparaüsschütz verhandelte Freitag in Anwesenheit des Ministers' Tu i n h. das-Budget des Ministeriums für Post. Paris.(Tfch. P.-B.) Die polizeiliche Untersuchung über daS geheimnisvolle Verschwinden der Generale Miller und Skoblin hat immer noch kein Ergebnis gezeitigt' Die Gattin SkoblinS, die feit Montag vormittag ebenfalls vermißt war, hat sich am Freitag bei den Sicherheitsbehörde» freiwillig gemeldet. Sie erklärte dort, daß sie sich bei ihren Pariser Freunden aufgehalten habe und daß ihr über die ganze Sache nichtsbekannt sei. Die Sowjetgesandtschast teilt- zu den Meldungen verschiedener Blätter über die Fahrt eines sowjetruffischen Autos nach Havre mit, dah am Mittwoch in Le Havre-ein Auto eintraf, däS einige nach Ruhland fahrende'Personen zu dem sowjetruffischen Dampfer„M a r i a UI j a- n o v a" brachte. Namentlich- gingen dort der sowjetruffische Konsul in Paris-und ein-Beamter der sowjetruffischen Handelsdelegation an Bord. Sie waren von einem Bediensteten und dem Chauffeur begleitet, die nach Paris zurückkehrten. Mit dem Dampfer sind autzerdem etwa 146 Personen, und zwar grötztenteils sowjetruffische Besucher der Pariser Ausstellung und zahlreiche aus.Spanien zurückkehrende ehemalige Freiwillige abgereist. In der Gesandtschaft wird erklärt, daß der Kapitän deS Dampfers die Häsenverwal- tung von Le Havre von der Abfahrt des Dampfers ordnungSgemätz verständigt habe. Doppelrolle«les Senerols Skoblin An Pariser Linksstellen verweist man auf die heftige Kampagne, die ein Teil der ruffischen Emigranten nationalistischer und Franco-Richtung gegen General Miller unternahm, der, obwohl er gleichfalls germano» phil eingestellt war» eine Zusammenarbeit der . ruffischen Emigranten sowohl mit dem Hitler- i Regime als auch die Einreihung der ehemalige» und Telegraphen und in Anwesenheit, des Gouverneurs der Postsparkaffa Dr. Trapl das .Budget der Postsparkaffa. Schlfeßlich-txrhandelte der Ausschutz auch noch däS Budget der Militär- Forstbetriebe..-. Millümen-Widmung der Nationallank. Der Bankrat dir-Nationalbank hielt am greitag seine ordentliche Monatssitzung unter dem Vorsitze'deS Gouverneurs MDr. Karel Engliö ab, der bei Eröffnung der Sitzung eine Trauerrede zum Gedächtnis des verstorbenen Präsidenten Masaryk hielt. Die Sitzung wurde zum Zeichen-der Trauer unterbrochen. In der weiteren Sitzung wurde, ein- stimmig beschloflcn, zur Ehrung de» Gedenkens des Präsidenten Masaryk einen Betrag von vier Millionen XL für die Wiffenschaft, Kunst, Volks- hpgiene und soziale Fürsorge in der Weise zu widmen, daß diesen Zwecken daS Erträgnis der Widmungen dient. Im einzelnen wurde hierauf beschlossen, den Betrag von je einer Million XL der'Jugendfürsorge durch Vermittlung der Län« deskommission für Jugendfürsorge, dem Roten Kreuz, der Nationalen Kunstgalerie und dem Nationalen Forschungsrate für die Heranbildung junger WIffenschaftler äüf dem' Gebiete der VoÜSwirtschaft zukommen zu lassen. Aarenoffiziere in die Franc»- Armee alle h n t e. Ein Teil der ruffischen Emigranten in Frankreich agitierte in der letzten Zeit für die Ausreise nach Deutschland, um dort unter der Patronanz der nationalsozialistischen Partei eine sogenannte Antisowjetbrigade zu gründen. General Skoblin, der zu den Anhängern dieser Richtung gehört Haven soll, lebte in gespanntem Verhältnis mit General Miller. Er soll sogar wegen Beziehungen mit Deutschland von einem Ehrengericht ehemaliger russischer vffi-. ziere verhört, von diesem Verdacht jedoch freige- sprochen worden sein. Zahlreiche LinkStlätter deuten'an, daß GeneralSk o bl in eine! D o p p e l rolle gespielt, habe. Frau Skoblin^verhaftet Die Pariser Krick inälpollzek unterzog Frau Skoblin einem langen Verhör. In der AuSsage der Fra« Skoblin wurden zahlreiche Widersprüche, besonders in bezug auf die Frage festgestellt, was sie vor dem Verschwinde« ihres Gatten, deS Generals Skoblin getan habe. Sie wurde darum von der Kriminalpolizei ange- haltcn und wird am SamStag den; Untersuchungsrichter uorgeführt werden, der Mit der Untersuchung der Affäre betraut ist. Holland erhöht Rekrutenkontingent Haag. Die Regierung brachte einen Gesetzentwurf ein, demzufolge das jährliche Rekrutenkontingent von 19.566 auf 82.660 Mann erhöht iverden soll. In dem Entwurf wird ferner die .Tuuer der ersten militärischen Uebung von fünf aus elf Monate erhöht und die bisher wegen verschiedener Gründe in Holland mögliche Befreiung vom Militärdienst nur auf gesundheitliche Gründe beschränkt. Der StaatsrechnurigsabschtaQ für 1936 Die Pariser EntfUhrunasafffire noch ungeklärt Copyright by Saturn Verlas 1935 „Ah", sagte der Mann mit einer unwahrscheinlich tiefen und grollenden Stimme,„ah, so also lebst du? Kak bljadl" fügte er russisch hinzu, und ein Ausdruck tiefsten Ekels trat in seine Züge. Er stemmte beide Hände in die Hüften und sah mit gramverzerrtem Blick auf'die Frau, die bleich und gesenkten Hauptes am Diwan sah. Das Licht brannte, hell autz. sechs, Kerzen eines minderwertigen,' elektrisch montierten'GaSlusterS, Er hing über einem Tisch, den ein. schofler persischer Teppich bedeckte, Die Bilder an' den Wänden waren.zum Teil russische Ikonen, zum rinderen Teil billiges Zeug, Kopien, Schund, wie Valerian schnell konstatierte. Eine Minute verging.' Der Mann stand noch Immer in der Tür. Plötzlich wandte er sich um,-ging ins Vorzimmer, schaltete dort das Licht ab, versperrte die auf den Gang führende Tür und trat dann mit einem brutalen' Schritt ins Zimmer zurück. Valerian gerann das Blut in den Adern, als er-sich-in.der Wohnung eingesperrt erkannte. Die Frau hätte beim Geräusch des Türabschließens verzweifelt den Kopf in den Händen vergraben. Der Mann schloß auch die Zliiimertür. Valerian fühlte, datz seine Lippen zitterten. Er bemühte sich, nicht mit den Zähnen zu klappern. - i,Ah, Tatjana", sagte der Mann und trat knapp an sie heran,«das ist das Ende. Tiefer geht es nicht mehr herunter. Tatjana Pletfchni- kow-Barowska— nimmt einen Mann irr tfjce Wohnung. Haaa l" Er lachte wild auf und. warf, einen Blick auf Valerian, der noch immer im dunkelsten Winkel des Zimmers stand.„Ich habe dich besuchen wollen, habe unten gewartet, sah dich mit dem Mann kommen, ins Haus gehen... wäre ich doch eher gestorben I" Er vergrub den kahlen Schädel in seinen riesigen behaarten Händen. Verfluchter Zufall! dachte Valerian, gottverfluchter Zufall; gerade heute mutz dieser Bruder sie besuchen. Was wird jetzt geschehen? „Grigorij", sagte plötzlich die Frau ohne aufzusehen und ihre Stimme war voll müder Verzweiflung, ,,eS ist nun geschehen.... Ich lebe hier allein in dieser fürchterlichen Stadt. Dieser Mann...»ich weih nicht, was über mich gekommen" ist". Sie schwieg. „Du. bist. eine Pletschnikow-Barowska", sagte der Mann hart.„Wie lange lebst du schon mit diesem Mann?" fragte' er nach langem Schweigen»- „Schon einige Zeit",!,erwiderte sie leise-.---' Oh Gott, warum sagte sie- das? Warum log sie? „Mein Herr",-■ flüsterte Valerian. 1 „Schweigen Siel" donnerte der Mann mit so fürchterlicher Stimme, datz Valerian entsetztverstummte. Warum hatte sie gelogen? Aber vielleicht war es besser so? Vielleicht würde dieser lebensgefährliche Mensch es ihr-dann eher verzeihen? '-iiSchon»einige Zeit!" wiederholte der Mann mit bitterer Stimme,„und du lebst vielleicht von seinem Geld?" Die Frau erwiderte nichts.' Heiliger Himmel, warum widersptlach sie nicht?' Was ging hier vor? Aber sie wußte vielleicht, wa» sie tat, sie mutzte ihren schauerlichen Brüder besser ken- nen. Der Mann stand da,- sein kahler, Schädel leuchtete wie eine Billardkugel.-- Er schien zu überlegen. ‘„Die Sache ist aus", sagte er Plötzlich,„ich dulde nicht, datz du ihn. noch einmal siehst. Ich verbiete dir, ihn zu heiraten", fuhr er fort, (Gott sei Dank, dachte Valerian, das auch noch!) „du hist eine Pletschnikow-Barowska l Da» ist kein Mann für die Tochter des Generals Plet- schnikow. Wer sind Sie eigentlich?" schrie er Valerian an,"„wa» find Sie, woher kommen Sie?" „Ich bin ein kleiner Kaufmann", antwortete Valerian bescheiden. „ES ist nicht wahr", sagte die Frau, ohne auf Valerian. zu blicken,„ich war verrückt, aber ich habe mich an keinen Krämer weggeworfen". (Sie hat sich doch noch gar nicht weggeworfen, dachte Valerian mit steigendem Entsetzen.) „Egal, was er ist", sagte der Mann,'«die Sache ist ausl" Valerian trat aus. seiner Ecke. Er war, Gott sei Dank, noch immer im Mantel. „Verzeihen Sie mir", sagte er zu der Frau, die'den Blick Nicht zu ihm erhob',„und auch Sie, mein Herr", sagte er Zu dem Mann, der ihn wild anstarrte,„verzeihen--Sie ntit,'ich- respektiere Fhren Entschluß; ich gehe". -„Sie werden nicht gehen!" brüllte der.Mann und Valerian- trat erschrocken' wieder in.- seine Ecke.„Sie haben das letzte Band zwischen den Geschwistern Pletschnikow-Barowska zerrissen", 'fügte er hinzu. -'-„Ich habe diese' Schutt ohne meist Wissen auf mich geladen",- flüsterte Valerian furchtsam, „wie sank ich-sie-sühnen?!" -■„Was wollen Sie' damit sagen? unterbrach ihn der Mnnw mit drohender Stimme,„glauben Sie,'.die Schande-" meiner-Schwester mit Geld ribwaschen- zu- könn'en?" Valerian machte eine beschwörend abwehrende.Geste..........-f, „Ich hätte es Ihnen nicht geraftsts"''knirschte jener verächtlich.„Noch.in ihrem Glend ist-hie Tochter des Generals.'Pletschnikow-Barowska -reicher.als Sie, mögen Sie'nach Noch so' reich sein.'Nicht einmal das Kutscherzimmer des Pa» Internatlonaler Jusendtas am 3. Oktober Der Internationale Jugendtag-der Sozialistischen. Jugend-Internationale findet in diesem Jahr am Sonntag, den 3. Oktobar statt. Seit vielen Jahren feiern wir den Internationalen Jugendtag als den Tag der internationalen Verbundenheit und der internationalen Solidarität und als den Tag des gemeinsamen Bekenntnisses zu unseren gemeinsamen Idealen: Sozialismus, Freiheit und Frieden. IN diesem Jahre bedarf es keines ausführlichen Appells zur würdigen und eindringlichen Ausgestaltung unserer internationalen Kundgebungen,- denn heute sprechen die Tatsachen der weltpolitischen Situation selbst die packendste Sprache.---- Frieden und'Freiheit sind bedroht wie nie zuvor Durch unsere Kundgebungen am Internationalen Jugendtag müssen' wir zum Ausdruck bringe», datz- der Sozialismus, die Demokratie, die sozialistische Arbeiterbewegung; die sozialistische Jugendbewegung die hingebungsvollsten und treuesten Hüter der Freiheit und des.Friedens sind Ueberall da, wo der Sozialismus stark genug war, um seinen Einfluß auf Staat und Gesellschaft zu behaupten'oder auszubauen,- haben Frieden und Freiheit der Völker einen, sicheren Hort. Ueberall da, wo Reaktion und Faschismus herrschen, bedrohen Knechtschaft und Krieg Gegenwart und Zukunft der'Völker. - Angesichts der großen Gefahren ist eS unsere Pflicht, als sozialistische Jugend unsere sozialistische Gesinnung und unsere Verbundenheit im Kampf für Frieden und Freiheit zu dokumentieren, An unserem Internationalen Jugendtag am 8. Oktober demonstrieren wir daher für die Ziele des demokratischen Sozialismus: Für Frieden, Freiheit und' Brot .. Unsere Gedanken gelten an- diesem'Tag insbesondere,-denen, die-nicht frenzusprechen, die nicht frei zu leben vermögen,, weil mittelalterliche Diktaturen.die Sprache einer- freiest, eitzer sozialistischen Jugend...nicht-Erfragen.!.Mnen. Insbesondere aber gilt unser Gedanke andiesem Internationalen Jugendtag der kämpfenden Lügend de» demokratischen Spanien». Der spanische Frolheitskampf Ist . unser Kampf Wir erneuern das Gelöbnis unserer praktischen-Solidarität Ust»! unserer engen--Verbundenheit mit der-für die Freiheit kämpfenden Fügend Spanien» und mit dem spanischen Volk.- Am Internationalen Jugendtag wollen wir Im Geist Grenzen und Barrikaden überbrücken und un» mit allen, die den Zielen unserer Internationale nachstreben, mit allen, die durch den Sozialismus ihre politische und soziale' Be- frciung erkämpfen loollen, verbinden zu neuer Arbeit, zu neuem Kampf und zu neuem Sieg.. ES lebe der Internationale Sozialismus! ES lebe die Sozialistische Jugend-Jnternatlon'ale! Prag, 81. August 1937 DaS Sekretariat der Soziakistischen . Jugend-Internationale. lais Pletschnikow-Barowska sich aus wie dieses Zimmer. Und es sind doch nur die Reste Unserer Schätze, das Letzte und un» Teuerste: Vater» Bilder." Sein. Finger wies zu ValerianS großem .Erstaunen auf die eine und andere der wertlosen Klecksereien an der Wmtd. „Ich habe sie bis jetzt vor dem Zugriff der Händler gerettet",(höre ich recht? dachte Va- lerian. Was sagt er? Gerettet?)„aber nun ist alles au». Weg damü l Auch dieser schöne Sana» letto, Vaters Stolz.Er trat zur Wand Und Nahm ein Bild herunter. Er sah e» lange und schmerzlich an. Valerian erkannte eine alte miserable Kopie nach einem bekannten Bitte- Cana- lettos.„Weg damit!" rief der Mann,„wozu noch? Alles ist au».' E» hätte genügt, dein Lebest« Tatjana, für viele'Monate ehrenhaft: zu sichern: vor zwei Jahren noch hat mir ein-Händler hunderttausend Francs dafür..." „Wie, bitte?" fragte Valerian- und''trat einen Schritt vor.': „Jawohl, hunderttausend FvancS"^ wiederholte dir Mann mit bitterer' Stimme','„und für diesen kleinen.Dürer ebensoviel."(Er wies auf eine jämmerliche Leinwand, deren Höchstwert Valerian auf hundert Francs veranschlagte).„Und da und dal"(sein Finge» bezeichnete einige Punkte an den Wänden),„der VelaSgüez... der Murillo, nie wollte'ich mich davon-trennen. Alle haben sie mich bestürMt.die ganze Meute der.Händler von den großen Boulevards. Haben mir amerikanische Sackmler hergeschleppt, diese gierige Bande." „Pardon", sagte Valerian und trat wieder einen Schritt näher. Sein-Gesichtsausdruck hatte sich während dieser erschütternden Mitteilungen' erheblich gewandelt.„Pardon; da. stimMt etwas nicht", sägte er. und nahm den Canriletto in die -Hand.„In dieser Branche, arbeite ich. nämlich fetter."- "'(Fortsetzung folgt.). 'Nr. 226 LaniStag, 25. September 1957 Tritt 9 Zur Eröffnung des neuen Naturfreundehauses Im Riesengebirge nm 2. u n d 3. O k t o b e r l. I. führt der Touristenverein„Die Na turfreunde" Wanderfahrten nach Frciheit-JohanniSbad. Von dort im Autobus nach Petzer. Wanderung etwa 40 Minuten-um„Natur- freundehauS" am Lcnzeuberg. Die Reisekosten betragen für Mitglieder einschl. Nächtigung(Betten) 110 KL und mit Verpflegung(drei Mahlzeiten) 16 KL mehr. Nicht mitglieder zahlen 142 KL, b-w. ISS KL. Anmeldungen durch die Ortsgruppen• und Geschäftsstelle Aussig, Marktplatz 11. Die Abfahrt erfolgt am Samstag, den 2. Okto ber, früh um 5.20 Uhr ab Aussig (ATE.) oder Schreckenstein um 5.31 Uhr. Fahribegünstigung auf Grund der Touristenlegitimation, Bedingung, versehen mit Bahn marke 1037.— Teilnehmer aus Prag und Umgebung benützen den Sportzug Prag—Riesengebirge um 14.20 Uhr Prag-Wilsonbahnhof und 14.30 Uhr ab Prag-Dcnisbahnhof. Das neue Naturfreundeliaus am Lentenberg-Pclscr(1100 m). Drei Gewerkschaften tagen j Samstag und Sonntag halten drei große und wichtige Gclverkschastsverbände ihre Ver- bqndstagnngen ab. In Komotau treten die Vertrauensmänner des„Verbandes der Eisenbahner" zusammen, in Prag der Verband der Bauarbeiter und der Verband der Buchdrucker. Drei ganz verschiedene Berufsgruppen, aber verbunden durch das große gemeinsame Ziel. In einem umfassenden in Drück vorliegenden Bericht legt der Verband der Eisenbahner Rechenschaft über die letzten drei Jahre seiner ' Tätigkeit ab. Auch ihn haben die Krisenjahre vor schwere Aufgaben gestellt, in welchen rund 40.000 Bedienstete und Arbeiter der Staatsbahnen abgcbaut wurden und es galt, in den Grenzen dieser nicht aufzuhaltcndcn Restriktionen die .Grundsätze der Gerechtigkeit in jeder Hinsicht zur Geltung zu bringen. Ein groher Teil der alle Kraft erfordernden Arbeit galt dieser Aufgabe. Aber auch die anderen', bei dieser Gewerkschaft von staatlichen Angestellten ganz anders wie bei den übrigen gestalteten Tätigkeitsgebiete erheischten eine Arbeitsleistung, die sich eindrucksvoll, in den Zahlen widerspiegelt, die von der Vcrbands- zentrale ausgeivicsen werden können: 19.000 Interventionen und Rcchtsschutzfälle, 13.000 mündliche Auskünfte und 156.000 Schriftstücke, die in dieser BerichSperiode ein- und ausgingen, geben eine Vorstellung von dem Umfang und der Fülle des Geleisteten. Aber auch die finanziellen Leistungen für die Mitglieder sind bedeutend. Auch hier macht die Arbeitslosenunterstützung den größten Posten aus, fast vier Millionen Kronen, ihr folgt dann die Hintcrbliebenenunterstühung, die eineinhalb Millionen fast erreichte, die Ausgaben für Rechtsschutz u. a„ de ebenfalls Hunderttausende erforderten. Nur der täglich sich bewährende Wert der Organisation und die gewissenhafteste Pflichterfüllung aller ihrer Funktionäre brachten es zuwege, daß in diesen Jahren des Abbaues die Mitgliederzahl des Verbandes stabil erhalten wurde. Streik auf dem AlbertschacM In Schönfeld Donnerstag vormittags weigerte sich die Frühschicht der AlbertschachteS in Schönfeld, die Grube„Albert" zu verlassen. Die untertags streikenden Bergarbeiter gehören einer Gruppe an, die nur vier Schichten in einer Woche verfährt, während eine andere Gruppe, die für den Verein für chemische und metallurgische Produktion arbeitet, sechs Schichten verfährt. Der Streik bezweckt die Angleichung der Arbeitsverhältnisse. um das Ehepaar Otto und Antonie Rostenskh und Albertine Schöpkc. Es dürfte wahrscheinlich ein gemeinsamer Freitod vorliegen, dessen Motive unbekannt sind. Kelten-Gräber in Nestomitz. Nestomitz bei Aussig a. E. ist der Ort häufiger prähistorischer Funde.(Im Aussigcr Museum gibt cs eine Menge von Knochcnrcsten prähistorischer Fauna; vergangene Woche.wurden von dort Mamin u t k n o ch e n an das Nationalmuseum gesandt.) Beim Ausheben des Grundes, für ein Haus stieß man dieser Tage auf Knochen, die führenden Techniker der Union und deren Kreise zu wichtigen Beratungen zusammen. Neben der Fcstle- gung des Arbeitsplanes bis zum Jahre il)42, in welchem das 1. Union-Vcrbandsfcst siaitsindcn wird, ist die planinäßige Gestaltung der gesainicn technischen und sportlichen Tätigkeit innerhalb der Union Gegenstand der Verhandlungen. Tie Tagesordnung sicht vor: Das neue technische Stzstem und dessen Durchführung(Referent Hicbsch); Tnrnsplelc-Stzstem und Organisation(Referent Hanke); Organisation des Radsportes(Referent Fisicr); Sporipolitischc Erziehungsarbeit in den. Vereinen(Olcscrent Storch); Wehrerziehung(Referent llllmann und Grasse); Lcistungspriifung und Sportabzeichen(Referent Grasse); Organisation im Fußballspori(Referent Erlacher); Organisation der Samariter(Referent MoscS); ArbeiiSansgabcn und Berichicrsiattung. Dieser Tagung geht eine Sondcrberaiung der Rad- und Kraftfahrsporticchnikcr voraus, welche die systcma- tischc AuSgesialtnng des Rad« und KrastsahrsportcS in der Union behandeln wird. In der Nnion-VolkSbildungSschule in Dehlitz- Schönau, welche am 22. September eröffnet wurde, und welche bis zum Frühjahr 1038 andauern lvird, fand eine. Trauer-Kundgebung für T. A. Masarpl statt. Die Gedenkrede hielt Senator Heinrich Müller, Aussig. Anschließend sprach der Verbandsiungendleiter Weiß-Turn, über das Thenia„Wandlungen in-der Jugenderziehung". Bciin nächsten Vortragsabend behandelt Richard Lang..Vorlcscn und Rezitation"; Professor Oskar Dreyhausen„Was und wie lesen?,, und Direktor Paul Fürstenau„Lichtbild und Wochenschau". Die Schule wird von mehr als hundert jungen Menschen besucht. Interessenten für einzelne Vorträge können gegen mäßigen Regicbcitrag teilnehmen. Außerordentlich reichhaltig und vielseitig ist auch der Bericht, den der Verband der Arbeiter in der' Bau-, Stein-, und Keramindustrie über die Jahre 1034 bis 1036’ zu erstatten hat. ES wären.auch für die Bauarbeiter,.und in mancher Beziehung- für sie ganz besonders,-schwere Jahre, in welchen der Verband gegen’ die größten Schwierigkeiten anzukämpfen hatte. Trotzdem kann er darauf verweisen, baß es auch unter diesen ungünstigen Verhältnissen gelungen-ist, die Lohn- und Arbeitsbedingungen aufrechtzuerhalten und sogar in Orten, wo es keinen Kollektivvertrag gab, einen Vertrag herbeizuführen. Sicher hätte sich die freie Gewerkschaft auch mit dem von ihr.Erreichten nicht zufrieden gegeben, wenn ihre Tätigkeit durch den JndiffetentiSmüS vieler nicht gxhcmmt worden wäre. Die Arbeitsleistung, die vollbracht wurde, ist bedeutend. Die Berichte über die durchgeführten Lohnaktionen, Rcchtsschutz- und Schiedsgerichtsinterventionen zeigen, däß kein gangbares Mittel unversucht gelassen wurde, um die Arbeits- und Lohnberhältniffe der Mit- ' gliedschaft zu erhalten und zu bessern. Die Arbeitslosigkeit stellte gewaltige Ansprüche an die Mittel des Verbandes; trotz der Besserung, die seit 1084 in der Beschäftigung eingetreten ist, wurden im Jahre 1086 allein über'26 Millionen Kronen an Unterstützungen ausgezahlt, von welchen rund 7 Millionen aus den eigenen Mitteln des Verbandes flössen. Der Verband der Buchdrucker verweist mit Stolz in seinem Bericht darauf, daß von den etwas mehr als zehntausend Angehörigen dieses Berufes in der Tschechoslowakei nur 486 nicht seine Mitglieder sind. Die Tätigkeit des Verbandes ist außerordentlich vielseitig; sie richtet^sich nicht nur auf die Vertretung In arbeitsrechtlichen .und Lohnfragen, auf die Unterstützung im Falle der Arbeitslosigkeit, sondern auch auf die Unter- stützung invalider und kränker Mitglieder,: der Hinterbliebenen von Mitgliedern»,.auf' Subventionen bei UeLersiedlungen und Reisen und in besonderem Maße auf die Bildungsarbeit vornehmlich auch unter den jungen' Berbandsange.- ' hörigen. Für die breite Oeffentlichkeit vielleicht' überraschend wird die Feststellung sein, daß die Arbeitslosigkeit in diesem Beruf zeitweise eine geradezu katastrophale war. Die Unterstützungen, die-den beschäftigungslosen' Mitgliedern^ auSge- zahlt wurden; erreichten indcn drei Berichtsjahren seit 1084 die Höhe von fast 22 Millionen Kränrn.^ohiw i den Staatsbeitrag. Den invaliden Mitgliedern, wurden in dieser. Periode mehrals 1,0 Millionen Kronen ausbezahlt. Freilich muß» tenil,üm diesen. ÜMfang der Tätigkeit äufrecht- «rhalten zukünnen, auch'die MtWedSbeiträge' verdoppelt werden,, die jetzt bis. 43 KL wöchentlich. betragen.. °' Die drei freien Gewerkschaften träten vor - ihre Mitglieder Hit' dem: Bewußtsein, ihre Pflicht W dieser schweres Zöit.voll^erfüllt zu haben. Wir . wünschen ihren Verhandlungen dass beste Gelin- s gen und' sind überzeugt, daß sie den Auftakt' zu neuer fruchtbarer Arbeit geben werden. Die Prager deutsdie Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Samstag, 25. September, 18:20—18.85: Humanitäre Demokratie(Dr, Emil Franzel). . H.o NAfäg,.26,.September.^ 14.15—14.25: Mir Schuhe und Völk(Dc. Emil Strau ß).— 14.30—14.85(Strasnice): Für Volk und Frieden. Dienstag, 28. September, 14.15—14.25: Die Menschenrechte und Emile Zola(Gad. M. Lippmann). Mittwoch, 29. Septeniber, 18.40—18.45: ArieitSmarkt.— 18.20—18.40: Arbeiterkinder des Meichenberg-Gabwnzer Gebiets erzählen über Ihre Skandlnavtenreise.— 18.40—18.50: Soziale Informationen. Freitag, 1. Oktober, 18.85—18.45: Aktuelle zehn Minute«. Brandkatastrophe In der Zips Durch eine Brandkatastrophe wurden in der deutschen Gemeinde Toportz in der Zips 117 Häuser mit den dazu gehörigen Wirtschaftsgebäuden und Scheunen eingcäschert. In-einem Hause sind drei Kinder verbrannt. Au? die berühmte Toportzer Kirche und das Gör- geysche Schloß haben schweren Schaden erlitten. Die Bibliothek und das geschichtlich wertvolle Archiv des Schlosses wurden ein Raub der Flammen. Der größte Teil der Bewohner ist vollkommen verarmt und obdachlos. Die.Regierung hat eine großzügige Hilfsaktion in Aussicht genommen.' Drei Menschen mit Leuchtgas vergiftet. Freitg wurden in Teplitz-Schönau drei Leute in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Es handelt sich wahrscheinlich von Opfern der P e st herrllhren.' Und beim Anlegen einer Sandgrube stießen Arbeiter nunmehr auf eine alte Begräbnisstätte. Das Nationalmuseum entsandte«inen Fachmann, der gegen 30 k e l t i s'ch e G r ä b e r aus dem Viertin bis sechsten Jahrhundert v. Ehr- feststellte.-In bin Gräbern, die Hörstens, einen Meter unter der Erdoberfläche liegen, wurden Urnen" und ü. a. auch ein Schwert mit Scheide gefunden. Die Aus- grabungsarbciten werden fortgesetzt. Reichsparteitag der DAWG. Die Hauptleitung der Deutschen Arbeits- und Wirtschaftsgemeinschaft chat ihren Reichsparteitag für den 23. und 24. Oktober nach B ö h m.- Krum au cinberufen. Mit dem Parteitag ist eine Kundgebung in Böhm.-Krumau verbunden. stur der Atus-Unlon Daö Gesetz über die Wehrerziehung ist in der Funktionärzeitung„Ratgeber" vom 1. Oktober 1087 zur, Gänze enthalte». Die grundsätzliche Stellungnahme der Arbeitersportler zu diesem. Gesetze beschreibt in dieser Nummer Genosse Haufe. Ein ausklärender Aufsatz über die Gründung und Führung eines Union-Vereines beschließt diese sehr schön auSgesiattrte Doppelnummer, dessen Ankauf allen Interessenten empfohlen werden kann. Das Gesetz über die Wehrerziehung gehört in die Hand eins jeden Staatsbürgers, besonders aber aller Funktionäre der Arbeiterbewegung. Die Leitungen der' Unionvereine werden aufgefordert, für diese Ausgabe des».Ratgeber" zu werben. Interessenten aus Partei und Ge« lverkschaft richten ihre Bestellungen direkt, an die Unionkanzlei: Aussig, Bahnhofsplatz 1. Preis pro Exemplar 8 KL.•• Haupttagung der Union-Techniker. Am 25. und 26.' September, treten in Aussig(BolkShaus), alle Die Lösung der spanischen Frage Wir haben gestern eine von anderen Blättern gegebene Darstellung reproduziert, lvelche dahin lautet, daß die Westmächte mit Italien über Spanien völlig einig geworden seien und daß dieser Einigung auch der spauische Ministerpräsident seine Zustimmung gegeben hätte. Die Vereinbarung bestehe angeblich in der Einführung einer konstitutionellen Monarchie in Spanien. Wir haben schon gestern an die Wiedergabe der Nachricht die Bemerkung geknüpft, daß derartige Mitteilungen mit großer Vorsicht ausgenommen werden müssen. Wir haben uns nun nachträglich mit der spanischen Gesandtschaft in Verbindung gesetzt, die uns kategorisch erklärt hat, daß diese Information absolut jeder Grundlage entbehrt. Diese Behauptung ist so weit von der Wirklichkeit entfernt, daß sie, wie die spanische Gesandtschaft überzeugt ist, von ihren im Ausland befindlichen Urhebern ohne Zweifel nur zu dem Zweck erfunden worden ist, um die Interessen Spaniens und seiner legitimen Regierung im Sinne der faschistischen Propaganda zu schädigen. Niemand in Spanien, vom Präsidenten der Republik und dem Ministerpräsidenten angefangen, würde je eine Verständigung mit den Verrätern seines Vaterlandes oder mit den fremden Eindringlings» in Spanien hinnehmen..-- Personalveränderung im Preßbüro. Oberrat Kraus, der bisherige Leiter der politischen Redaktion des tschechoslowakO^m PreßbüroS, wurde mit der redaktionellen Leitung des Kurzwellensenders im Radiajournal betraut. An seine Stelle im Preßbüro tritt Rat Bares.(DND) Die Republikanische Wehr Die Arbeiter-Turner Sette 4 SamStag, 25. September 1237 Nr. 226 Naes«mügMten, Ltapellauf eines neuen englischen U-Bootes 1 Auf der Chatham-Werst lief ein neues englisches U-Boot der Schwertfischklaste vom Stapel, das auf den Namen„Sterlet" getauft wurde.„Sterlet" ist das zwölfte Boot'dieser schnellen . Klasse, das seit 1282 gebaut wird. „Der Sudetendeutsche schreibt** heißt eine Rubrik der„Zeit". Was er schreibt, ist des öfteren lesenswerter als mait zunächst glauben möchte. Zum Beispiel gibt er Freitag folgendes zum besten: Wir standen Dienstag während des Trauerzuges auf dem Belvedere beim Hanaupavillon. Bei jeder sichtfreien Stelle stauten sich Prager mit Ferngläser» aller Art bewaffnet. In leisen Gesprächen wurde überall mit tiefer Ehrfurcht des toten Präsidenten gedacht. Als die Spitze des Zuges in unser Blickfeld kam, wollte aller gut sehen. In der ersten Reihe standen einige Herren, die sich leise deutsch unterhielten. Eine etwas ' vorlaute Dame, die schon ein Wortgeplänkel hinter sich hatte, regte sich mit folgenden Worten auf: „Jä nie nevidim a nimci jsou v prvni tadi". Ein tschechischer Herr antwortete ihr darauf: „Ich wäre froh, wenn Sie sich ebenso korrekt benehmen würden wie diese Deutsche n". Die Umstehenden murmelten dem tschechischen Herrn Beifall. Bis hierher kann es wahr sein und, so überflüssig es ist, die Geschichte breitzutreten, könnte man sie der Wichtigtucrci und Tratschsucht eines Volksgenossen züschreiben, von dem man eben sagen könnte:„Wes der Kopf leer ist, des geht die Feder iibcr". Aber nun kommt ein Satz, der von Eigenlob und Unwahrheit gleichermaßen übel duftet: Bon allen wurden die Deutschen ihres korrekten Austretens wegen gelobt und— beneidet. Eine Nation, die gerade an diesem Tage das Beispiel einer großartigen Selbstdisziplin,, einer bewundernswerten nationalen Würde und wirklich vornehmen menschliche» Haltung ge- gebe,, hot, muß ausgerechnet die Konnationalen und Gesinnungsfreunde der Mörder von Po- tcinba, der Reichstagsbrandsüfter, der Streicher, Rosenberg, Rühm, Heines, Ley usw. usw. um ihre Korrektheit„beneiden" und dies an dem Tage, da Masaryk zu Grabe getragen wird! Aber cs konnnt»och besser. War eS bisher schlichte Doofheit und echt preußische Einbildung, so wird es n u n Tücke. Man beachte den Gedankensprung, den der Schreibe- macht und zugleich die kunstvolle Verbindung zweier Motive, des letzten WegeS eines wahre: Führers, der ihni nicht gefällt und des angeblichen Ruhmes eines anderen„F ü h- r e r S", der es ihm angetan hat: Es sielen Worte des Lobes über eine«Staat, an dessen Grenzen wir Besestigungen bauen. In diesem Staate gebe e» viel Arbeit, das Bolk stünde zu 96 Prozent hinter seinem Führer, dort gebe es wenig Arbeitslose usw. Dar war die Wirkung der etwas vorlauten Bemerkung der „Patriotin". Sich vorzustellcn, daß Tschechen, die auf de» Traucrzug Masaryks warteten, sich die Zeit nut Lobgesängcn auf Hitler und das Dritte Reich vertrieben hätten, ist absurd, selbst wenn man annchmen wollte, es hätten sich, einem natürlichen Drange folgend, ein paar Stkibrnh- Fyschisten zu der SdP-Gruppe gesellt. Auch ihnen hätte die bloße Atmosphäre, die Luft die- ses Tages das frivole Wort im Rachen ersttckt. Für die Mentalität der Henleinleute und der Hcnleinprcsse aber-ist es bezeichnend, daß sie sich's einfach nicht verkneifen können, auch einen so ohrfurchtgebietenden Anlaß, wie die Bestattung Masaryks nur dazu zu nützen, daß sie ihre Begeisterung ftir Hitler und dos Hitlersystem an den Mann bringen. Erster Trainings-Tag im Masaryk-Rlng Zwei Unfälle— der deutsche Rennfahrer Pietsch schwer verletzt Gestern sand das erste Training für das Rennen aus den Masarykring bei Brünn statt. Gleich am ersten Tag ereigneten sich zwei Unfälle, von denen einer schwere Verletzungen eines Rennfahrers zur Folge hatte. Der deutsche Fahrer P i e t s ch fuhr mit seinem Rennwagen in einer Kurve aus der Bahn, der Wagen stellte sich quer über die Straße und fuhr mit ganzer Kraft in eine Telephonstange. Hiebei wurde Pietsch weit In ein Feld geschleudert. Das war sein Glück, denn der Wagen, stand augenblicklich in hellen Flammen und verbrannte vollkommen. Pietsch wurde von der freiwilligen Rettungsgesellschaft in das Arbeitcrunsallspital gebracht, wo konstatiert wurde: daß er schwere Verletzungen erlisten hat. Die Aerzte hoffen aber, ihn am Leben erhalten zu können.- Ein wenig später ereignete sich ein zweiter Unfall, der aber glimpflich verlief. Der Brünner Rennfahrer B. H l a v a i fuhr mit seinem Wagen in den Straßengraben. Glücklicherweise erlitt er jedoch nur ganz unbedeutende Verletzungen, An einen: ungeschützten Bahnübergang auf der Strecke NiklaSdorf—Zuckmantel in Schlesien stieß Freitag früh ein Pcrsonenzug mit dem Auto des Müllers Rieger aus NiklaSdorf zusammen. Rieger würde hiebei tödlich verletzt und in das Krankenhaus nach Freiwoldau gebracht, wo er seiner Verletzung nach einigen Stunden erlag. T«S Auto wurde durch den Zusammenstoß vollkommen zertrümmert. Die Troppaucr Gendarpierie- Fahndungsstation untersucht die Ursache des Unglücks. Vom Zuge überfahren. Die Staatseisen« bahndirektlon in Brünn meldet: Freitag um 10.26 Uhr wurde auf der Straßenüberquerung im Kilometer 1.8 der Strecke Brünn—Zabrdovice der 61jährige Riemer Paul P o k o r aus Schimitz vom Motorzug Nr. 4786 erfaßt und getötet. Pokor, der auf dem Rade von Brünn nach Schimitz fuhr, wollte noch im letzten Augenblick dem Zuge Vorfahren, doch erfaßte der Zug das Hinterrad und schleuderte Polar gegen den Zementpfosten des 'n der Nähe stehenden Semaphors, wo er mit zer- ' hmetterten Kopf liegen blieb. Selbstmord einer Reichsdeutschen in Karlsbad. Ai: den Mittagstunden des Freitags stürzte sich die in Berlin-Charlottenburg wohnhafte und zum Kurgebrauch in Karlsbad weilende Frau Susanne Bückert aus dem 4. Stock des Hauses„Sterneck" in Karlsbad auf die Straße, wo sie mit schweren Verletzungen liegen blieb. Nach der Einlieferung ins Karlsbader Krankenhaus verschied sie. Frau Bückert war die geschiedene Frau eines in Char- lotienburg lebenden Flugzeugfabrikanten. Sie stand im 84. Lebensjahre. Sonderbarerweise vernichtete sie vor dem SclbsNnord sämtliche Briefe und Papiere und hinterließ lediglich einen reichsdeutschen Reisepaß. Die Gründe der Tat sind vorläufig noch ungeklärt., Kampfmethoden. Am Hauptartikel vom 2.' September 1287 lesen wir im„Schwarzen Korps" u. a.:„Schließlich aber hat der neue Staat noch eine Aufgabe angegriffen, die in diesem Ausmaß keine andere Zeit vollbrachte: die Neuschaffung von Siedlungen, ja von ganzen Baueriwörfern auf bisher schlecht genutztem oder jungfräulichem Boden, um auf diese Weise Hunderttausenden eine Existenz zu schaffen." Was empfindet der ahnungslose Volksgenosse bei der Lektüre dieses Satzes?: Ja, seht Ihr, das muß man dem Nationalsozialismus lasten, auf einigen Gebieten hat er doch wirklich Gutes vollbracht. Was aber würde der gleiche BolkSgenoste empfinden, wenn man ihm sagen dürste, daß laut Reichsstatistik dieSchasfungvonSiedlungen unter Hitler jährlich 66 Prozent weniger beträgt als in den letzten Jahren vor Hitler. Man muß nur so unverschämt lügen», so selbswerständlich Unwahrheiten sagen, daß kein Mensch auf den Gedanken zu kommen wagt, daß alles gerade umgekehrt ist. Auch die Herren vom „S. K." wissen leider viel zu gut, wie gutgläubig- das deutsche Volk noch imme rist.(bz) Drei Bauern ertrunken. Unweit von Krißevee wollten vier Bauern aus Gotulov(Jugoslawien)- di« infolge der letzten Regengüsse Hochwasser führende Drau mit einem Kahne übersetzen. Am anderen Ufer kippte der Kahn knapp vor der Landung um. Nur ein Bauer, der de» Schwimmen» kundig war, konnte'sich aus den wilden Fluten, retten. Die übrigen drei ertranken.. Die Leichen wurden vom Wasser sortgeschwemmtl- Die deutsche Polizei in Gefahr^.vor kurzem hielt der Chef der Ordnungspolizei in Deutschland, Oberst Daluege, vor den Führern der Polizei ; eine Rede, in der folgende Sätze. auffielen:- „Machen Sie au» den Männernder Polizei keine | Philosophen I Hüten Sie sich davor, dtesen Männern die Grundsätze unserer nationalsozialistischen Weltanschauung als trockeye Buchstabestweiiheit zu übermitteln. Versuchen Sie nicht, ihnen da» Testament unseres Glauben»,' de» Führers„Mein Kampf", als tote» Wissen einzuprägcni" Aller- ' dingS, das wäre eine furchtbare Gefahr und die Hoffnung aller Feinde Deutschlands: Die deutschen Polizisten werden zü Philosophen, weil sie „Mein Kampf" auswendig lernen,(bz) Kongreß der rumänischen Taschendiebe. Wie das Bukarester Blatt„Capitala" berichtet, fand an: Sonntag in Bukarest ein Kongreß der Taschendiebe statt, der sich mit„wichtigen Berufsfragen" besaßte.. Der Anlaß zu diesem Kongreß Ivar eine Bekanntmachung der Bukarester Polizei, in Zukunft alle Taschendiebe, die erneut gefaßt tverden, durch Färbung der Hände und Ohren mit Anilinfarben kenntlich zu machen. Diese Bekanntmachung hat die Gilde der Taschendiebe in eine große Entrüstung versetzt und es wurde sofort mit der Einberufung eine» KongreffeS geantwortet. Damit dieser Kongreß aber der Polizei nicht auffalle, wurde der Beschluß gefaßt, ihn an zwei verschiedenen Orten der Bukarester Vorstädte abzuhalten. Auf diesem Kongreß befaßten sich mehrere Redner mit dem geplanten Vorgehen der Polizei und wandten sich in scharfen Worten gegen diese in Aussicht genommene Maßnahme der Polizei. Die Redner empfahlen ihren„Kollegen", sich dieser Maßnahme zu widersetzen und in den Fällen, wo sie angeivaiidt werden sollte, die Klage auf Körperverletzung zu erheben. Während des Kon- greßtageS hatte sich in Buka.-est kein einziger Taschendiebstahl ereignet,(th) Bei den Manöver» Im weißrussischen Mill- tärgeviet fand ein Massen-Fallschirm- absprung von 2266 Soldaten statt, die mit Gewehren und Maschineiqiewehren ausgerüstet waren. Sie sprangen aus großen Flugzeugen ge- meinsam über dem ihnen bestimmten Terrain ab. An dem Absprung nahmen nur Soldaten der Roten Armee teil, die bereits früher mindesten» sieben solche Absprünge bollführt hatten. Der liebung wohnte Marschall Woroschilow bei. Brand in der Wiener„Anker"-Bäckerei. Freitag früh brach in der bekannten„Anker"»Bäckerei der Brüder Mendel im 16. Wiener Gemeindebezirk Feuer aus, da» ein Objekt von 86 Meter Länge und 86 Meter Brette zerstörte und die Nachbargebäude beschädigte. Bei den Rettungsarbeiten wurden vier Feuerwehrleute verletzt. Der Schaden wird auf einige hunderttausend Schilling geschätzt. Der Brand wurde durch«Inen überheizten Backofen hervorgerufen. Die„Anker"-Bäckerei ist bereits vor 18 Jahren einmal abgebrannt. Mussolini jun. in New-Kork auSgepfisfen. Der Sonderberichierstatler der„Pari» Soir" meldet aus New Nork, daß ungefähr 666 Kommunisten bei der Ankunft des Sohne» Mussolinis Vittorio im Hafen und vor besten Hotel lärmende antifaschistische Manifestationen veranstaltet haben. Bittorio Musso, lini, der bekanntlich nach. Hollywood fährt, hat den Journalisten auf Frage» politischer Art kein« Antwort gegeben; er sprach nur den Wunsch aü», mit Präsident Roosevelt zusammentreffen zu können. Einer Gruppe deutscher und österreichischer Alpinisten, in der sich auch der deutsche Gesandte in Teheran befand, D e» geglückt, de» höchste» Berg de» iranischen Hochplateau», den Dema'vend,Pu, bezwingen. Der äußerst schwer zu besteigende Berg ist 6766 Meter hoch. Die Expedition benötigt« zur Besteigung de» Gipfel» von' Teheran ab Nur drei Tage. Gesön,ni»hille Irland. Der-.Nackional Coun- eil for Civil Liberti«»" hat sich im Zusammenhang mit der groben geplanten GefängniSreform von Sir Samuel Hoare mit-einer statistischen Untersuchung der Gefängnisverhältniffe in der ganzen Welt befaßt und ist dabei zu einem Ergebnis gekommen, da» in ganz England eine» außerordentlichen Widerhall-e- funden hat. Mit Ausnahme der< Diktaturstaaten nämlich, auf die sich die Untersuchung auch nichter- streckte, ist Irland, in»besondere Mfter-Jrland, dasjenige Land in Europa, da» die rückständigste Sträf- justiz besitzt. Nur hier.ist e» nämlich noch möglich, daß völlig unschuldige Leute monate- und jahrelang im Gefängni» sitze», ohne verhört»der gar vorhin ordentllche» Gericht gestellt zu werden, das ihren Fall prüfen könnte. Diese Verhältnisse beruhen'auf Zwei Tote beim Natlbnalflüs der CSR Prag. Die einzigen Vertreter des Ostböhmla scheu Aeroklub» in Pardübiee beim Nattonälflug« Emil Turek und Franz Hajnh, havarierten im Nebel 2 Kilometer von der Gemeinde Raybok bei Malacky entfernt. Die Maschine stieß gegen die Bäume eines Waldes und stürzte ab, Dia Flieger waren-sofort tot. Militärflugzeug abgestürzt Prag.(TNO.) Freitag um 11 Uhr haväck rierte beim Uebersliegen von Poiätky ein Militärflugzeug. Der Leutnant der Infanterie Oldkich Horäk und der Pilot Fliegerkorporäl'Fr. H r a z d i r ä, die die Besatzung deS Flugzeuge» bildeten, wurden getötet.— Zur Feststellung der Ursache de» Unglücks wurde eine Militärkom- miffion entsandt. einem Gesetz, das noch au» dem Mittelalter stammt und in dem e» heißt, daß Leute, die von den Behörden in» Gefängni» geworfen werde», solange al» schuldig gelten, bis sie ihre Unschuld selbst nächste« wiesen hoben. Auf Grund dieser Feststellungen der englischen UntersuchungSbehörde hat ein Protest« sturm der englstchen Oeffentlichkeit eingesetzt, um diese Zustände zu beseitigen. Die» scheint aber nicht so leicht zu sein, denn ein Vertreter de» Innen» Ministerium» von Ulster erklärte auf Befragen:'„Bei uns, wo ein latenter Bürgerkrieg hirrscht, mutz die Polizei mit besonderen Vollmachten aukgeswitet sein." Der Grotzieil der englischen Presse erklärt, datz die Polizei- und Justizverhältniffe in Ulster nür'noch mit denen der Diktaturländer zu vergleichen seien. Außerordentliche» Interesse für den Film vom Begräbnis de» Altprästdenten. Der offizielle Film vom Begräbni» de» Altpräsidenten, an dem 86 Kameraleute arbeiteten und für welchen 8666 Meter Filmmaterial verbraucht wurden, steht ünmtttelbar vor der Vollendung.. Für den fertigen Film gibt sich ein autzerordentliche» Interesse kund: er wurde bereit» von allen tschechoslowakischen und einer.ganzen Reihe ausländischer Berleihfirmen angefordert. Um allen Anfragen gerecht zu werden, wird die größtmögliche Anzahl von Kopien hergestellt werden« (DRD)* Schöne» Wetter. Am Freitag haben die biegen« fälle in Mitteleuropa bereit» vorwiegend aufgehört, an vielen Orten behauptet sich jedoch-noch immer beträchtliche Bewölkung. Der starke Druckanstieg über dem Binnenlande gibt aber Hoffnung auf schöne» Wetter in. den nächsten Tagen. Nach erfolgter Aurheiterung mutz jedoch mit starker nächtlicher Abkühlung gerechnet werden, und zwar namentlich im Westen de» Staate». Freitag nachmittag» wurden in Böhmen 14 bi» 16 Grad Celsius, in Karpatho- rutzland 24 Grad Celsius verzeichnet.— Wahrscheinliche» Wetter von heute:' Verringerte Bewölkung, vielfach bereit» ziemlich Heiter- Namentlich in den böhmischen Ländern nacht» kühl und stellenweise Morgennebel. Unterlag» überall verhältni»mätzig warm.— Wetteraussichten S o n u t a g: Schön und relativ wann. Vom Rundfunk CmpfeManiwarta* au» dan Prosrammasi Sonntag Prag I: 8.66 Orgelkonzert. 14.26 Deutsche Ar» teitersendung: Dr. Emil Strauß: Volk und Schule, 17.26 Musik» Salonquariett: Eugen d'Albert, Dvorak usw. 17.86 DeutscheSendung: Klassische Zeugen. 17.42 Funkwochenschau. 17.62 Europäischer Geist, Hörbild. 18.62 Deutsche Presse. 22.2» Konzert de» tschechoslowakischen Rundfunk»: Suh Dvokäk, Janäöek usw. 22.26 Deutscher Sportbericht, — Prag II: 14.82 Deutsche Sendung: Arbeitersendung: Für Volk und Frieden. 14.86 Multerer: Leben und Streben großer Männer..— Kascha«; 16:26 Rundfünkorchesterkonzert: Dclibe», Gounod usw.— Mährisch-Oftra«: 12.22 Rundfunkorchesterkonzerti Rachmaninoft usw. „Moulln Rouge“ verschwindet' Das berühmte Pariser VergniigungSlokal^ stuf dem Mont Mart're, das einstmals stü Ballhaus eiyen großen Ruf hackte und nach der Depression al». Kino«In-Schattendasein fühüe, ist jetzt an ein Handelshaus verkauft worden undsoll an» dein Stadtbild der französischen Hauptstadt verschwinden. ftr. 226 SamStag, 28. September 1937 Seite 8 ltml SoLÜüpvLltiL Bericht des Bankrates: Wirtschaftsentwicklung Im ganzen günstig " Dem Geschäftsbericht der Natiönalbank für den letzten Monat entnehmen wir: Obwohl die-politische Weltunruhe- andauert und ständig von neuen Zentren genährt wird, ist di« Aktivität der Produktionstätigkeit im Auslände beträchtlich, die KonjunkturauSjichten für die näch» sten Monate gestalten sich Im ganzen günstig und der Umsatz deS Welthandels Ist bisher Im Steigen begriffen/ _■ Auch In der Tschechoslowakei befindet sich die Wirtschastsaktivität auf einem hohen Niveau, die Beschäftigung und der Erzeugungs« umfang verzeichnen imganzen eine weiter« Besserung. ----- Auf dem Geldmärkte machten sich Anzeichen eines höheren Kredi tbcdarfe-S geltend, vontehmlich feiten- der lebhaft arbeitenden In» duftrieerzeugung, zu der sich die Saisonansprüche der Landwirtschaft gesellten. Auf dem Markte ist der Kreditbedarf der össentlichen Hand verspürbar. Di« Bildung von Spareinlag-en entwickelt sich'günstig; der Zuflust an Sparein» lagen aus der,Provinz, aus den von der Konjunktur belebten Jndustriedistrikten sowie aus den Bezirken der Bäder, die einen erhöhten Fremdeiiver» -kehr melden, erfährt eine s i ch t b a r e S t e i g e» rung.'An langfristigen Krediten herrschte reges Interesse, namentlich aus den östlichen Gebieten der Republik..' An der Effektenbörse reflektierte die schwache Tendenz des Prager Aktienmarktes die Stimmung der finkenden Weltaktieichörfen. Die Kursentwicklung der Anlagepapier« war ruhig..- Die Spuren der Preisabschwächung auf den internationalen Rohstossmärkten widerspiegelte sich ebenfalls, in der Entwicklung des Niveaus der Grpßhandelspreise sowohl bei dem Index der empfindlichen Preise, als auch bei dem Index der Großhandelspreise, di« stch mähig senkten. Auch das Niveau der Kleinhandelspreise verzeichnet« zum.- Augustmedium ein« Senkung, namentlich" infolge Rückganges einiger pflanzlicher Nahrungsmittel. Di« Industrie arbeitet in einer Reihe von Zweigen weiter sehr intensw und die Jndustrie» beschästigung erfährt im Gesamtdürch» schnitt noch eine weiter« Besserung. Die Arbeitslosigkeit ist ständig im Rückgang begriffen. DerJnlandlonsumgewinntanUm- fangund an Qualität. Das Augustergebnis des Außenhandels ist bemerkenswert durch den bedeutenden Aktivsaldo sowie durch.die neue Zunahme des Gesamtumsatzes. Bei nicht gesunkener Rohstosseinfuhr erreichte-die- FertigtoarenauSfuhr die höchsten seit dem-Jahre 1931 verzeichneten Ergebnisse. Erste Warenschau der Kleinbauern lind HKusler «Jin Rahmen der Warenschau in der Bodenbacher„VollShalle", die vom 28». bis 28.-Sep» tencher stattfindet, und deren genossenschaftlicher Teif vom Gee-Berband und dem Arbeiterlon- sunsverein Bodenbach organisiert ist, werden zum erstenmaldie im Zentralverband der deutschen Kleinbauern und Häusler vereinigten Kleinland- wirie ihre Erzeugnisse zur Schau.stellen. Ausgestellt„werden von ihnen besonders stark Obst, aber auch- Hackfrüchte,. Getreide-Und Futtermittel,! Gartenprodukte und'Blumen, Kleintiere und Mikchprodukte.Die neugegründete Genossenschaftsmolkerei wird ihre Produkte zeigen. Die-Anmeldungen von Ausstellern waren- über Erwarten zahlreich, so daß neben, der selbstverständlich vorbildlichen genossenschaftlichen Warenschau auch die- landwirtschaftliche Schau einen umfassenden Ueberblick über die kleinbäuerlichen Erzeugnisse geben wird, die. in der Qualität mit allen anderen wet^ifern können. Es kann jetzt-schon, gesägt werden, daß die Warenschau ein. voller Erfolg sein"wird.. Bumburfler Textilvertrag verbindlich . In der Sammlung der Gesetze und Ber« ordpungen erschien am Mittwoch, den 22. Sep» tember, unter Nummer■ 207, eine Kundmachung des;- Ministeriums für soziale Fürsorge,- durch welche-der,-Kollektivvertrag für die Textilindustrie in den GtrichtSbezjrken Rumburg,. Schluckepau, Man'erhält für 100 Reichsmark..■ 668.— MarkmÜnzen.. 740.— 100 österreichische Schilling «6.50 100 rumänische Lei.». • 16.85 100 polnisch« Zloty 517.— 100 Ungarische Pengö.. 546.50 100 Schweiz« Franken. 655.50 100 ftanzästsch« Francs. 97.20 1 englisches Pfund., 140.75 . 1 amerikanischer Dollar 28.45 100 italienische Lire-,. 124.40 100. holländische Gulden. 1575-7 100 jugoslawische Dinare. 61.05. 100 Bel,as 480,— 100 dänische Kronen. 630.— 100 schwedische Krone»", e 727^ HainSpach und Zwickau für verbindlich erklärt.wird. Dieser Vertrag wurde zwischen dem dtutschen Hauptverbande der" Industrie einerseits.und der„Union der Textilarbeiter", dem Verband« der christlichen Arbeiter, der deutschen Arbeitergewerkschaft und der deutschen Arbeitnehmergewerkschaft andererseits abgeschlossen."Der Vertrag gilt in den genannten Gerichtsbezirken für die Textilindustrie mit Ausnahme der Strick-, Wirk- und-Bandindustrie. Oer Kohlenverbrauch der Metallindustrie Der Kohlenverbrauch der eisenverarbeitenden Industrie hat stch in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres beträchtlich erhöht. Bon. dem Ausmast der Konjunkturbesserung erhält man ein Bild, wenn man den diesjährigen Koh-. lenverbrauch mit dem der ersten sieben Monate. deS. JahreS 1983 in Vergleich stellt. Di« Eisen- und Hüttenwerke bezogen in den ersten sieben Monaten 1933 insgesamt 987.8VÜ Tonnen Kohle. In der gleichen Zeit des-laufenden JahreS betrug-ihr Kohlenvcrbrauch 2,367.000 Tonnen. Die Erhöhung beträgt demnach mehr als 180 Prozent. Die Maschinenindustrie haite 1938 einen Kohlenverbräuch von 114.800 Tonnen, in diesem Jahre dagegen«inen solchen von 217.800 Tonnen. . Wenn eS auch wahrscheinlich ist, dast die Boreindcckungcn an Kohle in diesem Jahre grö- ster waren als 1983, so ist angesichts der fortdauernden Produktionslonjunktur in diesen Industrien doch zu erwarten, dast der Kohlenvcrbrauch auch in den nächsten Monaten keinen Rückschlag erleiden wird. Oie sozialpolitische Reaktion Im Dritten Reich Ueber die Antreiberei, die den Arbeiter im nationalsozialistischen Deutschland verfolgt,- erfährt man verschiedenes«US dem„Ruhrarbeiter", einem Organ der Arbeitsfront", der in seiner JuliauSgabe schrieb:„Die Durchführung"des BierjahreSplanS stellt am einige- Industriezweige erhöhte Produktionsansorderungen... auch AuSnahmebcanspruchungcn der Leistungsfähigkeit können nicht vermieden werden. In zwei Richtungen gehen diese Ausnahmebeanspruchungen. Die«in« erzielt eine Intensivierung der Arbeitsleistung, die andere holt das Mehr an Leistung in einer längeren Arbeitszeit heraus. Vielfach find beide Tendenzen zu gleicher Zeit am Werke...." Für ein in Deutschland erscheinendes Blatt ist da» deutlich genug und man kann sich vorstellen, wie es in Wirklichkeit zugeht. Die Freizügigkeit der Arbeiter ist durch di« Einführung deS Arbeitsbuches- einschneidend beschränkt worden. Die Arbeitsbücher werden von dm Unternehmern benützt, um die Arbeiter auch" -gegen ihren Willen zum Verbleiben auf dem Ar- beitsplatz zu zwinge». Will ihn der Arbeiter verlassen» so folgt ihm der Unternehmer das Arbeitsbuch häufsg nicht aus, was zur Folge hat, daß der Arbeiter wochenlang-warten muß, bevor er die Aussolgung durch eine Klage beim Arbeitsgericht erzielt. Bis dahin muß er aber er» werbSloS bleiben.'Die Gerichte ahnden diese Terrormaßnahmen nicht."Die Willkür des Un- ternehmers wird nicht bestraft. So erklärte-in einem konkreten Fall das Gericht, aus dessen Entscheidung- ein Landarbeiter' vier Wochen lang warten mußte:... ,-,dem Arbeiter soll durch die Anordnung zunächst einmal zum Bewußtsein gebracht werden, daß ix bei fristloser Lösung seines Arbeitsverhältnlffe» sehr"vorsichtig zu Wege gehen muß...." Der Arbeiter sei genug gestraft woxden, da er durch die Zurückhaltung des Arbeitsbuches annähemd einen Monat ohne Arbeit und Unterstützung gewesen ist. Der Unternehmer ÜiiäIcUuL .Vergiftete Lebensmittel Moskau. Die„Leningradskaja Prawdä" vom-22. dS. berichtet, daß das Militärgericht der baltischen Flotte zwei Angestellte der Gasabwehrabteilung des sowjetrussischen Roten Kreuzes und zwei Soldaten, Angehörige der gegenrevolutionären Organisation, welche angeklagt warm, Le» benSmittell di« für die sowjctrussische Marine bestimmt waren, vergiftet zu haben,„zum Tode ver» urteilt hat. Das Urteil wurde sofort vollstreckt. ErkonntedenAnblick der Torturm nicht mehr ertragen Der Direktionsassistent des Gefängnisses von Smilla ist entflohen und in Gibraltar an« gekommen."Er erklärte einem"Korrespondenten der Agence d'Espägnc:„Ich konnte nicht" länger dm Anblick der Torturen ertragen,-welche den Gefangenen zugesügt wurden,"und habe mich daher entschlossen, zu entfliehen- und mich der Regierung zur Verfügung zu stellen-" Auch ein Kapuzinerpater. ist in Gibraltar angekommm, Manuel Cordona, dm hon Saragossa, über San« tander, San"Sebastian und Sevilla nach Lalinea gekommen ist, wo.;«S ihm gelang, sich einen Pah nach Gibraltar zu verschäffen. Er berichtete einem Berichterstatter der Agence h'Espagne über OSRAM (■n D Tli Verwenden Sie doch die innen mattierten OSRAM-ßg]- Lampen. Sie geben gutes, reichliches, nicht blendendes und billiges Licht. Schonen Sie Ihre Augen durch Verwendung innenmattierter OSRAM-|g-Lampen. - Q/Väaun ducch. \scMeddesjCLch£ ysich die.-Augen. die Dekalumenlampe mit dem Garantiestempel für hohe Wirtschaftlichkeit. ÄMi«■'iiS'Laa. ajuiTiugw. OjkAN vecdjzcben.■?/ i/»/ hatte in diesem Fall die Verpflichtung, das Arbeitsbuch spätestens nach einer Woche herauszu- geben. Er tat es nicht, das Gericht aber glaubt noch gnädig zu sein,, wenn- es nicht den klagenden Arbeiter verurteilt. , Verschlechterte Wohnverhältnisse In Wie». "Tic Wiener Arbeiterkrankenkassa führt in ihrem Jahresbericht für 1986 an, daß nach Mitteilungen ihrer Fürsorgerinnen ein sehr hoher Pro- -zentsätz der Kinder in ausgesprochen ungünstigen -Wohnverhältnissen lebt, wodurch die Gesundheit der Kinder gefährdet wird. Es hat den Anschein, sagt der Bericht, daß die Wohnverhältnisse im letzten Jahr sich verschlechterten, da ein engeres Zusammenrückcn in den ohnehin meist sehr beschränkten Wohnräumen und auch«in gewisses Ueberhan-dnehmen des BettgcherwesenS zu bemerken sind.— Das Neue Regime hat also nicht nur die WohnungSsürsorge der sozialdemokratischen Wiener Gemeindeverwaltung eingestellt,, sondern noch einen Rückfall in frühere Verhältnisse bewirkt-,"welche die Sozialdemokraten durch die planmäßige Arbeit, einiger Jahre schon-fast überwunden hatten;" - Die Bewegung- für Arbeitszeitverkürzung. Die Exekutive des«ngl. BergacbeiterverbandeS hat beschlossen, zum Staatssekretär für das Grubenwesen eine Deputation zu entsenden, die eine Herabsetzung der täglichen Arbeitszeit in den Bergwerken sowie eine Senkung-der Zahl der wöchentliche»- Arbeitsstunden verlangen soll. - Die Wirtschaftslage Schweden-. Der Umsatz des schwedischen Außenhandels erreichte im August«ine seit 1930 nicht mehr verzeichnete Höhe. Die Einfuhr betrug 171.2(i. B. 128.8) Millionen, di« Ausfuhr 188(i. B. 188.9) Millionen Kronen. Ende August würde eine Zählung der Arbeitslosen vorgenommen, die nach vovläusi» gen-Ergebnissen ein« Arbeitslosigkeit von 27.000 'Personen erbracht«. Dieser Stand der Arbeitslosigkeit ist jedoch erheblich unter den Ermittlungen der Fachverbände, die 80.000 Arbeitslose auS- I weisen. -di« Zustände im Rebellengebiet. Die Leute bitten in den Kirchen Gott, er möge den Krieg enden lassen, weil sie den Terror der Franco- Leute nicht mehr ertragen können. Niemand glaubt an die militärischen Fähigkeiten Francos. Die Kirchen werden unter dem Druck der Italiener zur politischen Propaganda mißbraucht. Die Geistlichkeit beklagt vielfach, daß der Vatikan die Rebellen unterstützt, die— nach mehr als fiebenhundertjährigem Kampf« gegen di« Mauren—• die Moscheen wiedercröffncn. Der Pater hat die-Absicht, nach England zu gehen; um zur anglikanischen Kirche überzutreten. Eis mutiges Geständnis. An seiner neuen Schrift„Ketzerei und Lande-Verrat" schreibt Alfred Rosenberg unter apder^ml' „Wir müssen den Mut aufbringen, äus- zusprechen, was ist, und den Glauben haben, daß wir dann nicht in«inen Abgrund stürzen, wie man sagt, sondern ganz im Gegenteil, erst dann wieder festen Boden unter den . Füßen haben. Mag er auch nicht weich und blumig, sondern hart und steinig sein— für größere-Fruchtbarmachung zu sorgen, sind die wurmenden Geschlechter berufen." Dazu ist wohl zu sägen> .-Der-erste" Satz dieser schönen Epistel ist ge» stohlen, und zwar von Ferdinand Las s.a l l e. Das macht dem Staatsphilosophen Rosenberg naiürlich nicht» aus, klingt er doch ganz gut und. inzwischen sind ja schon fast 100 Jahre verstrichen, in denen dieser Satz allerdings zum geflügelten Wort gctvordcn ist. Billigen- wir Rosenberg— guten Glauben, d. h. Unwissenheit zu. Wie" schade aber, daß Rosenberg nicht vor der Machtergreisung als Hauptschriftleitcr des B- B. den. Mut gehabt hat, offen zu sagen, daß der Boden, auf dem Hitler das deutsche Volk führe» wird, sehr steinig ist und daß sich dieser toackcre Führer darauf verläßt, daß di« kommenden Geschlechter dann schon alles gutmachen werden. Wirklich schade, vielleicht hätte niancher Deutsche sich doch etwas energischer gegen seinen derzeitigen Führer gewehrt, als cs noch Zeit war. Amerikanische Ambulanzwagen nach Spanien Zwei Ambulanzwagen, ausgestattet vom Motion PicturcS Artists Comittee, hat Holh» wood verlassen, uin in New Nock nach dem republikanischen Spanien eingeschifft zu werden. Dort werden noch weitere 49 Ambulanzwagen bei derselben Gelegenheit-nach Spanien gesendet wer- den, wodurch der Dienst der sechs Hospitäler gesichert bleibt, welche durch das amerikanische medizinische Amt zur Hilfe für das republikanische Spanien eingerichtet wurden. An de» Wagen werden die Namen der Filmkünstlcr angebracht werden, die an der Ausstattung der Wagen auf die Weise beteiligt ivaren, daß sie für sie spendeten. Zwischen Hollywood und New Nock wird ein« Propagandatournee eingeschaltet werden, auf der der Film„Das Herz Spaniens", der von den besten amerikanischen Filmtechnikern hergestellt toordcn ist und als das beste Filmwerk Über Spanien betrachtet wird, aufgeführt werden wird. Wieder ZeitungSverbrennungen in Rumänien. Zwischen den beiden Bukarester Tageszeitungen„Nniversul" und„Lumea Romincäsca" tobt seit Wochen«in schwerer Kampf. Die"„Lumea RomüneaSca" hat gegen den Herausgeber, des „Universul", Herrn Stelian Popcscu, ein« Reihe von Beschuldigungen erhoben, unter anderem die, daß der Zeitungskrieg im Sommer 1986, bei dcni vier Arbeiter das Leben verloren haben, auf Grund eines Beschlusses des VerwaltungSratcs deS„Universul" au» Konkurrenzgründen entfesselt wurde. Diese Behauptung hat„Lumea RomüneaSca" mit Veröffentlichung des betreffenden Beschlusses in Faksimile bewiesen. Der„Universul" aber geht auf diese Beschuldigungen nicht ein. Nun"fand in Braila vor einer Kirche«ine Kundgebung statt, an der sich mehrere rumänische Geistliche beteiligten und nach welcher eine große Anzahl von Exemplaren der„Lumea RomüneaSca" öffentlich verbrannt wurden, lth)- Kongreß der deutsche» Minderheiten Europas in— Rumänien Nach Berichten der httlecistischen Zeitungen Siebenbürgens soll noch in diesem Jahr ein Kongreß der deutschen Minderheiten Europa»! in Rumänien, wahrscheinlich in Herrmannstadt, stütt- ftnden. Den Vorsitz dieses Kongresses soll der Führer der Sndetendeutschen Partei in der Tschecho- flowäkei, Herr Konrad Henlein, führen. Die rumänischen Zeitungen, wenden sich mit Energie dagegen, daß die Tätigkeit Henleins nun auch auf Rumänien ausgedehnt werden soll, lth) Pari». Der englische Kriegsminister Belcsha, der bekanntlich anläßlich her französischen Manöver in Frankreich wellt, hat sich nach Straßburg begeben, um von dort au» die Magi,wt-Linie zu besichtigen.. .1. z Seite 6 .Sozialdemokrat" SamStag, 28. Septemder 1937. Rr. 226 Der Gesundheitsdienst beim Begräbnisse deS Präsident-Befreiers T. G. Masaryk wurde vom Physikat der Hauptstadt Prag folgendermaßen ein» gerichtet: Entlang des Weges des Konduktes waren insgesamt 28 Stationen für die erste Hilfeleistung und zwar in Apotheken oder an anderen Stellen errichtet.. Den Gesundheitsdienst leiteten die städtischen Bezirk»- und Schulärzte unter Beistand freiwilliger Schwestern des Tschechoslowakischen Roten Kreuze» in Prag. Insgesamt wurden von den Ambulanzstellen 684 Personen behandelt und 14 Personen ins Krankenhau».Lbergeführt. Bei der ersten Hilfeleistung handelte es sich zumeist um leichtere Unfälle oder um Ohnmaütsanfälle. In den Strasten entlang dem Spalier versahen de» Dienst Samariter und Samariterinnen de» Prager Demartini-Feuerwehr- gaueS und der Tschechoslowakischen Roten Kreuzes in Prag sowie Mitglieder des Gesundheitsdienste» der Tschechoslotvakischen Sokolgemeinde unter der Leitung ihrer Borgesebten in der Kahl von 860 Personen. Sie haben in 600 Fällen chie erste Hilfe geleistet. E» handelte sich meist um Ohnmachtsanfälle oder kleinere Unfälle. Die Rettungsstation besorgte bereitwillig die llebcrführung ins Krankenhaus. Da» Phy» sikat der Hauptstadt Prag dankt hiemit allen Organisationen, die so bereitwillig die Ausübung des Gesundheitsdienstes übernommen und damit zum würdevollen Verlauf des Leichenbegängnisses beigetragen haben.' Boni eigenen Fuhrwerk überfahren. Gestern mittags hielt die Wache in der Königsstraste in By- soLany einen mit Kartoffeln und Gemüse beladenen Wägen ohne Kutscher an. Während ein Polizist beim Wagen blieb, ging der andere den Besitzer suchen und fand ein Stock weiter, bei der Odkolek-Fabrik. den 66jährigen Bauer Josef Martinovsk» bewußtlos liegen. Er war auf dem Wege vom Wagen gefallen und überfahren worden; auf der Klinik Jirafek wurde ein Bruch der rechten Beins und schwere innere Ber« letzungen festgestellt. Der Wagen wurde der Frau MartinovskYS übergeben. Arbeitsanfälle: An Toter. Der 15jährige Klempnerlehrling Karl Klima au» Smichow stürzte gestern während der Arbeit auf. dem Boden eines Hause» in Skochowitz etwa drei Meier tief zu Boden und erlitt einen Bruch der Schädelbasis und eine schwere Gehirnerschütterung. Während der Einliefe, rung auf die Klinik Schlosser erlag er seinen Ber- ledungen.— Der 41jährige Maurer Franz Malina aui Nusle fiel gestern, al» er nach der Arbeit auf einem Neubau in Nusle vom Hängegerüst herunterklettern wollte, au» der Höhe de» zweiten Stockwerke» in den Hof und blieb bewusttlo» liegen. Er erlitt einen Bruch de» Rückgrat» und innere Verletzungen. Die RettungSgesellschast brachte ihn auf die Kiinik Schlosser. Dieb verhaftet. Gestern wurde der 22jährige bekannte Dieb Adolf Kouba au» ZiZkov verhaftet, der im Laufe diese» Monat» eine Reihe kleiner Diebstähle begangen hat, indem er mit einem Haken durch Fenster voN Wohnungen, die auf den Korridor gingen, Mäntel, Geldtäschchen u. a. herauSzog. Er ist al» Spezialist für solche Diebstähle bekannt, leugnet jedoch..Er wurde nach Pankratz gebracht. ■ Au dem sonntägigen nationalen Luftakrobatie- Wettbewerb und zu den Schlustrunden des nationalen Fluge» durch die Tschechoslowakische Republik fertigt die Eisenbahnverwaltung folgende Sonderzüge nach der Station Kbelv ab: Vom Wilson-Bahnhof um 12 llhr 50 und um 18 Uhr 21 und vom DeniS- Bahnhof um 12 Uhr 17. Rückkehr nach 17 Uhr. . AuSflugSzüge der Staatsbahnen: Vom 25. bi» 28. September in» Adlergebirge 105 AL, zur Sokol» baude 240 AL, in die böhm.-fächsische Schweiz 185 Ke, am 26. September zum Masarykring 104 Ai, zur Purkynifeier nach Libochowitz 60 UL und am 28. September zum Weinlesefest nach Melnik 44 UL. 8. Oktober Sonderzug nach Läny zum Grab de» Präsidenten Masarhk 18 Ui; 8. Oktober Reichenberg- Jeschken 90 UL; 9. und 10. Oktober Herrnskretschen 120 Ui; 17. Oktober zur Großen Pardubitzer 42 UL. Informationen und Anmeldungen im Basar neben dem Wilsonbahnhof, Telephon 888—85. Not und Unwissenheit Kindesmord einer Analphabetin Prag.—rb— Der dritte SchwurgerichtSpxozest der Prager Herbstsaison betraf eine Anklage wegen KindeSmordesi die unter Vorsitz des KreiSgerichi»- Bizepräsidenten Chart; par verhandelt wurde. Auf der Anklagebank fast die 25jährige Barbara Homolka. Die Anklage legt ihr zur Last, ihr am 27. Mai d. I. geborenes Kind unmittelbar nach der Geburt getötet zu haben. ■ Die Angeklagte ist das Kind eines Karussell- besitzer» und, wie sich bei der Häupwerhandlung herausstellte, des Lesen» u n d S ch r eiben» unkundig. Sie behauptet, bis zu ihrem 24. Lebensjahr unberührt"gewesen zufein/. Ist die Hoffnung kam sie. nachdem sie die Bekanntschaft eines gewissen Zölestin Ravrüiil gemacht hätte. Sie verheimlichte ihren Zustand auch den Eltern gegenüber, mit denen sie in dem„Komödlanienwagen" im Lande umherzog. Barbara Homolka hat ihr In der Nacht zum 27. Mai geborenes Kind durch Eindrücken der Weichen"Schädeldecke des Säuglings getötet. Da» Verbrechen wurde dadurch aufgedeckt, daß in einem Ge- strüpp bei Köuigssaal die Leiche de» Kindes aufgefunden, wurde. Die Homolka versuchte sich damit' zu verteidigen; daß da» Kind bei der Geburt auf die Esde gefallen sei. wodurch ihrer- Darstellung nach die Schädelzerirümmerung de» Neugeborenen herbet- . geführt, wurde. Dieser Verteidigung stehen aber die Gutachten der gerichtlichen Sachverständigen-(Dozent Dr. Knobloch und Dr. Cuba) gegenüber, nach denen dem Leben de» Kindes durch einen gewalttätigen Zugriff ein Ende bereitet wurde. Das Zeugenverhör ergab, daß die Eltern der Angeklagten von deren Zustand nichts wußten, wobei insbesondere ihr Vater durchaus glaubwürdig betonte, daß er die Geburt des unehelichen Kindes keineswegs als Makel angesehen hätte. Die Angeklagte berief sich ihrerseits auf Pie Furcht, die sie gegenüber ihren Eliern empfunden habe. Sie hat ihr Kind verstohlen und zur Nachtzeit zur Welt gebracht, ohne daß jemand davon wußte. Gleich nach der Geburt drückte sie dem iiieugeborenen den Schädel ein. Da» Verbrechen des Kindesmörder ist ein Delikt, das In„höheren" Kreisen kaum jemals in Erscheinung tritt, ebensowenig, al» da» durch den Fruchtabtreibungsparagraphen verfolgte Delikt. Diese Tatsache kann nicht wundernehmen. Die Beseitigung unerwünschter Folgen intimer Verhältnisse ist In jenen„höheren" Schichten kein Problem. Wenn Not und Unwissenheit allgemein al» Wurzeln der Kriminalität bezeichnet werden, so gilt die» doppelt und> dreifach für diese beiden Tatbestände unseres Strafgesetzbuches. Mehr al» bei jedem anderen Delikt ist bei diesem neben dem formal-kriminellen auch" der soziale Tatbestand in Betracht zu ziehen. - Die Geschworenen, die über den hier in Frage stehenden Fall zu entscheiden hatten, waren sich offenbar dieser Tatsache bewußt. Not und Unwissenheit.. Was soll man dazu sagen, wenn diese Angeklagte die erste» Anzeichen der Schwangerschaft al» Zeichen derSchwindsucht(I) deutete und sich darüber freute, all ihr Leibesumfang zunahln, was sie als gedeihliches Dickwerden betrachtete.. Wer will mit einer Analphabetin zu Gericht gehen, die nicht die mindeste Ahnung davon hatte, was i» ihrem Leib vorging, bis sie schließlich von den Geburtsschmerzen überrascht wurde und zu dem fürchterlichen Ausweg de» Mordes an dem eigenen Kind griff? Wie gesagt, die Geschworenen waren sich offeichar diese» Zusammenhanges bewußt, denn sie veruein- ten die Schitldfrage, tvorauf der Schwurgerichtshof den Freisprch der Angeklagten verkündete. Kunst und Wte&ea Das Dorf ohne Männer Uraufführung im Neuen Deutschen Theater Oedön von Horvath hat vor Jahren Aufsehen erregt: ein soziale» Stück wie die„Bergbahn" und ein satirisches wie die„Geschichten au» dem Wiener Wald" verrieten einen ungewöhnlichen, eigenwilligen, mit einem bösen Blick kür das Allzumenschliche und mit einem sicheren fürs Bühnenwirksame begabten Dramatiker. Inzwischen kam ein Figaro-Stück und nun eins aus der Zeit der Tür- kenkriege, da» szenenweise noch die Hand des begabten Dramatikers zeigt, das bühnenwirksame Verwicklungen und Stimmungen hat,— ein Stück, das nicht ohne Qualitäten ist, aber keineswegs mehr eigenwillig oder ungewöhnlich ist. Ei» wenig Shaw, ein wenig Romantik und ein paar robuste Töne dazu, — man hat das von Zuckmayer öfter schon erprobt gesehen. Hinzu kommt, daß dieses Stück vom Dorf ohne Männer, eigentlich nur eine dramatisierte historische Anekdote, etwas schwerfällig in Bewegung kommt: drei Bilder werden benötigt, um die eigentliche dramatische Situation vorzubereiten, und bann erst erfolgt,, nachdem der Schwindel mit den drei Musterweibern aus dem männerbedürftigen Dorf vorbereitet ist, das Zusammentreffen der brei falschen Probeexemplare mit dem König Matthias Corvinus. der anfangs nur ein Abenteuer erhoffte, dann aber von der blonden Unbekannten bezaubert ist und sie ziehen lassen muß, als er erfährt, daß sie die Frau einer Grasen ist, der den Schwindel mit den drei Frauen ins Werk gesetzt hat und seine eigene Frau als Hexe sürchtete, bis sie der König nun mit neuem Manz versieht. Ganz am Ende soll der Anschein erweckt werben ,alr handele es sich um ein Tendenzstück gegen Vorurteile, die auch heute wieder in Blüte sind: Vorurteile gegen die Frauen und gegen verfluchte Rassen,— aber wenn der Autor diese löbliche Absicht wirklich hatte, dann ist ihm die Durchführung kaum gelungen: es bleibt eine mit Anspielungen versehene historisierende Komödie, in welcher" der König inkognito.die-Wahrhelt über sich selbst hört und, am Ende die Sonne seiner Gnade auch über die Schwindler leuchten läßt, während er selbst der Liebe entsagen muß, bie ihn erfaßt hatte— und man könnte säst eine Operette daraus machen. In Max L i e b l s schmucker Inszenierung hat das Stück nicht mehr Charakter bekommen, als es von Hau» aus hat. Das Drastische wurde drastisch, da» Romantische romantisch, der König in Walter SzurovyS Gestalt ein reiner Märchenprinz und die„Hexe" in Marion Wünsch es Gestalt«her schon eine gute Fee, Die deutliche Komik Walker Taübs als Bader, die beschaulichere Willi Volkers als Höfling und die ungenierte Munterkeit der, neu erschienenen Wilma Kürers als eindeutige» Mädchen trugen zum freundlichen Erfolg, der, Aufführung bei. deren Publikum sich vorwiegend" an die Spässe de» Stückes hielt, aber sich auch die elegischen- Stellen munden ließ. Auch der Autor konnte sich mehrmals verneigen.—eis— „Gib", Tragikomödie.von Pierre Cor- n eikl-e, neueinstudiert und erstaufgeführt sm Weinberger Stadttheater am 28. September. In dem Drama, da» seinen Ruhm begründete, hat Pierre Corneille die Gestalt de» spanischen Volkshelden Roderigo Diaz de Bivar, genannt Cid(maurischer Ausdruck für Herr) und dessen erste Helbeniat. den Sieg über bie. Mauren in Sevilla,, gezeichnet und sn klassischen Versen den Kampf de» Ritters zwischen Ehre und Liebe, zwischen Mut und Sehnsucht, geschildert.- Um bie Ehre de» beschimpften Vaters.zu retten, tütet im Zweikämpfe"derbisher wenig bekannte, junge Roderigo den Grafen Gorma», den- Vater feiner Geliebten Chimene, die dann vom.Künig Fernando von Kastilien Mache erfleht; aber ihre Liebe nicht töten kaum" Nach dem Sieg über die Mauren gewinnt Lid die Feldhecrnmacht, aber, auch; das Mädchen aus der Hand der" königlichen Tochter Urracea, die-selbst, ihrer Liebe zum Cid-entsagen muß. — Der v,or 25 Jahren verstorbene tschechische. Dichter Jaroslav V rchliekh hat in seiner-Nachdichtung form» und sprachvollendet das Stück sÜr tschechische Bühnen erschlossen" und der verstorbene Dramatiker Hilar hat e» im Weinberger Theater inszeniert. Die Erstausführung in Frankreich fand genau vor dreihundert Jahren statt; bie» alle» nahm Regisseur B. Stejslal zum Anlaß, um eine Neueinstudierung zu wagen. Hauptreiz de» Stücke» liegt in seiner Sprache und in der Deklamation— die Ausstattung wurde daher auf da» Mindestmaß beschränkt. Eine schiefe Fläche mit rotem Belag, ein schlvarzer Vorhanghtntergrund, Abdunkelung'"und Lichteffekte lenkten die Aufmerksamkeit von den Darstellern nicht ab und ermöglichten einen raschen Szenenwechsel. Die Sprachkultur und Deklamation haben" bedeutende Fortschritte gemacht; Herr Korbeläi kann seinen Don Roderigo— mimisch und sprachlich — zu seinen besten Rollen zählen. Svmpaihischer als bie Frauenrollen waren der König Lothar», der Don Diego Hilmar», der Don Saneo VNouLeks. Nichtsdestoweniger verdient Beachtung; di« Beweg»»gen der stummen Darsteller, von JöZIa Sarscovä einstudiert, waren gut empfunden. m. i. Bier Meifterkonzerte meldet für die neue Saison die Konzertdirektion AniL. Beim" ersten Konzert am 6. Oktober wird der berühmte Violinvirtuose MI l st e i n spielen. Da» zweite Konzert findet am 15. Oktober in der Produktenbörse mit bem weltbekannten Cellisten Alexander Enmnuel Feuermann statt. Der dritte AbeNd ist ejn Chopin-Konzert mit Alexander B r a i l o w s.k y, am .11. November im Smetanasaal. Am 2. Dezember beschließt diese Reihe von Meisterkonzerten ein Abend mit dem Gitarristen Andre» Segovia in der städtischen Bücherei. Ada Sari, die hervorragende Koloratursängerin, gibt in Präg nach langjähriger Pause ein Konzert am 9. Oktober im Smetanasaal. Bon Paul Leppin erscheint dieser Tage„Prager Rhapsodie", zwei Bücher„Helldunkle StriPhen"— Da» Antlitz der Mutter", eingeleitet-von Stefan Zweig, mit neun Bildern nach Originallithographien von Hugo Steiner-Prag, einem Bildni» und einer Autobiographie de» Dichter» im Verlag Dr. Arthur Werner-Prag.. Samstag, dm 2. Oktober, Gastspiel Gitta Alvar in„Dubarry"(Abonnement aufgehoben). Sitzplätze: Xi 16.— bis 76.—, Vorverkauf für Abonnenten heute und Sonntag, allgemeiner Vorverkauf ab Montag. Da die Serie B längere Zeit kein größere» Gastspiel erhielt, so gelten für diese Serie zum Alpar-Gastspiel ausnahmsweise die 50-Prozent» Bon» der Kleinen Bühne auch im Neuen Theater. Wochmspielplan de» Rmen Deutschen Theater». Samstag%8: PariserLeben, A2, neuinszeniert.— Sonntag 7: Carmen, CI.— Montag geschlossen.— Dienstag 6%: Parsifal, A 2.— Mittwoch 7’A: Da» D o xf ohne Männer, B I.— Donnerstag 7Pariser Leben, C 1.—" Freitag 7%: Oberon D.— Samstag 7%®ic Dubarry, Gastspiel Gitta Alpar, Abonnement aufgehoben.;— Sonntag 2%: Cavalleria rustieane, DerBajazzo, 7%: Pariser Leben, B 1, Wochenspielplan der Kleinen Bühn«.- Samstag lb8: Die Reise, Erstausführung.— Sonntag 8:BeiK"erzenlicht.— Montag: geschlossen. — Dienstag 8: DieReise.— Freitag 8: Nor a. — Samstag 8: Ein«Frau ohne Bed e u- tung, volkstümliche Vorstellung.—• Sonntag 8: EinKuß undsonstgar nicht», 8: Die Reise. Der Ä Leutnant Alexander Rlepkln Dieser tschechische Film spielt während de» Weltkrieg» in einem Brünner Militärsvital, wo Angehörige säst aller Völker der alten HabSburgermon- archie versammelt sind: Bosniaken und Italiener, Deutsche und Tschechen, Polen und'Ostjuden. Und dann wird ein gefangener russischer Leutnant eingeliefert, in d«N sich die adlig-patriotische Krankenschwester widerstrebend, aber um so sterblicher verliebt, bis sie entdeckt, daß dieser russische Leutnant, den sie durch eine Blutspende rettete, in Wirklichkeit ein tschechischer Legionär ist,— und nun verrät sie ihn, teil» au» Eifersucht und. teil» au» Gesinnung, aber zusammenbrechend unter der Umnenschsichkeit de» Geschobenen." Die Handlung hält stch.nicht streng an» Wahrscheinliche, auch da» Milieu.dürfte nicht in allen Einzelheiten ganz echt gezeichnet sein'(auch die Verteilung- der deutschen und tschechischen Sprache ist oft recht willkürlich), aber"der Film hat da», was man Atmosphäre nennt: man spürt,' daß diese» Spital da» Symbol eine» totkranken Reiche»"ist, man fühlt die-Unerträglichkeit de» kommandierten- Zusammenleben» dieser durch den Krieg zu Feinden gewordenen Menschen, man. bemerkt da» Unheimliche noch, in den Szenen, in^denen Soldaten-Witze und Liebesgefühle herrschen. Sicherlich hätte sich da» alle» noch packender- und bewußter gestalten"lassen; aber wenn auch dem Regisseur Binovec manche» unter den Händen zerrann und viele» zu blaß und zu idyllisch geriet, so bleibt ihm doch da» Verdienst, die Atmosphäre-'diese» Film» sichtbar gemacht- zu haben, der. manche» vom.Svejkf und-manche» von der.Reiterpatrouille" in sich pereint und-in.der Zeichnung de» Gegner», in diesem Falle der deutsch«' österreichischen Patriotin, ein erhebliche» Maß'von "Anständigkeit bewahrt.' i-. Vladimir Borskh und Adln« Mandlovä haben ztvar-nicht Format genug, um sdie beiden Hauptrollen ergreifend. und-bedeutend zu machen, aber e» gelingt ihnen doch,.den-Figuren-Leben, Haltung und Ausdruck zu geben,— manchmal etwa» unbeholfen, abexnie unangenehm übertreibend. Sehr shmpathisch,, unaufdringllch"und menschlich gestaltet Parteigenossin! Parteigenosse! Bist Du scholl Mitglied, dbr MWWWWWN . wenn nicht, dann.triü bei. „»»»««vsiyaftt" Fränttüek S m o l i k den österreichischen Spitalskommandanten, dessen Herz bei den Tschechen und dessen Sohn bet den Legionen ist. Auch Trude Groß- l i ch t al» liebenswürdige Krankenpflegerin wirkt erfreulich. Gelungene(wenn auch etwa» zu schwank« hafte) Soldatentypen stellen P iötik und P l a ch t a dar,—eis— Di» Frau unterm Kreuz. Ein Roman der Maryna Radomikskä, verfilmt von dem Regisseur Vladimir Slavinskh,— es läßt sich im Bereich de» tschechischen Film» nicht» Aergere» denken al» eine solche Mischung von Kitsch- Kvlportage und Borstadt-Theater. Wenn hier der Herr Druckeroibesitzer seine Tochter verstößt, weil sie einen Proletarier heiraten will und dieser Man» (Typograph von Beruf) sich dann auch prompt al» überleben»grvßer Schurke erweist, und wenn die andere Tochter, die von ihrer Schwester an einen älteren Advokaten plump verkuppelt wurde, auf neckische Art glücklich wird, und dabei Abenteuer mit ihrem Stiefsohn besteht, bi» schließlich alle»— nach Selbstmordversuch auf den Schienen, Briesfälschungen und Trä- nenftrömen-7- zum versöhnlichen Ende führt, dann wundert man sich wahrhaftig über den Einfall, so cNvaS zu verfilmen. Aber der Regisseur Slavinskh hat da» auch noch mit einem Aufwand von Pathos und Pose und kindischen Lieblichkeiten besorgt— und mit Bildern, die an den Film vor 80 Jahren erinnern. Die sozusagen tragische Hauptrolle spielt Helena Buschovä, die sozusagen heitere Pira Ferbasovä,— beide mit einer Uehertriebenheit, die nur noch von der steifen Pathetik der männlichen Hauptdarsteller überboten wird. E» soll nicht verschwiegen werden, daß bei der Premiere diese» Films BetfaÜSVersuche durch Pfiffe beantwortet wurden. Hoffentlich haben sie auf die, welche e» angeht. Eindruck gemacht.-—eis— tlttL der Sartei Sitzung der Bezirksvertretung. Montag, den 27. d. M., um 20 Uhr im Parteiheim wichtige Sitzung der Bezirksvertredung. S Ortsgruppe Prag. Sonntag, den 26. September,- Treffpunkt" um 148 Uhr Weinberger Bahnhof, Fahrt nach Ri« Lany,.Wanderung: Mukäkov— ÄodL» rady— Mnichovice, führt Lauer, Prei» AL 8.—. Dämpfbäckerei EGER DIUenbergstraße 5-7- Telephon 340 4255 Filme In Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino:.Der lachende Dritte." Lucie Englisch. Gassspiel Senta Born.— Adria:.Die weiße Schwadron." Jt.— Alfa:«Drei Eier im. Glas." Vlasta Buriän. Tsch.— Apollo:.Leutnant Alexander Äjepkin." Tsch.— Avion:.Die Frau unterm Kreuz." Tsch-—-- Beränek:.Die falsche Katze." Tsch,— Ftnix:„Die Gluckhenne:" Regie: A. Haa».— Flora:«Die gute Erde." — Hollywood:.Leutnant Alexander Rjepkin." Tsch. — Hvizda:„Der letzte Sklavenhändler."— Julttr „Die Frau unterm Kreuz." Tsch.— Kinema d. BI. SB.: X Ä. Masaryk, Journale, Grotesken..— Koruna(Att.-Th.): Journale," Reportage,". Grotesken,- —' Kotvar'.Feuer über England.-E.—’ Lucernar „Die Gluckh en ne." Regie: A. Haas.—- Metro: Die Frau unterm Kreüz." Tsch."— Passage:„Ihr Hausfreund." A.--r- Praha:.Fester über England." — Radio:„Die'fällche Katzet" Tsch."— Skonti .Trafalgar." A.— Svktozor:„Leutnant Alexander Rjwkiw" Tsch.— Alma:.«Die gute Erde.". Paul Muni, Ü. Rainer. A.— Baikal:«Die gute Erde." Paul Muni,«„ Rainer A.— Belvedere: .Der Scheidungsgrund." Tsch.-— Besetz«:.Der Scheidungsgrund." Tsch.— Carlton:»Der Scheidungsgrund." Tsch.—; Illusion:„Frauenliebe, Frauenleid." Lido-II:«Ein blinder Passagier,!' Sh. Temple. A.— Louvre:„Die gute Erd,e." Paul Muni, L. Rainer E.— Mareika:„Ter geliebte Feind." A,— Olympie:„Sieben Ohrfeigen." L..Harwey, D. Fritsch.— Perityn:.Der Schei« düngsgrund." Tsch."—Roxy:.Die falsche Katze." Tsch.— Tatra-Weinberge:„Der ScheldUNgSgrstnd." — U Lejvodu:„Kapitän Januari." Shirley Temple. A.>— Baldek:-D-i e-g nie E r d e."-Paul Muni, L. Rainer." E.— Beletrhy:-„Die falsche Katze."'Tsch. Volkszünder B e gu'n»bedingumgen: Bei Zustellung in» Haus.oder bei Bezug durch die Post monatlich AL 16.—. vierteljährlich AL 48—, halbjährig AL. 96, ganzjähdigA 19L—>.-- Inserate werden lgut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren EiNschqltungenPreisnachlaß.- Rückstellung ovn Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung derRetourmarken.— Die'Zeitnngsfranka'ur wurde Voucher Pofte und'Tele« gxaphendirektion mit Erlaß Nr.<.48.800/VII/1980 bewilligt.(Kontrollpöftamt Praha 25.—.Druckerei:«stvrbi»". Durch«, Verlqg»« und,LektuggSkÜ.»G. Prag.