0 f O Sozialdemokrat Van Zeeland bleibt Verfehlte Fettwirtschaft PurkynS-Feier in Prag Sonntag, 26. September 1937 Nr. 227 17. Jahrgang Nicht RoB* und Reisige Sichern die steile HM 1* 1 und Polizeihunde Der Empfang In München Aus dem Inhalt: eine Stunde dauerte.°Bei dem Gegenbesuch überreichte Hitler seinem Gast eine nur für ihn bestimmte einmalige Ausfertigung des Groß- Faschistisches Verschwörernest in Madrid ausgehoben Aus Drängen der italienischen Polizeibehör- den sind- auch in München für die Sicherheit Mussalinis ausserordentliche Mahnahmen ergriffe» worden, die durch die offenbar gut fundierte Nachricht begründet zu sein scheine», wonach vier antifaschistischeJtaliener auf dem Wege nach München verhaftet worden seien. Sümtliche Hotels und Pensionen in den Straßen, durch die sich der Triumphzug bewege» soll, werden von der Geheimpolizei der allerstreng- ften Ueberwachung unterzogen. Sämtliche Kel- l e r und Dachkammern miisien während des ganzen heutigen Tages verschlossen gehalten werden. Darüber hinaus wurden Mahnahmen getroffen, die de» Eintritt unbekannter Personen unmöglich machen. Sämtliche Wohnpartelen müssen sich verpflichte», daß sie keinerlei Fremde in ihre Häuser und Wohnungen einlaffen werde». Sie miisien der Polizei die Name» und Adresien Ihrer Freunde oder Bekannten vorlege», die sie eingeladen hohen, um den Umzug von ihren Fenstern und Balkonen auS zu besichtigen. Den anS- ländifchen Presseberichterstattern sind je fünfzehn Photographien abverlangt worden, ehe sie Prcsse- karte» erhalten haben. Die Photographen dürfen nur ganz kleine Apparate von der Grüße einer Leica bei sich führen. v Die„Salutschüsse** liefert der Dritte im Bunde.. Verbandstag der Eisenbahner eröffnet « ant. Das Parlament wird sich neben dem Budget auch mit gewissen Iandwirtschaftli« chen Fragen befassen, welche von den Agrariern zur Sprache gebracht werden. Es sind dies die Fragen des Kolonisationsfonds, der landwirtschaftlichen Entschuldung und des Biehmono« Pols. Die sozialistischen Parteien haben nicht die Absicht, der Behandlung dieser Fragen auszuweichen, aber sie wollen sie so behandelt wissen, dah vor allem den Interessen des kleinen Landwirts Rechnung getragen wird. Der sozialistische Flügel der Regierungskoalition hat es in den letzten Jahren bewiesen, dah er gewillt ist, die landwirtschaftlichen Probleme zu lösen und dah die Sozialisten den Sorgen des kleinen Landwirtes, der sich ehrlich plagt und um sein Brot ringt, nicht verständnislos gegenüberstehen. Wir verweisen nur auf das Getreidemonopol, welches den Bauer von den Schwankungen der Weltmarktpreise befreit hat und.ihm— trotz mancher organisatorischer Mängel des Monopols, die wir zugeben— einen festen Preis und damit eine feste Entlohnung seiner' Arbeitskraft sichert. Leider unterliegt die Führung der republikanischen Partei stets dem Einfluß der grohen Grundbesitzer und deswegen wird eine Einigung in diesem Fragenbereich' nicht so hscht sein. Je mehr die kleinbäuerlichen Interessen iw der Agrarpartei zur Geltung kommen werden, desto leichter wird eine Verständigung in der Koalition erzielt werden., ' Ein Wort noch über die Sudeten« deutsche Partei Konrad Henleins,!die feit kurzer Zeit eine neue Taktik eingeschlagenfhat. ES ist noch gar nicht so lange her,»daß die Flüsterpropaganda der SdP die Hoffnung oer Massen, 'die im Mai 1035 die Liste der SdP gewählt haben, denen>man viel versprochen hat und dke seit Jähr und Tag ungeduldig geworden sind, damit'gestillt hat, dah man'sie— reden wir deutsch — auf den Einmarsch Hitlers vertröstet hat. Man hat erzählt, dah in absehbarer Zeit das große Wunder geschehen wird, in einem Jahr, in sechs Monaten, zuletzt hat man den grohen Kladderadatsch für den Dezember prophezeit. Das Volk aber hört die Friedensrede» Hitlers, die es setzt ral Skoblin eine Topp e l r o l l e gespielt hat, baß er wahrscheinlich zahlreiche Beziehungen»u Deutschland i unterhielt und«daß er nicht verschleppt wurde, sondern g«flüchtet ist. MaS General,M i l l e r betrifft, so sind hier- insbesondere zwei Punkte unklar: General Miller schreibt in seinem Briefe, dessen Echtheit zweifellos ist, da- ganze Tressen sei ihm v er- d ä ch t i g und er befürchte eine Falle. Trohtuin ging, er zu dieser Zusäulmenkunft alle i n und tzebständigte hievon ,lebten seiner Mitarbeiter. Andererseits sprach General' Miller gut-deutsch Md«S fiel ihm weder der Raine'beS deutschen MilitärattachtS„Strohmann",, der reichlich ver- dWng ist, noch der zweite Name Wer».r Ms. Im Falle K u t s e p o w spielte'nämlich auch ein ge- miffer Werner, der später ermordet worden wär, eine Rosse. kreuzeS des Ordens vom Deutschen Adler. Nach einem gemeinsamen Besuch im Hause der deutschen Kunst fuhren beide Diktatoren nach 7 Uhr abends in geirenisten Sonderzügen ins Manövergeyände. Hitler—„Ehrenkorporal" ' Mussolini hat den Reichskanzler Hitler zum Ehrpnkorporal der faschistischen Miliz ernannt. ES ist dies die höchste Würde, welche die faschistische Bewegung zu vergeben hat. Der Sonderzug Mussolinis, der am Brenner in der Nacht zwei Stunden gehalten hatte, um nicht zu früh in Innsbruck anzukommen, traf um 7 Uhr 30 in I n n s b r u ck ein. Auf dem streng iwgesperrten Perron hatten sich zur Be- grühung der Wiener Polizeipräsident, Staatssekretär S k u b l und der italienische Gesandte in Wien Ungesunde». Nach einem Aufenlljalt von 20 Minuten fuhr der Zug nach Kufstein weiter. Die österreichische Strecke war von etwa 8700 Gendarmen, Soldaten und Polizisten bewacht. In der*ersten reichsdeutschen Station K t e- fersfelden wurde Mussolini von Hitlers Stellvertreter Hetz begrüßt. Um 10 Uhr traf der Sonderzug'auf dem Münchener Hauptbahnhof ein. Hier empfing Hitler den Gast an der Spitze des nätionalsozialistischen. Führerkorps, dessen Front sie nach dem obligaten„herzlichem Händedruck" gemeinsam abschritten. Die Fahrt zum Prinz Earl-Palais, wo für Mussolini Quartier vorbereitet war, gestaltete sich nach den offiziellen Schilderungen zu einem„einzigartigen Triumphzug".' Pariser Korrespondenten berichteten allerdings/ ihren- Blättern, dast der Enipfäng durch die Münchener Bevölkerung zunächst etwas kühl war. Um 11 Uhr 23 stattete Mussolini Hitler in dessen Privatwohnung einen Besuch ab. Im An« schlutz.daran kam es zu einer einstündigen Aussprache. Später trafen sich die beiden im Braunen HauS zur feierlichen Kranzniederlegung. Im Braunen Haus gab dann Hitler ein Frühstück, an dem. Mussolinis engster Mitarbeiterstaü und von deutscher Seite die Reichsleiter Teilnahmen. Göring ist in der offiziellen Teilnehmerliste nicht angeführt. An des.-Frühstück schloß sich ein großer Empfang an, nach dessen Beendigung sich Mussolini und Hitler vom Balkon aus dem Bolle zeigten, das nach dem DNB in einen„Orkan-von nicht endenwollenden jubelnden Heilrufen" ausbrach. . Am-Nachmittag nahmen. Mussolini und Hit- ler did Parade der Parteiformaiionen ab, die P a r i S. Der mit der Untersuchung deS geheimnisvollen verschwindens des General« Mik- ler betraute Untersuchungsrichter hat nach Feststellung der differierenden Aussagen deS Generals Mob«» und seiner. Frass einen H a f t b e f e h l B e g en G e it e ralSkoblin, der bekanntlich feit Donnerstag abends verschwunden ist, erlassen. Auch Fra» Skoblin wurde für verhaftet erklärt.- Der Untersuchungsrichter beschuldigt, sie der Mitschuld an. der gewaltsamen Entführung de« Generals Miller. An« den Aussagen kam der >„?E«suchüngSrichter z» der Uelerzengung, daß General Skoblin ssnd. seine Fra» durch ihre AüS- sagen die Polizei darüber' täüschen wollte», wie Iw bix Zeit am Mjttwoch zwischen 12 und 14 Uhr, alS General MMer. verschwand,' verbrachten. „ Zahlreiche führende Mitglieder der russischen «olonie'iwPari«- sind der Auffassung, daß Gene- i Die Offensive> an der Aragon-Front Valencia. DaS Ministerium für Ra- ' tivnalverteidigung teilt mit: An der Aragon- Front'bemächtiget» wir«nS Freitag des Bahnhofs 1» Orna, weiter BnrrauguaS, Casa de Bar» ranguaSt der Zementfadrik in. El Arto und eini-' her Stellungen der Aufständische» entlang der Straße au« Sabtnanjco de Ribera del Fiscal. Wir. haben mehr als 300 Gefangene gemachtund uns zahlreichen Kriegsmaterials bemächtigt. Wir habe» eine^felndlichen Angriff bei Zurra»ss. rückgefchlagenL Ass-der Rordfront bombardierten: Franeo- Flugzenge G i i o» und dessen Umgebung. Sm . vstabschnitt.i bemächtigten, sich die feindlichen Truppen risse« Berge« iw Benzuä-Massw,, aber «nstre Truppen haben sie' im Gegenangriff per- -«rieben. Die Aufständischen, unterstützt von Flug» 'WL?.'i,?"^'wss«kS,"besetzten unsere' Stellungen' hei Moli«», 4 w Ä Madrider Front..habe». wir einige' Mgrifse im' Tale/ Rio Sqrhe im Abschnitt Gua-! waissiar». zueftckgeschlageniM»' der Front bei. Trrpel und an der Südfrosst kelne-Beränderün- Innenpolitische Fragen Im Vordergrund aller politischen Aeralun- gen, die nun nach dem Begräbnis des Präsidenten Masarhk— welches eine großartige Manifestation unserer Demokratie gewesen ist und als solche auch im Ausland gewertet lvird— wieder eingesetzt haben, steht nach wie vor der S t a a t s- Voranschlag für daS Jahr 1938. Es handelt sich hier um ernste Wirtschafts- und staatspolitische Probleme. Konnte man in den Jahren der Krise ein Budget hinnehmen, das ein Defizit aufwies, ein Defizit, das begründet war in de» gesunkenen Staatseinnahmen und den gewachsenen sozialen Verpflichtungen des Staates, so muß diesmal der Staatshaushalt ins Gleichgewicht gebracht lverden. Mit aller Gewissenhaftigkeit und mit allem Verantwortungsbewußtsein müssen die Ziffern des Staatshaushalts zusammengestellt werden, sie dürfen keine fiktiven Ziffern sein. Der eben veröffentlichte Rechnungsabschluß für 1038, der einett Fehlbetrag von 2.3 Milliarden aufweist, ist eine Mahnung ein Budget aufzustellen, das sich der Wirklichkeit möglichst nähert, die Unterschiede zwischen Rechnungsabschluß und Staatshaushalt müssen verschwinden oder auf ein Mindestmaß herabgedrückt lverden. In unserer Finanzwirtschaft muß völlkommeneS Vertrauen herrschen: im Inland und im Ausland. Die Staatsschuld darf nicht unnötigerweise vergrößert werden. Wir wisset: zwar, daß wir in'einer außerordentlichen Situation leben und daß der Staat Mittel zur Verteidigung braucht. Wir geben ihm diese Mittel gerne, denn wir wollen die Republik, die Demokratie und unsere Freiheit erhalten, wir wollen das Erbe Masaryks bewahren, Aber ein Staat.braucht neben Waffen auch eine, gesunde Finanzwirtschaft, die gleichfalls ein Stück Landesverteidigung ist. Und die breiten Massen der Bevölkerung haben ein Interesse daran, daß ihre Geldlöhne und ihre Sozialrenten einen hohen Sachwert behalten. Es muß also diejenige Linie der staatlichen Finanzwirtschaft herauSgefunden lverden, die den militärischen Notwendigkeiten genau so Rechnung trägt wie den wirtschaftlichen. Sie kann nur auf der Ebene sorgsamen, ernsten, der Wirklichkeit entsprechenden Präliminierens des Gleichgewichts zwischen Einnahmen und Ausgaben liegen. « s^.ialbemokratische« Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Aentralorgan der Deutsche« soztai»«»! So hieß eS in der alten preußischen KönigShhume: „Nicht Roß' und Reisige Sichern die steile Höh' Wo Fürsten steh'n. Liebe des Untertans,' Siebe he3 freien Manns, Sichern des Fürsten Thron Wie Fels im Meer". ' Die Blätter berichten über die Schutzmaßnahmen, die für die Reife Mussolinis getroffen wurden. Oesterreich wurde auf diplomati- fchem Wege ersucht, daS„Nötige" vorzukehren. Da die Tiroler BewckchungSmannfchaft zahlenmäßig nicht auSreiche» würde, um die Strecke Brenner—Kufstein und die Bahnhöfe genügend ,u bewachen, wurden Berftärkungen herangezogen. Polizei auS Wien, Gendar» wert e UuS^ K Srnten undSalzhurg sind i»«Mlitärifcher Ausrüstung bereit,estellt worden. Weiter ist auch der Wiener Polizeipräsident, der die Leitung der Sicherheitsmaßnahmen in die Hand genommen hat, in Innsbruck angekommen und hat am Innsbrucker Hauptbahnhof fein Quartier aufgeschlagen. ES dürften ungefähr 800. Polizisten, 700 Gendarmen und die G ar- n-'ijvit"t n'M BA n»-e'« h'e er e S. die an der Strecke liegen, also in erster Linie lene von I n»S b r» ck, H a l l und Küsstet n aufgeboten sein.'Di« Truppen sind zum Teil mit Maschinengewehre» ausgerüstet. Selbst Artillerie steht in Bereitschaft? die Truppen werden auf der Dttecke verpflegt. Die Wache-versieht ihren. Dienst im Stahlhelm und mit aufgepflanztem Bajonett. Zwei Tage lang . wurde die Strecke Tag und Stacht abgegangen. BundeSlahnarbeiter wurden auf der Strecke Brenners-Kufstein eingesetzt?^ie kontrollieren dauernd die S ch w e l l e n, S ch r a u b e»»sw. Ein eigenartiges Bild bietet. Innsbruck, besonders die Gegend um den Bahnhof. Die Häuserreihen, die an der Bahnstrecke' ließen, und der Bahnhof selbst werden streng bewacht»nd heute ganz abgesperrt sein. In de» Häusern läng« der Bahn müssen alle Fen st e r a b fünf ll h r f r-ü h geschlossen sein. Die Ächltzssel zu den Dachböden dieser Häuser müssen der Polizei Übergeben werde». Sie werden erst nach der Durchfahrt Mussolinis zurückgegelrn werden. I» den letzten. Tagen wurden alle verdächtigen P er so ne»in B erwahrungs- haft genommen. Davon wurden besonders die Personen betroffen? die politisch verdächtig sind und. bereits- Strafen abgesesse» Haien. ,A.' In B erl i n wirb die G c st a p a im ReichSpräsidentrnpalaiS, wo. Mussolini wohnen IW Entführung, sondern Flucht Haftbefehl gegen General Skoblin und seine Frau """"""""’*•» 7 70 er.i.nbon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- VerantwortiicherRedakteur:KarlKern,Prag ^°aX^S°ch°°°S2-...-•--- - sondern Kanönen, MG’s Wenn der Zar den Zaren besucht htitb, eine Wache einrichten. Hitlers Leib- standarte wird die Umgebung des PalaiS, an daS sich ein großer Garte» anschließt, Ve- wachen. Rächt« werden Polizeistreifen mitPolizeihunden da« Grundstück av- patrouillieren. In den letzten Wochen ist«ine Polizeitruppe von achthundertMann im Scharfschießen besonders geübt worden. Diese achthundert Mann sowie Truppen deS Sicherheitsdienstes werden Spezialkorps bilden und die Bewachung de« Duce über- nehmen. Eilt besonderes Expeditionskorps der italienischenPolizei befindet sich in Berlin, um mit der Berliner Polizei die Sicherheitsmaßnahmen auszuarteiten. Leite 2 Sonntag, 26. September 1037 Nr. 227 wieder beim Mussolinibesuch vernehmen kann, er wird auch getuschelt, daß Henlein in Berlin in Ungnade gefallen ist und so flüstert man jetzt wieder beim Mussolinibesuch»vernehmen kann, «r wird auch getuschelt, daß Henlein in Berlin in Ungnade gefallen ist und so flüstert-man jetzt allenthalben, da die alte Parole nicht mehr geglaubt wird, die agrarisch-sozialistische Koalition werde bald entzweigeschlagen werden, di« Sozialisten werden aus der Regierung hinausfliegen und dann ivürden die Agrarier Hesilein im Triumph in die Regierungslaube führens Begründet wird das Getuschel mit Besprechungen deS Ministerpräsidenten mit den SdP-Parlamen- tariern. Nun hat Dr. HodZa bereits einmal die glühenden SdP-Leute mit der Dementierspritze abgclühlt und eS können aus flüchtigen Besprechungen, di« der Regierungschef mit den Herrschaften hatte, derartige Schlüsse, die sich- nicht ans Tageslicht trauen und nur im Dunkel der Flüsterpropaganda auftauchen, Nicht gezogen werden. Menü es,in tschechischen agrarischen-Kreisen Abenteurer gibt, die mit dem Gedanken einer Koalition zwischen Stoupal und Henlein.spielen, gehört der Ministerpräsident nicht'däzu. Der Chef der Regierung wird übrigen» gelegentlich der Bndgetberatungen sicherlich Gelegenheit nehmen, über die Probleme der Staats- und RegierungS- politik zu sprechen und dann wird' die Flüsterpropaganda zu einem andern Mittel greifen müssen, um die ungeduldigen Wähler der SdP mit anderen Parolen von der Erfolglosigkeit der Politik Henlein» abzulenken. Im übrigen gibt e» noch ganz andere Kräfte in der Republik, die auf der Wacht sind und die Pläne der SdP verhindern werden. Die Tschechoslowakei wird die Republik MasarykS, d. h. ein Staat der Humanitären Demokratie bleiben.. Der Verbandstag der Eisenbahner eröffnet In de» festlich geschmückten Lokalitäten der „Städtischen Parksäle" zu Komotau begann am Samstag nachmittags'der 6. ordentliche Verbandstag des„Verbandes der Eisenbahner". Mehr als zweihundert Delegierte aus allen Teilen der Staates versammelten sich zu ernster, verantwortungsvoller Arbeit. Mit einem Fanfarenstoß der SJ und einem Chor der Komötauer Arbcitersänger wurde die Tagung eingeleitct. Bor der offiziellen Eröffnung hielt der BerbandSsekretär Abg. Genosse Grünzner dem verstorbenen Befreier-Präsident T! G. M a s a r y k einen tiefempfundenen Nachruf, der vom Verbandstag stehend angehürt wurde. An zwei Minuten ernsten Schweigens gedachten die Delegierten des großen Toten und ehrten seine Person und sein Werk. Der Verbandstag wurde vom Verbandsobmann Genossen Schöder eröffnet, der vor Eingang in die Tagesordnung der vielen Genossen gedachte, die durch den Tod aus den Reihen der Organisation gerissen.wurden, vor allem jedoch der Opfer des spanischen FreiheitskampfeS, der illegalen Streiter in den faschistischen Ländem und des Borsitzendenstellvertreters der internationalen 'Transportarbeiterföderation, Genossen Nathan, der mitten in seiner austauenden Tätigkeit durch einen Unfall um das Leben kam. An, Präsident Dr. Eduard Bene» wird über einstimmigen Beschluß ftlgendeS Telegramm gesendet: 'An den Herrn Präsidenten der Republik -Dr. Eduard Benes,* Prag-Burg. Bei Eröffnung de» heule, den 28. September 1087, in den Parksälen in Komotau beginnenden Verbandstage der Verbandes der Eisenbahner in der Cst. Republik, Sitz Ausstg, gedenken die versammelten Delegierten Eisenbahner und Gäste de» Inländer und Auslände» de» durch da» AblÄen unsere» Präsident-Befreier» T. G. Ma- saryl erittenen unermeßlichen Verluste» und verneig!» sich nochmals in tiefer Trauer und Ehrerbietung vor der über alle» erhabenen Seelen- und Geistesgröße des Verewigten. Sie geloben gleichzeitig felerlichft. Sie hochgeschätzter Herr Präsident, in Ihren schweren und sorgenvollen Bemühungen um die Erhaltung de» Frieden», der Verständigung und Zusammenarbeit der Völker, der Wahrung nationaler und sozialer Gleichberechtigung im Geiste der Demokratie zum Wohle unserer gemeinsamen freien demokratischen Republik jederzeit mit Leib und Seele zu unterstützen, komme, wa» da wolle. Unter den Delegierten, die vom Vorsitzenden begrüßt wurden, befanden sich folgende Gäste: Für die „Unit" die Gen. Stanik, Rimec und Marei, für die Bezirksorganisation der tschechischen Sozialdemokratie Genosse Kluzakek, für die örtlichen tschechischen Organisationen Genosse Ondrakek. Für den Parteivorstand Genosse Kögl er, Bodenbach, für die Zentralgewerkschaftskommission Genosse Anton Schäfer, Reichenberg, für den„JMV" die Genossen May und Müller, für den Handelsund Transportarbeiterberband Genosse S t u ch l y, für den Tabakarbeiterverband Genosse Paul, für den„Verband der öffentlichen Angestellten Genoss« K u n e r t, Bodenbach, für die KreiSgewerkschaftS- kommission Komotau Genosse Hugo Stütz, für die Stadwertretung Komotau Bürgermeister H e r- brich, für die Bezirksorganisation Komotau der sozialdemokratischen Partei ßjfn. Edmund Reichl. Nach Erledigung einiger organisatorischer Fragen, wie, der Einsetzung^verschiedener Kommissionen, begrüßen die GastKwgierten den Ber- bandStag. Als erster spricht Bürgermeister H e r- brich, ihm stlgt Abgeordneter Genosse N i m e c, der die Grüße der tschechischen Bruderorganisa« tionen überbrachte. Für' den Parteivorstand spricht, stürmisch begrüßt, Abg. Genosse K ö g l e r, Bodenbach. Die ZentralgewerkschastSkommission übermittelt ihre Glückwünsche durch Abg. Genossen Schäfer.. Für die Komostluey tschechischezi-Ör- ganisfltionen. sprechen die» Genossen Kluza.kek und Ondraiek, für die öffentlichen Angestellten K u n e r t und den' Abschluß macht schließlich Genosse Wenzel T h L r m e r, der für die gesamte Arbeiterbewegung des Bezirke» Komotau sprach. Mit diesen Begrüßungsansprachen war die Tagesordnung str den ersten BerhandlungSiag erschöpft. Die eigentlichen Arbeitstagungen beginnen erst Sonntag. Am Abend fand ein K o m m e r S statt, der massenhaft besucht war. Da» Programm wurde durchwegs von den Komotauer Kulturorganisationen bestritten, die damit ihre Gäste willkommen hießen. Faschistisches Verschwörernest Faden xu südsmerlkanlichen Botschaften. IN INSaria sussenvven Madrid. Agenten der Spezialakteilung deS Kriegsministeriums haben ungefähr 10V Personen, Angehörige einer große» faschistischen Organisation,^angehakt'en, die mehrere Arbeitsgruppe» besitzt. Einige beschäftigen sich mit Spionage, andere mit der Bildung von Militärformationen, die ringreifen sollen,.. sobald die Aufständischen Madrid betreten. Eine dieser Abteilungen heißt ,,W riße Phalanga" und stand unter der Leitung von zwei- Flüchtlingen, die'sich in ausländischen Botschaften versteckt halten. , Unter den verhafteten Führern der faschistischen-Organisation befindet sich der Spanier LouIS EScudera AriaS, Leutnant der Artillerie,.und der Ang.estellt« der argentinischen Botschaft Raichünto del Pin», Nach der Erklärung eines der Verhafteten bestanden in Madrid 17 Abteilungen, genannt„BandrraS", zu je 300 Mann. Jede Abteilung war in kleiner« Unterabteilungen und Phalangen geteilt. Diese Organisation hatte Zweigstellen bei verschiedenen Botschaften und AamtS st eklen. ES wird behauptet, dckß sich unter den Verhafteten Personen befinden, die dir Staatsbürgerschaft. von Chile, Argenti» n k e n und»' P a n a m a, angenommen haben. Nanking gestern fünfmal bombardiert Schanghai.(Havas.) Japanische Flugzeug« überflogen die Hauptstadt Nanking am SamStag zwischen-halb 10 Uhr vormittags und halb 5 Uhr nachmittags Insgesamt f ü n f m a l. Es wurden 96 japanische Flugzeuge gezählt, doch ist eS möglich, daß einige derselben Nanking mehrere Mal« überflogen hab«». Die chinesischen Flugzeugabwehrgeschütze schoss«» fünf japanische Flugzeuge ab.' Die japanischen Flieger warfen 200 Bomben auf die Stadt ab. Der Umfang deS Sachschadens ist noch nicht bekannt, doch ist als sicher an- zunehmen» daß viele Todesopfer zu beklagen sind, und zwar durchwegs unter der Zivilbevölkerung. Da» Gebäude des chinesischen Nachrichten» Keln Rücktritt Van Zeelandf Brüssel. In der samstägigen Sitzung deS KabinettSrateS, der Freitag abends und in der Nacht langwierige Beratungen vörausgegangeB waren, teilte der Ministerpräsident Van Zeeland mit, daß er auf einmütiges Drängen seiner Kollegen die Absicht zu demissionieren ausgegeben habe. Der Kabinettsrat beschloß. verschiedene Maßnahmen, die im Sinne der RegierungS» erflärung von Juni werden-durchgeführt werden. Einige Blätter brachten am Freitag bereits lange Kommentare, warum«ine Zusammenarbeit Ban Zeelands und des Finanzministerr De Man nicht mehr möglich sei. Eine Sondersitzung des Ministerrats, die Freitag nachmittag» zusammcntrat, wurde zweimal unterbrochen und es schien-bereits»sicher; daß die Regierung'zum Rücktritt gezwuügeN sein werde. AIS dann, spät abends der Ministerrat neuerlich zusammentrat, kam es im Lause der Nachtstunden zwischen den Ministern zu einem vollkommenen Einvernehmen. » Großer Empfang bei Aga Khan' Genf. Der Vorsitzende der diesjährigen Tagung der Völkerbundversammlung Aga Khan t gab Samstag abends im neuen Völkeämndpalais eine große Rezeption, bei der der neue Saal der Bölkerbundversammlung und die-anliegenden Wandclgänge und Galerien eröffnet würden. Noch während der letzten Tage wurden in aller Eile die büroS Central News wurd« durch drei Bombe« vollkommen zerstört. DaS Personal deS Nachrichtenbüros hatte sich jedoch zeitgerecht in Sicherheit gebracht. AIS zehn chinesische Jagdflugzeug« aufstie- gen, um den Japanern einen Luftkampf zu liefern,«röffnetr» auch di« chinesischen Flakbatterim ihr« Tätigkeit. Hunderte von Menschen sahen gespannt dem Kampf in den Lüften zu, vergaßen auf dir ihnen drohende Gefahr und bräche» in stürmischen Beifall auS, wenn ebn japanische» Flugzeug zum Absturz gebracht wurde. Zwei SkgiernngStrankenhäuser, auf denen di« Fahne deS Noten Kreuze» gehißt war, wurden ebenfalls bombardiert, jedoch nur leicht beschädigt. JnstallierungSavbeiten.im Sitzungssaal« beendetäder zu den geschmackvollsten und am zweckmäßigsten eingerichteten Sälen dieser Art in Europa gehört. Di« Rezeption versammelte rund 2800 Gäste. Oesterreichs Haushalt heuer aktiv Wien. Die Staatswirtschaft in Oesterreich endet Heuer dem„Neuen Wiener kkaMatt" zufolge mit einer» Ueberschuß, obwohl"• im Voranschlag mit 40 Millionen Schilling Defizit gerechnet wird. Zu diesem günstigen Ergebitts trug insbesondere der erhöhte Umsatzsteuerertrag und der Ertrag der Steuern von Aktton-Gesell- schaften, sowie auf der anderen Teste Ersparungen in den Ausgaben bei.. In Karze i Kopenhagen. Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Dr. Schacht ist auf Einladung der dänischen Regierung zu der Sonntag stattfindenden Einweihung der Storström-Brücke durch König Christian X. hier eingetroffen. Bukarest. Sonntag um 18 Uhr wird hier die Konferenz der Nationalbankgouverneure der Kleinen Entente eröffnet werden. Der Gouverneur der jugoslawischen Nationalbank ist bereits eingetroffen, der Gouverneur der Tschechoslowakischen Nationalbank Dr. Engliö wird Sonntag erwartet. EINE GESCHICHTE VON BILDERN UND ANTIQUITÄTEN ■ Copyright by Saturn Verlag 1985 Der erzürnte Bruder schien verblüfft. Die Frau am Diwan nahm die Hände vom Gesicht. Balerian sah beide an. „Neinl" sagte er und stieß den Atem kräftig aus,„da haben Sie also jetzt einen Regiefehler begangen. Mir kam da schon früher einiges spanisch oder russisch vor... aber das war entschieden ein Regiefehler." „WaS wagen Sie?" donnerte der Mann. Aber er verstummte, als Balerian die Hand hob und den Zeigefinger mißbilligend schüttelt«.. „Da» gebt jetzt nicht mehr", sagte Balerian, „das ist bis jetzt gegangen. Wer jetzt geht e» nicht mehr; Vorsicht, Monsieur Pletschnstoff-' , Barowskil" „Unglaublich I" sagte die Frau vom Diwan her,„an so einen Menschen hckbe ich mich weggeworfen." „Keine Spür", erwiderte Balerian,„Sie haben sich doch gar nicht weggeworfen. Sie leben auch nicht schon einige Zeit mit mir. Ist doch kein Wort wahr von alldem I Hätten Sie nicht von den Bildern geredet, ich wäre nie -dra-'-.-kommen. Obwohl— aber ich wäre doch .erst nachher, nach dem Zahlen draufgekommen. Aber>as mit den Bildern war schlecht. Ich bin nämlich Antiquitätenhändler", schloß er bescheiden und sah sich die Geschwister Pletschnstoff« Borowski an. „Sie elender Schurke", sagte der Mann mit dem Kalmückenschädel und trat ganz nahe an Balerian henon,„Sie wagen eS, eine Mständige- Frau, wie meine Schwester, mit Anträgen zu verfolgen?. Sie erschleichen sich unter dem Borwand, Antiquitätenhändler zu sein." „Was?"' schrie Balerian. „Unter dem Vorwand, Antiquitätenhändler zu sein und meiner Schwester finanziell helfen zu wollen, erschleichen Sie sich den Eintritt in die Wohnung, und zwar gewaltsam.., „Was? Was?" „JawohII Denn verabrehungSgemäß hätten^ Sie am Gang draußen warten sollen, bis meine Schwester Ihnen das Bild hinausgereicht hätte/ Aber Sie sind mit Gewalt eingedrungen und habend außerdem noch«ine schutzlose Frau überfallens mein« Schwester wird es bezeugen". Balerian sah auf die Frau. Sie saß am Diwan und sah mit einem stolzen und abweisen», den Gesicht vor sich hin. „Ach, so", sagte Balerian seelenruhig,„also eine glatte Erpressung".-" „Tatjana, hol einen Polizisten herauf", sagte der Mann,„der Herr wird gleich ander» pfeifen". Die Frau erhob sich. Der Mann sah aus Balerian. Der setzte sich nieder. Sie ging hoheitsvoll aus dem Zimmer. Man hört« sie draußen die Türe öffnen und dann hinter sich schließen. Balerian hatte sich eine Zigarette angezündet und summte halblaut vor sich hin. O Einige Minuten vergingen. Pletschnikofs- Barowski, der Bruder, blickte mit düsterem'Gesichtsausdruck auf den Tisch. „Ich habe Mitleid mit. Ihnen", sagte ei plötzlich. „Nicht einen Franc", unterbrach ihn Balerian,„geben Sie sich keine Mühe"., •;:„Warten wir also ab", sagte grimmig Monsieur Pletschnstoff. .Sie wird'nie mehr zurückkommen", ekklärt« Balerian,„weder mit noch ohne Polizist. Wollen Sie wetten?" Pletschnstoff erwiderte nichts. Balerian sah ihn km und-lächelt«. Pletschni» koff lächelte zurück. „Den Anfang", sagte Balerian,„haben Sie großartig gemacht. Ich war überzeugt. Aber der Schluß— ausgesprochener Pech. Konnten Sie wissen, daß ich von Bildern etwas verstehe? Und noch dazu verstehen Sie so gar nichts davon". ‘ Pletschnstoff erwiderte nichts. „Geben Sie wenigstens ein paar hundert -Franc»", sagt« er dann,„wir brauchen sie dringend". „Wofür soll ich ein paar hundert Franc» geben?" fragte Balerian,„wären Sie wenigstens eine halbe Stunde später gekomnien".' „Sie sind kein Kavalier", erklärte Pletsch- nikoff. «Das habe ich Ihnen ja gleich gesagt", erwiderte Balerian,„aber Sie sind'auch kein rich- tiger Pletschnstoff-Barowskt, Sie müssen einmal Schauspieler gewesen sein". Pletschnstoff strahlte über das ganze Gestüt. „Sie sind ein Kenner", sagw er,„wir gehörten zur Truppe Mjersnsky. My arbeitete im Netz und auch Tatjana war«ine sehr gute Artistin. Sehr schön, dqß Sie erkannt haben, daß wir Künstler sind. Wollen Sie- einen Schnaps?" Er ging zur Kredenz, kam äher plötzlich zurück,,„Sie. sind ein sehr.sympathische? Mensch", sagte er, „nicht wahr, Sie nehmt» uns das. nicht übel? Wisse» Sie, die Not ist arg für uns Emigrtmten. Aber Sie sind ein sehr sympathischer, großzügiger Mensch". Er klopfte Balerian kräftig auf die Schulter.und brachte zwei Schnapsgläser. „Wovon sollen.wir.-leben?" sagt«-ex-,„ich bitte, sagen Sie mir! Wir dürfen keine Arbeit nehmen,;weil wir Ausländer,- sind.. Wovon soll man ,leben? Wissen, Sie nichts?".,. „Vielleicht wüßte ich ctlvas",„meinte Valeria» langsam und. naDenklich. „2mErnst?"/rief. Pletschnstoff,ich wäre Ihnen ungeheuer dankbar. Tatjana hat.mirschon vor ein paar Tagen gesagt, daß Sie ein sehr intelligenter und gebildeter Mann sind. Wissen Sie — das mit den Bildern war dumm".,’ Mrdunun", bestätigte Balerian.'* M „Aber Tatjana sagte, Sie seien-so ein romantischer Mensch.. Direkt soll man nichts verlangen. Mer so hintenherum, mit einein Bild oder vielleicht die ganze Sammlung... Sie würden dafür Geld-geben. Aus Noblesse und auch üm zu verdienen; Sie machen doch große Geschäfte. Sie meinte so. Schade. Also, Sie sind nicht böse?"' „Gar nicht", sagte Balerian, mit eigenen Gedanken beschäftigt.„Hören Sie— heißen Sie überhaupt Pletschnstoff?" „Mein Ehrenwort!" beteuerte der Mann, „wirklich, ich heiße Pletschnstoff. Ich bin sogar verwandt mit dem General Pletschnikoff-Barow« skt. Wer so mehr, linker Hand".-' „Ist mir egal", sagte Balerian,„Sie haben diese Geschichte, am Anfang/wenigsten», ausgezeichnet gespielt; ich denke, Sie werden, was ich von Ihnen will, quch gut machen".... .-Ich bin-sehr geschickt",.rief Pletschnstoff, „aber Tatjana ist noch geschickter. Nicht wahr,' sie ist- sehr geschickt?" „Allerdings")'sagte.Baldrian- ein wenig kühl.„Also ich habe dir so eine Sache. Ich füll jemandem-alten Schmuck, der nicht mir gehört und dessen Besitzer- ich auch nicht nennen wH verkaufen. Es handelt-sich jetzt darum,' woher-der Schmuck kommt";' „BoN mir, natürlich von' mir", unterbrach Pletschnstoff begeistert,/-,falter Familienschmuck der Pletschnikoff-Barowfli. Das mache ich sehr gerne,'furchtbar gerNe für Sitz".'-- ,^alt, halt!". sagt« Balerian,„seien- Sie Nicht so hitzig, Men-He erst zu End«. Der Käufer. hat, einen Detektiv engagiert,, der.den wirk« lichen Besitzer'«rnieHn soll. Dieser Detektiv D 'ztzar.'ein-Lrojtel,. .'„Jeder. Detektiv ,-ist/eist- Trottel", sagt» Pletschnstoff'* Nr. 227 Sonntag, 26. September 1037 «Seite 8 Nlnderhcltenunrcdit Einige Dokumente i. Der^rumänische Handels« und Industrie« Minister, Herr Baler Pop, hat an 72 Industrieunternehmungen in Siebenbürgen, im Banat und in der Bulowine in Rundschreiben geschickt,. in welchem er darauf hinwelst, daß der rumänische Staat durch seinen Schutz und durch die direkte und indirekte Unterstützung die Enüvicklung und Wüte der rumänischen Industrie in hauptsächlicher Weise hervorgerufen hat. Durch den Zolltarif,'durch ein JndustsieförderungSgesetz, durch Kontingentierung und durch sonstige gesetzliche und BertvaltungSmahnahmen ist die inländische Industrie bon der ausländischen Konkurrenz’ bewahrt worden, ist ihr auf dem JnlandSmarkte eine Monopolstellung geschaffen worden. Die Konsumenten haben im Rahmen dieser Schutzpolitit bedeutende Opfer gebracht und sie haben sie gebracht, weil sie, wie der Minister meint, der Be-s ideütung der Industrialisierung im Prozesse jdzr wirtschaftlichen Emanzipation bewußt sind. In Anbetracht dieser Tatsachen erachtet der Minister es für die Pflicht der Briefempfänger, das Gebot der Zeit zu verstehen und auch unter materiellen Opfern alle Wege zu suchen, um in den Reihen der Angestelltenschaft die Elemente völkischer rumänischer NationSzugohörigkeit zu fördern. Der Minister fordert somit die Unternehmer auf, 50 Prozent des BerwaltungSpersonalS und des technischen Personals jeder Kategorie, 50 Prozent der qualifizierten Arbeiter und 75 Prozent der nichtqualifizierten Arbeiter aus den Reihen der Angestellten, beziehungsweise Arbeiterschaft rumänischer BlmSzugehörigkeit zu entnehmen und die Belegschaft der einzelnen Unternehmungen entsprechend abzuändern, oder zu erhöhen, und zwar bis längstens Ende Dezember dieses Jahres. Der Brief ist bis zuml. Oktober zu beantworten, Nichtbeantwortung gift als Ablehnung.* II. Der rumänische Industrie« und Handelsminister, Herr Baler Pop, hat dem Bukarester rechtsradikalen Blatts»Buna Bestire"(Die gute Botschaft) die folgende ,Mte^Botschaft" mitgefeilt(vorher sei noch bemerkt,^vatz Herr Baler Pop Mitglied, einer Partei und einer Regierung ist, die sich„liberql" zu nennen beliebt):„Ich bin sicher, daß die Unternehmungen sich meinem Wunsche fügen werden. Wenn mein Wunsch unbeachtet bleibt, werden ihre Wünsche daS gleiche Schicksal haben. Doch können die Unternehmungen ohne unsere Unterstützung nicht tätig sein. Wir verfügen über ausreichende Mittel, um die Achtung diese» Wunsches durchzusetzen. Unser Ziel ist es, die Rechte des Volkes zu verteidigen. Anstatt ein unabwendbare» Gesetz zu erlaffen, begnügen wir uns damit, darauf zu sehen, daß die Rumänen in■ ihre wirtschaftlichen Rechte wieder eingesetzt werden. Wir brauchen in diesem Falle kein Gesetz". Der Berichterstatter de» genannten Blattes fand den vom Minister geforderten Hundertsatz von 50 Prozent sehr bescheiden und leicht zu achten. Der Minister antwortete:„Wir können nicht auf einmal den Umsturz der Wirklichkeit verlangen. Wir werden in drei Monaten durchsetzen, daß in bisher reinen Minderheitenunter«- nehmungen bei der höheren Angestelltenschaft in einem Verhältnis von 50 Prozent, bet der nichtgelernten Arbeiterschaft in einem Berhältni» bon 7,5 Prozent.der Schlag rumänischer Hetzen gehört wird.^>äter werde ich fordern, daß auch in den höheren Angestelltenklassen der Berhält« niSsätz der Rumänen so wie eS gerecht ist. von 50 auf 75 Prozent erhöht wird". in. In Bukarest erscheint eine deutsche Zeitung «Bukarester Tagblatt". Diese Zeitung ist gleichgeschaltet. Sie ist»eine» der vielen Kopfblätter de» Herrn Goebbels. Sie arbeitet in Bukarest mit den nationalistischen und faschistischen Kreisen eng zusammen. Sie wird ausschließlich von Angehörigen, der.deutschen Minderheit in Rumänien redigiert. Diese Zeitung schreibt zu dem Rundschreiben de» rumänischen Handelsministers, da» sie einen„Drohbrief" nennt: ■■„Die zahllosen deutschen Beamten, die au» dem StaatSdidnlt in ungerechtfertigter Weise entlasten worden sind,' würden nicht auf Gryj)d der Perfaffuna oder irgend eines Gesetzes auf, die StrSßegekvÄi:ftii.'''Allelkngerechttgkeiken,"dieder' deutschen Volksgruppe im Laufe der letzten Jahre '■ widerführen, find ohne Recht und ohne Gesetz fibegangitn worden. Man hat diese Vorfälle an ' zuständiger Stelle vielfach so darzustellen versucht, al» ob es sich-um Uebergriffe untergeordneter Organe handle: Herrn Baler Pop, verdanken» > wir nun das offene Eingeständnis, daß man sich an maßgebender Stelle über'den Grundsatz de» Rechter-und Gesetze» hinwegsetzt" An einer anderen Stelle sagt da» Blatt:'«Worauf kommt die Forderung des Industrie- und Handelsmlnistev» nutz praktisch herau»tz 50-bi» 75 Prozent anständiger Staatsbürger, die nicht weniger Steuern zahlen ql» ihre rumänischen Mitbürger, die ihren Pflichten''dem'Staate genau so Nachkommen: wie tztzer Rumäne, die fleißig. ihrer Arbeit^nach-" gehen,, ohne: die Ruhe de» Lande» und»daS Zusammenleben mit den anderen Völkern zu stören, .sollenaufdieStraßegeworfenwerdenMir weil . sie nicht Rumänen sind... Unser tzWnSraum und'unseELebeNSkechtMt ohnehin bi» Mr Grenze deS Ekträglichen''beschnitten..Au» der Bertpal- ttmg,der Justiz: von der Post, der Eisenbahn, von Mercfll sind unsere Volksgenossen hinauSgedrängt MTW' Unter dem Protektorate Dr. Milan HodjaS findet heute in Preßburg eine Hviezdoslav-Feier statt, iq deren Rahmen auf dem Platze vor dem Theater ein Denkmal des größten slowakischen Dichter» Paul Orszägh-Hviezdoslab in Anwesenheit de» Vorsitzenden der Regierung und.de» Justizministers Dr. Ivan Direr enthüllt werden wird. ganda. ein! Für diesen Zweck wurden 15.000 Plakate und 800.000 Slegelmarken vertrieben, sowie ein neuer Kurzfilm als Wecbefilch geschaf- sen, welcher in den Lichtspielhäusern- vorgeführt wird. n sechs verschiedenen Warnen auftrat, legitimiert sich mit»AtuS"- oder Parteibüchern, die offenbar gestohlen sind, und versucht, unter, irgendeinem Vorwand in den Besitz eines Rade» zu gelangen. In einem Falle gab er an, daß er zu müde sei, um einen Freund besuchen zu können. DaS au»« gehändigt« Rad brachte er nicht zurück. Der Schwindler ist auflallend blond, etwa 20 bis 25 Jahre alt und spricht perfekt deutsch und tschechisch. DI» Schulden des Finanzärar» an die Selbstverwaltung Die SelbstverwaltungSkörper— Länder, Bezirke und Gemeinden— erhielten auf Grund der Staatsrechnungsabschlusses im Jahre 1088 auf UmlagensorderuNgen au» der^StaatSkassa insgesamt 1840.8 Mill. KC, d. i. um rund 800 Mill. KL mehr al» die Gebühr auf Grund der tatsächlichen Umlageneinnahmen im Jahre 1088, durch welche dem Staate gegenüber den Selbst» verwaltungSkörpern eine Zahlungsverpflichtung von 1540.0 MU. KL erwuchs. Durch die Mehrleistungen um 800 Mill. KL haben sich die Rückstände der StaatSkasta an die Selbstverwaltung von 1740 Mill. KL per Ende 1085 auf 1440.2 Mill. KL per Ende 1088 vermindert. Bon den gesamten Zahlungen an die Selbswerwaltung entfielen auf die Landesumlagen 808.2 Mill. KL, auf die Schulumlagen 18.7 Mill. KL, auf die Bezirksumlagen 850.8 Mill., auf GesundheitSum«. lagen 82.2 Mill., Kammerumlagen 88.4 Mill., zwölfprozentige Grundsteuerumlage 0.2 Mill.« Aemeindeumlagen 708.8 Mill, und auf die den Ländern zugeteilten Gemeindezuschläge zur allgemeinen und besonderen Erwerbssteuer 8.98 Mill. KL. Dabei haben sich die Rückstände de» Staate» auf die Landesumlagen um rund 110 Mill. KL auf 482 Mill, vermindert, die Rückstände auf die Bezirksumlagen um rund 44 Mill, auf 240.8 Mill. KL, und di- Rückstände auf die Aemeindeumlagen um 120 Mill, auf 881.5 B.-A.-Wahlen In der PoldlhOtte In Komoren ■ Am.Freitag fanden in.der Poldihütte in Ko« motau-die Wahlen in den BettiebSauSschuß statt. Seit der letzten Wahl im Jahre 1085 ist die Zahl der Beschäftigten von 810 auf 1100 gestiegen.' Bon 855 gültigen Stimmen erhielt unser Metallarbeiter-verband 808, die DAG 448 und die Tetschner Gewerkschaft 101 Stimmen. S» müh als besonderer Erfolg unsere» Metallarbeiterverbande» gebucht werden, daß ei ihm, nur auf Grund seiner Tätigkeit im Betrieb gelang, gegenüber der letzten Wahl 102 Stimmen zu gewinnen. Leider wirkt fich der Stimmengewinn bei der Mandatrverteilung nicht au». E» erhielt der Metallarbeiterverbaüd wieder drel' Mandate mit einem Stimmenrest von 72, so daß ihm nur.sechs Stimmen für da» vierte Mandat fehlten. Die DAG erhielt sechs und die DRAG ein Mandat. worden, will'mast fte nun noch aus ihren Werk- stätten und Betrieben kwerfen?" .IV h. Die angeführten.Dokumente sprechen für sich selbst.- E» ist nicht nötig, auch nur ein Wort hin»' zMfügen, um dem Leser begreiflich zu machen, wie der Wind in Rumänien weht. vor Friedhof von LAny wieder geöffnet« Prag. Nach einem Bericht aus Läny find' jetzt die mit der Herrichtung de» Grabe» des Präsidenten T. G. Masaryk verbundenen Arbeiten so. weit fortgeschritten, daß die Friedhofssperre, die für einige Tage notwendig war, auf« gehoben,' werden kann. Der Friedhof vonLänh wird von heute ab, für. die Oeffentlichkett, wie früher, zugänglich sein. Orsi Tage war der Frosch so krank... Konrlrd Henlein, der bekanntlich nur durch Krankheit verhindert war, am Kondukt teilzunehmen, ist wieder so weit hergestellt, daß er bereit» eine Reise nach Mie» und Neudek antreten konnte und daß er dort sogar reden wird. Drei Tage war der Frosch so krank, nun quakt er wieder, gottseidank... Fortsetzung der Ernährungsaktion Entlassene Soldaten einbezogen. Auf Antrag des Ministerium» für soziale Fürsorge wird- die staatliche Ernährungsaktion für Arbeitslose und Kurzarbeiter fortgesetzt. Für eine weitere fünfwöchige Periode, d. I. vom 27. September bis 31. Oktober 1037, wurde der Betrag von 6,448.400 KL bewilligt. Gleichzeitig wurde-«gestimmt, daß in dieser Periode auch S o l d a t e n, die eben vom militärischen Präsenzdienst zurückgekehrt sind, beteilt werden können, auch wenn sie während dieser Periode in der vorgeschriebenen Frist zur staatlichen ErNäh» rungöaktion nicht geincldet waren, allerdings soweit sie den Bedingungen der Richtlinien entsprechen. Für die Durchführung der Milchak- t i o n für Kinder von Arbeitslösen und kurzarbeitenden Familienernährern für die gleiche Periode wurden 844,000 KL bewilligt. Gleichzeitig wird die Brotaktion für die Arbeitslosen unter den bisherigen Bedingungen fortgesetzt. Der Aufwand für die Durchführung der Aktion in dieser Periode wird insgesamt 1,800.000 KL betragen (Pressedienst de» Ministeriums für soziale Für. sorge).'- L6on Blum abgereist Prag. Der Stellvertreter des französischen Ministerpräsidenten Löon Blum ist SamStaq mit dem Pariser Schnellzug um 11. Uhr 55 vom Wilsonbahnhof nach Paris zurückgereist, Mit dem gleichen Zug fuhr auch seine Gattin und. seine Begleitung. Auf dem Bahnhof kamen sich verabschieden: der Vorsitzende der Regierung Dr. Milan H o d z a mit Gemahlin sowie die Minister Jng. N eia ä und Dr. Ludwig Cz e ch. Difranzösische Gesandtschaft war durch alle ihre Mitglieder vertreten. Auf dem Bahnhofe stand eine Ehrenrotte des Infanterieregiments T. G. Masaryk Nr. 5 mit der Regimentskapelle. Den Staatsminister Blum begleitet bi» zur Grenze-der französische Gesandte in Prag d e Lac roix und Gesandter Zdenik Fierlinger. Staatsminister Lkon Blum und Gemahlin bxnühten ihren offiziellen Aufenthalt in Prag zu einer Besichtigung des heutigen Prag, wo sie seit dem Jahre 1018 wieder zum erstenmal- weilten. Streik auf der Albert-Grube beendet Aussig. Zu dem Streik auf der Alber!» Grube wird vom Tsch. P.-B. mitgeteilt: Mitden im Revier Elisabeth des Albert-Schachte» streikenden Bergarbeitern wurde am Samitag um 10.80 Uhr ein Abkommen in Anwesenheit de» Vertreters de» RevierbergamteS von Tevlitz« Schönau, sowie von Berttetern der Unternehmer und der Arbeiterschaft abgeschloffen. Die strittigen Fragen wurden bereinigt, so daß Montag die Arbeit in normalem Umfange wieder ausgenommen werden wird. Die Bergarbeiter im Elisa» bethrevier werden jetzt fünf anstelle der bisherigen vier Schichten arbeiten, der Bettieb auf dem übrigen'Teil de» Schachtes, wo die Bergarbeiter des Verein» für chemische und metallurgische Produktion arbeiten, ist von dem Konflikt nicht berührt. Dtzrt wird in den bisherigen sechs Schichten gearbeitet. Bla Säuglingssterblichkeit Im sudetendeutKhen Gebiet Für die besondere Häufigkeit der Totgebur- ken oder del Säuglingssterben» im'sudetendeutschen Gebiet ließe sich Mit großer. Wahrscheinlich- kett der Nachweis führen, daß dafür nicht innere,' vielleicht konstitutionelle Schäden verantwortlich: gemacht werden können, sondern äußere, durch die UnUvelt. bedingte Schäden, nämlich solche, wie ße durch die in den sudetendeutschen Gebieten besonders verbrestete Jndustriearbeit der Frauen bedingt'find. Mit einer gewisten Wahrscheinlichkeit läßt sich nün,sKließen, daß bei den Sudetendeutschen ebenfalls' gehäufte Todesfälle an angeborener Lebensschwäche durch eben dieselben, von außen kommenden Umweltschäden bedingt seien. Endgültige» dazu kann aber nur durch Erhebungen anfibrk Md Stelle und durch unmittelbare» Befragen der bettoffenen Eltern ststgestekÜ'werden.'»■ Diese Erhebungen der Deutschen Ju- g e n d f it r s o r g e beginnen bereit» mit September d. I? und sollen bi» zum 81. Dezember 1087«öbgeschloffen sein. Sie ümfasten alle Totgeburten und alle Früh- uNd Säuglinglsterbefälle im Zeiträume vom 1. Oktober 1088 btt 80. Sep- tenlber 1087 in sämtlichen Bezirken, die dje Deutsche LandeSkommiffion für Kinderschuh und Jugendfürsorge in Böhmen durch eigene Bezirk»- fürsorgerinnen, besetzt hat, Durch einen Bescheid der Land«»behörde in Prag vom 8. Just 1087, welche den Amt»«, In den frühen Morgenstunden des 25. September ist der. langjährige Leiter der Unter« stützungSabteflung de» verbände»«der Arbeiter in der Bau-, Stein« und Keramindustrie in Prag. Johann Sommer, nach^langer, schwerer Krankheit verstorben. Sommw wurde am 10. Dezember 1803 in Ujest-im Böhmerwold geboren, besuchte die Bolks- und Bürgerschule, sowie zwei Jahre BauwerkSmeisterfchule in Pilsen. Er erlernte dann da» Maurerhandwecr und trat schon im Jahre 1012 der Fachorganisation bet. Seit Jänner 1020 ist er Angestellter de» Verbände». Johann Sommer war den meisten deutschen Bauarbeitern bekannt und hat nicht nur in oer Gewerkschaft, sondern auch in der Pattei im In« tereffe der Arbeiterschaft viele» geleistet. Er hinterläßt eine Frau und drei unversorgte Kinder, , Johann Sommer wird am Mittwoch, den 20. September, l. I., in Prag beerdigt werden. Die Bauarbeiterschaft wird ihm jederzeit ein ehrende» Andenken bewahren. Tödlich verunglückt. Am Dienstag, den 21. d. M. fuhr hur Borsteher von Hörtau, Eduard John: mit feinem Rade gegen Politz. In der Kurve bei Buschmühle kam ihm ein Personen- mrto entgegen. John, der infolge des starken Gefälle» in scharfem Tempo fuhr, konnte nicht mehr rechtzeitig au»weichen.und fuhr mit großer Wucht gegen da» Auw. Er erlitt derart schwere verlet- zungen, daß er am Nächsten Tage im Kranken» Häuseln Tttschen starb. Warnung vor einem Schwindler. Die Ausst- ger Staatspolizei warnt vor einem Schwindler, der in Artzttterkreisen, besonder» bei AtuSleuten, Varteigenoffen und Kommunisten. Räder herauS- zülocken versucht. Der Kursche, der bereit» unter Distrikt», und Fürsorgeärzten die Mitwirkung bei der Aktion aufttägi, erhalten die Erhebungen -inen halbamtlichen Tharakter und können deshalb mit Beanspruchung der Amtsärzte.auch jene Fälle erfaffen, die durch di- Jugendfürsorge allein nur unzureichend hätten geklärt werden können. Die Schweigepflicht der Aerzte und die berufliche Schweigepflicht der Fürsorgerinnen sichern eine streng-vertrauliche Behandlung aller Fragen. Die Erhebungen werden weitgehend die zukünftigen Fürsorgemaßnahmen für Mutter und Kind bestimmen. Sie sind deshalb von größter Bedeutung. Au» diesem Grunde erwattet die Deutsche Jugendfürswege nicht nur eine fteudige Mitarbeit aller Aerzte und eigenen Amtswalter, sondern auch da» volle Berständni» jener Familien, denen e» nicht gegönnt war, ihr Kind am Leben zu erhalten. Wir müffen die Ursachen kennen lernen, die bnsere ohnehin geringen Geburtenzahlen noch» so unverhältnismäßig stark verringern. Die Erhebungen werden zeigen, wie weit mit Aufklärung, Erziehung und Fürsorge die Sterblichkeit bekämpft werden kann und wie weit eugenische Maßnahmen notwendig wären. In Böhmen finden sich zwei Gebiete mit besonder» gesteigerter Säuglingssterblichkeit: der Egergraben um Saaz-Brüx-Dux und im Böhmevwald um Böhm.»Krumau und Wallern. In beiden Gebieten ist wieder der Anteilsatz der an angeborener Lebensschwäche bald wieder verstorbenen Neugeborenen besonder» hoch. Di» Deutsche Tuberkulosenfürsorge in der Tschechoslowakischen Republik Bereit» im Jahre 1008 wurde von Univ.- Prof. MUDr. Rud. Jaksch-Wattenhorst der Deutsche Landeshilfsverein für Lungenkranke in Böhmen gegründet. Die Ungunst der Berhältniffe im letzten Jahrzehnt stötte die Tätigkeit, so daß eine ganze Reihe von^Zweigvereinen ihre Tätig keit einstellten. Diese Tatsache gab den Anlaß zur Neugestaltung■, der. Deutschen Tuberkulosenfür- sorge, welche im letzten Jahre durchgeführt wurde. E» wurde beschlossen, den Gesamtverband der deutschen Hilfsvereine für Lungenkranke in ein«: Reichsverband der Deutschen Tubettulosenfürsorge umzuwandeln und Landesstellen der Deutschen Tuberkulosenfürsorge für Böhmen, Mähren und Schlesien, weiter in jedem Gerichtsbezirke de» sudetendeutschen Sprachgebiete« eine Zweigstelle der Deutschen Tuberkulosenfürsorge zu errichten, welcher eine administrative Beratungsstelle anzu gliedern ist. In dieser Beratungsstelle soll eine fachlich vorgebildete Fürsorgerin eine vollständige Evidenz der Tuberkulosen schaffen und soll den Erkrankten die Einleitung des Heilverfahren» ver- mittelt werden. Die Tuberkulosediagnoftik soll in zenttalen Fürsorgestellen, welche von Fachärzten geleitet werden, durchgeführt werden. In Durchführung de» Arbeitsplanes vom 8. Dezember 1088 wurden bereit» 88 neue Zweigstellen errichtet, so daß es bereits 5 8 Z w e igstell^n gibt. Aerztlich geleitete Für- sorgestellen, in denen die Tuberkulose diagnostik durchgeführt' wird, gibt es bereits 28. Die Leistungen der 28 Fürsorgestellen betrugen tm Jahre 1088: Kranke und Bedrohte in Evidenz 25.820, Zahl der evidenten Familien 8800, Zahl der ärztlichen Ordinationsstunden 4108, Zahl der ärztlichen Untersuchungen 88.880, Zahl der Röntgenuntersuchungen 10.848, Zahl-der Un tersuchungen de» Sputums 1018, Zahl der ver teilten Thermometer 227, Zahl der vetteillen Spuckschalen 284, Zahl der vorgenommenen Hö hensonnenbestrahlungen 15.420, Zahl der Auf sichtsbesuche der Fürsorgeschwester 18,422, Zahl der besuchten Familien 8220, in Heilanstalten wurden 610 Personen untergebracht, in Fetten kolonien wurden 1315 Kinder entsendet. h Gleichzeitig mit der Durchführung der Or- ganisationSarbeiten setzte eine großzügige Propa-i krow im /DRD) Seite L . Sonntag, 26. September'IVS7' Nr. 227 N-estmügLriM ein wahres Ungeheuer von Eric Fernihough,-ist auf der Londoner Automobilausstellung zusehen- Lin Kel6enmll«ser kelsencler Die„Achse", um die sich angeblich die Welt öxr europäischen Politik dreht und auf deren Tragfähigkeit aller Augen gerichtet sind, ist in Bewegung gerate» und dreht sich mit grobem Kuprren um sich selbst. Einer ihrer Slühpunktc hat sich auf eine Reise begeben, die der Welt in eindringlicher Weise vor Augen fiihrt, welch' guten Gewissens sich die Träger der faschistischen Politik erfreuen und was sie selbst von ihrer Beliebtheit bei der breiten Mässe der Bevölkerung, die ihnen angeblich immer und überall zujubelt, halten. Da reist jetzt der DUCE, Herr der faschistischen Heerscharen, von Rom via München nach Berlin, und eine Welt von Polizei und Detek- tiven ist aufgeboten, um irgend etwas zu der- Hindern, das allein im Schicksal ruht und nur Vom Schicksal bestimmt wird. Ja, das fromme Oesterreich glaubt sogar an die Wunderwirkung der Artillerie und hat deshalb Kanonen in Be- reitschast gestellt, um dew»Weg zu schützen, den der faschistische Hergott beirüt, bzw. befährt. In Berlin wiederum wird» die Polizei. extra, durch Wochen hindurch, im Scharfschießen besonders ausgebildet, und Polizeihunde werden auf, ollen Wegen urii> Stegen postiert, um die Angst zu besiegen, die sich solchermaßen kundgibt vor einer Welt, der in ihrem Unglück nichts erspart bleibt, und die nun erkennen sollte/ daß ein gut Maß der Schuld sie selbst trifft, weil sie sich bluffen ließ und läßt, von einem, der in er- bärmlicher Angst vor feinem Treiben lebt, ja geradezu leben muß. Fetzt sieht man einmal klar und deutlich, wie eS in der Seele dieser Herrschaften beschaffen ist, die immerzu das Wort Heroismus in ihrem täglichen Sprachgebrauch führen und die einmal den Umkreis verlassen, der sie sonst schützend umgibt, vor Angst sich nicht zu fassest vermögen.' Denn das ist nichts anderes als Furcht, blinde Furcht des schlechten Gewissens, wie sie das Wissen zeugt um die Greuel in den Konzentrationslagern oder um das Schicksal der Verbannten aus den liparischen Inseln. Welch ei» Triumph fiir die Staatsmänner der Demo- krätien, die solche Behütung nicht nötig haben, deren Gewissen sie aufrecht und frei einherge- host läßt vor ihrer Bevölkerung und erst in die- sen Tagen gezeigt hat, wie erhaben und grandios im w a h r e n Sinne sie eine wirkliche sittliche und geisüge Persönlichkeit zu ehren ver- steht. Jeder Teilnehmer, der die letzten Tage un- ter uns erleben durste, iünn aus dem Vergleich der Sicherheitsmaßnahmen allein, die morali- fche Höhe der Demokratie messen gegenüber der triumphalen Farce der Diktaturregime. Kein Wort des Hohns auf den Heldenmut der Spieler des groben Welttheaters ist-scharf genug, um die Sicherheitsmaßnahmen zu geißeln, die sie für nötig erachten, um ihre glorreichen Füh- rerpcrsönlichkeiten vor der Hochachtung ihrer Untertanen zu schützen. Die Welt aber beginnt zu lachen und das ist gut sodenn der Fluch der Lächerlichkeit ist in diesem Falle vielleicht der erste Schritt zur Selbstbesinnung. Der Igel. Lion»Blum im Tschechoslowakischen Rundfunk. Die Rede, die Ao» Blum Freitag abends im Tschechoslowakischen Rundfunk über T. G. Masarstk gehalten hat, wird cheute, Sonntag, um 19.05 Uhr noch einmal mittels Schallplatte von allen tschechoslowakischen Stationen gesendete Schlechtes Wetter behindert den Rationalflug durch die Tschechoslowakei. Die erste Runde des ZuverläffigkeitSslugeS geriet wegen des schlechten Wetters in der ganzen Slowakei auf einen toten Punkt. Erst Samstag nachmittags gegen 3 Uhr starteten die ersten Flugzechw der stärksten Kategorie aus Zilina und die Flugzeuge der mittleren und schwachen Kategorie aus Pretzburg. Pieskany meldete, daß die Mehrzahl der Flugzeuge'-der mittleren und schwachen Kategorie an Ort und Stelle bleibt und, falls es. kicher sich im Gebrauch befindlicher Telephonapparate 35,028.682. Prozentual. berechnet befindet sich die größtes Zahl davon in den USA, nämlich 49.7t Apparate auf je 100 Personen. Erst in weitem Abstande folgen dann Deutschland mit 9.8t, England mit 7.28, Frankreich mit 4.11, Kanada mit 8.95, Japan mit 8.82, Rußland mit 2.46,Apparaten auf diok entsprechende Einwohnerzahl. Die Bereinigten Staaten schlagen auch mit der Zahl ihrer Fernsprechzellen die übrigen Länder; es kommen 14 auf je 100 Einwohner, in Deutschland und England nur je rund fünf. Allein Re zwölf größten amerikanischen Städte haben mehr Fernsprechzellen als ganz.England zii» sammen. Die höchste Lbonnentenziffer aller. Städte hat New 8ork mit 1,508.712, ei folgen London mit 960.709, Berlin mit 508.610, Pari, mit 422.755, Wien, mit 184.840 und Kopenhagen mit 182.916/ In Washington und San Francisko besitzt jeder Dritte ein Telephon. Im Jahre 1985 wurden in den Bereinigten Staaten rund 25 Milliarden Telephongespräche geführt, also rund 800.pro Sekunde. Jeder Amerikaner hat demnach im Jahre rund 197 Telephongespräche geführt.• Martz und Lilly. Der Pariser„Eirque d'Hiver" ist wieder eröffnet worden und die Wintersaison verspricht besonders glanzvoll zu werden, nachdem schon in den-ersten Tagen die.beiden Pracht-Elefantinnen Mary-und»Lilly-weit--über ial Programm binau, eine außerordentliche zirzensische Leistung vollbrachten. Sie führten nämlich dem begeisterten Publikum Elefanten-Eifersucht in Reinkultur vor. Mary, war gerade dabei,'einen schön einstudierten Walzer auf. der.Arena zu tanzen.und schon begann der erste Beifall.-Lilly stand daneben und ärgerte sich. Sie hob den Rüffel,'trompetete dreimal laut und' jagte nach einer wilden Hetze Mary kurzerhand ans dem Zirkus in,den Stall. Natürlich wollte Mary nicht'ohne weiteres weichen, aber Lilly schupfte sie mit einer solchen Kraft,. daß sie.förmlich durch den Vorhang sauste, der dabei, niedergeriffen wurde, ebenso.wie einige Deko» Der entführte Zaren-Genenl ■ Eugen v. Miller'. ...> Nachsaison in; Karlsbad "(-MP-) Im September endet die Hochsaison im./renommierten! Bäderdreieck- KarlsbadiMarien- bad-Franzen,bad. Die Karlsbader Kolonnade ist zwar.' noch belebt,, er find hier- noch/viele-Kurgäste, aber-der Reiz der Saison ist-verschwunden! Ruhig, gelaffen, spazieren'' alte- Herren,: begleitet vpn'ge« strengen Lebensgefährtinnen, in den.stillen Straßen. Mit nichtssagenden- Worten werden' die letzten künstlich ausgesta tteten Schaufenster kritisiert.'.- .(Jin. leichter Schüymer.der Sonne Weltliwden großen Fensterscheiben derelegantenEaftSundRe« stantants.- Bei Pupp, dem' größten und vornehmsten Hau, im Orte, wird schon aller für den Winterschlaf vorhepeifet....■/..'-. . Die reich und luküriöSseiiigerichteten-Semächer werden über d^MÄtü^st'.tzesiWK^^se-Jalousien an den Fenstern rpllen herunter'ünd-die gqnze gegen den' Kopf begangen würde. Bisher wurde noch nicht festgestellt, ob cS sich um einen Raub-' mord handelt. Die Gendarmerie der südböhmischen Stationen haben die Nachforschungen aufge-' nommen. Die Arbeitsbewilligungen für Oesterreicher. Die österreichische Gesandtschaft in Prag teilt mit:' Jene, österreichischen Bundesangehörigen, welche eine vor dem 1. Juni 1987 ausgestellte Bescheinigung nach 8 2 des tschechoflowatifchkn JnlandS- arbeiter-SchutzgefetzeS(Aufenthaltsbescheinigung) besitzen, werden hiemit auf die Bestimmungen deS Artikels!, Zahl 1, Absatz 4 der Regierungsverordnung vom 81. Mai 1937, Slg. d. G. u. Bdg. (82), aufmerksam gemacht, wonach sie verpflichtet sind, dem Landesamte, das die Bescheinigung ausgestellt hat, bis-l. Oktober 1937 nachzuweisen, das die gesetzlichen Bedingungen für die Ausstellung der Bescheinigung nicht erloschen.sind. Durch Versäumnis der Frist verliert die Bescheinigung ihre Gültigkeit. Nähere Auskünfte erteilen die österreichische Gesandtschaft in Prag und die österreichischen Konsulate. Revolte beim Hungerstreik.. Die palästinensische Polizei versuchte Freitag die in den Hungerstreik getretenen' Insassen des Konzentrationslagers von A'ck k o zum Aufgeben-de» Streike»' zu veranlassen. Dabei ereigneten sich Zusammenstöße, in deren Verlaus drei Jnsaffen schwer ver-i letzt wurden.. Die übrigen Jnsaffen setzten den Hungerstreik fort., -Wieder- ein Flug-Weltrekord, Die sowfet« russischen.Flieger Gufarow und Glebow legten- in einem fünfsitzigen 100 HP-Sport-Flugzeug ohne Zwischenlandung die Strecke Moskau—Krasnojarsk, eine Strecke in der Länge von 3570 Kilo- meiern, in!9 Stunden 59 Minuten zurück. Sie überböten' somit den Weltrekord im Nonstopflug für Sportflugzeuge.. Belgischer Minister beim Autounfall verletzt. Der belgische König nahm Frefiag an der 100- Jahrfeier des Bestandes der Bergakademie in' Mons'teil. Als die Mitglieder der Regierung zurückkehrten, um an dem außerordentlichen Ministerrat teilzunehmen, stieß das Auto, in wel-. chem der Schulminister Dr. Hoste und Nationalverteidigungsminister D e n,i s saßen, mit einem-anderen Auto zusammen, wiwei Minister. Dr. Hoste verletzt wurde. Die beiden Autor wurden vollkommen zertrümmert. Unbeschreibliche Panik bei einem Umzug in Alexandria. Am- Samstag.wurde in Alexandria ein grober Umzug veranstaltet, an. dem etwa 80.000 Arbeiter teilnahmen, die ihre Treue-zu König Faruk manifestieren wollten. Im Verlaufe der Manifestationen entstand ein derartiges Gedränge,, daß hiebei 25 Personen zu Tode geire-, ten und 100 Personen verletzt wurden. MetuxaS gegen Plato. Nach dem Vorbild' Hitlevdeutschland» hat der griechische Diktator die. Schulbüchereien von ihm nicht zusagenden Büchern säubern lassen. Ferner- wurde- über-die- Larbücher eine.strenge- Zensur verhängt.' AuS den .Schulbjtchereien wurden alle Werke der alten'grie» das Wetter erlaubt, erst Sonntag starten wird? chtschcn Philosophen wie Plätm Sokrates, Euripi» Die führenden Flugzeuge der stärksten. Kategorie'' dürfte» wahrscheinlich in einer der mährischen Strecke, durch welche die Strecke führt, übernach ten. Autounglück bei Brüx. In der Nacht auf Samstag fuhr der Schlaffer Josef Pkihoda aus Louny mit seinem Lastauto auf der Straße von Triebschitz nach Hareth, Während der Fahrt geriet das Auio in Brand, Pkihoda und sein Mit fahrer Hubäiek sprangen während der. Fahrt aus dem. brennenden Wagen. Während Hübäiek mit Reichten Verletzungen davonkam, geriet Pkihoda Unter das Auto und wuV>e getötet. Leichenfund. AuS Böhmisch-BudweiS wird dem Tsch. P.-B. geschrieben: Dieser Tage wurde in einem'Walde.in Südböhmen bei Böhmisch- BudweiS eine Leiche gefunden. In ihr wurde der Ausgedinger I. Z a I u d aus TiSinov identifi ziert. Es handelt sich um einen Mord, der-durch sinige Schläge mit einem stumpfen.Gegenstand des, Xenophon u. a. entfernt, weil sie-i-l.^koM« mpnfftische.Ideen vertpeteni- AuS dem' bleichen Grunde wurden. die Werke- des Naturforschers. Turwin aus den-Schulbüchereien entfernt.-(th) Auch alte Banknoten werden gestohlen. In der vergangenen- Nacht wurde, in- London. efye außer ordentlich werwolle Sammlung'von^gänknoten aus allen-Teilen, der. Welt gestohlen. Ar Besitzer.der Sammlung, F. E. Catling, beziffert ihren Wert auf 50 Millionen-Pfund- Sterlings Die Sammlung- ist in Sanunlerkreisen uyter- dem Namen-Avonmor- Sammlung bekannt. Jn-derSamnilüng.sollen sich u. a.- auch vidr chinesische- Roten- befinden,., die, über 1000 Jahre.-alt-sind...- ,. . 35 Millionen Telephonanschlüffe«ms ver Welt! Die amerikaüische Telegraphen-'und'Telephöngesell- WM.........■... schäft- veröffentlicht eine. Statistik,'- die' sich nicht-nur. prächtige' Sfirnwand' des'.größten Hotels.'bekömmt, WWW»''M'"■'""ilfljflten Stack- faftMer die Nacht; ein neüer' Anllih. DaS-Garten- Welt befaßt; llafö,'ist leer;.'verstummt,' keine' Musik' spielt''üstftr mit dem'Telephonverkehr in- den-Beiei tin?'scknd'ekn'.mit'dem aüftder'ganzen-W.... Danach-betrug ain-li'Jänner:1987, die-Zahl'sämti. den-schönen Palmkni-: Achtzehn Monate für Mllltärverrat Prag.(A in. 11i ch.).Der Senat fiir Än« gelcgenheiten des M-ilitärverrates beim Kreisstrafgericht in Prag verurteilte am' Samstag nach zweitägiger Hauptverhandlung', den..50jäh» rig;n Josef B r a n'd l, Offizial der'Bezirksbehörde in Asch, der mit der Leitung des Militäv- und. Paßreserates dieses Amtes betraut,-.war, wegen des Vergehens des Militärverrates laut Paragraph 6 Art. 4 des Gesetzes-zum Schuhe, der Republik, das er durch grobe Fahrläffigkeit bei der Ausübung seines Amtes begangen hatte,' zu einer schweren Kerkerstraße in der Dauer. Vock' 18 Monaten mit den entsprechenden Verschärfungen. Der öffentliche Kläger meldete'Rechtsmittel an. Der Angeklagte hat die Strafe angenommen. ratwnen. Mary setzte sich dann zur Wehr, aber die kämpfenden Elefanten rissen ein großes'Reh herunter, in dem.fie sich verwickelten, so daß sie. beide sich nicht mehr rühren konnten. Man brachte sie in ihpe, Ställe, wo sie sich beruhigten. WStt Bad Bohdanrs stieß SamStag dar Personenauto der Kaufmannes K. Friedmann aus Pardubitz mit dem Personenwagen des Mietautobesttzer, Eernohorfkh aus Bohdanei zusammen, das der Arbeiter Paulus lenkte. PiwluS führte drei Soldaten, des Dragonerregimentes zum Bahnhof, welche nach Beendigung der MilitärpräsenzdiensteS heimkehren wollten. Bei dem^heftigen Zusammenstoß wurde der Soldat Karel Svarc aus Zosum, Bezirk'Schüttenhofen, am Kopfe verletzt und. ins Krankenhaus in Pardubitz geschafft. Friedmann und Pavlu» wurden mit Knochenbrüchen und inneren Verletzungen ebenfalls dem Krankenhause eingeliefert. Zwei rückwärts fitzende Soldaten kamen ohne Verletzungen davon. Da, Wetter. Der Einfluß der Druckhochr über dem Binnenlande kann in unseren Gegenden noch immer nicht vollkommen zur Geltung. gelangen. Obgleich, die Bewölkung in Mitteleuropa an vielen Orten angenommen hat, erhalten unscheinbare Stö« rungSreste in den Karpathenländern noch die unbeständige Witterung aufrecht. Im Gebiete der Tatra hat er am SamSiag-Nachmittag noch geregnet, Nunmehr kann eine allmähliche Besserung auch in der östlichen Hälfte der Staates erwartet werden. Wahrscheinliches Wetter von heute: In den böhmischen Ländern bis auf Morgennebel im ganzen schön, nachts kühl, tagsüber etwas wärmer. Auch in der Osthälfte der Republik allmähliche Bewölkungsabnahme, mäßig warm.— Wetterau,» fichien für Montag: Halbheiter und tagsüber ziemlich warm. Vom Randfunk CaptahlMimrtM«m din Piormmm Montag Prag 1:10.05 Deutsche Presse. 14.05 Deutsche Sendung: Dr. Walter: Wie Verhalte.ich mich nach Zustellung der Zahlungsaufträge für direkt« Steuern? 17.00 Mozart: Sonate mit Variationen, A-Dur. 18.10 Deutsche Sendung: Musikalische Wanderung durch Prag: Kleinseite und Hrad- schin, 18.45 Deutsche Press«, 19,15 Populäre, Rundfunkorchesterkanzert: Smetana, DvokÄ usw, 21.15 Orchesterkonzert FOK. 22.40 Deutsche Presse. — Prag II: 14.20 Deutsche Sendung: Dr. Gerstl: Basch, der Vater der llinischen-Blutdruckmessung. 14.85 Schallplatten. 14.40 Ortmann: Majfie des Kunstwerke,. 14.55 Deutsche Preffe.• Brünn: 17.00 Gitarrensoli». 17.40 Deutsche Sendung: Dr. KreySler: Literatur au, dem Süden vom Jahre 1920 an.— Pretzburg: 15.80 Rundfunk« orchesterkonzert. 17.40 Gesangskonzert.— Kascheur 12.85 Rundfunkorchesterkonzert: Schubert, Eugen d'AIbert usw.— Mähr.-Ostrau: 18.10 Deutsche'Ar- teitersendung; Liederkonzert. 22.18 Klavierkonzert. DieuStag Prag, Sender I: 10.85: Dvotäk: Aus ,Ru« salla". 11.85: Kammerquartett. 12:20: Orchesterkonzert FOK. 14.20: Deutsche Arteitersendung« Lippmann: Menschenrechte und Emil Zola. 17.85: Deutsche Sendung: Seemann: Die neue- Spielzeit der deutschen Bühnen in der Republik. 17.50: Sutermeister;. Die schwarze Spinne, Funkover. 18.50:. DeutschePres s e. 18.55: Au» dem deuffchen Kulturleben.— Prag, Sender II: 14.80: D e u t- sch« Sendung: Kleines Soliftenkonzert: Schubert. Brahms.— Brünn: 16.00: Salontrio. 20.25:. Blanik, Ocher von Fibich.— Pretzburg: 16.55: Intime Musik.— Kascha«: 19.10: Rundfunkorchester« konzert: Mozart, Glazunow-etc.— Möhr..Ostrau: 17.50: Deuffche Sendung: Der Borhang geht in.di«' Höh«.. Auch die Straßen, die au, der Stadt in di, waldige Umgebung führen, find-fast leer, einsam, Rur zeitweise fährt«in Autobus in diebenachbartenck Ortschaften. Die vielen Einspänner, deren einig« Hundertuchr fidele» Dasein lustig sührech sind^mm -spärlich zu sehen.' Eine'langsam« Ruhe„ eine stillck Ruhe, zieht in die Stadt hipein. Biel lustiger, lebhafter ist e, in-der Rachbarstadl Fischern, wo die frühen AbendeeinenReizderGen mütlichkeit haben. Hier-findet man noch viele.Plätzw wo ruhig Und freundschaftlich geplaudert wird und hier gibt e, die Leutseligkeit, die im Karlsbader Kurviertel schwer»«»finden ist. Und während die großen Häuser,--dle im-Tckkg um die' Eger rangiert sind, ihre Restaurant» schlick,'- ßen, u^ deren Inhaber:fich zu einer Fahrt nach der, Süden vorbereiten, geht da» LeieninFischernweitz ter;"die Einwohner interessieren sich hier nicht füg da» Kmllwen in Karlsbad. ,^!i Mi^deg Regentagen endet die Saison in-Karltza, bad. Die letzten Kurgäste-packen: ihre Koffer und! studieren' im' Fahrplan.'-Uiid der- erfteoffizichR' Herbsttag wird dia^Sladt Karlsbad in-eine llemch still« Provinzstadt verwandeln. Nr. 227 Sonntag, 26. September 1937 Sekte t> t uwl äoLÜchwilti^ Verfehlte Fettwirtschaft 9 Unter diesem Titel setzt sich in der»Konsum« genossenschaft" F. SvWe sowohl mit der bisherigen Fettwirtschast als auch mit den Plänen der Grob- agrarier auseinander. Seine Ausführungen, die wir nachstehend auszugsweise widergeben, sind um so aktueller, als die Margarinev^rsorgungSschwierig- leiten, wie wir bereits berichtet haben, wieder vor der Tür« stehen. Das bis Ende September vorgesehene Kontingent ist bereits völlig«rschöpst. Der Artikel Widerlegt die Behauptung, daß die Margarine« und Kunstfetterzeuaung die Rinder- und Schweinezucht gesahrdcn ussd führt an, datz sowohl die Rinder- als auch die Schwcinebestände im vergangenen Jahr Welfer gestiegen sind. Den ausschlaggebenden Einflutz aus die Viehhaltung haben stets nur di« Futtermittelpreise einerseits, die Kauffähigkeit der Bevölkerung andererseits gehabt. Ebenso fehl geht dar Argument, daß die Butterproduktion durch die Margarine bedroht ist. Selbst die Agrarier müssen wissen, daß«die Butterpreise am stärksten dadurch betroffen werden, datz hierzulande nur ein Teil der Butter als haltbar« Teebutter erzeugt wird, während zu viel sogenannte ' Landbutter produziert wird, die unmittelbar nach ihrer Erzeugung verkmift werden must, weil sie ein mehrtägiges Lagern nicht aushält. Wenn dann durch irgendeinen Umstand auf einmal mehr Landbutter auf den Markt kommt, must dies auf die Preise wirken. Ausgabe der agrarischen Organisationen wäre er daher, die Butterprdduksion anderes zu organisieren und mehr haltbare Teebutter zu«r- .zeugen. Die agrarischen Molkereien haben übrigens in den letzten Jahrenckbinen sehr guten Geschäftsgang. Sie verlausen die Butter zu guten Preisen, den Bauern aber zahlen sie für die Milch nur wenig. und lagen, dass daran die Margarine schuld sei. Der Butterüberschutz, von dem immer die Rede ist.' ist geringfügig. Der Artikel stellt die Frage, wie es zu erklären ist, datz die Großhandelspreise der Mollereien für Butter bei«ns annähernd 20 KC betragen, während die holländischen Molkereien für ihre gewitz erstklassige Butter kaum mehr al» 12 bis'18 KL berechnen. Dabei bekommen die holländischen Bauern ihr« Milch viel besser bezahlt als unsere Landwirte.* Wir erfahren, nun, schreibt die„Konsumge- Wdssenschaft" weiter, von Plänen, die Margarinefeuer auf KC 2.— je Kilogramm zu erhöhen. An«' gesicht» der Tatsache, datz Margarine der Fettswff der ärmsten Berbraucherfamilien ist, müssen solche Pläne al» unerhört bezeichnet werden. Wieder sollt»«S gerade die Airmsten sein, welche die Kosten" der verfehlten agrarischen Fettwirtschast zu bHprhlen hätten. Gegen derartige Pläne erheben wir den entschiedensten Protest. Man möge es sich überlegen, solche'Pläne in der Oeffentlichkeit auch nur zu diskutieren! Nicht einmal um den Preis der Aushebung des MargarinegesetzeS und dir Kontingentierung" darf'«int Erhöhmig'dt^^MKgätine- steucr erfolgen!......... Verfehlt ist auch die Haltung tft der Fettbe- wirtschqftung, soweit«S sich uni Schweinefett und Speck, handelt. Es. ist Tatsache, datz die heimische Erzeugung den Jnlandbedarf nicht zu decken vermag.. Das sehen di« vernünftigen agrarischen Führer. auch ein. Run verlangen die Agrarier aber das Inkrafttreten der wesentlich höheren autonomen Zollsätze, gegenüber den bisher geltenden ermäßigten. Der ermäßigte Zoll einschließlich Abgaben beträgt ' für Schweinefett Xi 2.—, der autonome Zollsatz hingegen Xi 8.60 bzw. 8.— für Vertragsstaaten. Wenn diese Pläne Erfolg hätten, Bvürde das Fett wieder, wesentlich teurer werden. Ohne Zweifel würde das zur Folge haben, datz die ohnehin stark restringierten Fettimporte noch weiter eingeschränkt würden, was wiederum für unsere Erportindustrien von üblen Folgen, begleitet wäre,, denn die Fetteinfuhr ist ein wichtiger ÄompensationSfaktor. Die weitere. Folge wär«, datz die Nachfrage nach dem billigen Kunstfett noch größer werden würde, was den Agrariern wiederum nicht passen Würde. Die Gültigkeit der ermäßigten Zollsätze läuft am 9. November, ab. Nachdem da» Ermächtigungsgesetz erloschen ist, mutz das Parlament darüber entscheiden. Wir machen die verantwortlichen Stellen auf die Gefahren ausmerksam, di« entstehen müßten, falls nicht rechtzeitig vorgesorgt würde,.."datz zumindest die ermäßigten Zollsätze auch nach dem 9. November in Kraft bleiben. Die Verbraucherschaft fordert im Gegensatz zu den agrarischen Plänen di« Aufhebung der viel-zu hohen Zölle auf Schweinefett, welche«inen gröberen Berbrauch unterbinden. *Es scheint, datz di« Agrarier jeglicher Maß für Möglicher und Unmögliches vertieren: Sie verrin- > gern di« Kunstfettprodultion, verteuern sie durch ! Steuern,.' teure.Sorten und sonstige Schikanen. ! Statt dafür den Verbrauch von Schweinefett zu ■I erleichtern, verlangen sie Zollerjöhüngen und schlie- . tzen so Wieder breite Berbraucherkreis« auch noch vöm r Schweinefettkonsum aus. Sie verteuern ununterbrochen die Butterpreise. Wa» WM man denn eigentlich l Welche Fettswff« soll««'die Verbraucher, denn eigentlich verwenden? - wiesen bereits darauf hin, daß trotz des «Hoyren Margarineverbrauches sich di« Viehhaltung vergrößert hat. In einer Sitzung de» Zentral- verbande» der Schweinezüchter wurden Befürchtungen wegen des hohen Bestandes an Schweinen ausgesprochen. Dabei besteht'ein Gesetz, da» die Schweinezucht bestimmten Beschränkungen unterwirft, allerdings nur-aus dem Papier, denn an di« großen-Schweinezüchter, di« früher 29, nun- aber . viele hundert Schweine züchten, traut man sich nicht - heran, Was wird.aber getan? Die Schweinezüchter, dieM ihrer eigenen Wirtschaft nicht.Ordnung schaffe» können' oder nicht, wollen, perlangen eine wei- - tere Einschränkung der»Märgarineerzeugung,'Ihre ganze WirischastskuNst reicht"also gerade hin, Sim chre Vorteile auf Kosten der ärmsten'Verbraucher sichern zu wollen. '«- Zum Schluß faßt F.Svojie die Forderungen der Verbraucher folgenderinatzn zusqmmn: «»l.,Abschaffung des Mo.ttzarinegcsctzes oder / Äer'Festsetzung eines...ausreichende» Kontingentes ntzi 19.999 Waggons imJahrr 2. Aufhebung der Mavgarinesteuer und Sicherung gegen, alle Bestrebungen, die auf«ine weitere Verteuerung der Kuiistfette abzielen; 8. Aushebung, des Zolles auf Schweinefett und freie Einfuhrmöglichkeiten. DI« Beschäftigung im August ' Nach den Berichten der Zentralsozialversiche- rungsanstalt waren im August dieser Jahres bet' den ihr unterstellten 298 Versicherungsanstalten versichert ä) nach dem Ges. 221/24(Arbeiter): Männer.. 1,581.891 Frauen. 894.777 -zusammen, 2,426.168 gegenÄder. Juli 1987 mehr um 8d8, gegenüber' August' 1986 mehr um 216.221; b) nach dem Ges. 117/2Y(PensionSvers.):. Männer... 129i987 . grauen ,... 84.298 • zusammen. 188.242 gegenüber Juli 1987 mehr um 888, gegenüber August 1986' Mehr um 10.186. Wenn auch seit dem Borjahk die Zahl der beschäftigten Arbeiter um mehr als 209.090 größer geworden ist,; bleibt die Beschästiguiig doch noch tief unter dem Stand vom Jahre 1929, wo im August'2,680.693 Versicherte nach dem Ges. 221/24 gezählt wurden. Wasserwirtschaftliche Investitionen flir nahezu eine Milliarde Im ArbeitSminlsterium wurde eben die Uebersicht über die Investitionstätigkeit des Wafferwirtschaftsfonds in der Zeit vom Jahre 1931 bis 1986 abgeschlossen. AuS den Mitteln des Fonds wurden in dieser Zeit 917.90 Mill. XL an Investitionen und Krediten verausgabt, d. i. um 186.099 Mill. XL weniger als im ursprünglichen Programm voraüsgesehen war. Bon den Investitionen und Krediten entfielen(in Millionen) auf Böhmen. 628.82, Mähren-Schlesien 96.63, die Slowakei 181.96, Karpathorußland 16.68. Die Investitionstätigkeit wird planmäßig bis zum Lahre 1967 fortgesetzt werden, wobei laut Voranschlag 3.888 Mill. XL verausgabt werden sollen. Durch die Investitionstätigkeit der erste» sechs Jahre wurde Arbeitsgelegenheit für 18,600.009 achtstündige Avbeitsschichten, bzw. dauernde Beschäftigung- 12.000 Arbeitern geschaffen. An Löhnen wurden 820 Mill. XL verausgabt. An Arbeitslosenunterstützungen wurden 108 Mill. XL erspart und das Vollsvermögen würde durch Auswertung von Grundstücken, Gebäuden,-pon Gewerbe und'Handel ini Bereich M' neu errichteten Talsperren- um 60 Mill" Xi erhöht.(DND) Rentner-Tagung des Allgemeinen Angestelltenverbandes Mit der Novellierung des Pensionsversiche« HngSgeseheS beschäftigte sich die am 22. September in Prag abgehaltene Sitzung Ars Ausschusses der Rentnerabteilung im Allgemeinen Angestrll- ten-Verband Reichenberg. Fachreferent L ö w i t berichtete über die umfangreiche Tätigkeit der Rentnerabteilung in bezug auf Versammlungen, Interventionen, Borsprachen, Beratungen,. Rechtsvertretungen u. a. m., worauf Beübandsvbmann Kirchhof den Stand der Novkllierungsavbeiten am' PinsionS- versicherungsgesetz und die vom Allgemeinen Angestellten-Verband dazu eingereichten Anträge besprach. Er beschäftigte.sich-auch mit dem Stande und der Entwicklung der Allgemeinen Pensionsanstalt sowie.der verschiedenen Ecsatzinstitute und behandle.weiter».den Stand der Beratungen Wer die Angestellten-Krankenverstcherung. An der Aussprache' über die Berichte und sonstige Pensions-. und Krankenversichepungsfragcn der Rentner beteiligten sich S i e b e n e i ch e r(Reichenberg), Hahn-(Teplitz-Schönau), Uls- Perg e r(. Fqlkepau a. d. Eger), Schmid (Mähr.»Schöicherg),.F i.n st e r l e(Zwittau), Richt e.r(Leitmeritz) und M ö r t h(Wagstadt)> worauf' VerbandSobmaNn K i rch h o f mit De^Heirfen-Ausschlag eine alt-neue Berufskrankheit ’ Von Haris Reimer-Winter Wenn da» Hopsenpflücken auch keine dauernde Beschäftigung im eigentlichen Sinne ist, so ist er doch eine regeünätzig wiederkehrende und die Folgen der Beschäftigung können Mr empfindliche Menschen sehr unangenehme und länger andauernde sein. Bi» jetzt konnte man dann und wann lesen, daß Lopfenpslücker —«r sind überwiegend Frauen und Kinder— an einer Art Ausschlag an den Händen erkranken, einem 'Ekßem, und Spitalsbehandlmig auftuchen müssen. Man gibt die Schuld den.rauhen Stengeln der Hopfenblüten, die die Hände fortgesetzt.aufreiben und' so da»'Ekzem verursachen, ES ist-aber nach-anderen wissenschaftlichen, bzw. klinischen- Erfahrungen.sehr leicht möglich, daß das Mufrauhen der Hände mittels der Stestgel mtd Dolden de» Hopsen» nur«ine verschlimmernd«, intensivierende Begleiterscheinung darstellt. Es dürste sich' um die direkt« Einwirkung des Hopf enha r z e» handeln, welche» in die äusgerissene Haut gelangt. An und Mr sich ist da» Von. den seinen Blättchen der Blütenträubchen de» Hopsen»: abgesonderte Harz, da» Lupulin, ein seda- tiver, beruhigender Bittcrjtosf, der kein Alkaloid ist und lein solche» enthält, kein Betäubungsmittel, leist einem die Ergebnisse der Beratungen zusammenfassenden Schlußworte- die arbeitsreiche Sitzung beendete.-—Die Rcnterabteilung im Allgemeinen ANgestellten-Vechänd befaßt sich lausend mit der Interessenvertretung der Rentenbezieher in Pen- stöns-, Sozial- und, KrankenversichcrungSfrageii und hat eine Reihe wichtiger Erfolge ihrer Tätig- keit aufzuweisen. o.——— . Geschäftsreisende verlangen feste Gehülter Eine im EinheitSverbandShaus in Prag abgehaltene Versammlung der Geschäftsreisenden und Vertreter beschloß, für diese llngestelltenkate- gorien die Bezahlung eines festen Mindestgehalte», die Erhöhung der unzulänglichen Provisionssätze und den Ersah aller notwendigen Reiseunkosten zu fordern. Die, Versammlung sprach sich ferner -nachdrücklich dafür aus, daß es den Arbeitgebern !raschestcns verboten werde, den Geschäftsreisenden "und Vertretern das so unmoralische Delkredere weiter aufzüerlegen. Die parlamentarische Verabschiedung des GeschästsreisendengesetzeS wurde als nachgerade nicht mehr aufschiebbar bezeichnet. Ein neue» Martell. Die Kammgarnspinnerei-Industriellen haben nach langen Verhandlungen ein Kontingentierungskartell errichtet. Die Kontingentierung gilt nur Mr den Inlandsabsatz, für den gleichzeiig auch neue Mindestpreise— also eine Preiserhöhung!— festgesetzt wurden. Erhöhte FlachSanbausläche. Die FlachSan- bausläche in der Tschechoslowakei Ivurde auch in ^diesem Jahre wieder bedeutend erweitert. Man schätzt sie auf 16.000 Hektar gegenüber nur 18.800 Hektar im Vorjahre. Zuckerverbrauch in Böhmen stagnierend. Während der Zuckerv'rbrauch in der Tschechoslowakei vom 1. Oktober 1936 bis zum 31. Aug. 1987 um 48.000 Zentner oder 1,8 Prozent gestiegen ist, beträgt die Konsumzunahme in Böhmen nur 0,6 Prozent. Diese Steigerung ist also ganz unerheblich, sie. könnte jedoch verstärkt werden, wenn die Zuckerpreise endlich eine Er- mäßigung erfahren würden. Abbruch der Nestomitzer Zuckerraffinerie. Die Gebäude der Nestomitzer Zuckerraffinerie, in denen einst nind 1500 Arbeiter beschäftigt waren, werden zur Zeit abgebrochen. Die Stille- gung und Vernichtung des Betriebs Nftirde durch 'die Politik des Zuckerkartells erzwungen. Prager LebenSmittelmärkt«. Gemüse. Kohlrübe, Bund um 20 Heller billiger,.1.89—1.89 XL, teuerer sind Salatgurken bis um 1 KC per Stück: 0,79—2,69 Xi, Fisolenschoten sind um 1 XL teurer I Kg. 8—5 XL, Zwiebel um 29 Heller— 1 Kg. 0.70 bis1.20«-XLi Knoblauche 8—5 Xi, Sesicrje,®ujib .j 60-7:aufgertssene Haut und erzeugt rin« Art von> Hautkreb», evenwell auch HaÜttuberkulose, je nach der persönlichen Anlage. In manchem ist ja die Molle der Harze noch nicht gaM geklärt. Jedenfalls sind aber hie Wirkungen auf Rk Hautichekannt und auch im Falle der. Hopsenpflücker hark man-da» Ekzem, das oft länger« Leit anhält und zus Differenzen mit den. Krankenkassen?'und anders» Fonds führ!, zwar auf die Mitwirkünä der mechanischen Reitz-Verletzungen zurückfühceii, aber Nicht außer acht.lassen, daß Rachkrankheiten der Haut Purkynfr-Feler Im Prager Nationalmuseum Samstag vormittags wurden im Pantheon deS Nationalmuseum? die staatlichen und internationalen Feierlichkeiten cknläßlich des 150. Geburtstage» Jan Evangclista Purk y'n i S offiziell eröffnet. Da» Pantheon war von Vertretern der Wissenschaft und der Kulturwelt bis auf den letzten Platz gefüllt. Für die Fainilie PurlyniS war der Rat des LandeSamtcS Eyril P u r k y n i und die Enkelin Frau RüZena Pokornä au» Prag mit den übrigen Mitgliedern der Familie Purkyni anwesend. Der Feier wohnten ferner Primator Dr. Zcnkl und zahlreiche Vertreter in- und ausländischer, sogar anierikanischcr wissenschaftlicher Korporationen und Hochschulen bei. Professor Dr, N i m e c hielt in englischer und deutscher Sprache einen Fcstvortrag über Purkyni, in welchem er betonte, daß Purkyni nicht nur ein großer Naturforscher, vielseitiger Wissenschaftler und Entdecker, opferbereiter Lehrer, sondern auch ein edler Philosoph war, der an die bessere Zukunft der Menschheit und die Sicherung de» Friedens dachte. Namens des Protektor», de» Präsidenten der Republik Dr. Eduard Benes, und namens der Negierung hielt dann Schulminister Dr. Franke eine Rede. 1l. a. würdigte er in deutscher Sprache das wissenschaftliche Schaffen Purkyni», der der Gründer der neuzeitlichen Experimentalphysiologie ist, da? Physiologische Institut sschuf und die mikroskopische Anatomie begründete. Purkyni ist ein Gelehrter, dessen Namen auf dem Gebiete der Biologie und Phy-, siologie mit vielen wichtigen Entdeckungen verbunden ist. Nach der Rede des Ministers folgten die Ansprachen der Verireter der wissenschaftlichen" Jnsti- iute und Korporationen. Die Teilnehmer besichtig» ten dann die Ausstellung der Andenken an Purkyni und seine» Manuskriptnachlasses, die in den Räumlichkeiten des Nationalmuseums installiert ist. datz ziemlich große Vorräte übrig blieben. Kalbfteisch, Vorderes, mit Zuwaage, kostet 8—10 Xk, HjptereS 12—14 XL, Vordere», ohne Zuwaage 19 bi» 12 XL, Hintere» 14—22 XL. Rindfleisch, Vordere», mit Zuwaage 10—14 XL, Hintere» 12—17 XL, Vorderes, ohne Zuwaage 12—16 XL, Hintere», ohne Zuwaage 14—19 XL. Lungenbraten, Vordere», ohne Zuwaage 18-7-29 Xi, ohne Zuwaage 20—28 XL. Schweinefleisch, Vordere», mit Zuwaage 10—12 XL, Hinteres 12-—16 XL, Vordere», ohne Zuwaage 11— 14 XL, Hintere» 14—20 Xi. Schöpsenfleisch, Vordere», mit Zuwaage 8—11 XL, Hinteres 10 bis 14 Xi, Vorderes, ohne Zuwaage 10—18 Xi, Hintere» 12—16 Xi. RindSleber 8—12 Xi. Rindszunge, roh 11—14 Xi, Rindshtrn 16—18 Kl Kalbs» und Schweinshirn 18—24 Xi, Selchfleisch" roh. Vorderes 14—18 Xi. Hinteres 16—18 XL. Vorderes, gekocht 20—24 Xi^ Hinteres, gekocht 24 bi» 28 Xi, Rindszunge, geselcht 16—18 Xi, Kuttelflecke, 1 Kg. 6—7 Xi.— S e-l ch w a r e n. llie» klattie-Konfunifalanit' 10—12'xk,'Präger und Polnische 16—20 Xi,"Schinkenwurst 24—-28“Xi, Preßwurst 12—20 Xi, Bratwurst 14—16 Xi, Schinken, rob 16—18 Xi, gekocht 22—26 Xi. geschnitten 80 bis 82 XL, Würstel, 1 Kg. 16—18 Xi. Stück 70 Heller, Wurst, 1 Kg. 15 Xi. Stück 60 Heller.— Fette. Butter ist um 1 Xi billiger. Landbutter kostet 18—20 Xi. T-ebutter, im 5-K«.-Paket 21 bis 28 Xi, Margarine 10—12 Xi, Rindsfette, roh 6—7 XL, ausgelassen 7—8 Xi, Nierenfette 8 XL, Schweinschmalz, böhmisches, rob 11—12 XL. ausgelassen 18—15 XL. Bakonyevschmalz 12—18 XL, Speck 18—15 XL.— Fische. Karpfen, 1 Kg. 14 XL, Hecht 16—18 XL. Schleie 8—12 XL. Aal 80—40 Xi, Lachs 40—50 XL, Forellenbarsch 14 bis 18 Xi, Stockfisch 6—10 XL.— Verschie- dene Waren. Böhmische Eier sind wieder um 1 Xi teurer— Schock 89 Xi. Stück 70 Heller, fto- wakische sind um 2 Xi teurer— Schock 86—88 XL, Stück 65 Heller, Honig, rein, 1 Kg. 14—16 Xi, Brot, 1 Kg. 2.20—2.50 XL. Topfen, frisch, 1 Kg. 4—6 Xi.— Geflügel und Wild. Heimische Gan», Stück 45—100 Xk, geschlachtet, 1 Kg. 12— 14 Xi, SchmalzganS 14—16 Xi, abgehackt 18 bis 20 Xi, GanSgekröse. Stück 9—12 XL. ohne Magen 8—5 Xi, Gantzleber, zum Rösten, Stück 4 bi» 8 Xi, Pasteteleber, 1 Kg. 85—40 Xi, HauScnte, Stück 25—40 Xi, Henne, Stück 15—85 XL, Hühn,. 1 Kg. 20 Xi, Poularden, heurige, Stück 20—56 Xk, Tauben, Paar 10—16 Xi. Rebhuhn, Stück 5 bi» 8 Xi, Wildente, Stück 12—18 Xk, Fasanen, Stück 14—22 XL, Hasen, 1 Kg. 6 XL, abgezogen, Vorderteil, Stück 4—6 Xk, Hinterteil 12—24 Xi. Rehfleisch, Brust 10 Xi, Schulter 14 Xi, Schlegel 18—20 Xi, Hirschfleisch, Vordere» 6—10 Xi, Hintere» 16 Xi. z. auf dem Eindringen der Harze ebenso beruhen können, wie bei den oben genannten Beschäftigten im Walde. Die durch die industrielle Entwicklung, bedingte Arbeitsteilung kann zwar' das Heer der Berufskrankheiten nicht vermehrt haben, aber wir ver-, mögen heut« fo manches al» spezifische Berufskrankheit zu erkennen, wa» man ehedem nicht als solch« erlangte und auf ganz andere Ursachen schob, ost zum Schaden des Kranken Im Hinblick auf Anerkennung durch z. B. Renten- und'Jnvaliditätrfonds, die sich allzuoft bemühen, erworbene Leiden als angeborene hinzustellen, die außerhalb der Tätigkeit der Fond» fallen. Man kann eben gerechterweise keine Normalkonstitution«Ines Menschen reglementieren, ohne sowohl mit der Logik wie der Menschlichkeit und mit- der klbsicht der Fürsorgegesetze in Konflikt zu geraten. Wenn jemand eine überempfindliche.Haut benscht, so kann ihm da» von einer Normalbeschäftigungf nicht auSschließen, bzw. nicht von der Behandlung bet Erkrankung, aber auch nicht von der, Heilung und sonstigen Berücksichtigung weiterer Folgen. Die Witzle über die Berufskrankheiten entstammen zum großen Teile einer unsozialen Aera und überhaupt einer BorstellungSwelt, die den Arbeiter, viel eher als«ine bewegljche Sache, denn als ein lebendiges Wesen mit Menschenrechten ansah. Diese, noch— leider I lange nicht abgetane Anschauung zwingt zu besonderer Sorgfalt bet der Beurteilung von Krankheiten undf Leiden, di« die-Beschästigung zufügte oder Hervorrieß, «tüt 6 .Sozialdemokrat" Sonntag, 20. September 1037. Nr. 227 Veeeinsaaciuiekka G Kunst und Wissen erfaßt. Vorgestern Lackierer Wendelin Sealsmantel und Felle. Der Schaden bei FRAUENKRANKHEITEN! MtteikttrMll«»llrama« R- PRODUKTE HEILBÄDER im HAUS Atus, Prag AuSschusssitzung am Mittwoch, den 29. September, pünktlich um 8 Uhr abends im Bildungrverein, Smedky 27.. Heute kluslos In Kbely Die einzige Flugveranstaltung des heurigen Jahre«, die durch den Nationalslug begonnen wurde, gipfelt heute in Prag in einen Flugtag, besten Hauptprogramm der zlveite nationale Wcttbclverb in der Flugalrobatie ist. An dem Wettbcivcrb werden Heuer zehn Flieger teilnch- mcn, darunter auch einige aus der Gruppe de« Oberlcutnans Noväk. Das Programm beginnt heute um 7.30 Uhr. Die Eintrittsgebühr für den ganzen Tag beträgt: Tribüncnsihe Kd 80.—, Sitze am Flugplatz Kd 10.—, Stehplätze Kd 8—. Jugend und Militär bis zum Zugssührer KL 2.—. Pom Denis- und Wilsonbahnhof iverden zwei Sonderzüge abgeferiigt. Die Strecke der elektrischen Strassenbahnen und die Autobusse nach Kbely iverden dichteren Vorkehr haben. sche Wendung. Aber das Publikum darf mit der liebenswürdigen"Frau Nicole, dit es ausdrücklich versichert, bestimmt hoffen, daß alles gut enden wirb. Der Dialog ist wie" in dieser Art Pariser Lust- spiele meist anmsant und heiter, täuscht damit führ geschickt vor, baffer geistreich und witzig sei, war dem Publikum immer Spatz macht; es braucht sich nicht anzustrengen, die Fahrt geht strapazenlo» durch leicht gewelltes, aber abwechslungsreiches und reizvolles Gelände, Höhen und Tiefen gibt er da keine und man hat doch das hochbefriedigende Gefühl, vom Esprit gekostet zu haben. Wohlfeiler Schaumwein wird als Champagner serviert, aber man kann zugeben. Satz er als Ersatz" immerhin preiswert ist. f Das zweite Element der Erfolges ist in solchem Falle immer dar Spiel, zumal wenn es auf wenigen Darstellern ruht. Der Erfolg der„Reise" (daß sie nur erträumt und wie sie gespielt wird, ist einer der nettesten Einfälle des Stückes)/ist durch Dolores Moncasi und Ha,ns Gö'tz garantiert. Götz Sielt.den liebenswürdigen Künstler, der eher Naturbursche als Bohemien und jedenfalls ein Bonvivant und Herzensbrecher ist, mit der gewohnten Ueberleaenheit, man hat das Gefühl, datz er aller, aus dem Handgelenk/improvisiere- und erfreut sicher dieser fast spielerischen Manier, die. jedes be- wuhte Spielen vergessen macht. Frau Moncasi seht der schönen Frau Nicol«, die aus dem Aben- teuer in die grotze-Liebe taumelt, alle Lichter einer groben Rolle auf, sie ist Dame, Weibchen,- sützeS. Mädel, ein-bisserl Erdgeist, und ihre Stimme gibt mit dem verführerischen Timbre /der- geborenen Film-Heroine dem Lustspiel, wo eS> nottut,«inen Mgischcn Schimmer. Herr S i e d l e r, soll einen Ekel spielen, der sich zum, Schluß doch als ein--netter und vernünf- Uranla-KIno. Doppeiprograulm:„Dar lachende Dritte'! mit Lucie Englisch.— Gastspiel Senta Born mit de« Schattentanzl— Masaryks Begräbnis. Sonntag 2, 4,. 6,%9 Uhr, Zuschlag 1 Kd.—„Grenzen der Technik", KulkurgroßfilmI Heute, Sonntag, 11 Uhr, Montag 6,%9 Uhr. Mitglieder freier Ejntritil Abonnement 1937/88 im Deutschen Theater. Ausgabe der Plätze für bisherige Abonnenten bl» Freitag, den 1. Oktober. Voranmeldungen für neil- ci»tretende Abonnenten werden bereit» jetzt ent« gegengenommen. PreiSermätzigung des Abonnements gegenüber den Kastenreifen-bis 80 Prozent. Samstag Gastspiel GUta Alpar in der Operette „Die Dubarrh".:(Abonnement.ausgehoben). Sitzplätze Kd 16.— bis 76.—. Vorverkauf für Abonnenten nur noch heute. Allgemeiner Vorverkauf ab morgen. Da die, Serie B 2 längere Zeit kein grö- tzeres Gastspiel erhielt, gelten für diese Serie zum Alpar-Wastspiel ausnahmsweise di« 60 Prozent- Bons der Kleinen Bühne auch im Neuen Theater. Rosette Anday heute als llarme». Wegen Erkrankung von Rife Stevens singt Kammersängerin Rosette Andah, von der Staatsoper Wien, die Carmen im Neuen Deutschen Theater.(CI, Beginn 7 Uhr).« - Wochcnspielplan de» Reuen Deutschen Theaters. Sonntag 7 Uhr: Carmen, CI.— Montag geschlossen.— Dienstag 6 sh: P a r s i f a l, A 2.— Mittwoch 7Vi: Das Dorf ohne Mä-nner, B 1.'— Donnerstag 7%: Pariser Leben, C 1.— Freitag 7%: Oberon D.— Samstag 7 H: Die Dubarrh, Gastspiel Gitta Alpar, Abonnement aufgehoben.'— Sonntag 2)4: Cavalleria ru st ic an e.DerBajazzo. 7%: Pariser Leben, B 1. WochenspielplstN der Kleinen Bühne..Sonntag 8: B e i K e r z e n l i ch t.— Montag: geschlossen. — Dienstag, 8:Di«Reise.— Mittwoch, 8: Bei K e rze n l i ch t. Donnerstag, 8: Die Reise. — Freitag, 8: N o r a.— SamStag, 8: Eine Frau ohne Bedeutung, volkStüml. Vorst.— Sonniag, 8: Sin K u stund sonst ga r n ich t S; 8:DIeReise-, Mufik-Unterricht. Adressen qualifizierter Lehrkräfte durch deg Deutschen- Musik-Pädag. Verband, Prag X., Palcckeho 117,. oder telephonisch Nr. 89—168,von 2 bis 4 Uhr. tet ist, für Familienangehörige eine» derärtiKn Versicherten dem.Krankenhail»2 Kd täglich zu bezahlen, ist richtig. An dieser Beziehung sind die sogenannten Beamtenversichcrten tatsächlich schlechter gestellt al» die Arbeiterversicherten; übrigen» ist auch bei den Ärbelterversicherten die Kranken- versicherungSanstalt zur Zahlung des Betrage» von 2 Kd in der Regel nur dann verpflichtet, wenn ste den Familienangehörigen in» Krankenhau» gewiesen hat. Eine grosse Zahl von Bersicherung»anstalten gewährt allerding» ihrenapensionSversicherten Mitgliedern au»-den Mitteln de» ausserordentlichen UntcrstlltzungSsondS auf Grund eine» vom-Vorstand beschlossenen Regulativ» den halben Ver- pflegSaufwand der. 8. Klass« für im Krankcnhau» behandelte Familienangehörige. Erkundigen Sie sich in der KVA., ob«In derartige» Regulativ, beschlossen wurde. Wenn nicht, bringen Sie beim Vorstand rin Ansuchen um Gewährung de» halben Vcr- pflegsaufwande»*der 8. Klasse au» dem a. o.-Un» terstÜtzungSfond» ein, wobei darauf zu verweisen wäre, dass zahlreiche andere KVA! ihren pensionsversicherten Mitgliedern in dieser Richtung entgegenkommen. Pariser Leben Der beispiellos zündende Genieblih Jacque» Offenbachs— freilich auch nicht zu denken ohne Meilhac und Haldvy, die weit mehr al» Librettisten waren— schlug gestern im Deutschen Theater bombenhaft ein. Da» ist in vieler Hinsicht beglückend und nicht zuletzt als Bestätigung oft genug betonter, niemals genügend beherzter Erkenntnis, datz das Publikum, mit einem Instinkt, der quer durch alle Stände und Klassen gcht, Meisterschaft unbedingt versteht und sich von ihr gefangen nehmen lässt; was die heitere Mus« anlangt, gibt es keinen einwandfreieren Beweis als diese Wirkung Offenbach». Wenn in letzter Zeit die hocherfreuliche Offenbach-Renaissance, die vor etlichen Jahren einsetzte und ihre Hauptursache in der fast völligen künstlerischen Wertlosigkeit der modernen Opercttenproduktion hatte, ein wenig inS Stocken geraten schielt(obzwar doch das Text- und Musikniveau der in der' jüngsten Zeit geschriebenen „Operetten" kaum mehr zu unterbieten ist), so mag die Wiederaufnahme de»„Pariser Leben»" lehren, dass man in dieser Richtung fortfahren und sich nur vor jenen„Bearbeitern" hüten mutz, die zu den mißgeborenen Werken unserer Epoche näher haben al» zum Geist und Geistreichtum begnadeten Schöpfertum». Schade, datz man mit- dieser Neuinszenierung eigentlich poot kootum komqit; denn .^Pariser Leben" ist zur Grotzen Weltausstellung 1867 geschrieben und ma.n hätte die Siebzigjahrfeier doch besser so angesetzt, datz sie zeitlich mit der Pariser Ausstellung 1937 nicht"erst in deren Au»- klang- zusammengefallen wäre. Mer die» nur nebenbei. Denn„Pariser Leben", von vielen noch über„Orpheu'S" und„Helena" gestellt, hat unendlich viel Leitungebundenes in sich, so sehr e» auch im tiefsten- Grunde al» glänzendste Persiflage auf den Unbewutzten Totentanz des Zweiten Kaiserreiches zu verstehen ist. E» ist sehr lobenswert, datz die Redaktion des Theaterprogrammheftes, den Ab- schyitt.Pariser Leben" au» dem ausgezeichneten Buch S. Kracaiiers wiedergibt und so den historischen Hintergrund gerade diese» Offenbachschen Werke» gewissermassen die politischen Motor« seine» Cancan» erkenne» lässt. Mer gerade in diesem Sinne wäre eS besser gewesen, wenn, man' sich einiger selbstfabrizierter Zutaten enthalten hätte, die nicht, wie beabsichtigt, akttialisierend, sondern befrenidlich wirken. Offenbach kann solche Rbtouchen nur von Meisterhand vertragen. Wo die nicht waltet, ist gerade„Pariser Leben" al» so heilig wie Shakespeare oder, wenn man will, wie Nestroyzu behandeln. Aber im grotzen Ganzen ist der Auftührung im Musikalischen, im Darstellerischem Regiemässi- gcn und Bühnenbildnerischen nachzurühme», datz sie Offenbachs im hohen Matze gerecht wurde, datz er als Skeptiker des Pathos, al» zauberhafter Mischer von Lhrik und Parodie mit all seinen! romantischen Gefühl und Rhhthmu», mit seinem CinfallSrejch- tum, seiner sprühenden Laune, seiner scheinbar oberflächlichen Koketterie, mit seinem gutartigen Zynismus, mit seiner liebenswürdigen Frivolität zum Recht kam. Han» Georg Schick setzte sich für diese beispielhaft saubere, bald berückende, bald elektrisierende Musik, die an» ferne Volkslied anklingt, von Mozart gekützt zu sein scheint und dennoch in jedem. Zuge den Eigenstempel der arötzten liberale» Musizicrpersönlichkeit trägt, mit Verve ein und erzielte im Fortschreiten de» Abends immer klärere Wirkungen, wobei ganz besonders die Präzision und inner« Musikalität der Ensemblesätze hoch anzuer- kcnnen sind; der Ueberniut, die Ironie und die Lo»- gelöstheit, die Im Dowestikensest zum Ausdruck kommen sollen, traten plastisch als einer der schönsten Theatermomente seit langem zutage. Aber auch die Regie M o r d o S hielt sich im allgemeinen richtig daran, datz die Figuren des„Pariser Leben" nur scheinernst genommen werden sollen, und wahrt» auf weiten Strecken den Sttl der wahren Operette, wenn auch hie und da ein Darsteller der Gefahr, in» Possenhaft« abzugleiten, nicht entkam. Das gilt beispielsweise von Herrn Schipper, der aber in seiner Art Trefflicher leistete und jedenfalls den stärksten Solo-Lachcrfolg des Abends' hatte. Bemerkenswert,, wie etliche Herren, die durchaus keine Gesangsverpflichtung haben(Schmerzenreich, P a d I e s a k, C o st a), sich aus einer Affäre zu ziehen wuhten, bei der-allerdings Offenbach doch vor allem an Sttmmen und Singenkönnen gedacht haben mag. Dagegen ist der hohe künstlerische Emst, mit der A n n y C o t t> jeder Sechzehntel ihre» Ge- sangSpart» behandelt, Welter da» Über da» Operet- ten-Soubretteuhafte weit hinauSgehende GcsangS- vermögen Ruth Kuthan» und die schnippische Grazie de» Spiel» und Gesang» Emmh Carpen» tier» sehr zu rühmen. Lisl Mach ein er brachte aurgezeichnet die berühmte.jBriefarie", Dudek, Göllnitz, Stadler und etliche, vom Theaterzettel leider nicht genanntTDamen de» Chor» leisteten sehr Gute». Nur vom Herrn Pa- wcleb wollen wir vorläufig annehmen, daß er in der Oper Bessere» singen wird.— ES herrschte ausgezeichnete Stimmung im Hau», die sich in grossem Beifall entlud. Recht viele Wiederholungen! L. G. „Die Reise" A Komödie von Henry Bern st ein Die Kleine Bühne bringt da» Neueste mis der Erfolgsserie Henry Bernstein», der nun berekk» mit älteren Pariser und jüngeren Budapester Autoren zum eisernen Bestand der Kammcrspiel-Repertoire gehört. Ucberflüssig zu sagen, datz e» sich um ein Dreieck handelt und datz die vierte Hauptperson ank dem Theaterzettel nur icheinbar auf ein Spiel zwciiMPaare deutet, in Wahrheit aber üur episodischen Charakter hat. DaS sozusagen Neue ist vielleicht darin zu sehen, datz. die verheiratete Frau, um die es geht, zwischen.zwei Männern/steht, von denen keiner ihr Gatte ist. Der Gatte bleibt hinter den Kulissen, ein gedachter, nur per Telephonrbis", Druck-. Verlags- und.ZeitungS-Ü.-G. Prag. Mm« in Prager Llchtsnielhäusem Urania-Kino:„Der lachende Dritte." Lucie Englisch. Gastspiel Senta Born.— Adria:„Die lveisse Schwadron." It.-— Alfa:„Drei Eier"im Gla»." Vlasta Burian. Tsch.— Apollo:„Leutnant Alexander Rjepkin." Tsch.— Avion:„Die Frau unter«! Kreuz."-!Tsch!— Beränek:„Die falsche Katze." Tsch.— Fknix:„Die Gluckhenne." Regie: A. Haas.— Flora:„Die gut« Erde." — Hollywood:„Leutnant Alexander Rjepkin." Tsch, — Hvizda:„Der letzte Sklavenhändler."— Julio: i „Die Frau unterm Kreuz." Tsch.— Kinema d. Vl. I B.: T. G. Masaryk, Journale, Grotesken.— Ko» I run»-(Akt.-Th.): Journale. Reportage, Grotesken. — Kotva:„Feuer über England." E.'— Lucerna: „DieGluckhenn e." Rsgie: A. Haas.— Metro: Die Frau unterm Kreuz." Tsch.— Passage:„Ihr- Hausfreund." A.— Praha:„Feuer über England." — Radio:„Die falsche Katze;" Tsch.—" Skautt „Trafalgar." A.— Svitozor:„Leutnant Alexander Rjepkin." Tsch.—Alma:„Die gute Erde." Paul Muni, L/Rainer. A.— Bajkal:„Die gute Erde." Paul Muni, L. Rainer." A.—Belvedere: „DerScheidungSarund.? Tsch...—. Beseda:„Der- Scheidungsgrund." Tsch.— Carlton:„Der Echei- dungsgrund." Tsch.— Illusion:-„Frauenliebe, Frauenleid."— Ltd, II:„Ein blinder Passagiex.7. Sh. Temple. A.— Louvre:„Die gute Erbe."" Paul Muni, L. Rainer. E.— Macetka:„Der geliebte Feind." A.— Olymptc:„Sieben Ohrfeigen." L. Harwell, W. Fritsch.— Perttyn:„Der Schei« dungSgrund." Tsch.— Roxy:„Die falsch« Katze." Tsch.— Tatra-Weinberge:„Der SchejdungSgrund." — U Bejvodu:„Kapitän Januari." Shirley Temple.. A.— Baldek:„Die gute Erde." Paul Muni, L. Rainer. E.— Beletrhtz:„Die falsche Katze." Tsch. ^»U»p Uber England Der Kampf zwischen Elisabeth von England und Philipp von Spanien bleibt für immer eins der erregendsten, interessantesten und bedeutendsten Kapitel der Weltgeschichte, und es hat auch für un» Heutige nicht aufgehört, bedeutend zu sein. Nicht nur devhaib, weil die" mit dem Untergang der spanischen Armada beginnende englische Weltmacht heule noch existiert und heute schon wieder in Gefahr ist. und nicht nur, weil Elisabeth(die ihre schöne Rivalin Maria Stuart hinrichten ließ) al» menschliche» Problem ebenso fesselt wie der düstere Philipp(der seinen -Sohn Carlo» umhringen ließ),— sondern weil der Sieg des elisabetlslmischcn England, in dem Shaker: speartz Bacon und Ben Jonson lebten, über dar Spanien der Jnguisition,. der Scheiterhaufen"für Ketzer und Hexen, ein bleibendes, mahnendes' und hoffnungsvolles Ereignis europäischer Tradition ist. Und e» ist gerade heute wieder, da Europas.Freiheit .von neuer Tyrannei bedroht ist, ein mahnendes Ereignis: wenn es auch wahr sein mag, daß nicht Englands Fwtte, sondern der Sturm die gewaltige Armada versenkt hat, so bleibt doch die Tatsache entscheidend, dass die Engländer vop damals es auf tiger Kerl erweist, und e» freut den Darsteller sicht-' lich, da» zweite, besser« Ich aus dem ersten heraus« dOZf Cf lrcr Cflc"Ufig> a -»schälen, war in einer gutgespielten Schwips-Szene! Laelan geschieht. Erna Terrel hätte man gern länger, f Cf K