Sozialdemokrat Aeutralorgan der Deutschen sozialdemokratischen ArLeiterpartLi in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Auanahme de« Montng tSglich früh/ Eingelpret» 70 HeHer Redaktion und Verwaltung: Prag XU., Fochova 62- Telephon 6307?- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 17.Jahrgang Donnerstag, 3v. September 1S37 Aus dem Inhalt: Braune MenschenrSuber vor dem Prager Schwurgericht SdP-Terror Im Egerland Berliner„Witz" In der„Zelt“ Wird Rußland in den China- Krieg verwickelt? Nr. 230 Englands Antwort auf Berlin? S r G MM vertrauten Zusammenarbeit mit England und den-demokratischen S t a a t e n, in erster Reihe den v e"reinig* tenStaaten von Nord am e r i k a, zu beharren...'-., Berlin.'sDNB)- Die gesamte Morgenpresse beschäftigt sich mit den Reden-Hitler- und Mussolinis, wobei sie insbesondere-di« Worte Wer die gemeinsame Abwehrfront gegen den Bolschewi»- mu» und. das Bekenntnis zur Kultur Europa- ünterstreicht. Der..Bökkische- Beobachter".-sag» U. a.t Zwei(Nroßmächte aUS eigenem Willen, und darum aus eigener,Stärke-werden-in der@e< m«i n s amt e it i h r e-■ H gn d'«'ln- Europas neue Grundlagen garan^ t i e r e n können, Zwei Böller, neugeboren- in den Ihnen ureigenen Revolutionen, stehen als Bürgen zum Wort ihrer Führer, jene tönernen Götzen von Moskau und. G e n f von ihren Postamenten zu entfernen. In ihrem eigenen- innerstaatlichen Aufbau sind sie der rufende Beweis für die neuen Werte und jungen Kräfte einer kommenden europäischen Gestaltung.- London.(HavaS.) Die englische Presse enthält sich eine- Kommentar- der Reden Musfo«, linis und Hitlers und bewahrt dem Besuche in Berlin gegenüber einen höflichen Ton, wobei eine gewisse Ironie- durchschlägt. Inmitten diese- säst vollkommenen Schweigen- über: die Ergebnisse der Reise Mussolini- nach Deutsch» land steht einzig dit Stimme der»Daily Mail", die die" Friedensliebe der'Diktatoren preist und hervorhebt," daß die" Achse Berlin-Rom nientan- Paris. Dir beideit"BkrlMc Redett Mussolinis>md-Hitler- würden sowohl an politischen Stellen alsauch.inder Presse und" der französischen Oeffentlichkeit kühl aufgenioMmeg. Allgemein heißt eS, daß sie nicht- Reue»: gebracht haben und daß bei genauem Durchlesen außer den üblichen Friedensversicherungen, begleitet-von Drohungen,«in nicht unbeträchtlicher Gegensatz der Ansichten in ihnen- festzusteslen sei. Darum"'ist man"in Frankreich-von-der Rechten- bir zur Linken der- übereinstimmendem Meinung,- die-einzige Politik Frankreichs-müsse darin bestichen, in seiner Wie zegen M kinmisckung soll Ende der Woche In Röm Überreicht werden Lendo tt.(Reuter.) Der diplomatische Korrespondent deS Reuterbureaus erfährt, daß das britische Kabinett eine gemeinsame sranzöstsch-iritische Rote an'Italien wegen der Zurückziehung, der Freiwilligen.au- Spanien genehmigt habe. Diese. Rote, die wahrscheinlich Ende dieser Woche in Rom überreicht werden wird, betont vollkommen offen und direkt den E r n ft d er Gefahr,.bas, der spanische Bürgerkrieg internationalen Umsang annehmen wird, fall- eS erlaubt bleiben sollte, die aktive Intervention fortzusehen. Die Note erinnert ferner an di« Notwendigkeit, daß jene Mächte, welche da- NichtinterventionSabkommen unterzeichnet haben, diese-. Abkommen auch streng erfüllen. Paris. Dir Außenministerien Frankreichs und Englands befinden'sich"in einem Meinungsaustausch über eine gemeinsame Note in der spanischen Angelegenheit an Italien, welche sofort nach der Rückkehr Mussolinis Überreichtwerven soll. An informierte« französischen Stelle«-verlautet, daß die britische Regierung der französischen Ansicht zunrigt, die"Rote in-einem zwar höflichen,.aber festen Tone zu halten. England und Frankreich werden vor allem fordern, daß Stalle» unverzüglich alle srine Truppe« aus der Arnyee Franco» ab b e- ruf«. ES fall gedroht werden, daß sie die bisherige Nichtinterventionspolitik radikal ändern und die französisch-spanische Grenze öffnen würden. ErfolgreichesEingreifender chinesischen Roten Armee Nanking..(Reuter.) Nachrichten auch inesischer Quelle zufolge waren den ganzen Dag heftige Pmpfe um dir Beherrschung de» sehr wichtigen Defilts läng- der Großen Mauer tüt Ganges Vas den Zugang» nach Mittel-Schanst schützt. Di« unter der Leitung Nanking- reorg"ani- '> fierten Einheiten der chinesischen roten Armer unternahmen ein FlänbenMnöver Md drängten die japanische» Truppen"in die gebirgige. Gegend an der Grenze der Provinzen Schanst Md Hopei zurück. Die chinesische» Truppen konzentrieren"sich auf. der Linie Schischiaschiian—Tetschou zwischen den Eisenbahnlinien Peiping—Hanke»■ und Tientsin—Pukeu. vns klektrliitstswerlt - putung unter feuer Schanghai. Die japaetifchen SchiffS- geschütz« begann«« Mittwoch um 16.46 Uhr"die Küste von Pütung gegenüber Nantgv heftig zu beschieße». Di« Geschosse flogen über'die am Wanpu vor Anker liegenden ausländischen Schiffe hinweg. Da- Feuer-ist auf,die elektrische-Zentrale in Putung gerichtet. BiS zum Anbruch der Nacht Som- bardierten japanische-Flugzeuge'die Stellen in Putung, wo sich chinesisch« Trupp«, konzentrierten. Der- Sprecher der japanischen Marine>«r» klärt«, daß die japMischenDruppm an der Front -im^Honben-Park" nach Süden in der Richtung gegen Tfchapei vorgemickt seien-Md' die Eifenbahnstrecke Schanghai—WusMg erreicht" haben. Japanische Flugzeuge bombardiertm die! Fluhplätze-": in Himtscheu, Tschmschm und" Tschanse. Irr»uf3 SuBerste erbittert As*,'!- SÄdchtr".dtö''?jWvWWi »ußenminsstetlums erklärte: Die Nachricht, Paß der Bölkerbnnd da« japanische B»mb a.r-de.- -MMKvf.'f^e'g".'ch:tü.e:,f.i's-.ch, r,S tä'dtir: ve r u rt e i lt hat,-«!» in ganz Jtpan«tnmü- Scblnl der Vorstellung .) Berlin,-Mussolini und-Hitler sind Mittwoch ' um los.Mr 6ö(MinsttenMn)-dex Reichskanzlei (ÄMKWhiiter Bahnhof abgLfähM,., von. wo gus ft der^italienische' Gast»die- Rückkehr"? nach: Italien aatreten wird. Sitzung des Parteivorstandes Der Parteivorstand der deutschen sozialdemokratischen. Partei, hielt am Mlltwoch, den 29. September, in Prag im Parlament unter Vorsitz deS Ministers Dr. C» e ch eine Sitzung ab, in welcher zunächst'. der Borsitzende einen ausführlichen Bericht über die außen» und innen» politische Lage,. die wirtschaftlicheu Probleme, sowie über di« nächsten Aufgaben der Regierung Und deS Parlament» erstattete. Im Anschlüsse daran berichtete Senator Hackenberg über die" Arbeiten der parlamentarischen Spar». und Kontrollkoinmisston an der Fertigstellung de» ÄtaatSporanschlageS für 1938, Franz Reh» w a l d über die Tätigkeit" des Jnvestitionsbeira- f«S, ehenfo würde über die Arbeite» der Zentralstelle der.aktivistifchen. deutschen Parteien berichtet. 3n der Debatte sprachen Senator Grünz- n e r, Abgeordneter Kr e jä i, Schweich» hart, Reitzner, Zischka, Schwand- ner, Abg. K a tz, Abg. T au b, worauf der Par» teivdrsitzende in einem. Schlußwort da» Ergebnis der Debatte znsämmenfaßtr. Zum Schlüsse wurde.noch eine Reihe parteipolitischer und or» gänisawrischer Fragen erledigt. tig mit ä» ß e r st e r E r b i t t e r u n g ausgenommen. Die ungerechte Kritik.wird. Japan niemals zwinge«, die Durchsetzung. deS gesteckten Ziele» aufzugeie». Japan"ist-entschlossen,' alle notwendigen Schritt» zu-unternehmen, um den chinefifche» Widerstand ,» brechen.- lechnllc, Heroismus, Barbarei Schanghai.’(Reuter.)' Zu einem Versuch, das japanische Kriegsschiff„Ydzuino" zu torpedieren",. Wird gemeldet: Eüva zwanzig Soldaten der« ließen im"Schutze der Dunkelheit Putun, um an der.Jdzumo" eine Bombe anzubringen. Als sie bet dem da»- Schiff umgebenden Stahlnetz anlangten, versuchten sie", dasselbe zu durchschneiden, doch.Gourde" ihr Vorhaben beim ersten Morgengrauen entdeckt. Die. chinesischen Soldaten am Üßst die sahen, daß ihr« mutigen"Kameraden in ö«r Rahe dt» japanischen Schiffe» ohnehin ver- loren sind, brächten durch da- elektrische Kabel die Mine zur Explosion. Alle 29 chinesischen Soldaten wurden getötet. Zählreiche Offiziere und Mitglieder der Besatzung de- amerikanischen Kreuzer- Mugüstu»",':der in"einer Enffetnung von Ami halben Meile ivvist Schauplatz. ankerte, wurden WH den Luftdruck., dieser.-mächtigen Explosion au» ,den Schlafmatten geschleudert.:- ^abour fordert Boykott• gegen Japan London.(HS) Der Natitznairat der Arbeit, der, die Führer der Arbeitersespegung und der Gewerkschaften umfaßt, hat einen Aufruf"an.di« Arbeiterschaft Großbritannien- erlassen uÄ-.si«> «»M'Uf'eWex Ak ti o n h e'ge.'n^J'apa n auf», gerufen.. In dem Ausruf" wird da» japanische HWMeWnt" der chinesischen Zivilbevölkerung verütteflt'ünd die britische Regierung äuwefor- dert, jehweden Berkaus von Krieg-mPterial' nach Japan ebenso zu verbieten. wie Japan Geldanleihen zu gewähren. Der Natiotialrat der Arbeit fordert auch alle Mitgliedsstaaten des BMr." vundes auf, analoge Maßnahmen zu"treffen und ein allgemeines verbot. der Einfuhr.jaftäMcher. Wärest MoMstiMrin. 1■ Es gärt Im Impero ", Pari».(HavaS.) Der„Pari- Soir" veröffentlicht-in" feiner letzten Ausgabe ein Telegramm- auS Djibouti, in welchem der- Sonderkor- respondent de» Blatte» berichtet, daß. die abessinisch« Stadt D«s s t.e A^dflr letztemlvlgen von einem großen Aufstand der Eingeborenen bedvdht" war. Dchf Telegramm besagt fernerDie Jtalie« ■Uff; requirierten Lastautomobil« und andir« AotomEe, um fchleüsttgst^Verstärkungen nach D«ssi«: entsenden: zu können: Es kam zu harten .Kämpfen, und die Berluste auf- beiden Seiten waren groß. Außerdem sollen,60.000(?) Abessinier, die mit Gewehren, Maschinengewehren, ja sogar mit': einigen Tank» ausgerüstet wären, die . Italiener! gezwungen- haben) ein Stück Gebietes -in- Südwestabessinien zu räumen.. 400 verwundete Italiener haben auf.-der Heimreise die.Stadt , Whyuti^hassieist.. t"" H KurzschluB— zehn Todesurteile M o»k an.> Da» Blatt„Leningradfla Pravda" berichtet, daß da» Leningrader Militärgericht zehn" Angestellte de» Elektrizitätswerke«, hie.. apfGrtmd der" Instruktion«« her Gestapo Spionage betrieben und einen antirevolutionären Terror NuSgeübt" häben^sollen, zum Tode verur- teilt hat. Pie Berstrteilten sollen insbesondere die S t-ö'r.st-st.g' o r sg ä n i s i e« f haben, welche dazu führte,. daß dir Stadt Leningrad am 19. »September ohne Licht blieb/‘ Rücktritt des tllrlslsdten Premiers - A n ka:r a. Amtlich wird mitgeteilt, daß daS RücktrittSgefuch de» Ministerpräsidenten JSmet Jnöenü angenommen würde."Zn feinem Nachfolger wurde" der gegenwärtig«. WirtschaftSmlni- fter C«lal Bayar-' bestimmst Die Ernennung Erkal Bayar«"findet noch verdemZufammen- \ treten der Nationalversammlung am 1.- Novem- brr statst Troncoso deckt seinen Chef! .Stapiton'Äjwncpfö-.'dein Unter« i suchungSrichter einen spanisch gisch rieLenen Brief uhersqydt," worin"er" erklärt, daß er für alle», was .. die Angelegenheit des. spanischen Regierungs- f jliii"öt:s«^Äi's ,^E,2irbetrifft:-He Volle Bexant- . Wortung übetnehme. Ep erklärte Weiler, dass.er i- zwriiüÄ nach Brest gekommen ffri und sich'per« sönlich" auf' dem Unterseeboot" befunden habe.- Er Mte.histzü, er habe seine^Anwesenheit ist'Brest geheim halten wollen: da er seine Borgesetzten von hk seinem Borhaben nicht unterrichtenrkonnte.^Diese hätten chgst. seinem' Borhaben^nichts gewußt,, er j habe sie vielmehr erst nach dem Gelingen seines H-,Projekte»-informieren- wollen. Genf im Schatten . Genf, Ende September. Wie ein blaues Wunder liegt der Geiffrr See in den milden Strahlen der Herbstsonne da. Azurblau seine Wässer, in blaue Dunstschleiergehüllt seine Ufer, blaue- Farbenspiel auch über den französischen Alpen und den Jurabergen, die den See umsäumen. Am Westende des See-, wo die Rhone ihre Ausmündung hat, erhebt sich an beiden Ufern die kalvinistische Patrizierstadt Genf, stolz und schön. Als Hochsitz der französischen ResormationSbewegung blickt sie auf eine ruhm- voll-bewegte Geschichte zurück. Mit ihrer schmale!» Umgebung als»Republik und Kanton Genf" der .Schweizer Eidgenossenschaft angegliedert, hat sie 'sich zu dem wichtigsten wirtschaftlichen und kulturellen Mittelpunkt de» WelschschweizertumS aufgeschwungen. Nach dem Kriege ist Genf zum Sitz des BöllerbundeS erkoren worden und einer zwei« ten großen Weltinstitution, des Internationalen Arbeitsamtes. Genf versucht sich dieser Ehre würdig zu erweisen. Aus den Geschäfts- und Bankhäusern seiner gepflegten Straßen glänzt Wohlstand, abends flammen an den Seeufern tausend« kleiner-bunter Glühlampen auf und eine gewaltige Fontäne am Haseneingang-schleudert die Wässer des Sees im Scheinwerferlicht 30 Meter hoch gegen den Abendhimmel. ' Das Schauspiel dieser Stadt ist zu schön, um wahr zu" sein. Es paßt nicht recht in di« rauhe und grausame Welt, deren Herz die Böllerbund- Metropol« sein will. Genf- große Tage sind verrauscht. Ast tisteU Bierlokal.sind,dih.sißände. Nlis^, Erinnerungm an di« Glanzzeit des-Bökkerbunde--- tapeziert. Durchwegs recht güte Karikaturen all der Männer, di« jahrelang im Mittelpunkt,! der Genfer Tagungen standen: in erster Reihe natürlich Bri-and,-Stresemann und der ver- storbene Eh amb«r.11 in, Bruder de- heutigen englischen Premiers. Daneben Albert Thoma-, der Schöpfer des Jnternatiormlen. Arbeitsamtes, H. e'n d« r.f o n, der den. Rest seines Leben» erfolglosen Bemühungen um die. Abrüstung widmete, M a e d o n a l d mit der Gestö eines fanatischen Eiferers der Friedensidee. Benes, Tt« t u I e- r u unh,:vlele andere aus dem Parlament der Böller fehlen nicht. Aber die Zeit, in der-die, Namen Briands. und StresemannS. in' aller Munde waren, gehört einer^fernen Bergangen- heit an. Europa ist kaum wiederzuerkennen,. Bei diesen Herbstberatungen und Kombinationen ist der Name der lleinen verträumten Uferstadt: des gleichen SeeS, Nyon, viel öfter genannt'-worden, als der Genfs. In-Nyon,hpt jene denklvürdige Borkonferenz stattgefunden,.welche immerhin an' die hundert Kriegsschiffe zur Sicherung der Mittelmeer-Schiffahrt in Bewegung setzte. Mgst be-"' hauptet, daß Nyon- einen Wendepunkt..in, der Defensiv-Politik Frankreichs und Englands bedeutet. Die nächsten Wochen werden darüber Klarheit bringen. Jedenfalls-ständen diesmal"die demokratischen- Mächte dem Einschüchterungsmanöver de» Deutschlandbesuches Mussolinis nicht ganz untätig gegenüber. Man behauptet hier glaubwürdig, daß England nicht mehr so"fest, mit dem Sieg-FraneoS rechnet. Wenigsten-nicht mehr mit-einem Entscheidungssieg deö Rebellen vor dem Winter.-Frankreich und mit ihm England: wägen die Karte der Oefsnung'der Pyrenäengrenze in der Hand. Sie werden di« Karte hiesiger Mut- nwßung erst ausspielen, trenn- der letzte Versuch, Mussolini durch politischen Druck- zum Rückzug aus Spanien zu bewegen, gescheitert isst Denn bet der Oeffnung der französisch-spanischen Grenze würde es nicht verbleiben können. Sollst"diese Maßnahme" gegen den italienischen Interventionskrieg wirksam werden, dann müßten sich diäWest- mächte in weiterer Sicht für da» ganze Nachschubproblem de» spanisch-stalienischen KriegeS/inter>, essieren. London und ein einflußreicher Teil der französischen Regierung werden sich abeit erst in»-' - Mstestest.^Augenblicke.»-fuv /eine, aktive" Partei--! - nähme zugunsten ValenriaS enischeitzen. Darin vesteht die ganz« Tragik, der. europäischen Situa- ! tion. Nirgends sieht man deutlicher al» hiep. chaß ! dle SchlcksalsfrageN der Demokratie" entscheidend in bürgerliche Hände gelegt sind. DI«.Kläffen« iNtereffen deS konservativen'PürgertümS streiten ist,der ,spanischen. Sache ganz eindeutig gegen" die Existenz-Interessen der Demokrritie. ,,-Jn diesem>p. ÄMB,- könnt« das. stplitische und. militärische o Gewicht,der Sowjetunion gu-fchlaggebdnd"in^ds«^ Waagschale.fallen, Seitdem.. aher.die.Moskauer Machthaber di« Verheißung ein'er Redeawkrats^ Sette-.2 Donnerstag, 30. September 1937 Nr. 23Ü, G I Japan will datPrävenlre iplelen kmüerschutzuimat 84 Copyright by Saturn Verlag 1985 •f Ein ungewöhnlicher EhrenbeleidigungSpro- zeß findet vor dem Olmüher Gericht statt. Der Direllor der'Olmützer Musikschule• Heidecker klagte den Musikkritiker Rollinger(wegen eines abfälligen Referats über ein von jenem geleitetes Beethoven-Konzerts auf Ehrenbeleidigung. Der geklagte Musikkritiker bietet den Wahrheitsbeweis für seine Ausführungen an und fordert nunmehr die Zeugeneinvernahme des Dirigenten der Tschechischen Philharmonie und Operuchess des Nationaltheaters, Talich. Der Prozeß wurde aus diesem Grunde vertagt. Bund der Landwirte fordert Novellierung der Spradienverordnung Dienstag fand in Prag«ine Parteivor« standssitzung des Bundes der Landwirte statt. In einer parteiamtlichen Kundgebung heißt es u. a.: Der, Regierungsbeschluß vom 18. Feber, in dem der Bund der Landwirw einen verheißungsvollen Man hat dem Völkerbund in früheren Jahren vorgeworfen, daß bei seinen Tagungen zuviel geredet tverde. Die diesjährige Herbstsession wird wahrscheinlich den umgekehrten Borwurf bringen. ES herrschte ein Peinlicher Mangel an Rednern, vor allem an solchen, die etwas zu sagen hatten. Die Großmächte, mit Ausnahme Rußlands, wollten offenbar Festlegungen auS- weichen. Die kleinen und mittleren Staaten aber sind seit der abessinischen Affäre gewitzigt. Sie wollen nicht mehr vorprellen und dann im Sttche gelassen werden. So fanden sich keine Diskussionsredner zu den weltbeiuegenden Fragen, welche durch die Worte Spanten und China angedeutet werden. Immerhin, die Fragen wurden dennoch vor einem breiten internationalen Forum aufgerollt und diL demokratische Weltöffentlichkeit wird jene Antworlen geben müssen, welch« die Staatsmänner schuldig geblieben sind. Unter atemloser Spannung konnte d e l B a Y o den Francisten die Anklage zuschleudern, daß sie als armselige Fremdenlegionäre des italienischen und deutschen Faschismus Land und Volk verderben. Del Bayo nannte Mussolini und Hitler als die Hauptschuldigen der spanischen Tragödie, ohne daß in dem von Politikern und Journalisten überfüllten Saal der politischen Kommission— nach unseren Maßstäben eine kleinere Volksversammlung— ein Laut des Widerspruches hörbar wurde. Und auch Chinas schmerzgequälter Aufschrei hat bis in die Delegationen der brittschen Dominions hinein«in starkes Echo gefunden, die die Tragweite der fernöstlichen Massakers offenbar besser begreifen, als, die Staatsmänner ihres Mutterlandes. Trotzdem lag die Genfer Tagung diesmal stark im Schatten des Spiels der Giganten, das keinen geringeren Einsatz fordert, als die Machtverteilung über den ganzen Erdball. Daß sich in solcher Zeit die Staatsmänner Frankreichs und Englands ungewöhnlich« Zurückhaltung auferlegen, ist begreiflich. Dessenungeachtet könnte«in großer demokrq, ttscher Wortführer vom Schlage etwa des verblichenen Mafaryk das Genfer Forum zu einer großer Tribüne der Menschheit und der Menschlichkeit"gestalten. Daß sich die Eden und DelboS dazu nicht mifraffen konnten, besagt nur, daß die Weltdemokratien ihre großen Kraftreserven, die Sympathien aller bedrohten kleinen Böllerund daS Rechtsgefühl des nichtbarbarischen Teiles der Menschheit noch nicht mobilisierten. Man braucht die Genfer Apparatur nicht Verschätzen, aber man muß an ihr? ein Instrument erkennen,-. das Schwäche und Irrtum, Kraft und Können der jeweils regierenden Garnitur von Staatslenkern mit unerbittlicher Präzision registriert. fürchten. Sie werdeK niemanden, niemanden' sag« ich, finden, der die Ehrengabe anzweifeln wird. Und das Ausland? Deutschland weiß, was es von der ausländischen Meinung zu halten hat. Außerdem sind di« meisten ausländischen Zeitungen verboten". Professor MyseniuS hatte den Köpf erhoben. Er saß und lauscht« den. überzeugenden Worten BalerianS. »Tja", murmelte er vor sich hin,„das ist ja nun richtig, daß man den Schmuck wissenschaftlich erst ordentlich, bearbeiten muß. Gewiß, gewiß, das erfordert Hilfsmittel, eine Anstalt, fia, das stimmt schon". »Der Schmuck ist di« Garantte' Ihrer Wiederanstellung", erklärte Balerian diesmal ganz unmißverständlich. Professor MyseniuS schien"es nicht zu hören, obwohl sein Blick sehr aufmerk- sam auf Balerian gerichtet war. Der ttefinner- liche Prozeß rein wissenschaftlicher Ueberlegun« gen ging auf der fast» offenen Bühne des vergeistigten Greisenantlitzes vor sich und führt« zu «jn«m anscheinend positiven Resultat. Die sorgen«, vollen Züge des alten MamreS erhellten sich, ein feines kluges Lächeln'schlicht sich in di« taufend Falten und.Fältchen des. Gesichtes, um schließlich einem Ausdruck sachlichen Ernstes. Platz zu machen, der sich noch vertiefte,.' als.Professor MyseniuS langsam und wie versuchsweise die Hand nach dem nächsten Schmuckstück ausstreckte, das gerade auf der Tischplatte lag. Es war eines der bestgelungenenProdukte aus BalerianS Ratschlägen, KadidjaS Phantasie.und der glücklichen Laune des, alchimistischen OfenS. Professor My«. Schanghai.(HavaS.) Die plötzlich« Abreise des sowjetrussischen Botschafters Bogomolows von Schanghai nach Moskau hat zu den verschiedensten Vermutungen Anlaß gegeben. und wird stark kommentiert. Die politischen Kreise sind der Ansicht,.daß der wirkliche oder wenigstens wahrscheinliche Grund dieser Reise..in dein Wunsch der sowjetrussischen Regierung besteht, die Ansicht ihres Botschafters bezüglich d.er Frag« zu hören, welche Aufgabe eigentlich die Sowjetunion im gegenwärtigen Konflikt im Fernen Osten hat oder haben wird. Man ist der Ansicht, daß daS Ergebnis dieser Beratung«ine noch größer« Annäherung zwischen Sowjetrußland und China sein wird. ES hat tatsächlich den Anschein, daß die heutige Lag« die beiden Länder zur Zusammenarbeit treibt. Die politischen Gegensätze, die zwischen Moskau und Nanking bestehen, habeqMller» dings leine Abschwächung erfahren, betreffen aber rein innere Fragen, so daß.sie Nanking und Mos^ }au beiseite schieben können und allem Anschein nach bereit sind, sie zu vergessen. ES ist bekannt, daß die japanische Armee und die Kriegsflotte. eS als ihr« Hauptaufgabe ansehen, die Gefahr zu unterdrücken und zn beseitigen, die ihrer"Acksicht nach Japan von feiten Sowjetrußlands droht. Deshalb sind zahlreiche Beobachter der Leberzeugung, daß der gegenwärtige japanisch-chinesische Krieg nur die Borbereitung zu einem vielgrößeren Konflikt bedeutet, der in Tokio bereits als unabwendbar angesehen wird, und sie heben hervor, daß die zwischen Japan und China aus« gebrochenen Feindseligkeiten den japanischen Wirtschaftsinteressen nicht dienlich sein könnin "Und daß die japanische Regierung diesen Feldzüq gegen China erst dann begonnen hat, als sie sah, daß ihre diplomattschen Bemühungen, Nanking zum Anschluß an die„anttkommunifttsche Zusammenarbeit" zu bewegen, vollkommen gescheitert waren. Die chinesischen Polittker haben dieses Bestreben der japanischen Regierung alS Ausdruck W der des Wunsches ausgelegt, daß die japanische Armee bei einem künftigen. Konflikt mit Rußland chine» sischcs Gebiet benützen könne und daß sich China zur Neutralität verpflichte. Die chinesischen politischen Kreise heben hervor, daß der japanische Feldzug in den öden Gebieten von Tschachar.und Suiyuan nur einen einzigen Zweck, hat, nämlich hie Verteidigung der Westgrenzen MandschukuoS zu sichern.und gleichzeitig die Berbindung Chinas älS Menschcn-Rescrvoir mit Sowjetrußland als Waffen-Reservoir abzuschneidln. In hiesigen Kreisen ist bekannt, oder sie vermuten wenigstens, daß di« Tokioter Regierung nur elfte einzige Befürchtung hat, nämlich daß Sowietrußlaftd den geeigneten Moment abwartet, bis Japan durch den Kampf mit China erschöpft sein wird, um dann einen Angriff zu, unternahmen. Deshalb ist die Vermutung- aufgekommen, die immer bestimmter wird und allem Anschein nach immer größere Wahrscheinlichkeit gewinnt, daß die japanische Regierung einer solchen Entwicklung zuvorkommen will. Anzeichen der ernsten und wachsenden Spannung zwischen Sowjetrußland und Japan werden in der ununterbrochenen Entsendung japanischer Truppen nach Mandschukuo erblickt. Es werden auch Befürchtungen ausgesprochen, daß die Schwierigkeiten, auf welche die japanische Armee in China gestoßen ist, die japanische Regierung dazu veranlassen könnten, einen Weltkonffikt Hervorzurusen, so daß die Sowjetregierung dann einen großen Teil ihrer Wehrmacht aus Ostsibirien nach Europa schicken müßte; gleichzeitig würde ein derartiger Weltkonflikt jeden.Druck der Mächte am Stillen Ozean unmöglich machen. Unter solchen Umständen bricht sich die Überzeugung Bahn, daß ein enge» Wb- kommen Sowjetrußlands mit China vielleicht schon in nicht ferner Zeit Zustandekommen und daß es durch ein viel bestimmteres Abkommen formuliert werden wird, als es der kürzlich unterzeichnete Nichtangriffspakt war. Schlacht und Tod und die Trommel wirbt, auf daß der Getreue»steht und der Fahne fttrbt". Sie streiten sogar um die Fahne, aber da kommt der Feind, der Tod, und streckt sie auf die Fahne,»und die war rot und die war weiß und sie wehte in ihrer Mitten." So geht«S fort, durch alle Blätter dieses Liederbuches hindurch, als dessen Her« ausgebcr niemand anderer zeichnet als— der CKeutsche Kulturverband in Prag. Kultur? Wäre es. nicht viel mehr die, Aufgabe eines Kulturverbandcs,, statt mit d^rMlssitMrch derartige,. jedweder. Kultur hohnsprechende. Texte Mißbrauch zu treiben, sich der Volkslieder der deutschen Gebiete anzunehmen, in denen man derartige Tendenzen ebensowenig finden wird, wie in' irgendeinem tschechischen Liederbuch für die Jugend. sondern die nationale Begeisterung, die Liebe zu den Borvordern, zu den großen Ahnen wecken soll. Kann er das, so hat er mehr geleistet als alle Museumsschätze, an denen sich nur die Snobs und Aestheten begeilen. Das meint dieser junge Mann, von dem wir viel lernen können; Sie und ich, Herr Professor". G „Was bleibt da noch der Wissenschaft? Ich bin doch kein Barde, ich hj» Gelehrter.,.." „Werden Sie ein Barde, Herr Professor! Besser ein Barde in Amt und Würden als ein auf halben Sold gesetzter Gelehrter! Denn nur in Amt und Würden können Sie der deutschen Wissenschaft noch nützen. Di« Entdeckung dieses Schmuckes, der der Ausdruck des nordisch germanischen Wesen» ist, der ein Testimonium Megt. für den autochthonen Formwillen der Raffe.,." «„Mer«s sind doch ganz unmögliche Formen!" schrie Profeffor MyseniuS und schlug Mit der Faust auf den Tisch. «Ein kleiner Halbedelstein, der nur locker im Geschmeide gesessen hatte, sprang heraus und rollte unter den Tisch. „Macht nichts," sagte Balerian,„lassen Sie, Herr Profeffor. Wie sagen Sier.unmögliche Formen? Aber hier beginnt doch erst die Aufgabe der Wissenschaft. Sondern Sie die Spreu vom Weizen. Vielleicht sind di« Steine später umgefaßt worden? Vielleicht hat«ine jüngere öder art« fremde Empfindungsweise daS alte Kunstgut da und dort entstellt, verbogen? Hier beginnt doch erst die Aufgabe, die nur siesebber lösen könnest, deren Durchführung nur in einem wissenschaftlichen Institut möglich ist, daS niemand"anderer als Sie, der Entdecker des SchinückeS, leiten kann"'.-' Professor MyseniuS hob langsam den Kopf. Er sah Balerian an. Balerian fach ihn an und nickte.. ..„So ist es", sagte Balerian und bekräftigte durch oftmaliges Nicken den Ernst und die Bedeutung dieses Gedankenganger.„Und noch eines, sterung durch die unselige HinrichtypgSwelle ausgelöscht haben, hat ihr Wort vor dem Forum der Völker schwer an Gewich? verloren. DaS bemerkenswert schwache Echo der übrigens ausgezeichneten Genfer Rede Litwinows sollte im Kreml zu denken geben! .Wann kommt der russisch-japanische Kries? Das Liederbuch Wir lesen in der„Prager Presse"! „Es Mgt den Titel„Jungen heraus" und strömt einen Geist aus, der hier durch Anführung einiger Liedertttel und«texte nur angedeutet wer den kann.„Laut brauset droben der Sturm, wir reiten trotz Jammer und Klag«, wir reiten bei Nacht und bei Tage, ein Haufe zusammengeschart, nach Ostland geht unsere Fahrt!? und„Wir sind de» heiligen Reiches Reiter, wir sprengen n a ch O st e n wett hinauS.. so heißt es in den Liedern„Nach Ostland" und„Lied de» Ordens", die auf dem Liedblatt„Die Sen dung" zusammengefaßt sind. DaS Blatt„Jungen hermiS!" trägt u. a. folgende Berse:„Wenn die Buben Schwerter tragen, heben kühne Taten an. Wenn die Buben Schlachten schlagen, gibt es einen eignen Klang. Denn die Schwerter, die sie wagen, sind ein feuriger Gesang." DaS Heft„Kamerad schaft" bringt Ergüsse von zerzaustem Haar und glühender Sehnsucht, vom Marsch der Kolonne und vom Weg, den der Trommler ihnen schlägt. »Die junge Mannschaft" tritt ausnahmsweise ohne Gewehre an, aber der Tod, der vor ihr rei tet, nimmt trotzdem" viele mit,. Auch das Heft.... „Unsere Toten" kennt nur Kampf und Not, I Versuch zur nationalen Befriedung begrüßt, darf senius las den daran befestigten Zettel und be« trachtete das Schmuckstück gedankenvoll. „Nee", sagte er dann,»nee, der Ansicht' kann ich-mich nun— so würde ich in dem Bericht, den ich nun zu erstatten hoch«, wohl sagen müssen— nicht««schließt». Der. Kollege nennt .das Stück,«in Produkt des frühen polychromen, Mtils in. der Art der merovingischen Arbeiten. Gewiß, gewiß, die Auffaffung liegt nahe. Aber* ich möchte, ohne damit eine endgültige Bestimmung getroffen zu haben, das Dingchen nicht,al- gallisch ansprecheu, sondern mehr in den Osten versetzen, mehr nach Bayern hinüber?. „DaS ist in jedem.Fall besser'', meinte Balerian. „Ja, nach Bayern", sagte der Professor und sah Balerian forschend an.„Hier liegt einer jener, nicht allzu seltenen Fälle vor, in denen erst«Ine spätere Zeit einer früheren den Ausdruck, verliehen hat. Zwischen Kunstempfinden und Kunstausdruck ist ja immer! eine Spanne vorzustellen. Der Periode des Kunstausdrucks geht stets eine des stummen EvgriffenseinS voraus. In dieser gestaltet, das Boll nicht, well es erlebt. Da ist da» Leben selber Kunstwerk und Dichtung, höchste Dichtung;«wer noch nicht'mitteilbare Dichtung. Die Mystik hat der LebenSfoün die Gestalt de» Dichtwerkes verliehen; tja". »Sehr gut", sägte Balerian,„das ist der richttge Weg".. Profeffor MyseniuS sah«inen Augenblick■ mißtrauisch auf. „Man könnte'!,,fuhr er fort-„Vock dieser i Seite her einen Beitrqg zum Verständnis auch unserer Zeitgewinnen. Auch sie ist eine mythenbildende Zett. Eiste-deS stummen Ergriffenseins, der der Ausdrucks erst Nachfolgen wird, Ha. Hier eröffnen sich.der lebendig!' eingestellten Wissen« schäft, die den Weg züm Zeitzeschkhen sucht, vielhersprechende Ausblicke. :(Forjsetzung folgt.). Herr Profeffor: was fürchten Sie denn? In einem korrupten Staat, in einem liberalistischen, parla mentarischen Land, in dem die Opposition wie eine Hydra mit tausend Köpfen alles begeiftrn darf, hätten Sie mit Zweiflern und Gegnern zu rech nen. In einem Landein dem ein Wille, ein Ge danke, ein Ethos regiert, in dem haben Sie nichts■ JBL von der Scheelsucht der Mäkler und Kritikaster zw^tils in der Art der merovingischen Arbeiten. Der Präsident der Republik empfing Mittwoch den polnischen Militärattache Oberstleutnant des Generalstabes Bagdan I. Kwie- c i n s I i in Abschiedsaudienz. Die parlamentarischen Beratungen Lier da» Neue Bürgerliche Gesetzbuch eröffnet. Am Mitt« woch hat das gemeinsame Subkomitee der beiden Kammern, das den Regierungsentwurf de» neuen Bürgerlichen Gesetzbuches für di« Plenarberatungen bevhandlungSveif machen- fvll,"iN'Anwesenheit deS Justizministers eine Sitzung ab gehalten, in der die beiden Berichterstatter Dr. St-ränskh und Dr. Havelka das Referat erstatteten. DaS Subkomitee behandelte dann in ganztägiger Sitzung die Paragraphen 1 bis 22 des Entwurfes. Die Beratungen werden heute fortgesetzt. Der parlamentattsche SparauSschuß behandelt« am Mittwoch in Anwesenheit de» Handelsministers Najman das Budgetkapital de» Handelrministe« riums. Weiters erledigt« der Au»schuß das Budget de» Postministeriums aind der Postsparlaffa in Anwesenheit de» Gouverneur» der Postsparkasse Dr. Trapl und deS Direktor» für Post und Telegraph«» Dr. Dunovskh. PAUL HARRISON:. a EINE GESCHICHTE VON BILDERN UND ANTIQUITÄTEN nicht in versprechenden Anfängen stecken bleiben. Wir erklären, daß dies« Richtlinien rasch, gründlich und systematisch durchgeführt werden müssen und daß das Ergebnis klar sichtbar werden muß. Das Vermächtnis des ersten Staatspräsidenten T. -G. MasKyl und der Appell des Staatspräsidenten Dr. Benes in Abßer historischer Stunde sollten der Regierung und den tschechischen Staatsmännern Anlaß und Gebot sein, alle-'zu tun, um unser« berechtigten nattonalen, wirtschaftlichen un dsozialpolittschen Forderungen zu erfüllen und so dem Sutetendeutschtum sein Leben-recht im Staate zu sichern. Gefordert wird: Die Erlassung strikter Durchführungsbestimmungen an alle Aemter und staatlichen Anstalten, für deren Ein- Haltung die zuständigen Vollzugsorgane voll ver- antworllich gemacht werden müssen, völlige Gleichbehandlung auf dem Gebiet« de» Minderheitsschulwesens und vor allem die Erledigung der überfälligen Gesuche um Errichtung deutscher Schulen sowie eine besser«, den praktischen Bedürfnissen angepaßte Regelung der Sprachenfrage und deren Entpolitisierung. Eine Novellierung der Sprachenverordnung sowie die Erlassung liberaler Sprachenrichtlinien für die staatlichen Unternehmungen erscheint unerläßlich. „Das allerdings", sagte Professor MyseniuS mit starker, fast leidenschaftlicher Sttmme und hob angriffslusttg den Kopf,„da muß man ja nun wirklich sagen: allerdings! Mein zweiter Assistent ist interimistischer Direktor des Institutes geworden— ein Ignorant". „Unglaublich", sagte Valeria»,„der Platz gebührt Ihnen, Herr Professor. Und Sie sind am richtigen Weg, ihn zu erobern. Diesen oder einen noch, bedeutenderen. Wer diesen Schmuck entdeckt hat,!ver ihn als erster publiziert.. „Ja, kann man ihn denn publizieren?" stöhnte Profeffor MyseniuS.„DaS ist es ja; Herr AronaS. Kann man ihn denn publizieren? Was werden die ausländischen Fachleute sagen?" ^Sie werden sich ärgern, sie werden Zeter und Mordio schreien, sie werden ihn anzweifeln. Biel Feiiw, viel Ehr. Geht Deutschland nicht mutig diesen Weg? Die europäische Wissenschaft ist alt und verkallt. Sie versteht die jugendlich« Geistigkeit nicht, die heute in Deutschland gärt. Ich habe es neulich von- dem prachtvollen Stück junger Mensch gelernt und ich verstehe- was er meint", „Tja, was meint er denn?" fragt« Professor MyseniuS vecgräistt. „Er meint, daß dieser Schmuck lebendiges BollSgut und nicht Museumsstück werden soll, tzaß ,r nicht rubriziert und sterilisiert werden. Nr. 230 Donnerstag, 80. September 1937 Seite 3 Vorbildliche Fürsorge ' und kulturelle Leistungen Gegenüber den Behauptungen der bürgerlichen Presse, dass sozialdemokratisch verwaltete Städte gegenüber den kulturellen Bedürfnissen der Bevölkerung nicht ihre volle Pflicht erfüllen, ein Borwurf, der ebenso oft widerlegt wurde, als er erhoben worden ist, verweisen wir auf den soeben beschlossenen Voranschlag der Stadtgemeinde Aussig für dar Jahr 1938. Aussig, ist bekanntlich die grösste deutsche Stadt in der Tschechoslowakei. Sie zählt Wer 49.909 Einwohner. Der präliminierte Aufwand für Schulwesen und Kulturzwecke beträgt für 1988 3,520.999 XL, für d a r W oh lfah rt»w e sen(sozial e Fürsorge)' 3,527.949 KU. Das bedeutet, dass auf den Kopf der Bevölkerung rund 89 Ki im Jahre für Fürsorge und Wohlfahrt aufgewendet werden. Damit setzt die Stobt Aussig eine Spitzenleistung, die wohl schwttlich von einer anderen deutschen Stadt in tier Tschechoslowakei, aber auf keinen Fall von einer bürgerlich verwalteten Stadt erreicht wird. Zum ersten Male erscheint im Boranschlag der Stadt Aussig für 1988 auch ein Betrag.von 19.999 KL für den Moralunterricht konfessionsloser Kinder.. Venn»eit ick Radio» verwende, ist der Waschtag kein»Waschtag* mehr; denn zu Mittag ist Jetzt meine Wäsche schon fertig, weil Radion das mühselige Vorwäschen und das ermüdende Rumpeln überflüssig macht. Machen Sie es wie ich! Radion wäscht eben allein. In kaum mehr als 15 Minuten wird die Wäsche blendend weih und bleibt dabei geschont. Juute JtAaH''frei! RADION wäscht allein! RADION wäscht allein Sudeten-Nazi aus Deutschland zurUckgeschlckt und verhaftet Dieser Tage verhaftete, wie der„Prager Mittag" meldet, die Polizei in Jägerndorf den Baumeister Otto M o s l e r aus Hultschin, der vor einiger Zeit nach Deutschland geflüchtet war. Mosler, ein eifriges Mitglied der aufgelösten Nationalsozialistischen Partei, war verschiedenster Bergehen gegen das S ch u tz g e- s e h verdächtig. Bor seiner Berhaftung floh er nach Deutschland, wo er hoffte, eine neue Existenz beginnen zu können. Statt dessen wurde er v o n den reichsdentschen Behörden ausgewiesen und über die tschechoslowakische Grenze zurückgeschickt. MoSIer ist in die Haft des Troppauer KreiS- gerichteS eingeliefert worden. SuäeUudeuiscket leitsweMi Menschenraub...' Aus Reichenberg delegierter Prozeß vor den Prager Geschworenen Schwere Strafen für Zutreiber der nazistischen.Justiz** Prag(—rb—) Der Paragraph 99 unseres Strafgesetzes betrifft ein Delikt," das von den Auslegern dieses Gesetzes im allgemeinen kurz Wergangen wird, in der Annahme, dass dieses Verbrechen, das Verbrechen deSMen- schenraubes, in unseren zivilisierten Zeiten längst überlebt sei. Tatsächlich hatte dieser Paragraph seit dem Jahre 1808, in welchem das Strafgesetz in'Kraft trat, kaum jemals ein Gericht beschäftigt, bis zu dem Zeitpunkt, da das „Drifte Reich" ausbxach und jenseits unserer Grenzen'Mächte ans Ruder gelangten,' deren Wirksamkeit durch die konsequente Verleugnung jedes Rechtsbegriffes gekennzeichnet ist. In ter altertümlichen Sprache des Strafgesetzes definiert der Paragraph 90 das Berbrechen des Menschenraubes, als„achten Fall" des„Verbrechens der öffentlichen Gewalttätigkeit" folgendermassen: «Wenn jemand ohne Borwiffen und Einwilligung der rechtmässigei^Obrigkeit sich einer Menschen mit List'oder Gewalt bemächtigt, um ihn wider seinen Willen an eine auswärtige Gewalt zu überliefern...", mache erlich eines Verbrechens schuldig, auf welches(8 91) zur Strafe schwerer Kerker von fünf bis zehn Jahren zu verhängen, welcher jedoch, wenn der Misshandelte einer Gefahr am Leben oder an Wiedererlangung der Freiheit ausgesetzt worden, bis auf zwanzig Jahre verlagert werden kann.*' ' Das Prager Schlvurgericht verhandelt« Mittwoch unter Borsth des OGR Dr. P a z d e r- s k h einen Prozess nach diesem Paragraphen, der von dem KreiSgericht Reichenberg.nach Prag delegiert worden war. Unter Anklage des Menschenraubes stand vor den Prager Geschworenen ein gewisser Franz Krause und unter der Anklage der Mittäterschaft ein gewisser Rudolf Sedl chk. Der Fall reicht in das Jahr 1988 zurück, also in eine Zeitx da die Hitlerbegeisterung in gewissen Kreisen des Grenzgebietes besonders hoch ging. Beide Angeklagte, stammen aus der Ortschaft Johannesberg bei Gablonz. Mr Opfer wurde ein gewisser August Weber, der angeblich in der kommunistischen Jugendbewegung tättg war und später nKh Deutschland ging, wo er als Redakteur eines kommunistischen Blattes gewirkt Haben soll. Howeit wir uns diese Angaben beglaubigen konnten, entsprechen sie indessen nicht den vollkommenen Tatsachen. Wie immer dem sei — Tatsache ist, dass August Weber, der noch vor dem Hitlerumsturz in die Tschechoslowakei zurück- gekehrt war, offenbar von den reichsdeutschen Be« hördeN heftig gesucht wurde. Den schustigey Dienst, ihn den Schergen auszuliefern, leisteten dse beiden in diesem Prozess Angeklagten. Der Grstangeklagte Franz Krause er- schien eine» Tage» bet August Weber und bat ihn, . ihm behilflich zu sein, den Sohn einer gewissen Feig, der angeblich nach Deutschland geflüchtet sei) von dort zurückzuholen. Weber glaubte dsesem Märchen zunächst, nicht, zumäl ihm Kraus« als ' Mann vieler Parteibücher besannt wilr. Als ihm aber-Krause einen älteren Mann vörführte(es war der Mitangeklagte Sedlak), der unter heftigen .Tränenergüssen sich al» den ,Baier. Feix" ausgab(dieser Rynr ist im Gablonzer Gebiet über« au» häufig) und ihn beschtpor, ihm„seinen Sohn" zurückzubringen, liess /er sich doch bereden) nach Zittau zu fahren, wo„de»Sohn" angeblich zu treffen sei. Seinen Auftrag bekräftigte der an- »«bliche„Baier Feix" ihit 700 KL. August Weber fuhr nach Zittau, wurde dort unverzüglich festgenommen und vor Gericht gestellt, wo er zu drei« riuhalb Jahren verurteilt wurde. Al» August Weber nach Verbüssung dieser Strafe glücklich aus dem„Dritten Reich" avge« Musft worden war, erstattete er unverzüglich die Strafanzeige gegen die beiden schuftigen Gesellen, oft ihn der nazistischen Justtz ausgeliefert hatten. Diese beiden leugneten nach altbewährter „Tapferkeit", wie sie.„Mannen" solcher Art nun einmal eigen zu sein pflegt alles üW'sedeSt Krause versuchte die ganze Angelegenheit al» ein gemeinsam angelegte» Schmugglerstück hinzustellen. Angeblich habe er und Weber Quecksilber aus* Deutschland paschen wollen. Bon einem versuch, den Kameraden an» Messer zu liefern, wollte er Tatsachen aus dem Egerland Einem Aussatz im Karlsbader„Volkswille" entnehmen wir di« Aufzählung folgender Tatsachen: Di-SdP-BezfrkSstelleAsch etablierte sich als Ein-undBerkaufsgesell» schaftfürKartoffeln. Wehe dein Bauer, der nicht die SdP-Legitimatwn vorweisen kann! Er kann seine Kartoffeln entweder selbst essen oder er muss sje verfüttern oder verfaulen lassen, denn es wird ihm offen mit den 79 Prozent SdP-Be« völkerung von Asch gedroht die«S„ablehnt", Kartoffeln zu kaufen, die bei der Ernte nicht dm Stempel„Heil"Henlein" tragen. In Frie« dersreuth wurde Bauern, die sich der SdP noch nicht gleichgeschaltet haben, von' den StP« Milchhändlern gesagt, dies« werden in Zukunft ihre Milch nur von solchen Bauern beziehen, die' mit ter Marke„SdP" geeicht find. Dass in den*B«trieben ärgster. Gesinnungsterror wütet, ist eine altbekannte Tatsache, die einzig und allein nur unsere Behörden nicht wahrhaben wollen.' In Has lau erzählt es einer schon dem andern, dass ein SdP-Meisier bei der Firma Palme einem christlichsozialen Penfio- nisten drohte, er werde nach Deutschland schreiben und ihnjum die Pension bringen, wmn' er nicht' in die SdP eintritt. In einer Sitzung derOrtSleitung der SdP in Haslau hat vor wenigen Tagen Herr Brunnenbauer Rudolf Baumann von. feinen Kameraden verlangt, sie sollm dem Kohlenhändler Pohmann, einem Bruder de» sozialdemokratischen LokakvertrauenSmanneS, keine Kohle mehr«Raufen, weil dieser ein„Oberkom- muntst"set., Ein anderer GdP-Kamerad verlangte sogar von feinem Kameraden Bohmann, der ebenfalls ein" Bruder unseres Genossen ist, er hätte mit seinen Brüdern keinen fteundschastlichen Verkehr mehr zu pflegen. Den Genossen'Zettelmeifl, der auf der Reichsbahn einige Zzjt'beschäftigt war, schikanierte-man derart, dass er trotz der drohen-, depArbeitSlosigkeit«S vorzog, selbst seinm Arbeitsplatz zu verlassen, weil er seelisch nicht voll- ständig ruinE tverden wollte. MS durch die Jnittative von SdP-Fabrikan« fen in den Betrieben eine Unterschriftensammlung für di«. Ausschreibung, von Krankenkassenwahlen inszeniert wstrde,wurdendie Unterschriften viel-/. natürlich nichts wissen. Was den MItangeflagten Sedlak betrifft, so gab dieser zwar zu, die Rolle des nicht existierenden„Vater Feix" gespielt zu haben, bestritt aber hartnäckig, von dem Zweck des verbrecherischen Bubenstückes gewusst zu haben. Der Haupiangeflagte Krause habe ihm zugesetzt, diese Rolle zu spielen, womit er angeblich dem später verurwjlten Weber einen grossen Gefallen erweisen wecke. Tatsache ist, dass jener August Weber dreieinhalb Jahre seine» Leben» in den Kerkern de» Dritten Reiche» verbringen musste. Es scheint, dass die Geschworenen sich die Tragik dieses Schicksals und gleichzeitig die unmenschlache Schuftigkeit der Gesellen, die er verschuldeten, vergegenwärtigten. Nach durchgeführter Verhandlung, die sich bis in die späten Abendstuicken ausdehnte, bejahten sie einstimmig beide Schuldftagen. DaS Schwurgericht verurteilte hierauf den Erstangeklagten Franz Krause zu siebenJahren, den Mitangeklagten Rudolf Sedlak zu drei Jahren s ch w e ren und verschärften Kerkers. fach direkt erpresst. Nicht nur, Pah in vielen Betrieben massgebende Beamte der Firmen selbst den Arbeitern die Listen vorlegten, gab es«in« Reihe bon Beftieben, wo die Herren Chefs oder Junior- Ehest den Arbeitern die List« zur Unterschrift vorlegten. Eine Weigerung hätte zur Folge gehabt, oah bei der ersten besten Gelegenheit der Brotkock konfisziert worden wäre. Mit aller Entschiedenheit muss jenen, die den demokratischen Machtappamt verkörpern, zugerufen wecken: ' wie lange noch stllen die wirklichen Stützen des ' demoftatisch en System» in den sudetendeutschen Gebieten Freiwild einer mit Zynismus und ' Sadismus aufgezogenen Jagd der Faschisten fein?. Ludltzer Stadtsekretär '' unterschlug 1*5 Millionen Kt Der Stadtsekretär Georg Böhm aus Lu- dsh ist nach Unterschlagung grosser Summen nach Deutschland geflüchtet. Er wurde von den reichsdeutschen Sicherheitsbehörden verhaftet und den tschechoslowakischen Arenzorganen ausgeliefert. Ein.Revisionsbericht des Landesamtes stellt fest, dass.Georg Böhm seit dem Lahre 1920 Gelder au»\ bet Wirtschaftsgebarung der Stadt genommen und sie auf geheim« KontiS bei der Etädtt- schencSparkasse in Buchau und bei der Landwirt- schWlicheff' Bezirksvorschuhkasse in Luditz eingelegt und zum grössten Teile für' unbekannte Zwecke wieder abgehoben hat. Der gesamt« Umsatz aller dieser geheimen Einlagen beträgt rund 1,»88.000 KU. Ausserdem ist urkundlich nachge- wiesen, dass Böhm Unterschrift»- und W e ch s e l fälschung en vorgenommen hat. Der-Bertcht bemängelt auch da» geringe Kontroll- interesse der städtischen Finanzkommission. Der Schaden, den die Stadtgemeinde Luditz durch Georg. Bühm erleidet, lässt sich nicht einmal annähernd feststellen, weil eben ein Grossteil der Belege gänzlich fehlt stnd Böhm keinerlei Aufklärungen bei seinen ursprünglichen Einvernah- men gab. Zweistündiger Teilstreik bei der Firma Btrlch In Jungbuch Mittwoch nachmittags traten bei der Firma Eirich in Jungbuch die Spinnerinnen der Nachmittagsschicht die Arbeit nicht an, sondern versammelten sich auf dem Fabrikhof, wo sie wegen der Nichterfüllung einzelner beim letzten Streik festgelegter VertragSverpflichtungen durch dis Firma demonstrierten. Ein Aufgebot an Staatspolizei und Gendarmerie wurde dem Be- trieb zugeteilt und Absperrungsmahnahmen getroffen. Die Verhandlungen wurden sofort ange- setzt. Für die Union der Textilarbeiter nahm' an ihnen Jüptner teil. Die Spinnerinnen haben um 4 Uhr nachmittags die Arbeit wieder ausgenommen. Ein Teplifjer In Spanien gefallen Nach Meldungen, die au» Spanien kommen, soll dort auf feiten der Regierungsiruppen der Reichenberger Advokaturskonzipient Dr. Friedrich K a s s o w i tz gefallen sein. Die Kugel eines Francosoldaten soll ihn tödlich getroffen haben. Dr. Kaffowitz war der Sohn eines Teplitzer Anwalts und in einer Reichenberger Advokatenkanzlei tättg. Kindesmord im Krankenhaus LnS LglauerKrankenhaus kam vor kurzem die 40jährige Gelegenheitsarbeiterin Marie Stanzl aus Hungerleiden. Die Frau wollt« hier ein Kind zur Welt bringen, dessen Vater unbekannt ist. Zwei Tage nach der Geburt fand die Krankenschwester ein totes Kind in de» Armen der Mutter, die ein verdächtiges Benehmen zur Schau legte. Dar Gericht ordnete«ine Oeflnung der Kindesleich« an, bei der dann einwandfrei fest- ,gestellt wurde, dass das Kind lebensfähig gewesen und eines gewaltsamen Todes gestorben Ivar. Unter der Last der Schuldbeweise gkstand di« Stanzl schliesslich, das Neugeborene so lange gegen die Brust gepresst zu haben, bis es sich nicht mehr rührte und tot war. Die Frau wird noch kurze Zeit in der Pflege des Krankenhauses gelassen, worauf sie dem Kreisgerichte eingeliefert wecken wird. Durch Freitod gesühnt. Der ehemalige Be- zirkssekretär der Warnsdorfer BezirkSbe- hörde und spätere Gemeindesekretär von St. Georgenthal, Emil Rott, der wegen neuerlicher Betrügereien— er hatte seinerzeit in St. Georgenthal beim Gemeindeamt« etwa 80.090 KL veruntreut— vor kurzem zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt worden war, hat' sich Montag mittags in seiner Wohnung erhängt. Er hatte einen dreiwöchigen Strafaufschub erhalten. Ein Gutsbesitzer unter dem Verdacht der Brandstiftung. Dieser Tage ist das Wirtschaftsgebäude des Gutsbesitzers Franz Hohmann in W r b i tz bek Mies bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Bei den Aufräumungsarbeiten fanden die, Feuerwehrleute eine Kerze, die den verdacht der Brandstiftung mifkommen liess. Der Gutsbesitzer selbst war zur Zeit des Brandes nicht anwesend, sondern weilte in MieS. Als er heimkehrte, wurde, er von der Gendarmerie in» verhör genommen, dessen Ergebnis die Berhaftung war. Hohmann wurde dem KreiSgericht« in Pilsen eingeliefert. Große Ausfeger BertraueuSmänuer- Versammlung. Sonntag, den 10. Oktober, nachmittag» 2 Uhr, findet in der volkshalle in Bo- kau«ine allgemeine Vertrauensmänner- und Funkttonäreverfammlung statt. Es spricht Vizepräsident Siegfried Taüb Wer:„Wir, unfere Republik und die weltpolitische Lage". Sämtliche Vertrauensmänner und Funktionär« der Partei, der sozlalisttschen Lugend, der Republikanischen Wehr, der freien Gewerkschaften und der Spori- und Kulturorganisatiösten wecken an der Kundgebung teilnehmen. Wohnungsmangel in Gablonz. Wie DND meldet, macht sich in Gablonz Wohnungsmangel bemerkbar. Während der langen Krisen-Periode wurden in Gablonz keine Wöhnhäufer gebaut. Die» kommt jehf im Fehlen namentlich billiger Kleinwohnungen und im Mangel ar. Wohngelegenheiten für ledige Personen zum Ausdruck. Lsudou. Die„Morning Post" ist.mit dem Datum de» 89. September zum letztenmal erschienen. Damit stellt die älteste konservative Tageszeitung, die im Jahre 1772 gegründet worden ist, ihr Er«, scheinen«in. Die„Morning Post" wucke vom Eigen« imner des„Daily Telegraph" Lord Eamrose erworben. SdP-Terror gegen Bauern und Arbeiter «eite 4 Donnerst»«, 30. September 1037 Nr. 230 Die Ursprünge der deutschen Arbeitsgesinnung TtgesMiALelkn M. S. T. Mit Erlaubnis des Euro va-Der« Inges. Zürich, einem.denM^ erscheinenden Buche von Erich Kahler„Der deutsche Charakter in der Geschichte Europas" entnommen. Aus der Arbeit ist die Geltung der Handwerker begründet, mit dem Trumpf von der Nütigkcit und Gemeinnützigkeit ihrer Arbeit werfen sie sich gegen die patrtztschen„Müßiggänger" auf, mit den umfänglichen Lehren, Kontrollen und Proben der merklichen Meisterschaft statten sie ihren sichernden Zunft« zwaNg au», vermöge dessen sie sich de» Nachdringens von unten erwehren. Zum ersten Mal in der Geschichte und seitdem nicht mehr stürzbar ist mit dem Ausstieg der Handwerker dar pflichtige Arbeiten zu einem Sittengebot der Welt, ist die Arbeitswilligkeit, der Fleiß zu einem allwaltenden Vorzugsstil emporgekommen; zum erstenmal erwirbt auch die bloße, vom lebendigen Menschenwesen abgetrennte Tüchtigkeit allein schon eine hohe Achtung. Alle bisherigen Sitten und Sittenveredlungen verherrlichten ein Sein und einen echten Besitz, der nichts anders al» Ausstrahlung und Anhang eines Sein» bedeutet; auch erste deutliche" und für die spätere Rolle de» Bürgertum» im deutschen Leben sehr bedeutsame Aeußerung. Die antike Erziehung war eine Formung de» gesamten Menschen nach einem Innerlich schon bestehenden Artbild, und alle Regenerationen der Denker gingen nur auf diese» zurück; Fertigkeiten, letffi barer Können und Wissen waren dabei nur Hilfe und„Instrument". Da» Gleiche trifft auch noch auf die kirchlichen Schulen zu: Zwar hat die Scholastik, von der Sinnenwelt abgeivandt, Ihre Erkenntnis der Universalien nur au» überlieferten Auslegungen der Kirchenväter und der antiken Autoren, also au» Schriften geschöpft und dadurch den Glauben an da» Hell der Studien und die überragende Würde de» reinen Bllcherwissen» in Europa recht eigentlich begründet. Aber auch ihr Ziel ist noch-allein die Er- forschung, die richtige Deutung de» offenbarten Got- tpswortr, und Gelehrsamkeit nur Mittel zur Ablenkung von der Erde, zum Vernehmen der weltdurchwebenden heiligen Sinn». Ja selbst der Knappe, der ein Ritter werden will, erfährt und übt in seiner Lehrzeit nicht bloße Geschicklichkeiten de» Wafsen- ! werk», sondern erprobt sich in kämpferischen Eigen- Witze verkürzen da» Warten Sonne meint e» gut.„Na da Mussolini die richtige italienische Sonne mit« Auch ein Kauber der Meere Zwei Eingeborene der SUd-Salomonen• mit ihrer Beute, einem riesigen menschenfressenden Hal Wahrheit Ist Heimtücke. Der Direktor Mie- stereck von der Central-KrankenversicherungS-AG, Köln, stellte dem Generalvertreter für Magdeburg, Herrn Noehricht, bei seiner Entlassung folgende» Zeugnis aus:'* .... Wenn wir uns nach so vielen Jahren '» gemeinsamer Zusammenarbeit von Herrn Roeh- richt trennen, so geschieht die» nur au» Gründen, . die wir selbst außerordentlich bedauern und die außerhalb unserer Machtbefugnis liegen. Hätten wir nicht"dem Druck, der stärker war al» wir, folgen müssen,, so würde Roehricht seine Stellung bei un» ohne Zweifel niemals,verloren haben." Der Direktor Miestereck wurde wegen dieses Zeugnisses verhaftet und des Vergehen» gegen das Heimtückegesetz angeklagt. Herr Roehricht"ist nämlich Jude und mußte von seiner Firma gemäß staatlicher Vorschrift entlassen werden. Da nun der Direktor Miestereck in seinem Zeugnis die Wahrheit sagte, nämlich, daß er den langjährigen Angestellten nur aus diesem Grunde entlasse 'und da er den Mut hatte anSzusprechen, daß der Angestellte tüchtig sei— wird er zu hohen Strafen verurteilt, denn Wahrheit ist Heimtücke. Todbringendes Radium. In P a r i»S wurde der Radiologe C h a x l e S V a i l l a n t, der iüfölge des ständigen Arbeitens mit Röntgenstrahlen an einer Hauterkrankung leidet, z u m vier<- zehntenmal operiert. Wegen dieser-Krankheit wurden ihm bereits nach und nach die Finger, die Hand und der Arm amputiert, doch greift die Krankheit nunmehr auf den ganzen Körper über. Im Brnnenfchacht hilflos erstickt. Der pensionierte Bergarbeiter B o b o öSjn Polskä Lutyni hatte bei" seinem Hause einen schadhaften Brunnen, den er reparieren wollte. Er ließ daher an einem Seil seinen Sohn in den Brunnen hinab. Nach einer Weile meldete sich der Sohn jedoch nicht mehr und es war nurmchr sein Stöhnen zu hören.. AuS Furcht vor Giftgasen wollte niemand, Germanische Urlaute Um ihre Leser für die erhöben Bezugsgebühren zu entschädigen, sandte die„Zeit" einen Sonderberichterstatter nach Berlin, au» dessen" Feder sie am 29. September einen Original greuelbericht über„Berlin im Mussolini-Fieber" brachte. Unter den Linden entzückte den Sudetenbarbaren"„eine- vierfache Reihe weißer Säulen mit goldenen Hoheitszeichen". Schöneres gibt es nichtl"Ja Kuchen," eSckoinmt ndch doller! In der" Wilhelmstraße dreht ihm gär, da er ihn knipsen will, ein SS-Mann persönlich die Hinterfront zu.„Da entringt sich sogar dem kaltschnäuzigen Berliner ein anerkennendes Donnawettai".• Da» spielte sich aber alles schon am Bor- mittag ab und der Mussolini kam erst abends." Wie"eine erwachte^Nation sich die Wartezeit verkürzt, da» muß man aus dem Original eh fahren: da» Warten mit viel Witz. Eine steht im dichtesten Gedränge, sie bißchen nach Luft. Da knallt' junger Mann die Hand auf *) In Italien bestand zuerst ein heftiger Widerstreben gegen den Buchdruck. Der erste Drucker in Florenz war ein Deutscher. lösungSprozeßmuß schon weit fortgeschritten sein; denn anders wäre es unerklärlich, wie ein Volk, das"nicht bis drei zählen kann, bis zehn zählt, wenn eS sich reimt. Und wie sich das reimt!■ Wie Jt—ler aus Duce oder des jungen MänneS Hand auf.des WeibleinS gebrechliche Schulter. „DaS knallt! Fein, wat?" „Donnawetta, ja!" sam au» den Dom- und Klosterschulen abspalten und fast ausschließlich au» der. Bürgerschaft ihren wachsenden Zustrom erhielten, die dem Bürgertum de» Reiche» ein für allemäl da» geistige Übergewicht über den Adel gaben, diese Schulen sind zwar von Anfang an nicht minder durch da» Bedürfnis der Kaufmann» wie durch da» de» Handwerker» hervorgerusen worden, denen beiden ja gleicherweise im entwickelten Verkehr Lesen und Schreiben und Rechnen nötig wurde. Au» dem deutschen Handwerk steigen ferner die mannigfaltigen Techniken, die die neue experimentierende Naturforschung bedienen. Arbeit durchtummelt und. erweckt"die Materien, spinnt fortgerissen die Sachwelt weiter, verstrickt Pie menschliche Aufmerksamkeit immer tiefer hinein und züchtet. den mechanischen Nutzverstand heran, den die Kaufleute dann ergreifen und mit ihrem kommerziellen vereinigen. Die irdischen WillenSziele und Zwecke erstehen in Unzahl der deutschen Strebesucht, und die» alle» wird zum komplexen Werkzeug der Verallgemeinerung. Vervielfältigung, Veröffentlichung. Die Uhren, Meßgeräte, Buchdruckecttzpen sind solche Wege, die vom Handwerk in die neue Gemeinwelt führen.*) Schon stößt aber dabei der Einzelne mit feinem stöbernden, erfindenden, ueuerungslussigen Arbeitseifer, der immer weitere Umfänge der Oef- fentlichkeft vorbereitet, an die Schranken, die der Zunftgeisk gesetzt hat, und viele solcher besonderen Leistungen sind außerhalb der Zünfte geschehen oder haben zur Abspaltung neuer Werkzweig« und Zünfte Anlaß gegeben. Und schon ist in diesem Schassen die materiell rationale Unruhe lebendig, di« mit ihrem äußersten tausendzügigen Ausrollen die Fundamente der christlich bürgerlichen Sittenordnung unterwühlen wird. Der Handel entbindet sie vollend» zum" gepriesenen Fortschritt, mitsamt jenem innerlich wachsenden Widerspruch. Blitz schlägt in einen Leltank. Gin mächtiger Oeltank von einer Million Gallonen Rauminhalt, der der britischen^ Gesellschaft Burma Oil Tomp. in Syrian, unweit Rangoon, gehörte, wurde Mittwoch früh durch einen Blitz getroffen Und fing. Feuer. Der Behälter/ der weiße» Kerosin enthielt, wurde vollkommen vernichtet. Auch die Hälfte des Inhaltes fiel"der Vernichtung anheim. Der Sachschaden ist groß, Menschen wurden durch die Explosion nicht in. Mitleidenschaft gezogen. Künftige Führergestalt? Aufjer Gemeinde- schule in Toledo im"Staate Ohm hat sich eln Mordanschlag ereignet," dessen trauriger Held ein .erst zwölfjähriger Schüler, Robert'Snyder, ist. Der Junge/ offenbar beeinflußt von schlechter Lektüre und- von Gangster-Filmen, beschloß,.sich vor seiner ebenfalls zwöljährigen Freundin Daisy, die die gleiche Schule besucht, groß zu tun. Er drang in das Direktorzimmer ein und traf dort die Leiterin der Anstalt, Miß June Mape». Er forderte, Daisy, die gerade im Unterricht wär, so- "ort sehen zu können; al» ihm die» verweigert wurde, zog er kurzerhand einen Revolver au» der Tasche und schoß auf die Lehrerin, die er schwer "verletzte. Dann rannte er-herauS und beschmierte- da» Auwmobil der Schulleiterin, mit Kreide. Er schrieb darauf:»Grüne Hornisie, nun bist Du tot!" Dann begab er sich nach Hause und prahlle vor seinen entsetzten Eltern mit seiner Tat. Er wird vor da» Jugendgericht gestellt werden. Der Film al» Lehrmittel. Wie da» Wiener „Echo" mitteilt, wird mit Beginn- der nächsten Monat» an den österreichischen Mittelschulen der Film als Lehrmittel eingeführt werden. Der damit verbundene Kostenaufwand wird durch Erhöhung de» Schulgelde»«ingebracht werden. Elefanten al» Fischfreffer? Bisher ist man allgemein.der Meinung,-daß Elefanten Pflanzenfresser sind, und die Wiffenschast hält vorläufig auch noch daranfest. Aber ein Besuchendes Zoologischen Gar-.. ten». von.Eobtree Manor hat vor kurzyn.eine Beob-. achtung gemacht, die ihn außerordentlich erstaunt«. Er sah nämlich, wie zwei junge Elefanten in dm See, der sich im Zoo befindet, stiegen, Wasser durch ihren Rüssel einsaugten, indem sie ganz offensichtlich auf dem Grunde nach etwa» suchten, da», sie dann, nachdem sie da» Wasser wieder herauSgesprihj hat«- ten, in» Maul nahmen und mit größtem Wohlbehagen verzehrten. Bei näherem^usehen entdeckte. der Beobachter, daß die Elefantemmit dem Rüssel regelrecht /fischten". Den Mann hat diese» Erlebnis nicht ruhen lassen,«er hat die Elefanten photographiert und an die Direktion de» Zoo.«inen Brief gerichtet, man möge ihn über den seltsamen Geschmack dieser beiden Elefanten aufklären. Auf der Schneekoppr unter Rull. Innerhalb kühler Lustmassen, welche hinter der Ostsee-Depression au» dem Nordwesten, unseren Gegenden züge- führt werden, herrschte am Mittwoch unbeständiger Wetter mit Schauerniederschlägen. In Böhmen wurden dabei stellenweise nur 11 Grad, in Kar- pathorußland jedoch noch 20 bi» 81 Grad verzeichnet; auf der Schneekoppe sanken di« Temperaturen nachmittags etwa» unterNull. Vom Westen her breitet sich nunmehr über- Mitteleuropa höherer Luftdruck au».— Wahrscheinliche» Wetter von h e u't e: Vom Westen her erneut verringerte Bewölkung und ruhig. Nacht» kühl/ tagsüber mäßig- warm. In der Ost-Slowakei und in Korpathoriiß». land veränderlich und" verschiedentlich-" Schauer,- namentlich auf den Bergen; im ganzen etwa» küh« ler.— Wetteraussichten für F r e i t a g: Wechselnd bewölkt bi» ziemlich heiter; auch im Osten de» Staate» starke nächtliche Abkühl^tg. tragbar al» mit der Existenz selber. Mit der Schiit«> zung. der Arbeit und der Arbeitreigenschaft jedoch wird die Leiswng hervorgehoben, welche gelöste und lösende Bewegung ist, welche gewollt und gemacht, vermehrt und ganz neu geschaffen, gelehrt und Überträgen wird, welche übergeht von Mensch zu Mensch, von Mensch zu Sache und die menschliche Person in» Oessentliche, jedermann Zugängliche, Gemeinsame verloendet. Hier beginnt ein« der gewaltigsten Umwälzungen de» Lebendigen. Da» Ethos der Hand- werler, da» offensiv pädagogisch sich anstrengen muh, dieser Ethor— Sittlichkeit und nicht Sitte— befördert Werte, die man zur Gänze lehren und so auch wollen und lernen kann, die ein jeder wollen und lernen kann. E» hebt auf solche Weise damit an, den Bestand de» Menschen zu verflüssigen, ihn ins aktuelle Leben, zu dinglichen, spezialisierenden Zwecken zu zerteilen, ihn au» der sinnlichen Leibhaftigkeit in rationale Zusammenhänge zu verspinnen. Gegenüber der reißenden Auflösung de» Menschen, die mit dieser gewerblichen Gesinnung auskommt, ist die lockernde Wirkung der Handel» noch verhältnismäßig gering. Vermögen ist immerhin eine bestehende Habe, wenn auch schon eine dynamische, vom Menschen abgetrennte, allgemein übertragbare. Vermögen ist vollendete» geborgene» Tun, e» kann ebenso wie zu weiterem-öffentlichen Leisten doch auch noch für di» menschliche Existenz verwendet werden. Die Arbeit jedoch, und zwar die Arbeit nicht nur al» ein« unausweichlich gebotene Rot, sondern al» ein von der öffentlichen Sittlichkeit geforderter Wert,-die Arbeit nicht uw de» Leben»"willen, sondern da» Leben um der Arbeit willen— nach der Formel de» Pietisten Zinsendorf— leert die menschliche Substanz unwiederbringlich. in die verzehrende Oeffentlichkelt au». Wie wir sahen, haben die Kaufleute weder In der Antike, noch in den späteren südlichen Republiken, noch selbst in den deutschen Städten vor der Zunftbewegung die Arbeit als einen Wert an sich betrachtet, sie ist mit der Gesinnung de» Händler» ursprünglich nicht verknüpft. Erst da» Ethos der Handwerker verbreitet die» unter die Kausleute und fügt zu der menschlich auflösenden und nivellierenden Wirkung de» Tauschvermögens die im gleichen Sinne noch viel - heftigere der Arbeitspflicht, der unendlich verlangten Produktion hinzu. Diese Vereinigung der Sachgewalten entwickelt zuerst in Deutschland eine hemmungslose Aktivität. Während in den calvinisch ang» likanischcn Ländern'mit dem HandelSelcment auch da» Tauschvermögen die Oberhand hat und noch, eine gewisse Grenze de» menschlichen Bestände» und Le- benssinn» einhält, dringt in den deutschen Wiri- schästounternehmungen, im lutherisch^preußischen Gemeinwesen, in den Industrien und sogar in der sozialistischen Konzeption de» IS. und LS. Jahrhundert» der alte Haiidwerkergeist durch da» Kommerzielle hindurch, und immer mehr wird aller reale, menschlich fruchtbare Gewinn verschlungen von der unerschöpflichen Produktion an sich. Mit dem zuchthaften, lehrhaften Charakter der Zunftgesinnung, mit ihrer Auszeichnung de» Werkschaffens und jener Eigenschaften, di« eigentlich er« strebbare, erkennbare Fertigkeiten sind, beginnt nun auch im deutschen Leben die besondere Hochschätzung de» Lernen» und Machen» überhaupt, der Tüchtigkeit und Strebsam ke i t. Hiemit ist eine Sinnerweise zum ersten Mal« in einem engen Bereich umriffen, welche später für da» - ganze Volk die. mächtigste Bedeutung gewinnt. Gewiß, da» besonder» vorwaltende Streben und Lernen und Machen hat'ebenso wie der Hang zur betäubende» Arbeit tiefere Gründe im deutschen Mensche». ES ist der elementare Drang eine» Menschentum», da» in sich selber noch ungesaßt und heimatlos ist, da» mit dem kostbaren Gut der gemeinschaftlichen, gemeingeborgenen, gemeinbeglaubigtcn Lebensform nicht von früh an auSgestatiet ist, sondern alle», was diese Lebensform bildet, von außerhalb seiner, vom Vorbild und Denkbild, vom Vorgesetzten und Borgestell« ien her sich anerringen muß. Immer wieder, wenn'» etwas Neuer gilt, von Stuf« zu Stufe, von Lebensschritt zu Lebensschritt, ist dieser Drang, al» wär er zum ersten Mal, notvoll in den Deutschen aufgebrochen, immer wieder werden sie auf da» Lernen und da» bewußte, zweöchafte Erschaffen verwiesen. Sowohl Gründe wie Tragweite diese» Eharakierzuge» sind viel gewaltiger und elementarer al» seine Aeußerung bei den Handwerkern, welche also»ich etwa eine Urhebung, sondern selbst eine Aeußerung, auch eine Aeußerung davon ist, freilich aber seine VomRunCÜnnk tmslatilanswartas aus dun Prowammam Freitag: Prag, Sender I: 10.05: Deutsche Presse,-/ 10.15: Deutsche Sendung:. Für die Frau,-11:. Deutsche Sendung: Anfänge de» vierhändigen Klavierspieles, 18.10: Deutsche Sendung: Gertrude. Tschechner: Da» Arbeiterkind""!» der Schule, 18.20: Hegenbarth: Warnsdorf: Eine» verschollenen Dich« ter» Auferstehung: Zur Willomitzer-Denkmairweihi,--" 18.85: Deutsche Arbeitersendmtg: Aktuelle-zehn. Minuten, 18.45: Deutsche Presse, 18.55: Aüi dem deutschen Kulturlebep, 10.15: Volkslieder, 81; i Rundfunkorchesterkonzert:. Schümann, Jirak.—Prag»- Sender II;" 14.20: Deutsche Sendung: Dr. Spitzer: Schicksal hinter Zeitungsnotizen,- Schallplütteni,-- Zeitgeschichte. 14.55: Deutsche Presse. 18.10: Sa« lonorchester.— Brünn 18:85; Rundfunkorchester«, konzert,16.45: Geigenquartett, 17.40: Deutsche".-.t Sendung: Sportberichte,— Oppenheimer:- Au» dem mahrischlschlesischen Kunstschaffen.— Preß.- In s 17.25: Arien und Lieder.— Mährisch-Ostran 15.80: Orchesterkonzert:. Massen«, DvorÄ. efc*. 18.10: Deutsche Sendung: Dr. Born«:- Verschie«. denc» Über Eiweißstöffe im menschlichen'Körper, Liederkonzert.- Die hat uns jebracht", lachen die Berliner. Üeberhaupt Mer« alte Frau japst ein ihr ein dj«, gebrechliche. Schulter:„N ä, Oma, fein, wat? Und sie muß mit den an deren lachen. Hinter uns stehen Arbeiter und vertreiben sich mit ihren urwüchsigen Bemerkungen di« Zeit« Einem Jüngling, der, mit aller Gewalt und Ell« bogenkraft nach vorne will, tönt die Warnung ent gegen:"„Junge, langsam, sonst kriechste eene jekleb.t, daß Du auf dieL ätschen fliechst" und er bleibt bescheiden stehen. Auf einmal Heilrufe, ein Auto flitzt vorbei und nach her wissen wir,„Hermann" war es. Im ein fachen Militärniantel mit dem blauen Flieger käppi.„Er hat sich jetarnt" lachen die Ber liner. Nach einer halben Stunde kommt er zu rück, in großer Uniform jetzt.„Siehst«, nu hat a sich fein jemacht", stellt man fest. Kurz, es jagte ein doller Scherz den ande- auch nicht mit einer-Gasmaske, in den Brunnen reu! Janz groß war's aber dann am Abend: hinabsteigen. Erst der Bergbeamte ReniLka lüftete Sprechchöre klingen auf:„Mussolini fei so" den Brunnengrund auf die gleiche Weis«, wie di« nett und zeige Dich am Fensterbrett!" und dann. Bergwerksstollen erfolgt. Der wieder skandierte„Duce, Duce"-Rufe.«uf dem Boboks'wurde jedoch nurniehr als Leiche Fahrdamm ist eine Abteilung Schwarzhemden,, llevorgem. lebhaft begrübt, aufmarschiert. Sie singt etfi.i italienischer Lied, ein deutsche» antwortet,«^>ie Nationalhymnen folgen und wenn die Deursthen „Duce" rufen, antworten die Italiener/ mit- ,Jt—ler,. Jt—ler". Ein neuer Sprechchor: „Eins, zwei,< drei, vier, fünf, sechs, /sieben, acht. neun zehn— wir wollen Mussolini seh'» l" Oder: .Mussolini schau zum Fenster" ran», sonst ver- . welkt der Blumenstrauß!" Der Berliner Witz er findet-und variiert. So ähnlich muß der llrnebel ausgesehen haben, der Gott, leider Gottes, als Rohstoff-zur Erschaffung der Welt gedient hat. Die Welt ist aus den Fugen gegangen. Sie löst sich wieder in ihren Rohstoff-auf: den von-den.Berlinern erfundenen und- variierten Witz. Der Auf- '*■|/ w° li« revolutionieren wollten da wollten sie nur fünften, die iM charakterlich gegeben sein müssen «neu ursprünglich rechten Bestand wiederherstellen, und di- im Ernsffall unmittelbar au, ihm hervor. Sem und Besitz smd ruhend und Im lebendigen Wesen springen; eine einzige kühn- Tat vermag ihn zum VUtter ,u machen, die Handgriffe bedeuten wenig *•“ 1-— neben der menschlichen Bewährung."/>/ Erst der festgesetzte, genau geregelte Lehrzwang und Lehrgang de» Handwerker» hat al» Hauptmotiv da» Erlernen einer bloßen Fertigkeit; die menschlichen oder besser sittlichen Lehren gruppieren sich nur um die technische Schulung herum. Und auch dieser Brauch Ist dann-später auf die übrig« Bürgerschaft, aus die Kaufleute übergegangen, die ihre Söhne in die fernen Faktoreien zu einer ausdrücklichen Lehrzeit au»senden. Die neuen Stadtschulen und die priöaien„deutschen Schulen", die sich lang« Nr. 280 Donnerstag, 30. September 1037 «ette 8 IMfoiittri&cfiaft und Gewerkschaftsbewegung In Not Die schwere Krise der Freien Gewerkschaften Jugoslawiens Die Freien Gewerkschaften JugoflavWlt machen eine schwere, an die Purzeln ihrer Existenz greifende Krise durch. Sie haben gegen eine Reihe von ühermächtigen Gegnern zu kämpfest. Eine schwere"Gefahr droht den Freien Ge- Werkschaften durch NcgierungSmaßnahmen. Nicht, daß man die Gewerkschaften" durch Gewaltmaß- nahmen von"obpn vernichten-MO. Man hat nur vor,. Regierungsgewerkschaften zu gründen..Eine innerlich gesestigteBewegunll wäre imstande,-einer solchen Absicht mit Ruhe eiitgsgenzusehem. Hier ist es anders. Allerdings find-ist Positionen-der Freien Gewerkschaften sofort, bedroht, wenn die Regierung ihre eigenen Gowerkschaftsorganisatio» nen schafft. Bisher. beherrschten' die Freien Gewerkschaften so ziemlich die'sozialpolitischen Institutionen. Man fürchtet, daß'dies nun bald anders sein wird. Wahlen für die Funktionärkörper der Institute der Sozialversicherung- konnten bisher überhaupt nicht durchgesetzt werden. Mese Institute werden durch ernannte Vertreter verwaltet. In den letzten Tagen hat man in Sarajevo die Freigewerkfchäfter aus der^lrbeiterkrankcn» kgsse hinauSgeworfcn und durch Regierungsan» Hanger erseht. Die sehr wichtigen Arbeiterkammern werden zum Teil von Freigewerlschaftern verwaltet, die bei den letzten Wahlen im Jahre 1088 in einigen KaMmervorstSnden die Mehrheit, in anderen«ine starke Minderheit der Mandat« eroberten. ES besteht nun für die Freien Gewerkschaften die» Gefahr, daß man die Verwaltungen der Arbeiterkammern mit Regierungsanhängern besetzt und ihnen so diese wichtigen Machtpositionen entreißt. Die Diktatur hat die Freien Gewerkschaften geduldet. Das hatte verschiedene Gründe. Die sozialistische und die kommunistische Partei wurden unter der Diktatur, so wie alle anderen Parteien aufgelöst."Roch unter dem^viktaturregime wurde Über versucht, die sozialistische Parteiorganisation neu aufzurichten. Im Jahre 1084, knapp vor der österreichischen Februarkatastrophe, fand in Beograd«in vorbereitender Kongreß statt, an dem auch Karl Renner und Lev Winter teilnahmen und dessen Aufgabe die Prüfung der Voraussetzungen für die Wiederbelebung der Parteiorgani» satton war.Nach demWicnerFebruar war natürlich an derartiges nicht mehr zu denken. Alle Versuche, die neue politische Situation in Jugoflawien für die Wiederaufrichtung der Partei auSzunützen, ftnd biSher'gescheitert.-.Die Diktatur hat die Gewerkschaften zwar geduldet, man meinte aber, die .gewerkschaftliche Aktivität könnte durch eine fort» schrittliche Sozialgesetzgebung überflüssig gemacht werden." Diesen Bestrebungen verdankt die Arbei» terschaft zwar einige recht nützliche sozialpolitische Gesetze, gleichzeitig ist aber daS Lohnniveau sehr stark gesunken. Die. jugoslawischen Freien Gewerkschaften litten unoleiden über nicht nur un» Man erhält für KC 100 Reichsmark,,, ,,, 638,-— Markmünzen..... 605,— 100 österreichische Schilling., 526.60 100 rumänische Lei.. 16,70 100 polnische Zloty.... 517.— 100 ungarische Pengö....-546.60 100 Schweizer Franken... 654.50 100 französische Francs... 06.70 1 englisches Pfnnlf.... 140.25 1 amerikanischer Dollar..,.' 28.40 100 italienische Lire.... 125.40 100 holländische Gulden. X. 1574.-» 100 jugoslawische,Dinare. 60.80 100»elga» W..... 479,— 100 dänische Kronen.... 628.—. 100 schwedische Kronen... 725.— ter den Schwierigkeiten, di« ihnen von den verschiedenen Regierungen bereitet wurden und"werden, sondern womöglich noch mehr unter dem Zwiespalt in der Arbeiterbewegung. Die^kommunistischen Gewerkschaften wurden schon vor dem Einsetzen der Diktatur unterdrückt und verschwanden dann-vollständig. Der eigenen Organisationen.be« raubt, gingen die Kommunisten in die Freien Gewerkschaften. Hier war man bereit, sie aufzunehmen, allerdings unter der Voraussetzung, daß sie darauf verzichteten, sich in den Gewerkschaften po« litisch zu betätigen. Die Sozialisten sagten ihrer« seits dasselbe zu und so kam man formell zu einer parteipolitischen Neutralisierung der Gewerkschaftsbewegung. Die Sozialisten haben sich konsequent an diesen Grundsatz gehalten, die Kommunisten dagegen haben nicht gezögert, die Möglichkeiten, die ihnen die Gewerkschaften boten, pro« pagandistisch auSzunützen. Dadurch gerieten die jugdflawischen Gewerkschaften in eine Krise,,die gerade jetzt ihren Höhepunkt erreicht hat.. Der jugoflawische Gewerkschaftsbund steht vor seinem Kongreß, auf dessen Tagesordnung eine Reihe sehr wichtiger Probleme stehen. Kompliziert" wird die Situation durch die Tatsache, daß die Kommunisten da und dort Gewerkschaftsorganisationen erobert haben und diese durch ihre politische Tätigkeit gefährden. Eine weitere Komplizierung, der Lage wird durch die kroatische Bewegung, die heute im Mittelpunkt der jugoflawlfchen Innenpolitik steht, hervorgerufen. Die kroatische Bauernpartei hat ihre während der Diktatur aufgelösten Gewerkschaften wieder zum Leben erweckt. Diese nationalen Gewerkschaften sind nun zu ernsten Konkurrenten der Freien Gewerkschaften geworden. Ihnen kommt vor allem die Struk« Am vierten und letzten BerhandlungStag des Kongresses des Eisenbahnerverbandes wurden der Bericht der Mandatsprüfungskommission erstattet und die Neuwahlen vorgenommen. Nach dem Berichte GreullS nahmen an dem Verbandstag 188 ordentliche und LS Gastdelegierte teil. Es waren insgesamt 168 Gäste erschienen. W Kür" W" Wahlvorschlatzskommission berichtete Nosovsky. Nach längerer Debatte Wird dem Vorschläge der Kommission zugestimmt. Es"wurden gewählt: Vorsitzender: Schöder Friedrich, Aussig; Mitglieder des Verbandsvorstandes: Berger Franz, Jägerndorf, Bittner Eduard, Prerau, Brand st Liter Iwan, Böhm.-Leipa,-Christen Eduard, Schrcckenstein, ErnstAloiS, Ko» motau, Goldmann Franz, Reichenberg, Gö- bel Franz, Trautenau, Grünzner Ernst, Prag, Herrmann Willibald, Aussig, König Rudolf, Mähr.-Ostrau, Kralik Franz, Aussig, L«i ß Julius, Olmlltz, L o s e r t Arnold, Brunn, Nosofskh Wenzel, Aussig, Paul Eduard» Schreckenstein, P a i n z Ant., Falkenau, P e sch k« Jos., Titschen, Schwob Karl, Aussig, Schindler Franz, Zauchtel,. Tschernay Adalbert, Bodenbach, Ü l l m a n n Josef, Rudig, Um» lauftEmil, Bodenbach, Weide! Wilhelm, Deplitz, Zettl Johann, Brüx. Sen. Grünzner dankte der Komotauer Arbeiterschaft noch einmal, für die bewiesene hohe Gastfreundschaft. Ihm- antwortete Thürmer, der sich im Auftrage der proletarischen Organisationen vom VerbandStäg verabschiedete. Der Borsitzendesteilvertreter, Genosse Christen, hielt schließlich kur dcS jugoflawischen Proletariats zugute. Breite Schichten der jugoslawischen Arbeiterschaft sind mit dem Dorfe'ökonomisch und ideologisch verbunden geblieben? Diese sozial zwischen der Bauernschaft und der Arbeiterklasse stehenden Menschen sind seelisch und geistig immer noch Bauern. Daher üben die kroatische Bauernpartei, in der sich die .kroatische Nationalbewegung mit.der sozialen Unrast des kroatischen Dorfes zu einer Einheit verbunden hat, und die nationalkroatischen Gewerkschaften auf diese Schichten eine starke Anziehungskraft aus. So stehen die Freien Gewerkschaften also in Kroatien auch noch in einem schweren Kampf mit den kroatischen Gewerkschaften. Man sieht also, die jugoflawischen Gewerkschaften haben mit genug Schwierigkeiten zu kämpfen. Und alle diese Gefahren und Nöte bedrücken eine schwache und kleine Bewegung, die eine Ar- beiterllaffe vertritt, deren ökonomische und poli» tische Bedeutung recht bescheiden ist. Denn Jugoflawien ist ein Bauernland, achtzig Prozent seiner Bevölkerung leben von der Arbeit auf der Scholl«. In einem solchen Lande kann sich die Arbeiter- schaft nur sehr schwer einen Platz im öffentlichen Leben erkämpfen. Die Voraussetzung wäre eine gesunde Gewerkschaftsbewegung. Es gibt Gewerkschafter, die' meinen, man müsse die Bewegung organisatorisch den Verhältnissen des Landes besser anpassen. Die innere Politik JugoflawienS wird bestimmt durch den Kampf der Kroaten und anderer Gruppen gegen den Zentralismus. Innerhalb der Gewerkschaften bricht sich nun die Auffassung Bahn," daß die Organisationen besser durch die gegenwärttge Krise durchkommen könnten, wenn die Gewerkschaften sich auf eine föderalistische Organisation umstellen würden. In den verschiedenen Ländern JugoflawienS sollen Landeszentralen gegründet werden, die sich zu einem jugoflawischen GewerkschastSbund vereinigen sollen. ES Würde dann serbische, kroatische und slowenische Freie Gewerkschaften geben, während«S jetzt eben überall n« jugoflawische Gewerkschaften gibt. Der Landeskongreß wird sich also mit genügend ernsten und schweren Problemen zu beschäftigen haben,. i 1. ein anfeuerndes Schlußwort, in dem er zu rastloser Pflichterfüllung im Dienste der Organisation aufrief.->; Damit war der Verbandstag beendet«-*■' Kurs des AAV für weibliche Angestellte li.l Der Bd wA-Bund der weiblichen Angestellten tim SAP/(Allgemeinen Angestellten-Berbänd) hat am 26. und 26. September im AAB- Kurheim in B ad Liebwerda einen Kurs für die Mitglieder seiner Hauptleitung obgehalten. Der Kurs wurde durch den VerbandSvbmann Franz Kirch» h ö f-Reichenbera eröffnet. VerbandSsekretär Ernst Grünzner-Reichmoerg behandelte dann das aktuelle Problem„Die berufstätige Frau — ihreStellungundihrKamvf imGefellfchaftsleben derGegen- wart", Hauptjugendleiter Hermann Müller- Reichenberg führte die Mitglieder der Hauptleitung der DdwA in das unerschöpfliche Reich der p r a k» t i s chen Arbeit in d en Heimaben- d e n. An alle Borträge reihte sich«ine sehr rege und fruchtbringende Aussprache an. - Ium sozialen Problem, daS die Frau der heutigen'Gesellschaft aufgibt, haben die Mitglieder der Hauptleitung des BdwA folgende Grundgedanken formuliert: , Im Interesse einer gesunden Entwicklung der menschlichen Gesellschaft ist die Frauenerwerbsarbeit so zu regeln, daß 1. die Frau durch diese so wenig als möglich Schaden an ihrer Gesundheit und an ihrem Leben nimmt, 2. die Frau so wenig als möglich, in ihren generattven Aufgaben gehindert"wird und 8. sich di« Frau trotzdem so viel als möglich dem Hause und der Familie widmen kann. BdwA im AM ist überzeugt, daß die Lösung dieser Probleme, die der berufstätigen Frau und der AbschluO des Elsenbahnerkengresses 100 Jahre Photographie Wenn wir den heutigen Stand der Photo« s graphischen Technik und dir Entwicklung des i FilnH betrachten und bedenken, daß wir von ! einem guten, naturgetreuen farbigen Film nicht -iweit entfernt find, erscheint es kaum glaublich, ijdaß erst 100 Jähre vergangen sind» seit die ersten photographischen, Versuche glückten. Das Winzkp der„camera obscura"- war allerdings . schon seit dem 14. Jahrhundert besonders durch -Leonardo da Vinci bekannt; man wußte, daß f riss! Gegenstand, dessen" Licht'man durch'eine kleine Offftlung",, später mit einer Linse versehen, einen schwarzen, lichtdicht abgeschlossenen^Kasten ein treten läßt, auf der- gegenüberliegenden Waild"als Bild erscheint. Dieser"schwarze Kasten ist'noch heute"ein Hauptbestandteil der.phowgra» phischen Kamera. Die-praktische. Anwendung glückte denk Pariser Maler D a g u e ft e(1789 vis 1861), aber auch er hatte«inen Vorgänger, bei dM.hr gelernt hafte.* . Ein früherer, napoleonischer Dffizier,, Nioe« '-höre N 1 e p c..e, fand im Jahre 1814 eine Hasse, die sich unter der Einwirkung des Lichtes veränderte. Eine mit dieser Masse." bestrichene Platte brachte eräss'derder.Oeffnung gegenüber». iliegendenWand einer camera obscura an und i/ierhftbt siftsächlich nach einer Erpofitionszeft von 6 bis 8.Stunden ein.ungefähres^vild des, Ge- Genftandes, von dem das Licht ausgegangen waw. Nach dem Tods von NIepce verbesserte Da» guerre, der mit ihm zusammen gearbeitet hatte, das Verfahren. Er setzte eine, silberpolierte. Platte" Joddämpfen aus und erhielt so«ine lichtempfindliche Schicht, die'schon nach einer Viertelsekunde.Belichtung ein Bild gab. Die Platte wurde zur Entwicklung Oüecksilberdämpfen ausgesetzt, die alle vom Licht getroffenen Stellen der. Jodschtcht unberührt ließen, dagegen di« unbelichteten Stellen angriffen und schwarz färbten. Man bekam also auf der Platte ein getreues Pb- bild der" Lichtschattierungen, eine„Dagüerroiy- pie", wie man bald sagte. < Diese Daguerrotypie hatte gegenüber Unseren! Platten den Nachteil, daß sie auf. einer undurchsichtigen Platte ein jvositives Bild gab, das nicht ganz leichtqü betrachten war und nur ein« mal existierte. Abzüge, Kopien, gab eS nicht; es war. immer" pur ein Bild zu erhalten. Dafür waren., diese" Platten»fast unbegrenzt Haltbär; Man findet noch heute fn vielen" Familien solche Men Dagüerrotypien,auf denen die aufgenommenen Porträts' güt zu'«kennen sind:"' Im September 1886 berichtete eine Pariser Zeitung zuerstvon der Erfindung des Malers Daguerre. Aber erst iiss Jahre 1887-rnachte dieser fein Verfahren dem Publikum zugänglich."Kein" geringerer als her«große französische, Physiker und Astronom FrängoiS. Dominique Arago, der "später, ist Jahre 1848 Mitglied der provisorischen Regierung« unh>Minister wurde, interessierte? sich für die Erfindung, deren Tragweite er sä-.' fort erkannte. Auf seine Veranlassung kaufte sie der französische Staat. Durch ein Gesetz vom 15. Juni 1889 bezahlte der Staat dafür dem Erfinder^. Daguerre eine jährliche Rente von 6000 Francs und. dem Sohne des ersten Entdeckers, Niepce, eine Jahresrente« von 4000 Francs. Diese erheblichen Summen zeigen, welche Bedeutung die Daguerrotypie schon nach zwei Jahren .gewonnen hatte. Tatsächlich ließen sich sehr bald "Phowgraphen überall nieder und es nmrde Mode, -ficht„daguerrotypieren" zu lassen. i" Gehörte damals zur Herstellung, brauchbares. Bilder nur eine gewisse Handfertigkeit, so«r- heöt" die"heütige Photographie, die direkte Nachfolgerin. der Daguerrotypie,-den. Anspruch, eine Kunst zu sein. Der moderne Porträtphotograph, noch mehr der LassdschastSphotograph und in höchstem Mäße der Kameramann beim Ulm brauchest" echte künstlerische, malerische Fähigkeiten. Die"Technik versteht" sich bis zu einem ge» .wissest Grade immer, von selbst; sie ist in der PHSwgraphie wie in"der Malerei.für jedermann einGrstaß'en erlernbar. Die Wahl des Objektes, der Bildäusschnitt, die" Beleuchtung, der Blickwinkel und die Gruppierung von Wesentlichem und^ Unwesentlichem'erfordern Qualitäten," die Wr-dest Künstler zuzusprechen sind." ,.’ Ho«nd Techniker mitgewirkt haben, ein W a l e r steht. wird weich Gesellschaft von heute zwangSläusig, d. h. aus der wirtschaftlichen Entwicklung gestellt sind, der Frau nicht nur die zu ihrer persönlichen Entwicklung notwendig« Freiheit, sondern auch di« Möglichkeit gebe» wird, daS schwierigste aller Probleme zu meistern, Beruf und Ehe in ein solcher Verhältnis zu bringen, daß die Artcrhalwng nicht gefährdet wird. Ctuafand Reue Bulle gegen Kommunismus und Nenheidcntnm Stadt d«S Vatikans. Der Papst hat«in« Enzyklika über den Rosenkranz der Jungsrau Maria erlassen. In dieser kurzen Enzyklika wird neuerdings hervorgehoben, daß es notwendig sei, zu Jesus Christus zurückzukehrcn, und daran er«, innert, daß die Muttergottes den treuen Christen ihre Hilfe sttte-, versagt habe., Der-Schutz der. Jü'ügjRm Mariä hat' sich besonders dmist gezeigt,' wenn das"Christentum von den Waffen"des Islam bedroht war, aber dieser Schutz hat auch in Augenblicken öffentlicher oder privater Katastrophen nicht gefehlt, was von derMacht ihrer mütterlichen Fürsprache zeuge. Und jetzt feien die Gefahren, di« uns drohen, nicht geringer als in der Vergangenheit, so heißt es weiter"in der Enzyklika. Irr der Welt gibt eS eine Krisedergeisti» gen Moral und tiefe Gegensätze bewegen di« einzelnen sozialen Klaffen. Auf der einen Seite gehtHr K o m m u n i s m u s bis zur Negierung des Rechtes auf ein privates Eigentum und auf der anderen Seite bringt der Wunsch, die Drdnung gegen die Bemühungen der Kommunisten wiedevherzustellen," ein Vergeffen der Weisheiten des Evangeliums mit sich, was wiÄer ein. Leben in Irrungen und Heidentum.verursacht. Ein« Welle des Atheismus droht, sämtliche Kultur zu vernichten. Zum Schluß schließt sich der Papst in der Enzyklika dem Protest der Bischöfe und des polnischen Volkes, welches die Jungfrau Maria alS sein« Königin verehrt, gegen die Beleidigungen der Jungfrau Maria an, die von der Presse einer Kulturgruppe verübt wurden. Nichteinmischung in Oesterreich " Damit sich die Oesterreicher ja keinen Illusionen darüber hingeben, daß cs in ihrer Heimat einmal zu einem ähnlichen Aufstand kommen könnte wie in Spanien, läßt sich das„Schwarze Korps" am 28. d. M. wie folgt vernehmen: „Wenn die„österreichischen Menschen" darob sehr ungehalten sind, daß wir sie toeiter stur und hartnäckig für"Juden halten, dann sind die Deutschen in Oesterreich noch viel ungehaltener, wenn man sie.mit den Libanon-Tirolern in einen Topf wirst. Und der Trennungsstrich, den sie einmal ziehen werden, wird deshalb besonders tief und scharf sein. Im zweiten Bezirk stber wird Heulen und Zähneilappern sein unter den heutigen heimlichen Herrschern des Donaustaates, und sie werden die Frechheit herzinniglich. bereuen, daß sie einst „österreichische Menschen" spin wollten und nicht rechtzeittg einen Auslandspaß neben das Mitgliedsbuch der„Baterländifchen Front" legten." Es mutet doch gar merkwürdig an, daß gewisse Herren in Deutfchland schon heute wissen, was dereinst, die„Deutschen in Oesterreich? machen werden und wie es dann den« anderen ergehen wird. Hoffentlich-, wird es nicht wieder so sein, das Europa gewisse Warnungssignale überhört und sich dann vor vollendeten Tatsachen sicht."(bz) Tokio. Die 70 japanischen und koreanischen Fischerboote, die von den Sowjetbehörden wegen Verletzung des sowjetrussifchen Hoheitsgebietes "beschlagnahmt worden waren,.sind freigelassen worden. Den Fischern wurde lediglich eine GÄ« büße auferlegc. . DonnerSta«, 80. September 1037. Nr. 230-> Sozialdemokrat" Retten WM GraSlib 7:8(8:2),, Atu» Aich gegen 8port-8piet-XöGerpsiege VuwiMMhdchten gesucht, des Jahr, walisischen Betrunkener überfahren. Gestern nachmittags 8 Uhr ging der 84jährige Schlosser Josef JCindec* freunde. um 6 Uhr Ring der 84jährige Schlosser Josef Svejda au» Pikowih in betrunkenem Zustand über den Raöinkai und stiess hiebei gegen den Kraft, wagen P—21.220 der sjsrant. Bejiovec aus Nusle. Er wurde zu Boden geworfen und erlitt eine schwere Gehirnerschütterung und zwei tiefe Rißwunden am Kopf. Dar gleiche Auto brachte^ihn. auf die Klinik Schlosser. Zusammenstöße: Lin Toter. In der Svatoslav« nasse in Nusle stieß gestern nachts dar Motorrad des 20jährigen Studenten der Technik Karl Koller aus Michle mit dein Motorrad der 28jährigen Zimmermalers Felix M a l e c aus Miichow zusammen. Malee stürzte zu Boden und erlitt einen Bruch der Schädelbasir, sowie eine schwere Gehlrp- erschütterung. Kurz nach seiner Einlseferung auf die Klinik Jiräsck erlag ec seinen Verletzungen. Auch Koller und seine Schwester, die im Beiwagen säst, fielen aus» Pflaster, erlitten aber nur leichte Verletzungen.—Gestern mittag» stieß in der Podö- bradstraste In Hlonbitin der Gemüsewagen der 20- jährigen Gärtnergehilfen Josef Jt i m e( aus Hlou« biitin mit dem Motorrad des 87jährigen Schlossers Franz K l o u d a zusammen. Alle drei— der Kutscher, Klouda und seine. Frau Henriette, die im Beiwagen saß— wurden zu Boden geschleudert und erlitten allerlei Fleischwimden und Quetschung gen. Die Rettiingrgesellschaft brachte sie inr Krankenhaus auf der Bulovka. Autodieb verhaftet. GestM wurde der 29jäh» rige Beamte Fan BeneS aus Karolinenthal verhaktet, der vor drei Tagen vor dem Hause Nr. 1898 In Lieben..dem Wenzel Hodek ein Tatra-Auto im Werte von iii 89.999.— gestohlen hatte. Er gestand und gab an, mit dem Auto nach RadeSowitz gefahren zu sein, wo, er er in der Garage einer Hotels gelassen habe; am Wege habe er einen kleinen Unfall gehabt und die Lampen zerschlügen. Der Schaden beträgt AL 1999.—; dar Auto wurde beschlagnahmt. Benei wurde nach Pankrab gebracht.' meisten der alteingesessenen Bauernfamilien dieser Inseln in den letzten Generation» auf das Festland getrieben. Das Robinsonleben,„fern von aller Zivilisation",Dwie Mr. Scott es sucht, hat nichts Romantisches für die,. die nichts anderes kennen und das Brausen der fernen,, großen Städte unendlich romantischer empfinden als den monotonen Wellenschlag an ihren engen Küsten. Großbritannien? einsamste Insel, Foula, zwanzig Meilen weit von der.Hauptinsel'bet Shetland- Gruppe, zählt noch 140 Bauern und Fischer; tobende Stürme schließen ste von Weihnachten bis in das Frühjahr hinein von jedem Verkehr mit der Außenwelt ab; seit ein paar Jahren haben sie immerhin.Radioapparate, seit ein paar Mo-, naien auch einen drahtlosen Telegraphen; dennoch werden ihrer immer weniger und die kleineren Jgseln. in, ähnlicher Lage sind schon ganz enivöl« lert.. Wer sie sind immer noch Reliquienschreine uralter ncktionaler Tradition, die dort die Römer niemals störten, die Wikinger auf ihren raschen "Raubzügen kaum unterbrachen,. umraunt von Greta Garbo als Hamlet. Aus New ftork wird die Erklärung der berichmten amerikanischen Regisseur» Mämoulian, der^Königin Christine" inszenierte, bestätigt, daß Greta Garbo als nächstvRollo den Hamlet spielen wird. 0le Prager Museen eine wichtige Quellender Pädagogik Prag hat in seinen Museen Schätze gespeichert, die.— er sei gleich vorweg gesagt— im Verhältnis zu ihrem Wert unserer heranwachseiiden Jugend nur verhältnismäßig wenig zugänglich gemacht werden. Unsere Prager Schulen überlassen er größtenteils dem Wissensdrang und Privatfleiß ihrer Zöglinge, sich mit den verschiedenen Sammlungen und deren Inhalt, aus eigener Initiative bekannt zu machen. Angesichts der vorwiegend auf Sport eingestellten Interessensphäre unserer Jugend, ist die Ernte begreiflicher Weise recht mager und er kommt nur ziemlich selten vor, daß sich die Schüler aus eigenem Antrieb zu einem solchen Besuch entschließen. > Und doch ist ein solcher von nicht zu unterschätzendem Nutzen! Allerdings muß der Durchschnitt unserer Schüler erst schauen, offenen Auge» und Geister sehen lernen, die Aufnahmefähigkeit, für da» Gesehene entwickeln, wozu selbst unser schönster Lehrplan verhältnismäßig wenig Gelegenheit bietet, — dann dürfen wir dem Besuch unserer Museen durch unsere"Schulen dar beste Prognoftikon stellen! Denn die Anregung, die uns allen, den Erwachsenen, wie den Heranwachsenden aus dem Besuch von Museen und Sammlungen zuströmt, ist ein noch immer viel zu wenig gewerteter BildungSfaktor. Deshalb tut auch in dieser Hinsicht shstematische Schulung not/ nicht nur die ständigen Sammlungen sollen etappenweise besucht und wieder besucht werden(an den Trugschluß, daß bei wiederhotten Besuchen die Aufmerksamkeit geringer wäre, kann ich an» eigener Erfahrung nicht glauben), sondern auch die von den Museen und Vereinen veranstalteten Ausstellungen, diese allerdings nach freiem Ermessen der Lehrkörpers, da nur der Lehrer die intellektuelle Reife feiner Schüler zu beurteilen vermag.. Wem aber unter den Lehrern und Professoren einmal ein MuseumS- oder ein" Ausstellungsbesuch> zum Erlebnis wurde, wird mir sicher gern beipflichten, selbst auf die Gefahr.hin, daß.eine bestimmte Gruppe von Schülern negativ reagiert, also scheinbar verhältnismäßig wenig Nutzen davontragen sollte. Aber—»semper aliguid haeret"— gilt auch in gutem Sinne und so werden auch diese Schüler sicher in gewissem Maße beeindruckt werden. Wenn aber nicht, ist der Zweck des Besuches auch In diesem negativen"Sinne erreicht, weil dem Lehrer dann mich ohne psvchotechni- sche Eignungsprüfung die Möglichkeit gegeben ist die Jnteressenstchären seiner Schüler abzugrenzen. So wird er ihm möglich werden die Arbeitsthemen im Rahmen des Lehrplanes der Individualität genauer anzupassen al» bisber. Wir wollen ja da» junge Menschenmaterial(ich gebrauche diesen Ausdruck bewußt— denn die jungen Menschen stnd Material ftr bestem Sinne in der Hand ihrer Lehrer) nicht Tiber einen Leisten spannen, sondern Individualitäten entwickeln oder wenigsten» ihre Entwicklung änbahneii, bevor wir sie für den weitetest Lebest»« wea freigäben. In diesem-Sinne ist tzlko der Mu- seumSbesnch der Heranwachsenden Jugend zumindest — ein Wegweiser, wenn nicht mehr. Verfolgt nun ein. Lehrer da» von diesem Wegweiser angegebene Ziel weiter, gibt er im Anschluß an einen solchen Besuch etwa eine Schul- oder LauSärbeit, die thematisch an den Besuch ankniivft, so eröffnet sich ibm an der Land einer solchen Arbeit ein Guckfenster in den Intellekt, da» Seelen- und Gemliirleben seiner Schiller, ihre geistige AusnabmSbereitschaft für das Gesehene, da» geistig Erlebte. Besuche in unseren Prager Museen und Sammlungen sind dazu berufen, besser und an sKau- l'icher al» lange Vorträge, da» Verständnis der Heranwachsenden Jugend für alle»,"was wir unter dem Begriff.Kultur" zusammenfaffen, zu fördern. und gräbt in und um Irland, und Schottland und die Expedition der Harvard-Universität hat erst kürzlich erstaunliche Funde in.den irischen Inseln zutage gefördert: prähistorische fellüberzogene Korbboote, keltisch« Fluch-Steine,-Runeninschrif- ten. Soll die Weihe dieser Stätten nun,von den golfspielenden Weekend-Robinsons, den spekulativen Vorkriegsflüch"lingen gestört werden?" Der Ornithologe anfj der Bogrlinsel - Und der Ariedßm-etytzr Fauna. Und-, Flora, wie sie sich.fn. dieser Aeinheit und Vielfalt auf tzeyr Festland nicht mehr findet? Inseln„ wie Spielplan de» Neuen Deutschen Theater». Donnerstag 7Ät P a r i"s e r L e b e n, E 1.— Freitag 7Ä: Oberon, D.— Samstag 7)4: Die Dubarry, Gastspiel Gitta Alvar, Abonnement aufgehoben.Sonntag2-j; Cavalieri a rust'i- cana. Der Bajazzo, 7HH: Pariser Leben, B 1. Spielplan der Kleinen Bühne. Donnerstag 8: Die Reise.— Freitag 8: Nora.— Samstag 8::EineFrauohneBedeutung. volkstümliche Vorstellung.— Sonntag 8: Ein Kuß und sonftgarnichts; 8: Di«Reise. Der Verband der DTJE hielt gestern in Prag «Ine Sitzung de» Ausschusses zur Vorbereitung der IV, Tschechoslowakischen Arbeiter-Oltzmpiade ab, welche im Jahre 1949 in Prag ftattfinden wird. Zum Vorsitzenden de» OlYmpiade-ÄurschusseS wurde BevbandSvorsitzendK Abg. Ü. Vaverka, zum ersten Stellvertreter Senator Dundr und als Schriftführer B. Ullrich gewählt. Die technische Leitung liegt in den Händen de» Turnwarte» Fiier und der Turn- wartin Patoökovä. Außerdem wurden noch 14 Leiter der Arbeitsausschüsse gewählt, welche sich in der allernächsten Zeit weitere Mitarbeiter" auswählen werden. Vollständige Mitarbeit und Unterstützung wird der DTJ hiebei durch di« tschechische"sozialdemokratische Anbeiterpartet zuteil. Der iMegenäe fäagächän lst tue IßuaMung da(UonMment&gMfie tu vawendeft l Wa Im Rückstände öteltt, sekädl-t die Sütel und deren Aesse dM via Verwaltung Xunet und Mssnr ablehnen müssen, um den ausgezeichneten Eindruck seiner bisherigen künstlerischen Leistungen nicht abzuschwächen. Den neuen Heldentenor, Herrn Han» G r a h l von der StaqtSoper in Hamburg,, hätte man .Übrigens weit überzeugender in einer anderen Wagnerpartie all in der passiven Parfifal-Roll« ausprobieren, können, ganz abgesehen davon,, daß er— wenn wir richtig berichtet sind— ja ohnehin von der Direktion bereit» für eine größere Reihe von Gastspielen verpflichtet wütde. Eine besondere gesangS- mnstlerische Attraktion, dürfte er, nach seinem Par- sifal zu urteilen," für unsere" Oper kaum werden. Seine Stimme klingt verbraucht und spröd in der Höhe, matt In der Mittellage und Tiefe, seine Darstellung ist sehr konventionell und auSdruckSarm. Guten Eindruck macht nur seine schöne, echt heldische Erscheinung. Ob er«inen Jung-Siegfried oder Tristan stimmlich durchzuhalten vermag, wäre zu beweisen.' Der Chor der Blumenmädchen war teilweise neu beseht und umgruppiert, leider nicht zum Borteil des vokalen Klangbildes. Adolf F u ch I fang nach länger Zeit wieder den Klingsor; ausdruckssicher im Vortrag und charakteristisch in der Tonprägung, Noch größere Worldeutlichkeit und weniger manu rierter Martellatoansatz aber würden. seiner ge- sangSkünstlerischen Leistung wesentlich zustatten kommen. E. I. Neullns schlägt den Meister Dritte Bande im westbtthmlschen Arbeiterfußball Die Meisterschaftsspiele am vergangenen Sonn- tag brachten mit der Niederlage deS Kreismeisters ASB GraSlib in Altrohläu, die noch dazu empfindlich hoch ausfiel, wohl die größte Uebexraschung. Die Altrohlauer haben dadurch Anschluß an die Spitzengruppe gefunden, wo FFK Falkenau in Karlsbad den" unlonwlett antretenden Rapidler eine knappe" Niederlage beibrachtp. Unterreichenau, hatte Fischern , zu Gaste und fertigte diese sicher ab, wodurch W Platzbesitzer bet gutem Torverhältnis und gleicher Punktzahl mit den Falkenallkrn auf den Breiten Platz vorrückten.' In Aich holte sich Rote Elf Chodau die,ersten Punkte, womit sich die Zahl der Mannschaften mit je einem gewonnenen" Spiel, auf sechs stellt. In' Drahowib kam er beim Stand'1:9 für die Hausherren durch Maievhöfen zu einem Spielabbruch und in Schankau konnte da» vorgesehene Match nach einer Viertelstunde nicht mähr durchgeführt werden, weil den zwei vorhandenen Bällen die— Luft, ausgegangen war; bis dahin stand dort die Partie 9:9. Die Ergebnisse: Rapid Karlsbad gegen FFK FalleNau 2:8, ÄtuS Unterreichenau gegen Attis Fischern 5:1(1:9), Atu» Drahowib gegen ASB, Maierhöfen 1:9(1:9) abgebrochen, ASB Altrohlau Bezugsbedingungen! Bei Zustellung in'» Hau»«der bei Bezug durch"die Post monatlich llö 16.—, vierteljährlich>AL 48.—.halbjährig Ki 9ß.~% ganzjährig ks 192.—.— Inserate Werdenlaus Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß."- Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei'Einsendung der Retourmarken.— Die ZeittingSfrankatur wurde von der Post«, und Tel««" ■• graphendirektion mit Erlaß Nr. 18.809/VII/1980 bewilligt.(Kontrollvoftamt Praha 25.— Druckerei:„OrbiS^, Druck-, Verlags« und ZektnngS-Ai-B^ Prag. Parslfal Er war ein schwerer grundsätzlicher Fehler .der Deutschen Thea-terS, A.a g n e r S Bühnen weihefest spiel willkürlich ohne .besonder«» festlichen Anlaß und. außerhalb, der Ostertage als Ausführungszeit, anzusetzen, vielleicht nur deswegen, nm einen neuen Heldentenor auSzu- probieren. Dies rächt sich nämlich in doppelter Hinsicht: das Publikum bleibt weg, tveil es den.Parfi« sal" nur al» Besonderheit z« seiner Zeit hören will, die Aufführung selbst aber muß- unter dem Mangel entsprechender Vorbereitung leiden. Beweis: das halbleere Theater am Wenzels-Feiertag und di« durchaus improvisierte Charakter tragende musikalische Art dieser Parstfal-Auftührnng. ES ist auch für das.vor der Tiir stehende neue Abonnement keine Empfehlung, mangelhaft vorbereitete Theateraufführungen an daS Ende der alten Spielzeit zu" stellen. Karl R a n kl, der neue Odernchef, hätte im eigenen Interesse die Uebernahme einer derarttgen Aufgabe Kinderfreunde Prag. Montag, den 4. Oktober, wichtige AuSschußsitzung abends 8 Uhr im Parteiheim, Smeika 22(Handwerkerheim). Rote Fallen kommen heute M halb fünf int Parteiheim. Samstag Wochenendfahrt.'der Koten Falken ins Naturfremioeheim Brdpwald. Zusammenkunft halb vier nachm. beim Smichover Bahnhof. Rückkehr Sonntag abends. FahrtspeseN' etwa AL. 19.—. Warme Kleidung mitnehmen. Ortsgruppe Prag. Sonntag, 8.' Oktober:.Treffpunkt 7 Uhr, Masarhf- bahyhof, Fghrt nach Länst, Wanderung Maxova udoli, Kkivoklat, ZbeLno, Länh. Führt Korn. Preis 7 XL. - Salte« zum Beispiel an der irischen Ostlüste bilden im Frühjahr einen einzigen leuchtenden Bin» menteppich und hie See ringsum- einen bewegten Zauberteppich, von unzähligen weißen und grauen Vögeln. Seehunde sonnen sich zu vielen Hunderten, auf den"felsigen Klippen der Shetlandinseln. Wanderfalken,.Sturmtaucher, langgeschwänzte- Pfeifenten, fjschend« Koronwrane brüten in den Riffen und Klüften der wEngepeitschten Steilküsten. Vogelpargdipsevoc allem sind, diese Keinen vom Atlantik umspjilts!» Inseln; die Ornithologen verzeichnen tausende Bärietqjen, darunter nicht wenige, die sie auf dem britischen Astland vergeblich suchen,', Die Röbtnsonade eines Ornithologen.auf einem der nächsten dieser einsamen.Eilande macht zur Zcjt von sich.redjpn. Der Ornithologe ist Mr. Harry Cox und: das Eiland ist Steep Hälme,' zwischen Somerset, und Wales den EinganWpm Kanal von Bristol behütend, In früheren Zeiten war es denn auch, eist nfilttärisch wichtiger Punkt, mit Kanonen bestückt, undvon einer kleinen, Gar- nisön bemannt. Aber. sett, vöm Beginn des Aghr, hundert»,.."weittragende-'Geschütze am walisischen .Ufer die Schiffahrt im-Kanal, von Bristols aus« reichend sichern, hat es seinestrategische Beden« tntW verloren; die.Saaten haben e» verlassen, die Kanonen wprden. Mmanttert, die Unter» lunftsbaracke der Mannschaft" ve.rfiel, die ausgetretenen Weg« verwuchsen wieder. Mehr als ei» Menschenalter war. Steep Holme unbewohnt— nun.hat eS'Mr. Cox erworben"und lebt dorr ganz allein und beobachtet die"Vögel. ES'ist nur drei Meilen biS zum Festland, der Küste von Somer«' sei,.über es gMkeine Verbindung.hinübex.Mr. Cox schreibt seine Briese per Flaschenpost, in drin« gxnden- Fällen schickt er Brieftauben. an», angemessene Postboten für- einen Ornithologen'Mf einer Vogelinsel. "'(Schluß. irische Küste sind besonders begehrt. Die Kanal« insem liegen in einer strategisch gefährdeten Zone, die dänischen Fär-Öer-Jnseln"liegen zu weit ab. Die rtichen Leute, die.sich heute Inseln kaufen, verfolgen damit«inen doppelten Zweck: sie wol len gewiß in erster Linie einen Schlupfwinkel für sich und ihre Familie" in Kriegszeiten haben!. fernab von den Routen der Bombenflieger," mit rationeller Landwirtschaft zu"ausg!ebiger Selbst versorgung gegen all die zu erwartenden Ein schränkungen; bis dahin aber soll ihnen, ihr« Insel einen angenehmen und, im Privatflugzeug, leicht erreichbaren Landaufenthalt bieten," man will dort, wenn man die Woche über in der City ge arbeitet hat, zum Weckend in frischer Seeluft spielen können— im Ernstfall dann wird man die Golfplätze in Schasweiden verwandeln..." Eine Jussl, die allen diesen Astforderungen entspricht, etwa drei Meilen lang und eineinhalb Milen breit, im Windschatten einer. größeren Insel geschützt gelegen, mit erstklassigem Frisch wasser und gutem Weidegrund isti wie mir einer-. der größte iWkundstückmakler Londons versichert,! vorchristlichen Sagen üpd gälischen Märchen, be- immerhin hereits für rund 8990 Pfund zu haben.- uölkert von Elsen, und, Tkixen und auch greif- Aber fünf Jns/ln in dieser Größenlage und bareren Ueberresten grauer Vorzeit:.Grohbritan- „Ausstattung", zwei davon in der Orkney-Gruswe. nien sendet archäologische Expedittonen nach dem und drei in den Inneren Hebriden, die kürzlich! nahen und fernen Osten, Amerika aber forscht von einer schottischen Agentur, feilgeboten, wurqe.n,■••••'■ J erzielten einen Gesamtpreis von 99.999 Pfund Die schottischen und irischen Nationalisten sehen diese Okkupation ihrer Inseln durch Lon doner C.ity-Mlgnat«n nicht gern; Die Schotten rühmen sich,'.daß seit den Wikingern kein fremder Eroberer den Fuß auf diese.Inseln.gesetzt'hat; die Iren hatten'auch-auf ihren. Inseln englische Invasion— aber um so. empfindlicher find sie heute. Es ist wahr, di»'meisten dex Inseln, die da quf den Markt geworfen, werden. sindi heute unbewohnt;. die harten LebenSbödingungen/, di« mageren ,Ernten und schlechten Preise haben die und schlummernd« Interessen zu wecken. Mmt lehre die Jugend, lebendige Freude und Belehrung schöpfen ans den Dokumenten unserer Vergangenheit und den gegenwartsnahen Werken. unserer modernen Kunst und führe ste so im Geiste unseres verewigten Präsidenten T. G. Masaryk— zur Universalität. .. phil. Dr. Paula Wahle-Kindlman, Prag., GEDENKET M allen Anlassen der Arbeitertürsorgei Inseln In Krieg und Frieden . Von Peer John, London .Meine bewohnbare Insel fern von aller Zivilisation. Dringend.!— Scott, Locking, Somerset." Mr. Scott(Michael Scott, um ihn von seinen vielen Namensvettern Halbwegs zu unterscheiden) ist ein 29jähriger Mann, Kapellmeister von. Beruf, hat zuletzt noch das Krönungskonzert des' Londoner Symphonieorchesters in der Oüeenshall dirigiert. Im übrigen lebt er in dem stillen alten Lorf.Locking im lieblichen Somerset— aber auch dorthin ist. ihm schon zuviel Zivilisation gedrungen und nun sucht er dringend eine Insel. Acht Ant- 1 Worten sind bisher auf sein Inserat eingelaufeu, keine ganz befriedigend. Eine davon lautet: .„Dear Sir, auch ich suche eine Insel, kann es mir aber nicht leisten, eine zu kaufen. Bitte lassen Sie mich mit Ihnen gehen. Ich könnte lochen und die Hausarbeit tun, bin 22 Jahre alt und gesund. Kann vernünftig"reden und ebenso vernünftig still fein', AourS faithfüllh.........." Robinson und die Kriegsgefahr. Aber zunächst fehlt noch die Insel. Rach Inseln herrscht heutzutage große Nachfrage, sie übersteigt da» Astgebvt. Ursache: Kriegsangst. GaS« mästest sind nützliche. Einrichtungen, heißt eS— Inseln, im weiten Ozean-verloren, sind eine bombensicherere Investition.' Noch nie haben sie auf dem englischen Grundstückmarkt eine solche Rolle gespielt wie in den letztest Monaten. Die Äeußeren Hebriden an der Westküste Schottlands, die kleineren unter den Orkney« und Shetlandinseln inr Norden von Schottland.. und die.Inseln, um die Row Elf Chodau 9:4(9:2). Stand der Tabelle: FFK-Falkenau.., s 3 9 0 18:8 6 Atu» Unterreichenau,, 3 8 9 9 18":» 8 ASB.Altrohlau... 2 1 1 9 19:6 8 Atu» Fischern.,,, 8 1 1 1 7:9 8 ASB Neudek,,,» 2 1 9 1 8:3 Rapid Karlsbad,,, 2 1 9 1 8:8 2 Roie Elf Chodau-,, S 1 0 2 8:9 2 ASB GraSlitz.... 2 1 9 1 8:8 2 AW«Ich 8 1 9 2 8:8 2 Atn» Drahowib,,, 8 1 9 2 4:7 2 ASB Maierhöfen,,» 2 9 0 2 2:6" 9 ASB Schankau.... g 9 0 2 2:11 9