Sozial- emokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit««»»ahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 70 Heller Redaktion und Verwaltung: Prag Xll., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 17. Jahrgang Freitag, 8. Oktober 1937 Aus dem Inhalt: Grasliber Henleinbetrieb wählt freigewerkschaftlich Glasarbeiterstreik im Iser- gebirge erfolgreich beendet Der Angriff auf den „Basilisk“— italienisches Torpedo auf gefischt Nr. 237 Lton Jouhaux: „Internationale. Situation gebessert“ Leon Jouhaux, der Führet der französischen Gewerkschaften, der als Vertreter der Arbeitnehmer Frankreichs an der Sitzung des Internationalen Arbeitsamtes in Prag teilnimmt, äußerte sich zu einem Vertreter unseres Blattes also über die weltpolitische Lage: Die internationale politische Situation hat sich in den letzten Wochen und Tagen entscheidend gebessert, vor allem durch die Beschlüsse von Nyon, durch die Resolution der Völkerbundversammlung in G e n f und besonders durch die Rede des Präsidenten Roosevelt (die natürlich auch in Frankreich großen Widerhall gefunden hat). Die Rede Roosevelts eröffnet völlig neue weltpolitische Aspekte, eine verfestigtere Zusammenarbeit der demokratischen Staaten gegenüber den faschistischen Mächten, von denen man sich fortan nicht mehr bluffen lassen wird. Man kann von einem neuen Abschnitt der Politik sprechen, die eine erhöhte Sichern n g d esFriedens bedeutet, da die Situation der friedensfreundlichen Mächte gegenüber den Kriegshetzern sich entscheidend und entschieden zum Bessern gewandelt hat Nach dem Stande der wirtschaftlichen Situation in Frankreich und insbesondere nach dein Bestände der Vierzigstundenwoche dort befragt, erklärte Jouhaux, daß die Regierung Chautemps keinerlei Aenderung an dem Gesetz über die 40- Stunden- Arbeitszeit vornehmen wird und daß nur im Rahmen des Gesetzes Modifikationen möglich wären, die die Kontinuität der Produktion und deren Erleichterung fordern sollten. Diese Erklärung Jouhaux* ist von besonderer Bedeutung deshalb, weil gerade in den letzten Tagen die bürgerliche Presse (auch die sudetendeutsche) sich aus Paris hatten schreiben lassen, daß-Chautemps bereits an einen gewissen Abbau der Vierzigstundenwoche denke und daß sogar Leon Blum eine Ueberprüfung der Vierzigstundenwoche für notwendig halte. Es handelt sich also bei diesen Presse-Auslassungen um Gedanken, die lediglich von den Wünschen der Unternehmerschaft(und nicht nur der französischen) diktiert erscheinen. Protest gegen Japan Die Arbeitergruppe im BerwaltunsSrat des Internationalen Arbeitsamtes, der in Prag tagt, hat eine Erklärung veröffentlicht, in welcher sie das japanische Vorgehen in China empört ablehnt und es als„Angriff mit der Waffe auf ein Volk von tiefer Friedensliebe, als einen Angriff, dessen»fiel die Eroberung Chinas ist, bezeichnet, wobei di« Angreifer unter Verachtung der primi- -tivsten Gefühle der Menschlichkeit morden und haufenweise Kinder, Frauen und wehrlose Männer töten“. Die Arbeitergruppe begrüßt den Beschluß des Völkerbundes, durch welchen der Angriff auf China verurteilt und den Mitgliedsstaaten vorgeschlagen wird, einerseits der gerechten Sache Chinas zuhilfe zu kommen und andererseits Sanktionen gegen den Angreifer geltend zu machen. Di« Arbeitergruppe gibt der Ueberzeugung Ausdruck, daß nicht nur die Regierungen der Empfehlung deS Völkerbundes folgen, sondern daß auch die Völker selbst und besonders die organisierten Arbeiter eS als dringende Verpflichtung ansehen«erden, ihrerseits die Jnitia- tive zu den vorbereitenden Vergeltungsmaßnahmen zn ergreifen. Henleins»Außenminister' Sä“* Rutha verhaftet Fünfzehn„Kameraden“ In Untersuchung Wie uns aus Reichenverg gemeldet wird, wurden dort am Mittwoch vierzehn SdP- Männrr und-Burschen wegen homosexueller Brr- gehen verhaftet. Der fünfzehnte Berhaftete ist Architekt Rutha. Weiter befinden sich unter den Festgcnommenen Walter Rohn, der Herausgeber von„Volk und Führung". Rutha wurde um J-63 Uhr nachmittags in seinen Büroräumen im„Braunen Haus" in Prag verhaftet. Er wurde inzwischen nach Reichenverg überführt. Wie wir weiter erfahren, ist die Angelegenheft zuerst durch eine nette Denunziation ruchbar geworden, nämlich durch eine Anzeige, die auS dem„A u f b r u ch"-Kreis nach Deutschland erstattet wurde, wo man sich aber begreiflicherweise der Sache nicht annahm. Daraufhin wurde von SdP-Anhängern, die aber mit verschiedenen Zuständen innerhalb der„Volksgemeinschaft" längst unzufrieden und insbesondere über das Treiben des Kamerad- schaftsbundeS erbittert sind, die Anzeige im Inland« erstattet. * Wir wollen uns eines längeren Kommentars zu dieser Affäre, die natürlich als Sensation wirkt, vorläufig enthalten, und abwarten, was die erste Untersuchung ergeben wird. Auch möchten wir dem Urteil jener Sittenrichter nicht vorgreifen, die Henleins Partei als das Lager der„Reinen und Sauberen" eröffnet haben und die doch jetzt gewiß etwas zu Vorfällen zu sagen haben werden, die mit den landläufigen Vorstellungen von privater und politischer Moral im Gegensatz zu stehen scheinen. Die «marxistischen Untermenschen" können die Entwicklung solcher Nuancen im völkischen Lager, das dergestalt also auch in diesem Belang vom Dritten Reiche her totalisiert erscheint, mit Gleichmut abwarten. Zunächst haben Herr Henlein und die„Z e i t", aber haben auch Dpie völkischen Volks- und I u g e n d b i l d n e r, die F r a u e n und Mütter das Wort zu einer Affäre, die jedenfalls das Prestige der sudetendeutschen Erneuerer im Inland wie im Ausland nicht erhöhen wird! Spannung im Mittelmeer und im Pazifik wächst Italien zum Kriege bereit? z Boykottbewegung gegen Japan London.(Eigenbericht.)„Spanien ist daS größte Hindernis einer allgemeinen Beruhigung in der Welt. Wir sind von dem Richtinter- ventionskoniitre enttäuscht. Die Lage ist ernst", erklärte Lord Plymouth» der Vorsitzende des Richtinterventionsausschuffes, am DonnerStag auf dem Parteitag der Konservativen in Scarbon- rough. Lord Plymouth bedauerte es, daß eS nicht gelungen sei, die englisch-italienischen Beziehungen zu normalisieren. Italien müsse die Dreierkonferenz annehmen, wenn es etwas zur Befriedung beittagen wolle. Auch Winston Churchill, der auf dem Parteitag das Wort ergriff, sprach sehr skeptisch über die weltpolitische Lage. Man dürfe auf die Attion Amerikas nicht allzu große Hoffnungen setzen, aber die Solidarität und Zusammenarbeit der beiden angelsächsischen Mächte könnte immerhin die für den Frieden arbeitenden Kräfte.in aller Welt stärken. In London werden wegen der fortlaufenden Meldungen überneueitalienischeTruP- pen- und Flugzeugsendunge« schwerste Befürchtungen ausgesprochen. Das Diner Chamberlains mit Eden und dem franzö- schen Botschafter Corbin am Mittwoch soll der Erörterung der Frage gedient haben, wie man sich angesichts der Haltung Italiens einstellen solle. Es heißt, daß zwischenEngland ««-Frankreich volle Einmütigkeit über das weitere Borgrhen herrscht. Die Botschafter beider Mächte in Rom wurden beauf- ttagt, in einer Demarche die italienische Antwort auf die Rote zu urgieren. DaS Amsterdamer Algemeen Handelsblad meldet, daß Italien Truppen in Mittelitalien konzentriere, nm einer eventuellen rnglisch-ftanzösischen Drohung gegenüber ge-° rüstet zu sein. Belgische Blätter wollen wissen. daß die Jahrgänge 1906, 1907 mrd 1908 mobilisiert worden seien. Diese Meldungen sind in London nocht nicht bestätigt worden. Die Einladungen znr Pazifik-Konferenz sind bereits versendet worden. Es steht nach den Erklärungen Japans bereits fest, daß Tokionicht an der Konferenz teilnehmen wird. Die Japaner erklären, daß sie sich durch keinen wie immer gearteten Beschluß der Konferenz gebunden erachten werden. Auch wenn die Konferenz Sanktionen beschließen sollte, werde Japan von seiner Aktion nicht ablassen. Italien wird wahrscheinlich ebenfalls nicht teilnehmen, da es nach römischen Blätterstimmen den Boykott des Völkerbundes fortzusetzen gedenke, bis dieser die Eroberung Abessiniens anerkannt haben werde. Allerdings ist die Pazifische Konferenz gar keine Völkerbunds-Angelegenheit, sondern eine Attion der neun Mächte, die daS Washingtoner Ab- ! kommen unterzeichnet haben. I« Amerika nimmt die Bewegung für einen BoykottJap ans beinahe stündlich zu. Der Borsitzende des Außenausschusses des Senats, der Bizevorsitzende der Gewerkschaften und andere Persönlichkeiten haben sich offen für einen Boykott ausgesprochen. Loudon. London oder Washington kommen englischen Blättern zufolge hauptsächlich alS Tagungsort für eine Konferenz der Signatarmächte des Washingtoner Berttages vom Jahre 1922 in Betracht. Diplomatische Londoner Kreise find der Anficht, daß Washington vorzuziehen wäre, weil der Berttag dort abgeschlossen wurde und der volle Anteil, den die amerikanische Politik an den Fernostkämpfen nimmt, bei dieser Gelegenheit uneingeschränkt zum Ausdruck kommen könnte. Offizielle Erklärung der USA gegen Japan Washington.(Reuter.) Das Staatsdepartement der Bereinigte« Staate« hat eine Erklärung veröffentlicht, in welcher der Einfall der Japaner in China verurteilt und insbesondere festgestellt wird, daß die japanische Attion sowohl dem Nennmächtevertrag, als auch dem Briand-Kellog-Patt zuwiderlänft. In der Erklärung heißt es weiter: Zu de« Grundsätze«, die«ach Ansicht der amerikanische« Regierung die internationalen Beziehungen z« beherrschen hätten, falls der Frieden erhalten bleibe« soll, gehört auch, daß sich jeder Staat bei der Berfolgnng seiner Politik der Gewaltanwendung enthalte, daß er in innere« Angelegenhefte« anderer Völker nicht interveniere, daß in den internationale« Beziehungen alle Probleme ans friedlichem Wege gelöst werden und daß jedes Volk die bestehenden Verpflichtungen und die Heiligkeit der Verträge respektiere. Italien heute Rom, Anfang Oktober 1987. Wer zuletzt unmittelbar vor dem Ausbruch des abessinischen Krieges in Italien war, wird das Land wesentlich verändert vorfinden. Damals wurde mit Hilfe einer Verdummungs-Propaganda von phantastischen Ausmaßen ein ganzes Bott in einen Taumel von Begeisterung für einen Feldzug versetzt, der je nach Bedarf einmal als leider unausweichliche Strafexpedition im Interesse der Kultur» ein anderes Mal als eine wirtschaftliche und soziale Notwendigkeit für Italien, einmal als gefährlicher Kampf mit gefährlichen Gegnern, dann wieder als harmloser Spaziergang in ein Land bloßfüßiger, waffenloser Urwaldbewohner dargestellt wurde. Es gab damals kaum eine Häuser-, kaum eine Plakatwand ohne das Konterfei Mussolinis oder die Auffchrist„Duccl Duce 11 Ducell!" Die Zeit der Hochspannung der nationalistischen Leidenschaften ist vorbei. Trotzdem wird nichts unterlassen, nm das Volk auch weiter im Banne imperialistischer Phrasen zu halten. DaS geschieht vorzüglich unter Benützung von kraftzneierischen Mussolini-Zitaten, die, eine Art Mischung von Wilhelm U. und Bata, nicht vielleicht vom Voll selbst, dem diese Formulierungen recht fremd klingen dürften, sondern von den Apparat-Leuten mit Hilfe von Schablonen vor allem überall dort aufgemalt werden, wo sie der Blich des Fremden erreichen kann. Besonders stark ist die Beschriftung in Sizilien, das Mussolini kürzlich mit seiner Anwesenheit, mit einer Red« und einem Wettschwimmen seiner Minister beglückt hat.„Glauben, Gehorchen, Kämpfen 1" liest mast da,„Ws r mar- schierendirekt" oder„Wer die Waffen hat, hat auch Brot"(also nicht Kanonen statt Butter!) oder, mit einer deutlichen Spitze gegen England, „Das Mittelmeer den Mittelmeervölkern". In faschistischer Großzügigkeit wird Herrn Mussolini auch die Autorschaft des Wortes„Viel Feind', viel Ehr'!" zugrfchrieben. Selbstverständlich wird in Plakaten und Maueraufschriften Mussolini immer wieder als der Begründer des Jmpero gefeiert, wobei nebenher manchmal auch des Königs gedacht wird, dem auf seine alten Tage noch der Jmperatorentitel zugeflogen kam. Damit man über die imperialistischen Ziele Mussolinis außer Zweifel ist, wird in der Bia dell' Jmpero in Rom die einstige Gröhe des römischen Weltreiches im Bilde vorgeführt, neben der sich das heutige Italien, selbst nach der Annexion von Abessinien, fast bescheiden ausnimmt.„W i r erträumen uns das alte römische Reicht" hat Mussolini. gesagt und man versäumt auch nicht, den Besuchern des Landes durch häufige Zitierung dieses Wortes von jenem Traum'Kenntnis zu geben. Aber trotz all' dieses Bramarbasierens, trotz der Riesenaufmärsche der faschistischen Jugend, die mit Fackeln und dumpfem Trommelwirbel» der wohl Furcht und Schreck verbreiten soll,^urch die Hauptstadt zieht, weiß das faschistische Italien natürlich sehr gut, daß es, wenn die demokratischen Mächte Frankreich und England frstbleiben, mit der Verwirklichung der Träumereien vom alten römischen Weltreich nicht weit her sein wird. Zwar gebärdet sich die faschistische Presse so, als wäre der Sieg in Spanien.den„nichtintervenierenden" italienischen Truppen sicher, als wäre es nur eine leicht lösbare Aufgabe der italienischen Taktik, Madrid einzunehmen, zwar hat daS faschistische Italien vor kurzem vollends di« Maske abgeworfen, wofür nicht nur der bekannte Telegrammwechsel Mussolini-Franco nach dem Fall von Santander spricht, sondern auch der Umstand, daß plötzlich im„Messaggero" die italienischen Generäle abgebildet waren, die an der Spitze von — wie denn nicht I— Freiwilligen-Truppen sich in Spanien dem Gewerbe der Nichtintervention hingeben. Aber trotz all' dieses aufgeregten Geschreis der völlig gleichgeschatteten und darum auch völlig uninteressanten italienischen Presse, trotz aller lärmenden Kommentare um die Beschlüsse von Nyon kann man doch die Befürchtung heraus« lesen, daß eS diesmal„senza Ginevra"(ohne Genf) oder gar„contra Ginevra" nicht abgehen wird. Selbstverständlich wird gegehwärtig mit Begeisterung für das Dritte Reich und den Nationalsozialismus Propaganda gemacht. Schon der Nürnberger Parteitag hat m den italienischen' Blättern ein so nachhaltiges Echo gefunden, wie in keinem früheren Jahr. Niemals sah man soviel Bilder Hitlers in den italienischen illustrierten Blättern. Luch die neben- Seite 2 Freitag, 8. Oktober 1937 Nr. 237 Pattlette Gemeindewahlen am 14. November Die Regierung hat Geschloffen, in einer Reihe von Gemeinden, die von Kommissären verwaltet werden, bzw. wo die Funktionsperiode der Gemeindevertretung abgelaufen ist, die Gemeindewahlen auszuschreiben. Wie gross die Anzahl der Gemeinden, in denen gewählt wird, ist, steht noch nicht fest, es ist aber sicher, dass die Wahlen am 14. November stattfinden werden. sächlichste Rede, die in Nürnberg gehalten worden ist, wurde wiedergegeben. Natürlich findet jede Einzelheit, die Mussolinis Besuch in Deutschland betrifft, ihre ausführliche Darstellung, was ja— abgesehen von allem anderen— schon deshalb nicht zu verwundern ist, weil Mussolini bekanntlich bisher nur zweimal in seiner jetzigen Eigenschaft die Grenzen Italiens überschritten hat und da nur um einige Kilometer. Trotz aller Phrasen von italienisch-deutscher Freundschaft, von der Stärke der Achse Rom—Berlin, die in diesen Tagen aufklingen, weiss man sehr genau, wie abfällig Mussolini über Hitler denkt und wie sich diese abfällige Meinung nach der ersten Zusammenkunft in Venedig 1924 noch verstärkt hat. Das ist schliesslich begreiflich, denn was immer man Mussolini vorwerfen mag— und das ist nicht wenig—, das eine ist Loch sicher, dass Karl May nicht sein Lieblingsschriftsteller ist. Eingeweihte erzählen, dass sich Mussolini noch vor etwa zwei Monaten mehr.c Chicagoer Rede des Präsidenten Roose-1 Veit und des Washingtoner Kommuniques des j Staatsdepartements. Außenminister Avon D e l-1 bos hatte eine Unterredung mit dem Letter der amerikanischen Botschaft, der ihm die genauen Texte der beiden Auslassungen überreichte. An zahlreichen stanzöstschen politischen Stellen wttd der Wunsch ausgesprochen, daß diese amerikanische Geste praktischen Widerhall finde und daß die drei großen demokratischen Staaten eine engere Zu sammenarbeit aufnehmen und eventuell zu ent schlossenen Handlungen zugunsten des Friedens schreiten mögen. Insbesondere in Linkskreisen und in der Presse wird aufrichttg begrüßt, daß die 1 und einen wohlriechenden Atem zu haben und vor Vereinigten Staaten von Amerika Japan in der' Zahnsteinbildung geschützt zu sein! So wittt die Washingtoner Note des Staatsdepartements offen' als Angreifer erklärt haben und so nicht nur die Kroatische und serbische Opposition einig Belgrad. Donnerstag vormittags wurde in Agram nach mehr als zweijährigen Verhandlungen zwischen der serbischen Opposition und der kroatischen Opposition ein Abkommen getroffen. In dem kurzem hierüber ausgegebenen Kommunique Witt» konstatiert, daß ein volles Einvernehmen erzielt wurde und daß der Text des Abkommens in der nächsten Zeit veröffentlicht werden wird. Einer Erklärung zufolge, die Dr. MarkoviL den Journalisten gegenüber abgab, ist die Aufgabe der Delegation beendet. Das politische Abkommen wird von den Führern der einzelnen Parteien und Gruppen unterzeichnet werden. Die„Pravda" würdigt das Abkommen folgendermaßen: Die erste Etappe im Verhältnis der Belgrader und Agramer Opposition ist überwunden und es wurde vereinbart, daß sich die gesamte weitere Tätigkeit der fünf politischen Gruppen auf einem einheitlichen Weg zu einem bestimmten Ziel vollziehen wird. BdL gegen SdP-Terror in Mähren In einer gemeinsamen Sitzung der mährischen Landesparteivertretung des BwL und seines wirtschaftspolttischen Ausschusses in Brünn wurden dieser Tage u. a. fönende Beschlüsse einhellig gefaßt: Die Landesverttetung und der wirtschaftspolitische Ausschuß mißbilligen auf daL s ch ä r f st e die nunmehr vollkommen klar gewordene Politisierungsabsicht der Führung der Organisation der deutschen Landwirte Mährens, die nur darnach strebt, diese von den Bauern zum Schutz« dey^rtschaftlich^ ,Jnwressen^aller^geschaf- fene,Organisation einseitig in den Dienst der SdP zu stellen Sie mißbilligt Wetter di« Methoden derGewaltund des Terrors gegen unsere Mitglieder und stellt eiicheülich fest, daß ein gedeihliches Mitarbeiten der BdL-Mitglieder insolange nicht in Frage kommen kann, als diese Methoden von der Brünner RathauSgaffe beibehalten werden. Diese Corpus delicti Valencia. Das spanische Rattonalverteidigungsministerium meldet, daß an der Stelle, wo Montag der englische Torpedobootzerstörer „Basilisk" überfalle» wurde, ein Torpedo gefunden wurde, dessen Charakteristik den von der italienischen Marine benützten Torpedos entpricht. Der Text des amtlichen Berichtes hat folgenden Wortlaut: „Die Marinedelegatton in Alicante meldete am 5. Oktober abends, daß an der Küste bei Calpe in der Nähe von Alicante ein Torpedo gefunden und unverzüglich von den zuständigen Behörde« untersucht wurde. Die Ausmaße des Torpedos sind folgende: Länge 5.20 Meter, Durchmesser 45 Zentimeter. Diese Ausmaße entsprechen den Ausmaßen der Torpedos italienischer Konstruktion. Es muß bemerkt werden, daß das Torpedo in der Zone festgestellt wurde, in welcher vorgestern der englische Torpedobootzerstörer„Ba- silisk" von einem unbekannte» Unterseeboot überfallen wurde." Der amtliche Bericht fügt am Schlüsse hinzu, in der deutschen Marine gebe es keine Unterseeboote, die mit TorpedoS in den erwähnten Ausmaßen ausgerüstet seien. Zwei britische Dampfer gekapert London.(Reuter.) Der brttischen Admiralität wurde Donnerstag mitgettitt, daß eine Schaluppe der spanischen Aufständischen an der Nordküste Spaniens die beiden brttischen Dampfer „Dork Brook" und„Dover Wbey" aufgebracht hat. In der Nähe der Stelle, wo sich dies ereignete, befand sich kein einziges britisches Kriegsschiff, das dies bezeugen könnte. Entpolitisierung der spanischen Armee Balencia. Auf Grund einer Brrord- nung des RattonalverteidigungSministeriumS werden folgende Maßnahmen getroffen, um die Armee von der Polittk unabhängig zu machen: 1. Den Kommandanten und Offizieren wird politi- Wem sagt sie das? Die„3 eit", die vor keiner Blasphemie zu- rLckschreckt und in ihrer Unverfrorenheit sehr oft direkt an den Meister Goebbels erinnert, brachte gestern als Motto vom Tage folgendes M a s a- r y k-Wort an der Spitze des Blattes: Der Staat, der sich vor den Kundgebungen seiner Bürger fürchtet, der unbequeme Aeußerun- gen oder gedruckte Worte mit Gewalt unterdrückt, kann heute kein« Achtung finden. Worauf die Redaktton der»Zeit" wohl das Deutschland-Lied anstimmt. Denn d a s ist wohl jetzt das Land, das sich vor den Kundgebungen etwa sozialistischer Bürger nicht fürchtet und wo bekanntlich unbequeme Aeußerungen niemals mit Gewalt unterdrückt werden— weshalb ja das Tritte Reich auch allenthalben Achtung findet... Präsidentenspende für einen Herder-Preis. Der Präsident der Republik widmete dem Schutzverband deutscher Schrift- steller in der Tschechoflowakischen Republik 5000 KL. Der Widmungsurkuy^e zufolge ist dieser Betrag für einen Herder-Preis bestimmt, der für die beste Arbeit im Sinne der d e m o k r a- tischen Ideologie Herders zuerkannt würde. Der Preis kann nur Mitgliedern des Verbandes erteilt werden. Mutterschulung im Rundfunk. Im Frauenfunk der Prager deutschen Sendung bringt die Deutsche Jugendfürsorge eine eigene Sendereihe »Mutterschulung". In ungefähr 15 Einzelvorträgen von 15 Minuten Sendezett(jeden Dienstag von 10.15 bis 10.30 Uhr) wird der gesamte Stoff, der in den Mutterschulungen behandelt wird, von Fachleuten vorgetragen. Zugsentgleisung. Am 6. Oktober um ungefähr 18 Uhr 15 Min. entgleisten zwischen den Station Triebsch— Grotz-Tschernosek bei dem Güterzug Nr. 8230 inmitten des Zuges drei Wagen. Ursache war der Bruch einer Achse eines Wagens, der einem ausländischen Staat gehört. Beide Geleise der zweigeleisigen Strecke wurden verrammelt, der Verkehr wurde durch Umsteigen aufrechterhalten. Der eingleisige Verkehr wurde am 7. Oktober um 2 Uhr 40 Minuten ausgenommen. Vom Zuge getötet. Am Dienstag wurde hei Wilsdorf die schrecklich verstümmelte Leich« eines Mannes auf dem Bahnkörper gefunden. In dem Toten wurde der 40jährige Fleischermeister I. H. aus Leukersdorf sichergestellt. H., der schon längere Zeit an geistigen Störungen litt, dürfte sich in einem Anfalle geistiKr Umnachtung vor den Zug geworfen haben. Hinaufgefallen! Wie die Mitteilungen der ReichSgewerischaft der deutschen Presse melden, wurde der frühere Chefredakteur der»Deutschen Presse", Dr. Albrecht, der in österreichischen Kreisen schon immer hohe Gönner hatte, Chef- redakteur-StelweMreter der»R e i ch s p o st". Diese Ernennun^ist umso interessanter, als das Scheiden Dr. Albrechts aus der Redaktton der »Deutschen Presse" Ursachen hatte, die ihn wenig ehrten. Rudolf Heß: die SdP hat versagt! Der Wiener„Telegraf" berichtet Einzelhei ten über den Versuch der aus K u n d t, Dr. Kreißt, Rudolf Kasper und K. H. F r a n k bestehenden SdP-Abordnung zum Nürnberger Parteitag, zum„Führer" zu gelangen. Hitler empfing die Abordnung nicht und erst nach viele» Bemühungen konnte erwirkt werden, daß ihr Ru dolf Heß Gehör schenkte. Heß hat der Abordnung gesagt, es habe keine« Sin«, mit der SdP noch weiter zusammenzuarbeiten, da diese Partei Am 5. Oktober fand im Betriebe Roland& Fuchs völlig versagt hat. Nach längeren Bera- in Graslitz die Wahl des Betriebsausfchuffes statt, tungen arbeitete die Abordnung ein gemeinsames, Bei der letzten Wahl hatten der Internationale Memorandum aus, in welchem auSgeführt wird, j Metallarbeiterverband 22 und die Henlein»Ge» daß der Führungsrat der SdP in der nächsten' Werkschaft 43 Stimmen erhallen. Bei der jetzigen Zeit zwei wettere Vertreter aus der Gruppe um Wahl erhielt der Internationale Metallarbeiter- Rudolf Kasper aufnehmen werde, während Abg., verband 70 Stimmen und die DAG 54. Dieser Sandner und seine unmittelbaren Freunde aus dem Führungsrat ausgeschlossen werden sollen. Kundt und Frank verpflichteten sich» diese Prin zipien bei Henlein in Asch durchzusetze». Stojadinovid nach Paris und London Paris. Der jugoslawische Ministerpräsident und Außenminister Dr. Stojadinovie trifft Diens tag, den 12. d. M., vormittags in Paris ein und wird sich dort offiziell zwei Tage aushalten. Seine\ | Ankunft erfolgt über Einladung der französischen i Uebereinstimmung mit dem Völkerbünde-, sondern I Regierung. Von Paris begibt er sich dann nach auch mit der öffentlichen Meinung der drei Seite 4 Freitag, 8. Oktober 1937 Nr. 237 Friedensschalmeien in der tschechischen Koalitionspresse In der tschechischen Koalitionspresse ist in den letzten Tagen ausgesprochene Friedensstimmung, die führenden Koalitionsblätter betonen die Notwendigkeit eines guten Einvernehmens innerhalb der Regierungskoalition. So schreibt Rudolf Halik im„V e n k o v": Der Inhalt des Staatsgedankens hat sich bisher nicht in das Blttt unserer Adern ergossen. Was soll das für eine Zusammenarbeit sein, für eine Bereitwilligkeit zu gemeinsamen Opfern, wenn wir zwischen uns Berge von Unverständnis und Intrigen aufrichten, deren Vater politischer Hatz ist? Die Verwirklichung staatlicher Notwendigkeiten kann nur in einem Milieu der Ruhe, des Vertrauens und der allgemeinen Verständigung erfolgen. Diese Aufforderung wird nicht von Schwäche, Furcht und von Nebenabsichten diktiert. Begreifen denn nicht alle, wie kleinlich alle diese Streitigkeiten und all der Hader gegen das Leben des Staates, seine Freiheit und das Volkswohl ist? Gleichzeitig bringen die„L i d o v e N o- v i n y" einen Artikel von Ferdinand Peroutka, in dem gleichfalls nach einer Einigung der Koalitionsparteien vor allem mit der Agrarpartei gerufen wird und der sagt, es wäre ein Organ nötig, in welchem die Beziehungen zwischen der Agrarpartei und den übrigen Parteien gepflegt würden. Peroutka sagt dann wörtlich: Wir bleiben auf die Zusammenarbeit der Partei der Landwirte mit den sozialistischen Parteien angewiesen' und d>e Koalitionsbedürfnisse werden auf lange hinaus unsere offizielle politische Weisheit bleiben. Dem Reigen der Friedenswilligen schließt sich nun auch das„PrävoLidu" an, welches in einem Leitartikel seines Chefredakteurs dazu sagt: Wir wiederholen ständig, dah zwischen den Koalitionsparteien der gute Geist nach Zusammenarbeit und Vereinbarung herrscht und datz man ' den Zusammenhalt der Koalition nicht nach Zeitungsfehden beurteilen darf, welche von Zeit zu ■ Zeit zwischen dieser und jener Koalitionspartei entbrennen..■. Wir haben schon einige Male gesagt, datz die Hauptursache des Zeitungsgezänkes in der Koalition die Art war, wie das Prager agrarische Blatt gegen die anderen Koalitionsparteien aufgetreten ist. Wir können nun mit Befriedigung feststellen, datz hier schon vor Wochen eine Umkehr eingetreten ist— wir wollen davon nicht viel reden, damit wir die gute Sache nicht verscheuchen. Was uns betrifft, werden wir gern zu jedem Versuch der Stärkung der inneren Ruhe im Staat, die heute so notwendig ist, beitragen. Konferenz Hodia—Sparkommission Prag. Der Vorsitzende der Regierung Dr. Milan Hodza beriet Donnerstag vormittags mit dem Präsidium der parlamentarischen Spar- und Kontrollkommission über die Fragen betreffs des Staatsvoranschlages für das Jahr 1938. An der Beratung nahmen für die parlamentarische Sparund Kontrollkommission der Vorsitzende Abgeordneter Rudolf Beran und die Vorsitzendenstellvertreter Remos und Senator Dr. Klouda teil. Um die Zivilprozeßordnung. Tas Subkomitee der Verfassungsrechtlich»» Ausschüsse des Abgeordnetenhauses und des Miates zur Beratung des Regierungsgesetzentwurfes über die Gerichtszuständigkeit und die Zivilprozeßordnung hielt Donnerstag nachmittags seine erste Sitzung unter hem Vorsitze des Obmannes des Verfassungsrechtlichen Ausschusses des Abgeordnetenhauses Abg. Dr. P a t e j d l und in Anwesenheit des Unifizierungsministers Doktor S r ä m e k, der Vertreter dieses Ministeriums, Universitätsprofessor"Dr. Hora und Sektionschef Dr. Schrotz, sowie des Vertreters des Justizministeriums Dr. Mrstina ab. Berichterstatter waren der Abg. Dr. Miöura und Senator Dr. Milota. Das Subkomitee begann zuerst mit der Beratung des Gesetzentwurfes über die Gerichtszuständigkeit und verhandelte die 8 K 1 bis 34. Personelle Veränderungen in der tschechischen Journalistik. Wie das„Prävo Lidu" meldet, gibt es bei einigen tschechischen Müttern Prags beachtliche personelle Veränderungen. So wurde die politische Gesamtleitung der„L i d o v e N o- v i n y" Ferdinand Peroutka übertragen. Politischer Direktor des e s k 6 S l o v o" wurde Karel Jise, politischer Direktor der übrigen Melantrich-Blätter Dr. Jiki Benes. Der bisherige außenpolitische Redakteur bet' „L i d o v 4 No v i n y", De." R. Prochäzka, trat bei ten„N ä r o d n t L i ft y" als Chef- redakteuMellvertreter ein. Das neue Tagblatt Dr. Hodäös wird der bisherige Redakteur des„P oledni Li st", Karel redakteursstellvertreter ein. Das neue T a tz- junge Redakteur Dr. Srha in die Redaktion der „P ä r o d n s P o I i t i k a" üb«, er nimmt dort eine leitende Stellung«in. Flußabkommen unterfertigt. Am 7. Oktober 1937 wurden im Außenministerium in Prag die Ratifikationsurkunden des am 27. September 1935 in Bad Elster unterzeichneten tschechoslowakisch- deutschen Vertrages über die Flußläufe im sächsischen und bayerischen Grenzabschnitt und über den Abtausch eines Gebietsteiles ausgewechselt. Diesen Akt nahm für die Tschechoslowakei Gesandter Boh- dan P a v l ü als Vertreter des Außenministers und für das Deutsche Reich Gesandter Dr. Ernst Eisenlohr vor. Der Vertrag tritt IS Tage, nach dem Austausch der Ratifikationsurkunden, das ist am M. Oktober 1SS7. in Kraft. Marie Velgo vor den Geschworenen s-rb-) Nach Verlesung der Anklageschrift begann die Einvernahme der Angeklagten, die den ersten und zweiten Verhandlungstag ausfüllte. Man« Belgo berichtete ihre Lebensgeschichte und die Geschichte ihrer Ehe. Diese Dinge sind bereits hinreichend bekannt. Die sonderbare Trauung zu früher Morgenstunde, die konsequente Verleugnung der Frau durch Velgo vor den Bekannten und Kollegen— dies alles ist schon zahlreiche Male festgestellt worden und hedarf keiner Wiederholung. Dramatisch gestaltete sich die Einvernahme der Marie Velgo, als die Mordtat selbst zur Sprache kam. Nach ihrer jetzigen Aussage hat sie sich ganz im Bann ihres Geliebten Wenzel Cernh befunden, der auch der Urheber des Mordplanes gewesen sei. Sie, die Manie Belgo, habe sogar noch unmittelbar vor der Schreckenstat erklärt, sie wolle nicht, daß ihr Gatte ermordet werde. Cernh habe aber nicht mit sich reden lassen und so nahm die Tragödie ihren Lauf. Eine geraume Zeit Uebersetzungen Wir haben vor kurzem uns über die Respektlosigkeit beklagt, mit der unsere Behörden und das Tschechoftowakische Pressebüro die deutsche Sprache behandeln. Wir können den zuständigen Stellen nicht schmeicheln, daß unser Appell etwas gefruchtet hat, hingegen können wir mit neuen Blüten aufwartens So ist in der deutschen Ausgabe des„Amtsblatts des Ministeriums für Schulwesen und Volksaufklärung" ein Nachruf des Schulministers Dr. Emil Franke auf T. G. Masaryk enthalten; dieser Nachruf, offenbar von, einem Nichtdeutschen j aus dem Tschechischen wort-sklavisch übersetzt, wirkt wie eine Profanierung des Anlasses, vor allem aber wie eine Verhöhnung des Schulministeriums und seiner Aufgaben. Da liest man die folgenden erstaunlichen Sätze: „Die ganze Tschechoslowakische Republik und die ganz« gesittete Welt denken mit betauten Augen an sein berühmtes Werk, in dem er in Ewigkeit leben wird..." Wie wir mit Rührung an die Zeit denken, wann er das Vaterland verlassen hat, u m als sein Befreier zurückzukehren, so sind wir uns heute bewußt, daß zu u n s in den geistigen Gestaltungen Thomas G. Masaryk, der erste tschechoslowakische Unsterbliche, ewig zurückkehren wird." Ter gute Wille in allen Ehren— was hat man aber davon, wenn eine solche Blamage heraussieht? Solch ein Gestammel, das mit der deutschen Sprache so viel gemein hat, wie die Musik eines Leierkastens mit einem Symphoniekonzert? Hätte man nicht vor allem dem Mini- st e r eine solche Bloßstellung ersparen sollen? Will er nicht in seinem Bereiche dafür sorgen, datz zumindest sein Name nicht mehr unter solch eine Sprachverhunzung kommt? Die Durchführung des Wehrgesetzes. Wie ,,A-Zet", meldet, ist in diesem Schuljahre die Durchführung des Wehrgesetzes nicht in vollem Umfang zu erwarten, zumal da die genauere Ausarbeitung der diesbezüglichen Vorschriften noch im Gange ist. Auch di« Erhöhung der Turnstunden- zahl und die Einführung der Volkswirtschaft als neues Unterrichtsfach ist dieses Jahr noch nicht zu erwarten. Was die Wehrerziehung anbelangt, werden Heuer die sogenannten Uebungsmärsche verdreifacht und ausgebaut werden, und zwar soll jeden Monat ein solcher Uebungsmarsch stattfin- den. Die Märsche sollen mit ganztägigen Lagern (auch über die Nacht) und mit Spielen und Sportübungen im Freien verbunden sein. Lehrerschaft und Verkauf von Schulartikeln. Auf Wunsch des Handels wird jetzt den Lehrpersonen und Schulangestellten in Erinnerung gebracht, daß ihnen bereits ftüher durch einen Ministerialerlaß der Verkauf von Schulartikeln und Schulbüchern untersagt ist. Es ist auch verboten, bestimmte Einkaufsquellen zu empfehlen oder Schulbedarfsartikel auf eigene Rechnung oder auf Rechnung der Schüler gemeinsam zu bestellen. Ausnahmen werden zugelassen, wenn im Ort selbst keine. Einkaufsquelle vorhanden ist oder wenn die Qualität der durch die ortsansässigen Geschäftsleute feilgehaltenen Schulartikel mangelhaft ist. Eine weitere Ausnahme liegt vor, wenn aus Gründen der Einheitlichkeit gemeinsam eingekauft wird und wenn der Lehrer von diesem Verkauf oder von der Empfehlung keinen Nutzen hat. Sammlungen für Emigranten. Die Vereinigung zum Schutze deutscher Emigranten wendet sich mit dem Aufruf um Spenden auch an verschiedene sozialdemokratische Organisationen und Personen. Wir machen darauf aufmerksam, daß diese Korporation mit der„Sozialdemokratischen Flüchtlingsfürsorge" nicht identtsch ist. Hermann Wendel- Bücherei nach Belgrad. In Belgrad traf die Witwe nach dem bekannten Schweizer Schriftsteller und hervorragenden Freund der Slawen, insbesondere der Jugosla- wen, Hermann Wendel ein, um das Vermächtnis Wendels an die Belgrader Universität, eine Bibliothek von 8000 Bänden, die eine selbständige Abteilung von Balkan-Literatur enthält, der Belgrader Universität zu übergeben. nahm begreiflicherweise die Einvernehmung über den eigentlichen Hergang der Mordtat in Anspruch. Der Hergang der Tat ist bereits mehrfach geschildert worden. Marie Velgo setzte sich in ihren Aussagen mehrfach in Widerspruch zu ihren früheren Aussagen. Besonders betonte sie, daß sie bei der Ermordung ihres Gatten nicht selbst zugegen war. Während Cernh ihren Mann niederschlug und würgte, hat sich die Angeklagte auf dem Klosett eingeschlofsen. Auf die Frage des Vorsitzenden, warum sie ihrem Mann nicht zu Hilfe geeilt sei, versuchte die Angeklagte glaubhaft zu machen, daß sie die Türe des Klosetts nicht habe öffnen können. Im.Lauft der Nachmittagsverhandlung wurde die Oeffentlichkeit ausgeschloffen, da das Gericht auf Antrag der Verteidigung zur B e r- lesung d»s Tagebuches des Ermordeten schritt. Ueber die Ergebniffe dieser geheimen Verhandlung kann natürlich nicht berichtet werden. Großfeuer in der Slowakei. In der Gemeinde Hörna im Bezirk Sobrance in der Ostslowakei brach beim Landwirt Andrej Duriö ein Feuer aus. Infolge des Windes verbreitete es sich auch auf die benachbarten Anwesen. Drei Bauerngehöfte. sind den Flammen zum Opfer gefallen. Es verbrannten auch zehn Scheuern mit der gesamten Ernte und etwa vier Waggons Kartoffel, die eben vom Felde heimgeführt worden waren. Während des Brandes wurden drei Personen verwundet, davon zwei Mitglieder der Feuerwehr von Sobrance. Die Brandursache wird untersucht. . In den Alpen abgestürzt. Beim Abstieg vom Trettach in den Tiroler Alpen ritz das Seil des 22jährigen Josef Geiger aus Jmmenstadt, so datz der Bergsteiger in eine Schlucht abstürzte, in der er mit zertrümmertem Schädel tot liegen blieb. Sein Begleiter verflieg sich bei der Suche nach seinem Kameraden so, datz er sich auf einem gefährlichen Felsgrat befand, wo er weder vor- noch rückwärts konnte. Erst einer Rettungsexpedition gelang es, ihn nach langen-übermenschlichen Anstrengungen aus dieser kritischen Lage zu befreien. Rotlandendes Flugzeug tötet ein Kind. Ein Flugzeug der Chemnitzer Reichsschüle für Motorflugsport. ist Donnerstag nachmittags infolge Motorstörung kurz nach dem Start auf einer Baustelle notgelandet und zu Bruch gegangen. Einige Kinder, die dort spielten,, bannten rechtzeitig flüchten, ein elfjähriger Junge aber wurde von. einer Tragfläche getroffen und so schwer verletzt, datz er. kurz darauf staüb. Der Flugzeugführer blieb, unverletzt. Hochwafferkatastrophe in Norditalien. Oberitalien wird derzeit von einer neuen Unwetterwelle heimgesucht, die am Mittwoch acht Todesopfer forderte.. In der Nähe von Molino del Pallone wurde eine Eisenbahnlinie durch Hoch- waffer'stark beschädigt. Der Verkehr dürste auf drei Tage unterbrochen sein. Vier Personen sind in den Fluten des Hochwassers ertrunken. Bei San Pollegrine überschwemmten zu Tal stürzende Waffermassen ein Haus, das zusammen- stürzte. Die Bewohner, ein Ehepaar mit zwei Kindern wurden unter den Trümmern begraben. Im Bologneser Appenin ist der Flutz Reno aus den Ufern getreten und verursacht schwere Schäden. Wenn der Pyrenäen-Schnee schmilzt. Wie. bereits gemeldet, wurden ungefähr 28 Gemeinden in fünf Tälern des Pärcnäen-Departements Ariege durch ein plötzliches Ansteigen der An ege infolge einer Schneeschmelze in den Pyrenäen von Hochwaffer betroffen. Der Materialschaden ist sehr bedeutend. Eine Menge von Häusern, ist überschwemmt, ungefähr 50.stürzten ein. Zahlreiche Brücken wurden weggeriffen. Opfer an Menschenleben wurden bisher nicht gemeldet, hingegen hat das Hochwaffer ganze Viehherden weggeschwemmt. Da wird sich Adolf freuen! Dem 64jährigen August Thiele in Rethen(Deutschland) wurde das 38. Kind geboren. Thiele, dessen erste beiden Frauen gestorben sind, lebt jetzt in dritter Ehe, so datz drei Frauen die Mütter seiner Kinder sind. Von den 38 Kindern leben noch 34. Sechzig Großkinder sind die Nachkommen dieses wohl kinderreichsten Familienvaters Deutschlands. , Naturwissenschaftliche Funde in der UDTR. Im Wolgagebiet bei Sysranj und Pugatschew wurden einzelne Knochen und ganze Skelette von Seereptilien—. außerordentlich seltenen Wirbeltieren— aus dem Mesozoikum gefunden. Ilach der Festftelluno von Paläontologen sind diese Funde von großen wissenschaftlichem Werre und da sie gut erhalten sind, vielen anderen Musealsammlungen auf diesem Gebiete überlegen. Bericht über die Ausflugszügr. Die ganzstaatlichen Beratungen der Ausflugszüge der tschechoslowakischen Staatsbahn,.die in Turö-Ä». Martin unter Teilnahme von Vertretern der Staatsbahndirektiö- neu, des Verwalrungsrates oes Cedok und der Vorstände" der Cedok-Büros aus der ganzen Republik stalifinden. wurden Dienstag vormittags eröffn«. Aus den Berichten geht hervor: Vom-1." Mai"bis 31. August wurden. 114 Ausflugszüge nach allen Teilen der Republik abgefertigt. wobei 21.142 Personen befördett und 140.742 Kilometer zurückgelegt wurden. Die Bruttoeinnahmen betrugen 3,694.000 Kc. Der größten Popularität bei den Bäderfahrten erstellte sich Sliaö, wohin in vier Monaten 932 Personen befördert wurden. Dann folgten"die Tatra. K a r l s bad. Marienb ad usw. Von den Exkursionen hat die Oeftentlichkest die Fahrten „kreuz und quer durch die Slowakei und Karpatho» rußland" am besten ausgenommen. Das geringste Jnteresft zeigten die Weekendfahrten. Sodann folgten die Berichte der Referenten der«inzelnen Staats- bahndirektionsbezirke. von denen der Prager die größte Tätigkeit aufweist. In der Debatte wurde festgestellt, daß der Mangel an Motorfahrzeugen- in bedeutendem Maße die Exkursionsmöglichkeit. bremst. An. den heurigen Fahtten beteiligten sich, in bedeutendem Maße auch Ausländer, insbesondere hei den Jagdausflügen. Regen in Sicht. Ein umfangreiches Druckhoch, welches sich bereits fest mehreren Tagen über dem Norden des Erdteils erstreckt," schwächt sich allmählich ab..Gleichzeitig breitet, sich nach. Mitteleuropa der Einfluß von Störungen über Oberitalien und der Westukraine aus. Die Aussichten auf die Weiterentwicklung des Wetters sind nicht günstig.-— Wahrscheinlich e s W etter heute:. Verstärkte Bewölkung und später zunehmende-Regenneigung, namentlich im. Südwesten und Osten des Staates. Mäßig kühl. Prognose unsicher.— W e t« teraussichten für morgen:- Unbeständig, strichweise Regen, Temperatur wenig.verändert.. Vom Rundfunk taplehltnmrlii aus den Programmen} Samstag Prag, Sender 1:10.05: Deutsche Press«, 10.15: Deutsche Presse: Für die Frau. 14: Deutsche Sendung: Jugendstunde mit Musik, 16.50: E.- F. Bu- rian: Des Kaisers neue Kleider. Theater für die Juqend, 17.55: Deutsche Sendung: Prof. Utitz: Zum 300. Jubiläum von Descartes, 18.10: Konzert des deutschen Männerchores aus HoleSovice.. 18.45: Deutsche Presse, 18.55: Deutsche Aktualitäten.— Prag, Sender II: 14.20: Deutsche Sendung: Jüngste tschechische Musik, 14.55: Deutsche Presse.--- Brünn: 17.40: Deutsche Sendung: Rundfunkspiel.— Preßburg: 11.05: Salonorchesterkonzert, 19.20: Konzert der Bachgesellschaft: Händel, Buxtehude etc.-— Kascha«: 12.35: Rundfunkorchesterkonzert.—Mähr. Ostrau: 15.25: Konzert,, 18: Kompositionen von Liszt. Das Kampfgebiet in Nordchina Dieses Bild veranschaulicht die großen Schwierigkeiten, die das Kampfgelande frt Nordchina den kämpfenden Parteien, Chinesen sowohl als auch Japanern, bereitet. Man sieht japanische Gebirgsinfanterie auf einem Vorposten. Die gewaltigen Berge müssen auf unwegsamen Gebirgspfaden bewältigt werden. Nr. 237 Freitag, 8. Oktober 1937 Seite 6 WMIvtWM Vie Tagung des IAA-Verwaitunssrates Die Bormittagsversammlung des Verwaltungsrates des Internationalen Arbeitsamtes wurde am Donnerstag bereits von dem gewählten Vorsitzenden Leggett geleitet. Dieser begrüßte zuerst die neuen Mitglieder des Rates, die in der Juni-Kpnferenz der Internationalen ArbeitS- konferenz gewählt wurden. Es sind dies: der chilenische Regierungsvertreter Garcia Oldini, der jugoslawische Regierungsvertreter D. Evet- ko v i c, Minister für soziale Fürsorge und öffentliches Gefundheitswesen, der norwegische Regierungsvertreter P a a l B e r g, der Vertreter der Arbeitsgebergruppe Hall(Neuseeland) und für die Arbeitnehmergruppe Halls- Worth(Großbritannien). Der Berwaltungsrat beratschlagte sodann über die Durchführung der Resoluttonen, deren Beratung ihm von der kürzlichen Internationalen Arbeitskonferenz übertragen wurde. Diese Resolutionen betreffen u. a. die S i ch e r h e i t s- Vorschriften in der Bauindustrie, die von den Mitgliedern der Arbeitsorganisation vereinbarten Verpflichtungen, ferner die Zusammenarbeit Birmas mit dem Internationalen Arbeitsamt, die Konstituierung eines Internationalen Ausschusses für Oöffentliche Arbeiten, die von der Konferenz beantragt und Donnerstag einstimmig genehmigt wurde. Andere Resolutionen, über die beraten wurde, haben die alljährlichen statistischen Erhebungen über schulpflichtige Kinder zum Gegenstand, die ungesetzlicherweise mit Ausnahme der Schulstunden zur Arbeit herangezogen werden, weiters über Resolutionen betrHfend den Schutz der Kranken- und pensionsversicherten Personen, die den Arbeitsplatz wechseln, sowie Wer Resoluttonen betreffend das Studium der Arbeitsbedingungen und Lebensverhältniffe eingeborener Arbeiter. Hierauf befaßte sich der VerwaltungSrat mit dem Bericht der zweiten Gebietskonferenz der Repräsentcmten des Gewerbeinspek- tionsdienstes, die im Mai d. I. in Wien stattfand. Der Verwaltungsrat genehmigte die Schlußfolgerungen dieses Berichtes. Zu Beginn der Nachmittagssitzung nahm der Vorsitzende Leggett«in Schreiben zur Kenntnis, welches ihm der Schweizer Politiker Edmund Schulthes/ Vorsitzender der Regierungsgruppe in der letzten Juli-Konferenz, gesandt hatte. In diesem Schreiben wird ein besseres Boroehen bei der Zuteilung der acht nichtständigen Regie- rungsmackddtC'inr Verwaltungsrate'in dem Sinne empfohlen, daß einander in diesen Markdaten allmählich tunlichst viele Staaten ablösen, womit praktisch die Universalität der Jnternatio- nalen Arbeitsorganisation bewiesen würde. Der Antrag wurde den einzelnen Gruppen, besonders aber der Regierungsgruppe, zur Beratung überwiesen. Der VerwaltungSrat befaßt sich sodann mit den Berichten, welche das Internationale Arbeitsamt allle 10 Jahre über die Geltendmachung der internationalen Arbeitsverträge ausarbeitete. Es wurde besonders darauf verwiesen, daß einige Staaten, obwohl sie bereits gewisse Abkommen ratifiziert haben» keine Maßnahmen getroffen haben, um die entsprechenden Verträge in ihrem ganzen Umfange in Kraft zu setzen, während andere Staaten in einer Weise an die Verwirklichung dieser Verträge geschritten sind, die keineswegs ihrem Geiste entspricht. Einige Mitglieder des Verwaltungsrates verwiesen darauf, daß einige der internationalen Arbeitsverträge allein durch ihre Existenz auf die Entwicklung der sozialen Gesetzgebung in allen Ländern großen Einfluß hatten, auch in jenen, welche sie nicht ratifiziert haben. Der Rat sprach sich einmütig in dem Sinne aus, daß es notwendig sei, auf die Staaten einzuwirken, die internationalen Arbeitsübereinkommen, denen sie beigetreten sind, in'ihrem ganzen Umfange und real geltend zu machen. Der Verwaltungsrat beauftrage das Internationale Arbeitsamt, ihm einen Gesamtbericht sowohl über die Lage in den Ländern, welche die Verträge nicht rafifiziert haben, als auch in jenen Ländern cnSzuarbeiten, welche sie zwar ratifiziert haben, sie aber nicht durchführen oder nicht vollständig in Kraft setzen. Außer deck bereits erwähnten Resolutionen behandelte der Berwaltungsrat auch eine während der letzten Internationalen Arbeitskonferenz beschlossene Resolution betreffend die Stele lung des Arbeitgebervertreters der Sowjetunion in der. internationalen Arbeitsorganisation. Man erhält für KB 100 Reichsmark.... .". 633.— Markmünzen... .. 695.— 100 österreichische Schilling .. 526.50 100 rumänische Lei... .. 16.35 100 polnische Zlow... .. 515.50 100 ungarische Pengö.. .. 548.50 100 Schweizer Franken. .. 654.50 100 französische Francs. .. 93.70 1 englisches Pfund.. .. 140.25 1 amerikanischer Dollar. .. 28.40 100 italienische Lire.. .. 123.40 100 holländische Gulden. .. 1574.— 100 jugoslawische Dinare. .. 60.55 »00 BelgaS..... .. 479,— Fortschritt der Zivilisation von Erhöhung der Lebenshaltung der Bevölkerung unbedingt abhängig Erklärung des Direktors des Internationalen Arbeitsamtes Harold Butler In einer Unterredung, die der zur Teilnahme an der Sitzung des Verwaltungsrates des Internationalen Arbeitsamtes in Prag anwesende Direktor dieses Amtes Harold Butler einem Vertreter des Einheitsverbandes der Privatangestellten gewährte, äußerte er sich in sehr bemerkenswerter Weise über die jetzt in allen Staaten «rituelle Frage der Neuregelung von Löhnen und Gehältern. Direktor Butler erklärte u. a.: In ftüheren Zeiten galt es fast als Dogma, daß die Herabsetzung der Löhne das wirksamste Mittel zur Bekämpfung eines wirtschaftlichen Niederganges sei. In Deutschland, in den Vereinigten Staaten und in anderen Ländern hat man in den letzten Jahren versucht, das alte Rezept neuerlich zu erproben. Das Ergebnis war ein völliger Mißerfolg. Die klassische Methode, eine verdorrende Wirtschaft durch eine allgemeine Lohnherabsetzung wieder zum Grünen und Blühen zu bringen, gehört wohl endgültig der Vergangenheit an. Alle unsere bisher gemachten Erfahrungen haben uns davon überzeugt, daß Löhne und Gehälter nur einer von den verschiedenen Faktoren sind, die das wirtschaftliche Gesicht eines Landes formen. Die Vergrößerung oder Verringerung des Menge des umlaufenden Geldes, die Höhe des zur Verfügung stehenden Kredites, der Zinsfuß, der Umfang der öffentlichen Ausgaben, der Stand der Währung, die Preise der Lebensmittel und Rohstoffe, die Lage des Welthandels, die polittschen Verhältnisse und vor allem das Ge fühl des Vertrauens oder des Mißtrauens, das durch das Zusammenwirken dieser und noch ande- rer Umstände hervorgerufen wird,— alles das trägt jeweils dazu bei, die wirtschaftliche Lage eines Landes zu besnmmen... Wir unterscheiden heute sehr genau zwischen dem Nennwert und dem Sachwert der Löhne. Maßgebend ist nur. der Sachwert für die Beamtwortung der Frage, ob man der Hebung des Lebensniveaus der Arbeitenden, einem der Ziele jeder vernünftigen Sozialpolittk, näherkommt. Darum erscheinen mir, vom sozialpolittschen Ge- sichtspuntt aus gesehen, Lohnerhöhungen, die von einer Steigerung der Preise der wichtigsten Lebensbedürfnisse begleitet sind, oder eine solche zur Folge haben, nicht immer als erstrebenswert. Sie sind es nur dann, wenn sie gleichzeitig eine Erhöhung der Lebenshaltung der Lohnempfänger bedeuten. Arbeiter und Angestellte sind in der Wirtschaft nicht nur Werktätige, sondern auch Verbraucher. Jede Steigerung der Lebenshaltung der Bevölkerung ist darum für die Volkswirtschaft aller Länder von entscheidender Wichttgkeit. Der Fortschritt und die harmonische Entwicklung'der Zivilisation oder, sagen wir, der Kultur, find unbedingt von einer organischen möglichst allgemeinen Hebung der Lebenshaltung abhängig. Daran wird jeder weitblickende Stgatsmann denken, besonders in der Zeit einer Konjunftur. Streik im kergebirse erfolgreich beendet Donnerstag wurde nach einer sechsstündigen Konferenz zwischen den Vertretern der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer der Glasindustrie eine Einigung erzielt. Die Konferenz leitete die ganze Zett hindurch Bezirlshauptmann Dr. Ales Andrejs. Freitag treten 1300 heimische Glasschleifer «ms dem ganzen Jsergebiet die Arbeit wieder an. Der Streü endete für die Strettenden erfolgreich. Es wurden die Kollektivverträge und der Lohntarif, der bei einigen Arbeiten eine etwa 35- prozentige Lohnerhöhung und eine allgemeine Lohnerhöhung um zehn Prozent vorsieht sowie die Forderung der Kontrolle der Auszahlungslisten anerkannt. Die Konttolle wird immer auf der Bezirksbehövde in Turn«m und in Semily vorgenommen werden. Mit der. Abfassung eines Protokolls und der Festsetzung des TermineS zur Unterzeichnung des Kollektivvertrages wurde die "Streikbewegung beendet. Gute Beschäftigung der Gablonzer Industrie Die Gablonzer Industrie verzeichnet weiterhin eine gute Beschäftigung. Es liegen Bestellungen für etliche Wochen im voraus vor. An erster Stelle im Export steht England, das vor allem Interesse für geschliffenes Glas und Modearttkel aus Kunstmasse und Holz bekundet. Ungewiß ist jedoch das Geschäft mit Frankreich, wobei sowohl in bezug auf die Kontingente als auch valutarische Hindernisse eine zuftiedenstellende Entwicklung stören. Nach längerer Pause setzt auch wieder die Ausfuhr nach Italien ein, allerdings vorläufig noch in sehr bescheidenen Grenzen. Klein ist das Geschäft mit Skandinavien und auch der Export nach Polen läßt einiges zu wünschen übrig. Bedeutend ist dagegen die Ausfuhr von Damentäschchen und geschliffenem Glas nach den USA. Den Export nach Brasilien unterstützen-wohltuend die Kaffeekompensationen. Das Geschäft mit Indien ist wegen der niedrigen Preise noch immer wenig zufriedenstellend, doch hofft man mit dem Aufhören der japanischen Konkurrenz auf eine entscheidende Wendung zum Besseren. Konjunkturabschwächung in der nordmährischen Textilindustrie Eine leichte Abschwächung der bisher sehr zuftiedenstellenden Beschäftigung weist nunmehr auch die Textilindustrie Nordostmährens auf. In Friede! und Mistel wurden vereinzelt wieder Aussetzungen von Arbeitern vorgenommen. Das Ergebnis der Prager Herbstmesse Das Prager Messeamt hat über die Auslandsnachfrage der letzten Herbstmesse Erhebungen durchgeführt, um über die Struktur des Bedarfes in den einzelnen Ländern ein Bild zu gewinnen. Insgesamt wurden auf der letzten Messe auf Grund der im Nachfragedienst der Messe vermerkten Anfragen Einkäufer aus 82 Ländern er- mtttelt. Die dekßeit erfaßte Nachftage, die der Messeleitung bei der Bearbeitung als Grundlage diente, ist jedoch nicht vollständig, da ein Teil der Ausländer die Dienste des Nachfragedienstes nicht in Anspruch nimmt. Erfahrungsgemäß geht auf diese Weise rund ein Drittel der Ausländer der Gndenz verloren. Eine zweite Schwierigkeit ergab sichtet der Erfassung der Auslandsnachftage darin, daß ein gewisser Prozentsatz der ausländischen Einkäufer die Evidenzzettel nicht ordentlich ausfüllten. Insgesamt konnten etwa 20.000 An- fragen ermittelt werden. Hiebei ist zu beachten, daß die Herbstmesse in der Regel schwächer von Ausländern besucht wird als die Frühjahrsmesse. Trotzdem konnte auf Grund der Erhebungen interessantes Material gewonnen werden, das besonders für die Vorbereitung der exportwichtigeren MLhjcchrsmesse und im allgemeinen der Ex- porttndustrie für die Beurteilung der Absatzstruktur in den einzelnen Ländern» Anhaltspunkte liefert. Bemerkenswert ist, daß die meisten ausländischen Interessenten Textilien suchten. Erst an zweiter Stelle ist Glas, darnach Metallwaren, Lederwaren, Bijoutterie und Galanterie zu setzen. Durch die ungenügende Beteiligung der Textil- industrie konnte jedoch die Nachftage nach tschechoslowakischen Textilien nicht immer befriedigt werden,, so daß ein Ml der.Nachfrage für die SJdje» choslowakei verloren gegangen ist. Dem Ausländer genügt es in der Regel nicht, wenn nur eine oder zwei Firmen einen Artikel ausstellen; er entschließt sich zum Kauf nur dann, wenn er aus einem breiten Angebot wählen kann. Ausland Wann kommt der Bruch zwischen Berlin-Warschau? Man schreibt uns aus Polnisch-Schlesien:" In der Wilhelmstraße ist man mit dem Freund an der Weichsel höchst unzuftieden. Wiederholt wußte der deutsche Rundfunk zu verkünden, daß Oberst Beck auf der Rückreise von Genf in Berlin Haltmachen werde, um eine gemeinsame Erklärung zur Minderheitsfrage abzugeben, die der deutsche Botschafter von Moltke'in Warschau bereits eingehend besprochen hat. Oberst Beck hat seine Rückreise nicht überBerlin angetreten, sondern hat in Wien Haltgemacht, um sich mit sespem österreichischen Kollegen zu unterhalten, der nach Warschau zu einem Gegenbesuch eingeladen ist. Prompt erklärt der Berliner Rundfunk, daß der polnische Außenminister nur rein privat in Wien geweilt habe, den Berliner Besuch hat man' inzwischen vergessen. Die Minderheitenfrage, die nach Meinung der Wilhelmstraße einer so dringenden Klärung bedarf, ist inzwischen in einen regelrechten Vergeltungskrieg übergegangen, den beide Seiten auf die Spitze treiben. Wir wollen hier die einzelnen„Nadelstiche" übergehen, die im oberschlesischen Grenzland täglich aus der beiderseitigen Presse herauszulesen sind. In Groß-Strehlitz ist das Heim der polnischen Jugend geschlossen worden, weil es nicht den sanitären und gewerblichen Ansprüchen genügt. Polnischerseits gab man in Chorzow, dem früheren Königshütte, polizeilich zu verstehen, daß das Hotel„Graf Reden", der Sitz der gesamten Naziorganisationen, geschlossen werde, falls man in Groß-Strehlitz nicht das polnische Jugendhesifi wieder öffne. Die Chorzower Nazis liefen sich beim Deuffchen Generalkonsul in Kattowitz die Füße wund, er kann nichts machen, Oberpräsident Dr. Wagner will den Polen zeigen, wer mehr Macht hat. Prompt nach einer Woche wird das Hotel„Graf Reden" geschloffen, weil es weder den„gewerblichen, noch sanitären Voraussetzungen" entspricht. Als Antwort darauf schließt man in Beuthen die„Go- spoda Polska", das frühere Lomnitz-Hotel, wo sich seinerzeit das polnische Plebiszittommissariat be- sand und heute der Sitz aller polnischen Wirtschafts- und Kulturorganisationen ist. Die polnische Presse ruft, es sei die Rache für die Schließung des Hotels„Graf Reden". Die Jopie Waal berg schwamm Weltrekord! Hollands bekannte Brust-Schwimmerin Jopie Waalberg stellte in Gent bei einem internattonalen Fest einen neuen Weltrekord im 200-Meter- Brustschwimmen auf. Mit der ganz hervorragenden Zeit von 2:56,9 blieb sie erheblich unter dem offiziellen Rekord der Japanerin Maehata. gleichgeschaltete deuffche Minderheitenpreffe in Polen ruft: wir habe» keine Versammlungsmög-" lichkeit, die Ausrottung des Deutschtums vollzieht sich am laufenden Band. Wer nicht mntz^ieser Kleinkrieg um Hotels und Lokale ist es, der die Freundschaft zwischen Berlin und Warschau ins kritische Licht setzt. Nur mit Mühe ist es den Warschauer Herren gelungen, den Danziger Senat zu beeinflussen, daß der dortigen Minderheit Pollns ihre Rechte wiedergegeben werden, die man ihr genau so entzogen, wie man die Opposition niedergeschlagen hat. Erst die Sozialdemokraten und die Katholiken, dann die Polen. Ein Sturm der Entrüstung und der Proteste kommt aus Pösen und Pommerellen nach Warschau wegen der Unterdrückung der polnischen Minderheit in der„Freien Stadt Danzig". Der. von Polen ausgeschaltete Völkerbund in Danzig hat einen Kommissar, der seinem Genfer Amt meldet, in Danzig sei alles in bester Ordnung, alle Streitfragen werden zwischen Warschau und Danzig-BerlM's^bst"'Wsollte eS Polen. Dazwischen verkündet der Gauleiter Albert Forster, die Hand Hitlers in Danzig, daß sich die Rückgliederung Danzigs an das Reich„reibungslos" vollziehe. Demnächst werde man die Währung dem Reich anpaffen, der Gulden habe. unter der Autarkie ohnehin jede Bedeutung auf' der internationalen Börse verloren. Die eineinhalb Millionen Mark Defizit, die Berlin für die Danziger Nazis decken muß, werden besser in Mark vollzogen als in Gulden. Selbst die Regierungspresse in Warschau wird über den Berliner Freund nervös. Jeder von den„Freunden" ist bemüht, dem anderen einen Streich zu spielen. Der Berliner Besuch Mussolinis ist hier ohnehin als eine Ablenkung Deutschlands nach dem Osten notiert worden. Wann kommt es zum Bruch zwischen Warschau und Berlin, das ist die Frage, die in diplomatischen Meisen Warschaus viel erörtert wird! Razikrawalle in Budapest Budapest.(MTJ) Der Hochschülerverband »Hl. Stephan" veranstaltete am Mitttvoch abends anläßlich des Gedenktages vom 6. Oktober(Freiheitskämpfe des Jahres 1849) einen Fackelzug von der Universität zur Landesstandarte am Ftei- heitsplatz.' Nachdem sich der imposante Zug formiert hatte, durchbrachen plötzlich Feuerkreuzler das Spalier des Publikums, um zu verhindern, daß sich der Studentenumzug in Bewegung setze. Hiebei bewarfen sie die Hochschüler mit Steinen. Es kam hiebei zu einer Schlägerei, so daß die Polizei einschreiten mußte, welche die Ruhe wie- devherstellte. Im Laufe des Fackelausmarsches kam es dann aber auch an zwei weiteren Stellen zu ähnlichen Zwischenfällen, wobei ebenfalls Steine geworfen wurden, doch wurden schließlich die Feuerkreuzler beidemal durch die Hochschuljugend und Polizeibcamte überwunden. Die Polizei mutzte berittene Beamte zu Hilfe ziehen. Wieder einer .Times" zufolge bestätigt die Sowjetunion die Nachricht von der Absetzung des sowjetrus» fischen Marineoberkommandanten Admiral O l o w, der die Sowjetunion gemeinsam mit dem Volkskommissär für Aeußeres Litwipow bei den Londoner Krönungsfeierlichkeiten vertreten hat. Sein Nachfolger ist Admiral Viktorow. Kommunistenverhaftungen in Ungarn Budapest. Die politische Abteilung der Budapester Polizei hat einen gewissen Johann Andor verhaftet, der als Leiter eines illegalen kommunistischen Nachrichtendienstes tätig war. Der Budapester Polizei gelang es auch, 19 Mitarbetter Andors in Gewahrsam zu nehmen- ®etie 6 „Sozialdemokrat" Freitag, 8. Oktober 1837. Nr. 237 &aaiir kituM JCunet und Wksw Weh dem. der lügtl Franz Mehring hat einmal ungefähr gesagt, Franz Grillparzer muffe groben Schichten der Ration, vor allem den arbeitenden Klaffen, mehr oder minder fremd bleiben, weil er ihrer Kampffreudigkeit yichts zu bieten'habe, weil ihm(deffen grobe dichterische Bedeutung natürlich auch Mehring nicht verkannte) so ganz der„Sturm und Drang" fehle... Man wird heute dieses längst bestrittene Urteil gänzlich überholen müssen; und wird es vor allem tun müffen um des„Weh dem, der lügt!" willen, ob jenes Lustspiels, zu dem sich ja übrigens auch das Bürgertum(vor dem es in der Wiener Premiere vor hundert Jahren durchfiel) spät genug bekannte. Es ist geradezu erstaunlich, wie hochaktuell dieser Grillparzer heute zu wirken vermag, wenn ihm, wie das nun im Prager Deutschen Theater der Fall kst, durch Regie- und Darstellungskunst alles gegeben wird, was ihm gebührt. Zum einen ergreift^ mit dem ersten Anschlag der Grill- parzerschen Sprachmelodie, die Ausdruck reinen Herzens und edler Gesinnung ist, sofort klaffischer Geist die Gemeinde, die. da lauscht; zum andern überwältigt das Spiegelbild des Barbarismus, das durch den Dichter, ohne dah er solche späte Zeitge ist fand, aber deffen seelische Unantastbarkeit urkomisch doch im Vordergrund zu leuchten hätte. Tra- bauer ist ein recht annehmbarer Wildling. Unter den Nebenfiguren fielen Costa, Paweletz und vor allem Fürth als firme Sprecher auf. Kurt Halleger hatte überaus stilvolle Bilder gestellt. Es gab rauschenden Applaus. Sollten wir das Wunder erleben, dab diese wundervolle Dichtung, an die das Ensemble mit gröhtem künstlerischen Erfolg so viel Mühe wandte, noch einige gutbesuchte Häuser erlebt? L. G. Nicht alspringe»! Gestern mittags sprang in Dejwitz die 51jährige Beamtin MarieHer- baczewska aus einem fahrenden Strassenbahn- wagen der Iler-Linie, stürzte und wurde unter dem Schubrahmen des Schleppwagens geriffen. Sie erlitt einen Bruch beider Beine, ausserdem Ritzwunden und Abschürfungen am ganzen Körper. Die Rettungsgesellschaft brachte sie auf die Klinik Schlosser. Zusammenstoß: ein Schwerverletzter. In der Langen Gaffe in Prag I. kam es gestern nachmittags um 4 Uhr zu«inem Zusammenstoh zwischen dem schweren Lastkraftwagen des Gustav M o s s e r aus Komotau und dem Motorrad des Wagenlenkers Joser Tom t.l. Tomek wurde zu Boden geworfen und in bewusstlosem Zustand von der Rettungsgesellschaft aus di« Klinik Schlaffer gebracht. Er hatte eine schwere Gehirnerschütterung, einen Bruch des Nasenbeines und schwere Rissverletzungen im Gesicht erlitten. Arbeitsanfall. Der 34jährige Zimmermann Josef Sima aus Michl« fiel gestern während der Reparatur eines Betonpfeilers in einem Neubau in der Inselgasse in Prag l. aus der Höbe des ersten Stockwerkes herab und brach das linke Bein. Auher- dem erlitt er eine Gehirnerschütterung. Er wurde ins allgemeine Krankenhaus gebracht. DaS Liftseil reißt. Vorgestern abends wollte der 24jährige Zimmermann Vitkzslav Btzmetal aus Nusle in der Hradeckä in Prag-Weinberge einen Auszug benützen, wobei zwischen dem ersten und zweiten Stockwerk das drahtene Liftseil ritz und der Aufzug mit dem Arbeiter in die Tiefe stürzte. Schwer verletzt, mit einem komplizierten Bruch des rechten Armes, einem Bruch des rechten Schienbeins und einer Gebirnerschütterung wurde er von der Rettungsabteilung auf. die Klinik Jiräsek gebracht. Das Strafverfahren wurde eingeleitet. AnSflngSzüge. Am 9. und 10. Oktober in die Böhmisch-sächsische Schweiz 120 KC, am 10. Oktober nach Läny 13 KC, am 17. Oktober zur Groben Par- dubitzer 42 KC. Anmeldungen und Informationen im Basar neben dem Wilson-Bahnhof, Telephon Nr. 383-35. Der Krüppel Ihn Gerichtssaal, am linken Tisch des Klägers, sitzt, nach rechts überhängend, in grünlichen Segel tuchlumpen, einen weitzen und«inen braunen Stock in der Hand, ein blinder Unfalltraumatiker. Im leeren Auditorium ein« dicke Höckerin, gleichfalls Segeltuch, seine Frau. Sie trägt die runde blaue Sportkappe eines kleinen Mädchens und könnte die Mutter der Krüppels sein. Er sieht sie nie. Ueber seinen Kopf weg werden Zeugen vernommen. Er steht sie nicht. Er hört sie nicht. Er hört irgend ein Brausen. Die Lider zucken unaufhörlich. Von Zeit zu Zeit zeigt er mit erhobenem Arm aus, wie ein Schü ler,- der fich zur Antwort meldet. Der Anwalt legt ihm die Hand auf den linken Arm. Der rechte sinkt ab. Plötzlich steht er auf und spricht, sich sofort durchsetzend, mit grober Klarheit, die niemand ihm zugetraut hat. Alles horcht auf. Nur nicht die Beisitzer des Gerichtes. Sie haben, jWHh Stötze von Akten vor sich, di« diesen Prozetz nicht be-| parzern politisches Theater, treffen. ES ist ein überlastetes Gericht. Sie arbeiten die Akten auf für den kommenden Tag, vielleicht auf Wochen voraus. Sie sehen von dieser Verhandlung, über die sie längst einmal nachgedacht und di« sie dann wieder vergessen haben, weniger als der Blinde Das Urteil wird sich irgendwie ereignen. Es Gottes und des Vorsitzenden Sache. Hie und du schaut eineQdch: Beisitzer von sachfremden Akten versonnen mif, in den Streit Blinden um seine Rente. Wie man ermüdet Grüne sieht. den des ins (A. E.) „Kabale und Liebe“ Im Ständetheater Das Prager Nationaltheater hat sich um den tschechisch-deutschen Kultur-Austausch ein schönes Verdienst- erworben, indem es nun Friedrich S ch i l l'e r s„Kabale und Liebe"(in neuer Uebertragung durch den ausgezeichneten llebersetzer Pavel Eisner) im Ständetheater herausbrachte. Erfreulich, dass die„Premidre" vor einem bis auf das letzte Plätzchen gefüllten Haus stattfand, und beglückend, datz Schillers-Feueratem, im Deutschen mitreissend schon durch den ursprünglichen sprachlichen Flug, auch in der Transponierung ein nichtdeutsches Publikum zu packen und zu zünden vermochte. Natürlich ist das vor allem eben Schillern zu danken, der Hoheit Heiner Gesinnung, dem überwältigenden Pathos seines Idealismus, seinem dichterischen Genius der Wahrhaftigkeit(dem nicht zuletzt die Nation Masaryks sich verwandt fühlt) und dem Kerngedanken dieses seines gegen den Despotismus geschriebenen Dramas. Das schmälert aber nicht das Verdienst der tschechischen Bühne; denn sie machte durch eine vorbildlich ausgefeilt«, regie- und«nsemblemätzig sehr interessante, in einzelnen schauspielerischen Leistungen völlig überzeugende Aufführung Schiller lebendig und wirksam. Der Regisseur, KarelDostal, lietz deutlich fühlbar die Handlung in zwei Teilen sich abspielen: gewissermassen zuerst das bürgerliche Trauerspiel als Revolutionäre Dichtung, so dass der Kampf zwischen Kleinbürgertum und höfischem Despotismus in der Auseinandersetzung zwischen Miller und., dem Präsidenten zum stärksten Höhepunkt des Abends wurde— und dann die Erfüllung der Liebestragödie. Dies« Zweit«ilung wurde um so deutlicher(und allerdings auch nicht restlos befriediget), als dem Regisseur für die beiden Haupt- exponenten des Kampfes zwar in Bedrich Karen em imponierender und fesselnder, richstg zynischbrutaler Präsident und in Vaclav V y d r a ein krafwoll rauher Miller zur Verfügung standen, deren schauspielerische Fertigkeit das Uebergewicht noch verstärkten, während Ladislav B o h ä C trotz ausgezeichneter Augenblicke doch- ein zu weichlicher, larmoyanter Ferdinand ist, kein Schillerscher Hitz- JoilhaUX spricht in Prag I mätzheit zu ahnen vermochte hätte, in den Gestalten _._',! Kattwalds und Galomirs dem Neugermanenturw Der Führer des Gesamtverbandes der fran- von heute vor die Augen gehalten wird; und zum zösischen Gewerkschaften Fouhaux— der aus An-> Dritten kann es nicht unbewegt laffen, angesichts lass der Tagung des Internationalen Arbeits-[ der Läuterung, die der Dichter vom Christentum amtes in Prag anwesend ist— wird in der heute ausgehen lätzt, an das deutsche Christentum unserer (Freitag) abends in der Lucerna stattfindenden Tage zu senken, das. schom um der faschistischen^Ver- Riesenversammlung der Prager Privatangestell- ten entweder persönlich sprechen oder, falls er an der Teilnahme an der Versammlung verhindert wäre, eine Erklärung verlesen lassen. ! folgung willen als ein Bestandteil der Menschlichkeit, des Wahrheitsstrebens zu erfühlen ist, die zusammen mit modernem Erlösungsstreben blutig niedergetrampelt werden. Julius G e l l n e r hat allem, was Grillparzer zeitlos und zeitgemäh zu sagen hat, eine fast restlos geglückte Form gegeben: Reinheit des Sprachlichen, Wirkung des Gesinimngsadels, ergreifende mensch- liche^ Wärme; und dennoch auch dem Lustspiel die Leichtigkeit des Tons, die Liebenswürdigkeit der Farbe, Eine ausgezeichnet«, vom Publikum empfundene und zugleich stürmisch belachte Aufführung kam so zustande, der ein Ehrenplatz einzuräumen ist (und der wir als Arbeiter v o rsteklung wiederzubegegnen hoffen). Gellner hat, wohl ein wenig entgegen dem Konzept des da sanft und gütig lächelnden, gewih aber nicht übermütigen Herrn Grillparzer insbesondere die„urgermanischen" Szenen ein wenig ins Possenhafte hinüberspielen lassen; aber wir sind ihm darob nicht gram; denn abgesehen davon, datz diese nachschaffende künstlerische Absicht glänzend geführt wurde, wirkt es befreiend, das Barbarische wenigstens durch die Bühne vom Fluch der Lächerlichkeit getötet zu s(hen. Die ernste Parallele zum blutigen Ernst unserer Tage blieb übrigens an mancher Stelle noch immer , stark genug. Und so danken wir denn just Grill- .", wo wir doch solches : durch zeitgenössische dramatische Kunst fast gar nicht vorgesetzt erhalten. Ein paar vortreffliche schauspielerische Leistungen sind zu verzeichnen. Herr Schmerzenreich beherrscht den Küchenjungen Leon in fliehender Sprache, in der der Vers naturhaft klingt, und in lebhafte Bewegung famos; er überzeugt durch die rechte Mischung von Kindlichkeit, Jungenhaftigkeit und Männlichkeit völlig, bringt die beste Laune mit und Weitz auch das Lyrische sehr schön zu gestalten. ^Neben ihm ragt vor allem der Willy Volkers Kattwald auf. eine grandios« Leistung, um derentwillen allein diese Aufführung sehenswert wäre; wie sich da„Blut und Boden" aufrecken, nicht ungefährlich und dennoch sich selbst karikierend, wie sich da Urlaute kvslösen, tierisch und dennoch mensch- j sicher als manches, was ein Jahrtausend später die ! Welt in Bann schlägt, wie da einzelne spielerische Feinheiten dem Ganzen dienen, das alles ist ein urkomödiantisches Bravourstück, zwerchfellerschüt- I ternd und wohl unvergetzlich. ErnaTerrel gibt jder jungen Edritta frauliche Weiche, aber auch spitz- ! bübische Ausgelassenheit, B a l k dem Bischof milde 1 Weisheit, Güte und glaubhafte Salbung durch Eindeutigkeit der Erscheinung und Haltung und durch I Meisterung goldklingender Sprache. Fehl gesehen scheint mir der Malus zu sein, tvie Herr Szü- jrovyihn darstellt; nicht«in Dümmling und lächerlicher Schwächling soll dieses Ritterlein sein, son- I dern ein Unsicherer, der noch nicht zu sich selber köpf, kein durch den Schwung des Herzens und der Red« Mitreissender, sondern ein umständlicher Erzähler und Debatter. Und Lida C h v ä l o v ä. ein junges Talent, entfaltete fich, nur sehr allmählich, dann allerdings aber durchaus überzeugend zu einer Luise, wie die deutsche Bühne sie uns zu geben pflegt. Jarmila Kronbaueroväift eine hoheitsvolle Lady Milford, die trotz mancher äusserlicher und nicht gerade„moderner" Spielnuancierung doch auch zu packen versteht. Ladislav Pe sek ist ein ausgezeichneter Kalb. Unbefriedigt liess der Wurm des Herrn Pivec; falsch gesehen der Kammerdiener(Prücha), so dass die berühmte Szene, die mit„Freiwilligen" und Menschenraub auch aktuell erschütternd anklingt, nicht volle Wirkung erzielt«. Der Wiedergabe täten ein paar kräftige Striche in den Dialogen der letzten Me not. Dagegen dürfte man dem Ferdinand vom Finale des ersten Bildes nicht gerade nur einen einzigen Satz laffen. Die Aufführung fand Manischen Beifall. L. G. Unschätzbare Autographenfunde in französisch«« Schlössern. Rach einer Pariser Meldung hat der Kunsthistoriker Georges Andrieux bei seinen Nach- ! forschungen in mehreren französischen Schlössern eine Anzahl von Manuskripten und Autographen gefunden, deren Wert als nahezu unschätzbar bezeichnet wird. Unter den Manuskripten befinden sich solche von Goethe und Beethoven, unter den eigenhändigen Briefen solche von Madame de Stasi, von dem Finanzminister Recker sowie vor allem von Marie Antoinette, darunter ein sehr interessantes Handschreiben an ihren Bruder, den Kaiser von Oesterreich. Einzelne der Texte sollen in Kürze veröffentlicht werden. Spielplan des Deutschen Theaters. Freitag 148: Pariser Leben, D.— Samstag halb 8: Cavalleria rusticana. Der Bajazzo. CI.— Sonntag halb 3: Das Dorf ohne Männer. Arbeiterbor st e l l u n g, halb 8: Die Fledermaus, volkstümliche Vorstellung, Abonnement aufgehoben. Spielplan der Kleinen Bühne. Freitag 8: Pygmalion, vollst. Vorstellung— Samstag, halb 8: Nachtasyl, neuinszeniert.— Sonntag 3: Nina. 8 Uhr: Die Reise. Arbeiter- Vorstellung „Das Dorf ohne Männer“ ein Lustspiel, welches dieser Tage mit grossem Erfolg uraufgeführt wurde, am Sonntag, den 10. Oktober, um halb 3 Ubr nachmittags im Neuen Deutschen Theater. Karten täglich bei Optiker Deutsch, Koruna. Dvrträgr Goethe und das technische Zeitalter Vertrag Prof. Muckttmänn Mittwoch sprach in der Urania Professor Friedrich Muckermann, einer der bedeutendsten Köpfe des zeitgenössischen Katholizismus, Mitglied des Jesuitenordens und als geistig und moralisch hochstehender Deutscher derzeit selbstverständlich im Exil lebend, über ein Thema, das den Goethefor- scher wie den Zeitkritiker und Prediger gleichermassen interessieren musste und für das er in formvollendetem freien Vortrag auch sein Publikum nicht nur zu intereffieren, sondern geradezu in Spannung zu setzen verstand. Muckermann ging nicht auf die Einzelheiten in Goethes Beziehungen zur Technik ein: ein Kenner Goethes, der aus dem Vollen schöpft, wenn er zitiert und sich auf dies und jenes biographische Detail beruft, hat es nicht nötig, sein Thema am Faden der äusseren Tatsachen abzuhaspeln. Goethes Persönlichkeit erstand in einem grossartig gezeichneten Porträt vor den Hörern, und die Gegenüberstellung des grossen, im Rhythmus der Natur lebenden Genies und eines Zeitalters, das sich von der Natur entfernt, ergab sich wie von selbst. Goethe kannte, meint Pater Muckermann, nur ein System, das der Natur, des organischen Wachsens, Seins und Werdens. Er stand auf dem festen Fundament der. inneren Naturverbundenheit. Seine Sprache, sein religiöses, sein moralisches Sein wurzeln in dem Erleben der Schöpfung. Er sah zwar die zerstörenden Kräfte der nicht mehr vom Menschen gebändigten Technik, der Anarchie, der Willkür heranstürmen. aber er hatte keine Angst, er glaubte an die gesunden Gegenkräfte und wusste, datz die Menschen am Ende zurückfinden würden zur Natur. Mit klugen und vornehmen Worten wandt« fich Muckermann gegen eine engherzige Auffassung der Persönlichkeit Goethes, gegen die allzu vorsichtige Abgrenzung von dem„Heiden" Goethe, gegen bigotte Sittenrichter auch des katholischen Lagers. Für den Christus und Jesuiten Muckermann ist das Genie ein Geschenk Gottes und in Goethes ethischen und philosophischen Grundgedanken glaubt er das Weltbild Thomas von Aquins wiederzuerkennen. Es hätte sich nur einer finden müssen, der Goethe auf deutsch gesagt hätte, was Thomas lateinisch geschrieben hatte, und Goethe wäre sich seines Cri- stentums, seines katholischen Christentums bewusst geworden. Es ist hier nicht der Raum und nicht unsere Aufgabe, zu untersuchen, ob diese Auslegung beweisbar und stichhältig ist. Wesentlich pmr an Muckermanns Goethe-Deutung doch, dass er einer Zeit, die sich von Goethes Idealen wie von denen des Christentums, von jeder Humanität, der antik- heidnischen wie der katholisch-mittelalterlichen, so weit entfernt hat, den Spiegel und das grosse Beispiel eines Mannes vorhiell, der noch um die wahren Ideale Bescheid wusste. In geistvollen Apercus und Paranthesen charakterisiert« Muckermann die deutsche Entartung von heute, sie mit einem Wort, oft mit«inem Tonfall, für jedes geistige Forum verbindlich, in den Bereich des Barbarischen weisend. Mit dem Bekenntnis zu dem Ideal des EpimetheuS, des natur- Walter Kolarz: Das Regime Blum Organisationen erhalten Rabatt. Zu beziehen durch die Zentralstelle für daS Bildungswesen, Prag XII., Slrzskä 13 oder durch die Kolporteur» Die„Basler Nationalzeitung" schlecht:„Das Wertvollste an Kolarz' Schrift ist ührigens nicht ihre politische Haltung, sondern die Tatsache, dass sie ein lebendiges und eindrückliches Bild der Männer gibt, die Blums Werk getragen haben und grossenteils noch heute tragen; diese kleinen Porträts der französischen VollSfront-Politiker, so west sie auf die Gestaltung der Blum'schen Reformen, einen wesentlichen Einfluss hatten, find überaus instrukttv, und wer fich unter den vielen neuen Namen der Vollsfronttegierung auskennen möchte, greife zu dem kleinen und leicht lesbaren Büchlein.“ verbundenen und darum auch eigenllich kulturtragenden im Brüderpaar der„Pandora"-Dichtung schloss der Borttag. der jedem Hörer, von welchem geistigen Standort immer er Goethe und dem Vortragenden nahen mochte, wenn er nur zur Welt Goethes zu streben sich bemüht, einen vollendeten Genuss bereiten konnte., E. F. Warum Demokratie? Der Vortrag, den Walter Tschuppik be: den Deutschen Jungdemokraten Prags am Mittwoch im Dachgartensaale des Deutschen Hauses hielt, ging von der Frage aus, warum auch die Diktaturen unserer Zeit(und mit ihnen die Henlein-Partei) sich gern darauf berufen,„Demokratten" zu sein: weil fie selbst einen Despottsmus, der nicht die Zustimmung der Massen hat, als eine überlebte Regierungsform empfinden müssen. Wer die Berufung der Diktatoren auf ihre angebliche Demokratte stellt die Frage nach dem wahren Wesen der Demokratte: und das ist nicht die blosse„Mehrheits"-Herrschaft. Denn die Demokratte ist nach ihrer Entwicklung und ihrem Wesen' die politische Form der Befreiung Unterdrückter. des StSdbens nach Recht und Frieden und kultureller Würde. Auf chrer Seite stehen alle Monumente menschlichen Geistes, die der Faschismus ableugnet oder stürzen will. Und ebenso' wie die Demokratie hat auch der wahre Sozialismus seine Wurzeln im humanistischen Geiste und. wie Saint-Simon zeigt, im Christentum. Gerade der falsche Sozialismus ist Bestandteil des.Nationalsozialismus", der angeblich schärfster Feind d«S Bolschewismus ist, und gerade der Materialismus, de» der Nazismus überwunden zu Haden behauptet, führte ihn zu dem Glauben, sich mit wirtschaftlichen Experimenten, gestützt auf den Kapitalismus, halte» zu können. Es zeige fich schon heute, dass die Demokratte zur Lösung auch der prakttschen Gegenwartsprobleme geeigneter sei als die Diktatur, und selbst scharfe Kritiker der Demokratie in ihrer jetzigen Gestalt müssen zugeben, dass fie unter bestimmten tädf scheu, sozialen oder religiösen Voraussetzungen di« ideale Staatsform ist.— Der Redner ging am Eiche auf die besonderen Aufgaben der deutschen Demokraten unseres Landes ein. Den Henüin-Leuten, di« daS Werk der nattonalen Versöhnung durch Zu« tteiberdienste für eine über die Grenzen greifende Totalität gefährden, müssten fie den Borwurf des Volks- und Heimatverrats zurückgeben. Immer wieder müssten fie darauf Hinweisen, datz die Deutschen unter faschistischen oder halbfaschifttschen Regierungen(wie Südttrol und Polen) völlig rechtlos werden, immer wieder betonen, datz es entweder ei« europäisches Deutschtum oderMevhaupt keines gebe. Frauenorganisation Prag Freitag, den 8. Oktober, 7 Uhr abends, gemeinsame Besichtigung der Ausstellung:„Alto Kunst in der Slowakei". Treffpunkt: Bor dem Eingang zum Wladislaw-Saal, 3. Burghof,%7 Uhr. Eintritt 3 Kd. V/erünsnadinchtin RW Prag. Donnerstag, den 14. Oktober, findet im Parteiheim eine Mitgliederversammlung statt. Anfang 20 Uhr. Pflichtabend; ▲ Tanzstunden. Das Kuratorium zur Erhaltung des Sommer-Turnplatzes aus der Hetzinsel veranstaltet, wie. alle Jahre, im DTJ-Atus-Heim schon diesen Sonntag, den 10. Ok- PRAG tober, um 6 Uhr abends wiederum die so beliebt gewordenen Tanzstunden. Einschreibgebühr für DTJ- und Atus- Mitglieder und alle angeschlossenen Bruderorganisationen 20 KC, ab 8 Uhr verlängerte Tanzstunde 3 KC. Wir bitten um recht zahlreiche Beteiligung.—> ♦ Richtigstellung. In dem neu erschienenen„Mitteilungsblatt" ist die Generalversammlung des Atus für den 29. Oktober äilgekündigt. Wir geben hiemst bekannt, datz die ordentliche Generalversammlung des Atus am 5. November im Kleinen Saale des Handwerkerheimes um 8 Uhr abends stattfindet. Wir bitten um gefällige Vormerkung. Ortsgruppe Prag. Samstag, 9. Oktober, Zusammentreffen%3 Uhr nachmittags Smichover Bahnhof. Fahrt nach Revnice, Wanderung zur Hütte; Sonntag:. Wanderung Besednä-Piko- vice, Preis 8 KL, führt Stelzig. J Urania-Kino, Klimentskä 4. Fernsprecher 61623. Topprlproqramm: ««Der Liebeshafen** ««Berlin** Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins HauS oder bei Bezug durch die Poft monatlich KL 16.—. vierteljährlich KC 48.—, halbjährig KC 96.— ganzjährig K 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlatz. Rückstellung on Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Tele- graphendirektion mit Erlass Nr. 13.800/VII/1Ü30 bewilligt.(Kontrollvostamt Praha 25.— Druckerei: jDrbiä". Druck-, Verlags- und Zeitunas-A.«G. Vraa.