Sozial- emolrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratische» Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erfcheiut mit Auouahme de» Moutag tNgltch früh/ Stuzelprei» 70-ekler Redaktion und Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 83077- Herausgeber: Siegfried Taub- Drrantwortlicher Redakteur: Karl Krrn, Prag 17, Jahr«-»« Mittwoch, 13. Oktober 1937 Aus dem Inhalt: Nach Deutschland gelockt Der Stammesführer in London Zwei neue Verhaftungen in der Rutha-Affäre Budgetdebatte in der böhmischen Landesvertretung Nr. 241 Neue Steuern und Kredite Die Bedeckung des erhöhten Budgets für 1938 Lebenshaltungskosten sollen nicht tangiert werden j»rag. Am Dienstag hielt der parlamentarische Sparausschuß eine Sitzung ab, die sich mit der Bedeckung des Staatsvoranschlages für 1838 befaßte. Bei dieser Gelegenheit gaben der Gouverneur der Rationalbanl Dr. E n g l i i und Finanzminister Dr. Kalfus zum erstenmal konkrete Erklärungen über die Art der Bedeckung der erhöhten Staatsausgaben ab, die-um Teil durch— zeitlich befristete— Erhöhung der Steuern, zum Teil im Krrditwege erfolgen soll. Tas offizielle Kommuniquee berichtet über diese wichtigen Kundgebung«, die wohl auch auf die Börse beruhigend eiuwirken soll«, die am DimStag wieder em« ihrer„schwarz« Tage" erlebt hat, folgendes: Der Gouverneur der Nationalbank Dr. E n g l i siegte das gegebene Finanzproblem vom Gesichtspunkt der Volkswirtschaft und des Geldmarktes dar. Da für den Staatsbedarf ein l a n g» friftigerAuslandskredit schwer- lichzuerwarten steht, müssen wir den Bedarf der Stüstungen und der Investitionen selbst decken. Den entsprechenden Teil der nationalen Produktion und des Ertrages der nationalen Arbeit mutz die Nation bei ihrem übrigen Verbrauch entweder zwangsweise durch eine Steuer oder fteiwillig durch einen Kredit an den Staat einsparen. Dis zur Höhe des Budgetgleichgrwichtes müsse« wr regelmäßig« Ausgaben im Steuer- wege,»er Rest durch Kredit gedeckt werb«. < Durch Ordnung in den Finanzen wird der k S* L e di** r l e i ch t e r t werden, insbesondere, wenn der Kredit durch«in« Amor- t i s a t i o n s k a s s e gesichert sein wird. Die Steuern allerdings dürfen nicht die Produktionsfähigkeit und die Unternehmungslust herabsetzen Alles hängt einerseits von der Schaffung neuer Kapitalien, andererseits davon ab, daß sie möglichst für die LebenSmteressen des Staates erhalten bleiben und nicht für minderwichtige Aufgaben verzettelt werden. Währungssicherheit ist für den Sparer die Hauptsache, ferner ist es wichtig, datz feineZinsen nicht weiter gekürzt werden und datz die Sparsamkeit(auch der öffentlichen Verbände) möglichst angeregt werde. Die Bedingungen des Geldmarktes beffem sich durch Zufluß von Devisen und durch Mobilisierung von Förderungen,im. Ausland. Bei einer ordentlichen Wirtschaftsgebarung werd« wir imstande sein, den Mehraufwand zu ertrag«, doch muß rasch gehandelt werd«. An die Ausführungen des Gouverneurs Dr. EngliS knüpft« Finanzminister Dr. Kal« f u S an, her in. seinem Bericht über di« Deckungsvorschläge den Beschlich der Regierung betonte, datz daS Budget alle ordentlichen und autzer- ordentlichen AuSgcchen beinhalten solle und datz der Fehlbetrag des ordentlichen Budgets tatsächlich ausgeglichen werden müsse. Die- ist sowohl vom Gesichtspunkt der Grundsätze der ordnungS- mätzigen Wirtschaft, als auch insbesondere im Hinblick auf die Aufgaben der Staats» v e r t« i d i g u n g notwendig, die unser noch harren. Die Grundsätze, nach d«« sich die Regierung»ei ihrem Deckung-Vorschlag zu richt« ge- d«kt, nehm« in erster Reihe darauf Bedacht, daß das Preisniveau und das Niveau der LebenshaltungSkosten nichttangiert werde, da dazu keine Gründe Vorhand« sind. Ebenso kann nicht zugelassen werden, daß die bisherige günstige Entwicklung der Wirtschaft durch Untergrabung der Produktivität gestört werde. . Hiebei müsse betont werden, daS sowohl die Regierung als auch der Sparausschutz westerhin daran arbeiten werden, datz in der Staatsverwaltung die Grundsätze der Sparsamkeit beobachtet und in dieser Richtung die Staatsausgaben in den künftigen Jahren beschränkt werd«. Mit Rücksicht darauf werd« di« neu« Le- drckungsvorschlige zeitlich limitiert werd«. Hierauf erstattet« der Finanzminister«un eingehenden Bericht über die einzelnen Bedek- kungSvorschläge, über welche inzwischen die allgemeine Debatte abgeführt wurde. Diese klang in dem Sinne aus, datz sowohl die Regierung als auch der Sparausschutz und der Gouve««r der Natiynalbank der gleichen Ansicht find, datz der Fehlbetrag des Staatsbudgets durch ordentliche Mittel gedeckt werden mutz, und zwar gleichzeitig mit der Genehmi- gungdesBudgetSinderRation al« Vers am m l u n g. Die Sitzung des SparauSschuffes hat, wie daS Kommunique weiter sagt, auch bei der Behandlung der Einnahmenseit« des Budgets neuer« DaS Ergebnis»er Aussprache Ed«-Eorbin soll«ach Information« an zuständiger Stelle eine Einigung über dir baldige(voraussichtlich noch in dieser Woche) vorzunehmende Einberufung des Richtinterventionskomitees sei«, da» sich innerhalb einer bestimutt« Frist mit der Lösung der schwebenden Probleme zu befass« hab« wird. Für dm Fall, daß das Komitee nicht zu einer Einigung gelangt, wird in erster Linie das Prinzip der Zulassung des Transitverkehres über die ftanzöfisch-spanjsche Grenze in Erwägung gezogen. DaS würde bedeuten, daß weder Frankreich noch England vorerst die be- Dapan spielt mit den Briten... Wieder Dlplomaten-Autos beschossen London.(Eigenbericht.) Drei Antos der brüischen Botschaft in China find Dienstag auf der Fahrt bei Minschon, südlich von Schanghai, von japanisch« Fliegern«ft Maschinengewehr« beschossen worden, obwohl ans den Dächern der Wagen der Union Jack dentlich sichtbar ansgemalt war. Auch war die Fahrt den japanisch« Behörd« gemeldet, worden. I« den Autos saßen Beamte der Botschaft nnd ei« russischer Diplomat, den die Brft« mitgenommen hatten, weil er mft seinem Wag« unterwegs eis« Unfall erlitt« hatte. Die Insassen der Autos floh« uud so wurde niemand verletzt, obwohl das eine Auto gttrosf« wurde. I» London herrscht große Erregung, weil es sich bereftS»m d« z w e i t e« F«l I einejapanisch« Lnstangriffes ans britische diplo- matische Wag« handelt. Ma« erwattet, daß einscharfe diplomatische Protestaktion einsetze« wird. lich gezeigt, daß im SparauSschuffe völlig Einmütigkeit herrscht, di« die Gewähr eines günstigen Ergebnisses in Situationen ist, in denen das Interesse des Staates all« anderen Interessen voransteht. Parlament erat Ende Oktober Am Dienstag fand im Abgeordnetenhaus eine Klubobmännerkonferenz der koalierten Parteien statt, die sich mit den DiSposftionen für die bevorstehende Herbstseffion befaßte. Die Meldungen, daß daS Parlament bereits am 2V. oder 21. d. M. zusammentreten werde, sind verfrüht. Wie eS heißt, dürsten die Kamme«— schon mit Rücksicht auf die noch nicht abgeschlossen« Adaptie» rungsarbeiten in Heiden Häufe«— erst in der letzten Oktoberwoche zusammentteten. Ein genauer Termin konnte noch nicht festgesetzt werden, da erst noch eine Fühlungnahme mit dem Ministerpräsidenten und dem Vorsitzenden des Senats erfolgen mutz. DaS gemeinsame Subkomitee für die Beratung des neuen Bürgerlichen Gesetzbuches gelangte am Dienstag bis zum Paragraphen 222. stehenden WaffenauSfuhrverbote aufzuheben be- atfichtis«, hingegen gewillt sind, die Durchfuhr von Sendungen auS ander« Lände« zu gestatt«. DaS Balearen-Problem wird weiter disku- tiert. In Pari- wird erklärt, die französische Regie«ng könne natürlicherweise nicht zulassen, daß die Balrar« ständig von einer fremd« Macht besetzt gehakt« werden. Die Durchberatung dieser Angelegenheit falle jedoch n i ch t in die Kompetenz des Londoner RichtintrrvrnttonS- ausschuffes. Ein zweites Guernica London.(Eigenbericht.) DaS Dorf Can- gas de OniS bei Oviedo ist durch Bombenangriffe der Rcbrllenflieger bis auf de« Grund zerstört Word«. Die Vernichtung des Ottes»nd die Abschlachtnng seiner Einwohner kann in ihrer barbarisch« Gründlichkeit«ft der Zer- störnng von Guernica verglich« werd«. Anch Gijon wurde bombardiett. Ei« englisches Spital in der Nähe der Nord front würde ebenfalls durch Bombe« zerstört. Die Krank« konnten allerdings gerettet werd«, da eine Warnung ergangen war. Madrid unter Artlllerlefeuer Madrid. Die Batterien der Aufftändisch« beschoss« am Montag zwisch« 21«nd 23 Uhr Madrid. Eine Halde Stunde lang fielen zahlreiche Granaten in den Straßen der Stadt nieder; fast sämtliche Stadwiettrl wurden in Mit- leidenfchaft gezogen. Die republikanisch« Bat- letten antworteten sofort; das Artillerieduell hielt durch fast eine ganze Stunde an.' Bis Dienstag früh kmnte die genaue Zahl »er Opfer nicht frstgrstellt werd«, doch übersteigt sie sicher einige hundertTote. Die Straß« Madrids sind wieder mft Trümmem und d« Rui«« der ein gestürzt« Häufgr bedeckt, wie dres in den tragisch« Monat« November«nd Dezember de- Borjahres während des schwer« Luftbomdard«m«ts mehrmals der Fall war. Wie lange noch? Italienischs Provokationen und britische Geduld Wie lange noch? Diese Frage Haben sich in den letzten Stunden wohl Millionen Menschen vorgelegt, für die das neuerliche Zöge« der btt« tischen und mit ihr der französischen Politik gegenüber der italienischen Provokation ein nicht mehr zu lösendes Rätsel darstellt. Es jährt sich nun bald der Tag.^rn dem zuerst geschlossene ita- lienische Formationen in Spanien auftauchten und das Komüdienspiel einer.Nichtintervenlion" begann, die eine völlig einseitige Neutralität der Westmächte, ein dauernd an Umfang und Intensität zunehmendes Engagement Italiens bedeutete. Mit unendlicher Geduld, mft übergroßer Vorsicht, gewiß auch in berechtigter Sorge um die letzten Möglichkeiten einer friedlichen Lösung hab« sich die Kabinette von Patts und London blind und taub gestellt, die Herausforderungen eingesteckt und der Schmälerung ihrer Interessen tatenlos zugesehen. Das Zöge« Englands hatte zur Folge, datz auch Japan die Gelegenheit benützte, sich auf den schwächeren Nachbam zu stürzen uno seinen Dynamismus in Asien auszutobm. Nun schien eS, insbesondere nach der Rede des Präsidenten Roosevelt, als wolle England dem Spiel ein Ende sehen. Trug auch die Note an Italien nicht den Charäkter eines Ultimatums, so ließ man doch durchblicken, datz ihre Ablehnung mit einer eindeutigen Maßnahme beantwortet werden müsse. Italien hat abgelehnt und die Westmächte beraten, ohne zu einem Entschluß zu gelang«. Nun wäre er gewiß verfehlt, wenn man der Londoner und Pariser Regierung von Mittel» europa aus gut« Ratschläge erteilen, sie»schatt- machen", sie ob ihrer Geduld oder Mutfosigkeit schmäh« wollte. Die Politft Frankreichs" und Englands wird ja weder von Dummköpfen noch von Feiglingen gemacht. Die Männer, die das Empire regieren und die im Pattser Conseil versammelt sind, haben politische Srfah«ng, sie verfügen über ein« gewaltigen und guten Infor« mationsapparat» sie sind Männer von sicherem Urteil und, wie viele von ihnen oft bewiesen haben, von Mut. und«Higer Entschlossenheit, wenn es drauf ankommt. Sie haben für daS, Waste tun, ihr« Gründe. Das schließt freilich nicht aus, datz dies« Gründe nicht unbedingt stichhaltig, datz die Berechnungen der Downing street und Quai d'Orsay nicht richtig sein mögen. England sucht seit 1936 die Entscheidung so lange als möglich hinauSzuschieb«, um sein« Aufrüstung abschlietzen und die zweifelsfreie militärische Ueberlegenheit über alle denkbaren Gegner Herstellen zu können. ES läge im Interesse Englands und damit aller Länder, die an Englands Macht interessiert sind, datz die Entscheidung tatsächlich nicht vor 1939 siele. Denn dann wird Englands« statt sein, datz eS wie man in letzter Zeit immer wieder sagte»den Frieden diktieren" kann. Aber daS Weitz Mussolini auch. Da«m sucht er die Ent- scheidung jetzt zu erzwing« oder mindestens soviel an Faustpfändern einzubringen, als er irgend erraffen kann. Im Oktobtthest des»Kampf" findet sich eine mit gutem Zahlenmaterial arbeitende Untersuchung über die Verschiebung der mariti- men Kräfteverhältnisse von 1935 bis 1937. ES ergibt sich daraus die übettaschende Tatsache, datz in dem gigantischen Wettrüst« trotz aller englischen Anstrengungen derBorsprungJta- lienS und Deutschlands vorläufig nicht eingeholt ist. Der Verfasser meint, datz sich frühesten- 1938 das Gewicht.nach der anderen Seite verschieben wird. Vorläufig ist Italien im Mittelmeer so statt, datz eS zwar England nicht schlagen, aber eS so schwächen kann, datz England zu schwach würde, um seine Stellung in der Wett gegen andere Gegner, vor allem gegm Japan, gegen Deutschland und— Utiter Umständen kann auch das wieder aktuell werden— gegen Rußland zu behaupten. DaS Zöge« Englands im Jahre 1935 hat sich gerächt. Es wäre damals wesentlich leichter gewesen als heute, Italien zu schlag«. Aber eS fragt. sich, ob eS heute nicht Nüger ist. bis 1939 zu warten. Einmal mutz Jtali« der Atem auSgehen. Rechnet man nur mit Panzerplatten« SchiffStoNnagen, Geschützen, Flugzeugen, Maschinengewehr«, Kampfwagen und Granaten, s» stimmt die britische Rechnung. Aber in der Ge« I schichte entscheiden nicht nur die Waffen. Die I Waffen werden von Menschen geführt und«A Italiens Wunsch wird erfüllt? Wieder„NIchtelnmlschungsausschuB“ statt klarer Lösung London.(Eigenbericht.) Nach längeren Verhandlungen»wisch« Paris und London scheint man zu den, Entschluß gelangt zu sein, ein«„letzt« Versuch" der Verständigung mit Jtali« zu machen. Patts leistet kein««eiter« Widerstand gegen die Beteiligung Deutschlands an d« Verhandlung«. Wahrscheinlich wir» als»»er iiali«isch« Forderung gemäß der R i ch t- lnterventionSausschuß einberufrn und mit»er Frage der sogenannt«„Freiwilligen" befaßt werden. ES httßt,»aß man lediglich darauf dringen werd«, für die Abberufung der itali«isch« Trupp«, bzw. für die Einigung darüber, einen bestimmt« Termin fest- »«setzen, und daß man versuch««erde, jede Sabotage eines z« erzielend« Beschlusses zu verhindern. Entzieht sich Jtali« auch diesen Wünschen der Westmächte«nd verhindert es auch im Londoner Ausschuß eine Einigung, so müßt« allerdings schüttere Bbwehrmaßnahm« ergriffen«erden. Im Zusammenhang mit d« Verhandlung« wird dem Besuch deS französischen Botschafters in Berlin FranxoiS Ponret in Paris große Bedeutung beigelrgt. Eden hat««erlich mft Chamberlain, dieser mft dem französischen Botschafter Corbin verhandelt. Seite 2. Mittwoch, 13. Oktober 1937 Nr. 241 I fragt sich, ob die Menschen Englands, Frankreichs, Spaniens und der kleineren demokratischen Länder den langen Atem haben, bis 1939 durchzuhalten. Jeder Erfolg Mussolinis ist eine moralische Schlappe der Demokratie, eine Schwächung der demokratischen Idee. Jedes Zu- rückweichen der Westmächte mindert ihr Ansehen, hebt zugleich das Selbstbewußtsein und den Mut der faschistischen Machthaber und ihrer Gefolgschaften. Schon hat Mussolini das Wort von dem „faschistischen Europa von morgen" gesprochen, schon beginnen sich da und dort defaitistische Strömungen zu zeigen, die von dem Zweifel der Massen an der Lebenskraft und Entschlossenheit der demokratischen Mächte genährt werden. Wenn England und Frankreich nicht bald handeln, werden sie an moralischer Macht mehr verlieren, als I sie an materieller gewinnen können. Gewiß kann die Oeffnung der Pyrenäengrenze zu einem furchtbaren krästeverzehrenden Ringen zwischen Frankreich und Italien führen, ohne daß dabei eine Entscheidung fällt. Aber eine klare und entschiedene Sprache, der ebenso entschiedene Taten folgen, würde die Kräfte der Demokratie heute vervielfachen und die Welt von San Francisco bis Moskau und von London bis Sydney in Bewegung sehen gegen die Weltgefahr, die von den „zehn Prozent Unruhestiftern" ausgeht. Läßt man diese gewähren, gibt man sich täglich neue Blößen, so werden aus den zehn Prozent zwanzig und mehr werden und am Ende wird der unausweichliche Kampf trotz aller materiellen Rüstungen schwerer sein als er heute wäre. verwenden. Sa kann bas Land die seit 1930 verdoppelten Ausgaben für die öffentlichen Krankenhäuser, die nicht weniger als 80 Millionen betragen, bestreiten und ebenso kann es seinen Beitrag für die Sprengelbürgerschulen leisten, deren Einrichtung ein bedeutsamer kultureller Fortschritt ist. Es zeigt sich neuerlich darin, was die Selbswerwaltung an kultureller und sozialer, an schöpferischer Arbeit für Staat und Boll leistet. Gemeinden und Bezirke Das Land Böhmen kann auch mit Befriedigung auf das. zurückblicken, was es zur Sanie« rung der Bezirks- und Gemeindefinanzen geleistet hat. Es ist eine der erfreulichsten Feststellungen, welche die Freunde der Selbswerwaltung machen können, daß das jahrelange Abgleiten der Einnahmen zum Stillstand gekommen und einem mäßigen Ansteigen Platz gemacht hat. Ob freilich die letzten Maßnahmen auf diesem Gebiete eine endgültige Lösung der Fragen der Selbstverwaltungsfinanzen gebracht haben» ist noch sehr die Frage. Selbstverwaltung und national Finge Der Selbstverwaltung sind in den letzten Jahren eine ganze Menge neuer Aufgabeo Wertragen worden, ohne daß der Staat immer auch für die Bedeckung der neuentstandenen Ausgaben gesorgt hätte. Das darf in Zukunst nicht mehr Vorkommen» sollen wir eine lebensfähige Selbstverwaltung haben. Insbesondere die Gemeindeverwaltung ist für die Bevölkerung eine Schule des Lebens, eine Schule der Politik, in der man lernt die Tatsachen zu erkennen und Verantwortung zu üben. In der Selbswerwaltuna müssen wir zeigen, daß die Demokratie die Probleme zu lösen versteht, welche die Zeit ihr stellt. Dazu gehören auch jene Fragen, die sich aus dem Zusammenleben der beiden Nationen des Landes ergeben. Die Vereinbarungen des 18. Feber werden ein vielversprechender Anfang sein, wenn ihnen im gesamten öffentlichen Leben Rechnung getragen wird. DaS muß auch im Landesdienst, insbesondere in den Landesanstalten, geschehen, in denen die Deutschen noch ganz unzulänglich vertreten sind. Die demokratische Bereinigung de» deutschtschechischen Problems bildet einen wertvollen Beitrag der Tschechoslowakei zur Erhaltung deS Friedens in Mitteleuropa und damit zum Weltfrieden. Wenn wir den Weg des 18. Feber weitergehen, dienen wir unseren Völkern, dem Staat, Europa, der Zivilisation und der Humanität. Vereidigung des Gouverneurs Hrabar Der Präsident der Republik empfing am Dienstag den Gouverneur von Karpathorußland Konstantin Hrabar, der in Anwesenheit des Kanzlers Dr. Sämal und des Referenten für Karpathorußland ObersektionSrat Dr. I. I. P a r k ä n y i in die Hände des Präsidenten das vorgeschriebene Gelöbnis ablegte. Hierauf hatte der Präsident mit dem Gouverneur Hrabar eine längere Unterredung über die mit dem Inkrafttreten deS neuen Gesetzes über die Autonomie KarpathorutzlandS zusammenhängenden Fragen. Die böhmische Santafoertretang begann Dienstag mit der Generaldebatte Wer den Landesvoranschlag. Als erster Redner von deutscher Seite sprach dazu Dr. Strauß. Nach den jetzigen Dispositionen wird die Landesvertretung den Voranschlag zu Ende der kommenden Woche erledigt haben. Stojadlnovlt in Paris Freundschaftspakt verlängert Paris. Der jugoslawische Ministerpräsident Dr. DtojadiaoviL ist Dienstag in Paris eingetroffen, um daS Dekret detrestend die Verlängerung des französisch- jugoslawischen Freundschaftspaktes um weitere fünf Jahre zu unterzeichnen. Die Unterzeichnung fand mittags ohne besondere Zeremonien am Ouai d' Orsay statt. Für Frankreich unterschrreb Außenminister D e l b o s. Rach einem Mittagessen beim Mi- nisterpräsidcnten ChauttmpS hatten Dr. Stoja- dinoviö und Delbos eine längere Unterredung, wobei sämtliche aktuelle Fragen besprochen wur- den, namentlich da- Verhältnis JugoflawienS und der ganzen Kleinen Entente zur politischen Regelung im Donaubecken. Deutsche Garantie* Erklärung für Belgien London.(Eigenbericht.) Der belgische Außenminister Spaak wird in den nächsten Tagen den AußenauSschüffen von Kammer und Senat von einer deutschen Erklärung Mitteilung machen, die eine Ergänzung zu der Neuregelung der internationalen Stellung Belgiens nach Lösung des Locarnovertrages darstellt. Deutschland wird Belgiens Jntegrttät garantiere», allerdings Borbehalte für de» Fall machen, daß Belgien sich an einer bewaffneten Attion gegen Deutschland oder an einer BölkerbundS- a k t i o n beteiligt. Um eine« zweiseitigen Patt handelt es sich hier nicht, vielmehr um eine einseitige deutsche Erklärung. Brüssel. Der Text der deutschen Erklärung Wer die ttrritoriale Unantastbarkeit Belgiens Wird Mittwoch mittags gleichzeittg in Berlin und Brüssel veröffentlicht werden. Amerikanischer Generalkonsul In Beirut ermordet Beirut. Der Generalkonsul der Bereinigte» Staate» Marriner wurde Dienstag früh in Beirut durch drei Revolverschüffe ermordet. Der Mörder ist ein LSjähriger aus Amerika zugereister Armenier, der sich Megerditsch Karajan nennt. Er konnte auf der Flucht verhaftet werden. Der Generalkonsul wurde in dem Augenblick ermordet, als er ei» vor dem Konsulat stehendes Auw verließ. Der Täter gab beim Verhör an, er habe den Mord deshalb begangen, weil er der Ansicht war, daß der Generalwnsul sein Gesuch um AuSfolgung eines Visums abgelehnt habe. kieue Vorstöße der Japaner Schanghai. Eine neue japanische Offensive steht bevor. Japanische Flugzeuge iombar- dierten am Dienstag Tschapci» während die Artillerie die chinesischen Stellungen unter Feuer nahm. Döe Japaner waren bestrebt, die Bresche zu erweitern, die sie in dir chinesischen Stellungen geschlagen hatten, doch scheiterte ihr Vor« habon an dem verzweifelten Widerstand der Chinesen. Der chinesisch«« Artillerie gelang es, durch Sporrfetter die Ausschiffung von japanischen Mannschaften und Waffen an der Nangtstzmün- dung zu verhindern. Nach Deutschland gelockt und verhaftet Ein Brandauer Sozialdemokrat In Gefahr Die Gestapo hat eiMieues„Heldenstück" vollbracht: sic fing einen Vertrauensmann der sudetendeutschen Sozialdemokratie ab und hält ihn in ihren Gefängnissen fest, W e n z e l K r i p p n e r ist seit vielen Iah* ren Vorsitzender der Ortsorganisation Bran- d a u der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, sozialdemokratischer Gemeindevertreter und Funktionär des Internationalen Metallarbeiterverbandes. Seit vielen Jahren bezieht er aus Deutschland eine Rentt, die ihm immer anstandslos überwiesen wurde. Nun wurde er für den 4. September 1937 zur„Untersuchung" in daS Krankenhaus Marienberg vorgeladen. Die Untersuchung sollte um 10 Uhr vormittag- erfolgen. Krippner fuhr um 7 Uhr früh mit dem Rade in Brandau ab. Erkamnichtwieder. Offenbar war die Untersuchung nur ein Vorwand; Krippner mußte sich ihr unttrziehen, weil er di« Rente brauchte. Am 11. September wurde angefragt, ob Krippner am 4. September dort geweseü sei. Die deutschen Behörden antworteten, daß Krippner nicht im Krankenhaus eingetroffen sei. Aber es gibt Zeugen, die Krippner am 4. September um 1 Uhr mittags vom Krankenhaus Marienberg Wegfahren sahen. Schließlich wurde Frau Krippner auf wiederholte Anftagen beim Gendarmerieposten in Olbernhau(Sachsin) mitgeteilt, daß Wenzel Krippner verhaftet und nach Chemnitz eingeliefert worden sei. Diese Auskunft wurde von der Gendarmerie in Olbernhau am 24. September noch einmal bestätigt. Alle Bemühungen, mit dem Verhafteten in Verbindung zu treten, schlugen fehl. Auch die Bitte der Frau, ihr das Fahrrad des verhafteten Mannes auszufolgen, wurde abgeschlagen: man sagte ihr, das Rad solle sich der Sohn Krippners holen, der erst kürzlich-vom Militärdienst heimgekehrt ist. Offenbar will man auch den jungen Krippner abfangen. j Krippner ist bei den Nazis wegen seiner festen sozialdemokratischen Gesinnung verhaßt. Seine Schritte wurden von polifischen Gegnern genau Werwacht und über sein Verhalten wurde fortlaufend nach Deutschland berichtet. Förden Verhafteten ist daSSchlimmstet zu befürchten, wenn sich die demokratische Oef- fentlichkeit Europas seiner nicht annimmt. Selbstverwaltung und Politik Bede des Landesvertreten Dr. Strauß In der Budgetdebatte der böhmischen Landesvertretung Ist der Generaldebatte der böhmischen Landesvertretung über öen Voranschlag für 1988 sprach al» Vertreter der deutschen Sozialdemokraten Dr. Emil Sttauß, der in seiner Rede bedeutsame Probleme unserer Selbstverwaltung berührte. Er führte u. a. aus: Die Wirtschaftslage Den Ausgangspuntt für die Beurteilung deS Landesvoranschlages muß die Wirtschaftslage des Landes bilden, denn die Finanzen der öffentlichen Körperschaften vom Staat bis zur Gemeinde sind ein Spiegelbild der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse. Die Wirtschaftslage hat sich nun im letzten Jahre erheblich gebessert, aber diese Besserung trifft nicht alle Produktionszweige und Gebiete im gleichen Maße. Insbe sondere in den industriellen Grenzgebieten kann von einer Hochkonjunktur noch keine Rede sein. Deswegen braucht eS noch immer wirksamer Eingriffe der öffentlichen Gewalten ins Wirtschaftsleben. Dieser Erkenntnis Rechnung wagend, findet sich im LandeShauShall ein I n v e• stitionsplan auch für 1988 und es müßte bei der DüSchführung öffentlicher Bauten auch der Notgebiete gedacht werden. Dank-der wenigstens teilweisen Verwirklichung der Jnvestitionspro» gramme früherer Jahre hat das Land an der Bekämpfung de» Uebels der Arbeitslosigkeit Teil gehabt. Insbesondere die LandeSstraßenattion bleibt ein Verdienst der Landesverwaltung. In der Zeit der ärgsten Wirtschaftskrise und der größten Finanznot der Bezirke hat da» Land Straßenbauten möglich gemacht, indem«S die Verzinsung der aufgenommenen BezirkSonleihen übernahm. Soziale und Kulturaufgaben Die defizitlose Wirtschaft in der ordentlichen Gebarung ermöglicht eS, die gestiegenen Einnahmen auch zu steigenden laufenden Ausgaben zu L. Windprechtinger: l O’ldiidit’n am dem illegalen IDien Die Fahnen Es ist wieder einmal ein großer, staatlicher Festtag im kleinen Oesterreich. Seit dem blutigen Februar gibt eS viele festliche und feierliche Veranstaltungen in Stadt und Land. Brot und Spiele! Das alte Rezept. Mit dem Zirkus ging'S ja so Halbwegs, aber mit dem Brot hapert'S bei vielen. Aber in dieser Hinsicht genügt ja die tägliche Versicherung, daß es täglich besser wird— nicht grab' mit dem täglichen Brot, aber so im allgemeinen. Also, es ist wieder einmal ein großer staatlicher Festtag: Der zweite Appell der Väterländischen Front für Wien und Niederösterreich. An einem Festtag müssen natürlich die Häuser der Stadt fesllich beflaggt sein. Warum sollten sie auch nicht beflaggt sein, wenn die ganze Bevölkerung festlich gestimmt und freudig bewegt ist? Wozu also, ftage ich mich, der durch die Zeitungen und durch das Radio wiederholt an die Bevölkerung von Wien ergangene Befehl der Vattrländischen Front, die doch keine staatliche Verwaltungsstelle ist: Am 18. Oktober haben alle Häuser beflaggt zu sein! Also heraus mit den Fahnen! Der Herr Vorstand stürzte aufgeregt au» seinem Amtsraum in den Vorraum und brüllte: »Hängens die Fahnen aussi, Wotruba!" „Welche Fahnen denn, Herr Vurstand?" „WaS fragens denn so bled, WotrWa; mur- gen is do der Frontappell. Do miaß ma do Fäh» nen ausstecken." „Ja, natirli. Wer was für antl frag i. Mir hab'n a rotweißrote mit'n Kruckenkreiz und ane ohne Kreiz, mir hab'n a rotweiße mit'n Krucken- kreiz und ane ohne und mir hab'n a schwarzgelbe ohne Kruckenkreiz. And weil i g'hört hab', daß murg'n der Kaiser auSg'rufen... »Liebens net so bled daher, WotrWa", unterbrach der Vorstand Len Amtsdiener, hängens die rotweiße ohne Kruckenkreiz'nauS,— oder wartens— die rotweißrote mit dem Krücken- kreuz dürste doch die passendere sein..." „Wissens was", mengte sich da eine männliche Fürsorgepartei, die schon zwei Stunden auf die Erledigung ihre» Ansuchens im Borraum wartete, in die Amtshandlung ein,„hängen» a rote aussi. Do wer'n dö Leut' wenigsten» a FreW' HW'n." „WaS, eine rote? DaS ist ja Hochverrat!", Wrie der Amtsvorstand wütend.»Herr, machen Sie keine so blöden Witze, sonst Übergabe ich Sie der Polizei!" „Gengans, rodens net so g'schwoll'n daher. Was kann denn mir scho g'scheg'n? Sett fünf Jahr bin i scho auSg'steuert. Mei Frau iS va- hungctt und i und meine drei Kinda san am Beischl hin. Was kann denn mir scho paffier'n? Mi könnens höchstens... Jetzt wart i scho zwa Stund' auf mei Gold und jetzt kumman Öe auf amol mit de blöd'n Fahnen daher. Hängens an Strick mit an Aufg'hängt'n aussa; dö» war des richtigste Fahnl für euch. Es laßt's an jo eh vahungan, wenn ma sie net sölba aufhängt. Wann kriag i denn eWli mei Gold, Herr Vurstand? Jetzt wart i scho zwa Stund'. Da WotrWa soll a Fahnl aussahänga, was da für ans er wüll. I möcht mei Göld HW'n." „Beruhigen Sie sich, Herr Müllner! Sie werden den Fürsorgebeitrag noch rechtzeittg erhalten. Und mischen Sie sich nicht in stemde Angelegenheiten! Wotruba, hängen Sie eine rotweiße Fahne ohne Kruckenkreuz und eine rotweiß- rote mit dem Kruckenkreuz hinaus I" entschied der Herr Vorstand salomonisch uW verschwand wieder in seiner Kanzlei. „Jetzt waß i net. Hot er g'sagt, die rotweißrote ohne Kruckenkreiz uW die rotweiße mtt'n Kruckenkreiz, oder hot er g'sagt, die rotweißrott mtt'n Kruckenkreiz uW de rotweiße ohne Krucken- kreiz, oder hot er g'sagt.... Ah wos! Ich häng hott zwa Fahnl aussi. Aber de schworzgölbe no net", brummte der Amtsdiener uW entfernte sich aus dem Vorraum, in dem die Fürsorgeparttien schmunzelnd zurückblieben. Rach dem-wette« Frontappell „Habe di Ehre, Herr AdWei! Warn Se a gestern auf da Schmölz?" „Können Se Jhna vurstölln, daß i net durt war? I net. Es Hot do a jeda gehn muaffn. Und do frogn Se, ob i durt war? A komische Frag. Warn Se vielleicht net durt, Herr Wur- zinger?" „Nafirli war i a durt. I hob ja a gehn müaffn. Bei un» im Bettieb san olle auf a Listn g'schriabn wurn und am Sammlplotz Hot da Be- ttiebsletter olle Wg'strichn, dö kumma san uW si bei eam g'möldt Hom." „No segn»! Bei un» Hot jeda a.Nummero kriagt. Am Sammelplotz iS so a Teppata mttn Nmnmerosackl g'stcmdn. Den host döS Nummero geb» müassn. Dö Nummern, dö gföhtt hobn, warn net do. Aba i hob in Hoberer sei Nummero a einigschmissn und der iS gor net do gwesn." „Anpumperer Hots oba gnua gebn." „HörnS, wann mir ana dö Fahrt zohtt und no a Fruahstuck dazua, nocha fahr i a noch Seito« mischl, meiniSwegen. Glaubn S8 vielleicht, daß olle Gscherten, dö nach Wean kumma san, auf d' Schmölz ganga san? Oba gar ka G'spur. I hob an in da Elektrisch» g'hört. wia er g'sogt Hot: Hiatzt bin i noch dreißig Jahrln Wieda amol in Wean. Do war i jo teppat, won i mi auf d' Schmölz hi stöllat und worin tat, bi» dö Groß« kopferten ausgrcdt hobn. I schau ma liWa Wean an uW dö Häusa, dö de Rotn baut hobn uW von dö so vül gredt wurn iS. Noch« suach i mei Gschwistakind auf, deS i scho so a zehn Jahrln net gsehgn hob. Af den Appöll bin i net neigirig. Schgns und so hobnS vüle Gscherte gmocht." „Is eh wohr. I bin jo a nur hingonga und HW mi gmeldt und nocha bin i ins Fuchsnloch auf an Wein gonga. Dös iS net ohne, lieber« Haupt solln olle WirtShäusa gsteckt voll gwesn sei. Und Zechprölla soll» Jhna gebn hobn. Maffen- hoft. Dö Leit hobn ganz einfach gsagt, da- Schuschnigg zahlt heft ollaS." '„Mit an Wurt, dö an san kumma und die cmdern san Wieda Weggang». Dö Strick, dö»' gspannt hobn, damit dö Lett in da Reih bleibn und net auffakennan, worn für dö Katz. Und i an Angst hobn dö gjhabt! Net zum sagn. Ring» um dö Schmölz host nix gsehgn wia Ueberfall»- auto, Berittene und ganze Stuarmkompanin. Und erst dö Kiberer hobns gnädi Wobt!" „Danach worn jo a dö BurberettungSmoß«’ nahmen, dö S’ troffn hckbn. Mir Hot ana dar-< zähtt, daß d' Schmölz scho vierzehn Tog vurhetz ogsperrt wor und mit Scheinwerfa in da Rocht j ogsuacht is worn, damit ka Attentat vurberettet werden kann." «DL» iS eh döS wenigste. Oba dö Wachlett I san in da letzt» Wochn vurm Appöll in dö Häusa» dö um d' Schmölz san, ganga und hobn dö HauS- masta auSgfratschlt, ob neiche Miet» oda Unters I ntieia in» Haus einzogn san. Oda ob si net I „verdächtige Personen wahrgenommen hWen",dö j wos Packln oda andere vadächtige Gegenständ ins Hau» trogn hobn. Und a por Tog späte hobns gor dö Bödn und dö Kölla ogsuacht und,! hobn noch« den« HauSmasta den Austrog gebn« I daß am SamSog und am Sunntog neamd den Bodn- oda den Köllaschlüssl auSfolgn därfn. Und I zum Schluß iS no dö Kanäulbrigade kumma und!! hot olle Kanäle untasuacht und hot dö Kanäuln I gitta verniet', damit kana einikräuln kann. No, i wos sagn Sö zu so ana Volksbeliabtheit?" (Fortsetzung fotzt.) Skr. 241 Mittwoch, 13. Oft-ber 1937 Seite 3. Immer noch wachsende Erregung über die Homosexuellen-Affäre Neue Verhaftungen— Busenfreund Skomorovsky Die Erregung und Bestürzung über die mit dem Fall Rutha zusammenhängenden Tatsachen und Erscheinungen hat sich noch keinesfalls gelegt. Im Gegenteil lassen verschiedene Anzeichen darauf schließen, daß die Erbitterung, vor allem innerhalb des SdP-Lagers, noch im Wachsen begriffen ist und daß man noch mit etliche« Folge-Erscheinungen rechnen muß. Als symptomatisch darf gewertet werden, daß unsere Redaktion nun täglich eine Menge Zuschriften erhält, die alle auf den Fall Rutha Bezug . haben. Zum Teil handelt es sich um politische Berichte, die wir aber wegen ihrer Anonymität öffentlich nicht verwenden können. Doch darf man Verständnis für diese Anonymität selber haben, denn noch müffen jene SdP-Leute, die die Flucht in die Oeffentlichkeit antreten wollen, befürchten, deß ihre Namensnennung terroristische Folgen haben könnte. Uebrigens ist auch beachtlich, daß sich unter den Zuschriften Anekdoten, Witze und Gedichte befinden, in denen sich das sudetendeutsche Gemüt Luft zu machen sucht. Neue Einvernahmen in der Affäre werden aus Prag berichtet. Hier gab es auch zweiVerhaftungen: es handelt sich um H o ch s ch ü l e r, die aus M a f f e r s- d o r f— also aus der Umgebung des Reichenberger Kernpunkts des Skandals stammen. Der„Prager Mittag" will wissen, daß das Ergebnis der Untersuchung gegen Rutha, der bekanntlich als einziger unter den Verhafteten jede Schuld in Abrede stellt, absolut eindeutig sei und sich ständig verschärfe.(Das genannte Blatt kündigt übrigens an, daß es so wie wir Herrn Henlein wegen der Ausfälle in seiner Leitmevitzer Rede klagen werde.) Bemerkenswert ist, daß das genannte Blatt Rutha auch unter den Verdacht von Verfehlungen unter Ausnützung lehrherrlicher Autorität gestellt sieht! Unter den deutschen Blätterstimmen, die weiter über den Fall zu registrieren sind, ist die der „B o h e m i a" vom Dienstag beachtlich. Das Blatt schreibt: »Di«|»«ie Erregung Henleins erkläre sich auch au« vielerlei persönlicher Ent. täuschung. Henlein war schon Anfang dieses Jahres mit dem Privat- lebe» Ruthas befaßt worden und forderte damals Beweise. Man zeigte ihm einige vor Reichenberger Rechtsanwälten niedergelegte Zen- genprotokolle, da aber Rutha ihnen gegenüber seine Unschuld ehrenwörtlich erklärte, vertrante Henlein diesem Ehrenwort und zerriß die Protokolle. Daß er nun zumindest die Möglichkeit erkenne» mußte, mit diesem Ehrenwort vielleicht getäuscht worden zu sei», sei für ihn die eine schwere Enttäuschung gewesen. Die andere sei ans dem Wortlaut seiner Lrit- mrritzer Rede ohneweiters zu erkennen, und zwar auS der Stelle: ,Lch stelle fest, daß es in unserem Volk immer noch Schufte gibt, die bedenkenlos dem politischen Gegner Handlangerdienste lei sten." Ma» will in Rrichenbergrr SdP-Kreisen hieraus die Bestätigung entnehmen, daß an der Aufrollung der Affäre Rutha die O p p o s i- t i o n in den eigenen Parteireihm nicht unbeteiligt gewesen sei. Die„RumburgerZeitung" und nach ihr die„D e u t^s ch« L a n d p o st" Weissen auf einen im Marz 1937 erschienenen Artikel aus der B e r l i n e r SS-Zeitschrist„D a S schwarzeKorps" hin, der sich in schärfster Form gegen die Homosexuellen-Seuche äußerte; die„Deutsche Landpost" berichtet dazu, daß ihr dieser Artikel seinerzeit in ge- s ch l o s s e n e m Briefe zugestellt worden sei. Es ist nicht ohne weiteres einzusehen, in welcher Beziehung dieser Artikel und seine Uebersendung nach Prag mit dem Fall , Rutha Zusammenhängen sollen. Immerhin ist aber wohl der Schluß zuläsiig, daß das Dritte Reich damals eine erste Warnung ausswßen wollte. Wir selber haben ja berichtet, daß die oppositionellen SdP-Kreise die Sache zuerst in Berlin anhängig machen wollten und erst dann, als man sich dort nicht direst intereffiert zeigte, den Fall vor die tschechoslowakischen Behörden gebracht hätten. Wenn Herr Henlein jetzt, wie uns berichtet wird, außergewöhnlich konsterniert ist, so dürfte das seine Ursache vielleicht auch darin haben, daß «r fürchten müsse, Hitlers Gnade, die sich ja ja längst vom Stammesführer abgewendet haben soll, würde sich unter dem Eindruck der Astäre Rutha in volle Ungnade verwandelt haben. Aber Herrn Henleins Bestürzung ist auch sonst zu verstehen. Er hat mit jenen Männern, die er als intimste Freunde der Volksgemeinschaft voranleuchten ließ, nicht viel Glück gehabt. Dem Ehrengericht über Walter Brand folgte Ruthas Ehrenwort, über dessen Wert und Wirkung für die sudetendeutsche Erneuerung Henlein nun sehr viel Anlaß zum Rachdenken hat. Auch in M ä h r e n und Schlesien wirbelt I die Affäre viel Staub auf. Dort spielt der„Aufbruch"-Kreis eine beträchtliche Rolle. Er macht nun mehr denn je gegen den Geist des„Kame- radschastsbundes" mobil. Dies um so mehr, als der frühere SdP-Landeslester in Mähren, Roman S k o m o r v s k y, ein besonders bevor- zugterBusenfreund Ruthas war. Herr Skomorovsty ist inzwischen, nachdem er als Landesleiter ausgespielt hatte, dem neuen SdP-Propaganda-Chef Ingenieur Weber zugeteilt worden und angeblich selbst Leiter der Antikomintern-Abteilung. Innerhalb der SdP- Opposition hofft man jetzt, daß mit Rutha nun auch Skomorovsky erledigt werden wird, für dessen„Beliebtheit" das.Faktum zeugt, daß kürzlich sein Bild aus der SdP-Wanderausstellung beseitigt werden mußte! Ber Fall Rutha In der Londoner Presse Alle großen Londoner Zeitungen haben— wie übrigens der Pariser„Matin", der„Popu- laire"(Paris) und der Brüffeler„Peuple"— die Meldung von Ruthas Verhaftung gebracht. Obgleich Herr Rutha in London ja nur durch gelegentliche Besuche und Vorträge bekannt ist, hat man seiner Verhaftung und der Anklage gegen ihn dort also jene Bedeutung zuerkannt, die Herr Henlein und die mit ihm sympathisierende Presse unseres Landes durch Verschweigen verkleinern möchten. Es ist auch nicht wahr, daß nur„ein Linksblatt" in England die Nachricht brachte. Während nämlich der sozialistische „Daily Herald" nur die Tatsache der Verhaftung Ruthas und vierzehn anderer„Nazis" wegen„unnatürlicher Vergehen" berichtete, haben die konservativen„Time s" unter der Ueber- schrift„Fehde bei den Sudeten-Nazis" einen Bericht ihres Wiener Korrespondenten veröffent- Obwohl die Sudetendeutsche Partei oder deren Preffe mehr als einmal zum Ausdruck brachten, welch hoher völkischer Wert das Genoffen- schastswesen auszeichne, wird von dieser Partei und von dieser Preffe das Genossenschaftswesen gerade der Aermsten des Volkes, nämlich die Kon« sumgenoffenschaftsbewegung, zum Gegenstand andauernder Angriffe gemacht. Es wäre zwecklos, mit den Herren über diese widerspruchsvolle Politik zu debattieren. Wir wollen es daher mit der Feststellung bewenden laffen, daß die Sudetendeutsche Partei, welche vorgibt, die Interessen des gesamten deutschen Volkes in der Tschechoslowakei zu vertreten, ihre offene und getarnte Agitation gegen die Selbsthilfebewegung der deutschen Verbraucher dieses Landes richtet, die eine wahre Volksbewegung ist. Bon den 800.000 deutschen Haushalten in Böhmen und Mähren- Schlesien sind 280.000 konsumgenossenschaftlich organisiert. Jede dritte deutsche Familie ist demnach Mitglied einer Konsumgenossenschaft. Diese Tatsache, daß nämlich ein sehr wesentlicher Teil der deut« chen Bevölkerung am Gedechen der Konsumgenossenschaften interessiert ist, muß jeden Versuch, dieser Massenbewegung die natürliche Entwicklung zu stören, von vornherein zum Scheitern verurteilen. Auch die jüngste Aktion der SdP gegen die deutsche Konsumgenossenschaften! Die jetzige Agitationswelle gegen unsere Konsumgenossenschaften ist zu einem guten Teil auf jene Kaufleute und Händler zurückzuführen, die in der aufstrebenden Selbsthilfeorganisation der Verbraucher einen«nbeauemen Wettbewerber erblicken. Um ihr Geschäft nicht zu beeinträchtigen, und weil sie mit der Gedankenträgheit vieler Menschen rechnen, sind die Urheber der mehr oder weniger ständig betriebenen Hetze gegen die Konsumgenossenschaften bestrebt, sich im Hintergründe zu halten. Also bedient man sich der Zentralstelle der Sudetendeutschen Partei für Handel und Gewerbe in Prag. Das Arbeitsamt der SdP, Abteilung Wirtschaftspolitik, gab bereits am 8. Feber d. I. ein vertrauliches Rundschreiben heraus, um die Agitationsaktion gegen die Konsumgenossenschaften vorzubereiten. Der konkrete Zweck dieses Rundschreibens war, eine Spezialorganisation von SdP-Kaufleuten zu errichten,„so daß sie in der Lage sind, mit Erfolg von späteren Weisungen eine aktionsfähige Verbindung mit ihren Kollegen herzustellen und den örtlichen Kampf(gegen die Konsumgenossenschaften) führen". licht, der auf die politischen Hintergründe der Affäre, den Kampf zwischen„Kameradschaftsbund"- und„Aufbruch"-Kreis und auf die Meldungen hinweist, daß die Beschuldigungen gegen Rutha, ehe sie den tschechoslowakischen Behörden zur Kenntnis kamen, schon Herrn Heß erfolglos vorgelegt worden waren. Der gleichfalls konservative„Daily T e l e g r a p h", der seinen Lesern mitteilt, daß Herr Rutha wegen schwerer Beschuldigungen, die keine politischen sind, verhaftet wurde, nennt Rutha den„ersten Adjutanten Henleins" während der liberale„E v e- ningStandard" Rutha als die„rechte Hand Konrad Henleins" bezeichnet. Ber Fall Rutha und die Frauenfrage Das„Prävo Lidu" sagt in Besprechung des Falles Rutha u. a. folgendes: „Es ist notwendig zu bemerken, daß sowohl in der reichsdeutschen nazistischen Bewegung, wo es ähnliche Affären gab— als auch in der Partei Henleins die Frauen aus der öffentlichen Tätigkeit als minderwertige Geschöpfe ausgeschlossen wurden. Die Henlein-Leute haben z. B. den Frauen nicht ein einziges Mandat in der Nationalversammlung überlassen. Diese ausdrückliche Bezeichnung der Frauen als minderwertige Geschöpfe kann nicht ohne Wirkung auf die Mentalität mancher Henlein-Leute bleiben. Niemandem wird es einfallen, den Fall Rutha in Verbindung zu bringen mit den nordböhmischen Deutschen, aber in der Preffe der Henleinpartei hat man von den Frauen oft in so roher Weise geschrieben, daß es einen merkwürdigen Eindruck machte. So schrieb unlängst beim internationalen Kongreß der Liga für Frieden und Freiheit in LuhaLovice, wo pazifistische Frauen der ganzen Welt zusammenkamen, das Henleinblatt„Der gerade Michel" an die Adresse der heimischen und ausländischen Delegierten folgendes:„In früheren Jahrhunderten wurden solche Frauen, welche die Nase irk Dinge steckten, die sie nichts angingen, verprügeft, gemartert und verbrannt. In dieser Hinsicht tut es uns ehrlich leid, daß der Menschheit die sogenannte Humanität um einige Jahrhunderte zu früh beschert wurde". Kann ein normaler Mensch Aehnliches schreiben? Um dieSdP als solche nach außen hin von der geplanten Agitation gegen die Konsumgenossenschaften zu distanzieren, benützte man hiezu den„Verband zum Studium und zur Förderung der Volkswirtschaft, Sitz' Teplitz« Schönau," dessen Leitung in den Händen von führenden Funktionären der SdP liegt. Dieser Verband stellte nun über die von der SdP ausgewählten Kaufleute eine Verbindung zu den Hande l s g r e m i e n her, damit diese einmal für die Finanzierung der Agitationsaktion gegen die Konsumgenossenschaften sorgen und zum andern Mal das von dem besagten Verband heräus- gegebene Agitationsmaterial aufteilen.(Im Falle des Handelsgremiums von Hohenelbe wurde von jedem Kaufmann ein Beitrag von 40 XL gefordert.) An dieser Stelle fordern wir die kompetenten Behörden auf, zu untersuchen, inwieweit die HandelSqremien, diese öffentlich-rechtliche Institutionen, durch dirette oder indirekte Finanzierung des Agitafionsfeldzuges der SdP gegen die Konsumgenossenschaften ihren durch das Gesetz vorqezeichneten Wirkungskreis überschritten haben. Gleich das erste Flugblatt, daS der„Verband zum Studium und zur Förderung der Volkswirtschaft" zur Bekämpfung der Konsumgenossenschaften herausgab, erwies sich als«in Schlag ins Wasser. Unter dem Schlagwort„Deutsche Hausfrau, kaufe richtig!" wurde in indirekter Weise zu einem wirtschaftlichen Boykott aufgerufen, so daß die staatlichen Behörden WestböhmenS und Nordböh- mens die Verbreitung des Flugblattes verboten.(Im Bereiche der Egerer Staatspolizei wird den Verbreitern dieses Flugblattes eine Strafe bis zu 80.000 XL in Aussicht gestellt.) Wie sehr die SdP-Leute sich der Unmoral ihrer KampfeSmethoden gegen die Konsumgenossenschaften bewußt sind, geht aus dem Umstande hervor» daß sie das Flugblatt— noch vor dem erfolgten behördlichen Verbot!— in Kreibitz während der Nacht an die Haustüren steckten. Die Hintermänner und die Schürer des Hetze gegen die Konsumgenossenschaften wollen unerkannt bleiben—im Geschäftsinteresse natürlich. Aber sollten die Arbeiter die-Urheber der Hetze gegen ihre Genossenschaften wirflich nicht kennen? Der Arbeiteröffentlichkeit sind sie nur zu gut bekannt! ES liegt an der breiten Oeffentlichkeit, diesen Leuten die richtige Antwort auf ihre antigenossenschaftliche Hehaktion zu neben. Jede derartige gegnerische Aktion hat immer wieder nur Huyderte und tausende Verbraucherfamilien sind den Selbsthilfen organisationen der Verbrauch er, den Konsumgenossenschaften, als Mitglieder zugeströmt und die Umsätze dieser Bollwerke der Verteidigung der Berbraucherinteressen sind erheblich gestiegen. So soll esauch jetzt werden! Ber Stammesführer in London Aus London wird uns berichtet, daß Henlein Donnerstag in einer privaten Gesellschaft sprechen wird. Der Vortrag findet zwar in den Räumen der Gesellschaft für internationale Angelegenheiten statt, ist aber nicht von ihr veranstaltet, sondern von einigen Privatpersonen. Henleins Ankunft wurde von der englischen Presse wie folgt zur Kenntnis genommen: Line der meist besprochenen Eulissen-Per- sönlichkeiten in Europa Ist gegenwärtig zu unauffälliger Visite in London— Madame Lupescu. Ein anderer interessanter Besucher aus Mitteleuropa ist Herr Konrad Henlein, der Führer der Sudetendeütschen Partei, der erklärt, zwei Millionen Deutsche in der Tschechoslowakei als Anhänger zu haben. Er wird eine private Vorlesung über die Ziele der Partei halten. Obwohl unter dem Einfluß von Nazi-Ideen stehend, bestreitet Herr Henlein alle Beziehungen zu Berlin. Er trägt Augengläser, Ist 37 Jahre alt und war früher ein Turnlehrer. Er ist ein ruhiger Redner und sieht nicht wie ein embryona- lerDiktator aus. „Sunday Times" Man sieht— London rechnet Henleins Visite weniger zu den Staatsereignissen als zu den Raritäten. Daß Konrad statt mit seinem Heinz mit Frau Lupescu in London ankommt, dürfte ioohl nur ein Zufall sein. Aufwärtsentwicklung der Partei im Bezirk Mährisch-Schönberg In der Zeit vom 1. Jänner bis 30. September find den DSAP-Lokalorganisationen im Bezirke Mähr. Schönberg 121 Männer und acht Frauen, zusammen 129 Mitglieder, neu beigetreten. Außerdem konnte am 3. Oktober in Zautke eine Lokalorganisation der Partei gegründet werden. Dies ist bereits die d r i tte Neugründung im heurigen Jahre; die Zahl der Lokalorganisationen hat damit 48 erreicht. Auch der Markenbezug ist ein erfreulicher, es konnten bisher zirka 1000 Bollmarken mehr ausgegeben werden als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Der Bezug der Arbeitslosenmarken ist bedeutend gesunken. Der Karlsbader Kurdirektor Rudolf Gitschner ist in der Nächt zum Dienstag nach einem längeren Leihen im Alter von 53 Jahren verschieden. Gitschner, der ab 1919 Sekretär der Kurklubs und später Vorstand der Kurkom- miffion war, wurde im Jahre 1922 zum Kur- direktor ernannt, welche Funktton er bis zu seinem Tode ausübte. Staatsprüfung für BerfichernngStechniker. Die Staatsprüfung für BersicherungStechniker findet am 25. und 26. Oktober 1937 statt. Die schriftlichen Prüfungen werden am 25. Oktober d. I., ab 8 Uhr, die mündlichen Prüfungen am 26. Oktober, ab 15 Uhr, abgehalten. Die ordnungsgemäß belegten Gesuche um Zulassung zur Staatsprüfung sind bis spätestens 18. Oktober d. I. im Dekanate der allgemeinen Abteilung der Deutschen Technischen Hochschule in Irag I., Karlova 30/11, einzudringen. Der Bahnhof in Ausstg a. E. Der Umbau der beiden Aussiger Bahnhöfe, die seinerzeit von Privatgesellschaften in einem schon damals unzureichenden Zustand übernommen wurden, war von jeher Wunsch nicht nur der Ortsansässigen, sondern des ganzen nordböhmischen Gebietes. Aussig a. E. ist in zwei Tälern gelagert und um den aus deren Verbauung sich ergebenden Raummangel zu beheben, wurden seit dem Jahre 1928 zahlreiche JnvestitionSarbeiten durchgeführt. Am Bahnhofe der ehemaligen Aussig- Teplitzer Eisenbahn wurde die Gleisanlage wesentlich erweitert, die Sicherungsanlage ergänzt und die Bahnunterführung umgebaut. Im Abfertigungsgebäude wurden zwecks Erweiterung des Vestibüls und der Warteräume Adaptierungen vorgenommen. Auch am anderen Aussiger Bahnhof führte die Eisenbahnverwaltung einige Verbesserungen durch, so z. B. die Freimachung der Bahnsteige durch Umlegung der Lampenmaste und Wafferkrane, und insbesondere die dem Motorverkehr und der rascheren Zugsfolge zweckdienliche Umgestaltung der Geleise. In nächster Zeit wll ein kostspieliger Umbau der Aborte durchgeführt werden, der die Verlängerung des gedeckten Bahnsteiges auf der Bodenbacher Seite bezweckt. Wirtschaftlich find für die Stadt auch die Aenderun- gen auf den Güterbahnhöfen und den übrigen örtlichen Einrichtungen von Belang. Besonders seien erwähnt der Bau einer modernen Drehscheibenanlage und andere zweckmäßige Umgestaltungen im Heizhausbereich des Teplitzer Bahnhofes, die Erweiterung der Werkstätten und des Materialdepots, die Verlängerung des Magazins und der Bau von neuen Rampen mit einem Ladekran. Die mit einem Kostenaufwand von 17 Millionen KC durchgeführten Verbesserungen ermöglichten die Bewältigung des ganzen Betriebes in dem wichtigen Verkehrsknotenpunkt. Trotzdem hat das Eisenbahnministerium auf Grund der im Jahr« 1936 gepflogenen Erhebungen die Aus« arbeitung eine- Projekt- auf Umbau der Station Aussig a. E. angeordnet, um in seinem Rahmen zur paffenden Zeit weitere, den wachsenden Anforderungen des Verkehrs- und Kommerzdienstes zweckdienliche Umgestaltungen vornehmen zu könne«». Bla SdP und die deutschen Konsumgenossenschaften Zusammenbrechende Hetzagitation Welche Rolle spielen die Handelskammern? zu, .* die eine Folge gehabt: Seite 4 Nr. 241 ——•i. Mittwoch, 13. Oktober 1937 3aAestmü§KeiKn Der Fußtritt Wenn jemand einen Fußtritt bekommt, so ist er auf die verächtlichste Weise behandelt wor- den. Die Psychologie des Fußtrittes ist zwar noch nicht geschrieben. Man kann es aber, so man eine im Hause bat, bereits in der Bibel nachlesen, daß eS seit Menschengedenken keinerlei Zweifel gibr über die Bedeutung jenes Verkehrs zwischen Menschen, der sich durch Fußtritts ausdrückt. Josua 10,24 zum Beispiel ist eine -er Stellen, in denen man verzeichnet findet, daß jemanden mit Füßen treten so ziemlich das Verächtlichste ist, was man einem Menschen antun kann. Es konimt gewissermaßen gleich vor dem Anspeien. Nur daß der Fußtritt der Verächtlichmachung noch das Moment der Gewalt hin» zufügt. Anspeien kann man auch einen körperlich überlegenen Menschen. Einen Fußtritt gibt man nur, wenn man überlegen ist oder sich zumindest einbildet, die so traktierte Kreatur werde es nicht wagen, den Stoß mit dem Fuß etwa durch einen wohlgezielten Schlag mit der Hand derart zu beantworten, daß einem die Lust zu weiteren Fußtritten vergeht. Ich komme auf solche Erwägungen, weil ich gelesen habe, daß in einem bestimmten Lande der Fußtritt jetzt gewissermaßen als amtliches Verkehrsmittel eingeführt worden ist. Es handelt sich, wie man unschwer erraten wird, nicht gerade um ein Land mit menschenfreundlichen oder gar demokratischen Sitten. In einem Bericht der„Neuen Zürcher Zeitung" vom 26. September nämlich läßt sich das Blatt von seinem, einem tiefempfundenen Bedürfnis zu- folge an die deutschen Manöver entsandten Sonderkorrespondenten, über den Einsatz der Pan- zerkrafttruppen folgendes berichten: „Dabei darf man mich den Humör nicht verlieren, und Oberstleutnant Schmelzer berichtet in launiger Weise von der neuen Sprache, die aus Verständigungsnotwendigkeiten eingeführt werden muhte. Weil bei dem Rattern und dem Lärm die menschenübliche Svrache nicht durchdringt, muh man sich durch e i n S h st e m freundschaftlicher F u h i r i t t e helfen, von denen jeder seine besondere Bedeutung hat". Es handelt sich also darum, daß der Kom- Mandant eines Panzerwagens seine Unter- gebenen mit Fußtritten regaliert, wenn er was anordnen will. Je nachdem, ob er den Wagenlenker oder den Maschinengewehrschützen ans Der sechste Tag des Velso-Prozesses Immer neue Zeugen— Marie Velgo bekommt HelratsantrSge (rb) Das Beweisverfahren geht seinem Ende entgegen. Zwar werden immer neue Beweisanträge gestellt, die aber, soweit sie das Gericht zuläßt, meist nur neue Illustrationen zu bereits bekannten Tatsachen bilden, die aber von der Anklage oder Verteidigung als wichtig betrachtet werden. Auch die Einvernahme der Brünner Poli- zeisunktionäre mit dem Polizeipräsidenten an der Spitze betraf Details, die in den Plädoyers Verwendung finden werden, aber keine neuen Gesichtspunkte ergeben. Marie Velgo, die fast nicht schläft und kaum itzt, scheint mit ihren Kräften fast zu Ende zu sein. Zu Beginn des sechsten BerhandlungStages wurden wieder Protokolle verlesen, unter ihnen das ihres TienstgeberS, deS Agenten Koivar,frau Havlik von einer Bekanntschaft ihrer Tochter mit einem alten Rat erzählte, der geizig sei und eine unsaubere Wohnung habe. Mit Bestimmtheit Weitz die Zeugin, datz nach der Hochzeit die Angeklagte keinerlei Männerbesuche empfing und auch von den vorhergehenden weih sie nichts Tatsächliches auszusagen. Später, als die Scheidung.schon im Zuge war, erfuhr die. Zeugin nur von der Absicht deS Herrn Rates, sich scheiden zu lassen und etwa noch, dah er sich auch in diesem Punkte geizig zeige. Immerhin gab es bei dieser Verhandlung wiederholte Zusammenstöhe zwischen Anklage und Verteidigung, besonders, als der Verteidiger dem Gericht einen anonymen Brief vorlegte, in welchem ein Schlosser aus der Waffenfabrik als Zeuge für gewisse unsittliche Handlungen VelgoS angeführt wurde. Der Vorsitzende benützte einen Ausfall des Privat- beteiligtenbertreters zu der Feststellung, dah daS Gericht die Beweisanträge über die Natur des OGR Belg» lediglich deshalb zngelaffm habe, um stch ein völlig objektives Urteil bilden z« könne«, was uner- lählich sei für die eventuelle Bemessung des Sttaf- ausmahes. Ferner wurde eine Zuschrift einer Frau Fitz verlesen, die dann später auch persönlich einvernommen wurde. Diese Zeugenaussage läuft im wesentlichen darauf hinaus, dah die Angeklagte, die sie schon längere Zeit kannte, ihr nach ihrer Verheira- tung angedeutet habe, dah in ihrer Ehe nicht alles klappe. Als die Zeugin darauf meinte, es sei am besten, wenn sie ein Kind haben würde, habe sich die Angeklagte geäußert:»Aber nicht von ihm." Zur Verlesung gelangte ferner das mit Eernh äufgenommene Polizeiprotokoll, in welchem dieser bei klarem Bewußtsein die Angeklagte beschuldigt hat, dah'sie, nachdem er ihren Mann betäubt hatte, ins Badezimmer gekommen sei und ihm geholfen habe, ihn in die Wanne zu drücken. Marie Velgo bestreitet diese Angabe mit Entschiedenheit, ebenso auch die Behauptung Cernys, dah sie den Mordtermin bestimmt und sich Vorbehalten habe, gewiffermahen das Kommando zur Ausführung deS Mordes zu geben. Die Velgo gibt nur zu, dah fie mit ihm von dem Mord gesprochen habe, was ohnehin feststeht und wofür ja die fünf Schuldverschreibungen auf je 8000 Kd, zahlbar stets am Mordtag, hinreichend Beweise sind. Ihre Verteidigustg beruht eben darauf, dah sie nof abgetrennt. Es wurde festgestellt, daß es sich um den Professor der Philosophie der Universität Istanbul, Mahmut Feyyeres, handelt, der sich auf der Reise von Berlin nach Konstanza befand. Mailand. Reichsstaatssekretär General Milch ttaf hier in Begleitung der Generale Christiansen, Wolf und Keller zu einem Besuch der internationalen Luftfahrtausstellung ein. Den deutschen Generalen wurden von den Besuchern der Ausstellung immer wieder Sympathiekundgebungen bereitet. Eine Gedenktafel für W. A. Mozart wird am 28. Oktober in Olmütz am Hause der Kapitel-, Dechantei auf dem St. Wenzels-Platz enthüllt werden," in dem Mozart im Jahre 1767 als elfiähffger Knabe mit seinem Vater Und seiner Schwester auf Einladung des damaligen Olmützer Vikars von Pod- statskss-Liechtenstein wohnte. Kalter Herbst. Aus einem Druckhoch, das bereits seit einigen Tagen Mischen Island und Großbritannien lagert, strömt dem Ffftlande kältere Lust zu. Bei uns herrscht auf den Berggipfeln andauernder Frost und auch in den Niederungen ist es ziemlich kalt. In den höheren Schichten der Atmosphäre über Rordwestdeutschland ist jedoch eine Erwärmung eingetreten. Infolgedessen sistd dort auch in den niederen Lagen die Temperaturen stellenweise über» plus 15 Grad Celsius angestiegen. Da in Mitteleuropa nunmehr eine zusammenhängende nordwestliche Luftbewegung vorherrscht. ist zu erwarten, daß es Mittwoch, auch in den böhmischen Ländern etwas wärmer sein wttd. Wahrscheinliches Wetter Mittwoch: Veränderlich, zeitweise Schauer, in den böhmischen Ländern etwas wärmer, im Osten noch ziemlich kalt, West- bis Nordweftwind. Wetteraussichten für Donnerstag: Noch unbeständig, im ganzen jedoch teilweise wieder Abnahme der Bewölkung und der Neigung zu Regenschauern, vergrö«, ßerte Tagesschwankung der Temperaturen. Westwind. Vom Rundfunk BaiptehlMswertes aus den Programmen: Donnerstag: Prag, Sender 1: 10.05: Deutsche Presse, 14r Deutsche Sendung: Vom Scheiden und Abschiednehmen. Hörfolge von Multerer. 15.30: Orchesterkonzert AOK: Mozaff, Paganini etc.» 17.50: Deutsche Sendung: Jugendstunde. 18.20: Landwirffchast, 18.45: Deutsche Presse^ 18.55: Aus dem deuffchen Kulturleben. 10.15: Hanakische Lieder. 20.55: Tschechische Opernfolge, 22.20: Klavierkonzert.— Prag, Sender H: 14.20: Deutsche Sendung: Ben nehovsky: Der junge Hummel in Prag, 14.55z Deuffche Presse. 18: Mujjiks Salonquartett.— Brünn 12.35: Rundfunkorchesterkonzert: Schubert, Dvorak etc., 17.40: Deutsche Arbeiteffendung,—- Musikeinlage, 19.40: Aus Stadttheater Olmützz Lukrezia, Oper von Respighi.— Preßburg 11.05s Talonorchester, 19.55: Populäres Konzert.— Mährisch-Ostrau 18.10: Der Kuß von Jsidin. Spionage— Rundfunkspiel. Sk. 241 Mittwoch, 13. Oktober 1937 O Seite 8 VfotkwMtoMfc mul äoslaipoiM flWaad der« Ke IV! in erhält für von und ver- an der beteiligt Vie Lorlalverslckerung sm Ausgang der Krise als nach den mathematischen Berechnungen vorgesehen ist. Statt der vorausberechneten 140.000 Als weitere Redner sprachen für die nationalsozialistische Gewerkschaft Sekretär B o h ä- Lek und für die kommunistische Gewerksch rft Sekretär M a z u r a, worauf die Vertreter der politischen Parteien die Versammlung begrüßten. Nach Annahme zweier Resolutionen wurde die Versammlung, die in boller Einmütigkeit verlaufen war, geschlossen. Ein Vergleich der in den ersten acht Monaten dieses Jahres gelieferten Kohlenmengen mit den in der gleichen Zeit des Jahres 1935 ergibt folgendes Bild: ES wurden an die Industrie geliefert(Tonnen): .Die Bedeutung der Versammlung wurde durch zahlreiche Vertreter der Behörden und befreundeten Körperschaften unterstrichen. Für den Abgeordnetenklub der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei war Abg. I a k s ch erschienen. Der erste Referent T i ch h(tschech. Verband der Lebensmittelarbkiter), unterwarf die Kartellierungsbestrebungen einer eingehenden Kritik. Wenn in der ärgsten Krisenzeit der Jahresverbrauch an Schokolade 1200 Waggons betrug, so wäre vernünftigerweise anzunehmen, daß in der Zeit der teilweisen Wirtschaftsbelebung dieser Konsum steigen würde. Demgegenüber macht sich das Bestreben geltend, durch Kontingentierung der Einfuhr von Kakaobohnen, die auf eine Herabsetzung der Schokoladenproduktion und damit auf eine unnatürliche Preissteigerung dieser Ware Arbeiterprotest gegen Kartellbestrebunsen in der Schokoladenlndustrie Mussolini jr. bei Roosevelt Washington.(HavaS.) Der Präsident der Bereinigten Staaten von Amerika, Roosevelt, empfing Montag im Weißen Hause den Sohn des italienischen Ministerpräsidenten Bittorio Mussolini, der in Begleitung des italienischen Botschafter- Suvich gekommen war, Roosevelt einen Besuch abzustatten. Volksernährungsamt gegen Freigabe der Reiseinfuhrl Im Laufe der Verhandlungen über die Freigabe der Reiseinfuhrkontingentierung ist überraschenderweise das dem Jststenministerium angegliederte Volksernährungsamt für die weitere Beibehaltung der Kontingentierung eingetreten. Man wirb nicht fehlgeben, wenn man hinter dieser sonderbaren Stellungnahme den handelspolitischen Einfluß der Agrarpartei annimmt. Ande- i rerseits haben aber auch schon die Agrarier einer Freigabe der Einfuhr unter der Bedingung zugestimmt, daß der ReiSzoll entsprechend erhöht wird. günstiger als vor zwei Jahren. Das finanzielle Gleichgewicht ist aber auch heute noch nicht hergestellt und dürste auch bei Andauern der Konjunktur nicht so bald erreicht werden. Gesetzgeberische Maßnahmen werden also nicht zu umgehen sein. Die Vertreter der Arbeiter in den gesetzgebenden Körperschaften werden Sorge tragen, daß diese Maßnahmen den um ihre Existenz schwer ringenden Versicherten möglichst wenig neue Opfer aufbürden; es wird im Gegenteil alles daran zu setzen sein, das die Versicherung für die arbeitenden Schichten noch besser und wertvoller gestaltet wird, als sie schon heute ist. herbeizuführen, die sich tatsächlich auch schon im Handel auSgewirkt hat. Es handelt sich auch um eine existenzielle Bedrohung des Arbeiters, der so Gefahr läuft, auf das Pflaster geworfen zu werden. Nachdem der Redner die Politik des Handelsministeriums in dies« Angelegenheit charakterisiert hatte, wie- er darauf hin, daß der Stand- punkt des Arbeiters und des Konsumenten gegenüber den Kartellierungstendenzen vollkommen klar sei. Wenn schon ein Zwangssyndikat ins Leben treten solle, so müssen in diesem die Arbeiterschaft, wie auch die Konsumentekreise entsprechend vertreten sein. Die Unternehmer haben bisher, wie der Referent bemerkte, noch keine Zeit gefunden, auf die von den Gewerkschaften am 2. September überreichten Vorschläge zu antworten, die die Regelung der desolaten ArbeitS« und Lohnverhältnisse betrafen. Zum Schluß erklärte Redner, daß unter allen Umständen einem Produktionsdiktat, auf daS die KartellierungSbestrebun» gen hinauslaufen, vorgebeugt werden müsse. der NSDAP WalterBuch über die Parteigerichtsbarkeit der NSDAP. Darin heißt es: „Ich komme zu der Einsicht, daß im Gegensatz zu der deutschen Redensart, was dem einen recht ist, ist dem anderen billig, das römische Wort:„Ouod licet Jovi, non licet bovi" darichtige ist. Es ist nicht so, daß das, was dem. einen gestattet werden kann, auch der andere tun darf. Wenn zum Beispiel dem SA-Mann, dec betrunken über die Straße torkelt, erst im Wiederholungsfälle aus dem Verhalten schlimme Folgen entstehen werden, so müßte ein solcher Vorgang für den obersten Richter der Partei sofort verhängnisvoll werden. Auf der anderen Seite müssen einem Mann, der sich um die Bewegung oder das Volk schon große Verdienste e r w o r b en hat, und der darum einen wichtigen Platz in der Gemeinschaft einnimmt, unterUmständenDingenachgesehen werden, die der Allgemeinheit im Hinblick auf die Erhaltung der Art nicht zugebilligt werden können." Es ist ohne weitere» klar, worauf.sich diese Stelle bezieht. Die Offiziere der Wehrmacht haben sich über den AlkoholiSmus des Herrn Ley beschwert, desselben Mannes, der jetzt in Berlin den Herzog von Windsor empfangen und herumgeführt hat. Herr Buch hat die Aufgabe gehabt, vor den Offizieren der Wehrmacht Entschuldigungen auszusprechen für die alkoholischen Exzesse des Herrn Ley und«ine Begründung dafür zu geben, warum Herrn Ley nicht daS geschieht, was einem gewöhnlichen Parteisoldaten der NSDAP bei so alkoholischen Exzessen vielleicht geschehen wird. Wahlen in der USSR (Taß.) Auf Grund des Beschlusses des achten außerordentlichen Sowjetkongresses und auf Grund des Artikel- 72 betreffend die Bestimmungen über die Wahlen zum Obersten Sowjet der USSR beschloß das Zentral-Exekutivkomitee der Sowjetunion, die Wahlen zum Obersten Sowjet auf den 12. Dezember 1937 festzusetzen und den Beginn des«Wahlkampfes"(?) für diese Wahlen mit dem 12. Oktober 1937 zu verkündigen. Die Aktien des Negus Das Pariser Zibilgericht befaßte sich Dienstag mit der Klage des Negus gegen die italienische Regierung. Der NeguS fordert«ine Dividende von 8000 Aktien der französisch-abessinischen Eisenbahn, die ihm als Oberhaupt des abessinischen Staate- zukomme. Die italienische Regierung erklärte sich'demgegenüber als Nachfolgerin des Negus und lehnt die Auszahlung der Dividende an den Herrscher im Exil och. Die Behandlung der Klage wurde schließlich um vierzehn Tage Verschoben. Große Kursstürze an der Prager Börse Der New-Uorker und Londoner Börse folgte am Dien-tag auch die Prager mit Kurseinbrüchen von größtem Ausmaß, die zur Folge hatten, daß bei einer ganzen Reihe von Papieren die Schlußnotierung unterbleiben mußte, da sonst das beim letzten Börsenkrach festgelegte Berlustmaxi- mum überschritten worden wäre. Der Verlauf der Börse zeigte in jeder Hinsicht das Merkmal der Zerfahrenheit und einer außerordentlichen Nervosität. Nach Beendigung des offiziellen Börsenverkehrs ersuchten der Börsenpräsident und der Börsenkommissär die Presse, keine nachbörslichen Privatkurse zu veröffentlichest, um die Unruhe nicht zu steigern. Es wurde ferner mitgeteilt, daß Verschleppuns des Junsen Abramowitsch Wie wir dem Zentralorgan der russischen Sozialdemokratie„Der sozialistische Bote" entnehmen,.ist in der Ncwht zum 10. April 1987 au- seinem Hotelzimmer in Barcelona Marc Rein, der Sohn des Führers der russischen Sozialdemokratie, R. Abramowitsch, spurlos verschwunden. Um Mitternacht hat er den Hotelsaal, in dem er den Abend mit einigen Freunden verbrachte, verlassen, um in sein Zimmer zu gehen, wohin ihm der Hoteldiener nach einigen Minuten eine Flasche Mineralwasser brachte. Seit diesem Augenblick hat ihn niemand mehr gesehen. Sein Bett blieb unberührt, alle feine Sachen, Kleider, Wäsche waren in voller Ordnung da, auf dem Tisch stand ein« Schreibmaschine mit einem umfangreichen Artikel, aber Marc Rein selbst war spurlos schwunden... Das rätselhafte Verschwinden wurde spanischen Zeitungen vermerkt. Notizen Artikel erschienen darüber. Es wurden auch schiedene Schritte zur Klärung dieses Falles unternommen, die aber ergebnislos verliefen. Die spanische Regierung hat festgestellt, daß keine Verhaftungen durch staatliche Behörden, weder durch spanische noch durch katalanische, stattgefunden haben und daß sich auch Marc Rein in keinem offiziellen Gefängnis befindet. Es muß daher leider der Verdacht ausgesprochen werden, daß Marc Rein, der sich zur Sozialdemokratie bekannt hat, aus politischen Gründen verschleppt wurde und e- ist durchaus möglich, daß irgendwelche kommunistische Organisationen Entführung deS betreffenden Genossen gewesen sind. Brennender Bomber im Absturz Ein japanischer Bomber ist über Schanghai von den Flugabwehrgeschützen in Brand geschossen worden. Er stürzt ab. Eine dichte Rauchfahne bezeichnet seinen Weg in die Tiefe. Wien. Der italienische Gesandte in Wien, Senator Salata, wird in allernächster Zeit seine Wirkungsstätte verlassen. Valencia. Wie der Reuter-Berichterstatter erfährt, ist in Valencia von einem angeblichen Beschluß der spanischen Regierung, ihren Sitz von Valencia nach B a r c e l o n a zu verlegen, nichts bekannt. Warschau. In Bransk in der Nähe von Bialy- stok kam es auf dem Markt zu antisemitischen Szenen, wobei die Auslagen der jüdischen Geschäfte zer- ! Irrimm«rl nwk»Xi Gn_. r_ i., t. Im Weinberger„Närodni düm" fand Dienstag eine Massenkundgebung der in- der Ley darf sich besaufen Der.Neue Vorwärts" veröffentlicht in sei nen kommenden Ausgaben weitere Auszüge aus den geheimen Reden der Reichsleiter der I^DAP. vor den Offizieren der Wehrmacht. Darunter be-! trümmert und acht Personen verletzt wurden. Äehn- findet sich ein Vortrag des obersten Parteirichters liche Inzidente wurden aus Suchowola gemeldet. Verhandlungen über eine Aktion zur Beruhigung eingeleitet worden seien, da der Verlauf des Börsendienstag durchaus nicht durch die Verhällnisse gerechtfertigt sei. Ueber den»schwarzen Montag" der Londoner Börse, der einer der verlustreichsten Tage seit der Depression war, schreibt„Financial Times" ^ehenso uzte andere Londoner Blätter,.^daß eine ausgesprochene„Flüsterpropaganda" am Werk gewesen sei, die selbst die Zahlungsfähigkeit von sehe anerkannten Firmen in Frage gestellt hat. Die Rückgänge betrafen ausnahmslos alle Aktien uns festverzinslichen Werte. Obwohl die Eisenproduktion Englands eine Rekordhöhe aufweist, erlitten auch die Eisenwerte Kursabstriche. Die„Financial News" sagt, daß der Kurseinbruch vollkommen überraschend kam. ten verblieb., Der Rückgang der Versichertenzahl und das diVunhaltbaren'soz i a l e n Verhä^t^ Sinken des Lohnniveaus führten zu einer. n i f f e, die in dieser Branche herrschen, vor der rapiden Schrumpfung der Einnahmen der Oeffenüichkeit zur Sprache zu bringen und das Sozialversicherung. Im Jahre 1928 wurden weitere Vorgehen der Gewerkschaften festzulegen, über 700 Millionen KL an Jnvalidenversiche«• rungsb eiträgen vorgeschrieben, im Jahre 1933' nur noch etwas über 400 Millionen KL. Krisenerscheinungen traten schließlich auch auf der Ausgabenseite der Sozialversicherung zu Tage. Biele tausende ältere und kränkliche Ver sicherte, die vielleicht noch durch. Jahre hätten tätig sein können, wurden nun plötzlich arbeits los und nahmen, um nicht ganz ohne Mittel dazustehen, eben die Invaliden« und die Alters rente in Anspruch. Di« Zahl der Rentner stieg rasch an, viel rascher, als sie nach den mathe matischen Berechnungen hätte wachsen sollen. Hand in Hand damit schnellten auch die Auszah lungen an Renten empor und betrugen z. B. im Jahre 1933 um etwa 22 Prozent mehr, als nach den mathematischen Berechnungen vorgesehen war. Mit Recht machte man sich daher nm die Zukunft der Versicherung Sorge und begann sich mit dem Gedanken, vertraut zu machen, durch ge setzlichen Eingriff da» finanzielle Gleichgewicht wiederherzustellen. Unsere Frage lautet: Beginnt sich die in den letzten Monaten einsetzende Wiederbelebung der Wirtschaft auch bei der Sozialversicherung auszuwirken? Die Frage. kann nur mit Ein schränkungen bejaht werden. Die Zahl der Ver sicherten ist gesttegen; sie betrug im Juli 1937 2,200.000, also um etwa ein« halbe Million mehr als im Jahre 1935, aber immer noch um 100.000 weniger als 1929. Diese Tatsache gibt zu denken, wenn man sich vor Augen hält, daß unsere Produktion über den Stand von 1929 schon weit hinaus ist. Wenn trotzdem 100.000 Arbeiter weniger in den Betrieben sind, so fft das eben auf die auch in der Krise ständig fort schreitende Rationalisierung zurückzuführen. Daß die Krise noch nicht überwunden ist, zeigt sich noch deutlicher bei der Entwicklung der Arbeitslöhne. Die Löhne sind im Jahre 1937 zwar um etwa 8% höher als im Jahre 1935, aber noch immer um 10% niedriger als 1929. | gibt eS in Wirklichkeit 182.000 Invaliden- und sAlterSrentner. Mit den Witwen- und Waisenrenten sind es zusammen gegen 280.000 Personen, die monatlich etwa 32 Millionen KL an (Dr. E. E.) Zu den Leidtragenden der letz- Renten beziehen: täglich zahlt chie Zentralsozial- ten Wirtschaftskrise gehört auch unsere Arbeiter- Versicherungsanstalt ihren Rentnern also über Sozialversicherung. In dreifacher Weise«achte eine Million KL au». sich die Krise auch bei ihr bemerkbar. Die Zahl Die Lage unserer Sozialversicherung ist der Versicherten ist von 2,300.000 im Konjunk«. dem Angeführten derzeit also entschieden turiahr 1929 auf, 1,700.000 im Jahre 1935 gesunken, also um nicht weniger als 600.000.-> Ferner kam es infolge des in der Krise einsetzen den Lohnoerfalles zur Abwanderung der Ver sicherten aus den höheren aktiven in die niedri geren passiven Lohnklassen. So hielt sich im Jahr« 1929 die Zahl der in den gtoei stark passiven niedrigsten Klassen Aa und Ab eingereihten n... Versicherten etwa auf gleicher Höhe mit der Zahl S ch o ko l a dkn- u n dKan d i't e n i n- der in die beiden altiven Klassen C und D ein- d u st r i e beschäftigten Arbeiterschaft statt, dir gereihten Versicherten. Im Lahre 1935 aber von den drei Vertragsgewerkschaften gemeinsam Ware« in den zwei passivsten Klassen über die; einberufen worden war. Zweck der Kundgebung Hälfte aller Versicherten, während in den beiden■«ar, zu den Kartellier ungsbeftre- aktiven Klassen kaum ein Viertel der Versicher-Zungen in diesem Industriezweig Stellung zu ten verblieb. I nehmen und die Forderungen der Arbeiterschaft, Ole Industrie als Kohlenverbraucher Die Kohlenbezüge der tschechoslowakWhen Industrie haben auchMr Monat August eine weitere Erhöhung erfahren. Wahrscheinlich ist diese stärkere Kohlenabnahme nicht allein durch den erweiterten Produktionsumfang bedingt, sonder« gleichzeitig durch eine größere Vorratshaltung aus verkehrstechnischen Gründen hervorgerufen worden. Jedenfalls hat der August die bisher grüß« Noch immer ist in den zwei passivsten Klassen ten Kohlenlieferungen an die Industrie gebracht, fast die Hälfte aller Versicherten eingereiht, wäh- Während im Juli im Vergleich zum Vormonar rend die zwei aktiven Klassen kaum 30% der eine Steigerung um 5.9 Prozent festzustellen war, Versicherten aufnehmen. Dementsprechend sind ergab sich im August eine solche von 8.6 Prozent, die Einnahmen an Versicherungsbeiträgen um .etwa ein Viertel höher und dürsten Heuer zmn ersten Mal wieder die halbe Milliarde über schreiten. Gegenüber dem Jahre 1928 ergibt sich aber immerhin ein Minus von 200 Millionen KL. Wie sieht es nun auf der Ausgabenseite aus? Auch hier erkennt man deutlich die ersten Anzeichen einer Besserung. Die Zahl der An suchen um Invalidenrente ist Heuer gegenüber dem Vorjahr um nicht wknijser wie 20 Prozent gesunken, die Zahl der Ansuchen um Aüersrente um 10 Prozent. Dies bedeutet, daß nun auch die älteren und kränklichen Arbeiter leichter in Beschäftigung kommen und daher nicht die Rente verlangen müsM. Ebenso findet eine wachsende Zahl von Rentnern wieder Arbeit und nimmt die b e8 Jahres 1935 der Kohlenbezug der Industrie Rente nicht mehr in Anspruch. Immerhin zahlt insgesamt 5,494.200 Tonnen betrug, erreichte er die ZentralsozialversicheruiigSanstalt aber auch i der gleichen Zeit des laufenden Jahre» die heute noch um 17 Prozent mehr an Renten aus, bon g,070.300 Tonnen. Di« Zunahme be- trägt demnach nahezu 50 Prozent. Die weitaus größten Kohlenmengen bezieht nach wie vor die Hütten- und metallverarbeitende Industrie. 1937 1935 Jänner 946.800 725.200 Feber 956.200 660.100 März 990.600 695.700 April 1,002.300 668.800 Mai ' 955.600 672.000 Juni 1,038.200 618.100 Juli 1,051.500 700.800 August 1,140.000 751.500 Während also in den ersten acht Monaten 100 Reichsmark..., 1 • 638.— Markmünzrn..» 710,— 100 österreichische Tchilling • 526.50 100 rumänische Lei... • • 16.23 i';o polnische Zloty. ♦ 515.50 100 ungarische Pengö.. • • 550.50 100 Schweizer Franke«. • 654.50 100 französische Francs» • 9530 1 englisches Pfund.. • 140.50 1 amerikanischer Dollar. • 28.50 100 italienische Lire.. • 122.90 100 holländische Gulden. • 1576.— 100 jugoslawische Dinare-. Bellas'..... • • 60.05 100 • • 479.— 100 dänische Kronen.. 625.— 100 schwedische Kronen» • • 726.— M Seite 6 „Sozialdemokrat Mittwoch, 13. Oktober 1937. Nr. 2«> Agger Helüma Straßenbahn«egen Fuhrwerk. Gestern vormittags fuhr der 57jährige Kutscher Franz Zenker aus Lieben durch die Mladonoviägasse in Zijjkov, wobei er beim Neberqueren der Geleise von einem beranfahrenden Straßenbahnwagen der Zehner- Linie erfaßt, vom Bock geworfen und überfahren wurde. Mit mehreren Rippenbrüchen und schweren inneren Verletzungen brachte ihn die Rettungsgesellschaft ins allgemeine Krankenhaus. Das zwei- spännige Fuhrwerk, das Sand geladen hatte. wurde beschädigt, der^Sand verschüttet und der Straßenbahnverkehr auf der betreffenden Linie etwa eine halbe Stunde lang unterbrochen. Kochender Lack ins Gesicht. In der Fabrik Kra- tochvil in Karolinenthal, Ufergasse 1. kam es gestern beim Kochen von Lacken zu einer Explosion und in deren Folge zu einem Brand, der aber durch das Eingreifen der Feuerwehr bald erstickt werden konnte. Der Schaden ist noch nicht bekannt. Dem 34jährigen Mechaniker Bohumil Schrecker spritzt« kochender Lack ins Gesicht, so daß er Brandwunden zweiten Grades im Gesicht und am Hals« erlitt. Diebsjagd. In der Mächagaffe in Prag-Weinberge bemerkte in der Nacht auf gestern die Wache zwei verdächtig aussehende Männer mit einem schweren Paket, die, als sie sich beobachtet sahen, die Flucht ergriffen. Im nahegelegenen Havliöekpark warfen sie das Paket weg und entkamen in der Dunkelheit. Das Paket enthielt 20 Kilogramm Bicrröhren. Kurz nachher meldete sich der Weinberger Gastwirt Zdenek Müller auf der Polizeiwachstube. um einen eben bei ihm erfolgten Bierröhren- diebstahl anzuzeigen; in den gefundenen Bierröhren erkannte er sein Eigentum. Die Nachforschungen werden fortgesetzt. „Worum geht es in Deutschland, Spanien und Italien?" Ein Vortrag des Dozenten Dr. Josef Fischer über dieses Thema findet im Seminar über den Völkerbund und politische Aktualitäten am Freitag, den 15. Oktober, in den Klubräumen der Dwca in Prag II., Zitnä 8, im ersten Stock statt. Xunst und Wis&tn Ein Schüler FreiligrathS. Am 13. Oktober jährt sich der 100. Geburtstag des tschechischen Dichters Rudolf Mayer, eines armen Studenten, welcher unter großen Entbehrungen das Doktorat der Rechte erreichte und, 28jährig, starb. Der Band seiner nicht zahlreichen Gedichte zeigt ihn als«in großes Talent, welches ihn zu einem bedeutenden Dichter gemacht hätte. Sein bekanntestes Gedicht ist die Ballade„V poledne"(„Mittags"). Der Heizer in der Fabrik denkt über alle Ünmenschlichkeiten nach, welche er von seinem Chef, dem Fabrikanten, erdulden mußte. Die Rachsucht erwacht in ihm und er will durch Ueberheizung des Lössels die Fabrik in die Luft sprengen, um gleichzeitig mit dem Fabrikanten den$ob zu finden. Aber er wird fich plötzlich dessen bewußt, daß das soziale Elend durch individuellen Terror nicht geheilt werden kann und sagt:„Leb weiter! Keine Erlösung findet die Welt, wenn ein Tyrann verschwindet!" Dieses Gedicht, welches als die erste tschechische Arbeiterballade be- Mitteilungen aus dem Publikum. Ich weiß, was ich verlange, denn durch Anfrage bei meinen Bekannten habe ich mich überzeugt, daß ich mit dem Apparate Mikrofons bestimmt zufrieden fein werde. Das gut gewählte Erzeugungsprogramm ermöglicht die Auswahl nach meinem Wunsche. Werde ausschließlich die gualitativen Mlkrofona-Empfänger verlangen. trachtet wird, entstand unter dem Einflüsse von Frei« ligraths Gedicht:„Von unten auf". Bei Freiligrath ist ,eg statt eines Fabriksheizers der Proletarier- Maschinist auf einem Schiffe, auf welchem der preußische König über den Rhein fährt Auch er denkt darüber nach, ob er daS Schiff in die Lüft sprengen soll, aber auch er sagt zum Schluß:„Heut, zornig Element, noch nicht". Eine andere,' auch etwas sozial klingende Ballade Mayers ist:„Mknost"(„Die Ewigkeit"). Er schrieb ferner chrische Gedichte, ein an Byron mahnendes Fragment„Sefenussar" und kleine Prosa. r. i. Theater-Abonnement 1937/38. Anmeldungen für Neuestitretende täglich! Ein Parkettsitz schon um Kc 14.30; ein guter Galeriesitz schon um K€ 5.90. Die dritte Mänes- Ausstellung. In den AuS« stellungssälen deS Vereines.Mänes" wurde Dienstag in Anwesenheit des SchulministerS Dr. Frank« die Ausstellung„D«r heutige Mänes" eröffnet. Es ist dies bereits die dritte Ausstellung, mit welcher der Verein bildender Künstler„Mänes" seinen 50- Prag._(-rb-) Die derzeitige Schwurgerichtsperiode schließt mit einem großen Mordprozeß ab, der Dienstag unter Vorsitz deS GR Dr. Sv am» bera eröffnet wurde und dessen Sachverhalt wie ein düsterer und unwahrscheinlicher Roman aus der Feder eines pessimistischen Schriftstellers anmutet. Dieser wahre Roman spielt auf dem Lande, seine Hauptakteure sind Angehörige einer vermögenden Bauernfamilie. Im Dorf Stupice lebte die Bauernfamilie der Dvoraks. Der alte Dvokäk verläßt eines Tages seine Familie auf Nimmerwiedersehen. Seine Frau wirtschaftet weiter und versorgt ihre drei Kinder in der üblichen Art. Der Sohn Karl Dvorak und die älteste Tochter werden ausgezahlt, Karl Dvokäk heiratet auf einen anderen„Grund"«in, doch stirbt seine Frau bald an Tuberkulose. Karl Dvokäk verkonnnt, sitzt zwölf Strafen wegen verschiedener Diebstähle ab und kehrt schließlich mit einer Lebensgefährtin, einer gewissen Franziska Hokinka, die ebenfalls direkt aus der Strafanstalt kommt, auf den väterlichen Hof zurück, wo indessen seine Schwester Aloisia, die«inen Bauernsohn namens Corn geheiratet hat, das Regiment führt. Bruder und Schwester verstehen ssch gut und auch die Hokinka weiß sich bei der Aloisia verehelichten Corn beliebt zu machen. Desto schlechter kommt sie mit dem in das Gut eingeheirateten Gatten aus. Dieser Stanislav Corn war ursprünglich ein ganz tüchtiger Bauer und hat auch 65.000 Xö mitgebracht, aber die Ehe war absolut unglücklich. Daran dürfte die sexuelle Hemmungslosigkeit der Frau di« Hauptschuld getragen Haban. Sie hatte mit 18 Jahren geheiratet. ES war kein Geheimnis, daß sie mit jedem Knecht, der auf diesem Gut bedienstet war, schlief. Zuletzt diente auf diesem Gute ein gewisser Georg M a t o u s e k, die vierte Hauptperson dieser Tragödie. Die Bäuerin schläft auch mit ihm und der Bauer. Stanislav Corn ist bereits soweit. daß er seinen hilflosen Groll in Rum ersäuft, worin ihn s e i n e G a t t j n n o ch bestärkt, weil er dann fester schläft und fie in ihrem Vergnügen nicht stört. Aloisia und ihr Knecht und Geliebter Matou- sek und ihr Bruder^arl Dvokäk mit seiner Geliebten Franziska Hokinka verstehen sich also sehr gut. So gut. daß einmal, als der Bauer wieder total besoffen nachhause kam, der Knecht Matousek den Karl Dvokäk unter dem Arm nimmt und ihm vertraulich zuflüstert:„Horch Karl, wenn er wieder jährigen Bestand feiert. Die einleitende und Be» grüßungSkundgebung erfolgte durch den DereinSvor- fitzenden Prof. Dr. Gokär. Hierauf ergriff Minister Dr. F r a n k e das Wort, welcher gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Regierung Dr. Milan H o d jj a. dem Außenminister Dr. Kamil K r o f t a und dem Prager Primator Dr. Peter Z« n k l daS Ehrenpräsidium bildet. Protektor ist der Präsident der Republik. Dr. Edvard Benes. Die Ausstellung wurde von 70 Künstlern beschickt. Unter den ausgestellten Werken befinden fich auch Bilder Edvard Munchs, Oskar Kokoschkas und Architekturentwürfe Corbusiers. Del« Lipinskaja kommt Anfang November nach längerer Pause wieder nach Prag und gibt einen heiteren Abend in der Prodicktenbörs«. Spielplan deS Reue« Deutsche« Theaters. Heute, Mittwoch halb 8: Arabella. Erstaufführung, BI.— Donnerstag halb 8: DaS Dorf ohne Männer, CI.— Freitag halb 8: DaS Land des Lächelns, volkstümliche Vorstellung, Abonnement aufgehoben.— Samstag halb 8: Acht Richer im Takt, Uraufführung C 2.— Sonntag halb 8: Warum lügst du.-Cherie? halb 7: Siegfried, B 1. Spielplan der Kleine« Bühne. Mittwoch 8: Nachtasyl,— Donnerstag 8: Bei Kerzenlicht.—Freitag 8: Die Reise.— Samstag 8: Die Reise.— Sonntag 3: Rausch. 8: Nachtasyl. einmal besoffen ist. hängen wir ihn auf...„DaS Gut war inzwischen durch die dort herrschende Mißwirtschaft arg heruntergekommen und mit mehr als 200.000 K5 belast^. Wenn der Bauer Stanislav Corn seinen wehmütigen Rausch hat. erzählt er jedem, der es hören wird, daß er fich erschießen werde, wenn„die Sache mal platzt". Nun denn— am 1. Mai 1935— kam die Bäuerin Aloisia plötzlich heulend aus dem Gehöft gerannt und schrie es in alle Welt hinaus, daß ihr Mann sich erschossen hab«. Man fand Stanislav Corn auf seinem Bett liegend mit zerschmettertem Kopf, neben ihm eine alte Jagdflinte. Man munkelte zwar-allerlei, aber-Beweise gab es nicht und das Urteil der Amtsorgane lautete schließlich auf „Selbstmord" Das war vor zweieinhalb Jahren. Bald nachher verschwand der Knecht Matousek von dem Hof und die verwitwete Bäuerin Aloisia heiratete«inen jungen Landwirt namens Skäla. mit dem sie seither glücklich lebte. Auch ihr Bruder Karl Dvokäk mit seiner Gefährtin Hokinka hatte den Hof verlassen und die beiden schlugen sich nun irgendwo in der Nachbarschaft mehr schlecht als recht dur^ Zank und Streit gab es bei ihnen ständig und eines Tages ließ Karl Dvokäk seine Lebensgefährtin wegen g e f,ä h r l i ch e r Drohung verhaften. Siegst eine jähzornige Frau und so schrie fie ihm, allerlei üble Dinge zu. als sie von den Gendarmen abge- führt wurde. Kurz nachher kamen die Gendarmen und nahmen Karl Dvokäk in Hast, den die Hokinka des M o; d« s gnseinemSchwagsr Cb k ö bezichtig!: hatte. Sie versucht« zlLÄ Vie Be- schvldiguna zu widerrufen, aber inzwischen hatten die Gendarmen die Spur ausgenommen und binnen kurzem war auch Aloisia Skäla, verwitwete Corn, geborene Dvokäk in Haft und ihr ehemaliger Geliebter Matousek gleichfalls. Nun stehen alle vier vor den Geschworenen unter Anklage des Mordes, bzw. der Mittäterschaft an diesem Verbrechen. Alle vier leugnen und jeder schiebt dem andern die Schuld zu. Allem Anschein nach aber hat Karl Dvokäk an jene» Tage seinem Schwager, als dieser in festem Schlaf-lag. mit der Büchse dz« Garaus gemacht. Näheres wird erst das Beweisverfahren ergeben. zu dem 22 Zeugen geladen find. Ader schon die heutigen Aussagen der einzelnen Angeklagten enthalten viel BemerkenAverteS. So soll die Aloi- fia Corn, wie sie damals noch hieß, ihrem Bruder drei Strich Acker für dir Ermordung ihres Gatten geboten haben, die sie ihm aber nach vollbrachter Drei Strich Grund als Mordlohn Ein großer Mordprozeß als AbschluB der Prager Schwurgerichtspertode Die Geschichte des Fingerabdrucks Eine chinesische Erfindung MTP. New Nork. Das sehr tiefgehende Interesse der amerikanischen Oeffentlichkeit für den Konflikt im Fernen Osten, wobei naturgemäß die Sympathien auf feiten Chinas sind, hat er mit sich gebracht, daß eine nicht sehr bekannte oder wenigstens längst vergessene Tatsache wieher ans Licht .gezogen wurde. Im Zusammenhang nämlich mit dem Faktum, daß die moderne Zivilisation der weißen Rasse der uralten Kultur des Reiches der Mitte unendlich viel zu verdanken hat, macht man jetzt in USA. darauf aufmerksam, daß die Chinesen es waren, die vor Jahrhunderten die Daktylographie entwickelt haben. Das heißt, sie waren die ersten, die die Bedeutsamkeit von Fingerabdrücken erkannten und benutzten. Und die moderne Kriminalistik mit ihren Riesenarchiven von Fingerabdrücken wäre heute bestimmt nicht das, was sie darstellt, wenn nicht die Chinesen gewesen wären, die noch in einer Zest, bevor eS die chinesische Tusche gab, bei Kaufverträgen oder anderen Aktenstücken ihre Daumen auf daS Papier drückten. DaS war die übliche Form der Unterschrift. Uebrigens sitzen in der„National Division of Identification and Information", jenem' großen amerikanischen Untersuchungsbüro, das 1924 gegründet wurde und sowohl der Polizei wie den Gerichten unterstellt ist, eine Reihe von chinesischen Sachverständigen, weil gerade fie sich als die tüchtig- sten und aufmerksamsten Beobachter und Forscher erwiesen haben. Natürlich haben die alten Chinesen ihre Erfindung nicht ausgebeutet. Sie besaßen nämlich„nur" eine Kultur, aber keine Zivilisation. Und es bedurfte| erst der Tatsache, daß die Kunde von Fingerabdrücken auf Urkunden über China hinaus bis nach Indien drang, damit in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts der erste Europäer darauf aufmerksam wurde. ES war ein hoher englischer Beamter, Sir William Herschel, in Bengalen. Er hatte ständig Streitereien mit den Eingeborenen, die kaum schreiben konnten und häufig ihre Verträge mit einem Kreuz unterzeichneten, dar fie dann nicht wiedererkennen konnten oder wollten. Durch einen Chinesen, der aus Südchina nach Bengalen gekommen war, einem kleinen'Kaufmann, erfuhr er, daß dieser sich bei Verträgen mit Indern dadurch sicherte, daß er diese Daumenabdrücke auf das Papier machen ließ. Obwohl weder der Kaufmann noch die Inder in der Lage waren, den wirklichen Wert eines solchen Ab- druckes zu erkennen, galt ihnen doch die Bekräftigung eines Vertrags durch dieses Zeichen so heilig, daß jeder Konflikt vermieden wurde. Herschel sah den Vorteil dieser Methode ein, führte fie für seine Amtshandlungen durch und begann als erster, sich wissenschaftlich mit den seltsamen Linien der Daumen zu beschäftigen. Dennoch kam erst um die Jahrhundertwende die wirkliche Entwicklung der Daktylographie vorwärts und zwar hauptsächlich durch den amerikanischen Forscher Francis G a l t o n, der zu den bedeutendsten Entdeckungen gelangte, merkwürdigerweise auf Grund einer falschen Hypothese. Er glaubte nämlich, man könne mit Hilfe von Fingerabdrücken gewisse Erbeigenschaften feststellen und vor allem ungeklärte Vaterschaften aufdecken. Lu seinem Erstaunen ergab sich aber, daß daS Bild der Daumen- und Fingerlinien bei jedem Menschen ganz verschieden ist, völlig unabhängig von verwandtschaftlichen Beziehungen, ja selbst von Raffen. Der Daumenabdruck eines Chinesen oder NegerS unterscheidet sich in seiner typischen Linienführung in nichts von dem eines Amerikaners oder Italieners, und Galtons höchst erstaunter Ausspruch wurde damals in Fachkreisen sehr bekannt:„Es gibt ja gar keinen Unterschied zwischen dem Daumenabdruck eines Schwachsinnigen und dem eines Premierministers." DaS zweite, was Galton feststellte, war die Tatsache, daß di« feinen Linien auf den Fingern, im Gegensatz zu allen anderen physischen Merkmalen deS Menschen, überhaupt keiner Aenderung unterworfen find: sowie die Linien auf der Hand des Säuglings, ja, sogar deS Embroys verlaufen, so bleiben fie bis zum Tod. Kein Ereignis, keine noch so schwer». Krankheit kann sie verändern. Sie dauern noch bis über den Tod hinaus: man hat späterhin bei der Untersuchung ägyptischer Mumien entdeckt, daß die Linien des Daumens und der anderen Finger besonders- gut erhalten geblieben find. Galton blieb trotz aller seiner Entdeckungen reiner Wissenschaftler. Die Weiterentwicklung erfolgte auf kriminalistischem Gebiete vor allem durch den genialen Sir E. R. H e n r h von Scotland Nard, der die Linien der Daumen in verschiedene Gruppen einteilte und die ersten Daumenabdruck- Kätaloge von Verbrechern schuf. Wenig später vereinfachte der dänische Kriminalist Jürgensen danach etwas umständliche System Henrys, indtm er die Fingerabdrücke durch Zahlen klassifizierte und auf diese Weise die Möglichkeit schuf, das Fernidenti- ftzierungS-Berfahren einzuführen. Auf Grund dieses Systems besteht in Kopenhagen seit einigen Jahren eine Zentrale für- internationalen Austausch von Fingerabdrücken. Diese außerordentliche Entwicklung der Daktylographie, ohne deren Anwendung heute keine Polizeibehörde mehr existieren könnte, verdankt man allein den Chinesen, obwohl diese nie auf den Gedanken gekommen wären, mit Hilfe eines solchen Verfahrens Verbrecher ausfindig zu machen. miHROFonn ist sehr beliebt miHRoronfl bietet guten Absatz miHRoronn liefert keine Ware in Kommission miHROFonn liegt nicht am Lager miHROFonn Radioempfänger müssen Sie daher konsequent verlangen Besichtigen Sie die Empfänger und verlangen Sie deren kostenlose Vorführung Besuchet unsere Vorführungsräume: PRAHA IL NA FOkld. T.M~ U4U «AHA XIU IHEHRAOSKA&. T.Mm 241-1« Tat schuldig blieb, angeblich weil es ihr um die Bezahlung der Uebertragungsgebühren leid wax. Ihren getreuen Knecht jagt« sie gleich nach der. Tat davon, wobei sie offenbar damit rechnete, daß de« beiden ihre eigene Schuld den, Mund verschließen werde. Der Jähzorn der anscheinend gleichfalls im Komplott gewesenen Hokinka bracht« dann den gräulichen Sachverhalt an den Tag. Der Prozeß ist auf drei Tag« berechnet. Vkrüninachndhiin R. W. Donnerstag, den 14. Oktober, pünktlich 20 Uhr im Parteiheim Mitgliederversammlung. Pflichtabend. L 5^t-5piet-I2kp«W-s Ausgeglichene Kräfte bringen schöne Spiele im 6. Union-Kreis Die westböhmischen Arbeiter-Fußballmannschaften weisen in der ersten Klaffe durchwegs ein« gute Spielstärke auf, die auch mit dazu beitrug, daß sich die Zuschauerzahl rasch vermehrt. Am Sonntag gab es drei unentschiedene Spiele. Das mit Spannung erwartete Zusammentreffen der beiden führenden Mannschaften, Unterreichenau und Falkenau, tdar ein typischer Punktekampf; es wurde hart, abü nicht unfair gekämpft und das unentschiedene Ergebnis ei« gerechter Ausgang. Graslitz mußte auf eigenem Platz«inen Punkt an Fischern aogeben und das drift« Unentschieden kam im Spiele Drahowitz gegen Cho- dau zustande. ASB Altrohlau gewann gegen Reudek knapp und ist mit den beiden Erstplacierten nun punkregleich, obwohl es um ein Spiel weniger ausgetragen hat. Aich gewann gegen Maierhöfen im Endspurt verdient und Rapid Karlsbad kam ohne Spiel zu Punkten, da Schankau wiederum nicht antrat. Die Ergebnisse: Atus Unterreichenau gegen FFK Falkenau 8:3(1:1), ASB Altrohlau gegen ASB Neudek 1:0(0:0), ASK Graslitz gegen AtuS Fischern 2:2(0:1), AtuS Aich gegen ASB Maierhöfen 3:2(1:2), AtuS Drahowitz gegen Rote Elf Chodau 1:1(0:1). Di« Tabelle FFK Falkenau. .. v 8 1 1 22.12 7 AtuS Unterreichenau 5 3 1 1 17:20 7 ASV Altrohlau. 4 3 1 0 16:10 7 Atus Fischern.. A 5 2 2 1 12:12 6 ASB Graslitz.. 9 4 2 1 1 18:10 5 Rote Elf Chodau. 5 2 1 2 9:10 5 ASB Neudek.. 4 2 0 2 7:5 4 AtuS Aich... 5 2 0 8 8:16 4 Rapid Karlsbad« 9 4 2 0 2 5:15 4 Atus Drahowitz< 9 5 ,1 1 8 6:11 8 ASB Maierhöfen„ 9 4 1 0 3 14:8 2 ASB Schankau. • 4 s 0 4 2:11 0 Fußballergebnisse aus dem 8. Union-Kreis. B e- zirk Aussig: Aussig-Ost gegen Mühlig-Union 2:3, Kcochwitz gegen Nestomitz 1:8, Wannow gegen Aussig-Nord 2:2, Türmih gegen Predlitz 0:4, Kreische gegen Ullgersdorf.2:Q.. Josef# Hofbauer: Dorf In Scherben Preis kart. Kä 32—, geb. K8 88.—. Zu beziehen durch die Zentralstelle kür daS Bildungswestn in Prag XU, Gleska 13/V. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung inS HauS oder bei Bezug durch die Post monatlich KC 16.—. vierteljährlich Kd 48.—, halbjährig Kd 96.- ganzjährig 1f 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.- Rückstellung-on Manuskripten effolgt nur bei Einsendung der Retourmarken— Die ZeitungSfrankanir wurde von d-r Post« und Tel«- graphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/VII/1930 bewilligt.(Kontrollpostamt Praha 25.— Druckerei:„Orbis". Druck-, Verlags- und ZeitUngS-A.-G. Prag.