Tozialü cmotrat Aus dem Inhalt Zeutralorga« der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei i« der Tschechoslowakischen Republtt Sonntag, 17. Oktober 1937 Nr. 245 17. Jahrgang Lehuhmavnahmen gegen die Joadiimsthaler Bergkrankheit Abbau der Staatsangestellten- Gehaltsabzüge Trofcki im Gegenprozeß freigesprochen Erscheint mit«nonahme de» Montaa tLgttch fr»h> Einzelpreis 70 Heller Redaktion und Verwaltung: PragXll.,Fochooa 62- Telephon 53077--Dm-gÄer: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern. Prag Italienischer QuerschuD in London Rom will nur 7000 Freiwillige abberufen, Scharfe Sprache Frankreich! London.(Eigenbericht.) 2n der mit Spannung erwarteten samstägigen Sitzung des Richtinterventionsausschusses, die zwei Stunden dauerte, teilte der französische Botschafter Corbm die Forderungen seiner Regierung mit, die fünf Punkte umfassen: 1. Die sofortige Zurückziehung der sogenannten Freiwilligen; 2. Wenn der erste Rückzug erfolgt fein und die Ueberwachungskommiffion seinen Fortgang meldet, wäre Frankreich dereit, gewisse von jenen Rechten, die Kriegführenden zugestanden werden, den spanischen Parteien zu gewähren; 3. Alle vertretenen Regierungen solltest ihren Einfluß in Salamanca und Valencia benützen, um in kürzester Frist den Rückzug einer bestimmten Zahl von Freiwilligen auf beiden Seiten durchzusetzen» wobei auf die Proportionalität geachtet werden müßte. 4. Es müssen Vorkehrungen gegen die weitere Entsendung von Truppen getroffen werden. 5. Es ist ein neutrales Kontrollsystem gemäß de« Berichte» zu schaffen, den di« beiden früheren Leiter der Kontrolle, van Hulm und Henning, am 21. September erstattet haben. Der französische Botschafter erklärte, daß Frankreich in dem Falle, daß diese füus Punkte nicht erfüllt würden, seine volle Hand» lungsfreiheit wiedererlangt hätte. Lord Plymouth, der englische Delegierte, erklärte namens seiner Regierung, daß sich diese auf kein bestimmtes Verfahren festlegen wolle, aber keine Verzögerung" zulaffen werde. England unterstütze die französischen Forderun- gen in vollem Umfange. Auch die britische Regierung werde in dem Falle, daß keine Einigung erzielt werden könne, die Frage prüfen, ob sie ihre Handlungsfreiheit wiedergewinnen kann. Gr an di, der Vertreter Italiens, hielt eine längere Rede, in der er sich bemühte, nachzuweisen, daß nicht Italien, sondern die anderen Länder für das Scheitern der Nichtintervention die Verantwortung trügen. Er sei ermächtigt, mitzuteilen, daß Italien den Vorschlag auf„teilweisen Rückzug einer gewissen Anzahl von Freiwilligen" auf beiden Seiten annehme, doch sollten auf beiden Seiten gleich viel Freiwillige zurückgezogen werden. Grandi stellte dann eine Reihe weiterer Forderungen auf. Er behauptete u. a., daß Schiffe verbotene Frachten nach den republikanischen Häfen Spaniens brächten und daß sich sogar Schiffe der republikanischen Flotte widerrechtlich der Flagge fremder Mächte bedienten. Des weiteren müsse man Franco di« Rechte einer kriegführenden Partei zuerkennen, da sonst die Neutralität im spanischen Konflikt nicht gewahrt sei. Damit bekennt sich Italien statt zum Begriff der Richtintervention zum»e- griff der Neutralität, waS um so«staun« licher ist, als Italien immer wieder erklärte» daß eS in dem Konflikt nicht neutral sein«ad de« Sieg der spanischen Republik nicht dulden könne. Zum Abschluß richtete Grandi einen scharfen Angriff auf den englischen Außenminister Eden, dessen Rede vom Freitag das Mißfallen Italiens hervorgerufen hat. Solche Reden, so sagte Grandi, seien der Arbeit der Kommission nicht förderlich. Die Stellungnahme Italiens ist insofern demagogisch, als sie den Willen zum Ausdruck bringt, die freche Intervention in Spanien fortzusetzen. Auf feiten Francos kämpfen nämlich gegen 100.000 Italiener, während auf feiten der Regierung von Valencia kaum 7000 Ausländer kämpfen. Aus diesem Grunde verlangt Frankreich die Proportionalität bei der Zurückziehung der frem- dm Truppm. Käme eS zur Annahme deS italienischen Vorschlages,so würdm zwar samt l i ch e Ausländer auf de? R e« gierungsseite auS dem Kampf ent» fernt, bei Franco aber würdm noch immer mehr als 90.000 Mann fremder Truppm verbleiben. ES liegt auf der Hand, daß Frankreich einer solchm Komödie nicht zustimmm kann. Aus Paris kommen denn auch Nachrichten, die von einer schweren Verstimmung Frankreichs über dm italimischm„Vorschlag" wissen. Die Erklärung deS mglischm Ver- treters ist viel wmiger deutlich als jme deS französischen. Währmd Botschafter Corbin mitteilt, daß Frankreich im Falle deS Schei- temS der Verhandlungen feine volle Hand- lungsfreiheit wiedererlangt hafte, sagte Lord Plymouth, daß England in diesem Falle erst die Frage p r ü f e n werde, ob England seine volle Handlungsfreiheft wiedergewinnen kann. DaS ist ein wesentlicher Unterschied, der die Erklärung, daß England die ftanzösischen Forderungen voll decke, stark ent- wertet. Strafanzeige gegen Rutha Erster Polizeibericht über die Rutha*Affäre Die Reichenberger Polizeibehörde gab am Samstag folgenden ersten Bericht über den Fall Rutha auS: Anfangs Oktober 1937 hielt die Polizeidirektion in Reichrnberg einige junge Männer wegen des begründeten Verdachtes an, daß sie sich des Verbrechens nach 8 129b Strafgesetz schuldig gemacht haben. Da durch die durchgeführte Untersuchung erwiesen wurde, daß dieser Verdacht begründet ist, wurden am 4. Oktober 1937 verhaftet: Werner Weiß, 20jähriger, Bankbeamter ans Franzendorf bei Reichrnberg und Adolf Wagner, 24jähriger Textiltechniker aus Jo- haunesthal bei Reichenberg. Am 6. Oktober würdm weiters verhaftet: Le» Wagner, 20jähriger Hörer der Medizin ans Reichenberg und Wilhelm Hofmann, 21- lähriger Ehemiker aus Freiwalda«. Am gleichen Tage wurde wrgm desselbm Deliktes ein Jugendlicher vorgrführt, dessen Name nicht angeführt werden darf, am gleichm Tage wurde weitrrS Heinrich R«t h a, 40jähriger Möbel- fabriksbrsstzer, wohnhaft in Kunersdorf, verhaftet. Am 7. Oktober 1937 wurdrn verhaftet: Dr. Walter Rohn,, 26jöhriger Zeitungsherausgrber aus Reichrnberg und Friedrich G e l i n e k, 18- lähriger Studierender. aus Komotau. Außerdem wurde wegen des gleichm Deliktes ein weiterer Jugendlicher angehalten, dessen Name nicht mitgetrilt werden darf. Am 8. Oftober l. I. wurde verhaftet Kurt Gansel, 27jähriger Tischlergehilf« aus Mildmau, am 9. Oftober Wolfgang Heinz, 23jährigrr Rechtsabsolvmt aus Frmdmthal, am 10. Oktober l. I. Kurt Fr a n z k e, 19jähriger Hörer der Rechte aus Frmdmthal, am 11. Otto- ber Anton Funk, 21jährigrr Hörer der Philosophie aus Karlsbad und am 14. Oftober Franz Helmut Becker, 18jähriger Studierender aus Prag. Außer den angrführtm zwei Jugendlichm, gegen die dir Untersuchung auf ftriem Fuß geführt wird, würdm sämtliche Genanntm nach«uh nach in die Haft des Kreisgerichtes in Böhmisch- Leipa eingeliefert und gegm sie die Straft a» z e i g e wegen des angeführten Verbrechens erstattet. Gegen die beiden Jugmdlichm wurde die Strafanzeige beim zuständigen Jugendgericht»-. Hof in Reichenberg erstattet. Di« Untersuchung des Falles bei der Pol!» zcidirektion in Reichrnberg wurde im Wesmtkichm abgeschloffm; vorläufig wird nur die Unter- snchnngS zwecks Ergänzung des BrwrismaterialS fortgesetzt. uud Zu wichtigen Entscheidungen werdet Ihr aufgerufen! Ihr sollt die Verwaltung Euerer Gemeinde für sechs Jahre bestimmen, Ihr sollt za- gleich ein polftisches Bekenntnis ablegen. Beide Entscheidungen erfordern besonnene Erwägung, cwer auch dm Einsatz klaren polftischen Willens und sittlicher Kraft. Die Wahlm finden nur in einem Teft der Gemeinden statt. Sie werden die Zusammensetzung der gesetzgebendm Körperschaften und der Regierung, die Polftik des Landes nicht unmittelbar besttmmen. Sie werden aber als Gradmesser der Massensttmmung in der Demo- kratte bmtteiü werdm. Darum laßt Euer reifes politisches Urteil weder durch Propagandalärm, noch durch Einftüsterungm verwirren. ES geht nicht um einen Volksentscheid, nicht um die Aenderung der Grenzm. Aber eS geht um soziale Fürsorge Und fortschrittliche Verwaltung oder Reaktion und Cliquenwirtschaft in dm Gemeinden, um Stärkung oder Schwächung der Demokratte, um Förderung des natio- nalm Friedens oder nationale Verhetzung in der Gemeinde und im Staate. Darum werft Euere Stimme nicht weg als leere polftische Demonstration, sondern setzt sie ein als wirksame polftische Kraft. Die Sozialdemokrafie in der Berwaltnug der Gemeinde: das)var Fürsorge für die Bedürftige« in der schwere« Kriseuzeft, da» war Vorsorge für den Ban von Wohnnnge««ad für die Schaffung von Arbeit. Das war unermüdliche Fürsorge für die Gesnndheü des Volke», für Schule«nd kulturelle Jnstituttonrn. Das war Anftechterhaltung der finanziellen Ordnung in der Gemeinde ttotz schwerster wirtschaftlicher Nöte, ermöglicht durch gesetzgeberische Maßnahmen zur Verbesserung der Gememdefinanze««nd Entschuldung der Selbstver- waltuugskörper. Wen» die Gemeinde««ach siebe« Jahren furchtbarster Krise mit geordneter Wirtschaft«eue« Aufgabe« nud Leistungen eutgegeuseheu könne«, so hat ihre Verwaltung damit eine glänzende Probe verantwortungsbewußter Arbeit abgelegt. Darum wirbt die Sozialdemokratie mft dem Hinweis auf Bewährung und Leistung wieder«« Euer Berttauen. Legt da» Schicksal der Gemeinden in erprobte Hände! Die Sudetmdmtsche Partei hat bisher ihre Bewährung in der Selbswerwaltung nur in dm Bezirlsvertretungen zu erweism gehabt. Aber in ihrer Arbeit war nicht» von Erfüllung ihrer großen Verheißungen, nichts von Verwirklichung der Volksgemeinschaft zu spürm. Be- denkmlos hat sie sich zum Anwatt der Befitzinteresse« gegen die Bedürftigm gemacht. Viel- fach hat sich ihre Tätigkeit in der Sabotierung der Arbeitsbeschaffung erschöpft. Aber auch in der Polftik des Staates hat die Sudetendeutsche Partei nichts von ihren lärmenden Wahlversprechungen erfüllt. AlsFremdkörper in der Demokratte hat sie sich selbst von der polftischen Mitbestimmung in der Republik auSgeschaltet. Ihre Versuche, sich durch Unterstützung der tschechischm nattonalen und sozialen Reaktion als polftischer Machtfaktor zur Geltung zu bringen, haben— so wie bei der Präsidmtenwahl— immer wieder mft Niederlagen geendet. Die Sudetendeutsche Partei hat ihre» Wahlerfolg vom Fahre 1935 al»„sndetcndeutschcs Wunder" in die Welt hinanSposannt, das die«atioualm Probleme des Staates mft eine« Schlag löse« werde. Aber die deutsche« aktivistischen Parteien haben in demokrattscher Zusammenarbeit mft den Vereinbarungen vom 18. Feber den Weg znr Verwirklichung de» nattonalen Friede«» beschritte«. Die Sudetendeutsche Partei hat von«atioualer Gleichberechtigung geschwätzt, die demokratischen Parteien habe« für ihre Erfüllung g e- arbeitet. Die Sudetendeufiche Partei kau» dem Wirken der DemoEratie nicht» entgegenstellen al» papierene Anttäge, deren Erfüllung nicht die nationale Selbstverwaltung, sondern die totale Unterwerfung unter de« Wille« eines allmächtigen„Sprechers" bedeuten würde. Die Sudetendeutsche Partei hüt mft der Herstellung der Volksgemeinschaft die lieber- Windung des Klassenkampfes verheißen. Aber in dem Kampf der Arbefter um ein größeres Stück Brot, um den gerechten Anteil an der wiederaufsteigenden Konjunktur hat sich die Sudetendeutsche Partei vorbehaltlos, bis zum offenen Stteikbruch, ans die Seite der kapitalistische« Lohndrücker gestellt. Die Sudetendeutsche Partei redet von Frieden. Aber Konrad Henlein hat die Sudetendeutsche Partei als„drittgrößte Einheit im Kampfe gegen den Bolschewismus" proklamiert. Laßt Euch durch daS anttbolschewistische Schlagwort nicht täuschen: unter Bolschewismus wird hier alles verstanden, was nicht faschisttsch ist. Unter dem Vorwand des Kampfes gegen den Bolschewismus wird daS republikanische Spanien von ftemder Invasion verwü- stet, unter dem Vorwand des Kampfes gegen den Bolschewismus versetzt der Faschismus die ganze nach Frieden lechzende Welt unaufhörlich in Unruhe und stürzt sie in immer gefähr- sichere Abenteuer. Die Sudetendeutsche Partei hat sich eindeutig und offen in die Front der faschistisches Friedensstörer gestellt. Gegen die faschistische Hetze für Friede« und aattonale Verständigung, gegen totalitäre Gleichschaltung für Demokratte«nd soziale« Aufbau, gegen Lohndruck»nd Sabotage der Arbeftsbeschaffung für wirtschaftliche««nd soziale» Aufbau: das ist die Entscheidung, vor die Ihr gestellt seid. M&tataefc tutd UäUtt! Ihr könnt in diesen Wahlen dem Beispiel Deutschlands nicht folgen, denn dar deuffche Volk kann, seitdem es unter faschisttscher Diktatur steht, überhaupt keine Gemeindevertretungen mehr wählen. Ihr könnt daS Beispiel Frankreichs befolgen, daS eben in den Kantonalwahlen den vorjährigen Sieg der Demokratte über die Reaktion bestätigt hat. Ihr könnt W Beispiel der nordischen Staate« befolgen, deren Völker unter soziasi- ftischer Führung in aufbauender, schaffender Arbeft die Krise überwunden haben und dem allgemeinen Wohlstand entgegenstreben. JUiUet teU i* cke-es§e fuud den todideMktatie! Nr. 245 Seite 2 Sonntag, 17. Oktober 1937 des denn,! begonnen«wevde. Das Ausmatz der Milderung deri wurden sie jetzt wieder abgesagt. wenn die reine» Verbrauchsgewerbe nicht in demselben Maß fortschreiten, wie die Industrien, Welche Produktions- und Ausrüstungsmaterial «erzeugen, ist die Gefahr nahe, daß der Verbrauch zurüMeibt und daß ein Rückschlag in der Kon« junktur erfolgt. Bon diesem grundsätzlichen Standpunkt aus, ist also auch die Frage der Löhne und Gehälter der Staatsangestellten zu betrachten. * Bon großer Bedeutung für das Sudetendeutschtum ist die Durchführung der Berrinsba- rungen vom 18. Feber. Alle dentschen aktivistischen Parteien sind sich darin einig, daß man daran gehen muß, Richtilinien für die Durchführung des 18. Feber zu erlassen, die genau so für die unteren Behörden und überhaupt für den gesamten Staatsapparat bindend sind wie alle übrigen Berordnungen und Erlässe. Gerade das Budget bietet die Möglichkeit, einigen lebenswichtigen Forderungen der Sudetendentschen entgegenzukommen und so zu zeigen, daß es mit der Durchführung der Bereinbarungen des 18. Feber ernst gemeint ist. Von der Erfüllung jener gerechten Forderungen, die in der Berlautbarung der Regierung vom 18. Feber vom Staat anerkannt wurden, hängt dir Befriedung des Sudetendeutschtums ab. Gerade in der jetzigen Zeit des Chaos und des Kampfes aller gegen alle kann di« Tschechoslowakei ein Beispiel geben, daß nicht Gewalt notwendig ist, um die LebenSinteressen einer nationalen Minderheit z« wahren und daß die Demokratie imstande ist, di« großen Probleme Zusammenlebens der Völker zu lösen. Der Präsident der Republik empfing am 16. Ostober b. I. den Minister für Auswärtige Angelegenheiten Dr. Kamil Krofta und hierauf den Justizminister Dr. Ivan Direr. Ernennungen im höheren Postdienst. Zum Vizepräsidenten der Prager Post- und Telegra» phendirektion wurde Regierungsrat G. H o st i n- s k h von der Pardubiher Direktion ernannt. Sei technische Oberrat Jng. Leopold Buöek, der bisher provisorisch die technische Leitung der Brünner Postdirektion innehatte, wurde zum Vorstand der -technischen Sektion ernannt.(DND^' Günstiger Besuch der Staatobäder in der eben abgelaufmen Saison. Die StaatSbäder verzeichnen für di« diesjährige Saison einen wesentlich gebesserten Besuch, wickei allerdings die Mehrzahl der Besucher inländischer Herkunft war. Insgesamt kmnen in die StaatSbäder seit dem 1. Jänner über 48.000 Besucher, davon 9297 Ausländer.(DMD) Die Wahle« i« Sotto« abgesagt. Auch die Gemeinde Sattau im Bezirke Saaz sollte jetzt durch Wahl eine neue Gemeindeverwaltung erhalten. Obwohl bei der BezirkSbehörde schon alle diesbezüglichen Vorbereitungen getroffen worden waren und die Gemeinde schon die entsprechende Weisung besaß. Weiterer Abbau der Gehaltsabzüge Konferenz bei Dr. Hod& Prag.(Tsch. K.-B.) Samstag vormittags fand im Ministerratspräsidium in Prag eine Konferenz statt, welche Ministerpräsident Dr. Milan HodZa zwecks Austausches der Ansichten wegen Milderung der Abzüge von den Bezügen der Staatsangestellten im Rahmen des Staatsbudgets für das Jahr 1938 einberufen hat. Die Sitzung sand unter Teilnahme der Vertreter der Arbeitsgemeinschaft^der öffentlichen Angestellten, des Finanzministers Dr. Josef Kalfus, der Vorsitzenden der parlamentarischen KoalitionsklubS und des Präsidiums der parlamentarischen Sparund Kontrollkommission statt.* Ministerpräsident Dr. Milan H o d Z a eröffnete die Konferenz mit einer Ansprache, worin er erklärte: Die Regierung knüpft an die Verhandlungen mit den Vertretern der Arbeitsgemeinschaft der öffentlichen Angestellten vom Juni und Juli des heurigen Jahre- an und beharrt auf ihrer damaligen Entscheidung, daß im Budget für da- Jahr 1988 die Liquidierung der Gehaltsabzüge fortgesetzt werden wird. Die Regierung schlägt, indem sie ihr Versprechen einhält, vor, daß vom Jänner 1988 sämtliche Abzüge auf Grund der Regierungsverordnung 8- 282/1988 S. d. G. u.«. aufgehoben werden, und schlägt weiters vou^daß im Jahre 1988 die Milderung der Gehaltsabzüge der aktiven Staatsangestellten gemäß Gesetz Z. 204/1982 S. d. G. u- V. Gehaltsabzüge auf Grund des Gesetzes 8- 204 kann jedoch die durch die heutige schwierige Situation gegebene Grenze nicht überschreiten. Wir müssen uns mit der ganzen Ausgabenseite des Budgets bescheiden, da die Bedeckung der Ausgaben, die auS der unausweichlichen Erhöhung einiger Budgetposten entstehen, unter Berücksichtigung dessen ersetzen muß, daß die wirffchastliche Besserung nicht gestört, daß keine Erzeugungsbranche erschüttert und weder der Unternehmungsgeist noch die Wirtschaft-initiative gelahmt werden und daß auch nicht das Lebensniveau der breiten Schichten der Bevölkerung tangiert werde. Aus diesem Grunde beharrt die Regierung auf den Erklärungen ihres Vorsitzenden und des früheren Finanzministers Dr. Franke, mit denen die heurigen Budgetverhandlungen in der ersten Sitzung der parlamentarischen Spar- und Kontrollkommission eröffnet wurden. Der Ersitzende der Regierung erklärte damals, daß das Staatsbudget nicht nur formal, sondern auch real im Gleichgewicht sein müsse und daß infolge diese- ihres festen-Entschlüsse- die Regierung eine Budgetpolitik im Geiste strenger Sparsamkeit verfotzen werde. Rach dieser Rede des Vorsitzenden der Regierung gaben Finanzminister Dr. Josef Kalfus und der Vorsitzende der Spar- und Kontrollkommission Abg. Beran eine Darlegung der finanziellen Situation. Nach ihren Darlegungen entspann sich eine Debatte, in welcher die Abgeordneten Dr. Dufek, Bergmann, Dr. Suchh und die übrigen Vertreter der Arbeitsgemeinschaft eingriffen. Der Charatter der Debatte lieferte den Beweis, daß die Staatsangestellten ebenso wie die Regierung unter Berücksichtigung der Interessen der Angestellten und der Konsolidierung in der öffentlichen Verwaltung schon im eigenen Interesse und auch im Interesse der Verteidigung des Staates und der finanziellen Tragfähigkeit auf die finanziellen Möglichkeiten des gegenwärtigen Wirtschaftsverhältnisse Rücksicht nehmen. Durch den gegenseifigen guten Willen der beiden verhandelnden Parteien wurde bei der Heufigen Konferenz eine Konkretisierung der Standpunfte sichergestellt. Die weiteren Detailberatungen wird für die Regierung Finanzminister Dr. KalfuS führen. In informierten Kressen glaubt man, daß diese Beratungen bald ein positives Ergebnis haben werden. Zur innenpolitischen Lase Der Stand der Budgetarbeiten— Die StaatsangesteHtengehftlter und-Löhne— Richtlinien zur Durchführung des 18. Feber In wochenlanger emsiger Arbeit hat die Spar- und Kontrollkommission der Nationalversanmu- lung den Voranschlag für 1938 einer eingehenden Prüfung unterzogen und die Ausgabenseite des Budgets fertiggestellt. Es bleibt nun Aufgabe der Regierung, dazu Stellung zu nehmen und den Voranschlag dem Abgeordnetenhaus und dem Se nat vorzulegen. Schon in dieser Etappe der Ar beiten an der Fertigstellung des Budgets ist also dafür gesorgt worden, daß das Parlament, bzw. die Parlamentsmehrheit zum^Budget im einzel nen Stellung nimmt, so daß der Voranschlag schon in der Form, in der er dem Parlament vorge legt wird, nicht nur eine Arbeit der Bürokratie der einzelnen Ministerien im all'gemeinen und des Finanzministeriums im besonderen ist, son dern daß das Gesicht des Budgets auch vom Par lament mitgezeichnet wurde. So kommt auch in den Arbeiten zur Ferfigstellung des Budgets der demokratische Parlamentarismus in der Tschecho- flowakei zu seinem Recht. Die Aufgabe, vor der wir stehen, ist nun für die, gegenüber dem Vorjahr erhöhten Staatsaus gaben die Einnahmen zu finden, worüber schon diese Woche verhandelt wurde und noch in der nächsten Woche verhandelt werden wird. Welche neue EinRlhmsquellen dem Staat da werden er öffnet werden, steht noch nicht fest. Die Sozialde mokraten haben ihren Standpunkt dahin präzi siert, daß in erster Linie diejenigen Schichten der Bevölkerung herangezogen werden sollen, welche den Nutzen aus der gegenwärtigen Konjunktur gezogen hchben. Die Folge der langwierigen Ver handlungen ist allerdings, daß die Zeit, welche dem Partzment zur Durchberatung des Budgets und zur Diskussion aller staatswirtschaftlichen und staatsfinanziellen Fragen übfig bleibt, etwas kür zer sein wird, als im vergangenen Jahre. Aber dieser Mangel kann dadurch wettgemacht werden, daß gleich in den ersten Wochen des neuen Jahres der Staatsrechnungsabschluß von 1936 wird be sprochen werden können. Gerade der Rechnungs abschluß, der uns das wirkliche Bild der Staats wirtschaft entrollt, kann die Grundlage einer sehr fruchtbaren Diskussion um die entscheidenden MrtschaftsprMeme des Staates werden. * Am Samstag haben Beratungen der Koali« fionSparteien mit den Vertretern der Staats- angestellten-Organisationen stattgefunden, welche den Gehaltsftagen der staatlichen Angestellten gal ten. Es ist bekannt, daß im Verlaus der Krise so wie bei den Priväkangestellten«Edie Gehäl^ ter und Löhn« der Staatsangestellten einen Abbau erfahren haben und es ist selbstverständlich, daß die staatlichen Angestellten nun verlangen, daß dieser Abbau wenigstens«zum Teil gutgemacht werde. Die sozialistischen Parteien sind der An sicht, daß all« gegen Gehalt und Lohn arbeitenden Menschen, ob sie im Privat- oder Staatsdiest tä tig sind,«in Recht auf Erhöhung ihrer Bezüge ha ben, teils deswegen, weil es unmöglich ist, daß die arbeitenden Menschen ewig die Löhne und Gehäl- ter beziehen, die sie in der Krise bezogen haben, teils deshalb, weil die Erhöhung der Preise wich tiger Lebensmittel und Gebrauchsartikel einen Ausgleich dringend vertzngt. Die Hebung des Ver brauches ist nicht»Ur aus sozialen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen notwendig, I L. Windprechtinger; 5 D’rdiidit’n aus dem illegalen Wien I bin a Sozialist. Solche wie i bin, gibts in Wien Hunderttausend und no mehr. Uns gehts heute dreckig und je mehr's uns schlecht geht, um so mehr san mir überzeugt, daß anders werdn muß. Des kann den Arbeitern niemand auSredn und deSwegn Wern Sie immer Wieda Illegale find«, die durt einspringen, wo aner auSgfalln is. Die Gesinnung kann man weder mit Gewalt noch mit salbungsvollen Redn aus da Welt schaffn. Da müaffn S' erst die Welt anders mach«. Sie können do freilich nix machn. Aber sinsegn können S' es schon. Sie habn sicher scho a paar Dutzend Illegale einidraht. San s' deSwegn weniger wordn? Na, na, Herr Inspektor, mit de Methoden erreicht ma nix". Der Beamte schwieg, in der Küche herrschte Stille. Nach einer Weile sagte der Beamte zu seinem Kollegen:„Mir können do net so lang wart«, bis di« Frau zrückkommt". Und zu Kud- lich gewendet, fuhr er fort:„Ziehn S' Ihn« an, Herr Kudlich, und komman S' mit". Während sich Kudlich umständlich zum Fortgehen herrichtete, kam seine Frau zurück und sagte zu dem Beamten: ,,J hab' des Madl im ganzen Haus und auf da Wiesn gsttcht, aber nirgends gfunden. Sie wird wahrscheinli zu ana Freindin ganga sein, de was weiter weg wohnt". „Das iS aber dumm", warf der Beamte ein", jetzt müffn S' morgen, um neune am besten, mit dem Madl aufs Kommissariat kum- ma". .„Ja, wozu brauch« S' denn des Kind?", fragte die besorgte Mutter. «No, warum is denn Weggangs?" ftagte der Beamte zurück,.^kommen S' nur morgen pünktlich aufs Kommissariat zum Kommissär Hunter, damit Jhna Mann Wieda hamgehn kann. Also, kommen S' Herr Kudlich! Grüatz Gott!" Kudlich verabschiedete sich kurz von seiner Frau, drückte ihr die Hand und sah ihr einen Augenblick lang beredt in die Augen und ging mit festen, ruhigen Schütten aus seiner Wohnung. Die Beamten folgten ihm. Am andern Morgen, pünktlich um neun Uhr, stand Frau Kudlich mit ihrem Töchterchen Anna am Gang des Kommissariates, vor der Tür des Polizeikommiffärs Hunter. Sie hatte ihrer Tochter den ganzen Wend den ihr bekannten Vorgang beim Verhör geschildert und mft ihr alle Fragen besprochen, die ihrer Meinung nach der Polizeikommiffär an das Kind richten könnte. Annerl ging also nicht unvorbereitet zum Verhör. Zuerst nahm sich Kommissär Hunter die Mutter vor. Aber die Frau war solche Verhöre schon gewohnt. Sie beteuerte, daß ihr Mann sich nicht mehr polifisch betätige und sie keine Besuche empfingen. Illegale Druckschriften habe sie noch nie gesehen und überhaupt müsse es der Polizei bekannt sein, daß sie ein anständiges, ruhiges Leben führen und sich um niemanden kümmern. Die Leute sagen ja bald einem etwas Schlechtes nach, aber auf Redereien gebe die Polizei doch nichts, weil sie doch weiß, was die Menschen alles zusammenphantafieren, wenn der Tag lang ist. Der Kommissär wußte, daß er den Mann nicht der illegalen Tätigkeit überführen werd« können, wenn es ihm nicht gelang, aus dem Kinde etwas über die geheimen Umtriebe seines VaterS herauszubringen. Bon der Mutter war nichts zu erfahren. Er schloß daher da- Verhör-Protokoll mit ihr ab, ließ sie aüführen und das Mädchen kommen. Das Kind betrat zögernd das Zimmer des PolizeikommissärS, gewann seine Fassung aber rasch zurück, als es den Raum so fand, wie die Mutter ihn beschrieben hatte: ein Kabinett, in dem«in Schreibtisch, mehrere Sessel, ein Kasten und ein Ofen stand. Auf dem Schreibtisch befand sich ein« Schreibmaschine und ein Telephon. An der Wand hing ein Dollfußbild. Der Kommissär empfing das Kind fteund- lichr„Also Du bist die Anna Kudlich; komm' nur nccher und setz' Dich hierher auf den Sessel." Annerl setzte sich Der Mufti geflohen Von 206 auf 68... Aus allen Statistiken Mer die Bevölkerungsbewegung des Sudetendeutschtums ist ersichtlich, daß das Reichenberg« Gablonzer Gebiet die geringste Geburtenziffer aufweist. Ein erschütterndes Beispiel dafür gibt Dittersbach im Bezirk Friedland, wo die Zahl der deutschen Schulkinder von 206 im Lahre 1920 auf 68 im Lahre 1937 zurückgeganqen ist. Diese katastrophale Entwicklung ist wesentlich bedingt durch die Einstellung der dortigen beiden Fabriken. Die Firma Neumann beschäftigte einst 300 Arbeiter. Der Betrieb steht seit 1926 still, die Fabrikgebäude wurden abgerissen. Die Firma Preibisch, welche bis zum Lahre 1934 arbeitete und 600 Arbeiter beschäftigte, ist seit dieser Zeit ohne Beschäftigung. 900 deutsche Arbeiter, welche früher im Ort« ihren Lebensunterhalt fanden, sind»zum Großteil seit Jahren arbeitslos oder verdienen kümmerlich den notwendigsten Lebensunterhalt für sich und die Ihren in den umliegenden Städten. Hat Abs. Stangl bewußt die Unwahrheit gesagt? Um AnfklärungOvird gebeten! Wir werden auf einen BersammlungSbericht des SdP-Organs„Heimatruf" vom 22. September aufmerksam gemacht, wonach ein Abgeordneter dieser Partei, Herr Stangl, in einer Versammlung in SchöMrunn folgendes erklärt. haben soll: „AlS di« Parlamentarier der SdP seiner- j zeit einen Antrag auf Berdilligung desZuckerpreises stellten, ist anscheinend dieser Antrag irgend«» in einer Schublade des Herrn Hgksch, der Borsitzender der Ernährungskommiffion sei, liege« gedliede n". Dies« schwerwirgende Anschuldigung ist etwas zu allgemein gehalten. Es müßte doch hinzugefügt werden, wann und w o die Abgeordneten der SdP einen Antrag auf die Verbilligung des Zuckers gestellt haben. Dann wird sich feststellen lassen, in welcher Schublade der betreffende Antrag— falls er überhaupt existiert — liegen geblieben ist. Wir fordern den Herrn Abgeordneten Stangl in aller Form anf, darüber nähere Angabe» z« machen. Die interessierte Oeffentlichkeit wird dann urteilen können, ob Herr Stangl bewußt die Un« London. Wie aus Palästina gemeldet wird, gestaltet sich dort die Lage immer beunruhigender. Besonders hat sich die Lage im Hebron-Gebiet in Südpalästina verschlechtert. Die Frauen und Kinder der Polizeibeamten sollen nach Jernsalem in Sicherheit gebracht worden sein. Der Nachtverkehr ist auf allen Palästina-Bahnen eingestellt worden. Wie weiter gemeldet wird, ruft der Aufmarsch der Wahabiten längs der Grenze von Palästina und Transjordanien starke Be- nnruhignng hervor. Ob mit einem Bormarsch von Truppen Ibn SaubS nach dem Golf van Akaba zu rechnen ist, steht noch nicht fest. Gerüchtweise verlautet, daß die Wahabiten die Ankunft eines Sohnes Ibn Sands erwarten, der das Kommando der Wahabiten-Truppen übernehme« soll. Ausnahmszustand auf unbestimmte Zelt Angesichts der zahlreichen Terrorakte haben die Behörden die Verlängerung des Ausnahmszustandes auf unbestimmte Zeit beschlossen. Freitag abends wurden all« Straßen,,Plätze, sowie die Cafähäuser geräumt und gesperrt. Durch die Straßen patrouillieren andauernd Polizeistreifen. Zahlreiche Personen aus der Umgebung des Mufti wurden verhaftet, desgleichen in Jaffa. Wiewohl«in großer Feiertag war, leitete der Mufti nicht die öffentlichen Gebete, was wohl zum ersten Male der Fall war. Er zeigte sich auch in der Moschee nicht. Samstag brannten in Luedda, dem größten Flughafen Palästinas, die Telegraphenstation, das Zollamt und das Gebäude der Paßkontrolle nieder. Es wird Brandstiftung angenommen. In Jerusalem kam es noch zu zahlreichen Schießereien, ebenso an vielen anderen Orten Palästinas. Reuter meldet, daß zwischen Jarusalem und Haiffa. der gesamte Telephon- und Telegraphenverkehr unterbrochenist. Ule Flucht des Mufti Jerusalem. Der Reuter-Korrespondent teilt mit, daß der Groß-Mnsti von Jernsalem ans Palästina nach Syrien geflohm sei. Beirüt. Es bestätigt sich, daß der Groß-Mufti von Jerusalem Freftag abends an der Libanon- Küste in der Nähe von Nakoura auf einem Segler angekommen ist. Er wurde, als Beduine verkleidet» von Zollbeamten erkannt. Noch während der Nacht begab sich der Groß-Mufti nach Bei- rüt und reiste von dort am Morgen mit unbekanntem Ziele ab. Brücke gesprengt Jerusalem. Auf dem Straße Jerusalem— Jaffa wurde eine Brücke gesprengt. Ueber das Stadtgebiet von Lvdda wurde für 24 Stunden der Belagerungszustand verhängt. Die Stadt wurde von Militär umzingelt, während die Polizei alles durchsucht. Vor Sonntag früh sieben Uhr darf niemand seine Behausung verlassen. Chinas Widerstandskraft wächst Die chinesische Gesandtschaft in Prag stellt uns ein Bulletin Äer die Situation in China zur Verfügung, in welchem es heißt: Die Beschießung von Schanghai am Donnerstag ist ohne Erfolg geblieben. Unter Nichtachtung der neutralen Stellung der internationalen Konzessiwi warfen die Japaner zwei Bomben südlich von Sutschau ab, wodurch ein Wagen der Straßenbahn getroffen ui* Reisende getötet und verwundet wurden. Augenzeugm teilen mit, daß die japanischen Flieger die vor den Bomben flüchtenden Bewohner aus Maschinengewehren beschossen. Bier Versuche der Japaner, Truppe» zu landen, wurden durch die chinesischen Truppe» verhindert. Große chinesische Gegenangriffe im Süden von Bencaopan warfen die Japaner bis hinter ihre ursprüngliche Stellung zurück. An der Front von Kiankwang wurden die japanischen Angriffe mit schweren Berlnsten znrückgewiesen. Jn'Tschapei dauern dir heftigen Kämpfe fort«nd die chinesischen Truppen haben überall dem Feinde trotz der heftigen japanischen Beschießung widerstanden. Am Donnerstag nachmittag begann der chinesische Gegenangriff an sämtlichen Fronten in Dazan, Tschapei und Liuh». Am Donnerstag Abend haben chinesische Flieger japanische Kriegsschiffe beschossen. Tientsin.(Havas:,) Beim Vormarsch längs der Eisenbahnstrecke Peiping—Hankau erreichten die japanischen Abteilungen die chinesischen Stellungen bei Schintefu, 400 Kilometer südwestlich von Peiping. In Nordchina sind die Japaner um 15 Kilometer vorgerückt. Hier sollen sie 800.000 Mann eingesetzt haben; zusammen mit dem Truppenkontingenten in Schanghai und Man- dschukuo betragen die japanischen Streitkräfte, insgesamt eine halbe Million Mann. Schanghai.„Central News" meldet, daß bei dem wiederholten Bombardement der Städte Utscheu und Koeiling in der Provinz Schansi durch japanische Flugzeuge Mer 700 Zivilper- jsonen getötet und ein ungeheurer Materialscha- ! den angerichtet wurde. Ium Schutze gegen die Bergmannskrankhelt in Joachlmsthal Eröffnung einer staatlichen Beratungsstelle Der Präsident-Befreier T. G. Masarhk widmete«men größeren Geldbetrag für die Schaffung einer Stndieakommiffion zur Erforschung nud Heilung der Joachimsthaler Bergmanns- Krankheit. Diese Kommission, welche beim Gesundheitsministerium errichtet wurde, beschloß in ihrer letzte» Sitzung unter dem Vorsitze des Ministers Dr. C z e ch auf Antrag des Gesundheitsministeriums, in Joa- chimsthal eine staatlicheBeratungs- stelle für Lnngenkrankheite« zu errichten, deren Aufgabe die sozial-gesundheitliche beratende Fürsorge für die Joachimsthaler Bevölkerung, insbesondere für die Bergmanns- Familien sein wird. Diese Beratungsstelle wird am Sonntag, de« 17. Oktober, nnter Teilnahme der Behörden»nd Korporationen in JoachimS- thal eröffnet. USA zum Boykott Japans bereit? Washington.(Havas.) Der Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika Roosevelt soll wahrscheinlich Samstag noch eine Erklärung Mer die Ereignisse im Fernen Osten abgeben. Wie mitgeteilt wird, erblicken die politischen Stellen Amerikas in der Ende Oktober in Brüssel statffindenden Konferenz ein« analoge Konferenz, wie sie der ehemalige Staatssekretär Stimson bei der Okkupation der Mandschurei durch die Japaner im Jahre 1932 eröffnete. Die Bereinigten Staaten werden, wie verlautet, a» jeder Maßnahme teilnehmen, inbegriffen auch die Verhängung des Boykottes gegen die Japaner, welche die Mächte gegen Japan ankündigen werden. Die Regierung teilte der belgischen Regierung mit, daß sie mit der Wahl Brüssels als Tagungsort und mit einem Termin gegen Ende Oktober für di« geplante Neumnächte-Konferenz einverstanden ist. Washington.(Reuter.) Die Regierung der Bereinigten Staaten von Amerika gibt offiziell bekannt, daß sie die Reun-Mächte-Kon- ferenz, die am 30. Oktober zufammcntritt, beschickt. Die amerikanische Delegation wird von Norman Davis geführt und schjfft sich am 20. Okwber. an Bord des Dampfers„Washington" ein. Boykott deutscher und japanischer Waren Denver.(Havas.) Der amerikanische Ge- werkschaftsbund hat seine Kongreßtagung mit der einstimmigen Annahme einer Entschließung beendet, in welcher der Krieg verurteilt wird. Die einzige Bürgschaft deS Friedens sei das kollektive Borgehen der freien Böller und ihre Zusammenarbeit aus wirtschaftlichem Gebiete. Der Kongreß beschloß einmütig den Boykott deutscher und japanifcherWaren. • Atlantis(New Jersey).(Reuter.) Auf dem Kongresse des Ausschusses für die Organisierung der Industrie wurde eine Resolution angenommen, die den Boykott sämtlicher japanischer Fabrikerzeugniffe empfiehlt. * London. Die Londoner Organisation der Labour Party und der Trade Unions-Rat beriefen für Sonntag 15 Uhr ihre Anhänger auf den Trafalgar-Platz, um dörtselbst eine Protest- versammlung gegen den Angriff Japans auf China zu veranstalten. Aehnliche Versammlungen werden an demselben Tage in Nordengland, namentlich in Manchester, Liverpool und Glasgow, veranstaltet werden. Auch in Arabien hat eine lebhafte„Nichtintervention" eingesetzt. Seite 4 Sonntag, 17. Oktober 1937 Nr. 248 oui-schsn ZuHanösüvsovga! Bergwerksexplosion: 34 Tote In einem Bergwerk in Mnlga(Alabama) in Amerika hat sich ein Explosionsimglück ereignet, das 34 Bergarbeitern das Leben kostete. Man befürchtet, daß auch in anderen Stollen des Bergwerkes noch viele Todesopfer sein werden. Untersuchung gegen Trotzki London.(Eigenbericht.) Ein amerikanischer Untersuchungsausschuß hat die Anklagen untersucht, die in den verschiedenen Moskauer Prozessen gegen Trotzki erhoben wurden. Den Borsitz in diesem Ausschuß führte der berühmte Wissenschaftler D r w e y. Die Kom- niission stellte einstimmig fest, daß alle Anschuldigungen gegen Trotzki unstichhältig sind und den Tatsachen widersprechen. Die Verhandlungen dieses Untersuchungsausschusses werden in de» nächsten Tagen in Druck erscheinen. Schreckensurtelle gegen italienische Kommunisten Rom.(Havas.) Das Sondergericht fällte heute das Urteil im Prozesse gegen 14 Kommunisten. Der Hauptangeklagte Osvaldo M e g a r- Ville wurde zu 18 Jahren Kerker, zwei Angeklagte zu je 14 Jahren, einer zu zehn Jahren Kerker und die übrigen zu Kerkerstrafen in der Dauer von zwei bis acht Jahren verurteilt. Naziterror gegen Danzigs Katholiken Warschau. Der Kampf des nationalsozialistischen Senates der Freien Stadt Danzig gegen das katholische Zentrum wird um so heftiger, je länger erdauert/ Die Danziger Polizei hat in den Pfarreien und in den Wohnungen aller katholischen Priester in Danzig sehr gründliche H aus durch s u chung en durchgeführt. Der Danziger Senat sandte an den Heiligen Stuhl ein Telegramm, in welchem gegen die Verordnung des Danziger katholischen Bischofs, Msgr. O. H u r k e durch welche zwei autonome polnische Pfarren errichtet wurden, protestiert wurde. Außerdem ist der Senat bei Msgr. Hurke mehrmals dringlich vorstellig geworden, bis der Bischof schließlich seine Verordnung widerrief und die Ernennung der beiden polnischen Pfarrer rückgängig machte. Diese beiden autonomen polnischen Pfarren hatten daher einen Bestand von bloß 24 Stunden. Vom Rundfunk CmpfehlCMwertci«im den Programment Montag: Prag, Sender 1: 0.05: Deutsche Presse, 11.35: Operngesänge: Donizetti, Mozart etc.; 12.10: Schallplattenkonzert, 14.04: Deutsche Sendung: Eckert: Erziehung der Meister, 18.10: Deutsche Sendung: Gegenbauer: Bedeutende Bäder in Nordmähren und Schlesien, 18.45: Deutsche Presse, 19-80: Ausdem Nationaltheater: Kovakovic: Die Hundeköpfe, Oper.— Prag, Sender II: 11: Kammerkonzert auf Schallplaiten: Mozart, Fr. Schubert ete., 14.20: Deutsche Sendung: Abschied. Hörfolge, 14.55: Deutsche Presse, 18.10; Volkslieder. 18.30: Flötenkonzert^ÄI: Europäisches Konzert aus Turin-Italien.— Brünn 16.35: Klavierkonzert, 17.40: Deutsche Sendung: Bereiter: Schule— Beruf— Leben.— Preßburg 15.30: Populäres Rundfunkorchesterkonzert: Wagner, Dvorak, Weber etc., 17.40: Italienische und spanische Volkslieder, 20.15: Klavierkonzert.— Mährisch-Ostrau: 12.35: Rundfunkorchesterkonzert. 18.10: Deutsche Arbeitersendung: Kamler: Zwischenstaatliches Arbeitsamt in Genf. DienStag: Prag, Sender I: 10.05: Deutsche Presse, 10.15: Deutsche Sendung: für die Frau, 10.30: Schallplatten, 11.05: Rundfunk für deutsche Schulen, höhere Stufen, 12.10: Dvokäk: Slowakische Tänze, 14: Deutsche Sendung: Aus dem tschechoslowakischen Kulturleben, 15.30: Rundfunkorchesterkonzert, 17.30: Beethoven: Sonate As-Dur, 18.10: Deutsche Sendung: Dr. Hufty: Wirtschaftsrelief, 18.20: Böhmische Musiker um Mozart, Hörbild, 18.45: Deutsche Presse, 18.55: Aus dem deutschen Kulturleben, 22.15: Populäres Rundfunkorchesterkonzert.— Prag, Sender II: 11: Schallplatten, 14.20: Deutsche Sendung: Bittner: Alte Herbstbräuche, 14.30: Schallplatten, 14.55: Deutsche Presse, 18.25: Volkslieder.— Brünn 17.40: Deutsche Arbeitersendung: Sozialinfarmationen— Etrich: Lohn und Maral, 20.55: Rundfunkorchesterkonzert: Suk, Oströil.— Preßburg 19.35: Aus dem Nationaltheater: Smetana: Zwei Witwen, Oper.— Kascha» 12.35: Rundfunkorchesterkonzert.—• Mährisch- Ostrau 18.10: Deutsche Sendung: Landwirtschaft. Ende des Velgoprozesses noch nicht abzusehen Ueberraschungen des zehnten ProzeBtases» Urteil erst Ende nächster Woche? —rb— Der Samstag als zehnter Verhandlungstag sollte nach allgemeiner Annahme nunmehr die Verlesung des Schriftenmaterials bringen und minder Formulierung der den Geschworenen vorzulegenden Schuldfragen enden. Nach dem Verlauf des Prozesses erschien die Meinung gerechtfertigt, daß das Urteil am Montag, spätestens Dienstag der nächsten Woche erfolgen würde. Diese Annahme erwies sich indessen als irrig. Die unwahrscheinliche Annahme, daß nochmals neue Beweisanträge gestellt würden, wurde zur Wirklichkeit. Wie nicht anders möglich, macht sich infolge der langen Prozetzdauer, die an alle Beteiligten die höchsten Anforderungen stellt, lleber- müdung und nervöse Ueberreiztheit geltend, die dazu führt, daß die Auseinandersetzungen zwischen dem Verteidiger und den Vertretern der Anklage äußerst schroffe Formen annehmen. Der Appell des Vorsitzenden, sich bei Stellung weiterer Beweisanträge auf solche zu beschränken, die tatsächlich geeignet seien, neue Tatsachen zur Kenntnis des Gerichtes zu bringen, erscheint sehr begründet, da sonst der Prozeß tatsächlich, ins Uferlose gehen müßte. Da indessen sowohl die Anklage wie auch die Verteidigung die unzähligen ihnen zukommenden brieflichen Mitteilungen, im Sinne ihrer Aufgabe verwerten, ergeben sich immer neue Beweisthemen, die das Verfahren in einer Weise verlängern, daß das Ende dieses Priqesses heute noch nicht abzusehen ist. Zu Beginn der Samstagverhandlung, als der Vorsitzende sich eben anschickte, das BoweiSversahren für geschlossen zu erklären, erhob sich der Vertreter der Anklage, Prokurator Dr. Lexa, und erklärte, auf Grund^neuer ihm zugekommener Mitteilungen, neuerliche Beweisanträge stellen zu müssen. Proku- rator Dr. Lexa verlas einen ihm zugegangenen Bries, der mit dem Namen Genoveva Zeravnik unterzeichnet war. Die Schreiberin dieses Briefes bezeichnet sich als Zellengenossin der Angeklagte» in der Untersnchimgshaft de? Brünner Gerichtsgefängnisses und führt Umstände an. die die Marie. Velgo schwer belasten. Welchen Beweiswert dieser Brief bat, wird sich allerdings erst zeigen müssen. Nach den Behauptungen der Briefschreiberin ha> sich ihr die Angeklagte in zynischer Weise zu dem Mord bekannt und alle Details der Mordtat eingehend geschildert. Der Bries, der sich durch eine hesonders gehässige Ausdrucksweise auszeichnet, schließ mit heftigen Angriffen gegen die Velgo und brotestiert im vorhinein gegen deren eventuellen Freispruch. Marie Velgo erklärte, daß sie mit dieser, Genoveva Heravisik. di- tatiächlich etwa zwei Tage I lang mit ibr die Z-lle des Brünner GerichtSgefäng« I nisse? a-t-ilt bat. niemals allein war und überhaupt Aus der Vorgeschichte der Achse In Erinnerung ist noch der Wunschtraum, Ar not t Bronnens, des Goebbelsvertrauensmanns im Berliner Rundfunk seit 1931, es möge mal in Südtirol eine solenne Verdreschung der Katzelmacher stattfinden, und darauf„das monotone Geräusch der E... Schleifmaschine“ dort ertönen(„Die Exzesse", Berlin, Rowohlt, 192^). Daß diese Freundlichkeiten nicht einseitig und nicht rein literarisch blieben, beweisen zwei alte italienische Pressedokumente. Der„C or r ie r e d eil a S er a" schrieb am 9. Mai 1929 Herrn Hitler ins Stammbuch: „Von den guten Absichten und den zuweilen sogar schmeichelhaften Worten, die Herr Hitler für Italien und den Faschismus hat, nehmen wir mit Wohlgefallen Kenntnis, ohne'aber darüber in übertriebene Begeister u,n g zu verfallen. Auch der Führer der Nationalsozialisten stellt sich ein Bündnis mit Italien als nur gegen den deutschen Erbfeind gerichtet vor. Wir können aber nie z ul ä s s e n, daß Italien für deutsche Revanchepl äne dienen soll." Noch eindeutiger heißt es in der Mussolini gehörenden und persönlich dienenden Zeitschrift„G er ar chia"(Hierarchie): „Kindsköpfe seid ihr oder wüste Demagogen sogar, wenn ihr mit der Lockspeise ködern geht, eine Faschisten-Allianz werde euerem Kampfe gegen Reparationen und Versailler Weltordnung dienen. Auch Italien ist ihres Segens teilhaftig und beschuldigt euchderUrheber- s 6 h a f t am Kriege ebenso wie seine Verbündeten von gestern... Der sogenannte deutsche Faschismus arbeitet also im leeren Raum. Er hat weder eine gute Organisation, noch hat er Führer. Und wenn er morgen in die Lage käme, eine Bewegung anzuführen, so würde er aus A r- mut an Ide en die Rückkehr Wilhelms des II. fordern." Was heißt SA? Darüber belehren uns die hochoffiziellen„Münchner N. Nachrichten" in einem Afrika-Artikel: Empörungen und Unruhen infolge der Höhe dieser Abgaben richten sich infolgedessen auch nur gegen die Häuptlinge, denen zur gewaltsamen Niederwerfung solcher Aufstände eigeneTruppen(mit dem keine Gelegenheit hatte, ihr solche verfängliche Mitteilungen zukommen zu lassen, ohne daß diese auch von den andern Zelleninsassinnen gehört worden wären. Verteidiger Dr. Loria wies darauf hin, daß verschiedene Einzelheiten diese? Briefes absolut unglaubwürdig, und unwahrscheinlich seien, so z. B., daß die Velgo mit Bestimmtheit auf ihren Freispruch gerechnet habe, zu einer Zeit, als sie ein volles Geständnis abgelegt hatte und ihre Verurteilung mit größter Wahrscheinlichkeit anzunehmen war. Eine weitere Angelegenheit/ die der Staatsanwalt ins Treffen führt und zum Ausgangspunkt seiner neuerlichen BeweiSanträge macht, ist ein angeblicher Kassiber der Marie Velgo (Kassiber ist eine Mitteilung von Häftlingen, die auf. geheimem Wege aus dem Gefängnis geschmug- gelt wird.) Diesen Kassiber hat eine gewisse Böhm abgeliefert, mit der Erklärung, daß er ihr von der Velgo anvertraut worden sei, als die Böhm, die wegen verbotener Rückkehr in den ihr verbotenen Brünner Polizeirayon verurteilt worden war. nach verbüßter Strafe die Haft verließ. Dieser Kassiber ist ein Brief, den die Böhm per Poft an den Gerichtshof schicken sollte und in welchem eine angebliche Frau Hedy R. den Obergerichtsrat Velgo, mit dem sie„sehr schlechte Erfahrungen gemacht habe", als Vernichter ihres Ehelebens hin st eilt. Wie es sich mit diesem Brief, der in deutscher Sprache geschrieben ist und nicht von der Hand der Velgo herrührt, verhält, wird sich erst ergeben müssen. Die Annahme, die die Anklage an diesen angeblichen Kassiber knüpft, geht dahin, daß die Velgo dadurch, daß sie auf solche unauffällige. Weise dem Gericht eine sie entlastende Kundgebung' einer fingierten Person in die Hände spielen wollte. Marie Velgo bestritt auf das entschiedenste, sich jemals mit der Beförderung von Kassibern befaßt zu haben, obwohl sich verschiedene Vermittler anboten. Sie habe sich nicht der Gefahr aussetzen wollen, durch solche Machinationen ihre Lage zu erschweren. Nach längerer Beratung ließ der Schwur- gerichtshof die vom Staatsanwalt eingebrachten und von der Verteidigung ergänzten Beweise zu, indem er gleichzeitig beschloß, einerseits die von dem Staatsanwalt namhaft gemachten Zeuginnen nach ihrem Vorleben und heutigen LebenSverhältnifsen feststellen zu lassen und überhaupt sämtliche Zellen- gefährtinnen der Angeklagten von Beginn ihrer Haft zu konstatieren. Dies soll auf kürzestem Wege geschehen. telephonisch und telegraphisch. Dessenungeachtet taucht hier die Möglichkeit neuerlicher Komplikationen auf, so daß die Annahme, daß der Prozeß sich bi» Ende nächster Woche hinziehen wird, durchaus begründet erscheint. Die Verhandlung wurde nach einstündiger Dauer auf Montag vertagt. JV C II ll ff c 1 U) Cj n‘‘ Askari") zur Verfügung stehen. m In vielen Dingen besitzt der Neger heute scheinbar mehr Rechte, als ihm die deutsche Verwaltung, seinerzeit zugestand. Für die Eingeborenen selbst isr dieser Umstand jedoch keineswegs von besonderem Vorteil und man hört allerorts Aeußexungen vonNegern. die schon allein aus diesem Grunde eine Rückkehr der deutschen Herrschaft und damit ei« Wiedereinführung der alten Justiz- form begrüßen würden. Darin dürften dieDeutschen mit denNegern einig sein, daß sie die„Wiedereinführung der alten Justizform" verlangen. Auch den SA stehen sie wohl mit ähnlichen Gefühlen gegenüber, wie die Untertanen der dunkelbraunen Häuptlinge. Unglück auf dem Pilsner Bahnhof. Am 16. Oktober um 18 Uhr 25 Min. ereignete sich auf dem Pilsner Rangierbahnhof ein Uyglück, bei welchem der 50jährige Wagenmanipulant Jakob Wiener aus Pilsen getötet und der 46jährige Wagemnanipulant Josef Sip aus Ujezd bei Pilsen schwer verletzt wurde. Beide waren auf dem Rangierbahnhof beschäftigt und kehrten von der Besichtigung der Personenwagengarnituren zurück. Als sie die Geleise überquerten, wurden sie auf dem ersten Geleis vom Personenzug 327, der nach Saaz führ, erfaßt. Sip wurde hiebei zur Seite geschleudert und schwer verletzt, Wiener wurde von dem Zuge voll erfaßt, zwischen den Gleisen zu Boden geworfen, 14 Meter weit mitgeschleift und hiebei getötet. Sip wurde in das Pilsner Krankenhaus übergeführt.(Amtlich.) Zu Ehren Masaryks. Die gemeinsame Sitzung des Vorstandes-und Ueberwachungsaus- schuffes der Bezirkskrankenversicherungsanstalt in Römerstadthat einstimmig beschlossen, dem außerordentlichen Unterstützungsfonds zur Ehrung des Andenkens des verstorbenen Präsiden- ten-Befreiers T. G. Masaryk einen Betrag von iiä 25.000.— zu widmen. Aufgespießt. Samstag früh ereignete sich im Stahlwerk der Poldihütte in Madyo ein tödlicher Unfall. Der 37jährige Arbeiter^Josef P roch ä z k a wurde von einem eisernen Haken so heftig in die linke Brustseite getroffen, daß er bald darauf starb. Er war verheiratet und Vater eines Kindes.» Tschechoslowake in Moabit verurteilt. Samstag standen in Moabit der 23jährige tschechpslo- wakische Staatsangehörige Rudolf Röhr und der 20jährige Erich M. vor dem Strafrichter unter der Beschuldigung, Personen zur Teilnahme am spanischen Bürgerkrieg geworben zu haben, was nach dem Gesetz der Reichsregierung vom 18. Feber d. I. unter Strafe gestellt ist. Röhr wurde zu acht Monaten, der junge M. zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Da sich Röhr auch häufig abfällig über die Staatsführung geäußert haben soll, schwebt deswegen gegen ihn noch ein Verfahren vor dem Sondergericht wegen Vergehens gegen das Heimtückegesetz. Ein reichsdeutsches Flugzeug stürzte bei Danzig während der Uebungen aus einer Höhe von 500 Meter plötzlich ab und ging in Flammen auf. Die beiden Piloten wurden getötet. Briefmarken-Weltausstellung in Prag. Vom 26. Juui bis 4. Juli 1938 wird in Prag eine Brief- marken-WeltauSstellung in allen Räumen der Närodni Düm in Prag XII. veranstaltet werden. Das Protekwrat dieser Ausstellung hat der Präsident der Republik Dr. E. Benes übernommen. Schon heute ist beim Ausstellungsausschusse eine ganze Reihe von Besuchen auch aus weit entfernten Ländern gemeldet. Zahlreiche Besucher auS den Vereinigten Staaten und auch aus den europäischen Ländern haben ihren Besuch angekündigt. Besonders zahlreich werden die Jugoflawen und Reichsdeutschen teilnehmen. Nach dem Erfolge der bisherigen Vorbereitungen kann man annehmen, daß es eine Repräsentationsausstellung werden wird, weil hier Exemplare von Millionenwerten ausgestellt sein werden. In den letzten Tagen wurde die erste Propagandabroschüre ausgegeben, welche Zeugnis für die wirklich großzügigen Vorbereitungen ablegt. Ein Hund erschießt den Jäger. Ein gewisser Monsieur Maeabrey aus Lure ist das Opfer einer höchst merkwürdigen Unglücksfalles geworden. Er befand sich auf der Jagd und hatte einen Häher geschossen. Seine beiden Hunde begleiteten ihn auf der Suche. Als der Vogel gefunden war, und der Jäger sich herabbeugte, um ihn aufzuheben, sprang ihn einer der Hunde so unglückich an, daß dabei das Gewehr losging. Die Kugel traf Maeabrey und verwundete ihn so schwer, daß man an seinem Aufkommen zweifelt. Es heitert sich aus. Unter dem Einfluß eine» ausgedehnten DruckhochS, welches einen großen Teil deS Festlandes einnimmt, herrscht in unseren Gegenden nahezu völlige Luftruhe und die Bewöllung nimmt nun allmählich ab. In Gebieten mit aufklärendem Himmel muß mit einer stärkeren nächtlichen Abkühlung gerechnet werden.— Wahrscheinliches Wetter Sonntag: Ruhig, reichliche Frühnebel, sonst ziemlich heiter bis wechselnd bewölkt. Apch im tvsstlichen und mittleren Teil der Republik verstärkte Temperaturschwankung zwischen Tag und Nacht; tagsüber mäßig warm.— Wette raussichten für Montag: Andauern der ruhigen Herbstwitterung. Lebendiges Mittelalter jedem Jahre wird rm Herbst nach Schluß der Gerichtsferien in der Londoner Westminster« Kathedrale ein besonderer Gottesdienst für die Richter katholischen Bekenntnisses abgehalten, der im Volksmund»Die rote Messe" genannt wird, weil die Richter eigens für diesen Gottesdienst rote Roben tragen. Hier sieht mssn die Richter in ihrer feierlichen Amtstracht während der roten Messe in der Westminsterckbtei. Nr. 245 Sonntag, 17. Oktober 1937 Seite 5 Unerhörte Ausbeutung bei Mautner In Grünwald Nach dem unseligen Konflikt bei Mautner, Grünwald, der für die Dauer von 7 bis 8 Monaten den Stillstand des Betriebes zur Folge hatte, wurden vom Jänner dieses Jahres beginnend von den früher beschäftigt gewesenen mehr als 1100 Arbeitern zirka 500 bis 600 wieder in den Betrieb eingestellt. Mehr als 500 ehemalige Arbeiter dieses Unternehmens wurden bis heute nicht eingestellt. Der Firma gelang es seinerzeit bei der Liquidierung des Konfliktes für die Zusicherung, daß sie den Grün- Walder Betrieb wieder aufnimmt, vom Staat und anderen Stellen kolossale Vorteile einzutauschen, die ihr gewiß gegenüber ihrer Konkurrenz eine stjhx günstige Position sichern. Bei der Einstellung der Arbeiterschaft wurden leider die bei den Schlußverhandlungen von den Vertretern der Firma gemachten Zusagen» daß nur fachliche Fähigkeiten, und soziale Momente bei der Wiederaufnahme der Arbeiter Berücksichtigung finden werden, nicht eingehalten. Mancher Arbeiter, der vorzügliche fachliche Fähigkeiten nachzuweisen vermochte, konnte die Zugehörigkeit zu einer bestimmten extremtschechischen Organisation nicht nachweisen und wurde nicht eingestellt. Die„Erfolge" der Firma lassen die Herren Leiter dieses Unternehmens aber nicht in Ruhe. Nicht genug damit, daß jetzt schon an vier Stühlen gearbeitet wird» hat man nach monatelangen„genauen" Berechnungen festgestellt, daß fünf Weber 60 Webstühle >— nichtAutomaten— bedienen können. Dabei verwahren sich die Herren Theoretiker der Firma dagegen, daß sie vom Arbeit« zuviel ver- langen. Man ist also der Meinung, daß der Arbeit«, wenn er nur annähernd mit dem Fleiß an die Arbeit ginge, wie die Herren Leiter und Rechtsberater des Mautnerkonzerns, mit Leichtigkeit auch das Doppelte leisten könnte. Hält der Arbeit« nicht durch, wird er als ungeeignet entfernt, man kann ja genügend andere haben und herunterwirtschasten. Diese beispiellose Ausbeutung menschlich« Arbeitskräfte, die schon an verantwortungsloses, böswilliges Zerstören gesunder Menschen im Interesse der Zivno-Aktionäre grenzt, mutz mit allen möglichen Mitteln bekämpft werden. Hi« hat das Gesundheits- und Fürsorgeministerium einzugreifen. Die Union der Textilarbeiter, Reichenderg, ist bemüht, gemeinsam mit den-koalierten Textilarbeiterorganisationen, diese neuen Versuche der Firma Mautner, die Arbeitsvuhältnifse in ihren Betrieben zu verschlechtern, zu verhindern. Bereits in zwei stattgefundenen Verhandlungen wurde den Vertretern der Firma mitgeteilt, daß die Gewerkschaften die Einhaltung der Bestimmungen des rechtsverbindlich erklärten Kollektivvertrages verlangen und die Pläne der Firma ablehnen. In den Belegschaftsversammlungen des Betriebes Mautner, die sehr gut besucht waren, berichtete für die Union des Textilarbeiter Genosse Koutnik, Reichenberg, über die bisher unternommenen Schritte. Die Arbeiterschaft lehnte einmüttg das ungeheuerliche Begehren der Firma ab und verlangte, daß alle geeigneten Mittel angewendet werden, um die Firma zu bewegen, von der Durchführung ihrer Pläne Abstand zu nehmen. Lohnforderungen der Transport- und Speditionsarbeiter in Teplife-Schönau Die am 15. Oktober in Teplitz-Schönau stattgefundene- gut besuchte Protestversammlung der im Verbände der Transport- und Lebensmit« tclarbeiter(Aussig) organisierten SpeditionS- und Transportarbeiter beschloß, an die Genossenschaft der Speditionsfirmen das dringende Verlangen zu stellen, daß über die an die Genoffen- schaft überreichten Forderungen der Speditionsund Transportarbeiter unverzüglich dkd Verhandlungen ausgenommen und ehestens zu einem für die Arbeiter günsttgen Abschluß gebracht werden. Weiters fordern die. Spedittons- und Transportarbeiter die Einhüllung d« gesetzlichen Arbeitszeit von 48 Stunden pro Woche. In der Versammlung kam sehr eindeutig zum Ausdruck, daß es untragbar ist, daß einige Unternehmungen im Uebermaß Ueberstundenleiftrngen von ihrer Arbeiterschaft fordern, während eine große Anzahl arbeitsloser Speditionsarbeiter vergebens Man erhält für KL 100 Reichsmark•«.■ 638.— Markmünzen.>. 9 700.— 100 österreichische Schilling • • 526.50 100 rumänische Ltt.. • -. 16.40 100 polnische Zloty... • f 515.50 100 ungarische Pengö»... • .• 550.50 100 Schweizer Franken * • 654.50 100 ftanzösische Francs» ,■ • 96.45 1 englisches Pfund.. v • 140.50 1 amerikanisch« Dollar. • 28.50 100 italienische Lire.. • • 118.40 100 holländische Gulden. • • 1575,— 100 jugoslawische Dinare. • • 60.30 100 BrlzaS 479.— 100 dänische Kronen.. « • 628.— 100 schwedische Krone«« ■ ■ 728.— auf Arbeit wartet, und daß sie Obendrein nicht nach dem Tarif bezahlen. Die Forderungen nach der Wiederherstellung der Lohnverhältnisse aus dem Jahre 1933 halten die Spedttions- und Transportarbeiter bei den derzeittgen Verhältnissen für begründet, zumal jetzt infolge der Besserung der Wirtschaftsverhältnisse sich eine Verteuerung der für den Arbeiterhaushalt wichtige« Bedarfsartikel ungünstig auswirkt. Die Arbeiterschaft gibt der Hoffnung Ausdruck, daß sich die Speditionsfirmen den gerechten Forderungen nicht länger hinderlich in den Weg stellen und sich bereit erllären, die Angelegenheit im Verhandlungswege zu beiderselliger Zufriedenheit zu regeln. - Die Speditions- und die Transportarbeiter appellieren an alle Arbeiter, Gewerbetreibenden und Handelsfirmen, sie im Kampfe um eine Verbesserung ihrer Lebenshaltung zu unterstützen, da ja erwiesen ist, daß jede Lohnverbesserung bei den Arbeitern auch für die Geschäftswelt bessere Berdienstmöglichkeiten bringt und sich daraus ebenfalls wieder Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkte ergeben müssen. Unsere Ausfuhr nach den einzelnen Ländern stellte sich nach den Ausweisen des Statistischen Staatsamtes im September bzw. in den ersten neun Monaten dieses Jahres im Vergleich zur entsprechenden Vorjahrszett folgendermaßen dar(in Millionen KL): Mearing- Sevtember Jänner biS Sevtember linder: Einfuhr. AuSf. Einfuhr Ausf. Einfuhr AM. 1937 1938 Deutschland 145 127 1234 >1150 956 850 Oesterreich 40 70 319 646 249 495 Ungarn 22 24 108 163 91 111 Rumänien 48 80 317 494 289 294 Jugoslawien 64 97 316 426 22« 229 Bulgarien 6 8 88 60 35 47 Italien 15 34 174 284 — w— Gttechenland 6 2 70 29 48 26 Türkei 10 18 100 61 43 90 Ueittgr europäische Staate«: Groß- btttannien 55 100 540 726 314 496 Schweden 48 43 252 278 122 160 Norwegen 14 18 108 135 44 72 Dänemark 4 6 43 54 81 81 Frankreich 40 41 484 841 820 226 Belgien 20 21 285 ,176 153 117 Holland w>80 45> ■ i 805* 966 209 217 Schweig - 51 39' ' 258 837 225 255 Polen 16 19 -206 161 147 118 Spanien- 0.8 i 0.08 27 4 52 80 USSR 9 4 69 68 60 151 Ueberseestaaten: • USA 64 103 647 828 808 491 Kanada 8 7 21 55 10 43 Argentinien 11 17 185 127 115 61 Brasilien 12 7 129 57 54 32 Australien 4 7 125 45 49 32 China 4 2 34 108 26 47 Brk-Jndien 27 15 878 123 215 54 Aegypten 11 15 164 84 108 45 Südafrika 7 14 31 1U 18 59 Oer Streik der Schuhfabrikarbeiter In Tsdiernosdiin geht weiter Wir haben schon berichtet, daß am 6. d. M. 120 Schuhfabrikarbeiter der Firma Gebrüder Richter in Tschernoschin die Arbeit niederlegten, weil sich die Firma weigerte, mit den Avbeiter- organisatwnen über die eingebrachten Lohn- und Verttagsforderungen zu verhandeln. Bis auf fünf„Arbeitswillige"(davon drei noch halbe Kinder), gelang es allen Anstrengungen der Firma nicht, die Arbeiterschaft uneinig zu machen. Ihr Verhalten ist entschieden und mustergültig diszipliniert und führte dazu, daß für den 15. d. M. in Plan Einigungsverhandlungen von der Firma angesetzt wurden, die in Anwesenheit Dc. Hergeths(vom Kreis Karlsbad des deutschen Hauptverbandes der Industrie) zu einer Annäherung in dem Sinne führten, daß die Firma sämtliche während des Konfliktes vorgenommenen Entlassungen rückgängig machte und den Streik als keine llnteickrechung des Arbeitsverhältnisses auslegen wird. Für den Bekleidungsarbeiterver- band Reichenberg nahm Köller an den Verhandlungen teil. In der Lohnftage hat die Firma nach mehrstündigen Verhandlungen eine zehnprozentige Erhöhung zugestanden. Da die Löhne in diesem Betriebe um 40 bis 60 Prozent niedriger sind wie in anderen gleichgearteten Schuhfabriken, so wurde dieses Anbot von der Belegschaftsversammlung als unzureichend abgelehnt. Wettere Verhandlungsmöglichkeiten würden beiderseits offen gelaffen, so daß bei nur etwas mehr sozialem Verständnis der Firma eine Einigung möglich wäre. Die Sympathien der ganzen Bevölkerung von Tschernoschin, die zum größten Teile im Lager Henleins steht, ist auf feiten der buchstäblich um ein größeres Stück Brot ringenden Schuhfabrikarbeiter.— Bezeichnend ist, daß die größere Hälfte der Arbeiterschaft in der DAG steht und ebenfalls Henleinanhänger find, derselben„Bollsgemeinschasts"-Partei, welcher auch der eine Firmenchef immer noch als eingeschriebenes Mitglied und„Kamerad" angehört, der seine Arbeit« so wenig kameradschaftlich behandelt. Es zeigt sich auch hier wieder, daß die Arbeiter in dieser Volksgemeinschaft gut zu Staffage für große Kundgebungen sind, sonst aber nichts zu sagen haben. Großhandelsindex fast unverändert Der vom Statistischen Staatsamte nach dem Stande vom 1. Oktober 1937 ermittelte Index der Großhandelspreise weist ein Sinken um 0.8 Prozent, d. i. von 755 Puntten im September auf 749 im Oktober aus. D« Index der Rah- rungs- und Genußmittel verzeichnet ein Sinken von 724 auf 718. Der Index der Jndustriestoffe und-Erzeugnisse ist ebenfalls gesunken, u. zw. von 810 Punkten im September auf 803. Von den pflanzlichen Nahrungsmitteln verbilligten sich Kartoffeln um 22.4 Prozent(Saisonerscheinung). In der Gruppe der tierischen Nahrungsmittel schwächten die Preise von Rindfleisch um 3.6 Prozent» Schöpsenfleisch um 17.1 Prozent, inländischem Schweinefett um 3.8 Prozent und ausländischem um 1.5 Prozent ab. Einen PreiSaufftteg verzeichnen dagegen Schweine- und Kalbfleisch um mehr als 8 Prozent, Eier um 10.8 Prozent und- in-^geringem-Maße auch Butter. Die Gruppede r le weist'iMt Ausnahme von Zink einen allgemeinen Preisrückgang aus. Weitere Preissenkungen weisen in der Gruppe der Texttlien aus: Rohbaumwolle, Baumwollgarn, überseeische Schafwolle, Rohseide und Jute. Prager Lebensmittelmärkte Gemüse. Schnittbohnen um 2 bis 3 K£ auf 6 bis 7 KL gestiegen, Zwiebel um 30 Heller auf 1 bis 1.20 KL. Obst. Sowohl heimische als auch bosnische Zwetschken sind auf 8 bis 12 KL gestiegen, heimische Weinttauben kosten nurmehr 2.50 bis 3.50 KL. Schwämme. Frische Pilze sind auf 8 bis 12 KL gestiegen, Eierschwämme kosten 2 bis 3 KL, Rötlinge 6 bis 10 KL, Herbstschwämme 5 bis 6 KL. Fleisch. Rindfleisch: Vorderes mit Zuwaage 10 chis 14 KL, hinteres 12 bis 17 KL, vorderes ohne Zuwaage 12 bis 16 KL, hinteres 14 bis 19 KL; Lungenbraten mit Zuwaage 18 bis 20 KL, ohne Zuwaage 20 bis 28 KL; Schweinefleisch: Vorderes mit Zuwaage 9 Lis 12 KL. hinteres 12 bis 16 KL, vorderes dhne Zuwaage 11 bis 14 KL, hinteres 14 bis 20.KL; Kalbfleisch: Vord«eS mit Zuwaage 7 bis 10 KL, hinteres 11 bis 14 KL, vorderes mit Zuwaage 9 biS 12 KL. Hinterer 14 bis 22 KL; Schöpsenfleisch: Vorderes mtt Zuwaage 8 bis 11 KL, hinteres 10 bis 14 KL. vorderes mtt Zuwaage 10 bis 13 KL, hinteres 12 bis 16 KL; Rindszung«, roh 11 biS Norwegischer Fischdampfer aufgelaufen Dek' norwegische Fischdampfer„Garnes" lief an der irischen Küste in der Nähe von Ton Head auf die Klippen.- 14 KL; Rindsleber 8 bis 12 KL; Rindshirn 16 bis 18 KL; Schweins- und KalbShirn 18 bis 24 KL, Kuttelflecke 6 bis. 7 KL; Selchfleisch: roh, vorderes 14 bis 18 KL. hinteres 16 bis 18 KL. vorderes gekocht 20 bis 24 KL, hinteres gekocht 24 bis 28 KL; geselchte Rindzunge 16 bis 18 KL. Fette. Landbutter 17 bis 18 KL. Teebutter in großen Paketen 20 bis 22 KL. Margarine 10 bis 12 KL, Rindsfette, roh, um 1 IQ billiger(4 bis 6 KL), ausgelassen 7 bis 8 KL. Schweineschmalz, heimisches, tot 11 bis 12 KL, ausgelassen 18 bis 14 KL. Bakontzerschmalz 12 bis 13 KL, Speck 13 bis 15 KL. Geflügel und Wild. Heimische Gans, Stück 40 bis 125 KL, geschlachtet um 1 KL billiger(11 bis 14 KL per 1 Kg), Schmalzgans um 1 KL billig« (13 bis 14 KL) abgehackte um 2 KL(16 bis 20 KL), Huhn um 1 KL(19 bis 20 KL). Glerchschaltungsbeamte. Wien. In den österreichischen Staatsrat wurde vor einiger Zeit Dr. Seyse-Jnquart und in das vollspolttische Referat der Heimatfront Dr. Pembauer berufen. Diese beiden Vertret« der sogenannten nattonalen Kreise wurden mtt der Aufgabe betraut, ihre Anhäng« an die Hei« matsfront und mit ihr verwandte Institutionen zu fesseln. Samstag hat die Vaterländische Front in dieser Richtung einen weiteren Schritt getan und für ihre vollspolitischen Landesreferate Vertrauensmänner der- nationalen Kresse berufen. Es sind dies insgesamt ehemalige Großdeutsche, so für Wien Dr. Miltschinkey, für Niederösterreich >Dr. Straffe, für Oberissterreich Karl Bretten« thäler, für Salzburg Dr. Adalbert'Reitter ufw. Nationalsozialisten befinden sich'nicht auf dieser Lifte. Bernhard Demburg, dessen Tod wir bereits gemeldet, war d« Sohn eines großen Leitartttlers des„Berliner Tageblatt", Friedrich Dernburg, und daß ein Mann von solch bürgerlicher und obendrein oppositionell« Herkunft zum Kaiserlichen Staatssekretär«nannt wurde, gatt damals, vor mehr als 30 Jahren, als eine Art Weltenwende— freilich nur dem braven, innerlich stets Wilhelmtreuen, fortschrittlichen, also linken (was damals noch nicht als Eigenschastswott angewendet wurde) Bürgertum. Allerdings war er schon lange ein wichttger Bankmann und die geldschluckenden Kolonien sollten endlich etwas bringen. Darum wurde Dernburg Kolonialsekretär, natürlich nicht etwa gar auS dem Parlament heraus, dem er noch längst nicht angehörte.(Parlamentarische Minister gab es nicht und als Wilhelm wieder einmal hören mußt«, daß man doch vielleicht endlich Taggelder für die Abgeordneten einführen wollte, antwottete er mtt dem Ausrufe:„Diäten auch noch den Kerls?!") Aus den Kolonien hat auch Dernburg kein Geschäft machen können. Mer als d« andere Bernhard, nämlich der Bülow, 1906 den Reichstag wegen Ablehnung eines strategischen Bcchnbaues in Südwestafrika auflöste, kam DernburgS große Zeit. Landauf. landab zog er als Wahlredner gegen die Neinsager, Sozialdemokratte und Zentrum. Und dabei erzählte er seinen begeistetten Hörern die schöne Geschichte von der ungeheuren Fruchtbarkeit jenes jung- ftäulichen Bodens. Dort sei einmal von einem der Karawanenkamele eine Datte.lkiste in den Sand gefallen und ein paar Jahre später sei an dieser Stelle schon der schönste Wald von Dattel- palmen aufgebaut gewesen. So und anders wurde ein richttger Kolonialrummel ensseffelt. Die „Hottentottenwahlen" im Jänner 1907 brachten denn auch d« Sozialdemokratte nicht den bereits gewohnten starken Stimmenzuwachs und bei dem proporzlosen Einmann-Wahlrecht und dem Zusammenschluß der Rechten mir dem Bürgertum«ine bedeutende Verminderung ihrer Mandate, von 81 auf nur 57. Aber der Blocksrühling dauerte nicht allzulange, bald kam der schwarz-blaue Block, di« Fortschrittler wurden wieder nach links gedrängt und fünf Iah« nach jener Wahl«rang die Sozialdemokatie 112 Mandate von den insgesamt 897. Bernhard Dernburg trat erst in der Republik ins Parlament ein. zumal er die Demokrattsche Partei finanziell fördern konnte. Eine größere polittsche Roll« hat er r cht mehr gespiett.(hn) Patts. Die.Information Financiäre" meldet, daß die französsschen Eisenbahngesellschasten bei Schwerz« Kredittnstituten in Züttch und Basel eine Anleihe von 200 Millionen Schweiz« Franken in Form vierprozenttg« in zwei Jahren fälliger Obli- gattonen ausgenommen haben. Seite 6 „Sozialdemokrat" Sonntag, 17. Oktober 1937. Nr. 245 " l Anglo- Elementar Versicherungs-Aktiengesellschaft in Wien Direktion fiir die CSR in Prag Generalagentschaft Reichenberg empfiehlt sich zum Abschluß von 39OT Feuer-, Unfall-, Haftpflicht-, Einbruch-, Auto-, Transport-, Glas-, Maschinenbruch-, Zeitkarten-, Reisegepäck- und Wetter-Versicherungen zu kulantesten Preisen Bargarantlemlttel In der tSR 63 Millionen Büros: Prag, Närodni tf. 17, Reichenberg, Schiitzengasse 21, Brim, Theatergasse 6 I Kunst und Mssen Mehr noch als der Geschicklichkeit des Autors'Mittwoch, den 20. Oktober: DSAP-Heim, 8 Uhr, I SSM Mitteilungen<>«»Urania« Gruppe Prag XII., gemeinsam mit dem Allaver, „Filmvorführung Komotau". Heute, ChLrie? 6 Uhr: Jugend nement «2. /Mitteilungen aus dem Publikum. Baker» Mutter und vier Kinder brauchen für ihren guten Frühstückskaffee 8 Löffel Perola. 3 Löffel Perola geben nämlich 6 Taffen duftenden, würzig schmeckenden Kaffee. ler abmontierte, mit dem Pfeiler, der plötzlich entzweibrach, aus einer Höhe von etwa acht Metern zur Erde. Die Rettungsgesellschaft brachte ihn auf die Klinik Jiräsek, wo«in Bruch.mehrerer Brustwirbel festgestellt wurde. Capelfst noch bewusstlos. Uebcr die gegenwärtig politisch« Lage in Frankreich spricht im. Klub.Nova Svoboda" Mitwochs den 82. Oktober, um halb 8 Uhr abends, Ge- noffe Fuscien Dominois, Profeffor der sla- slawischen Sprachen in Paris. Der Vortrag findet in ffchechischer Sprache statt und wird im Spiegelsaal der„Närodni kavärna", Prag I.. Närodni ti. 13, 1. Stock, chbgehalten. Eingeführte Gäste willkommen. Demokratischer Klub. In Prag wurde ein demokratischer Klub„Die Tat" gegründet, zu dessen Vorsitzenden Doz. Dr. Sitte gewählt wurde. Der Klub hat sich die Aufgabe gestellt, sich mit den Problemen der jungen deuffchen Generation auseinanderzusetzen und der deutsch-tschechischen Verständigung zu dienen. Diesen Aufgaben will er durch Veranstaltung von Vorträgen, Diskussionen, Herausgabe von Büchern und Zeitschriften gerecht werden. Der erste Abend wird dem Gedenken T. G. Ma- sarvks gewidmet sein.— Der Klub hat mit der Zeitschrift„Die Tat" nichts zu tun. Studentenbund im Allgemeinen Angestellten- Verband Reichenberg. Ortsgruppe Prag. Mitgliedsanmeldungen täglich bon 17—18 Uhr SmeLky 22/1II. Jeder Hochschul- und Mittelschulstudent kann Mitglied werden. Deutsche Bölkerbnndliga. Fortsetzung der Aktion„Milch fürs Kind" durch einen großen neuerlichen Verkauf bon geschmackvollen und äusserst preiswerten Heimarbeiten in der Zeit vom 24. Oktober bis 4. November im„Deuffchen Haus", Z. Nr. 6. Freie Besichtigung ohne Kaufzwang. Ausflugszüge der Staatsbahnen. Zur Grossen Pardubitzer XL 48.—, Sonntag, den 17. Oktober, um 10 Uhr ab Wilsonbahnhof, am 17. Oktober ab 13.37 Uhr Masarvkbahnhof nach Läny XL 13.—, Karten bei Schalter Nr. 13 auf dem Masarhk- und Wilsonbahnhof noch Sonntag vormittags erhältlich. Informationen und Anmeldungen im Basar neben dem Wilsonbahnhof«. Telephon 38338. war der nicht stürmische, aber doch freundliche Erfolg der Uraufführung der Spielleitung Julius G e l l- n e r s zu verdanken, die wirklich alles getan hatte, um die Auftritte lebendig, die Konflikte bedeutend und das Milieu interessant erscheinen zu lassen— wozu auch die Bühnenbilder von Frank Schultes das ihrige beitrugen. In der Hauptrolle war Walter S z u r o w Y, liebenswürdig und wohlgefällig. Anton Schmerzenreich und Max Schipper brachten komische Tvpen eifrig zur.Geltung. Martin Costa karikierte einen schwankbasten Rechtsanwalt. Willi Volker erheiterte mit einem würdigen Onkel und Erna T e r r e l machte aus den Bruchstücken der weiblichen Haupttolle eine shmpatbische Figur und kämpfte tapfer gegen die sprachlichen Sprödigkeiten des Textes, mit bem sie ihre Gefühle auszudrücken verpflichtet war.—eis— Smetana"(Dr. BlaZek und Prof. Nejedlh) sowie durch Enthüllung einer Gedenktafel am Hause„11 tri lviLkü" durch die Prager Gemeinde, di« UmLleckä Beseda und die Mozart-Gemeinde in der Tschecho- flowakei ergänzt werden. DaS Eisenbahnministerium hat für die in- und ausländischen Teilnehmer besondere E r m ä ss i g u n gen gewährt. Die Festival-Legitimation berechtigt zu ermässigten Eintrittskarten für Theater und Kinos.(Kanzlei des Mozart-Festivals in Prag II., Hooverova ul. 9, Tel. 38732). Kanzlei ausgeraubt. Gestern nachts drang ein bisher unbekannter Täter durchs Fenster in die Kanzlei des Jng. Richard S t e r n in Karolinental, Palackysttasse 89, ein, und entwendete XL 11.900.— in bar aus der feuersicheren Kaffe, die er mit einem Stemmeffen aufbrach. Ausserdem stahl er einige Schmucksachen. Der Gesamffchaden beträgt XL 18.000.—. Wohnung ausgeraubt. Am 9. Oktober war die Wohnung des Rottmeisters P. in Zizkob von unbekannten Tatern völlig ausgeräumt worden; neben Kleidern, Wäsche unb Bargeld wgxeg auch einige Möbelstücke verschwunden. Der Gesamtschaden betrug XL 17.000.—. Als Täter wurden gestern zwei polizeibekannte Diebe, der 34jährig« Franz Tüma aus Zi.skov und der 30jö^rig« ehemalige Schuster Josef Marsoun aus Whsoffchan verhaftet, die äusser biesem Einbruch noch einen in die Wohnung bes Rebakteurs Tresnak in Zizkov unternommen hatten, wo ste die Bibliothek im Werte von XL 10.000.— Mitnahmen. Für diese ganze Bibliothek hatten sie von einem Hehler XL 86.— bekommen. Ausserdem wurden ihnen noch verschiedene Kellerdiebstähle nachgewiesen. Mit den beiden wurden noch einige Hehler nach Pankratz gebracht. Arieitsunfall. Western nachmittags fiel der 33fährige Monteur Viktor Capek aus HodkoviLky, während er die elekttffche Leitung Von einem Pfei- Ludwig Hardt:„Seltsame Geschichten". Neues Programm. Dienstag8 Uhr. Universitäts-Professor Dr. Eisler:„Pariser Weltausstellung". Lrkhtbildervortrag. Donnerstags Uhr. „Der zivile Luftschutz." Dr. Harvälik. Kursbeginn Donnerstag8 Uhr. Urania-Mü« glieder und Studenten gratis, sonst Xö 18. Ursnis-Kino Toppelprogramm:„Rächt an der Donau". Wiener Lachschlager mit Slezak, Wüst, Waldau. Liebeneiner. Dazu„Schanghai", die neue Wechs- bergreportage in Premiere. Aktualita-Wochenschau. Kein Zuschlag. 8, 4, 6, 149 Uhr. Hermann Leopold!-Betja Milskaja kommen schon Freitag! Filme in Prager Lichtspielhäusern Urania:..Nacht an der Donau." Slezak, Wüst» „Schanghai" in Premiere.— Adria:„Mister Moto." (Peter Lorre.— A.)— Alfa;„Das Schiff der der« lorenen Seelen."(Cooper. A.)— Apollo:„Unter Ausschluss der Oeffentlichkeit."(D.)— Avion: „Roman eines Schwindlers."(Fr.)—>. Beränek: „Die ganz grossen Torheiten."(Weffely. D)- Fenix:„Sterne vom Himmel."(Stag Laurel und Hardh. A.)— Floral^Detekttv Nick."(A.)— Hollywood:„Unter Ausschluss der Oeffenflichkeit." (D.)— Hvczda:„Mister Moto."(Peter Lorr«. A.) — Julis:„Frauenliebling."(A. Ondra. D.) Kincma d. B. B.: Journale, Grotesken, Reportagen. — Koruna Akt. Th.: Journale, Grotesken. Reportagen.— Kotva:„Der LieblingderE l e- fanten."„Moldau."— Lucerna:„Sterne vom Himmel."(Laurel, Hardy. A.).— Metro:„Der Frauenliebling."(A. Ondra. D.)— Passage:„Das Verhängnis einer Nacht."(A.)— Praha:„Schüsse um Mtternacht."— Radio:„Die ganz grossen Torheiten."(Wessely, Forster. D.)— Staut:„Der letzte Sklavenhändler."(Beery. A.)— Svetozor: „D er Liebling der Elefanten." Für Jugendliche.— Alma:„Feuer über England."(A.) — Bajkal:„Der letzte Sklavenhändler."(Beery. A.) — Belvedere:„Der ideale Gatte."(B. Helm. D.) — Beseda:„Die Karriere der Mutter Lizal."(Ne- dosinska.)— Carlton:„JarLa's Professor."(Tsch.) — Illusion:„JarLa's Professor."(Tsch.)— Konvikt:„Die ganz grossen Torheiten."(Wessely. D.) — Lid« II:„Der letzte Sklavenhändler."'(Beery. A.)— Louvre:„JarLa's Profeffor."(Tsch.)— MaceSka:„FNier über England."(A.)— Olvm- pie:„Weiber-Herrschaft."(D.)—Persthn:„Die guteErde."(Paul Muni, Rainer. E.)— Tatra- Weinberge:.„JarLa's Profeffor."(Tsch.)— tt Bei- vodü:„Millionen Dank."(Whitemann. A.)— Baldek:„Detekttv Nick."(A.)— Beletrhy:„Die ganz grossen Torheiten."(Weffely. D.)— Roxy: „Die ganz grossen Torheiten."(Weffely, Forster. D.l Unter Ausschluss der Oeffenflichkeit. Ein ernster Film reichsdeuffcher Produktion, der vor den Schranken des Gerichtes in geheimer Verhandlung ein überraschendes Ende nimmt(das im Interesse der Spannung denen, die ihn besuchen wollen, nicht verraten sei). Dieser Art von Filmen gibt es seit dem viel gestielten Bühnenstück und Film»Der Fall Mary Dugan" mehrere und der ergreifendste und beste war die unvergessliche„Mazurka". Der nun laufende Film»Unter Ausschluss der Oeffentlichkeit" ist im Thema ähnlich, ohne das künstlerische Niveau der .Mazurka" zu erreichen.— Ausserdem lief ein Lustspiel deuffcher Herkunft mit Anny Ondra und Hans Söhnker»Der Frauenliebling" an, das unter der Regie Geza von Bolvarys bewährte Situationen zu einem»neuen" Schwank verrührt. sk: Sozialver$icherung$- Briefkasten Langjähriger Genosse. Teilen Sie die geschilderten Umstände der ZenttalsozialversicherungSanstalt in Prag mit und ersuchen Sie um Uckerprüfung der seinerzeitigen Entscheidung. Vergessen Sie nicht, in Ihrer Zuschrift alle Daten Ihrer Frau anzuführen (Nr. der Sozialversicherungslegitimation). Sollte di« Erledigung der ZSBA wieder. abschlägig sein, so schreiben Sie uns nochmals(aber unter Angabe aller Daten), falls die AuÄunft, die Ihnen die ZSBA sicherlich erteilen wird. Ihnen nicht genügen sollte. R. W. I. Nach Einsichtnahme in die Belege stellen wir fest, dass die Pensionsanstalt Ihnen für Ihre Beschäftigungszeit vom 12. November 1931 bis 30. November 1934 nicht den Einkauf bewilligt hat, wie Sie irrtümlich annehrnen.sondern für diese Zeit lckiglich den Versicherungsbeitrag nachträglich zur Vorschreibung brachte. Don dieser NachttagSvor» schreibung können Ihnen aber nach 8 12 des Pensionsversicherungsgesetzes nur zwölf Monate in die Wartezeit eingerechnet werden, so dass Sie mit den seit 1. Dezember 1934 versicherten 38 Monaten heute eine in die Wartezeit einrechenbare Gesamtbeittagszeit von 47 Beittagsmonaten aufweisen, also Ihnen noch. 13 Monate zur Erlangung der Wartezeit fehlen. In die Steigerungsbettäg« wird Ihnen aber die gesamte nachträglich durchgeführte Versicherung von 36 Monaten angerechnet werden, so dass also, sobald Sie die Wartezeit erlangt haben werden. Ihnen aus der nachttäglichen Durchführung der Versicherung kein Schaden erwachsen wird. Ihre Fragen beantworten wtt wie folgt: 1. In den Ruhestand können Sie sich erst nach Vollendung der Warte» ftist, also frühestens am 1. Dezember 1938 begcken. 2. Ihre Monatsrente wird am 1. Dezember 1938 sich aus dem Grundbettag von 3600 XL und aus Steigerungsbettägen für die Zeit vom 1. Dezember 1931 angefangen, also für etwa sieben Jahre, zusammensetzen. Der Steigerungsbettäg in der vierten Klaffe beträgt für jeden Monat 18 XL, also für sieben Jahr«, d. i. 84 Monat«. 1260 XL; die Rente dürste also etwa 400 XL monatlich betragen. Die eingesendeten Belege rewurnieren wir Ihnen per Post. Hochleistungs-Drehbänke, Fräsmaschinen, Radialbohrmaschinen, Bohrwerke, Shaping- n. Hobelmaschinen Spannfutter in modernster Ausführung erzeugt: Werkzeusmaschlnenfabrik Arno Mauert Warnsdorf,er ist, nicht nach dem Preise zu fra- gen. Besondere- Sehenswürdigkeiten sind der Hum- ber-Pullmann-Wagcn, wie ihn der König von England benützt, und ein offener Mercedes,. dessen Stromlinienform„total" ist. Die prunkvollsten Wagen der Ausstellung sind Amerikaner: Hudson- Terraplane, Chrysler, Cadillac. Gemeinnützigere Erzeugnisse als diese sieht man in der Maschinenhalle, wo die Lafttraftwagen und Autobusse ausgestellt sind. Hier bemüht man sich Überall um das Konstruktionsproblem: Bei möglichst schmaler Form und grosser Stabilität die Ladefläche zu vergröbern. Auch Lasüvagen, die sich in Personenwagen verwandeln laffen, sind zu sehen, und schliesslich„Camping-Autos", in tzenen man auf Ausflügen wohnen kann, eine amerikanische Ange-, legenhett,.die aber auch von den Tatra-Werken schon besorgt wird und an der auch inländische Karosseriefabriken durch Herstellung von„Wohnhäusern" arbeiten. die wie fahrbare Weekend-Häuschen aussehen. Dir nächste Arbeitervorstellmrg findet am 7. November statt. Wochenspielplan des Reuen Deutschen Theaters. Sonntag, halb 3 Uhr: Warum lügst du. Halb 7: Siegfried, Bl.— Montag halb Weh dem, der lügtl Theatergemeinde der (grüne Karten) und freikr Verkauf, Abon- aufgohobon.— Dienstag halb 8: Oberon, .— Mittwoch halb 8: Acht Rud:r im Takt, B 1. — Donnerstag halb 8: Arabella, C 2.— Freitag halb 8: Weh dem, der lügtl D.— Samstag halb 8: Frühlingsluft, neuinszeniert, C 1.— Sonntag halb 3: Weh dem, der lügtl Halb 8: Arabella, A 2. Wochenspielplan der.Kleine« Bühne. Heute, Sonntag nachmittags 3 Uhr: Rausch, abends 8 Uhr: Nachtasyl.— Montag 8: Bei Kerzenlicht. Bank- ! beamte I und fteier Verkauf.— Dienstag halb 8: Parkstrasse 13, Erstaufführung.— Mittwoch 8 Ahr: Die Reffe.— Donnerstag 8 Uhr: Parffttahe 13.— Acht Ruder im Takt Uraufführung im Neuen Deutschen Theater Der Prager Autor Hans Regina Nack, der vor kurzem schon mit einer„exottschen" Komödie„Alarm im Radio" in der Kleinen Bühne zu Worte kam, kommt in seinem neuen Stück nicht mckr aus Aether-, sondern auf Wasserwellen, und nachbem wir neulich — bei der letzten Uraufführung des Deuffchen Theaters— eine Badeanstalt auf der Bühne sehen durften, machen wir uns langsam damtt vertraut, die Verwässerung des Dramas in allen anschaulichen | Varianten vorgeführt zu sehen. Es handelt sich dies- I Mgl, wie schon der Titel sagt, um einen„Achter", ! der am Ende natürlich die sstbsse Regatta gewinnt, und nicht genug damit, gewinnt der zeitweise enterbte Steuermann auch seinen reichen Onkel zurück. — und da er die Braut schon, vorher gewonnen hat, gibt es«in happy end wie in mittelmässigen Filmen, an die dieses Stück auch sonst auf Schritt und Tritt erinnert. Für ein Publikum, das sich für Sportflubs interessiert und für die Sorgen reicher Söhne und Neffen, die der Stolz diesen Klubs sind, weil sie zwar hinter den Kulissen angeblich studieren, sich vor den Kulissen aber' grundsätzlich nur mit Kameradschaft, gebrochenen Ehrenworten und Lickes- affären beschäftigen,— für ein solches Publikum ist das Stück geschickt und gefällig zurechtgemacht, es hat ein paar(nicht allzu) komische unb ein paar (nicht allzu) rührende Stellen— und am Ende fällt alles, was da ist, einander um den Hals, auf dass die Sorgen, die der Autor seinen Figuren anfangs bereitet hatte, endgültig vergessen seien. Mozart-Festival in Prag. Unsere Theaterwelt wird vom 23. bis 31. Oktober im Zeichen der Mozart- Feiern. stehen. Das Ständ etheater feiert am 29. Oktober den 150. Jahrestag der Premiere des„D o ir G r o v a n n i". Da Mozart dieses sein grösstes Werk in Prag vollendet hat, beschlossen bie Prager Theater durch Neueinstudierung des Werkes ben Jahrestag würdig zu feiern. Das Nationaltheater hat für den 29, Oktober die Festauf führung von„D o n G i o v an n i" unter ber Leitung des Opernchefs T a l ich mit B. Z t t e k in der Titelrolle vorbereitet. Das Deuffche Theater hat für den 27. Oktober die Festvorführung der„Z a u- berslöte"(Dirigent R a n k l) und für den 31. Oktober„D i e Entführung aus dem S e r ck i l"(Dirigent Zweig) einftudiert. Das Prager Rünbfunkorchester veranstaltet am 24. Okto ber im Smetana-Saal unter der Leitung von K. B. Jiräke(Ouvertüre zur Oper„Titua", Symphonie D-dur(Prager) ein Konzert, der Kammerverein am 26. Oktober im Smetana-Saal ein Violin-Quartett. C-dnr-Arie, das Streichquintett G-moll(M. Tau- berovä, Prager Quartett. K. Moravec). Die Mozart- Gemeinde veranstaltet am 23. Oktober im Smetana- Museum ein„Eröffnungskonzert von W. A. Mozart- Kompositionen" und am 26. Oktober in der Bertram-. Villa ein Konzert des„Prager BlaS-OktetteS". Die Freitag 814: Eine Frau ohne Bedeutung, Volks- Festvorstellungen werben burch eine Ausstellung tümliche Vorstellung.— Samstag 8: Parkstrasse „Mozart und Prag", durch Vorträge„Mozart und 13.— Sonntag 3: Bei Kerzenlicht, 8: Die Reise. Dereinsnaciirickten Republikanische Wehr, Prag. Am Donnerstag, den 21. Ottober, Uebungsabendin der Sporthalle auf dem DTJ-Sportplatz, Hetzinsel. © Sozialistische Jugend, Kreis Prag. Wochenprogramm: Dienstag, 19. Oktober: DSAP-Heim. Be SmeL- käch. 8 Uhr, Gruffe Prag I.:„Die soziale Stellung ber Frau", DSAP- L Heim, Ve SmeLkäch, 7 Uhr, Gruppe Prag II.:„Zum 28. Oktober", FVSA-Heim, Spälenä, 8 Uhr, Gruppe Prag VII.: ..Filnyaus dem inttrnattonalen Lager. England," Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins HauS oder bei Beßug durch die Post monatlich XL 16.—, vierteljährlich XL 48.—, halbjährig XL 96.- ganzjährig K 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungyi Preisnachlass.- Rückstellung»on Manusttipten effolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Tele- graphendirektion mit Erlass Nr. 13.800/VII/1930 bewilligt.(Kontrovpostamt Praha 28.— Druckerei:„Orbts". Druck-, Verlags» und Zeitungs-A.-G. Prag.