Sozial- emokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoflowakischen Republik Erscheint mit««»«ahme de» Mo«tag täglich früh/ Einzelpreis 70 Heller Redastion und Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl K ern, Prag 17. Jahrgang Dienstag, 19. Oktober 1937 Aus dem Inhalt: Mittelmeer-Spannung erheblich gestiegen Joadiimsthaler Beratungsstelle eröffnet Lohnforderungen der Bergarbeiter Die Schuldfragen im Velgo-Prozeß Nr. 246 Sitze, die ange- 346 46 15 2 526 (4-31) (4-71). 240 59 41 234 der eigenen und damit moralischen geschlagen wurde, mutz konstatiert werden, daß dies geschah, als die Sicherheitswache dem gewaltsamen Versuch der Menge, in das Gebäude der Wachstube einzudringen, entgegentrat, wobei ihr allerdings die Anwesenheit des Abgeordneten Köllner in der angesammelten Menschenmenge nicht bekannt war. Als ein uniformierter Beamter der Staatspolizei bei dem Tor erschien und die inmitten der Ansammlung stehenden Abgeordneten ihn ersuchten, daß ihnen der Eintritt in die Wachstube freigegeben werde, erfolgte dies unverzüglich. Die Abgeordneten Zippelius, Birke, Köllner, Sandner, Kundt und Abgeordneter K. H. Frank wurden sodann gemeinsam zum Oberkommiffär und hierauf zum Amisvorstand in das Hauptgebäude des Staats« Polizeiamtes geführt, tyo ihre Aussagen eines nach dem anderen zu Protokoll genommen wurden. * Wie wir erfahren, wurden sämtliche Festgenommenen nach der Einvernahme durch die Polizei wieder entlasten, mit Ausnahme eines SdP- Mannes Morsche aus Dux, der sich auf der Wachstube renitent benommen hatte. Bei dem„weiteren" SdP-Abgeordneten, von dem die amtliche Meldung spricht, handelt es sich um den Jng. R i ch t e r, der am Abend zu den Fenstern der Wohnung seines Kameraden Zippelius hinaufwinkte und der Aufforderung eines Wachmannes, weiterzugehen, nicht Folge leistete. Preßbüro auf Grund seiner in Teplitz eingeholten Informationen: Als der Vorsitzende der Sudetendeutschen Partei die Wohnung deS Abgeordneten ZippeliuS verließ, scharte sich um sein Auwmobil eine große Zahl von Bürgern, so daß drei Mitglieder der Sichexheitswache selbstverständlich ohne irgendwelche Waffe das Publikum anfforderten, auSeinanderzu- gehen und dem Automobil den Weg freizugeben. In diesem Augenblick wandte sich ereifert ein Mann gegen die Wache, der dem Wachmann Kadlec einen Stoß gegen die Brust versetzte und gleich darauf den zweiten intervenierenden Wachmann Bkma anfiel und ihn beiseite stieß. Der Revierinspekwr Fux ging an den Exzedenten heran, den er nach diesen seinen Handlungen vorzuführen beabsichtigte. Keiner der Intervenierenden wußte, daß es der Abgeordnete der Sudetendeutschen Partei K. H. Frank sei. Sobald der Revierinspektor Fux an den Abgeordneten Frank herantrat, versetzte ihm dieser auS voller Kraft einen Stoß, so daß Fux auf den Kühler des Auwmobils stürzte und sich hiebei am Unterschenkel und am Rücken verletzte. Erft nach seinem Fall griff Fux nach dem Gummiknüppel, den ihm jedoch der Abgeordnete Frank aus der Hand entwand. Erst nach diesem Zwischenfall gelang es unter Mithilfe weiterer Mitglieder der Sicherheitswache, den Abgeordneten Frank zu der etwas 50 Meter entfernten Polizeiwa'chstube abzuführen, wo erst auf Grund seiner Legitimation seine Identität feftgestellt werden konnte. Nach der Sicherstellung wurde der Abgeordnete Frank sogleich entlassen. Was die Beschwerde des Abgeordneten Dr. Köllner anlangt, daß er mit einem Gummiknüppel Sonntag in Teplitz veranstaltet worden waren. Samstag nachmittags fand in der Turnhalle eine Amtswalter-Tagung der Henlein-Partei statt, abends eine Festvorstellung des bedenklichen Schauspiels„Alle gegen einen» einer für alle" im Stadttheater in Anwesenheit Henleins und am Sonntag im Theatersaal eine Manifestation, bei der der von London resultatlos heimgekehrte „Stammesführer" durch große Töne den Rutha- Skandal zu überschreien versuchte. Sonntag nachmittags um 2 Uhr kam es dann, als Henlein samt Gemahlin und der SdP-Abgeordnete Zippelius samt Gattin dessen Haus auf dem Marktplatz verließen» zu„spontanen" Ovationen für Henlein. Da die Polizei öffentliche Kundgebungen verboten hatte, schritt sie gegen diesen Versuch der Umgehung des Verbotes ein. Es kam zu einem H a n d g e m e n g e zwischen Polizei und SdP-Anhängern, in dessen Verlauf drei Wachleute und einige Demonstranten verletzt wurden. Unter der demonstrierenden Menge befand sich— natürlich ganz„zufällig"— auch der SdP-Abgeordnete Karl Hermann Frank, der mit einem Polizeimann zusammenstieß und auf die Wachstube geführt wurde. Noch am selben Abend verbreiteten einige ausländische Nachrichtenquellen entstellte Berichte über die Teplitzer Vorfälle. Diesen Berichten entgegen meldet das Tschechoslowakische Die sudetendeutsche Oeffentlichkeit erwartet von Herr^ Henlein eine Rechtfertigung, wieso er in seiner nächsten Nähe einen Sumpf schlimmster Entartung dulden konnte. Darüber soll Herr Henlein endlich reden und nicht Paraden abhalten, die mit Klamauk enden. Wir stellen ein- heutig und zur Klarstellung jener„historischen Verantwortung" fest, von der die Leitmeritzer Rechtsfanatiker faselten: Wenn es im Laufe der nächsten Wochen zu einer Wiederholung der Teplitzer Zwischenfälle kommen sollte, so handelt es sich nicht um einen Rechtskampf des Sudetendeutschtums, sondern um die inszenierte Mache eines Führerklüngels, der die Aufmerksamkeit Anhänger von der Rutha-Affäre vor dem eigenen politischen und Bankrott ablenken will. Paris. Bei den Wahlen am Sonntag hat die Volksfront einen Sieg davongetragen, der größer ist als man erwartet hatte Die Brrteilung der 1526 Sitze im Generalrat zeigt unter Ausschluß der fochten werden, folgendes Bild: Kommunisten..... Sozialisten.... Sozialistisch- republikanische Bereinigung.... Unabhängige Sozialisten. Radikale Gruppe Pelletan. Radikalsozialisten.... Die Volksfront erhielt insgesamt..'... Unabhängige Radikale.. Demokratische Volkspartci. Republikanische Linke.. Das Zentrum erhielt insgesamt..... Republikan.- demokratische Bereinigung.... Konservative,.... Soziale Partei(de la Rorque) 14 Bolkspartei(Dorwt).. 2 Elsässische Autonomiste». 0(— 2) Die Rechte erhielt ins gesamt 315(4-12) Gleichzeitig mit den Kantonalwahlen fanden die Wahlen in die Bezirksvertretnn- gen statt, wobei 1865 Mandate zur Besetzung gelangten. Die Wahlen brachten folgende Ergebnisse: Der Sachverhalt Der Marktplatz in Teplitz-Schönau war am Sonntag Zeuge einiger ungewöhnlicher Zwischenfälle. Die Zusammenstöße, die es dort zwischen SdP-Angehörigen und der Polizei gab, spielten sich ab im Anschluß an die Kundgebungen, die von der SdP am Samstag und Rache für Rutha? Die Teplitzer Zwischenfälle und ihre Hintergründe Im Anschlüsse an ein rednerisches Auftreten Heuleins in Teplitz kam es Sonntag zu kleineren Straßenkrawallen, wobei— nach den vorliegen, den Berichten zu schließen— auch einige SdP- Abgeordnete mit der Polizei in Konflikt gerieten. Verschiedene Anzeichen lassen es nicht für ausgeschlossen erscheinen. daß es sich einfach um einen absichtlich inszenierten Rummel handelt, z» dem Zwecke, nm die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit von den blamable» Geschichte« um Rutha abzn- lenkeu. Zur selben Zeit fand nämlich in Leitmeritz eine sogenannte,,Tagung für öffentliches Recht" statt, veranstaltet von der SdP. Wie die Mon- tagsblätter melden, nahmen an der Leitmeritzer Tagung auch einige Juristen aus Oester- reich, Deutschland und E st l a n d teil, also Vertreter halb- oder ganzfaschistischer Staaten, die über die„Wahrung" des öffent- lichen Rechtes ausgezeichnet Bescheid wissen. Ausgerechnet vor diesem Publikum beklagte sich Herr Dr. Neuwirth darüber, daß hier- zulande die Freiheit der Person, Hausrecht und Briefgeheimnis nicht genügend respektiert wer- den. DaS könne, so meinte Dr. Neuwirth,„die Bahn freimachen für unberechenbare E n t w i ck l u n g e n", was in den Ohren-es anwesmden Herrn Seyß-Jnquart(bekanntlich «in Vertreter der Nationalbetonten in der österreichischen Regierung) und der Fustizpfleger des Dritten Reiches besonders angenehm klingen mag. Besagte Tagung war anscheinend von der- art feinfühlenden Herren beschickt, welche die Nachricht von einem kleinen Straßenauflauf Nicht vertragen konnten. Sie hatten nach dem prompten Bekanntwerden der Teplitzer Zwischen- fälle die Kühnheit, an den Ministerpräsidenten Dr. H od ja folgendes Telegramm zu schicken: „Die Teilnehmer an der Tagung der SdP für öffentliibrS Recht sehen darin«in Symptom von grundsätzlicher Bedeutung. Sir sehen sich außerstande, angesichts dieses Vorfalles ihre. Arbeiten fortznführrn, brechen die Tagung in dieser Stunde al, nicht ohne Sie, Herr Ministerpräsident, als Chef der Regierung, eindeutig auf die historische Verantwortung festzulegen, die denen zukommt, welche die Verfügungsgewalt über die Exekutive habe« und nicht zu verhindern wissen, daß Nachgeordnete Faktoren Zwischenfälle schaffen. Solche Zwischenfälle sind für jeden Sudetendeutschen u n t r a g- ‘ lat und in ihren AnSwirkungen für die Zukunft unberechenbar". -Dieses Telegramm spricht auch im Namen der ausländischen Teilnehmer der Tagung und stellt gerade von dieser Seite her eine dummfreche Einmischung in unsere inneren Verhältnisse Lar. Die in Leitmeritz versammelten in- und ausländischen Totalitätspolitiker Ware» auf Grund eines bloßen Telephongespräches auS Teplitz der— von ihrem undemokratischen Standpunkte aus durchaus berechtigten— Auf. fassung, daß„solche Zwischenfälle"...„un- tragbar" sind und sie kündigen nicht mehr Und nicht weniger als„unberechenbare" Auswir- kungen an. Daß gleichzeitig der Nachrichten- dienst in dps faschistische Ausland noch am selben Abend tadellos funktionierte, läßt tief blicken... Vom sudetendeutschen Standpunkte ist zu dieser offenbar gut vorbereiteten Komödie folgendes zu sagen: In der sudetendeutschen Be- dölkerung herrscht tatsächlich eine gewisse Erregung, aber nicht deswegen, weil man dem Herrn Henlein nicht genügend Ovationen zu be- reiten vermag. Die Erregung richtet sich gegen die Zustände in der SdP, für die gerade Herr Henlein voll verantwortlich ist. Die Erregung ist anSgelöst worden durch die Schweinrre' i, welche durch die Verhaft tuugcn um Rutha ausgedeckt worden sind. 864 119 20 207 Wahlsieg der Volksfront 864 Sitze von 1526 z Die Sozialisten gewinnen 71 Sitze Mandate (—11)' Kommunisten.».. 66 (+43) (— 5) (4- 1) Sozialisten Sozialistisch-Republikanische 309 (+84) (-42). Bereinigung.... 31 (— 7) (4-45)' Unabhängige Sozialisten. 15 (—18) Radikale Gruppe Pelletan. 5 (4- 2) (—25) Radikalsozialisten... 544 (—37) f4- 2) Unabhängige Radikale.. 114 (—33) (—34) Bolksdemokraten.... 54 (4- 9) (—58) Republikanische Linke.. 237 (—78) Republikanische Bereinigung 391 (4-10) (4- 9) Konservative..... Soziale Partei de la 68 (+ 2) (— 6) Rorque)..... 29 (4-23) (+10). Bolkspartei(Doriot).. 2 (+ 1) (+ 1) Antonomisten.... 0 (— 1) Das Beispiel Frankreichs Aus Frankreich kommt frohe Kunde: die Linksregierung, die seit mehr als einem Jahre die Geschicke des Landes führt, wurde durch das Ergebnis der Generalrats- und Kantonals« wahlen gestärkt. Alle Hoffnungen der europäischen Reaktion auf den Zerfall der französischen Regierungsmehrheit wurden durch diese Wahlen zuschanden, deren Hauptgewinnerin die Sozialistische Partei Frankreichs ist. Durch polr- tische und Börsenmanöver aller Art, durch planmäßige Unterwühlung der Währung kämpfte man erst gegen die Regierung Lion Blum, dann gegen deren Fortsetzerin, die Regierung Chautemps, an. Die französischen Rechtskreise hatten gemeinsam mit den spanischen Aufständischen, gemeinsam mit Hitler und Mussolini darauf spekuliert, daß diese Kampfmittel gegen die französische Demokratie wirksam sein würden und daß Frankreich unter dem Einfluß eines Rechtssieges bei den sonntägigen Wahlen aufhören werde, ein Hort der Gerechtigkeit und die Hoffnung der europäischen Demokraten und Friedensfreunde zu sein. Wie hätte sich sofort das Bild des Londoner Nichteinmischungsausschusses, wie hätten sich sofort die französische und die gesamteuropäische Spanienpolitik geändert, wenn die Massen des französi- fchen Volkes am Sonntag nicht Leon Blum, sondern etwa dem Manne der Rechten, Tardieu, oder den Faschisten Doriot und de la Rocque, oder auch„nun" dem Taschenspieler Laval das Vertrauen astsgesprochen hätten I DaS französische Volk hat bei diesen Wahlen wieder einmal seinen gesunden politischen Instinkt bewiesen, nach dem es in Augenblicken der Gefahr auch immer handelt. Hitler und Mussolini wurde nicht die Möglichkeit geboten, mit Hilfe der inneren Kräfte Frankreichs billige außenpolitische Erfolge einzuheimsen.und die faschistische Vorherrschaft über Europa auf französische Bundesgenossenschaft zu begründen. Der europäische Faschismus wird in der neu gekräftigten französischen Demokratie auch weiterhin seine große Gegenspielerin haben. Und mit verstärktem Eifer wird Frankreich, wird das Frankreich der Menschlichkeit, des Friedens und des Fortschritts, wird das Frankreich der Linken die Sache des europäischen Friedens wahren, die unser aller Sache ist. Will sich das deutsche Volk immer darauf verlassen, daß andere Völker klügere, vernünftigere politische Entscheidungen fällen? Will es immer darauf vertrauen, daß andere Nationen die Sache d«r Freiheit wahren? Will es nicht beitragen zum Schutze des Friedens, zum Schutze eines Zustandes also, der auch sein Glück und s e i n Wohl bedeutet? Will eS sein Schicksal nicht felber bauen, sondern es„Führern", es Scharlatanen anvertrauen, die auf der zu Tode getrampelten Freiheit des Volkes ihr Bonzenleben aufbauen? Die alle Gesetze des Rechts, der Moral und der Sauberkeit mit Füßen treten, wenn eS ihnen gelungen ist, durch Betrug und den Mißbrauch des Volksvertrauens hochzukommen? Am 19. Mai 1935 hat das tschechische Volk in unserem Lande die Demokratie gerettet; am 12. und 17. Oktober 1937 rettete die französische Nation die europäische Demokratie. Will das deutsche Volk seinen Beitrag zur Sicherung des Friedens und zum Aufbau eines neuen Europa ewig schuldig bleiben? Am 14. November wird zumindest ein Teil des Sudetendeutschtums Gelegenheit haben, aus dem französischen Beispiel zu lernen und die verhängnisvolle Fehlentscheidung vom 19. Mai 1935 zu korrigieren. Europa wäre um vieles ruhiger und wir wären national, wirtschaftlich und sozial ein gut Stück weiter, wenn am 19. Mai 1935 nicht der blindwütige Nationalismus die Oberhand gewonnen hätte, der starke und wertvolle Volkskräfte vollkommen brachlegte. Die Sudetendeutsche Partei hat das Pfund des Vertrauens» das ihr das Volk übertragen hatte, schmählich vertan. Nicht in der Wahrung der sudetendeutschen BolkS- intereffen erblickte sie ihre Aufgabe, sondern in der Wahrung der außenpolitischen Interessen anderer Länder. 300.000 Menschen versprach sie Arbeit. Keinem einzigen Arbeitslosen hat sie Erwerb gegeben. Daß 600.000 Arbeitslose weniger sind als damals, da die Sudetendeutsche Partei aus der Arbeitslosigkeit ein politisches Geschäft machte, daran hat sie überhaupt kein Verdienst« Grit« 2 Dienstag, 19. Oktober 1937 Nr. 246 Das ist das Verdienst demokratischer Politik, das Verdienst der Sozialdemokraten! Wenn sie wenigstens in ihren eigenen Reihen die Prinzipien der Sauberkeit und des Anstands gewahrt hätte! So aber sehen wir auch auf diesem Gebiet als das Ergebnis der autoritären SdP-Politik die bedenklichsten Erscheinungen. Die innere Hohlheit und äußere Erfolglosigkeit der Sudetendeutschen Partei hat deren Führer unsicher gemacht und sie immer weiter auf die Bahn des politischen Abenteurertums getrieben. Erst vor einigen Tagen erklärte der Führer der Sudetendeutschen Partei,, daß seine politische Gruppe ein Teil der friedensgefährdenden Achse Rom—Berlin sei, und zur gleichen Zeit, da in Frankreich die Kraft'des Friedens siegte, provozierte die SdP Zusammenstöße mit der Staatsgewalt, Zusammenstöße, von denen sie sich propagandistischen,.Erfolg verspricht. Das Volk beginnt ihre„Leistungen" kritisch zu betrachten. Also ist für die SdP Gefahr im Verzüge und die Aufmerksamkeit des Volkes muß auf planmäßig organisierte Auseinandersetzungen mit der Staatsgewalt abgelenkt werden, wobei wieder nicht die Führer, sondern die gutgläubigen Gefolgsleute die Kosten tragen werden. London. Die Spannung zwischen den Mächten infolge der spanischen Krise, die sich Samstag nach der Sitzung des Nichtinterventions- ausschufses etwas zu vermindern schien, hat sich zunächst, was das englisch-italienische Verhältnis anbelangt, während des Wochenendes neuerlich verschärft. Die italienische offizielle Mitteilung über die Freiwilligenanzahl in Spanien (40.000, der seitens der spanischen Botschaft in London die Zahl von 110.000 entgegengestellt wird) ist als Unterstützung der italienisch-deutschen Forderung nach gleich großer Abberufung von Freiwilligen auf beiden Seiten(Regierung und Franco) zu verstehen. Diese Forderung wird unverändert in London für unerfüllbar gehalten. Die gleichzeitigen scharfen italienischen Angriffe auf Llord George und die Kampagne des„P o p o l o d'J 1 a l i a" gegen die englische Palästinapolitik vermögen auch nicht die sehr wünschenswerte Kompromißstimmung z» schaffen. Der Dienstag wird, nach Ansicht diplomatischer und politischer Kreise, entscheidend für das weitrre Schicksal der Nichtinterveutionspali- tik sein. Aber selbst, wenn es der Geschicklichkeit Edens gelingen sollte, eine Kompensationsmöglichkeit herbeizuführen, besteht völlige Klarheit darüber, daß auch dann die weiteren politischen und trchuischrn Einzelheiten des Freiwllligenproblemes und die Gewährung der Kriegsrechte ein ebenso langwieriger wie schwieriger Prozeß sein werden, der, wenn die Absicht, daß sich die Läirdrr den Aufschub der Lösung zugunsten Francos zunutze zu machen, fortbrstehen sollte, zweifellos zu manche» Krisen führen kann. Bon den Ergebniffen de» Tages ist eine Zusammenkunft Edens mit dem französischen Botschafter C o r b i n zu erwähnen, die der Sitzung des Nichtinterventionö- ausschufles galt. Eine unter dem Borsitz des Premiers Chamberlain geführte Beratung mit den Ministern hat, wie aus parlamentarischen Kreisen Nein— das Sudetendeutschtum, das, in der Demokratie lebend, die Hand frei hat zu politischer Entscheidung, muß seine Stimme jener des französischen Volkes gesellen, eS muß zeigen, daß die Deutschen dort, wo sie reden und wählen dürfen, die Sache des Friedens, der Verständigung, des Fortschritts und der Menschlichkeit wählen— und zwar aus der Erkenntnis heraus, daß sie sich anders weder hierzulande, noch in Europa zu schöpferischer politischer Geltung zu bringen vermögen. Der andere Weg führt zu Krieg und Grauen und Untergang. Am 14. November wählt ein Teil der Sudetendeutschen. Er wähle die sachliche Arbeit für das Attrhl des Volkes, er wähle politische und moralische Sauberkeit, er wähle den Frieden und die Demokratie. Er wähle also g e- g e n die SdP I Die Sudetendeutschen, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der Zukunft des gesamten Volkskörpers bewußt sind, werden am 14. November sozialdemokratisch wählen, und wir werden in den Wochen bis zur Wahl eifriger denn je Künder der Wahrheit und der politischen Vernunft sein. Der neue Sieg in Frankreich gibt uns neue Kraft dazu! verlautet, nichts mit der morgigen Sitzung zu tun, sondern befaßte sich mit der Borbereitung der Königsrede in der kommenden Woche. London. Die zwiespältige Einstellung der britischen öffentlichen Meinung zur Außenpolitik der Regierung kommt auch in der Londoner Morgenpreffe bei der Kommentierung der Ergebnisse der samstägigen Tagung deS Nicht- interventionsausschusseS zum Ausdruckt. Während „Times" und„Daily Telegraph" darin übereinstimmen, daß die Lage etwaS aussichtsreicher sei, gleichzeitig aber die noch bestehenden Meinungsverschiedenheiten Hervorheden, verbleibt die Linkspresse offensichtlich auch schon im Hinblick ans die große außenpolitische Aussprache im Parlament kritisch und pessimistisch. „R e w S C h r o n i r l e" wendet sich scharf gegen die italienische Forderung nach Ab» berusung der gleichen Freiwilligen-Anzahl auf beiden Seiten. DaS Blatt gibt an, daß auf Re- gierungssritr 15.000, auf der Francoseite jedoch 110.000 Freiwillige(110.009 Italiener und' 10.000 Deutsche) mitkämpfen. Somit würden, fall- nach dem italimischen Vorschlag ans beiden Seiten 10.900 Freiwillige zurückgeleitrt werden, bei Franco noch immer 100.000, auf feiten der Regierung j.e d o ch 5000 Freiwillige verbleiben.«News Chrouicle" bezeichnet ebenso wie„Daily Herold" den italienischen Vorschlag als unannehmbar und äußert sich bezüglich der dienstägigen Sitzung des MchtemmischungSau-schusse- sehr pessimistisch. DaS Blatt verweist auf die Rede Lloyd Georges in Wale-, in welcher dieser die Nichtinterventton als eine„grausame und unehrliche Schamlosigkeit" bezeichnet und Eden, dessen Verdienste er besonders unterstrich, aufgefordert hat, sich in seiner Politik nicht von anderen RrgierungSmit- gliedern behindern zu lassen. Die Joachimsthaler Beratungsstelle eröffnet Am Sonntag wurde im staatlichen Badehaus in St.-JoachimSthal von Vertretern des Gesundheitsministeriums unter Teilnahme von Vertretern des Arbeüenministeriums, der staatlichen Bergverwaltung, der Bezirksbehörde und deS Stadtrates, der Anion der Bergarbeiter und zahlreicher Körperschaften unter starker Beteiligung der Bevölkerung die staatliche Beratungsstelle für Lungenkranke in St.-Joachimsthal eröffnet. In dem mit Staatsfahnen geschmückten Vestibül des Badehauses, in welchem die Büste des Präsident- Befreier- einen bevorzugten Platz einnimmt, eröffnete sodann der Vertreter des Gesundheitsministers Dr. Czech, Ministerialrat Dr. G r u s ch k a, die Feier und gedachte in pietäwoller Weise des Präsident-Befreiers Masaryk, auf dessen Wunsch die Schaffung der Kommission für die Erforschung und Behandlung der Joachimsthaler Bergmannskrankheit geschaffen wurde, der er durch Widmung eines namhaften Betrages die Durchführung ihrer Arbeiten ermöglichte. Begrüßungsansprachen hielten sodann Regierungsrat Dr. H e v e r o ch von der Generäldirektton der staatlichen Bergwerke, der besonders die bisherigen technischen Verbesserungen zum Schutze der Bergarbeiter in den Joachimsthaler Gruben schilderte und jedwede weitere Förderung hygienischer Bestrebungen auf diesem Gebiete zusicherte, ferner Bezirkshauptmann Dr. I u r ä n e k und Bürgermeister B r e n i ch, sowie der Obmann der Union der Bergarbeiter Josef Zinner. Der Obmann der Union der Bergarbeiter Genosse Zinner wies darauf hin, wie wichttg es sei, die Krankheit zu erforschen. Man müsse auch den Arbeitern geben, was ihnen zusteht, und es ihnen im Hinblick auf die Gefahr und auf die frühe Berufsunfähigkeit ermöglichen, rechtzeitig in den Genuß einer menschlichwürdigen Rente zu gelangen. Bürgermeister B r e n i ch, selbst Bergarbeiter, dankte insbesondere dem Gesundheitsminister Dr. Czech dafür, daß er sich der Joachimsthaler Bergarbeiter angenommen habe. Die Bergarbeiter bringen der Beratungsstelle große Hoffnungen entgegen in der Erwartung, daß bald auch «ine Verbesserung der Unfallversicherung erfolgen wird. Hierauf folgte ein Vortrag über den Zweck und die Arbeitsmethoden des neugeschaffenen sozialhygienischen Institut-, den Ministerialrat Doktor G r u s ch k a hielt. Die Feier fand mit der Jn- tonierung der Staat-Hymne durch die St.»Joachimsthaler Bergarbeiterkapelle ihren würdigen Abschluß. Die Gäste besichtigten hierauf die musterhaft eingerichteten Räume der Beratungsstelle im staatlichen Bestrahlungs-Pavillon. ' Die Beratungsstelle,' die dem’ Kampf hegest die Lungenkrankheiten der Bevölkerung des Joachimsthaler Gebietes gewidmet ist, wird ihre Tätigkeit unter der Leitung Dr. Zdärskhs in den nächsten Tagen aufnehmen. kür öle Emigration setzt sich Ferdinand P e ro u t k a im Leitartikel der .Lidovt Noviny" vom. Sonntag, den 17. Oktober, ein. Insbesondere tritt er dagegen auf, daß man die Emigranten in den zwei Bezirken der böhmisch- ' mährischen Hochebene konzentriert: Die deuffchen Emigranten in jene zwei Landbezirke zu schicken, bedeutet ihr ganzes Leben auf ein sehr niedriges physiologisches Niveau zu reduzieren, weil alles, was man ihnen dorthin nach- Unter Edens Vorsitz letzter(?) Kompromlßversuch Spannung erheblich gestiegen MMSMW—WW——————W— L. Windprechtinger: 9 ßWdii’n aus dem illegalen Men „I sag' eh nur die Wahrheit. I hab schon Kinder gsehn, aber de hab i net kennt." „Hat Deine Mutter gestern über die Geschichte gesprochen?" „Na, die Mutter hat mir nur gsagt, daß i heute zur Polizei gehn muß." „Mehr nicht?" „Na." Der Kommissär verfluchte die beiden Beamten, weil sie es nicht verhindert hatten, daß das Kind vor seiner Einvernahme mit seiner Mutter sprechen konnte. Jetzt— das erkannte der Kommissär aus den bisherigen Aussagen des Kindes— war es schwer, aus dem Mädchen eine belastende Antwort herauszuholen. Er mußte offenbar eine schärfere Tonart einschlagen, wenn er eilten Erfolg erzielen wollte. „Du lügst", fuhr er das Kind in barschem Tone an.„Deine Mutter hat mir gerade vorhin erzählt, daß sie Dich darüber unterrichtet hat, worüber Du bei mir verhört wirst." „Nein, das iS net wahr, Herr Kommissär. Des hab' i jo scho vom Vatern gwußt, wie er das erste Mal ausn GfängniS z' Haus kumma iS. Do hot er uns alles erzählt, wie's zugeht auf da Polizei. Die Mutter hat mir jetzt gar nix gsagt." „Aber Deine Mutter hat mir's doch gerade selbst gesagt. Du wirst doch nicht glauben, daß ich die Unwahrheit spreche." Das Mädchen begann seine Fassung zu verlieren. ES wußte, daß die Mutter dem Kommissär über das das sie mit ihm besprochen hatte, nichts gesagt hatte. Der Kommissär log. Aber wie konnte es die- dem Kommissär sagen? Etwas kleinlaut wiederholte es nur:„Die Mutter hat mir gar nix «sagt." Obwohl die Mutter ihre Tochter gerade auf einen solchen Zwischenfall aufmerksam gemacht hatte, war das Mädchen doch durch die Wirklichkeit im Innersten erschüttert. Annerl war ein Proletarierkind, das in einem Proletariermilieu aufwuchs. Dort hört und sieht ein Kind vieles, was mit der öffentlich gangbaren Sitte und Moral nicht im Einklang steht. Es wußte, daß sich die Leute beschimpfen und anlugen, ohne etwas besonderes daran zu finden. DaS Mädchen selbst log auch, wie eben jetzt vor dem Kommissär. Aber daß der Kommissär, der in seinen Augen ein hoher Herr war,«in Vertreter der gefürchteten Behörde und der Autorität, auch log, das war dem Kinde unfaßbar und erschütterte eS. Es fühlte sich wie von einer bisher unbekannten Gefahr bedroht, die auch über seinem Vater und seiner Mutter schwebte. Der Widerstand gegen den Kommissär versteifte sich in dem Kinde. Auch der Kommissär merkte es an dem trotzigen Ausdruck, den das Gesicht des Mädchens plötzlich zeigte. Aber er ließ sich dadurch nicht beirren und fuhr in seinem Verhör fort: „Schau, Annerl, ich muß Dich so lange fragen, bis ich die Wahrheit kenne. Du bist selber schuld, wenn das sehr lange dauert und ich Dich auch über Nacht dabehalten muß. Wenn Du mir die Wahrheit sagst, kannst Du mit Deiner Mutter sofort nach Hause gehen. Na und der Vater wird dann auch bald bei euch sein. Also sag mir, warum Du weggegangen bfft. Ich werde Mr ein bißchen nachhelfen. Dein Vater bekommt doch öfters Besuch?" „O nein, zu uns kommen nur wenig Leute," „Wer sind denn diese Leute. Kennst Du sie?" „Meistens sind es unsere Nachbarn oder ein Freund vom Vatern." »Wie heißt denn dieser Freund?" „Nikolaus. Ich sag immer Herr Niki zu ihm." „Wie heißt er denn mit seinem Familiennamen?" „Das weiß ich nicht." «Bringen diese Leute nicht aus Pakete, Zeitungen oder andere Sachen zu Deinem Vater?" „Nein, ich weiß nichts." „Ja, wenn Du nicht die Wahrheit sagst, dann bleibt mir nichts anderes übrig, als Dich hier zu behalten und Deine Lehrerin davon zu verständigen. Ich weiß doch, daß Dein Vater verbotene Zeitungen erhalten hat. Und daß Du es nur weißt, ich hab Dich im Verdacht, daß Du sie weggetragen hast, wie die Kriminalbeamten im Zimmer gesucht haben. Na, was sagst Du dazu? Aber lüg' mich nicht an, sonst wirst Du noch was erleben!" „Ich hwb' keine Zeitungen weggetragen. Ich weiß überhaupt nichts davon, was Sie sagen. Ich versteh' das gar nicht", verteidigte sich das eingeschüchterte Kind. „Na, ich versteh' Dich ganz gut. Deine Mutter hat Dich ja gut abgerichtet. Aber bei mir gelingt euch das nicht. Ich sperr' euch alle drei ein, bis ihr schwarz werdet", schrie der Kommissär das Mädchen an.„Ich werde Dir schon zeigen! Jetzt sag' mir sofort: Wann bist Du aus der Schule gekommen?" „Um drei Uhr." «Du warst bis ungefähr halb vier Uhr zu Hause. Dann hast Du Dich weggeschlichen. Wann bist Du wieder nach Haus' gekommen?" „Um halb fünf Uhr." „Also Du warst eine ganze Stunde weg. Wie lange gehst Du von Deiner Wohnung auf die Fabrikwiese?" „Zehn Minuten." „Da mußt Du aber sehr langsam gehen. Mer nehmen wir an, Du bist zehn Minuten hin und zehn Minuten zurückgegangen. Das find zwanzig Minuten. Die Stunde hat sechzig Mi- schicken wird, etwa 5 Kö für den Tag fern wird« Ihr leiblicher Mechanismus wird so halbwegs in Gang gehalten werden. Ihrem Geist wird es so gehen, wie es etwa einer tschechischen intellektuellen Emigration ginge, wenn man diese in irgendwelchen Dörfern in der magyarischen Pusta konfi» nierte und ihnen für ihr Leben einen Pengö pro Tag gewährte. Die deutschen demokratischen Schriftsteller, Dichter, Maler, Beamten, Musiker und Politiker werden auf der böhmssch-mährischen Hochebene dazu verurteift sein, sich niemals mehr ein Buch zu beschaffen. Wenn es unter uns Leute gibt, welche nicht Nerven wie Stticke haben, werden sie ihnen das Schicksal erleichtern und ihnen hie und da ein paar alte Zeitungen schicken. So- lange diese unglücklichen besiegten Demokraten in unseren Städten leben konnten, konnten sie wenigstens die Brosamen aufheben, welche von unseren Tischen fielen. Es war das nicht viel, aber jetzt wollen wir ihnen auch das wenige unmöglich machen. Auf der böhmisch-mährischen Hochebene gibt es nicht einmal diese Brosamen, dort wird nur daS Gefühl der Verlassenheit sein, dort gibt es keine Rettung vor dem Verkommen.' Wir haben uns unser Volk anders vorgestellt. Wer leider gefällt es manchen unter uns mehr und manchen weniger, diejenigen zu stoßen, welche schon am Boden liegen. Da cs in der Geschichte unseres Volkes mehreremals zn einer Emigration kam,, haben wir uns zur Emigration achtungsvoll-benommen und ihrem Unglück Verständnis entgegengebracht. Warum haben wir uns so verändert? Niemand von uns kann wünschen, daß wir der deuffchen Emigration in dieser an Spannungen reichen Zeit erlauben, unsere Beznhungen zu unserem großen Nachbarn im Norden zu verschlechtern. Wir machen uns unsere eigene Politik und wir erlauben keiner Emigraffon, sie für uns zu machen und uns irgendwo hineinzuziehen, wohin wir nicht wollen. Wer hier handelt es sich in 99 Prozent der Fälle nicht um Leute, welch« noch Politik machen. Es sind ihrer nicht mehr als fünftausend. Ist das ein so großes organisatorisches Problem und können wir ihnen nicht erlauben, auch weiter Brocken von unserem noch reichen Tisch aufzulesen? In der Tat, die Menschlichkeit ist unteilbar, mögen wir uns niemals für unser Volk dafür schämen, wie eS sich zu Unglücklichen verhalten hat. Hodtas Antwort Der Vorsitzende der Regierung Dr. Milan Hob La hat auf da» an anderer Stelle zitterte Telegramm des Herrn Dr. David mit folgendem Telegramm geantwortet: „Zu Ihrem Telegramm vom 17. Okto« ber teile ich mit, daß der Vorfall, auf den sich das Telegramm bezieht, den Gegenstand einer ' Untersuchung bildet, die noch in einigen Punk ten einer Ergänzung bedarf. Nach ihrem W- schluß werde ich zu der Angelegenheit definitiv Stellung nehmen". Die Agrarier wollen nicht diktieren... Auf einem Landwirtetag in Horaßöovice sprach Abgeordneter Beran über die Mission des Landwirtes in der Demokratte und im Senate. Er erklärte es für einen Irrtum, daß die Republikanische Partei oder eine Frakffon derselben darnach streben zu diktieren. Es gebe keine solchen Fraktionen in der Partei und auch keine solchen Bestrebungen«wer Wünsche. Die Republikanische Partei stehe ganz auf dem Boden der Demokratie, sie wolle nicht, daß dikffert werde.„In unserer Republik", erklärte Beran,„müssen wir alle nach Einigung streben". nuten. Wo hast Du die restlichen vierzig Minuten zugebracht und was hast Du in dieser Zett gemacht?" Annerl fühlte, wie sich ein eiserner Reif um ihre Brust legte, der ihr den Atem nahm und das Herz schneller und heftiger klopfen machte, so daß es ihr fast die Kehle schloß. Mit quälender Mühe brachte sie hervor:«Ich hab' die Mizzi «sucht." „Vierzig Minuten lang hast Du gesucht?" „Zuerst hab' ich sie«sucht, und dann bin i zu dem Haus gangn, wo sie wohnt» in die Arndfftraße." „Himmelfix, Mädl, Du lügst ja wie gedruckt." „Nein, Herr Kommissär, ich lüge nicht!" rief das Kind schreckgepeinigt aus und wurde blaß wie die Wand. Wäre der Gedanke an ihren im Arrest sitzenden Vater und an die Mutter, die vor der Türe auf es wartete, nicht ständig mit übermächtiger Kraft in ihm wach gewesen, dann hätte es diese Tortur der Notlügen nicht ertragen können. Wer das Mädchen fühlte mit jeder neuen Frage, wie diese Kraft allmählich von ihm wich und eS zermarterte sein armes Gehirn mit den immer stärker sich aufdrängendem Problem: Wie entziehe ich mich der qualvollen Fragerei und diesem abscheulichen Zwang, zu lügen. Langsam tauchten in seinem Innern Erinnerungen an einen Zustand auf, der es zu jeder Antwort unfähig machen mußte. In den Pausen zwffchen den Fragen und Antworten nahmen diese Erinnerungen immer lebendigere Gestalt und lebhaftere Farben an. Und als der Kommissär wieder ftagte, wie lange es von der Fabrikwiese zur Wohnung ihrer Freundin brauche, da hörte sie kaum mehr diese Frage. Mit einem lauten Aufschrei, der in ein herzbrechendes Wimmern überging, fiel das Kind vom Sessel und wand sich in heftigen Zuckungen am Boden. (Fortsetzung folgt.) Sir. 24« Dienstag, 19. Oktober 1937 Seite 3 Das deutsche Schulwesen in KarpathoruBland Eine recht erfreuliche und wie auch der diesbezügliche Pressebericht des KV anerkennen muß— auch von den staatlichen Schubbehörden geförderte Entwicklung hat das deutsche Schulwesen in Karpathorußland genommen. Es gibt heute dort in 25 Orten deutsche Schulen, davon 19 vom Staate erhaltene, während in den übrigen Gemeinden meist der Deutsche Kulturver- band für die Erhaltung der Bildungsmöglichkeit sorgt. Zwölf von den Schulen mit insgesamt 25 Klassen stehen unter deutscher Leistung, während in 13 Orten mit 28 Klassen lediglich deutsche Zweigklassen bestehen, die andersnationaler Leitung unterstellt sind. Außer den Volksschulen gibt es auch deutsche Nebenklaffen an der Bürgerschule in MunkaL, und zwar sechs an der Zahl. Der Gesamtzuwachs an deutschen Schulklassen gegenüber dem Vorjahre beträgt eine BI rgerschulklasse und vierBolks- schulklassen. Dies ist um so erfreulicher, als die Zahl der Schüler von 2315 auf 2246 zurückgegangen ist. Deutsche Kindergärten gibt es fünf mit sechs Abteilungen und 241 Kindern. Davon wurden vier vom Deutschen Kulturver- bande und eine vom Staat erhalten. Nicht vorgesorgt ist in den meisten Orten" für den Unterricht m den weiblichen Handarbeiten. In zwölf Gemeinden wird er von andersnationalen Kräften, die der deutschen Sprache wenig oder gar nicht mächtig sind, erteilt, in den übrigen Schulorten entfällt er überhaupt, so daß 45 Prozent der Mädchen diesen Unterricht entbehren müssen. Schwerer Unfall eines Gemeindevorstehers. Der kleine Ort Niesenbahn bei Aussig war dieser Tage der Schauplatz eines schweren Unfalles. Der 44jährige Gemeindevorsteher, Landwirt M e r o l d, war im Begriff, mit einer Fuhre Dünger auf das Feld zu fahren. Plötzlich erinnerte er sich, daß er auf dem Schrank in der Küche sein Gewehr hatte liegen lassen. Um di« Schußwaffe, ein Flobert- gewehr, besser zu verwahren, sprang er vom Wagen herunter und lief in die Küche, wo er das Gewehr vom Schrank nahm. Merold lief offenbar in großer Eile die Stieg« zu seiner Kammer hinauf, wo er das Gewehr einschließen wollt«. Plötzlich fiel ein Schuß, und als die erschrockenen Hausbewohner herbeiliefen, lag Merold blutend auf der Stiege. Es Wird angenommen, daß- der Vorsteher bei-em schnellen Lauf mit dem Gewehr auf der" Trepp« stürzt«", wobei sich der Schuß"löste, der ihn in den Bauch traf. Der sofort herbeigerufene Arzt leistete die erste Hilfe und ordnete die Ueberführung des Schwerverletzten nach dem Nussiger Bezirkskrankenhaus an. Hier wurde sofort eine Operation vorgenommen, bei der feftgestellt wurde, daß die Eingeweide an vier Stellen durchbohrt sind, so daß die Verletzung als lebensgefährlich zu bezeichnen ist. Das Projektil, eine Bleikugel, wurde aus dem Körper noch nicht entfernt, da, wie die Röntgenisierung ergab, dies ohne' Gefahr für das Leben des Verletzten nicht möglich ist. Sensationelle Verhaftungen in Braunau Ein SdP-Funktlonär und acht Geschäftsleute! Samstag, den 16. Oktober, wurde von der Braunauer Staatspolizei der bei der Firma H. Pollack's Söhne in Großdorf in besonderer Vertrauensstellung beschäftigte Beamte Franz Knittel verhaftet, damit er sich wegen seiner Riesenunter- unterschlagungrn bei der genannten Firma vor Gericht verantworte. Franz Knittel ist einer der erste« Funktionäre der SdP im Bezirke Braunau und erfreut sich des besonderen Vertrauens des Betriebsleiters der Firma Pollack. desHerrn Gyger, mit dem er geradezu auf freundschaftlichem Fuße stand. Er veruntreute im Verein mitnoch anderen prominenten BraunauerGeschäfts« leuten vieleZehntau sende XL. Acht Geschäftsleute, die mit K. „zusammen gearbeitet" haben dürsten, sind auf Nummer sicher gesetzt worden. Unter den Verhafteten befinden sich der Eisenhändler D i m t e r, der Elektriker Max Klimt, der sogenannte „Lack-Meier", der Altwarenhändler I u st, der Seiler T a u tz und der Korbmacher P r o s ch k e aus Rosental. Die meisten der Verhafteten find stramme SdP-Anhänger und die Bestürzung in der sudetendeutschen Hitler- filiale ist infolgedessen katastrophal. zu drei Monaten schweren und verschärften Kerkers unbedingt, Porst zu drei Monaten bedingt, unter Einrechnung der Untersuchungshaft, verur- teilt. Die Angeklagten nahmen die Strafe an. Urtel! gegen SdP-Funktlonäre! Die unter der Führung des SdP-Abgeord- neten Josef Rösler aus Warnsdorf von„SdP- Ordnern" gestörte terrorisierte öffentliche Vereinsversammlung unserer Partei am 21. März 1937 in D a u b i tz hatte ein gerichtliches Nachspiel. Das Urteil gegen die neun Angeklagten lautet: 1 Freispruch, 8 Verurteilungen zu 7 Tagen Arrest, zum Teil bedingt, zum Teil unbedingt. Tödlicher Absturz In der böhmischen Schweiz Vom österreichischen Alpenverein, Sektion Bodenbach-Tetschen, unternahm am letzten Sonntag eine Gruppe von Bergsteigern, und zwar Jng. K l i e b e r aus Bodenbach, Angestellter der AEG in Bodenbach, Prof. Dr. Brechensbauer vom Gymnasium in Tetschen,. Prokurist Prautsch von der Firma Leonards in Bodenbach und ein Eisenbahnangestellter namens S t e r- z e l aus Tetschen, eine Kletterpartie auf die sogenannte„Wenzelswand" beim Prebischtor. Beim Aufstieg stürzte der Führer der Kolonne» Prautsch, ab und riß den zweiten mitangebundenen Sterzel mit. Prautsch fand dcckei den T o d, Sterzel wurde leicht verletzt...Prof. Pr ech enfä euer,' sttelcher dtii vrrwutideten Sterzel bergen wollte, stürzte bei dieses Rettungsarbeit ab und liegt schwer verletzt im Tet- schener Krankenhaus. Sofort nach der Meldung der Bergwirtschaft Prebischtor nach Herrnskret- schen wurden von der Gemeinde der Arzt und die Freiwillige Feuerwehr Herrnskretschen alarmiert und 35 Minuten nach der ersten Meldung beim Gemeindevorsteher K r e i b i ch war schon die Bergungskolonne mit dem Arzt Dr. Müller aus Herrnskretschen an Ort und Stelle. Es muß erwähnt werden, daß das Personal der Bergwirt- schast Prebischtor sich bei den RettungS- und Bergungsarbeiten in anerkennenswerter Weise tatkräftig beteiligt hat. Kampagnevetzm« in der Schönpriesener Zuckervafftnerie. Am Montag hat in der Schön- priesener Zuckerraffinerie die Kampagne begonnen. ES fanden etwa 50V Menschen Beschäftigung. Die Aufnahme der Kampagnearbeiten dürste sich auch günstig auf den Elbefrachtenverkehr auswirken. Bürgerschullehrer gesucht. Bisher unterrichteten an den Bürgerschulen zahlreiche Professorenkandidaten, die Heuer fast durchwegs an die Mittelschulen berufen wurden. Die Folge ist ein Mangel an Fachlehrern an den Bürgerschulen, dem nur schwer abzuhelfen ist. Der Prager städti- sche Schulausschutz Hat nun ein eigenes Rundschreiben herausgegeben, in dem die Bolksschul- lehrer ersucht werden, sich zum Unterricht an den Bürgerschulen zu melden.(DND) Ziehung der Klassen totterle (Ohne Gewähr.) Prag. Bei der Montag- Ziehung der V. Klasse der 37. tschechofiowakischen Klaffenlotterie wurden nachstehende Gewinste gezogen: 70.000 Kt das Los Nr. 96.798. 10.000 K2 die Lose Nr. 44.096, 66.922, 91.831. 5000 Ke die Lose Nr. 2124, 10.591, 10.923, 29.174, 34.391. 37.201, 38.967, 44.874, 50.790, 61.833, 65.744, 79.231, 85.396, 116.177. 2000 Ke die Lose Nr. 3892, 7265, 8662, 13.138, 15.353, 18.020, 20.899, 21.293, 22.010, 22.227, 23.724, 24.230, 25.185, 28.696, 29.516, 30.042, 32.168, 32.175, 32.793, 34.358, 36.136, 37.578, 39.935, 49.715, 50.532, 53.623, 61.858, 64.699, 67.124, 70.113, 73.390, 78.697, 82.092, 82.632, 86.464, 90.389, 92.747, 95.570, 103.423, 104.396, 105.856, 107.177, 107.744, 108.697, 109.480, 112.998, 113.294 usw. Und Südtirol, Herr Henlein?! Henlein hat in Teplitz erklärt: „Die Voraussetzung des gute« BerhiluissesPrag-Berli« ist aber die Regelung der sudetendeutsch en Frage." Entweder spricht Henlein hier bewußt die Unwahrheit oder er ist über gewisse Grundfragen der europäischen Politik nicht informiert. Es ist unwahr, daß die Lage der Sudetendeutschen bei dem heutigen Berliner Regime irgendeinen Einfluß auf die Beziehungen zwischen Prag und Berlin hat. Wenn Prag sich in das Schlepptau der deutschen imperialistischen Politik begibt, ist Hitler jeden Tag bereit, die Sudetendeutschen zur Hölle zu schicken. Herr Henlein muß das doch wissen. Oder hat die Lage der Deutschen in Südtirol den geringsten störenden Einfluß auf das Zustandekommen der„A ch s e" gehabt? Mußte Mussolini erst die Südtiroler menschlicher behandeln, ehe ihm Hitler in Spanien half? Im Gegenteil. Seit die Achse besteht, geht es den Tirolern unter der faschistischen Fuchtel noch schlechter. Wurde die Verständigung mit Warschau von der Besserung der Lage der Deutschen in Polen abhängig gemacht? Nein, gerade in den Ländern, die mit Deutschland verbündet sind, geht eS den Minderheiten schlecht. Den Sudetendeutschen könnt« es so gut gehen, wie.nur irgendeiner von uns wünscht— Berlin würde trotzdem gegen Prag hetzen, solange Prag nicht Hitlers Außenpolitik deckt. Und es könnte uns so gehen wie den Deutschen Südtirols, das würde die Verständigung Berlin—Prag nicht hindern, wäre Prag nur bereit, die Demokratie und die Freundschaft zu Frankreich und England zu opfern I Vor wem fürchtet sich Henlein? Wir lesen im„Prager Montagsblatt": KonradHenlein hat bei seinem Londoner Besuch im Goring-Hotel in der Nähe des Buckingham Palace gewohnt, einem Haus, in dem die englische Aristokratie abzusteigen pflegt. Er hat von Scotland Nord die B e w i l l i- gungzum Tragen eines Revolvers erhalten, mit der Begründung, daß es sich um einen bedeutenden Politiker handle, der v i e l- leicht Gefahren ausgesetzt sein könne. Ein solcher Waffenpaß ist interessant, weil es in England für Fremde besonders schwer ist, ihn zu erhalten. Falls sich^ diese interessante Nachricht bestätigt, so wirft sie zugleich eine interessante Frage auf: vor wem hat sich Henlein in London gefürchtet? Hatte er Angst, jemandem vom„Aufbruch"-Kreis zu begegnen oder gar einem Vertreter der Brünner SdP-Opposition? Im rusammenhans mit der Rutha-Affffüre Schwere Kämpfe in Nordchina Starke japanische Abteilungen umzingelt? verhaftete, wie der Prager„Montag" berichtete, die Karlsbader Polizei einen Jugendlichen» den Sohn eines Karlsbader Groß-Hote- liers, der nach längerem Polizeiverhör dem Gericht überstellt wurde. Er wurde von bereitinhaftierten Kameraden beschuldigt, an den strafbaren Handlungen nach 8 129 6 beteiligt gewesen zu sein. Nach den Aussagen deS Verhafteten sei es nicht ausgeschlossen, daß in Karlsbad und Umgebung weitere Verhaftungen bevorstehen. Brei SdP-MItglleder wesen widernatürlicher Unzucht verurteilt Vor einem Strafsenat des KreiSgerichteS Pilsen hatten sich der 48jährgie Landwirt Wenig aus Oftraäin, der 40jährige Landwirt Pilous aus Techlowitz und der 29jährige Beamte Wenzel Porst, sämtliche Mitglieder der SdP, wegen des Verbrechens der Unzucht wider die Natur zu verantworten. Die Angeklagten, die bereits in der Voruntersuchung ein G e st ä n d n i S abgelegt hatten, wiederholten es auch in der Hauptverhandlung. Sie wurden sämtlich schuldig gesprochen und Wenig zu vier Monaten, Nanking.(Reuter.) Nach fast vier Tagen und vier Nächten ununterbrochen andauerden Kämpfen im Kreise Juachun im Norden der Provinz Schansi find sowohl die Thinesen als auch die Japaner vollständig erschöppft und reorganisieren ihre Linien in Erwartung von Verstärkungen. Die Verluste waren allem Anschein nach auf beiden Seiten sehr hoch. Etwa 80.000 bis 40.000 Japaner, die umzingelt worden sind, versuchten, sich durchzuschlagen und einen freien Weg zu bahnen. Di« chinesischen Streitkräfte wiederum, die sich aus mehreren Nanking-Divisionen und aus der ehemaligen Roten Armee zusammensetzen, setzten alles daran, die japanischen Truppen zu vernichten, bevor sie sich noch zu der Stelle durchschlagen könnten, an der sich die japanischen Verstärkungen befinden. Die Chinesen behaupten, 10 Feldgeschütze, und 800 Gewehre erbeutet zu haben. Es wird jedoch nicht in Abrede gestellt, daß auch die chinesischen Verluste außergewöhnlich groß waren, da die Chinesen unter heftigem Sperrfeuer der japanischen Batterien angriffen. Vormarsch an den Gelben Fluh Tientsin. Die japanischen Truppen, welch« entlang der Eisenbahnstrecke Peiping—Hankau nach Südenvorrücken, haben die Provinz H o- n a n erreicht und versuchen nunmehr, das Nordufer des Gelben Flusses zu erreichen. Es ist wahrscheinlich, daß die japanischen Abteilungen, unterstützt von mongolischen Truppen, den Vormarsch in w e st l i ch e r Richtung mit dem Ziel fortsetzen werden, die westmongolischen Truppen, die noch Nanking treu geblieben sind, zu unterwerfen und die chinesisch-sowjetischen Beziehungen zu erschweren. Pilous mehr als 50 Tanks, etwa 100 Maschinengewehre Pazifik-Konferenz ohne Japan Brüssel.(Havas.) Die erste Sitzung der Neunmächtr-Konferenz wurde für den 30.' Oktober angesetzt. Die Einladungen an die Signatare des Neunmächtevertrages wurden bereits versandt. Es wird auch die Einladung Deutschlands und Sowjetrußlands erwogen. An Regierungsstellen gibt sich hinsichtlich der Annahme der Einladung durch Italien und Japan Optimismus kund. Der belgischen Regierung wurde bisher von vier Staaten mitgeteilt, daß sie die Einladung zur Konferenz der neu« Mächte, die am 30. Oktober stattfindet, annrh- men werden. Es sind*dirs: Frankreich, England, die Vereinigten Staaten und Kanada. Auch China hat die Einladung zu der Reunmächte- Konferenz in Brüssel angenommen. Die chinesische Presse fordert die Wiederherstellung des status quo vom 8. Juli und Ersatz der durch den Konflikt entstandenen Ausgaben. Auf dem spanischen Kriegsschauplatz steine grSveren Aenderungen Valencia. Trotzdem schon einige Tage Hindurch an einigen Abschnitten der verschiedenen spanischen Fronten Heftige Kämpfe stattfinden, werden bisher keine größeren Aende« r u n g e n der Positionen verzeichnet. In Asturien haben die Franco-Abteilungen das Sueva-Gebirge überschritten. Eine Kolonne hat den Sella-Fluß überschritten. An der Aragon-Front herrscht beiderseits Artillerietätigkeit, insbesondere im Sektor von Villafranco und Lecinieno. Regierungsflieger unternahmen neue Angriffe auf den feindlichen Flugplatz von Saragossa, Garrapinillos, wo wieder einige Flugzeuge vernichtet wurden. Bei Cuesta de la Reina nördlich von Aranjuez wüteten am Sanistag heftige Kämpfe. Die Regierungstruppen hielten sich aber trotz allen Angriffen des Gegners. Der Heeresbericht von Montag meldet, daß auf dem mittleren Abschnitt der Front, abgesehen Ruhe herrscht. Aus Cuestro de la Reina wird lediglich ein ziemlich lebhafter Artilleriekampf gemeldet. Die Aufständischen versuchen Verstärkungen heranzubringen und die Republikaner beschießen die Straßen, um deren Antransport««möglich zu machen. Ein Seegefecht? Gibraltar. Nachrichten aus guter Quelle zufolge ist das Kanonenboot der Aufständischen„Eduarde Dato" sehr stark beschädigt und mit einigen Toten und Verletzten an Bord in Ca- dix cingctroffcn. Mr« nimmt an, daß es zwischen dem genannten Kanonenboot und einem spanische« Regierungs-Torpedobootzerstörer zu einem Gefecht gekommen ist. ver Terror der Araber hfilt an Jerusalem. In der Rächt auf Sonntag ist es in ganz Palästina abermals zu Gewalttätigkeiten gekommen. I« der Umgebung von Jerusalem waren Schießereien zu hören. Der Verkehr war im ganzen Lande unterbrochen. In Lydda haben die Behörden der Stadt eine Buße von 5000 Pfund Sterling als Strafe für den auf dem Flugplätze ausgrbrochenen Brand, der groß« Schäden verursachte, auferlegt. In Jaffa wurden viele Araber verhaftet. Mussolini Im Spiel Die Flucht des Groß-Mufti von Jerusalem wird an zuständigen Stellen der englischen Kolonialpolitik e r»st beurteilt, da man eine Verstärkung der von außen geleiteten panarabischen Bewegung und dadurch eine Vergrößerung der Unruhen im Nahen Osten und in Rordaftika von der Emigration des Grotz-Musti befürchtet. Der über die palästinensische Frage stets gut unterrichtete„Daily Herald" berichtet, daß der Groß- Mufti einen Besuch bei Mussolini plane und seine künftige politische Kampagne auch auf die durch geheime Agenten gemachten italie- nischen Hilfsvorschläge aufbauen will. Daranyi fährt erst nach Rom Budapest. Blättermeldungen zufolge wurde die angekündigte Reise des ungarischen Ministerpräsidenten Daranyi nach Berlin auf die Zett zwischen dem 20. und 30. November verschoben. Daranyi fährt zunäch st nach Rom und von dort direkt nach Berlin. Flugunglück mit 19 loten? New Nork. Es wird befürchtet, daß bei der Havarie eines großen Verkehrsflugzeuges, welches 80 Meilen östlich von Salt Like City im Gebirge zerschellte, 19 Personen ums Leben gekommen sind, und zwar 16 Passagiere und die dreiköpfige Besatzung. Owsejenko kaltgestellt? Berlin. Das DNB meldet aus Moskau: Der frühere sowjetrussische Generalkonsul in Barcelona, Antonow Owsejenko, der erst am 16. September zum Bolkskommiffär für Justiz der großrussischen Bundesrepublik ernannt wurde, ist jetzt von diesem Posten enthoben worden. An seine Stelle soll der Präsident des Obersten Gerichtes, Dimitriew, treten. Seite 4 Dienstag, 19. Oktober 1937 Nr. 246. —C im ie- Irnr frage auf das Vergehen gegen! vorliegt. werden wir darüber morgen im Zusarmnen- die Sicherheit des Lebens vor-i Hang mit den anderen Plädoyers berichten. sehr schwach und Unter dem Ein« die Temperatur an. Nachts ist Mord unter Soldaten. Am 17. Oktober um 22 Uhr stellte eine Militärpatrouille, welche die Aufgabe hatte festzustellen, ob die Angehörigen der Armee die Vorschriften der Stratzenpolizei beachten, auf der Straße bei Pisek den Soldaten des Grenzerbataillons Frantisek H l a d i k. Als die Patrouille dessen Identität feststellen wollte, ergriff der Soldat die Flucht. Der längerdienende Zugsführer Antonin Bichr verfolgte ihn und holte ihn ein. Während des Streites, der zwischen ihnen wahrscheinlich entstand, entriß der Soldat Hladik dem Zugsführer das Bajonett und fügte ihm eine Hiebwunde in den Kopf und eine Stichwunde in den Bauch zu. Diesen Verletzungen ist der Zugsführer Vichr bald erlegen. Der Soldat Hladik, der in die Kaserne floh, wurde verhaftet. Der Vorfall wird vom Militärprokurator in Pilsen untersucht. Die Wahabiten wieder in Bewegung Angesichts der Unruhen in Palästina beobachtet man mit Sorge den Aufmarsch der Wahabiten an der Grenze. Dieser kriegerische Araberstamm, Träger der großarabischen Bewegung, ist der gefährlichste Gegenspieler Englands im Orient. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Proarammeat Mittwoch Prag, Sender I. 10.03: Deutsche Presse, 10.13: Rundfunk für deutsche Schulen niederer Stufen,. 12.10: Schallplattenkonzert, 14: Deutsche Sendung: Rilke-Bieder, 18.05: Deutsche Sendung: Dr, Pulay: Ueberempfindlichkeitserscheinungen des Körpers und der Seele und ihre Behandlung, 18.20: Deutsche Arbeitersendung: Stadtsekretär Elstnerj Friedland: 30 Jahre Gemeindebeamtengesetz, 18.40: Sozialinformationen, 18.45: Deutsche Presse, 21: Franz Schubert: Die Winterreise, 21.30: Schumann: Geigenquartett, 22.35: Klavierkonzert.— Prag, Sender II. 14.20: Deutsche Sendung: Kinderstunde, 14.55: Deutsche Presse, 18.15: Dvoräk: Kompositionen für Geige, 18.40: Volkslieder.— Brünn. 12.35: Rundfunkorchesterkonzert, 17.40: Deutsche Sendung: Maria Muhr: Die Frau als Samariterin.— Preßburg. 15.30: Rundfunkorchefterkonzert: Smetana, Glinka etc.— Mähr.-Ostra«. 18: Klavierkonzert., der berichtet wird, daß diese Zeravnik, eine oft bestrafte Diebin, als Urheberin unbegründet« Denunziationen kannt ist. Nach Verlesung einiger Zuschriften, die später noch in anderem Zusammenhang erwähnen werden und die auf den Prozeßgegenstand selbst Bezug, haben, teilte der Vorsitzende mit, daß nach Mitteilung des Protznitzer Stadtrates, im Wege der städtischen Polizei die Korrespondenz einer dort wohnhaften Marie Frhdrich beschlagnahmt worden sei und nunmehr dem Schwurgericht vorliege. Es ist eine Geschästskorrespondenz aus der Zeit, als Dkarie Velgo eine He iratsvermittlungs- k a n zl e i aufmachen wollte und zu diesem Zweck auch mit dieser Frau Frydrich in Proßnitz in Verbindung trat. Dieser ihr Lebensabschnitt ist aus dem Zeugenverhör des Zeugen Koövar bekannt. Aufsehen erregte ein Brief der Angeklagten, der mehrere Her- renphotographien enthielt und aus deren Begleittext hervorgeht, daß die Angeklagte auf diesem Wege den Obergerichtsrat Belga verheirate« wollte, worauf der Text eines solchen Geschäftsbriefes mit absoluter Sicherheit schließen, läßt. An dieser Stelle wird der Ehekandidat beschrieben als",56 Jahre alt, Oberrat beim Obersten Gericht, hat eine Million, ist aber verwachsen,^st bekannt als Sammler älter Gemälde, deren er in seiner Vierzimmerwohnung 108 hat." Weiter heißt es dann„er liebt Musik und jungeMädchen". In einem andern Brief offeriert die Velgo einige höhere Offiziere (Tfabskapitäne und Majore) als Ehepartner. Kurz, vorher wat bekanntlich em'Stabskapitän ihr Gelieb-‘ ter gewesen. Die Angeklagte erklärt, fie habe die Heiratsvermittlungskanzlei„Brnenka"„die Brünnerin") übernommen, als sie schon eingeführt war und Geschäftsverbindung mit der Frhdrich gesucht, auf die sie Koö- vara aufmerksam machte. Sie bestritt nicht, daß sich jenes Inserat auf den Oberrat Velgo bezogen habe, behauptet aber, daß fie in dessen Auftrag handelte, wie sie auch durch andere, von Velgo selbst veröffentlichte Zeitungsinserate belegen konnte. Wie die Angeklagte betont, war es ihr damals vollkommen gleichgültig, ob sich Velgo verheiraten wolle oder nicht. In weiterem Verlaufe der Verhandlung gelangten Stellen aus dem damaligen Tagebuch der Marie Velgo zur Verlesung, wozu der Verteidiger konstatiert, daß die Angeklagte zu jener Zeit achtzehn Jahre alt gewesen sei. Unter den Eintragungen befindet sich ein Gedicht, in welchem von der Sehnsucht nach„Pelzen, Pferden, einer Villa und Champagner" die Rede ist. „Wer nimmt mein Anqebot an", heißt es dann weiter iii diesem Gedicht: „Meinen Körper gebe ich ihm, meine Seele nicht. Um diese spiele« die Teufel im Ausverkemf... Hente behauptet die Velgo, nicht mehr zu wissen, ob sie selbst Autorin dieses Gedichtes sei oder es irgendwo abgeschrieben habe. Der Verteidiger verweist darauf, daß dieses Tagebuch auch andere Gedichte enthalte, die in sentimentalster Weise das„Ideal einer Mädchenseele" besingen. Da weiterhin keine neuen Anträge mehr gektellt wurden, erklärt der Vorsitzende das Beweisberfahren für je s schlossen und das Gericht zog sich zur Beratung über die Schuldfragen zurück. Kampf um den Buchstaben des Gesetzes Nach kurzer Beratung ließ der Vorsitzende die vom- Schwurgerichtshof formulierten Schuldfragen verlese«, die den Geschworenen zur Beantwortung vorgelegt werden sollten. Der Gerichtshof hatte die Vorlegung einer einzigen Hauptschuldfrage beschlossen, lautend auf die A n st i f t u n g z u m V erbrech e n des Mordes, im Sinne des 8 5 des Strafgesetzes, den wir im vollen Wortlaut zitieren. .Nicht nur der unmittelbare Täter allein wird des Verbrechens schuldig, sondern auch jeder, der durch Befehl, Anraten, Unterricht, Lob, die Uebeltat eingeleitet, vorsätzlich veranlaßt, zu ihrer Ausübung absichtliche Herbeischaffunfl der Mittel, Hintanhaltung d.r Hindernisse oder auf was immer für, eine Art Vorschub gegeben, Hilfe geleistet, zu ihrer sicheren Vollstreckung beigetragen: auch wer nur vorläufig sich mit dem Täter über die nach vollbrachter Tat ihm zu leistende Hilfe und Beistand oder über einen Anteil an Gewinn und Vorteil einverstanden hat." Reben dieser Hauptfrage war nur noch die obligate Zusatzsrage gestellt, ob die Bewegfl xü-n d ed e r T a t n i e d r ig e un d unehrenhafte gelvesen seien. Ter Ankla" Vertreter Prokurator Dr. Lexa beantragte hierauf für den Fall eines Freispruches eine Evrntualsrage auf„e n t f e r n t e M i t s ch u l d" im Sinne des 8 137, der lautet: (—rb—) Der Prozeß gegen Marie Velgo, der sich durch soviele unerwartete und dramatische Wendungen und Zwischenfälle ausgezeichnet hat, geht nun doch seinem Abschluß entgegen, nachdem die SamstagSverhandlung weitere Komplikationen und Verzögerungen mehr als wahrscheinlich gemacht hatte. Die in letzter Minute vom Staatsanwalt nominierte Zeugenschaft der Genoveva Zeravni k. die brieflich mitgeteilt hatte, daß ihr gegenüber die Marie Velgo in der gemeinsamen Haft in Brünn ihre Teilnahme an dem Mord kaltblütig zugegeben habe, ist nach den inzwischen eingeholten Informationen nichtmebr ernst zu nehmen. Zunächst ergab sich aus dem Bericht der Brünner Gefängnis- verlvaltung, daß diese merkwürdige Zeugin vom 18. bis 21. Mai d. I. in Haft war, also er st nach erfolg temFreispruch der Marie Velgo womit ein Großteil ihrer Angaben gegen- swndslos wird. Nach dem Bericht der zuständigen Gendarmerieftation in Terezin bei Teltsch in Mähren, aus welcher Ortschaft die Mitteilung der Zeravnik datiert ist, ist sie zwar dort wohnhaft, aber derzeit nicht anwesend und unbekannten Aufenthaltes. Außerdem hat aber der Vorstand des Gödinger Gerichtes aus eigenem Antrieb eine Zuschrift an das Neutitscheiner Kreisgerichtspräsidium gerichtet, in der berichtet wird, daß diese Zeravnik, eine oft vor- Das letzte Stadium des Prozeßdramas um Marie Velgo Abschluß des Beweisverfahrens— Kampf um die Schuldfragen zulegen, welchen Antrag Dr. Loria durch Vorlage einer Reihe oberstgerichtlicher Entscheidungen, wie auch verschiedener theoretischer Ausführungen anerkannter Strafrechtslehrer zu begründen suchte. Das Schwurgericht beriet über die vorstehend angeführten Anträge länger als anderthalb Stunden. Nach Rückkehr des Gerichtshofes in den Verhandlungssaal verkündete der Vorsitzende den Beschluß des Gerichtshofes, der dahin lautete, daß Sinne des Antrages des Staatsanwaltes die Eventnalfrage auf„entfernte Mitschuld" zngelaffen wird, wobei jedoch den Anträgen der Verteidigung insoferne Rechnung getragen wird, als der Schuldfrage der Zusatz angehängt wird:„...War der Marie Velgo das bestehende Eheband bekann t?" Der Verteidiger Dr. Loria stellte dann noch den Antrag, den Geschworenen eine weitere Eventualfrage vorzulegen.(Sämtliche Eventuglfragen gelten für den Fall, daß die erste Hauptfrage verneint wird). Diese zlvcite Eventnalfrage sollte auf den Tatbestand des Paragraph 212 lauten, der besagt, daß auch derjenige eines Verbrechens schuldig werde, „Wenn jemand einVerbrechen zu hindern, aus Bosheit unterläßt, da er es doch leicht und ohne sich, seine Angehörigen, oder diejenigen Personen, die unter seinem gesetzlichen Schutze stehen, einer Gefahr auszusetzen, hätte verhindern können. Dieser Antrag wurde von dem Schwurgerichtshof abgelehnt. Die Geschworenen werden also über zwei Schuldfragen zu entscheiden haben, einmal über die erste Hauptfrage auf Mordanstiftung und zweitens, falls diese Frage verneint werden sollte, über die Eventualfrage auf ent- ferntere Mitschuld. Gegen vier Uhr nachmittags erteilte der Vorsitzende dem Anklagevertreter Vrokurator Doktor Lexa das Wort zur Anklagerede. Da uns dieses Plädoyer bisher noch nicht in seinem vollen Umfang „Diejenigen, welche, ohne unmittelbar bei der Vollziehung des Mordes selbst Hand anzulegen und auf eine tätige Weise mitzuwirken, auf eine andere in dem 8 6 enthaltene entferntere Art. beigetragen haben, sollen bei einem gemeinen Mord mit schwerem Kerker v on fünf bis zehn Jahren; wenn aber die Mordtat an Verwandten der aufsteigenden oder absteigenden Linie, an dem E hege nassen eines der M i t w i r k e n d e n, da ihnen diese Verhältniffe bekannt waren, oder wenn ein Meuchelmord, Raubmord oder bestellter Mord verübt worden, zwischen zehn undzwanzig Jah- r e n bestraft werden." Wir zitieren mit Absicht die einschlägigen Bestimmungen unseres Strafgesetzes im vollen Wortlaut, wobei nicht zu vergessen ist, daß dieses Strafgesetz aus dem Jahre 1803 stammt, was den, einem Laien sonderbar erscheinenden Stil dieser Paragraphen erklärten mag. Der Verteidiger Dr. Loria beantragte die Vorlage der Z u s a tz f r a g e, ob_ Marie Velgo „dem verstorbenen Johann Velgo besonders verbunden oder ob ihr der mit diesem bestehende Ehestand bekannt gewesen sei." Nach der.vorstehenden Zitierung des Paragraphenist leicht verständlich, was diese Frage bedeutet. Sie stützt sich auf die im Beweisverfabren zur Sprache gekommenen Bemühungen der Ermordeten, um die Ehescheidung, die bei der Gesetzunkenntnis der Angeklagten nicht ausschließen, daß sie im kritischen Zeitpunkt das Eheband als nicht mehr bestehend erachtet habe. Ferner stellte der Verteidiger den Antrag, den Geschworenen eine weitere Eventijal- wurde. Ehe ihm Hilfe geleistet werden könnt«, verblutete er. Ueberfälliges Flugzeug. Aus Salz Lake City wird gemeldet, daß dort das Transkontinental- Passagiergroßflugzeug der United Air Lines mit 10 Passagieren und drei Besatzungsmitgliedern feit zwölf Stunden überfällig ist. Man befürchtet, daß das Flugzeug im Nebel im benachbarten Gebirge agestürzt ist. Ein bestialischer Kerl. Der 48jährige pensionierte Eisenbahnangestellte Paul Fischbach, in Sollenau an der Südbahn hat seine Frau Rosa vor den Augen seiner beiden Kinder erstochen, weil die Frau sich geweigert hatte, Wein aus dem Keller zu holen. Der Mörder wurde verhaftet. Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Autobus und einem Lastkraftwage n in Oxfordshire würden 15 Personen verletzt und ein Passagier getötet. Pontische Stürme. Im Schwarzen Meere wütet ein heftiger Sturm, in dem mehrere Schiffe gescheitert sind. Der Schiffsverkehr wurde unterbrochen. In der Meerenge sind einige Segelschiffe gesunken. Bereits sechs Tage lang geht ein wöl- kenbruchartiger Regen nieder, und die dadurch hervorgerufenen Hochwässer haben zahlreiche Eisenbahnstrecken beschädigt, so daß der Eisenbahnverkehr an vielen Stellen lahmgelegt ist. Die berühmte Reimser Kathedrale, die tvährend des Weltkrieges schwer beschädigt wurde, ist fast tfoll- kommen restauriert und wurde Montag vormittags in Anwesenheit des Erzbischofs Kardinal Suchard und von vier Bischöfen neu eingeweiht. Die Restau- rierungsarbeilen werden erst Anfang nächsten Frühjahres völlig beendet werden. Aus diesem Anlaß werden in Reims große Feiern stattfinden. Am Pariser Ostbahnhof fuhr ein Zug auf die Puffer am Ende eines Geleises, wobei 26 Personen leicht verletzt wurden. Zwei Personen wurden ins Krankenhaus übergeführt. Nebel in London. Montag früh lag über London und seiner Umgebung ein ungewöhnlich dichter Liebel, welcher ernste Verkehrsstörungen zur Folge chatte. Nach einer berühmten Fabel. Der 34jährize Jurist Georg Stepoviö wollte an sich die Wirkungen einer Hungerkur beobachten. 20 Tage vermochte er ohne Essen und Trinken auszuhalten. Als er nach dieser Zeit neuerdings Nahrung zu sich nahm, und zwar ein Ei, starb er kurz darauf. Das Wester in Mitteleuropa wird nunmehr.Mn einem mächtigen Druckhoch beherrscht. Der Wind ist infolgedessen in unseren Gegenden die Bewölkung hat abgenommen, fluß dex Sonnenstrahlung stieg nachmittags auf 13 bis 16 Grad jedoch mit einer starken Abkühlung infolge Ausstrahlung zu rechnen. WahrscheinlichesWet- rer Dienstag: Morgennebel. Sonst wechselnd bewölkt bis ziemlich heiter. Nachts vielfach starke nächtliche Abkühlung. Tagsüber milde, schwacher Wind. Wetteraussichten für Mittwoch: Noch keine durchgreifende Aenderung. Zweierlei Maß ist das Grundelement der nazistischen Logik. Sie beruht auf der geradezu dogmatischen Vorstellung, daß zweimal zwei auch fünf sein kann, wenn es sich besser reimt. So hat auch Herr Konrad Henlein Sonntag in Teplitz wieder erklärt, er unterscheide zwischen d em<5 b ft em desStaates, das er anerkenne, und dem Sy st em der Regierung, das er bekämpfe. Man wäre nun"versucht, Herrn Henlein zu fragen, was wohl reichsdeutsche Staatsanwälte, Polizeiorgane und Regierungsmänner dazu sagten, wenn inDeutschland einer auf. stünde und sich mit dieser Desinition gegen das System der Regierung wenden wollte, um das System des Staates zugleich scheinbar anzuerkennen. Er würde natürlich einen Kopf kürzer gemacht Zu allem Ueberfluß aber kommt Henlein gleich darauf selbst auf Deutschland zu sprechen und spricht davon, daß dieses Reich in der Gegenwart wieder von vielen geehrt und geliebt wird. Wenn hier wiederum einer käme und z. B. in einer Versammlung der SdP erklären wollte, er liebe zwarD e"u t s ch l a n d, das deut- sche Volk, die deutsche Sprache und Kultur, aber er bekämpfe und verabscheuedas heute in Deutschland herrschende S y st e m, so würde er wahrscheinlich mit knüppeldicken„Argumenten" darüber belehrt werden, daß es das nicht gibk. Deutschland ist Hitler und wer gegen das Hstlersystem ist, der gilt den Henleinisten als Feind Deutschlands. Aber in der Tschechoslowakei, ja Freunder!, das ist was anderes, da unterscheidet man— angeblich— zwischen Staat und Regierungs- system! Nun ist freilich die tschechoslowakische Regierung keine totalitäre und fie legt keinen Wert darauf, sich dauernd hinter dem„Staate" zu verstecken, sie kann Kritik aushalten. Die Legitimation des Herrn Henlein, sie zu kritisieren, wird aber jeder Europäer bestresten, der sich an dieältereLogik und daran hält, daß man alles mit e i n e m Maß zu messen und daß der Lobredner der Diktatur sich nicht daheim auf die Demokratie zu berufen hat! Selbstmord vor dem Prozeß. Der ehemalige Bezirksschulinspektor Adolf Lehnert aus Jägern- dorf, der sich wegen Herauslockung von Darlehen und anderen ähnlichen Machinationen demnächst vor dem Troppauer Kreisstrafgericht hätte verantworten sollen, nahm am Mittwoch der Vorwoche eine größere Dosis eines starken Schlafmittels ein und mutzte deshalb ins Troppauer Krankenhaus gebracht werden. Hier ist er Sonntag um 8. Uhr früh gestorben. Unfall bei Skoda. Km Stahlwerk der Skoda- Werke ereignete sich Montag um 9 Uhr ein Unglück, bei dem der 31jährige verheiratete Arbeiter Jan Skarda aus Mhto bei Blovice tödlich verletzt wurde. Zu dem Unfall kam es, als das Seil eines Krans ritz und der untere Teil des Flaschenzugs abritz, wobei der am Boden arbeitende Skarda getroffen wurde. Er wurde ins Krankenhaus übergeführt, wo feftgüstellt wurde, daß er einen Schädelbruch und eine' Gehirnverletzung erlitten hat.-Der Vorfall wird untersucht.■ Zwei Tote bei einem Automrglück. In der Nacht auf Montag fuhr der Bizedirektor der. landwirtschaftlichen Vorschutzkasie von Mukaäewo, der 42jährige Julius Tresnovskh mit seinem Auto in der Gemeinde Seredne gegen ein Geländer, das er, durchbrach, woraus er in den Graben fuhr. Von den fünf im Auto sitzenden Personen wurden Julius Trcsnovsky und die 28jährige Frau eines Baumeisters, Marie Kostikova, getötet; die Gattin und das Söhnchen des TreZnoskh sowie der Baumeister Kostik wurden leicht verletzt und in das Krankenhaus, gebracht. Das Auto wurde vollkom- men zertrümmert. Tödlicher Jagdunfall. Der 50jährige Juraj Cerjan, Eisenbahnangestellter, aus Turö. Sv. Martin ging Sonntag früh mit seinem Sohn Julius in die Turäaner Berge aüf die Jagd. Kn. Walde lehnte er sein Gewehr für eine Weile an einen Baumstamm, um Pilze, zu. suchen. Der Sohn,, der gesammelte Pilze in die neben dem Gewehr liegende Jagdtasche stecken wollte, stietz dabei an den Abzugshahn des Gewehres, das losging, wobei Juraj Cerjan am linken Bein verletzt Nr. 24k Dienstag, 19. Oktober 1937 Seit« 5 VM-uürkckast und 8oLiatpoiM Die Lohnforderungen der Bergarbeiter In Nordwestböhmen überreicht Die Bergarbeiter-Fachorganisationen, und zwar die Union der Bergarbeiter in Turn» der Svaz hornikü v ESN in Prag und die Jednota hornikü a hut'nikü in Brüx als Kontrahenten des Lohnübereinkommens vom 30. September 1929 für das nordwestböhmifche Braunkohlenrevier haben dem Verein für die bergbaulichen Interessen in Nordwestvöhmen als Organisation der Bergbaubesitzer die Forderung auf Erhöhung der Löhne und Zulagen um 15 Prozent und Revision bzw. Ergänzung des bestehenden Lohnübereinkommens überreicht. Die Forderung auf Lohnerhöhung wird mit der gesteigerten Leistung der Bergarbeiter, mit dem geringeren Jahreseinkommen und mit der Verteuerung der Lebenshaltungskosten begründet. Das Verlangen auf Abänderung bzw. Ergänzung des bestehenden Lohnübereinkommens wird begründet mit den geänderten Verhältnissen im Bergbau, die einige Bestimmungen des Lohnübereinkommens überholt haben. Andere Bestimmungen des Vertrages bedürfe» einer klareren Fassung, um einer irrtümliche« Auslegung vorzubeugen. Bon den Bergarveiter-Fachorganisatione« wurde der. Wunsch auf baldige Anberaumung mündlicher Verhandlungen geäußert. In einer Beratung der Fachorganisationen haben sich der Jndustrieverband der Bergarbeiter in Prag und der Verband deutscher Berg- und Hüttenarbeiter in Brüx den überreichten Forderungen angeschlossen. Arbeitshygiene der Angestellten Am 14. Oktober tagt« in Prag die Hauptversammlung der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Vollsgesundheit. Die Berichterstattung über die einzelnen Wirkungsgebiete dieser Spitzenorganisation der deutschen volksgesundheitlichen Beratungs- und Fürsorgevereinigungen in der Tschechoslowakischen Republik offenbarte eine ersprießliche Tätigkeit im Dienste der volksgesundheitlichen Bildung und Betreuung. Ein wichtiger AüfgabenkreiS sozialmedizinischer Fürsorge und Vorsorge— die Arbeitshygiene ■— fand jedoch keine Erörterung. Nur kurz vor Beendigung der Tagung stellte Dozent Dr. Kalmus den Antrag, im Rahmen der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Vollsgesundheit«ine Vereinigung für Ar- beits- und gewerbliche Medizin ins Leben zu rufen, womit sich das neugewählte Präsidium zu beschäftigen haben wird. Die Bildung einer solchen gesamtstaatlich wirkenden deutschen Zentralstelle ist vom Standpunkt der Arbeitnehmer sehr zu begrüßen. Doch die Bestrebungen einer solchen volksge- sundheitSfördernden Körperschaft müssen die gesamte Arbeitshygiene umfassen, nicht nur die Probleme der Hygiene einer bestimmten Schicht der im Wirt- schaftsprozeß fungierenden Erwerbstätigen zur Grundlage haben. Wir können das Programm des Antragstellers für die Tätigkeit der neuzuschaffenden Institution aus seinem allgemein gehaltenen Vor» schlag nicht entnehmen. In einem Artikel in der ..Gesundheit", dem Organ der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Vollsgesundheit(Nr. 4/1987) entwickelt aber Dr. Kalmus seine Prinzipien und wir gehen nicht fehl, daß diese Darlegungen ihm als die Aufgaben der vorgeschlagenen Bereinigung für Arbeits- und gewerbliche Medizin vorschwebten. In jeder Richtung sind wir damit und auch mit der Schaffung der arbeitshygienischen Sektion der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Vollsgesundheit einverstanden. Da aber Dr. Kalmus in seinem Artikel nur die Probleme der Arbeitshygiene, die Berufskrankheiten und Gesundheitsfragen der im industriellen und gewerblichen Sektor der Wirtschaft produzierend wirkenden Werktätigen, also die der manuellen Arbeiterschaft behandelt, geben wir unserer Meinung dahjngehend Ausdruck, daß sich die Vereinigung für arbeits- und gewerbliche Medizin in hohem Maße auch mit den gesundheitlichen Fragen der Angestellten zu beschäftigen haben wird. Die Mehrzahl der Momente, die Dr. KalmuS in seiner Abhandlung als gesundheitSstörend für die industriellen und gewerblichen Erwerbstätigen anführt, find auch auf die Angestellten, auf die geistig schaffenden Werktätigen, wirksam. Wenn wir nur einige gesundheitliche Einflüsse ter Umwelt, die alle Menschen hedrängen, behandeln, um dann die besonderen hygienischen Fragen der Angestellten zu skizzieren, wird die Notwendigkeit der besonderen Beachtung und Behandlung der Arbeitshygiene der Angestellten offensichtlich. Der Direkwr deS Internationalen Arbeitsamtes, Harald B. Butler, prägte in der„Internationalen Rundschau der Arbeit" den Satz:„Der Kraftwagen, dar Flugzeug, das Telephon und der Rundfunk belasten Nerven und Gehirn in einem Umfang, an den sich der Organismus noch nicht gewöhnt hat." Wenn wir diese Feststellungen zum AugangS- punkt einer sozialkritischen und soziglmedizinischen Studie nehmen wollen, müssen wir erst zum besseren Verständnis die Wirkungen der beiden modernen Verkehrsmittel und die Einflüsse der zwei unentbehrlichen BerständigungSfaktoren der neuesten Zeit des gesellschaftlichen Lebens auf die physische und psychische Konstitution deS Menschen untersuchen. Dem Kraftwagenfahrer gebietet die Sicherheit für Wagen, Passagier und Straßenpaffant permanente Wachsamkeit. Auge, Ohr, Hände und Füße müssen in steter Bereitschaft sein, um jene Hand« Man erhält für KB 100 Reichsmark 638.— Markmünzen..... 695.— 100 österreichische Schilling.«. 526.50 100 rumänische Lei..... 16.40 100 polnische Zloty 515.50 100 ungarische Pengö.... 557.50 100 Schweizer Franken... 654.50 100 französische Francs..... 96.70 1 englisches Pfund.... 140.50 1 amerikanischer Dollar... 28.50 100 italienische Lire.... 117.40 100 holländische Gulden... 1575.— 100 jugoslawische Dinare.... 60.30 100 BelzaS 479.— 100 dänische Kronen.... 628.— 100 schwedische Kronen«■. 726.— lungen zu vollziehen, die dem fahrenden Wagen die fteie Bahn weisen. So stellen schon die frequentier« ten Straßen der Städte und die Verbindungschausseen an die Nerven des Kraftfahrers die höchsten Anforderungen. Aber noch find die störenden, abnormalen Einflüsse nicht erschöpft. Stundenlanges Sitzen in verhältnismäßig beengtem Raum, dm:ch den Motor vorbeugender technischer Maßnahmen ins Wagininnere strömende Abgase und die ununterbrochenen Erschütterungen des Körpers, auch wenn di« beste Federung am Wagen vorhanden ist, wirken auf den Fahrer und auf den Passagier deS Kraftwagens. Da der Kraftwagen zum Massentransportmittel geworden ist, kann nicht mehr davon die Rede sein, daß nur ein Teil der Bevölkerung diesen schädlichen Einflüssen unterworfen ist. Und auch der Straßenpassant ist davon nicht ausgenommen. Benzindämpfe. Staubentwicklung, Mo» torengeräusch und Hupengetön, ständige Beachtung der fahrenden Wägen und die Notwendigkeit deS schnellen Ausweichen-, das sind nur einige von vielen Momenten der Beeinflussungen und übernormalen Belastung der Nerven und Organe deS Menschen. Eine stärkere Reaktion der Organe auf störende äußere Einflüsse muß bei Stetigkeü folgerichtig physische und psychische Beschwerden Hervorrufen. Fast alle Einflüsse wie beim Kraftwagenverkehr sind auch auf den Piloten und Passagier des LufWerkehrSmittels wirksam. Auch die Menschen am Boden werden vom Gedröhn der Motoren und Propeller beeinflußt. Durch das Schrillen des Telephons, das Knacken der Membranen, die Hast beim -Ferngesprächs um die Minuten nutzbringend auszuwerten, die Schwingungen der elektrische« Wellen, den Schall usw. wirken dann auch die drahtlichen und drahtlosen DcrständigungSmittel— Telephon und Radio— bei der andauernden Anwendung ungünstig auf die geistige und körperliche Verfassung der Menschen. Fortschritte der Technik und ihre Anwendung im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben können, auch wenn sie gesundheitlich nachteilig wirken, nicht unterbunden werden. Deshalb müssen Gegenmaßnahmen ergriffen werden, um die Untergrabung der Volksgesundheit zu verhüten. Weil nun aber die technischen Errungenschaften schon so stark- ungünstig die Gesundheit der Menschen beeinflußt haben, daß z. B. von Nervenleiden(die ebenfalls aus der Hauptversammlung der DAV keine Erörterung fanden) als den Krank- heitSerscheinungen des technischen ZettalterS große V olksteile ergriffen wurden, muß zu der präven« tiven Vorsorge die systematische Heilungsfürsorge tteten und der gesundheitlichen Erziehung und Bildung breitester Raum gewidmet werden. Schließlich sind Vorkehrungen notwendig, die die störenden Einflüsse auf ein Minimum reduzieren. Unsere skizzenhafte Darlegung der störenden Einflüsse durch die modernen Verkehrs« und Verständigungsmittel und die Andeutung von der Notwendigkeit des weiteren Ausbaues der Vorsorge und Fürsorge zur Erhaltung der Volksgesundheit genügt allein nicht. Es kann und muß auf sozialpolitischem, arbeitSrechflichem, sozialfürsorgerischem und hygienischem Gebiete ständig dafür gewirkt werden, um dieses Streben nach volksgesundheitlichen Schutz so zu verankern, daß ein Erfolg in höchstem Maße gesichert ist. Sozialpolitisch mangelt eS an einer obligaten Gesundheitskontrolle der Arbeitnehmer, die Erholungsurlaube der manuellen Arbetter find zu kurz und die Arbeitszeft mit Rücksicht auf den technischen Hochstand und die starke Beeinflussung durch die rationellen Produftions- und intensivierten Arbeitsmethoden zu lang. Vom volksgesund- hettlichen Standpunkte sind hier wesentliche Aende» rungen zum besseren"zwingend, doch die wirtschaftlichen Interessen einer fleinen Gruppe in der Gesellschaft offenbaren andere Ansichten.— Soweit die allgemeinen gesundheitlichen Fragen in bezug auf die Einflüsse durch die Technik. Das Wirken der Angestellten im kommerziellen und technischen Büro hat gleichfalls durch Ratto« nalifierung, Technisierung und Intensivierung im Verhältnis zu früheren Zeiten eine stärkere Beanspruchung der physischen und psychischen Kräfte zur Folge. Denken wir nur an die Mechanisierung der Büroarbeit, die den Angestellten zum Maschinenarbeiter machte und das Arbeitstempo zwangsläufig steigerte. Das stundenlange Sitzen behindert die normale Blutzirkulation, die Geräusche der Maschinen nagen an den Nerven. Die technische Entwicklung hat eine verhältnismäßig große Erhöhung der Angestelltenzahl Herbeigeführt. Der Zustrom hält weiter an. Er erzeugt einen verschärften gegen- seittgen Konkurrenzkampf, der von einem Anspannen aller geistigen und körperlichen Fähigkeiten, um sich zu behaupten, begleitet ist. und in Verbindung mit der stetigen Angst, ttotzdem Opfer der Stel» lenlosigkeit zu werden, nervenbelastend also gesund- heüsstörend wirkt. Vergessen wir nicht eine Angestelltenkategorie— die Geschäftsreisenden— denen I das Unternehmertum ihren Angestelltencharakter WUCHT U N D KRAFT sind die charakteristischen Eigenschaften der Schwerlastwagen SKODA. Vier« und Sechstylindersnotoren SKODA-DIESEL bis tu KM PS sichern grosse Zugkraft und absolute Verlässlichkeit des Betriebes bei sehr niedrigem Triebstoffwerbrauch» Leichte und spar« same f’^-und 2- Ton ne r mit Benzinmotoreire' Schnelle Lieferwagen SKODA«POPULAR e Land wirtschaft»—und Industrietraktoren :>• f Verlangen Sia. Rentabilitätsberechnungen! auto Skoda• werk ml.boleslav streitig macht und sie so den Segnungen der Sozialpolitik— Krankenversicherung— nicht teilhaftig werden läßt. Die Jagd nach dem Kunden würde einer eigenen Abhandlung bedürfen, um die gesundheituntergrabende Hast treppauf-treppab nur annähernd zu schildern. Die Ausführungen des Mm.-R. Doz. Dr. Gruschka, daß die Herzkrankheiten einen erschreckenden Anstieg aufweisen, wobei bezeichnend ist, daß von ihnen zu einem hohen Maße die jüngere Äene- ration bis zu einem Alter von 4S Jahren betroffen wird, haben wohl auch für die Angetzelltenberufe Beachtung zu finden. Nerven- und Herzleiden sind gerade in dieser Werktättgenkategorie Berufskrankheiten. Wie viele Tausende nichwersicherte Angestellte, Stellenlose und- Geschäftsreisende/- würden der Fürsorge aus diesen Ursachen bedürfen.*.. Aus all diesen Erwägungen werden der Vereinigung für arbeits- und gewerbliche Medizin große fürsorgerische und bildende Aufgaben in bezug auf die Arbeitshygiene der Angestellten zuftehen, zu denen neben den medizinischen Experten selbstverständlich die Vertreter der Angestelltenvereinigungen zur Mitarbeit herangezogen werden müssen. Sicher ist einflußreich auf eine Besserung resp. Re- kreation des Gesundheitsamtes das persönliche private Leben und der Einstellung zur bewußten FreizeitauSnutzung deS Werktätigen. Die Korporationen des leichten Sportes und Wanderns müßten intensiver auf die Gegensätze: Arbeit und Ruhe Hinweisen. Abschließend bemerken wir, daß unsere Ausführungen nicht polemischen Charatter tragen, sondern von dem Grundsätze geleitet sind, daß, wenn schon die Errichtung einer Bereinigung für arbeits- und gewerblichen Medizin erfolgt, ihr ArbettSpro« gramm ein umfassendes auf diesem Fachgebiete sein muß. W. Verbindlidikeitserklärung von Kollektivverträgen Im Amtsblatt vom 19. Oktober veröffentlicht das Fürsorgeministerium eine Reihe von Verlautbarungen, durch welche KollektivverttagS- bestimmungen, die am 7. Mai dieses Jahres als Nachtrag zu bestehenden und sitzm verbindlich erklärten Kollekttvverträgen abgeschlossen wurden, ebenfalls kundgemacht werden. Es betrifft den Vertrag für die Textilbetriebe im Gerichtsbezirk Tannwald, ferner den Texfilvertrag für die Gerichtsbezirke Reichenberg, Kratzau und Gablonz a. N., der für alle Zweige und Fachgruppen mit Ausnahme der selbständigen Veredelungsanstalten und der selbständigen Streichgarn«, Schaftvoll-, Vigogne- und Abfallspinnereien gilt, weiters den Vertrag für die Tuchindustrie im Gerichtsbezirk Jägerndorf und schließlich den Vertrag für die Wall- und Tuchindustrie im Gerichtsbezirk Reu« titschein. Jubiläums-Kongreß des tschechischen Gewerkschaftsverbandes Unter Teilnahme von 562 Delegierten und zahlreichen Gästen fand am Samstag pnd Sonntag im Brünner Arbeiter-Hause der ordentliche Kdngreß deS tschechoflowakischen Gewerkschastsver« bandeS statt, der im Zeichen der Vierzig-Jahr- Feier der tschechoflowakischen Gewerkschaftsvereinigung stand. Das Hauptreferat erstattete der Generalsekretär der Gewerkschaftsvereinigung Abgeordneter Rudolf T a y e r l e, der die Gegenwart-« und die Zukunfts-Forderungen der Gewerkschaftsbewegung besprach. Der Kongreß nahm einstimmig Resolutionen über die wirtschaftlichen, sozialen und organisawrischen Forderungen an, in denen die Dringlichkeit der Regelung der Gewerk« fchaftsforderungen unterstrichen wird. Der Lebensmittelindex für den Durchschnitt des ganzen Staates ist in der mittleren Woche des September gegenüber dem Vormonate beinahe unverändert geblieben; er bettägt 701 gegenüber 702 im August. Kartoffeln verbilligten sich um ungefähr 18 Prozent, Gemüse und Obst ungefähr um 10 Prozent, die Verteuerung bei Eiern beträgt ungefähr 11 Prozent. Mäßig stieg auch der Preis von Butter(um 2 Prozent); eine steigende Tendenz weisen ferner auch einige Fleischsorten aus. Bon den großen Städten, in denen die Preise den ganzen Monat hindurch verfolgt werden, verzeichnen: Präg(681).,'Brünn 641(630).« Preßburg 668(663), Pilsen 636(688), Reichenberg 684 (690) und Mähr.-Ostrau.668(662). Um den Elbe-Oder-Donau-Kanal Die Volkswirtschastlichen Kollegien, die Kreise der Landwirtschaft, Industrie, des Handels und der Polittk, die Gemeinden und Städte sowie die breite Oeffentlichkeit Mährens und Schlesienwidmen dem neuerlich aufgerollten Plane einer baldigen Realisierung des Projekte- des Elbe« Oder-Donau-KanaleS große Aufmerksamkeit. In einer der ersten Jntereffentenkonferenzen die in Olmütz veranstaltet wurde, erstatteten Jng. Rud« lickh und Jng. Patoäka Berichte. Vorerst soll der erste Teil des Projektes realisiert werden, da- ist der Oder-Donau-Kanal, dessen Kosten auf 1530 Millionen geschätzt werden, wovon auf die Slowakei der Bettag von 250 Millionen Xö entfallen würde. Man rechnet, daß sich der Transport zu Beginn auf 5,100.000 Tonnen belaufen würde mit einem jährlichen Zuwachs von fünf Prozent. Bei dem Bau würden 16.000 Arbeiter acht Jahre lang beschäftigt sein. Zusammen mit den in den Hilfszweigen(Zement, Stein, Holz; Eisen) beschäftigten Arbeitern würden mindesten- 24.000 Arbeiter eingestellt werden, so daß unter Berücksichtigung der. Familienangehörigen rund 60.000 Personen versorgt wären. Die erste Etappe von Dövin nach Göding wird einen Aufwand von 304 Millionen Kö erfordern. Bon Göding nach Brünn soll entlang der Eisenbahnsttecke aus Lundenburg der westmährische Arm gebaut werden. Der zweite Arm soll von Prerau nach Olmütz geführt werden. In der zweiten Etappe soll der Kanal von Olmütz durch die Flußgebiete der March, Sazawa und Adler nach Pardubitz gezogen werden, wo er in die Elbe münden würde. Als billigstes Beförderungsmittel für die Kanalschiffahrt werden elektrische Lokomotiven empfohlen. Die Frachttarife würden ungefähr 40 Prozent billiger sein als die Eisenbahnfrachtsätze. I» Kflrzei London. Der deutsche Unterstaatssekretär für Flugwesen General Milch, der auf Einladung de- britischen FlugrateS mit einer Gruppe deutscher Fliegeroffiziere nach England gekommen ist. um die brittschen Flugzeugfabriken und Flugplätze zu be- sichttgen, ist Montag vom englischen König in Audienz empfangen worden. Mailand(Havas). Aus Toscana ist gestern ein Militärttanspott, bestehend aus 5V Offizieren, 86 Unteroffizieren und 1885 Mann, nach Tripolis in Nordafrika abgegangen. Seite 6 Sozialdemokrat" Dienstag, Iss Orrovrr 1937. Nr. 248 Trager Oeffentliche Kurzarbeit In einer kleinen Gasse sitzt ein Mann uns erzeugt auf die einfachste Weise von der Welt einen Volksauflauf. So daß sein Kind mit der Büchse absammeln gehen kann. Wie macht er das? Bei diesen sparsamen Zeiten. Es ist wirklich das Ei des Kolumbus, was der Mann da erfunden— und eben gar nicht erfunden hat, sondern nur, als Symbol unseres Lebens, zur Schau stellt. Er hat keinen Tanzbären, keinen Dudelsack, nicht einmal ein Grammophon. Er geht nicht auf Stelzen. Er zeigt nicht, tanzt nicht, singt nicht. Er wird nicht einmal zum Cicero— um nicht modernere Rednernamen zu nennen,— angesichts der nie wiederkehrenden Gelegenheit unzerreißbarer Halstücher. Die, wie schon Wilhelm Hauff wußte, aus einem Affen unter Umständen vorübergehend einen Menschen machen können. Auch eine singende Säge hat der Mann nicht. Der Mann redet keinen Ton. Trotzdem ist er ganz normal. Er sitzt auf seinem Gestell, das einzige, was man ihm nicht pfänden konnte. Und dreht ,mit Füßen und Händen die Töpferscheibe: Sonst nichts.. Ein Druck der Hand: die Kugel wird zmn Teller. Ein Finger quergestellt: der Teller bekommt seinen lliand. Mit beiden Händen gehoben: der Teller wird zur Rühre. Ein bißchen würgen und streicheln: die Röhte wird zur antiken Vase. Aber weiter geht es nicht. Die Vase bekommt weder Bauch nach Boden. Die Scheibe ist zu klein. Und Ofen hat man auch keinen. Und keine Verkaufsorganisation, auch wenn man ihn hätte. Die Maschine steht. Die Vase wird zusammengepatscht. Es war sehr schön. Es war sehr abwechslungsreich. Aber am Ende ist alles Quatsch. Das wird dem Publikum gezeigt: man macht Vasen. Und dann war es eine Seifenblase. Sie kommt in den Kübel, statt in den Ofen. Und all das nur, weil man eine Scheibe hat, doch keinen Ofen. Und keine Kohlen. Man hat das Handwerkszeug und hat es nicht. Man ist arbeitslos und ist es nicht. So macht man Wunderdinge aus silbergrauem Lehm. Und dann ist es wieder nur Lehm gewesen. Die Leute starren, zahlen hastig, gehen weg. Neue kommen. Als ob sie einen Ablaßbrief kauften für die Zeit, Ivo sich das Wetter ändern wird. A. E. Der neue Präsident des Prager Obergerichtes Dr. Emil Lany hat gestern sein Amt angetreten. Dr. Läny wirkte seit 1920 im Justizministerium und wurde 1931 zum Sektionschef befördert. In dieser Eigenschaft hatte er eine bedeutungsvolle Stellung inne. Das Verständnis, das Dr. Läny der Presse entgegcnbrachte, muß bei seinem Ausscheiden aus dem Administratibdienst besonders anerkannt werden. Aüsflugszsige der Staatsbahnen: Am 23. und 24. Oktober nach Dittersbach 120 KC. vom 25. bis 26. Oktober nach Hirschberg. Fischfang im Mächa- See 80 Kc, am 24. Oktober Sonderzug zum Grabe des Präsident-Befreiers nach Läny 13 KZ, vom 27. Oktober bis 2. November Fischfang in der Theiß in Karpathorußland 390 Kc. Anmeldungen und Informationen im Basar neben dem Wilson-Bahnhofe, Telephon 383-35. Be Kunst und Mssen Siegfried 9laä> der Walküre ist nun auch„Siegfried", losgelöst vom Gesamtwert des Wagnerschen Nibe- lungendramas. in der neuen Spielzeit des Prager Deutschen Theaters-zur Einzelaufführung gelangt/ Die sonntägige Wiedergabe des Werkes war sogar in allgemein-musikalischer Hinsicht außerordentlich gut geraten. Opernchef Karl R a n k l halte es verstanden, die lyrischen Schönheiten der „Siegfried"-Partitur ebenso eindringlich zur Geltung zu bringen wie die dramatischen, Temperament und Ausdruckskraft kennzeichneten seine Interpretation, deren Hauptziel,— Stileinheitlichkeit der instrumentalen und vokalen Kräfte,— fast vollkommen erreicht wurde: obwohl nicht alle Partien des Werkes ideal besetzt waren. So zeigte sich Hans Grab l, der Jung-Siegfried des Abends, zwar als prächtig aussehender, den deklamawrischen Gesangstil Wagners musterhaft beherrschender, in der Darstellung überzeugender und diesmal au" stimmlich in besserer Verfassung sich darbietender Künstler, aber über die Schmelzlosigkeit und Verbrauchtheit seiner Höhe, die sich namentlich in der Schlußszene des letzten Aktes stark bemerkbar machte und von der Erniüdung des Sänger- Zeugnis gab. war auch Sonntag nicht hinwegzuhören. Auch Martha Cuno ist keineswegs eine ideale Brünhilde. Auch sie,sieht zwar sehr schön aus und fesselt durch ausdrucksvolles Spiel, aber ihre Stimme klingt nicht edel genug, ihr heulender Toneinsatz führt oft zu bedenklichen Unreinheiten der Intonation und die höchsten Töne kommen nur mit äußerster Kraftanstrengung zustande. Recht gut sang G ö l,l n i tz den Mime, obwohl er stimmlich nicht immer ansreicht: seiner Darstellung des verkniffenen Zwerges ist Charak- terisierungsvermögen ohne Uebertreibungen nachzu- sder zweiten Spielklasse!) wegen Tätliö^eiten gegen Schiedsrichter mit einem Jahr unbedingter Sperr«. Der Nordwestgau dagegen beantrage in einem gleichen Falle bei der CfAF den Ausschluß des betreffenden Spielers. DFC Görkau ist anscheinend so verärgert über die Aberkennung der Erstklassigkeit, daß er um Aufnahme in den tschechischen Rordwestgau ansuchte I Neckisches„Spiel" mit Zuschauerriffern. ES ist ia so Halbwegs bekannt, daß die Zuschauerziffern auf bürgerlichen Sportveranstaltungen in ihrer Höh« zum Großteil nicht so recht mit den Tatsachen in Einklang st«hen. Man liest immer wieder, daß da und dort fo und so viele Zuschauer anwesend waren und der Leser dieser Blätter sieht ehrfürchtig diese Summen an und der Fanouschek ist besonders stolz darauf, welche Anziehungskraft sein Klich besitzt. Sehen wir uns daher als Beispiel die Ziffern an, die die Prager Montagsblätter über di« Doppelveranstaltung auf dem Prager Spartaplatze verzeichnen. Ein Blatt meldet, daß es 8000 bis 14.000(die letztere Ziffer insgesamt) waren,«in zweites hat 12.000 bis 15.000 geschätzt, ein drittes sah schon 17.000 und ein viertel schoß gar den Bogel ab: rund 20.000 Zuschauer! Fürwahr, dieses Zahlen.spiel" ist so neckisch, um wahr zu sein... Landhockey. Prag: DEHG gegen MAC Wien 2:2(1:1), Samstag.— Brünn: Hakoah Wien gegen ZAC 3:0.— Budapest: Ungarn gegen Oesterreich 1:0. Das„Prager Tagblatt" brachte in der Richtigstellung, daß nicht der Atus Graslitz, sondern der Artus" Graslitz in den HDW ausgenommen wurde, die Bemerkung, daß der HDW»nach seinen Satzungen... ein unpolitischer Verband" sei! — Was noch zu beweisen wäre I Die tschechoslowakische Querfeldeinlaus-Meisterschaft gelangt« bei Brünn zur Durchführung und wurde von Cerny(Einheitsverband Prag) gewonnen. welcher die 10.300 Meter lang« Strecke in 32:09.3 Min. durchlief.. Uerelnenacftricfeten Illi* irr Freie Vereinigung sozialistischer Akademiker Am Mittwoch, den 20." Oktober, findet in unserem Heim(Spälenä 46/11.) die Generalversammlung statt. All« Mitglieder werden ersucht, sich bestimmt und pünktlich einzufinden. Beginn 20 Uhr. Republikanische Wehr, Prag. Am Donnerstag, den 21. Okwber, llebungsebend in der Sporthalle auf dem DTJ-Svortplatz. Hetzinsel. Leitung rühmen. Tonschön sang Elisabeth W a n k a die Ber" indigui f>n Erdas. Stimmprächtig wie immer war Josef S ch w a r z' Wanderer. Das gut besuchte Haus war in richtiger Wagnerstimmung und spendete nach den Aktschlüssen starken Beifall. E. I. Wochenspielpla» des Neuen Deutschen Theaters. Heute, Dienstag, halb 8 Uhr: Oberon, A 2.— Mittwoch halb 8 Uhr: Acht Ruder im Takt, B 1. — Donnerstag halb 8: Arabella, C 2.— Freitag halb 8: Weh dem, der lügt! D.— Samstag halb 8: Frühlingslust, neuinszeniert, CI.— Sonntag halb 3: Weh dem, der lügt! Halb 8: Arabella. A 2. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Dienstag%8: Parkstraße 13, Erstaufführung.— Mittwoch 8 Uhr: Die Reise. 7— Donnerstag 8 Uhr: Parkstratze 13.— Freitag 8(4: Eine Frau ohne Bedeutung, volkstümliche Vorstellung.— Samstag 8: Parkstraße 13.— Sonntag 3: Bei Kerzenlicht, 8: Die Reise. Der Mnr Mister Moto ist ein Hollywood-Film mit Peter Loire, der sich zum Spezialisten für die Darstellung lächelnder Scheusale entwickelt hatte, die von Beruf Verbrecher waren. Diesmal aber hat er den Beruf gewechselt, er erscheint als japanischer Detektiv und jagt von Amerika bis China eine Bande, die einen Millionär ärmer machen will. Dank den Bemühungen des Japaners aber bleibt der Millionär vor Schaden bewahrt und kommt sogar zu einer Braut. Es genügt, das zu erzählen, um den„Wert" des Films»u kennzeichnen, dem Peter Lorre eine interessante Note gibt, ohne ihn deswegen sehens- , wert zu Machen.—eis— Die Punktejagd der Liga Die sonntägigen Spiele der Liga waren samt und sonders nicht gerade von gesuchter Schönheit und Können ausgezeichnet. Die Erfolge der einzelnen Klubs wären infolge der spielerischen Schwäche des Gegners bedingt. Man kann abtr auch nicht behaupten, daß z. B. die Dovvelveranstaltung am Prager Spartaplatze für den bürgerlichen Frrßball ein« Propaganda darftellte. Das erste Match bestritten Sparta und SKProßnitz, das mit 4:2(3:1) zugunsten der Prager endete. Beide Teams zeigten ihr« Vorzüge und Nachteile: hartes Spiel— ein Spartaner verletzte sich bei einem Zusammenprall so sehr, daß er sofort dem Spital übergeben werden mußte— und Versagen der sogenannten„Internationalen". Sparta überrumpelte die Gäste und das Spiel war vor der Pause ausgeglichener als nachher und nur der schwache Sturm der Proßnitzer sowie deren Tormann waren die Ursache, daß für . sie kein besseres Ergebnis zustandekam. Bei Sparta boten nur einige Leute gute Leistungen.— Das 1 nachfolgende Spiel Slavia und SK Pardu- ! b i tz brachte insofern« eine Ueberraschung, als der | Angriff der Prager mit Mühe und unter dem Schutz der hereinbrechenden Dämmerung in den letzten fünf Minuten den Ausgleich erzielen konnte(1:1, 0:1). Die Pardubiher traten mit zwei Neuerwerbungen an I und boten insgesamt ein« bessere Leistung als wie man sie von Slavia erwartet hatte. Auch diese Begegnung wurde hart durchgeführt und es gab einige häßliche Fouls, die aber vom Schiedsrichter anscheinend gerne übersehen wurden, da sie von Slavia- „Jnternatianalen" ausgingen. Der Wiener Bican, auf den die Slavia so große Hoffnungen setzt, ist wohl«in sehr guter, aber auch vorsichtiger Spieler, so daß, wie diesmal, bei einiger Härte sein Angriff fich nicht durchsetzen kann. Di« Zuschauer waren mit ihren Sympathien mehr bei den Provinzlern und randalierten bei Ungehörigkeiten der Slavianer. In Pilsen gewann der dortige SK über den SK Schles.-Ostrau 4:2(1:0) recht glücklich, denn die Ostrauer hätten nach der Pause die Mög- lichkeit des Ausgleichs in der Hand.— SKNach 0 d verlor in Kla dno gegen den SK mit 1:5, obwohl zur Pause die Parti« 1:1 stand.— Zidenice konnte auf eigenem Platze gegen Viktoria Pilsen nur ein 2:2(2:1) herausholen und inPre tz- bürg blieb überraschend Viktoria Zizkov über den CSK mit 3:1(3:0) erfolgreich. DFV-Division Der Praoer DFC trug sein Spiel mit den Sport brüdernSchrecken st ein auf dem , Bohemiansplatze aus; es endete wohl mit 3:1(1:0) für DFC, aber spi«l«risch bestiedigte es nach keiner Seite. In technischer Beziehung waren die Prager zwar überlegen, aber im Vergeben von Chancen waren fie nicht besser, eher schlechter als ihre Gegner. Es sah bei diesem Match, dem man fast gar nicht ansah. daß zwei Divisionsklubs es bestritten, nach der Pause nicht nach einem DFC-Sieg aus und nicht die Schießkunst der DFC-Stürmer, sondern der Tormann der Gäste— welche weder technisch noch spielerisch befriedigen konnten— stellte durch seine Ungeschicklichkeit diesen Erfolg her. Der DFC-Stürm zeigte ein unmögliches Svielshstem; hat schon mal ein Spieler.einen guten Gedanken, dann vertrödelt der andere durch fruchtloses Dribbeln den Vorteil; wäre es anders, hätten die Gäste nicht io glimpflich den Platz verlassen können. Das Half und ebenso die Verteidigung waren ebenfalls ungleichmäßig in ihrer Arbeit, wobei letztere noch mitunter unrein in der Abwehr waren. Unschön wirkte es auch, daß beide Mannschaften ohne Sportgruß abttaten. Der Schiedsrichter paßte sich diesem niveaulosem Gespiele an. Der Saazer DSB wurde in Teplitz vom DFK glatt mit 0:10(0:8) geschlagen.— In Trautenau besiegte der DSB den Reichenberger FK mit 4:1 Auto-Skoda auf dem Präser Autosalon 1937 Bei einem Rundblick auf den Stand der Skoda- Werke sehen wir die alten bekannten und bewährten Typen Populär, Rapid, Favorit und Superb. Neue Typen bringt Skoda nicht, jedoch eine ganze Reihe von Neuheiten und Verbesserungen. So z. B. wurde der ursprüngliche Mowr des Populär von 0.9 Liter Inhalt, 18 PS, auf 1 Liter Inhalt, 22 PS, vergrößert. Zugleich wurde die Radspur und der Achsstand zwecks besserer Bequemlichkeit vergrößert. Bei unverändertem Zylinderinhalt und gleicher Sparsamkeit im Triebftoffverbrauch wurde der neue kopfgesteuerte Motor(Type OHB) von 27 PS konstruiert. Dadurch wurde die Geschwindigkeit, das Akzelerationsvermögen und die Bergsteigefähigkeit noch weiter verbessert. Die Geräuschlosigkeit wurde noch weiter verbessert dank einer neuen Form der Nocken, dem kleinen Gewicht der Schwingmaffen und der vollendeten Abdichtung des Steuerungsmechanismus. Die Zugänglichkeit aller Teile wurde verbessert. Die hohe Lebensdauer des Motors wird durch die Verwendung von glasharten Zylindereinlagen aus nitriertem Schleuderguß gewährleistet. Die ursprünglich starre Lagerung des Motors wurde durch eine elastische Lagerung in Gummi ersetzt und ist nunmehr in der Weise gelöst, daß die vorderen Aufhängungen— in großen Gummiblöcken— wesentlich höher angeordnet wurden, damit die Ebene der Aufhängung durch den Schwerpunkt des Motors hindurchgeht. Auf diese Weise wurden die Vibrationen auf ein Mindestmaß beschränkt. Auch die Bremsen wurden ständig verbessert. Das heurige Popular-Modell besitzt größere Bremstrommeln, um eine bessere Wirksamkeit der Bremsen bei der größeren Wagengeschwindigkeit zu sichern.. Die Karosserie wurde gleichfalls mannigfach verbessert. Das Innere ist gegenüber den früheren Popularmodellen viel bequemer und reichhaliger ausgestattet. Vernickelungen wurden überall durch Verchromungen ersetzt. Der Komfort wurde durch eine reiche Polsterung und gute Federung der Sitze, welche außerdem jetzt breiter gehalten sind, verbessert. Die Vordersitze sind auch während der Fahrt verstellbar. Der geräumige, von außen zugängliche und abspcrr- bare Kofferraum ist für ein größeres Gepäck vorgesehen. Am Kofferboden ist das Reserverad unter- gehracht, um die glatte Linie des Wagens-nicht zu stören und diebessicher zu sein. Auch die übrigen'Skodatypen wurden in ähnlicher Weise weiter verbessert. Der Rapidwagen, ursprünglich von 1.2 Liter Zylinderinhalt, wird nunmehr als 1.38 Literwagen mit vorderen Schwingachsen, breiterer und längerer Karosserie, hydraulischen Bremsen, Zentralschmierung, doppelten Auspuffdämpfer gebaut. Eine ähnliche Entwicklung machte der Superbwagen, ein Sechszylinder mit 2.92 Liter Inhalt, durch. Der vom Vorjahr bekannte Favoritwagen, 38 PS, ein Vierzylinder mit 1.8 Liter Inhalt, ist in der Form und Ausstattung weiter vervollkommnet worden und eignet fich wegen seiner Sparsamkeit und Geräumigkeit für größer« Familien oder als Wagen für die gewerbliche Personenbeförderung. Im Maschinenpalast werden die Lastwagen Skoda zur Schau gestellt. Die mächtige Kühlermaske zusammen mit der geräumigen Lenkerbud« von abgerundeten Linien geben diesen Wagen ihr Gepräge. Es find zwei Pritschenwagen mit Benzinmotor. zu sehen— der Vierzylinder Skoda 918 für 1H Tonnen Nutzlast und der Zweitonner Skoda 915. IMe übrigen Typen sind mit Dieselmotoren eigener Bauart ausgerüstet. Die Skoda-Diesel-Pritschen» wagen als normale verlängerte Niederrahmentype (geeignet namentlich als Autobus), allfällig mit hydraulischen Kippkarofferien, werden für Trag« fähigkeiten von 2^h, 4, 6 und 10 Tonnen gebaut. Die reichhalttge Schau wird durch hwei Track« tortypen ergänzt: den Zweizylinder HT 20 und den Vierzylinder HT 40. (1:1).>— Der Warnsdorfer FK gewann auf eigenem Platz Mer den DSK Gablonz mit 4:2(2:1).— DFK Komotau blieb daheim über den BSK Gablonz mit 3:2(2:2) erfolgreich und SpVg Bodenbach gewann zu Hause gegen VfB Teplitz mit 5:2(4:2). In der m ä h r i s ch- s ch l e s i s ch e n Gruppe verlor der.SK M.-Schönberg den ersten Punkt, da er in Oderberg gegen TSV nur ein 3:3(1:2) erzielte; DSK Teschen verlor gegen CDT Krawarn 2:0(0:0) DSV Troppau schlug den DSB Brünn 4:0(2:0) und DFC Jglau gegen DSB Witkowitz 2:2(2:2). Aus den tschechischen Divisionen. Mittel- böh m en: SK. Liberi gegen Meteor VIII 6:3, SK Nusle gegen Cechie Karlin 1:1(1:0), Union Zizkov gegen Nufelsky SK 3:2, Viktoria Nusle gegen Hvezda Kosik 4:3, Slavoj VIII gegen Bohemians 0:4, AFK Kolin gegen Sparta Kosik 7:2. Altbunzlau gegen Kralup 3:3(1:1).—Böhmen-Land: Westgruppe: Slavia Karlsbad gegen CSK Kopitz 1:3, Cesky Lev Beraum gegen CSK B.-Budweis 1:3, CSK Bilin aegen Hvözda Turn 4:1, Petkin gegen Hokowitz 3:1, Stadion B.-Budweis gegen Doudlev:e 5:4; Ostgruppe: AFK Pardubitz gegen Königgräh 8:0, Explosia Semtin gegen Königinhof 5:1, Rot- kosteletz gegen Polaban Nimburg 1:0, Tkebechowitz gegen AFK Chrudim 4:1, Jungbunzlauer SK gegen Aston Villa Jungbunzlau 2:1.— Mähren- Schlesien: Baka Zlin gegen Moravia Brünn 5:2, Mor. Slavia Brünn gegen Slovan M.-Ostrau 8:2, Han. Slavia Kremsier gegen Rolnh Proßnitz 3:1, Königsfeld gegen Slavia Michalkowitz 4:0, Zabovie- sky gegen Ostrauer Slavia 4:1, Olmütz-Aso gegen Arsenal Huffowitz 4:2, Pverau gegen Polania Kar- Win 6:8. Sonstige Fusiballergebniffe. Karlsbad: KFK gegen Sparta. 8:1.— Brüx: Schwalbe gegen DFK Bilin 5:1.— Aussig: DFK gegen SKTurn 3:4. — Soborten: Sporthrüder Brüx gegen SK 3:2. — B.-Leipa: DSB gegen DSK Haida 1:1 (1:0).— Budapest: Hungaria gegen Phöbus 2:2(0:1), Ujpest gegen Bocskai 2:0, FC Szeged gegen Ferencvaros 0:1.— Wien: Austria gegen Vienna 1:1(0:1), Rapid gegen Wacker 3:3(3:0), Admira gegen FC Wien 6:2. Sportklub gegen Fav. AC 4:0, Floridsdorfer AC gegen Simmering 5:0.— Kopenhagen: Dänemark gegen Finnland 2:1. Interessantes aus dem DFV Der Neudeker bürgerliche Fußballplatz wurde von der Staatspolizei gesperrt.bis der DSK Neudek völlige Aufklärung über das Krawallspiel mit Sparta Karlsbad- gegeben hat. Demgegenüber will der W e st g a u bei der Staatspolizei um Freigabe intervenieren, da der Klub bei dem erwähnten Krawall„alles getan habe, was in seiner Macht stand". Der Westgau bestrafte zwei Spieler B e z n g s b e d i n g u n g e n: Bei Zustellung ins HauS oder bei Bezug durch die Post monatlich liä 16.—, vierteljährlich KC 48—. halbjährig KC 96.- ganzjährig K 192—,— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren. Einschalttmgen Preisnachlaß.- Rückstellung von Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankawr wurde von der Post- uM Tele« graphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/VII/1930 bewilligt.(Kontrollpoftamt Praha 25.— Druckerei: ,F)rbis", Druck-, Verlags- und Zeitungs-A.-G. Prag.