Teplitj im Parlament Wie es bei Kasper zugeht Konjunktur läßt nach 17. Jahrgang Samstag, 30. Oktober 1937 Nr. 255 Präsident Dr. BeneS ober die die I Aus dem Inhalt: veranstaltete, ist nicht sehr ernst zu nehmen. Es ist Tausend gegen Eins zu wetten, daß die SdP- Parlamentarier nchamErsten des kommenden Monats pünktlich in der Parlamentskanzlei einstellen werden, um ihre Diäten zu beheben. Währenddem wird die Presse des Dritten Reichs, die von der Existenz Südtirols nichts weiß, weiter über die„maßlose Unterdrückung der Sudeten, deutschen" schreiben und die unschuldigen Parlamentarier der SdP als die bedauernswerten Opfer brutaler polizeilicher Willkür hinstell-n. Dazu haben also die Berge gekreist, dazu wurde ganz Europa in Unruhe verseht, daß nun das Mäuslein dieser Erklärung geboren wurde, die nicht einmal andeutet, es sei in Teplitz um jene Dinge gegangen, die Herrn Henlein zur Abfassung seines Offenen Briefes veranlaßten. Man muß schon sagen: gründlicher hat sich eine Partei schon selten blamiert als diese SdP, schmählicher hat noch kein Parteiführer von seinem Worte gelassen als dieser Konrad Henlein. » Die Allerseelenstimmung, von der die SdP erfaßt ist, kommt auch in dem Artikel zum Ausdruck, den die„Z e i t" dem Staatsjubiläum gewidmet hat. Da wird allen Ernstes behauptet, dir SdP sei nur zu dem Awecke gegründet wordrn, das Sudetendeutschtum bündnis- und regierungsfähig zu machen. Das Sudetendeutschtum habe damals, unter Führung Konrad Henleins versteht sich, einen Strich unter die Vergangenheit gemacht, eine Verständnis und Einsicht heischende Geste. Das heißt, vor Henlein sei niemand anderer da- gewesen, der diese Verständigung gewollt hat. Dabei werden die aktivistischen Parteien von de: gleichen SdP fest mehr als vier Jahren ob ihres Japan 1. 2. Oer Kampf gegen die Herzkrankheiten Sozialistischer Wahlerfolg In Norwegen Oslo. Am 18. Oktober fanden in ganz Norwegen Gemeindewahlen statt. Bon der Gesamtzahl von 747 Gemeinden ist das Wahlergebnis von 630 Gemeinden bekannt. Es erzielten: Die norwegische Arbeiterpartei 5251 ä demokratischen Spielregeln begegnen könne. Es meldete sich dann Innenminister Dr- L e r n h zu Wort, um seine kurze Erllärung aus dein Abgeordnetenhaus zu wiederholen. Die Kommunisten machten ihm allerhand Zwischenrufe, daß die Behörden mit kommunistischen Parlamentariern in ähnlichen Fällen nicht so glimpflich umzugehen pflegen. Unmittelbar nach der Erklärung des Innenministers wurde auch hier die Sitzung geschloffen. ».Versöhnlertums" beschimpft und bekämpft, und Herr Henlein, der Loyale, ist mittlerweile nicht müde geworden zu erzählen, daß das Regierungs system, an dem sich seine Partei damals angeb lich beteiligen wollte, wert sei, auf den Schinh anger der Geschichte geworfen und durch jenes ersetzt zu werden, das in Deutschland vorhanden ist und von der SdP und ihrer Presse als das einzig richtige und mögliche gepriesen wird. W:r haben den 18. Feber erlebt, der von der„Ver söhnungspartei" des Konrad Henlein nur als eine Gelegenheit zu Spott und Hohn gegen die Regierungsparteien betrachtet wird. Nun jam mert die„Zeit", daß die SdP die Bundesgenos senschaft der tschechischen Agrarier verloren hat und daß sich diese nun selber in der Verteidigung befinden, während sie doch die Möglichkeit gehabt hätten, mit der SdP zusammen die Linksparteien, lies: die Demokratie in den Winkel zu treiben. Die tschechische Agrarpartei habe sich„an dem g-- genseittgen Hinauflizitstren im Chauvinismus" zu ihrem Schaden beteiligt— während die SdP, selbstverständlich, die Friedenstrompete geblasen und Berlin gebeten hat, doch um Gotteswilken nicht solchen Lärm zu machen, daß man das friedlich-werbende, liebevoll-versöhnlerische Wort der SdP nicht hört.— Die SdP ist wirflich eine Partei der eisexnen Stirn: seit ihrem Bestände spstlt sie Berlin gegen Prag aus, und der Offene Brief Konrad Henleins offenbart aufs Neue den Versuch einer Erpressung unter Berufung auf dst Einmischungsbereitschast des nationalsozialisti- schen Nachbarn, wie auch die Aeußerungen anderer SdP-Grötzen keinen Zweifel darüber lassen, daß sie die Verständigung mit Prag als Unterordnung Prags unter die Wünsche der Berliner Reichs» tagSbrandstister verstehen. Plötzlich liest man in der„Zeit", das Sudetendeutschtum habe ausge rechnet die SdP nötig gehabt, ein gutes Verhält nis zu den Tschechen und dem Staat herzustellen! Der Präsident unserer Republik hat in fer ner Antwort an die Mitglieder des Diplomati schen Korps in erfteulicher Weise auf die Bedeu tung des 18. Feber hingewiesen und sich in ent schiedenen Worten zu den Grundsätzen des 18. Feber bekannt. Er hat auch Masaryks Zeugnis angerufen und ausgesprochen, daß die Verein barungen des 18. Feber im Geiste Masaryks ge troffen worden seien und daß dieses Abkommen auch sein, des Präsidenten, Programm sei. Da mit hat der Präsident aufs Neue ausgesprochen, daß er bereit ist, die gerechte Durchführung des 18. Feber zu garantieren. Hat angesichts dieser Tatsache daS Sudetendeutschtum nicht die Pflicht, sich zu jenem Programm deS Aktivismus zu be kennen, daS, vorläufig, in den Vereinbarungen vom 18. Feber gipfelt und der Beginn eines all-. n—-...---- gemeinen Befriedungswerkes ist, daS die Sude«. cmer Erklärung uber tue Teplitzer Vorfälle. Kaum tendeutschen j aus. eigner Kraft vollenden'«^^^begmnen, alschw auch WgnegUtow müssen und polleyden werden? Das Sudetendeutschtum möge endlich auf hören, jenen zu folgen, die seine Hoffnungen auf Berlin wenden möchten, statt seine Kräfte für daS Wirken in Prag mobil zu machen. Der Nationalsozialismus benützt die deutschen Min derheften lediglich als Werkzeug seiner Außen politik und wird die Sudetendeutschen ebenso fallen lassen, wie er die Südtiroler fallen ließ, wenn ihm dies besser ins Konzept paßt. Herr Hetz wurde am Jahrestag des Marsches auf Rom von Mussolini gefeiert. Dieser selbe Herr Heß, der Stellvertreter Hftlers, hat nicht im Traum daran gedacht, ein Wort für die Südtiroler Deutschen einzulegen. Aber er hat von Mussolini die Ver sicherung erhalten, daß Italien Verständnis für Nr. 255 SamStag, 30. Oktober 1937 Seit« 8- Im Schmuck fremder Federn! SdP und Landesstrafienaktlon Bechynö über sein Programm Gelegentlich des fünfjährigen Jubiläums als Eisenbahnminister wurde Genoffe B e ch y n i don den Beamten des Ressorts beglückwünscht. In seiner Antwort verwies er auf die geleistete Arbeit, den Tierjahresplan der Bahnen und sein weitetes Programm. Dabei führte er u. a. auS: „Auch auf dem Gebiete der Personalpolitik besitzen wir ungelöste Aufgaben. Es ist mei« Wunsch, daß die Staatsbahnrn ein musterhafter Arbeitgeber in sozialer Hinsicht und ein gerechte- Gebiet der ösfentlichen Verwaltung in nationaler Hinsicht sind. Wir brauchen große Reserven an geschultem Nachwuchs sür alle Kategorien des Dienstes. Großes Gewicht lege ich auf die sprachliche Qualifikation des Personals. Do wie ich von den Angestellten der andere» Rationalitäten verlange, daß sie-die Staatssprache beherrschen, so würde ich auch wünschen, daß die entsprechenden Kategorien— und insbesondere die leitende» Beamten— die Sprache unserer nationale» Minderheiten beherrschten. Es ist weiterhin mein Ideal, daß mit Hilfe des Ministerium- alljährlich eine Reihe jüngerer Techniker, Juristen, kommerzieller Ingenieure und auch andere unserer Angestellten ins Ausland auf fremde Bahnen— in die Schweiz, die skandinavischen Staaten, nach England und Amerika, »brr auch in die Staaten der Kleinen Entente— gehen, um dort zu lernen. Im internen Amtsbereich wünschte ich mir weniger Schreiberei und mehr Expedivität, eine Bereinfachung des dienstlichen Verkehrs. Biel habe» wir in fünf Jahren geleistet, mehr Arbeit wartet noch auf uns." vudget von der Regierung genehmigt sTsch. P.».) Freitag, den 29. Oktober, abends hielt der Ministerrat eine Sitzung ab, deren einzigen Gegenstand die Behandlung des Staatsbudgets-Entwurfes für das Jahr 1938 bildete. 3m Hinblick darauf, daß die die Aus- Habenseite des Budgets betreffenden Anträge bereits in der Dienstag, den 26. Oktober abgehaltenen Sitzung genehmigt wurden, befaßte sich die freitägige Sitzung mit der Einnahmenseite und genehmigte alle Anträge, welche der Finanzminister im Einvernehmen mit dem politischen und dem wirtschaftlichen Ministerkomitee vorlegte. Damit ist der gesamte Entwurf des Staatsvor- anschlagrS für das Jahr 1988 von der Regierung genehmigt. Der Präsident der Republik empfing am Freitag, den 2V. Oktober, den Außenminister Dr. Kamil K r o f t a, ferner den Generalinspektor der Wehrmacht Armeegeneral Jan Syrovh und nach ihm den jugoslawischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Dr. Basil ProtiL. Minister Dr. Czech bei der Brünner Rep«. llikfeier. Gesundheitsminister Dr. Czech, der kurze Zeit in Brünn weilte, nahm dort auch an der Republikfeier teil. Bei der Kundgebung auf dem Freiheitsplatz sprach der Bürgermeister der Stadt Brünn Jng. Dr. Spazier, der in seiner Rede auf die fortschreitende Besserung der Beziehungen zwischen Deutschen und Tschechen in Brünn hinwies. In diesem Zusammenhang begrüßte er insbesondere die Tatsache, daß an der Feier ein deutscher Minister teilnahm. Minister Dr. Czech war auch bei der Truppenparade und beim Defile der verschiedenen CPO-Korporatio- nen, das einen gewaltigen Eindruck machte, anwesend. Nach der Kundgebung auf dem Freiheitsplatz marschierten die anwesenden Turnvereindor dem Minister und dem Bürgermeister vorbei. Der österreichische Untorrichtsminiffter Dr. Pernter ist Freitag in Begleitung des Sektionsrates Dr. Musil in Prag eingetroffen. Dr. Pernter leistet mit seinem Besuche der Einladung des tschechoslowakischen Unterrichtsministers Folge, an der Festaufführung der Oper„Don Giovanni" von Mozart anläßlich der 150-Jahrfeier der Uraufführung der Oper teilzunehmen. Eindeutig sozial— „Arbeit für 300.000 N? Karlsbad.(E. B.) Die Gemeinde Pir- k e n h a m m e r hat vor einiger Zeit die Durch- sührung einer ganzen Reihe wichtiger öffentlicher Arbeiten beschlossen, u. a. Erweiterung der Wasserleitung, Stratzenverbesserung, Bau einer Leichenhalle, Bau von Armenwohnungen. Auf diese Weise sollten Arbeitslose und Gewerbetreibende für einige Zeit Arbeitsmöglichkeiten erhalten. Die Landesbank hatte ein Darlehen zugesagt, das Innenministerium hatte es bereits bewilligt. Da brachten einige Steuerzahler, die der eindeutig sozialen SdP angehören, einen Rekurs ein. Alder Bezirksausschuß ihn ablehnte, legten einen Tag vor Ablauf der Frist die eindeutig Sozialen Berufung bei der Landesbehörde ein. Eh« diese erledigt sein wird, dürfte die Landesbank wohl die Zusage des Darlehens, für die sie schon einmal die Frist verlängert hat, zurückziehen. Man steht, Henleins Kampfparole»Arbeit für 800.0001" wird von seinen Anhängern getreulich befolgt... Ein seitenlanges Memorandum dec SdP« Hauptstelle und der SdP-Landesvertreter, welches einleitend den Vermerk„Wichtig als Propa- gandamaterial für die kommenden Gemeindewahlen" enthält, trägt allen Bezirksfraktionsleitern der SdP in Böhmen auf, ausführlich in ihren Fraktionen über die Erfolge in der Landes- straßenaktion des Landes Böhmen zu berichten, welche die SdP für sich in Anspruch nimmt. Sehen wir uns einmal diese Erfolge an! Was ist die Landesstrahenaktion? Im Jahre 1932 hat die böhmische LandeSvertretüng beschlossen, erstmals angeregt durch die deutschen Sozialdemokraten, die auf den Straßenbau als geeignete Jnvestitionsarbeit zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit immer wieder aufmerksam gemacht hatten, die notleidenden Bezirke dadurch zu unterstützen, daß das Land den Zinsen, und Til« gungSdienft für Anleihen übernahm, welche die Bezirk« zum Zwecke von Straßenneubauten und Rekonstruktionen aufnahmen. Bei der finanziellen Lage der meisten Bezirke war dies der einzige Weg, den Bezirken Anleihen zu ermöglichen. Das war— wohlgemerkt— im Jahre 1932 und die Landesstraßenaktton hat sich tatsächlich als wertvollstes Instrument für die Bezirke und als Segen für viele tausende Arbeitslose erwiesen. Und nun kommt die SdP, wohlweislich darüber hinweggehend, daß sie sich— im besten Fall— nur an den gedeckten Tisch zu setzen brauchte, und erklärt: „Es ist vor allem dem gewaltigen und unaufhörlichen Druck unserer großen Partei zuzuschreiben, daß sich die Landesverwaltung Böhmens entschloß, die Landesstrahenaktion, die seit dem Jahre 1938 eingestellt worden war. am 16. Dezember 1936 wieder aufzunehmen." So gewaltig war dieser Druck der großen Partei, daß er sogar schon gewirkt hatte, als si e noch gar nichtexistierte und Hen« leinleute an den Verhandlungen der Landesvertretung höchstens von der Zuschäuergale- r i e teilnehmeN konnten! Die.Landesstraßenaktion bestand nicht nur im Jahre 1932, nicht nur 1933, sondern auch in den Jahren 1934, 1935 und den folgenden, da sich alle Parteien dafür aussprachen. ES wurden in den Landesvoranschlägen als Ergebnis dieser Landespnterstü^ungen angegeben für das Jahr 1988 weit über zwölf Millionen, für das Jahr 1934 fast dreizehn Millionen, und ebenso für das Jahr 1935! Alles nur, weil die SdP dann, als alles von den andern eingeführt worden war,„gedrückt" hat? Allein daS erste Programm, welches im Jahre 1932 beschlossen worden war, rechnete mit einem Umfang der Aktton von 150 Millionen KL, eS umfaßte 385 Straßen- und Brückenbauten in 91 Bezirken, es gab in den schlimmsten Jahren bis 1935 den Arbeitslosen sieben Millionen Arbeitstage, daS bedeutet bei voller Beschäftigung 40.000 Menschen, bei Wechselarbeit(178 Arbeitstag« im Jahre) 80.000 Menschen. Woher nimmt die SdP den Mut, daS totzuschweigen und zu tun, als ob sie im Jahre 1936(!) die Lan- dcSstrahenaktion wieder ins Leben gerufen hätte? Seit dem Jahre 1933 war die Landes- straßenäktion eingestellt? Der Bericht des Lan- desausschusies vom 19. Feber 1936 sagt u. a.: „Durch den Beschluß der Landesvertretung vom 6. Juni 1934 über die solidarische Haftung des Landes Böhmen für die Leistung deS SchuldendienfteS... nicht nur gegenüber den Bezirken selbst, sondern auch gegenüber den Kreditanstalten wurde die letzte Ursache einer relattv genügen Entfaltung der Landesstraßenaktion(als deren Grund di« Zurückhaltung der Bezirke seibst angegeben wurde) beseittgt, denn so wurde eS der LandeKehörde ermöglicht, selbst die Besorgung der notwendigen Distichen für die Bezirke ... zu übernehmen." Das war im Jahre 1934, also nachdem— wie die SdP behauptet— die Landesstrahenaktion eingestellt worden war! Und der Bericht zum Landesvoranschlag für das kommend« Jahr stellt fest, daß bis Ende 1936 bereits für 140 bis 150 Millionen KL Bauten durchgeführt wurden, und der Landesausschuß stellt fest: Der ursprünglich bewilligte Betrag von 150 Millionen war nicht einmal im Jahre 1936 erschöpft, die Baubewegung der Landesstraßenaktion ist(in dem bisher gesteckt«» Rahmen der Landesverschuldung bis 150 Millionen) im Jahre 1936 in voller Entfaltung und auf manchen Arbeiten soll noch im Jahre 1937 gearbeitet werden." Wir haben uns schon mehrmals mit dem Fall des Betriebsausschußobmanns der DAG- Angestellten Max Pokorny beschäftigt, der vor etwa Jahresfrist gegen diese völ- kischeGe Werkschaft eine Klage beim Arbeitsgerichtin Gablonz überreicht hatte. In dieser Klage, die viel Licht auf die TAG warf, wurde ausgeführt, daß die Deutsche Arbeitergewerkschaft ihren eigenen Angestellten fristlos entließ, weil er zu gewissen Vorkommnissen nicht schwieg. Außerdem verweigerte sie ihm die Bestätigungder Entlassung auf dem Unterstützungsbogen und die Auszahlung seiner gesetzlichen Ansprüche. Bevor es jedoch zur Verhandlung kam, glich sich die DAG mit ihrem entlassenen Angestellten aus. Der Fall wurde damit der Oeffent- lichkeit entzogen. Durch einen Zeitungsartikel in der„Deutschen Vollswacht", dem Organ der deutschsozialen Partei, erfährt man nun, wie es damals zu diesem Ausgleich kam/ In dieser Zeitung schildert jetzt der ehemalige Betriebsausschußobmann der DAG, Max Pokorny, daß ihm die Auszahlung seiner Ansprüche gegen die Verpflichtung, zuge- sichert wurde, über all- die Dinge, di« sich- innerhalb der DAG ereigneten, zu schweigen. Eine völkische gewerkschaftliche Stelle hatte die Garan- tte übernommen, daß die DAG dem Pokorny auch tatsächlich den vereinbarten Betrag von 6000 KL ausbezahlt. Pokorny spricht in diesem Artikel scharf von der„I r r e f ü h r u n g d e r völkischen Arbeiterschaft", von„unverantwortlicher, maßloser Hintergehung", von„verwerflichem Spiel hinter den Kulissen", besonders bemerkenswert aber sind seine Feststellungen über d«n SdP-Arbeitervertreter RudolfKasper. Zunächst ließ dieser ein rekommandiertes Schreiben Pokornys an ihn einfach unbeantwortet. Als über Wunsch Pokornys Kasper mit ihm dann doch eine Aussprache vereinbarte, stellt« sich Kasper zur Aussprache einfach nicht ein, ohne sein Fernbleiben mitzuteilen, zu erklären oder zu entschuldigen. Und nunmehr veröffentlicht Pokorny ein neuerliches Schreiben an Kasper, das hier auszugsweise zitiert sei: „Me böswilligen Lügen, Verleumdungen usw. habe ich über mich ergehen lassen und habe mit der notwendigen Ruhe dem intriganten Spiel der gegen mich gerichteten Kräfte gelassen zuge- Die SdP hat also wirllich gewaltig drücken müssen, um im Jahre 1936 etwas zu retten, was seit 1932 bestand und noch für 1937 Arbeit gab! Soviel bleibt von dem ganzen Bericht übrig, der als wichtiges Propagandamaterial' für die Gemeindewahlen bezeichnet wird. Der Rest ist ausgefüllt mit langatmigen Darstellungen der Interventionen, welche die Henlein-Landesvertreter unternommen haben— auch da werden sie mit ihren Ansprüchen auf Ausschließlichkeit Schiffbruch leiden— und mit der Aufzählung aller Straßen, die im letzten Jahr in die Landesstraßenaktion ausgenommen wurden und in deutschen Bezirken liegen und schließlich mit der Aufforderung an die Bezirksfunktionäre der SdP, die Bezirkshauptleute(!) von der erfolgreichen Tätigkeit der SdP-Landesfraktion in Kenntnis zu setzen! Wahrhaftig ein Bericht, welcher der SdP würdig ist! sehen.... Du weißt, lieber Kasper, daß ich mich noch niemals zu den Kriechern, Speichelleckern, und UeberzeugungSlosen sowie Konjunkturrittern, die jede polittsch« Bewegung oder Gewerkschaftsbewegung in so reichlichem Matze naturnotwendig erzeugt, gesellte; für mich war die Mitarbeit in der Bewegung stets eine Sache des Einsatzes, Opfers und der Zähigkeit. Herz, Hirn und eine fest zugenähte Tasche, saubere Hände, ein reines Gewissen und ein festes Rückgrat, sowie Kompro- mißlosigkeit waren meine unentbehrlichen Requisiten während meiner Tättgkeit in der vslttschen Gewerkschaftsbewegung. Daß diese meine Eigenschaften mir nun genau so wie im Jahre 1933/34 auch jetzt wiederum eine mehrmonatige Arbeitslosigkeit einbrachten, ist für den Aufbau und die Entwicklung der völlischen Gewerkschaftsbewegung kennzeichnend. Ueber meinen Kampf, den ich für Reinheit und Sauberkeit und gegen Grundlosigkeit sowohl als BA-Mann, als auch nach meiner Entlassung führte, bist Du ja eingehend unterrichtet. Tiefste Enttäusch u n g und Erbitterung mutz jeden aufrechten Mitkämpfer der völkischen Bewegung erfassen, wenn er über all die Dinge, die ich üben Josef Bude zur Last legte, die Wahrheit erfährt._ Lieber• Kasper 1'• Soll die DAG daS werden, was sie zu fest, vorgibt, dann heißt es eben den eifern« Besen in die Hand zu nehmen. Ich appellier« daher nochmals an Dich, meine Angelegenheit einer gründlichen Revision zu unterziehen, um mir, falls man mich zu einem offenen Kampfe zwingt, Vorwürfe von irgendeiner Seite zu ersparen, ich hätte die Absicht, zu nörgeln oder gar zu zerstören. Ich glaube, wenn man neun Monate ausharrt und die Zähne zusammenbeiht und seine Ueberzeugung in einer völkischen Kampfgemeinschaft-mit Arbeitslosigkeit bezahlen mutz, dah man dann das Recht in Anspruch nehmen kann, endgültig dem Recht und der Wahrheit die Wege zu ebnen. Ich erwart« daher Deine Mitteilung, ob eine Aussprache in den nächsten Tagen möglich wäre. Allerdings habe ich mir schon zweimal von Dir eine diesbezügliche Abfuhr gehoft.,.." Dieser Brief ist nun auch.schon wiedex mehr als ein halbes Jahr alt. Wird Herr Kasper endlich die Sprache finden? Doch-ob so oder so— reizende Verhältnisse in dieser DAG, geradezu sinnbildlich für die„Volksgemeinschaft", die sie meinen! SdP-Leute als Eisenbahn-Attentäter... Die Staatspolizei inKaplitz verhaftete, laut„Prager Mittag", in Deutsch-Beneschau den Beamten Karl Weilgut, den führenden SdP« Funktionär, da er verschiedener Zugsan- schlüge auf die Strecke Böhmisch-Budweis— Oberhaid verdächtigt wird. Der Funktionär Quäs wurde überführt, daß er einen Bürger dazu verleitete, Steine auf die Strecke zu legen. Hoffnungsvolle SdP-Jüngllnge Am 28. Oktober wurde die am Hause des tschechischen Konsumvereins„BudouLnost" in Saaz ausgehängte Staatsflagge von zwei unbekannten jungen Männern herabgerissen. Die städtische Sicherheitswache machte sich sogleich an die Verfolgung der Uebeltäter und konnte sie eine halbe Stunde später auch bereits verhaften, Es sind dies der am 15. Mai 1911 in Saaz geborene und auch dorthin zuständige Karl E n der! und der am 14. Oktober 1911 geborene und nach Rojan zuständige Johann Lang, beide Handelsange- stellte in Saaz. Sie wurden verhaftet und dem Bezirksgerichte eingeliefert. Bei' ihrer Einvernahme stellte sich heraus, daß auch sie es waren, die bei der Wenzelsstatue einig« Meter Geländer umgeworfen hatten. Diese hoffnungsvollen Jungen sind Mitglieder der SdP und des Deutschen Turnvereines. Ein neuer Brunnen in Troppau In Troppau wurde dieser Tage der neue Rochowanski-Brunnen enthüllt, geschaffen zu Ehren Dr- Emil Rochowanskls, der sich als Bürgermeister der Stadt vor dem Kriege große Verdienste erworben hatte,— Das schöne Denkmal ist ein Werk der schlesischen Bildhauerin Grete Melzer. Wie es in der Dentschen Arbeitergewerkschaft zugeht Was Herr Pokorny erzählt und wie Herr Kasper sich benimmt Seite 4 Samstag, 30. Oktober 1937 Nr. 255 Mussolini beschimpft die Weltmächte und fordert Kolonien für Hitler „Gewisse Elemente** B.-Krumau. Bei der Henleinpartei in B.« Krumau geht es derzeit recht lebhaft zu. Der rebellierende„Aufbruch"-Kreis macht den Linientreuen recht viel zu schaffen und es kann daher nicht wundernehmen, wenn der Kreisleiter und Abgeordnete Jobst seine Sorgen hat. In jeder Monatsversammlung und in den diversen Sitzungen stoßen die Gegensätze aufeinander, kurzum, der Kampf in der„Volksgemeinschaft" nimmt kein Ende. Tvß dieser Kampf trotz des Geredes des Führers Henlein nicht besonders„rstterlich" geführt wird, zeigen einige Auslassungen im„Heimatruf". Ueber eine Bezirksratstagung in B.- Krumau ist darin folgender vielsagender Bericht enthalten:„Kreisleiter Jobst sprach über die kommende Arbeit. In seiner Rede kam er auch auf»das zersetzende Treiben gewisser Elemente" zu sprechen, wobei er betonte,»dieser hemmungslosen Sorte von Menschen die ganz« Verachtung zu zeigen, denn diese verantwortungslosen Querulanten verdienen dies." Daß die ehemals Besten von der„Volksgemeinschaft" nun auf einmal von ihrem Kreisleiter nicht gerade liebevoll zu„gewissen Elementen", zu einer„Sorte von Menschen" und zu„Querulanten" gestempelt werden, läßt überaus tief blicken und spricht sehr dafür, daß der Riß innerhalb der'„Volksgemeinschaft" eben schon recht tief geht. Schwere Bluttat In Asch Am Abend des Staatsfeiertages kam es in Asch zu einer schweren Bluttat. Das Ehepaar I a n d a saß mit dem Angestellten des städtischen Wasserwerkes, Eichhorn» in einem(Safi. Als Frau Landa und Eichhorn sich entfernten, ging ihnen Janda nach. Er hörte Hilferufe der Frau und fand sie, noch in Begleitung Eichhorns, am Halse aus Stichwunden blutend vor. Während sie— nachdem Eichhorn sie noch im Stiegenhause des Cafb gewürgt hatte— in das Krankenhaus gebracht wurde, verschwand Eichhorn. Man fand ihn in der Wohnung JandaS, deren Fenster er zertrümmert hatte, auf einem Diwan liegend vor. Mit einem Küchenmesser hatte er sich die Kehle verletzt, die Pulsadern durchschnitten und sich Stiche in die Brust beigebracht. Sein Zustand ist bedenklich. Das Motiv der Bluttat soll Eifersucht sein. Eichhorn hatte angeblich seit einiger Zeit ein Verhältnis mit Frau Janda. Eichhorn war seinerzeit ein führendes und sehr bekanntes Mitglied der Nationalsozialistischen Partei in Asch. Sterilisierung mit Todesfolge Aus Neukirchen in Bayern wird uns berichtet: Eine hiesige Wirtswchter wurde sterilisiert und ist kurz darauf an den Folgen gestorben. Ein Bruder der so Gemordeten äußerte sich über diese Barbarei entsprechend und wurde deshalb von de-r SA verhaftet. Er wird wahrscheinlich sein« in der Erregung getane Aeußerung noch schwer büßen müssen. SdPler, welche Zeugen dieser Verhaftung waren, sagten:„Nur noch einmal wollen wir die Gaue der Tschechoslowakischen Republik erreichen. Ueber dieGrenze gehen wir nicht mehr." Ole Prager Deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche; Sonntag, 81. Oktober, 14.20 bis 14.80: Frauen als Kulturträger(Hilde Maria Kraus). — 14.30. bis 14.85(StraSnice);„Für Volk und Frieden." Montag, 1. November, 14.20 bis 14.80: Tage des Gedenkens(Dr. I. W. Brügel). Mittwoch, 8. November, 18.40 bis 18.45: ArteitSmarkt.— 18.20 bis 18.40: Weltgeschichte nm Spanien(Dr. Emil Franzel).— 18.40 bis 18.50: Soziale Informationen. Freitag, 5. November, 18.85 bis 18.45: Aktuelle zehn Minuten. Sonntag, 7. November, 14.20 bis 14.80: Vortrag der Abgeordneten Franz K r e j k i, 14.80 bis 14.35:„Für Volk und Frieden". Neuer Leiter de8 Bezirks-Arbeitsamtes Karlsbad. Der Bezirksausschuß in Karlsbad bestellte zum Nachfolger des in den Ruhestand tretenden Beamten deS Arbeitsamtes den bisherigen Beamten der Reichenberger Arbeitsvermittlungsstelle Siegftied Bauhof. Deutsche Tuierkulofenfürsorge-SchulungStagnng. Die Deutsche Tuberkulosenfürsorge-Landesstelle Böhmen veranstaltet am 27. und 28. November 1037 einen Lehrgang für freiwillige und berufliche Mitarbeiter der Gesundheitsfürsorge im allgemeinen und der Tuberkulosenfürsorge im besonderen. Es werden folgende Fragen behandelt: Rechtsgrundlagen urü> Rechtsmittel der Gesundheitsfürsorge, LeistungSver- pflichmng der KrankenverficherungSanstalten und Sozialversicherungsanstalten, Organisation und Aufgabenkreis der Fürsorgeanstalten. Die Teilnahme an dem Lehrgang ist kostenlos. Der Lehrgang findet in Prag statt, beginnt am SamStag, den 27. November, um S Uhr abend» und endet am Sonntag, den 28. November 1087, um 2 Uhr nachmittag». GEDENKET bei allen Anlassen der Arbeiterfürsorge! Rom. 28. Oktober.(Stefan!.) Italien gedachte Donnerstag in festlicher Weis« des 15. Jahrestages de- Marsches anf Rom. In der Hauptstadt Rom strömte die Bevölkerung von den frühen Morgenstunden in großen Massen auf daS Forum Mussolini, um die Rede anzuhören, die der Ministerpräsident, an die hunderttaufend faschistischen Führer aus allen Gegenden Italiens hielt. An der Feier nahmen auch Reichsminister Heß und die anderen Mitglieder der RSDAP- Delegation teil, die bei der Ankunft im olympischen Stadion, auf dem die Manifestation veranstaltet wurde» mit der deutschen Nationalhymne und von allen Versammelten mit Jubel begrüßt wurden. Anwesend waren auch die verletzten spanischen Offiziere der Franko-Armee, die zur Zeit alS Güste in Rom weilen. DaS Forum Mussolini war mit 15.000 Flaggen und Fahnen geschmückt. Um 11.39 Uhr erschien Mussolini in Begleitung deS Generalsekretärs der Partei Staraeeim Stadion. In seiner Kundgebung gedachte Minister- präsident Mussolini einleitend des Beginne- 8 der faschistischen Revolution, die darin gipfelt, daß das Kaisertum in Rom wieder hergestellt wurde. Da- faschistische Regime identifiziert sich immer mehr mit dem erneuerten und starken italienischen Volk, mit dem sich in einen Wasfenkampf einzulassen für jeden äußerst gefährlich wäre. Hierauf erwähnte der Dure die deutsche Delegation und führte ihre emzelnen Mitglieder namentlich an. Es sind dies durchwegs ehemalige Frontkämpfer» die im Weltkrieg und in der Revolution verwundet oder zu Krüppeln wurden. Ihre Anwesenheit bei unseren Feiern nach den unvergeßlichen Tagen in München und Berlin bedeutet, daß sich neben der politischen Achse eine immer engere Solidarität zwischen den Regimen und eine immer tiefere Freundschaft zwischen den Völkern entwickelt. I» welchem Zeichen, fragte dann Mussolini, wollen wir da- 16. Jahr der faschistischen Aera beginnen? Dieses Zeichen ist in den einfachem Wort enthalten— Frieden. Dieses Wort habe» die blökenden Schafe der sogenannten großen reaktionären London.(Eigenbericht.) Im Nichtinter- venfionS-Unterausschuß ist di« Situation durch das Auftrrten Ribbentrops und die Erklärungen Majskis Freitag aufs neue kompliziert worden. Der Sowjetbotschafter Majsfi erklärte, daß die Sowjetregierung weder den brittschen Plan vom 14. Juli noch die französischen Vorschläge vom 16. Oktober ohne weiteres annehme» könne. Die Regierung der Sowjetunion sei jedoch bereit, sämtliche Beschlüsse zu unterstützen, die als wesentlicher Beitrag zu einer aufrichtigen Durchführung der Nichtintervention angesehen werden könnten. Der deutsche Botschafter v. Ribbentrop erklärte, daß diu neue Formel, durch welche dir Sowjetregierung andeutet» daß sie bereit ist, über die Zuerkennung der Rechte kriegführender Staaten erst nach der Abberufung der Mehrheit der Freiwilligen zu verhandeln, für Deutschland eine direkte Ablehnung dieses Punktes des bri- tischen Planes bedeute. Er erklärte aber weiter auch, die Anerkennung der Rechte kriegführender Mächte und dir Wiederherstellung der Kontrolle seien wesentliche Bedingungen und Voraussetzung für die Abberufung der Freiwillige». Demokraten gebraucht und mißbraucht. Wenn aber dieses Wort aus unserem Munde kommt» aus dem Munde von Leuten, die gekämpft haben und zum Kampfe bereit sind, dann entspricht dieses Wort seiner liefen und bekannten menschlichen Bedeutung. Damit aber der Friede dauernd und fruchtbar sei, ist eS notwendig» daß der Bolschewismus auS Europa hinausgefegt werde. ES ist notwendig, daß gewisse lächerlicheund a b s u r d r A r t i k r l der FriedenSverträge revidiert werden. ES ist notwendig, daß«in so großes Volk wie daS deutsche neuerlich seine« Platz einnehme, der ihm gebührt und den eSan der afrikanischen Sonne inne hatte. Und Südtirol? London,(Eigenbericht.) Die englische Presse kommenfiert die Rede Mussolinis im allgemeinen in ironischem Ton. Für Montag ist ein« konservative Jnterpellafion Edens im Unterhaus angekündigt. Der Interpellant SancyS will den Außenminister fragen, ob etwas darüber bekannt sei, welchen Teil seiner aftikanischen Besitzungen Italien an Deutschland abtreten wolle. Ferner wird er anfragen, tme Italiens Kritik an den Friedensverträgen sich zu der Tafiache verhält, daß Italien in diesem Friedensverträgen deutschsprachige Gebiete wie Südtirol zugesprochen erhalten hat. Der Pariser„Populaire" führt auS: Wir gestehen«in, daß wir uns für eine Rückgabe der afrikanischen Kolonien an das Dritte Reich bereiüvillig einsetzen würden, wenn einige Tausend Quadratfilometer aftikanischen Bodens aus Deufickland eine pazifistische Nation zu machen vermöchten. Wir sind jedoch überzeugt, daß di« deutschen Kolonialforderungen im Gegenteil bloß eine neu« Etappe in dem deutschen Kampfe nach territarialen Gewinnen darstellen. Mussolini, welcher auch im Namen Hitlers sprach, hat in seiner Rede Europa in Form„friedlicher Be- i dingungen" ein Ultimatum gestellt. Da Ribbentrop ausdrücklich Einsfimmig- keit der Beschlüsse forderte, Majski aber dabei blieb, daß Rußland die Komödie der scheinbaren Nichteinmischung nicht mitmache, ist ein« Schwierigkeit entstanden, die eine Einigung als sehr unwahrscheinlich erscheinen läßt. Uebrigens verlautet in London, daß man im Kreml ernstlich an eine Aenderung der Außenpolitik denke. Man wünscht sich von Europa zurückzuziehen und auf russische, daS heißt vor allem afiattsche Angelegenheiten zu beschränken. Litwinow kämpft angeblich gegen dies« Tendenzen an. Unruhen In Oran Oran. Eingeborene, welche sich gestern vormittags in Udschda zusammenrotteten, wurden von der Polizei aufgefordert, auSeinanderzugeheu. Die Eingeborenen kamen jedoch dieser Aufforderung nicht nach und bewarfen di« Beamten mit Steinen, worauf di« Polizei einen Angriff gegen die Volksmenge unternahm. Man schätzt, daß dreißig Personen hiebei verwundet wurden. Unter den Verletzten befindet sich auch ein Polizeibeamter. Lille gefährdet die Volksfront Lille.(Eig. Ser.) Frankreich ist Freitag, knapp an einer Krise der BolkSftont, ja selbst der Regierung vorbeigekommen, an der der rechte Flügel der Radikalsozialisten, welcher die Regie deS Liller Kongresses in der Hand hat, schuldtragend gewesen wäre. Nach einem Expoft des Fi« nanziministers wurde den-Delegierten eine Resolution zur Wirtschafts- und Finanzlage vorge- lcgt, derzufolge die ökonomischen Ttrukturrefor- men auf unbestimmte Zeit zu vertage« seien. Dieser PassuS stieß jedoch auf großen Widerspruch und entspannen sich Lärmszenen. Di« Volksfront, freundlichen Delegierten betonten, daß die Annahme derarfiger Resolutionen dm unweigerlichen Bruch mit den Sozialisten zur Folge hät- tm. Bor dem Widerstand der Mehrheit der De- legiertm streckte die Rechtsftaktion schließlich die Waffm und die beanstandeten Stellen erfuhrm eine Amderung. Bon zuständiger sozialistischer Seite wird offen erklärt, daß di« Aeßermig einer grundsätzlichen Abneigung gegen die strukturelle Wirffchastsreform die Koalition der hei- dm Parteien zwangsläufig gesprmgt hätte. Neuer Mann für Palästina London. Kolonialminister OrmSbY Gore teilte im Unterhanse mit, daß Sft Wau- chope zu Beginn deS Jahres 1938 auS Gesundheitsrücksichten von seinem Amte alS hoher Kom- miffär für Palästina scheiden wird. AlS Nachfolger Sir Arthur WlanchopeS werden in erster Linie zwei Persönlichkeitm genannt: Feldmarschall Sir Philipp Chetwode, der in dm Jahren 1930—1935 hoher Kommissär in Jndim war, und John Anderson, der gegmwärtige Gouvemmer von Bengalen. Flottenkonzentration bei Mallorca Palma.(Mallorca.)(Havas.) Palma auf Mallorca wird nunmehr die einzige Flottenbasis der Aufständischen. Die Franco-Flotte führt unter dem Kommando deS Vizeadmirals Francesco Mo- rena Fernandez die Blockade der spanischen republikanischen Küste von der französischen Grenze bis Almeria durch. Der Admiral verließ Donnerstag nachmittags den Kreuzer„TanariaS" in Pollenza, im nördlichen Teile von Mallorca, und begab sich sofort nach Palmade, wo er daS Kommando der Land«, See- und Luftftreitftäfte übernahm. Die Kriegsschiffe der Aufständischen, die sich bisher im AÜantischen Ozean aufhielten, sind nach dem Verschwinden der Nordfront frei geworden und befinden sich auf dem Wege nach der neuen Basis. Admiral Fernandez wird 35 Flotteneinheiten zur Verfügung haben, zu welchen die vier Kreuzer„Canarias",„Almirante Cer« Vera",„BaleareS" und„Mendez Nunez" und die zwei Kanonenboote„Dato" und„Canale- jaS" gehören. Die Franco-Flotte versucht, die Versorgung der republikanischen Truppen mit Lebensmitteln und Kriegsmaterial unmöglich zu machen. De' Ldmiräl stehen auch zahlreiche Jagd«, Bomben- und Wasserflugzeuge» sowie starke Truppenabteilungen zur Verfügung. DaS Militär soll gut ausgerüstet und gggenüber einen«ven« tuellen neuen, aber unwahrscheinlichen Versuch der Republikaner zur Landung von Truppen schlagbereit sein. In den Kreisen der Franco- Armee wird behauptet, daß, wenn sich der Generalissimus zu einer heftigen Offensive auf der Pyrenäen-Halbinsel enfichließe, die ftiegerischen Aktionen der auf der Insel Mallorca zusammengezogenen Einheiten von enficheidender Bedeutung sein könnten. Widerstand am Sutscheu-Fluß Schanghai. An der Schanghai-Front befestigen die Japaner ihre Positionen längs M Flusses Sutscheu. Zweimal unternahmen die Japaner den Versuch, den Fluß zu übersetzenwurden jedoch jedesmal durch Maschinengewehr- ftuer zurückgeworfen. Die Maschinengewehrnester befanden sich in den Gebäuden längs des Süd- uferS deS Flusses Sutscheu. So sind insbesondere di« Gebäude der Spinnereien in Tojoda wirkliche Festungen, die sehr schwer einzunehmen find. Neue japanische Streitkräfte wurden auf der Insel Lhiu ausgeschifft. Dadurch ist Amoh ernstlich bedroht und die chinesischen Behörden organisieren fieberhaft einen kräftigen Widerstand. Ttentsin.(Havas.) Während die japanische" Truppen gegen Ost-Schansi über den eroberte" Niancekuan-Paß vorrücken, leisten die Chinese" im Gebirge, wo die japanischen Operationen sehk schwierig sind, zähen Widerstand. DaS Ziel des japanischen Angriffes sind die westlich vo«" Hsingmenk-Paß liegenden Berge, wo chinesische Truppen die Straße nach Finttn verteidigen. Schanghai.(HavaS.) Rach einer Meldung der chinesischen Presseagentur Central News warfen japanische Flugzeuge 48 Bmwben auf die zwischen Nanking und Schanghai liegende Stad« Ust ab. Die Bomben vernichteten zirka 100 Häuser, wobei rund 40 Zivilpersonen ums Lebe" kamen. Ferner vernichteten die japanischen Flugzeuge gegen 70 Häuser in der Stadt TschentscheS Ole Schiff« der lohten Entscheidung Amerikanische Zerstörer auf dem Pazifik Lage Im Spanien-Ausschuß wieder verfahren Vor einem Kurswechsel Rußlands! Nr. 255 SamStag, 30. Oktober 1937 Seite 5 Albert Matterstock und Gusti Huber in den Hauptrollen des Reinhold Schünzel-FilmS „Das Land der Liebe" Walter Kolarz: Q as Regime vlllM Organisationen erhalten Rabatt. Zu beziehen durch die Zentralstelle für da» BildungSwesen, Prag XII., Tlrzstä 13 oder durch die Kolporteure- denn du zeitraubende, mühselige Vor* waschen ist überflüssig. Radlon löst den Schmutz restlos und ich kenne weder Rumpel noch Bürste mehr. Meine Familie merkt kaum etwas vom Waschtag — so wenig stört er den Haushalt. Radlon w&sdit eben allein. In kaum mehr als 15 Minuten wird die Wüsche blendend weife und bleibt dabei geschont. aufcu.stefasc 24.678, 84.747, 49.323, 63.328, 81.689, 27.007, 40.625, 50.062, 65.982, 86.296, 27.340, 41.640, 52.085, 68.389, 89,399, Betracht kommen vorläufig 13 allgemeine öffentliche Krankenhäuser in Böhmen, 14 allgemeine öffentliche Krankenhäuser in Mähren-Schlesien und vier allgemeine öffentliche Krankenhäuser in der Slowakei.. Der anwesende Vertreter des Landesaus- schuffes in Prag Herr Franz Smejkal und der Vertreter des Landesausschuffes in Preßburz Herr Gejza Medricky versprachen der Aktion ihre volle Unterstützung. Minister Dr. Cz« ch wies in seinem Schlußworte auf die Bereitwilligkeit und das ungewöhnliche Verständnis hin, welches die Anregung des Gesundheitsministeriums bei allen Beratungsteilnehmern fand, dankte insbesondere den Mitgliedern der Landesausschüffe, den Landes-SanitätS« referenten und den Direktoren der Staatlichen und Landeskrankenhäuser und umriß in Kürze das weitere Programm des Gesundheitsministeriums, welches in den allernächsten Tagen an die Organisierung eines Netzes von selbständigen Beratungsstellen für Herzkranke und Rheumatiker in den bedeutendsten Industriezentren unseres Staates schreiten wird. vis Aktion des Gesundheitsministeriums zur Bekämpfung der Herzkrankheiten Abteilungen und Beratungsstellen für Herzkranke bei den Staatlichen und Landeskrankenhüusern KC die Lose Nr. 14.207, 36.622, 39.471, 61.240, 64.717, 64.849, 65.961, 66.995, 78.710, 81.113, 91.105, 102.247, 113.324. K« die Lose Nr. 382, 5835, 6544, 22.756, 23.938, 32.014, 48.337, 63.267, 75.145, In Fortsetzung der Aktion gegen das beträchtliche Umsichgreifen der Herzkrankheiten und des Rheumatismus hat das Ministerium für öffentliches Gesundheitswesen und körperliche Erziehung für den 25, Oktober d. I. eine Beratung der Direktoren sämtlicher Staatlichen Krankenhäuser und ferner eine Beratung der Referenten der Landesausschüsse, der Vorstände der Sanitätsabteilungen der Landesbehörden und der Direktoren der großen Landeskrankenhäuser einberufen, um mit ihnen über die Frage der Errichtung von speziellen Abteilungen für Herzkranke in allen Staatlichen- und Landeskrankenhäusern zu verhandeln. Diesen Abteilungen sollen gleichzeitig auch moderne sozial-gesundheitliche Einrichtungen und Beratungsstellen für Herzkranke und Rheumatiker angegliedert werden. In seiner Einleitungsansprache skizzierte Minister für Gesundheitswesen Dr. L. Czech das gesamte Programm für die Bekämpfung der Herzkrankheiten und den Rheumatismus und betonte die Notwendigkeit einer systematischen Fürsorge für Behandlung und Beratung der von diesen Leiden betroffenen Kranken. Die Ausführungen des Ministers Dr. C z e ch fanden volle Zustimmung und verständnisvolle Aufnahme bei allen Anwesenden; das Ergebnis beider Beratungen läßt sich wie folgt zusammenfafsen: 1. In den Staatlichen Krankenhäusern in Prag XII., Mähr.-Ostrau» Preßburg, Kaschau und Mukaievo werden an den zuständigen internen Abteilungen ab 1. November d. I. spezielle von den internen Primärärzten unter Miüvir« kung von für diesen Zweck besonders ausgebildeten Hilfsärzten geleitete Abteilungen für Herzkranke errichtet. Zur Ausbildung dieser Aerzte wird das Ministerium für öffentliches Gesundheitswesen einen besonderen Kurs im Staatlichen Krankenhaus inPrag XII., ferner in B r ü n n bei der Klinik des Prof. Banhsek und in Preßburg bei der propheudischen Klinik des Prof. Sumbala, veranstalten. 2. Allen diesen Abteilungen in den Staatlichen Krankenhäusern werden Beratungsstellen für Herzkranke und Rheumatiker angegliedert werden, in denen den mittellosen Bevölkerungsschichten und den Arbeitslosen fachliche Untersuchung und Ratschläge erteilt werden, 3. Aehnliche Abteilungen und Beratungsstellen werden sobald als möglich auch in den Landeskrankenhäusern in Brünn, Olmütz, Trop- Pau, Uherske Hradistt, Trnava, Niira, Levicc, Trenöin, Turc. Sv. Martin, Lipt. Sv. Mikuläs, LevoLa, Michalovce, Rim. Sobota und Rujom- berok errichtet werden. 4. Die Landesbehörden in Prag, Brünn und Preßburg haben dafür Sorge zu tragen, daß auch in den Bezirks, und Städtischen Krankenhäusern, in denen interne Pri- mariate errichtet sind, auch sobald als möglich kardiologische Abteilungen errichtet werden. In Ziehung der Klassenlotterie (Ohne Gewähr.) Prag. Bei der Freitag- Ziehung der V. Klasse der 87. tschechoslowakischen Klaffenlotterie wurden nachstehende Gewinste gezogen: 20.000 Kö die Lose Nr. 28.987, 117.158. 5000 55.916, 72.083, 2000 22.977, 31.427, 43.746, 61.283, 70.284, Ostrau 472 und in Böhm.-Leipa 360. Dies zeigt deutlich, wo es Lndustriefriedhöfe der Metall- industrie gibt. Sie verdienen die größt« Beachtung, wenn der Arbeitslosigkeit wirklich gesteuert werden soll. Auf keinen Fall darf man untätig zusehen, wie eine neue Welle von Not die Metallarbeiter bedroht. Ebenso hat sich die Beschäftigung in der Textilindustrie verschlechtert. Im heurigen Frühjahr war die Beschäftigung in nahezu allen Zweigen der Textilindustrie sehr gut, nicht nur die Kurzarbeit wurde aufgelaffen, sondern auch beträchtliche Neueinstellungen wurden vorgenommen, in manchen Betrieben wurde dreischichtig gearbeitet. Es war ein Geschäftsgang, wie er seit 1929 nicht zu verzeichnen war. In den letzten Wochen ist jedoch in fast allen Branchen der Textilindustrie ein Rückschlag eingetreten. Es werden Arbeiter entlassen und es wird Kurzarbeit eingeführt. Von Insgesamt 22.000 in der Texsilindustrie der Bezirke Reichenberg, Gablonz und Friedland beschäftigten Arbeitern stehen etwa 5 bis 15 Prozent infolge Entlassungen oder des Aussetzens außerhalb der Betriebe. Von der Reduktion der Arbeitszeit sind etwa 30 Prozent der Arbeiter betroffen. Nicht anders ist es in der Textilindustrie im Trautenau-Braunauer Gebiet, wo die sehr gute Beschäftigung, die fast ein Lahr anhielt, in jüngster Zeit bedeutend nachgelassen hat. Die Flachsindustrie, die viele Monate hindurch ausgezeichnet beschäftigt war und in vielen Betrieben sogar Doppelschichten einführen mußte, weil sie bei einschichtiger Arbeit nicht einmal imstande war langfristige Aufträge zu übernehmen, geht jetzt zu bedeutenden Einschränkungen der Erzeugung über. Die Ursache dieses Rückschlages scheint im Sinken der Baümwollpreise zu liegen, welche di: Käufer zur Zurückhaltung veranlassen. Notwendig wäre die Frage der Exporthilfe für die Textilindustrie endgültig zu lösen und mißerdem den Betrieben die notwendigen Kredite bereitzustellen. 30.741, 42.296. 57.505, 69.990, Seit kurzer Zeit haben sich die Arbeitsver- hältniffe im sudetendeutschen Gebiete wieder verschlechtert. Unsere Gewerkschastspreffe macht darauf aufmerksam und führt überzeugende Angaben an. So entnehmen wir dem„Internationalen Metallarbeiter", daß die Metallindustrie von einer neuen Welle der Arbeitslosigkeit betroffen wurde. Bis zum heurigen Sommer war die Arbeitslosigkeit ständig zurückgegangen. 2m Jahre 1935 waren von den Mitgliedern des Internationalen Metallarbeiterverbandes jKomo- tau) ständig 8000 bis 12.000 Mitglieder arbeitslos, die größte Arbeitslosigkeit war im Feber 1935 mit 12.986 Arbeitslosen. 2m Lahre 1936 war die größte Arbeitslosigkeit im April mit 9427 Arbeitslosen und im Jahre 1937 im Feber mft 5292 Arbeitslosen. Die geringste Arbeitslosigkeit gab es im Monat Juni mit 3021 arbeitslosen Berbandsmitgliedern. Seither steigt die Arbeitslosigkeit. Sie betrug im Juli 3221, im August 3559 und im September 3642. Im dritten Vierteljahr beträgt also die Steigerung immerhin mehr als 20 Prozent, was nicht auf irgendwelche Saisoneinflüffe zurückgeführt werden kann. Mit Recht sagt der„Metallarbeiter" daß dies ein Alarmzeichen ist und daß die neue Welle der Arbeitslosigkeit durch entsprechende Maßnahmen eingedämmt werden muh. Es muß vor allem dafür gesorgt werden, daß die Kleinbetriebe im Grenzbetrieb in die Arbeitsbeschaffungspläne einbezogen werden, da sie keinerlei Vorteile aus der Rüstungskonjunktur zogen. Auch die gewerkschaftlichen Forderungen nach Verkürzung der Arbeitszeit und sozialpoli- tische Hilfsmaßnahmen für die Beschäftigungslosen der Krisennester dürfen nicht unbeachtet bleiben. Besondere Aufmerksamkeit verdient die wiederholt geforderte Wiederbelebungsaktion st tilg«legt er Betriebe, weil in manchen Gebieten nur dadurch wieder wirt- llchaftliches Leben erweckt werden kann. So gibt es 90.762! im Gebiete von Graslitz 813 arbeitslose Mitglie- 104.160, 106.847, 107.811, 109.104, 12.699 usw.'der des IMV, in Karlsbad-Neudek 789, in M.- de Man verhandelt Brüssel.(Havas.) Der stellvertretende Vorsitzende der sozialistischen Partei de Man, den der König mit der Bildung der neuen Regierung betraut hat, empfing Freitag vormittags den Vorsitzenden der sozialistischen Partei Bänder- Velde, ferner die Vorsitzenden der beiden Kammern der Nationalversammlung sowie führende Mitglieder des katholischen Blocks in Belgien. Außerdem bot er auch dem ehemaligen Verkehrsminister und Liberalen I a s p a r die Mitarbeit an, der sie jedoch ablehnte. kÄinig Leopold III. hatte vorher üblicherweise dem Führer der sozialistischen, als der stärksten Partei, Bandervelde, die Mission der Kabinettsbildung angeboten. Bandervelde nahm diese Aufgabe nicht an. Nach dem verlassen des königlichen Palais erklärte er Journalisten gegenüber, daß er die ihm vom König angebotene Betrauung mit der Bildung der neuen Regierung nicht habe annehmen können, da feiner Ueberzeu« gung nach seine Person als Führer der sozialistischen Partei ftir die erfolgreiche Lösung der Krise ein Hindernis wäre. Was England sich bieten IMßt Schanghai.(Reuter.) Bei der neuentbrannten Schlacht am Westabschnitt der Schanghai- Front wurden in der internationalen Konzession drei brittsche Soldaten getötet und mehrere andere verwundet. Kuckgans der Konjunktur im deutschen Gebiet Verschlechterte Beschäftigung in der Metall- und Textilindustrie Welt gebracht! Freiburg i. B. steht heute, so liest mgn we- nigstens im„Alemannen", mit der Eröffnung der Musikschule für Jugend und Volk„im Brennpunkt des politischen und kulturellen Handelns", und man bekommt einen Begriff davon, was in diesem Volk mit der„einheft- lichen kulturpolüischen Ausrichtung", wie sie dieses Strammstehen so schön nennen, angerichtet worden ist, schon wenn man die atembeklemmende Ueberschrist liest:„Restloser Einsatz für die Ewigkeitswerte d e r M u s i k". Immer feste druff auf die Ewigkeitswerte,— das wäre ja gelacht, wenn die HI. nicht im Handumdrehen damit fertig würde, denn die Hitlerjugend ist auf dem Wege, der Musik neue Bahnen zu breche n".— Zu brechen!—„Aus der Liedkunst der Bewegung, die geworden ist im Kampf, und die nicht fortzudenken ist aus der national- sozialisttschen Bewegung, erwächst nun auch die neue Kunst der Musik. Die jungen opfer- und einsatzbereiten Menschen der Hitlerjugend wer- den die Aufgabe erfüllen".— Klar, denn wenn „der erste Künstler der Nation" pfeift, dann werden die neuen Beethovens und Bachs nur, so hervorspritzen und opfer- und einsatzbereit Ewigkeüswerte starten, daß es knallt! * Es geht doch nichts über militärische Erziehung für alle Lebenslagen. Wie sonst könnte die Versicherungsaktiengesellschaft„Ällianz und Stuttgarter Verein" ein Werbezirkular versenden, darin es heißt:„Stratege sein auch im pri- baten Lebenskampf! Allen Plänen und Tücken eines feindlichen Schicksals durch taktische Ge- genmaßnahmen begegnen. Austlärung— Bereitschaft— Ausbau von Widerstandslinien—■ aktive und passive Abwehr sind militärische Begriffe, die auch für unser Privatleben Gültig, keft besitzen. Es wird bald überhaupt keine anderen Begriffe geben, die für das Privatleben Gültigkeit besitzen, als militärische. „PariS-Syir" zeigt ein Bild mit der Unterschrift„Wenn ein Filmstar Angst hat, einem andern wehzutun. In einem Studio in Holly- wood, wo Carola Lombard mft Frederic March einen Film dreht, ist eine sehr amüsante Szene passiert, die leider nicht im Film zu sehen sein wird. March sollte seiner Partnerin einen heftigen Fußtritt in die—- Fortsetzung des Rückens geben, aber er fürchtete, allzu bru- tal zu sein. Worauf der Regisseur William W e l l m a n n auf den Plan trat, den March beisefte schob und d e r schönen Carola einen Tritt versetzte, der hin- reichend war. Die Szene wurde Photo- graphiert. Durch den Schock wurde Carola Lombard ohnmächtig. Man versteht das". Und diese niederträchtig rohe Szene ist im Bild festgehalten worden und wird nun der kei- neSwegs erstaunten Wett ohne wetteren Kom- mentar als Dokument für das auch im Abendland längst akzeptterte Niveau heuttger Fftm- kultur gezeigt. Man schickt unS ein Bild aus dem„Daily Mirror",— eines der üblichen Boxbilder mit der Unterschrift:„Als Tommy Farr den Watter Neusel in sieben Minuten 68 Sekunden geschlagen hatte, sprangen Frauen in wunderba- ren Toiletten auf, umschlangen den Boxer mit ihren Armen, küßten ihn und schrien ununter- brachen". Denn die Frauen flechten bekanntlich nach Schiller himmlische Rosen inS irdische Leben! Aus dem„Kulturspiegel" der „Nallonal- Zeitung"(Basel) Batermord. 2n Milikov geriet Donnerstag abends der 27jährige Häusler Jan Heczko mtt seinem 57jährigen Vater 2an Heczko in Streit. Im Verlaufe des Streites versetzte der Sohn seinem Vater mit einer Stange mehrere Schläge gegen den Kopf, die dessen Tod herbeiführten. Der Vatermörder wurde verhaftet und dem Bezirksgericht in Jablunkov eingeliefert. Zug fährt, in Arbeiter. Auf der Eisenbahnstrecke Berlin—Dessau fuhr heute früh auf dem Bahnhof Michendorf ein Personenzug in eine Arbeiterkolonne. Das Unglück, das auf den dichten Frühnebel zurückzuführen ist, forderte drei Todesopfer und zwei Verletzte. Grubenkatastrophe. Donnerstag abends ereignete sich in der Grube„Rsnard" in Denain unweit von Lille eine Explosion. Zur Zeit der Explosion arbeiteten etwa zehn Bergarbeiter untertags. Zwei von ihnen wurden getötet und fünf schwer verwundet. Man fürchtet, daß die verschütteten Bergleute nicht rechtzeitig geborgen- werden können. Seite« Samstag, 30. Oktober 1937 Nr. 25» England rüstet Tag und Nacht arbeiten die neun englischen Flugzeugwerke an der englischen Luftrüstung. Hier sieht man Arbeiter in der Rootes-Flugzeugfabrik in Coventry an ihren auf das modernste. . eingerichteten Arbeitsplätzen. Wetterkatastrophen Batavia. 40 Menschen fielen einem Unwetter zum Opfer, das zwischen den Orten Padang und Medan auf Sumatra wütete. Mehrere Eingeborenendörfer und eine Anzahl Brücken wurden durch Hochwasser vernichtet. * Damaskus. Das durch heftige Regenfälle hervorgerufene Hochwasser hat das Dorf Dmeir, nordöstlich von Damaskus, zerstört. Etwa 100 Personen werden vermißt. Bisher wurden aus den Trümmern der Häuser zwölf Leichen geborgen. Die Straße von Damaskus nach Bagdad ist beschädigt. * New Aork. Teile der Bundesstaaten Maryland, West-Virginien und Pennsylvanien wurden von großen Üeberschwemmungen heimgesucht. Zahlreiche Ortschaften sind von der Außenwelt abgeschnitten. Lastwagen abgestürzt. Bei Radzym unweit von Warschau stieß ein großer Kamion bei der Ueberquerung einer Brücke gegen das Geländer, durchbrach es und stürzte sieben Meter tief ab auf ein Geleise, wobei zwei Personen getötet und drei schwer verletzt wurden. Frau Tschangkaischek erlitt am Donnerstag bei einer Autofahrt von Nanking nach Schanghai einen Unfall. Ihr Wagen, in welchem sie mit, dem australischen Berater ihres Mannes, Donald, fuhr, stürzte um. Frau Tschangkaischek erlitt einen Bruch einer' Rippe, während'Donald' ohne Verletzungen davönkam. Das Glück des verurteilten Spiones. Im Gefängnis der jugoslawischen Stadt Mitro- v i c a büßt seit sechs Jahren der ungarische Oberleutnant Majtan die ihm wegen Spionage zudiktierte Strafe von acht Jahren ab. Wie alle Offiziere, die in einem fremden Lande spioniert haben und dabei erwischt werden, wurden ihm die Vorrechte der„custodia honesta" zugebilligt, d. h. die Gefangenen dürfen ihre eigenen Kleider tragen und genießen noch weitere Vorrechte. Mit Erlaubnis der Gefängnisdirektion kaufte er sich ein Los der jugoslawischen Klassenlotterie. Bei der vor kurzem stattgefundenen Schlußziehung fiel nun auf das von Majtan gespielte Los die Prämie von zwei Millionen Dinar. Da Majtan nur ein Viertellos spielte, entfällt auf ihn der ansehnliche Betrag von 500.000 Dinar. Als die Gefängnisdirektion Majtan von seinem Glück verständigte, blieb er zuerst stumm sitzen. Wieder auf seine Zelle gefiihrt, fing er bitter an zu weinen. Er will das Geld seiner Frau überweisen lasten, damit sie für die Familie ein kleines Häuschen und etwas Acker kaufe,(th) Pariser Ausstellung wird verlängert. Das Komitee der. iniernatwnalen Ausstellung beschloß mit 17 gegen zwei Stimmen(zwei Delegierte enthielten sich der Stimme), daß das Komitee keine Einwände dagegen erhebe, daß die französische Regierung dir Internationale Ausstellung im nächsten Jahre wieder öffne. Auf Grund dieses Beschlustes wird der französische Ministerrat eine grundsätzliche Entscheidung über die Verlängerung der Ausstellung treffen und die einzelnen Staaten, die an der heurigen Ausstellung beteiligt sind, auffordern, ihre Beteiligung auch für das nächste Jahr zuzusagen. Die Modalitäten der Wiederbeteiligung der fremden Staaten wurden bisher noch nicht festgesetzt. Nobelpreis für einen Ungarn. Dr. Szent- gyorgyi, Profeffor an der medizinischen Fakultät in Szeged, hat den Nobelpreis für Medizin erhalten. Albert Szentgyorgyi wurde 1893 in Budapest geboren; er ist derzeit Profestor der Universität in Szeged und seit 1930 Direktor des dortigen Institutes für medizinische Chetnie. Sein Studirngebiet bildet vor allem Untersuchungen über die Atmung des lebenden tierischen und pflanzlichen Gewebes und des Mechanismus der Oxydationen. Bei seinen Untersuchungen entdeckte er im Jahre 1928 das Vorhandensein des V i t a- m i n S C in per tierischen Nebenniere und in mehreren Pflanzenorganismen. Im Jahre 1932 gelang es ihm, das Vitamin C in größeren Mengen aus Paprika herzustellen. Entgleisung. Von einem Personenzug entgleisten Donnerstag nachmittags bei Nienhagen unweit Halberstadt zwei Lokomotiven, der Packwagen und ein Personenwagen. Der Packwagen und der Personenwagen stürzten um. Zwei Loko- motivbeamte wurden getötet, 21 Personen wurden verletzt. Numerierte Straßen. Im Rahmen der Maßnahmen zur Erleichterung des Verkehrs in Oesterreich wipd eine Numerierung des Verkehrs in Oesterreich straßen eingeführt werden. Die Straße Wien—Linz wird die Nummer 1, die Prager Straße die Nummer 2, die, Straße Wien—Brünn die Nummer 5, die Preßburger, Straße die Nummer 6 und die Triester Straße die Nummer 10 tragen. Mord am Pflegevater. Im fünften Wiener Gemeindebezirk erschoß der 24jährige Beamte Franz Gschwantner seinen'Pflegevater, den Pförtner des Wiener Rathauses Josef Gartner. Nach der Tat versuchte er Selbstmord zu verüben, brachte sich jedoch nur leichtere Verletzungen bei. Das Motiv der Tat ist'in finanziellen Familienstreitigkeiten zu suchen. • Die Konfessionslosigkeit unter der Lehrerschaft. An den tschechischen Schulen der Republik gab es im Jahr« 1922 insgesamt 54.7 Prozent katholische Lehrer, 1923 49.5 Prozent, 1924 47.3 Prozent, 1926 43.3 Prozent. In der gleichen Zeit stieg das Verhältnis der Konfessionslosigkeit unter der tschechischen Lehrerschaft von 30.2 auf 40.5 Prozent. Von der Lehrerschaft der deutschen Bürgerschulen waren dagegen im Jahre 1926 insgesamt 95.4 Prozent Katholiken, 0.4 Prozent konfessionslos, und an den Volksschulen 96.6 Prozent Katholiken und 0.7 Prozent konfessionslos.(DND) Der franzSstsche Landwirtschaftsminister Monnet wurde bei einem Automobilunfall in der Nähe von Laon leicht verletzt. Das Auto, in welchem der Mnister saß, stürzte um. Drei weitere Personen wurden gleichfalls verletzt. Der Minister konnte seine Reise fortsetzen. Ueberfall ans einen Bankdirektor. Auf den deutschen Geschäftsführer der Zentralsparkafse deutscher Kolonisten in Jerusalem ist in den Diensträumen ein Raubüberfall versucht worden. Ein junger Araber ließ sich Geld wechseln, kehrte mit der Ausrede, falsches Geld erhalten zu haben, wieder und stach den Geschäftsführer einen Dolch in den Hals. Der Ueberfallene wurde mit einer schweren Verletzung ins Krankenhaus geschafft. „Mr. A." kämpft gegen Rauschgifthandel. Infolge des Einsatzes von„Mr. A." ist es dem Rauschgiftdezernat der New-Uorker Polizei gelungen, einen entscheidenden Schlag gegen den Rauschgifthandel zu führen.. In elf Städten sind Banden.ausgehoben worden, der Wert der beschlagnahmten War« wird auf mindestens fünf Millionen Dollar geschätzt. Dies ist das Ergebnis einer nur zweimonatigen Tätigkeit von„Mr. A." Wer ist„Mr. A."? Niemand weiß es. Sein wirflicher Name ist nur den allervbersten Beamten der Polizei bekannt, di« das Geheimnis auf das strengste hüten, und zwar gerade darum, weil die völlige Unbekanntheit dieses Mannes seine Erfolge ermöglicht. Es verlautet nur so viel, daß eS ein G-Man ist, das heißt, ein Mann aus besten Kreisen, der sich aus Idealismus der Bekämpfung des Gangstertums gewidmet hat. Er ist von Beruf Apotheker. Als solcher kennt er die unheiwollen Wirkungen der Rauschgifte, und die vielen Fälle, die er in seiner Apotheke beobachtet hat, auf welche raffinierte Weise sich die Händler und die Opfer das Rauschgift zu beschaffen wissen, hat ihn veranlaßt, der Polizei seine Dienste anzubieten. Mit Wißen der Polizei wurde sein« Apotheke zunächst ein Ort, an dem man sich bequem Rauschgifte beschaffen konnte. Dann wurde er sozusagen Experte verschiedener Gangster-Organisationen. Er leitete fachkundig die Beschaffung von Rauschgiften. Das ganz« Erinnerung an Spanien Heulend und berstend zerfetzt es die Erde, wenn die feindlichen Granaten krepieren. Wie von den Erschütterungen eines Erdbebens gepackt, schwanken die Mauern der Häuser hinter uns, taumeln hin und her, bis sie unter Getöse zusammenbrechen. Schreie, entsetzliches Rufen der Verwundeten zieht sich über die karstige Ebene der Guadalajara. Regen,, Kälte und auf den fernen Bergen liegt Schnee. Die Achsel schmerzt von den ewig sich wiederholenden Rückschlägen des Gewehres, die steif gefrorenen Hände verbrennen an dem heißen Lauf, während das Ohr nichts mehr vernimmt als ein donnerähnliches Rauschen und das Auge auf ferne, schwarze Pünktchen zielt. .„Hundertfünfzig I" Schreit einer.„Achtung! Tank!"—„Handgranaten!" Auf der ganzen Seite der Front kriechen die Ungeheuer einer Vorzeit, gierig mit ihren Raupen nach den Krachen der Knochen lechzend und voller Sehnsucht nach, dem Tod der Menschen wie ein grauer Wurm heran. Tot sein? Ist es denn so schlimm? Schlimmer als dieses ekelhafte Gefühl der Mattigkeit und der inneren Leere? Achtung!"' Jemand spricht mit einer irren Stimme: „Das kommt so wie in Aravaka, wo unsere Kumpel von den faschistischen Tanks zu Brei gequetscht wurden!— Sechzig sind's gewesen!— Material kam so in seine Hände, und nach zwei Monaten war er so weit, der Polizei eine nahezu lückenlose Liste der gefährlichsten Mitglied«! der Rauschgisthändler-Organisatioven sowie di« Adressen der Lager bekanntzugeben. Seine Tätigkeit soll vorläufig beendet sein. Aber seinen Namen wird man darum trotzdem nicht erfahren. Denn die Gangster haben ihm Rache geschworen, und wenn sein Geheimnis gelüftet wird, dürst« er ihnen sehr bald zum Opfer fallen. Heiteres Sonntagswetter? Freitag vormittags heiterte es sich auch in Böhmen auf, so daß die Temperaturen nachmittags in der ganzen Republik 18 bis 21 Grad Celsius erreichten.. Desgleichen herrscht in Deutschland, Ungarn und in den übrigen Ländern Mitteleuropas mildes Herbstwetter vor. Die Luftdruck- und Temperaturverteilung auf dem Festlande bleibt noch immer günstig für die Zufuhr wärmerer Luftmassen vom Süden gegen Norden. Infolgedessen wird der jetzige Witterungscharaster bei uns noch anhalten. Stellenweise dürften sich jedoch in den Niederungen erneut ganztättge Rebel ausbilden.— Wahrscheinliches Wetter heute: Vorwiegend heiter oder Nebelgewölk, mild, Südostwind.—- Wetteraussichten für morgen: Noch keine wesentliche Aende- ruug.... Vom Rundfunk ' empfehlenswerte! aus den Programmen: Sonntag Prag, Sender I: 8.00: Konzert aus Karlsbad: Nedbal, Johann Strauß, Balling. 12,20; Militärkonzert. 14.20: Deutsch« Arbeitersendung: H. M. Krams: Die Frau als Kulturträgerin. 17.35: Deutsche Sendung: Geld im Haus— der Schlaf ist aus, Rundfunkspiel zum Weltspartag. 18.50; Deutsche Presse. 21.00:^Mozart-Festival: Aus dem deutschen Theater: Die Entführung aus dem Serail. 2. Ast. Oper von Mozart. 22.30: Jazzorchester.— Prag, Sender II: 14.30: Deutsche Arbeitersendung: Für Volk und Frieden. 14.35: Konzert. 19.20; Populäres Schallplattenkonzert. 20.00: Mozart-Festival: Entführung aus dem Serail, 1. Ast. 20.45: Schallplatten.— Brünn: 10.25: Gesangskonzert. 16.00: Rundfunkorchesterkonzert: Dvorak, Chopin etc.— Preßburg: 19.55: Französische Opereüenmusik.— Kascha«: 11.20; Klassische Musik.— Mähr.-Ostnm: 10.20: Geigenkonzert. 17.50: Deutsche Sendung: Rundfunkorchesterkonzert. 19.40: Konzert aus der Walachei. „Hundert Meter!" Nein, das Leben, aber auch der Tod hat keine Macht mehr. Und das zufällige Hiersein nichts mit Tapferkeit und Mut zu tun. Automatisch arbeiten die Hände, indem sie den Sicherungsring aus der Granate ziehen, und irgend etwas ist hier, das den Arm veranlaßt, ihn zu heben.— Knapp vor dem Graben steht das Tier. Feuer bricht aus seinem Leib, zuckende Flammen. Eine Gestalt, plötzlich in den Rauch gestellt, bricht mit einem schrillen Schrei zusammen. Ich fühle wahnsinnige Schmerzen im Gesicht und an den Händen. Blut fließt wärmend von der Stirne und dem Mund!— Panzerplatten vor den Augen,— Graben,— Tote, berstende Häuser,— Dröhnen, Schreie,— alles löst sich, verschwimmt, wird zur Sttlle. Letzter Gedanke: Einmal wieder sauber sein! Ruhe! Ruhe!„Die Italiener brechen durch!" Beißender Alkohol an den gesprungenen Lippen. „Komm, wir sind die Letzten! Reiß Dich zusammen! Schau, daß Du aus dem Dreck herauskommst!" Es ist Maier, der Politkommissar. Von der Flanke brechen die Italiener mit Flammenwerfern durch.— Ein frohes Gefühl! Einundzwanzig lange Tage, einundzwanzig lange Nächte, in der Sonnenglut der Larama, in Sturm und Wetter vor Madrid, auf der Straße nach Saragossa. Angriffe, Vorstöße, Verwundete, Tote, Bombardements, Kanonen, Feuer, Dreck, Nässe, Kälte. Gab es denn überhaupt etwas anderes?- tlus/emck Die Hintergründe der Demission Schachts (eis) Die Londoner„Times" veröffentlichen einen ausführlichen Bericht ihres Berliner Korrespondenten über den Rücktritt Dr. Schachts» der zwar offiziell in Berlin noch immer abgeleugnet wird, aber— wie der„Times"-Korrespondent meldet— nur deshalb, weil Schachts Nach- folg« noch ungeklärt ist. Schacht selbst sei zum Rücktritt entschlossen, weil er die Verantwortung für den Vierjahresplan und die Göringschen Eingriffe in die Schwerindustrie ablehne. Er habe im Juli ein Memorandum an Hitler gesandt, in dem er auf die Gefahren der deutschen Wirtschaftspolitik aufmerksam machte, die durch übertrieben« Investitionen für unproduktive Arbeiten wie Rüstungen, Autostraßen und Paradeplätze einer Krise entgegentreibe. Hitler habe auf das Memorandum nicht geantwortet, aber am 10. Ottober schließlich Schacht in Audienz empfangen, und bei dieser Unterredung habe Schacht seinen Entschluß zur Demission bekanntgegeben. In der Zeitschrift „Bierjahresplan" sei daraufhin ein Artikel Görings erschienen, in dem eine„Reorganisation" der deutschen Wirtschaftsführung, besonders die Vereinheitlichung des Wirtschafts-, Finanz- und Arbeitsministeriums angekündigt wurde. Man vermute, daß Göring selbst(mit seinen Staatssekretären Posse und Keppler) diese Ministerien übernehmen wolle. Auf der Seite Schachts, der auch im nächsten Frühjahr nach Ablauf seiner Amtsperiode die Leitung der Reichsbank niederlegen wolle, stehe die Schwerindustrie, während sich in Görings Gefolgschaft Vertreter der Reichswehr befinden.— Der„Daily Telegraph" erklärt, daß Schacht durch seinen Rücktritt seine Unentbehrlichkeit beweisen wolle und auf eine „triumphale" Rückkehr hoffe. Andere Blätter vermuten, daß der jetzige Gauleiter von Schlesien, Josef Wagner, Schachts Nachfolger werden soll. Dieser Mann sollte schon nach Hugenbergs Sturz Wirtschaftsminister werden, was aber die Schwerindustrie mit dem Hinweis darauf verhindern konnte, daß Herr Wagner als Angestellter der JG-Farben finanzielle Unregelmäßigkeiten begangen hatte und deshalb entlassen worden war. Brandstiftung durch Terroristen? Jerusalem.(HavaS.) In der Nacht auf Donnerstag ist unweit Nazareth ein Riesen-Waldbrand ausgebrochen. Dichte Waldbestände wurden von den Flammen erfaßt und trotz der größten Anstrengungen der Angehörigen der jüdischen Kolonie fielen 50.000 Bäume dem Elemente zum Opfer- Erst um Mitternacht konnte der Brand gelöscht werden. Es scheint, daß das Fkuer von Terroristen gelegt wurde. Kerkerstrafen für steirische Kommunisten Rach zehntägiger Verhandlungsdauer wurde das Urteil im Prozesse gegen 24 Kommunisten aus Leoben und Umgebung gesprochen, die wegen Hochverrat und teils wegen des Verbrechens der Störung der öffenüichen Ruhe, teils wegen des Verbrechens nach Paragraph 5 des Staatsschutzgesetzes angeklagt waren. Verurteilt wurden Karl Freimann zu 7 Jahren, Johann Kapp zu S Jahren und Ferdinand Andrejowiffch zu 5 Jahren schweren Kerker. Die übrigen Angeflagten wurden teils zu schweren, teils zu einfachen Kerkerstrafe« in der Dauer von 3 bis 20 Monaten verurteilt. Jerusalem. In der Altstandt wurden vier Juden angeschoffen, von denen einer seinen Verletzungen erlag. Auf Grund dieses Zwischenfalles wurde über die Altstadt der Belagerungszustand verhängt. Ferner wurden 20 Polizisten auf Kosten der dorttgen Bevölkerung in die Altstadt gelegt. 48 Stunden später. Der Expreß Valencia—■ Barcelona gleitet längs der Küste des Mittelmeeres. Orangenhaine, Dörfer, Städte ziehen in ihrer Schönhett vorüber. Der Kellner des Speisewagens ttägt das Essen auf. Man/sitzt bei rotem Wein und sieht in die sonnenhell durchflutete Landschaft.— Und dann befindet man sich in Keinen Villen am Sttande von Benicasim. Aerzte und Schwestern bemühen sich um einen wie gute, zärtliche Eltern. „Der Maier ist gefallen!" sagt einer. „So?— Es ist schade um ihm!" Der andere'. Es ist Abend geworden. Palmen stehen still im silbernen Glanze des Mondlichtes, das weiße Straßen über die Wellen des Meeres zaubert, die ttäge und schläfrig an die Küste wandern. Ruhe und Frieden!— Wo ist der Krieg? Die Sehnsucht überkommt einen, mächttg und stark, hinaus in den Graben, zu den Freunden, in Dreck, Tod und Verderben. Geht mit der einen Hand das Schießen nicht, dann mtt dek andern. Auf der Sttaße rasen die Auws vorbei. Sie eilen zur Front. Die Tschechen sitzen am Meer und singe« die schwermütigen Weisen ihrer Heimat. Noch höre ich es! Dann aber hat das Donnern des Motors, der mich wieder zur Front trägt, de« Gesang hinter sich gelassen und stürmt dem ' Ziele zu. Fischer. Hr. 255 Samstag, 30. Oktober 1937 Seite 7 Sorge* Sie fawi fih 3&ut Safaef Verwenden Sie KALO DO NT hegen Zahnstein Doch Produktionsaufnahme bei J. Budig& Söhne in Zwittau Trotz dem Protest des Allgemeinen deutschen Textilverbandes in Reichenberg sowie der Vereinigung der Textilindustriellen in Prag hat nunmehr die Landesbehörde die Wiederausnahme des Betriebes I. Budig& Söhne, Baumwollspinnerei in Zwittau, genehmigt. Die Firma, die ehemals 500 Arbeiter und Angestellte beschäftigte, hatte die Erzeugung seit dem Jahre 1931 eingestellt. Mqn Hchnxt damit, daß jetzt wieder rund 200 Arbeiter Beschädigung finden werdend(DRD" Exportaufträge für die erzgeblrgische Spielwarenindustrie Trotz steigenden Holzpreisen ist die Beschäftigungslage zufriedenstellend und erfolgen in einigen Betrieben der Holzspielwarenindustrie des Erzgebirges Neuanstellungen von Arbeitern. Die Spielwarenindustrie von Katharinaberg ist seit dem Frühjahr mit der Effektuierung bedeutender Exportaufträge, namentlich aus Belgien und Holland, beschäftigt. Auch in diesem Produktionszweig sind seit einigen Tagen Lohnverhandlungen im Gange. Die Arbeitergewerk- Für Ihr Auto und Radio 3906 ELKA-Akkumulatoren schäften fordern den Abschluß eines neuen Kol- lektivvertrages mit einer 15- bis 20prozentigen Lohnerhöhung. jDRD.) Ausfuhr von Strümpfen und Textilhandsdiuhen steigt weiter Die Ausfuhr von Strümpfen und Textilhandschuhen, die schon im Borjahr den Stand des Lahres 1935 wesentlich überschritten hatte, ist während der ersten acht Monate d. I. im weiteren Aufstieg begriffen. Die Ausfuhr von Strümpfen stieg auf 61.6(t. B. 45.1) Millionen Kronen. Auch die Auslandslieferungen von Textilhandschuhen blieben mit 104.3 Millionen Kronen wesentlich über dem Stand der beiden letzten Lahre(68.1 bzw. 74.6 Millionen Kronen). Bemerkenswert sind die Verschiebungen im verwendeten Material: bei Strümpfen ist jetzt Kunstseide das maßgebliche Material, aber auch die Ausfuhr Man erhält für 100 Reichsmark... Markmünzen.. 100 österreichische Schilling 100 rumänische Lei 100 polnische Zloty. 100 ungarische Pengö. 100 Schweizer Franken 100 sranzösische Francs 1 englisches Pfund 1 amerikanischer Dollar 100 italienische Lire 100 holländische Gulden 100 jugoslawische Dinare 100 Belgas,... 100 dänische Kronen. 100 schwedische Kronen. KL «18.— «80.— 526.50 16.10 512.50 554.50 «58.— 95.20 140.50 28.40 113.40 1575.— 60.30 481.— 628.— 726.— von Baumwollstrümpfen ist verhältnismäßig stark gestiegen. Besonders gestiegen ist der Export von Seidenstrümpfen: von nur einer Million in den ersten neun Monaten 1935 auf 11.2 Millionen in der gleichen Zeit 1937. Sehr an Bedeutung hat die Ausfuhr von Halbseidenhandschuhen eingebüßt.(DND.) Bericht der nordböhmischen Arbeitsvermittlung Die Reichenberger Landeszentrale für Arbeitsvermittlung veröffentlicht einen Bericht über das erste Jahr der Wirksamkeit der Regierungsverordnung über die Arbeitsvermittlung, welches am 30. September 1937 abgelaufen ist. Dem Bericht entnehmen wir: In der Zeit vom 1. Oktober 1935 bis zum 30, September 1936 waren in den Bezirksarbeitsvermfttlungsanstalten Nord- böhmens 177.183 Stellen, 504.707 Bewerber und 166.509 Vermittlungen registriert, in der Zeit der Pflichtmeldung der Stellen vom 1. Oktober 1936 Bis zum 30.. September 1937 jedoch 288.264 Stellen, 469.022 Bewerber und Bewerberinnen und 265.632 Vermittlungen. Die um 62 Prozent höhere Anzahl der Stellen und um 59 Prozent höhere Anzahl der Vermittlungen beweisen den Einfluß der Zenttalisierung des Arbeitsmarktes in den öffentlichen Arbeitsvermitt« lnngsanstalten, sowie der gebesserten Wirtschaftslage. Bei den Bewerbern zeigt sich ein Rückgang um mehr als sieben Prozent, aber dabei muß bemertt werden, daß hier die derzeitige bessere Kontrolle der Arbeitslosen sowie die Pflichtmeldung der Bewerber eine bessere Erfassung der Bewerber mit sich bringen. Allerdings kann von einer allgemeinen Einhaltung der Pflichtmeldung der Stellen noch nicht gesprochen werden; es mutz noch weiter mit den Schwierigkeiten, die sich bereüs im Oktober 1936 gezeigt haben, gekämpft werden. Ein vollständigere Zentralisierung des Arbeitsmarktes war aber auch deswegen nicht möglich, weil die Frage der Zusammenarbeit der privaten Arbeitsvermittlungsstellen mit der öffentlichen Arbeitsvermittlung noch nicht gelöst wurde. Mehr als die Regelung der Arbeitsvermittlung wirkte daher die fortschreitende Besserung der Wirtschaftslage, die sich auch in Nordböhmen zeigte, denn gegenüber den Jahren 1932—36 konnte Heuer beim Vergleich der stattstischen Daten vom Ende September ein Rückgang um 60.911, 68.248, 57.212,. 57.274 und 42.588 festgestellt werden. Es konnte aber auch bereits ein Rückgang gegenÄer September 1931, und zwar um 3213 verzeichnet werden, wozu noch bemerkt werden muß, daß die Anzahl der Arbeitslosen 1931 bestimmt größer gewesen wäre, wenn damals di« gleichen Voraussetzungen für die Erfassung aller Arbeitslosen gegeben gewesen wären, wie dies jetzt der Fall ist. Gegenüber der höchsten Zahl des heurigen Jahres handelt es sich Heuer im September um einen Rückgang um 52.062, d. i. 47.2 Prozent; im Jahre 1936 handelte es sich um 46.091, d. i. um 32.8 Prozent, im Jahre 1935 um 39.145, d. i. um 27.1 Prozent, im Jahre 1934 um 38.581, d. i. um 25 Prozent, im Jahre 1933 um 62.597, d. i. um 33.1 Prozent, im Jahre 1932 um 41.303, d. i. um 25.7 Prozent und im Jahre 1931 um 32.313, d. i. 34.5 Prozent. Der größte Rückgang zeigt sich also im September dieses Jahres. Prozentuell verzeichnen gegenüber der heurigen höchsten Zahl den größten Rückgang der Arbeitslosigkeit die Bezirksarbeitsvermittlungsanstalten in den landwirtschaftlichen Gegenden, sonst handelt es sich um folgende Zahlen: Teplitz-Schönau 5046, Brüx 2861, Gablonz a. N. 2425, Aussig a. E. 2315, Dux 2216, Komotau 2197, Bodenbach 2129, Bilin 1756, Oberleutensdorf 1739, Rumburg 1733, Böhmisch-Kamnitz 1702, Saaz 1573, Karbitz 1541, Görkau 1518, Friedland 1513, Warnsdorf 1424, Schluckenau 1400, Weipert 1300, Reichenberg 1287, Leitmeritz 1236, Bensen 1091, Tannwald 1030. Mit llei» neren Zahlen folgen andere Anstalten. Völkischer Unternehmer und Henleinarbeiter Nach vier Jahren Stillstand ist«s der Glasfabrik Joh. Lötz Witwe in Klostermühle unter tätiger Mitwirkung der Sozialdemokratie gelungen, den Bettieb wieder ins Geleise zu bringen. Heute sind bereits wieder 80 bis 90 Arbetter beschäftigt. In der Lohnfrage ist zwischen der Firma und dem Glasarbeitervevband eine provisorische Regelung erfolgt, mit der die Arbetter vorerst zufrieden sind. Ein neuer Ofen ist im Bau. Wird er in Betrieb genommen, so tritt der südböhmische Tarifvertrag für Glasarbetter in Kraft. Anders dagegen bei der Firma Schell, Zündholz- und Glasfabrikant in Langendorf. Dieser Unternehmer ist sttamm deutsch-völkisch eingestellt und seine Arbeiter sind meist stramme Henleins. Herr Schell haßt Vertragslöhne, dieweil seine Hen- leinarbeiter noch auf den Messias warten, der ihnen die VerttagSlöhne bringt. Bei den letzten Lohnverhandlungen in Böhm.-Budweis hat der deutschböllische Herr S ch e l l in scharfmacherischer Art erllärt, daß es in seinem Bettiebe keine CßMiriws sondern für jeden eine Lebensnotwendigkeit Elektrisches Licht, durch innenmattierte OSRAM-Q-Lampen erzeugt, ist billig. Jeder kann sich also heute mehr Licht leisten. OSRAM-I die Dekalumenlampe mit dem Garantiestempel für hohe WirtsdiafÜidikcii. Aenderungeu in dieser Angelegenheit gibt. So-1 gar der Jndustriellenvertreter Dr. Fiedler! redete Herrn S ch e l l zu, daß er zu einer friedlichen Lösung die Hand bieten solle, da er ja sonst der einzige unter allen südböhmischen Arbeitgebern sei, der in keine tarifliche Regelung einwillige. Doch Herr Schell blieb auf seinen arbeiterfeindlichen Standpunkt. Ob die Henleinarbeiter bei Schell ein wenig zu denken anfangen werden über die Phrasen von der„Volksgemeinschaft"? Die Klassengegensätze bestehen eben trotz Henleins Versammlungsphrasen fort. Führen die Arbeiter bei Schell den Klaffenkampf nicht, so führt ihn eben Herr Schell gegen seine Henleinarbeiter. Wo die Arbeiter dabei hinkommen, das sehen sie jetzt. Gerade deutschvölkischen Unternehmern imponiert nur eine starke Gewerffchastsorganisation und eine enffchiedene, sozial eingestellte Staatsverwaltung. Haben das die Arbeiter erkannt, dann istS vorbei mit Henleins Sonntagsparaden. Skr(eifiegeadt tctagadUia Ist zur BzzaMiwi^ der(Ltonaemtntegeftülic zu verwenden 1 Wer im Rückstände kteiöt, schädigt die Sartei und deren Tresse Die Verwaltung Einqesendet WaS ist„Kontrastrrpanfion? Man könnte gan- einfach sagen: Die Kontrastexpansion macht teilweise die Funktion des Mischfisches wirkungslos,— aber dann muß man vorher erklären, was eigentlich, ein „Mischtisch" ist und wozu er verwendet wird. Bei allen Radioübertragungen, sei eS aus dem Studio, von der Bühne oder aus dem Konzertsaal, werden die von den Mttrophonen in elektrische Ströme umgewandelten Schallwellen dem„Mischtisch" zugeleitet, dessen Aufgabe darin besteht, die von den verschiedenen Mttrophonen ausgenommenen Einzeleindrücke so zu vermischen, daß«in für die Sendeüberttagung geeignetes Klangvolümen gewonnen wttd. Die Bedienung des Mischtisches geschieht durch einen technisch und musttalisch besonders geschulten Beamten,— ost unter Benutzung der Pattitur des zu überttagenden Musikstückes,— der auch gleichzeitig durch entsprechendes Einstcllen der am Mischtisch befindlichen Schalter dafür sorgt, daß die dynamischen Kontraste ausgeglichen werden. Sobald ein Forte ertönt, wird es abgeschwächt, um den Sendet und fernerhin die Lautsprecher der Empfänger nicht zu übersteuern, und umgekehrt wird ein Piano verstärtt, damit die Trägerwell« des Senders mit genügende» Tiefe moduliert wird. Die modernsten Radioempfänger, z. B. die Geräte der Philips„Symphonischen Serie 88", sind jedoch phonetssch so fortgeschritten, daß sie die Dynamik eines Musikalischen Werkes im ganzen Umfang wiederzugeben vermögen, ohne Gefahr zu laufen, übersteuert zu werden. Aus diesem Grunde erschien es wünschenswert, der leistungsfähigsten und modernsten Type, dem Philips„Allegro" mit seiner 18 W Endstufe, ein« besondere Einrichtung zu geben, durch die der Hörer imstande ist, je nach Wunsch die volle Dynamik einer Darbietung zu empfangen oder den vom Mischfisch erzeugten Ausgleich vo.zrrziehen. Diese Einrichtung wird als„Kontrastexpanfion" bezeichnet und wirkt sich sinngemäß in der Weise aus, daß Forte oder Crescendo automatsch verstärtt und Pianostellen ebenso abgeschwächt werden. Die Funk« fion des MischfischeS wird also, wie schon oben erwähnt, teilweise aufgehoben und die Darbietung ist in ihrer ganzen Dynamik zu genießen! WaS daS klanglich bedeutet, wird jeder mit Ueberraschung feststellen können, der nur einmal den neuen Philips „Allegro" mtt eingeschalteter Kontrastexpansion gehört. hat. Aber diese großartige Wirkung ist nicht allein dieser neuen Einrichtung zuzuschreiben, sondern beruht auf dem Zusammenwirken aller akustischen Erfahrungen modernster Forschung! Monatelang hall sie aus, kostet nickt mehr als eine Qualitäts-Zahncrfcme in Tube und ist demnach im Gebrauch vielfach billiger. Sie ist vorzüglich und höchst hygienisch. WE ISTNG Machen Sie einen Versuch far nur Kä 2- mit der weltberühmten ZAHN-SEIFE GIBBS und Sie werden nie eine andere wollen I auf eine ZAHN-SEIFE GIBBS, Propaganda-Modell In Aluminiumdose für Kö 2-. In allen Fachgeschäften. Seite 8 „Sozialdemokrat" SamStag, 30. Oktober 1937. Nr. 255 UNIVERSALKNOPF Der„Universalknopf", die geniale Philips-Konstruktion, automatisiert die Abstimmung des Empfängers; er nimmt dem Radiohörer die ganze Bedienung ab — er arbeitet wie ein Robot. Der„Universalknopf" macht das Radlohören besser und einfacher« Sie hören mehr und tun weniger! Zwei Mager zerquetscht. Gestern vormittags geriet der 32jäHriaen Arbeiterin Anna Hr u b ä in einer Metallwarenfabrik in Michle die linke Land in eine Presse. Hiebei ivurhen ihr zwei Finger zerquetscht, die ihr im allgemeinen Krankenhaus amputiert werden mutzten. Auslagendieb. Der 28jährige ehemalige Lackierer Oldtich Dundr aus Prag-Weinberge pflegte in den letzten Tagen öfters in ein Weinberger Geschäft zu kommen, wo er sich verschiedene Wäschegegenstände zur Auswahl vorlegen liefe, aber nie etwas kaufte. Da nach seinem Weggang Wäschestücke fehlten, wurde der Ladeninhaber auf ihn. aufmerksam und liefe ibn, als er gestern wiederkam, verhaften. Er gestand und konnte überdies überführt werden, eine Reihe vor verschiedenen Geschäften- ausgestellter Gegenstände mannigfachster Art, Wäsche, Etzwaren. Bücher etc. in. der Zeit von etwa zwei Monaten gestohlen zu haben. Er wurde nach Pankratz gebracht: Kein ReujahtSgeld für Aschenmänner. Dar Bauamt der Hauptstadt Prag, Sektion X(Reinigung der Stadt) teilt, mit, datz den Gemeindeange- ftellten(Aschenmännern) streng verboten ist, Neujahrsgeld einzuheben. DaS Amt ersucht um die Sicherstellung eines jeden, der dieses Verbot mitz- achtet. Spottschnellzug ins Riesrngebirge. Die Gültigkeit der Fahrkarte wird bis Dienstag vormittags 12 Uhr ausgedebnt. Jedoch ist Dienstag bei Benützung des Schnellzuges ein ermässigter Zuschlag zu leisten, welcher bei der Kassa eingelöst werden mutz. Iümst tmcl Mssor Konzerte der Präser Mozart-Woche DaS Gedenken an den iS0/Ur'aufsübrvntzstag des„Don Giovanni" und• an die Prager Mozart- Besuche vor IM Jahren, wurde auch in den Prager Kvnzertsälen entsprechend gefeiert. An der Spitze der Mozart und,seiner Tonkunst zu Ehren veranstalteten festlichen Konzerte stand jenes des R a d i o j o u r- N a l s in künstlerischer und repräfentiver Hinsicht an erster Stelle, Schon das Programm dieses Mozart- Festkonzertes war von hervorragender Art. Es enthielt die Ouvertüre zu der in Vergessenheit geratenen Prager Krönungs-Oper Mozarts„Titus", die D-Dur-Smnphoni«. die sogenannte„Prager" Symphonie, weil sie in Prag durch Mozart zur Erstaufführung gelangte, und das wundervolle Requiem, den Schwanengesäng des Meisters. Unter K. B. Jiräks einfüblender und höchst sorgfältiger Stabführung gelangten' diese Werke durch das O r ch e.st e r des Radiojournals' zu stilistisch vollendeter, klanglich eindrucksvollster und ausdrucksstärkster Wiedergabe. Ganz-hervorragenden Eindruck machten in, ihrer Klangfülle, stimmlichen Ausgeglichenheit und chorgesangstechuischen Vollkonnnenheit die von Chormeister I. K ü h n einstudierten und vom C h o r d e s Prager Senders gesungenen Chöre im Requiem und als vorzüglich besetzt erwies sich hier auch das tonlich einheitliche Soloquartett der Damen S p a ö e k und Stevens sowie der Herren Chorovii und Bisgonov. Wirklich festliche Mozart-Musik hörte man auch in dem M o z a r t- K o n z e r t der berühmten Cembalistin Wanda Landowska. Sie spielte ein Mozart-Programm von vorbildlicher Einheitlichkeit: Die Sonate in Es-Dur mit den zwei Menuetten, die D-Dur-Sonate, die„Jagd" genannt,' die unter dem Namen„Frühlingssonate" bekannte Sonate in A-Dur, die D-Moll-Fantasie und die Sonate in D-Dur. Ihren theoretischen Ausführungen folgend und als Beantwortung der Frage„Cem- balo oder Pianoforte?" spielte sie praktisch die eine Hälfte ihrer Vortragsstücke auf dem modernen Konzertflügel und die andere Hälfte auf dem alten Cembalo. Und da ist nun allerdings festzustellen, datz der ausserordentliche Nüancenreichtum des modernen Kla- vieres Mozarts in der äusserst wechselreichen Dynamik so anspruchsvolle Klaviermusik weit eindrucks- und ausdrucksvoll r zur Geltung bringt als das nur in der Klangzartheit wirkungssichere. Cembalo. Vollendete Meisterin' ist Wanda Landowska auf beiden Instrumenten, vollendet ist da wie dort ihre unvergleichliche Kunst der Klangschattierung, des delikaten Anschlages und des duftigen Vortrages; aber fast ist man versucht, ihrem Mozart-Spiel auf dem Pianoforte den Porzug vor ihrem Mozart auf dem Cembalo zu geben. Eine durch Musik verschönte Gedenk st unde an Mozart wurde in der als Mozart-Museum eingerichteten Villa„Bertram!a", dem seinerzeitigen Landhaus des mit Mozart befreundeten Künstlerpaares Duschek, von der Prager Mozart- Gemeinde gefeiert. Dr. B l a j e k hielt hiebei namens der Mozartgemeinde einen aufklärenden Vortrag über das Kapitel„Mozart und die Bertramka", während das Prager Bläser-Oktett Mozarts C-Moll-Serenade spielte. Die Prager Mozart-Gemeinde darf übrigens den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, die Prager Mozartfestlichkeiten konzertmätzig eingeleitet zu haben; durch einen Kammermusikabend Mozartscher Werke aus den Jahren 1786 und 1787. also unmittelbar vor der Schöpfung des „Don Giovanni", stammend, im Saale des Sme- tana-Museums. E. I. Bratko Krest:„Der Hochverräter".(Festaufführung im Weinberger Stadttheater.) Ein junger slowenischer Dramatiker griff ein Thema auf, dessen Bearbeitung heute_— nachdem die Geschichte einen mildernden Schleier von 20 Jahren über die Schattenseiten der.heldischen Zeit" des Weltkrieges geworfen hat— einen Wagemut bedeutet. Mit junger Unbekümmertheit geht der Verfasser ans Werk, die korrupte, feige, unsittlich« Kleinbourgeoisie im sicheren Hinterland zu entlarven, die Stolz, Freundschaft und sogar den so feurig ,besungenen Nationalismus abschüttelt, um sich davor zu schützen, ein Opfer des Krieges für das.weitere Vaterland" zu werden. Krefi hat einige charakteristische Typen einer slowenischen Stadt geschaffen, die in guter Darbietung lebendig waren. Der Advokat, die Figur des sittlich entrüsteten und real denkenden Schiebers und Kon- junkturjägerS, und der Polizeibeamt«, eine hinterlistige, feige Kreatur, sind letzten Endes nicht schlimmer als der gutmütig dreinschauende Lügner Polde oder der stramme Oberleutnant und Professor, ein Kormnihtrottel, wie er im Buche steht, oder der lyri sche Dichter und Reservekadett, der so schöne Tiraden auf die Opfer des Krieges und Verfolgung deklamiert, um feige mit den Wölfen zu beulen. Eine sympathischere Figur zeichnete Kreft in der Gestalt des gewesenen Sozialdemokraten Matja Medved, der seine bessere Vergangenheit nicht zu zerstören vermag, obwohl er auch verraten hat, um seinen Sohn und Tochter zu schützen(der Sohn fällt im Kriege und die Tochter, halb Wahrheitsfanatikerin, halb Dirne, gründet eine fichere Existenz als Frau des Advokaten). Aber-sein Aufflammen bei der Nachricht über den Tod seines Sohnes, als er das Bild des betenden Kaisers aus dem Fenster schmeisst, verleibt ihm einen Abstand von diesen korrupten, unsittlichen Kreaturen, die die österreichisch-ungarische Monarchie in den unterdrückten Völkern gezüchtet hat. — Der Verfasser war gleichzeitig auch Spielleiter des Stückes, das einfach in Handlung und stark in der Wirkung ist; die Ausstattung war sparsam und die Szenen wirksam, die Darsteller sämtlich gut in Charakteristik und Spiel. Die mutigen Antikriegs-Be- kenntniffe und der ironische Ausklang des Stückes haben ihm mit zu seinem verdienten Erfolg verhalfen. m. i. Erzählende Bilder eines Dilettanten sind in der Umklecka Beseda ausgestellt. ES sind kolorierte Zeichnungen deS Kunstdrechslers A l o i S B e e r, der in dem Städtchen Dobruschka im Adlergebirge gelebt hat und 1897 dort gestorben ist. In ernsthafter Hingabe an das Kleine und Kleinste hat er mit Feder und Wasserfarben auf manchmal winzigen Blättchen alles ausgezeichnet, was sich auf dem begrenzten Schauplatz seines LebenI beaeben hat. Alles ist ihm gleich wichtig und wert erschienen, die Ehrenpforten eines Schützenfestes und die Schrecken eines Stadt- brandeS, eine Wallfahrt und ein Toter im Sarge. Alles bat er aufs genaueste abqebildet. Wenn er die Küche seines Häuschens, seine Drechslerwerkstatt, eine Wirtsstube, einen Kramladen„abmalt", so fehlt in seiner Schilderung nicht eine der vielen Kleinigkeiten, die es da zu sehen gab. Ms auf die Nägelköpfe in den Dielenbrettern ist jedes Ding mit genauester Sorgfalt ins Bild ausgenommen, unbeholfen, ohne eine Spur von Schulung, aber seltsam berührend in seiner ernst beflissenen Einfalt. Oft erinnern diese Bildchen an die naive Realität der Darstellung auf alten Bänkelsängerbildern. Dann aber gelingt eS ihm mich einmal, wirklich die schauerliche Stimmung eines nächtlichen Brandes hinter dem Schattengitter eines Obstgartens darzustellen.„Kunst" ist das höchstens im Sinn« einer primitiven Volkskunst, die mehr als durch Leistung durch ihre Gemütswerte zu uns spricht. Und überdies haben Blätter dieser Art als Zustandsschilderungen einer gewissen Zeit und eines gewissen Lebensraumes ihren Reiz.«h. Arleitervorstellunq„Pariser L-ben", Operette, Mustk von Offenbach, am Sonntag, d»n 7. November um halb 3 Uhr nachmittags im Neuen Deutschen Theater, Karten täglich von 9 bis 12 Ubr und Von 2 bis 6 Ubr bei Optiker Deutsch. Koruna. „Weiße Krankheit"— deutsche Erstaufführung in der Tschechoslowakischen Republik. Das Städtetheater Bodenbach-Tetschen brachte am Staatsfeiertag Capeks„Weisse Krankheit" in deutscher Sprache als erste Bühne in unserer Republik zur Aufführung. Wochcnspielplan dcs Neuen Deutschen Theaters. Samstag 7 Uhr: Faust 1. und 2. Teil. Abonnement aufgehoben.— Sonntag halb 3: Bei Kerzenlicht, 8 Uhr: Im Rahmen des Mozart-Festivals: Die Entführung aus dem Serail, D.— Montag 3 Uhr: Jedermann, halb 8: Das Land des Lächelns, Abonnement aufgehoben.— Dienstag 8: Acht Ruder im Takt, A 2.— Mittwoch halb 8: Frühlingsluft, B 1. — Donnerstag halb 8: Carmen, C 2.— Freitag halb 8: Arabella, D.— Samstag halb 8: Die Fledermaus. Abonnement aufgehoben.— Sonntag halb 3: Pariser Leben, Arbeitervorstellung, halb 8: Die C»ardasfürstin, A 1., Wochenfpielplan der Kleinen Bühne. Samstag halb 8: Das Glück, Erstaufführung.— Sonntag 3 Uhr: Die Reise, halb 8: Hilde und das Lotteriespiel, Uraufführung.— Montag 3 Uhr: Eine Frau ohne Bedeutung, 8% Uhr: Parkstrasse 13.— Dienstag 8: Parkstratze 13, Bankbeamte 1 und freier Verkauf.— Mittwoch 8: DaS Glück, Bankbeamte 2 und freier Verkauf.— Donnerstag 8 Uhr: Hilde und das Lotteriespiel.— Freitag 8: Das Glück, Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag 8: Parkstratze 13.— Sonntag 3: Pygmalion, 8: Hilde und das Lotteriespiel. Vereinsnacstricsiten Ortsgruppe Prag: Sonntag, den 31. Oktober, Zusammenkunft 10 Uhr Endstation der 5er Elektrischen in Hlubo- kepy, Wanderung Prokopytal. Radotin, Führerin: Winternitz. PRAG Die Generalversammlung des Ar- beiter-Turn- und Sportvereines Prag findet am Freitag, den 5. November; um 8 Ubr abends im kleinen Saale des Handwerkervereines, Prag II., Smekky 22, mit der üblichen Tagesordnung statt. Zpart- SpieCXörperpskege Slavia gegen Admira Wien 2:2(1:2). DaS Ablösespiel für Bican, das die Slavia am Staatsfeiertage auf ihrem Platze mit der Wiener Admira durchführte, gestaltete sich für die Prager wenig imposant. Zwei Drittel des Spiels war Slavia überlegen und nur ein glückliches Unentschieden— ein in den letzten fünf Minuten gegebener Elfmeter— rettete sie vor der Niederlage. Der Angriff der Rotsterne war eine Parade der„Kanonen"— die nicht losgingen, wenn sie das Ziel vor sich hatten. Fm I Half versagte der Mittelläufer und in der Verteidigung war Unsicherheit mit Glück reichlich vermischt Bei den Wienern war der Tormann Platzer ausgezeichnet. die Verteidigung gefiel und die HalveS hatten bei den durchsichtigen Aktionen deS Slavia- SturmS keine grotzen Aufgaben zu bewältigen. Der ! Wiener Angriff spielte immerhin besser als jener der Kreditanstalt der Deutschen Of. Ben. SL6.fi..$rog II, Durchführung aller Geldgeschäfte. Verwaltungs-Kapital 1 Milliarde K& Haftungs-Kapital 95 Millionen KC. 81 Rie-erlaffuugeu. Gegenseite. Die Zuschauer, welche einen glatten Sieg der Slavia erwarteten, waren von dieser„Meister"- Vorführung sehr enttäuscht. In der DFB-Division gelangten drei Treffen zur Durchführung: DFC Prag rettete in Bodenbach gegen SMg einen Punkt, denn er konnte nach einer mit 2:9 verlorenen Halbzeit nach der Pause noch den Ausgleich erzielen.— In Saaz schlug der DSV den DDK Gablonz 5:1 und der»Karlsbader FK spielte auf eigenem Platze mit dem Reichenberger FK 3:3. Sonstige Fußballspiele am Staatsfeierlag. Eger: Sparta Prag gegen CSK 10:1..— Tep« litz: TFK gegen E2K Kopitz 8:3.—' Komo- tau: DFK gegen SK Rakonitz 5:1.— Jung- bunzlau: Aston Villa gegen SK 5:3.— KL« niginhof: SK gegen DSB Arnau 12:2.— BrünN: Zidenice gegen Rolny Protznih 5:1.— Zlin: Bata gegen Zabovresky 4:2, Div.-M.— Mähr.«Ostrau: SK Schief.-Ostrau gegen FC Wien 5:1.—r Protznitz: SK gegen Arsenal Brünn 11:0.— Olmütz: Aso gegen Königsfeld 4:0, Div.-M. Bunter Abend der Naturfreunde und der Allaver-Jugend. Ernstes und Heiteres in Lied und Rezitation. Mittwoch abends 8 Uhr im Kleinen Saal des Handwerkervereins. Eintritt frei. Gäste willkommen. filme la Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino:»Das Weiberregiment." Ferner: Gastspiel H. Leopold!—Milskaja.— Adria:„Der letzte Zug von Madrid." A.— Alfa:»Darf ich bitten?" G. Rogers, Fr. Astaire. A.— Apollo:»Der Mann, von dem man spricht." H. Moser. D.— Avion:»Roman eines Schwindlers." Sascha Guitry. Fr.— Bajkal:»Drei Eier im Glas." Vlasta Burian. Tsch.— Betonet;»Der letzte Sklavenhändler." Wall- Beery. A.—- FeiM:»Der Engel." Marlene Dietrich. A.— Flora:„Bataillon." F. Smolik. Tsch.— Hvkzda:„Der letzte Zug von Madrid." A.— Julis:»Unentschuldigt« Stunde." D.— Kinema d. Bl. B.: Könige der Rennbahn.— Koruna(Akt.-Th.): Journale, Grotesken, Reportagen.— Kotva:»Roman eine! Schwindlers." S. Guitry. Fr.— Lucerna:»Der Engel." Marlene Dietrich. A.— Metro:»Unent- schuldigte Stunde." D.— Passage:»Ein Prachtkerl." Wallace Beery. A.— Praha:»In den Klauen des Wolfes."— Radio:»Das Kreuz am Bache." Stöpniökovä. Tsch. Skaut.Bataillon." Tsch.— Svktozor:»Der Mann, von dem man spricht." H. Moser. D.— Beletrhy:„Sieben Ohrfeigen." L. Harvey, Ä. Fritsch. D.,— Alma:„Detektiv Nick." A.•— Belvedere:»Die Frau unterm Kreuz." Tsch.— Beseda:»Die Unbekannte-" D.— Carlton:»Die Frau unterm Kreuz." Tsch.— Illusion:»Peter im Schnee." Tr. Stark. D.— Lido II:‘ „Das Kreuz am Bache." Tsch.— Louvre:„Drei Eier im GlaS." Bl. Burian. Tsch.— Macrska: „Drei Eier im GlaS." Burian.— Olympic:»Peter im Schnee." Tr. Stark. D.— Pcrstyn:»Der Feind der Unterwelt." Oberon, Aherne. A.— Rory:.Bataillon." Tsch.— Tatra-Weinberge:„Peter im Schnee." Tr. Stark. D.— U Bejvodu:„Herren im Zylinder." F. Astaire, Rogers. A.— Baldek:»DaS Kreuz am Bache." Tsch. Mitteilungen aus dem Publikum. Schon das dritte Jahr veranstalten wir täglich von 4 bis 5 Uhr unsere beliebte Modeschau. Wir sind überzeugt, dass die Damen, die auf feinen Geschmack, gutes Material und sorgfältige Ausarbeitung Wett legen, uns auch weiter tteu bleiben werden. Besuchen Sie uns, vergleichen Sie! Busch, Prag, Prikopy 27(Mitte des Grabens), Eingang innen im Hause, nur im 1. Siock. Vie erste Damp'molkerei und Käserei in Gratzen, Bölunerwald empfiehlt ihre erstklass. Erzeugnisse Beachten Sie die Schutzmarke! Dampf bäckerei EGER DUlenbergstraSe 5— Telephon 340«2Ä UraniaKino, Klimentsha 4. -1 Femsnrecher 61623. Doppelprogramm Wcihcrrcgimoit Leopoldi. Bez u g s bedlngungen: Bei Zustellung ms Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich Ki 16.—. vierteljährlich Kd 48—, halbjährig Kd 96- ganziährig K'192-.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.- Rückstellung^on Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeinmgsfranka'ur wurde von der Post» und Telegraphendirektion mit Erlass Nr. 13.800/VII/1930 bewilligt.(Kontrollpostamt Praha 25.— Druckerei:„Orbis". Druck«. Verlags« und Zeitungs«A.«G. Prag.