Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 70 Heller Redaktion und Verwaltung: Prag XII., Fochova 62 17. Jahrgang Arbeitslosenzahl mäßig gestiegen Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Freitag, 5. November 1937 Aus dem Inhalt: Die Situation des deutschen Aktivismus Der Kampf gegen die strukturelle Arbeitslosigkeit Es lebt sich herrlich im Dritten Reich! Nr. 260 Deutsche Waffen für Franco Recht und Rechtsbewußtsein Im Laufe des Oktobers ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten und von den öffentlichen Vermittlungsanstalten nicht untergebrachten Arbeitsuchenden um 6.768, d. i. 2.9 Prozent geftie- sch gen. Die Arbeitslofenzahl betrug am 30. September am 31. Oktober • 230.692 237.460 In den einzelnen Ländern äußert sich die Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt folgendermaßen: In Böhmen stieg die Arbeitslosenzahl um 5.726( 4 Prozent), in der Slowakei um 403 ( 1.3 Prozent), in Karpathorußland um 740 ( 20.5 Prozent); in Mähren- Schlesien ist sie um 101( 0.2 Prozent) zurüdgegangen. Ein Vergleich mit den letzten Jahren ergibt, daß die Arbeitslofenziffer am letzten Oktober 1937 niedriger war als in allen Jahren seit 1930, also auch unter bem Jahre 1931 lag. Der Unterschied ist gegenüber 1936. gegenüber 1935. gegenüber 1934 gegenüber 1933 gegenüber 1932 · 204.219 363.930 362.004 392.532 296.156 16.741 von den Engländern in Gibraltar beschlagnahmt Gibraltar.( Reuter.) Die britischen Behörden haben ein Last auto beschlagnahmt, das nach La Linea für die spanischen Aufständi en vier große Kisten mit Gewehren und anderem Kriegsmaterial bringen sollte. Dieses Kriegsmaterial wurde von dem deutschen Dampfer ,, Pasaje 8" ausgeladen, der Donnerstag vormittags aus Hamburg in Gibraltar eingetroffen war und nach Löschung der Fracht sofort wieder auslief. Die britischen Behörden haben eine Untersuchung eingeleitet. Neue Justizmorde Berlin.( DNB) Der vom Volksgerichtshof wegen Landesverrat zum Tode und zum dauernden Ehrverlust verurteilte 29jährige Peter Saufen aus Köln ist Donnerstag morgens hingerichtet worden. Saufen war im Jänner 1928 nach Verübung mehrerer Diebstähle in die französische Fremdenlegion eingetreten, wo er sechs Jahre blieb. Bald nach seiner Rückkehr nach Deutschland suchte er wiederum Dienst in der Fremdenlegion. Im Jahre 1936 wurde Saufen dem gegen Deutschland arbeitenden Nachrichten Ferner ergibt ein Vergleich mit den Krisen- dienst zugeführt und ging auch auf das Angebot fahren feit 1932, daß mit einer einzigen Aus ein, Ausspähungdienste gegen Deutschland zu leinahme stets im Oktober schon ein Wiederanstieg sten. Bei dem Versuch, die ihm erteilten Aufträge der Arbeitslosigkeit eingetreten ist, der am größ auszuführen, wurde er verhaftet. ten im Jahre 1932 war, wo er fast 47.000 betrug, am kleinsten im Jahre 1933, wo er 7431 ausmachte. Noch im Jahre 1935 wuchs die Arbeitslosenzahl im Oktober um 28.000. gegenüber 1931. 1zufügt, mehrere Jahre hindurch bis 1935 als leitende Funktionäre in engster Zusammenarbeit mit den Spizen der Komintern betätigt und hat ten versucht, eine illegale Organisation ins Leben zu rufen. Ribbentrop auch Botschafter in Rom Berlin.( Havas.) Der deutsche Botschafter in London von Ribbentrop ist Donnerstag vormittags nach Rom abgeflogen. Dieser Tage hat der reichsdeutsche Rundfunk die Verhaftung von fünf Warnsdorfer Henleinleuten als einen neuen Beweis" für die Unterdrückung des Sudetendeutschtums durch die Tiche= chen" bezeichnet. Mittlerweile wurde bekannt, daß die Verhaftungen wegen der Verteilung von Flugblättern erfolgten. Die Flugt ätter enthielten auch den Text jenes Offenen Briefes Konrad Henleins, von dem die SdP jezt nits mehr wissen will. Es hat sich noch nicht bis zu den letzten SDPLeuten herumgesprochen, daß man„ oben" von dem Offenen Brief abgerückt ist, und so opfern sich denn immer wieder Leute für eine aufgegebene, verratene Sache.( Wobei die Frage eine Rolle spielt, woher denn die Flugblattverteiler das Material haben!) Für die Verbreitung nichtbewilligter Flugblätter wird es sicherlich einge Tage Arrest geben. Vielleicht aber haben die biederen Fünf aus Warnsdorf auch noch andere Dinge auf dem Kerbholz. In jedem Falle werden sie vor ein ordentliches Gericht gestellt werden und die Möglichkeit haben, sich zu verteidigen. Sie tönnen das Bewußtsein haben, in einem Recht 3sta at zu leben, der Verstöße gegen die Geseze nach dem Buchstaben und dem Geiste der Gefeße ahndet. An dem Tage, an dem der reichsdeutsche Das Deutsche Nachrichten- Büro veröffent- Rundfunk jene bewegte Klage in den Aether gelicht folgende Meldung: Botschafter von Ribben- schickt hat, berichtete die henleinistische Zeit" trop begab sich Donnerstag als außerordentlicher ziemlich haarsträubende Dinge über die Sow= und bevollmächtigter Botschaf- jetjust i z, der sie vor allem vorzuwerfen hat, ter Deutschlands nach Rom. daß sie eine Parteijustiz ist. Nun sind wir die Leßten, die bereit wären, die Sowjetjustig in Schutz zu nehmen, aber wir müssen doch, um ge= recht zu sein, auch die moralische Befugnis der " Zeit" und ihrer Freunde prüfen, sich gegenüber der Sowjetjustiz als Freunde des Rechts, als Verteidiger des Rechtsstaates aufzuspielen. Französisch- englische Verstimmung? Weise verhindern, daß jene Gruppe innerhalb der französischen Radikalen, die für die Oeffnung der Pyrenäen- Grenze sei, die Oberhand gewinne. Die Wühlarbeit Ferner find hingerichtet worden: Der vom Boltsgerichtshof am 4. Juni 1937 wegen Vorbereitung eines hochverräterifchen Unternehmens Bekanntlich unterfertigt Ribbentrop aut unter erschwerenden Umständen zum Tode verur- Samstag als Vertreter Deutschlands das Dokuteilte 35jährige Adolf Rembte aus Kirchstein- ment, mit welchem Italieu dem deutsch- japaniWenn man die Entwicklung der Arbeitslosen- bek und der 37jährige Robert Stamm aus fchen Pakt gegen die kommunistische Internationale ziffern vom Frühjahr bis Herbst 1937 mit jenen Remscheid. Beide haben sich, wie das DNB hin- beitritt. des Vorjahres vergleicht, ist das Ergebnis günstig. Im Jahre 1936 ist die Arbeitslosenziffer Ende Feber( Höchststand) bis Ende Oktober( tieffter Stand) um 418.560 gefunken, das find 43 Prozent, also nicht ganz die Hälfte. Im heurigen Jahre ist sie von Feber bis September um 447.225 zurückgegangen, das ist um 66 Prozent ober zwei Drittel. Sowohl in absoluten als auch Wie unser Londoner Korrespondent meldet, don wolle, so schließt man in Paris, nun auf seine in Verhältniszahlen ausgedrückt ist heuer die Ent- follen die von England geplanten Schritte in Spawicklung des Arbeitsmarktes günstiger als in nien, die aber von der britischen Regierung eben iedem anderen der zurückliegenden Jahre! Un- nicht als de facto- Anerkennung Francos bezeichnet günstig dagegen wirkt ein Vergleich der Entwick- werden, keinesfalls vor Montag lung auf dem Arbeitsmarkt im Oktober 1936 mit erfolgen, damit noch das Unterhaus zu diefen Absichten Stellung nehmen könne. dem Oktober im heurigen Jahre. Im vergangenen Jahre ist die Zahl der Arbeitslosen noch be- Ministerpräsident Neville Chamberlain erträchtlich( um 37.600) gefunken, heuer zwar nicht flärte in Beantwortung einer im Unterhause ge= um viel, aber doch gestiegen. Darin spiegelt sich ſtellten Anfrage: Die britische Regierung beabdie Tatsache wider, daß der Herbst 1936 eine Zeit sichtigt nicht, ihren Standpunkt gegenüber den rung entschlossen" der rasch ansteigenden Konjunktur war, während beiden Parteien in Spanien zu ändern. Nichtsder Herbst 1937 eine Abschwächung der bestoweniger hat sie ihre Verantwortlichkeit für Konjunktur gebracht hat, von der wie den Schuß der britischen Staatsangehörigen und wir in der letzten Zeit berichtet haben vor der britischen Handelsinteressen in ganz Spanien allem die Textilindustrie und die kleineren Be- im Auge, dabei inbegriffen auch die ausgedehntriebe der Metallindustrie betroffen sind. Es ten Gegenden im Nordwesten und Südwesten müßten baber endlich bie für die Textilindustrie Spaniens sowie in Spanisch- Marokko, welche schon längst in Aussicht genommenen export- gegenwärtig vom General Franco besetzt sind. fördernden Maßnahmen verwirklicht und ebenso Die britische Regierung hat deshalb Ver an die Arbeitsbeschaffung der Metall- Kleinindu- bandlungen eingeleitet, daß von der ſtrie gedacht werden. In diesem Rahmen könnte britischen Regierung und von General Franco auch der Wiederaufbau der durch die Kriſe zer- Vertreter zur Beratung der englischspanischen Fragen und Handelsinter störten Gebiete durchgeführt werden. essen eingesetzt werden. Diese Vertreter terden dem diplomatischen Statut nicht unterliegen. Wiewohl es nicht erforderlich war, diesbezüglich die Ansicht anderer Staaten zu er fahren, wurde die französische Regierung nichts bestoweniger informiert. Vermittlungsangebot Brüffel. Die Pazifit- Konferenz hat den Antrag zur Bildung eines Unterausschusses angenommen, der eine versöhnliche Antwort auf die japanische Note ausarbeiten und den beiden Parteien im chinesisch- japanischen Konflikt die Vermittlung anbieten wird. Chamberlain erklärte ferner in Beantwortung der Frage des Führers der Opposition der Labour Party Major Attlee, ob dies die de facto Anerkennung der Regie= rung Francos fei: keineswegs". In Paris ist man über die englischen Absichten verstimmt, weil die französische Regierung angeblich boch nicht schon früher verständigt wurde und weil vorgesehen war, daß solche Schritte nur Schon wenige Stunden nach dem Klagelied, das der reichsdeutsche Rundfunk unter Hinweis auf die Warnsdorfer Verhaftungen über die Bedrückung des Sudetendeutschtums" angestimmt hatte, wurde bekannt, daß in Berlin wiederum drei Leute hingerichtet worden sind. Sie waren beschuldigt, für verbotene Parteien gearbeitet zu haben. Und tatsächlich kann man nationalsozialistischen Deutschland schon wegen der Verteilung eines illegalen Flugblattes aufs Schafott kommen. Wir werden in der Zeit" bergeblich ein Wort der Kritik an der Vollstreckung " im ber Todesurteile suchen. Im Gegenteil! Es ist eher anzunehmen, daß die Zeit" über den Blutstrom erfreut ist, der sich seit dem Machtantritt des Freundes der Mörder von Potemba über Deutschland ergießt. des Herzogs von Alba ,, Die britische Regierung hat sich zur baldigsten de facto- Anerkennung der Franco- Regie so schreibt der donnerstägige Daily Hera I d". Der Grund hiezu ſei, daß der Herzog von Alba, der seit längerer Nur kein Verwischen von Tatsachen! Nur Zeit für Franco in London tätig ist, die verant- fein Schönfärben! Die Hinrichtungen in der Sowwortlichen britischen Kreise davon zu überzeugen jetunion sind gewig etwas Grauenvolles. Aber es wußte, daß ein solcher Schritt die monarchistischen hat in Deutschland des Herrn Hitler einen Tag Elemente in Nationalspanien gegen die Faschisten gegeben, an dem allein soviel Opfer gefallen sind stärken müßte. Das Ziel sei dem Blatte zufolge wie in der Sowjetunion in einem Monat. Hat die Wiederherstellung der Mon- man den 30. Juni 1934 schon vergessen? Kann archie in Spanien mit Prinzen Juan als man dulden, daß Leute, die mit der moralischen König an der Spitze. Ein monarchistisches Spa- Mitverantwortung an jenem 30. Juni belastet nien würde pro- britisch sein. Der Teil der sind, dadurch belastet sind, daß sie ihn billgten und letzten Rede Edens im Unterhaus, wo er davon billigen, sich nun bemühen, sich als wahrer des sprach daß auch ein Sieg der spanischen Auf- Recht es aufzuspielen? ständischen nicht eine antibritische Politik bedeu- Vor kurzem veröffentlichte der Vorstand der ten würde, ist wie Daily Herald" weiter Sozialdemokratischen Partei Deutschlands eine schreibt als Hinweis auf diese Ansicht zu ver- Denkschrift, in der nachgewiesen wurde, daß in der stehen. Zeit seit dem Machtantritt Hitlers tausende und ,, Daily Herald" greift die Regierung heftig abertausende Menschen getötet worn sind. Sie an und beschuldigt sie, so den Staaten in die wurden auf der Flucht" erschossen, in KonzenHände zu arbeiten, die gegen die Demokratie in trationslagern zutode gequält, auf den Straßen Spanien kämpfen. Pariser Urteil: " Englische Verblendung Der sozialistische Populaire" schreibt zu der Ernennung eines englischen Vertreters bei der Franco- Regierung: " Diplomaten und Journalisten, welche Bes oder in ihren Wohnungen erschlagen oder zum Richtblock geschleppt. Allein zwanzig ehemalige Abgeordnete wurden von den Horden des Herrn Hitler abgeschlachtet. Das alles geschieht im Namen einer Justiz, die mehr als irgendeine Justiz in der Welt den Namen Partei justiz verdient. In Deutschland gibt es den Grundsatz:" Recht ist, was dem Volke nüßt!" So ungeheuerlich dieser Grundsaß ist, er Franzosen- Dampfer erfolglos bombardiert Barcelona. Wie gemeldet wird, ver- nach Abschluß der Nichtinterventionsverhand- ziehungen zu London haben, zögern nicht zu er- wird an Ungeheuerlichkeit noch übertroffen durch fuchten am Donnerstag zwei Wafferflugzeuge der lungen unternommen werden sollten. Man nimmt flären, daß die tonservative Regierung in Engs feine ungeheuerliche Ausdeutung: nach dieser Aus Aufständischen um 8 Uhr 30, den französischen in Paris an, daß es sich bei diesem Vorgehen um land weit davon entfernt sei, gegenüber Franco deutung ist einzig und allein da s dem deutschen Dampfer 2 a Gorse" in der Nähe von Mataro eine Antwort der englischen Konserva- feindseliger Gesinnung zu sein. In der Annahme, Wolke nüßlich, was der nationalsozialistischen an der katalonischen Küste, nördlich von Barce- tiven auf die Rebe handle, bie& erriot daß die Aufſtändiſchen ſiegen könnten, ist sie be- Barte i nüßlich ist. Und wir wissen, daß der Iona, zu bombardieren. Der franzöfifche Dampfer auf dem Parteitag der Radikalen hielt und in der strebt, sie zu schonen. Diese Verblendung erleich oberste Rechtschöpfer eben jener Parteiführer wurde nicht getroffen. Er feßte seine Fahrt in Be- er eine energische Bolitik gegenüber Spanien, tert natürlich nicht die Stellung der französischen ist, der den Mord von Potemba und all die a n= gleitung des französischen Zerstörers" Suffren" nämlich den Gedanken der Oeffnung der Regierung. Die Worte, welche wir in Brüffel de ren tausende Morde auf dem Gewissen hat, Pyrenäen Grenzen, unterstützte. Lon- hören, sind nicht immer optimistisch." ført. = die von Nationalsozialisten in den letzten Jahren Seite 2 Freitag, 5. November 1937 in Deutschland, ja, auch in anderen Ländern, be-| das nicht einsehen oder gar verschleiern will, be- Jauseinander. Ein Scheitern der aktivistischen Idee gangen wurden. schmutzt sich selbst mit all der Niedertracht, die von muß nicht unbedingt das Ende jeder deutscher Wer den Sieg des Rechtes in der Welt will; Volkes, das sich einmal schämen wird, die Hitler- demokratische Republik gibt, wird es auch weiters den Hitlerleuten begangen wird. Im Namen eines demokratischen Partei bedeuten. Solange es eine der begnüge sich nicht damit, das Wüten der Par- zeit durchlebt und durchlitten zu haben. Und das hin eine deutsche Arbeiterbewegung geben und es teijustiz in der Sowjetunion zu kritisieren; sich noch mehr darüber schämen wird, daß es werden sich auch Katholizismus und Bauernbewesondern trage das seine dazu bei, das eigene außerhalb des Dritten Reiches Deutsche gab, die gung niemals ganz aus der sudetendeutschen Po Volk und seine Machthaber zu der Rechtsauffas das Recht der freien Rede und Schreibe dazu litik ausschalten lassen. Deshalb rufen wir garsung zu bekehren, die kuĭtervierter Natio- mißbrauchten, das Unrecht zu bemänteln und nicht um Hilfe für die eine oder die andere deutsche nen allein würdig ist. Parteijustiz ist im Dritten zu verteidigen, durch welches das Ansehen unserer Partei, sondern die Frage, die wir an alle demoReich so verwerflich wie in der Sowjetunion. Wer ganzen Nation geschändet wird. kratischen Tschechen und Slowaken richten, lautet, ob der Aktivismus als Idee und Bekenntnis ge= rettet werden kann. Der Aktivismus als Idee ist die Summe des deutschen Vertrauens in den VerAusdruck der Hoffnung, daß die Lebensfragen der Sudetendeutschen mit friedlichen Mitteln innerDie Situation des deutschen Aktivismus tandigungswillen des tschechischen Volkes, ist der Eine Artikelserie des Abg. Jaksch in der„, Přítomnost" lichkeit die Lage des sudetendeutschen Aktivises u. a.: halb unseres demokratisch- republikanischen Staates gelöst werden können. * In den weiteren Artikeln will nun Jaksch untersuchen, wie weit die bisherigen Ergebnisse der Vereinbarung vom 18. Feber diese Hoffnung unterstützen. Auch das Finanzgesetz genehmigt Nr. 260 Der Kampf" Sozialistische Revue Heft 11, November 1937, hat folgenden Inhalt: Emil Franz el: Die Welt nach Englands Willen und Vorstellung Gregor Bienstod: Japans Gegenkolonisation Emil Strauß: Währung und Wirtschaft Robert Wiener: Vorsatz und Fahrlässigkeit N. C.: Der Katalanismus Josef Hofbauer: Die ,, Moral insanity" des Bolschewismus Politische Bemerkungen: Nach dem Fall von Gijon im Donauraum mals Brunete Tragische Mißverständnisse Braune Strategie- Noch Aus dem geistigen Leben: Flucht aus dem zwanzigsten Jahrhundert- Zu Hei dens Hitlerbuch Bücherschau. scolatadi Preis des Heftes 5 Kč, Jahresbezugspreis 50 Kč Redaktion und Verwaltung: Brag II., Lützowova 37 Pra g. Der Ministerrat genehmigte in feiner Sizung am Donnerstag nachmittags den Entwurf des Finanzgesetzes für 1938, der zugleich mit dem Staatsvoranschlag dem Parlament vorgelegt werden wird. Gleichzeitig wurde rungsanstalt auf die freigewordenen Stellen durchauch ein Regierungsantrag genehmigt, durch den geführt und die laufende Tagesordnung der adminiDie Nationalversammlung die Budgetüberschreistrativen, wirtschaftlichen und Personalangelegenhei tungen für 1936 nachträglich genehmigen foll. ten erledigt. Weiters wurden Vorschläge zur budgetären Deckung der erhöhten Staatsausgaben genehmigt. * Ferner wurde der Regierungsentwurf über Teplitzer Aufklärung in England In der führenden tschechischen politischen gime, welches die Verfütterung des selbsterzeugZeitschrift„ Přítomnost" ist ein Artikel des ten Getreides mit drakonischen Strafen bedroht. Abg. Wenzel Jakich erschienen, dem noch Aus Tirol und Vorarlberg sind früher zahlreiche weitere folgen werden und in denen Jakich ver- Bauarbeiter nach Deutschland in Arbeit gegangen. sucht, der tschechischen fortschrittlichen Deffent- Sie arbeiten jetzt lieber zu Hause auf einem Stramus zu erklären. In dem ersten Artikel heißt Benbau, weil ihnen ieder das reichsdeutsche Ersay- Brot, noch der militärische Befehlston auf den Arbeitsstellen schmeckt. Warum sind gerade die Nach den letzten Vorgängen wird es immer Sudetendeutschen um viele Grade empfänglicher notivendiger, die Sudetendeutschen vor Generali- für die nazistischen Heilslehren? Das muß ſpezisierungen in Schuß zu nehmen. Sie sind im fische Ursachen haben. Zum Teil waren sie durch Durchschnitt weit besser, als jene, die sich als die unglückselige ideologische Erbschaft der deutschjeine privilegierten Führer aufspielten. Als ich im radikalen Machtpolitik dazu prädistiniert. Es find Feber in London gefragt wurde, ob die Sudeten- aber auch Schichten zu Henlein gestoßen, die weder deutschen im Juni die von einigen Seiten prophe- mit. H. Wolf, noch mit Schollich oder Krebs zeite Revolution machen werden, sagte ich katego- etwas zu tun hatten. Ueber die tieferen Bewegrisch„ Nein". Die große Mehrheit der Sudeten- gründe dieses überkonpensierten Nazismus oder deutschen, so betonte ich, rekrutiere sich aus sehr Henleinismus darf sich die tschechische Deffentlich arbeitssamen und im Wesen gesebestreuen Bür- feit nicht länger einer Selbsttäuschung hingeben. gern. Viele von ihnen sind durch die lange schwere Das Surplus an Henleinwählern ich schäße es Krise verbittert, durch die nazistische Propaganda auf 30 bis 40 Prozent ist nicht Ausdruck einer verhebt, mit ihrer nationalen Position vielfach mit Kriegshoffnung, sondern einer radikalen innerRecht unzufrieden doch alles andere als blut politischen Opposition gewesen. Wie weit diese rünstige Rebellanten. Nur militante ausländische Aufgliederung der SdP- Kaders heute noch zuUnterstützung könnte gewisse Gruppen fanatifier- trifft, ist schwer zu sagen. Nach wie vor fühlt sich einige Alenderungen des Wirkungsbereiches auf bem ter Jünglinge dazu verleiten, einen offenen Kon- auch der nichtnazistische Teil der Sudetendeutschen Gebiete der inneren Verwaltung zweds Er weiflikt mit der Staatsgewalt zu riskieren. Die in seiner wirtschaftlich- sozialen und national- terung der Befugnisse der LanDer„ Teplitzer" Ringplatz aus Görlitz Teplizer Vorfälle haben diese Prognose bestätigt. fulturellen Position gefährdet... Wenn nur einige Unterführer den Mut aufbrin despräsidenten genehmigt. Der Unter- In London erivedt jezt eine im„ Manchester gen, unter dem Schuße der Immunität eines richtsminister wurde vom Ministerrat ermächtigt, den Guardian" veröffentlichte Zuschrift eines Herrn demokratischen Parlaments mit der Polizei zu Gefeßentwurf über die Landesschulräte A. C. Wanderer aus Dur große Beachtung. raufen, dann muß im Volke selbst ein absoluter für das interministerielle Verfahren vorzubereiten. Dieser Brief warnt die englische Oeffentlichkeit Mangel an revolutionärem Aufstandswillen herrSchließlich wurde der Gesezentwurf genehmigt, durch vor den Propaganda methoden des schen. Trotz der platonischen Massenbegeisterung den die bisherigen Vorschriften über die Regelung Dritten Reiches und beweist an Hand des für in- und ausländische Führer" bin ich übereiniger Verhältnisse in der fabrikmäßigen Erzeugung Teplißer Zwischenfalles, wie wenig Glauben man zeugt, daß die Mehrheit der Sudetendeutschen von Kleidungsstücken verlängert und teilweise ge den Berliner Auslegungen beimessen dürfe. Der noch immer eine friedliche Verständigung mit dem Wie kann die tschechoslowakische Staats- ändert werden. Tepliker Zwischenfall war nach der Zeugenschaft tschechischen Nachbarvolk irgend einer blutigen ideologie dem deutschen Nachwuchs näher gebracht Von Regierungsverordnungen wurde der Ver- zahlreicher Augenzeugen, mit denen Wanderer Affäre vorziehen würde. Man soll aber nicht über- werden? Kann man für die Ideologie eines ordnungsentwurf genehmigt, durch den der 25pro- sprach, ein geringfügiger Vorfall, von sehen, daß das Ausmaß der Aufnahmsfähigkeit tschechisch- slowakischen Nationalstaates die deutsche zentige Sonderzuschlag zur Grundsteuer für Zwecke dem die Einwohner von Teplit erst am nächsten der verschiedenen Gruppen von Grenzdeutschen Jugend begeistern? Ich fürchte sehr, daß vom des staatlichen Meliorations- Fonds um ein Tag aus den Zeitungen erfuhren! gegenüber der Nazipropaganda in einem direkten starren tschechosch- slowakischen Nationalbegriff her ahr verlängert wird. Die gegenwärtig Wanderer schreibt, daß die Nachricht über Verhältnis zu ihrer staatspolitischen Situation in der Mehrheit der deutschen Jugend weder eine geltende vorübergehende Ermäßigung des Bollfazes den Zwischenfall sofort nach Berlin an den ehesteht. Einige Beispiele zeugen dafür. Im Elsaß romantische noch eine realistische Staatsgesinnung auf Fett wurde bis Ende Jänner 1938 verlängert. haben die Autonomisten unlängst bei den Kanton- entwickelt werden kann. Der junge Deutsche sagt wahlen ihre letzten Positionen verloren. Von einer sich einfach:„ Wenn der Nationalstaat für die wirtschaftlichen oder sozialen Diskrimination der Tschechen und Slowaken das höchste Ideal ist, Elsässer ist im heutigen Frankreich allerdings keine warum nicht für mich?" Was wir auf unserer Rede. In der Schweiz versicherten mir unlängst Seite brauchen, ist das organische Wachstum einer politische Freunde, daß die nazistischen Fronten Staatsgesinnung sudetendeutscher Prägung. Der ausgespielt haben. Auch in den Grenzfantonen Aktivismus als Idee ist das Bekenntnis zum über( z. B. Schaffhausen) ist der Frontismus bankrott. nationalen Staatsbegriff. Dieses Bekenntnis tann Die Erklärung dafür bietet das gefestigte staat- aber nicht einseitig sein, sondern es jetzt eine liche Selbstbewußtsein der Deutschschweizer, ihr parallele staatspolitische Orientierung der Tschetotales Plus an wirtschaftlichem Wohlstand und chen und Slowaken voraus. Die Chancen des politischer Freiheit gegenüber dem dritten Reich. deutschen Aktivismus werden entscheidend durch Auch in Desterreich wird nachdrücklich betont, daß die Staatskonzeption der Tschechen und Slowaten besonders in den Grenzgebieten die Begeisterung bestimmt. Halten wir einmal zum besseren Verfür den Nazismus cher ab- als zunimmt. Der ständnis den deutschen Aktivismus als Idee und österreichische Alpenbauer bedankt sich für ein Re- das Schicksal der deutschen Regierungsparteien 4 DER KLEINE VON EUGENE DA BIT Berechtigte Uebertragung aus dem Französischen von Bejot In seinen weiteren Ausführungen bezieht sich dann Abg. Jaksch auf einen Artikel Dr. F. Bauers in der„ Národní Politika", in welchem dieser für die deutsch- tschechische Verständigung eintretende Publizist die Notwendigkeit der Erziehung der sudetendeutschen Jugend zum Staatsbewußtsein hervorgeht. Dazu schreibt Jaksch: Im Hof exerzieren Soldaten, das Gewehr auf der Schulter. Jch bleibe vor dem Tor auf der Straße stehen. Ein Soldat geht hinein. raschte! Kennen Sie vielleicht Henri Decamp? Das Auf dem Gebiete der Verwaltungsangelegenheiten wurden einige Aenderungen in der Besetzung der tschechoslowakischen Honorarkonsulate im Auslande, insbesondere in den Ueberseestaaten, genehmigt. Ausgesprochen wurde die Zustimmung zur Errichtung einer höheren tschechoslowakischen Lehranstalt für die Heranbildung von Rabbinern in Prag. Zur Kenntnis genommen wurde der Bericht über den Plan von Bauten aus Mitteln des staatlichen Wasserwirtschaftsfonds für die laufende Periode und über die Veranschlagung ihrer Kosten. Genehmigt wurden die Maßnahmen zur teilweisen Milderung der Folgen der heurigen Elementarschäden im Lande Mähren- Schlesien. Ferner wurde die Ernennung von Mitgliedern der Verwaltungsorgane der Bentralsozialversiche macht." ge= maligen tschechoslowakischen Abgeordneten und heute einen der größten nationalsozialistischen Ers tremisten in Berlin, Srebs, telephoniert wurde, der sofort Dr. Goebbels um die Erlaubnis ersuchte, in der reichsdeutschen Presse eine Rams pagne einzuleiten. Als Beweis dafür, wie betrü gerisch die ganze Angelegenheit aufgezogen wurde, führt dann der Briefschreiber den bon uns bes reits gemeldeten- peinlichen Irrtum an, der den Berlinern in der Eile passierte: daß nämlich von einer bekannten Photoagentur in Berlin an alle Blätter ein Bild des„ Teplitzer Marktplages" ausgesendet wurde, das auch prompt von der gans zen Presse veröffentlicht wurde, nur vom„ Görs lizer Anzeiger" nicht, weil man dort unschwer ers kannte, daß das Bild nicht den Tepliker, sondern eben den Görlitzer Marktplaß darstellte... Ich ziehe ohne Bedauern. Im Grunde hatte ich selbst den Wunsch, die Bude mit ihren hämis schen und brutalen Gesellen und dem allzu stren gen Meister sobald als möglich zu verlassen. Ich bin noch kein guter Arbeiter, aber ich finde ficher etwas Besseres. Meine Ferien ziehen sich in die Länge. Viel leicht dauern sie bis zum Herbst wie damals, als ich noch in der Schule war? Das wäre fein. zu der Stelle, an der man, wie die Leute sagen, einen Heeresbericht angeschlagen hat. Ich lese: „ Französische Regimenter sind ins Elsaß eingedrungen. Thann ist in unserer Hand. Wir nähern uns Mülhausen." ist mein Vater." " Sechstausend Gefangene haben wir ner. In dem Kasten sind drei- bis viertausend ,, Glaube faum, daß du ihn finden wirst, Mei" Eine bayerische Fahne haben wir erobert." Reservisten." Wir sind fünfzehn im Abteil, und die Luft " Die Kosaten sollen Ostpreußen genommen Jedesmal, wenn ein Soldat vorüberkommt, ist dick. Ich stehe, mit der Hand das Gepäcknet richte ich an ihn die gleiche Frage. Ich schleiche haben." Ich bummle. Mama läßt mich allein auss umflammernd. Die Reisenden sprechen vom mich an einer weißgetünchten Wand entlang, die in fauchat es: Papa braucht nicht mehr an die Front Augenblick kommen sagt sie. Weiter höre ich nichts. Sieg! In mir gehen. Sie bleibt zu Hause. Papa tönne jeden Kriege. Ohne Angst, ohne Schrecken. Eher mit Augenhöhe von vergitterten Fenstern unterbrochen einer etwas lärmenden Begeisterung. ist. Jch werfe einen Blick ins Innere. Mein Herz zu gehen. Auf der Straße bilden sich bei jeder Geles Ich fahre nach Paris zurüd. Selig über die genheit Ansammlungen. Frauen sprechen sich an, Der Zug bleibt plößlich stehen. flopft noch schneller. Wenn mich jemand über- guten Nachrichten, die ich mitbringe. Aber ich ohne sich zu kennen. Arbeiter laufen von ihrer Was ist los?" Ein Mann beugt sich aus dem Fenster. Eine Batterie fährt über den Paradeplak. komme gar nicht dazu, sie zu verkünden. Mama Arbeit weg, Vorübergehende bleiben stehen und " Der Tunnel von Meudon. Er wird be- Die Mannschaften ſizen auf den Proben. Die empfängt mich, strahlend vor Freude: begleiten ihre Reden mit weit ausholenden Ges wacht. Die Preußen wollten ihn in die Luft Geschüße sind mit Blumen und Zweigen geschmückt. Ich habe Vater gesehen. Er sollte Pferde sten. Und immer ist einer dabei, der den Sieg sprengen. Scheint, daß man einen erwischt hat." Hinterher kommt Infanterie, einige hundert in La Villette holen und hat einen fleinen Um- unserer Armee für absolut sicher hält. Trotz der Nach einer Weile geht's langsam weiter. Mann. Man sagt, sie gehen an die Front. Dra weg gemacht. Weißt du, er sieht gut aus in Uni- erbrückenden Sie haben alle Gesichter etwas Alles schweigt. goner und Mürassiere tauchen auf in funkelnder form. Das ganze Haus war auf den Beinen, um Strahlendes, Stolzes. Laute Rufe hallen von den Endlich sind wir da. Pracht. Man begrüßt sie, Klatscht in die Hände, ihn zu bewundern. Und du? Wer konnte wissen, Mauern wider. Ein Zeitungsverkäufer stürmt Ich laufe aus dem Bahnhof, begegne Infan- jubelt ihnen zu. Jch juble mit. Die Menge daß ich dich umsonst hinschicken würde?" vorüber und schreit seine Siegesnachrichten aus. teristen, Stavalleristen, Artilleristen. Ich gehe auf schiebt mich fast unter die Pferdehufe. Wie in Nun packe ich aus. Ich spreche mit lauter Man drängt sich um ihn. Jeder will der erste gut Glück, sehe weder die Kaserne noch einen Sol- einem Rausch höre ich die Klänge einer Fanfare. Stimme, trage dick auf, schildere den Vorbei- sein, der sie liest. Und ich, der ich doch nie aus daten von den ersten Pionieren. Nach einer Weile Der Staub verzieht sich. Der Lärm ver- marsch auf dem Paradeplatz in einem großarti- meinem Viertel hinausgekommen bin, wo ich wie mache ich kehrt und frage einen Vorübergehenden, stummt. Ich pflanze mich wieder vor der Kaserne gen Rahmen, viel schöner, viel gewaltiger als die in einer Kleinstadt gelebt habe, jeden Tag dieder mir den Weg zeigt. auf. Die Mauern sind hoch und traurig wie Ge- Barade in Longchamp, die wir 1912 gesehen ha- elben Straßen, dieselben Läden vor den Augen, Die Kleine Marstall- Kaserne, gegenüber dem fängismauern. Plöblich rufe ich: ben. Ich stampfe mit den Füßen auf, imitiere ich tauche unter in dem Strudel, der mich fortSchlosse. Ich laufe am Gitter hin, gehe durchs das Trompetengeschmetter und das Dröhnen der reißt. " Papa! Papa!" Tor. Niemand hindert mich. Ich gehe weiter,„ Da bist du ja schon wieder!" fährt mich ein Kanonen. schlängle mich durch die Wagenreihen, dringe in Bosten an. ,, Willst du machen, daß du forteinen leeren Gang. fommit!" Mein Mut wächst. An einer Tür ist eine Zum leptenmal umflammere ich die Stäbe weiße Karte befestigt mit der Aufschrift: Büro. des Gitters und starre in den Hof. Dann gehe Ich flopfe an, höre eine Stimme, die mir antwor- ich, das Batet, das mir Mama übergeben hat, tet, trete, wild schlagenden Herzens, ein und sage, noch immer in der Hand. Nichts als Soldaten ohne die Augen aufzuheben und ohne Atempause: und Reservisten, die von Unteroffizieren in die ,, Könnte ich meinen Vater sehen?" Kaserne geführt werden. Sanitäter, MunitionsImmer weiter gehe ich, beide Hände in den ,, Genug, genug, Kleiner". Taschen. Ich komme durch einsame Straßen und Mama gibt mir einen Auß. durch belebte. Vor vielen Läden hängt ein Ba " Vor einem Monat ist Vater zurück", be- pierschild in den Farben der Trikolore. Darauf steht: ,, Geschlossen bis zum Ende der Feindselig merkte sie. Auf meine Frage gibt mir Herr Bernard ruhig zur Antwort: Hör zu, meine Leute sind eingezogen, ich die Werkstatt wieder aufmache. Such dir indessen ettvas anderes". feiten". Und auf dem Trottoir und an den Hauss türen kann man, von Kinderhand gemalt, die Worte lesen: Nieder mit dem Kaiser!" An einer Ecke bleibe ich stehen und lausche ,, Wirst du dich gleich nach Hause scheren, vers folonnen, Automobile in endlosen Zügen. Stim selbst rüde auch bald ein. Wer weiß, wann ich den Strophen einer vaterländischen Romanze. dammter Lausejunge", erwidert eine scharfe, trot- mengewirr. Vor einem Hause stauen sich die tene Kommandostimme. Menschen. Ich zwänge mich durch und komme bis (( Fortfehung folgt)\ Rr. 260 Freitag, 5. November 1937 Seite 3 Vorüber die SdP-Preue nicht berichtet Brief an den Zeibnieoel Aus Warnsdorf wird uns geschrieben: Am 31. Oktober wurden, wie wir meldeten, in Warnsdorf 5 Mitglieder der BdP verhaftet und dem Bezirksgericht eingeliefert. Diese Verhaftung hat in den Kreisen der SdP in Warnsdorf große Bestürzung hervorgerufen und es war zu erwarten, daß sich der Abg. Rösler- Warnsdorf der Verhafteten annehmen wird. Er kam auch tatsächlich in das Bezirksgericht in Warnsdorf, verhandelte mit einem Gefangenenaufseher über die Inhaftierten und händigte dem Aufseher schließlich eine volle Schachtel Vlasta-Zigaretten mit dem Wunsche ein, diese seinen verhafteten Parteigenossen zu überbringen. Als der Aufseher bekanntgab, daß er die Schachtel öffnen und auf ihren wirklichen Inhalt prüfen müsse, griff der Abg. Rösler in die Tasche und überreichte dem Aufseher ein Geldstück. Daraufhin mußte sich der Abgeordnete Rösler, Mitglied der gesetzgebenden Körperschaft in Prag, von dem einfachen Manne, der seinen Dienst als Gefangenenaufseher im Bezirksgerichte in Warnsdorf versieht, belehren lassen, daß dies einer Bestechung gleichkomme und daß diese Angelegenheit zur weiteren Amtshandlung weitergeleitet würde. Was hat der Abg. Rösler sich denn dabei gedacht, als er das Geldstück in die Hand eines Angestellten des tschechoslowakischen Staates legte und wie vereinbart sich diese Handlungsweise mit den Grundsätzen der „Reinheit und Sauberkeit" im öffentlichen Lebenf Wird der reichsdeutsche Rundfunk nun wieder über die Vergewaltigung eines tschechoslowakischen Abgeordneten berichten, wenn eine Strafanzeige wegen versuchter Bestechung gegen den Abg. Rösler erstattet werden wird und wird auch in diesem Falle der Aufseher des Bezirksgerichtes in Warnsdorf als der Schuldige hingestellt werden f Wird auch in diesem Falle ein offener Brief an den Herrn Staatspräsidenten gerichtet werden und wird das Parlament noch einmal einen Auszug der SdP-Abgeordneten erleben oder wird sich die SdP-Leitung und auch der Herr Abgeordnete Rösler mit der begangenen Torheit abfinden und das Weitere- abwartenT Interessante Vorgänge in der Marktgemeinde Eisenstein Der„Heimatruf", das westböhmische Kreisorgan der SdP, berichtet jede Kleinigkeit, die er über irgendeinen Sozialdemokraten erfahren kann, gleichgültig, ob seine Informationen der Wahrheit entsprechen oder nicht. Nur wenn der „Heimatruf" wirklich einmal Gelegenheit hätte, für Reinheit und Sauberkeit zu wirken, hüllt er sich in Schweigen^ Aus diesem Grunde sei ein interesiantes Vorkommnis aus der Marktgemeinde Eisenstein berichtet, von dem die„Zukunft" jetzt den Schleier hebt. Mitte Juli fuhr der seinerzeitige Bürgermeister Scvp Skalitzky an den Wolfgangsee (Oesterreich) auf Urlaub. Er übergab die Geschäfte nicht an seinen Stellvertreter, den Sozialdemokraten Ignatz Brandl; Brandl wurde lediglich durch eine Aushilfskraft verständigt, daß er jetzt amtieren solle.—— An einem Montag vor 6 Uhr abends fand Brandl das Gemeindeamt ohne Sekretär. Die Kasse war nicht abgesperrt, den Schlüssel hatte aber der Gemeindesekretär mitgenommen. Bürgermeisterstellvertreter Brandl ließ den Obmann der Finanzkommission, den SdP-Mann Fuchs, rufen. Dieser ließ sagen, er habe keine Zeit. Ein anderes Mitglied der Finanz- kommisiion kam ebenfalls nicht. In Anwesenheit dreier Gemeinderatsmitglieder wurde ein Barbestand von 14.000 XL festgestellt. Es ergab sich, daß im Hauptbuch seit Jänner 1937«nd im Kafsabnch seit 20. Mai 1937 nichts mehr eingetragen war. Zwei Nachtwächter mußten vorläufig die Kanzlei bewachen. Am Dienstag fand sich der Sekretär wieder ein. Er erhielt den Auftrag, bis Freitag alles in Ordnung zu bringen. Diese Frist konnte er nicht einhalten, weshalb auf seinen Wunsch eine Gemeinderatssitzung verschoben wurde. Statt jedoch die Unordnung zu beseitigen, verschwand der Sekretär samt den Kassaschlüjseln. Mittlerweile war ein Fehlbetrag von 23.000 KL festgcstellt worden. Diesen Betrag ersetzte der Gemeindesekretär, der inzwischen von seinem Ausflug nach Deutschland zurückgekehrt war. Während dieser Geschehnisse hatte man den Bürgermeister Skalitzky telephonisch aufgefordert, nach Hause zu kommen. Er erklärte, daß er nur auf Ko st en der Gemeinderäte kommen werde. Schließlich verlangte er von der Gemeinde, daß sie ihm die FahrtauSlagen in der Höhe von 417 KL bezahle. Eine Sitzung der Gemeindevertretung, die nach diesen Vorfällen stattfand, lehnte diese For- rung SkalitzkyS ab.(Der Sekretär war seines Postens enthoben worden.) Zum Bürger- m e i st e r wurhe der Sozialdemokrat Brandl mtt 17 von 19 Stimmen gewählt. Der völkische Anwalt und die Staatssprache Bor längerer Zeit flüchtete, wie wir damals berichteten, der Karlsbader Anwalt Dr. K liege l st e i n wegen einer hohen Steuerstrafe nach Oesterreich. Die Klientel Dr. Kriegeisteins setzte sich zum Großteil aus Angehörigen der SdP zusammen. Rach seiner Flucht übernahm die Kanzlei und damit auch die völkische Klientel der Karlsbader Rechtsanwalt LUDr. Hans Weiß. Derselbe Dr. Hans Weiß hat nun, wie der„Prager Mittag" in einem beim Kreisgericht Leitmeritz durchgeführten Stritt eine Österreicherin vertreten und sich hiebei nur der deutschen Sprache bedient. Das Gericht hat ihm hiebei keinerlei Schwierigkeiten bereitet, obwohl die Tatsache, daß die Prozeßpartei Ausländerin ist, im Prozeß eine Rolle spielte und daher dem Gericht-bekannt war. Als aber nachher seine gewesene Klientin gegen ihn beim Bezirksgericht Karlsbad eine Privatanklage in deutscher Sprache einbrachte, zeigte Dr. Weiß dem Gerichte an, daß seine Gegnerin Ausländerin sei und vertrat die Anschauung, daß eine österreichische Prozeßpartei sich vor dem Bezirksgericht Karlsbad nur der Staatssprache bedienen dürfe. Deutsche und tschechische Schulen in Mähr.» Ostrau. Ist Mährisch-Ostrau gibt es im heuri- gen Schuljahre 14 tschechische Bürgerschulen mit 91 Klassen, während an den sechs deutschen Bürgerschulen 21 Klaffen bestehen. Die tschechischen Bürgerschulen werden von 8241, die deutschen von 988 Schülern besucht. Der Rückgang an Schülern beträgt für die Bürgerschulen gegenüber dem Borjahr« bei den Tschechen 249, deutscherseits aber 27. Tschechische Volksschulen gibt es 30 mit 184 Klaffen, deutsche acht mit 32 Klaffen. Die Zahl der Schüler an den tschechischen Volksschulen wird mit 6804, die an den brutschen Volksschulen mit 1111 angegeben. Dies bedeutet tschechischerseits gegenüber dem Borjahre eine Abnahme von 460 Schülern, bei den Deutschen hingegen von 118 Kindern. Dem Gedenken T. G. MasarvkS ist das Doppelheft 7/8 der Zeitschrift für nationale Verständigung«Neue Zeit" gewidmet. Der demokratische Appell des Präsidenten Dr. B e- "es aus seiner Rede am Sarge des Präsident- Befreiers eröffnet die Reihe der Gedenkaufsätze. Dr. Milan H o d j a schreibt über„T. G. Ma- saryk und das neue Europa". Minister Dr. Ludwig T z ech erstattet«inen warm empfundenen >^>ank an Masaryk". Minister Dr. Franz «Pina kennzeichnet den großen Toten als Vollender. Minister Erwin Z a j i ö e k schreibt über das Verhältnis Masaryks zu den Sudetendeutschen. Abgeordneter Wenzel Jak sch würdigt Ziehung der Klassenlotterie (Ohne Gewähr.) Prag. Bei der Donnerstag-Ziehung der X- Klaffe der 87. tschechoslowakischen Klaffen- uttctie wurden nachstehende Gewinste gezogen: 20.000 K8 die Lose Nr. 18.192, 75.270. 10.000 K5 die Lose Nr. 8.631, 23.138, 53.587, «2.733, 85.815. 5000 K8 die Lose Nr. 4.023, 44.458, 53.453, 57.382, 87.937, 90.119, 93.553, 101.470, 107.486. 2000 K8 die Lose Nr. 628, 2.024, 5.202, 8.842, ‘0.334, 19.974, 20.627, 28.318, 31.450, 33.674. «5.456, 37.995, 39.053, 40.638, 41.121, 42.364, *4-788, 46.457, 48.857, 52.338, 56.606, 60.341, «1-806, 66.487, 69.021, 69.110, 79.294, 81.340, 05.966, 86.789, 95.111, 95.427, 96.730, 97.774, 103.521, 103.893, 105.843, 106.280, 117.221 usw. „Dkasaryks Vermächtnis" im Dienste der landesbrüderlichen Verständigung zwischen den deutschen und slawischen Bürgern der Republik. Dr. Emil U t i tz widmet dem Verstorbenen ein Gedenkblaü „In memoriam T. G. Masaryk". Dr. Arthur Werner beschließt die Reihe mit einem Aufsatz „Masart)k und Benes", über ihre Gemeinschaft der Arbeit, des Denkens und Fühlens. Die Aufsätze vereinigen sich zu einem abgerundeten Bilde des großen Vorkämpfers der Humanität, als der T. G. Masaryk auch den Deutschen in der Republik unvergeßlich bleibt und dessen Vermächtnis auch«in Vermächtnis für die deutschen Staatsbürger ist. Die Eröffnungsfeier nach der Neuherrichtung der Naturfreundehütte in Gersdorf wird Samstag, den 6. und Sonntag, den 7. November , obgehalten. Uebernachtunaen sind, bei Wenzel Dornaus, Komotau, Kohlstad tj^affe, Zu melden. Spanien-Resolution angenommen Neue Konflikte wegen der Kriegsrechte In Sicht London. Der Nichtinterventionsausschuß nahm Donnerstag die vom Subkomitee empfohlene Resolution an, die sich mit der Abberufung der Freiwilligen aus Spanien und der Zuerkennung der Kriegsführenden-Rechte an beide Parteien befaßt. Weiters genehmigte der Ausschuß eine zweite Resolution, die seinen Vorsitzenden Lord Plymouth ermächtigt, in Verhandlungen mit beiden spanischen Parteien über die Entsendung von internationalen Kommissionen nach Spanien einzutreten, dir den Abtransport der Freiwilligen vorberetten sollen. Botschafter M a j s k i erklärte, die Sowjetunion könne dem brittschen Plan als Ganze-, aber auch der vorgeschlagenen Resolution nicht z«- ^stimmen, aber mit Rücksicht darauf, daß eine Ablehnung den ganzen Plan der Abberufung der Freiwilligen zu Falle bringen würde, nehme die Sowjetunion die vorgrschlagene Resolution mit dem Vorbehalt an, daß sie jenen Teil nicht znstimme, der von der Zustimmung der Kriegs- fiihrendenrechte handle. Der italienische Botschafter Grandi erklärte daraufhin, die italienische Regierung würde sich durch die Bestimmungen über die Abberufung der Freiwilligen nicht gebunden betrachten, wenn nicht der ganze britische Plan und alle darin enthaltenen Verpflichtungen einmütig auch von den übrigen Regierungen akzrpttert würden, insbesondere soweit es sich um die Z u e r k r n- nung der Kriegsführenden- Rechte«nd die Erneuerung des Kontrollsystems handelt. Der Ausschuß könnte deshalb nicht an die Verwirklichung des britischen Planes schreiten, solange Sowjetrußland nicht seinen bisherigen Standpunkt aufgebe, es sei denn, daß die übrigen Mächte sich auf Maßnahmen einigen würden, wie den ernsten Folgen begegnet werden könnte, die durch die russische Nichtteilnahme entstehen wiirden. Der deutsche und der portugiesische Delegierte schloffen sich diesem italienischen Standpunkt an, ebenso der österreichische Gesandte. DaS gleiche taten die Vertreter Ungarns«nd Albaniens. Englands Aufrüstung 40 Milliarden Ki In 18 Monaten London. Der Minister für die Koordinierung der Rüstungen Sir Thomas Jnspik erklärte in Darwen: Seit meinem vor 1^£ Jahren erfolgten Amtsantritt sind insgesamt etwa 288 Millionen, Pfund(40 Milliarden KL) für die Rüstungen verausgabt worden. Die Regierung hat in dieser Zeit für die Bedürfnisse der britischen Admiralität 26 besondere Rüstungsunternehmungrn geschaffen, einschließlich der Unternehmungen, die> entsprechend erweitert wurden. Für die Bedürfnisse der Landarmee wurden 17 und für die Bedürfnisse des Militärflugwesens 15 derartige Unternehmungen errichtet. 10.000 polnische Bergarbeiter streiken Warscha«. Im Kohlenrevier von K r a- f c tt haben 10.000 Bergarbeiter den Streik er» 1 klärt. Sie fordern Herabsetzung der Arbeitszeit. Spaak designierter Ministerpräsident? Brüssel. An informierten Stellen wird erklärt, daß nach dem Mißerfolg des katholischen -Führers Pierlot der König aller Wahrscheinlichkeit nach den derzeitigen Außenminister und so- | zialistischen Führer Spaak mit der Bildung der neuen Regierung betrauen wird. Mandschukuo gegen die Fremden Tokio. Aus Hstnkiu wirtz gemeldet, daß sich die Regierung von Mandschukuo entschlossen hat, das Recht der Exterritorialität, das bisher den Ausländern in Mandschukuo zuerkannt wurde, aufzuheben. Ein schweres Hindernis Schanghai. Die Japaner versuchen noch immer, den Sutschau-Graben zu überschreiten. Die hefttgen Kämpfe dauern an. Im westlichen Teil ist es den Japanern gelungen, den Graben zu überschreiten,»nd diese Abteilungen versuchen nunmehr, die chinesischen Positionen zn durchbrechen. Die chinesische Artillerie hat zwei der von den Japanern über den Sutschau geschlagenen Brücken in Trümmer geschossen. Erklärung Zum in der Nr. 243 vom 12. Oktober 1937 veröffentlichten Artikel„Henlein über den Fall Rutha" erklärt die gefertigte Redattion, daß sie lediglich über die Rede Henleins beim Erntedankfest in Leitmeritz berichtet hat. Insoweit durch die Wiedergabe dieser Rede die periodische Druckschrift„Sozialdemokrat" beleidigt wurde, widerrufen wir die Beleidigung mit dem Ausdruck des Bedauerns«nd leisten Genugtuung. Die Redaktion der„Rumburger Zeitun g". Erklärung Zu der im„Reuen Tagblatt" Rr. 240 vom 12. Oktober 1937 auf Seite 2 veröffentlichten Nachricht„Konrad Henlein zum Falle Rutha" erklären wir, daß wir die erwähnte Nachricht als Bericht über die Rede Konrad Henleins und nicht als eigene Meinungsäußerung veröffentlicht haben. Mit den in der von uns wiedergrgebene» Rede Konrad Henleins erhaltenen, auf die Zeitung„Sozialdemokrat" bezüglichen Bahauptun- gen können wir uns in keiner Weise identifizieren. Wir widerrufen daher die beleidigende Nachricht und leisten der Redaktion des„Sozialdemokrat" auf diese Weise volle Genugtuung. Die Redaktion des„R e«e n T a g b l a t t". Erklärung Zu der in der„Jägerndorfer Zeitung" Rr. 120 vom 13. Oktober 1937 auf Seite 5 veröffentlichten Nachricht„Konrad Henlein zum Falle Rutha" erklären wir, daß wir dir erwähnte Nachricht als Bericht über die Rede Konrad Henleins und nicht als eigene Meinungsäußerung veröffentlicht haben. Mit dem in der von uns wiedergegebenen Rede Konrad Henleins enthaltenen» auf die Zeitung„Sozialdemokrat" bezüglichen Behauptungen können wir«ns in keiner Weise identifizieren. Wir widerrufen daher die beleidigende Nachricht und leiste» der Redakttvn des „Sozialdemokrat" auf diese Weise volle Genugtuung. Die Redaktion der„Jägerndorfer Zeit««g". «^a^UM>WW>WWWWMWWWWWWWW Der BudgetausschuB in Zeitnot Prag. Das Abgeordnetenhaus hielt am Donnerstag eine kurze Sitzung ab, in welcher ein Zusatzabkommen zum finnischen Handelsvertrag sowie der Handelsvertrag mit Kolumbien ohne Debatte genehmigt wurden. Dann vertagte sich 'das Haus auf nächsten DienSkag. Für Dienstag wird nunmehr schon mit ziemlicher Bestimmtheit die Vorlage des Budgets erwartet, ebenso die Vorlage der Bedeckungsvorlagen. Da diese eine eingehende parlamentarische Erörterung erfordern werden, andererseits aber das Budget samt den Bedeckungsvorlagen in beiden Häusern unbedingt bis Weihnachten verabschiedet werden soll, um ein Budgetprovisorium zu vermeiden, mutz man daran denken, auch die rein technische Seite dieser komplizierten Beratungen möglichst reibungslos zu gestalten. Augenblicklich gedenkt man alles daranzuset- tzen, damit das Abgeordnetenhaus in der Woche vom 29. November bis zum 3. oder 4. Dezember bereits die Debatte über das Budget und seine Bedeckung im Plenum abführe. Dann stünden dem Senat noch knappe drei Wochen bis Weihnachten zur Verfügung., Da der Budgetausschuß des Abgeordnetenhauses auch einige Tage zur Vorbereitung braucht, stünden ihm zur Beratung des Budgets nur die zwei Wochen vom 15. bis 27. November zur Verfügung. Daß in dieser knappen Zeit auch noch die Bedeckungsvorlagen von ihm sertiggestellt werden könnten, ist nicht sehr wahrscheinlich. Man denkt deshalb daran, die Ausschußberatungen über die Bedeckung erst abzuführen, wenn bereits das Plenum über das Budget debattiert. Für diese Ausschußberatungen sollen in dieser Woche die Vormittage reserviert bleiben, während für die Debatte im Plenum nur die Nachmittage in Betracht kämen. Gegen Schluß der Woche müßten | dann auch die Bedeckungsvorlagen schon ins Ple- > num kommen, da über sie zugleich mit dem Budget abgestimmt werden soll. LB dieser Fahrplan, der gestern in den Couloirs kolportiert wurde, auch wirklich«ingehalten werden kann, läßt sich derzeit allerdings kaum sagen.. Companys bleibt I Barcelona. Wie bekannt, hat der Präsident der katalanischen Generalidatz, dessen Mandat im laufenden Monat abläust, vor einigen Wochen die Absicht kundgegeben, nicht wieder auf diese Stelle zu kandidieren. Eine Unterredung zwischen Companys und dem Ministerpräsidenten Negrin in Madrid hat jedoch den ersteren überzeugt, daß seine Anwesenheit an der Spitze der Generalidad notwendig sei, um dadurch die Loyalität Kataloniens der Valencia-Regierung gegenüber in I einem Augenblick zu bekräftigen, da diese Regierung nach Katalonien übersierelt. Der Rat der Generalidad ist zusammengetreten und hat beschsoffen, das katalanische Parlament zwischen dem 15. und 20. November einzuberufen, um die Neuwahl Companys vorzunehmen. Seite 4 Freitag, 5. November 1837 Nr. 260 malayische Prinzessin, Amah Hanum, Tochter des ehemaligen Sultans von Johore, ein noch nicht dreizehnjähriges Mädchen von erstaunlicher Schönheit, das die Chinesen direkt von der Straße weg entführt hatten, ohne daß die sofort angestellten polizeilichen Nachforschungen die geringste Spur der Räuber ergaben. Die Befreiung der kleinen Sultanstochter erfolgte gerade noch im letzten Augenblick, denn im linken Ohr trug sie noch den schmalen goldenen Reif, der bei den malayischen Mädchen das Symbol der Jungfräulichkeit bedeutet. Eta japanisches Flugzeug versucht das Hauptquartier zu bombardieren 3oge#wuig freiten mn ner Mitschuldigen und die Lahmlegung des verbrecherischen Handels, sondern auch die Befreiung zahlreicher Opfer, die in verschiedenen publik, Rühl außerdem wegen des Verbrechens der Fälschung öffentlicher Dokumente nach Paragraph 197, 199 des Strafgesetzes zu schweren Kerkerstrafen, und zwar Johann Jordan zu z e h n Iah r e n und Johann Heinrich Rühl zu sieben Jahren mit den entsprechenden Verschärfungen und Geldstrafen nach Paragraph 29 des Gesetzes zum Schutze der Republik, und zwar Johann Jordan zu 5000 Kc, im Falle der Uneinbringlichkeit zu einer Ersatzstrafe von weiteren 50 Tagen schweren Kerkers, Johann Heinrich Rühl zu 3000 EL, im Nichteinbringungsfalle zu weiteren 30 Tagen schweren Kerkers. Bei beiden Angeklagten wurde der Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, bei dem Angeklagten Johann Heinrich Rühl außerdem der Verlust des Wahlrechtes und bei beiden Angellagten die Ausweisung aus dem Gebiete der Tschechoslowa- ischen Republik ausgesprochen. Die Angeklagten Johann Jordan und Johann Heinrich Rühl haben bie Strafen angenommen und sie sofort angetreten.(Amtlich.) Autounglück. Zwischen den Gemeinden Hos- kälkovice und Bobrovniky im Ostrauer Gebiet ereignete sich Mittwoch abends ein Amomobilun- glück. Das Personenautomobil, das von dem Elektrotechniker August Frhdeckh aus HluLin, Bezirk HluLin, gelenkt wurde, in dem drei seiner Kollegen saßen, stieß während der Fahrt an einen Baum. Alle wurden verletzt.* Da das Auto zur Weiterfahrt geeignet war, fuhr Frhdeckh auf Wunsch seiner Kollegen in das nahe Bergarbeiterkrankenhaus nach Petkikovice. Dort erst wurde festgestellt, daß einer der Insassen Karl Glumbik während der Fahrt ins Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen war. Die weiteren zwei Mitfahrer Wilhelm KaLryak und Ernst Vitek, welche ernstliche Verletzungen erlitten hatten, wurden nach der ersten Hilfeleistung in das Krankenhaus nach Mährisch-Ostrau gebracht. Der Chauffeur Frhdeckh, der nur Abschürfungen im Gesicht erlitten hatte, wurde wegen fahrlässigen Fahrens vorläufig'in die Haft des Kreisgerichtes in Hüll« schin eingeliefert. Die Jagdbeute von Groß-Seelowitz. Die am Donnerstag veranstaltete Jagd in Groß-Seelo- witz war kurz vor 16 Uhr beendet. Im ganzen wurden 1698 Stück Wild geschossen, davon 1538 Fasanen, 92 Hasen, 40 Kaninchen, 27 Rebhühner und ein Fuchs. König Carol brachte im ganzen 520, Prinz Michael 506 Stück zur Strecke. Um 16 Uhr 30 kehrten die Gäste von der Jagd nach- dem Schloß in Groß-Seelowitz zurück, wo der Präsident der Republik die Jagdteilnehmer und die Vertreter der Forstbeamtenschaft zu einem Tee lud. Donnerstag abends gab der Präsident der Republik zu Ehren des rumänischen Königs ein Diner, an dem 25 Personen teilnahmen, darunter Minister Zadina. Kanzler Sämal, der Vorsitzende deS Obersten Kontrollamtes Dr. Horak. Landesprästdent Cernh, Generalinspektor Syrovh und Gesandter Dr. Beverka. Verteidigungsminister Machnik und GeneralstabS- chef KrejLi hatten sich scho.i vorher von den Gästen Vom Rundfunk Empfehlenswerte» aus den Programmen: Freitag Prag, Sender 1:10.05: Deutsche Preffe, 10.15: brutsche Sendung: Für die Frau, 11.35: Schallplatten, 12.10: Operettenphantasien, 14: Deutsche Sendung, Werke von I. CH. Bach: Gesang: Fine Reich- Dörich, Flöte: A. Wildner, Klavier: F. Rieger, 16.25: Franz Schubert: Variationen für Klavier, 18.10: Deutsche Sendung: Prof. Schubert: Lehrerschaft und Gewerkschaft, 18.20: Schicksale unserer deutschen Forscher, 18.85: Arbeitersendung: Aktuelle 10 Minuten, 18.45: Deutsche Preffe. 19.15 Volks- lieber, 20.55: Rundfunkorchesterkonzert: Mozart, Dvorak, Beethoven. Berlioz, Smetana etc.— Prag, Sender II: 11: Schallplatten, 14.20: Deutsche Sendung: Dr. Mikulaschek: Klima und Mensch, 14.40: Gesang aus Schallplatten, 14.55: Deutsche Preffe, 18.10: Blechmusik.— Brünn 15.30: Rundfunkorchesterkonzert, 17.40: Deutsch: Sendung: Dr. Steiner» mayer: Bücherneuheiten. 21: Uebertragung aus dem Landestheater: Haydn: Der Apotheker.—Preßtnrg: 10.15: Operngesänge 12.35: Operettenmusik. 22.80: wurden. Unter ihnen befand sich eine waschechte i Verurteilte Spione. Der Senat für Ange legenheiten des Militärverrates beim Kreisstraf gericht in'Prag verurteilte Donnerstag nach zwei tägiger Verhandlung den 35jährigen Buchdrucker Johann Jordan und den 33jährigen Schneider Johann Heinrich Rühl, reichsdeutsche Staatsange- Tanzmusik.— 17.25: Volkslieder romanisch« Ra- bärige, wegen Militärverratcs nach Paragraph tionen, 19.45 Alte Tanzmusik. 6 Nr. 2 Abf. 3 des Gesetzes zum Schutze der Re- verabschiedet. Nur blöde Hunde .Für das Lesebuch Zwei Lausbuben spielten unlängst auf einer Wiese unweit von P... mit zwöi Hunden, indem dieselben einen weit geworfenen Ball sich immer und immer wieder bringen ließen. Dem einen Lausbub gehörte ein schwarzer, dem anderen ein weißer Hund. Beide Hunde waren von l nkittlerer Größe- Nach einer Pause, wahrscheinlich aus Lang weile undUebermut, beschlossen sie, einen Hundekrieg zu veranstalten. Den Vorschlag zu diesem machte der Besitzer des schwärzen Hundes. Beide Lausbuben bezogen hierauf ihre Stellungen, standen dann auf eine Entfernung von drei Schritten einander gegenüber, und ein jeder derselben hielt den zwischen seinen Unter- schenkeln eingeklemmten Hund mit beiden Händen fest. Wie auf ein Kommando begann die Kriegshetze und beide Lausbuben brüllten aus Leibeskräften:»Faß' ihn!" Die vorher miteinander friedlich spielenden gescllfchaften, denen ihre Verderber angehörten, Hunde gerieten alsbald in eine maßlose Wut war so stark, daß sie lieber Selbstmord begingen, und plötzlich freigelässen, stürzte sich einer auf als sich an die britische Polizei zu wenden.\ den anderen, und auf der Erde wälzte sich im Erst als vor kurzem eine junge Chinesin Nu ein Knäuel zweier um sich beißenden Hunde, wegen eines geringfügigen Diebstahls festgenom-1 Nach Beendigung des Krieges waren beide men wurde und die englischen Polizisten sich Hunde glei ch übel zugerichtet, darüber wunderten, daß sie ein erstaunlich reiner| Englisch mit unverkennbarem Oxford-Akzent Lachend und jeder mit seinem Hunde prahlend,. gingen die beiden Lausbuben nun der Straße zu, gefolgt von zwei braven, treuenund mutigen Hunden. Ich ging den zwei Lausbuben nach und als ich sie auf Straße einholte, fragte ich den Besitzer dxs weißen Hundes, warum die beiden Hunde nach Beendigung des Krieges sich nicht sofort«uf d-en Kriegshetzer— den Besitzer des schwär- zen Hundes— stürzten und ihm nicht eine ordentliche Lektion er- teilten- Grinsend antwortete darauf der Besitzer des weißen Hundes:„Dass.ind doch nur b l ö d e H u n d e".— Kindlmann. Der Kinderhandel In Singapore 2000 Dollar fUr ein Chinesenmäddien Singapore(MTP.) Singapore, der wich-! sprach, kam die volle Wahrheit an den Tag. Der tigste Kriegshafen Großbritanniens im Fernen|„Schuldirektor" wurde verhaftet, und sein Ge- Osten, ist gleichzeitig eine Weltstadt von mehr als' ständnis ermöglichte nicht nur die Festnahme sei- 600.000 Einwohnern und einer der schlimmsten Verbrecherwinkel des ganzen Erdballs. Der Ab schaum aller Raffen findet sich hier zusammen und>»».... gestaltet die Arbeit der britischen Polizei und| Häusern des Hafenviertels gefangengehalten ihrer indischen und chinesisch-malayischen Hilfs kräfte zu einem wahren Sisyphuswerk. Seit einigen Jahren war diese Stadt zum Mittelpunkt des ostasiatischen Kinderhandels ge worden. Die Arbeitsweise der Verbrecher war den Behörden genau bekannt, aber die mustergültige Organisation und Zusammenarbeit der Banden, die sich damit befaßten, machte bis vor kurzem jedes entscheidende Durchgreifen unmöglich. Di« Lieferanten der Kinderhändler durch streiften die durch Krieg, Neberschwemmung und Hungersnot verheerten Provinzen Südchinas und machten sich an die armen Reisbauern heran. Sie erboten sich, ihnen für 5 Dollar ihre Töch terchen abzukaufen, sie mit sich zu nehmen, euro päisch erziehen zu lassen und nachher zu perfekten Hausfrauen oder Fabrikarbeiterinnen auszubil den. Die armen Bauern, die ihre zahlreichen Kinder kaum ernähren konnten» wiesen diese ver lockenden Angebote selten ab, und die Käufer hiel ten auch Wort; sie nahmen die sechs- bis acht- l jährigen Kinder mit nach Singapore und bräch ten sie dort in eine englische Schule. Ein Dartmoor-Sträfling als Kindererzieher Der Leiter dieser Schule war ein würdiger englischer Gentleman mit erstklassigen Zeugnissen und Referenzen, von denen es sich erst jetzt her ausgestellt hat, daß sie sämtlich geschickte Fäl schungen waren. In Wirklichkeit hatte der Schul direktor nämlich, kurz bevor er nach Asien kam, in Dartmoor fünf Jahre Zuchthaus wegen Urkun denfälschung und anderen Verbrechen verbüßt und war dann nach Singapore gegangen, um sein Fälscherhandwerk hier unter anderem Namen, günstigeren Voraussetzungen und in größerem Umfang fortzusetzen. Der„Unterricht", den die kleinen Chine senmädchen in dieser Schule erhielten, bestand in ihrer„Vorbereitung für den'Ehestand". Sie lernten alles, was sie als Gattinnen zu tun haben würden, und wenn sie dann zwölf Jahre alt und so nach den Begriffen des Landes heirats fähig waren, wurden sie dem ihnen von dem Schuldirektor bestimmten„Gatten" zuge führt. Nach ein oder zwei Tagen verschwanden die Gatten, und die kleinen Mädchen waren„Wit wen", um nach einigen Tagen erneut„verhei ratet" zu werden. Nach ein oder zwei Monaten waren sich auch die Einfältigsten unter ihnen über ihr Schicksal nicht mehr im unklaren. Natürlich blieben diese Machenschaften der britischen Polizei nicht lange verborgen, aber die Verbrecher waren zu geschickt, um sich erwischen zu lassen. Sie arbeiteten lediglich etwas vorsich-1 tiger, und der einzige Erfolg der polizeilichen Bemühungen bestand zunächst in einer gewaltigen Preissteigerung. Der Preis für eine junge Chi-: nesin wurde rasch bis auf 2000 Dollar empor getrieben, und die Erschwerung der„Warenbe schaffung" führte dazu, daß die einzelnen Ban-! den einander„ihre" Mädchen mit bewaffneter Hand abzujagen versuchten und es im Hafen viertel zu Singapore zu regelrechten Feuerge fechten kam. Die geraubte Sultanstochtea Das Vorgehen der Polizei stieß auf um so mehr Schwierigkeiten, je weniger sich die un glücklichen Mädchen zu Aussagen bewegen ließen. Ihr Los war immer das gleiche: nach einigen Monaten endeten sie in Hafenlokalen, Opium höhlen oder auf der Straße, aber die Furcht vor der unerbittlichen Rache der mächtigen Geheim»| Schwerer Straßenbahnunfall. In Pilsen stieß Donnerstag um 18 Uhr 30, ein Lastauto der Firma C. W. Weiß mit einem Wagen der elektrischen Straßenbahnlinie Nr. 19 zusammen. Die Folgen dieses Zusammenstoßes waren ira- gisch. Der Chauffeur des Lastauws Fr. D o- b i ä s wurde auf der Stelle getötet. Die Mitfahrer Mirko Alexander und Josef Liska, der Wagenführer der Straßenbahn Fr. Brüh«, sowie Aloisia Rousovä, Arbeitersfrau aus Bolevec, die im Straßenbahnwagen saß, wurden schwer verletzt und mußten in das Pilsner Krankenhaus geschafft werden. Außerdem erlitten zwei Personen leichter« Verletzungen und wurden nach ärztlicher Behandlung in häusliche Pflege entlassen. Das Auto und der Vorderteil des Straßenbahnwagens wurden zertrümmert. An der Unfallstelle trafen eine Gerichtskommission und die Polizei ein, die die Ursache des Unglückes untersuchen. Der Bruder Jaurös' gestorben. Im Alter von 77 Jahren verstarb Vize-Admiral Jaures, der Bruder des ermordeten Führers der französischen Sozialisten. Es ist außerordentlich seltsam, wie verschieden zunächst die Laufbahn der beiden Brüder war; während Jaures schon vor dem Kriege als Revolutionär und Volkstribun eine ungeheure politische Rolle spielte, diente sein Bruder in der Marine. Nach Abschluß einer glänzenden militärischen Karriere wurde er 1921 als Vize-Admiral zum Mitglied des Obersten Ma« rineratcs gewählt. Aber bereits zwei Jahre spät-r quittierte er den Dienst, um sich ebenfalls der Politik zu widmen, er trat wie sein Bruder Jean der sozialistischen Partei bei, wurde 1924 in die Kammer gewählt, mußte aber wegen seines hohen Alters und aus Gesundheitsrücksichten sich sehr bald wieder von der aktiven polifischen Tätigkeit zurückziehen. D« Schnellzug Agram—Belgrad überfuhr Mittwoch abends einen auf einem Feldweg fahrenden Bauernwagen, dessen Insassen, Vater, Sohn und Enkel, getötet wurden. Der Wagen wurde zertrümmert, nur das Pferd blieb unversehrt. , Die englischen Sozialisten gegen die Hof- ! tracht. Die Labour Party hat beschlossen, daß kein i Mitglied der Partei die traditionelle Hoftracht— kurze Hosen und seidene Strümpfe— mehr anlegen darf. Eine ganze Reihe von Mitgliedern der Partei wird damit in eine recht schwierige Lage gebracht. Sie können, da diese Tracht obligatorisch ist- offizielle Einladungen an den königlichen Hof nicht mehr annehmen. Apachenstreich. Mittwoch abends ertappten zwei Pariser Polizisten auf Fahrrädern einen Dieb, der gerade dabei war, ein auf der Straße ' parkendes Automobil zu stehlen. Der Dieb er- i öffnete sofort aus zwei Revolvern das Feuer auf ! die Polizisten und erschoß einen der Polizisten auf der Stelle, während er einen Passanten I schwer verletzte. Der Täter erschoß sich hierauf selbst. Bei einem Zusammenstoß zweier Marineflugzeuge in Seattle(Washingwn), kamen fünf Flieger ums Leben.— Mittwoch abends stießen über dem Flugplatz Otopeni bei Bukarest zivei Schul-Uebungsflugzeuge kurz nach dem Start in einer Höhe von 60 Metern zusammen. Der Pilot des ersten Flugzeuges wurde aus seinem Sitze geschleudert und erschlug sich beim Sturz auf die Erde. Das Flugzeug wurde gleichfalls zertrümmert. Der Motor des zweiten Flugzeuges wurde aus seinem Lager gerissen und stürzte zur Erde, während es dem Piloten gelang, mit dem brennenden Flugzeug zu landen. Der Pilot dieses Flugzeuges wurde schwer verletzt. Selbstmordversuch eines Wiener Künstlers. I» seiner Wohnung im achten Wiener Bezirk versuchte Donnerstag nachts der Regisseur der StaatSoper Freiherr Wilhelm W y m e t a l Selbstmord durch Lumina! zu begehen. Er wurde in bewußtlosen! Zustand aufgefunden und in ein Sanatorium gebracht. Sein Zustand ist bedenklich. Langjährige Krankheit dürste das Motw seiner Tat gewesen sein. Motorzug und Auto. Die StaatSbahndirekiion in Bratislava teilt mit: Am 4. November um 8 litt 08 Minuten stieß bei dem ungeschützten Bahnübergang in Kilometer 4.5, zwischen den Stationen Kalnä und Levice, ein Motorzug mit einem Lasten« auwmobll zusammen. Die sechs in dem Lastautomobil fahrenden Personen wurden verletzt. Die verletzten Personen find: Jan Cella jun., Jan Cello sen., die Arbeit« aus Varsan Jan Bellan, Julius Kolar und d« Chauffeur. Bon den Insassen des Zuger wurde niemand verletzt. Der Mowrzug entgleiste. Der Verkehr wird durch Umsteigen aufrechterhallen. Rebel über England. In London und großen Teilen Englands herrschte Mittwoch Nachts teilweise so starker Nebel, daß der gesamte Verkehr zmn Stillstand kam. In London selbst Halle man an Brennpunllen des Verkehrs Holzstöße angezündet, um den Verkehr einigermaßen leiten zu können. Del Schiffsverkehr im Kanal ist ebenfalls fast völlig zun> Stillstand gekommen. Das Wetter. Unter dem Einfluß von Druck' störungen, welche vom Mittelmeer gegen die Balkan- HaDinfel vorrücken, herrscht in ganz Südost-Europa regnerisches Weller. Aber auch in unseren Gegenden ist beträchtliche Bewölkung vorherrschend, und ver- einzelt fällt etwas Sprühregen, obwohl llotzdem der Lustdruck über dem Binnenland hoch ist. Bei nordöstlichem Winde wurden gestern Nachmittags in' Flachlande ziemlich gleichmäßig plus 7 bis 10 Grad Celsius verzeichnet, und nur ganz vereinzelt stitg die Temperatur über plus 10 Grad Celsius an. t t, Ľ п a 11 H 15 g Nr. 260 Volkswirtschaft und Sozialpolitik Wir dürfen optimistisch sein! Fürsorgeminister Ing. Nečas über den Kampf gegen die strukturelle Arbeitslosigkeit Vor einer zahlreichen Zuhörerschaft sprach Fürsorgeminister Ing. Nečas am Mittwoch im Klub„ Přítomnost" über den heutigen Stand der Arbeitslosigkeit und den Kampf gegen die fogenannte dauernde Arbeitslosigkeit. Sein Vortrag var ein großer Rückblick auf die Arbeit der letzten Jahre und eine systematische Behandlung aller Mittel, die zur weiteren Förderung unseres Wirtschaftslebens und zum entscheidenden Ausholen gegen die Strijenreste notwendig sind. Freitag, 5. November 1937 ,, Právo lidu" und das Verbandsorgan des, Svaz die Voraussetzungen für ein ersprießliches Verhorníků", der ,, Nazdar", zum jezigen Stand der handeln zu schaffen. Bekanntlich sei es ihnen ge= Lohnbewegung Stellung. Es sei im Hinblick auf lungen, die übrigen Bergarbeiterverbände ebens den Tatbestand nicht verwunderlich, daß Stimmen falls für dieses Vorgehen zu gewinnen. Begreiflaut werden, die für einen eintägigen Demonstra- licherweise könne jedoch diese Taktik bloß dann tionsstreit der Bergarbeiter aller Reviere eintreten. sinnvoll sein, wenn die Unternehmer alles unterAuf diesem Wege solle den Unternehmern nahe- lassen, was auf eine überflüssige Verzögerung des gelegt werden, ihre Bereitschaft zu Verhandlungen Verhandlungsbeginnes hinausläuft. Treffen diese bekanntzugeben und die Verhandlungen selbst Vorausseßungen nicht zu, könne nicht erwartet ehestens stattfinden zu lassen. Dieser Stimmung werden, daß den Bergarbeitern geraten wird, weiverleiht der ,, Nazdar" Ausdruck, indem er unum ter geduldig zuzuwarten. Werden die Unterneh wunden die Vermutung ausspricht, daß die von mer nicht ehestens ihre Bereitschaft zeigen, in den Grubenbesizern eingeschlagene Verschlep Verhandlungen zu treten, müßten sich wohl die pungtattit auf eine entsprechende Direktive des foalierten Bergarbeiterverbände gezwungen sehen, Verbandes der Grubenbefizer zurückzuführen sei. sich an die Spike einer Bewegung zu stellen, die Won seiten der foalierten Bergarbeiterverbände die Unternehmer awingt, ihre provokatorische fei nichts unterlassen worden, um in den Revieren Verhaltungsweise zu ändern. Es lebt sich herrlich im Dritten Reich! Lohnrückgang in den faschistischen Staaten dem Ergebnis, daß dieser qualifizierte Metallarbeiter weit weniger verdient als anderswo weniger qualifizierte Kräfte. Der Minister trat der Behauptung entgegen, die von Uebelwollenden verbreitet wird, daß uns die Wirtschaftsbesserung unerwartet in den Schoß gefallen und daß sie in gewissen Sektoren einzig und allein der Rüstungstonjunktur zuzuschreiben Das vom Völkerbund herausgegebene boltssei. Er hielt diesen Behauptungen entgegen, daß wirtschaftliche Jahrbuch für das Jahr 1936/37 Mit den hier angeführten Abzügen ist es nicht nur in den Gebieten der Metallindustrie, enthält charakteristische Daten über die Entwick- aber noch nicht getan. Das Uebermaß an sonstigen sondern auch in den Textil- und Glasgegenden lung der Stundenlöhne der Arbeiter in den letz- ordentlichen und außerordentlichen Abgaben für eine starte Besserung eingetreten ist( Abnahme der ten Jahren. Ein Vergleich zwischen den demokra- alle möglichen Zwecke mußte sogar offiziell von Arbeitslosen im Reichenberger Gebiet um 2464, tischen und den faschistischen Staaten ergibt den reichsdeutschen Stellen zugegeben werden, ohne in Auſsig um 3400, in Tepliß- Schönau um 2900, überzeugenden Beweis, daß das autoritäre und daß das System der Auspowerung abgestellt worin Starlsbad um 5500, in Schluckenau um 3000 faschistische Regime für die Arbeiter das Ende den wäre. Tatsächlich bleiben dem reichsdeutschen usiv.) und zu dieser Beſſerung eine Reihe durch ihrer Aussichten auf besseren Lohn und bessere Arbeiter in zahllosen Fällen nicht mehr als 50 dachter Eingriffe der Regierung beigetragen hat. Lebenshaltung bedeutet. In allen demokratischen Prozent feines Nominaleinkommens übrig! Es bestehen heute, ohne daß man mit Bestimmt Staaten ist seit der Krisenwende der Goldwert heit die weitere Entwicklung voraussagen könnte, der Löhne gestiegen, nur in Japan und in DeutschVoraussetzungen für eine dauerhafte Konjunktur, land ist ein Stillstand und sogar Rückgang eins Wirtschafts ,, auf" bau allerdings mit Ausschlägen nach unten. Die Vor getreten. Wenn man das Jahr 1929 gleich 100 räte sind einigermaßen erschöpft und man muß einkaufen. Die Stauftraft ist ein wenig gewachsen nimmt, betrugen die Löhne im Jahre ( durch Einstellung neuer Tausende in den Arbeitsprozeß, weniger durch die geringfügige Er- England( durchschn. Wochenlohn) 96 höhung der Löhne), es haben sich Voraussetzun- Norwegen( durchschn. Tageslohn) 98 gen für die Belebung der Ausfuhr eingestellt usw. Schweden( Stundenlohn) Es ist in diesem Jahre gelungen, rund eine Dänemark( Stundenlohn)) Biertelmillion Menschen einzustellen, es gab im USA( Stundenlohn) Frankreich( Stundenlohn) Durchschnitt in den ersten neun Monaten des Jahres heuer rund 431.000 Arbeitslose gegen hingegen: 655.000 im vergangenen Jahr und dieser Unter- Japan( Tageslohn) schied von 200.000 bis 250.000 wird auch bleis Deutschland( Stundenlohn) ben, obwohl wir in den Wintermonaten wieder Mit einem Arbeitslosenanstieg auf vielleicht 400.000 rechnen müssen. 1932 1936 100 102. 102 84 104 100 101 105 105 116 92 82 92 79 im Dritten Reich " Nach einer im ersten Oktoberheft von ,, Wirtschaft und Statistik" gegebenen Uebersicht über die Produktion der bergbaulichen Betriebe im Jahre 1936 war die Steinkohlenförderung in Deutschland im Jahr 1936 noch um 3,2 Prozent niedriger als 1929. Rechnet man noch die Steinfohlenförderung der Saargruben ab, die 1929 auch nicht berücksichtigt waren, ergibt sich eine Minderförderung von mehr als 4 Prozent. * Von 1935 bis 1936 ist die Zahl der im Es ist dabei zu bedenken, daß die Daten auf Steinkohlenbergbau beschäftigten Personen um den offiziellen Angaben der einzelnen Länder be- 5,9 Prozent gestiegen. Dagegen wurde die Steinruhen, die übrigens überall leichter kontrolliert fohlenförderung in der gleichen Zeit um 10,7 werden können als in Deutschland. Ueber die Prozent erhöht. Die Ausbeutung der menschlichen ohnentwicklung im Dritten Reich ſagt der Jah- Arbeitskraft iſt demnach wesentlich intensiver Deutschland nicht nur die Löhne gesunken find, resbericht:... Man muß bedenken, daß in geworden. sondern daß überdies ein bedeutender Teil des ochenverdienstes auf die erhöhten Beiträge und lichen Produktion, der im Jahre 1929 auf 8,3 Von dem Wert der gesamten baugewerb Steuern entfällt." Diesen tatsächlichen Rückgang Milliarden RM geschätzt wurde, entfielen in fenem Jahre 2,9 Milliarden NM over nahezu 35 Prozent auf den Wohnungsbau. Im Jahre 1936 wurden für etwa 2 Milliarden RM Woh nungen erbaut, und der Anteil am Gesamtwert der baugewerblichen Produktion, der sich auf etwa 9.2 Milliarden RM erhöht hat, betrug nur etiva 21 Prozent. Gegen diese Arbeitslosigkeit gibt es kein ausschließliches, kein Allheilmittel, sondern es müſſen alle Möglichkeiten ausgenügt werden. An Spise der erfolgversprechenden und notwendigen Maßnahmen stellte der Fürsorgeminister die Förderung unseres Exports, die zu den wichtigsten Aufgaben des Staates zu zählen ſei. Die Exportbelebung kann nicht nur das erz jeben, was nach Ablauf der Rüstungskonjunktur der Rebenshaltung kann auch die aufgeregtefte Propaganda Deutschlands nicht verschleiern; die eingebüßt werden würde, sondern sie könnte noch Bahlen sprechen nur aus, was alle neutralen Be weiteren Hunderttausenden Arbeit bieten. Wir hatten eine Ausfuhr von 20 Milliarden und wer-| obachter längst erkannt und berichtet haben. den heuer vermutlich rund 12 Milliarden errei chen. Allein aus diesen beiden Zahlen geht her=| bor, welche Möglichkeiten sich uns noch bieten. Treffend illustriert die Lohnverhältnisse im Als nächstes Mittel nannte Ing. Nečas die Dritten Reich ein Bericht des„ V. Č. Sl.", das öffentlichen Arbeiten und die produktive Arbeits einen faksimilierten Lohnzettel eines Arbeiters der Tosenfürsorge. Es wäre ein schwerer Fehler wenn rein fiskalische oder einseitige, dienst dieses Metallarbeiters betrug in vierzehn Tagen 49.10 Mt., aber davon wurde ihm sofort fagte er Lösung 50 Prozent Lohnabzüge! Lohnsteuer. Deutsche Arbeitsfront Krankenkassa. Arbeitslosen- Versicherung Invaliden- Versicherung. Mt. 2.10 1.80 " 6.05 " " " 1 5.17 4.50 Zusammen Mt. 19.62 * Bis zum Juli 1937 wurden insgesamt 1419 Kilometer Reichsautobahnen dem Verkehr übergeben. Verausgabt wurden für den Bau von Reichsautobahnen 1 Milliarde 828 Millionen Reichsmart. Ein Kilometer fertige Reichsautobahn kostet demnach rund 1,3 Millionen RM. Zu den Großverdienern der deutschen Stonjunktur gehört die Bauindustrie. Der Betriebsertrag ist von 100,0 im Jahre 1934 auf 185,6 im Jahre 1936 gestiegen. Nach beträchtlichen Abschreibungen weist die Bauindustrie eine Erhöhung des Gesamt- Reinertrages aus, die gegenüber dem Jahre 1934 um 80 Prozent gestiegen ist. Dafür also hat sich die Arbeiterschaft der Bauindustrie die Löhne kürzen und den Achtstundentag rauben schränkung des Wirtschaftslebens führen würden. abgezogen: nur vom Finanzkapital gehegte Gründe zur BeEin großes Verdienst an der Senkung der Arbeitslosigkeit hat auch die private Bautätigkeit, die bom Staate durch eine Reihe guter Geseze gefördert wurde. Die weiteren Ausführungen des Vortragenden waren den Möglichkeiten gewidmet, welche in der Rekultivierung, der Kolonisation, der Schaffung von Ersazindustrien, der Förde-| rung des Automobilismus und schließlich in einer der Auswandererfrage liegen. Von sozial- Das allein jind 40 Prozent des Nominalverdien politischen Maßnahmen hob Ing. Neras vor allem ſtes, so daß diesem Arbeiter für die Woche nicht die Verkürzung der Arbeitszeit her- ganz 15 Mark für sich und seine Familie bleiben. ligem und gutem Kredit. Der Fürsorgemini- den fleineren Kaufwert der Mark, kommt man zu lassen müssen! bor, von finanzpolitiſchen die Forderung nach bil- Bedenkt man die höheren Preise in Deutschland, ster schloß diese seine Darlegungen damit ab, daß er die Unerläßlichkeit hervorhob, die Konsum traft der Bevölkerung zu heben. Nur diejenigen Länder, wiederholte der Fürsorgemini ster, die die Löhne in anständiger Weise geregelt haben, haben die Krise bereits überwunden und befinden sich auf dem Wege zur Prosperität. Niedrige Löhne und Gehälter sind ein Hindernis der wirtschaftlichen Gesundung und ein Hemm nis der wirtschaftlichen Entfaltung. Die Bewegung im Bergbau Wir haben über die ausweichende Antwort berichtet, welche die Grubenbesizer im OstrauStarwiner Revier auf die Lohnforderungen der Gewertschaften gegeben haben. Nunmehr nehmen das Man erhält für 100 Neichsmark.. Markmünzen 100 österreichische Schilling 100 rumänische Lei 100 polnische Zloty 100 ungarische Bengö 100 Schweizer Franken 100 französische Francs 1 englisches Pfund Kč 618.• 685.526.50 15.85 508.50 550.50 658.50 96.20 140.50 28.40 . 118.40 . 1575.. 60.80 481.. B 1 amerikanischer Dollar. . • 100 italienische Lire 100 holländische Gulden 100 jugoslawische Dinare 100 Belgas • . Hier tagt die Fern- Ost- Konferenz Blick in den großen Sigungssaal des Akademie- Palastes in Brüssel, wo die Pazifik- Konferenz eröffnet wurde. Seite 5 George Raft und Gary Cooper in ,, Schiff der berlorenen Seelen" Ausland Dr. Schachts ,, Sitzstreik" Wie der Londoner ,, Daily Herald" meldet, hat Dr. Schacht sein Rücktrittsgesuch nicht nur als Wirtschaftsminister, sondern auch als Reichsbankpräsident eingereicht, aber Hitler hat in beiden Fällen die Demission Schachts abge= lehnt. Schacht habe num damit geantwortet, daž er sich weigert, seine Funktionen weiter auszuüben und irgendeine Verantwortung für die Entscheidungen zu übernehmen, die trotzdem in seinem Namen erfolgen. Bis zum April nächsten Jahres werden alle Dokumente der Reichsbank noch immer seine Unterschrift tragen, weil man das Ansehen seines Namens im Auslande benügen will. Inzwischen habe Schacht es abgelehnt, an wichtigen Sizungen oder an Bespre= chungen und Beschlüssen politischer Art teilzunchmen. In der Reichsbank arbeite er schon seit Anfang der vorigen Woche nicht mehr. Nur der Terror schafft's! Diejenigen Deutschlandsreisenden, die nur die Oberfläche des Lebens im Dritten Reiche sehen, gewinnen mitunter den Eindruck, als vs die große Mehrheit des Volkes nicht nur willige, sondern auch überzeugte Nationalsozialisten ge= worden seien und aus innerer Bereitschaft den nationalsozialistischen Barolen Folge leisteten. = Sie sehen nicht den Terror, der heute noch in ungemilderter Schärfe auf dem Bolle lastet. Weil heute nicht mehr auf der Straße Andersdenkende niedergeschlagen, weil heute nicht mehr Treibjagden auf sozialdemokratische Arbeiter veranstaltet werden, und die Unglücklichen, die in den Konzentrationslagern noch immer täglich Mißhandlungen erfahren, ihre Qualen nicht in die Welt hinausschreien können, darum meinen so viele, alles das gäbe es nicht mehr. Es sind aber nur die Terrormethoden er= gänzt und verfeinert worden. Es steht den Natio= nalsozialisten der ganze staatliche Machtapparat samt der Justiz zur Verfügung, und sie verstehen es, dem Einzelnen seine völlige Wehrlosigkeit zu demonstrieren. Dennoch stoßen die Nationalsozialisten weiter auf Ablehnung ihres Regimes. Der passive Widerstand, vor allem der Betriebsarbeiterschaft, ist nicht nur nicht zu brechen, sondern er scheint gelegentlich sogar stärker aufzuflammen. Am ehesten ist diese Erscheinung an dem spärlicher werdenden Besuch der verschiedenen Veranstaltun gen festzustellen. Trotz der verschärften Stontrolle der Teilnahme lehnen es viele Arbeiter ab, die 3wangsveranstaltungen zu besuchen. So sieht sich das Regime gezivungen, mit offenen Drohungen die Belegschaften der Betriebe einzuschüchtern. In den Berliner Großbetrieben wurde den Arbeitern dieser Tage folgendes durch gedrucktes Birkular eingeschärft: ,, Wir machen darauf aufmerksam, daß die Teilnahme am Betriebsappell für alle Gefolg schaftsmitglieder( ausgenommen Spätschichten) Pflicht ist und verweisen auf verschiedene vom Arbeitsgericht erlassene Urteile." Der Hinweis auf verschiedene, vom Arbeitsgericht erlassene Urteile" ist nichts anderes als die unmißverständliche Drohung mit der fristlosen Entlassung für den Fall, daß sich das Personal weiter der Teilnahme an den Betriebsappellen entzieht. Dieser Terror ist es, der jeden einzelnen im deutschen Volke bedroht und mit dessen Hilfe die Nationalsozialisten die Massen= aufmärsche, die Massenbegeisterung und auch die scheinbare Zufriedenheit mit den herrschenden Zuständen vortäuschen. Gärung im Franco- Lager Der Reuterberichterstatter erfährt aus glau- s würdiger Quelle, daß in den letzten Tagen in Algeciras und La Linea mehr als 80 Carabinieri und Polizisten verhaftet wurden, weil sie Anhängern der Valenciaregierung bei der Flucht aus dem Gebiete der Aufständischen nach Gibral tar geholfen haben sollen. Leßten Sonntag sollen aus Algeciras mehr als 100 Persoen, größten teils Frauen, auf Ruderbooten entflohen sein. Zwanzig dieser Ruderboote sind bereits in Gibraltar eingetroffen. Seite 6 Feine Herren Woll- Socken für kühle Tage. MERINO 9Wolle ist hygienisch. Sie wärmt und saugt den Schweiss auf. Aata ,, Das Land der Römer mit der Seele suchend ,, Sozialdemokrat". auf diesem Besiz, der den Namen ,, Vestavia" führt, zu herrlichen Festen eingeladen werden. Ward ist 70 Jahre alt und er hat, wie er erklärte, endlich Ruhe und Heimat in dem Lande der Römer gefunden, das er seit 30 Jahren suchte. Trager Zeitung Kunst und Wissen Freitag, 5. November 1937. Nr. 260 Parteigenoffin! Parteigenosse! Bist Du schon Mitglied der Kinderfreunde? 31. 26.000/ 37- I. wenn nicht, dann tritt bei. Freundschaft!" Ausschreibung. Bei der Stadtgemeinde Auffig wird zum 1. Jän ner 1938 der in der Ib- Dienstklasse, 4. Besoldungs gruppe, pragmatisch systemisierte Dienstposten eines Gtadttierarztes provisorisch besetzt. Nemeš und Bauernfreund, die beiden jungen slowakischen Maler und Schüler Professor Willi Nowats, haben wir gelegentlich ihrer Ausstellung in der Galerie Dr. Feigl im Feber 1936 ausführ lich gewürdigt. Jeßt laden sie zu einer Besichtigung ihrer neuen Arbeiten in ihrem Atelier, Karlsplay 3, ein. Sie veranstalten diese Privatausstellung in der Hoffnung, daß ihr Ertrag ihnen die Mittel für Genosse Heinrich Wien gestorben. Dieser einen Studienaufenthalt in Paris einbringe, den sie Lage ist in Prag Genosse Heinrich Wie n, Be- im Streben nach künstlerischer Vollendung erwünamter der Böhmischen Unionbant, im Alter von ichen. Seit man ihre Bilder das letzte Mal sah, 42 Jahren gestorben. In ihm verliert die deutsche haben sich die beiden Künstler von der kubistischen sozialdemokratische Organisation ein Parteimit- Betonung der Fläche abgewendet, um sich nicht in routinierter Wiederholung zu verlieren. Sie haben glied, das seit 20 Jahren organisiert gewesen ist, sich, jeder auf seine eigene persönliche, doch innerlich stets ein verläßlicher Genosse war und überall verwandte Art, der Gestaltung der Form zugewendort mithalf, wo es galt, die Partei zu fördern. det und dabei, um zunächst einmal mit den RaumUnter seinen Kollegen war er ein rühriger und und Formproblemen fertig zu werden, ihre frühere beliebter Vertrauensmann, der immer bereit war, Farbenfreude gedämpft. Es sind Schritte auf dem für die sozialen Interessen seiner Berufsschicht mit Wege, den sie mit künstlerischem Ernst und im StreMut und Kraft einzutreten. Die Prager Genos- ben nach eigenem künstlerischen Ausdruck gehen. Es wird interessant sein, den jungen Künstlern nach sen, die ihn als eifrigen Versammlungsbesucher, ihrer Pariser Studienzeit wieder zu begegnen und 2. G. BI. 35/1908 im Wortlaut des Gesetzes Sig. Das Dienstverhältnis beruht auf dem Gesek tatkräftigen Mitarbeiter und überzeugten Sozia- zu sehen, welche Richtung ihre Entwicklung nehmen Nr. 443/19; die Dienstbezüge werden nach den listen fannten, werden seiner in aufrichtiger Sym- wird. pathie gedenken. Grundsäßen des Ges. 103/26 bemessen. Die Anstel Váša Příhoda, der bekannte Geiger, gibt zu= Zweihundertfünfzigfacher Dieb. Gestern ver- gunsten der arbeitslosen Intelligenz in Prag ein lung erfolgt probeweise auf 1 Jahr, nach dessen zu haftete die Polizei den 38jährigen arbeits- und Konzert am 29. November d. J. im Luzernasaal, friedenstellendem Ablauf die endgültige Regelung wohnungslosen ehemaligen Buchbinder Anton Sto unter dem Protektorat des Armeegenerals L. Krejčí nach den vorangeführten Grundsäßen erfolgt. Anstel dola, der durch Bekannte ein größeres Paket in und des Landespräsidenten Dr. J. Sobotka lungsbedingungen: Tschechosl. Staatsbürgerschaft, der Kleiderablage eines Kinos hatte hinterlegen lai- Programm: Frank César, J. S. Bach, Mar Bruch, Eigenberechtigung, Alter nicht über 35 Jahre, sen, in dem sich lauter aus Bodendiebstählen stam- Suf, Tartini, Kreisler, V. Příhoda und Paganini. Kenntnis der deutschen Sprache als Geschäftssprache mende Gegenstände befanden. Es stellte sich heraus, Am Klavier Otto A. Graef. der Stadt in Wort und Schrift, der Staatssprache daß Stodola, der mehrfach vorbestraft ist, in den Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. Freitag, zum Dienstgebrauch, vollkommene förperliche und letten eineinhalb Jahren nicht weniger als 250 halb 8: Arabella, D. Samstag halb 8: Die Diebstähle, meist Bodeneinbrüche begangen hat. Er Fledermaus, Abonnement aufgehoben. Sonntag sittliche Eignung, erfolgreiche Zurücklegung einer in ist in den meisten Fällen geständig. halb 3: Pariser Leben, Arbeiterbor- ländischen tierärztlichen Hochschule, tierärztliches stellung, halb 8: Die Czardasfürstin, A 1. Diplom, Physikatsprüfung, eine mindestens viers wöchentliche Spezialausbildung in der bakteriologi schen Fleischuntersuchung einschließlich des bakteriofeuchen an einem öffentlichen Untersuchungsinstitute logischen und serologischen Studiums von Tier und je eine mindestens zweijährige Braris als prats tischer Tierarzt und in der veterinär- polizeilichen und sanitären Vieh- und Fleischbeschau an einem öffentlichen Schlachthofe. Bewerber mit guter, normaler Sehkraft genießen Vorzug. Todessturz vom Gerüft. Der 35jährige Arbeiter Jan Beran aus Karolinenthal trat gestern mittags vor einem Karolinenthaler Neubau, auf dem er beschäftigt war, auf ein Gerüst, das unter ihm einbrach, so daß er drei Stock tief aufs Pflaster stürzte. Er blieb bewußtlos liegen und wurde von der Rettungsgesellschaft auf die Klinik Schloffer gebracht, wo ein Schädelbruch festgestellt wurde. Die Verlegung ist tödlich. Im Jahre 1907 besuchte George Ward Rom. Nun hätte das teine weiteren Folgen gehabt, wenn Ward nicht Millionär gewesen wäre und sich jeden Wunsch leisten könnte. Da er sich in dieser glücklichen Lage befand und da andererseits der Vesta- Tempel ihn in leidenschaftliche Begeisterung Straßenbahnzusammenstoß. Infolge falscher versezte, sah er absolut nicht ein, warum er nicht Weichenstellung fam es gestern furz nach Mittag auf einfach das antike Rom nach Amerika verpflanzen dem Pořič zu einem Zusammenstoß zwischen einem sollte. Gedacht, getan. Es dauerte freilich 17 Jahre, Straßenbahnwagen der Sechser- und einem der bis unter seiner Leitung genügend Altertümer auf 15er- Linie, die in entgegengesetter Richtung fuhgetauft und nach Amerika transportiert wurden, bis ren. Die vorderen Plattformen beider Wagen wureine umfangreiche Fachbibliothek zusammengestellt den zertrümmert und der Lenker des 15er- Wagens war, und die geeigneten Architekten gefunden waren. Der Verkehr blieb etwa zwanzig Minuten lang undurch Glassplitter im Gesicht und am Hals verletzt. den Vesta- Tempel drüben wieder aufzubauen. Das terbrochen. Der Vorfall batte einen großen Menentsprechende Terrain hatte Ward ebenfalls inzwischenauflauf zur Folge. schen erworben, es liegt im Staate Alabama, ist geeh. Spielplan der Kleinen Bühne. Freitag 8: Das Glück, Theatergemeinde d. Kulturverbandes u. freier tag 3: Pygmalion, 8: Hilde und das Lotteriespiel. Verkauf.- Samstag 8: Parkstraße 13. SonnVereinsnachrichten ASA ATUS PRAG Die Generalversammlung des Arbeiter Turn- und Sportvereines Prag Ordmungsgemäß gestempelte Bewerbungen find findet am Freitag, den 5. November, schriftlich mit Kennwort„ 31. 26.000 Stadttierarat" um 8 Uhr abends im kleinen Saale unter Anschluß eines kurzen Lebensabrisses, weiter des Handwerkervereines, Prag II., der Belege über die Erfüllung der vorstehenden Bes Smečky 22, mit der üblichen Tages- dingungen( in Abschriften), allenfalls unter Bea ordnung statt. Mitteilungen aus dem Publikum. ,, Milch fürs Kind". Die Verkaufsausstellung birgig und befibt einen See. Im Jahre 192 wurde des Hilfswerkes Milch fürs Kind"( Deutsches mit der Umformung dieses Terrains begonnen. Es Haus, 3. 6) bleibt noch bis zum 10. d., geöffnet. Herkules war ein starker Mann. Deshalb beist eben fertig geworden. Der See hat en miniature An diesen lebten Tagen findet ein Abverkauf der nannte auch Bata seine neuen Socken, wegen ihrer die genauen Umrisse des Mittelmeeres erhalten, eine Heimarbeiten zu besonders ermäßigten Preisen statt. Festigkeit und Haltbarkeit, Herkules. Aus festem Via Appia ist gebaut worden, man sieht das Kapi- Mozart und Prag". Diese unter diesem Motto Garne erzeugt, haben sie verstärkte Spißen und Fertol ansteigen, auch die Figuren von Romulus und von der Mozartgemeinde und von der nationalen fen. Es sind die Socken in die Arbeit, die Socken für und Universitätsbibliothek in Brag veranstaltete den Mann, der Strapazen ausgesezt ist. In allen Remus mit der Wölfin fehlen nicht. An berühmten Ausstellung, welche im Spiegelfaal des Klementi- Bata- Verkaufsstellen führen sie Herkules- Socken. Bauten findet man Nachahmungen der Villa von nums installiert ist, wurde mit großem Verständnis Cleopatra und von Marc Anton, den Palast Neros, in Fach- und Laienkreisen aufgenommen, weil sie die jeder Mensch bestimmt am eigenen Leibe erSchlechte Laune durch die Kälte! Eine Tatsache, sowie einen in der römischen Geschichte nicht bekann- einen systematischen und gut verständlichen Ueberten..Palast Platons"( hier waltete die freie Phan- blick über die Mozart- Literatur und den Prager fahren hat. Selbstverständlich ist dann die Arbeitstasie Wards). Am entferntesten Punkte des Sees Mozart- Stult gibt. Die Ausstellung ist bis 14. de. leistung auch nicht viel wert. Deshalb muß jeder ist Konstantinopel aufgebaut, es wirkt märchenhaft, einschließlich geöffnet und kann nicht verlängert Mann darauf bedacht sein, im Winter so angezogen obivohl auch hier Ward sich um einige Jahrhunderte zu gehen, daß ihm nicht kalt iſt.- Batas Welling. verschätzt hat. Im Zentrum steht der Vesta- Tempel, der wirklich vollendet nachgeahmt ist. Ward selbst lebt in der Villa der Cleopatra, er hat drei schwarze Diener, die die Namen Lucullus, Pompeius und Scipio tragen und wie Gladiatoren gekleidet sind. Le Traducteur, französisch- deutsches Sprachs Auf dem See schwim..it eine Galeere, und neben ihr lehr- und Unterhaltungsblatt. Nach wie vor sei die ist das Lustboot des Sultans verankert; dieser hat anregende Art, sich in der französischen Sprache mit zivar rund 1000 Jahre später gelebt, aber solche Kleinigkeiten stören den Millionär nicht, ebensowenig wie die Gäste an ihnen Anstoß nehmen, die Schafe, Kaninchen und Woolloomoolloo Australische Merkwürdigkeiten werden. Literatur Hilfe dieſes Blattes zu üben und zu vervollkomm nen, bestens empfohlen. Probeheft kostenlos durch den Verlag des Traducteur in La Chaux- de- Fonds ( Schweiz)." auf dieser Autobustafel gelesen hat, ist der Autobus weg!" Andere Orte in Australien heißen Onkaparinga, Warradnabial, Yaapet, Tumbarumba, Woy Woy, Coonabarabran und Murwillumbah. Melbourne besißt zwar nur eine Million Einwohner, aber doppelt so viele Rennbahnen wie New * Im Foyer eines Kinos in Melbourne steht ein Gipsabguß der Venus von Milo mit ergänzten Armen. Vor dem Rathaus von Melbourne steht ein Denkmal für den Achtstundentag. Vor einem MädChenpensionat zu Ketoomba in Neusüdwales steht ein marmorner Amor mit marmornen Höschen. Die Weltwirtschaftskrise hat für Australien ihr Guies gehabt. Die Damen in USA. haben sich angewöhnt, statt Zobel und Blaufuchs die billigeren Vork. Kaninchenpelze zu tragen. Die australischen ArbeitsTosen fangen die Kaninchen ein, essen das Fleisch und verkaufen die Felle nach Amerika. Die Regierung freut sich darüber, denn die Kaninchen sind zu einer wahren Landplage geworden, und man hat quer durch den ganzen Kontinent von Norden nach Süden, an der Westgrenze von Queensland und Neusüdwales entlang, einen kaninchensicheren Zaun anlegen müss fen, um weitere Invasionen von Westen her unmög Tich zu machen. Eine australische Maginotlinie gegen Kaninchen In Australien leben 121 Millionen Schafe und 7 Millionen Menschen. ,, Australien gehört", so hat der australische Volkswirtschaftler Cambell Burnes gesagt ,,, nicht den Menschen, sondern den Schafen." * Die Eisbären im Zoo von Sidneh wechseln ihr Fell im Mai und im November, genau wie in Grönland. Se haben sich noch nicht daran gewöhnt, daß in Australien der Winter im Mai beginnt. Die Weihnachtsgans und der Weihnachtspudding werden bei 50 Grad im Schatten gegessen. Nur zwei Häuser in Sidney bejizen Zentralheizung. Das seltsamste Tier Australiens ist der Koala, Die australischen Restaurants müssen um 6 Uhr ein wie ein kleiner Bär aussehender, auf Bäumen abends schließen. Die Australier sagen, wer nicht imlebender Verwandter des Känguruhs. Man kann ihn| stande sei, sich bis 6 Uhr zu betrinken, verdiene teine nicht ausführen, denn er frißt nur die Blätter einer Gesetzgebung. Nur Hotelgäste erhalten nach 6 Uhr bestimmten, nur in Australien gedeihenden Eukalyp- Alkohol; darum sind fast sämtliche Restaurants tus- Art. Er trinkt angeblich weder Wasser noch Hotels. Außerdem darf man trinken, wenn man minandere Flüssigkeiten. destens 30 Kilometer von dem Ort entfernt ist, in dem man zuletzt übernachtet hat. Deshalb hängt in Woolloomoolloo ist der Lunapark von Sidney. jedem Lokal eine Wandkarte mit eingezeichneter Engländer sagte einmal: ,, Wenn man alle O's 30- Kilometer- Zone. * ( MTP) ton- Socken wärmen wie ein vollgeheizter Ofen. In allen Bata- Verkaufsstellen bekommen Sie Wellington- Socken. fanntgabe der Gehaltsansprüche bis 30. November 1937, 12 Uhr mittags, beim Stadtamt Auffig eina zubringen. Unvollständig belegte oder verspätete Ge suche bleiben unberücksichtigt. Vorstellung nur über Aufforderung. Die Stadt behält sich freie Wahl unter den Bewerbern sowie Ablehnung aller Gesuche ohne Angabe von Gründen vor. 4428 Stadtamt Aufsig, am 2. November 1937. Der Bürgermeister: Leop. Pölzl m. p. Urania- Kino, Klimentská 4. Doppelprogramm Fernsprecher 61623. Letzte Rose" Die Polzenlandschaft" An unsere Abonnenten und Genossen! Wir werden wie im Vorjahre die Neujahrs- Enthebungen in unserem Blatt veröffentlichen, wodurch den Genossen die mit den Neujahrsgratulationen verbundenen erheblichen Unkosten erspart bleiben. Die Enthebung kostet Kč 10- und wird nach Orten geordnet, lediglich Namen und Beruf enthalten. Wir ersuchen alle Abonnenten, die tieferstehende Enthebungsbestellung freundlichst auszufüllen und umgehend an uns einzusenden. Die Bestellungen müssen bis spätestens 10. Dezember bei uns einlangen. Die Verwaltung. Leserlich ausfüllen! Neujahrs- Enthebung für ,, Sozialdemokrat" Ich bestelle hiemit unter dem Namen:.. Beruf:.. Ort:.. eine Neujahrsenthebung zum Betrage von Kč 10.- und sende Ihnen diesen Betrag per Erlagschein ein. Unterschrift: Inserate werden laut zugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Lezug durch die Post monatlich Kč 16.-. vierteljährlich Kč 48, halbjährig Kč 96.- ganzjährig K 192. Sarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. Rückstellung on Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken. Die Zeitungsfrantatur wurde von der Posts und Tele graphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt.( Kontrollpostamt Braba 25.- Druckerei:„ Orbis". Druck. Verlags- und Beitungs- A.- G. Prag.