Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratische« Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme de» Montag tLgttch frSH/ Einzelpreis 70 Heller Redaktion und Verwaltung: Prag Xll., Fochova 62- Telephon 83077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag 17. Jahrgang Samstag, 13. November 1937 „So wie Jaur&s den Habsburgern und HohenzoTlern den Sturz ihrer Throne durch den Krieg vorausgesagt hatte, so können heute wir den Diktatoren prophezeien, daß ihr Regime, wenn sie einen Krieg hervornufen, untergehen wird." (Aus einer Rede des französischen Staatsministers Paul F a u r e. am 10. November 1937, vor Pariser I Arbeitern.) Nr. 267 Japan provoziert die Brüsseler Konferenz Einladung abermals abgelehnt— Neunmächtepakt nicht anwendbar Nur direkte Verhandlungen mit China möglich Deutschland will die Sowjet-Ukraine? Reise Halifax beschlossen London.(E.-B.) Die Reise deS Lordpräsidenten Halifax nach Berlin wird nnn bestätigt. Halifax hat keine bestimmten Aufträge, seine Reise ist nicht offiziell, Ihr Zweck ist eS, allgemeine Informationen über die deutsche Politik einzuholen. Borgesehen ist unter anderem rin Gespräch mit Hitler. Als Themen ergeben sich auf der einen Seite die Kolonialfragr, ans der anderen die allgemeine Befriedung Europas, besonders Osteuropas und Spaniens, sowie ein Wrstpakt.. In diesem Zusammenhang wird der Artikel, der am Freitag im„Völkischen Beobachter" die Abtrennung der Sowjet-Ukraine fordert, stark beachtet. Der„Daily Herald" verweist in seinem Leitartikel vom Samstag auf diesen Aufsatz des „Völkischen Beobachter", auf die Tatsache, daß Hitlers ,^Mein Kampf" weiter als Nazi-Bibel verkauft wird und auf ein neues Schullehrbuch für die deutsche Jugend, worin der Tod in der Schlacht als die Krönung eines würdigen Nazi- Lebens hingestellt wird. Der„Daily Herald" zieht die Schlußfolgerung, daß nicht einzeln« Sachfragen zwischen Deutschland und England stehen, sondern der grundsätzliche Gegensatz über Gut und Böse. Han kennt sich nicht aus Loudon. Die Aussicht auf die demnächst beginnenden englisch-deutschen und englisch-italienischen Gespräche Hat in London ebenso wie im Auslande größte Aufmerksamkeit und großes Interesse erregt, das infolge der bestehenden Unklarheit über Zielsetzung und Taktik der hiebei zu verfolgenden brftischen Politik und der damit verbundenen Interessen anderer Länder mit einem beträchtlichen UnsicherheitS- f a k t o r vermengt ist. Wie bekannt, haben zahlreiche britische Negierungsmitglieder verschiedentlich Wert auf die Feststellung gelegt, daß eine britische Verständigung mit der Achse Rom— Berlin nur dann erstrebenswert sei. wenn sie als integrierender Bestandteil einer allgemeinen umfassenden europischen Verständigung erachtet werden könne. Es wurde ferner mit Nachdruck erklärt, daß keine gesonderte britisch-deutsche, sondern nur eine internationale Einigung über das Kolonial- und Rohstoffproblem in Frag: komme. Die Instruktionen, die Lord Halifax nach Berlin mitbekommen wird, werden sich in diesem Rahmen bttvegen. Jaksch in London Deutschland und die sudetendeutsche Wirtschaftsnot London.(E.-B.) Abgeordneter Iaksch hat dem diplomatischen Korrespondenten der Zeitung „Daily Telegraph and Morningspost" ein längeres Interview gewährt, das am Freitag in diesem Blatte an hervorragender Stelle erschien. Nach einer Darlegung der politischen Grundideen der deutschen aktivistische« Parteien in der Tschechoslowakei ist in dem Interview darauf bingewiesen, daß die wirtschaftliche Notlage der deutschen Bevölkerung in der Tschechoslowakischen Republik nicht zuletzt auf die Wirtschaftspolitik deutschen Export-Subventionen schädigen den Export auS der Tschechoslowakei, während der deutsche Markt für gewisse tschechoflowakische Produkte geschlossen ist. Abgeordneter Jaksch zeigt sodann die Methoden auf, durch die Arbeiter gezwungen werden, m dir Nazi-Partei einzutreten. Wenn der von nutzen herkommende Druck des Dritten Reiches beseitigt würde, heißt es in dem Interview weiter, wären auch die meisten Hindernisse für kinr demokratische Lösung der Schwierigkeiten zwischen Prag und der deutschen Minderheit auS dem Wege geräumt. An anderer Stelle des Blattes wird im Zusammenhang mit dem Bericht über die Rede des Außenministers Dr. Krosta auf daS Interview wit Jaksch besonders hingewiesen. Keine englische Anleihe an Rom? Loudon.(E.-B.) Zu den römischen Besprechungen zwischen Lord Berth und Ciano wird hier betont, daß bisher keinerlei Detailfragen zur Erörterung gelangten. Gerüchte, daß England bereit sei. Italien eine Anleihe zu bewilligen, werden als absolut unrichtig bezeichnet. Brüssel. Die Antwort Japans auf die neuerliche Einladung znr Brüsseler Konferenz wurde am Freitag dem belgischen Botschafter in Tokio übergeben und auch dem japanischen Botschafter nach Brüssel telegraphiert. Japan lehnt darin abermals jede Beteiligung an der Konferenz ab. Rach Reuter sieht man in Konferenzkreisen diese Antwort alS d a S En de jeglicher Bemühungen an, Verbindungen zwischen Japan und der Brüsseler Konferenz anzubahnen. Die Antwort spricht ihr Bedauern a«S, daß auch die zweite Einladung nicht hinreiche, um die japanische Regiernng von der Notwendigkeit zu überzeugen, ihren Standpunkt zu ändern, den sie klar und eindeutig in der ersten Antwort am 27. Oktober ausgesprochen habe. Die japanische Regierung stehe unabänderlich auf dem Standpunkt, daß ihre gegenwärtige Aktion in China ein Akt der Selb st verteidig u n g sei, welcher Japan durch die provokative.Handlungsweise Chinas aufgezwungen wurde und demnach Wir bringen nachstehend einen Bericht, der wenige Tage vor dem Staatsstreich Vargas in der brasilianischen Stadt' Sao Paulo geschrieben wurde und eS als zweifelhaft erscheinen läßt, daß«S sich hier um eine rein faschistische Diktatur handelt. Wir haben seit ein paar Tagen„Kriegszustand". Deshalb wird eS Sie interessieren, wie die Dinge liegen. Wir stehen vor den Präsidentenwahlen, die alle vier Jahre stattfinden sollen und diesmal für den 3. Jänner anberaumt sind. Derzeit ist Prä sident Getulio VargaS, der zuerst auf Grund einer Revolution Staatsoberhaupt wurde, seit 1933 aber regulärer Präsident ist. Er ist ein ehemaliger Advokat, wie hier fast alle Politiker. Die Politik ist hier übrigens ein blühendes Geschäft(bei Vargas nicht, aber bei früheren Präsidenten war sie es). Vargas ist ein Alleingänger. Er ist der Mann der starken Hand und nicht ganz bar einer sozialen Einstellung. WaS bisher an sozialen„Errungenschaften" erobert wurde, ist fraglos ihm zu danken. / autzerhalbder Tragweitedes Neunmächtepaktes stehe. Es könne also keine Aussprache über die Frage der Geltung dieses Abkommens eingeleitet werden. Für die japanische Regierung sei es unmöglich, die Einladung zu der auf Grund der Bestimmungen des Neunmächtrabkommens einberufenen Konferenz anzunehmen, da Japan beschuldigt worden sei, dessen Bestimmungen verletzt zu haben. Da der chinesisch-japanische Konflikt unter besonderen Bedingungen in Ostasien entstanden sei, könne die richtigste und gerechteste Lösung nur durch direkte Verhandlungen zwischen den beiden unmittelbar daran interessierten Parteien erfolgen^ Die kaiserliche Regierung Japans sei fest davon überzeugt, daß der Versuch von Verhandlungen im Rahmen eineS KollektivorganiSmus, wie es z. B. die gegenwärtige Brüsseler Konferenz ist, eine zufriedenstellende Lösung nur behindern könnte.. Bargas könnte nach der Verfassung erst 1942, also nach einer vierjährigen Pause, Wieder gewählt werden. Man glaubt aber allgemein, daß er trotzdem Präsident bleiben wird. Es gibt eine sehr starke„kommunistische" Gefahr. Deshalb läßt sich eine Ursache für einen Putsch oder eine Revolution sehr leicht finden, dik^ es dann rechtfertigt, daß Vargas die Macht in den Händen behält. Man darf nicht glauben, daß die soziale Unzufriedenheit von Moskau aus geschürt wird; der Kommunismus wächst hier vollkommen aus den Verhältnissen heraus, weil es den unteren Schichten furchtbar schlecht geht. Der Arme hier lebt in einem Zustande, der mit dem unserer ärmsten Arbeitslosen nichts zu tun Hat. Er nähert sich absolut dem Tier. Selbst gehobene Arbeiter, wie Tramwayschaffner usw., verdienen im Monat bei täglich achtstündiger Arbeitszeit 80 Reis bis 1 Mil 20 die Stunde... Sie sehen auch entsprechend aus. Und diese Not uyh das Hausen in verfallenen Hütten, die kaum Dachreste haben, inmitten der emporschnellenden Wolkenkratzer, die schaffen den sogenannten Kommunismus. Auch innerhalb der Intelligenz gibt es(Salon) kommunisten, die eben mit einem Linkskurs spekulieren und mit der Masse, emporturnen wollen. Also einfache Kon- junkturpolitiker. In der Armee gibt es, trotz Ableugnen, kommunistische(richsig: nationalbolschewistische) Zellen. Die Armee macht im übrigen einen verheerenden Eindruck: Südamerika der achtziger Jahre. Die Generale spielen—zum Teil als Gouverneure, zum Teil als Kommandanten der Militärregionen— eine ganz große Rolle. Sie fliegen, reisen, konferieren, debattieren usw. Ob sie Pargas ganz treu sind— wer weiß es? Jedenfalls scheint Bargas bleiben zu wollen. Er dürste große Teile der Armee und Polizei hinter sich haben. Wahrscheinlich wird er eine kleine Unruhe arrangieren lassen, um sie dann zu einem neuen Staatsstreich auSzunützen. Im Vorstoßen"sind die„Jntegrali- st e n", die man als Nazis oder Faschisten be- (Fortsetzung auf Seite 2), Wer Ist schuld 7 Die neuen Steuern, welche dem Parlament in den nächsten Tagen vorgelegt werden, bedeuten für die Bevöllerung zweifellos ein schweres Opfer. Wenn es auch den sozialistischen Parteien gelungen ist, eine gerechte Verteilung der Lasten insofern herbeizuführen, als die sozial schwächsten Schichten der Bevölkerung nur entsprechend ihrer wirtschaftlichen Lage und vor allem in geringerem Maße als in den ersten Vorlagen des Finanzministeriums geplant war, herangezogen werden, so bedeuten die neuen Steuern doch eine Last, welche der Wirtschaft und der Bevöllerung auferlegt wird und die allein ihre Rechtfertigung in der Bedrohung des tschechoflowakischen Staates und seiner demokratischen Einrichtungen findet. Wer ist nun an dieser Bedrohung des Landes und deswegen an den Rüstungen und den finanziellen Opfern der Bevölkerung schuld? Die „Zeit", das Organ der Sudetendeutschen Partei, hat es herausgefunden: die Behandlung der Minderheiten in der Tschechoflowakei l Man höre, was dieses Blatt in seinem gestrigen Leitaufsatz zum Besten gibt: Gerade, jetzt, wo die neuen Steuern zum ersten Male beim tschechischen Volk die Tatsache andeuten, daß die Rechnung der Politik bezahlt werden muß—.und keineswegs allein von den Minderheiten bezahlt werden muß— wäre der Augenblick gekommen, die entscheidende Frage zu stellen: wollt ihr eure Kinder und Kindeskinder bis zum Irrsinn Steuer zahlen und schlecht schlafen lassen, nur deswegen, nur weil die jetzige Genevation nicht imstande ist, ein« andere Politik zu machen, als di«, deren Frücht« das eben vorgelegte Staatsbudget so grell beleuchtet? Oder wollt ihr einsehen,Haß letzten Endes vor allem doch nur die Minderheitenfrag e s ch u l d ist.... Die„Zeit" ist also der Ansicht, die Spannung zwischen der Tschechoslowakei und Deutschland, welche uns zum Ausbauen unserer Verteidigung zwingt, ihr« Ursache in der Minderheitenfrage hat. Ta muß man nur fragen, sind die Sudetendeutschen die einzige deutsche Volksgruppe in Europa,, die einer andersnationalen Mehrheit gegenübersteht? Es gibt ja auch Deutsche in Südtirol, die sich unter italienischer Herrschaft befinden und denen es national zweifellos schlechter geht als ihren Vollsgenossen in der Tschecko- flowakei. Wäre die Auffassung der„Zeit" richtig, daß eine nicht zufriedenstellende Behandlung der deutschen Minderheiten das Dritte Reich in einen scharfen Gegensatz zu den Staaten brächte, in denen diese Deutschen leben— dann hätte Hitler Italien schon längs-» den Krieg erklären müssen. Gerade mit diesem Staat aber, der seinen deutschen Bürgern nicht einmal Grabschriften in ihrer Sprache gestattet, lebt das Dritte Reich in seligster Freundschaft und dessen Regierungschef wurde von Hitler erst unlängst glänzend empfangen. Und hat die Behandlung der Trutschen in Polen etwa Hitler veranlaßt, den Polen gegenüber mit dem Säbel zu raffelst? Freilich wurde ein deutsch-polnisches Minderheitsabkommen abgeschlossen, aber daß es den Deutschen Polens nützt, glaubt nicht einmal die„Frankfurter Zeitung". Wir werfen nur die Frage auf, was ein ähnliches Abkommen, das etwa zwischen Deutschland und der Tschechoflowakei abgeschlossen würde, den Sudetendeutschen stützen könnte? Die Antwort ist einfach: nichts! Die Sudetendeutschen dürften sich untereinander der deutschen Sprache bedienen aber das würde wohl nicht einmal der lleine Moritz als, außenpolitischen Erfolg des Dritten Reiches uns als innenpolitischen der SdP ansehen. Man muß also der neuesten Legendenbildung der SdP, die Minderheitenfrage sei schuld an den Rüstungen, beizeiten entgegentreten. Die Partei Henleins betreibt da plumpste Demagogie, um in der Bevöllerung den Eindruck hervorzu- rufen, sie hätte die neuen Steuerlasten der Prager Regierung zu verdanken. In Wirklichkeit müssen wirhohe Steuern zahlen, weil Herr Hitler1933 die MachtinDeutschlandergriffenhat. Die Freunde der Sudetendeutschen Partei sind schuld daran, daß mit der gesamten Bevölkerung des Landes auch die deutschen Bürger höhere Steuern entrichten müssen. Daß die Tschechoflowakei die Absicht hat, Deutschland anzugreifen und sich etwa Reichsgebiet anzueignen, werden Menschen mit normalem Sinn, auch wenn sie jeden Tag mit Andacht dem Leipziger Sender lauschen, nicht annehmen. Die ganze Ideologie der Aufstandsbewesuns Die Hintergründe der Diktatur gegen Vargas London.(E.-B.) In Paris«nd in London finden di« Meldungen über die Aufrichtung einer Diktatur in Brasilien stärkste Beachtung., Die portugiesische Presse ftrut sich über den „neuen Kollegen" der Diktatoren, drückt aber ihr Entsetzen darüber aus, daß der Diktator seine Tätigkeit mit der Einstellung deS Auslandschulden-Dienstes begonnen hat.„Tausende Familien in Portugal essen brasilianische Wertpapiere", heißt eS in den portugiesischen Blättern. In London liegen Meldungen über eine Aufstands bewegung gegen die Diktatur VargaS vor. Diese Bewegung breitet sich insbesondere tm Staate Pernamburo aus; ebenso soll ein Teil der Armee unter Oliviern, einem früheren Präsidentschaftskandidaten, sich empört haben und auch die faschistischen Organisationen der„Jntegralisten" wenden sich gegen die Diktatur VargaS.(Die Nachrichten stammen aus dem Brasilien benachbarten Staat Uruguay.) Ein Bericht aus Sao Paulo Seite 2 Kampf": Staatsgründer widerspricht einem Angriffstrieg ebenso wie die Lebensinteressen dieses Staates. Niemals hat Masaryk den Krieg um des Krieges willen verteidigt, er hat nur gelehrt, daß man seine Freiheit verteidigen muß auch mit Eisen, wie er sich ausgedrückt hat. Während Masaryk in der Humanität das edelste Gut, in ihrer Verwirklichung geradezu den Zweck der Weltgeschichte erblickt, sagt Adolf Hitler in seinem Buche„ Mein Wenn Völker um ihre Eristenz auf diesem Humanität oder Aesthetik in ein Nichts zusamKann man Vertrauen in die Friedensliebe oder Vertragstreue eines Partners haben, der so spricht? Kann man an die Absicht Hitlers und des Dritten Reiches, Frieden zu halten, glauben, wenn Hitler an einer anderen Stelle sagt: Planeten kämpfen, fallen alle Erwägungen von men.' " In der ewig gleichmäßigen Anwendung der Gewalt allein liegt die allererste Voraussetzung zum Erfolg." Wer bedroht also wen? -so fragen wir. Müssen wir nicht alles tun, um unsere Freiheit und Demokratie zu schüßen? Gewiß, ein Minderheitenproblem existiert in der Tschechoslowakei. Aber wir wollen es lösen und wir wollen den Sudetendeutschen ein wirtschaftliches und kulturelles Ausleben ermöglichen nicht durch einen neuen Krieg, der für das Sudetendeutschtum ein noch ärgerer Blutverlust wäre als vor zwanzig Jahren, sondern im Frieden innerhalb einer demofratischen und sozialen Ordnung. Weil wir den Strieg nicht wollen, müssen wir start sein und unsere Grenzen schüßen. Je schwerer wir es dem Tritten Reich machen, uns zu überrennen, desto leichter machen wir es unseren Freunden, uns zu helfen- deſto ſchiverer wird sich Deutschland entschließen, die Kriegsfadel nach Europa und in die Tschechoslowakei zu werfen. Wir müssen Opfer bringen, aber wir tun es um unseretwillen, um unserer Freiheit wegen, um unserer Kinder willen, um ihnen das Schicksal zu ersparen, dessen blutige Grausamkeit wir 1914 bis 1918 an uns selbst erfahren haben und das wir in Spanien und China schaudernd wieder miterleben. Ein Kabinett Mihalache? Bukarest. Gestern verbreitete sich die Nachricht, daß Ministerpräsident Tatarescu dem König die Gesamtdemission des NaSamstag, 13. November 1937 Nr. 267 Ernste Zuspitzung in Schanghai Die Diktatur in Brasilien ( Fortsetzung von Seite 1.) zeichnen kann. Sie tragen Grünhemden, grüßen faschistisch mit dem altbrasilianischen Wort: ,, An noue" und unterstehen Plinio Salgado in Rio, der sehr start katholisch eingestellt ist, von den ganz hohen Würdenträgern forciert wird und der im Volte als Geldempfänger der europäischen faschistischen Diktatoren gilt. Er hat viel und könnte größere Aftionen entfalten, wenn er nicht im innersten Innern selbst für das Bleiben von Vargas wäre. Japaner wollen in die internationale Niederlassung Schießbefehl an englische und amerikanische Truppen Shanghai. Die Kommandeure der in feßung der Stadt Nantsian, was von den Chines Shanghai stationierten englischen und amerikani- sen noch bestritten wird. Der Sprecher der japaschen Truppen haben Anweisung erhalten, das nischen Armee erklärte, die Einnahme Nantsians Eindringen japanischer Truppen in die interna- sei durch das rasche Vordringen der japanischen tionale Niederlaffung mit Waffengewalt zu ver- Truppenabteilungen ermöglicht worden, die un- Schwungkraft, ist selbst Präsidentschaftskandidat hindern. Ueber die Gründe dieser Anweisung längst in der Hantschau- Bucht landeten und am verlautet noch nichts, doch bringt man sie in un- Donnerstag bereits Antin erreicht hatten, wodurch terrichteten Kreisen mit den Ausführungen des sie die Verteidiger Nantsians im Rücken bedrohten. General Matsui in Verbindung, die auf Amerikanisches Krankenhaus eine unter gewissen Umständen angeblich notwen= dig werdende gewaltsame Beschung der interna- beschossen tienalen Niederlassung durch die Japaner schliesen ließen. London. Ueber die Lage in Schanghai herrscht zur Zeit in Londoner politischen und diplomatischen Kreisen Besorgnis, welche sich durch die donnerstägige Erklärung des japanischen Oberstkommandierenden noch erhöht hat. Dieser fagte bekanntlich, daß er sich auch in der internationalen Niederlassung in Shanghai frei Hand behalten müßte, alle Schritte zu unternehmen, welche die militärischen Notwendigkeiten gebieterisch fordern. Da aber auch gleichzeitig in einer der größten Tokioter, Zeitungen ein Artikel veröffentlicht wurde, in welchem Großbritannien als der größte Feind Japans bezeichnet wird, befürchtet man einen japanischen Angriff auf die Rechte der internationalen Niederlassung. Auch Nantao besetzt Schanghai. Die Japaner feßten im Laufe des Freitag die Besetzung des Stadtviertels Nan ta o fort. Eine chinesische Abteilung hatte sich noch im Gebäude der chinesischen Zollbehörde am tai verbarrikadiert, doch konnten die Japaner um 17 Uhr auch dieses letzte Zentrum des chinesischen widerstandes in Schanghai besetzen und auf dem Gebäude ihre Fahne hissen. Die Zahl der Flüchtlinge in der französischen Konzession wächst von Stunde zu Stunde. Allein im Laufe des Donnerstag sind etwa 10.000 chinesische Soldaten, die in die Konzession geflüchtet waren, interniert worden. Die Japaner melden auch bereits die Bes binetts angeboten habe. Die Butareiter Blätter Spaniens He'denkampf gaben Ertraausgaben heraus, in welchen der Oeffentlichkeit der Rücktritt Tatarescus mitge teilt wurde. Offiziell ist diese Demission bisher allerdings noch nicht bestätigt worden. Mihalache erklärte Journalisten gegenüber lediglich, daß die Besprechungen fortgesetzt werden. Es scheint, daß König Carol Mihalache aufgefordert habe, eine Regierung der Nationalen Bauernpartei zusam menzustellen, allerdings mit Einbeziehung eini ger anderer politischer Gruppen. Die Nationale Bauernpartei lehnt jedoch eine solche Lösung ab und man erwartet daher, daß der König auf dieser Lösung nicht beharren und daß eine Regierung lediglich aus den Mitgliedern der nationa len Bauernpartei gebildet werden wird. König Carol wird Mihalache heute noch einmal empfangen, Companys in Paris Paris. Der Vorsitzende der katalanischen Regierung Spaniens Companys ist Freitag morgens in Paris eingetroffen. 11 DER KLEINE Bombardierung Pampelunas Barcelon a. Das spanische Nationalverteidigungsministerium gibt bekannt: Da die Stadt P a m peluna von den Rebellen als Basis ihrer nächsten Operationen benutzt wird, befinden sich dort zahlreiche Truppen und große Mengen Kriegsmaterial. Deshalb haben am Freitag zehn Regierungsflugzeuge die Stadt überflogen und mit großer Wirksamkeit einige militärische Ziele bombardiert. Wilde werden losgelassen Japanische Flugzeuge beschossen das Kranfenhaus der amerikanischen Mission in Jusih. rund 110 Kilometer von Schanghai entfernt, auf der Strecke Schanghai- Nanting. Zwei Chinesen wurden getötet, eine Reihe von Personen wurde verletzt. Auf dem Krankenhaus war die ame= ritanische Flagge gehißt. Japanische Frechheiten Gegen Vargas und Salgado sind die beiden Wahliverber der beiden großen Parteien der Demokraten und Republikaner: Jose Americo, der der Kandidat der Regierung( aber nicht Vargas) ist und Armando de Salles Oliveira. Der erste ist etwas mehr sozial als der letzte, der aus St. Paulo stammt, früher hier Gouverneur war und ganz dem Großkapital hörig ist. Im höchststehenden und bedeutendsten Staate, in Sao Paulo, find 68 Prozent n alphabeten. Die öffentlichen Schulen haben täg fäs lich drei Turnusse zu je drei Stunden, und doch tommen eben tausende Kinder, selbst wenn sie wollen, nicht in die Schulen, weil zu wenige da ind. Noch ärger ist es natürlich im Inland. Die 23 Prozent Neger sind auch nicht sehr inter effiert. Das Schlagwort der Regierung ist:..Sehen wir zu, wie es wird. Und lassen wir es laufen, wie es läuft." Calma do Brasil."( Rube in Brasilien.) Die Großkapitalisten und Groß grundbesißer tun natürlich alles, damit ihnen das Analphabetentum und damit die billige Arbeits kraft erhalten bleibt. Belgrad. Der neue japanische Gesandte in Belgrad Kuritatscha, der Freitag vom Prinz regenten Pavle in Antrittsaudiens empfangen worden ist, gewährte dem Vertreter der„ Pravda" eine Unterredung, in welcher er auf den Hinweis, daß der Antikominternpatt in der italienischen Presse als eine Aktion gegen die Komintern und nicht gegen Sowjetrußland als Staat dargelegt wurde, antwortete, daß er keinen unter fchied zivischen der Komintern und der Mosfauer Regierung mache. Juristisch sei es wohl möglich, einen solchen Unterschied herauszuton struieren, in der Praris handle es sich jedoch um ein und dasselbe. Ueber das Interesse Japans für den Balkan sagte der Gesandte, daß dieses Intereffe nicht so sehr wirtschaftlicher und hans delspolitischer Natur, sondern in erster Reihe politischer Art sei, da der Baltan an Sowjetrußland grenze und Japan daher ungewöhnlich interessiere. Außerdem sind zivei Balkanstaaten Mitglieder der Kleinen Entente. eines groken politischen Gebilden Zeitungen) zugunsten Valencias ein Interessant ist, daß man hier( auch offen in des, dessen jede Bewegung für Japan bon außer tritt und daß man auch in geistlichen Kreisen an ordentlicher Bedeutung ist. den Endsieg von Valencia glaubt. Ebenso steht es mit China, dem man den Sieg wünscht. G ist sicher, daß das sogenannte faschistische Brasi lien im Falle eines Krieges wieder an der Seite der demokratischen Mächte stünde. Republikaner im Angriff Teil im Staatsdienst. Sie sehen zu, daß die Die gebildeten Brasilianer sind zum großen Ausländer arbeiten und von ihrem Verdienst ge nug abgeben. Korruption und Trinkgeldwirt schaft sind fürchterlich. Ein Polizist, der im Monat 600 Kč verdient, kann natürlich ohne Trinkgeld nicht leben. Boltano. Die republikanischen Truppen haben die Rebellenstellungen von Cafetas Bergua und Lupe, auf den Höhen 1100 und 962, von Anadienza, Campo Largo und Casetas Ba- Pernambuco, ist einer der fleineren von tanero angegriffen. Der Feind leistete heftigen den mehr als zwanzig Staaten und Territorien, aus Widerstand und zog zur Verstärkung Tertios und denen sich die Vereinigten Staaten Brasiliens aus Marottaner aus der zweiten Linie heran. Der fammenießen; es umfaßt 130.000 Quadratkilo Kampf erstreďte sich auf die Höhen 993 und 953 meter, also eine stvar etwa zweieinhalbmal fo große von Campo Corona, welche von den Regierungs- Fläche wie Böhmen, was aber nach jüdamrikaniſchen Maßen wenig bedeutet, beträgt doch die gesamte truppen besetzt wurden. Mit ihren Verstärkun- Fläche der Vereinigten Staaten Brasiliens mehr als gen versuchten die Rebellen vergeblich, die Regie- 8.5 Millionen Quadratkilometer. Pernambuco bil rungstruppen einzukreisen. Die Regierungstrup- det aber mit seinen etwa zweieinhalb mi! pen besetzten die Höhe 960 von Campo Corona. Iionen Einwohnern einen der dichteit An den übrigen Punkten wird weitergekämpft. Lloyd George Gibraltar. In Algeciras sind mehr als die, tausend Marokkaner ausgebootet worden, nach ihrem Aeußeren zu schließen, in den unzivilisierten Regionen des Atlas rekrutiert zu sein scheinen. Man hat sie sofort in Autobussen nach nach Barcelona eingeladen Malaga verfrachtet, ebenso 400 Italiener. Es London. Der ehemalige Ministerpräsident wird behauptet, daß diese Truppen, so wie auch die kürzlich bei Motil konzentrierten, einen An- Lloyd George wurde von den Behörden Barcelogriff der Rebellen auf Almeria durchführen fol- nas zu einem Besuch des republikanischen Spa nien eingeladen. len. Er richtet sich auf, ruft sie, kneift ein Auge zu, lächelt sie an. Aber sie geht über die Straße. ,, Sie hat mir einen Bild zugeworfen", be hauptet er.„ Seit dem Kriege ist kein Mangel an hübschen Mädchen. Man kann alle haben. Die VON EUGENE DA BIT auch. Paß auf." Berechtigte Uebertragung aus dem Französischen von Bejot 6. Kapitel Mit seiner niedrigen Stirn, seinen blutroten Backen, seinen dicken Lippen und seinem weißlich blonden Schnurrbart ist er gewißt nicht verführerisch. Und doch beneide ich ihn. Oft spricht er Frauen auf der Straße an. Und einmal, nach Ein Scharren mit den Stühlen, und ein Feierabend, hat ihn ein junges Mädchen abgeholt, Knirschen von genagelten Sohlen auf dem mit das er an sich gedrückt hat. Er hat mir von seinen Sand bestreuten Fußboden. Lesueur und seine Liebesabenteuern mit verheirateten Frauen er: Freunde gehen einen Kaffee trinken. In der Kan- zählt. Ich bewundere seine kühne Unbekümmert tine bleiben nur ein paar Mann zurück, die auf heit. Um eine Frau zu verführen, muß man vor ihren Stühlen hocken, die Ellbogen auf den schmußigen Tisch gestützt, und zwei gang junge allem frech sein", sagt er. Burschen: mein Freund Tavernier und Planchet mit den Säbelbeinen, der ein unförmiges Ges sicht hat. " Bist du noch nicht fertig, Quasimodo?" fragt Tavernier. Ich protestiere: „ Bei jeder dürftest du schwerlich Glück haben, mein Lieber. Meine Mutter geht zu einer Dame.. " Er unterbricht mich: " Doch. Geht's nicht so, geht's anders. Mit Blanchet mault. dem Gemüt, zum Beispiel. Warte mal, die Kleine. ,, Warten wir nicht auf ihn, Kleiner. Man die da kommt, fannst gleich was sehen." Dabei frepiert hier drinnen." reibt er seine großen Hände. Er drängt mich hinaus. Er ist vierschrötig. furz angebunden, aber dabei ein guter Kamerad, der einzige der ganzen Kolonne, zu dem ich Vertrauen habe. Wir setzen uns auf die Treppe bor den Büs ros, die im Schatten liegt. Tavernier raucht seine Pfeife, ich brenne mir eine Zigarette an. Wir lehnen uns an die Wand, kreuzen die Beine, stets ken die Hände in die Taschen und unterhalten uns damit, die Vorübergehenden zu mustern. Ein junges Mädchen, ein halbes Kind, nähert sich uns. Er steht auf und faßt sie um die Taille. Ich warte darauf, daß sie ihn zurückstößt. Nein, sie kichert, nennt ihn einen Schmeichler. dreht sich nach ihm um. Er gibt mir die Erklärung: „ Ich habe ihr gesagt, daß sie hübsch ist. Alle freuen sich, wenn sie das hören." „ Ah, der Kleine läßt sich aufflären!" träht Planchet. " Tavernier hat es vor allem auf die Frauen „ Spiel dich nur nicht auf", gibt ihm Taverabgesehen. Wenn sie alt oder häßlich sind, schnei- nier zur Antwort. Mit deiner Schnauze fannst det er ihnen Grimassen. Plöblich stößt er mich in du darauf warten, bis dich eine nimmt." die Seite. „ Daß du dich nicht täuschst! Auf deine ErGefällt dir die Dunkle, die dort kommt?" Taubnis habe ich nicht gewartet." bevölkerten Teile des Landes und steht, in der Zahl der Bevölkerung, an fünfter Stelle innerhalb Bra filiens. Die Hauptstadt Pernambucos ist der Hafen Recife( Pernambuco) mit twa einer Viertel million Einwohnern. Die erste Tat des neuen Diktators: Rio de Janeiro. Durch die neue Verfassung wurde in Brasilien für einige besondere Fälle die Todesstrafe neuerlich eingeführt. „ Na, dann ist es jedenfalls nicht lange her.| faulenzen, rollen eine Zigarette, summen ei Vorige Woche warst du bestimmt noch Jungfer." Lied. Planchets Bericht läßt mich nicht mehr los. Die Arbeiter kommen aus dem Café zurück: Ueberall sehe ich nackte Frauenleiber, die mich vers der Elsässer Eschtein, der kaum richtig französisch spricht, der jüngere Buzon, eine lange Hopfenstange, ehemaliger Vortragskünstler, Sigal, ein Kriegsverletzter, der dicke Oger und Lesueur. „ Erzähle uns die Geschichte, Quasimodo", fagt Buzon.„ Wir haben noch eine Minute Zeit." " Ihr wollt mich nur verkohlen." Dann ist es also Schwindel, und du bist tatsächlich noch Jungfer." Planchet entschließt sich..Er gesteht, daß er Sonntag zum erstenmal in einem Bordell war. Seine Augen glühen, der Geifer rinnt ihm aus dem Mund. Er gibt Erklärungen. Seine Gesten sind so widerwärtig, daß ich den Kopf abwenden muß. ,, Bravo!" schreit Buzon. ,, Der Wahrheitsbeweis ist erbracht." Dann fragt er mich in einem gönnerhaft ironischen Ton: „ Und was denkst du darüber, Kleiner?" Die Sirene heult. Wir gehen im Gänsemarsch zur Arbeit. Ich entwische also den üblichen Anzapfungen meiner Kollegen. Seit dem Morgen brennt die Sonne auf das Glasdach. Die Luft, die man atmet, ist geschwängert mit einem Geruch von Schmieröl und Benzin. Wir sind so schlapp, daß wir kaum die Hände rühren. Unaufhörlich werden neue Züge auf den Gleisen vorgeschoben, Reihen schmußiger, stinkender Wagen, deren Anstrich abgelaugt, deren Meisingteile geputzt, deren Fußböden gescheuert wer den müssen. Seit einem Monat bin ich einen Grad aufgerückt und arbeite mit Tavernier. rückt machen. Dann wieder muß ich an Taver niers Abenteuer denken. Wohnte er in unserem Hause, würde er Rose Gallais schon längst ge füßt haben. Er könnte mich erlösen von den ungefunden Gelüsten, denen ich zuweilen nachgebe. Er könnte mich einmal ins Bordell mitnehmen. Aufreizen Szenen bemächtigen sich meiner Phantasie. Das Blut schießt mir in den Kopf. Ich zittere. Zum Glück beobachtet mich feiner. „ Tavernier, wollen wir abends einen Bums mel machen?" „ Gern." Täglich gegen vier Uhr versammelt fich die Mannschaft in einem Waggon. Lesueur, den wit freihalten, legt sich auf eine Bant, nimmt eine Zeitung zur Hand und würzt die Lektüre politischen oder kriegerischen Gesprächen, denen er nie genug bekommen kann. mit bon Sigal, Planchet, Buzon, Lesueur trinken eine Flasche Bier. Andere kommen, seßen sich, fahren sich stöhnend mit der Hand durch di Haare. „ Noch zwei Stunden muß man abreißen" fagt Tavernier." Welches Gewerbe!" Ben " Was würdest du erst sagen, wenn du draus wärst?" fragt ihn Lesueur. ,, Noch bin ich drinnen, Großvater." 8 b h ia er 1: „ Ja, aber du kommst noch an die Reihe. gibt keinen Frieden, ehe wir in Deutschland find. Sigal zuckt die Achseln und erwidert seelenruhig: be 54 # fa B „ Das hat noch gute Weile." " Wieso? Wenn man eine neue macht." " Dalli, dalli, die jungen Leute", treibt Le= sueur uns an.„ Euer Zug fährt bald wieder los." Tavernier reibt die Fenster mit Schlämmtreide leicht, ein, und ich wische nach. Mein Putzeng über dem Arm, gehe ich von sagen zu Wagen. Die anderen f Offensive " Eine neue Offensive! Im Hinterland ist es Offensiven zu machen." ( Fortsetzung folgt.) RES fd er he Nr. 267 amstag, 13. November 1937 Seite 3 Staatsangettellte und Parteipolitik Das Overste Vermaltungsge- richt sprach dieser Tage(Nr. 12799/37) die Erkenntnis aus, daß ein Staatsangestellter, der Mitglied einer politischen Partei ist, von der er wissen mußte, daß sie im Widerspruch zu den Pflichten eines Staatsangestell- t e n ist, gegen die Paragraphen 158 und 164 der Dien st Pragmatik v er stößt. Ob die Partei behördlich bewilligt ist, ist gleichgültig, ausschlaggebend sind ihre faktischen Ziele.(DRD) Veutsch-polnlsches Minderheiten abkommen ohne Ergebnis Wir haben gestern in unserem Leitartikel die Ansicht geäußert, dah der Abschluß des Minderheiten«„Abkommens" zwischen Polen und dem Dritten Reich an der schwierigen Lage der Minderheiten in den beiden Ländern nicht das geringste ändern werde. Nun liegt schon eine Bestätigung dieser Ansicht vor. Die„Frankfurter Zeitung" vom 11. November schreibt u. a.: „Das Blatt Grazhnskis trägt zu dem Gefühl der Rechtssicherheit schwerlich bei, wenn eS behauptet, für die deutsche Minderheit sei eine solche Erklärung überhaupt nicht nötig gewesen. So gut sei es ihr in Polen gegangen. Das wagt man zu sagen nach den Agrargesehen, nach dem schlesischen Gesetz über die unierte evangelische Kirche, nach der Ausscheidung des Deutschtums aus der schlesischen Landwirtschaftslammer und nach dem vom schlesischen Sejm verabschiedeten Privatschulgesetz. Das wagt man zu sagen nach einer Behandlung der deutschen Arbeiter und Angestellten, die aller Gerechtigkeit Hohn gesprochen hat. Soeben noch haben wir höchst betrübliche Entlassungen deutscher Arbeiter aus Ostoberschlesien melden müssen. Da werden Angestellte ans den Gruben weggeschickt und ohne Abfindung auf die Straße gesetzt. Da erhält ein Schriftleiter des Blattes der deutschen Minderheit Gefängnis auf Grund der willkürlichsten Interpretation seiner Artikel. Das geschieht zwei Tage nach dem Abkommen." Di« Ausstellung von Sittenzcugnissen durch dir Staatspolizei. Nach der Errichtung der nepen Exposituren der Staatspolizei bestanden in einigen Gemeinden Meinungsverschiedenheiten über die Kompetenz der neuen Polizeibehörden, namentlich auch bezüglich der Ausstellung von Sittenzeugnissen. Diese Frage wurde nun durch einen Erlaß des Innenministeriums geregelt. Danach haben die staatlichen Polizeibehörde^ Sittenzeugniffe nur im Sprengel ihres vollen Wirkungsbereiches auszufertigen. Die Strafkar- ten als Grundlage für die Ausstellung der Sittenzeugnisse müssen nach wie vor jenen Gemeinden übersendet werden, deren voller polizeilicher Wirkungskreis nicht von einer staatlichen Polizeibehörde übernommen wurde. Ebenso wird di; Ausstellung der Sittenzeugniffe diesen Gemeinden belassen. Es ist daher unrichtig, daß die staatlichen Polizeibehörden, die den vollen polizeilichen Wirkungskreis der Gemeinden nicht übernahmen, die Ausstellung der Sittenzeugnisse in ihrem ganzen Sprengel beanspruchen.(DRD) Flugzeug Berlin-Mannheim verunglückt Berlin. Das planmäßige Lufthansa» Flugzeug der Strecke Berlin—Mannheim ist kurz vor der Landung in Mannheim Freitag abendö «egen 17 Ubr infolge unfreiwilliger Bodenberührung verunglückt. Hierbei kamen zehn Personen einschließlich der Besatzung«mS Leben. Zwei Fluggäste wurden verletzt. Neue Attentate In Palästina Jerusalem.(Havas.) In Bethlehem wurde em Freitag ein britischer Polizist durch einen Schuh ernstlich verletzt. Durch Bombenanschläge wurde von arabischen Terroristen eine Brücke an der von Jerusalem nach Jaffa führenden Straße beschädigt.— Unter den palästinensischen Arabern zirkuliert ein geheimes Manifest, herausgegeben dom neuen Obersten arabischen Ausschuß, in welchem die Araber aufgefordert werden, im Abwehrkampf gegen den britischen Imperialismus auszuharren, da hinter ihnen alle Araber und Mohammedaner der ganzen Welt stünden. General Tomi? gestorben Belgrad. Wie das jugoslawische amtliche Prcßbureau Avale meldet, ist der Stadtkomman- dant von Belgrad, Armeegeneral Tomit, der in der Nacht auf Mittwoch einen Selbstmordversuch unternahm und sich eine Kugel in die Herzgegend fchoß, Donnerstag abends seinen Verletzungen erlegen. Franklin Bouillon gestorben. Der ehemalige Minister Franklin Bouillon, Mitglied der Gruppe der Unabhängigen Radikalen, ist Freitag gestorben. Henri Franklin Bouillon, geboren im Jahre 1870, widmete sich der Journalistik und wurde später Mitglied der Deputiertenkammer, wo er sich hauptsächlich mit außenpolitischen Fragen be» faßte. Im Jahre 1917 trat er in das Kabinett Painleve als Minister für außenpolitische Miffio- aen ein. Bei den Friedensverhandlungen war er Dernier der französischen Regierung in orientalischen Fragen. In der Deputiertenkammer ragte kr besonders durch seine rhetorische Begabung hervor. *» denn er weife: zu Hause erwarten ihn auch am Waschtag freundliche Gesichter und ein wohlgelungenes Mittagsmahl, denn Mutter verwendet jetzt Radion, da entfallt das Vorwäschen, die eingeweichte Wasche wird einfach in der Radionlösung ausgekocht, es gibt kein Rumpeln und Reiben. Mutter ist deshalb niemals mehr erschöpft und schlechter Laune. Radion wascht eben allein. In kaum mehr als 15 Minuten wird die Wasche blendend weife und bleibt dabei geschont. Katholische Jugendbünde In Deutschland aufgelöst Trier. Das Deutsche Nachrichtenbüro meldet: Auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Feber 1933 ist mit sofortiger Wirkung der katholische Jungmännerverband der gesamten Diözese Trier einschließlich seiner Unter- und Nebengliederungen, insbesondere der Pfadfinderschaft St. Georg, der Jungscharen, der Sturmscharen, der Pfarrjugend sowie der sogenannten Kernscharen, Singscharen, Frohscharen, der ma- rianischen Jünglingskongregation und der Meßdienerorganisation aufgelöst worden. Jede Tätigkeit, die den Versuch der Fortführung der im katholischen Jungmännerverband der Diözese Trier zusammengeschloffenen Vereine oder den Versuch »einer Neugründung mit gleichem oder ähnlichem Ziele darstellt, wird untersagt. Urlaube kür britische Arbeiter mit einer Stimme gefallen London. Das Unterhaus befaßte sich Freitag in zweiter Lesung mit einer Vorlage, die von der Labour-Opposition eingebracht wurde und die die Einführung bezahlter Ferien für die britische Arbeiterschaft Vorsicht. Nach kurzer Debatte wurde die Vorlage mit 134 gegen 133 Stimmen zurück- gcwiesen und gleichzeitig ein Antrag auf Ablehnung der Vorlage mit 130 gegen 122 Stimmen angenommen. Sudtitudtulstktt Vortragstournee Pros. Piccards in dm deut- schen Städtm der Republik. Prof. Auguste Pic- card, der bekannte Stratosphärenforscher und -Flieger, veranstaltet derzeit eine Vortragstournee in den deutschen Städten der Republik. Er spricht über die Stratosphäre als zukünftige Bahn für den Fernverkehr und die bisherigen Ergebnisse seiner Forschungen. Der Vortrag in Prag finder am 17. d. M. statt, weitere Vorträge in Bohm.- Leipa, Rumburg, Aussig, Eger, Asch, KarlÄxrd, Teplitz, Bodenbach. Erklärung. Zu der in unserem Blatte vom 8. Oktober veröffentlichten Nachricht„Hinaufgefallen", die sich mit dem Uebertritt des Herrn Dr. Albrecht zur Wiener„Reichspost" beschäftigte, stellen wir fest, daß wir nicht die Absicht hatten, Herrn Dr. Albrecht zu beleidigen und daß wir ihn keinerlei unehrenhafter Handlungen beschuldigen können. Wir widerrufen daher die beleidigenden Ausdrücke'jener Notiz und leisten Herrn Dr. Albrecht auf diese Weise Genugtuung.— Die Redaktion. Von der Atus-Union Kinderaustauschaktion 1938.„Du sollst tschechisch sprechen können— Lerne tschechisch!" Unter dieser Devise wird durch die Atus-Union mit dem DTJ-Verband Prag für die Ferien 1938 eine großangelegte Kinderaustauschaktion vorbereitet. Angehörige der Schüleräbteilungcgl der Atus-Union sollen bei Mitgliedern der DTJ und Kinder der DTJ bei Mitgliedern der Atus-Union ihre Ferien verbringen und dabei die zweite Sprache durch prattischen Gebrauch erlernen. Von beiden Verbänden werden besondere Kontrollorgane eingesetzt werden, welchen es obliegen wird, dafür zu sorgen, daß die Kinder sich bei ihren Freunden„wie zu Hause" fühlen. Eltern, welche ihre Kinder in den Ferien 1938 zu"unseren tschechischen Freunden gegen Tausch oder Bezahlung geben wollen, sollten schon jetzt die Anmeldung an die AtuS-Union, Aussig, unter dem Kennwort:„Kinder- austauschafiion 1938" einbringen, damit für eine gute Unterbringung volle Gewähr geboten werden kann. Neue Satzungen im Arbeiter-Fußball. Mit 1. Jänner 1938 werden für die Fußballsparte in der Atus-Union neue Satzungen ausgegeben. Der Fuß- ballausschutz ersucht um Mitarbeit und bittet die Fußballfunktionäre, gewünschte Aenderungen an den bisherigen Satzungen möglichst bis 25. November 1937 an die Adresse: Gustav Erlacher, Weiskirchlitz, Gemeindeamt, einzusenden. Die freisewerkschaftlichen Wahl-Erfolge Am 11. November fanden bei der Dit- mar-Urbach-AG in Turn die Betriebsausschußwahlen statt. Gegenüber dem Jahre 193S, da die Deutsche Arbeitergewerkschaft das erst« Mal kandidierte, sind wesentliche Veränderungen eingetreten. Der Belegschaftsstand stieg seitdem um rund 200 Arbeiter und gerade heuer wurden viele Reueinstellungen vorgenommen. Man weiß, daß gerade jetzt die freigowerkschaft- lich organisiert« Arbeiterschaft bei Neueinstellungen nicht gerade bevorzugt wird. Auf diesen Umstand baute die Deutsche Arbeitergewerkschast und hoffte, bei dieser Wahl mindestens drei bis vier Mandate zu erobern. Aber es kam ein wenig anders: Im Jahre 1935 hatte der sreigewerkschaftliche Verband der Glas- und Keramarbeiter in Teplitz- Schönau von 337 gültigen Stimmen 248 Stimmen und fünf Mandate, die Deutsche Arbeitergewerkschaft 89 Stimmen und ein Mandat erhalten. Bei der Wahl am 11. November 1937 wurden 501 gültige Stimmen abgegeben. 63 Wähler waren noch nicht wahlberechtigt. Bon den gül- ttgen Stimmen erhielt der Verband der G l a s. «nd Keramarbeiter 357« nd sechs Mandate, die Deutsche Arbeitergewerkschaft 144 und zwei Mandate. Von den neueingestellten 164 Wählern haben sich demnach 109 für den freigewerkschastlichen Betriebsausschuß und 55 für die Deutsche Arbeitergewerkschaft entschieden. Zwei Drittel der Neueingestellten haben ihr klares Denken bewahrt und freigewerkschaftlich gewählt. Um die Lohnverhandlungen Im nordwestböhmischen Braunkohlenrevier Die Vertragsorganisationen, und zwar die Union der Bergarbeiter, der Svaz hornikü, die Jednota hornikü a hutnikü und der Vertreter des Revierrates in Brüx Hecken Freitag mit Rücksicht auf das Verhalten des Verbandes der Bergbaubesitzer beim Vorstand des Revieoberqamtes Brüx, Herrn Regierungsrat Jng. Santrvch, Vorgesprächen und um die Vermittlung des Revierbergamtes zwecks Anberaumung von Verhandlungen ersucht. Regierungsrat Santroch hat seine Bereitwilligkeit, für die baldmöglichste Anberaumung zu wirken, zugesagt und es kann mit dieser Anberaumung Ende kommender Woche gerechnet werden. Mähr.-Ostrau. Laut einem Bericht des Bergrevierrates in Mähr.-Ostrau urgierten Freitag die Vertteter der Bergarbeitergewerkschaftsorganisationen bei der Direktionskonfcrenz die Erledigung der geforderten Regelung der Bergarbeiterlöhne, um die am 13. v. M. ersucht wurde. Am 15. November findet in Prag eine Konferenz des Vorstandes der koalierten Bergarbeiterverbände statt, bei der das weitere Vorgehen zwecks Geltendmachung der Forderungen der Bergarbeiter besprochen werden wird. Eino andere Darstellung Am 6. d. M. berichteten wir zum Selbstmord Ruthas unter anderem, daß Rutha vom Untersuchungsrichter in seiner Zell« aufgesucht wurde und daß auf die Frage, wie es um seine Sache stünde, der Untersuchungsrichter meinte, daß eS schlecht stünde. Dazu wird uns mm mitgeteilt, daß diese Meldung nicht ganz der Wahrheit entsprochen habe. Richtig sei, daß am 4. No vember abends der Untersuchungsrichter den Heinrich Rutha verhört hat, und zwar über eine Anzeige der Bezirksbehörde B.-Leipa. Nach dem Verhöre und nach weiterer Rücksprache über gewöhnliche Dinge, fragte Rutha, wie es um seine Sache stünde. Der Richter informierte ihn hierauf über den gegenwärtigen Stand des Prozesses und auf die direkte Frage Ruthas, was der Richter selbst über den Ausgang des Falles meine, erklärte der Richter, daß in dieser Sache dem Gericht das letzte Wort zukommt, das nach bestem Wissen und Gewissen zu entscheiden hat. Der Richter habe ihm darauf ausdrücklich und lediglich gesagt, wenn er seine eigene Ansicht dem Rutha bekanntgäbe, wäre es bloß seine private Vermutung.— Wir geben dieser anderen Darstellung Raum und begnügen uns, die Feststellung hinzuzufügen, daß wir-die, Information zu, unserer Meldung am 6. November von einem unzweifelhaft seriösen und verläßlichen parteigenössischen Berichterstatter erhielten. Die Prager deutsche Arbeitersendung bringt in dieser Woche: Sonntag, 14. November, 14.20—14.30: Die Friedensaufgabe der Sudetendeutsche».(Abg. Wenzel I a k s ch).— 14.30—14.35(Straöniee): »Für Bott und Frieden". Mittwoch, 17. November, 13.40—18.45: Arbeitsmarkt.— 18.20—18.40: Demokratische Selbsterziehung der Jugend.(Rudolf Geißler- Teplitz.)— 18.40—18.50: Soziale Informationen. Freitag, 19. November, 18.35—18.45: Aktuelle zehn Minuten. Sonntag, 21. November, 14.20—14.30: Die Sozialistische Arbeiterinternattonale«nd der Friedensgedanke.(Ernst Paul.)— 14.30—14.35: „Für Volk und Frieden". Die Bekämpfung der Diphtherie ist der Verhandlungsgegenstand der am Sonntag, den 14. November 1937, 10 Uhr vormittags, in Aussig(Stadtbücherei) stattfindenden wissenschaftlichen Tagung. Mit der bedrohlichen Ausbreitung der Diphtherie befaßt sich die letzte soeben erschienene Nummer der„Aerztlichen Nachrichten", die durch das darin zahlen- und bildmäßig verarbettete aufschlußreiche statistische Material auch für die weiteren Bevölkerungskrcise viel Wissenswertes bietet. Es zeigt sich, daß die Erkrankungen an Diphtherie, die in den Nachbarstaaten bereits ein« sinkende Tendenz aufweisen, bei uns weiter zunehmen. Aus den Veröffentlichungen geht weiter hervor, daß gerade die poli- tischen Bezirke in Böhmen und Mähren-Schlesien mit deutscher Bevölkerungsmehr- heitdie vergleichsweise größerenErkran- kungszahlen zeigen. Bom Schlachtfeld der Arbeit. Bei den Reparaturarbeiten, die derzeit im Schlosse von Reich stadt vorgencmmen werden, ereignete sich am Mittwoch ein Unfall, der leider ein Menschenleben forderte. Der bei dem Dachdeckermeister MySak aus B.-Leipa beschäftigte 43jährige Dach- deckergchilfe Wenzel K r i e s ch e aus Johannes- dorf bei Haida stürzt« vom Dache aus etwa 16 Meter Höhe ab und blieb im Hofe mit zerschmetterten Gliedern tot liegen. Er hinterläßt eine Witwe mit drei minderjährigen, unversorgten Kindern. Eine hundertjährige Karlsbaderin gestorben. Donnerstag starb in Karlsbad'm Siechenhaus die hundertjährige Frau Josefa Hanika. Frau Hanika wurde am Weihnachtsabend 1836 gdboren. Frau Hanika ist hundert Jahre und elf Monate alt geworden. Mitteilungen aus dem Publikum. Fra« Rabl den», daS Glück lenft. Kürzlich steht Frau Rabl nach beendetem Waschtag vor einem Korb mit frischer Wäsche. Schade, daß Mimi ihre weißen Schürzerln nicht mehr tragen kann! Zehnjährige wachsen so rasch... Da klingelt es und die Freundin Mali kommt mit ihrer kleinen Tochter herein. Frau Rabl meint:„Schade um di« schönen, frisch gewaschenen Schürzerln— vielleicht passen sie Deiner kleinen Mela?" Und schon hält sie dem Kind ein Schürzerl vor. Aber— was ist das?„Ich denke immer, meine Wäsche ist weiß... aber schau, Mali, neben dem Schürzerl von Mela sieht sie direkt grau auSl Ist denn das Schürzerl neu?"„Rein, aber gräm' Dich nicht", tröstet Mali,„mir ging eS genau so— bis vor drei Wochen. Jetzt nehme ich nur noch Radion. Da geht's ohne Vorwaschen, ohne- Rumpel und Bürste in der halben Zeit und die Wäsche ist schneeweiß. Um D.r zu Radion zu raten, kam ich nämlich her. Du siehst ja unser« weißen Sachen... und der besten Freundin gönnt man doch zu allererst alles Gute! Mach's Dir also leicht— nimm Radion!" Seite 4 Samstag, 13. November 1937 Nr. 267 Christoph Willibald Gluck Zu seinem 150. Todestag am 15. November und Eurydice" vor. edler Liebe, dumpfer Verzweiflung, trüben Schmer- 1 Bere Zahl von Todesopfern. Bisher sind weitere zes. Dunkel, pathetisch flingt es aus den großen Einzelheiten nicht gemeldet worden, weil alle Monologen, aus dem malenden Orchester. Antike Verkehrsmittel gestört sind. Der wahrscheinliche Feierlichkeit und Erhabenheit liegt über dem Gan- Materialschaden erreicht Millionenhöhe. Der dritte Stand hatte im 18. Jahrhundert Aus-| er dann daran, die erste Reformoper zu schreiben. zen. Flugzeug Europa- Amerika. Wie berichtet drud, Gefühle, Hoffnungen in der Opera buffa, in In einem Alter von 48 Jahren stellt er„ Orpheus gebenheiten zu schildern, folgte die Umwandlung des Verkehrsflugzeuges begonnen werden. Die Mas Aus der Aufgabe, elementar menschliche Ge- wird, soll demnächst mit dem Bau eines neuen In diesem Werke und den folgenden, die in inneren musikalischen Gerüſtes. Für sängerische schine wird eine Flügelspannweite von 57,30 Wien und Paris herauskommen( ,, Alceste", 1766, Gitelteiten hat Gluck kein Ohr. Er wendet sich vom Wieter aufweisen und 100 Reisende befördern Paris und Helene", 1769,„ Iphigenie in Aulis", Koloraturenkram ab, sest an Stelle der alten über- tönnen. Ihr Aktionsradius wird so groß sein. 1774 und u. a. besonders ,, Iphigenie in Tauris"), Jadenen Arien lebendige Sologefänge, Ariosos und daß sie den Stillen Ozean ohne Zwischenlandung läßt Gluck sich von einer einfachen, schönen und ein- einfache Lieder. Sie geben die innere Entwicklung, wird überqueren und so die Reise aus den Ver drucksvollen Handlung beeindrucken, um deren die Rezitative die äußere. Lestere erscheinen als einigten Staaten nach Europa und zurück werde ,, recitativo accompagnato", als bom ganzen Orche- absolvieren können. fter begleitete Rezitative, sind sorgfältig ausgearbei- Das Unglück in den japanischen Kupfergrutet und gestatten eine echt dramatische, ausdrucks- ben. Wie die Agentur Tomei meldet, wurden geladene Deklamation, die aus dem sprachlichen in den Kupfergruben bei Kenaschi in der Provinz Melos tommt. Die alte stereotype Anlage Arie- Nagano( Japan) infolge eines Erdsturzes 300 Rezitativ genügt natürlich nicht. Farbige Bewegt: Bergarbeiter und Angestellte verschüttet und nicht heit geben Chöre, die handelnd eingreifen, das Ge- 500, wie ursprünglich gemeldet wurde. Gleichschehen vorwärtstreiben, und Ballettpantomimen, zeitig mit dem Bergwerksunglück erfolgte die Er die in Beziehung zum Ganzen stehen, die Aktion plosion eines Munitionslagers, wodurch auch in verweben und verdeutlichen. Und an der Spike der den Fabrikgebäuden ein Brand verursacht wurde. Werte stehen Ouvertüren, die ein psychologisches Hunderte Feuerwehren sind bestrebt, den Brand Gemälde entwerfen und auf das Musikdrama vor- zu lokalisieren und zu den verschütteten Veruns bereiten. glückten zu gelangen, der Instrumentalmusik, im Liede prägen können. Fest und starr stand als lezt: Bastion höfischer Exklusivität die Opera seria, die ernste Oper, Um 1600 bon neuen, vorwärtsdrängenden Kräften als Element individueller Freiheit gegen tentrapunttische Gebundenheit geschaffen, war die Oper erstarrt, in leere Formen gestängt und zum Ausdruck einer rofofoglänzenden, hohlen Gesellschaft geworden, die sich vorzüglich anhörte, wie ihr Leben in allegorischen Verkleidungen, in stilisierter Maske, die man den historischen Figuren auffezte, vorüber30g. Metastasio, der Librettopapst, höfischer LiebTingsdichter par egellence, schrieb die Texte dazu. Er servierte das, was das ancien régime sehen wollte, Verrai, Verstellungen, Heimlichkeiten, Mißverständnisse, Intrigen waren Agens der Handlung, die ohne dramatische Entwicklung, ohne tiefere psy= chologische Zusammenhänge, in blutleerer Kälte, Geziertheit ablief und in häufige Nebensituationen verzettelt war. Starte Gefühle liebte man nicht. Alles wurde wohltemperiert, fein abgewogen fredenzt. Jede Person erhielt eine Dosis Liebe mit auf den Weg, Liebe im Sinne eines galanten Gesellschaftsspiels, nicht als Leidenschaft. Die Charaktere waren gedrechselt, wirkten wie geschobene Marionetten. Die Sprache stand zierlich gestellt, voll geschniegelter Sentenzen, geschliffener Reflerionen. Und all' dies lief zur Erhöhung fürstlichen Glanzes ab. Ergebene Lobeshymnen waren überall eingestreut. In Prologen wandte man sich direkt an den Fürsten, und im Nachspiel, in der sogenannten Licenza, pries man offen den anwesenden Herren von Gottes Gnaden. Es ist hier nicht der Plak, alle Einzelheiten der Opernreform Gluds, deren Wurzeln und zeitgemäße Bedingtheit aufzuzeigen. So wie das Wert dastand, war es für die damalige Generation Erfüllung. Es versteht sich, daß der Adel und die alten Mächte contra waren. As Gluck in Wien nur fühle Aufnahme findet, betreibt er mit unbeugjamer Willensfraft seine Berufung nach Paris, wo seine Opern schwere literarische Stämpfe entfesseln, dies auch im eigenen bürgerlichen Lager ivo er aber schließlich die fortschrittliche Gesellschaft findet, deren er bedurfte. Von Paris aus trifft sein Schaffen die bürgerliche Intelligenz ganz Europas, und seine Stilauffassung wirkte noch in den Opern der französischen Revolutionszeit, des Empire und darüber hinaus nach. Die füdafrikanischen Staatsbahnen haben den Stoda- Werken die Lieferung von 15 Schnellaugslokomotiven im Werte von 20 Millionen Kč vergeben. Es ist die erste südafrikanische Bestel Tung tschechoslowakischer Lokomotiven. Die Liefe rung wurde gegen die englische, deutsche und ame ritanische Stonkurrenz errungen. Gestrandet. Der britische Dampfer Pyladeo" ist auf dem Wege von Le Havre mit einer Zinkladung von 750 Tonnen an Bord Freitag früh im Stanal infolge Nebels gestrandet und ges funken. Die elfköpfige Besatzung des Dampfers fonnte gerettet werden. Musikalisch war, wenn die Akteure ihre Sentiments zu pflegen hatten, immer Gelegenheit für Ideengehalt voll auszuschöpfen. Er zeichnet flare, als Sarrebourg noch französisch war, wurde ein Der unheilbare Kranke. Im Jahre 1860, eine Arie da. Jeder Solist wollte Pose geben und der Natur abgelauschte Gefühle, mächtige Leidengewisser Pierre Magnier bei der Musterung vom gleichzeitig reale Triller und Koloraturen anbrin- schaften, die schroff gegeneinanderwirken, gibt Gluck erklärte einmal, daß er es für seine Heeresdienst befreit, da er tuberkulös und ungen. Der Sänger war der Gott der Zeit. Seine padende Bilder, hohes Pathos, meisterhafte Charat Aufgabe betrachte, Musik zu schreiben, die die Men heilbar frank war und höchstens noch einige Arie mußte das Hauptstück sein, alles andere nur terschilderungen voller Steigerungen und Größe. schen aller Nationen berühre. Als Künder eines Wochen zu leben hatte. Auch als Elsaz- Lothrindaraufhin zielende Vorbereitung. Die Opern find Doch anders wie Mozart, der mit den reinen Mit- neuen Weltbürgertums, als Apostel reinster Mensch- gen deutsch wurde, befreiten ihn die Deutschen Arienopern; ein dürftiger Sprechgesang, das reci- teln der Musik seelische Verästelungen bloßlegt. lichkeit und Humanität hat er sich, verbunden mit aus dem gleichen Grunde vom Militärdienst, obtativo secco mit einfacher Cembalobegleitung, genügi Glud geht von einem dichterisch erfaßten, hohen den fortgeschrittensten Menschen seiner Beit, gefühlt. wohl er nicht nach einigen Wochen gestorben war. als vorbereitendes Element. Zwischen verweilender menschlichen Grundprinzip aus, beugt die Musit,| Sein Glaube und sein Wert sichert ihm ein lieben- Das Gebiet kam wieder an Frankreich. Pierre Arie und heruntergeplappertem Rezitativ bewegt um wesentliche Grundaffette herauszustellen, teine des Gedenken aller, die, bei veränderter Klassenlage, Magnier war nicht mehr im militärpflichtigen sich das Stück. Duette sind selten, Chöre kommen nur Details. Er ist der Künder des Allgemeinen im bür den gleichen Gedanken nachgehen. Alter, aber sonst durchaus gesund. Er ist soeben am Schluß vor und die Balletts gelten als amü gerlichen Gewande, einmaliger Gefühlsgehalte wie im Alter von 98 Jahren verstorben. fierende Einlagen für den Roué. Die künstliche Stilisierung wurde noch weiter getrieben. Neben der singenden und beischlafenden Schauspielerin feierte man den kastrierten, unmännlichen Sopranisten. Gegen dieses sterile Hoffpiel feste der scharfe Kampf der Encyklopädisten und deren Anhänger in anderen Ländern ein. Rousseaus berühmte Lo sung ,, Burück zur Natur" ist auch an die Opernbühne gerichtet. Gott sched verwirft das pompöse Ausstattungsstück. Winkelmann findet, das Land der Griechen mit der Seele suchend, für alle Künste neue Inhalte. Klopstock tritt für Formenschönheit und erhabene Würde ein. Man proklamiert einfaches Empfinden und ursprüngliche Gefühle, wünschte vor allem Naturwahrheit und eine echte, aus innerer Erregung geschriebene Dichtung für die Oper. Sie sollte bürgerliche Ideen wiedergeben. Diesen entsprach damals eine ideale, erhabene Zeichnung der Charaktere, die von großen Grundideen geleitet und deren Konflikte von starken Leidenschaf= ten hervorgerufen werden. Gegen überzuckerte GaTanterie stellte man Gefühl, das Recht auf Gefühl. Liebe sollte Schicksal sein. Natürlichkeit und echtes Gefühl sah man in der Antife erfüllt. Von neuem begeisterte man sich für die Klassit. Jagesneuigkeiten Ein Mensch vor dem Richtblock Erna Stamm, die Gattin des am 4. November in Blößensee wegen illegaler Propaganda hingerichteten Kommunisten Robert Stamm, ſtellt uns den letzten Brief ihres Mannes zur Verfügung ein ergreifendes menschliches Dokument, das nicht nur eine dauernde Ehrung des Ermordeten, sondern auch eine flammende Anklage gegen seine Mörder ist. Name des Briefschreibers: Robert Stamm Geleien: Si Haus Dr. Bert Lenth. Leben. Halte Dich in gutem Bertrauen an die Eltern. Sie werden es so bitter, bitter schwer haben. Gib ihnen ein Stück von mir wieder, fülle aus die Lücke, die mein Tod gerissen. Stark und und gefaßt halte ich Rückschau, mein Ende überraicht mich nicht. Daran denke. Ich habe in mei nem Leben gekämpft, gerungen und gehofft. Du standest mir brav zur Seite. Leben, kämpfen und hoffen muß der Mensch, will er seine Pflicht tun. richte Deinen Blick vorwärts. Du bist noch jung, Darum Erna, wohl in der Erinnerung lebend, Du darfst noch hoffen, im Leben Glück und Vergeffen zu finden. Vergessen der Qualen und Schmerzen, Erleben das Ziel einer glücklichen Menschheit. Erna, ich habe Dich so unendlich geliebt, durch Berlin- Blößensee, den 4. 11. 1937 Dich war ich so glücklich, ich danke Dir. Sei tapfer, Köniasdamm 7 Ileiner guter Kamerad. Meine letzten Gedanken sollen bei Dir weilen; in meinen lezten Stunden will ich Dich im Geiste aufrecht und mutig Deinen weiteren Lebensweg gehen sehen. Grüße alle, die uns wohlgesinnt waren, die uns Freunde waren. mein Liebl Nimm aus glühendem Herzen meinen Gruß. Dein Robert." Eine Masaryk- Ehrung in der Schweiz. Die Schweizer Settionen der Europa- Union veranstalten alljährlich einen„ Tag der Völferverständigung". An diesem Tage wird von allen Schweizer Sektionen der Europa- Union eine Gedenkmünze, die von der Bildhauerin Hedwig Frei geschaffen wurde, ber breitet werden, die dem großen Europäer T. G. Masaryk gewidmet ist. Die Gedenkmünze mit dem Bildnis T. G. Masaryks, deren Preis 1 schw. Fr. be trägt, wird auch von den Freunden der EuropaUnion in unserer Republik allen Interessenten ver Prof. J. L. Fischer, Masaryk- Universität, Brünn, mittelt. Bestellungen können an die Adresse: Univ. Sirotčí, übermittelt werden. Gute Eisenbahn- Propaganda. Das Presses referat der Staatsbahndirektion in Olmüz hat einen Propagandavortrag über die technische und Vers kehrsenitvicklung der Eisenbahnen auf dem Gebiete der Republik seit den ersten Pferdebahnen bis zu den heutigen modernsten technischen Einrichtungen und Ausstattungen der Bahnen vorbereitet. Der Vortrag wird von Diapositiven aus allen Gebieten des Eisenbahndienstes und zweckmäßige Diagramme über den Einfluß der Eisenbahn auf die wirtschafts liche und kulturelle Entfaltung des Gebietes, das die Eisenbahnverbindungen in den Kreislauf des in tensiven Lebens eingeschaltet haben, ergänzt. Das Vortragsmaterial und die Bilder werden den Bil dungsausschüssen zur öffentlichen Vorführung ges liehen. Vom Zug überfahren. Die Staatsbahndirektion in Brünn teilt mit: Am 12. Novem ber um 7.15 Uhr erfaßte vor der Station RajKaltes Wetter mit Schauern. Im Zusammen hrad auf der freien Strecke der Motorschnellzug hang mit einer Störung, die sich über MittelskandiNr. 175 einen jungen Mann, in welchem der navien ausgebildet hat, strömt dem Festlande von Schlofferlehrling Jan Kozel aus Bratčice, Be- Nordwesten her neue arktische Luft zu, die von Regenzirk Auspiz, der in Brünn beschäftigt ist, festge und Schneeschauern begleitet ist. Auch im Südosten ſtellt wurde. Kozel wurde an beiden Beinen und am Stopfe schwer verletzt und wurde im Motor- herrscht unter Einwirkung anderer Störungen über der Balkan- Halbinsel bedecktes und regnerisches Wetschnellzug nach Brünn gebracht. Die RettungsDer Vorfall wird untersucht. station überführte ihn in das Landeskrankenhaus. ter. In den Karpathenländern fällt fast ununterbrochen bereits seit zwei Tagen Regen oder Schnee, so daß einige Flüsse in der Südslowakei aus den Ufern traten. Die augenblickliche Witterung dürfte bei uns auch in den nächsten Tagen noch anhalten. ,, Mein Lieb! Mein braver, Kleiner Kamerad! Weine nicht, sei start, mein Lieb. Du warst Die Betonung dichterischer Inhalte bedeutete meine tapfere Kameradin, meine liebe gute eine Rangminderung der Musik. Sie erhielt die Lebensgefährtin. Seit dem Tage, da wir uns zum Aufgabe zugewiesen, dem Texte zur vollen Aus- Lebensbunde die Hände reichten, gingen wir Hand drucksgewalt zu verhelfen. Sie sollte malen und in Hand im tiefsten Herzen glücklich unserem zeichnen, nicht primär Farbe geben. Von den Sän- Lebensziel entgegen. Wie lieb hatten wir uns, wie gern erwartete man die Darstellung hoher Empfin reich war der Inhalt unseres Bundes, wie schön dungen, echte Männlichkeit und Weiblichkeit, keine unser Gleichschritt. Nun fordert das Schicksal meifalt- brillierende Akrobatik. Es gab der Forderungen nen Tod, aber für Dich werde ich weiterleben. noch mehr, die wir bald erfüllt sehen werden. Es Dente darum nicht an meinen Tod, denke an mein war Christoph Willibald Glud, der den Wünschen Leben. Dann, mein Lieb, wirst Du erkennen, daß der Encyklopädisten lebendige Gestalt gab. Du Deine ganze Kraft nicht in Trauer um mich 1714 in einem kleinen Dorf der Oberpfalz ge- einfeßen mußt, sondern im Willen zum Leben, das boren, dann Kindheits- und Jugendeindrücke von mit ich in Dir weiterlebe, für Dich, die Eltern böhmischen Ortschaften( Hammer bei Brür, und alle meine Lieben. Ich weiß, daß Du tapfer Kamnik, Komotau u. a.), Studentenjahre in bist, doch sei auch so ruhig und gefaßt, wie ich dem Prag, erstes Wirken in Wien Vom Auto getötet. Freitag gegen 17 h so begann dieses Tode entgegengehe. In meiner Ueberzeugung Leben, das immer reicher aufblühte. Der 27jährige hend, von dem Bewußtsein getragen, nach besten wurde die siebenjährige Marie Seidler, die Loch kann in Mailand als Opernkomponist starten und Bemühen und Können als Mensch meine Pflicht ter eines Pilsener Kaufmannes, in Pilsen beim mit Werken Metastasioscher Art große Erfolge er- getan zu haben, finde ich die Ruhe. Mich hat die Aussteigen aus der Straßenbahn auf der Karls- Wahrscheinliches Wetter von heute: Noch unbe ringen. 1745 wendet sich der arrivierte Muſiker nach Liebe und die Treue meines braven Weibes, lieber bader Straße von dem Personenauto des Bau- tändig, zeitweise Schauer, untertags kalt, Nachtfrost, Nordwestwind. Wettervorhersage für London, Hamburg, reist mit der Opernwanderbühne Eltern und all derer umgeben, aus deren Mitte meisters Arel erfaßt und schwer verletzt. Sie erquer durch Europa, landet um 1750 in Wien, wo er ich hervorgegangen. Ich habe ihnen allen die Liebe lag auf dem Wege zum Krankenhaus ihren Ver- onntag: Andauern des kalten Wetters mit seine Lebensgefährtin und einen dauernden Ruhe- und Treue erwidert und gehalten; bis zum letzten punkt findet. Herzschlag weilen meine Gedanken bei ihnen. Ich Schnee in Schlesien. Freitag um 2 Uhr Gluck hatte bisher die Opera seria kultiviert, weiß, daß auch Dein Leben fernerhin darin gebor- früh fiel in Troppau der erste Schnee. Zunächſt doch Eigenheiten heben sich ab. Die Charakterisies gen ist. Mein Herz, meine Brust ist voll des Dan- ging ein Regenfall mit einer Ergiebigkeit von elf rung ist schärfer, der Ton erregter. Auftretende fes an Dich. Du hast mehr als Deine Pflicht getan bereits der Schnee zwei Zentimeter hoch und es Millimeter nieder. Um 8 Uhr morgens lag aber Chöre sirt mehr als dekorative Statisterie. Jetzt in unserm glücklichen und edlen Bunde. Du warst femmi eingehendes Studium komischer Opern hinzu, mir die ruhende Erscheinung in vielen ernsten schneit weiter. Die Nachttemperatur betrug Prag, Sender I: 7.30: Konzert aus Karls die, mit der politischen Wendung Habsburgs zu und schweren Stunden, die im Leben an mich herminus 0.3 Grad. In den Bestiden hat es die bad: Léhar, Smetana, Joh. Strauß. 9: Orgelfons Frankreich, von Baris nach Wien bringen. Gluck ver- antraten. Ich hoffe, daß Du auch in mir die unter ganze Nacht hindurch geschneit. Auf den Bergen zert, 12.20: Mittagskonzert, 14.20: Abg. Jakich: Die Friedensaufgabe der Sudetendeutschen, 17.10: fentt sich in eine Stunit, die vom Hauche Rousseaus stüßende Kraft gefunden hast, daß ich ein Plus einigen Stellen Schneetvehen. Die Temperatur Sendung: Klassische Zeugen, 17.40: Funtwochens liegen 30 bis 50 Zentimeter Neuschnee und an Fr. Schubert: VIII. Sinfonie, 17.35: Deutsche berührt ist, Naturwahrheit mit Volkstümlichkeit ver- in Deinem Leben war. Laß die Erinnerung und liegt zwischen minus 2 und 7 Grad. Auf den schau, 17.50: Prager Rundfuntorchefter: Beidl, bindet und Charaktere herausarbeitet. Der Aufge- Die Pflege meines Andenfens Dir zur Heimat Bergen ist der Schnee gefroren, im Tale naß. Finke, Reger, 18.50: Deutsche Preſſe, 22.30: Deute werden. Trage all die Reichtümer, die wir in gei- Der Schneefall hat an den elektrischen Leitungen sche Preffe Prag, Sender II 14.30: Deutsche stiger Gemeinschaft schafften, zusammen, erhalte Schäden verursacht. Empfindungen zu machen, zu einem Mittel, mensch und pflege sie, dann wird Dein wundes Herz heiSendung: Arbeitersendung: Für Volk und Frie Tiche Leidenschaften in förperliche Gesten umzuseßen. Taifun über Australien. Donnerstag abends ben, 14.35: Stern: Heiratsprojekte, Rundfuntfomos Gluck lernt und arbeitet, schafft komische Opern und len, dann werde ich weiter in Dir leben und Du ging über der Insel Luzon, wie bereits gemeldet Fibich, Smetana etc. die. Brünn 15.30: Rundfunkorchesterkonzert: Breßburg 10.30: Beetho wurde, ein Taifun nieder, der einige Schäden ver- ven: Trio, 22.35: Nachtkonzert. pantomimische Szenen. Er ist allem Neuen aufge- erfüllst meine lebte Bitte. schlossen, von feltenem Bildungseifer und starkem Kaschau 12.20: Mein Lieb, nimm Dein Herz in feste Hände, ursachte. Mehr als 50.000 Menschen find ob- Rundfunkorchestertonzert: Bizet, Stvor etc. Klassenbewußtsein. Er studiert die Schriften bürger- schreite weiter auf dem Wege, auf dem wir in dachlos geworden. Bisher wurden 38 Tote ge- Mährisch Oftrau 9.30: Rundfunkorchesterkonzert: licher Erneuerer, Nach langen Vorbereitungen geht unserm Lebensbunde so glücklich waren. Lebe das borgen, man befürchtet aber eine bedeutend grö- Rossini, C. M. Weber, Verdi etc. störte hört weiter von Reformbestrebungen, die darauf hinzielen, den Tanz zum Ausdruck seelischer legungen. Schauern. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen: Sonntag: Nr. 267 Samstag, 13. November 1937 Seite 8 Kreditanstalt der Deutschen reg. Seu. m. b. ß« VkHIII, Durch ftthruug all« Geldgeschäft«. Verwaltungs-Kapital 1 Milliarde»!. Haftungs-Kapital SS Million«! Li. 81 Niederlassung«!. vle^rdeltsIosIglceU In den deutschen Bezirken Nach den Berechnungen des Deutschen Hauptverbandes der Industrie haben sich trotz der absoluten Besserung der Beschäftigung in den deutschen Gebieten die Verhältnisse dort nicht so günstig entwickelt wie im tschechischen Gebiet. Nach diesen Berechnungen entfielen am 31. Oktober in der ganzen Republik auf je 1000 Einwohner 16.1 Arbeitslose, in den deutschen Gebieten 40.9 und in den tschechischen S.6. Von 1000 Berufstätigen waren in der ganzen Republik 36.3, in den deutschen Gebieten 80.8 und in den tschechischen 22.5 arbeitslos. Die Aufteilung nach Industrie« Pd landwirtschaftlichen Bezirken ergibt, vast in Böhmen und Mähren-Schlesien von der Gesamtzahl der Arbeitslosen, die 197.808 beträgt, 165.952 auf die industriellen und 31.857 auf die landwirtschaftlichen Bezirke entfallen. Im Laufe des letzten Jahres ist die Arbeitslosigkeit— wiederum in Böhmen und Mähren- Schlesien— um 182.668 zurückgegangen, wovon 151.225 auf die industriellen und 81.443 auf die landwirtschaftlichen Bezirke entfallen. In Prozentzahlen ausgedrückt beträgt der Rückgang in diesen beiden Ländern 48 Prozent, davon in den industriellen Bezirken 47.7, in den landwirtschaftlichen 49.6 Prozent. Die Besserung ist also in den landwirtschaftlichen Bezirken, wenn auch nicht beträchtlich, besser als in den anderen. Wesentlich anders ist das Resultat, wenn man den Arbeitslosenrückgang, der, wie gesagt, in beiden Ländern zusammen 182.668 oder 48 Prozent betrug, nach der nationalen Gliederung der Bezirke betrachtet. Dann ergibt sich nämlich, daß der Rückgang in den Bezirken mit mehr als 80 Prozent deutscher Bevölkerung 48.348 oder 85.4 Prozent, in den Bezirken mit-0 bi» 80 Prozent deutscher Bevölkerung 59.661 oder 52.9 Prozent und in den Bezirken mit weniger al» 20 Prozent deutscher Bevölkerung 74.659 oder 57 Prozent ausmacht. In Böhmen allein ist der Unterschied in der Entwicklung allerdings nicht so kraß, wie er in der Zusammenfassung beider Lander aufscheint. Auch aus diesen Zusammenstellungen geht hervor, dass die Besserung in der Beschäftigung auch im deutschen Gebiet sehr be trächtlich ist, daß aber die bisherige Wirtschasts- entwicklung nicht stark genug war, um den Massen der Arbeitslosen in den Industriegebieten wieder normale Arbeit geben zu können. Die Arbeitslosenziffern sind heute nicht weniger als je ein dringender Appell an alle, keine Möglichkeit zur Arbeitsbeschaffung besonders für die Industrien im deutschen Gebiet unauSgenützt zu lassen. Die Arbeitslosigkeit der Angestellten Die Allgemeine Pensionsanstalt zählte am 1. Oktober um 27.239 Versicherte mehr als am gleichen Tage d«S Jahres 1936 und erreichte einen Stand der Pflichtversicherten von 370.521. Obwohl dieS eine Zunahme der Beschäftigung von Privatangestellten bedeutet, welche hinter der Beschäftigungszunahme bei der Arbeiterschaft nicht zurückbleibt, ist doch die Erscheinung auffällig, daß die Zahl der arbeitslos gemeldeten und'vergeblich Arbeit suchenden Angestellten viel langsamer zurückgeht als die Zahl der Arbeitslosen im allgemeinen. Der„Sprecher" des Allgemeinen Angestelltenverbandes Reichenberg weist darauf hin, daß nach den Erhebungen des Fürsorgeministeriums Ende Juni 1937 noch 18.122 beschäftigungslose Handelsangestellte(davon 5261 weibliche) gezählt wurden, daß aber zur gleichen Zeit nur 2226 freie Stellen gemeldet waren; wenn man berücksichtigt, daß viele Arbeitsuchende nicht bei den öffentlichen Bermitt- lungsanstalten gemeldet sind, erkennt man deutlich da» Ueberangebot an Arbeitskräften in dieser Berufsgruppe. Der„Sprecher" hebt aus den Berichten der Reichenberger Landeszentrale für Arbeitsvermittlung auch die Tatsache hervor, daß im Laufe eine» Jahres die Zahl der Arbeitslosen in Nordböhmen im allgemeinen um 42.8 Prozent, bei den Handels« und Jndustrieangestellten jedoch nur um knapp 17 Prozent gesunken ist. Der Export von Gablonzer Glaswaren Die Ausfuhr von Gablonzer Glaswaren hat in den Krisenjahren stark abgenommen. Bon 1931 bi» 1837 zeigt die Entwicklung folgendes Bild. Es betrug die Ausfuhr von Gablonzer Glaswaren insgesamt: in Millionen XL 1981 348.0 1933 199.8 1935...... 185.8 1936 187.8 1937 bis September. 168.5 Für das ganze Jahr 1937 wird mit einer Gesamtausfuhr von 224.6 Millionen XL gerechnet. Es wäre damit der Wert der Ausfuhr der Jahres 1931 zu knapp zwei Drittel wieder erreicht. Gute Beschäftigung der Papierindustrie Der Absatz der Papierfabriken liegt derzeit etwa 20 Prozent über dem Niveau der abgelaufenen Jahre. Nachdem im Laufe der Sommermonate ein Ausgleich mit den zu Jahresbeginn stattgefundenen Vorratskäufen möglich war, melden jetzt nahezu alle Unternehmungen ziemlich gleichmäßige Absätze. Sowohl der Inlands- als OSRAM die Dekalumenlampe mit dem Garaiitiestempel für hohe Wirtschaftlichkeit. auch der.Exportabsatz stehen auf einer zufriedenstellenden Höhe, wobei jedoch mit weiteren kräftigen Steigerungen nicht mehr gerechnet wird. Unausgenützte Exportchancen. Obwohl der Anteil der überseeischen Staaten an unserer Ausfuhr immer größer wird, kann doch nicht gesagt werden, daß alle Möglichkeit«: in dieser Richtung ausgenütz! wurden. So macht das Blatt des Exportinstituts, der„Welthandel", darauf aufmerksam, daß sich der tschechoslowakische Außenhandel mit Chile heuer ungünstig entwickelt hat. Während die Einfuhr aus Chile sich fast vervierfacht hat, ist die Ausfuhr nur unbedeutend gestiegen, was der„Welthandel" auf ungenügendes Interesse unserer Exportindustrie und unbegründete Befürchtungen vor Zahlungsverzögerungen zurückführt. Auch die von Uruguay zur Verfügung gestellte Devssenquote Mr die tschechoslowakische Einfuhr dürfte nur zum Teil ausgenützt werden. Widerstand gegen das Webrrsyndikat. Gegen das von einer Minderheit von Industriellen der Webeinduftrie beantragte Zwangssyndikat macht die Mehrheit der Unternehmer dieses Industriezweiges den schärfsten Widerstand geltend. Daran dürste die Zwangssyndizierung für die nächste Zeit wenigstens scheitern. Verhinderte Filialgründungen. In den letzten zwei Jahren sind insgesamt 1286 Gesuche um Filialgründungen eingereicht worden. Davon wurden nur 342 genehmigt, während auf Grund der Regierungsverordnung über die teilweise Einschränkung des Antritts neuer Gewerbe 916 Gesuche abgelehnt wurden. Ein Bankhaus in Schwierigkeiten. Da» in Jägerndorf seit 1866 bestehende Bankhaus Oskar Goldberger kann infolge größerer Abhebungen seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. Die Gläubiger wurden um einen einjährigen Zahlungsaufschub ersucht. Man erhält für KC 100 Reichsmark 608,— Markmüuzen..... 672.50 100 österreichische Schilling.. 526.50 100 rumänische Lei.... 15.85 100 polnische Zloty.... 498.50 100 ungarische Prngö... 548.50 100 Schweizer Franken.,. 655.50 100 französische Francs... 95.70 1 englisches Pfund.... 141.25 1 amerikanischer Dollar... 28.30 180 italienische Lire.... 115.90 100 holländische Gulden.•• 1567.— 100 jugoslawische Dinare.». 62.55 100 Belgas 481.50 Ak dem fsdiediisdicn Kulturleben Die drei bedeutendsten tschechischen Kritiker der letzten Generation haben heuer ihren 70. Geburtstag: Der heuer verstorbene F.£ Sa Iba wäre am 22. Dezember siebzig Jahre alt geworben, am 4 Oktober wurde F. V. K r e j ö t«in Siebziger und am 8. November Jindiich B o d ä k. Vodäk, dem heuer auch der Staatspreis zuteil geworben ist, war ursprünglich Mittelschulpkofeflor, nach bem Umsturz« bis zu seiner Pensionierung höherer Beamter de» Schulministeriums. Er ging aus ber Masarykschen realistischen Bewegung hervor, war auch jahrelang Kritiker beS realistischen„EaS", sowie anberer Zeitschriften dieser Richtung unb ist seit Jahren Kritiker de»„Cesks Slovo". Er schreibt Literatur« unb in»- besonbere Theaterkritiken unb in seinen Referaten unb Artikeln spiegelt sich bas gesamt« tschechische Theaterleben. Keine einzige Theatervorstellung läßt er auS unb bespricht alle Premieren sowohl vom künstlerischen al» rtuch vom philosophischen Standpunkt. Er untersucht, waS das Theater für bie Bereicherung des Geistesleben» bringt und macht auf die Bedeutung der einzelnen Stücke für den Fortschritt, die Demokratie und den sozialen Aufstieg aufmerksam. Abhold allem phrasenhaften Aesthe- tizismu» und aller künstlerischen Pose, unterstreicht er in der Literatur alle» Wahrhafte und Gut«, wie et seiner realistischen Weltanschauung entspricht. Besonders muß auch sein Verständnis für da» So« Stale und Ethische in der Literatur gewertet werden. Jindiich Vodäk hat bisher seine zahlreichen Literatur« und Theateressay» nicht in Buchform her« au-gegeben und auch sonst kein Buch geschrieben. Damit ihm der Staatrprei» für sein Lebenswerk erteilt werd«, mußte auf ein als bibliophiler Druck herausgegebeneS Büchel Bodäks über K. H. Mächa zurückgegriffen werden. Trotz seinem Alter ist Jindiich Vodäk«in«benso guter Analytiker wie früher und all« sein« Aufsätze werden stet» mit großer Aufmerksamkeit gelesen. * Am 81. Oktober wurde die tschechisch« Prosaschriftstellerin Helena Malitovä 60 Jahr« alt. Ihr Name ist vielen au» der Arbeiterbewegung gut bekannt. Ihr soziale» Fühlen führte sie schon viele Jahre vor dem Kriege zur sozialistischen Arbeiterschaft und äußerte sich auch in ihren zahlreichen Novellen und Romanen, in welchem neben dem Frauenherzen auch das Soziale eine wichtige Rolle spielt. AuS Prager bürgerlicher Familie stammend, begann sie in jungen Jahren ihre schriftstellerische Tätigkeit. Sie heiratete den Magistratsschreiber und Dichter Jan Malik, der bald verstarb. Der Sozialdemokratie näherte sie sich vor etwa 85 Jahren an literarischen Abenden der Delnickä akademie. Seit 1920 war sie in der kommunistischen Partei tätig, aus welcher sie mit anderen Schriftstellern und Intellektuellen ausgeschlossen wurde. Sie ist auch jetzt wie früher liberal dort tätig, wo es gilt, den Proletariern zu helfen, in verschiedenen Ligen für Recht und Freiheit und für die Unterstützung der Emigranten. Äußer Sammlungen von Erzählungen ,Mdskö srdce",.Firehkk kvktiny" und anderen gab sie Romane heraus, in welchen sich Dichtung und Wahrheit durchflechten und das von der Autorin Erlebte Bearbeitung findet:„Prävo na stisti", „Bino",„Popel" u. a. m. Jetzt erschien von ihr ein neuer Roman„Deset jsivotü". Sie fordert für die Frau nicht nur Gleichberechftgung, sondern auch ihr gleiches Recht auf Glück. Mit ihrer Liebe umfaßt sie dar ganze Menschengeschlecht, die unterbrückte Frau, den leibenden unb gequälten Menschen, ben Armen, den Proletarier. Wegen ihrer lleber- zeugung mußte sie während ihrer Tätigkeit in der kommunistischen Partei eine Gefängnisstrafe verbüßen. Sie gab auch einen Gedichtband heraus und übersetzte ins Tschechische Gedichte von Erich Mühsam. * Allen denjenigen, welche— den Humanitätsidealen Masarykr Hohn sprechend— die Internierung deutscher Emigranten in bestimmten Bezirken Ostböhmen» und Mähren» anstreben, wäre jetzt sehr zu empfehlen, die Lektüre de» RomanS ,Lan Jilek" von Tereza N o v ä k o vä,(welche vor 28 Jahren, am 18. November 1912, verstorben ist. Alle diese hohe Herren würden darin(vielleicht mit Er- swunen) lesen, daß eS einst auch tschechische Emi« grauten in Berlin und den anderen Städten Deutschland» gab, welche 1782 und in den folgenden Jahren ftoh und glücklich waren, dort ein Asyl zu finden, von wo nach genau 200 Jahren— gleichsam alS Revanche— Emigranten zu ihren Nach- s kommen nach Böhmen kamen.„Brandenburku, po- dej ruku!"(„Brandenburg, reiche die Handl") pflegte man damals unter den verfolgten tschechischen Ketzern zu sagen und Brandenburg tat eS. nahm sie gastlich auf. Die Orte Nixdorf und Novä ve», welche jetzt Berlin«inverleibt sind, wurden von diesen tschechischen Emigranten gegründet und dort, wo jetzt Adolf Hitler thront, in der stolzen Wilhelm-^ Straße, wohnten damals nur Tschechen. Jan Jilek, Sohn heimlicher Ketzer au» der Leitomischler Gegend, mußte für seinen Glauben große Martern erdulden. Er flüchtete zuerst nach Gerlachsheim in der Oberlausitz, wo bereits zahlreiche tschechische Emigranten um den tschechsschen Prediget Aug. Schulz, den man„Herr Tschechenvater" nannte, versammelt waren. Von da reiste er geheim nach Böhmen zurück und es erging ihm nicht besser, als wenn jetzt«in deutscher Emigrant aus Prag nach Deutschland zurückkäme: er wurde in Leitomischl eingekerkert und bestialisch behandelt. Beim großen Brande in Leitomischl gelang es ihm zu entkommen, nach Gerlachsheim und von dort nach Berlin zu flüchten. Tereza Noväkovä schildert in überaus interessanter Weise das Leben der tschechischen Emigranten in Berlin. Sie hat zwei Reisen nach Berlin unternommen und fand den Grabstein des 1780 verstorbenen Jan Jilek(Jan Gilek) in der Abteilung der böhmischen evangelischen Gemeinde beim Friedhöfe in der Nähe des Belle Alliance« und Blücher-Platzes. Den Herren Bureaukraten, welche den deutschen Emigranten vorwerfen, daß sich unter ihnen Bolschewiken und unzuverlässige Elemente befinden, sei bei dieser Gelegenheit auch das Buch, aus welchem Tereza Noväkovä viel Material für ihren Roman schöpfte, empfohlen: Theol. Dr. Christian Adolf Peschek, Erzdechant in Zittau,„Die böhmsichen Exulanten in Sachsen"(1857). Peschek schreibt in diesem seriösen Werke, daß e» unter ihnen auch unruhige und schwärmerische Geister, Sektierer und Chiliasten gab, welche sich selbst religiöse und philosophische Anschauungen nach eigenem formten. Es haben sich nach seinen Worten unter die tschechischen Emigranten in Deutschland auch Elemente eingeschlichen, welche.Pagabunden" waren und unter dem Vorwand von Religionsverfolgungen Unterstützungen zu erpressen suchten. Auch die tschechischen Emigranten in Deutschland wurden wegen dieser Beschuldigungen von den Behörden verfolgt. l Ein anderer bedeutsamer Roman von Tereza Noväkovä ist„Jiki Smatlän". Die Autorin schildert darin das Leben eines Webers aus Ostböhmen, der vom gläubigen Evangeliken zum überzeugten Sozialdemokraten wird. Jiii Smatlän erkannte, daß der Sozialismus die wahrhafteste Religion ist, er las die Bibel und verglich die Stellen des Evangeliums mit den Lehren des Sozialismus. In Christi Bergpredigt sah er das sozialistische Programm. Auch seine Kameraden würden zu Sozialdemokraten. Als er sich am 1. Mai infolge seiner Krankheit an der Feier nicht beteiligen konnte, freute er sich über di« Nachricht, daß dieser Tag überall in der Welt festlich begangen wurde.„Christus freut sich gewiß," sagte er,„daß die Armen und Erniedrigten jetzt erhoben werden, er war ja selbst auch arm, auch ein Arbeiter auf dem Weinberge des Herrn, es ist also auch sein Feiertag." Als im Jahre 1896 allgemeine Wahlen in die 5. Kurie des österreichischen Abgeordnetenhauses ausgeschrieben wurden, hegte er große Hoffnungen in die zu wählenden Arbeitervertreter. Den Frühling konnte er nicht erwarten, um bei den Wahlen, wenn er auch auf ällen Bieren kriechen sollte, .„die Stimme demjenigen zu geben, der dazu bei- ' tragen wird, den Armen, Unterdrückten ihr Recht zu verschaffen." Er erlebte aber nicht mehr den Wahltag,«S blieb ihm die Trauer erspart, daß in seinem Wahlbezirk der Kandidat der Sozialdemokratie nicht durchdrang. Tereza Noväkovä, geboren am 81. Juli 1853 in Prag aus deutscher Familie, wurde nach ihrem vierten Lebensjahr tschechisch erzogen. Sie heiratete den Professor Noväk, mit welchem sie nach Leitomischl zog, wo sie viele Anregungen für ihr schrist« stellerischeS Schaffen fand. Von ihren zahlreichen Werken sind außer den beiden obenerwähnten Romanen besonders hervorzuheben:„Na Librovö grunti" über die Wirkung des RevolutionSjahres 1848,„Dkti Liftkho jjivkho" über Sektierer in Ostböhmen und„Drasär", ein zweibändiger Roman über das Leben des unglücklichen Geistlichen und Schriftstellers der Erweckungsperiode I. V. Michl. Ncväkovä, eine Vorkämpferin der Frauenbewegung, gab ihre Studien über die Frauenfrage in dem Buche ,Le Zenskeho hnuti" heraus. Der bekannte tschechische Literaturhistoriker und Kritiker, Professor an der Brünner Universität, Dr. Arne Noväk, ist ihr Sohn. Rudolf Jllovh. Seite 6 Credo" RICHTIGE TONVERTEILUNG DURCH DEN ,, Sozialdemokrat" Klangdiffusor Was nützt der schönste Brief, wenn er nicht an die richtige Adresse gelangt? Was nützt die beste Tonwiedergabe, wenn sie auf dem Weg zum ,, Adressaten" zum feil verlorengeht? Der neue Klangdiffusor" sorgt für die richtige Klangverteilung im Raum!- Ohne ,, Klangdiffusor": Bündelartige Raumstrahlung der hohen Töne senkrecht zur Apparatwand. Mit ,, Klangdiffusor": Ideale Klangverteilung durch Zerstreuen der Schallwellen in alle Richtungen! PHILIPS Prager Zeitung Der Stadtrat gegen unbefugten Straßenhandel Einem Beschluß des Stadtrates gemäß wendet sich der Magistrat an die Oeffentlichkeit mit einer Kundmachung, in welcher er auf den in letzter Zeit überhandnehmenden unbefugten Straßenhandel hinweist und ankündigt, daß in Hinkunft die Organe des Magistrats systematisch jeden Fall von unerlaubtem Straßenhandel verfolgen werden. Als Begrüdung dieser Aktion des Magistrats wird angeführt, daß nicht nur das Mantel- Kleider Kostüme- Innenpelze LETZTE PARISER UND WIENER MODELLE ZEIGT Buscio TAGLICH VON 4-5( MODENSCHAU). für und freier Verkauf. 13. garet. Samstag, 13. November 1937. Nr. 267 Ohne Klangdiffusor Mit Klangdiffusor Samstag 8: Parkstraße Sonntag 3: Die Reise, 8: George und MarDer Film La Garconne einem in Pankrab gastierenden kleinen Zirkus nachts babongetragen hatte. Der Schaden beträgt mehr als eingebrochen war und verschiedene Musikinstrumente 2000 Kč, wobei in Betracht zu ziehen ist, daß das Der Roman von Victor Margueritte, der einst. fleine Unternehmen durch diese Entwendung einige Abende lahmgelegt wurde, da das Orchester" als er erschien, viel diskutiert wurde, ist heute kaum nach Eniwendung der zwei Klarinetten, eines Flü- noch aktuell zu nennen. Damals war das Problem: gelhorns und eines Waldhorns nicht fungieren ob ein junges Mädchen, das einer Geschäfts- Ehe entfonnte. Der Angeklagte verteidigte sich damit, daß flohen ist, ihr Leben so selbständig einrichten kann er durch einen Treubruch seiner Gattin, die er mit wie ein unverheirateter junger Mann- und ob einem Geliebten in flagranti ertappt habe, zur Ver- fie dabei nicht moralisch zugrundegeht oder unbefrieaveiflung getrieben worden sei und den Entschluß digt bleibt. Inzwischen ist die selbständige berufstätige gefaßt habe, sich selbst zu töten. Da er aber fei Frau eine recht gewöhnliche Erscheinung geworden, nen Revol berbesaß und durchaus durch rur daß meist nicht freier Entschluß, sondern soziale Erschießen sein Leben beenden wollte, habe er feinen Notwendigkeit die Ursache ihrer Selbständigkeit ist. anderen Ausiveg gewußt, als den Einbruch in den Vom moralisa Zweifelhaften einer solchen Eristenz Zirkus zu verüben, um sich aus dem Erlös der ist heute keine Rede mehr, es ist nur die Frage ge= gestohlenen Musikinstrumente blieben, ob die Freiheit der Frau auch Gleichheit mit eine solche Schußwaffe anau dem Manne bedeutet und ob Frauen, die an dieschaffen! Das Urteil lautete auf drei Mofem Problem verzweifeln, das Recht haben, die Rücknate erter unbedingt. * fehr zur alten Unfreiheit( wie sie der Faschismus berwirklichen will) zu fordern. Zu Marguerittes ..Junggesellin" haben wir also eine beträchtliche Distanz, obwohl die Vorurteilslosigkeit, das Verständnis und die gute Absicht seines Buches noch heute Eindruck machen und seine Kritik an der bürgerlichen Geldbeirat und an der Intoleranz egoistischer Männer Ondra). noch immer Geltung hat. ( Fr. " " " L. C. SMITH einzige amer. Schreibmaschine mit Kugellagern. Man schreibt auf ihr nicht nur schneller, sondern auch weit leichter. Der leichte Anschlag verhindert Ermüdung und damit Schreibfehler. Das neue Modell SILENT schreibt ganz geräuschlos. L GIBIAN Prag II., Štěpánská 32 Staut: Roman eines Schwindlers". Sascha Guitry.) Svě Veletrhy: Alma: MaDer 33jährige mehrfach vorbestrafte Wenze! Novotný stand wegen einer Tat vor den Richtern, die er in Jugoslawien begangen hatte. Dort hatte er sich auf einer seiner Vagabundenfahrten in Petroveg- Selo bei Landsleuten einquartiert, denen er sich als erfahrener Weltreisender ausgab. Das Der Regisseur Albert Dieudonné( der vor tozor:„ Im siebenten Himmel".( A.). aus Böhmen stammende Ehepaar Zicháček, das ihm Gastfreundschaft gewährte, trug sich mit der Absicht, zehn Jahren in dem Napoleon"-Film von Abei Roman eines Schwindlers".( Fr.) nach Afrika auszuwandern. Der Angeklagte, der sich Gance die Titelrolle spielte), hat die Garçonne" Der Liebling der Elefanten". bei diesen Leuten unter dem falschen Namen Franz nicht ungeschickt und ohne überflüssige Pikanterien( A.) Belvedere: Die Kronzeugin".( D.) PRAG- PŘÍKOPY 271. STOCK Cep einquartiert hatte, gaukelte ihnen vor, er sei verfilmt.( Dennoch scheinen der Renfur noch ein vaar Beſeda: Auf dünnem Gis".( A. Sonja Henie.) Carlton: Peter im Schnee".( D. Tr. Start.) nach seinem elfjährigen Aufenthalt in Afrika, wo er zum Verständnis nötige Episoden geopfert worden zu Illusion: Leutnant Alex. Rjepkin".( Tsch) als Fremdenlegionär gedient habe, mit den dortigen ein.) Es ist nicht ein Film von der Frauenfrage Verhältnissen aufs genaueste vertraut. Vor Löwen geworden, sondern der Film von einer einzelnen. Lido 2:„ Mister Moto".( A. Peter Lorre.) brauchten sie keine Sorge zu haben, denn während tapferen und redlichen, aber oft hilflosen und mißver- Louvre:„ Leutnant Alex. Rjepkin".( Tich.) diefer elf Jahre habe er nur von einem Menschen standenen Frau, die erst nach vielen Irrungen zu dem ceška: ,, Der leẞte Zug von Madrid".( A.) gehört, der von diesen Raubtieren zerrissen worden Manne findet, den sie von Anfang an liebte. Marie Olympic: Der letzte Zug von Madrid".( A.) sei. Im übrigen schlug er ihnen die Anpflanzung von e II spielt diese Rolle recht sicher und alaubhaft. Berštýn: Sterne vom Himmel".( A. Laurel und Rory: Gummibäumen vor und versprach, ihnen dabei sach- chne aber besonders interessant zu wirken. Auch die Hardy.) ,, Leutnant Aler. Riepkin". Leutnant Aler. Rjevkin" fundige Hilfe zu leisten. Dabei gab er sich als ehe- übrigen Darsteller sind angemessen, aber nicht( Tsch.) maligen Forstadjunkten aus, der nur deshalb zur ―ei3-( 2jd.) I Vejvodů: Die lustige Fremdenlegion gegangen sei, weil er fein SchreibWitwe".( A.- Chevalier, MacDonald.) tischmensch werden wollte". Der Kanzler Samal sei sein vertrauter Freund. Solche und andere Märchen Baldek:„ Der Frauenliebling".( D.) wiegte die Gastfreunde des Angeklagten in Sicher findet sich der schöne Bassus, er liebe nur seine Flinte, Rehe und Löwen". Mit welch einem Gesellen sie es zu tun hatten, erfuhren die Eheleute Bicháček erst, als ihr Gastfreund plöblich das Weite suchte und nebit dem Paß des Familienoberhauptes auch noch ein Damenrad und eine beträchtliche Geldsumme in österreichischen Schillingen und jugoslawischen Dinaren mitnahm. Novotný wurde auf Grund der aus Ansehen und der Ruf der Stadt unter dieſen Erscheinungen leiden, sondern daß auch die Kaufleute und nicht zuleßt das kaufende Publikum geschädigt werden. Im besonderen wendet sich der Magistrat gegen den Verkauf von Obst, Gemüse, Blumen, Galanterie- und Modewaren, soweit er ohne Genehmigung erfolgt. Ausbruch aus der Zwangsarbeitsanstalt. Dem gefährlichen Einbrecher und Kassenknacker Bohuslav Sima, der nach Verbüßung seiner Strafhaft der Zwangsarbeitsanstalt in Ruzyně überstellt worden war, gelang es in den Nachmittagsstunden des Don nerstag, aus der Anstalt auszubrechen. Die Flucht scheint von langer Hand vorbereitet und durch aus wärtige Helfer begünstigt worden zu sein. Kurz nach dem Entweichen des Häftlings, der die Mauer überstiegen hatte und auf der Karlsbader Straße flüch tete, wurde Alarm geschlagen und die Auffeher waren ihm sofort auf den Fersen. Dem Gärtnerfesselnd. Für Ihr Auto und Radio 3906 heit. In einem Brief, ben er ihnen später fchrieb ELKA- Akkumulatoren scher Gewohnheitsdieb zu bter Monaten Ker Vereinsnachrichten RW- Prag. Donnerstag, den 18. November, teiheim. Beginn 20 Uhr. Tatra: Mitteilungen aus dem Publikum. Glühlampen mit garantiertem Wattverbrauch. Wußten Sie schon, daß man Licht messen kann, ähn lich wie man Wärme migt? Das ist nämlich sehr wichtig, und Sie sollten es sich merken, denn Sie müssen ja das elektrische Licht bezahlen, mit dem Sie Ihre Räume beleuchten. Da kann es Ihnen nichi gleichgültig sein, ob Sie für Ihr Geld mehr oder gehilfen Otakar Hübner, der sich dem Fliehenden in ugoslawien stammenden Strafanzeige als notori Vortrag des Genossen Ing. Do be rer im Bar weniger Licht erhalten. Wenn Sie bisher eine Glüh den Weg stellte, wurde von diesem mit einem spizi- fer verurteilt und seine Anha I tung in der gen Instrument eine schwere Halsverlegung auge- 3wangsarbeitsanstalt nach verbüßter fügt. Dem Verbrecher gelang es zu entkommen. Strafe wurde ausgesprochen. Abfischung des Jevaner Teiches. Am 19. Nobember wird der Jevaner Teih abgefischt. An Interessenten werden Fische beim Teiche verkauft werden. Von Prag aus und zurück gibt es eine Autobusver= bindung vom Wilsonbahnhof. Die Versteigerung der unanbringlichen Postsendungen findet am Donnerstag, den 2. Dezember 1937, um 29 Khr in der Auktionshalle des Leihamtes in Prag II., U Půjčovny 10, statt. Gerichtssaal Drei kuriose Prozesse Prag. rb Die drei Strafverhandlungen, über die wir nachstehend berichten, fallen in verschie dener Weise aus dem Rahmen der alltäglichen Strafsachen, jede in ihrer Weise. Alle drei Prozesse wurden vor dem Straffenat des GR. Dr. Neureiter verhandelt. Kunst und Wissen Freitag Festvorstellung zu Ehren Wilhelm Kienzls:„ Der Evangelimann".( D) Wilhelm Kienzl wird der Aufführung beiwohnen. Arbeitervorstellung Die Entführung aus dem Serail", Oper von Mozart, zu den Festspielen mit glänzendem Erfolg neu einstudiert, am Sonntag. den 21. November, um halb 3 Uhr nachmittags. Karten täglich von 9 bis 12 und von 2 bis 6 Uhr bei Optiker Deutsch, Koruna. D. 11 Volksfinggemeinde Prag. Dienstag Gefangsprobe. Ab 7 Uhr Frauenchor, ab 8 Uhr gemischter Chor. Frauenorganisation Prag Tampe fauften, dann kannten Sie nur deren Strom verbrauch; Sie wußten aber nicht, wieviel Licht die Lampe liefert. Nachmessen kann man die Lichtleistung natürlich nur mit entsprechenden Geräten; die besitzt aber der Verbraucher nicht, und so war er bisher in Unklarheit darüber, wieviel Licht er eigentlich für jedes verbrauchte Watt erhielt, obwohl es längst ein Montag, den 15. November, um 8 Uhr internationales Maß auch für die Lichtleistung gibt. abends im im Parteiheim, Smečky 22/ III, Tas Einheitsmaß für den Lichtstrom bezeichnet man Frauenabend mit Vortrag des Genossen mit dem Wort„ Lumen" und das Zehnfache davon Alexander Stern über heißt ,, Defalumen". Wenn man nun die Lichtleistung einer Lampe, ausgedrückt in Dekalumen, kennt, und ebenso den Wattverbrauch, dann ist es leicht, den Gütewert der Lampe feststellen zu können, und selbst verständlich sind die Lampen die wirtschaftlichsten.. welche für eine bestimmte Lichtleistung den garantiert geringsten Wattverbrauch haben. Um dem Lichtver,, Erfindungen und Entdeckungen die der Frau zugute kamen". Filme in Prager Lichtspielhäusern Nach traucher volle Sicherheit zu bieten, werden die bes Vom hohen Geltsch zum Jeschken." Urania: Hochzeitstraum".( Lingen, Wüst.) tannien Osram- D- Lampen mit einem GarantieAdria: stempel versehen, welcher beispielsweise so lautet: Charlie Chan auf dem Broadway".( A. 2. ,, 40 Detalumen, 39 Watt oder 40 Defalumen 35 Öland.)- Alfa: ,, Die Junggesellin".( Fr. Watt". Damit wird garantiert, daß die Lampe bei Dienstag V. Marqueritt.) Apollo: Im siebenten Him- einer Lichtleistung von 40 Dekalumen, je nach der mel".( A. Simone Simon.) Avion: Pferdenarren".( A. Mar Brother 3.) Bajkal: Spannung, nur 39 oder 35 Watt verbraucht Wenn ,, Roman eines Schwindlers".( Fr. Guitry.) Sie künftig Glühlampen kaufen, dann tun Sie gut, Beránek: Der letzte Zug von Madrid".( A.) stets innenmattierte Osram- D- Lampen zu verlan Fenix: Philosophen- Historie".( Tsch.) Flora: gen, denn die Innenmattierung ist von Vorteil, weil Der Liebling der Elefanten", sie die Blendwirkung ohne Lichtverlust verringert. ( A.) Moldau". Hollywood:„ Eine Witwe fiel Außen sind die Osram- D- Lampen glatt und daher vom Himmel".( Tsch.) Hvězda: Charlie Chan leicht zu reinigen. auf dem Broadway".( A. W. Oland.) Juliš: Landstreicher".( D. Hörbiger.) Kinema: Turnen, Journale, Grotesken. Koruna: AktuWochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Die Ezardasfürstin, halb 8: Frauen in New York, Samstag 7: Lohengrin, B 2. Sonntag halb 3: Montag halb 7: Hansens Königreich. Theatergemeinde der Jugend( rote Karten) und freier Verkauf, Abonnement aufgehoben. halb 8: Die Entführung aus dem Serail, A 2. Wegen des Verbrechens der Verun Mittwoch halb 8: Frauen in New York, B 1. treuung war der 34jährige Zdeněk Besef. Donnerstag halb 8: Hansens Königreich, C 2. Beamter der Filmfirma oja" angeflagt, dem Un- Freitag halb 8: Der Evangelimann, D, Festvorterschlagungen im Gesamtbetrage von 21.000 Kč ſtellung in Anwesenheit Wilhelm Kienzls. Samsnachgewiesen wurden. Der Angeklagte war geständig tag halb 8: Madame Pompadour, 2, neuemund konnte auf die Frage des Vorsitzenden, warum ſtudiert. Sonntag halb 3: Entführung aus dem er sich in solcher Art vergangen habe, nur anführen, Serail, halb 8: Frauen in New York, A 2. daß er kein Geldin seiner Taichel Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samsbertrage". Wie sich bei der Verhandlung ergab, tag 8: Hilde und das Lotteriespiel. Sonntag 3 Uhr: bezog der Angeklagte ein Monatsgehalt von 700 Kč. Rausch. 8 Uhr: George und Margaret, ErstauffühDie veruntreuten Gelder brachte er in Bars durch. rung. Montag 8: Weibsteufel, Bankbeamte 1 Das Urteil lautete auf fünfzehn Monate und freier Verkauf.- Dienstag 8: Hilde und das Pferdenarren".( A.) Lucerna: Jungfern fchweren kerter 3. Lotteriespiel. Mittwoch 8: Georg und Margaret, schaft".( Tsch. Lida Baar.) Metro: PbiloBantbeamte 2 und freier Verkauf. Donnerstag fophen- Historie".( Tsch.) Passage: JungfernDer 35jährige Karl Maret war des Ver- 8 Uhr: Das Glück. Freitag 8: Hilde und das schaft".( Tsch.) Praha:„ Landstreicher".( D.) brechens des Diebstahls angeflagt, weil er in Lotteriespiel, Theatergemeinde des Kulturverbandes Radio: ,, Der Frauenliebling".( D. A. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Lezug durch die Bost monatlich Kč 16.-, vierteljährlich Kč 48.-, halbjährig Kč 96. ganzjährig K 192.- Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß Rückstellung on Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken Die Zeitungsfranka ur wurde von der Posts und Tele graphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt.( Kontrollpostamt Praha 25.- Druderei: Orbis". Drud, Verlags- und Beitungs- A.- G. Prag * alitäten, Grotesken, Reportagen. Stotva: Die erste Dampfmolkerei und Käserei in Gratzen, Böhmerwald " empfiehlt ihre erstklass. Erzeugnisse Beachten Sie die Schutzmarke! б