Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratische« Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme de» Montag täglich früh/ Einzelpreis 70 Heller Redaktion und D-rwaltung: Prag XL, Fochova 62- Telephon 83077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern. Prag Nur Nom Inhalt: Die Beschäftigung Deutscher bei den Befestigungsarbeiten Der Wirbel in der SdP Halifax-Mission verebbt Die tschechoslowakische Wirtschaft seit der Devalvation 17. Jahrgang Donnerstag, 18. November 1937 Nr. 271 wird. Unter diesen Waffen befinden sich mehr als 100 Maschinengewehre der neuesten deutschen Produktion, viele Schnellfeuergewehre, 100.000 Patronen, ungefähr 400 Handgranaten und 20 Kilogramm Scheditt sowie anderer Explosivstoffe. Das beschlagnahmte Material wurde in daS militärische Munitionslager in BincenneS gebracht. Bisher ist nicht genau bekannt, welcher Art und Zusammensetzung die geheime Organisation war, welche diese großen Waffen- nnd Munitionslager anhäufte und versorgte, die einen bedeutenden Kapitalwert darstellen. Rach Ansicht der Polizei handelt es sich nicht um die extrem rechte Organisation der Cagoularden, die heuer im September aufflog. Die Polizei kennt diese Organisation ziemlich gut und nimmt an, daß es sich bei dieser neuen Affäre um eine viel verzweigtere und gefährlichere Organis ati on handelt, die nicht nur in Paris und Umgebung, sondern auch in verschiedenen französischen Provinzen geheime Magazine hatte. PariS. Der Polizei ist es gelungen, eine i.ieitverzweigte Geheimorganisation der Rechten aufzudeckm und große Waffenlager zu beschlagnahmen. Diese Organisation bestand seit etwa einem halben Jahre und war streng militärisch or ionisiert. Die erste Verhaftung erfolgte in Dieppe, weitere in einer Pariser Vorstadt und in PariS selbst. ES handelt sich zumeist um jüngere Elemente, die in den extremen Rechtsparteien organisiert sind. Die Polizei bewahrte bis Mittwoch abends über die Verhaftungen strengstes Stillschweigen. Den ganzen Tag über wurden zahlreiche Hausdurchsuchungen in verschiedenen Stadtteilen und Vorstädten von Paris vorgenommen. Dabei wurde» mehrfach geheime Waffen- und Munitionslager entdeckt. Das größte Waffenlager wurde in dem Hause einer Familienpension in der Rue Riberra im Pariser Viertel Paflh gefunden. Die Polizei fand in einem großen Betontester viele Waffen, Gewehre, Maschinengewehre, deren Gesamtgewicht auf mehr als zwei Tonnen geschätzt sche Firmen 21.4 Prozent, von den garantierten Hypothekarkrediten zwecks Verhinderung von Betriebsstillegungen auf deutsche Firmen 61.8 Prozent. Ferner verwies Dr. HodZa hier auf die für die Sanierung der Zentralbank deutscher Sparkasien. der deutschen Landbank in Letschen und der deutschen Volksbank in Leitmeritz gegebenen Staatsgarantie. In einem weiteren Kapitel gab der Minster- prästdent eine Uebersicht über die Aufteilung der Investitionen des Arbeitenministeriums, der Post, der Eisenbahnen und des LandwirtschaftSminifterimns auf di« deutschen und tschechischen Gebiete.(Als »deutsches Gebiet" gelten allerdings alle Bezirke mit einer deutschen Bevölkerung von 20 und mehr Prozent.) Der Anteil dieser Bezirke beträgt im Arbeitenministerium beiläufig 80 Prozent, nur bei den Zuweisungen für nichtstaatliche Straßen in den historischen Ländern steigt er enimalig auf 85 Prozent.(Hier handelt es sich allerdings um den unbedeutenden Betrag von insgesamt 10 Millionen!) Die Investitionen der P o st werden nach demselben Prinzip dem deutschen Gebiete mit 82 bis 43 Prozent angerechnet, dje des Landwirtschaftsministeriums mit etwas über 25 Prozent. Bei den Fonds sinkt dieser Anteil auf 18 bis 20 Prozent. Bei den Eisenbahnen seien an deutsche Unternehmungen in den letzten Jahren 42 bis 49 Prozent der gesamten Lieferungen vergcken worden. Im Schulwesen partizipieren die nationalen Minderheiten bei den Mittel». Fach- und Hochschulen mit dem ihnen angemesienen, die deutsche Minderheit sogar mit einem etwas größeren Prozentsatz. Der Aufwand für das ungarische Mittelschulwesen in der Slowakei und in Karpathorußland blieb um 2 bis 8 Prozent unter dem nationalen Schlussel. Im Hochschulwesen entfallen auf die Deutschen bei den Un'versitäten 24.5. bei den technischen Hochschulen 29 Prozent des Gesamtaufwandes. Abschließend erklärte der Ministerpräsident zu diesem Kapitel, daß sich die Minderheitenvolitij der Tschechoslowakei nicht mit feierlichen Erklärungen und Parten begnüg« und diese auch nicht brauche, da sie den Minderheiten eine weit wertvollere Garantie biete: den freiwilligen Entschluß der Uchechoslowa» kischrn Demokratie, der deutschen, magharischen nur polnischen Minderheit alles das zu garantieren, was ihnen ein gerechtes Vaterland zu geben vermög«, mit der einzigen Einschränkung, daß die Minderheitenbevölkerung und ihre Politik dauernd einen positiven Beitrag zu der gemeinschaftliche« Staatlichkeit und ihrer Demokratie darstellen würde. Die Tichechosso- wakei wünsche keine Entnationalisierung, ja sie lehne sie geradezu ab und garantier« auf der Grundlage ihrer staatlichen Souveränität allen ihren Einwohnern auch in nationaler Hinsicht ihre eigene, durch sämtliche kulturellen, sittlichen und wirtschaftlichen Bedingungen fundierte charakteristische Entwicklung. Im weiteren Verlauf der Debatte sprach Genosse I a k s ch neuerlich über die nationalpolitischen und sozialen Probleme unseres Staates, wobei er auch auf einzelne Stellen des Exposes des Ministerpräsidenten einging und diverse Schattenseiten aufzeigte. Er erheb nochmals mit größtem Nachdruck die Forderung nach praktischer Durchführung de? 18. Feber und nach einer großzügigen wirtschaftlichen und sozialen Sanierungspolitik in den deutschen Gebieten. Zum Schluß setzte sich Iaksch mit den Angriffen der SdP wegen seiner Londoner Reise auseinander.(Einen ausführlicheren' Bericht über Iakfchens Reise werden wir morgen nachtragen.) Im ersten Bierteljahr nach dem Feberabkommen waren unter 4048 neuen Angestellten 88.81 Prozent Tschechoslowaken und 8.52 Prozent Deutsche, von 17.982 Hilfsarbeiter» 84.95 Tschechoslowaken und 14.83 Prozent Deutsche. Im nächsten Bierteljahr waren von 2847 neuen Angestellten 12.8 von 11.618 aufgenonunenen Hilfsarbeitern 14.09 Prozent Deutsche. Die Zahl der neuaufgenommenen Deutschen ist also binnen drei Monaten absolut um mehr als 4 Prozent, relativ um mehr als 50 Prozent gestiegen. In einigen Ressorts gibt eS für ge« wisse Kategorien wenig deutsche Bewerber mit entsprechender sachlicher und persönlicher Qualifikation, so im Eisenbahndienst. Heue Richtlinien Auf Grund der gewonnenen Erfahrungen hat daS MinifterratSprisidmm de» Entwurf von Richtlinie» für Neuaufnahme» in den Staatsdienst unter Berücksichtigung der nationalen Zugehörigkeit ausgearbeitet und am 3. November bereits an die Zentralbehörde» verschickt. Dieser Entwurf wird dann in seiner definitiven Form der Regierung zur Genehmigung»orgelegt werden. In der nächste« Zett werde die Regierung besonderes Gewicht auf die Besserung der sprachliche» Qualifikation der Staatsbeamtenschaft lege». ES wird die Kenntnis wenigstens einer Minderheitensprache allgemein als Voraussetzung für die Aufnahme in jene Bereiche deS Staatsdienstes aufgestellt«erden, in welchen die Bwölkerung der Min- dcrheitensprach« in regelmäßigem Verkehr mit den Behörden steht, z. B. im politischen, Finanz- und Polizei dienst etc. Im Zusammenhang damit werde» auch dir entsprechende» Arndenmgen der Instruktionen und Dienstvorschriften durchgeführt werden, damit die Kenntnis der Minderheitensprachen entsprechende Geltung, respektive Bewertung erlange. Die Regierung wird Maßnahmen treffen, daß die Verwaltungsbeamten einen mehrjährigen Dienst bei verschiedenen Aemtern der untersten Instanz und bedingungslos auch inden Minder- beitsgebieten durchlaufen müssen. Obne«ine solche Vorbereitung wird künftig keinem Beamten eine leitende Stellung bei der zweiten und ersten Instanz anvertraut werden, ebenso wird auch eine Berufung zum Dienst bei einer Zentralbehörde nicht möglich sein. Statistisches Als weiteren Beweis für die Rücksichtnahme auf die Interessen der deutschen Minderheit führt Tr. Hodja Ziffern an, welche das Verhältnis der Abschreibungen zu den Steuervor- schreibungenin den Textilgebieten betreffen. Von den Staatsgarantien für Exportkredite in der Höhe von 676.8 Millionen(Stichtag 18. November 1936) entfielen auf deutsche Firmen 840.9 Millionen oder 50.6 Prozent. Zum selben Datum waren StaatSaarantien für 629 Millionen zu» aesaat. an welchen tschechische Firmen mit 92.3. deutsche Firmen mit 7.7 Prozent partizipierten. Von den Staatsgarantien zur Beschaffung des im öffentlichen Interesse unerläßlichen Bedarfes entfallen auf deut- P r a g. Im Nahmen der Spezialdebatte über die ersten drei Kapitel des Budgets hielt Ministerpräsident Dr. H o d Z a im Budgrtaus- schuß ein großes Expose, in dem er«. a. sagte, die Regierung lege dieses Wehrbudgrt zusammrn mit den Bedeckungsvorlagen in dem festen Vertrauen vor, daß deren Behandlung ständig oon dem Bestreben geleitet sein werde, daß die Demokratie ihre großen finanziellen und Wrhrauf- gaben ebenso schlagfertig bewältige, wie die Diktaturen und daß sie siebesser löse, weil sicherlich nur die Demokratie die Sicherheit gewähre, daß die Lasten am verhältnismäßigsten anfgeteilt werden. Einen breiten Raum nahm in den AnSsüh- rungcn des Ministerpräsidenten die M i n d e r- heitenfrage und die Frage des 18. Feber ei«. AuS dem statistischen Material, daS der Ministerpräsident vorlegte, waren insbesondere die Ziffern über die Renaufnahmen von StaatSange- stellten»ach dem 18. Feber bemerkenswert. Sie zeigen zwar ein« merkliche Besserung in der Berücksichtigung des deutschen Elemente-, absolut sind dies« Ziffern aber noch immer sehr unbefriedigend, so daß sie eigentlich da- Nachdrückliche verlangen nach baldiger praktischer Verwirklichung des 18. Feber, daS Genosse 8 a k f ch am Dienstag vor demselben Forum stellte»nd auch nach der Rede de- Ministerpräsidenten in anderer Form neuerdings wiederholte, nur noch augenfälliger rechtfertigen. Der Ministerpräsident will auS der Devise der Nationalen Proportionalität in der Staatsverwaltung keinen mechanischen Maßstab machen. Er gebe eine Reihe von Beispielen im kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Leben, wo der Anteil der Deutschen an der staatlichen Fürsorge und Hilfe den Prozentsatz der deutschen Bevölkerung übersteige; in andern Sektoren wieder entspreche die Teilnahme der Minderheiten bisher nicht voll dem nationalen Proporz. Vor dem 18. Feber Bor den Feberbeschlüssen der Regierung entsprach die Zahl der Staatsangestellten der Minder« heüsnationen nicht in allen Zweigen dem Bevölkerungsschlüssel. Allerdings habe eS schon Zweige gegeben, wo der Prozentsatz angemessen war. So habe es unter den Richtern und Staatsanwälten 22.6 Prozent und unter den Beamten des Sanitätsund geistlichen Dienstes im Bereiche des Justizministeriums 25 Prozent Deutsche gegeben bei einem deutschen Bevölkerungsschlüffel von 22.33 Prozent. Insgesamt betrug aber auch hier die Zahl aller deutsche» Angestellten im Bereich des Justizministeriums nur 11.8 Prozent. Im Bereich des Unterrichtsministeriums betrug der Prozentsatz der Deutschen 11.4, dagegen habe eS in Böhmen und Mähren 34 Prozent deutsche BezirkSschulinspekwren und 21.11 Prozent deutsche Professoren, Lehrer etc gegeben. Bon den definitiven und Hilfsangestellten der Eisenbahnen bildeten die Deutschen 11.25 Prozent, in der Finanzverwaltung 18.83 Prozent(davon in der Tabakregie 33.69 Prozent), bei der Post waren 10.39 Prozent Deutsche. Diese wenigen Beispiel« zeigen nach Hodja zwar die Ungleichmäßigkeit und Unangemessenheit in der Zahl der deutschen Angestellten in den einzelnen Zweigen der Staatsverwaltung, aber andererseits bewiesen die Angaben über die Zahl der Richter und inSbe» wndere der Lehrer und Professoren, daß die tsche» äwslowakische Demokratie entsprechend dafür gesorgt habe, daß die Ausübung der Justiz und die Schn»' lang der Bevölkerung in vollem Umfang auch national gesichert sei. ES wäre ein schwerer Irrtum vor- auizusetzen, daß sich die tschechoslowakische Oeffent- uchkeit prinzipiell gegen das Bestreben nach Nationalem Proporz in der öffentlichen Verwaltung stille. ES sei doch daS Lebensinteresse jeder Nation, daß die Schicht der öffentlichen Angestellten zu der der selbständigen Erwerbstätigen im richtigen Ber» haltnis stehe. Besserung bei Neuaufnahmen ,Die Personalabteilung des Ministerpräsidiums awrde so ergänzt, daß sie im Einvernehmen mit den ^ständigen Ministerien die gesamt« staatliche Per- Mlüpolitik im Geiste der Verfassung und im Geiste d«r Feberbeschlüsse verfolgen könne. Laut Regie- ^Utgsbcschluß vom 19. März wurde eine ständige «ankeren, der Personalreferenten aller RessorrS «nter Leitung de» Ministerratspräsidiums gebildet. Amtliche Zentralbehörden legen in Abständen von ?kei Monaten Ausweise über die Neuaufnahmen in Staatsdienst unter Berücksichtigung der Natio- Ualität vor. Faschistische Waffenlaser in Paris beschlagnahmt Expose Dr. Hodzas Statistisches Material Uber die Minderheitenfrage und die Aenderunsen seit dem 18. Feber Wer zahlt die neuen Steuern? Selten hat' ein Staatsvoranschlag dem Finanzminister und allen für die staatliche Finanzpolitik verantwortlichen Faktoren so viel Kopfzerbrechen gemacht, wie der gegenwärtig in unserem Abgeordnetenhaus« verhandelte. Selten aber, das kann mit Genugtuung konstatiert werden, hat sich in der breitesten Oeffentlichkeit so viel Verständnis für die Unvermeidlichkeit neuer Lasten gezeigt wie diesmal. Die Notwendigkeit, alles zur Verteidigung der Republik bereitzustellen, wird von keiner Seite bestritten und von keiner Seite angefochten. Die Diskussion dreht sich ausschließlich um die Verteilung derLa- st e n, um die Frage, ob bei der Ausarbeitung der neuen Bedeckungsvorlagen die Forderungen der Steuergerechtigkeit beachtet wurden. Direkte und indirekte Steuern Prüfen wir die Frage zunächst an der Hand der traditionellen, heute freilich längst nicht mehr als allgemein gültiger Maßstab anerkannten Einteilung in direkte und indirekte Steuern, so ergibt sich, daß als neue direkte Steuern derStaatS- verteidigungsbeitrag mit einem erwarteten Ertrag von 440 Millionen KL und di« Steuer von außerordentlichen Gewi n n e n in der Höhe von 150 Millionen KL, das sind zusammen 590 Millionen KL, vorgesehen sind, also sicherlich eine sehr ansehnliche Summ«. Ihr stehen freilich nicht minder ansehnliche Erhöhungen der indirekten Steuern gegenüber. Vergleichen wir die veranschlagten Beträge de» Voranschlags für 1938 mit denen des JahreS 1937» so ergibt sich im Budget der eigentlichen Staatsverwaltung bei der U m s a tz st e u e r em Dtehr- ertrag von 380 Millionen, bei den Zöllen von 31 Millionen, bei den Verbrauchssteuern von 256 Millionen, bei den Gebühren von 169 Millionen, das sind zusammen 836 Millionen, so daß sich zunächst ein Uebergewicht der indirekten Belastung zu ergeben scheint. Indessen bedürfen diese Ziffern einer Korrektur. Zunächst ist festzuhalten, daß in dieser Aufzählung die dem Parlament noch nicht unterbreitete Vorlage über'die Kartellgcbühr, die 60 Millionen einbringen soll, noch nicht berücksichtigt ist, während auf der anderen Seite die Steuer auf Kautschuk, die im Voranschlag mit 50 Millionen KL erscheint, nach Umarbeitung der Vorlage nur 15 Millionen einbringen soll, so daß sich schon dadurch das Bild etwas günstiger gestaltet. Insbesondere wird die Besteuerung der Kartelle in allen sozial fortschrittlichen Kreisen, berechtigte Befriedigung auslösen. Aber auch im übrigen erfordern die Mehrerträgnisse der indirekten Steuern eine Analyse. Die Zölle können wir ausscheiden, in ihrem erhöhten Präliminare kommt nur die Hoffnung auf vermehrte Einfuhr zum Ausdruck. Was aber die Umsatzsteuer anbelangt, so steigt das effektipe Erträgnis nicht i um 380) sondern nur um 266 Millionen. Daß die Staatskasse eine höhere Mehreinnahme erwartet, ergibt sich nur aus der verminderten Ueberweisung von Umsatzsteueranteilen. Von dem effektiven Mehrertrag entfallen 70 Millionen KL auf die Umsatzsteuer, welche die Zuckerindustrie zu tragen hat, ohne daß sich das im Zuckerpreis auswirken darf. Schließlich kann auch hier eine gewisse Mehreinnahme infolge der gebesserten wirtschaftlichen Verhältnisse erwartet werden» die Ergebnisse des Jahres 1937 rechtfertigen diese Schätzung. Als wirkliche Mehrbelastung bleibt hier also die Erhöhung des Umsatz st euerpauschales a u f T ex- ti l i e n, von der wohl auch versichert wird, daß sie auf die Preise keinen Einfluß haben wird, die wir aber, wenn wir vorsichtig sein wollen, doch als Konsumbelastung in Rechnung stellen müssen. Auch bei den Verbrauchssteuern resultiert die erwartete Steigerung der Einnahmen zum Teil aus höheren Ansätzen bei unveränderter Steuer, also in der Hoffnung auf gebesserte wirtschaftliche Verhältnisse. Immerhin haben wir hier einige Erhöhungen zu verzeichnen, die uns keineswegs gleichgültig lassen und deren Auswirkungen wir keineSivegs beschönigen wollen. Wenn die B i ersteuer 51 Millionen, d»e allgemein« Getränkesteuer 31 Millionen mehr einbringen soll, so ist daS sicherlich eine Belastung des Konsums. Aber wir können darauf Hinweisen, daß eS gelungen ist, die Mehrbelastung der alkoholfreien Getränke, die bis 47 Heller Seite L Donnerstag, 18. November 1Q37 Nr. 271 gehen sollte, auf 20 Heller pro Liter herabzudrücken. Was aber das Bier anbelangt, so ist es nicht möglich gewesen, sich auf den Standpunkt zu stellen, die Republik müsse.»mieden Preis gegen alle Gefahren gesichert, aberdasK rsü g e l B i e r dürfe nicht um fünf Heller teuerer werden. Bleibt, wenn wir von der für die breiten Massen wenig in Betracht kommenden Verteuerung der künstlichen S ü ß st o f f e absehen, die Erhöhung derKunstfett- sieuer, die seit langem gefordert, seit langem eine schwere Sorge für uns bildet. Hier ist bei einem erwarteten^ Mehrerträgnis von 66 Millionen eine Preissteigerung bei den teuern Sorten unvermeidlich gewesen. Aber das billige Kunst fett darf nicht verteuert werden. Hier muß die Steuer von der Industrie getragen werden. Eine nicht zu unterschätzende Erleichterung für die Produktion wurde durch ein Zugeständnis der Agrarier herbeigeführt: der Zwang der Beimischung von Schweinefett zu den künstlichen Speisefetten ist gefallen. Die Regierung wird dafür sorgen müssen, daß die billigen Sorten nicht vom Markte verschwinden. Zu den Gebühren ist nicht viel zu sagen. An eine Erhöhung der Sähe wird hier, abgesehen von der im Effekt unbedeutenden Erhöhung des Spielkartenstempels, nicht gedacht, der Mehrertrag resultiert zum Teil aus einer erwarteten Steigerung der Eingänge an Rechtsgebühren, vor allem aber daraus, daß die Eisenbahnen, denen in den letzten Krisenjahren der Ertrag der Verkehrs st euer zur Gänze überlassen blieb, im Jahre 1S38 der Staatskasse 100 Millionen an Steuern abführen sollen. D:e sehr wesentliche Verminderung des Eisenbahndefizits hat übrigens eine in der bisherigen Diskussion wenig beachtete Entlastung unseres Voranschlages bedeutet. Sie hat es ermöglicht, bei im wesentlichen' unverändertem Ertrag der aktiven staatlichen Unternehmungen 1336 statt 1065 Millionen als Aktivsaldo der staatlichen Unternehmungen in Rechnung zu stellen. Wenn wir alle diese Tatsachen berücksichtigen, können wir von der indirekten Belastung die gute Hälfte, streichen, da sie als Massenbelastung nicht in Betracht kommt, ja zum Teil überhaupt keine neue Belastung bildet, und wir können insbesondere die Verhinderung einer Preissteigerung bei den billigen Kunstfettsorten als Erfolg der sozialistischen Bemühungen buchen. Wir dürfen sagen, daß alles geschehen ist, was bei den gegebenen politischen Machtverhältnissen geschehen konnte, um das im kapitalistischen Gsstem überhaupt erreichbare Maß von Steuergerechtigkeit zu sichern. Bleibt die Frage, wer die neuen direkt en Ste u ernzu zahlen haben wird. Hier ist"zunächst die nvch" zu erwartende Kartellsteuer eine Belastung der Besitzenden. Aber auch die Steuer von außerordentlichen Gewinnen, die erst Gewinne von mehr als 50.000 XL erfaßt und, soweit sie sich an die allgemeine Erwerbsteuer anschließt, progressiv gestaffelt ist, kann mit ihrem Erträgnis von 150 Millionen als Besitzbelastung angesprochen werden. Dar Staatsverteidigungsbeitrag Unser Interesse wird sich also darauf konzentrieren,, wie der Staatsverteidigungsbeitrag auf die einzelnen Bevölkerungsschichten verteilt wird..Rekapitulieren wir zunächst kurz die in unserem Blatt schon besprochenen Bestimmungen des Gesetzes. Der Staats« Verteidigungsbeitrag ist zunächst von allen einkommensteuerpflichtigen Personen zu zahlen. Wir haben drei Gruppen zu,unterscheiden: Die Arbeiter und Angestellten bei Einkommen bis 23.556 XL, welche der reinen Abzugsteuer unterliegen. Hier beträgt der Staatsver-, teidigungsbeitrag 60 Prozent der Einkommensteuer. Daher kann die Höhe des Beitrags nach der im Par. 30 des Steuergesetzes enthaltenen Tabelle leicht berechnet werden. Sie beginnt bet Wochenlöhnen pon 193 bis 194 XL sehr niedrig mit 15 Hellem, bei einem Lohn von 250 XL wird sie beispielsweise 90 Heller betragen, bei einem Monatseinkommen von 1500 XL monatlich XL 9.12. Die zweite Gruppe bilden die Einkommen aus Dienstbezügen, bei denen der Steuerabzug nur«inen Vorschuß auf die Steuer bildet und die nachträglich der Bemesiung unterzogen werden. Diese Einnahmen werden mit 1.5 Prozent der Steuevgrundlage belastet, wobei der Iker- teidizungsbeitrag 60 Prozent der Einkommensteuer einschließlich des vorübergehenden Zuschlages nicht übersteigen darf. Bei einem Reineinkommen jiber 60.000 XL steigt der Beitrag auf 2.5 Prozent, über 100.000 XL auf 4 Prozent'und über 200.000 XL auf 5 Prozent. Die übrigen Einkommen, die dritte Gruppe, unterliegen ohne Rücksicht auf die Höhe einem Staatsbeitrag von 4 Prozent des reinen, steuerpflichtigen Einkommens. Bon einer progressiven Staffelung wurde hier abgesehen, doch werden diese hohen Einkommen, soweit sie Erwerbseinkommen sind, von der Gewinnsteuer betroffen. Dieser schärferm Erfassung mtgehen freilich die Einkommen aus Kapitalien, Grundbesitz und HauSbesitz, was wir als Mangel zu rügen nicht unterlaßen wollen. Den der besonderen Erwerb st euer unterliegenden Unternehmungen und den Unternehmungen von Vereinen, also solchen Unternehmungen, bei denen kein Steuersubjekt vorhanden ist, das durch die Erhöhung der Enüommensteuer getroffen werden könnte, wird die Erwerbsteuer um 40 Prozent erhöht, doch unterliegt dieser Betrag keinerlei autonomen Zuschlägen. Die von der Erwerbsteuer befreiten Un- ternehmungen zahlen auch keinen Verteidigungsbeitrag mit Ausnahme der gemeinnützigen Elektrizitätsunternehmungen,. deren Beitrag der Er- wevbsteuer gleichkommt, die sie ansonsten zu zahlen hätten. Es scheint nun auf den ersten Blick, daß durch diese Art der Besteuerung der bei der Einkommensteuer geltende GrundsatzderPro- gression verletzt, daß die MehÄela- stung der tragfähigen Steuersubjekte hier preisgegeben wurde. In der Tat sehen wir nur bei Diensteinkommen eine fleine Progression, bei anderen Einkommen überhaupt keine, und nach unten nur einen gewißen Schutz durch Begrenzung des Staatsbeitrages auf 60 Prozent, bzw. 80 Prozent der bisherigen Steuer. Es kann auch keineswegs än'ber Tatsachevorübevgegangen werden, daß die Belastung des Diensteinkommens mit 1% Prozent, der übrigen Einkommen mit 4 Prozent eine sehr schwere Last ist, die bei den kleine- ren und mittleren Einkommen zweifellos drük- kend empfunden werden muß. Wer eine Analyse der Lastenverteilung nach Einkommensstufen wird uns zeigen, daß der Grundsatz der Steuergerech- tigkeit dennoch gewahrt bleibt. Leider stehen uns nur die Daten der Einkommensteuerpolitik vom Jahre 1933 zur Verfügung. Wer seither haben sich wohl die Einkommen geändert,«ine wesentliche Verschiebung in der Einkommens Verteilung ist aber wohl kaum eingetreten. 1933 haben von einem Gr- samterträgnis der Einkommensteuer in der Höhe von ungefähr einer Milliarde die Steuerträger mit einbekannten Einkommen von mehr als 100.000 XL nicht weniger als.328 Millionen XL bezahlt, die Einkommen von 60.000 bis 100.000 XL 424 Millionen. Zusammen haben von insgesamt etwa 860.000 Steuerzahlern, welche der Bemessung unterliegen, 28.000 Personen mit einem Reineinkommen von mehr als 60.000 XL, also einem Bruttoeinkommen von etwa 75.000 XL, nicht weniger als 45 Prozent der gesamten Einkommensteuer aufgebracht, während 1,282.000 Träger der Lohnakzugssteuer 94 Millionen an die Staatskasse abgeführt haben. Mit einem Wort, der vorübergehende Zuschlag zur Einkommensteuer hat die Progression dieserSteuar so stark' gesteigert, daß eine weitere Steigerung in kapitalistischen Berhältnißen einfach nicht möglich war. An diesen Berhältnißen wird sich auch durch Einführung des Staatsverteidigungsbeitrages nichts Wesentliches ändern. Die Einkommensteuerpflichtigen mit mehr als 100.000 XL Jahreseinkommen hatten im Jahre 1933 em Einkommen von 4801 Millionen XL, wovon 213 Millionen auf Diensteinkommen über 200.000 XL entfielen. Sie hätten also an vierprozentigem Verteidigungsbeitrag 72 Millionen XL zu bezahlen gehabt, die sich durch 1 Prozent mehr von den höchsten Diensteinkommen auf 74 Millionen XL erhöhen. Die Personen mit einem Einkommen von mehr als 60.000 XL fütterten 1404 Millionen XL Einkommen, wovon 495 Millionen auf Diensteinkommen entfielen. Die restlichen 909 Millionen bedeuten «inen Staatsverteidigungsbeitrag von 36 Mil- lionen, der 2^prozentige Beitrag von den Diensteinkommen bringt etwas mehr als 12 Millionen ein. Zusammen hätten also diese 28.000 Steuerträger 122 Millionen, ein Dreißigstel London.(E.-B.) Auch am Mittwoch wurde von den britischen Tageszeitungen die Polemik über die Hintergründe der Halifax-Reise fortgesetzt.„Vorkshire-Post", die verschiedentlich dem Außenminister als Sprachrohr dient, betont dabei, daß tatsächlich ein Tauschgeschäft, nämlich freie Hand in Mitteleuropa für Hitler gegen Einstellung der Kolonialpropaganda, g e- plant war.„Manchester Guardian" erklärt, daß ein Erfolg der deuffchen Bemühungen, England zu neutralisieren, schließlich zur Isolierung Englands angesichts des ungeheuren Erstarkens DeuffchlandS führen würde. Wenn auch derzeit nicht recht zu ersehen sei, welche Aktionsmöglichkeiten England gegebenenfalls in Mittel- und Osteuropa zu Gebote stünde», könne England doch nicht angesichts der Entwicklung auf dem Kontinent auf seine Aktionsfreiheit verzichten. Gleichzeitig wird auch das Gerücht, daß Eden über Halifax' Reise nicht informiert gewesen sei, dementiert, wobei freilich nicht Harze- stellt wird, ob Eden mit der Annahme der Einladung durch Halifax völlig einverstanden war. Eden gilt als vorbehaltloser Anhänger der englisch-französischen Zusammenarbeit. Deutschland bemüht sich, Halifax und vor allem Chamberlain, von denen Berlin glaubt, daß sie eher zu Konzessionen gegenüber Hitler zu haben wären, gegen Eden auSzuspielen. Aber dieses deutsche Manöver verebbt bereits. Die Mission Halifax' ist als eine informatorische zu werten, Englands aller Steuerträger weit mehr als ein Viertel deS ganzen Staatsverteidigungsbeitrages zu zahlen gehabt. Mit der Einkommensteuer und dem vorübergehenden Zuschlag zusammen beträgt die Steuerlast dieser Wohlhabenden nach den Daten des Jahres 1933 nicht weniger als 574 Millionen XL, das heißt, bei einem Gesamtaufkommen von Einkommensteuer und Verteidigungsbeittag von 1440 entfallen auf die Einkommen über 60.000 XL auch nach Einführung des Staats- vcrteidigungsbeittages rund 40 Prozent des Ge- samterträgniffes. Die Wzugssteuer der Arbeiter und Angestellten aber würde sich nach dem Ergebnis des Jahres 1833 um 56 Millionen XL erhöhen. Dabei werden die Arbeiter zum großen Teil durch den Staatsverteidigungsbeitrag überhaupt nicht belastet, denn wieviele Arbeiter haben heute ein Einkommen von mehr als 193 XC in der Woche? Wie mancher würde gerne einen Staatsverteidigungsbeitrag von 15 Heller in der Woche bezahlen, wenn er einen Wvchenlohn von 193 XL bezöge! Damit sollen die Schattenseiten der neuen Steuervorlagen keineswegs beschönigt werden. Wir haben sie in unserer Besprechung ausdrücklich hervorgehoben. Es ist auch Aber die Gestaltung dieser Vorlagen das letzte Wort noch nicht gesprochen. Aber wie immer die Regelung gewißer Einzelheiten ausfallen mag, bei Betrachtung deS Gesamtergebnisses dürfen wir mit gutem Gewissen sagen, daß die sozialisttschen Parteien durch ihre Einwirkung auf die staatliche Steuerpolitik auch in dieser überaus schwierigen Lage alles zum Schutze der breiten BollSschichttn getan und alles erreicht haben, was sich bei den bestehenden Machtverhältniffen überhaupt erreichen ließ. Ziel bleibt unverändert die gesamteuropäische Regelung. Halifax in Berlin Berlin. Lordpräsident Halifax traf Mittwoch früh um 8.43 Uhr in Berlin ein. Zu seiner Be!- grüßung hatten sich auf dem Bahnhof der britische Botschafter Stt Neville Henderson und der Chef des Protokolls, Gesandter von Bülow-SDvante, eingefunden. Noch am selben Tag stattete der Gast der Internationalen Jagdausftcllung seinen ersten Besuch, in Begleitung des Botschafters Henderson ab. Lord Halifax Witt» sich am Donnerstag in Begleitung des Reichsaußenministers von Neurath nach Berchtesgaden begeben. Er wird mit dem Reichskanzler wahrscheinlich am Freitag eine Unterredung haben und dann nochmals nach Berlin zurückkehren. König Leopold In London London. Der König der Belgier ist am Dienstag zu seinem ersten Staatsbesuch in London eingetroffen, wo ihm ein außerordentlich herzlicher Empfang bereitet wurde. Bei einem Bankett im Buckingham-Palast, das der englische König veranstaltete, sprach der belgische König die Hoffnung aus, daß im Falle eines Unglückes Belgien wiederum mtt der englischen Unterstützung rechnen könne. Halifax-Mission verebbt Ensland beharrt auf seiner Aktionsfreiheit und auf gesamteuropäischer Regelung der kleine VON EUGlNE DA BIT Berechtigte Debertragnne au* dem Französischen von Bejot „Du hast mich in meinem Entschluß bestärkt, Papa. Du bist ein ganz anderer geworden sett- dem." „Man hat allerhand kennengelrrnt, was man früher nicht kannte..." Er klopft auf seinen Brotbeutel. „Wenn die Sache hier klappt, haben wir ausgesorgt, Boiteux und ich. Jetzt gib mir einen Kuß. Man muß Abschied nehmen." Ich werfe mich an seinen Hals. „Genug, genug. Sei ein Mann!" Er gibt mir die Hand. „Wir sehen uns vielleicht draußen. Leb wohl." Er dreht sich zum erstenmal um, hebt den Arm, wackelt mit dem Kopfe und lächelt mir zu. Er dreht sich wieder um, aber ich kann sein Gesicht nicht mehr erkennen. Ich sehe nur noch seinen Helm. Dann verschwindet er ganz. Ein Gefühl der Erleichterung, der Befreiung und des Stolzes überkommt mich. Ich blicke den Soldaten nach. Bald werde ich sein wie siel 8. Kapitel Auf der Treppe stintt'S nach Fett und schmutzigem Wasser. Weiber mit jaulenden Kindern hören auf zu schwatzen und erwidern meinen Gruß. Ich höre Gekeif. Wieder liegt sich die Mutter Cornet mit der altcn Plantard in den Haaren, denke ich. Nein. LS sind zwei andere. Plötzlich erkenne ich Mamas Stimme und das durchdringende Organ der Rose Gallais, die ihr anwottet. Ich laufe die Treppe hinauf und bleibe im fünften Stock stehen. Mama brüllt, aber ihre Wut überrascht mich nicht. Seit Vater abgefahren ist, beherrscht sie sich nicht mehr und tobt gegen die Nachbarinnen, deren Männer in den Munitionsfabriken arbeiten und reklamiert sind. »Henri ist kein Drückeberger wie Ihrer» verstehen Sie! Ich setze ihm auch keine Hörner auf." „Sie neunen nur von allen Seiten Unterstützung an." „Das ist mein gutes Recht. Wer Sie find eine Hure. Das weiß das ganze Haus. Kein an- stünoiger Mensch spricht mehr mit Ihnen. Ich kann iedem in die Augen sehen, jawohl, das kann ich." --Ich pfeif« was auf Ihre Mieter. Wer Hhr KnirpS wäre Ihnen gern davongelaufen, wenn ich mir die Müh: gegeben hätte, ihn zu rufen. Und auf Ihren Mann, das Ekel, sollten Sie besser aufpassen. Nur ein Wort brauchte ich zu sagen.. Ich höre Schläge klatschen, WutgebrAl, und in drei Sätzen bin ich oben. Mama und Rose GallaiS prügeln sich. Sie stoßen sich mtt den Füßen, reihen sich an den Haaren, zerkratzen sich das Gesicht. Ich werfe mich dazwischen, und mtt vieler Mühe gelingt es mir, sie zu trennen. Marie Primault und Louise Thö- venard weinen. Ich dränge Rose Gallais gegen chre Türe uud fasse dann Mama um die Schultern.. „Komm, Mama." Sie schüttell den Kvmpf. Ihre Augen quellen aus den Höhlen, ihr Mund ist ganz verzerrt, ihre Adern sind geschwollen. „Ich bitte dich, komm!" „Soll ich vor diesem Stück Mist das Feld raumen? Laß mich los! Oder willst du sie gar noch in Schutz nehmen? Da höhnt sie noch! Die Augen j lratze ich ihr aus.. * Sie will mich zur Sette schieben. Mit einem Arm umschlinge ich ihre Taille, mit der freien Hand halte ich mich am Geländer fest. Rose Gallais rufe ich zu:„So gehen Sie doch fott!" Sie rührt sich nicht, schneidet Fratzen. Manm wehrt sich. Jetzt packe ich sie mit Gewalt und zerre sie in die Wohnung. Sie sind auf einen Stuhl. Schluchzen erschüttert ihren Körper, der mager und verbraucht ist wie der einer Greisin. Unter Stöhnen, Schimpfen und kindlichem Klagen wiederholt sie Vaters Namen, den sie mit Zärtlichkeit ausspricht. Ich knie vor ihr hin und sage, beide Hände aus ihre Schultern legend: „Weine dich aus, Mama, das eäeichtert dich." Sie murmelt: ,Sag, daß es nicht wahr ist, mein Kleiner!" „WaS, Mama?" „Daß du mich verlassen willst..." „Oh, wie ich dieses Weib, diese GallaiS, hasse!" Ein bitteres Lächeln verzieht ihre weißen Lippen. „Vater hat mir alles erzählt. Ich habe eben einen Brief von ihm bekommen. Ist es wahr, mein Kleiner?" Ihre trüben, rot umränderten Augen verlassen mich nicht mehr. Ich senke die Stirn. Sie beugt sich über mich, und ihre brennenden Tränen tropfen auf mein Gesicht. -«Ich will dir ja keinen Borwurf machen", jammert sie.„Bielleichr habt ihr recht. Vater sagt, früher oder später müßtest du doch fort, selbst wenn man dich jetzt zurückstellt. So brauchst du wenigstens nicht zur Infanterie. Wer ich sah dich immer noch als Kind und dachte nicht daran, daß auch du mich verlassen würdest." Mmählich gewinnt ihr farbloses Gesicht wieder Leben und nimmt einen sanften, hoffnungsvollen Ausdruck an. Sie legt die Stirn an meine Schulter. Ich trockne ihre Augen. „Ruh dich aus, Mama. Heute will ich das Essen zurechtmachen." Die Kolonne hält vor einer düsteren Bastion im Festungsrayon. Lesueur hat mich untergefaßt. Da ich mich freiwillig melde, verzeiht er mir meine „anarchistischen" Ansichten. Der jüngere Buzon, der in den„Schwadronserlebnissen" einmal einen Wachtmeister gespielt hat, gibt Korporalschaftsgeschichten zum desten. „Man erwartet euch. Jungens", sa^ Lesueur. Tavernier und ich tteten ein, die Mütze in der Hand. In einem dunllen Raum entlleiden si» Männer. Auch wir fangen an, uns auszuziehen. Rekruten kommen einzeln aus dem Nebenraum. in dem die Aushebungskommission Versaw« melt ist. Ein paar mächtige Burschen sind darunter, die meisten aber sind blaß und dürftig, als hätten sie weder Muskeln noch Knochen. Man rüst mich auf. Ich trete in eine Stube mit grüngestrichenen Wänden, halb Büro, halb Operattonssaa^ Ein Offizier mtt kahlem Schädel und Hängebauch kommt auf mich zu, legt sein£$( an meine Brust und läßt mich tief Atem holen« Dann richtet er sich auf und stellt mir Fragen- .Steine erblichen Krankheiten?" Er gibt ein Zeichen. Ein Soldat stößt mich unter ein Brett, dann führt er mich zu einer Waage. Bor einem Alphabet muß ich lesen. „Ä. v." brummt der Stabsarzt.„Ziehen sich an." Tavernier, der bereits angelleidet ist, ste" inmitten einer Gruppe und doziert. „Genommen?" fragt er. „Feste." Arm in Arm, ziehen wir grölend los. „Nun?" fragt Lesueur. «Zuerst wollen wir mal einen heben", lt> widert Tavernier. .(Fortsetzung folgt.)s Rr. 271 Donnerstag, 18. November 1937 Seit» 8 „Todesstrahlen" beschäftigt sich ein ausgezeichnetes Buch, das vor einigen Monaten aus der Feder von Kurt D o b e r e r und Max Seidewitz erschienen ist. Nun legt Kurt Doberer ein neues Buch vor, das den Gedanken dieser TodeS- strahlen weiter spinnt und ihn im Zusammenhang mit der Entwicklung der elektrotechnischen Waffen behandelt.*) Das Buch geht von der Ueberlegung aus, daß wir im Zeitalter einer Umformung der Waffentechnik leben. Geben heute noch die VerbrennungS- und Explosionsmotoren den Ausschlag, so ist damit zu rechnen, daß die künftigen Kriege die Oel- vorräte der Welt noch weitaus rascher erschöpfen werden als dies ohnehin schon auf normalem Wege der Fall ist. Die Energiequelle Oel wird in kurzer Zeit überhaupt Wegfällen und die waffentechnische Ueberlegenheit der ölproduzierenden Länder wird dadurch aufhören. Die Zeit, da eS noch unerschlossene oder unerschöpfte Oelvorkom- men gibt, ist mit maxiinal zwanzig Jahren anzusetzen. Und nach der Ansicht Kurt DobererS gleitet die militärische und wirtschaftliche Vormachtstellung infolgedessen schon jetzt wieder auf jene Länder, über, die Kohle produzieren. Die verflüssigte Kohle wird das Oel ersetzen. Diese Entwicklung stellt auch die Militärtechniker vor neue Aufgaben. Sie sind daran, diese Aufgaben zu lösen. Ja, man hat beim Lesen deS Doberer-Buches daS unheimliche Gefühl, als ob die militärischen Notwendigkeiten der einzelnen Länder noch weit mehr als andere Ursachen zur *) kurt Doberer: Elektrokrieg, Maschine gegen Mensch. Katurn-Berlaa. Wien. Entwicklung der Technik beitrügen. Nicht Werke des Friedens, sondern Werke der Zerstörung erweisen sich als die bedeutsamsten Anreger und Förderer der Technik. Der kommende Krieg wird vor allein»auch ein Elektro-Krieg kein. Die Elektrizität wird in den Dienst der Armeen gestellt werden. Und die Elektrotechnik steht trotz allen wunderbaren Leistungen, die sie schon vollbracht, erst am Anfänge ihrer Entwicklung. „Ein mächtiges Reich" erschließt uns Doberer: das Reich der Urkraft, daS Reich der s ch w i n g e n d e n E n e r g i e, dessen Kenntnis auch das Wissen um die geheimnisvollen Todesstrahlen bedeutet. ES gibt nur eine Art von„Strahlung": eben jene schwingende Energie, jene elektromagnetischen Wellen, deren Vorhandensein wir aus ihren Wirkungen feststellen können. Es kommt auf die Schwingungszahl an, die in einem bestimmten Zeitraum abläuft, oder auf die Länge der Wellenr das elektromagnetische Wellenband umfaßt die ganze Skala der Schwin- gungserscheinungen: die elektrische Kraft, die der Dynamo erzeugt, die Energie, die über die drahtlosen Sender ausstrahlt, die geheimnisvollen Strahlungen, die auf das Wohlbefinden des Menschen Einfluß haben, Wellen, die Wärmewirkungen und solche-, die Lichtwirkungen erzielen— bis zu jenen Strahlungen, die wir mit unseren Sinnen nicht mehr wahrnehmen können. Die.Dodesstrahlen" gehören ebenfalls in den Bereich dieser Energiewelt: es gibt keine andere Wellen, keine andere Strahlungsart als jene. Die Welt dieser Wellen ist allerdings eine Wun- 0er Wirbel In der SdP Vergeblicher Pumpversuch Italiens In London London.(E.-B.) Der frühere italienische Finanzminister V o l p i hält sich zur Zeit in London auf, um eine Anleihe für Italien zu erreichen. Obzwar es in der City Leute gibt, dir aus politischen Gründen Italien gerne Kredit gewähren würden, wftd das finanzielle Risiko einer Anleihe an Italien als so hoch angesehen, daß die Aussichten Bolpis gleich Null sind. Obne eine Garantie der Englischen Bank, die aber angesichts der politischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern nicht erhältlich ist, ist die italienische Anleihe unmöglich. Die Einstellung der brasilianischen Auslandszahlungen, die für Italien eine nicht unwesentliche Rolle spielen, hat die Devisen- Lage Italiens schwer beeinträchtigt. Wahlkabine« Tatarescu mit Halb- und Ganzfaschisten Bukarest. Der mit der Kabinettsbildung betraute Ministerpräsident Tatareseu gab Mittwoch abends den Presievertrrter« die folgende Erklärung ab: Ich habe ein Abkommen über die Mitarbeit in der Regierung mit der nationaldemokratischen Partei(Vorsitzender Professor I o r g a) und mit der Rumänischen Front(Vorsitzender Bajda Boevod) abgeschlossen. Auf Grund dieses Abkom- niens verbleibt jede Partei auf. ihrer tzrogram- matischen Grundlage, ohne von ihrem Programm etwas aufzugeben; ebensowenig von ihrer Aktion. Es handelt sich hiebei um rin ausschließliches Wahlabkommen. Die Eidesleistung der Regierung heim König wird Mittwoch um 22 Uhr stattfmden. Ein gegen 18 Uhr erschienenes Extrablatt der.Dimineata" teilt die Zusammensetzung des zweiten Kabinetts Tatarescu mit: Präsidium TatareScu, Vizepräsident und Verkehr I n c u l e t. Inneres Franast o p i c i(bisher Verkehr), Aeuheres A n tone s c u, Finanzen Eancicov, Handel B u j o i j u, Ackerbau Jonescu, Si- sesti, Landesverteidigung General Ilast e v i c i, Luftfahrt und Marine I r i<- m« s c u, Justiz S a s s u, Kultus und Künste I a m a n d i, Genossenschaften N e g u r a, Gesundheit Costinescu, Arbeiten und Sozialfürsorge N i st o r. Unterricht Anghe- l e s c u, Minister ohne Portefeuille Pop und Strunga, dem ein neu zufallendes Ministerium für die Verwertung der Landesprodukte anbertraut werden soll. Der Sohn des Professors Dr. Jorga soll Generalsekretär im Handelsministerium werden, Professor Jorga selbst Präsident des neugewählten<Änats. Franco-Offensive verhindert London.(E.-B.) Die Franco-Offensive in Aragonien ist dnrch das schlechte Wetter vorläufig illusorisch geworden. Die etwa 100.000 Mann Italiener und Phalangisten, die derzeit trat Saragossa konzentriert sind» können nicht marschieren, weil das Unwetter befürchten läßt, daß sie ihre Verbindung verlieren würden. klddentrop— Chef der Antlkomlntem? Rom. Zwischen den Regierungen Italiens» Deutschlands und Japans werden soeben Beratungen über die Schaffung eines ständigen Ausschusses im Sinne des dem Antikominternpakt angrschloffenen Protollolls geführt. Es verlautet, daß an die Spitze dieses Ausschusses, der in Berlin amtieren wird, der Botschafter von Ribbentrop treten wird. Das angeführte Protokoll schreibt vor: den Austausch von Informationen über die Tätigkeit der Kommunistischen Internationale und über die nötigen Verteidigungsmaßnahmen, die Verwirklichung strenger Gesetze gegen den Kommunismus sowie die Schaffung deS Ausschusses für das Studium von gemeinsam zu treffenden antikommunistischen Maß« Nahmen. Nur ein Mißverständnis London. DaS Admiralitätsamt verlautbart, daß die Meldung ans Barcelona, welche besagte, daß DienStag in den spanischen Gewässern der britische Dampfer ,,Cardian" überfallen wurde, auf einem Mißverständnis beruht». Chinesische Gegenoffensive Nanking. Die gesamten chinesischen Streitkräfte, die von Schanghai zurückgezogen und durch neue Truppen verstärkt wurden, bezogen eine neue Linie etwa 140 Km. von Hupuko und Schatz.'- Die zuletzt in Nanking aus der Provinz Srtschuan eingetroffenen Verstärkungen betragen 150.000 Mann. General Tschanfakwei eröffnete Mittwoch nachmittags mit auserwählten chinesischen Truppen in der Umgebung von Taschin eine Gegenoffensive, durch die rr den Vormarsch der Japaner auf Nanking zum Stillstand bringen will. ES ist eine heftige Schlacht im Gange. Mähr. TrQbauer SdP einmütig hinter Jonak und Kasper In Mährisch-Trübau fand am Sonntag eine Tagung der Amtswalter des Bezirkes und eine Tagung der SdP-Arbeiterstandesvertreter statt. Beide Tagungen stellten sich einmütig hinter Dr. Gustav Jonak und Rudolf Kasper. Die Tagung der Amtswalter äußerte ihr Befremden über die unbegründete Amtsenthebung Dr. Jonaks und forderte von der Parteiführung sofortige Aufklärung und Angabe der Gründe. Die Tagung der Arbeiterstandesvertreter sprach Dr. Jonak gleichfalls einmütig das Vertrauen aus. Eine dreigliedrige Abordnung soll Konrad Henlein um sofortige Aufilärung ersuchen. Ferner wurde e i n st i m m i g die Haltung Rudolf Kaspersin Arbeiterfragen gebilligt. Man verlangte vor allem den Aufbau einer Arbeitergewerkschaft auf vollständig unpolitischer Grundlage. Von Konrad Henlein forderte die Tagung in einer Entschließung weitgehendeVoll- machten für Kasper, um ihm die weitere Arbeit zu ermöglichen. Halder und Kasper setzen sich zur Wehr Terrormethoden der SdP Wie uns berichtet wird, führt die SdP auch im Bezirke Bensen eine Mitglieder-Werbe« aktion durch. In Bensen selbst wurden diese Woche fast alle Wohnungen von den SdP-Mitgliedern aufgesucht und den Bewohnern Briefe mit Aufrufen und im Detail auf Namen, Beruf und Geburtsdaten ausgefüllte Beitrittserklärungen eingehändigt. Die gedruckten Aufrufe sind illegal hcrgestellf und es wurdest, deshalb von der !.Staatspolizei in der SdP-Kanzlei in Bensen gegen 1000 Stück beschlagnahmt. Die Verteiler wurden bei der Gendarmerie einem Verhör unterzogen. Bei dieser Aktion kann man von einer üblichen Mitglieder-Werbung nicht sprechen. Die Verteilung der Werbeschrift und der Beitrittserklärungen geschah in einer ost sehr arroganten, stechen und belästigendenArt, die für die SdP bezeichnend ist. ES wurden solche Werbebriefe auch an die in öffentlichen Körperschaften tätigen Funktionäre unserer Partei verteilt. Es kam bei der Verteilung zu verschiedenen Auseinandersetzungen, da die SdP-Werber mit ihrem frechen Auftreten das Gastrecht mißbrauchten. Die ganze„Werbeaktion" wurde in Bensen zu einem öffentlichen Aergernis. Die demokratisch gesinnten Bewohner wenden sich mit allem Nachdruck gegen diese Methoden einer Parteimitglie- dcr-Werbung, di« den politischen Terror bis in die letzte Wohnung der Menschen trägt. Diese Mtion der SdP ist hiemit aus einer Partei- zu einer öffentlichen Angelegenheit geworden, mit der sich die Demokratie beschäftigen muß. Elektrokrieg Mit angstvollem Staunen verfolgt die Menschheit die Entwicklung der Waffentechnik. Vieles bleibt ihr verborgen von den Mitteln der Menschentötung und.des Menschenschutzes in einem kommenden Krieg. Manches hat die Schwelle des Laboratoriums noch nissst überschritten. In den Zeitungen häufen sich Andeutungen über neue furchtbare Waffen und über erfolgreiche Schutzmaßnahmen gegen sie. Jede solche Nachricht wird" von der Oeffentlichkeit mit Gier ausgenommen. Die Leute, oie über Entdeckungen von neuen Strahlen berichten, mit denen es möglich sein soll, feindliche Angreifer auf weite Entfernungen zu töten, haben mächtigen Zulauf. Dabei ist nichts notwendiger als Klarheit über die technischen Möglichkeiten eines künftigen Krieges. Wir werden dessen Schrecknisse um so eher überstehen können, je genauer wir wissen, was in den Bereich des Wahrscheinlichen und was in den Bereich des Bluffs gehört. Die seelische Widerstandskraft des Volkes wird um so höher sein, je weniger es der irreführenden technischen Spekulation verfällt, je realer es die kriegstechnischen Gegebenheiten sieht. Seit einiger Zeit beginnen sich die Nachrichten über die sogenannten Todesstrahlen zu häufen, die da und dort entdeckt worden seien; eine ganz neue Art von Strahlen, die noch niemand kenne und die geeignet seien, die ganze bisherige Kriegstechnik auf den Kopf zu stellen und alles bisher bekannte Kriegsmaterial mit einem Schlage vollkommen zu entwerten. Mit dem Problem der sätze seit dem Vorfälle mit Dr. Walter Brand bemüht, doch habe die SdP eine Aufnahme Haiders avgelehnt, obwohl dieser Konrad Henlein eine Erklärung abgab, in der er seine bedingungslose Unterordnung unter die Parteiführung aussprach. Der„Aufbruch"-Kreis und sein Blatt hätten niemals gegen Konrad Henlein oder die sudetendeutsche Einheitsbewegung Stellung genommen. Sie hätten aber immer in tiefster Sorg« ! um das weitere Schicksal der großen Bewegung | zuerst intern und dann, als dies nichts half, auch öffentlich auf gewisse Zustände.in der Partei hingewiesen und um deren Beseitigung ersucht. Statt dessen habe die Parteiführung den„Aufbruch" als den Störer der Einheit hingestellt, obwohl gerade Rudolf Kasper durch seinen Wiedereintritt in die Partei im vorigen Herbst bewiesen habe, daß er die Sache über seine Person stelle. Wenn sich heute Rudolf Kasper von seinen Aemtern beurlauben lassen muß, dann ziehe er bloß die Schlußbilanz aus seinem vergeblichen Kampfe um die Sauberkeit und Ar- beitsfähigkrft seiner Partei. Wieso nun die Sudetendeutsche Pressestelle gerade Jng. Haider als den Sündenbock ausersehen habe, werde allen denen unverständlich bleiben, die wissen, wie gerade dieser Mann seit Jahren um die Mitarbeit in der Bewegung gekämpft habe. Zumindest könne die sudrtendeutsche Oeffentlichkeit verlangen, daß die SdP ihre schweren Vorwürfe, die sie gegen Jng. Haider erhebt, auch Um die Beschäftigung Deutscher del Befestigungsarbeiten Die Abgeordneten Taub und I a k s ch haben in Verstetung der sozialdemokratischen Partei und der freien Gewerkschaften denn Nationalverteidigungsministerium wegen der Beschäftigung Deutscher bei den Befestigungsarbeiten vorgesprochen. Das Ministerium versprach, Weisungen auszugeben, daß in Hinkunft bei di-- sen.Arbeiten.deutschb.Astbefter in stärkerem Maße als bisher beschäftigt werden und zugleich die Mißstände bei der Entlohnung abzustellen. Die Funktionäre der Bauarbeiterorganisationen wurden daher angewiesen, in konsteten Fällen Wünsche und Beschwerden an die Gewerbeinspektorate, bzw. an den maßgebenden militärischen Funktionär direkt zu richten. Falls notwendig, soll auch ein Einvernehmen mit der zuständigen poliiischen Behörde gesucht werden. Sollten sich weiterhin Schwierigkeiten und Beschwerden bei der Aufnahme, bzw. Behandlung deutscher Arbeiter im Falle von Befestigungsarbeiten ergeben, dann müssen die Vertrauensmänner den kompetenten gewerkschaftlichen Stellen Bericht erstatten. 25 von 100 sterben... Die Fürsorgerinnen der Deutschen Jugendfürsorge berichten aus dem Böhmerwald, daß in den Gemeinden, die jetzt durch die Mutterschulung besucht wurden, 25 bis 30 Prozent der Kinder im Säuglingsalter sterben. Die Ursachen liegen meistens in schwer enPf lege- und. Ernährungsschäden. Hier kann nur durch eine planmäßige Aufklärung und Erziehung. die schon beim Heranwachsenden Mädchen und bei der werdenden Mutter einsetzen muß. eine Aenderung erzielt werden. Solche Fälle bestätigen immer wieder die dringende Notwendigkeit der von der Deutschen Jugendfürsorge geschaffenen Mutterschulung. Verurteilter Krankenhausverwalter. Der frühere Oberverwalter des Saazer Krankenhauses Franz G s ch w i n d wurde wegen großer- Unterschlagungen vom KreiSgericht in Brüx zn einer Kerkerstrafe in der Dauer von 18 Monaten verurteilt. Er hat nun am Montag gegen dieses Urteil sowohl' hinsichtlich der Schuld als auch des Strafausmaßes die Nichtigkeitsbeschwerde eingebracht. Der Berkehrswrrt der Mark im Grenzgeb'rt. Die Gastwirtschaften im Grenzgebiet haben bisher zwecks Erhaltung der wenigen Gäste, die noch aus dem benachbarten Ausland als Stammkundschaft herüberkamen, die Reichsmark im Gegenwert zu 8 flö berechnet, obwohl sie bei der Ablieferung der eingenommenen Markbeträge bei den Bankanstalten schon längst nicht mehr 8 KÖ bekamen. Die Verhältnisse haben sich in der letzten Zeit noch verschlechtert. Die Reichsmark steht im Durchschnittskurse von XL 6.15 und es haben sich aus diesem Grunde die Gastwirtegenossenschaften der politischen Bezirke Schlnckenau, Rumburg und Warnsdorf veranlaßt gesehen, durch Einheitsbeschluß den Markwert bis auf Widerruf mit 7 XL für alle Gastwirtschaften verbindlich festzusetzen, um die Mitglieder vor größeren Verlusten zu schützen und einem unlauteren Wettbewerb vorzubeugen. Selbstmordversuch einer Jugendlichen. In Görkau schoß sich gestern in den frühen Morgenstunden die 15 Jahre alte Gerta H. aus bisher unbekannten Motiven in selbstmörderischer Absicht eine Kugel in die Brust. Mit einer schweren, lebensgefährlichen Verletzung wurde sie dem Krankenhause eingeliefert.. Staat-Prüfung für BerstchenmgStrchuikrr. Tie Staatsprüfung für Bersicherungstechniker findet am 0, 10. und 11. Dezember statt. Die schriftlichen Prüfungen werden am v. und 10. ab 8 Uhr, die mündlichen Prüfungen am 11. ab 15 Uhr abgehalten. Die ordnungsgemäß belegten Gesuche um Zulassung, zur Staatsprüfung sind bis spätestens 6. Dezember d. I. im Dekanat der Allgemeinen Abteilung der Deutschen Technischen Hochschule in Prag l, Karlova 30, 2. Stock, einzubringen. Hitler möchte tschechoslowakische Neutralität? Paris.(E.-B.)„L'O c u v r e" veröffentlicht»ine Meldung, wonach Deutschland die Neutralisierung der Tschechoflowakei Vorschlägen will, und zwar in Anlehnung von Erklärungen, die angeblich gelegentlich der Friedenskonferenz von tschechoslowakischen Staatsmännern abgegeben worden seien. Die belgische Neutralitätserklärung sei vor allem deshalb erfolgt, nm einen Parallelfall für die gleiche Aktion gegenüber der Tschechoflowakei zn schaffen.„L'Oeuvrr" schreibt, daß auf diese Weise die tschechoslowakische Armee, deren Kampfwert man in Berlin hochein- schätzt, aus dem Wege geräumt würde. Angeblich hat der belgische König die Absicht, über diese Angelegenheit in London zn sprechen. Ein Teil der sonst gleichgeschalteten sudetendeutschen Presse veröffentlicht eine Erklärung des „Aufi>ruch"-Kreises, in der dieser die Behauptungen der Pressestelle, daß er der Partei feindlich gesinnt sei, zurückweist. Im Gegenteil habe sich gerade Jng. Haider gemeinsam mit Rudolf I Kasper um die Beseitigung der schweren Gegen-1 beweise. Seite 4 Jagesneuigkeiten Ein Sohn kehrt heim Im Jahre 1936 ist in Florenz ein Buch erschienen, das den flangvollen Titel ,, Voli sulle Ambe"( Schwingen über Ambe) führt und der italienischen Schuljugend von behördlicher Seite zur Lektüre empfohlen wird. Die Autoren des Buches sind Vittorio und Bruno Mussolini, welche, in dem Buch über ihre Tätigkeit an der abessinischen Front berichten. Mit Rücksicht darauf, daß Bruno Mussolini bis vor wenigen Tagen an der spanischen Front Bomben auf Frauen und Kinder warf, ist es vielleicht gut, jene Stellen des Buches zu zitieren, die im ,, Journal des Nations"( Folge vom 9. Oktober) in Genf erschienen sind und auch im Pariser ,, Neuen Tagebuch" zum Abdrud gelangten. Da heißt es auf Seite 28 des Buches: ,, Ich erziele mur geringe Wirkungen; viels Teicht rührt das auch daher, daß ich gewaltige Explosionen erwartete, wie man sie gelegentlich in amerikanischen Filmen sieht, während bisher wenigstens die aus Lehm und Flechtwerk gefügten Hütten der Abessininier, dem, der sie bombardiert, teinerlei Befriedigung verschaffen." Aus diesem Grunde hat man wahrscheinlich in Spanien Schulen mit Kibern und Lehrern während des Unterrichtes zusammengeschossen, aber es kommt noch besser. Seite 77 berichtet: ... Bisher ist es mir noch nie gelungen, einen richtigen Brand zu sehen. Wenn einstmals ein Feuerwehrwagen vorübertam, heftete ich im Laufschritt mich an seine Spur. Aber entweder endete das beim Feuerwehr- Depot, oder aber ich war genötigt, mich aus dem Gedränge zu Kurz und gut, er glaubt, daß jemandem im Kommando bekannt war, daß er in dieser Beziehung eine Bildungslücke aufweist und so bekam er den Auftrag, mit Staffel 14 in der Zone von Adi- Abo ein Brand bomben bardement durchzuführen! Ja, wenn man so einen Papa hat, kann man Versäumnisse der Knabenjahre auf folgende Weise gutmachen: retten." M ,, Wieder nehmen wir die enorme Ladung Brandbomben an Bord. Als die Abwurf borrichtungen leer waren, werfe ich sie mit der Hand. Wir werfen uns auf die großen Tutuls", dann die„ Ghebi" und schließlich versuchte ich die 2 Kilo- Bomben mit gutem Schuß los zu werden. Es war außer ordentlich amüsant. Man mußte genau das Dach der Hütte aufs Korn nehmen und erst Donnerstag, 18. November 1937 In zwei Tagen von Europa nach Indien In England wurde jeßt dieser neue Typ eine 3 Landflugzeuges in Dienst gestellt, der für den Verkehr nach Indien bestimmt ist. Die Maschine bietet 42 Fahrgästen bequem Platz und soll die Strecke von London nach Indien in ununterbrochenem Tag und Nachtflug in etwa zwei Tagen bewältigen. Nr. 271 Todesfälle gegenüber dem Jahre 1935 um bier Zehntel gestiegen. Die Zahl der Selbstmorde hat abgenommen, hingegen ist aber ein Ansteigen der Verkehrsunfälle festzustellen. Die Schlacht im Filmatelier. Zu schweren Auseinandersetzungen ist es zwischen Sträflingen und schwarzen Aufsehern gekommen, wenn auch nicht im Bagni von Cayenne, so doch in einem Pariser Filmatelier, wo gegenwärtig ein Sträf= lingsfilm gedreht wird. Der bekannte Filmschau spieler Pierre Fresnay spielt einen der Sträfs linge und trägt eine Berücke, die ihn fahlgeschoren darstellt. Ein Senegal- Neger, der als Statist in der Rolle eines Sträflingswärters mitwirft, fand offenbar, daß er sich auch im Studio mit den Sträflingen belustigen fönnte, jedenfalls rig er Fresnah einige Male die Perücke herunter. Fresnay berbat sich diese Späße und verseßte ihm schließlich einen Faustschlag ins Gesicht. Ein ebenfalls als Sträfling mitwirkender ehemaliger Bormeister Eugène Stuber nahm nun für den Filmstar Partei, er fam sofort mit dem Neger in ein Handgemenge, in dessen Verlauf dieser das Bajonett zog, das er als Sträflingswärter am Gürtel trug, und dem Boxer damit über den Kopf schlug. Dieser brach blutend zusammen, und es gab im Augenblick eine wilde Schlacht zwi schen den Neger- Statisten und den weißen Mitwirkenden, die nur mit Mühe beigelegt werden fonnte. Glücklicherweise ist niemand ernsthaft verlegt worden. ,, Währungsreform" in England. Nein, so= weit ist es noch nicht! Die durch 20 zu dividierenund das ist zu viel für Söhne von Vätern, die swelche wie stets abgefeuert wurde, wenn dichter den Pfunde, und die durch 12 zu teilenden SchilWeltgeschichte machen! Zum Sterben sind die Nebel herrscht, um dem Piloten die genaue Lage linge verschwinden ebensowenig wie die Yards, Kinder jener Eltern da, die nicht aus sportlicher des Flughafens anzuzeigen. Die Radioanlage Unzen und Gallonen. England hält nach wie vor Betätigung Brandbomben auf Wehrlose schleu- arbeitete glänzend und führte das Flugzeug direkt an seinem traditionellen, wenn auch ungeheuer dern dürfen, sondern eben aus heldischer Er- zum Flughafen. Sodann wurde die erste Rakete komplizierten Maßsystem fest. Während des Weltziehung für ein größeres Vaterland" zum Lei- abgefeuert, die richtig funktionierte. Die zweite den geboren sind, ein Vaterland, das noch nicht Ratete verjagte, weil ihre Zündschnur vorzeitig die Straft gefunden hat, sich solcher Knaben zu verlöschte. Die dritte Rakete wurde zu spät abgeentledigen, wie sie gegenwärtig in der Geschichte feuert. Der Pilot Lambodte, der zur Landung der Menschheit ihr trauriges Univeien treiben. ansette, begann mit dem Landungsmanöver, nach dem er um ein Lichtsignal ersucht hatte, das ihm die Lage des Flugplatzes angeben sollte. Da aber die Rakete versagte, überquerte das Flugzeug den Flughafen und stieß gegen ein hinter diesem befindliches Hindernis. die Aber vielleicht gibt das Elternpaar Musfolini, das seinen Sohn abberuft, weil der Krieg doch allzu gefährlicher Sport ist, da, wo er mit einigermaßen gleichen Waffen geführt wird, allen denjenigen einen Auftrieb, die in diesem Falle der berechtigten Ansicht sind, das, was Kuflugklan. Ungefähr 200 Personen in KuVater Mussolini recht ist, auch dem Vater des unbekannten Soldaten billig zu sein hat. Wenn flugklan- Masken drangen Dienstag abends aus dessen Stimme ertönen wird, dürfte der Friede rätselhaften Gründen in ein Nachtlokal in in Europa einen gewaltigen Fortschritt zu ver- i am i ein. Sie mißhandelten die Besucher, die Kellner und einige Musiker und nahmen 360 zeichnen haben. Ein Sohn kehr heim Dollar mit sich. Der Besizer des Nachtlokals er andern Söhne Italiens mögen ihm folgen. Der Igel. klärte, daß die Räuber ein großes KuflugflanFeuerkreuz auf die Tür des Kabaretts aufmalten und die Schließung des Betriebes befahlen. Die Behörden sind mit der Aufklärung des Falles beschäftigt. Der Führer des Kuklugklan in Florida, Stapitän Garcia, erklärte bei der Untersuchung, er werde der Sache selbst nachgehen. Nach seiner Ansicht haben sich die Räuber als KuklurklanMitglieder verkleidet, um dadurch die Polizei " irrezuführen. Fernflug englischer Militärflugzenge. Anfang Dezember werden fünf Flugzeuge der 204. Estadrille aus Plymouth nach Australien und zurück fliegen. Der Flug wird über das Mittelmeer, den Golf von Persien, den malaiischen Archipel, Niederländisch- Westindien nach NordWestaustralien gehen. Streik in der Oper. Das Personal der Warschauer Oper, 430 Personen, ist in folge Forderungen des Opernpersonals, die die Verwaltung zu erfüllen ablehnte, in den Streif getreten. Vom Leben und Sterben. Eine über den Geſundheitszustand in England und in Wales während des Jahres 1936 veröffentlichte Statistik ergibt, daß die Zahl der Todesfälle durch. Tu berkulose im Jahre 1936 gesunken ift. hingegen ist die Zahl der durch Krebs erfolgten frieges dachte man ernsthaft daran, es aufzugeben, es wurde sogar eine königliche Kommission zum nie das geringste von den Ergebnissen dieser StuStudium dieser Frage eingesetzt, aber man hat dien gehört. Ein einziger Mann wagt es heute, auf eigene Faust eine Währungsreform durchzu auf eigene Faust eine Währungsreform durchzus führen. Sein Name sei verewigt, er ist vielleicht der kühne Vorläufer eines Bruches mit Old England. Er heißt Rudung und verwaltet die Stadt tasse von Torquay. Für den Geschäftsbereich der Stadt Torquai hat er das Dezimalsystem einges führt, und er hat sogar, ganz wie eine staats liche Behörde, ein„ Blaubuch" publiziert, das allerdings vermutlich nur von Mathematikprofessoren verstanden werden wird. Es soll aber ein Leitfaden für die Kunden der Stadtkasse sein, wie sie die englischen Maße auf das Dezimalsystem umrechnen. Bis jetzt hat der Staat in diese Sache noch nicht eingegriffen, aber es ist zu befürchten, daß auch dieser Versuch an dem heillosen Wirr warr in den Konten der Stadtkasse von Torquay scheitern wird. Seife aus Kaffeesat. Wie die ,, National im südlichen Berliner Vororte Tempelhof eine sozialistische Parteikorrespondenz" berichtet, soll Fabrik errichtet werden, die dem Zwecke dienen soll, Kaffeesatz zu verwerten, und zwar zur Ges winnung von Fett und Zellstoff. Diese Stoffe sollen hauptsächlich bei der Herstellung von Seife Verwendung finden. In den großen Berliner Kaffeehäusern hofft man täglich bis neun Tonnen Kaffeesab erfassen zu können. Ein Urwelt- Riese. Bei Santa Rosa wurden in der Pampa die versteinerten Ueberreste eines riefis gen, 16 Meter langen Tieres ausgegraben. Der Dis rektor des Landesmuseums ist der Ansicht, daß dieses Ungeheuer bor mehr als 5000 Jahren gelebt hat. beim dritten Vorbeiflug gelang mir das. Die Piccard und die Meerestiefen. Der durch Unglücklichen, die da drinnen waren, sahen ihr seine Stratosphärenflüge in einer Gondel eigener Dach brennen und stürzten aus dem Hause und Konstruktion berühmt gewordene belgische Proflüchteten wie Besessene. Jemand scho auf uns feffor August Piccard ist zu einem kurzen Aufentmit dem Gewehr, doch ohne Erfolg. So wurde halt in Prag eingetroffen, wo er gestern in der in zwei Tagen das ganze Adi- Abo in Flammen 11rania" einen Vortrag hielt. In einem Gegesezt und das Feuer hielt sich noch manchen spräch mit Journalisten schilderte er die Erlebanderen Tag. E3 tam mur langsam, jedoch nisse und Erfahrungen seiner Stratosphärenunaustilgbar vorwärts." flüge. Auf die Frage, was an den Blättermel So lebte er in Abessinien; herr- dungen sei, daß er nunmehr einen Abstieg in die lich und in Freuden; fand es amüsant und ver- Tiefen des Meeres zu unternehmen beabsichtige, stieg sich zur Behauptung, daß der Krieg antwortete Prof. Piccard, er selbst werde in dieder schönste und vollendetste aller fer Angelegenheit keineswegs die Initiative erSports ist." Aus diesem Grunde ging man greifen, jedoch bereitwillig mit einer ähnlichen dann nach Spanien; aber dort mußte man die Expedition zusammenarbeiten. Sodann behanErfahrung machen, daß auch der Gegner über delte er ausführlich die Möglichkeiten auf diesem Waffen verfügt, die es ihm ermöglichten, sich Forschungsgebiete. der sportlichen Tätigkeit Bruno Mussolinis zu Die Ursachen der Ostender Katastrophe. Ein widersetzen. Das erfuhr der Papa, und die Augenzeuge der Katastrophe des bei Ostende Es wird wieder wärmer. Der Zufluß falter Mama war schon längst in banger Sorge um havarierten Großflugzeuges, bei der elf PerioLuft aus höheren Breiten gegen unser Gebiet hat das Leben des fröhlichen Sprößlings; so tam nen den Tod fanden, der Pilot Georges Hanet, aufgehört; trotzdem lagen die Temperaturen Mitt der Befehl zur Heimkehr. Und man tam, viel erklärte einem Redakteur des Blattes Derniere woch nachmittags in den Niederungen durchwegs leicht sogar gerne, denn was Helden sind, hat Heure", daß sich das Unglück nicht infolge eines noch um 0 Grad und an Orten mit flarem Himmel man in Spanien doch wohl in den Unterständen Navigations- oder eines anderen Fehlers ereig ist auch nächste Nacht noch mit starkem Frost zu von Mallorca erfahren; da soll einem ja jogar net hat. Das Unglück wurde vielmehr durch das rechnen. Für die Weiterentwicklung des Wetters der Tod ein wenig entgegen gegrinst haben; Bersagen einer Ratete verschuldet, find Druckstörungen maßgebend, welche vom Golf von Bistaja und vom westlichen Mittelmeer mit Im Doberers Buch dient nicht der technischen warmer Luft gegen das Festland vordringen. derwelt. Doberer führt uns als Stundiger in diese und Bomben abwerfen; als Kriechmiene, gegen Wunderwelt ein. die es kaum einen anderen Schuß als die Flucht Sensation, sondern will Aufklärung verbreiten Gebiet der Alpen fällt im Zusammenhang damit Mit der Tötung des ersten Menschen auf gibt; als ferngelenttes Torpedo, als fernges und dadurch auch an der Organisierung des Frie- Regen oder Schnee. Wahrscheinliches Wetter dem Elektrischen Stuhl beginnt die Geschichte lenktes Schiff, das drahtlos feuert. Wir lernen dens mitarbeiten. Immer wieder stoßen wir auf heute: Vom Südwesten her erneut starte Bewöl planmäßigen elektrischen Mordens. Das Prin- die Motorenfalle tennen, mit der es ermöglicht das Motiv, daß es nicht die Aufgabe der Tech| fung und Niederschläge. Im allgemeinen etwas wär zip, nach dem es möglich ist, Menschen drahtlos ist, Motoren drahtlos auf ziemlich weite Entfer- nifer ist, die Menschen zu töten, sondern sie zu mer. In den Karpathen zunächst noch ziemlich beiWetteraussichten für zu kochen und zu rösten und ihnen das Blut in nung oder durch Straßenmagneten aufzuhalten; befreien. Die Umwandlung der technischen Sträfte ter und nachts starke Fröste. den Adern zu zerseßen und gerinnen zu lassen, dadurch kann der Anmarsch motorisierter Kolon in Kräfte des Friedens ist auch eine Aufgabe der morgen: Unbeständig, zeitweise Niederschläge, weis ist schon entdeckt: es fommt jezt nur noch auf die nen verhindert oder aufgehalten werden. Der den gesellschaftlichen Organisation. Dessen ist sich auch terer Temperaturanstieg. technische Ausführung an, die uns noch beschert Standplatz verratende Scheinwerfer, der nachts einer der bedeutendsten Erfinder auf dem Gewerden wird. Langwellen haben physikalische das anfliegende Flugzeug entdeckt, vor allem biete der schwingenden Energie bewußt, dem Dos Wirkung, kurze sind wärmeerzeugend: die aber selber entdeckt wird, wird durch Scheinwer: berer mit diesem Buch ein schönes Denkmal gesetzt Techniker haben die Auswahl. Wahrscheinlich fer ersetzt, die unsichtbares ,,, dunkles" Licht aus hat: Nicola Tesla, dessen Ruhm zu Unrecht von werden sie alle Mittel der elektrischen Tötung strahlen. Aus Seewasser wird Treibstoff für Un jenem Edisons überstrahlt wird. Tesla sagt: Die Ultras terjeeboote gewonnen. Giftgas wird mit Hilfe dec ,, Der Friede kann nur als natürliche Folge der und Zerstörung verwenden. furzwellen werden im Körper der Menschen Elektrizität unschädlich gemacht. Künstlicher allgemeinen Aufklärung und der Verschmelzung Prag, Sender I: 10.05: Deutsche Bresse, in Wärmeschwingungen umgesetzt und können tegen fällt nieder. Künstliche Blize rufen Tod der Rassen kommen, und wir sind noch weit von 10.15: Deutsche Sendung: Für die Frau, 11.35: als Blutkocher verwendet werden. Bestimmte und Vernichtung hervor oder bilden eine Mög- diesem glücklichen Zustand." Technik plus Huma: Schallplatten, 14: Deutsche Sendung: Lieder von Wellen wirken auf bestimmte Organe ein: lichkeit des Schußzes. Eines dieser technischen nismus das ist die wirkliche Befreiung der Kienzl, singt Haagen, 18.10: Deutsche Sendung: Hille: Textilindustrie in Nordböhmen, 18.20: Schid auf Herz, Nerven, Gehirn, Rückenmark. Es Bilder um das andere läßt Doberer vor unserem Menschheit, ist die Uebertvindung des Krieges. gibt Wellen, mit denen man die Menschen in den geistigen Auge erstehen, und keines ist utopisch. Man liest Doberers Buch mit großer Spaniale unserer deutschen Forscher, 18.35: Arbeiterfen Dung: Aktuelle zehn Minuten, 18.45: Deutsche Doberer macht uns mit dem Problem der nung. Hier spricht nicht nur ein Techniker zu uns, Breffe, 18.55: Aus dem deutschen Kulturleben, Zustand der Angst und der Unruhe versehen kann: in fünftigen Kriegen werden die Angst und drahtlosen Fernsprengung bekannt. Wird es fondern auch ein starker sprachlicher Gestalter, 22.40: Französische Chansons. Prag, Sender II: eigheit& maschinen eine Rolle spielen: die möglich sein, feindliche Munitionslager auf weite der mit der Schilderung technischer Tatsachen zu 11: Schallplattenkonzert, 14.20: Deutsche Sendung: Angst fann in den feindlichen Soldaten künstlich Entfernungen drahtlos in die Luft zu sprengen? gleich die Phantasie mächtig anregt. Doberer Herzen hinter Gittern, Dokumente großer Menschen erzeugt werden. Diese Wellen sind ettva drei Grundsäßlich ja: es muß nur die Welle gefunden unterscheidet sich etwa von Jules Verne dadurch, aus der Kerterhaft, 14.55: Deutsche Presse, 18.10: Meter lang. Aber man kann sie auffangen und werden, auf welche die einzelnen Sprengstoffe Salonorchester, 19.10: Kompofitionen von Grieg. zurück: verfen, oder sich gegen sie mit einem reagieren. Gründliche Laboratoriumsarbeit wird Brünn 12.35: Militärmusif, 17.40: Deutsche Sens Stahlpanzer schüßen. Die alten Ritterrüstungen auch diese Aufgabe praktisch lösen. Jede Neuerung dung: Dr. Bant: Probleme der Biologie, 18.20: Schallplatten, 21.30 Mozart: Quartett D- Dur. können da wieder Auferstehung feiern. auf dem Gebiete der Offensivwaffen wird mit Breßburg 17.30: Mandolinenorcheſter, 19.15: RundEin weites Gebiet erschließt die Verwen Neuerungen auf dem Gebiete der Defensivwaffen Breßburg 17.30: Mandolinenorchester, 19.15: Rund funtorchefterkonzert. Kaschau 15.30: Rundfunk dung des elektrischen Roboters. Er kann auf dem beantwortet: es ist ein Wettstreit der besten tech orchesterkonzert. Lande verwendet werden: als ferngelenkter Tant. nischen Geister, der einer besseren Sache als als ferngelenttes Flugschiff, die drahtlos schießen jener des Krieges würdig wäre. daß er seinen Stoff nicht der technischen Phantasiewelt, entnimmt, sondern seine Ansichten auf Grund gegebener Tatsachen entwickelt; an Dar stellungskunst kann es Doberer, der mit seinem Buch eine geniale technische Reportage vorlegt, mit den besten technischen Schreibern aufnehmen. Dem Buche ist die weiteste Verbreitung zu fünſchen. K. K. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen: Freitag: Mährisch- Ostrau 17.15: Rom positionen von Chopin, 18.10: Deutsche Sendung: Dr. Grün- Kunschka: Diät bei Nierenerkrankungen. Nr. 271 Donnerstag, 18. November 1937 Volkswirtschaft und Sozialpolitik Die tschechoslowakische Wirtschaft seit der Devalvation Dr. Hodžas Ausführungen über die wirtschaftliche Lage Die Entwicklung der Preise Seite 5 zweiten Teil der Notaushilfe für die Arbeiter Bei der Devalvation im Jahre 1936 durften wir schaft wesentlich zu erhöhen und neu zu regeln. allerdings nicht so weit geben, um eine nicht zu be- Die Forderung wird damit begründet, daß die wältigende Beunruhigung des Preisniveaus hervor- Lebensbedürfnisse sich ständig verteuern und daß zurufen und damit das wirtschaftliche Gleichgewicht die beim Abschlusse der Vereinbarung vom 23. im Innern zu bedrohen. Juni vorausgesetzten Umstände sich nicht erfüllt haben, als der erste Teil der Teuerungsaushilfe ausgezahlt wurde. Der Inder der Lebenshaltungskosten einer Beamtenfamilie in Brag stieg gegenüber dem Oktober 1936 heuer um 4,2%, einer Arbeiterfamilie um 2%. Die verhältnismäßige Stabilität des tschecho= Slowakischen Preisniveaus zeigt uns ein Vergleich mit Der Zusatzvertrag zum Kollektivvertrag für der Entwicklung in anderen Staaten. In Frankreich die Textilindustrie( mit Ausnahme der Seidens. betrug der Anstieg des Inder der Großhandelspreifa industrie) in den Gerichtsbezirken Mährischnach den lebten statistischen Angaben ungefähr 50% Trübau und Zwittau wird im Amtsblatt vom 18. In dem Teil seiner Rede, welcher wirtschaft- der letzten Monate, welchen namentlich die Beobach- und derAnstieg der Lebenshaltungskosten für das letzte November berlartbart. lichen Fragen gewidmet war, bemerkte der Minister ter und Wirtschaftsmänner jener Staaten voll ein- Vierteljahr ungefähr 14,3% gegenüber dem Stande Die britischen Brotpreise werden, wie offipräsident einleitend, daß es mit Genugtuung erfül- zuschäßen wissen, in welchen der Mangel an Roh- vor einem Jahre. In der Schweiz find die Großhanlen könne, daß anläßlich des heurigen Budgets an stoffen ernstliche wirtschaftliche und soziale Sorgen delspreise um 14,2% und die Lebenshaltungskosten ziell bekannt gegeben wird, eine leichte Erhöhung der wirtschaftlichen und ſittlichen Kraft der Tsche- verursacht hat. Wir werden auch weiterhin darauf um 5%. in Italien die Lebenshaltungskosten unge- erfahren. Die britischen Lebensmittelpreise sind, choslowakei fast nirgends ernste Zweifel geäußert binarbeiten, daß ein genügender Vorrat von Roh- fähr um 12,2% und die Großhandelspreise fast um wie der Handelsminister Stanley im Unterhaus wurden. Nur einer unſer großen Nachbarn" bilde stoffen von unserer Wirtschaft die Gefahr von Pro- 20,2%, in Holland die Großhandelspreise um 22,5% erklärte, im Steigen begriffen. Aus einer Rede und die Lebenshaltungskosten um 6% gestiegen. Auch des Führers der Liberalen, Sir Archibald Sinc dabei eine Ausnahme, dessen Presse es für nötig duktionsstörungen und Arbeitslosigkeit fernhält. erachtet habe, die Meldung zu verbreiten, daß die Günstiger Stand der Devisenvorräte beffen Währung in den letzten Jahren nicht reguliert lair, die er in Leeds gehalten hat, geht hervor, Tschechoslowakei in eine wirtschaftliche Katastrophe ftürze. Unsere Devisenbilanz ist in der letzten Beit wurde, macht eine Periode bedeutender Breissteige- daß, mährend die Lebensmittelpreise Englands Die Besserung auf dem Arbeitsmarkt attiv. Der Debisenzufluß der letzten Monate beweist rungen mit. die nach den letzten Angaben bei den noch im Oktober 1936 um 32 über dem Durchallen Zweiflern, daß wir im Verhältnis Lebenshaltungskosten 6,7%, bei den Großhandels- schnitt von 1914 Tagen, die entsprechenden Verpreisen 11,7% betragen. Eine gleiche Entwicklung hältniszahlen im Oftober 1937 43.9 betragen. Die vorjährige Devalvation, sagte Dr. Hodža, zum Ausland wiederzahlungshat ihr Ziel völlig erreicht. Auf dem Arbeitsmarkt aktiv geworden sind. Es ist sicher, daß macht 3. B. auch die belgische Wirtschaft( Anstieg Der amerikanische Baumwollverbrauch lag ist es, neben dem bedeutenden Rückgang der Arbeits- der tschechoslowakischen Wirtschaft im vergangenen 10,5% bei den Lebenshaltungskosten. 16,1% bei Icfigkeit, eine Tatsache von Bedeutung, daß die Er- Jahre nach der lezten Devalvation eine ungewöhnten Großhandelspreisen), die norwegische( 9,6% im Oktober unter der Höhe des Vorjahres. Der höhung der Zahl der beschäftigten Versicherungs- lich schwierige Aufgabe gelungen ist: sie finan- bei den Lebenshaltungskosten und 18,4% bei den träger gegenüber dem Vorjahr etwa 300.000, gegen sierte aus eigenen Kräften ohne Großhandelspreisen) oder die polnische Wirtschaft über 1935 etiva 350.000 und der Aufstieg während je de langfristige Auslandsan( 8,1% bei den Lebenshaltungskosten und 10,5% be der letzten drei Jahre etwa 600.000 beträgt. Wit Teihe ungewöhnlich erhöhte Er den Großhandelspreisen) mit. Auch die sogenannte den durch die Sozialversicherung nicht erfaßten zu portbedürfnisse, ohne daß es zur Reſtrik Preisschere zwischen den Großhandelspreisen der fammen könne man die Zahl der Personen, die Un- tion der Einfuhr oder zur Zuteilung fremder Des Industrieerzeugnisse und der Lebens- und Genußmitterhaltsmöglichkeiten gefunden haben, mit 650.000 bisen gekommen wäre. Und dabei werden wir jetzt iel schließt sich also wieder, die Disparität zwischen annehmen. Günstig sei die Entwicklung des Arbeits- und in Zukunft unserem Grundsatz treu bleiben den Preisen der Industrie- und der Aarar- Erzeugmarktes auch in den deutschen Gebieten. Dr. und mit peinlicher Genauigkeit nisse schwindet allmählich. Vers Der Schluß der Rede war der neuen Inftitus Hodža zitierte den Bericht der Reichenberger Ar- alle unfere finanziellen beitsvermittlungszentrale, wonach in Nordböhmen pflichtungen gegenüber dem Aus- tion der Amortisationskaffe der Staatsschuld gedie Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahr I andeerfüllen. um 40.1 Prozent vermindert war. Der Außenhandel Der Kampf widmet. Was die übrigen nichtalkoholischen Getränke anbelangt, insbesondere die natürlichen Fruchtsäfte und Mineralwässer, befaßte sich der Beratungsförper namentlich mit der Preisfrage und ihrer Bersteuerung und legte dem Ministerium konkrete Anträge vor. Das Beratungskollegium beantragte auch, daß die Qualität von Sodawasser und Limonaden einer Kontrolle unterzogen werden, und zwar sowohl bezüglich der Herkunft des Wassers, das zu ihrer Erzeugung verwendet wird, als auch vom Gesichtspunkte der übrigen zur Limonaden erzeugung verivendeten Rohstoffe, da hiezu nur sehr selten Naturfrüchte und natürliche Frucht fäfte verwendet werden, zumeist hingegen entweder Ersäße oder sogar chemische Mittel. weist in den ersten zehn Monaten des heurigen gegen den Alkoholismus Jahres gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres einen bemerkenswerten Aufstieg auf. Sein Umsat Das Ständige Beratungskollegium gegen den beträgt 18.6 Milliarden Kč, das ist um 6.3 Milliarden Kč mehr als im Vorjahre. Gegenüber der Alkoholismus beim Gesundheitsministerium hielt Periode Jänner bis Oftober des Jahres 1933 ist eine Plenarsizung ab, bei deren Eröffnung der das eme Zunahme um 8.9 Milliarden Kč, also fait Vorsitzende Dr. Edvard Břeský des Todes des 100 Prozent. In der Periode Jänner- Oktober Präsident- Befreiers und insbesondere seiner Ver1937 haben wir an Rohstoffen gegenüber dem Vor- dienste um die Antialkohol- Bewegung gedachte. jahre um 1964 Millionen Kč eingeführt und trop Bei den meritorischen Verhandlungen wurde über dem blieb die Handelsbilanz aktiv, weil die Export- den Internationalen Kongreß der Antialkoholiker steigerung an Fertigwaren noch größer gewesen ist. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres haben in Warschau Bericht erstattet. Auf Grund des Berichtes der Vorsitzenden wir Fertigprodukte für 7035 Millionen Kč ausgeführt, d. h. um 2010 Millio- der einzelnen Subkommiſſionen wurde u. a. beenn Kč oder 52 Prozent mehr als im schlossen, die Einführung von Blutproben bei Vorjahr. Lenkern und allen bei Verkehrsunfällen Wir rechnen damit, daß die gegenwärtige betroffenen Personen durchzusehen, sobald fest ist notwendig, den Konsumenten zu empfehlen, Wirtschaftsbefferung heute nach der tiefen Depression steht, daß der Unfall nach dem Genuß von Alfonatürlichen Fruchtsäften den Vorzug zu auf einem hohen Punkt ihres Pendelausschlags fulhol erfolgte. miniert und diese günstige Situation sich nicht auf diesem höchsten Punkte, sondern auf niedrigeren Bunkten stabilisieren wird. Wir rechnen mit dieser Entwicklung bei allen unseren wirtschaftlichen und finanziellen Kalkulationen. Keine Wirtschaftsstörungen wegen Mangels an Rohstoffen Die tschechoslowakische Wirtschaft hatte in dem berflossenen Zeitraum genügende Referben von in ländischen wie ausländischen Rohstoffen an allen Stellen, wo dies die wirtschaftliche Tätigkeit erfor derte, Nirgends ist es bei uns zu einer Vermehrung| megen Mange Is an Rohstoffen ihre Arbeit hätte e in ich ränten oder einstellen müssen. Das ist ein Attivposten in der Entwicklung Professoren und Verfassungseide Zur Erinnerung an den Protest der ,, Göttinger Sieben"( 1837) Von H. J. Lieven geben. G12 1 Forderungen der nordmährischen Arbeiter Ez Sehr eingehend befaßte sich das Beratungs- Außer diesen Fragen behandelte das Bera kollegium mit den Fragen, welche mit der Situngskollegium einige Fragen der Propaganda herstellung entsprechender wertvoller Getränke und der Erziehung, insbesondere der Schulerzie zusammenhängen. Es wurde konstatiert, daß die hung. Regierungsverordnung Nr. 75 aus dem Jahre 1934, welche die Milchproduktion und den Milchhandel regelt, revidiert werden müßte, da sie nicht vom hygienischen Gesichtspunkte aus ge= Mähr.- Ostrau. Der Kreisrat der tschechofchaffen wurde und infolgedessen die Versorgung der Bevölkerung mit gesunder Milch nicht sicher- slowakischen Gewerkschaftsvereinigung, der Megestellt ist. Es ist vor allem die einwand tallarbeiterverband und der Verband der Chemifreie erkunft der Milch zu sichern, schen Arbeiter in Mähr.- Ostrau haben als Nonwas in der zitierten Verordnung fehlt, und es trahenten des Kollektivvertrages der Arbeitermuß ausgeschlossen werden, daß Milch gesunder schaft dieser Branchen den Nordmährisch- schlesiTiere mit Milch erkrankter Tiere gemischt wird. schen Industriellen- Verband aufgefordert, den V liche neue Verfassung, das sogenannte St a at 3grundgeseb, erließ; überdies wurde die Sannoveride Kanzlei in London aufgelöst. Verbrauch der USA- Textilfabriken betrug rund 530.000 Ballen gegenüber 650.000 im Vorjahr. Während die Vorräte um eindreiviertel Millionen Ballen größer wurden( 9.76 Mill.), sank die Ausfuhr auf 800.000 Ballen gegenüber 860.000 im Oftober 1936. Befferung der Lage in den englischen Notstandsgebieten. Nach dem vom Arbeitsminister erstatteten Bericht hat sich die Lage in den Notstandsgebieten Englands gebessert. In Wales nahm die Zahl der Arbeitslosen in der Zeit vom 12. September 1936 bis 12. September 1937 bon 179.847 auf 131.577 ab. Jm eigentlichen Notstandsgebiet war der Rückgang der Zahl der Arbeitslosen von 141.771 auf 98.580, doch be= trägt der Prozentsak noch immer 24. Die Beiserung rührt zum Teil von der Abwanderung der Arbeiter in andere Gebiete her; im vergangenen Jahre verließen zirka 20.000 Einwohner die Notstandsgebiete. Wenn also der jetzige Stand etwas günstiger ist, so ist doch von einer echten Befferung wenig zu merken. Man darf nicht übersehen, daß die hier angeführten Ziffern nur einen Teil Englands betreffen, welches mit mehr als fünfviertel Millionen Arbeitsloser noch weit davon entfernt ist, die Krise überwunden zu haben. Man erhält für 100 Reichsmart. Markmünzen 100 österreichische Schilling 100 rumänische Lei 100 polnische Zloty. 100 ungarische Bengö 100 Schweizer Franken 100 französische Francs 1 englisches Pfund 314 ке 608, 680, 526.50 15.85 478,50 551.50 • 657.95.70 • . 141.25 4 28.25 · • • 114.40 1571.• . 62.17 • • • • . 482,50 630.1 amerikanischer Dollar 100 italienische Lire 100 holländische Gulden 100 jugoslawische Dinare 100 Belgas 100 dänische Kronen 100 schwedische Kronen . • . • • 728.bei mit sofortiger Wirkung ihrer Aemter entfekte| Albrecht wurde Professor in Leipzig, wo er bis an und überdies Dahlmann, Gervinus und Jacob sein Lebensende blieb, Dahlmann erhielt 1842 Grimm mit dreitägiger Frist des Landes eine Professur in Bonn, Weber im aleichen Jahre berwies. Dies verstärkte jedoch nur die allge- in Leipzig; die Brüder Grimm waren bereits zwei meine Empörung. Der preußische Innenminister Jahre zuvor an die Berliner Akademie der WisRostow erteilte der Stadt Elbing für die Ueber- fenschaften berufen worden. Einige von ihnen ſendung einer Adresse an den aus Elbing stam finden wir auch in der Politik wieder, zuletzt als menden Albrecht den seither vielzitierten Verweis, Mitglieder der Reichstage des Norddeutschen Bundaß es dem Untertanen nicht zieme, die Handlun- des und des Kaiferreichs, aber bereits die Rebolu gen des Staatsoberhauptes an den Maßstab seiner tion bon 1848 bringt insbesondere Da bl= beschränkten Einsicht anzulegen." mann und Albrecht ins Frankfur Am 18. November entschieden sich die ge- ter Parlament, wo sie zu den Haupt= Im Jahre 1837 nun löste sich die Perjonalunion, da am 20. Juni Victoria den engli ichen Thron bestieg, eine weibliche Nachfolge in cannover jedoch nach deutschem Fürstenrecht nicht möglich war. König von Hannover wurde daraufhin Es sind nun gerade hundert Jahre, daß von Victorias ältester Oheim, Ernst August Herder Göttinger Universität ein anal frei 30g v. Cumberland, dem nicht nur der Ruf eines heitlicher Geist es haltung ausging, Hochtorys vorausging, sondern dem cbendrein bedas damals ganz Deutschland entzündete: der bereits in England auch sonst jedes erdenkliche Ver= rühmte Protest der ,, Göttinger Sieben". brechen nachgesagt wurde. Diese ehrentverte Per- nannten Professoren für das Verlassen des Lan mitarbeitern am Entwurf der nach sönlichkeit hatte natürlich nichts eiligeres zu tun, des. Das weitere Schicksal der ,, Göttinger Sieben" Reichsverfassung gehören. Das Jahr 48 dem Wiener Kongreß ist gekennzeichnet durch das als sogleich am 5. Juli d as Staatsgrund verlief indessen glücklicherweise besser als das der brachte es ansonsten merkwürdigerweise noch mit eifrige Bestreben der Fürsten, das deutsche Voltaefet außer Kraft au feben und meisten jener zahllosen Gelehrten, die heute im fich, daß sich ausgerechnet der sehr ehrenwerte um die in den..Freiheitskriegen" gegebenen Ver- die alte reaktionäre Verfassung von 1819 wieder Dritten Reich aus ihren Aemtern vertrieben wor- Ernit Auguſt plößlich bemüßigt fühlte, die sieben ſprechungen zu betrügen und ihm namentlich die herzustellen; in Ergänzung dazu entband er mit den sind, wobei in Göttingen allein ein Vielfaches Professoren wieder für Göttingen zurüdzugewinausdrücklich verheißenen Verfassungen vorzuent einem Patent vom 1. November alle Staatsdie- iener Sieben der Reinigung" zum Opfer fiel. nen doch nahmen nur Ewald und Berns halten, ohne daß es jedoch gelungen wäre, den ner von ihrem auf das Grundgeset geleisteten Eid. Ribar verließen nicht nur die drei ausgewiesenen besonderen persönlichen Gründen das Angebot an. Dr Vergessenheit entrissen werden soll eine Drang zu bürgerlicher Demokratie auf die Dauer Eine ungeheure Welle der Erregung ging bald das Land Hannover, doch öffneten sich ihnen fleine Episode aus jenen Tagen. niederzuhalten. Mitten in diese Reaktionszeit platte die französische Julirevolution von 1830, durch ganz Deutschland, als sieben der ziemlich rasch neue Wirkungsfelder, an denen sie Jacob Grimm erzählt in seiner berühmten die dem SystemMetternich die ersten empfindlichen berühmtesten Göttinger Pro dann von der Bevölkerung und vor allem von den Schläge versezte. Nachdem sich, anschließend an die fessoren die Entbindung vom Verfassungseid Studenten und von ihren Kollegen stürmisch b: Denkschrift, daß eine alte Frau in einem hessischen Julirevolution, bereits in mehreren deutschen offiziell als rechtswidrig erkannten und dem grüßt wurden, oder sie wurden wenigstens zunächst| Grenzort zu ihrem Enkelfinde sagte: ,, Gib dem Staaten Revolten ereignet hatten, wurde endlich König den Vorwurf des Staats von Freunden aufgenommen. Auch hatten sie teine er rn die hand, er ist ein Brofessoren, sondern auch die anderen rier sehr zum Schauplab einer Miniaturrevolution mit Sobald sie", erklärten sie feierlich ,,, bor ihrer tamen bis zum Dezember 1842 über 22.000 Weber aus Wie anders in unserer Zeit! Der Flüchtling ja, Bürgergarde, Marseillaise und Barrikaden, die studierenden Jugend als Männer erscheinen, die Reichsthaler ein, die ihnen Leben und wissenschaft ist nicht sehr willkommen; er ist nicht einer von 3t ar unblutig verlief und anscheinend auch sonst mit ihrem Eid leichtes Spiel treiben, sobald ist der liche Arbeit ermöglichten. Zu erwähnen sind im sieben, sondern von zehntausend, und die Menschen nicht sehr ernsthaft war, die aber trotzdem, wenn Segen ihrer Wirksamkeit dahin." Dieſe fieben übrigen einige in der ersten Zeit erschienene sind weniger ,, empfindsam", auch wiederum mit ziemlicher Verzögerung, recht waren: der Staatswissenschaftler und Historiker Flugschriften, so die von Albrecht vom hundert Jahren den Opfern der Thrannei die seit 1714 durch Erbfolge in Personalunion mit Protestes, der Historiker Gervinus, der von Dahlmann in aller Namen herausgegebene gegenbrandete, ist's heute gar nicht so selten, daß Bund, wiewohl es von London her reaiert wurde, men mit Dahlmann, in stärkstem Maße an der Göttinger Professoren"( Leipzia 1838) sowie den, die Verfolgungen der Aufrechten und GesinEngland verbunden war, gehörte zum Deutschen Staatsrechtler Wilhelm Albrecht, der, zusam über ,, Die Protestaktion und Entlassung der sieben das eigene Volt, abgestumpft, gleichgültig gewor= wo eine ,, Hannoversche Kanzlei" bestand; in Han- Ausarbeitung des Grundgefeßes beteiliat gewesen Dahlmanns Zur Verständigung", Vize- König. Die zunächst unscheinbare Revolte Grim m, der Theologe und Orientalift Heinrich allem Jacob Grimms leidenschaftliche Anklages auch Mahnung an die Menschen von heute, daß nober selbst refidierten Statthalter mit dem Titel war, die Brüder Jacob und Wilhelm 2orte für Freunde und Verständige" und vor Ehrenrettung des deutschen Volfes, und freilich alio hatte immerhin die Ernennung eines neuen Ewa Id und der Physiker Wilhelm Weber. schrift ,, über seine Entlassung". Ewald erhielt Jacob Grimm uns das schlicht- menschliche Wort Folge, der zu alledem 1833 eine sehr fortschritt- indem er nach einem grotesken Verfahren alle Sie- die württembergische Universität Tübingen, Hand, er ist ein Flüchtling"? " Zur Verständigung". Ewalds nungstreuen gleichmütig hinnimmt. Nit es nicht Ernst August unternahm den Gegenstoß, sehr bald, im Frühjahr 1838, eine Berufung an der alten Frau überliefern konnte ,, Gib ihm die Seite 6 MÄNNERN für den Winter 79 Die populären DIPLOMAT- SCHUHE- beliebt wegen ihrer eleganten und bequemen Façon. Sie haben einen Lederbesatz, der das Durchweichen des Oberteiles verhindert, und ein warmes Futter, welches die Füsse angenehm warm erhält. 99 Frostschuhe können wir allen Männern, die ihre Füsse gerne warm haben, empfehlen. Sie sind sehr bequem, lassen sich leicht anund ausziehen. Boxbesatz, Oberteil aus warmem Melton, innen warmes Schaffell und die Sohle aus starkem Kruponleder. Aata Trager Zeitung Die Gehaltsforderungen 182 der Bankangestellten Die Vertrauenspersonen der Angestellten der Prager Geldinstitute haben in der von den Gewerkschaftsorganisationen am Dienstag einberufenen gebielen Jahren leiden. ,, Sozialdemokrat" Tödlicher Arbeitsunfall eines 16jährigen Lehr-| wegen seines Mördergesichtes" verspotteten, schwarz lings. In den Werkstätten der Firma Hruška in auf weiß nachweisen zu können, daß er kein Mörder Cafovice ereignete sich Dienstag abends ein schwes sei. Dieser Beweis ist ihm allerdings gelungen, wenn res Unglück. Eine schlecht gefestigte Drehbank fiel auf er auch mit einigen Monaten Untersuchungshaft erden 16jährigen Lehrling Franz Hašek und verlegte fauft werden mußte. Da aber diese unwahre Selbstihn schwer. Der Verunglückte wurde in das Spital bezichtigung eine rreführung der Beübergeführt, wo ein schwerer Bruch der Schädelbasis börden bedeutet, wurde J. P. wegen dieses De festgestellt wurde. Der Lehrling starb nach wenigen liftes unter Anklage gestellt. Das Prager BezirksStunden an den Folgen der Verlegung. gericht verurteilte J. P. zu vierundzwa n zig Stunden Arre ft. Ein Bekenntnis der tschechoslowakischen Studen. tenschaft zum Lebenswerk Masaryks bedeutet die ge= stern vormittags eröffnete Ausstellung im Akademischen Hause, die reiches Schriften- und Bildermaterial enthält, das in drei Hauptabteilungen die Tätigkeit des ersten Präsidenten der Republik in der Workriegszeit, während des Krieges und nach dem Umsturz zur Anschauung bringt. Die Festrede hielt Schulminister Dr. Franke. Die Ausstellung bleibt in den Monaten November und Dezember geöffnet. Habt Ihr schon einmal die Spießer unter der Lupe gesehen? Ihr begegnet Ihnen täglich und habt Euch an ihren Anblick gewöhnt. Wir wollen sie daher einer wissenschaftlichen, vor allem aber uffigen Untersuchung unterziehen. Kommt daher alle am Sonntag, den 21. November, um halb 8 Uhr zum Roten Klubabend der Sozialistischen Jugend in den Souterrainsaal der Produktenbörse- Havličekplak. Anschließend Tanz. Greisin von der Straßenbahn getötet. Die 81jährige Schneiderswitwe Franziska Turečet aus Brag II., geriet vorgestern abends auf dem Karlsplay unter einen Straßenbahnwagen der 16erLinie, der sie zur Seite schleuderte, so daß sie bewußtlos liegen blieb. Sie hatte einen Bruch der Schädelbasis erlitten, dem sie noch vor der Ueberführung ins Krankenhaus erlag. Der Wagenlenker und die Zeugen geben an, daß die Greisin auf Warnungszeichen nicht geachtet habe und daß der Straßenbahnwagen auf dem schneefeuchten Geleise auf so kurze Entfernung nicht mehr zu bremsen war. Kunst und Wissen Das erste philharmonische Konzert in Karlsbad 2. I. Donnerstag, 18. November 1937. Nr. 271 Vorträge Klub„ Die Tat" Abg. Schüb spricht am Freitag, den 19. d. M. um 20 Uhr im großen Handwerkervereinssaale( Smečky 22) über..Junge Menfchen neue Wege". Eintritt gegen Einladung, die bei Dr. Lemberger, Deutsches Haus, gimmer 16, Telephon 23461, reflamiert werden kann. Neber den ,, Modernen Geist der Gewerkschaftsorganisationen" spricht im Rahmen einer Vortragss reihe des Sozialen Instituts hente um halb 20 Uhr im Wintersaal des Fürsorgeministeriums Dr. J. Zelenka. Vereinsnachrichten RW. Prag. Donnerstag, den 18. November, Vortrag des Genossen Ing. Doberer im ParteiOberst Moravec ist wegen Verhinderung des RefeDer Vortrag des Herrn heim. Beginn 20 Uhr. renten verschoben. ,, Studentenbund." Am Donnerstag, den 18. November, 19 Uhr, Smečky 22, Angestelltenheim, Vortrag Sekretär Müller:„ Student und Beruf". Gäste willkommen. Sport- Spiel- Körperpflege Bruckner und Tschaikowsky gaben diesem Konzert die hauptsächliche Prägung. Bei Bruckners Symphonie Nr. 9 in D- Moll fühlt man sich vorerst versucht, Parallelen mit Beethovens Neun ter" zu ziehen, aber nach den ersten Takten muß ses gigantischen dreisäßigen Wertes ist fast ausman davon Abstand nehmen, denn der Inhalt dieschließlich Grübelei und Pessimismus. Die Wiedergabe durch das Kurorchester unter Manzers Stabführung ließ keinen Wunsch offen. Von Tschaikowsky hörten wir das Klavierkonzert in B- Moll, ein Werk, welches wieder das Dasein von der freudigen Seite betrachtet, eine Tatsache, die man bei diesem Komponisten nur selten feststellen tann. Interpret war der junge Prager Pianist Heinrich Berg. Er verfügt über eine brillante Technit, trägt das Wert auch musikalisch vollkommen einwandfrei vor, scheint aber bei langsamen Tempis Freiwilliger Beitrag." zu allzugroßen Verzerrungen und Dehnungen hinKrawall im Wild- Westgan. Nach dem in zuneigen. Auch in den Solovorträgen fommen seine Falkenau zwischen dem DSK und Sparta Karlsbad Qualitäten voll zur Geltung. Chopin, Liszt und ausgetragenen Spiele fam es zu einer Brügelei und Smetana und in alle weiß er sich hineinzuleben. drei grundverschiedene Charattere der Schiedsrichter und einige Karlsbader Spieler Das mußten unter Polizeischutz vom Platz geleitet werden. Ungarische Capriccio enthält einige bizarre EinSchwimmrekorde. Bei einem in Preßburg auss fälle, ob sich aber nationale Motive mit Sekund- getragenen Klubkampf zwischen Bar Kochba und HaSchritten immer verquicken lassen, bleibe dahin gibor Wien den die Heimischen mit 69:67 Bunts gestellt. stellten die Bar Kochba- Lagen Das Konzert wies einen glänzenden ten gewannen Besuch auf; Solist, Dirigent und Orchester wurden ſtaffel über 3 × 100 Meter mit 3: 35.5 Min. und sehr gefeiert. Baderle( BK) über 100 Meter Rücken in 1:11 Min. neue tschechoslowakische Rekorde auf. Bei einem in Magdeburg stattgefundenen sogenannten„ internationalen" Meeting stellte die Dänin Ragnhild Hve Der Maler Marim Kopf, der gegenwär- ger über 400 Meter Freistil in 5:12 Min. einen tig im Kunstverein für Böhmen aus- neuen Weltrekord auf. stellt, hat auf der Südseeinsel Tahiti und auf den Weltrekorde im Stemmen. In München stellte Marquesa- Inseln gelebt und das ist wohl für sein im Gewichtheben der deutsche Schwergewichtler Man Erlebnis der Farbe entscheidend gewesen. Immer ger der vor kurzem bei seinem Auftreten in der im beid wieder fehrt er zu seinen Südsee- Erinnerungen zu- Tschechoslowakei nicht reuiffieren konnte rück, aus denen diese Landschaftsbilder entstehen, die armigen Drücken mit 143 Kg. und im olympischen wie paradiesische Träume anmuten, schimmernd, Dreikampf mit 422.5 Kg. neue Weltbestleistungen schillernd in tropischer Farbenpracht. Ein Abglanz auf. davon fällt noch in seine Prager Stadtbilder, denen das Prangen und Leuchten gesteigerter Farben den. Dunst der Stadt verdrängt, ob der Künstler nun Prager Dächer oder von hohem Standort den Einblick in die Straßenschlucht der Vodičkova malt. Und die Freude an der farbigen Erscheinung es ist Rudolf Illový: Pochodně II.( Die Fackeln); durchdringt auch seine Unter diesem Titel erschien jetzt im Ústřední wie ein Freudensturm Porträts. Mit Vorliebe porträtiert Marim Stopf dělnické nakladatelství 3. Svěcený ein Gam Schauspieler im Prunk der Bühnenkostüme: Tilla melbuch tschechischer sozialer Balladen als zweiter Durieur als Lady Macbeth, Ernst Deutsch als Teil sozialistischer Poesie, die sich für Rezitations; Fiesto, Lotte Stein als phantastische Signora Palavede eignet. Im Jahre 1925 gab Rudolf Jllový piti, als Madame Mère in Schwarz zusammen mit ein vierbändiges Sammelbuch Tschechoslowakischer ihrem zivilen Bildnis auf einer Leinwand. Auch sozialen Poesie" heraus, in welchem er in hiftori Marion Wünsche hat er porträtiert; diese SchauSpielerin der dezenten Wirkungen malt er im Gesellschaftskleid in Schwarz und Silber, versonnen im blausamtenen Lehnstuhl ſizend, vor röflichgrauem Hintergrund; es ergibt ein Bild von hoher Noblesse der Farbe und der Darstellung. Aus einer Mücke einen Elefanten gemacht. Die gestrigen Nachmittagsblätter berichteten in großer Aufmachung vom„ Mordüberfall" eines Sadisten auf den 15jährigen Lehrling F. H. Tatsächlich hatte der Lehrling zu Hause angegeben, die übrigens böllig belanglofen Verlegungen von einem Unbefannten erhalten zu haben; es wurde jedoch festges stellt und auch von ihm eingestanden, daß er sich die Verlegungen in selbstmörderischer Absicht mit einem Rasiermesser selbst zugefügt hatte. Der junge Mensch ist allerdings in schlechte vermutlich homosexuelle Gesellschaft geraten, was seiner ursprünglichen Phantasieangabe die Richtung gegeben hat und auch der Grund feines Selbstmordversuches ist. Die schönsten Bücher des Jahres find in einer Sonderschau in der Universitätsbibliothek im Klementinum ausgestellt. Es sind mit einer Ausnahme, einer Ausgabe von Stifters frühesten Dichtungen im Verlag der Gesellschaft deutscher Bücherfreunde in Böhmen, durchwegs tschechische Bücher, die den hohen Stand der tschechischen Buchkunst bezeugen. Sie sind in der Wahl der Papiere, in der typographisen Ausstattung und im illustrierten Schmuck von der Hand namhafter tschechischer Künstler gleich vorzüglich. Versteht sich das bei ausgesprochen bibliobhilen Ausgaben von selbst, so ist es bei der großen Anzahl im Buchhandel vertriebener sogenannter , Gebrauchsbücher" um so anerkennenswerter. Maxim Kopf Literatur scher Reihenfolge alles zusammentrug, was die tschechische und die slowakische Literatur in dieser Hinsicht aufweist. Vor zwei Jahren erschien unter dem Titel..Pochodně I." ein neues Sammelbuch, in welchem auch Uebersetzungen sozialer Poesie aus fremden Sprachen mitinbegriffen waren. Dieser Interessant ist neben der Farbenfülle der Süd- Band ist nun als Fortsetzung zu betrachten und vers ist schwer, einzelne Leistungen besonders hervorzu- seelandschaften, wie karg Magim Kopf die alpine einigt vornehmlich balladische Gedichte mit ſozialem heben; alles hat hohes Niveau und verlockt den Landschaft empfindet. Sie erscheint ihm als ein rau- Einschlag. Man findet hier als ersten sozialen BallaBücherliebhaber zum Erwerb., Unter den hes Gefüge von Fels, Grasmatten, Hütten und diker F. L. Čelakovský und die Auswahl geht dann Druckereien, die diese Bücher hergestellt haben, find Bäunen, unwirklicher noch im Schnee. Und während über Neruda, Svatopluk Čech, Vrchlický, Zeyer, die Orbis- Druckerei und die Průmyslová tiskárna seine Tahiti- Landschaften im Glanz tropischer Pa- Machar, Bezruč, S. K. Neumann, Olbracht, Sora, besonders häufig vertreten; ferner zeichnen sich die radiese leuchten, stirbt der Gekreuzigte in dem gro- Seifert, Wolfer zu den jüngsten tschechischen Dichtern Staatsdruckerei, die Prager Offizinen Melantrich. Ben Gemälde als verlassene Kreatur in der Einöde über. Dieses Samelbuch wird großen Einklang bei V. Neuberth und Sohn und K. Dyrynk durch schöne zwischen finsterem Himmel und bleichem Schnee, in Veranstaltern sozialistischer Kulturveranstaltungen Leistungen aus. Aber auch die in der Schau vertre- dem das Blut verrinnt. Welche Spannweite des finden. Epische Dichtung wird bei solchen Gelegen tenen Druckanstalten in Olmük. Pardubiß, Leito- künstlerischen Erlebens zwischen diesem qualvollen heiten mehr geschäßt als Thrische Kampfgedichte, weil mischt, Mentitschein, Budweis und Preßburg haben Sterben des Gemarterten und der Sinnenfreude die epische Form dem Publikum dieser Veranstaltun Ebenbürtiges geleistet. Es wäre intereffant, nun an der blühenden Ueppigkeit des blanken Fleiſches gen und besonders der Jugend mehr zusagt und die auch einmal die schönsten in der Tschechoslowakei in dem großen Frauenatte! Es ist ein Gegensab, Wirkung auf das manchmal noch nicht klassenbe hergestellten deutschen Bücher beisammen zu sehen. der erkennen läßt, wie weit und reich erfüllt der wußte Publikum ist viel nachhaltiger. Rudolf Erlebnisbereich dieses Künstlers ist. Gerichtssaal eh. Illový hat das Verdienst, mit dieser Auswahl, die auch billiger ist als die ursprüngliche große histo risch- literarische Anthologie, ihre Arbeit den füh renden Personen der Kulturabende ungemein ers leichtert zu haben. M. Gr. meinsamen Konferenz einmütig eine Resolution beschlossen, in welcher die in dem von den Organijationen beschlossenen. Rahmenprogramme enthaltenen Forderungen gebilligt werden, bei dessen Ausarbeitung auch seine Tragfähigkeit für die Banken berücksichtigt wurde, trotzdem diese Forderungen keines wegs eine volle Wiedergutmachung der ExistenzterTuſte bedeuten, unter denen die Angestellten schon seit Die Gewerkschaftsorganisationen werden deshalb aufgefordert, sich mit allen Mitteln für die Durchsetzung dieser bescheidenen Forderungen in den Handelsbanken einzusehen, durch welche neben dem normalen Avancement auch eine wenigstens teilweise Wiederguimachung der erlittenen Abzüge und der Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. entweder überhaupt nicht oder nur gekürzt ausgeDonnerstag halb 8: Hansens Königreich, C 2. Freitag halb 8: Der Evangelimann, D, Festvors zahlten Avancements erreicht werden soll. Diese Forderungen sind um so dringlicher, da die Anges Der ,, Mann mit dem Mördergesicht" itellung in Anwesenheit Wilhelm Kienals. Samstag halb 8: Madame Pompadour, C2, neuemstellten nicht nur von der Aufhebung des MieterEine phantastische Selbstbezichtigung studiert. Sonntag halb 3: Entführung aus dem Mitteilungen aus dem Publikum. schutzes betroffen wurden und ständig ansteigenden Preisen der wichtigsten Bedarfsartikel ausgesetzt Brag. rb Vor einigen Monaten erschien der Serail, halb 8: Frauen in New York, A 2. Der h Martin in Galoschen? Vielleicht hatte et Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Donnerstag, fogar Ueberschuhe an, bestimmt jedoch kam er nicht sind, sondern auch die jetzt stabilisierten Krisenzu-| landwirtschaftliche Arbeiter J. P. aus der Ortschaft Freitag 8: Hilde und das wie immer auf weißem Pferde. Möglich ist es auch, schläge zur Einkommensteuer zu zahlen haben und Bákolany auf der Gendarmeriestation und erstattete 8 Uhr: Das Glück. vom Jahre 1938 den neu eingeführten Staatsvers eine geradezu ungeheuerlich anmutende Selbstan- Lotteriespiel, Theatergemeinde des Kulturverbandes daß er uns wieder neu überraschen will mit dem Samstag 8: Barkstraße teidigungsbeitrag werden leisten müssen, wozu sich zeige. Er beschuldigte sich selbst, einen gewissen Pra- und freier Verkauf. Sonntag 3: Die Reise, 8: George und Mar- heurigen Winter. Auf jeden Fall ist es angeraten, ger Ingenieur Goldrych umgebracht zu haben, und 13. noch die direkten und indirekten Folgeerscheinungen zu diesem Meuchelmord von einer Frau, die mit garet. Galoschen zu tragen und Ueberschuhe einzukaufen. der Steuervorlagen gesellen werden. jenem Ing. Goldrych angeblich in intimen BeziehunDie Konferenz der Vertrauenspersonen gibt gen stand, gedungen worden zu sein. Nicht genug daher ihrer Entschlossenheit Ausdruck, diese gemein- damit, beschuldigte er sich, daß er einem Nachbar in same Aktion der Gewerkschaftsorganisationen mit mörderischer Absicht Arsenik in die Suppe geschüttet habe. Der vermeintliche Meuchelmörder wurde in allem Nachdrucke zu unterstüßen! Haft genommen und die Sicherheitsbehörden leiteten die Erhebungen ein, die aber völlig ergebnislos blies ben. Es wurde festgestellt, daß ein Ing. Goldrych überhaupt nicht existiert und daß auch das zweite Attentat, dessen sich der Anzeiger angeblich schuldig gemacht hat, überhaupt nicht stattgefunden hat. Das Rätsel um diese Selbstbezichtigung fand aus der Partei Die Versammlung mit dem Referat des Genoffen Taub, die am 26. d. M., stattfinden sollte, muß mit Rücksicht auf das noch immer geltende Versammlungsverbot auf einen späteren Zeitpunkt berichoben werden. Der im Rahmen der NW für heute angesetzte Bortrag des Herrn Oberst Moravec muß wenen Berhinderung des Referenten auf Anfang Jänner Bata - bringt in allen seinen Verkaufsstellen eine große Auswahl in Ueberschuhen und Galoschen. Freut Euch Kinder, es fällt Schnee ja aber Gott hat ihn nicht fallen lassen, damit die Menschen Schnupfen und Husten bekommen. Solche Dinge bes kommt man, wenn man falte Füße hat. - Und falte se muß man nicht haben, wenn man bei Bala warme Winterschuhe kauft. Bata hat in allen seinen Verkaufsstellen eine große Auswahl warmer Winters schuhe. ―a Gasexplosion durch elektrischen Funken. Eine schwere Gaserplosion ereignete sich in den Abendstunden des Dienstag in einem Hause auf dem Lies bener Tyršovo náměsti. Der Hausverwalter hatte bemerkt, daß aus der Wohnung des Kürschners Karl Rauch starker Gasgeruch drang. Als er an der eine überraschende Aufklärung. J. P. gab, als er kommen, doch jetzt hat erst der Winter seine Regies Warten Sie auf den Sommer! Er wird Festimmt Wohnungstüre anläutete, sprang ein kleiner Funken durch die Voruntersuchung der Unwahrheit seiner im Kontakt der elektrischen Leitung der Türglode Selbstanzeige überführt worden war, zu, daß diese rung argetreten. Und bis dahin kann Ihnen derselbe über. Gleich darauf erfolgte eine mächtige Erplo- auf reiner Erfindung beruhe. Als Grund dieses unmit seinen Trabanten, Kälte und Schnee, sehr schäd sion, durch welche die Wohnungseinrichtung vollkom verständlichen Vorgehens gab er an, daß er ständig lich werden. Tragen Sie warme Winterschuhe! Ver n: i demoliert wurde. Es war das Leuchtgas aus in feiner Heimatsgemeinde als Mann mit einem schlecht verschlossenen Hahn des Gaskochers einer Mörderphysiognomie ber- Zum Roten Klubabend der SJ, der am 21. geffen Sie nicht auf den Spruch: Füße warm, Körper In allen Bata- Verkaufsstellen erhalten ausgeströmt und durch den elektrischen Funken zur spottet wurde. Er habe auf die Dauer diesen Spott d. M., um 19.30 Uhr im fleinen Saal des Café warm. Explosion gebracht worden. Da die Wohnung ver- nicht ertragen fönnen und die Selbstbezichtigungen Börse" stattfindet, find auch alle Parteigenoffen Sie jene Winterschuhe, die Ihnen am besten passen lassen war, tamen feine Menschen zu Schaden. nur deshalb durchgeführt, um den Leuten, die ihn und Genossinnen herzlichst eingeladen. und die nüßlichsten Dienste erweisen. verschoben werden. Dienstag, den 23. November im Parteiheim Obmänner- Konferenz. W ganzjährig K 192.-. Inserate werden laut Die Zeitungsfranka ur wurde von der Posts und Tele Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Lezug durch die Post monatlich Kč 16.-. vierteljährlich Kč 48, balbjährig Kč 96. Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Breisnachlak. Rückstellung on Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken. graphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/ VII/ 1930 betvilligt.( Kontrollpostamt Praha 25.- Druckerei: Orbis". Drud. Verlags- und Zeitungs- A.- G. Prag. -a