Ur. 160, Aboimements-Bedingungen: Abonnemenli»Preit pränumerando: vierteljährl. 3L0 MI., rnonatt 1,1031!., wöchentlich 28 Pfg. frei tat Haut. Einzelne Nummer S Pfg. Tonnlag»« Nummer mit illustrierter Tonntagt- Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mar! pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zeitung«» Pr-islist- für 1SS9 unter Dr. 7820« Unier Nreuzdand für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für da» übrige«utland 3 Marl pro Monat. Erscheint täglich nutzer tvontng». Vevliner Volksblalk. 16. Jahrg. Die Jnftrtwne-GkbLhr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel» zetle oder deren Raum 40 Pfg., für politls che und gewerls chastliche Vereint- und Versammlung«-Anzeigen 20 Pfg. «Kleine Anirigeu» jede« Wort 5 Pfg. (nur dat erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bi« i Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abendt, an Sonn- und Festtagen dt» 8 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher! Amt I, Nr. 1S0S, - Telegramm- Adresse: «Sorialdemokrak Berlin" Centrawrgan der socialdemokratischen Uartei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beutlz Htraste 2. Sand in die Augen. Die Flottenschwärmer suchen bei ihrer fortgesetzten Ngitatton auch die Arbeiter für ihre weitgehenden Pläne zu ermuntern, indem sie den Nachweis versuchen, daß ein ent- wickelter deutscher Kriegsschiffsbau einem zahlreichen Heere von Arbeitern und ihren Angehörigen lohnende Beschäftigung sichere. Ganz besonders aussührlich wird in dem Jahrbuch für Deutschlands Sec-Juteressen„Nauticus" die Notwendigkeit einer starken Flotte mit dem Hinweis auf die Arbeiter- interesscn zu begründen unternommen, und zahlreiche Blätter geben den„Nauticus"-Artikel wieder. Anknüpfend an einen Ausspruch Friedrich Lists, der nur immer dort citiert wird, wo gerade einmal eine Stelle von ihm in den Rahmen unserer wirtschaftspolitischen Gegner paßt, rechnet das Jahrbuch uns vor, wie viele Ar beiter gegenwärtig schon durch die deutsche Kriegsschiffsbau- Industrie beschäftigt werden. Zunächst finden für den Bau der Kriegsflotte jährlich mehr als 11(XXI Werftarbeiter dauernde Beschäftigung. Erheblich höher ist aber die Zahl der im Bergbau, in Hütten- und Walzwerken, sowie in Maschinen- und anderen Fabriken thätigen Arbeiter, die zur Herstellung des Materials zu Schiffsbauten, für Maschinen, Kessel, Panzer, Inventar usw. gebraucht werden. Hierfür werden 20000 Arbeiter angesetzt. Für die Artillericanuiennig sind 1:600 Mann angesetzt. Dazu kommen noch die besonderen, durch das Flottengesetz bedingten Arbeiten, die abermals 5000 Mann Beschäftigung gewähren. Dazu gesellen sich noch die Arbeiterkontingente für den Betrieb der Wersten sowie für die Instandhaltung der Schiffe mit zusammen etwa 17 8Ö0 Mann, so insgesamt mehr als 60000 Männer ständige und lohnende Beschäftigung im deutschen Kriegsschiffsbau finden. Da Deutsch- land aber auch schon für das Ausland Kriegsschiffe liefert und für ihre Herstellung noch weitere 12—13000 Manu nötig sind, so ergiebt sich schließlich, daß der ÄriegsschiffSbau in Deutschland jährlich rund 75 000 Arbeiter mit den Ihrigen, also mindestens 150— 180000 Menschen ernährt. Nach dieser Berechnung, die wir hier in Kürze wieder- gegeben haben und die durchaus richtig sein mag, fährt der Jahresbericht fort:„Die mehr als 80 Millionen Mark Löhne. die sie(die 75000 Arbeiter) erwerben, gehen natürlich durch 1000 Kanäle aus ihren Händen wieder hinaus durch das ganze Land: Nahrungsmittel, Bekleidung, Wohnung, Er- holung. Bildung usw. werden davon bestritten, der Landwirt, der Bäcker, der Schlächter, der Brauer, der Schneider und der Schuster, der Maurer und der Zimmermann, der Wirt, der Buchdrucker und wie sie alle heißen, beziehen wieder einen guten Teil ihrer Einnahmen von den Arbeitern der Schiffs- bau-Jndustrie, die sonnt dem Erwerbsleben des ganzen Volkes erhebliche Dienste leistet." Was bedarf es da noch weiteren Beweises für die Not- wendigkeit einer fortgesetzt stärker werdenden Kriegsflotte? Wer will diese 75000 Arbeiter aufs Pflaster setzen, wer will Landwirtschaft, Gewerbe und Handel schädigen? Die Schluß- folgcrung ist so einleuchtend, daß wir sofort an einem andern Beispiel zeigen wollen, wohin man mit der Logik und dem wirtschaftspolitischen Verständnis der Flottenenthusiasten gerät. Wir haben in Deutschland sagen wir einmal rund 300 000 P r o st i t u i e r t e. Es verdiene jede ini Durch- schnitt 6 Mark pro Tag. das macht im Jähre eine Gesamteinnahme aller von 540 Millionen Mark d. i. noch ein schönes Sümmchen über eine halbe Milliarde. Nun bedenke man mit dem„Jahrbuch für Deutschlands See-Jnteressen" folgende Umstände: die mehr als 500 Millionen Mark Einnahme, die die Prostituierten erwerben, gehen natürlich durch 1OO0 Kanäle aus ihren Händen wieder hinaus durch das ganze Land: Nahrungsmittel, Bekleidung, Wohnung, Erholung, Bildung usw. werden davon- bestritten, der Landwirt, der Bäcker, der Schlächter, der Schneider namentlich und der Schuster, die Hutmacher zc. ic.— sie alle beziehen wieder einen guten Teil ihrer Einnahmen von den Augehörigen des Prostitutions- gewerbes, das somit dem Erwerbsleben des ganzen Volkes erhebliche Dienste leistet. Auch hier ist der Schluß nahe- liegend: Wer wollte es wagen, den Lebensnerv der Prostitution anzutasten und damit Landwirtschast. Gewerbe und Handel schwer schädigen? Wir sind der unmaßgeblichen Ansicht, daß die Logik der Flottenschwärmer nicht beweist, daß die Pro- stitution eine volkswirtschaftlich nötige Institution ist, ebensowenig aber beweist sie dann auch, daß die Kriegsschiffsbau-Jndustrie eine volkswirtschaftlich ersprießliche Entwicklung der deutschen Produktion bedeutet. Nicht die Produktion an sich, mag das Produkt heißen wie es wolle, ist volkswirtschaftlich nützlich, vielmehr richtet sich die Wertschätzung eines Produktions- zweiges nach seiner Einwirkung auf die gesamte Volks- Wirtschaft. Wo kommen denn die 80 Millionen Mark, die jährlich an die für die Kriegsschiffsbau-Jndustrie thäsigen Arbeiter aus- gezahlt werden, her? Doch sicherlich zum größten Teil aus den Taschen des arbeitenden Volkes. Nun steht fest, daß die Lebenshaltung desselben in Deutschland von einer Beschaffen- heit ist. die eine Erhöhung des eigenen Konsums durchaus erforderlich macht. Könnten die Arbeiter diejenige Summe, die sie für Marinezwecke opfern müssen, für sich und ihre An- gehörigen verwenden, so würden die 80 Millionen sicherlich doch nicht in den Händen der Millionen von Arbeitern bleiben, sondern gleichfalls würden ausgegeben werden. Da- mit würde aber das wirtschaftliche Leben weit mehr angeregt als durch die Schiffsbau-Jndustrie. Die 75000 Arbeiter, die dort beschäftigt werden, würden dafür in den Industrie- zweigen mehr beschäftigt werden,� die dem Arbeiter seine Bedürfnisse, die er nun in höherem Grade be- friedigen könnte, zum Lebensunterhalt liefern. Die 80 Millionen Mark würden, wenn sie der Erhöhung des Konsums dienten, in ihrer fortgesetzten Wechselwirkung wieder die Arbeiter selbst in ihrer Beschäftigung rücklvirkend fördern, während bei der Schiffsbau-Jndustrie eine solche Rück- Wirkung durchaus fehlt. Die Arbeit, die in die Schiffe hinein- gesteckt wird, bleibt dort fest sitzen, ohne sich der Produktton oder dem Konsum direkt nützlich zu erweisen. Wie im menschlichen Körper die Organe in ständiger Wechsel- Wirkung stehen und keines auf Rosten der anderen sich er- nähren darf, soll der Körper nicht darunter leiden, so muß auch in der Volkswirtschaft einem Nehmen ein Geben ent- sprechen, wenn nicht eine volkswirtschaftliche Unregelmäßigkeit begründet werden soll. Der Unistand also, daß der Bau von Kriegsschiffen Veschäfttgung schafft, ist noch nicht der mindeste Grund für eine Kriegsflotte,— denn es bleibt die Thatsache zu erwägen, daß der Flottenbau 75 000 Arbeiter der Volks- Wirtschaft zu einem wirtschaftlich unproduktiven Zwecke ent- zieht. Verblieben diese 75000 Arbeiter im wirtschaftlichen Prozeß, würden die80Milliouen fiirKriegszwecke nicht aufgebracht werden müssen, sondern von den Arbeitern direkt in den Konsum und von dort weiter wieder in die Produktton gelangen, so würde die Volkswirtschaft um soviel niehr gewinnen, als sie durch Ent- ziehung der 75000 Arbeiter für den Bau von Kriegsschiffen ver- liert. Denn mit der Fertigstellung der Schiffe ist die Cirkulation der 80 Millionen Mark in der Volkswirtschaft abgeschlossen; die Kriegsschiffe selbst sind keine Ware, die dem wirtschaftlichen Prozesse zur Vermehrung und Verbesserung von Konsum und Produttion dienen. Nur eine ganz irrige Auffassung des wirtschaftlichen Pro- zesscs kann Ansichten zu Tage fördern, wie sie das„Jahrbuch fiir Deutschlands See-Jnteressen" enthält. Mit ihnen Ver- wirrung unter den Arbeitern anzurichten, dürfte indes nicht gelingen, da die Arbeiter viel zu gut wissen, daß eine Er- höhung ihres eigenen Konsums die Produktton viel mehr und viel dauerhafter stärkt, die Zahl der beschäftigten Arbeiter- rascher und ständiger mehrt, ivie der noch so forcierte Bau von Kttcgöschiffen. Mit diesem AgitationSmittel wird man die Arbeiter sicherlich nicht für die von der heutigen Re- gierung inaugurierte Weltpolitik, nicht für die offenbar in den R e g i e ru n g s kr e i s e n geplante neue Vermehrung der Marine gewinnen. ZtalitifiLze Ltebevflxlzt. Berlin, den 11. Juli. Des Kaisers Antwort. Nachdem das Herrenhaus gegen die Behandlung der äuchthausvorlage protestiert, hat jetzt auch der Kaiser tellung zum Reichstag genommen. Das amtliche Tele- graphenbnreau verbreitet folgende Meldung: Auf die Mitteilung von der Anbringung einer Erinnernngs- tafcl auf dem durch die Ennncrnng an den Großen Kur- fürst en gelveihten Sparenberge, wo der Kaiser am 13. Juni<17. Red.) 1897 mit der Kaiserin weilte, hat der Kaiser an den Geheimen Ober-RcgicnmgSrat Dr. Hinzpeter folgendes Telegramm gerichtet: „Von der hervorragend gelungenen Statue des Großen Kurfürsten für die Siegesallee beabsichttge ich eine Reproduktton in Bronze der Stadt Bielefeld zu schenken und auf dem Sparenbcrge im Burggarten aufzustellen; sie soll ein Zeichen dankbarer Erinnerung sein fiir die Aufnahme seitens der Stadt und ein Mahnzeichen bleiben, baß, gleich wie in diesem Ahn, auch w mir ein unbeugsamer Wille ist, de» einmal als richtig erkannten Weg allem Widerstand znm Tron nn- beirrt weiter zu gehen.verks. Dre erhabene Idee des Völkerfricdens ist von den Regierungen, wie wir voranssahcn, in keiner Weise gefördert worden. Nur der tltopisnius gläubig Berziicktcr, die von den rauhen Thatsachcn nichts kennen, konnte von den Regierungen, deren Vertreter ini Haag zu sammenkamen. anderes erivarten. Solange die herrschenden Klassen der kapitalistischen Länder einander in tvtlichcr Konknrrcnzfeindsckiaft gegenüberstehen und solange i n jedem dieser Staaten der Kapitalis- »ins herrscht, der den Militarismus braucht, um die Emancipation des Proletariats zu hindern— so lange müssen die„Friedens- konscrcnzen" der Diplomatie Komödie sein und mit kläglichem Fiasko endigen. Die beleidigte Thronrede. Genosse Quarck von der„Frankfurter Volksstimme" wurde, wie wiederholt besprochen, wegen Majestätsbeleidigung zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Die Begründung dieses Urteils durch die Frankfurter Strafkamnier war gleichbedeutend mit der Auf' Hebung der Verfassung, indem die Thronrede aus einer Regierungs' Handlung in eine persönliche Kundgebung des Monarchen ver- wandelt wurde. Das Reichsgericht hatte die Revision, wie seiner Zeit mitgeteilt, verworfen. Die„Volksstimme" veröffentlicht jetzt die Begründung des reichsgerichtlichen Urteils, die ein höchst merkwürdiger Beweis dafür ist, daß das Reichsgericht in seiner gegenwärtigen Spruch- Praxis zwar sein wissenschaftliches Gewissen insofern zur Geltung kommen läßt, als es offenbare Rcchtsirrtiimer der Vorinstanz an erkennt, ohne aber die Konsequenz zu ziehen, zu einer Anerkennung der Revisionsbeschtverde zu gelangen. Start dessen bietet das Reichsgericht allen juristischen Scharfsinn auf, um schließlich doch in den Refrain:„Die Revision ist verivorfen", einzumünden. Wir heben das ivesentliche aus dem Gedankengang des Reichs gerichts hervor. Es heißt da: „Der Angeklagte hat in die von ihm redigierte Zeitung eine Besprechung der Thronrede, womit am ö. Dezember 1833 der Reichstag eröffnet war, und einzelner der in derselben an- gekündigten Vorlagen aufgenomnien. Gegen die Beschuldigung, durch die Veröffentlichung des von ihm auch verfaßten Artikels eine Majestätsbeleidigung begangen zu haben, hat er nach In halt der Urteitsgründe sich in ziveifacher Weise verteidigt. Er hat einerseits geltend gemacht, die Thronrede sei nicht eine Willensäußerung des Kaisers, sondern nur ein unter Verantwortlichkeit des Reichskanzlers erlassener Regicnnigsakt, der die Meinungen der verbündeten Regierungen wiedergebe. Und zweitens hat er bestritten, baß er sich bewußt gewesen sei, die beanstandeten Busdrücke seines Artikels könnten auf die Person des Kaiser? bezogen werden. Beide Einwendungen sind von der Straf kaminer zurückgewiesen. „Nach der ersten Richtung wird in den Urteilsgriindcn Folgendes ausgeführt: Nach Artikel 12 der Reichsverfassung habe der Kaiser das Recht, den Reichstag zu eröffnen und zu schließen, das Recht dazu haste also recht eigentlich an der Person deS Kaisers. Die Thronrede, mittels der das Reckit ausgeübt werde, kennzeichne sich daher als Aeußerung der persönlichen Meinungen, Wünsche, Mit teilungen und Vorschläge des Kaisers, als des an der Spitze des Deuffchen Reiches stehenden Fürsteii. Aber auck wenn man davon ausgehe, daß die Thronrede. wie die fol genden Gesetzesvorlagen, im Gninde die Meinungen der verbündeten Regierungen wiedergebe. so mache sich doch jeder Redner, er müßte denn nur referieren oder seine eigene ab- weichende Meinung zun» Ausdruck bringen, die ihm etwa fremd geivesenen Gedanken dadurch zu eigen, daß er sie als die scinigcn ausspreche, der Kaiser also diejenigen der Thronrede. Diese Aus« fühning giebt zu rechtlichen Bedenken Anlaß. Nach Artikel 12 der Reichs Verfassung fleht es allerdings dem Kaiser zu, den Reichstag zu eröffnen und darin liegt das Recht, die Form der Eröffnung zu bestimmen. Hieraus, soivie aus Art. IL, wonach die Vorlagen nach Matzgabe der Beschlüsse des Bundesrats im Namen des Kaisers an den Reichstag zu bringen sind, ergiebt sich die Befugnis deS Kaisers, im eigenen Namen sich inittels einer Thronrede an den Reichstag zu wenden, ihm Vorlagen an- Mündigen und zu empfehlen. Aber da im Deutschen Reiche nicht der Kaiser, sondeni die Gesamtheit der verbündeten Regierungen der Träger der Souveränität ist und die Vorlagen auf ihrem Beschluß beruhen, so schließt die Ausdrucksweise der Thronrede, auch wo der Kaiser von den Vorlagen im eigenen Namen spricht, nicht die Notwendig- keit aus, in der Thronrede zwei Dinge von verschiedener rechtlicher Bedeutung auseinander z n halten: Srtlärunge» der verbündeten Regieruugen und solche, die der Kaiser für sich persönlich a b g i e b t. Das erste wird regelmäßig da gegeben sein, wo es sich um Vorlagen ha»idelt, die aus Grund des Artikels 16 an den Reichstag gebracht werden. Die Srraskamnier hat diesen, auch in der Thronrede selbst durch den wiederholten Hinweis auf die verbündeten Regieningen hervorgehobene» Unterschied nicht genügend beachtet, wen» sie den ganzen Inhalt der Thronrede unterschiedslos als eine persönliche BteinungS- äußern, ig des Kaisers aufgefaßt wissen will. Auch der weitere Gnmd dafür, daß nämlich ein Redner, der seine eigene ab- weichende Auffassung nicht zum Ausdruck bringe, durch den Bortrag der fremden Gedanken sich diese zu eigen niache, ist, wenigstens in seiner Anwendung auf den vorliegenden Fall. nicht haltbar. Die Strafkammer. würdigt dabei nicht hinreichend die rechtlichen Folgen, die sich daraus ergeben, daß der Kaiser, wenn er nach Artikel 16 Vorlagen im eigenen Namen ein- bringt, doch als Inhaber der Präsidialgewalt für die verbündeten Regierungen handelt. Selbst das Sprechen im eigenen Nanicn würde darum allein noch nicht zu der Annahme nötigen, daß eine rein persönliche Meinungsäußerung des Kaisers vorliegt. Die Ankündigung von Gesetzesvorlagcn ist hiernach, wie dem Angeklagten zuzugeben ist, in erster Linie ein Regierungsakt, den der Kaiser für die verbündeten Regierungen vornimmt. Die Mitwirkung des Reichskanzlers bei diesem Akt kommt auch her- kömmlich durch den Brauch zum Ausdruck, daß der Reichskanzler die Thronrede vor den versamnielten ReichStagS-Abgeordnctcn dem Kaiser überreicht. Aber aus der etwaigen Verantwortlichkeit des Reichskanzlers folgt nicht, daß die Thronrede lediglich als dessen Hand- lung rechtlich zu gelten hat. wie der Angeklagte nieint. nnd daß darum die Kritik gegen die Thronrede sich ausschließlich gegen den Reichs- kanzler, nicht zugleich gegen den Kaiser richtet. Indem dieser gemäß der Verfassung Anordnungen und Verfügungen erlätzt, den Reichstag mittels einer Thronrede eröffnet usw., übt er ein eigenes Recht ans nnd handelt selbst. Darum trifft die Kritik auch seine Handlung, aber, und das ist wieder ein Unterschied. auf den die Urteilsgründe nicht eingehen, nicht immer zugleich seine Person. Daraus kommt es an. denn wie das Reichsgericht schon früher,— Entscheidungen, Band 23 Seite 217— ausgesprochen hat, ist auch bei der Majestätsbeleidigung der Begriff der Beleidigung als einer Kränkung der persönlichen Ehre anwendbar! Ein Angriff auf eine dem Reichstage in der Thron- rede angekündigte Vorlage ist umsoweniger st e t s ein An- griff auf die Person deS Kaisers, der die Thronrede im eigenen Namen vorgetragen hat, als die Vorlagen eben bestimmt sind, der Prüfung nnd. Kritik des Reichs- tags unterbreitet und damit zugleich allgemein der öffent- lichen Erörterungen übergeben zu werden. Es würde zu einem unannehmbaren, bisher auch von keiner Seite gebilligten Ergebnisse ftihren, wenn diese Erörterung mit rechtlicher Not- wendigkeit sich in den Grenzen zu halten hätte, innerhalb deren eine öffentliche Kritik rein persönlicher Meinungsänßerungen des Kaisers zulässig ist." Liest nian diese AnSfühnrngen oberflächlich, so wurde man die notwendige Schlußfolgerung ziehen, da» Reichsgericht niüsse das Urteil der Strafkammer aufgehoben haben. Aber wenn man ge nauer zusieht, gewahrt man schon hier das Loch, durch das sich das auf einer staatsrechtlich irrigen Meinung beruhende Urteil der Straff kamiiier zu retten vermag. Die Strafkanimer nahm an: Die Thronrede ist eine persöw liche Meinungsäußerung des Kaisers. Das ist falsch, erklärt das Reichsgericht. Also, so sollte man meinen, gesteht das Reichsgericht, wie es dem Verfasjungsrccht entspricht, zn, daß Thronreden Rc- gierungshandlungen sind. Eine dritte Möglichkeit scheint nicht denkbar. Aber das Reichsgericht versteht die Kunst der dritten Möglichkeit, die zwei Widersprüche zur Einheit verbindet, die aus einem„entweder— oder" ein„sowohl— als auch" macht. Das Reichsgericht ersinnt die neue staatsrechtliche Konstruktion. daß Thronreden zwar Rcgierungshandlungen seien,„daneben" aber könnten sie auch persönliche Meinungsäußerunge» des Monarchen sein. „Die Strafkammer", so argumentiert das Reichsgericht,„geht mit Recht davon aus. daß der Kaiser auch da, wo er die Meinung der verbündeten Regierungen vorträgt, zugleich daneben seine eigene pcrsöiilichc Meinung aussprechen kann, und sie findet den Willen, dies zu thun, in Bezug aus mehrere, in der Thronrede berührte Angelegenheiten zun, Aus druck gebracht. Wie der Zusammenhang der Urteilsgründe er- giebt, hat das Gericht dabei vorzugsweise die beiden Stellen im Auge, bei deren Besprechung durch den Angeklagten sie eine Be leidigung anninlnrt, nämlich die Stellen, wo von der Ab' wehr deS Tcrrori-m»s gegen Arbeitswillige und von der anarchistischen Propaganda die Rede ist.— Tie Feststellung, daß bezüglich dieser Angelegenheiten der Kaiser zugleich seine persönliche Meinung ausgesprochen nnd der V,«geklagte dies auch erkannt habe, beruht auf einer Würdigung thatsächlicher Umstände und ist darum in der Revisiousinstanz nicht angreifbar." Diese scheinbar scharfsinnige Rcchtsdcdnktion des Reichsgerichts ist in Wahrheit viel anfechtbarer als selbst die der Straf kamincr. Diese irrte sich zwar offenbar, aber ihre Auffassung war doch bcstinimt und»»zweideutig; sie macht ernsthaft jede Kritik der Thronrede uimiöglich, und streicht sie zugleich aus der Reihe der die konstilutionelle Ocffcntlichkeit interessierenden Handlungen. Das Reichsgericht jedoch öffnet mit seiner elastischen Toppclauffaffung der Willkür das Thor und vermehrt die Unsicherheit über das, was rechtlich zulässig ist oder nicht, unter der unser ganzes öffentliches Leben, insonderheit die Presse, ohnehin schwer leidet. Das Reichsgericht erkennt zwar an, daß Thronreden Rcgicrlingskundgebungen seien. Gciviß! So der unglückselige Redaclcur aber von dieser staatsrechllichc» Auffassnng Gebrauch macht, stellt ein Gericht flugs fest, daß„in diesem Falle" die Ncgicrimgshandlung„daneben" eine persönliche Meinung des Kaisers sei. Und da das Reichsgericht an solche„thatsächlichcn Feslstellnngen" der Vonnstanz nicht„heran kann", so heißt es allenial: Die Revision ist verworfen. Es geht dem Redacteur genau so, ivic dem Arbeiter es nntcr dem Zuchthaus- gcsetz gehen wurde: die Koalitionsfreiheit wird garantiert, wer aber von ihr Gebrauch macht, ivird bestraft. Wir gestehen, daß ivir die klare eindeutige Meinung der Frankfurter Strafkammer, so falsch, ja ungeheuerlich sie ist, dem Entscheid der reichsgcrichtlichen RechtSgelehrtcn vorziehen. Dort wurde die Uncrlaubtheit einer Kritik der Thronrede» unverbüllt nnd für alle Fälle behauptet. Hier wird die Kritik zwar für zulässig erklärt, aber wer sie übt, fällt in die Schlingen der„thatiächlichen Feststellung", daß die Regicrungsäutzerlnig„daneben" eine persönliche Meinung des Monarchen sei. Es ist kaum nötig zu beweisen, daß die Auffassung des Reichs- geriibts, abgesehen von ihren verhängnisvollen Wirlungen für die Praxis, versassiingsrechtlich nicht nlinder fälsch ist, wie die der Strafkammer. Thronreden sind Regierungshandlungen, nur und ausschließlich Regieningshandliiiige». Die Frage ist gar nicbt zulässig, ob ein oder der andere Satz auch die persönliche Meinung des Kaisers wiederspiegelt oder nicht. Das geht niemanden etivas an, das braucht niemand zu wissen. Es ist ganz gleichgiltig, ob der Kaiser persönlich sich mit den Sätzen der Thronrede identificiert oder nicht. Wir haben et ja auch schon erlebt, daß der Kaiser persön- licke Meinungen nach Beendigung der eigentlichen Thronrede an- gefügt habe, Mit der Thronrede verhält es sich nicht anders wie mit jeder Regierungsvorlage. Genan wie eine Kritik der Thronrede konnte ein junkerlicher Feind der Kanalvorlagc dem MajcstätSbelcidigungs- Paragraphen zum Opfer fallen. Und das Reichsgericht müßte auch dann ausführen, daß die Kanalvorlage zwar eine Regierungs- Handlung sei. daß sie aber„daneben auch ein persönlicher Wunsch des Kaisers sei". Mithin treffe eine Kritik des Entwurfs auch den Kaiser. Die Frankflirtcr Strafkammer hat die Kritik von Tbronredeu überhaupt unmöglich gemacht. Das Reichsgericht ermöglicht sie wieder, um sie strafbar zu machen. Davtei-NAchvichten. Mit dem nächsten internationalen Arbeiterkongreß bc- schästigte sich ein längerer Leitartikel der Pariser„Petite Repiiblique" von gestern. Der Stand der Sache ist. wie wir den Lesern ins Gedächtnis zurückrufen ivollen, kurz folgender. Nachdem die deutsche Socialdcmokratie bei unsereit schwankende» politischen Zuständen sich von der Unmöglichkeit überzeugt haste, den Kongreß in Deutschland abzuhalten, fiel, laut Beschluß des Londoner Kongresses, die Pflicht' der Organisation des nächste» Kongresses den Franzosen zn. Im Mai ds. Js. fand in Brüssel eine vorbereitende internationale Konserenz statt, welche die stanzösischcn Vorschläge in verschiedenen Punkten abänderte, Die französischen Delegierten waren. nicht in der Lage, diese Aendcrnngcn endgültig anzunehmen, da dieselben erst den verschiedenen Parteigruppen vorgelegt werden müsse». Die kritischen und bedentungsvollcn Vorgänge der jüngsten Zeit haben solche Beratungen in Paris bisher verhindert. In den nächsten Tagen werden aber die fünf verschiedenen Gruppen,— zunächst jede stir sich und dann alle vereinigt— zu- 'a«ime>, treten und Beschluß fassen. In dem erwähnten Artikel der Petite Rspubliqne" stitt»nn I a u r s S, der in Brüssel nickt zugegen war, mit beredten Worten und eindringlichen Gründen für das Brüsseler Programm in seiner Ganzheit ein. Hoffen wir, daß die Entscheidung der französischen Genossen so ausfällt, wie wir eS im Interesse der französischen Socialdemokratie und der gesamten internationale» Arbeiterbewegung nur wünschen können.—_ Gvtvevkfrhaf tlithrs. Deutsches Ncich. In Pr. Holland sOstprcnßcnl sind in der Stuhlfabrik von O e l s ch I ä g e r u. E o. Lohudifferenzen ausgebrochen. Snihl- bancr, Tischler, Drechsler und Polierer werden dringend gebeten, vorläufig in Pr.-Holland keine Arbeit anzunehmen. Die Arbeiterblättcr werden um Abdruck dieser Notiz gebeten. „Ter Arbeiter", daS Organ der Bau- und gewerb- lichen Hilfsarbeiter Deutschlands feiert in der letzte» Nummer da? zehnjährige Jubiläinn seines Bestehens. Auläßlich desselben wirft das Bläst einen kurzen Rückblick auf seine Geschichte selbst und ans die des Verbandes, deren Schicksal eng mit einander verknüpft gewesen ist. Der Streik in der deutschen Schuhfabrik in Erfurt ist beendet— leider zu Ungunsten der Arbeiter. Nur die Hälfte der Ssteikenden, etwa bv Mann, sollen sofort, der Rest erst nach Bedarf eingestellt werden. Auch eine stündige Arbeitszeit-Verlängerung haben die Arbeiter mit in Kauf nehmen müssen. Die Aussperrung der Leipziger Former dürfte den Unter- nehmcrn doch noch recht unangenclnn werden. Streikbrecher finden die Leipziger Unternehmer nickt genügend, um die Bestellungen be- wältigen zu können. Die Modelle aber, die auswärts gesandt werden, kommen vielfach zurück, weil die Former selbst in den kleinsten Städten Solidaritätsgesühl genug besitzen, die Leipziger Arbeit zurückzuweisen. So wird jetzt wieder aus Wer da» gemeldet, daß der Streik der Former in der Eisengießerei von Paul in Leubnitz beendet ist, nachdem der Fabrikaul sämtliche Modelle wieder nach Leipzig zurückgesandt hat. Streikposten und Dresdener Polizei. Die Dresdener Schutzleute, die bisher nur des Nachts mit Revolver» bewaffnet waren, tragen jetzt auch am Tage solche. Wie die„Sächs. Arbeiter- Ztg." mitteilt, sind vor den Bauten so starke Aufgebote von Schutz- leuten zu verzeichnen, daß man sich unter den Belagernngszustand versetzt glaubt. Und das trotzdein die Streikenden sich musterhaft verhalten. Die Polizei beschränkt sich jetzt auch schon nicht niehr auf das bloße Zusehen. Von vielen Bauten sind sämtliche Streikposten verwiesen und aufnotiert worden. Glaubt die Polizei etwa, die Zuchthansvorlage sei schon Gesetz und Streikpostenstchcn strafbar? Oder will sie die Gesetzgebung durch die Verwallung ergänzen? Die Ssteikenden machen sich jedenfalls allerlei Gedanken über den Posadowsktzschen Ausspruch, daß die Verwaltungsbehörden in Ssteik- angelegenheiten die unparteiischsten Stellen seien. Tie Zwickaucr Polizeibehörde ist, wie wir kürzlich mitteilten, gegen die dorrigcn streikenden Maurer in einer Weise vorgegangen, daß die Ssteikenden mit Recht in höchstem Grade darüber entrüstet sind. Eine allgemeine Arbeitcrversammlung sollte dazu Stellung nehmen. Diese Versammlung ist aber von der Behörde verboten worden. Die Gründe des Verbots sind recht merkwürdiger Art. Der Streik ginge nur die Maurer an, eine allgemeine Arbeiter- Versammlung habe also kein berechtigtes Interesse; der Ausstand sei übrigens ziemlich beendet; ferner haben die Gciverkschaften kein Recht, die Maßnahmen der Behörden zu kritisieren. Merkwürdige aber echt sächsische Begründung. Viel bequemer haben es da allerdings die Behörden in Elsaß- Lothringen— die brauchen nichts zu begründen. Deutscher Konsul als Vermittler von Streikbrechern. Ter deutsche Konsul in Bologna ist. wie gemeldet wird, bemüht, italienische Maurer nach Deutschland bezw. nach Augs- bürg zu dirigieren. Selbstverständlich wird den Leuten nickt gc- sagt, daß sie als Streikbrecher Verwendung finden sollen. Ist das die Aufgabe eines deutschen Konsuls? Uetzte und Depeschen. Frankfurt a. M., 11. Juli. In der heutigen Sitzung der Stadrverordneten-Versanimlung teilte Oberbürgermeister Adickcs mit, daß die Stadt Frankfurt zum 150. Geburtstage Goethes eine Tcukiuünze schlagen lasse und ferner als Erinnerungszeichen eine Goethe-Gedenkhalle errichten werde, die einen Saal für Volks- vortrüge usw. enthalten und in welcher auch die Volksbibliothek untergebracht werden soll. München, 11. Juli.(W. T B.) Soweit sich das Ergebnis der U r>v a h l e n für die Kammer der Abgeordneten bisher über- blicken läßt, hat das Ccntrum die Mandate in Straubing verloren. Es hat dagegen Mandate gewonnen in Deggendorf, Passau, Regens- bürg und Weiden; fcnicr gemeinsam mit den Socialdemokraten in München I in Steyr und voraussichtlich in Zweibrücken. Das Ccntrum dürfte voraussichtlich bei den Hauptwahltn gegen 16 Mandate und da- niit die absolute Majorität in der Kannner der Abgeordneten erlangen. Die Socialdemokraten haben ihre bisherigen Sitze behauptet und gewinnen dazu durch Kompromiß mit dem Ceutrum im ganzen vielleicht 7 neue Mandate. Der Wahlkreis Fürth ist nicht von den vereinigten Socialdemokraten und Demokraten erorbert, sondern dürfte den Liberalen verbleiben. Wien. 11. Juli.(W. T. B.) Der Arbeiterführer Bretschueider, welcher anläßlich der jüngsten socialdemokratischen Kundgebungen verhastet wurde, ist vom Gerichtshofe zu sechs Wochen strengem Arrest verurteilt worden. Pudapcst, 11. Juli.(B. H.) Sämtliche Ausgleichsvor- lagen sind vom Rkagnatenhaus angenommen worden. PariS, 11. Juli.(80. T. B.) Im heutigen Ministerrat teilte Waldeck-Ronsseau mit, daß der von verschiedenen Blättern veröffent- lichte Bericht über die orleanislischen Umtriebe thaffächlich von der Polizeivräfcktur zu der Zeit eingefordert worden ist, als die Unter- uchung gegen die verschiedenen Ligen eröffnet wurde. Wegen der Veröffentlichung jenes Berichtes sei eine Untersuchung eingeleitet worden. PariS» 11. Juli.(B. H.) Die Untersuchung gegen General Pellieux ist seit einigen Tagen bereits beendet. Der General wurde benachrichtigt, daß die Untersuchung für ihn günstig auS- gefallen ist, infolge dessen hat General Pellieux an den Kriegs- minister einen Brief gerichtet, worin er ihn ersucht, die Unter- suckung zu veröffentlichen, damit die Angelegenheit endlich beendet werde. London, 11. Juli.(83. H.) In politischen Kreisen wird auf das bestimmteste versichert, daß man sich unmittelbar vor einer Miuistcrkrisc befinde. Die Mehrzahl der Mitglieder des Kabinetts soll nämlich Chamberlain in seiner Politik gegen Transvaal nicht folgen, und dieser droht seiner- seits im Falle einer Krisis sich mit seinen Anhängern zurück- zuziehen, so daß da« Kabinett auf keine Mehrheit zählen könnte. Die Lage soll äußerst ernst sein. London, 11. Juli. NutcrhauS. Auf eine Anfrage Campbell- Banncrnians rekapitulierte Chamberlain die bereits bekannten neuen Vorschläge deS Präsidenten Kriiger mid fügte hinzu, daß es in Ermangelung vollständigerer Mitteilungen unmöglich sei, mit absoluter Sicherheit über die praktische Wirkung des ganzen Entwurfes zu urteilen. Es vürfte den Ausländern noch für' lange Zeit kaum ge« lingen, irgend einen der dem Rand bewilligte» Sitze zu erlangen London, 11. Juli.(W.T.B.) Die sicbcnunddrcißigste Batterie wurde beute fiir den Dienst in Südafrika bestimmt, so daß jetzt fünf Batterien den Befehl erhalten haben, nach dem K a p l a n d zu gehen. Ferner ivurden dreißig Laffatten für Maschinengeschütze heute von Woolwich nach Sonlhampton zur Einschiffung nach dem Kap gesandt. Die Munition tür die M a s ch i n e n g e s ch ü tz e wird die sogenannte„maric 4 car- trickge bullet« sein, welche beim Einschlagen dieselbe Wirkung hat wie die D u m d u m- K u g e l. Vukarrst, 11. Juli.(B. H.) Die vertragsmäßige Arbeits« Verpflichtung wird in vielen Distrikten Rumäniens von den Bauern verweigert; im Distrikt Eainesti zündeten sie sogar die Ernte der Gutsbesitzer an. Saffari, 11. Juli.(W. T. B.) Zwei Banditen, welchen eS gelungen war. bei dem Zusammenstotze von Morgoaliai zu ent- kommen, überfielen einen Soldaten, der sich auf kurze Zeit von der Patroniille, zu welcher er gehörte, entfernt hatte, und erschossen ihn. Einige in der Nähe befindliche Soldaten, welche die Schüsse gehört halic». rillen herbei und töteten die beiden Banditen nach kurzem Kainp.e. Nom, 11. Juli.(W. T. B.) Kardinal Mertel ist heute i» Alter von 24 Jahren gestorben. Couio, 11. Juli.(B. H.) Die Eröffnung der durch Feuer zerstörten A u s st e II u u g, deren Wiederaufbau bereits begonnen hat, wird am 15. Angnst stattfinden. Madrid, 11. Juli.(V. H.) In den KorteS brachten die Ab- geordneten M o r a y t a nnd I b a n e tz einen Antrag ein auf Auf- Hebung aller seit 1337 gegründeten Orden und Klöster und S u S- Weisung der Jesuiten und deren Alliierten. Belgrad, 11. Juli.(B. H.) Tie Attentatsuntersuchnng nimmt große Dimensionen an. da festgestellt ist, daß die Partei Kara- georaevics die Attentäter gedungen hat, um durch eine Revolution die gewaltfanie' Entfernung der Dynastie Obreno witsch durchzufithren. Verantwortlicher Redacteur: August Jacobeh w Berlin. Für den Inseratenteil verautwottlich: Th.«tiloete in Berlin. Druck und Verlag von ivkax Vading in Berlin. Hierzu 1 Beilage uub Unterhaltuugsblatt. 9t. 160. 16. I-htWg. StilW Ks Lmiitls" Kttlim DMlÄ. Willissch, 12. Iilli 1809. UoüAles. Freie Volksbühne. Die Generalversammlung des er st en Quartals des Geschäftsjahres 1899/1800 findet morgen abend in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20 statt, mit der Tagesordnung: Geschäfts- nnd Kassenbericht des Vor- standcs, Bericht der Revisoren und Verschiedenes,— Die bisherigen Mitglieder Ivcrden dringend gebeten, bis 1. August etwaige Beitrags- reste zu begleichen und ihre weitere Mitgliedschaft in einer Zahlstelle anzumelden, da sie sonst ihr Anrecht auf ihre bisherige Abteilung verlieren.(Siehe heutiges Inserat.) Der Vorstand. I. A.: G. Winller. Eine Vermehrung der Fenisprech-Rntomaten in Berlin beabsichtigt die Rcichspost-Verwaltung demnächst vorzunehmen. Es sollen weitere 100 Apparate ausgestellt werden. Sie erhalten ihren Platz wieder in einer weiteren Zahl von Schaltcrvon'änmen von Postämtern, sowie bei Gewerbetreibenden mit offenen Geschäften. Bei der Bestiinmung der Standorte der Apparate ist die Post- Verwaltung bestrebt, sie möglichst gleichmäßig über das ganze Gebiet der Stadt zu verteilen. Die Einrichtung der Fernsprcch-Antomaten hat sich, solveit es sich bis jetzt übersehen läßt, im allgemeinen be- währt. Es entfallen schon jetzt auf die Stelle in der Woche im Durchscknitt etwa 30 Gespräche. Diese Anschlüsse.mit selbstlhätiger Einschaltung", wie sie in der Dienstsprache heißen, bringen also bereits den Ertrag eines Teilnehmer-Ansclilusscs in Berlin. Es ist jedoch anznnehinen, daß die neue Einrichtung sich mehr und mehr einbürgert und mit der wachsenden Beliebtheit und Vollstümlichkeit steigende Einnahmen bringt. . Zur Frage der Hastpflicht der Strasicnb ahnen liefert einen tchr bemerkenswerten Beitrag eine vor kurzent ergangene und auch bereit» rechtskräftig gewordene Enlscheidnng der sechsten Zivilkammer des Landgerichts 1 Berlin in einer Schadenersatzklage, die ein Schuhmachenneister F. gegen die Große Berliner Straßen- bahn und einen ihrer Wagenführer angestrengt hat, weil dieser eine dem Kläger gehörende sehr wertvolle deutsche Dogge überfahren und bn»_ Tier dabei einen Hinterfuß gebrochen hatte. Der Sachverhalt ist folgender: Am 9. Januar d. I. passierte der Vater des Klägers mit der dem letzteren gehörigen Dogge die Dorkstraße nahe der Grogbeerenstraße. Der Hund lief auf die Geleise, wurde durch einen von der Bellealliancestraße aus herankommenden elektrischen Straßen- bahiiwagen angefahren und erlitt dabei einen Bruch des rechten Hinterfußes. Der Kläger behauptete, hierdurch einen Schaden von 400 M. erfahren zu haben, und verlangte von der Straßenbahn- Gesellschaft Schadenersatz, weil fie verpflichtet sei, für ihren Betrieb Vorkehrungen zu treffen, durch welche derartige Unfälle verhütet würden. Hierzu gehöre vor allem die Anstellung geschulten Pcrionals und die Erteilung sachgemäßer Jnstrnltioneit an dasselbe. Das Personal sei aber, wie die hänstg vor- kommenden Unfälle ergeben, unzureichend. Die Instruktion aber, die dahin gehe, � die Fahrzeit durch gelegentliche Erhöhung der normalen Fahrgeschivindigkett einzuhalten, sei geradezu geeignet, Unfälle herbeizuführen. Die Mangelhaftigkeit der dem Personal er- teilten Jnfftuknon erhelle auch daraus, daß der Wagenführer die Frage von AngenAeugen deS streitigen Unfalls, weshalb er nicht ge- läutet habe, erklärt habe, er brauche nur bei Menschen zu läuten, nicht aber bei Hunden. Ihn aber treffe insofern ein Verschulden, als er hätte erkennen müssen, daß der Hund dem ankonimenden Wagen den Rücken zukehre, und er infolgedessen verpflichtet gewesen sei, die Fahrgeschwindigkeit zu hemmen und rechtzeitig zu läuten. Er habe jedoch erst auf 3— 4 Sckritt Entfernung geläutet. Die Bc- klagten machten dagegen geltend, ein Verschulden liege einzig und allein auf feite des Klägers, der es unterlassen habe, für die nötige Beaufsichtigung des Hundes zu sorgen und denselben am Betreten des Geleises zu hindern. Und dieser Auffassung schloß sich auch die Civilkammcr des Landgerichts in vollem Umfange an, indem fie den Kläger mit seiner Klage kostenpflichtig abwies. Ein Gesuch um Verbot des Straficnhandels mit Fleisch- und Wurstware» hatte die hiesige Fleischcr-Jnnung an den Polizeipräsidenten gerichtet. Derselbe hat dieses Gesuch' ablehnend beschieden. � Eine hübsche Geschichte von einem überlisteten Restaurateur erzählt man sich in Gastwirtskreisen. Herr D. war als fauler Zahler bei den Lieferanten bekannt und gefürchtet, trotzdent verstand er es, sich iminer neue Bezugsquellen zu sichcrit. Eines Tages kam zu ihnt ein Weinhändler, der noch von früher vergeblick der Bezahlung harrte, um ihn, wie schon oft, zu mahnen. Der schlaue Kunde ver- tröstete ihn auf später und machte gleichzeitig neue Bestellungen von erhebliibem Umfange. Am nächsten Tage kam der Weinhändler seinem Versprechen, die Waren bald zu senden, nach, sehr zum Statinen des WirteS, der auf die Erfüllung seiner Wünsche gar nicht gerechnet hatte. Als der Kutscher die alte Rechnung vorzeigte, erhielt er sie wirklich bezahlt, hatte der Wirt doch, wie er sich ausdrückte, dabei noch ein gutes Geschäft gemacht. Der Kutscher brachte nun, nachdem die Flaschen abgeladen waren, schleunigst das Geld in Sicherheit. Nach- niittags kehrte er jedoch ganz bestürzt wieder und eröffnete dem ver« dutzten Wirt, daß er aus Versehen statt deS bestellten Weines mit Wasser gefüllte Echaufensterflaschen abgeliefert hätte. Der Augen- schein bestätigte diese Angabe, so daß der Wirt darauf einging, dem Manne das Wasser mit den Weinetiketten zum„Unitausch" wieder mitzugeben. Natürlich wartet er noch immer auf den Wein. Ein Mädchen, daS sich gewaschen hat, ist die jetzt vier Jahre alte Berolina auf deni Alexanderplatz. Nachdem das Gerüst, daß zur Reinigung deS Standbildes aufgestellt ivcrden mußte, ant Montagmittag entfernt worden war, versammelten sich dort viele Zuschauer. Bei dieser Gelegenheit erhielt die Berolina die obige Bezeichnung, so daß sie sich nunmehr vor anderen Standbilder und Brunnen nicht mehr zu schämen braucht. Eine aufregende Scene spielte sich Montagvonnittag am Molkcnmarkt ab. Der Führer eines Flcischerivagens versuchte mit seinem Fuhrwerk vor einem Straßenbahnwagen der Linie Krcuzberg- Gcsmidbniiuien vorbeizufahren. Dies gelang ihm aber nicht, viel- mehr fand ein Zusamnienstoß statt, bei welchem der Fleischergeselle von dem Bock herabgeschleudert wurde. Dem leichtsinnigen Führer gelang es bei dem Sturz, sich niit der einen Hand an dem Pferde, mit der zweiten an der Deichselstange festzuhalten. Das Pferd scheute, ging durch, wobei der zwischen den Rädern hängende Kutscher mirgcschlcift wurde, jeden Augenblick in Gefahr, überfahren zu werden. Dem an jener Stelle Posten stehenden Schutzmann gelang es. das Pferd autzuhalten und den Fahrer aus seiner furchtbaren Lage zu befreien. Schweres Unheil hätte ein Zusamnienstoß zur Folge haben können, der vorgestern vor dem Hause Friedrichstr. 225/26 zwischen einem Rollfnhriverk und einem Wagen der elektrischen Straßenbahn stattfand. Bei dem Zusaminenstoß trug der Führer des elektrischen Wagens, Friedrich Flick, so schwere innere Verletzungen davon, daß er ohnmächtig zusammenbrach. Der führerlos geivordene Wagen bcivcgte sich in voller Geschwindigkeit weiter und wurde erst gegen- über der Markthalle durch einen Schutzmaim, der auf den Vorder- rannt sprang, den Strom ausschaltete und die Bremse anzog, zum Stehen gebracht.� Der nach Aussagen von Zeugen an dem Unfälle schuldige Rollkutscher August Gründer und sein Begleiter Wilhelm Gebert wurden zwar auf den Damm geschleuden, kamen aber unversehrt davon. Der verunglückte Wagenführer erhielt auf der Ilnfallstation l die erste Hilfe und begab sich sodann in seine Wohnung. Ein großer Anslauf entstand am Montagabend gegen 9 Uhr vor der Fnhrradlehrdahn an der Warschauer Brücke. Der Restaurateur Steffens, der hier einen Ausschank eingerichtet hat, hatte um diese Zeit einen jungen Mann wegen seines unanständigen Benehmens aus seinem Lokal gewiesen und da der Betreffende der Aufforderung nicht Folge leisten ivollte, denselben thätlich angegriffen. Sofort bildete sich für den Angegriffenen eine Partei und in kurzer Zeit entstand eine Menschenansammlung, die, wohl in vollkommen falscher Auffassung über den Vorgang selbst, eine ziemlich drohende Stellung gegen den Wirth einnahm. Bald flogen auch gegen die inzwischen geschlossene Thür aus der erregten Menge Steine, die von dem Straßcndanun, der gegenwärtig einer Pflasterung unterworfen wird, aufgelesen wurden. lliii sich der Angreifer zu erivehren, griff Herr Steffen zu dem Mittel, den Wasserstrahl auS seinem Hydranten auf die Menschen- menge zu richten. Im Nu stob alles auseinander. Einige von den Teilnehmern des Excesses schienen aber durch dieses Mittel nicht ab- geschreckt, denn sie drangen ans Herrn Steffen ein und mißhandelten ihn in roher Weise. Der Restaurateur hat hierbei schivere, nicht un- gefährliche Kopswunden davongetragen. Für die Angreifer dürfte der Vorgang recht unangenehme Folgen haben. Durch einen neunjährigen Messerstecher, den Sohn der Portier Schadeschen Eheleute in der Wallnertheaterstraße 19, ist der im Nebenhause bei seinen Eltern wohnende elf Jahre alte Real- schüler v. Manikowski nickit unerheblich verletzt worden. Der jüngere Bruder des jungen Realschülers war mit seinem Spielgefährten dem Schade, in Streit geraten, der schließlich in eine Balgerei über- ging, in deren weiterem Verlaufe der kleine v. M. hart bedrängt wurde. Um den Bruder aus den Händen seines Gegners zu be- freien, eilte der elfjährige v. M. hierbei, wodurch der Sccne bald ein Ende bereitet wurde. Im Begriff, nach der elterlichen Wohimng zurückzukehren, wurden nun die beiden Brüder v. M. von Schade verfolgt, und der elfjährige v. M. erhielt plötzlich hinterrücks mit einem scharfen Instrument einen Stich in das Gesicht, wodurch unter- halb des rechten Auges eine klaffende Wunde entstand, die ziveifellos durch einen Messerstich verursacht worden ist. Ter Vorfall ist zur Anzeige gebracht worden. Die Hälfte einer Tiebesbande, auf deren Konto mehr als zwanzig Fälle verzeichnet stehen, ist der Kriminalpolizei in der Berg- straße in die Hände gefallen. Die Spitzbuben trieben ihr Hand- iverk im Norden und Osten Berlins bei hellem Tage in der Weise, daß sie sich auf die Lauer legten nnd einen Zeitpunkt abwarteten, zu dem der Ladcninhaber sein Geschäft auf kurze Zeit unbeaufsichtigt ließ. Dann stürmten sie hinein und nahmen, was ihnen gerade in die Hände fiel. Die drei verhafteten Spießgesellen stehen im Alter von 17 bis zu 22 Jahren. An den Folge» der Vergiftung, die sich bei der Löschung des großen Brandes in der Scheringichen Fabrik vor etiva zwei Jahren bei der Feuerwehr einstellte, leidet immer noch bald dieser, bald jener Feuerwehrmann. Das Uebel äußert sich in Blutspeien. Der Feuerwehrmann Bellerbeck hat aus diesem Anlaß jetzt wieder ein Krankenhaus auffuchen müffen. Einen Selbstmordversuch ans der Polizeiwache unternahm am Montagnachmittag der 29 Jahre alte Kellner Theodor Unger, ein leichtfertiger Bnriche und Zuhälter, der seit einiger Zeit von der Polizei gesucht wurde und dem 5. Revier in die Hände gefallen war. Nachdem er zuerst auf der Wache den Tobsüchtigen ge'lpielt hatte, öffnete er sich später die Adern an den Handgelenken. Er wurde nach einem RrankenhanS gebracht. Unglück mit Frauen hat den SB Jahre alten Bierabzichcr Friedrich Wintcrfcld aus der Willibald-Alexisstr. 5 in den Tod ge- trieben. Von der ersten Frau wurde er nach nur kurzer Ehe geschieden, heiratete aber bald zum zweitenmal und betrieb ein Vor- kostgeschäft in der Naunynstraße. Auch dieS Ehcleben war nicht glücklich, und die Frau erhängte sich im vorigen Jahr nach nenn- jähriger Ehe. Aus dieser stammen die beiden 8 und S Jahre alten Kinder Fritz und Marie. Vor sechs Monaten führte W. ein Dienst- mädchcn als dritte Frau heim. Auch mit dieser konnte er sich nicht stelle», so daß sie vor etiva zivei Mo- natcn die Häuslichkeit und den Mann verließ. Um eine vierte bessere Hälfte zu suchen, scheint ihm der Mut gefehlt zu haben. Nachdem er am Montagmorgen die beiden Kinder ent- fenit hatte, erhängte er sich an einem Spiegelhaken im Wohnzimmer. Der kleine Knabe fand ihn bei der Heimkehr tot auf. Die Wohnung wurde polizeilich geschlossen; der Kinder haben sich Bekannte an genommen. Erschossen hat sich am Montagabend um 6 Ilhr der 28 Jahre alte Buchhalter Ernst Haller ans der Christburgerstraße. Er war in dem Comptoir von T. in der Mühlenstraße angestellt und jagte sich dort eine Revolverktigel in die linke Brust. Zwei Aerzte, die man zu Hilfe rief, konnten nur den Tod feststellen. Als Grund wird ein hochgradiges Nervenleiden angegeben. Wegen eines unheilbaren Leidens hat sich die 42 Jahre alte Frau Auguste des Möbelpoliercrs Fenske aus der Odcrbcrgerstr. 35 das Leben genommen. Ein großer Speichcrbrand alarmierte heute vormittag acht Löschzüge nach M ü h l e n st r a ß e 11. Auf dem umfangreichen Grundstück befindet sich ein noch fast neuer, massiver zweistöckiger Bau von etwa 100 Metern Länge, dessen untere Räume vorwiegend zu Speditionszwccken verwandt werden; während sämtliche Räume ?cs ersten Stocks ausschließlich zu Lagerzivecken dienen. Haupt- ächlich ist es die Firma Josef Schimek, die hier viele tausende Centner von Papierabfällen lagert. Der zweite Stock ist teiliveise zu Arbeitsräumen eingerichtet, in denen für die Papierfirma 150 Frauen die Papierabfälle sortieren. Mitten in diese Arbeit hinein erscholl gegen �/ill Uhr der Feuerruf. Obgleich die Flammen bereits aus den gesprengten Fenstern empor- loderten und auch bereit? eine starke Berqualmung sich unliebsam bemerkbar machte, gelang eS doch allen Per- onen, das brennende Gebäude ungehindert zu Verlasien, ivozu wesentlich die vorhandenen Notausgänge beitrugen. Bei An- knnft der Fcnerivehr hatte das Feuer den Papicrraum bereits in einer Länge von 20 Metern erfaßt. Es konnte jedoch mittels Dampf- und Druckspritzen-Leitungen von zivei Fronten so wirksam angegriffen werden, daß es nach 1�/sstüiidiger Arbeit zum Stehen kam. Die Feuerwehr dürfte jedoch den ganzen Tag mit Auf- räumnngsarbeiten zu thun haben, da trotz der großen dem Feuer zugeführtcn Wassermengen bald hier, bald da immer von neuem Flammen anflodent, so daß die am Brandherde befindlichen Papier« masjen vollständig entfenit werden müssen. Der untere Stock hat schwer durch Wasser gelitten, doch ist der Gesamtschaden durch Ver- rchernng gedeckt, lieber die Brandursache war nichts zu ermitteln. Eine Betriebsstörung findet nicht statt, da die Arbeitsräume intakt geblieben sind. Fcuerbericht. Preßkohlenbrände, die auf Selbst- entzündung zurückzuführen sind, treten bei der jetzigen Hitze wieder häufig auf. Das Polizeipräsidium erließ vor längerer Zeit eine Verfügung, die den Kohlenhändlern ausgab, bei der Aufspeicherung von Preßkohlen dafür zu sorgen, daß die Kohlcnreihen in kleineren Zwischenräumen von Luslkanälen durchzogen würden, um die Gefahr der Selbstentzündung zu vermeiden, doch scheint noch vielfach diese Verordnung unbeachtet gelassen zu iverden. So entstanden Dienstag Jnselstraße 9» und I n s e l st r. 1 Preßkohlenbrände im Keller, die auf Selbstentzündung zurückzuführen waren. Pappelallee 3 hatten auf dem Hofe agentde Lumpen Feuer gefangen, da» jedoch mit Leichtigkeit ge- dämpft werden konnte. Montagabend erfolgten Alarmierungen nach A n d r e a s st r. 77 und B r a n d e n b u r g st r. 7. Im letzten Falle brannten Schaldecke und Balkenlage, lvührcnd im ersteru Falle nur Ranchversetzung vorlag. Ans de» Nachbarorten. Schöueberg. Der Beerdigungsverein hält am 15. Juli im Lindenpark, Hauptstr. 16, sein Sommerfest ab. Es sei bemerkt, daß der Arbeiterschaft dieses Lokal nicht zur Verfügung steht. Ter ortsübliche Tagelohn gewöhnlicher Tagcarbeiter ist für Wannsee infolge der Bereinignug des von dem Amtsbezirk Düppel abgezweigten Bahnhofes Wannsce und des sich nach der Richtung Belitzhof anschließenden, mit Villen besetzten Gutsteils mit dem Gemeiiidebezirk Stolpe— jetzt Wannsee genannt— vom Regierungspräsidenten gemäß Z 8 des Krankenversichernngs-Gesetzes vom 15. Juni 1883 wie folgt festgesetzt worden:») für männliche Personen über 16 Jahre auf 2 M., b) für weibliche Personen über 16 Jabre auf 1,50 M.. c) für männliche Personen unter 16 Jahren auf 1 M., d) für weibliche Personen unter 16 Jahren auf 80 Pf. Diese Festsetzung tritt mit Beginn des Monat August in Kraft. Für die Jnvaliditats- und Altersversicherung sind in Wannsee laut Bekannt- gäbe des Landrats vom 17. August d. I. ab für männliche Personen über 16 Jabre in Lohnklasse III<24 Pf.), für weibliche Personen über 16 Jahre in Lohnklasie II<20 Pf.) Beitragsmarken zu kleben. Im übrigen verbleibt es für diejenigen Personen, ivelchc einer Orts-, Betriebs-, Bau- oder Jnnungs-Krankenkasse angehören, bei der bis- herigen Versicherung. Ueber ei» Bootsnnglück aus der Oberspree wird berichtet. daß am Sonntag gegen zehn Uhr abends der Sterndampfcr „Grünau" bei Spindlersfeld, gegenüber dem Bootshause„Sadoiva", mit dem Viercrboot„Jngcborg" in welchem fünf Berliner Ruderer saßen, zusammentraf. Die Spitze des Dampfers traf die Flanke des Bootes so heftig, daß dieses förmlich zer- schmettert wurde und sofort kenterte. Das Boot blieb aber durch ein Ruder an dem Dampfer hängen, so daß es möglich ivar, daß zwei der Bootsinsasien auf den Dampfer hinaufkletterten und sich auf diese Weise retten konnten. Zwei andere Insassen retteten sich schwimmend ans User. Der fünfte, der tech- nische Hochschiiler Brunoiv, war, ohne daß es in der Aiifregnng bemerkt wurde, in den Wellen untergegangen. Brunow war� ein ausgezeichneter Schivimmer. Es wird daher angenommen, daß er bei dem Zusammenstoß eine Verletzung erhalten hat, ivelche ihm das Bewußtsein raubte; er dürfte unter den Dampfer geraten und dann untergegangen sein. Ein entsetzlicher Zwischenfall störte ant Sonnabend da? Sommerfest einer Berliner Fabrik in Schildhorn. Mit ungefähr 30 Kremsern war das Personal mit den Familienangehörigen in Schildhorn eingetroffen und das beste Einvernehmen herrschte unter allen Teilnehmern. Da vernahm die Gesellschaft plötzlich durch- dringende Angstrufe, die von dem Wagenplatz her ertönten. Man sah. daß eiii Kutscher des Fuhrherrn W. auf einen Kollegen mit gezücktem Messer losstürzte. Der schon mehrfach Berivundete flüchtete, um den Messerstichen des Wütenden zu entgehen, in den Wald; sein Gegner folgte ihm indes und brachte ihm, ehe andere Per- soncn ihn zu hindern vermochten, noch verschiedene Messerstiche bei, bis der Gestochene zusammenbrach. Nunmehr stürzten sich mehrere Festteilnehmer auf den Unmenschen und entrissen ihm die Waffe, die total voll Blut war. Da kein Gendarm zur Stelle ivar, so gelaug es dem Messerhelden, sich unter Zurücklassnng des ihm anvertrauten Kremsers aus dem Staube zu machen; sein Opfer wurde schwerverletzt ins Spandaner Krankenhaus geschafft. Ein äugelnder Wilddieb. Schon seit einiger Zeit machte sich in der Spandaner Forst das Vorhandensein von Wilddieben bemerk- bar. Einem Gendarm ist es nun gelungen, einen der Thäter in der Person eines in der Artillerie-Werkstatt beschäftigten Arbeiters zu entdecken. Derselbe saß am Sonntag in einem Kahn und angelte, als der Gendarm hinzukam und ihn nach seiner Angelkarte fragte. Da er solche nicht aufweisen konnte und auch sonst ein sehr scheues, verdächtiges Wesen zur Schau trug, durchsuchte der Gendarin den Kahn uiid fand darin ein frisch geschossenes Reh, so'.vie ein Desching- gcwehr. Einem in der Nähe befindlichen Mitwisser ist es noch recht- zeitig gelungen, daS Weite zu suchen. Drei noch im schulpflichtigen Alter stehende Burschen wurden Sonntagnachmittag dabei ertappt, wie sie den Inhalt eines geraubten Portemonnaies unter sich teilen ivollten. Sie hatten dasselbe einem jungen Mädchen in der„Neuen Welt" entwendet. In dem Porte- monnaie befand sich außer einem größeren Betrag noch ein Ver- lobungsring. Mit welcher Raffiniertheit die Diebe vorgegangen sind, beweist der Umstand, daß zwei von ihnen mit dem Mädchen eine Unterhaltung anknüpften, um ihre Aufmerksamkeit ans andere Dinge zu lenken, während der Dritte die Taschen derselben durch- suchte. Die frechen Burschen wurden in Haft genommen. Auf einen Raub durch Zigeuner führt man in Charlotten- bürg das Verschwinden zweier kleiner Mädchen zurück, die am Montagmorgen gegen 1 0V-i Uhr die Wohnung ihrer Eltern verließen. Anna Zivirkarski heißt das eine Mädchen im Alter von 23/« Jahren, Frieda March, 3'/?. Jahre alt, das andere. Beide Eltern- paare wohnen Polsdamerstraße 34 in Charlotteubnrg. Die ältere Schwester der kleinen Zivirkarski hat vorgestern vergeblich den ganzen Tag nach den Verschwundenen gesucht. Die Gegend des Schützen- Hauses wurde vergeblich abgesucht. Beide Kinder haben blonde Haare. Die jüngere Anna war mit einem blauen Kleidchen, gelb- licher Tuchschürze und Schuhen bekleidet; die ältere Frieda trug ein rotbraunes Kattunkleidchcn. Bei dem Polizcirevierbnrean waren keinerlei Meldungen eingegangen. Mitteilungen bitten die Eltern an sie selbst oder an die Polizei gelangen zu lassen. In besondere Angst sind die Eltern dadurch versetzt, daß thatsächlich gestern Zigermerbanden mit Pferd und Wagen durch Charlottenbnrg zogen. Die Vebannng der»enen Ortschaft Borsigwalde an der Tegeler Chaussee ist vor kurzent in Angriff genommen ivorden. In dem etivas bewaldeten Teile des Ortes, von dem russischen Kirchhof bis zur Station Tegel hin. sind an der Kremmener Eisenbahn eine ganze Anzahl villenartiger Häuser im Entstehen begriffen, von denen einige im Rohbau fast vollendet sind. Das Bauterrain, welches teils auf Dalldorfer, teils auf Tegeler Gebiet liegt, ist auch bereits kann- lisiert und in Straßcnzügc abgesteckt ivorden. In einen Sumpf geriet Montagvormittag der fünfjährige Knabe Otto Lange, dessen Eltern einen Ausflug nach Schildhorn unternommen hatten. Hinter der Schildhornhalbinsel befinden sich auf dem von den Ausfliiglern viel begangenen Unferweg der Havel zahlreiche Sumpfstellen, die jedoch völlig bewachsen, dem Kenner nur durch einen stärkeren Graswuchs erkenntlich find. Der kleine L., der sich von seinen Eltern, die von dem Vorhandensein der Sümpfe keine Ahnniig hatten, entfernte, spielte an dem Havelufer und geriet in den Morast, in dem er sofort fast völlig verschivand. Der Unfall war von einem jungen Manne beobachtet worden, der sich sofort bemühte, den verunglückten Knaben zu befteien. Hierbei stürzte aber auch der Netter in den Sumpf, in dem er bis zur Schulter veriank. Trotzdem gelang es deni mutigen Manne, den kleinen L. zu befreien und ihn in Sicherheit zu bringen. Auch der wackere Lebensretter wurde von herbeigeeilten Personen aus dem Sumpf herausgezogen. Es würde sich doch empfehlen, daß die sumpfigen Stellen an der Havel, die eine ständige Gefahr für die Ausflügler bilden, eingezäunt werden. Spandau. Die Liste der stimmberechtigten Bürger liegt laut Bckanutmachnng des Magistrats vom 15. bis 30. Juli im Stadtsekretariat, Zimmer 16/17 des Rathauses zur Einsicht auS. Mit Rücksicht auf die im Herbst ds. Js. stattfindenden Stadtverordneten-Haupt Wahlen versäume es kein Ar- beiter, sich, mit seiner Legitimation versehen, davon rechtzeitig durch Einsichtnahme in die ansliegendc Liste zu überzeugen, ob fein Name auch in derselben verzeichnet ist. Einsprüche gegen die Nichtiqkcit ober VollstAndi�keit bcr Liste werben nur innerhalb der bezeichneten 14 Tage vom Magistrat berück- sichtigt werben. Spätere Reklamationen sind erfolglos. �(vtnc Zwan.isiunuug für das Bärkerhandwerk in der Stadt Spandau imb den Ortschaften Bvszoiv, Cladow, Döberitz, s?alkc»hagen. Gatow, Groß-Glienicke. Haselhorft. HcnningSdorf, Marwitz, Nicbcr- Ncnenborf, Vansin, Pichelsborf, Schönwalbe, See- bnrg, Seegefeld, Staaken, Ticfwerbcr nnb Wansdorf tritt unter dem Namen„Bäcker-Jniimig in Spandau" mit dem Sitze in Spandau am t. August b. I. in Kraft. Zu demselben Zeitpunkte wird die zur Zeit bestehende„Bäcker-, Kuchenbäcker-, Kondilor- und Pfeffer- iiichler-Jnining" in Spandau vom Regierungspräsidenten geschlossen. Gevichis-SeikuttA. Eine Anklage wegen KindcSmordcS wurde am Montag vor dem Schwurgericht des Landgerichts I gegen die unverehelichte Wirtschafterin Minna L o tz k a t verhandelt. Die Angeklagte hat am 18. März d. I. einem Knaben das Leben gegeben, den sie sofort nach der Geburt mittels cincS Handtuches erdrosselt haben soll. Die Verteidiger, Rechtsanwälte Dr. Wcrthauer und Lowcustcin, führten aus, daß keine vorsätzliche, sondern nur eine fahrlässige Tötung vorliege, und in diesem Sinne lautete auch der Spruch der Geschworcucn. Der Gerichtshof verurteilte die Angeklagte zu einer Gefängnisstrafe von 2 Jahren. Anderthalb Jahre Zuchthans tauschte gestern der Klempner- meister O t t o Fink gegen anderthalb Mark ein, die er sich in betrügerischer Weise von einem armen Schlucker, der Arbeit suchte, verschafft hatte. Er ist ein ganz herabgekommener Mensch, der schon mehrere Jahre im Zuchthaus zugebracht hat und geHort zu den Verbrecher- Spccialistcn, die immer nur denselben Trick ausführen. Seine Specialität sind die Arbeitswilligen, denen er sich als Arbeit- gcbcr naht, um ihnen dann durch allerlei Vorspiegelungen ihr Geld abzunehmen. Auf diesem Gebiete lag die Slrafthat, wegen deren er zuletzt zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt worden war. auf das gleiche Gebiet verlegte er seine Thätig- keit, nachdem er daS Zuchthaus verlassen hatte. Er spiegelte einem arbeitslosen Schlosser, der sich in der Nähe eines Arbeits- »achweise» aufhielt, vor. daß er auf Montage gehe und seine Dienste sehr gut gebrauchen könne. Beim Glase Bier redete er dann dem Arbeiter vor, daß er eine sehr gute Arbeitsstelle erhalte und ver- anlaßte ihn, ihm sein ganzes' Hab und Gut in Gestalt von 1,50 M. anzuvertrauen. Bei günstiger Gelegenheit war er dann plötzlich verschwunden. Der geprellte Arbeiter sah den famosen„Arbeitgeber" wenige Tage später zufällig auf der Straße und ließ ihn verhaften. Die erste Strafkammer verurteilte den gemeingefährlichen Menschen gestern zu iVe Jahren Zuchthaus und 150 M. Geldstrafe event. noch 30 Tagen Zuchthaus. Auf höchst»»tficherer Grundlage gründete der Kaufmann Adolf Brandt im Anfange de» vorigen Jahre? ein Geschäft, dem er den poniphaften Titel.Jntcrnatioualcs KlinstlerbekleibuiigS- institut" beilegte. Er suchte seine Kundschaft unter den Artisten. Brandt hatte kein offenes Geschäft, sondern begnügte sich mit einer gemieteten möblierten Stnbe. Erhielt er eine Bestellung, so kaufte er den Stoff und fertigte den Anzug an. Aber auch hierzu loarcn seine Mittel völlig unzureicheud, worauf Br. zu einem Ansiveg griff, der ihn gestern unter der Anklage des wiederholte» Betruges vor die zweite Strafkainnier desLandgerichts l führte. Durch eiil Stellenvermittelungs- gcschäft ließ der Angeklagte sich einen„Eomptoirdiener" besorgen. Entgegen der.Praxis, welcheKautionsschwindler auszuüben vfleaen, erklärte der Angeklagte dem Beioerber, daß er Geld für fem Geschäft gebrauche und deshalb auf eine Einlage bestehen müsse, die gleich- zeitig als Sicherheit für die ihm anzuvertrauenden Gelder dienen solle. Sein Geschäft sei in der Entwicklung begriffen, habe aber eine Zukunft, der Bewerber solle an dem Reingewinn mit einein bestimmten sProzentsatz beteiligt sein.'Merkwürdigerweise fielen innerhalb kurzer Zeit nicht weniger als sieben Per- sonen auf dies Anerbieten hinein, welche Einlagen hergaben. die sich je nach ihren VermögenSverhältniffen zwischen 150—500 M. bewegten. Der Angeklagte erhielt auf diese Weise nach und nach gegen 1500 M.. die er teils für sein Geschäft, teil? für seine Person verbrauchte. Unter seinen Angestellten befanden sich Leute aus de» verschiedensten Berufsklassen: sogar ein Psefferküchler>oar darunter. Sie sahen bald ein. daß es mit dem erhofften Reingewinn trübe aussah, denn sie hatten so gut wie nicht? zu thun. Wenn sie an« dem Geschäft« austraten, war der Angeklagte außer stände, ihnen die Einlage zurückzugeben. DaS Internationale BekleiduugS- institut hatte nur ein kurze» Bestehen. Als dessen Inhaber verhaftet wurde, nahm sich dessen Bruder der Geschädigten an, tiideiii er sie durch Teilzahlungen zu befriedigen bestrebt war. Der An- geklagte behauptete, daß er von redlichen Absichten beseelt gewesen sei und sich mit großen Hoffnungen getragen habe. Der Staats- anwalt erblickte dann einen Betrug, daß der Angeklagte den Stellungs- suchenden nicht die Wahrheit in betreff seiner schlechten Vermögenslage gesagt habe, er beantragte gegen ihn 1 Jahr Gefängnis und zweijährigen Ehrverlust. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. David- söhn, plmdierte auf Freisprechung, da jedem der Bewerber aus dem Umstände, daß der Angeklagte die Einlage ausdrücklich für sein Geschäft gebrauche, klar sein mußte, baß der Angeklagte sich in Geld- Verlegenheit befand. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten zu einem Jahre Gefängnis. Wegen Diebstahls waren die Kutscher Karl Rath und der Arbeiter August R i s ch e r t aus Rixdorf und wegen gewerbs- und gewohnheitsmäßiger Hehlerei die Produttenhändlcrinnen Frau Rosalie Horlitz und Frau Pauline H ö h n o w— ebenfalls aus Rixdorf— ungeklagt. Die Verwaltung der Eisenbahn-Reparaturlverkstatt Tempelhof ließ schon vor langer Zeit den Polizeiorganen die Mitteilung zugehen, daß in der Werkstatt fortgesetzt teils rohes, teils bearbeitetes Metall gestohlen werden. Die' angestellten Beobachtlnigen in der Werkstatt führten ebenso wenig wie die eifrigsten Recherchen außerhalb zur Entdeckung der Diebe oder Hehler. Da gnff der Gendarm Höhne II in Temp'elhos zu einem eigenartigen Mittel. Er postierte sich niehrere Wochen lang auf dem Dachboden eines vierstöckigen HauseS in nächster Nähe der Werkstatt und beobachtete die Arbeiter mittels eines guten Krimstechers beim Verlassen der Werkstatt. Nach dreiwöchentlicher Ausdauer sah er am 21. März dieses Jahres einen Arbeiter die Reparaturiverkstatt ver- lassen, der' in seinem Fouragebeulel einen schweren Gegen- stand'zu tragen schien. Der Gendarm lief schnell die Treppen hinab und sah de» Arbeiter nach seiner Laube auf dem Felde gehen. Hier stellte ihn der Beamte und revidierte den Frühstücksbentel. Er fand darin ein großes Messinglagcr, von der Art, wie sie den Axen der Eisenbahmvagcn untergelegt werden. Der erschrockene Arbeiter gestand, daß der Kutscher Rath und der Arbeiter Rischert die in den Lauben versteckten Metallteile weiter beförderten. Rath stand in Diensten deS Fuhrherrn Mattischek, der ftlr die königliche Reparaturwerkstatt Wagen und Gespanne stellte, und Rischert half dem Rath. Auf diese Weise kamen beide täglich in die Werkstatt und hatten Gelegenheit zum Stehlen, dir sie auch steißig benutzten. Der Gendarm suchte beide sofort in der Werkstatt auf und stellte sie zur Rede. Rath leugnete beharrlich, Rischert legte dagegen ein Geständnis ab, daß er in drei Fällen, Rath dagegen in zwei Fällen Metall gestohlen und bei der Frau Horlitz verkauft habe. Noch an dem Abende desselben Tages begab sich der Gendann nach Rixdorf. holte einen dortigen Beamten dazu und nahm bei Frau Horlitz eine Haussuchung vor. Da fand man denn in einem besonderen Raum, dessen Vorhandensein die Frau erst verschwiegen hatte, ein ganze? Lager gestohlener Metalle. Aus der königl. Werkstatt stammten Messinglager. Blöcke von Roth- und Weißguß zc. unter Abgängen versteckt. ES fanden sich große Mengen von Knpfcrdraht. die von den abgeichnittenen Telegrapbendrähten der Reichspost, der elektrischen Gesellschaft„Union" und ver. BorortS- ElektricitätSgesellschast stammten. Mehr als hundert erst im Roh« gnß vollendete Messtiighähne, die den Fabrikstempel der Firma Joseph in Rixdorf trugen, und eine große Menge Mesfingspähne, die bei der Firma R o g g e gestohlen waren, fanden sich neben einein großen Pbslen von neuen aber zerschnittenen Blciröhren. Sänitliche Gegenstände hatten ein Gewicht von fünf Eenwrrn. Rath war nur insoweit geständig, als er überführt werden t.nnte, Rischerts Gc- ftäiibmS schien ein offenes zu sein. Frau Horlitz gab an, daß sie die Messingspähne von Frau Höhnow, die übrigen Sachen aber als altes Metall von fremden Leuten gelaust habe. Frau Höhnow hat die Spähne in kleinen Posten von den Lehrlingen des Roggcschen Geschäfts gekauft, die sie ihrem Chef ge- stöhlen hatten, aber bereits früher abgeurteilt worden sind. Das Urteil lautete gegen Rath ans ein Jahr und drei Monate Zuchthaus un bjjwei Jahre Ehrverlust. Der noch unbescholtene und geständige Rischert kam mit drei Monaten Gefängnis davon. Frau Hohnow wurde auf Grund eines von liquet freigesprochen, dagegen lautete das Urteil gegen Frau Horlitz wegen gewerbZ- und geivöhiihcitsniäßiger Hehlerei auf ein Jahr Zuchthaus, zwei Jahre Ehrverlust und Polizer-Aufsicht. Eine Beschwerde über die Post veröffentlichte am 13. Januar in der„Thüringer Tribüne" der Tischler Pappe in Erfurt. Er hatte eines Vormittags länger als ihm lieb war, am Postschalter warten müssen, che er Geld auf eine Postanweisung einzahlen konnte. In dein betreffenden Artikel nannte er eS«ine Rückstchts- losigkcit, daß zu bestimmten Zeiten nur einer der beiden Geld- einzahlungs-Schalter geöffnet sei, und sagte, die Post habe keines- weg? das Recht, ihre Monopolstellung zu RückfichtSIosigkeiten gegen das Publikum zu benutzen ,' sondern sie habe die besondere Aufgabe, den Wünschen der ftcnerzahlenden Bürger Rech- nun» zu tragen. Den Schluß bildete die Bitte um Abhilfe des Mißstandes. Das Landgericht Erfurt erblickte in den» Artikel eine Beleidigung des Postdirektor« B. und verurteilte am 28. März den Perfaffcr Pappe zu zwei Wochen, den verantwortlichen Redacteur des Blattes, unseren Parteigenossen Albert Rudolph, da- gegen zu einem Monat Gefängnis.— Auf die Revision des Angeklagten hob da? Reichsgericht da« Urteil auf und ver- wies die Sache an das' Landgericht zurück. Die Fest- stellungen, so wurde ausgeführt, seien widerspruchsvoll. Einmal werde der Postdircktor als beleidigt bezeichnet, das andre Mal nicht. Rücksichtslosigkeit sei allerdings eine Beleidigung, aber Verkennung der Pflicht sei nicht ohne weiteres eine Beleidigung. Sodann ent- behre das Urteil auch bezüglich des§ 103 �Wahrnehmung berechtigter Interessen) der Klarheit. Die gleichzeitig vom Staatsanwalt ein- gelegte Revision(derselbe ivollte die Angeklagten aus§ 18«, statt äus'K 185 verurteilt wissen) wurde durch diese Entscheidung für er- ledigt erklärt/ Wege» der Kritik deS Magdeburger Urteils erhielt seiner Zeit der verantwortliche Redacteur, Genosse S w i e n t y, vom Halleschen Parteiblatt eine Gefängnisstrafe von einem Monat zu- diktiert. Swienth hatte sich besonder« gegen da» hohe Strafnwß. das in dem Prozeß gegen den Redacteur Müller, von der„Magde- burger BolkSstimme" wegen Beleidigung de» Prinzen Eitelfritz ans- gesprochen wurde, kritisch' gewandt.'Seine beim Reichsgericht gegen daS Urteil eingelegte Revision wnrde am Montag vom Reichsgericht verworfen. Die braven Stadtväter der Stadt Svba« i. S. beleidigt zu haben, wurde der Redacteur Paul Alfred H e i d e m a n n be- schuldigt, der sich gestern vor der vierten Strafkammer deS Landgerichts I zu verantworten hatte. Der Angeklagte ist der Redacteur des„Vegetarischen Borioärts" und veröffentlichte in dieser Zeitschrift unter der Ueberschrift„Impfzwang" einen gegen den Stadlrat von Löban gerichteten Artikel. Der Stadlrat hatte nämlich in seiner Eigenschaft als Gesundheitsamt eine Verfügung erlassen, in welcher er androhte, zwangsweise vorzugehen. loenn„cinsichtsloso nnd leichtsinnige" Eltern sich noch ferner der Anwendung des Diphtherie-HeilseruniS bei Erkrankung ihrer Kinder widersetzten. Der Angeklagte bezeichnete diese Bekanntmachung als eine lächerliche und als den Gipfel der Mißachtung der persönlichen Freiheit und sprach die Hoffnung ans, daß der zu erwartende Protest gegen diese„Ber- gcwaltigung" die Stadtväter von Lübau ans ihren Acmtern„ivcg- fegen" werde. Der Angeklagte erklärte, daß er selbst gesundheitlich ein Opfer des Impfzwanges geworden sei und es deshalb für seine Pflicht erachtet habe, ganz nachdrücklich dagegen aufzutreten, daß der Stadtrat von Lübau die Bürgerschaft in die Behringsche Serum- Behandlung hiueinzwingcn ivolle, von der man in medizinischen Kreisen kaum»och iprechc. Der Gerichtshof war der Meiiuing, daß die Stadtväter von Löban sich die vom Angeklagten in Anwendung gebrachten scharfen Ausdrücke nicht gefallen zu lassen brauchten und verurteilte deshalb den Angeklagten zu 20 M. Geldstrafe, sprach auch dem Löbaner Stadtrat die Pubitkationsbefugnis zu. VevsauttuUmgen. Die Fliesenleger waren am Montag wieder zahlreich ver- sammelt, um den Bericht über den Stand der Lohnbeweguiig ent- gegen zu nehmen. Wie H u t h namen» der Lohnkommisston mitteilte, haben die Unternehuier unter allerlei vorwänden sich bisher geweigert, die geforderten Bedingungen zu erfüllen. Zunächst hatte die Finna Li o senfe ld u. C i c. an die Lohnlommission nach- stehendes Schreiben gerillt-!:„An die Lohnkommission der Fliese»- leger. Berlin. Wir u.rn Ihnen hierdurch mit, daß gemäß Beschluß der Unterzeichneten die von denselben getroffenen Vereinbarungen von jeder Firma ihrem Lcgerpersonal bekannt gegeben werden. Er- gebenst Emil Ende, Schwalisch u. Below, Villeroy u. Boch, Adolph Pieck, Perino u. Cie., N. Rosenfeld u. E i c." Wie aber die gesamten Unternehmer durch fortwährende „Verhandlungen" es verstanden haben, die etwaige Bewilligung der Forderungen zu vereiteln, bis der günstige Zeitpunkt verstrichen ist, er- giebt sich am besten aus dem seitens der Unternehmer an die Baudeputietten der Fliesenleger gerichteten Schreiben wie solgt: „Die am 4. und 7. Juli d. I. versammelten Arbeitgeber der Fliese»- brauche haben nachstehenden Beschluß gefaßt: 1. Der normale Arbeits- tag beträgt neun Stunden, von morgens 7 bis abends 6 Uhr. Sonnabends bis 5 Uhr ohne Vesper, an de» Vorabenden der hohen Fest- tage, Weihnachten. Ostern und Pfingsten bis 3 Uhr nachmittags ohne Lohnabzug hierfür. Die Lausstnnde fällt hierdurch fort; es ist oho um 7 Uhr zu beginnen. Zuspätkonmien oder willkürlich« Arbeits- Unterbrechung bedingt Lohnabzug, im Wiederholungsfälle Entlassung. 2. Der Stundenlohn beträgt für fertig ausgebildete Fliesenleger, dre mindestens zwei Jahre hintereinander als solche gearbeitet haben müssen, 62'/» bi» 70 Pfg. pro Stunde nach Vereinbarung; bei allem übrigen bleibt es den Vereinbarungen überlassen. Es wird an- genommen, daß Fliesenleger in dem Gclverbe der Maurer oder bei einer Fliesenfirma eine dreijährige Lehrzeit durch« gemacht haben. Um Mißverständnisse zu vermeiden, wird ausdrücklich bemerkt, daß durch den neuen Tarif eine terabsetzung der jetzt bestehenden Löhne unter keinen Um- Snden eintritt. 3. Uebersttmden, Nacht- und SonntagSarbeit werden nach Möglichkeit vermieden; Ueberslunden von 6 bis 9 Uhr werden mit 10 Pf. Zuschlag, Sonntagsarbeit und Nachtstunden von 9 Uhr abends bis 7 Uhr morgens mtt 80 Pf. Zuschlag vergütet. 4. Lohn wird Sonnabends von 5 bis 0 Uhr im Bnrean gezahlt. 5. Für Arbeiten innerhalb des Kreises auf der im Bureau cmshäiigendrn Karte werden Fahrgelder nicht vergütet. Außerhalb desselben werden die ausgelegten Bahngelder vergütet. Für Arbeiten, die auf einer Baustelle ausgeführt werden, die außerhalb der Ringbahnlinie liegt, wird die mehrerforderliche Zeit vergütet. S. Bei auswärtigen Arbeiten werden vergütet Fahrgelder 8. Klasse, sowie 2 bis 2,50 M. pro Tag, falls Kost und Logt« nicht gewährt werden. Die Arbeit- geber behalten sich das Recht vor. Lehrlinge einzustellen und auSzn« bilden. Diese Abmachung tritt mft dem 31. Juli 1899 in Kraft. Berlin, den 8. Juli 1899. Emil Ende-c." Entgegen dem Vorschlag einiger Redner, mit den Unternehmern nochmals zu verhandeln, war die Mehrheit der Versammlung der Ansicht, daß man die gegenwärtige günstige Zeit nicht mehr ver- streichen lassen dürfe, um zu warten, bis es zu spät sei. Die Weigerung der Unternehmer, mit der Lohnkommission zu verhandeln, lasse gar ieiuen anderen Ausweg mehr übrig. Zunächst wurden zu den bereit? gestellten Forderungen in Form der Resolution noch einige Zusätze von der Versammlung angenommen, nnd zwar zu P un k t 1:„Geschirr mid Handwerkszeug von einer Arbeitsstelle zur andern zu bringen, wird mit als Arbeitszeit berechnet"; zu Punkt 7:„Die Behandlung von feiten der Unteniebmer und ihrer Angestellten sowie seitens der Poliere soll künftig eine bessere und anständige sein." Runniehr gelangte ein Autrag:„Daß überall, wo auf den Arbeitsstätten die Forderungen, 70 Pf. Stundenlohn usw., nicht am Dienstag, den 11. Juli er., bewilligt worden sind, s ä in t- liche Fliesenleger Berlins und der Umgegend, darunter auch diejenigen, welche bereits zu den neue» B c- dingungen arbeiten, am Mittwoch, den 12. Juli, dieArbeit einstellen", zur Annahme. Alle Vaudeputierten und Arbeiter der gliesenbranche haben der Lohnkommission sofort Mitteilimg zu machen. Die alten Streikkarten behalten bis auf weiteres ihre Gültigkeit. Die Regelung der Unter st ützungs- frage) sowie alle weiteren Bekaimtmachungen erfolgen in der öffentlichen Versammlung am Mittlooch, den 12. Juli, im»Englischen Garten" in der Alexander- straße 27v. Maurer! Am Freitag hielt die hiesige Zahlstelle des Centralverbandes deutscher Maurer sechs Ver- s a m in l u n g e n ab. welche alle sehr gut besucht waren. Da« Thema lautete in allen Versainlungeii:„Welche Borteile werden uns durch getroffene Vereinbarungen zwischen Unternchmerverbänden und Arbeiterorganisationen geboten?" In der Versammlung für den Osten, welche im Lokale Frucht- straße 36g. stattfand, referierte F a b e r. Er meinte, daß sämtliche Gewerkschaften es als ihr Ziel betrachten, die Anerkennung ihrer Organisation zu erstreben. Durch gegenseitige Vereinbarungen werden viele Opfer gespart nnd viele Mißstände beseitigt. Durch den Vertrag der Maurer mit ihren Arbeitgebern sei' eine feste Grundlage für da» ganze Berliner Baugewerbe geschaffen, auf welcher energisch weiter gearbeitet werden müsse. Rur eine starke und stabile Organisation wi im Stande, daß der Vertrag in allen seinen Konseguenzen gebalten und zum Vorteile der Arbeiter weiter ausgebaut werde. Sämtliche Anwesenden folgten diesen Ausführungen mit'regem Interesse und BeifallSbezengungen. Im Lokale Beusselftr. S sprach K n o l l. Redner betonte, daß die Arbeiter im allgemeinen, bevor sie die Waffe des Streiks zur Erringnng besserer Lohn- und ArbeitSbedingniigen ergriffen, sich an die einzelnen Unternehmer oder deren Organisationen gewandt haben, um die Differenzen auf dem Wege der iLcthandlimgen zu beseitigen. Die Arbeiter würden jedoch in den weitaus meisten Fällen zimicf- gewiesen. Der Vertrag vom 84. Jnni sei deshalb ein großer Fort- schritt; nur müsse die Zeit der btnhe dazu anSgenützt werden, die Organisation zu kräftigen und den inneren AnSbau derselben zu pflegen. Ds« Berliner Mancer können deshalb mit Stolz auf ihre Errunaenschnsten blicken. An der Diskussion beteiligten sich die Kol- legen Raab«, Winzler und Krause im Sinne des Referenten. In den B o r u s s t a» F e st s ä l e n sprach S i l l i e r. Redner steht auf dem Standpunkt des letzten Gewerkschaftskongresses, welcher allen Benifen, wenn irgend möglich, den korporativen Arbeits- vertrag empfiehlt. Er weift darauf hin, daß gerade bei den Maurern der Lohn nach dem jeweiligen Stand der Konjunktur hin und her schwankt nnd sei eS gerade hier von größter Bedeutung, daß der Grundstein zu einem festen Lohnsatz durch den Verlrag gelegt sei. In der Diskussion sprachen sänitliche Redner für den geschlossenen Vertrag. Von allen Seiten wurde der Wunsch ausgesprochen, für die weitere Stärkung unserer Zahlstelle kräftig einzutreten. Die Kollegen vom Westen und Schonebera waren im KönigShof versammelt. Günther führte a»S, daß durch die Streiks wohl für den Augenblick etwas errungen werden kann, was aber in den meisten Fällen für die Dauer nicht aufrecht erhalten wird, da der Unternehmer schlechte Geschäfts- Perioden dazu benützt, den Lohn- und die Arbeitsbedingungen zu verschlechtern und dadurch da» durch Streiks Errungene uns'n>iedcr genommen wird. Und je länger ei» Streik dauert, desto weniger Erfolge werden erzielt. Redner weist auf den Ausfall deS Hasen- nrbeiicr- und englischen Maschinenbaucrstreils hin. Durch lang« anhaltende Streiks und die ewigen Bausperren wird die Bildung der Kollegen, welche zur Kräftigung der Organisation gehört, nicht erhöht, sondern sie wird in ständiger Senkung begriffen sein. Wäre die Einsicht der Berliner Maurer etwas tiefer gewesen, so hätte» dieselbe» ihre Führer bei Abschluß des EinignngSvertrageS nicht als Verräter bezeichnet. Sie hätten ausrufen müssen: Wir verlangten die Anerkennung»er Organisation und wir haben dieselbe erhalten. Wir haben oiirch den V—trag viel erningen, jetzt müssen wir un» noch enger zusammens..,../ßcn. inn da» Errunaeii« auch festhalten und später auch noch verbeffern zu können. An ver DlSkiisfion beteiligten sich Baganz, Wilknitz, Frenze! und Fritzsch. Folgende Resolution gelangte zur ein- stimmigen Annahme:„Die Mitgliederversammlung des Maurer- verbandes billigt da« Vorgehen der Lohnkommission und die von derselben mit den Uiiteniehntern getroffenen Lereinbanmgen, sie spricht ihr ihr volles Vertrauen auch für ihre fernere Thättgkeit aus." Unter Gewerkschaftlichem wurden einige Unklarheiten über das Sammelwesen richtig gestellt imd erinnhnt, auf den Bauten daS SolidaritätSqefiihl der Kollegen mehr zu pflegen. Im Südosten, Waldemarstt. 75, hatte G r e m p e daS Referat übernommen. Redner führte in klaren Worten die Notwendigkeit der Tarifgemeinschoft vor Riigen und versuchte dann, den An- wesenden das Lorgehen der Lohiikoinnnifion bei den Verhandlungen mit den Unternehmern als das einzig richtige hiiizuftcllen. Er wies darauf hin, daß eS bis jetzt erst ivemgen Geioerffchaften gelungen ist, einen derartigen Fortschritt vermöge ihrer Organisation ver- zeichnen zu können. Er ermahnt alle Ainvesenden, fest nnd treu zur Organisation zu halten und dieselbe anszubauen, damit das, was jetzt noch Mixmut und Aergcr unter de» Kollegen verursacht, be- seitigt wird. Sämtliche Redner sprechen sich im Sinne des Refe- reuten an». Vor den Kollegen im S ü d e n referierte D ö b l i tt. Er schilderte in eingehender Weise die harten Kämpfe, die bisher unsere Organi- salion durch Bansperren jc. geführt hat und die nun durch die Einigung einen etivas ruhigeren Lauf annehmen würden. Er meinte, die Berliner Unternehnier seien in nnserem Kampfe praktischer ge« ivesen, als augenblicklich die des tieinen Dänemark, indem dieselben mit imS einen Frieden schloffen, der für beide Teile als ein ehren- voller zu bettachten ist. Unter Verschiedenem wurde folgender Antrag einstimmig angenommen:„Die Kollegen vom Süden empfehlen der Kommission, der nächsten Versammlung einen Antrag be- tteffS Erhöhung de» Beitrags zum Streikfonds auf»0 Pf. zu unterbreiten".— Des weiteren wnrde die Baubude auf dem Bau des Pferdebahu-Dcpots in der Krenzbergsttaße einer herben Kritik unterzogen und beschlossen, zwecks Beseitigung dieses Mißstandes der Lohnkommission Mitteilung davon zu machen. Der � achverein der Musikinstrumenten-Arbeiter hielt am 3. Juli bei Rautenberg, Oranienjttaße 180, seine regelmäßige Mitgliederversammlung ab, mit einem Vortrage de» Herrn Dr. Krüger. Der Referent gab, unterstützt durch zahlreiche Ab- bildnngen, einen interessanten Ucberblick über den inneren Bau des nienschiichen Körpers, wobei er besonders die Thätigkeit der ver- schiedeneu Organe eingehend beleuchtete. An der Diskussion be- teiligten sich mehrere Kollegen.— Kolleg« Arendt macht auf den Beschluß der öffentlichen Mnsikinstrumentenarbeiter«Versanin»lung aufmerksam, die Marken nebst de» zum Einkleben bestimmten Karten zur Grüiidimg eines Streikfonds abzuheben. Die noch ausstehenden Billets zum Sommerfest sind so schnell wie möglich abzurechnen.— Znm Schluß macht der vorfitzende auf die BereinSversammlnng in Rixdorf aufmerksam, die am Sonnabend, den 15. Juli, statt« findet. Tie Filiale IV des Verbandes der Ba«�, Erd- und ge- werblichen Hilfsarbeiter �Pntzertrilgeri tagte am 3. Juli. Die Abrechnung vom Stiftungsfest ergab, wie mitgeteilt wurde, einen Ucbcrschuv von 5 M., derselbe wurde der Lokalkasfe überwiesen. B u m m e r t erstattete alsdann Bericht über auf der letzten stellen-Konfcrenz gefaßte Beschlüsse, welche von der Bersammlung gutgeheißen wurden. W c g e n e r gab seinem Mißfallen darüber Ausdruck, daß in einer Klagesachc vor dem Gewerbcgcricht, in der sieben Putzer und zwei' Träger wegen vom Unternehmer einbehaltencn Lohn klagten, das Gewcrbegcricht sich bezüglich der beiden Träger für unzuständig erklärte und diese an das AnitSgcricht verwies. Diese Mitteilung zeitigte eine lebhafte Debatte, in der die Praxis des Ökwerbegcrichts als unhaltbar bezeichnet wurde. Es wurde hervorgehoben, daß die Putzer- träger als Bauarbeiter anzusehen sind, für die das Gewcrbegcricht zuständig ist. Bisher sei auch in diesem Sinne verfahren worden. Eine Resolution, in der namentlich gefordert wird, daß die Unter- uehmcr verpflichtet werden sollen, den Wochenlohn direkt an die Träger zu zahlen und nicht wie bisher durch den Putzer als Zwischen« Person, gelangte einstimmig zur Annahme. Tie Kistcnmacher beschäftigten sich in einer am Montag ab- gehaltenen öffentlichen Versammlung mit einer Beschwerde deS Fabrikanten Eckert gegen den ArbeiSnachweis. Der genannte Fabrikant beklagt sich darüber, daß der ArbeitSverunttler ihn bei Zuweisung von Arbeitern nicht ordnungsgemäß behandelt habe, während andererseits dem Fabrikanten vorgeworfen wird, er stelle Arbeiter nnt Umgehung des Arbeitsnachweises ein. Nach längerer Debatte nahm die Versämnilung eine Resolution an, welche besagt: Der Arbeitsnachweis ist bisher stets korrekt geführt worden und wird deshalb der von Herrn Eckert erhobene Vorwurf entschieden zurückgewiesen. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Die Bpanche der Musikin Ii rrlmenten-Arbeiter beschloß in der letzten Ver- trauenSmäunersitzuna, für die weitere Durchführung des Beschlusses der öffentlichen Versammlung der Musikinstrumenten« Arbeiter, ab- gehalten im August v. I. bei Stechcrt, Andreasstr. 21, betreffs der Schuldentilgung, Sorge zu tragen. Ferner wurde die obligatorische Einführung der 10 Pf.-Marken beschlossen, um die Kassen des Ver- bandeS zu stärken. Nach einer längeren Diskussion über den Aufruf der lokalorganisierten Musikinstrumenten» Arbeiter zur Samm« luug für deren UntcrstützungSsonds für Streikende und Ausgesperrte, fand folgende Erklärung einstimmige Annahme i Auf Veranlassung verschiedener Anfragen seitens unserer Kollegen stellt die heutige Bertrauensmänner-Versammlung fest: Die Mitglieder des Deutschen Holzarbeiter-Berbandes sind nicht ber« pflichtet, zuin Streikfonds des Fachvereins etwas beizutragen, und haben, wo ihnen solche? zugemutet wird, die» zurÜckzuweisin. Ter Verband der Buchbinder sZahlstelle Berlin) hielt am ». d. Mts. eine Mitgliederversammlung ab, in der Dr. Wehl über: „Der Tuberkulosen-Kongreß und Lungenheilstätten" einen mit lebhaften Beifall aufgenommenen Vortrag hielt. Unter Verschiedenem wurde auf daS Sommerfest zur Feier de«„guten Montags' hingewiesen und sind Mllets, a 20 Pf., im Bureau AnNenstraßS 60, bei den Werkstuben-VertranenSleuten sowie in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Der Verein Berliner Droschkenkutscher trat am S. d. M. zu seiner ordentlichen Mitgliederversannnlung für das zweite Viertel« zahr zusammen. In derselben wurde zunächst der verstorbenen Kollegen Ludwig Kerskes und Leopold Werk in ehrender Weise gedacht und sodann der vierteljährliche Geschäftsbericht be- kannt gegeben. Demselben ist zu entnehmen, daß im VereinsbukeaU 127 Protokoll» aufgenommen worden find, welch« Straf- und Civil- fachen, Fahrangelegenheiten ze. betrafen. Die Korrespondenz er« streckte sich auf Abfassung von 473 Briefen und Karten. Fund- gegenstände gelangten 4VS zur Einlieferung, von denen 267 seitens der Finder reklamiert und 454 M. Fundgeld erhoben worden sind. Dem Bereine beigetreten find im zweiten Vierteljahre SS Mitglieder und betrug am Schlüsse deS Vierteljahres die Zahl derselben 1218. An Vermögen hatte der Verein in demselben Zeitpunkte insgesamt 6208,13 M. Die übliche Landpartie mit Kreutz er Imirde auch für dieses Jahr beschlossen und der Preis pro Person für Mitglieder und Gäste auf 1,50 M. festgesetzt, Zeit und Ort aber späterer Be- fimmung vorbehalten. Die Erörterung interner Vereinsangelegen- eiten beschäftigte sodann bi» zum Schluffe die gut besuchte Ber- sammlung. Die Freie Vereinigung der Bauarbeiter hielt am 9. Juli Sre regelmäßige Mitgliederversammlung ab, in der Metzle über e letzten Ereignisie im Berliner Baugewerbe ausführlich referierte. Die Darlegungen deS Referenten wurden von mehreren Rednern unterstützt. K r ck s b e r gab hierauf die Abrechnung vom 2. Quartal. Danach beläuft sich die Gesamteiimahme inklusive eines Kassen- bestandes vom ersten Quartal in Höhe von 104,14 M. auf 409,64 M., der eine Ausgab« von 871,09 M. gegenübersteht; somit verblieb am Schlüsse des Quartals«in Bestand von 06,35 M. Dem Kassierer wurde Entlastung erteilt. Unter Vereiusangeleqeicheiten wurde be- schlössen, eine Zahlstelle für den Norden beim Nestamateur Schmidt, Bellermannstraße 87, zu errichten, dagegen die Zahlstelle bei Schilling, SwinoNtnuderstraße 5l, aufzicheben. Wernau spricht sein Mißsallen über den äußerst schwackieN Besuch der Ver- sammlung aus und wünscht, daß für den Besuch der uächsten Versammlung mehr Propaganda, eventuell durch einen Aufruf im „Vorwärts" und in der„Einigkeit" gemacht werde, gleichzeitig müsse ein tüchtiger Referent bestellt weiden, um die Versanimlung möglichst interessant zu gestalten. Die nächste Versammlung findet am 13. August, vormittags 10% Uhr, bei Fritz Wille, Andreas- straße 26, statt. Mittwoch. Herzberg), 12 Alte Verband deutscher Barbiere, Friseure und Perrüctenmacher- Gehilfen(Zweigverein Berlin). Donnerstag, den 18. Juli, abds. IlN/z U6i, bei Schiller, Rosentbalerser. b7: Generalversammlung. Neuwahl des Ge- samtvorstandes. Freie Benutzung der Vereinsbibltothek. _■.'MT'iUtirW I Vevmifchkes- Der amerikanische Dampfer„Portia" von New Bork nach Halifax und St. Johns(Nen-Fmidlaild) mit einer großen Zahl Passagiere bestimmt, erlitt an einer Insel in der Nähe von Halifax vollständigen Schiffbruch. Das Schiff ist voll Wasser, die Passagiere sind gelandet. Et» sehr gefährliches Einbrecherpaar, welches anscheinend in sehr ausgedehntem Maße seinem Berus« oblag, ist durch einen Zufall dieser Tage in Netzthal verhaftet worden. DaS Paar gab vor, ans Kopenhagen zu fein und den Namen Pelka zu führen. Es koimkc jedoch festgestellt werden, daß der Man» Stella heißt nnd aus Miczkowo stainmt. Nach Aussage der Eltern de» Gauners ist St. erst Ende vorigen Jahres zu einer Zuchthansstrafe von eis Jahren verurteilt worden, die er in RendSvurg zu verbüßen hatte. Er mutz also alts dem dortigen Zucht- hause entwichen sein. In dem Koffer des Pärchens fand Man Schmucksachen, Kirchetzgeräte und eingeschmolzenes Gold, welches einen Wert von annähernd 20 000 M. repräsentierte. Die Verhaftung veranlaßte der Bahnhofsrestaurateur in Netzthal, dem cS ausfiel, daß das Paar drei Fahrräder mit sich führte. Kurz vorher wären in Dromberg mehrere Fahrräder gestohlen worden und diesbezügliche Anzeigen in den Zeitungen erschienen. Die Fahrräder rühren auch thalsachlich von den Bromberget Diebstählen her, ebenso sind die Kirchengeräte als aus SMozu'dal herrührend erkannt worden. Der Stella wird schon seit einiger Zeit steckbrieflich verfolgt. Ein Duell« Am vergangenen Mittwoch fand in den Schieß- ständen bei Dellbrück zwischen einem Studenten ans Hannover und einem bayrischen Reserve-Offizier ein Pistolenvuell statt. Etsterer erhielt einen Schuß durch die Brust. Die ,,au?gckli»gelte" Miuisterial-Perfiiguug. Die jüngste Ministerial- Verfügung, betreffend das Züchtigmigsrccht der Volks- schullehr er', hat in dem Dorfe B. des Kreises Ortelsburg zu einer heiteren Straßenscetze Veranlassung gegeben. Dort wurde auf An- ordming des Gemeindevorstehers in ortsüblicher Weise mittels Aus- llingclns durch den Gemeindediener zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß der Lehrer ferner nicht mehr das Recht habe, die Schüler zu prügeln oder„unanständig" zu behandeln.— Glückliche Kinder I Durch dctt Genuß geräucherten Pferdefleisches find, wie der„Allgemeinen Fleischer-Zeitung" von dem Landrate deS Kreises Gronau bestätigt wird, dortzelbst fünf Personen schwer erkrankt und ist eine derselben bereits gestorben. Es handelt sich uM die Fabrik- arbeiter Spitzhaak und Bertram und um Familienmitglieder des letzteren. Die beiden Arbeiter hatten bei dem Roßschläckiter Abel in Elze geräuchertes Pferdefleisch gekauft, einen Teil davon an Ort und Stelle verzehrt und den Rest mit nach Häufe genommen, wo die Frau und zwei Kinder des Bertram davon aßen. Alle fünf Personen erkrankten nach dem Genüsse des Rauchfleisches. Die sechsjährige Frieda Bertram ist bereits gestorben, während Spitzhaak so schwer krank danieder liegt, daß an seinem Anfkonimen gezweifelt wird. Zwei weitere Kinder des Bertram sind durch den zufälligen Umstand, daß sie nicht von dem Fleische gegessen hatten, verschont geblieben. Die Untersuchung ist eingeleitet. Der Schnelldampfer„Kaiser Wilhelm der Große" ist gestern um 2 Uhr 45 Min. nachmittags von New Aork itt Chcrbourg eingetroffen, nach einer glänzenden Reife, in der sämtliche Rekorde aeschlagen nnd ein neuer Schnclldampfer-Rckorv aufgestellt wurde. Dauer der Reise war 5 Tage 20 Stunden 55 Minuten. Geschwindig- keit im Durchschnitt 22,61 Knoten in»e« Stimde. Die drei denischen Botaniker, welche bei dem Calle di Maria verhaftet worden waren, sind, wie aus San R e m o berichtet wird, wieder freigelassen worden. Ruf der Eisenbahnlinie Madrid-Alkcante stieß am Bahnhof Matas-VerdeS ein Personenzug mit einem Güterzug zusammen. Elf Reisende wurden verletzt. Dem Kapitän des amerikanischen Dampfers„Paris", der am 21. Mai an der Küste von Cornwallis scheiterte, wurde auf zwei Jahre das Patent entzogen; der Kapitän gab zu, daß er einen Rechenfehler gemacht habe und nahm die volle Verantwortung auf sich. Unbekannte Thäter versuchten den am Montagabend von Fiume nach Budapest abgelassenen Eilzug zur Entgleisung zu bringe», indem dieselben große Steine auf das Bahngelcise legreu. Nur durch die Wachsamkeit eines Bahnwärters konnte eine Katastrophe verhütet werden. Durch einen Wolkenbruch wurden zwischen Happach und Todtmoos im Schlvarzwald zwei Brücken fortgerissen. Durch den Todtenbach sind mehrere Häuser gefährdet. Der Hagel liegt V« Meter hoch; viele Wiesen sind verdorben, da» Futter ist fortgeschwemmt. Ans Lemberg wird berichtet: Infolge anhaltenden Regens sind Weichsel, Sola und KoSzarawa stellenweise aus ihren Ufern getreten und haben zahlreiche Ortschaften überschwemmt, einige Brücken weg' gerissen und großen Schaden verursacht. Auch andere Flüsse sind im Steigen begriffen._ Marktpreise pon Berlin am tO. Juli 1899 nnd) Ermitlelunge» des tgl. PoltzeipritzidiiUils. Schweinefleisch 1 kg Kalbfleüch Hanlmelfleisch„ Butter Eier Karpfen Aale Zander Hechte Barsche Schleie Bleie Krebse «)WeiZön D.-Ctt. �FuUer-cherste l Hafer gut „ mittel geriiiz Richtstroh Heu„ ß) Erbsen, f)Spetsebohiti»„ Trillion Kartofleln, neue„ Rindfleisch, Keule 1 kg d». Bauch„ •) Ennittelt pro 18,20 15,20 13,60 16,00 15,— 14,40 4,10 6,60 B- 50,- 70,- 16- 1,60 1,20 Tonne 14,80 13,80 13- 16,10 14,60 14,— 8,66 8,80 25,- 26,- 30,- 6,60 1,20 1,- uon der 80 Stück 1kg per Schock 1,60 1,60 1.60 2,40 K- 2iio 2,60 2,40 1,60 2,50 1,40 12- 1,- 1,- 1,- 1,80 2,20 1,20 1,20 1,20 1,20 0,80 1,20 0,80 3,- Ceutralstelle der Prenb. Landwirt- schaitslaiumer— NotienmgSstclle— und umgerechnet vom Polizoipräsidinni für den Doppel-Eentner. -f) Kleinhalidetspreife. Produkten markt vom 11. Juli. Die Geringfügigkeit der in- ländischen Aettcidebcstänbe, sowie Meldungen über Rcgenschäden in Frank- reich und Hochwasser in Oestreich-Ungam veranlaßten lebhafte Kauflust für Brotgetreide und gaben dem Markte eine feste Tendenz. Das dauernd schöne Weiser, niattereS Nordamerika und die vorzüglichen Saatenstandsbertchte aus den Provinzen hatten dem gegenüber nur insofern einigen Einfluß, als sie ei« dkt sesten Haltung des Marktes entsprechendes Anziehen der Preise verhinderten. Weizen und Roggen verkehrten bei lebhaftem Handel zu gut behaupteten Preisen. Hafer war wenig verändert; R ü b 5 l zieni- lich fest. Spiritus lag sehr still, im Preise unverändert. Loco 70er 41,50. Umsatz SOOO Liter Kartosfelfabrikate. Prima trockene Kartoffelstärke per 100 Kg. Brutto inkl. Sack 19,50 M., Supra trockene Kartofselstörke 20,25 M, Prima Kartosselmehl per 100 Kg. Brutto inkl. Sack 19,50 M. Supra Kartoffelmehl 20,25 M. BerlinS Getreide- und Mehlzufuhren zu Wasser vom 10. Juli mittags bis 11. Juli mittags betrugen 105 Tonnen Roggen. BSittevuiigsübetsicht vom II. Juli 189», morgeuS 8 tthr. Stationen Swinemde. Haiitburg Berlnl Wiesbad«» München Wien °S' s« 766iS$0 766 NNO 76CSO 765SO 766fO 765,� 1 t Wetter SE SS Stationen üwolkenl 2Dtttlst Iwolkcnl 2iwolkenl Lmollenl 2jwolrenl Haparanda Petersburg Eork Aberdeen Paris 765 765 . es £ ss II W 757 Inn© 760 763 ONO Still Wetter 2 molkig bedeckt 5 Regen bedeckt wolkig Es; 3 � t" S& «s, 19 17 14 12 20 Wetter-Bnognoie für Mittwoch, de» IS. Juli 1899. Vorwiegend heiter und sehr warm, bei schwacher südöstlichen Winden; Gewitter nicht ausgeschloffen, fönst trocken. Berliner Wettervureau. Briefkasten der Redaktion. Die iuristischc Sprcchftiiiide wird Dienstags, Donnerstags und Freitags abend» von G bis 9 tthr abgehalten. O. 8. Nein. »iartinickrirfelde. SS ist nichts Näheres darüber bekannt ge- »orten, w Neues Opern- Theater(Kroll)� Die Aledennaus� Anfang 7�2 Uhr Residenz. Der Schlafwagen- Eon- trolenr. Vorher: Zum Einsiedler Anfang?>/- Uhr Weste». Die versunkene Glocke. Au- fang 7 Uhr Renes. Die Wahrsagerin. Hierauf: Abschiedssouper Allfang 7'/, Uhr. SchiUevl Der Trompeter von Säk- lingen. Ansang 7l/z Uhr. ventral. Lumpenpack. Anfang 8 Uhr. Friedrich- Willieimstadttiches. Fuhnnann Henfchel. Anfang « Uhr Vleranderplah. Nana. Anfang 8 Uhr. Ostend. Die Zauberin am Stein. Ansang 8 Uhr. Metropot. Berlin lacht! Ansang 8 Uhr. Ve llc-Si llian ce. Specialitätm-Vor- stcllung. Ansang 8 Uhr. Apoll», FrauLuna. Spccialitäten- VorsieNnng. Anfang 8 Uhr. Rcichshnllen. Steltiner Sänger Ansang 8 Uhr Passage- Panaptiknni. Special!- täten-Vvrslelinng. llrania. Tnnbrnstrasie 48— 4U. Nalnrlnndliche Anesicllnng. Tag- lich geösjnet von lv Uhr vor- niillags»b. Eintritt ö«) Pf. Abende« Uhr:„Das Land der Fjorde". Operntelephon. Jnnalidenstrasje»7/t»Zt. Täglich abends von ö— 10 Uhr: Stern warte. ?s85»ge-?snoptieum 9 Uhr früh bis 10 Uhr abends. Von kr/, Uhr ab: Specialitäten. Neu! Die Riestll- briider. Herold und Leon« in ihrer Burlesk- Szene: Die Riesenbraut. ■■ CASTANS■■ PANOPTICüM Die sensationellen ■j*~ lebenden'VQ Photographien! mit Figuren in LebensgrSsse. Die russische llinnnil" Damenkapelle �uIllJUÜll In moskowitlschen Kostamen. npoifiicc"mlt3Be>nenaebor- „UtCIlUoo leb. Kosakenpferd. SllMtr-Tjltllter iWallner> Theater). M o r tv 1 1 z- O p e r. Mittwoch, abends 7r/z Uhr: vor Trompeter von Säkkingen. Oper in 4 Akten von Victor Negier. Donnerstag, a b d s. 7'/, Uhr Gastspiel Delneleli Bötel: Der Tronbadour. Freitag, abends 7'/, Uhr: var'inen. Sonnabend, abends 7»/, Uhr Voikstamliebe Dpem»Vorstellung bei halben Preisen: Der FrelscliUtz. <£ r Ii f v a 1- C£ I) c a f£*• Direktion: Jose Ferenczy. Gesamt-Gastspiel des Hamburger Ernst Drucker-Tbeaters Anfang 8 Uhr. Uiiinpkiipack. Gr. Hamburger Bollssiuck mit Gesang in sechs Bildern von W. Bial und S. Rosenthal. Musik von H. Groth. Morgen und folgende Tage: Lumpenpack. Hamb. Volksstück. Lsttiid-lw'l Wtiij-Dljtattr. Gr. Frankfnrterstrasie Iii». Cyklus volkstümlicher Vorstellungen. Die Zllilberiil mtt Stein. Volks-Drama in 4 Akten v.��Nissel. __ Anfang 8 Uhr.__ Vorziigsbillets haben Gültigkeit. Heute int Garten: Specialitäten- u. Theater-Vorstellung. Ansang b>/z Uhr. Uetropol-Meater. velirenstr. 53 24. Direktion: Klcliard Schnitz. Phänomenales Jult-Programm. AAO"\ene Debüts!"-m. 8 Champions. Da« graziöse engl. Gesangs- und Tanzensemble Charles Baron. Der nrkoinische Dresseur im Lüwenkäflg, SIegn art Oenthes als Yvette täullbert, unvergleichliche Kopie. WM- Um 9 Uhr"ME der grtfsste Saison-Erfolg Berlin lacht! Berliner Eevue. Das grosse Presse-Ballett. Des grossen Erfolges wegen prolongiert. Die 6 Bonnairs. Sommergarten.Eauchen gestattet. Anfang; Sonn- und wochentags 8 Uhr. W. Noaclis Theater, Brnniienstrahe 16. Täglich: Theater- u. Specialitäten- VorsteUung. Mein Husar. Liederspiel in 1 Alt von Steiner. N-u-DieSAetterlillgeN-u- oder: Goldene Tage. Ausstattungs- Burleske mit Gesang und Tanz von W. Gericke. Musik von Wappaus. Im Saale: Vanzkrilnzchen. R. Ballschmieders „Kastauienwäldchen" Konzertgarten u. Prallitsält Badstr.16. Gesundbrunnen. Badstr. 16. Täglich: Gr. Promenaden- Konzert. Jeden Donnerstag: Elite-Streich-Konzert. Sonntags: Großer Ball im neuerbauten Saal. Empfehle meine Säle zu allen Fest- lichkeiten. II. Ballschmleder. Apollo-Theater. Abends 9 Uhr: FranLnna mit dem Luftballett „Origolatis". • Ferner: K Otto Rentier« und 9 nene Specialitäten. Anf. des Garten-Konzerts 7 Uhr. „ der Vorstellung 8 Uhr. Blllet-Vorverkauf täglich im Theater und beim„KUnstlerdank", Unter den Linden 69. Victoria-Brauerei Luholu strafte 111/118. Im Katargarten oder Saal: Täglich Humoristische Soiree der NonMeutseben Sänger (Fuhrmann,. Horst, Walde).!)\ Anf. Sonntags' präc. 7, wochentags 8 Uhr. Gmtree 50 Pf. Vorverk. 40 Pf. Fainilienbillets 3= 1SW. Sonntag und Donnerstag nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Pahlmanns Vaudeville- Theater Inhaber F. Lehmann, Schönh. Allee 148. Kastan.-Allee 97/99. Täglich: �tmaert, Theater n. Specialitäten-Vorstellnng. Badftrafte 35/36. Regie: Willy Rausche. Direktion: Max Mekelburg. Heute sowie täglich: Ilonzcrt-, Theater- nnd Spceialitäte»-Vorstellung. Berlin wie s näht und trennt. Rose» ans dem Süde». Nach der Vorstellung:»all. N eichsh alten. Garten resp. Saal täglich: Stettiner Sänger (Met, sei. Pletro. Britto». Sieidl, Krone, K i r ch in a y e r, Schneider und Schräder). Anfang wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 llhr. Tageskasie von 11—1 Uhr. laden Freitag: Heues Programm. Sommer- Theater ..Alter Deßailkl" Zlrtillerieftr. 3S. Inhaber: A. I.adctvlg. Schattigster Garten Berlins. Täglich: Theater und Speciniitäten-Vorstellung. Ostbalm-Park Hermann Imbs 71 Riidcrsdorfer Strafte 71, am K ü st r i n e r Platz. Täglich: Honzert, Thenter- «nd Spccialitäten-VorsteUnng. Hur erstklassige Hummern. Anfang: Sonntags 4 Uhr. Eiitree20Pf. Kinder 10 Pf. Sperrsitz Nachzahl. 20 Pf. Anfang: Wochent. 5 Uhr. Eutree 10 Pf. Kinder 10 Pf. Sperrsitz Nachzahl. 10 Pf. Jeden Dienstag: IVorddentsche Sänger. Hermann Imbs, Direktor. Prater-Tlieater Kastanien-Allee 7/9. Täglich: Dorns Rcsl. Volksstück mit Gesang u. Tanz o. Hngo Schulz, Musik von A. Kersten. Kostümsonbrette Fräul. llucle Sarow. Gebr. Mllardo, Grot. Duett. Tauma-Quartett, Gelang und Tanz. Adoue u. Campton, Reckturner. Br. Plcardy, Hand- und Kopf- Equilibrist. BaNettgesellschaft Düring. Mr. Bartllng, lebende Photographien. Konzert und Ball."WQ Eintritt wochentags und Sonntags 36 Pf.,»um. Platz 56 Pf. Kaldo. Empfehle Freunden u. Genossen mein Weiß-u.Bayrislh-Bier-Lokal mit großem schairigen Garten und ver- deckter Kegelbahn. VereinSzimmer zu 20, 50 und 120 Perionen. Saal für kleine Vereine zur Fidelitas noch einige Sonntage frei, Unterstützung durch Stammgäste.— Glas Bier 10 Pf., große Weiße 20 Pf. Verelnahaue* Emil Oleke, N., Ackerstr. 123. Rehlifz' Garten n. Saal 300—600 Personen fassend, f. Sommer- nachte-Bälle, Jnvalidenstr. 84.[4746 Max Kliems Sommer-Theater Hasenlieiiie 14—15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Großes Garten-Konzert. � Theater- und Speeiatttaten-Vorstelluttg. Auftreten des gesanite« Schauspiel- n. Speeialitäten-Personals. Rur erstklassige Kräfte. Georg Flecher(Liedersänger), Karl Gursch(Tanz- Parodift), Fr na Bamala (KastüNl-Soubrette), Vendaro-Trlo(Phänomenal), Frires Roalni(Equilib rissen), Mr. Leotardf(Antipode). Xcncs gediegenes Kuinlllen-Programm. Entree: Wochentags 20 Pf.| Entree: Sonntags 35 Pf. Numerierter Platz 40 Pf I Numerierter Platz 50 Pf. Anfang das Konzert» täglich 4 Uhr. I Anfang der Vorstellung 6 Uhr. In den Feftsäleu: SV*«rofter Ball.-TM Max KU Die Kasseetüche ist geöffnet. Hern. SchMeizer-Garten Am Königsthor(Ringbahn) Am Friedrichshai». Täglich: Theater- uad Spetlalltiiten-Vorkellung. Auftreten des neuen KUiiMtler-Ensenibles. Jeden Abend von 10— ll Uhr: CDdoUslieu im Vöde. Burleske mit Gesang in 2 Bildern. Volksbelustiqilngm aller Art. Im Saale:»211» In Vorbereitung: Der Matador von Klantsehon. r Im August sind noch zwei Sonnabend« an Vereine zu vergeben. krete Volksbühne. Donnerstag, den 18. Jnli, abends 8V2 Ehr: O e n er al- Versammlung: in den Arminhallen, Kommandantenstrasse 20. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht des Vorstandes. 2. Kassen und Eevisionsbericht. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder bittet Der Vorstand. Diejenigen Mitglieder, welche mit ihren Beiträgen im Eiick Stande sind, werden nochmals ersucht, diese bis spätestens 1. August zu begleichen, da ihre Mitgliedschaft sonst laut Statut erlischt 230/11 I. A.: G. Winklcr. Arb eiter-Bildnngss clmle. Donnerstag, den 13. Jnll, abends 8V2 Ehr: General- Versammlung im Lokale des Herrn Carl Vehse, Annenstrasse 16 I. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und der Eevisoren. 2. Abrechnung vom Stiftungsfest. 3. Anträge. 4. Schulangelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Beiträge werden entgegen genommen. Zahlreichen Besuch erwartet 4/20 Der Vorstand. Bauarbeiter! Tonnerstag. den 13. Juli, abends 7'/. Uhr. in Sohns Festsälen: Beuthstrafte 19: Oeffentliche Versammlung der Lau-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter Tages-Ordnung: I. Der Stand unserer diesjährigen Lohnbewegung. 2. Diskussion 3. Verschiedenes. 30/19 Die Eohnhommlsslon. I. St.: W. Hoack. AMiig! Fliesenleger. AM««! Donnerstag, den 13. Juli 1899, abends 8'/- Uhr, im„Englischen Garten-, Alexauderstrafte 27e: Oeffentl. Verfenntttlung der Fliesenleger Berlins und Umgegend. Tagesordnung: 1. Bericht über die Lohnbewegung. 2. Diskussion. Das Erscheinen aller Fliesenleger ist notwendig. 56/6 Die Kommission. Dkiitscii. Metallarbeiter-Verband (Versvaltangsstelle Berlin.) Am Mittwoch, den 12. Juli 1899, abendS 8 Nftr, im Lokal „Armin-Hallen", Kommandantenstrafte 29: Versammlung für den Süden. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Rechtsanwalt Vletor Fränkl über:»Die sociale Beden ung der Konsumgenossenschaften". 2. Diskusflon. 3. Ergänzungswahlen zur Bezirksleitung. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes.— Zahlreicher Besuch ist notwendig. Das Protokoll der Generalvcrfauimlung in Halle a. S. ist erschienen und zum Preise von 10 Pfennig bei den Kassierern, sowie im Bureau Annenstraße 39 erhältlich. 113/4' _ Die Ortsverwaltang. Allgemeine Familien-Sterbekasse zu Berlin. Sonnabend, den 22. Juli 1899, abends 8'/, llhr, im Lokale deS Hm. Dicke, Ackerstr. 123: General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Jahresbericht pro 1898,99 und Bericht der Revisoren. 2. Fcssietzung der Entschädigung für den Borstand und die Revisoren. 3. Beschlußfassung, in welchen Zeitungen die Beinum- machungen der Kasse stattzufinden haben. 4. Neuwahl für die aus- ichcidendcn Vorstandsmitglieder und die Revisoren. Es scheiden aus: der Reudaut Herr Englich. der Schrift- führer Herr Tittmann und der stell- vertteiende Vorsitzende Herr Wächtler. 5. Verschiedenes. Der Einttitt ist nur gegen Vor- zeigung des Qnittungsbuchs gestattet. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Borstand. I. A.: Aug. A ck e, Vorsitzender, _ Neue Hochstr. 41, IV.[12836 Billig! Knabenanzüge. Billig! Mädchenkkeider in großer Sluswahl. 6. Hokkmann, Vctcraiienstr. 14.» Konsumverein Berlin- Rixdorf. E. G. m. beschr. Haftpflicht. Donnerstag, 13. Jnli, abends G/, Uhr, bei Thomas, Herutamistr. 48—50: Ausserordentliche General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Ersatzwahl zweier Vorstands Mitglieder. 2. Antrag auf Ausschluß eines Mitgliedes aus dem Aussichts rat. 3. Verschiedenes. 268/11 Der Vorstand. Gesellschaftshans Swinemiinderstr. 12. Täglich im Garten: Theater-UorStliung. Saal für 866 Personen auch Sonntag frei. lit27L« Empfehle meine 1279b Restauration, Weiß- v. Bliyrischbitt-Lokill, Vereinszimmer mit Piano. Emil Frank, XZ"™ Bereiniqnnq der Maler ic. '(Filmte l. und II). Arn Sonnabend, den 22 Jnli 1899, In den„Central- Eeststtlen", Alte Jakobstrasse 82: Grones-JEcJJ* verbunden mtt Konzert und Theater Aufführungen. — Nach dem Konzert: Gr. Ball.- Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 50 Pfennig nach. Ansang 8-'z Uhr.- Einttitt 36 Pf. Billets sind in folgenden Zahlstellen zu haben: Ritterstraße 123, Alte Jakobssraße 69, Laugesiraße 102, Nostizstraßc 50, Blnmmthalstr. 5, Havel- bergcrstraße 37, Pasewalkerstraßc 3, Ruppinerstraße 42. 124/4» Das Ilomltee. Schnegelsbergs Festsäle Hasen beide>'0. 21— Jahnstrasse Mo. 8. Jnh.: Max Schindler. Telephon: Amt IV 1132. Empfehle den geehrten Gewerkschaften, Vereinen, Fabriken K. meine Säle, 300 u. 1200 Personen fassend(mit Bühne), zu Vcrsainmlungen und Festlichkeiten jeder Art. Mittwoch u. Sonntag: Grosser Dali mit Schlangen- und Bonbonregen und diversen Neberraschungen. Täglich: 8peelalltilten-Vorstellung. Entree frei. Rad-Rennbahn Treptow| am Bahnhof Treptow. Nächstes Iteimeu am 16. Juli. Hasenheide Hasenheide.]% PHP plt« Heute, Mittwoch, 12, Juli: Minder Fest mit Gratisverlosung, Fackelzug durch--- sonstige Uederraschungen. Außerdem 8peelallthten- Vorstellung. Soeben beginnt mit einem neuen Roman ein neues Abonnement ■auf EFT*10'PFENNIG Zu öezieheu durch alle Buch- handlnngcn, Colpoi-teare und 8peditcare, sowie durch die l'ost(Zeitungs-Katalog No, 3700) nnd den Verlag Buchbandiung Vorwärts Berlin SW., Beuth-Strasse 2. Für die vielen Beweise herz- licher Teilnahme und die reichen Bkumenspenoen bei der Beerbt- gung meines lieben Manne?, des Vergalders Emil Wiersbitzki sage ich allen Freunden, sowie den Kollegen der Fabrik Riefen- stahl, Zmupe u. Eo. meinen auf- richtigen Dank. 12731 Berlin, den 10. Juli 1899. Marie Wiersbitzki, geb. Glowatzkt. (Seschafts-Eroffnuttg. Mit dem heutigen Tage eröffne ich meine Restauratio» und Schankwirtschast mit Vereinszimmer u. franz. Billard. 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