Zeritralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 70 Heller Redaktion und Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantworllicher Redakteur: Karl K ern,Prag Nu» dem Inhalt: Henlein vor Gericht Zielbewußte Fürsorgearbeit Koloniales Angebot Frankreichs Todesurteil gegen StSpänek bestätigt 17. Jahrgang Mittwoch, 24. November 1937 Nr. 276 chenfystem auf. Daraus ergibt sich dir Notwendigkeit der Ausgestaltung der staatlichen Kinderaktion durch Eingliederung einer speziellen Heilfürsorge für gesundheitlich ganz besonder- geschädigte Kinder. Prag. In großer Zeitnot begann der Budgetausschuß am Dienstag nachmittags dir Beratung der Kapitel soziale Fürsorge und Gesundheitswesen. Dir Ressortminister hatten dem Ausschuß umfangreiche Exposes vorbereitet, die ein anschauliches Bild über die ungeheuere Arbeit gaben» die in beiden Ressorts unter der zirlbewußten Leitung der Minister geleistet wird. DaS Expose des Gesundheitsministers Dr. Czech vermittelt auf 64 Seiten in großen Zügen eine Uetersicht über daS im abgelaufenen Jahr auf den verschiedensten Gebieten des Ressorts Geleistete. Immer und immer wieder wird aufgezeigt, wie die leidige Geldfrage nur zu oft die besten Absichten zunichte macht, und wie angesichts der zur Verfügung stehenden Beträge das Menschenmöglichste herausgeholt wird. Eine Reihe von neue» Aktionen zur Bekämpfung der verheerendsten Krankheiten ist in die Wege geleitet; die großen Pläne des Ministers, über die er schon in früheren Exposes berichtete, reifen planmäßig der Lösung entgegen. Eine Reihe von Beiräten ist am Werk, nm alle diese Probleme gründlichst zu bearbeiten. Wir zweifeln nicht daran, daß es der unerschöpflichen Energie des Leiters dieses Refforts gelingen wird, auch die zur Verwirklichung nötigen materiellen Voraussetzungen zu schaffen. Die zurückliegende achtjährige Wirtschaftskrise hat die öffentliche Gesundheitsverwaltung auch im abgelaufeneu Jahre vor ganz außer- ordentliche Aufgaben gestellt. Glücklicherweise traten bereits die ersten Anzeichen einer wesentlichen Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse in Erscheinung, wodurch sich ein Ausblick auf gedeihlichere Wirkungsmöglichkeiten der öffentlichen Gesundheitsverwaltung ergibt. Das Populationsproblem Im Jahre 1936 ist der Geburtenüberschuß auf 62.176 oder 4.09 Promille gesunken. Im heurigen Jahre ist ein weiteres Sinken auf 3.78 Promille zu erwarten. Auch in den beiden östlichen Ländern, die immer die Populationsreserve des Maates bildeten, ist rtt allmähliches Sinken des UeberschuffeS bemerkbar. In einer ganzen Reihe von Bezirken in Böhmen haben wir bereits sehr schmerzliche Populationsabgänge zu verzeichnen. Hierher gehören u. a. Braunau, Tetschen, Friedland. Hokiee, Gablonz, Deutsch g a b e l. GraSlitz, Reichenborg, Pribranr. R u m« bürg. Semil, T e p l i tz und Karlsbad. In Prag bewegt sich der Geburtenrückgang noch unter dem Niveau von einem Promille. Durch d>e drohende Depopulation sind in Böhmen beide nationale Sektoren von dem gleichen Schicksal betroffen. Aus dieser Situation heraus ergab sich zwangsläufig die Notwendigkeit mit raschen und ernsten A b« wehrmaßnghmen einzusetzen. Das Problem besteht aus einer unausdenkbaren Vielfältigkeit von Teilproblemen biologsscher, physiologischer und sittlicher. aber auch wirtschaftlicher, sozialer und gesundheitlicher Art. Die Notwendigkeit, dem„gewollten Kinde" daS notwandlge Minimum an Letzens- und Gesundheitsmöglichkeitrn zu sichern, rollt sofort große finanzielle und wirtschaftliche Frage» auf, denen man angesichts der augenblicklich« finanziellen Lage kaum gerecht werden kann. Vor allen anderen Aufgaben fällt uns auch die Mission zu, die vor- zeitige Sterblichkeit mit allen Mittel»'zu bekämpfen, d. h. nach Masaryk alles' daran zu setzen, daß„uns nicht nur Menschen geboren werden, sondern daß sie auch am Leben bleiben". Zum Zwecke der etappenweisen Lösung und der Voranstellung des gesundheitlichen Sektors wurde ein Beirat für Population beim Gesundheitsministerium eingesetzt.»«»,. saranisten verraten hat. Dieser ist der Führer der Danmbkädrt sogenannten rumänischen Front geworden, welche den numerus valachicus verkündet, das heißt, die _—,, Fordern»« nach Zurückdrängung der Minderhei- 3. nachmittags eintrifft. Bon Warschau wird er‘ en Bevöl« sich am 4. Dezember abends nach Krakau bege- j° ben. am 7. Dezember mittags reist er nach B«- k a r e st weiter, wo er am 8. Dezember morgens eintrifft. Am II. Dezember vormittags begibt er sich nach Subotiea, wo er nach einigen Stunden Aufenthalt den Zug»ach Belgrad besteigt, wo er vöm 12. Dezember vormittags bis zum 14. Dezember abends bleibt. Am 15. Dezember nach mittags trifft Delbos in P r a g ein. Am 18. Dezember tritt er von Prag aus dir Heimreise nach Paris an, wo er am 19. Dezember vormit tags zurückcrwartet wird. eine Prestigefrage handelt. Dem d«tschen Pre- stigebedürfnis aber würde von Paris kein Zugeständnis gemacht werden. Delbos am 15. Dezember In Präs P a r i s. Zu der bevorstehenden diplomati-\ schen Reise des Außenministers DelboS wird jetzt das genaue Programm bekannt, s Delbos am 2. Dezember abends mit dem Nordexpreß zunächst nach Warf ch a u» wo er am kerungsschlüsiels". Die Nationalzaranisten lehntey es ab, mit Vaida Voevod auch nur zu verhandeln. Sie haben damit Innerhalb einer politischen Oeffentlichkeit, in der Manneswürde eine kostbare Seltenheit ist, immerhin das Beispiel einer würdevoll« Haltung gegeben, auf welches hingewiesen werd« darf. Tie Nationalzaranisten sind heute aus der Macht ausgeschaltet und die gleiche rumänische Front, mit der sie sich zur Erfüllung der-ihnen gestelltes Bedingung hätten einigen sollen, verlangt heute nicht mehr und nicht weniger als die Zerschlagung • Seite 2 der politischen Parteien, das heißt eigentlich: die Vernichtung der Nationalzaranisten. Mittwoch, 24. November 1937 aus Analphabeten und zu 20 Prozent aus jüdi- seine Million: das ist die faschistische„ Elite", auf schen und nichtjüdischen Fremden( Minderheiten) deren Herrschaft in Rumänien viele zusteuern, die Es war ein wohlüberlegter Schritt, wenn besteht, so daß im Grunde genommen nur 5 Pro- Einfluß befizen. Die Notwendigkeiten der rumänis man den Nationalzaranisten diese Bedingung auf- zent in Rumänien, das heißt, hoch gerechnet eine schen Außenpolitik allein sind es, welche diese Ent erlegte. Die Nationalzaranisten haben mit der Ab- Million von 18 Millionen Landesbewohnern zu wicklung vielleicht korrigieren werden. Rumänien Jehnung dieser Bedingungen nicht allein ein Bei- politischen Entscheidungen berechtigt sind. Eine ist auf die Westmächte angewiesen und diese Tatspiel von Würde gegeben, sie haben sich damit auch Million: das ungefähr ist die Zahl des rumäni- fache wird wohl auch in Zukunft auf die Innenpolitik des Landes von Einfluß sein. geweigert, die demokratischen Grundsäße, auf de schen Bürgertums, blutsmäßig" gesprochen nen eine Bauernpartei in Rumänien allein beruhen kann, um einer relativen Macht willen zu berraten. Das Exposé des Gesundheitsministers Diese Entscheidung ist zwischen der zweiten und der dritten Audienz Tatarescus gefallen. Die dritte Audienz brachte das Ereignis, welches vor( Fortfehung von Seite 1.) auszusehen war: Tatarescus Wiederbetrauung Arbeitslose hilfreich beispringen würden. Für mit der Regierungsbildung auf vergrößerter unentgeltliche Verabreichung von MeGrundlage". Nach verschiedenen Bemühungen in bikamenten hat das Gefundheitsministerium einer Richtung, die er selbst nicht ernst nahm, in einen Betrag von 280.000 Kč bereitgestellt. der Richtung nämlich einer Splitterpartei der Li- Jenen Arbeitslosen, die in ambulatorischer beralen und in der Richtung einer Splitterpartei Pflege der Krankenhäuser stehen, werden Arzder Nationalzaranisten, hat Tatarescu heimgefun- neien und sonstige Behelse aus Mitteln der Saden: er hat sich mit Jorga geeinigt und mit dem- nitätsumlage une n t ge It I ich verabreicht. selben Vaida Voevod, der tags vorher noch den Nationalzaranisten ans Herz gelegt worden war. Zwischen Jorga und Vaida besteht eine geistige und Seelenverwandtschaft, die nicht bloß auf das Jugendfürsorge Nr. 276 dies außerordentlich schwierigen Dienstes des Pfleges personals Vorsorge zu treffen. Augenblicklich werden auch Richtlinien für die Errichtung eines Beis rates für Pflegerinnenfragen vorbereitet. An diesem Beirat soll auch die materielle vorbereitet. In diesem Beirat soll auch die materielle Sicherung des Pflegepersonals aller Kategorien eingehend erörtert werden. Andere Teilgebiete Auf dem Gebiet des Ernährungswes sens gestaltet sich die Arbeit besonders dort, wo hart umstrittene Fragentomplexe( Pasteurisierung, Les bensmittelkontrolle etc.) zur Verhandlung stehen, vielfach sehr schwierig. Zu den weiteren Arbeiten des tursen für Geburtsassistentinnen nehmen rund Ministeriums, die in diesen Rahmen fallen, gehören 5000 Personen teil die Fragen der militärischen Gesunds beitsfürsorge. Auch in die Organisierung Unsere Gesundheitsgesetzgebung des zivilen Luftschußes hat sich das Gegenstand der eingehendsten Prüfung und regſten Das Krantenhausgeset bildet den Ministerium als gleichwertiger Faftor eingegliedert. Tistuſſion der intereſſierten Nachtreiſe. Die neue leitung, Kanaliſierung) sind die zur Verfügung s Für Assanierungszwede( Wassers Auffassung des Strantenbauſes als eines zentrums henden Beträge zum größten Teil durch alte reſtber turativen, aber auch der präventiven und sozial- bindlichkeiten in Anspruch genommen. Aus dem te gesundheitlichen Fürsorge findet überall guten lichen Betrag von einer Million konnte den einzelneg Widerhall, nicht minder auch der Gedanke der Ein- Bauführern ein halbes Prozent des Bauaufwander gliederung aller sozialgesundheitlichen Anstalten flüssig gemacht werden. Dem Ministerium liegen in den Rahmen des gesamten Anstaltswesens. Die Projekte mit einem Bauaufwand von dreiviertel Borlage befindet sich augenblicklich im interminis Milliarden vor, die ohne ausgiebige Unterſtügung Alter der beiden Herren zurückzuführen ist, wel Gefundheitsfürsorge in den vom Fürsorgeminifterium für ein neues Sanitätsgeleb in Angriff tierten Bauaufwandes zu mobiliſieren, würde diez Das Ministerium will durch Eingliederung der schriftliche Enquete. Es wurden auch Vorarbeiten es möglich wäre, auch nur einen Teil dieſes projets steriellen Stadium, parallel damit läuft auch eine des Staates nie durchgeführt werden können. Wenn ches sich der biblischen Grenze nähert, sondern auch verfaßten Gefeßentwurf über die öffentliche genommen. Die Berhandlung des Gejeges über die in den beteiligten Wirtschaftszweigen eine außer darauf, daß beide gern Hans Dampf in allen Jugend fürsorge diefer nicht nur feste öffentliche Jugendfürsorge ist bereits ordentliche Belebung zur Folge haben. Gassen spielen. Vor allem aber ist die Verbindung legislatorische Grundlagen sichern, sondern ihr auch im Gange, das Gesetz über den ich u I ärat zwischen Jorga und Vaida dadurch gegeben, daß durch das innige Zusammenwirken aller Beige lichen Dienst ist fertiggestellt, auch über ein sie beide mehr oder minder der äußersten Rechten der staatlichen Verwaltung die reichsten Entfaltunasneues Lebensmittelgefe sind Verhandlunzuzuzählen sind. Jorga hat von seiner Bewunde möglichkeiten gewährleisten. Ferner ist ein Gesetz gen im Gange. Ein neues Epidemiegejes rung für Mussolini niemals Sehl gemacht und er über den schulärztlichen Dienst in Vorbereituna. und ein Gefeß über die sozialgefundheit hat auch sich seit einiger Zeit dazu entschlossen, durch das die sozialgesundheitliche Fürsorge für die liche Fürsorge sollen auf dem Wege zum fodie Lösung der Judenfrage in Rumänien im Sinne schaltung der ferienteisen Gesundenuntersuchung bilden. Schuljugend für obligatorisch erklärt und durch Eins genannten Kodex sanitarius den Schlußstein der Forderungen des Dritten Reiches zu verlans fest verankert wird. Auch für die Ausammenfaffung gen. Der gleiche Jorga, der nach Beendigung des und normative Regelung der Kinder- und Ministeriums hebt das Erposé die Novellierung der Von den weiteren legislatorischen Arbeiten des Krieges sich nicht genug daran tun konnte, den Mutterberatungsstellen fellen die Sanitätsumlage, die Feſtſeßung der ärztlichen Hopreußischen Stiefel zu verfluchen, welcher Numä- Vorauslekungen geschaffen werden. Die gefamte Bes norare in den höheren Klassen der Krankenhäuser, nien während des Weltkrieges besetzt gehalten ratungsfürsorge wurde auch im abgelaufenen Jahre den Schutz der natürlichen Heilquellen, ein Apos hatte und der nach der Heraufkunft Hitlers das durch eine großzügige staatliche Seilfürforae und thefergesetz etc. hervor. Daneben gehen die VorSchicksal der jüdischen Gelehrten in Deutschland Ferienaktion, vor allem aber auch durch die it a at arbeiten an dem neuen Lebensmittelfoder weiter. In beklagt hatte, hat nunmehr eine Wendung um liche Gene fung saftion ergänzt, durch Verhandlung steht die definitive Organisierung 180 Grad vorgenommen und entspricht somit dem die bisher 25.000 Kinder gesundheitlich wieder auf des staatlichen Gesundheitsinstituts, die Verhand Zeitgeist. Für Tatarescu bedeutet die Berbindung gerichtet wurden. An der Staatlichen Genesungsaktion lungen über die Dienstabzeichen für Apotheker find haben in felbständigen Seftoren auch Jua end- abgeschlossen. Ein Gefes über die Gremien der mit diesen beiden Männern und ihrer Anhänger- Ii che im Alter von 14 bis 21 Jahren teilgenom Geburtsassistentinnen ist im interministeriellen Verschaft den ersten Schritt auf dem Wege zur Errichmen; auch sie sind mit sehr gebesserter Gesundheit fahren, das Opiumgesetz wurde vom Senat bereits tung eines autoritären Regimes. Der Hauptzweck wieder heimgekehrt. dieses autoritären Regimes ist die Unschädlichmabeabschiedet. Krankenhauswesen 72.735 Strantenbetten zur Verfügung. Leiber mar Im Jahre 1935 standen in 426 Heilanstalten en die Krankenhäuſer noch über dieses hygienisch zulässige Ausmaß hinaus belegt werden. Die staat lichen Krankenhäuser haben in den lezten Jahren eine ganz wesentliche Ausgestaltung erfahren. Die Borarbeiten für die neuen Krankenhausbauten in Prag- Motol find soweit abgeschlossen, daß schon in nächster Zeit über die Vergabe der Detailpläne entschieden werden wird. Der Kampf gegen die Infektionskrankheiten Die Zahl der Diphtherieerfrantun gen ist im Jahre 1936 von 28.455 auf 25.941 au rückgegangen, die erſten neun Monate 1937 zeigen jedoch eine Erhöhung um 577 Fälle. Nur in Böh men ist ein Aufstieg der Krankheitshäufigkeit zu ver gang. Endemisch ist die Diphterie in den nörbe zeichnen, in den übrigen Ländern jedoch ein Rüd lichen und westlichen Gebieten Böh men 3. In Karpathorußland ist jedes vierte diph terietrante Kind dem Tode überantwortet. Bauch typhus weist in den ersten neun Monaten 1987 5065 Ertranfungen auf, ar I a 15.869 Fälle. Hier ist ebenso wie bei Ied typ huz ( 90 Fälle gegenüber 427 im Vorjahr) ein deutlicher Rüdgang zu verzeichnen. In nächster Zeit jollen in den von der Diphterie besonders heimgesuchten Gebieten an Ort und Stelle alle notwendigen pro phylaktischen Vorkehrungen getroffen werden. Aerzte, Pflegerinnen, Hebammen Bei der Behandlung verschiedener ärztlicher das Einvernehmen mit den ärztlichen Korporationen Fragen hat das Gesundheitsministerium immer gesucht. Bei den oben erwähnten großen Aktionen gegen die Depopulation, gegen die Herz- und rheu matischen Erkrankungen rechnet das Ministerium mit der verständnisvollsten Unterſtüßung der gesamien Aerateschaft und ihrer Standesorganisationen. Auch heuer war es möglich den auf dem Gebiet chung Manius. Aber gerade das kann man einer der Ausendfürforse tätigen Kornorationen erhöhte großen Oeffentlichkeit nicht mitteilen, dagegen materielle Unterstübungen zuzubilli- en. And dem ſprechen alle erdenklichen Motive, vor allem das Erträanis der Semitätsumlane werden 800.000 Kč Motiv der Opportunität. Also muß man andere als Rubuke für die bisher beſtehenden BeratungsBegründungen suchen. Welche Begründung liegt stellen flüffin gemacht werden. nemeinfam mit dem heute näher als die jüdische Gefahr, als die Ge- Fürsorgeminifterium soll ein Fonds zur Errichtun fahr der Ueberfremdung der rumänischen Wirt- weiterer neuer Beratungsstellen für Mütter und schaft durch Juden und Minderheiten, denen jedes Kinder gefchaffen werden. Auch den Landeskom. Stück Brot, das sie erwerben, borgerechnet und als miffionen für Kinderschuk und Ausendfürsorge und Die Vorlage über die Gremien der Geburts zum Teil auch anderen Fürforseforporettonen werDiebstahl an dem rumänischen Volke angetreidet ben heuer erhöhte Suhmentionen angeteilt mehr aſſiſtentinnen wurden zum interministeriellen Vers fahren geleitet. In der Frage der Honorarregelung wird? Welche Begründung fönnte schlagfräftiger Bum ersten Male finh 150.000 Kč für ärstliche Bes fein und wirkungsvoller, als die in allen möglichen trenung ber unehelichen und in fremder Pflege Im staatlichen Gesundheits. sucht das Ministerium durch Verhandlungen mit der institut hat die Arbeit derartig überhand ges Sozialversicherung und Selbstverwaltung eine ents Formen berbreitete Behauptung, der rumänische stehenden Kinder eingefekt. Für nefundheitlich schwer nommen, daß das Institut bringend erweiterungsbe-| sprechende Lösung. Die Frage der Rabanierung ber Bauer sei ein Opfer der Weisen von Zion" und geschädinte Kinder ist ein svezialisierter Kurs dürftig ist. Leider tann das Inſtitut seiner weiteren Geburtsassistentinnen hat bisher zu keinem greifbaren jener Fremden, welche die Revision der rumäni- brauch in Bustien und Darkan vorgefehen. für Aufgabe die Gorge für eine prattisch fachliche Aus- Ergebnis geführt, da die Verſtändigung mit meh schen Grenzen garnicht erwarten können? Das und Schulzahnffene wurde ein eigener Fonds bildung des Sanitätspersonals zu tragen, derzeit reren Refforts erforderlich ist. Derzeit sind obliga, nichts anderes ist die Richtung, in welcher sich die mit 180.000 Kč botiert. torische Wiederholungskurse für Hebammen in Gang, rumänische Innenpolitik von nun an bewegen Auch die Ausbildung und Schulung der Aerate Durch Novellierung der Regierungsverordnung um auch die älteren unter ihnen an die neuen Er wird. Die Nationalzaranisten müssen ausgeschal- und Sanitätsorgane ist in der abgelaufenen Be- 22/27 follen die materiellen Verhältnisse des Krane rungenschaften der Medizin und Hygiene heranzus tet werden, nicht etwa weil sie Demokraten find, richtsperiode wieder vorwärts gekommen. Augenblickten haus personals verbessert und ihm bringen. Die Kursteilnehmerinnen erhalten die Relfe sondern weil sie mit diesen Kräften der Hölle einen lich finden 32 regionale Kurse für staatliche Aerate wenigstens ein allmählicher Aufstieg in den Gehalts- auslagen vergütet, die sozial schwächsten auch son Bund eingegangen sind, weil sie also der innere statt, in denen diese über die in Gang befindlichen bezügen und eine Sicherung seiner Stellung gewähr- ftige Subventionen. Aktionen des Ministeriums durch instruttive Bor- leistet werden. Die Verordnung befindet sich augenFeind sind. Und dieser innere Feind muß beseiträge orientiert werden. An der Masarykschule für blicklich im interministeriellen Verfahren. Das Mis Körperkultur tigt werden, denn er verlangt, wie Vaida Voevod Gesundheits- und soziale Fürsorge, die augenblid nisterium hat allen öffentlichen Krankenhäusern aufoder einer seiner Schreibföldlinge es formuliert lich 101 Frequentantinnen aufweist, erfolgt die Aus- getragen, den sich häufenden Beschwerden des Berhat, daß das unbehinderte Wahlrecht einer Bevöl bildung von höher qualifizierten fozialgefund fonals über Berföstigung. Unterbringung usw. zu ferung zugestanden wird, welche zu 75 Prozent heitlichen Fürsorgerinnen. An den Wiederholungs- steuern und für die ungetrübte Abwicklung des ohne 20 DER KLEINE VON EUGENE DABIT Berechtigte Uebertragung aus dem Französischen von Bejot Und da ich so tue, als verstünde ich ihn nicht: " Zwei Tage Kasten, Decamp, wenn Sie sich das noch ein einziges Mal erlauben." Dennoch spiele ich meine Rolle weiter, und es regnet weiter Strafen aller Art. François und ich, wir räumen die Latrinen aus und werden zu jeder Dreckarbeit geholt. Die Vorgesetzten spies len genau so Schindluder mit uns wie die Kame raden. Fast jeden Abend habe ich Stubenarrest und kann nicht mehr in das fleine Café gehen, in das ich immer so gern ging. Ich habe mich also in meiner eigenen Falle gefangen. Eines Sonntagsnachmittags sind die anderen alle in die Stadt gegangen. Dunstiges Gewölf am blauen Himmel kündigt den Frühling an. Auf dem menschenleeren Hof hallen unsere Schritte. Wir gehen im Kreise wie Sträflinge. François murmelt vor sich hin. " seinen Atem ins Gesicht. Er hat sich beim Rafieren geschnitten und die Stoppeln stehengelassen. Sein Haar ist kurz geschoren. ch... ich gehe schon." Er muß mir nur noch eine Geschichte ers zählen. Dieselbe Geschichte natürlich, die ich schon hundertmal von ihm gehört habe. Soll ich den ganzen Nachmittag mit dem Narren berbringen? Ich betrachte die Mauer. Sie ist niedrig, ein paar Steine sind locker. Ich sehe mich um. Kein Mensch. Jch flettere hinauf. François bleibt der Mund offen stehen. Jetzt bin ich oben, lasse mich auf der anderen Seite hinuntergleiten. Dort, zuni Greifen nahe, liegt die Stadt. " noch nicht nachkommen. ." ..Ich hatte genug, bin über die Mauer Dann, die Stimme dämpfend: Ich weiß nicht, wie ich hineinfomme. Sie werden mich klappen." # 1 Gehen wir zusammen. Ich kenne den Wach habenden. ,, Das wird sie nicht hindern, sich bei nächster Gelegenheit auf mich zu stürzen." ,, Verlieren Sie nicht den Mut, Kleiner. Sören Sie auf, den Narren zu spielen. Nehmen Sie sich doch zusammen." Er legt mir die Hand auf die Schulter. ..Ich helfe Ihnen." 3. Kapitel Pierre Lentaigne hat Wort gehalten. Er bes mich und hilft mir, wo er nur kann. In ständiger Zusammenarbeit mit den Miniftes rien für nationale Verteidigung und für Schulwesen werden alle Vorkehrungen zur Durchführung Gefeßes über die Wehrerziehung und zur Heraus be wir auf einen Plaz, stehen vor Notre- Dame- las Grande. Ich rufe aus: Sie erinnert im großen an die Tauffapelle bon Saint- Jean. Nicht wahr?" ,, Beide sind romanisch. Aber du hast not nichts gesehen. Komm nur näher." Ich sehe Statuen, Säulen, Stulpturen und inmitten des Portals, die Gestalt des Heilandes mit segnend erhobener Hand. föpfe siebst?" Ist das schön?" fragt Pierre begeistert. Schön?" Ja, das alles, diese Plastiken, diese Engels .. Fühlst du denn nichts, wenn du fic под in ,, Doch. Aber ich verstehe nichts davon." François bin ich los. Jch laufe. Ich bin frei. ..Su verstehen braucht man auch nichts. Aber Mir ist, als kehrte mir plöblich die Gesundheit rät ich will dir Sainte Radegonde zeigen. Sie ist nod wieder. Ach, ich weiß: ich bin weit vom Ziele. Es Ein feiner Mensch, würde Mama sagen. Er viel schöner. Stomm!" fehlt mir an Phantasie und an Kühnheit. Beim hat eine hohe Stirn, nachdenkliche Augen, schmale Die Kathedrale erhebt sich in einem düsteren Abendessen hätte ich den Tisch umwerfen, einen Lippen, ein spizes Kinn mit einem Grübchen, eine Viertel. Man hat das Gefühl, daß alles hier Karabiner vom Haken reißen und auf die Kame- fanfte Stimme, ruhige Bewegungen und einen Staub gehüllt ist. Türme, Türmchen und eine raden anlegen sollen. Sie hätten mich ins Revier stets heiteren Ausdruck. Seit einer Woche höre ich graue Fassade, die ohne Unterbrechung himmel gebracht. ,, Die Kleine ist verrückt geworden. auf ihn, und es ist nicht mein Schaden. Seine wärts strebt. Schon senkt sich die Dämmerung Aber der Stabsarzt hätte mich beobachtet. ,, Wieder Gegenwart gibt mir Vertrauen und beschwichtigt auf den Platz. Es ist ganz still. Nur zuweilen ein Simulant!" Und dann vielleicht das Kriegs- meinen inneren Aufruhr. hört man das Krächzen eines Raben. gericht... Am ersten Sonntag gehen wir zusammen Pierre führt mich vor das Portal. Als das Gittertor hinter uns ins Schloß Most. Der heilige Dionysius mit seinem Stopf in ..Hier ist der heilige Laurentius auf dem fällt, sage ich: der Hand, Johannes der Täufer mit seinem ,, Heute kann man gehen, wohin man will. Lammfell. In der Mitte die heilige Radegunde. aber vorigen Sonntag.. Darüber die Geschichte der Jungfrau, die Flucht aus Aegypten. Kannst du sehen?" Eine alte Brücke führt über das Tal. Jch Plöglich legt er die Hand auf meinen Arm. aus. Wenn wir an der Front sind, werden sie lehne mich übers Geländer und sehe ins Wasser. Jch werfe ein Stück Papier hinein. Es schwimmt Augen machen, was?" fort, dem Meere zu, der Freiheit... Ich beuge mich hinab. Noch ein wenig weiter, und alles ist borüber. Er will uns immer von seinem Heldenmut fiberzeugen. Einmal hat er sich mit gezüdtem Säbel auf die Kameraden gestürzt. Er bebauptete, wir hätten einen Woche in der Korporalschaft. Ich höre die Schläge meines Bergens. bohre die Nägel in die Sandteller, bewege die Beine, hebe einen Arm, laffe ihn fallen. Ich hole tief Atem. Ich Yebe! Manchmal, wenn ich mit ihm zusammen bin, frage ich mich, ob ich nicht wirklich verrückt werde. Ich lalle wie er, verliere das Gedächtnis, schimpfe ohne Grund. Dann kann es sein, daß ich ihm sage: Laß mich, du gehst mir auf die Nerven." Aber er hängt sich an mich, zieht mich am Mermel, fommt mir immer näher und haucht mir Lentaigne. " Ein Trompetensignal verhallt im Tale. Die Arrestanten zum Appell! ,, Was tun Sie hier, Meiner?" Ich wende den Kopf. Ein Kamerad. Pierre ,, Du hast aufgehört, den Jdioten zu spielen, und man hat dich in Frieden gelaffen." Wir gehen über den Clain. ,, Worauf hättest du Lust? Aus dem Mus seum machst du dir nichts. Kennst du die Kirchen?" ,, Natürlich kenne ich sie. Aber man fönnte fic ja noch einmal ansehen." Eine steil ansteigende Straße; rechts und Tints finstere, unschöne Häuser. Dann tommen! ,, Das hatte ich allerdings noch nie gesehen." ,, Warte, ich zeige dir noch mehr." Wir gehen hinein. Im Halbdunkel alühen die Fenster auf. Ein goldener Strahl fällt ins Shiff. ,, Man könnte ren, es brennt." ,, Pst!" macht Piccre. ( Fortsetzung folgt.) Nr. 276 habe der einschlägigen Durchführungsverordnungen und Spezialnormen getroffen. Gleichzeitig wird in ständigem Kontakt mit den Organisationen der Körperkultur der Weg gesucht, um ihnen die Erfüllung der Aufgaben zu erleichtern, die ihnen auf dem Gebiete der Wehrerziehung zufallen. Das Ministerium arbeitet an der Fertigstellung des staatlichen ThrsInstitutes und des Prager Masarykstadions mit allen Kräften. Leider stehen dem Gesundheitsministerium sur materiellen Unterstüßung der verschiedenen Organisationen der Körperkultur nur ganz unzureichende Mittel zur Verfügung. Eine Möglichkeit zu einer planmäßigen Arbeit auf diesem Gebiet ist also nicht gegeben. Bäderwesen Mittwoch, 24. November 1937 Sudetendeutscher Zeitspiegel Henlein vor Gericht Er hat ein auffallend schlechtes Gedächtnis Seite 3 Opfern, den bedürftigsten Schichten der Bevölkerung Sprach Henlein oft und oft von ,, seiner das gute Gedächtnis. Und es bleibt die Er- ob er die Mitglieder des Schiedsgerichts im Deutzugänglich machen. Dr. Schaurek will wissen, ob auch die erste Erflärung vom 11. Juli von Henlein sei, deren Wortlaut er( Dr. Schaurek) jedoch nicht bei der Hand habe. Dr. Neuwirth: ,, Das wissen wir nicht mehr." Henlein erklärt, nicht auf die Frage antworten zu können, weil er es jetzt richt wisse! Nach der Darstellung Henleins war das Ehrenschiedsgericht ein von ihm eingesetzter AusDauba( E. B.). Vor dem Daubaer Be- wurde, aber man mußte zur großen Ueber- iuß, der ihm nur Bericht zu erstatten hatte, der Der Bäderbesuch hat im abgelaufenen Jahre daß dieser Führer einer aber seine Funktion überschritten hat. einen sehr erfreulichen Aufstieg zu verzeichnen. Trog zirksgericht erschien Dienstag Konrad Hen- raschung hören, dem haben unsere großen Bäder immer noch mit lein als Zeuge in einem Ehrenbeleidigungs- Partei von den wichtigsten Ereignissen nichts Nun bringt Dr. Schaurek die Vorgänge zur bedeutenden Schwierigkeiten zu kämpfen. Was in den prozeß, den er selbst, der SdP- Abgeordnete weiß oder nichts mehr weiß, und daß er sich Sprache, die sich nach der Beschlußfassung des Möglichkeiten der Staatsverwaltung lag, iſt augun- Lischka und der SdP- Landesausschußbei- nicht einmal an die grundlegendsten Aus- Ehrengerichtes und seinem Bericht an Henlein abſten der Bäder in der letzten Zeit unternommen wor- sitzer Keil gegen den Sekretär des BdL Beck sprachen erinnern kann, bei welchen er ein gespielt haben, wobei Henlein in den Mitgliedern den. Auch das Gesundheitsministerium hat in den wegen der Behauptung angestrengt haben, verantwortlicher Partner war. Es spricht des Schiedsgerichtes den Eindruck erweckt haben soll, Grenzen seiner beschränkten Budgetmöglichkeiten bel- daß Henlein sein Ehrenwort gebrochen hat. wahrhaftig nicht für das Führerprinzip und Deutschen Haus in Prag vergeblich auf die letzte daß er den Spruch annehme; doch soll er sie im fend eingegriffen und den Bädern gewisse kleinere Man durfte mit Recht erwarten, daß Hen- noch viel weniger für den Führer, wenn solche Entscheidung warten gelassen haben und weggefahmaterielle Beihife zur Vervollkommnung der Bälein, der sich damals entschuldigt hatte, jetzt Unkenntnis der wichtigsten Vorgänge ge- ren sein. dereinrichtungen, zur Durchführung der QuellenſicheDr. Neuwirth greift erregt ein, doch beschließt rung etc. geleistet. Auch die staatlichen Bäder haben in einem Prozeß, den er durch seine Klage richtsaktenmäßig niedergelegt wird. Konrad sehr erfreuliche Saisonsergebnisse zu verzeichnen. Bei selbst ins Rollen gebracht hat, klar und Henlein hat derart als Zeuge gesprochen und das Gericht, daß Henlein, während die Fragen präder Herz- und Rheumaattion rechnet die Gefund präzis auf die Dinge eingehen, seine und fern ist daher der Verdacht, er habe so aus sistert werden, den Verhandlungssaal zu verlassen heitsverwaltung mit einer ausgiebigen Mitwirtung seiner Umgebung Haltung in den strittigen Verlegenheit gehandelt oder um wahre hat. der staatlichen Bäder namentlich von Sliač und Joa. Fragen klarlegen, mit einem Wort, daß er Sachverhalte zu verschweigen. Es bleibt also Henlein kann nicht bestimmt angeben chimsthal. Es wird notwendig sein, daß die staat- über Geschehnisse eindeutig aussagen werde, nur die Feststellung, daß Henlein eine der Henlein erklärt sodann, am 10. Juli 36 den lichen Bäder durch ausgiebige Investitionen ihre in deren Mittelpunkt er doch stand. wichtigsten Eigenschaften besonders von Schiedsspruch weder anerkannt noch abgelehnt zu Heil- und Badeeinrichtungen ausgestalten und mo- Das genaue Gegenteil war der Fall. Zwar leitenden Menschen abhanden gekommen ist, haben. Er kann nicht bestimmt angeben, dernisieren und sie vor allem, wenn auch mit einigen Partei", ,, seiner Bewegung", aber nach wartung, daß der weitere Prozeßverlauf die schen Haus warten ließ. Er weiß auch nicht, ob er am gleichen Tag Prag verlassen hat, aber er weiß, An der betrüblichen Rolle der öffentlichen Schluß seiner Einvernahme, die höchst über- noch bestehenden Lücken schließen wird. daß er zwei Tage später irgendwo in Nordböhmen Gesundheitsverwaltung als eines Stieftindes der raschend von seinem Vertreter herbeigeführt war. Henlein weiß auch nicht, ob er den staatlichen Verwaltung ändert sich leider auch im Schiedsrichtern fagte, er werde sich noch entscheiden, heurigen Jahr nur sehr wenig. Wenn auch alle Die Zusammenarbeit mit dem BdL| tischen Entwicklung sei es zu unüberwindlichen ob die kürzere oder die längere Fassung des Spruanderen Aufgaben vor der der Sicherung des Spannungen gekommen ches veröffentlicht werden soll. Zum Schluß soll aufDie Vormittagsverhandlung begann mit der EinStaates zurücktreten müssen, so wird es doch auf bernahme des Beugen Alfred Müller aus Alt- Ehren- bis Dr. Spina am 25. März 1935 die Ergebnis- geklärt werden, ob Henlein an dem Rundschreiben, die Dauer unmöglich sein, dem Gesundheitsmini- bern, der angab, im Oktober 1933 mit. Pfeifer losigkeit der Verhandlungen konstatierte. welches nach dem Brand- Schiedsgericht an die Or sterium im Rahmen der gesamten öffentlichen Ver-( dem Herausgeber der„ Rumburger Beitung") und ganisationen verschickt wurde und welches die Schiedsrichter angriff beteiligt war. Henlein beruft waltung auch weitere größere und tief schürfende Röttig nach Eger zu Henlein gefahren zu sein, um Arbeitsmöglichkeiten vorzuenthalten. vom Kameradschaftsbund! sich darauf, daß es sich um eine Tatsachendarstellung sich zu informieren. Im Laufe eines mehrstündigen handele sollte, daß ein Redaktionsausschuß von ihm Zum Schluß dankt der Minister allen Dr- Gesprächs babe Henlein auf eine Frage wegen der Ueber den Kameradschaftsbund sagte Henlein: eingefeßt wurde( wer die Mitglieder waren, weiß ganisationen der sozialgesundheitlichen Fürsorge, Zusammenarbeit mit dem Bd2 geantwortet, ,, Mir ist nichts davon bekannt, daß ich mich er nicht mehr), daß er das Rundschreiben in der Sozialversicherung und der Körperkultur, so- diese Zusammenarbeit komme gar nicht in Frage! jemand gegenüber verpflichtet hätte, daß der seiner fertigen Fassung erst später gesehen und es wie allen Standeskorporationen, nicht zuletzt auch Im Verlaufe der Einbernahme dieses Zeugen bemüht einen Einfluß auf meine Partei haben wird. Rich dann widerrufen habe. Er wisse aber nicht, allen Beamten und Angestellten seines Refforts sich der Vertreter Henleins, Dr. Neuwirth, wie- tig ist vielmehr, daß einzelne frühere Mitglieder gegen wen oder in welcher Weise er deshalb einge des KB eine einflußreiche Stellung haben, und schritten ist. für ihre opferfreudige und hilfsbereite Mitarbeit. derholt, eine Erklärung darüber zu erlangen, daß zwar auf Grund ihrer Leistung und Funktion". Das Ministerium hat im zurückliegenden Jahre Müller, Pfeifer und Röttig deshalb zu Henlein gealles darangesetzt, um zumindest einen Teil der fommen seien, um ihm bekanntzugeben, daß die Im späteren Verlauf der Einvernahme gibt gesundheitlichen Schäden, die die Auswirkungen Voraussetzung für ihre Mitarbeit der Verzicht auf Senlein an, zeitweise im KB und sogar im Bundeseine Zusammenarbeit zwischen Henlein und dem Bd2 kapitel gewesen zu sein. Sein Zusammenhang mit des Krisennotstandes mit sich gebracht haben, zu ist, doch antwortet der Beuge präzis, daß er und dem KB sei aber nur ein loser gewesen! lindern, das Niveau der Volksgefundheit noch wei- jeine Begleiter ohne jedwede Voraussetzung dieser ter emporzuheben u. ihr durch die organisatorische Art zu Henlein gefahren seien, daß sie, wenn Henund legislative Untermauerung des Errungenen lein anders gesprochen hätte, vielleicht Bedenken er gesichertere Grundlagen als bisher zu geben. hoben hätten, daß jedoch Henlein vielleicht diese Bedenken hätte zerstreuen fönnen. Die Erklärung Henleins sei jedoch auf eine bloße Frage hin erfolgt und erst nach her hätte ihm Müller gesagt, daß er derselben Meinung sei. Dichtung und Wahrheit oder: die Loyalitätskundgebungen der SdP Im Budgetausschuß reagierte Montag nachts Genosse 3 ischka auf die jüngsten und gewiß nicht letzten Loyalitätsbeteuerungen des Herrn Dr. Rosche ,, zu denen er in knappster, aber um so schlagenderer Form ausführte: Frr Dr. Rosche hat sich heute nachmittags hier wieder einmal in die Pose des Biedermannes gewor fen und seine..Loyalität" in sehr eindringlicher Weise proklamiert. Heute ist es überhaupt die Methode der politischen Agitation geworden, die Dinge auf den Kopf zu stellen und die Wahrheit in ihr Gegenteil KB im Turnverband Wenig weiß Henlein Dr. Schauret, der Vertreter des Angeklagten Beck, liest nun die Liste der Mitglieder des KB vor, um zu hören, ob die Genannten Henlein als Milglieder des Bundeskapitels, beziehungsweise des Kameradschaftsbundes bekannt waren. Das war die letzte Probe eines schwachen Ges dächtnisses an diesem Tag. Der Vertreter Henleins Dr. Neuwirth erklärt plößlich, daß wegen der vorgerückten Stunde( es war 7 Uhr) die Verhandlung unterbrochen werden sollte und stellt den entsprechenden Antrag, obwohl der Gegenanwalt und der Richter zur weiteren Verhandlung bereit waren. Der Prozeß wurde auf den 10. Dezember vertagt. Henlein gibt an, er wisse, daß Brand, Sebe fowifi, Rutha und Ing. Knöchel ihm als Mitglieder Ropeček. des KB bekannt waren. In allen übrigen Fällen antwortet er gleichförmig entweder Sch weiß nicht" oder„ Ich glaube nicht". Nur von Brandner weiß er zu sagen, daß er ihm abgeraten habe, dem KB beizutreten. Dieses Ich weiß nicht" oder..Ich glaube nicht" Der Zeuge sagt dann weiter aus, daß anfangs 1933 Alagen aus den Turnvereinen tamen, welche die geistige Erziehung betrafen. In einer Parteis fügung der NSDAP wurde dann bekanntgegeben, ist ebenso oft zu hören, als Henlein über die Gedaß der Abg. Knirsch und Dr. Vierer bl mit schichte des Gründungsaufrufes vom 1. Oftober Henlein eine Besprechung hatten, in welcher Henlein 1933 aussagen soll. die Untersuchung und Abstellung dieser Dinge verbindlich zusagte. Die Entwicklung zeigte jedoch, daß diese Zufagen nicht eingehalten wurden. Der Beuge berichtet, daß er sich damals mit diesen Fragen eingehend befaßt habe und zu dem Ergebnis au berkehren. gelangt sei, daß hinter diesen Bestrebungen ein geWenn Dr. Rosche daran erinnert, daß früher wisser Kreis von Personen stand, der als Kam emit handgreiflichen Methoden gearbeitet wurde, wäh- ra dicha ft 3 bund bezeichnet wird. rend sie heute a n it än dia seien und nichts anderes wollten, als das, worauf sie ein gutes Recht haben, so gilt das für Pra g. Die fudetendeutsche ahrheit ficht anders aus. Für draußen gelten die handgreiflichen Methoden, die bei den Vorfällen von ist die sudetendeutsche Wahrheit! Studenten sollen gleichgeschaltet werden Der zweite Zeuge ist Dr. Meckel. Er bestätigt. daß er im Feber 1936 zu Henlein eingeladen wurde, der ihm einen Organisationsplan für die Hochschülerschaft vorlegte, welchen Dr. Meckel sofort annehIch hatte dagegen Bedenken organisas 3ischta: Aber auch alle reichsdeutschen Sender, die noch am gleichen Abend in ganz entstorier Natur, und zwar deshalb, weil die stellender Weise über die Vorfälle berichteten, waren Deutsche Hochschülerschaft rein unpolitisch ist und dabei! Abg. Bejch I a: Sie waren ja nicht in Teplik nicht dabei! men sollte. Dr. Meckel sagt: daher mit einer politischen Partei keine Abkommen schließen kann." Nach dem Plan sollte die Hochschülerschaft der Führung der SdP unterstellt werden. Henlein kann sich nicht erinnern Vor allem kann sich Henlein nicht erinnern, dem Verbindungsmann zwischen ihm und dem Bd2, dem Notar Fischer, erklärt zu haben, daß er den Aufruf unbeeinflußt von anderen Personen, insbesondere Mitgliedern der NSDAP oder DNP herausgegeben zu haben. Den Prozeß führte. Bezirksrichter Dr. Auch BdL urgiert Erfüllung des 18. Feber Sonst Ueberprüfung der Regierungsbeteiligung angedroht In der Nacht auf Dienstag tagte der Budgetausschuß bis nach 3 Uhr früh, um die Kap: tel Landwirtschaft und öffentliche Arbeiten zu been= sen. In später Nachtstunde meldete sich Abgeordneter Böhm vom Bund der Landwirte zu Wort. Bisher hatte der Bund der Landwirte in die Debatte nicht eingegriffen. Nun aber unternahm Böhm einen scharfen Vorstoß gegen die mangelnde Bereitwilligkeit auf tschechischer Seite, den 18. Feber voll einzulösen, und drohte damit, daß der Bund der Landwirte seine Beteili Er kann sich auch nicht erinnern, wer bei der gung an der Regierung revidie Erlassung des Aufrufes, die im Gasthaus,.Ewiges ren werde, wenn es nicht anders werde. Böhm Es feien führte u. a. aus: Licht" in Eger erfolgte, anwesend war. schäßungsweise mehr als zehn Personen( 1) dort ge= wefen, Sara ſei ſeines Erinnerns dabei gewesen, oó auch Viererbl dort war, könne er sich nicht entsinnen. Bestimmt seien nur Dr. Brand und Kallina dort gewesen. Er kann fich auch nicht erinnern, am 29. Oktober 1933 in Brag Dr. Spina, Zierhut und Kaiser er klärt zu haben, daß sein Aufruf von ihm allein verfaßt worden sei. Von mehr als zehn Perfonen vermag Henlein also nur zwei zu nennen, die in einem für die SdP und für Henlein so wichtigen Augenblick zugegen waren! gewesen! Das, was von tschechischer Seite geschehen ist, entspreche noch nicht den Vereinbarungen des 18. Feber. Zwischen Regierung und Volk stehe hemmend die Bürokratie. Die deutschen Aktivisten haben unter Aufopferung ihrer Popu= larität für die geistige Annäherung der beiden Nationen gearbeitet und sind dabei bis an die Grenze der Selbst aufopferung gegangen. Nun aber sei es Pflicht der tschechischen Seite, für die Erfüllung der Vereinbarungen des Erfolge erzielt werden könnten, dann wäre für einer Ueberprüfung ihrer politi Redners Partei die Notwendigkeit gegeben, zu schen Stellung zu schreiten. Die pra fa tischen Auswirkungen der Vereinbarungen des 18. Feber lassen zu wünschen übrig. Man mege auf tschechischer Seite dafür sorgen, daß die akti an eine friedliche Lösung der deutschen Frage n unserem Staate nicht verliere. Wie sieht diese fudetendeutsche Wahrheit im Gegensatz zur Dichtung aus? Man verbett systematisch unser Volk und das ist( zur Sdß gewens det) Ihr Wert. Man wendet Terror gegen alle an, die nicht in Ihr Horn blasen wollen, man ächtet Obwohl Dr. Neuwirth erfahren will, ob diese Aus- balten hat. Auch aus diesem habe er Teile ent- 18. Feber zu sorgen. Wenn keine nennenswerten sie. Man verteilt& I uga ette I, während man richtung auf die SdP nicht nur eine bolts polis in Brag scheinheilig tut, und verschickt mit der Post tische sein sollte, wiederholt Dr. Medel, daß es die Broschüren des flowakischen Irredentisten feiner Auffassung nach um organisatoris ehlicita und macht Klüsterpropaganda. Maniche Fragen ging. Auf die Frage, ob Henlein im Hinblick auf benüßt ie des Mitte I, um den Staat zu schäfeine Erklärungen im November( daß er sich nicht zeugt im judetendeutschen Volk die Kriegs- in innerstudentische Angelegenheiten lange dauern" werde, bis der große europäische ich hätte Henlein tein Ehrenwort gegeben und hätte jemand gegenüber geäußert hat, daß eine Zusam vistische sudetendeutsche Bevölkerung den Glauben psychose, die Auffassung, daß es„ nicht mehr wolle) antwortete Dr. Medel, ihm beri ön Kladderadatsch komme, das Aufhängen zunächst im es daher auch nicht brechen können. Sudetendeutschen Gebiet, und dann kämen auch die Tschechen an die Reihe. Bei uns fann man sich von solchen Dingen i e den Tag überzeugen! Der deutsche Sender Die ,, Dynamik" Henleins einmengen Die Verhandlung am Nachmittag war mit der Einvernahme Henleins ausgefüllt. Henleins erklärte zunächst, erst nach der GrünIm Laufe der Einvernahme gibt Henlein zu, dak er von Kalling einen Entwurf eines Aufrufes erAber die Erlassung sei allein fein Werk nommen. Nun wird der Zeuge Müller Henlein gegen übergestellt. Henlein kann sich an die Unterredung mit m nicht erinnern. Henlein hält es für unmöglich... Der Vorsitzende will wissen, ob Henlein damals menarbeit mit dem BdL nicht in Frage komme. Henlein erklärte, er halte es für unmöglich, daß er sich damals in diesem Sinne geäußert hätte. Richtig sei, daß seine damaligen Verhandlungen mit Dr. Spina unpopulär waren. Henlein kann sich ferner nicht erinnern, dem Lehrer Tscherney im Jahre 1934 gesagt zu haben, gehalten werden würden. Brand gegen Hitler Dr. Lotscha( D. Chr.- Soz.) belangte die end- duna der SH mit Dr. Spina verhandelt zu haben. liche Verwirklichung des deutschen Senders, den in In der ersten Aussprache sei es zu keinerlei Verein- daß die Vereinbarungen mit dem Bd2 nicht ein noch immer von Walter Rohn herausgegebenen erster Linie doch der Staat dringend brauche. Dieses barungen gekommen, sie war nur als Vorbereitung au deutsche Radio kann wichtiger sein als tausend Flug- eines weiteren Zusammenarbeit gedacht gewesen. zeuge. Die Regierung sollte das Radiojournal dazu berhalten, auch in seinem Wirkungskreis den 18. Feber durchzuführen. Die Quote aus dem Reingewinn Die Unterredungen, beziehungsweise Verhandlun. gen hätten bis März 1935 gedanert, die erste Unterredung sei im Oktober 1933 gewesen. Dramatisch verlief die Einvernahme Henleins über die Vorgänge anläßlich des Ehrengerichts gegen Dr. Brand. Henlein erklärt, er habe das Schiedsgericht zuerst nicht anerkannt, dann aber nach einer AusHerr Dr. Walter B r and berichtet in der Zeitschrift ,, Volf und Führung" über eine Reise durch Frankreich. Brand hat Beispiele für die Vernegerung" Frenkreichs gesucht und, wie er feststellt, selbst in den südfranzösischen Städten Frauen und Männer mit viel lichteren Haarfarben wäre eine Schädigung der Staatsidee, wenn man geben worden( feine Bildung von SHF- Gruppen in ihn doch anerkannt. Das Schiedsgericht habe aus pignan Kinder spielen, die mit ihren lichten gebühren entfällt, beträgt über acht Millionen. Es während der Verhandlung seien einige Busagen ge- sprache und nach einer Aenderung des Schiedsspruchs gefunden, als er erwartet hat: Ich sah in Pers Redner verlangt die Errichtung eines deutschen Ku- in Fällen, wo von Dr. Spina Beschwerde über die standen. Er erklärt im Verlaufe dieser Einbernahme deutschland hätten zu Hause sein können." diese Summe den Deutschen vorenthalten würde. Orten, wo nur Bd2- Organisationen bestanden) und Menschen bestanden, die nicht in der Bewegung Haaren und blauen Augen ebensogut in Norda ratoriums für die deutsche Sendung; ein besonderes Nichteinhaltung geführt wurde, seien von Henlein wiederholt, nicht sprechen zu können oder sich zum Augenmerk müßte dem deutschen Nachrichtendienst zu- Weisungen erteilt worden, um Abhilfe zu schaffen. Spruch des Ehrenschiedsgerichtes nicht äußern zu gewendet werden, der auf die Psychologie des deutichen Hörers Bedacht nehmen müsse, Henlein babe die Bauern nicht hindern können. fönnen. Die Erklärung vom 15. Juli 1936 sei aber zu ihm zu kommen. Durch die Dynamik der poli. von ihm. Und Brand fährt fort: Da ich also diese..Enttäuschung" erlebt hatte, ging ich auf die ,, Negersuche" aus. Das Seite 4 heißt: die Neger interessierten mich nicht so sehr. Ich wollte die vielen Mischlinge sehen, die den Süden Frankreichs beleben sollen, um mir ein Bild von dem rassischen Verfall des Landes zu machen. Gut; ich bin nicht überall in die Dörfer hineingekommen. Vielleicht mag es hie und da eine geschlossene Siedlung von Schwarzen geben. Ich wenigstens habe keine gefunMittwoch, 24. November 1937 Für die nationale Verständigung Wertvolle Gedanken tschechischer Sozialdemokraten Nr. 276 Brief an den Zeitspiegel Aus der Lobositzer Gegend erhalten wir von H. S. folgenden Brief: Dieser Tage veranstaltete die tschechische unter der deutschen Bevölkerung nur böses Blut schichte aufmerksam machen und bitte ich Ich möchte Sie auf eine furchtbare Geden. Das ist aber nicht das Entscheidende. Immer sozialdemokratische Arbeiterpartei in Bilsen einen erregen. Im deutschen Lager liegen die Schwie Sie, sich der Sache annehmen zu wollen. Bei wird es eine Schande der Franzosen bleiben, daß fie Diskussionsabend über das Thema rigkeite. hauptsächlich darin, daß die tschechischen uns im Dorfe šepetaly, einem kleinen tschenicht nicht nur im Weltkriege Schwarze auf Weiße Die Sozialdemokratie und Genossen vielfach auf Mißtrauen, mangelndes chischen Ort in der Nähe der Lokalstrecke Yosgelassen haben, sondern heute in Bordeaux. Per- die Minderheiten". Die Diskussion Verständnis, ja sogar auf Ablehnung stoßen. Es Lobositz- Obernitz, befindet sich seit etwa pinnan, Marseille und vielen anderen Orten schwarze stellte klar, daß die einzige Partei, die durch ihr wurde die Kleinliche und oft eng berzige 11 Wochen eine deutsche Familie im GemeinGarnisonen unterhalten. Verstehen können wir das Programm zu wirksamer und gerechter Minder- nationale Kommunalpolitif dehaus; es sind bloß fünf Kinder; der nie und begreifen kann man es vielleicht nur aus heitspolitik prädestiniert ist, die Sozialdemokratie auf beiden Seiten gerügt und das Be- Vater ist tot; die Mutter ist Arbeiterin der einer grundverschiedenen Einstellung des französischen ist; und die tschechische Bruderpartei dauern darüber ausgesprochen, daß sowohl bei den Schichtwerke in Aussig und kann den KinVolkes zu diesen Fragen. Aber trotzdem fand ich die hat sich die Aufgabe gestellt, die B r ü de zwi- deutschen als auch bei den tschechischen Genossen dern wöchentlich höchstens 25 Kronen schikBeichen einer allgemeinen Rafiebermischung. die Mischlinge, nicht.... auf dieser Fahrt durch schen Deutschen und Tschechen zu bilden. Die tiche vielfach das nationale Moment das sozialistische ken, da sie sehr wenig verdient. Die Kinder den ganzen Süden Frankreichs habe ich den unleug- chische Sozialdemokratie West böhmens will und demokratische überwiege. Es sei daher notwen schlafen seit 11 Wochen auf dem Steinbaren Eindruck gewonnen, daß in dieser Frage eine auf diesem Gebiete die erste Pionierarbeit dig, daß die Spizen der Parteien ihre Mitglie- fußboden eines Vorraumes. Dagegen so oft berzeichnende Journali- leisten. der rücksichtslos zur gegenseitigen Verständigung wohnt im Gemeindehaus ein Pflastermeister, ftit weit über das Ziel geschossen hat. Warum ich Diese hocheinzuschäßende Aufgabe, die sich die erziehen und gegen Funktionäre, die für diese der bis 500 Kč wöchentlich verdient, das hier ausspreche? Weil uns das falsche Bild eines tschechischen Genossen gestellt haben, stößt jedoch verantwortungsvolle Aufgabe kein Verständnis sich aber kein Quartier leisten kann. Die KinVolkes nur allzuleicht zu e hIschlüssen aller Art verleitet nicht zuletzt in politischer Hinsicht." auf viele Hindernisse, die teils auf tschechischer haben, mit aller Strenge vorgehen. der wurden per Schub hergebracht. Nunmehr Herr Brand ist sittlich entrüstet über die an- Aktivisten und der deutschen Genossen. Die Seite liegen, aber auch auf Seite der deutschen kümmert sich hier niemand um sie, sie haben geblichen Garnisonen von Schwarzen in SüdfrankIm Schlußwort hob Petro hervor, daß keinen verantwortlichen Aufreich. Gut. Aber daß Madrid von Schwarzen Schwierigkeiten bestehen im tschechischen Lager der Aktivismus, der von den tschechischen seher, hungern und frieren. Das reich. Gut. Aber daß Madrid von Schwarzen zusammengeschossen wird, das finden die SdP und hauptsächlich darin, daß den tschechischen Genossen Genoffen einmütig begrüßt wurde, eine wich- eine Kind, 9 Jahre alt, ist infolge der englidie ,, Zeit“ ganz natürlich. Ja, das wird sogar als von vielen bürgerlichen Parteien Verrat antige innenpolitische Angele schen Krankheit geistig und körperlich Kulturtat gefeiert. Soiche Widersprüche muß man wird, daß damit Propaganda gegen die tschechi- aktivistischen Parteien, sondern auch aller tschechi derbis auf die Aelteste, die 15 Jahre alt der tschechischen Sache" vorgeworfen genheit sei, die nicht nur im Interesse der furchtbar zurückgeblieben. Die anderen KinInteressanter sind Brands Bemerkungen über schen Genossen gemacht wird und daß endlich ihre schen demokratischen Parteien liegt, da es um den ist sind schulpflichtig, gehen aber zur die rassischen Fehlschlüsse. Denn nicht die ,, verzeich= Bemühungen von den nationalen Scheinpatrioten Kampf gegen den Faschismus gehe. Es sei daher Schule nur, wann sie wollen. Der deutsche nende I o urna I i st i k" hat das Märchen von sabotiert werden. Es wurde in diesem Zusammen- die Pflicht aller tschechischen demokratischen Bar Lehrer des Nachbardorfes und die deutschen der ,, Vernegerung" Frankreichs aufgebracht, son- bange auch auf die unglückliche Minderheitenpoli- teien, den Kampf der Attiviſten mit allen Mitteln Bauern der Umgebung haben sich der Sache dern Herr itler in„ Mein Kampf" tik der„ Národni Jednota Posu zu unterstüßen. Es wäre vor allem auch ein In- nicht angenommen, denn wenn Proleten verSollte Herr Dr. Brand bei seinem Aufenthalt im mavská" hingewiesen und betont, daß die tsche- tereffe der tschechischen Minderheitsorganisationen, recken, ist ja nichts dabei was liegt diesen chischen Genossen mit dieser ebenso wenig einver- an diesem Kampfe teilzunehmen, da es um die Herren von der Volksgemeinschaft daran? standen sind wie mit der Gründung unberech Demokratisierung des Grenz Auch in unserer Gemeinde geschieht nichts, tigter Minderheitsschulen, dielgebietes gebt.im hadianamme std obwohl die Kinder hieher zuständig sind. Der Vorsteher hat nichts als linde Worte. Vorigen Samstag hat der im Gemeindehaus lebende Pflasterer die Kinder und deren Mutter, die hier zu Besuch war, jämmerlich durchgeprügelt, weil er sie unbedingt hinaus bekommen will. Auch die Gendarmerie in Třebivlice hat bisher entweder noch nichts unternommen oder aber der Amtsschimmel reitet wieder einmal verdammt langsam. Daweil können fünf Proletarierkinder vor die Hunde gehen. Der Wiederaufstieg bei Völkischen eben in Kauf nehmen. Ausland doch etwas gelernt haben? 1st Rutha ein Märtyrer? Die letzte Nummer der Wahrheit" bes schäftigt sich mit dem Versuche gewisser Kreise. eine Legende um den„ Märtyrer"-Tod Ruthas au bilden und schreibt u. a.: wirte sind, die als Werber von dem famosen„ rad-| Mähr.- Weißkirchen und in Milleschi bei fahrenden" BdD engagiert worden sind. Auch der Znaim die nach dem Umsturz aufgelösten deuts „ Deutsche Turnverband" wird da eingespannt, wel- schen Schulen wieder eröffnet werden konnten. her in seiner Verbandszeitung die ihm angehören den„ radfahrenden Turner" auffordert, der Rad- Henlein auch am 1. Dezember vor Gericht. fahrer- Versicherung des BdD beizutreten. Dabei In der Straffache Sozialdemokrat" gegen Heneristiert allerdings auch ein„ Deutscher Radfahrer- lein dieser wurde wegen der bekannten Leit Bund", welcher bei diesem Gimpelfang ausgeschal- merizer Rede geklagt findet die erste Berhands tet erscheint und dem man wohl die wenigen Mit lung am 1. Dezember vor dem Bezirksgericht in glieder, die er hat, noch abnehmen will. Das kann uns ja schließlich gleich sein. Leitmerit statt. der Eisenbahnen In Vertretung des beurlaubten Eisenbahnministers Bechyně legte Minister Jng. Necas dem Budgetausschuß ein Exposé vor, in dem unter Hinwei auf die Entwicklung der letzten fünf ,, Wenn es nach dem Willen der Henleinleute ginge, dann würde dieser Tod ein Geheimnis bleiben: das Geheimnis ist der Zeuger jenes Mythus, jener Legende, die sie zu ihren übrigen brauchen, um die Köpfe und Herzen des Sudetendeutschtums zu benebeln. Aber gerade darum soll unsere Demofratie alles daranseßen, um das Geheimnis um Ruthas Tod restlos und bis zum letzten aufzuhellen. Das wird und kann im Zuge des Prozesses Aber die Versprechungen, die da der BdD durch Population. Die Zeit" unterstützt in einem mit den Mitschuldigen um Rutha geschehen. Hier diese Versicherung den Radfahrern gibt, sind doch Leitartikel die Bestrebungen zur Bevölkerungs wird unbarmherzige Klarheit geschaffen werden wert, einer Untersuchung unterzogen zu werden. vermehrung. I. a. lesen wir da: ,, Man hai in nicht nur über die Schuldfrage, sondern auch über Da wird beispielsweise der Betrag von 200.000 Kč Werbeschriften und Vorträgen auf die Gefahrendie Frage, welche Umstände dem Tod Ruthas vor- bei einem Haftpflichtereignis als Versicherungs- lage hingewiesen, man hat bereits in vielen Fäls ausgegangen sind. Wer waren die Personen, die summe genannt. Die gesetzlich vorgeschriebene Ber- len auch in sozialpolitischer Hinsicht durch Bevorder Untersuchungshäftling empfing oder die sich sicherungssumme für Autos( auch Mietautos) bezugung von Verheirateten bei Anstellungen Kin- Jahre dargelegt werden konnte, daß die schlimm um ihn drängten, bevor er sein Testament verträgt ebenfalls 200.000 Kč. Ja glaubt denn ein derzulagen usw., manches bereits leisten können sten Seiten schon längst vorbei sind und daß sich faßte? Wer waren die Personen, mit denen er Radfahrer im Ernst, daß er imitande ist, einen und Konrad Henleins Auszeichnung der finder- auch heuer wieder das Tempo der Wirtschaftssprach, bevor er zur Ausführung seiner tragischen Schaden im Betrage von 200.000 Kč durch sein ge- reichen Mütter hat hier den Se e l'enträf belebung beträchtlich beschleunigt hat. Tat schritt? Wer hatte ein Intereffe, wer fonnte einen Falle ist ersichtlich, welche Bewandtnis es mit folgreiche Population hat Henlein Auszeichnunbrechliches Fahrrad anzurichten? Schon aus diesem ten neuen Auftrieb zugeführt". Für die ers ein Interesse daran haben, daß Rutha nicht vor den hohen Versicherungssummen hat, die da der BdD gen bereit, Wenn man die Vorgänge um Ruth den Richtern erscheine, nicht dem Gericht Rede und Antwort stehe? Welche Personen wären durch sich selbstverständlich auch durch weitere vermehren. Herr Henlein seine ganze Partei für Ruthas zum Gimpelfang benüßt. Dieses eine Beispiel läßt betrachtet und sich der Tatsache erinnert, daß Ruthas Sprechen kompromittiert worden, welche Aber sehen wir uns einmal die Versicherungsgerechte Sache" engagiert, muß man jene Personen sind durch sein Schweigen neschont wor- prämien an, welche hiefür zu leisten sind. Da muß Aeußerung der Zeit" über die Population als den? Wer wußte von Ruthas Verfehlungen und vorerst einmal der Mitgliedsbeitrag an den BdD ge den Gipfel der Kühnheit bezeichnen. schwieg dazu? Wer hat Rutha angezeigt, wer hat Teistet werden. Dazu kommt nun die Versicherungsihn den Händen der Justiz überantwortet?" prämie, welche je nach den Bluffziffern in drei Grup pen geteilt ist. Die erste Gruppe zahl 26 Kč, die zweite 36 Kč und die dritte 46 Kč pro Jahr. Das find ganz nette Summen, die da den Radfahrern jährlich abgenommen werden! $ 129b- Anzeigen in Gablonz Von Beamten der Gablonzer Polizeidirek tion wurde in der Wohnung und im Atelier des akademischen Malers Oskar J u st eine Hansdurchsuchung vorgenommen und in Zusammenhang damit gegen 7 Jugendliche eine Strafanzeige auf Grund§§ 129 b) erstattet. Der Funktionär des Gablonzer Turnvereins, Heinrich Menzel, wurde verhaftet. Just rettete sich vor der Verhaftung durch Iucht über die deutsche Grenze. Die Verschleppungstaktik der Grubenbarone Abg. Zischka fordert Einschreiten des Arbeitenministeriums 11 -a Die Ergebnisse des heurigen Jahres sind wieder beträchtlich besser als 1936. Der heutige Betrieb, der nur noch unbedeutend hinter dem Rekordjahr weben auch heuer wieder den Angestellten, die auch in 1929 zurückſteht, wird von einer beträchtlich fleineren Bahl von Angestellten bewältigt. Wie im Vorjahre den Zeiten der größten Beanspruchung unter Anspannung aller Sträfte für die flaglose Abwicklung des Verkehrs sorgten, Remunerationen aus Genossenschaft kauft Holeischener Glasfabrik. bezahlt werden. Für 1938 sind diese Entlohnungen schon im Budget gesichert. Gewisse Forderungen der wie die Nová Doba" meldet, hat die West Angestellten im Rahmen des Achtstundentages find böhmische Konsumgenossenschaft Gegenstand des Studiums. Die Eisenbahnverwaltung in Pilsen die Objekte der früheren Glasfabrik ist sich der Notwendigkeit bewußt, für das Personal in Holeischen angekauft. Ursprünglich hatte diese eine Erleichterung des anstrengenden Dienstes auch Genossenschaft die Absicht, ein großes Grundstück durch Aufnahme neuer Angestellter durchzuführen. in Staab in der Nähe des Bahnhofes zu erwerben, Im Jahre 1936 wurde die Zahl der Angestellten um wo sie ein großes Lagerhaus, eine Bäckerei und 5.86 Prozent erhöht, wovon der größte Teil allers eine Kanzlei errichten wollte. Es ergaben sich sind die Beiten in frischer Erinnerung. Auch ein neuer dings auf Saisonarbeiter entfällt, denn noch jedoch gewisse Schwierigkeiten, so daß sich die Systemisierungsentwurf ist vorbereitet, doch können Westböhmische Konsumgenossenschaft entschloß, lie- alle diese Dinge nur in einem rigorosen Verhältnis ber die Holeischener Gebäude zu ertverben. Diese zur Entwicklung der Wirtschaft realisiert werden. Gebäude sind sehr massiv gebaut und werden nach kleinen Adaptionen gleich für den Betrieb der Genoffenschaft bereit sein. Arbeiter- Radfahrer, nehmt einmal den Bleis ftift und rechnet nach, mit welchem weit Kleineren Betrage eu e re Organisation euch den notwendi gen Schuß sichert! Wir wollen nicht mit großen 3iffern bluffen, aber die Leistungen, welche euch euere Organisation versprochen hat, hat sie schon immer eingehalten. Dazu kommt noch, daß ihr zu euerer Organisation ideelle Bindungen habet und mitbestimmend seid, wogegen ihr im BdD kein Wort Der Landwirtschaftsminister für Erhöhung mitreden dürft, denn man braucht euch doch nur, um der Milchpreise. Landwirtschaftsminister Dr. Bas die Kaffe aufzufüllen, und um im Schlepp dieses Luftschutzübung in Karlsbad. Dienstag nach- wilchpreise zu sprechen. Der heutige Preis dina tam im Budgetausschuß u. a. auch auf die fapitalistischen Schutzverbandes" euren lassenbebugten Arbeitskollegen in den Rüden zu fallen. mittags wurde in Karlsbad und 12 umliegenden entſpreche nicht und hätte einen Rückgang der Mitglieder, welche treu zu ihrer Organisation Gemeinden eine große llebung des zibilen Luft Milchproduktion zur Folge. Auch die Vertreter stehen, wissen den Werbern dieser„ Sudetendeut- schußes veranstaltet. Das Zentrum des feind der Konsumenten und der anderen Schichten ers schen" die richtige Antwort zu geben!" Sie werben lichen Anfluges bildete Karlsbad. Sobald durch kennen nach Zadina an, daß die Forderung der In der Budget- Debatte über das Arbeiten- unabläffig für ihre Organisation und sorgen da- die elektrischen Sirenen und durch Glockenge- Landwirte nach Erhöhung der Milchpreise ges ministerium wies Genosse 3 is cha darauf hin, für, daß alle Arbeiter- Radfahrer diesen Kapitalisten läute das Signal gegeben wurde, daß sich die rechtfertigt sei. Er hofft, daß diese Frage durch daß die Bergarbeiter in einer Lohn- Dienern die verdiente Antwort geben. Jeder är feindlichen Flugzeuge nähern, hörte auf den bewegung stehen, für die besondere Ursachen be- beiter- Radfahrer gehört in seine Organisation unt Gassen der Verkehr auf und die Bewohnerschaft ein St om promiß so gelöst werden wird, daß ſtehen: der frühere Lohnabbau, die Beschränkung das ist die Arbeiter Turn- und Sportsuchte in den nächſtliegenden Häusern Deckung. Die berechtigten Forderungen der Landwirte ers der Förderschichten besonders im Braunkohlen- nion", welche ihm uneigennützig und in jedem Um 3 Uhr zeigten sich die ersten Flugzeuge, die füllt und auch die Interessen der Konsumenten gebiet und schließlich auch die Steigerung der Le- Falle Schutz und Hilfe bietet. über Karlsbad Brand- und Gasbomben abwar- gewahrt bleiben. Darüber werde die Regierung benshaltungskosten. Die Unternehmer ziehen die fen. Um die Information des Publikums über entscheiden. Für und gegen die gebundene Wirtschaft. Verhandlungen wochenlang hinaus und die Re die direkten Folgen des Fliegerangriffes und über biere lehnen das nacheinander ab. Das ist auch Sache des Ministeriums. Bischka ersucht deshalb die Herren des Ministeriums, sich um diese Dinge zu kümmern und dafür zu sorgen, daß diese Angelegenheit bald entsprechend erledigt wird. Zischka führte weiters darüber Beschwerde, daß für die Bergarbeiter- Inspektoren, die im Jahre 1934 nach der Nelson- Katastrophe einge- Beit nicht weniger als 104 neue Parteimitglie- die Uebung eineinhalb Stunden dauerte. Sie 104 neue Parteimitglieder in Fischern alle Rettungsarbeiten zu ermöglichen, wurde im Im Budgetausschuß erklärte LandwirtschaftsZentrum der Stadt ein Raum für die Bevölkes minister Dr. 3 adina u. a., daß er mit den rung reserviert, wo nicht nur der Fliegerangriff, bisherigen Ergebnissen der gebundenen Wirts In Fischern bei Karlsbad hat unsere Lokal- sondern auch alle Vorgänge der passiven Abwehr schaft ganz zufrieden sei. Auch wenn sich organisation in den letzten vier Wochen erneut vorgeführt wurden, wobei alle Einheiten des diese Ergebnisse nicht zur rechten Zeit eingestellt bewiesen, wie stark die Werbekraft der sozial- zibilen Luftschutes in Tätigkeit traten. Zischka führte weiters darüber Beschwerde. demokratischen Partei ist. Es konnten in dieser Fliegerangriff wurde zweimal wiederholt, so daß könne er doch konstatieren, daß sich unsere Maß setzt wurden, bis heute noch keine Dienstinstruttion erlassen worden ist, und urgierte die Her ausgabe dieser Instruktionen. Der BdD auf Gimpelfang der geworben werden, die in einem großen Freundschaftsabend am kommenden Donnerstag in die Reihen der Bewegung und in die Arbeit der Partei eingeführt werden sollen. nahmen auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen wurde vom Publikum sehr aufmerksam verfolgt. Produktion bewährt und ihn in der Ueberzeugung bestärkt haben, daß wir auf diesem Wege forts Neue Disparität zwischen den landwirtschaft schreiten müssen zur Gesundung der landwirts lichen und den industriellen Kreisen? Landwirtschaftlichen Produktion. Einigermaßen ande schaftsminister Dr. Babina behauptet in seinem rer Meinung war Handelsminister Najman dem Budgetausschuß vorgelegten Erposé, daß sich über dieses Kapitel. Er betonte, daß die gebun Vier neue deutsche Schulen. Der beharrliche zwischen dem Preisinder der Industrie und dem dene Wirtschaft immer nur einer Seite Stampf der deutschen aktivistischen Parteien der der Landwirtschaft neuerdings eine Disparität helfe, auf der anderen aber tausende Menschen Wir lesen in der„ Union": Tschechoslowakei hat neuerdings einen bedeuten von etwa 15 Prozent zu ungunsten der Landwirt- um ihr Brot bringe. Er könne sich deshalb für die Um die Reihen der organisierten Radfahrer zu den Erfolg zu verbuchen: Bier deutsche schaft herausgebildet habe. Zwischen den Einnah gebundene Wirtschaft nicht begeistert, schwächen, hat man jetzt auch den„ Bund der Deut- Schulen. Davon sind zwei deutsche Schulen men der Landwirtschaft und ihren Betriebskosten weder beim Getreide, noch bei der Milchwirts schen" losgelassen, welcher mit viel Tamtam Pro- neuerrichtete Anstalten, und zwar in Jaro- betrane die Disparität etwa 37 Bent Es liege schaft, denn bisher seien schon mehrere hundert paganda für seine Kollektiv- Versicherung der Fahr- nin im Böhmerwald und in Leipnit bei im gesamtstaatlichen Interesse, daß hier Remedur fleine Gewerbetreibende von der regulierten radbefizer macht. Interessant ist, daß es meist Gast- Mähr.- Weißkirchen, während in her mit bei geschaffen werde. Wirtschaft zugrunde gerichtet worden. bei den Radfahrern I 2 B C r F C J h t D Ź 17 g a P 11 e S t I Nr. 276 Mittwoch, 24. November 1937 Zielbewußte Fürsorgearbeit Ein erfreulicher Bericht des Fürsorgeministers Aus dem Erposé, welches der Fürsorgeminister Nečas im Budgetausschuß des Abgeordnetenhauses hielt, heben wir folgendes herbor: Baubewegung rungsaktion ist auch weiter notwendig, denn die Situation jener, welche arbeitslos sind und es bleiben, Seite 5 verschlechtert fich infofern, als alle ihre Reſerven, Der große alte Mann Ein Masaryk- Buch von Josef Hofbauer Vorräte, Kredite, Unterstützungen durch Verwandte immer mehr erschöpft werden. Eine Ergänzung der staatlichen Ernährungsaktion ist die Versorgung find fertig und die Vorlage wurde dem interminifte mit Milch, und zwar von Kindern Arbeitsloser riellen Verfahren unterbreitet. Für die Jugend be- bis zu 14 Jahren. Die Anzahl der unterstützten Kindeutsam war die Ernährungsaktion, der bewegte sich zwischen 35.500 und 105.420. Dazu erscheint am 10. Dezember im Verlag Eugen welche die Kinder der Arbeitslosen betraf. Im Jahre kommt noch die Brotattion, ferner verschiedene 1936 wurden nicht weniger als 450.000 Kinder verwinteraus bilfen mit Kartoffeln, Kohle, pflegt. Auch die Bekleidungsaktion für Fett, Mehl, Zuder, Gerstenkaffee und Käse. Nicht Inhalt: die Kinder Arbeitsloser wurde fortgesetzt. Invalidenfürsorge vergessen sei auch die Weihnachtsaushilfe für die Kinder Arbeitsloser, sowie der besondere Beitrag für die Notbezirke von 5 Millionen, der im Dezember 1936 gewährt wurde. Dem Ministerium für Gefundheitsfürsorge wurden für seine Kindererholungsaktion 9 Millionen Kronen bereitgestellt. Lohnfrage Die Löhne bei uns find im Verhältnis zu ande Am 1. Jänner 1937 war die Rahl aller fener. denen Invalidenrenten ausgezahlt wurden. 232.169. davon Kriegs- und Nachkriegsinvaliden 93.835, Witwen 80.843, Waisen 17.862 und Vorfahren 39.629 Für das Jahr 1938 ist der Aufwand um mehr als 4 millionen Kronen erhöht, weil nicht damit zu rech nen ist, daß die Invaliden im Arbeitsprozeß unterfommen. Den Invaliden gewährt der Staat auch ren Staaten relativ und absolut niedrig. In der letzSeilfürsorge, auch werden ihnen in bestimmten Fälten Reit tam es zu Lohnaufbefferungen, die aber vers Ten Unterstübungen gewährt. hältnismäßig gering find, so daß unsere Löhne noch immer auf einem ungemigenden Niveau find. Ein Beweis dafür ist, daß im Juli 1937 in den drei niedriften Klassen der Krankenversicherung( Durch snittslohn bis zu 12 Kč) 45 Prozent aller Verficherten waren, im Jahre 1929 jedoch nur 38 Prozent. Das Bauen, so führte der Minister aus, ist einer der Schlüssel zur Entfaltung der Wirtschaft überhaupt. Deswegen wird das Gesetz über die Baubewegung Nr. 65/36 wenigstens auf zwei Jahre berlängert werden. In diesen zwei Jahren gedenkt das Fürsorgeministerium den ganzen Kompler der Fragen der Bau- und Wohnungsfürsorge mit den Fachleuten durchzunehmen und ein neues definitives Gejezz auszuarbeiten. Das Ministerium legt großes Getvicht auf die langfristige Befreiung von der Hauszinssteuer und den Umlagen zu dieser Steuer, fowie bon der Mitabgabe. Die jetzige Staatsgarantie für Kleinwohnungsbauten hält das Ministerium für genügend. Insgesamt tann die Staatsgarantie für Darlehen in der Höhe von 300 Millionen Kč übernommen werden und für den Staatsbeitrag ist mit Die Meinung der Oeffentlichkeit, daß die Areinem Jahresbeitrag von 5 Millionen Kč zu rech beitslosenfürsorge ohne Revision und Kontrolle ernen, wozu noch der unausgeschöpfte Rest für diesen folgt, ist vollständig falsch. Die kontrolle Bwved gemäß früheren Gesezen in der Höhe von etwa i it it reng. Die gesetzlichen Maßnahmen im 7 Millionen kommt, insgesamt also 12 Millionen. Intereffe der Arbeitslosen werden durch verschiedene Mit dem, was im heurigen Jahre schon geschehen ist Aktionen unterstübt, von denen die wichtigste die Er und noch geschehen wird, werden Staatsgarantien in der Höhe von 125 Millionen übernommen und etwa nährungsfürsorge ist. Diese Ernäh3½ Millionen Staatsbeiträge gezahlt worden sein. Besondere Aufmerksamkeit widmet das MiniArbeitslosenfürsorge Bum Schluß gab der Minister einen Ueberblic über die geleistete legislative Arbeit des Minifteriums. Prager, Bratislava. T. G. Masaryk. Gedicht von Josef Hofbauer. Beweint von Millionen Symbolischer AufStieg Erzieher und Kämpfer- Anwalt der Frauen Freund der Arbeiter den Desterreich Staatengründer Sozialismus benslehrer Im sterbena Philosoph, Revolutionär, Der große Demokrat I und die Deutschen Die Wahrheit siegt. Les Preis des etwa 220 Seiten starken Buches in Ganzleinen für organisierte Arbeiter Kč 24.-. Bestellungen nehmen entgegen: die Zentralstelle für das Bildungswesen in Prag XII., Slezská 13; alle Kolporteure der Lokal- und Bezirksorganisationen und die Verwaltung des ,, Kampf", Brag II., Lüpotova 37. Urteil des Pariser ,, Populaire" über das Das Rätselraten um Halifax Verbot der ,, Arbeiter- Zeitung" " sterium für soziale Fürsorge den Gemeindes Deutsche Spione bauten in der Wohnungsfürsorge für die Minders bemittelten. Es handelt sich da im ganzen um 287 in Frankreich Der Populaire", das Zentralorgan der London. Lord Halifag, der Montag eine Miethäuser mit 4843 Wohnungen für minderbemitMühlhausen.( Havas.) Die Gegen- einstündige Unterredung mit dem Außenminister sozialistischen Partei Frankreichs, befaßt sich in telte Familien, die einen Bauaufwand von fait 138 Millionen erfordern und bereits fertiggestellt sind. spionage und die Sonderpolizei kamen dem Trei- den und anschließend mit diesem zusammen einem Artikel auf der ersten Seite des Blattes Man kann mit der Aftion zufrieden sein, aber es ist ben einer Gruppe von Spionen auf die Spur, die eine fast ebensolange Unterredung mit dem Mis mit der seltsamen Kunde" vom Verbot der auf diesem Gebiete noch nicht genug geschehen. Das im Grenzgebiet von Sankt Ludwig und Hünin- nisterpräsidenten Chamberlain hatte, wurde Arbeiter- Zeitung", durch das unsere französi Ministerium verfolgt mit berechtigten Befürchtungen gen arbeiteten. Trotz dem streng gewahrten Ge- Dienstag vom König empfangen, um über seine schen Freunde überrascht worden seien: ,, Tatsächlich hätte man sich einer solchen Maßdas weitere Sinten des ohnehin niedrigen Woh- heimnis ist bekannt, daß zehn Personen verhaftet Eindrücke in Berlin Bericht zu erstatten Mittwoch nungsniveaus der unbemittelten Schichten, welche die wurden, darunter auch der deutsche 33jährige wird sich der Kabinettsrat mit den Ergebnissen nahme von seiten der tschechoslowakischen Regierung Mehrheit der Bevölkerung unseres Staates bilden. Staatsangehörige Dengler, ein Einwohner der Besprechungen Halifax- Hitler befassen. Erst nicht versehen. Die Arbeiter- Zeitung" beschäftigt Wenn man von einem Ueberfluß an Wohnraum spricht, so ist das vielleicht bei großen Wohnungen von Hüningen, der unter falschem Namen und mit dann ist aller Voraussicht nach mit einer Erklä- sich nicht mit tschechoslowakischen Angelegenheiten, der Fall, nicht aber bei Kleinwohnungen. Das Mini- einem falschen französischen Paß reiste. Einige rung Chamberlains im Parlamente zu rechnen. sondern ist für die Oesterreicher bestimmt. Sie befaßt Die britische Presse, der gegenwärtig tein sich einzig und allein mit Dingen Oesterreichs und steriums wird daher eine Statistik der Zahl und der Verhafteten gestanden, einer fremden Macht Größe der leeren Wohnungen in allen größeren Nachrichten über den effektiven Stand der fran- Diskussionsmaterial zur Verfügung steht, zeigt fann die Tschechoslowakische Republit teinesfalls Orten durchführen. zösischen Truppen am Rhein und in den Befesti- sich in ihrem Bemühen, die Atmosphäre nicht zu genieren. Uebrigens wird sie nicht mehr in der Tiche= Ein Zeichen des Sinkens des Wohnungsniveaus gungen an der französisch- deutschen Grenze ge- stören, eber optimistisch, obzwar nach dem, was choslowakei herausgegeben. Im März 1937 haben ist die steig en de Nachfrage nach Ein- geben zu haben. Sie brachten diese Nachrichten bisher über die Ergebnisse der Halifax- Reise ge- unsere österreichischen Freunde den Erscheinungsort immerwohnungen, welche bei uns leider zum Wohnungsstandard der Mehrheit der Bevöl- selbst nach Freiburg im Breisgau, wo sie für jede rüchtweise bekannt wurde, die Lage gegen früher der Zeitung nach Paris verlegen müssen, um der ferung werden. Die private Bautätigkeit weicht dem Meldung 500 Mark erhielten. Die Verhafteten nicht sonderlich geändert erscheint. Die einzige tschechoslowakischen Regierung, die von Zeit zu Zeit Bau kleiner Wohnungen aus, weil dies nicht genug wurden in das Militärgefängnis in Besançon ge- Times" bringen einen langen Artikel aus Ber- Beschwerden von seiten des Stanzlers Schuschnigg erlin, aus dem hervorzugehen scheint, daß weiter hielt, Schwierigkeiten zu ersparen. rentabel ist. In dieser Hinsicht werden die Bau- bracht. die Frage der fontinentalen Politik Aber welche Gründe hat diese Regierung, in genossenschaften eine unentbehrliche Ergänzung der Deutschlands im Mittelpunkt der Diskussion privatkapitalistischen Bautätigkeit sein. steht, ebenso wie das grundsäßliche Problem, ob follettiven oder zweiseitigen Verträgen der Vorzug zu geben ist. Die Verschwörung der Reichen Der französische Innenminister berichtet Eine andere Maßnahme, die zur Belebung der Bautätigkeit beigetragen hat, sind Steuer erleichterungen bei Reparaturen alter Häuser. Mit der Baubewegung hängen auch zusammen die Schiedskommissionen für die Feit- Baris. Die Ausführimgen des Innen setzung der Preise der Baumaterialien. Bedeutsam ist auch das Baurecht auf fremdem Grunde. Das ministers in der Sigung des Ministerrates über Beispiel der Stadt Auſſia, wo im letzten Jahrzehnt den gegenwärtigen Stand der Untersuchung in auf Grundlage dieser Art von Bauen 236 Häuſer Angelegenheit der aufgedekten geheimen Vergebaut wurden, zeigt die Wichtigkeit dieser Insti- schwörerbewegung waren streng vertraulich und tution, die man weiter propagieren muß. der Oeffentlichkeit sind bisher keine näheren Einzelheiten bekannt. Auch die staatliche Sicherheitspolizei hat heute keine wesentliche Erklärung ausProduktive Arbeitslosenfürsorge Einen wichtigen Zweig der Tätigkeit des Mini- gegeben. Die Polizei ſetzt die zahlreichen Hausſter: Ginen wichtigen zwei Die Arbeitslosigkeit ist die durchsuchungen in Paris und Umgebung fort produktive Arbeitslofenfür beglaubigt einerseits die berechtigten Verdachtsjorge. Bis zum 10. November 1937 hat das Mini- gründe und führt andererseits die Untersuchung fterium 2331 Gesuche verhandelt, und hiebei einen auf Grund der sehr zahlreichen anonymen und Staatsbeitrag von fast 75 Millionen gewährt. Ser 6 Londoner Geste für Valencia London.( Havas.) Amtlich wird gemeldet, daß der englische Geschäftsträger in Barcelona, e che, zum bevollmächtigten Minister mit dem Size in Barcelona befördert wurde. In amtlichen Kreisen wird dieser Ernennung fein beson derer Kommentar angefügt, doch glaubt man, daß sich die britische Regiccung bemüht habe, ein zustellen, weil der Generalagent Hodgson bei GeGleichgewicht zwischen beiden Vertretungen her= der Tschechoslowakei die Verbreitung einer Beitung zu untersagen, die nicht mehr auf ihrem Gebiete erscheint. Wenn Kangler Schuschnigg nicht zufrieden ist, so wäre es nicht die Tschechoslowakei, an die er fich zu halten hätte. Wahrhaftig, dieses Verbotist unbegreiflich! Es scheint übrigens, daß die Maßnahmen durch den Innenminister unter genug sonderbaren Bebi gungen getroffen wurden." " ..Populaire" zitiert zur Erklärung die Arfifel, die das Právo Lidu" und der Sozialdemokrat" diesem Verbote widmeten und in denen es als unerhört bezeichnet wurde. der Tschechoslowakei", so schließt der„ Populaire", ,, Unsere tschechischen und deutschen Genossen in neral Franco den Rang eines Ministers hat. haben recht. Wir teilen vollkommen ihr Erstaunen, Salamanca.( Havas.) Das Radio Nacional das lediglich durch die Hoffnung gemildert wird, daß meldet: Auf Grund der Verhandlungen zwischen es sich hier um eine unglückliche Maßnahme der Zivilbevölkerung verläßt Madrid Madrid.( A g. Es p.) Der Ausschuß für den Die rumänischen Demokraten sammeln sich Carols Gegner Maniu wieder im Vordergrund Aufwand dieser Bauten betrug 827 Millionen und nichtanonymen Anzeigen, die ihr zugehen. So hat Großbritannien und der Regierung von Salamanca administrativen Behörden handelt. Wir wollen glau es wurde 111.643 Arbeitslosen auf die Dauer von sie heute eine Haussuchung in dem Schlosse vors wurde der Herzog von AI b a offiziell aum ben, daß diese Maßnahme bald rückgängig gemacht einem Monat bis zu zwölf Monaten Arbeit ver- genommen, das dem kürzlich berstorbenen Groß- Vertreter des nationalen Spanien in London er- with su schafft. Dazu kommt noch die Unterstützung der Ar- industriellen Francois Coty gehörte. Einzel- nannt. beiten gemeinnütiger Körperschaften. Bis sum 10. heiten wurden bisher nicht bekanntgegeben. Die November wurden 122 Gesuche mit einem Staats- Polizei hat auch bei dem Industriellen Ing. beitrag von etwa 3 Millionen bewilligt. Der Bau- Dedoncle eine Durchsuchung vorgenommen, aufwand betrug 33 Millionen, beschäftigt wurden dessen Name schon im September unter den Füh4026 Arbeitslose. Bei der Durchführung der produkrern der„ Bermummten" genannt wurde und der Schuß verlassener Wohnungen und ihrer gesamten foziale Fürsorge in erster Linie die Bezirke mit hoher sich gegenwärtig außerhalb Paris aufhält. Die Einrichtung usw. hat seine umfassende Organisa= Polizei hat, wie verlautet, heute einige weitere tion beendet und steht allen, die fortziehen wollen, Arbeitslosigkeit berücksichtigt. Personen, deren Namen aber geheimgehalten wer- zur Verfügung. Diese moralische Bürgschaft hat den verhaftet, bzw. der Zentrale der staatlichen die Bewegung zur Räumung Madrids von der Bisibenden der Nationalen Bauernpartei ist auf vier bilbevölkerung stark gefördert. So manche, die Jahre unter Verleihung unbeschräntier Vollbis jetzt zögerten, haben sich nun zum Fortzug machten erfolgt. Maniu war der erste Präsident entschlossen, da sie von der Angst befreit sind, den der Nationalen Bauernpartei und in dieser Ertrag jahrelangen Sparens ohne Schuß der Ge- Eigenschaft auch zu wiederholten Malen Vors fahr von Feuersbrunst und Ueberschwemmung, infolge von Beschießungen zu Lande oder aus der Luft überlassen zu müssen. Arbeitsvermittlung Die langjährige Forderung des Ministeriums Sicherheitspolizei zur Einvernahme vorgeführt. nach einer Reform der Arbeitsvermittlung wurde Die Bewegung soll insbesondere in Südfrankreich zum Teil verwirklicht durch die Regierungsverord( Toulouse und Umgebung) berbreitet gewesen nung 217/36. Diese Verordnung kann man als die sein, wo sie, wie es heißt, über 2000 Mitglieder erste Etappe des Ausbaus der Arbeitsvermittlung zählt. betrachten. Die kurze Zeit der Wirksamkeit der Verordnung zeigt, daß durch die Zusammenarbeit der Krankenkassen eine genaue Evidenz der Arbeitslosen herbeigeführt werden und eine schnellere und gerech tere Besetzung der freien Arbeitsstellen durchgeführt| werden wird. Das Ministerium arbeitet auch am Ausbau der Organisationen für Berufsberatung. Keine Verhandlungen mit den Rebellen! Barcelona.( A g. Ei p.) Der Pressedienst des Ministerpräsidiums teilt mit: Kühle Freundschaft Deutschland- Ungarn Bukarest. Die Wahl Manius zum Vora fißender von Regierungen, welche von dieser Pars tei gestellt worden waren. Er zog sich seinerzeit infolgeeines Konfliktes mit der Krone vom Parteipräsidium sowie von jeder öffentlichen politischen Tätigkeit zurück, verblieb jedoch weiterhin Mitglied der Nationalen Bauerna partei. In der Sibung der Nationalen Bauern4 Der Berliner Korrespondent der partei vom Dienstag wurde auch der ehemalige ,, Gewisse englische Zeitungen führen eine Times" berichtet, daß das deutsche Interesse für Generalstabschef der rumänischen Armee Sichitiu, Kampagne, deren einziger 3wed es ist, die öffent die Ergebnisse und Auswirkungen der Halifax- welcher, wie gemeldet, der Partei fürzlich beiges Das Ministerium strebt schon durch eine Reihe liche Meinung gegenüber dem Krieg in Spanien Reise die gegenwärtigen ungarisch- deutschen Ge- treten ist, zum Ehrenmitglied des Exekutivkomités von Jahren die Verfürzung der Arbeitszeit an. Der zu desorientieren. Diese Kampagne beſteht darin, spräche überschattet. Der Korrespondent meldet, dieser Partei bestellt. Auch wurde die Aufnahme, erſte Schritt ist die Einführung der 40- Stundenwoche von Vermittlung und Waffenstillstand zu reden. daß Deutschland Ungarn nur begrenzt unter- bzw. Wiederaufnahme einer Reihe anderer hers Neu eingetreten ist in die Nationals bei Arbeiten, die vom Staat unternommen oder fub- Die spanische Regierung hat erst kürzlich durch stüßen könnte, wenn dieses seine freundschaftlichen vorragender Persönlichkeiten in die Partei voll bentioniert werden. Die bisherigen Erfahrungen zei den Mund ihres Chefs diefe, jeder Grundlage ent- Beziehungen mit anderen mitteleuropäischen 30gen. Arbeitszeit getreten sind eine Reihe von bisherigen Mitglied dern der Rumänischen Front, welche sich nach dem Abschluß des Wahlfartells zivischen Vajda Voe bod und der nationalliberalen Partei von der umänischen Front zurückgezogen haben und wies der in ihre einstige Mutterpartei, die Nationale Bauernpartei, zurückgekehrt sind. gen, daß die verkürzte Arbeitszeit sich nach leberwin behrenden Gerüchte dementiert." Es wird dann Staaten nicht verderben wolle. Ein Beitritt Un- Bauernpartei u. a. der frühere rumänische Ges Ministerium achtet strenge darauf, daß der Achtstun-/ die bekannte Erklärung Negrins wiederholt und garns zum Antifomintern- Batt sei kaum wahr- fandte in Prag, Theodor Emandi, wiedereins dung anfänglicher Schwierigkeiten bewährt hat. Das dentan überall eingehalten wird. Durch die Neuorga hinzugefügt:„ Dies ist die einzige Neuigkeit, die scheinlich. ntion der Gewerbeinspektion wurde die Inipet wert ist, daß man ihr Glauben beimißt". tionstätigkeit im Jahre 1936 gegenüber dem Jahre 1984 um 77,5 Prozent vermehrt. Während im Jahre Kleinere Gefechte 1934 für diese Tätigkeit nur 93 Beamte zur Vers füoung standen, waren es 1936 152. Die vorgelegten abteilungen gelang, bei Cuesta dela Reina di Italien dadurch anerkennen, daß der rumänische ſtrenge geprüft und nur in den dringendſten Fällen an der Zaramago to den Regierungs- der nächsten Beit die Eroberung Abejjiniens burn navallerie der Aufständischen zu zerstreuen. Auch Botschafter in Rom beim König von Stalien und im Raume östlich von Toledo vermochten die Re: Kaiser von Abessinien akkredidiert werden wird. betvilligt.. Jugendfürsorge Madrid.( Havas.) Montag kam es zu heftigen Artilleriekämpfen an der Leon- Front und Rumänien anerkennt abessinische Eroberung London.( Eigenbericht.) Rumänien wird in Innsbrud. Im Anschluß an den Hochschulstreit der Wiener Medizinstudenten ist am Dienstag früh auch die gesamte Hörerschaft der medizinischen Die Vorarbeiten für ein Gefeß, welches die wich- gierungstruppen einen leineren Erfolg zu er Außenminister Antonescu bekam einen hohen ita Fakultät der Universität Innsbruck in den Streit tigsten Probleme der Jugendfürsorge behandeln foll, zielen. lienischen Orden. getreten. «eite S Mittwoch, 24. November 1937 Nr. 278 v 3tkjmeuu$etten diesen Zweck zur Verfügung. Das sei noch immer I ihre Taten gestanden. Auf dem,. gische Observatorium in Betrieb genommen, das zwar nur etwa 110 Meter höher als die alte Wetterwarte bei der Endstation der Jungfrau- Bergbahn ist, jedoch wegen seiner freien Lage einen vollständigen Rundblick bietet. Die neue Wetterstation ist mit der alten durch einen kurzen Stollen und einen senkrechten Aufzug verbunden. Brand in der Teplitzer Asphaltfabrik Urbach«. Co. Montag abends gegen 10.30 Uhr brach in der Lackküche ein Feuer aus, nachdem ein Kessel mit siedendem Oel explodiert war und das brennende Oel sich auf den Fußboden ergossen hatte. Die Situation war sehr bedrohlich, da in dem Raume neben der Lackküche Benzinfässer standen. Doch konnten diese von den erschienenen Feuerwehren aus dem brennenden Gebäude gebracht werden. Nach großen Anstrengungen gelang es, den Brand einzudämmen. Bom Zuge überfahren. Samstag früh nach 7 Uhr wurde in C z a l o s i tz im Straßengraben bei der Stratzenübersetzung der Eisenbahnstrecke Leitmeritz— Schreckenstein der 62jährige Arbeiter Rudolf Bürgermeister aus Wilsdorf mit zertrümmerter Schädeldecke tot aufgefunden. Bürgermeister, der in der Lederfabrik beschäftigt war, dürfte sich auf dem Wege zur Arbeit etwas verspätet haben und durch die bereits heruntergelajsene Bahnschranke gekrochen sein, um noch vor dem Zuge die Bahnstrecke überqueren zu können. Dabei ist er offenbar von der Maschine erfaßt worden. Zug gegen Auto. Am 22. November um 11.42 Uhr stieß der Lastzug 4187 auf der ungeschützten Ueberfahrt im Kilometer 29.032 der Strecke Hotice mit dem dem Josef B a k e i aus der Gemeinde Altenbuch-Döbernei, Bezirk Königinhof a. E., gehörigen Lieferauto Nr. 10.837 zusammen. Der Autoinhaber Bakes und seine Frau wurden getütet. Das Auto wurde zertrümmert, die Lokomotive des Zuges beschädigt. Als Ursache des Unglückes wird in dem amtlichen Bericht Unvorsichtigkeit des Autolenkers angeführt. 8:100 in der Fremdenverkehrspropaganda. Handelsminister R a j m a n erklärte im Budgetausschuß zur Fremdenverkehrspropaganda, daß man früher mit den zur Verfügung stehenden 1.5 Millionen überhaupt nichts habe unternehmen können. Jetzt stehen 8.5 Millionen für Einmischung in Angelegenheiten der Schweiz. Der Berner„Bund" erklärt an Hand einer Reihe von Dokumenten, die er veröffentlicht, daß die am 28. November in der Schweiz zur Abstimmung gelangende, von frontistischer Seite (politische Gruppen mit faschistischem Einschlag) ausgehende Initiative, die das Verbot der Freimaurerei bezweckt, von einer ausländischen Propagandastelle in Zusammenhang mit Vertretern der schweizerischen frontistischen Bewegung vorbereitet und gefördert worden ist. Das Blatt schreibt, schamloser habe sich wohl selten das Ausland in schweizerische Angelegenheiten eingemischt. Am 28. November müßten erstmals die Konsequenzen daraus gezogen werden. Das Blatt ist aber fest überzeugt, daß das Bekanntwerden der veröffentlichten Dokumente auch über den Abstimmungstag hinaus seine Folgen haben wird. Der Tod auf dem Eis. In einem Dorf im Kreise Karthaus,(Pomerellen) brachen fünf Kinder im Alter von acht bis fünfzehn Jahren beim Spielen auf dem Eise eines Gleiches ein. Alle fünf, darunter drei Geschwister, ertranken. Brand im Kino. In einem Lichtspieltheater in Belbec bei Rouen(Frankreich) brach kurz vor Beendigung einer Vorstellung ein Feuer auS- dazu einer Panik unter den 250 Zuschauern führte. Obwohl sofort alle Notausgänge geöffnet wurden, erlitten 15 Personen schwere Brandwunden. Hundertjährige in Belgrad. Zu den ältesten Einwohnern Belgrads zählt der 105jährige Kosta Träjkowitsch, der vollkommen gesund ist. Die 108jährige Vidosava Markowitsch ist eine fröhliche Greisin, die gerne singt. Sie behauptet, sie sei gerade darum so lange am Leben. Sie steht noch so gut wie vor 100 fahren und war niemals krank. Die älteste Bürgerin ist die 116jährige Magda Jvankovitsch, eine lustige Greisin, die seit 100 Jahren raucht, alles ißt und stolz darauf ist, noch nicht ein einziges Weißes Haar zu haben. Oel in Ungarn. Bei der Gemeinde Szent Adorjän in der Nähe von Zalaegerszeg werden seit längerer Zeit Tiefbohrungen vorgenommen, die bisher zur Aufdeckung zweier Rohölquellen geführt haben.. Heute gibt ein Telegramm der Regierungskommission Aufschluß darüber, daß die letzten Bohrungen«in neues überraschendes zu wenig, denn Oesterreich z. B. gebe für Fremdenwerbung 20 Millionen Schilling, also über 100 Millionen KL aus. Unter diesen Umständen könnten wir natürlich nicht dasselbe leisten wie Oesterreich. Immerhin seien heuer die Ergebnisse schon sehr gut: Unser Bäder- und Reiseverkehr ist mit mindestens 200 Milliosten aktiv, auch wenn wir berücksichtigen, wieviel Leute von uns ins Ausland.gefahren sind. Den Stiefvater in den Tod gefahren. Montag, den 22. November, früh um%8 Uhr ereignete sich auf der Straße, die von Blottendorf nach Haida führt, ein furchtbares Unglück. Der in Blottendorf Nr. 69 wohnhafte Schaubudenbe- sitzer Walter B u d i l fuhr mit seinem Motorrad^ mit Beiwagen, in welchem sein Stiefvater Rudolf B e ck e r t Platz genommen hatte, oie Straße nach Haida, um dann weiter nach Böhm.- Leipa zur Lenkerprüfung zu fahren. In der Räbe der Rahmenfabrik Deutschmann geriet bei der Biegung das Fahrzeug ins Schleudern. Um es wieder ins Gleichgewicht zu bringen, unterließ Budil die Benützung der Fußbremse. Sein Vorhaben mißlang und er fuhr mit großer Wucht an eine Telegraphenstange. Durch den Anprall wurde sein Stiefvater gegen eine Schutzmauer geschleudert, wobei ihm' Vie Schädeldecke zerschmettert wurde. Beckert, der 58 Jahre alt war, starb sofort. Walter Budil blieb unverletzt. Merkwürdige Milde. Die Sowjetagentur Taß meldet, daß das Militärgericht Paul Silberhorn und Erwin Klein zu 25 Jahren Kerker verurteitt hat. Das Gericht stellte fest, daß Silberhorn 1930 als Militärspion einer fremden Macht nach Sowjetrußland gesandt wurde und in Zusammenarbeit mit den Angestellten eines Konsulates Nachrichten über die der Staatsverteidigung dienende Industrie und über die Garnisonen im Leningrader Gebiet sammelte. Ende 1936 wurde er ausgewiesen, doch kehrte er 1937 mit Klein nach Sowjetrußland zurück mit dem Auftrage, die Petroleumbehälter im Leningrader Hafen zur Explosion zu bringen. Es gelang beiden mit Hilfe falscher schweizerischer Pässe, als„ausländische Touristen" in die Sowjetunion zu gelangen. Sie wurden jedoch entdeckt und verhaftet. Klein und Silberhorn haben ttungert, auf daß ihr alt werdet! Ein französischer Arzt, Bigner Rouges, der den Lebensbedingungen der ganz alten Leute nachging, hat eine bemerkenswerte Feststellung gemacht. Mehr als 80 Prozent der Hundertjährigen, die der Arzt kennenlernte, lebten in ärmlichen, ja häufig sogar kümmerlichen Verhältnissen. Ein gutes Argument für Unter- nehmer und andere angenehme Zeitgenossen, daß nur derjenige das biblische Alter erreicht oder hoch zu Jahren kommt, der sich fleißig im Hungern übt. Hohe Löhne, die reichlich Essen und Trinken gestatten, verkürzen die Lebensdauer. Nur ein bescheidenes, sehr bescheidenes Einkommen verbürgt ein langes Leben. Arbeitslose hätten somit die beste Aussicht, sehr alt zu werden. Allerdings würde man bei Arbeitern mit diesem Argument keinen Eindruck machen, da sie mit Recht der Ansicht sind, daß sie keinen Wert darauf legen, in Not und Elend hundert Jahre alt zu werden. Die Feststellung des französischen Arztes beweist nur erneut, wie wenig sich die kapitalistische Welt um ausgediente Proletarier kümmert und daß trotz Not und Entbehrung ein Mensch alt werden kann. Die Regel bleibt allerdings bei armen Leuten der Frühtod. Ein gutes Einkommen oder gar Reichtum, der Wohlleben verbürgt, dürsten der Konstitution des Menschen zuträglicher sein als Wassersuppe und armselige Behausung. Oie höchste Wetterwarte Europas auf dem Jungfraujodi 3572 Meter hohen Jungstaujoch wurde in diesen Tagen das neue meteorolo- Was soll ein Radio-Gerät leisten? Der Kauf eines Radioapparates ist schwerer als man es sich in der Regel vorstellt. Es genügt nicht, über einen größeren oder kleineren Geldbetrag zu verfügen. Einen Empfänger kaufen kann man heute auch ohne Bargeld, wenn man ein festes Monatseinkommen hat. Das Problem besteht vielmehr darin, erstens zu wissen, was man von einem Radioapparat erwarten kann, zweitens, was man Von dem zu kaufenden Gerät verlangen will und schließlich darin, mit dem Betrag, den man ausgeben will, das Maximum an Leistung zu erstehen. Viele glauben, daß die Qualität eines Empfängers in direkter Proportion zu der Zahl der Röhren steht, die er besitzt. Kein Irrtum ist schwerwiegender beim Kauf eines Radioapparates als diese törichte, dafür um so mehr verbreitete Jrrmeinung. Wer dies noch immer nicht wahr haben wilst braucht sich nur die Reklame gewisser Radiohändler anzusehen, die Acht-, Neun- und noch mehr Richren- geräte zu lächerlichen Preisen anbieten. Die Qualität eines Empfängers kann nach drei Gesichtspunkten beurteilt werden: 1. Nach .der Zahl der Sender, deren Empfang er ermöglicht, seiner Sensibilität. 2. Nach seiner Trennschärfe, d. h. seiner Fähigkeit, Sender, die auf , benachbarten Wellenlängen arbeiten, so zu «mpfangen, daß man jeden Sender für sich empfängt, ohne die anderen Sender im Hintergrund mitzuhoren. Diese Eigenschaft des Empfängers bezeichnet man mit seiner Selektivität. 3. Nach seiner Musikalität, d. h. seiner Fähigkeit, die empfangenen Sendungen möglichst naturgetreu ohne akkustische Verzerrungen wiederzugeben. Wenn man sich llar darüber ist, welche Ansprüche man an die Sensibilität eines Empfängers stellen will, ist die Wahl des Apparates schon sehr wesentlich erleichtert. Wer nur lokale oder höchstens nationale Sender abhören will— und das ist eine sehr große Anzahl von Rundfunkamateuren— braucht sich nicht mit der Prüfung von komplizierten Geräten aufzuhalten, die den Empfang auch ausländischer, selbst außereuropäischer Sendestationen vermitteln. Als Entschädigung für die Zurückstellung der Ansprüche an die Sensibilität des Empfängers kann man mit erhöhten Leistungen in bezug auf die Selektivität und die Musikalität des Empfängers rechnen. Oder richtiger gesagt, wenn man die Sensibilität des Apparates etwas vernachlässigen will, braucht man keine erhöhten Anforderungen an seine Selektivität zu stellen. Je weniger sensibel ein Gerät ist, desto schwächer bringt es die entfernt liegenden Stationen. Die lokalen bzw. nationalen Sender»decken" automatisch die ausländischen. Man braucht also nicht zu befürchten, beim Abhören nationaler Sender durch ausländische Sendungen gestört zu werden. Um so höher kann man dafür seine Ansprüche an die Musi- talität des Empfängers schrauben. Man hat also bei dieser Art von Empfängern nur eine beschränkte Auswahl von Stationen, die man ab- hören kann, dafür empfängt man diese aber trennscharf und in vollendeter Tonwiedergabe. Erfüllt der Apparat diese letzten zwei Bedingungen nicht, so soll man von seinem Kauf absehen. Legt man aber Wert auf den Empfang ausländischer Stationen, so richtet sich die Qualität des Apparates nach der Zahl der Sender, die er empfangen kann. Im Verein mit dieser gesteigerten Sensibilität mutz der Apparat eine sehr weitgehende Selektivität besitzen. Andernfalls läuft man Gefahr, daß der Empfang der entfern: liegenden Stationen durch die Sendungen der lokalen und nationalen Sender beeinträchtigt wird. In den meisten Fällen erzielt man diese Qualitäten des Apparates auf Kosten seiner Musikalität. Es gibt natürlich Apparate, die so- wohl in bezug auf Sensibilität, wie Selektivität und auch Musikalität vollkommen einwandfrei arbeiten, bzw. deren Selektivität man zugunsten der Musikalität und umgekehrt variieren kann. Aber diese Geräte sind sehr teuer und kommen für den Durchschnittsamateur kaum in Frage. Schließlich darf man nicht übersehen, daß die Qualität des Empfanges nicht nur von den Eigenschaften des Empfängers abhängt. Vielmehr sind die lokalen EmpfangSbedingungen und die Qualität der Antenne von ausschlaggebender Bedeutung. Ehe man an den Kauf eines Empfängers geht, tut man gut daran, diese Voraussetzungen durch einen Fachmann überprüfen zu lassen. Sind die Empfangsbedingungen ungünstig, so ist es ratsamer, einen billigeren Apparat zu kaufen und dafür den ersparten Betrag für die, Installation einer einwandfreien Antennenleitung zu verwenden. Man hat gewiß mehr Genuß davon, weniger Sender, aber dafür diese einwandfrei zu empfangen, als viele, deren Empfang durch alle möglichen Störgeräusche verunreinigt wird. Dr. L. T. Albert Sever— 70 Jahre Der weit über die Grenzen des heutigen Oesterreich hinaus bekannte Führer der Arbeiterschaft von Wien-Ottakring Albert Sever begeht am 24. November seinen 70jährigen Geburtstag. Sever, der Selchergehilfe von Beruf war, hat bereits in der Zeit des Sozialistengesetzes für die Rechte des arbeitenden Volkes mutig gekämpft. Nach dem Fall des Sozialistengesetzes hat Sever in Gemeinschaft mit Franz Schuh- meier und David die mustergültige Ottakringer sozialdemokratische Parteiorganisation aufgebaut, die schließlich zur größten Bezirksorganisation der Wiener Sozialdemokratie geworden ist. Als Schuhmeier im Jahre 1911 ermordet wurde, folgte Sever seinem Freund Schuhmeier in der Vertretung der Ottakringer Arbeiter im Parlament und in der Führung der Parteiorganisation. In den schweren Kriegsjahren war Sever ein ebenso mutiger wie fleißiger Anwalt der Interessen der österreichischen Arbeiterschaft. Durch die Revolution wurde Sever Landeshauptmann von Niederösterreich. Als durch die verwaltungsmäßige Trennung Wiens von Niederösterreich Severs Funktion als Landeshauptmann erloschen ist, widmete er sich wieder restlos der Organisattonsarbeit. Allabendlich kamen zahlreiche Vertrauensmänner und Arbetter sowie deren Frauen, um sich von Sever in politischen, juristischen, organisatorischen Fragen oder sonstigen Nöten beraten zu lassen. Nach Kräften ist Sever immer den Mühseligen und Beladenen beigestanden. In diesem Ottakringer Arbeiterheim, in dem er ein Menschenalter verdienstvoll gewirkt hat, wurde am 12. Feber 1934 Severs Frau durch einen Granatsplitter getötet, während Sever selbst verhaftet und neun Monate lang gefangen gehalten wurde. Der doppelte Verlust, der Sever durch die Niederlage der österreichischen Arbeiterschaft und die Tötung seiner Frau getroffen hat, verursachte ihm zwar heftigsten Schmerz, konnte den alten Kämpfer aber nicht beugen. Als Sever im Herbst 1934 aus der Hast entlassen wurde, zeigte sich nicht allein, daß die Wiener Arbeiter ihrer sozialistischen Ueberzeu- gung treu geblieben waren, sondern mehr denn je Sever Liebe entgegenbrachten. Sever ist vielen sudetendeutschen Arbeitern, die ihn von den zahlreichen Versammlungen her kennen, die er im Gebiete der heutigen Tschechoslowakischen Republik abgehalten hat, bekannt. Das sudetendeutsch« Proletariat grüßt den alten Kampfgenossen und wünscht, daß es ihm gegönnt sein möge, den kommenden Aufstieg der tapferen österreichischen Arbeiterklasse aus Knechtschaft und Tyrannei zu Freiheit und Sozialismus mitzuerleben. Ergebnis zeitigten. Der Bericht besagt, daß in einem neuen Bohrturm aus einer Tiefe von rund 1100 Meter seit einigen Tagen täglich sechs bis sieben Waggons reinen Mineralöls gefördert werden. Die vorhandenen Behälter reichen nicht mehr aus und es mußten neue Behälter aufgestellt werden. Mit dem Bau einer Rohrleitung bis zur nächsten Eisenbahnstation ist bereits begonnen worden. Schweizer Journalist aus Deutschland ausgewiesen. Der schweizerische Gesandte in Berlin Dinichert ist am Dienstag abends vom Auslvär« tigen Amt in Kenntnis gesetzt worden, daß die Entscheidung der deutschen Behörden nnwider« rufbar sei, wonach die Aufenthaltserlaubnis für den Vertreter der„Basler Nachrichten" in Berlin Hermann Böschenstein nicht verlängert wird. Fahrradsteuer in Oesterreich. Im niederösterreichischen Landtag wurde mit Wirksamkeit vom 1. Jänn«r 1938 ein Gesetz betteffend di« Einhebung einer Fahrrad-Abgabe im Lande Niederösterreich beschlossen. Die Abgabe wird pr> Jahr und Rad fünf Schillinge betragen. Das Gesetz sieht Befreiungen von der Abgabe für solche Personen vor, die sich in besonderer Notlage befinden. Ruhig und bewölkt. Die Lustdruckverteilung über dem Festlande war Dienstag sehr gleichmäßig, so daß die Lust überall, auch in den höheren Lagen, fast keine Bewegung austveist. ES ist daher zu erwarten, daß bei unS auch in den nächsten Tagen ruhiges und im ganzen ziemlich bedecktes Wetter mir örtlichen Niederschlägen vorherrschen wird. Di« Temperaturen dürften gleichbleiben, das heißt, sie werden etwas um den Normalwert schwanken. WetterauSsichten Mittwoch: Vorwiegend bedeckt, neblig, Neigung zu örtlichen Niederschlägen. Temperaturen ohne wesentliche Aenderung, ruhig oder schwacher Südwestwind. WetterauSsichten übermor.gen: Andauern des ruhigen und nebligen Herbstwetters. Vom Rundfunk empfehlenswerte* m den Prosrammea< Donnerstag: Prag, Tender I: 10.05: Deutsche Presse. 12.10: Schallplattenkonzert, 14: Deutsche Sendung: Dr. Frank: Musiker im zeitgenössischen Roman, 17.05: Bloch: Klavierquintett, 17.50: Deutsche Sendung: Jugendstunde mit Musik, allerlei Lieder aus dem Tierleben, 18.45: Deutsche Presse, 18.55: Andern deutschen Kulturleben.— Prag, Sender II: 14.20: Deutsche Sendung: Dr. Beck: Bon der geistigen Freiheit. 14.55: Deutsche Presse. 18. MuIlkS Salonquartett.— Brünn 11.05: Salonorchester, 17.40: Deutsche Arbeitersrndung: Schramek: Aktuell» Probleme unserer Zett, 19.35: Abendkonzert.— Prefiburg 15.30: Rundfunkorchesterkonzert.— Kascha« 12.35: Orchesterkonzert.— Mährisch-Ostrau 17.55: Deutsche Sendung: In Scherz und Ernst, aus Werken von Waldbrunn; lieber neue Bücher, 22.15: Tanzmusik. Rr. 276 Volkswirtschaft und Sozialpolitik Kurssturz in London Mittwoch, 24. November 1937 allgemeinen von einem richtigen Sklavenleben[ Ueberfüllung die bedenklichsten gesundheitlichen sprechen. Die Arbeitszeit beträgt bis 78 Stunden und sittlichen Zustände entwickeln. die Woche. Von den Löhnen sollen die Deportier- Besonders schlimm sind die Zustände im ten nicht nur sich allein, sondern auch ihre Fami- Lager ven Berchtesgaden, also unmittelbar unter Tien daheim ernähren, das bedeutet in den mei- den Augen des Führers". Und aus GarmischDer Kurssturz an der Londoner Börse am sten Fällen für beide Teile ein unerträgliches Partenkirchen, berühmt von der Winter- Olym Dienstag war der schwerste seit dem großen Sungerdasein. Die Deportierten werden in Ba- piade und als Luftkurort der Reichen, schreibt Kurseinbruch im Jahre 1929. Alle Bapiere, raden beherbergt und gemeinsam beköstigt, wobei einer der Unglücklichen:" Hier gibt es nichts als Attien, ebenso wie festverzinsliche, waren rücfie Logie und Kost weit über ihren geringen Wert Hunger und Berge!" gängig. Der Verlaufsandrang war so groß, de bezahlen müssen. Manchmal ist ihnen freigestellt, Wie lange noch werden deutsche Arbeiter, die Jobbers am Ende der Börse es ablehnter, in nahegelegenen Arbeiterdörfern Quartier zu die gewohnt waren, freie Menschen zu sein, solche Verkaufsordres durchzuführen. Es heißt, daß nehmen, wo sich dann infolge der ungeheueren Zustände ertragen können? bielfach Exekutionen notleidend gewordener Engagements den Grund für die umfangreicher Liquidationen bildeten, Daily Expreß" schätzt den Kursverlust des gestrigen Tages auf rund 500 Millionen Pfund Sterling. Die Gerüchte über Schwierigkeiten einer führenden Jobbers firma fanden teine offizielle Bestätigung. Nach Ansicht führender Wirtschafts- und Finanzkreise wurde dieser Kursverfall hauptsächlich durch den Rückgang der Industrieproduktion in den Vers einigten Staaten verursacht. Da die Vereinigten Staaten durchschnittlich 40 bis 50 Prozent der führenden Rohstoffe verbrauchen, ergibt sich durch; den Rückgang der amerikanischen Erzeugung eine Schwächung der Rohstoffmärkte, die sich wie berum international fühlbar machte... Fumcial News" schreibt, es scheine eine Verkaufspsygose borzuliegen. In der Lage der britischen Industri: sei kein Grund für Befürchtungen oder Pessimismus vorhanden. Zwangsarbeit im Dritten Reich " 1 In Deutschland spricht man jetzt nur noch benig von„ Arbeitsvermittlung" und desto mehr von Arbeitseinsat". Der neue Ausdruck ist, wie soviele der neudeutschen Sprache, vom Militär entlehnt. Man wird auf der Front der Produktion„ eingesetzt", wie in der Schlacht Artillerie und Tanks eingesetzt" werden. Jeder gute Deutsche hat die Pflicht, jederzeit„ einsatzbereit" zu sein. Die Freizügigkeit der Arbeiter ist unter diefem System längst verschwunden, der Arbeiter darf seine Stelle nicht wechseln; er muß aber auch in steigendem Maße darauf rechnen, plötzlich irgendwo eingesetzt" zu werden. Von diesem Schicksal werden zunächst vor allem die Arbeitslofen betroffen; durch Androhung des Entzugs Hier befindet sich jetzt die chinesische Regierung Eine Ansicht aus dem 2000 Kilometer von Schanghai entfernten Tschungking, wo sich der neue Siz der chinesischen Regierung befindet. Das diplomatische Korps von Nanking hat sich nach Hankau begeben. Die Nichtigkeitsbeschwerde des Leitmeritzer Ein Segelschiff brachte im vorigen Jahrhundert den ersten Meinl- Tee. nach Europa Julius Meinl Seite 7. wachsen und fein weiteres Rechtsmittel mehr zulässig. Abzuwarten bleibt nur noch, ob der Präsident der Republik von seinem Begnadigungsrecht Gebrauch machen wird oder nicht. Aus aller Welt Im Liebespark von Buffalo. Auch Buffalo be= fizt einen schönen Park, der zudem noch der„ Park der Verliebten" heißt und in dem es an den Abenden auch recht verliebt zugeht. Dies haben sich vie Gangster von Buffalo zunuze gemacht, in der letz= ten Zeit mehrten sich die Ueberfälle, bei denen die Männer ihre Barschaft, die beteiligten Mädchen noch Schlimmeres verloren. Die Polizei entschloß sich mun zu einem Gewaltcoup. Zwei junge, besonders schlanke Polizisten verkleideten sich als Mädchen und begaben sich in Begleitung von zwei weiteren als zibile Freunde getarnten Polizisten in den Park. Kaum hatte das Schäferstündchen" begonnen, als auch dieses polizeiliche Doppelpaar angefallen wurde. Aber in diesem Fall kamen die Gangster zur furz, zwei wurden niedergeschlagen und verhaftet, und man hofft jetzt, die ganze Bande festnehmen zu fönnen. jeglicher Unterſtügung und jeder Arbeitsvermitt- Lustmörders Štěpánek vor dem Obersten Gericht foufagen in Konservendosen zum Versand kommen. lung also unter Androhung des Hungertodes werden sie gezwungen, sich in entlegene Ges genden transportieren zu lassen, um dort StraBen und Befestigungsarbeiten zu verrichten. bon In einem Punkt das Ersturtell kassiert Todesurteil aber bestätigt Brag.-rb- Dienstag wurde vor dem Senat seine abnormale Veranlagung. Gegen diese Auffaf Svatoslav Štěpánet verhandelt, der be= Abweisung der Nichtigkeitsbeschwerde beantragte. Das Oberste Gericht verkündete nach längerer Konservierte Wespen. Es dürfte kaum bekannt sein, daß in manchen Ländern, so zum Beispiel in Ungarn und in New Jersey( U. S. A.) Wespen Vor furzem ist eine Massensendung dieser Insekten von Budapest nach Kanada geschickt worden. Die Wespen werden freilich nicht wie Erbsen in Weißblechbosen konserviert und sind außerdem auch keisen, verpackt, wobei sie vor dem Transport betäubt werden, damit sie eventuelle Witterungsumschläge Man spricht in diesem schon Sie werden vielmehr in winzigen " Deportationen", die Opfer selber nennen obersten Gerichtsinstanz Dr. Melusin über die behörde. Prokuratoruntiček der die Reagensgläsern, deren Stöpsel Luftlöcher aufweisich„ Deportierte". Manchmal erfahren sie bei Nichtigkeitsbeschwerde des Leitmerizer Lustmörders der Abfahrt noch gar nicht, wohin die Reise geht. tanntlich am 17. Mai d. 3., am Pfingstmoniag. nach Dann fagen fie, fie müßten nach Sibirien. Techstägiger Verhandlung von den Leitmeriber GeErschütternde Bilder aus dem Leben dieser schworenen einstimmia des dreifachen Meuchelmorbes. Deportierten entrollen die„ Deutschland- Berichte" des zweifachen Mordverfuches und der zweifachen der Sozialdemokratischen Partei. Sind auch die Leichenschändung schuldig erkannt und von dem Arbeitsbedingungen und Löhne von Ort zu Ort Schwurgerichtshof zum Tode verurteilt worden war. einigermaßen verschieden, so kann man doch im Die gräßlichen Einzelheiten dieses Prozesses dürften Man erhält für 100 Reichsmart. Markmünzen . 100 österreichische Schilling 100 rumänische Lei 100 polnische Bloth. 100 ungarische Bengö 100 Schweizer Franken 100 franzöfifche Francs 1 englisches Pfund 1 amerikanischer Dollar 100 italienische Lire 100 holländische Gulden 100 jugoslawische Dinare 100 Belgas 100 dänische Kronen 100 schwedische Kronen • 9 • • ке 608.677.50 526.50 16.05 486.553.50 656.50 96.20 141.25 28.30 114.40 1571.61.80 482.50 630.728.Die Heimkehr der Fünf Ein Bild aus den jüngsten Terrortagen Palästinas Jerufalem, 10. November. Hinter einer schweigenden Menschenmauer standen auf der Straße atvei große, leere schwarz drapierte Lastautos dieselben Wagen, auf de= nen die fünf jungen Menschen so oft mit ihren Kameraden zur Arbeit gefahren waren. Jetzt frugen ihre Freunde sie aus dem ernsten Bau des Hadassah- Hospitals hinaus, jeder Tote war in ein weißes Tuch gehüllt, und ein Stückchen Papier, das an das Tuch geheftet worden war, zeigte, in noch in Erinnerung sein. Der Verteidiger hatte gegen das Urteil Nichtigteitsbeschwerde und Berufung eingebracht. Er begründete diese damit, daß zunächst der Bruder des Mörders, der sich im Wege der protokollarischen Verneh= mung des Zeugnisses entschlagen hatte, nicht vorgeladen worden sei und die ihm gefeßlich zustehende Verweigerung der Zeugenaussage nicht vor dem Schwurgericht abgegeben habe, was nach der Strafprozeßordnung nicht zulässig sei. Ferner feien fünf von der Verteidigung beantragte Sachverständige nicht zugelaffen und endlich auch die aleichfalls von der Berteidigung beantragte Vernehmung eines Sachverständigen aus dem Gebiet der Sexualpathologie abgelehnt worden, lauter Umstände, die nach Ansicht des Verteidigers die Nichtigkeit des Urteils wegen Unvollständigkeit des Beweisverfahrens nach sich zie hen. Die Berufung macht geltend, daß bei der Strafbemessung nicht hinreichend Rücksicht auf die mildernden Umstände genommen worden sei, vor allem auf Beratung die Verwerfung der Rich tia Leiis bei awer be, der bloß in einem für Jeder 10. Kranke ist RHEUMATIKER trotzdem ist Rheuma heilbar! Auch zuhause Pisthaner Schlammbäder. Die gebrauchsfertige Pisthaner Gamma Kompresse" reicht für 25 Behandlungen. Hauptlager: F. Kunerle, Praha, Staroměstské nám. 22. " 4486-2 überstehen. Jedes dieser Reagenzrohre trägt genaue Angaben über das Alter und über je trägt genaue schaften des Insekts. Die Aufgabe der Wespen ist nämlich eine sehr verantwortliche, und man muß wissen, ob sie dazu auch geeignet sind. Sie besteht in der Bekämpfung bestimmter Pflanzenparasiten, die nur gewisse Arten von Wespen fressen. Die Insetten werden in großen Schwärmen über den Kul turen oder Feldern freigelassen, und sie erledigen fich ihrer Aufgabe manchmal in wenigen Stunden. Ehepflichten gegenüber einem Ausfähigen. Vor einigen Jahren erkrankte ein gewisser Southern m London an Aussat und wurde nach dem Leprosorium auf der Insel Pulau- Jerat im malahischen Archipel geschickt. Er war damals 29 Jahre alt und jung das ergangene Urteil bedeutungslosen Bunkt, es handelt sich um eine der dem Angeklagten zur Laft ge verheiratet. Die Krankheit blieb stationär, der junge legten Leichenschändungen, der Beschwerde stattgab, Engländer bekam den Posten eines Aufsehers, und was aber für das ergangene Urteil ohne Bedeutung vor kurzem hat er ein ärztliches Gutachten erwirkt, ist. Svatoslav Štěpánek wurde demnach im Sinne der Strafprozeßordnung für die Straftaten, hinsicht daß sein Fall zu jenen nicht seltenen Leprafällen lich derer das Urteil in Rechtskraft blieb, neu erzählt, die nicht ansteckend sind. Gestützt auf dieses ich zum Tode verurteilt. ärztliche Zeugnis verlangt er nun, daß seine Frau, die in London lebt, zu ihm übersiedeln solle. Die Frau weigert sich aus nur allzu begreiflichen Gründen, das Schicksal eines in ein Leprosorium Verbannten zu teilen; die Mutter des Kranken jedoch hat sich * Mit diesem Urteil des Obersten Gerichtes ist das die mangelhafte Intelligenz des Angeklagten und| Urteil des Leitmeriber Gerichtes in Rechtskraft er nabe. Sie folgt den andern. Die Toten werden auf der rechten Seite der Landstraße der Wegweiser die Autos gehoben, die jungen Menschen von Kirjath Anawim schwingen sich dann hinauf, ihre Körper pressen sich an die Wände, in der Mitte liegen die Toten, 2 auf diesem Wagen und 3 auf jenem. Dann tnattern die Motore an, ganz vorn, an der Spize des Ruges Motorräder der Polizei, ein Polizei- Kleinauto mit Funksender, schließlich ein Wagen mit Mannschaft und Maschinengewehr... Folgen die Autos mit den Vertretern jüdischer Organisationen, mit Journalisten, mit den Belegschaften einzelner Betriebe und immer länger wurde die Kette, immer mehr Wagen kamen unter wegs hinzu. Nur langsam bewegte sich der Zug vorwärts, im Stadtgebiet wenigstens, denn die erst entschlossen, überzusiedeln, da sie ihr Kind nicht allein lassen will. Die ganze Angelegenheit spielt mit der Inschrift ,, Kirjath Anatim" stand, war in den Kreisen der Obsthändler des Waterloo- Road, es schon nachts. Die Scheinwerfer der Autos zeig- und als der Entschluß der Mutter bekannt wurde, ten uns, daß wir einen Waldweg entlangholperten. begannen die Nachbarn und früheren Freunde von Bald hoben sich die weißen Häuser und dunklen Southern, der jungen Frau Vorwürfe zu machen, Baracken der Bergsiedlung aus der Dunkelheit so daß sie sich kaum mehr auf der Straße zeigen kann. beraus. Wir stiegen aus, da standen stumm eine Die geplagte Frau, die sich selbst nicht darüber im Anzahl Arbeiter und Arbeiterinnen der Siedlung, flaren ist, wie weit ihre ehelichen Pflichten in diesem die nicht mit nach Jerusalem hatten fahren fön- ungewöhnlichen Falle gehen, beabsichtigt, die Entten, desgleichen Arbeiter aus Tel- Aviv und vielen scheidung der Gerichte anzurufen, die entreder ihrer anderen Teilen des Landes. Einer der Wartenden Scheidungsklage stattgeben oder aber fermell be= hielt einen schweren, weißen Grabstein in den stätigen sollen, daß ihr Mann Anspruch auf ein Händen, die iüdischen Arbeiter aus einem nahen Wiederzusammenleben mit ihr hat. Petroleumfelder um Paris? Unter dem Plazz Handwerk. ihn herzustellen, verbracht. Da warte der Republik, wo man zur Zeit Renovierungsarbei ten Kinder. die je atvei einen groken Kranz aus ten vornimmt, hat man vor einiger Zeit fleine Steinbruch hatten den Tag über dem ernsten und Mädchen: die Kameraden aus Kirjath Ana- Tausenden ließ nur einen engen Weg frei. Dies Sternen und dem Licht des mondes auf den Berg sich aber heraus, daß man nicht auf einen erloschenen ganisationen, zwischen ihnen Arbeiter, Burschen buchstäblich weinende Menschenmasse von vielen neschnitten hatten. So zon still der Rug unter den logen in große Aufregung versetzten. Dann stellte Da warteten die Vertreter der jüdischen Or- fast stumme, dann beim Nahen der Totenautos Tannengrün trugen. das sie tagsüber im Walde Schwefeltümpel entdeckt, die naturgemäß die Geowim. Die meisten waren noch in ihren blauen Ar- war eine wirkliche Gemeinschaft, der Schmerz um hinter der Siedlung, der schmere Stein zuerst, Bulkan gestoßen war, sondern auf mittelalterliche beitshofen, so waren sie heute morgen von den das so sinnlos erscheinende Opfer und die Wut die duftenden Kränze dann, fchren Schrittes Riesel- und Abfallfelder, auf denen sich der Schwes Schüssen der Mörder alarmiert worden, so hatten fte in einem nahen Tal zwischen den heimatlichen auf die Mörder hatte sie geeint. Hin und wieder mußte der Zug halten, da tenwagen mit Kränzen behängten, zuletzt in Moza, die Männer mit der ernsten Last. Tausend, zweifel gebildet hat. Die Geologen ruhten aber nicht und sind jetzt bei den weiteren Nachforschungen auf Sie bildeten einen groken Kreis Mm Rande eine noch erstaunlichere Tatsache gestoßen, nämlich naar mita brachte Bamben ein läralih kernbes unterhalb von Paris, insbesondere unterhalb der Bergen ihre Kameraden bleich im Blut liegen se- wartende Arbeiterbelegationen unterwegs die Tos ftanden Bolizisten und wachten... Während ein auf fleine Delseen. Sie behaupten, daß zweifellos hen, einen neben dem andern. Es zuckt auf den Gesichtern, den so harten dem auf Bergeshöhen aelegenen Sanatorium der Sicht in die breite Grube, auf die Gesichter der näheren Umgebung der Stadt, sich größere Petro Arbeitergesichtern, rundum. Eine Hand tastet sich iüdischen Arbeiter Balästinas. Um diese Stunde mitohenden. auf die Teile vom Wind fittel- leumfelder befinden müßten, und zwar in einer bor, sie versucht den einen der unterm Tuch Schla- fenkten sich schon die Schatten des Abends in die ten Räume afeiten Tieh. om mis geisterhaft aus Tiefe von 2000 bis 2500 Metern. In der nächsten fenden zu streicheln. Die Hand gehört zu einem Täler, mährend an dem noch sonnengoldenen Sim- dem Walde Tage und lane der Mutter des Beit soll eine besondere Untersuchungsfommission den jungen Mädchen mit weichen Bügen, blonden mel des Westens zwei Flieger freisten auf der einen der Enten. 3 fchwol an, murde zum Fall genau prüfen, und die Pariser Karikaturisten Haaren, es trägt noch die Arbeitsfluft, in der es Suche nach der Terroristenbande, die das Verbres Shreien. halte unheimlich lange zwischen den lassen jetzt schon ihrer Phantasie freien Lauf, indem heute morgen Bäume gepflanzt hat. Die Freunde chen verübt hat. müssen das Mädchen halten, es ist der Ohnmacht Als nach einigen weiteren Kilometern auf fahlen Bergen Erich Gottgetren sie das Paris der Zukunft zeichnen, das nur noch aus Bohrtürmen besteht. Seite 8 „TozikNieMoTrai* Mittwoch, 24. November 1937. Nr. 278 3rcw Leitung Die Idee des Tschechoslowakischen Staates' lM. Gr.) Der deutsche journalistisch-soziolo- gische Klub, die Vereinigung der Hörer der Freien j Schule für politische Wissenschaften, veranstaltete gestern im Deutschen Hause einen Vortrag des Außenministers Dr. Kamil Krofta über„Die Idee des Tschechoslowakischen Staates". Unter den Anwesenden befanden sich auch die Minister Dr. Czech> und C« r n h. Minister Dr. Krofta erklärte, was man unter der Idee des Staates verstehen solle, und sprach dann über die Staatsidee, der Tschechoslowakischen Republik. Er erörterte die Ansichten Pekais und Rädls über dieses Problem und brachte dann die Auffassung Palacktzs und seine eigene zum Ausdruck. Jede Nation, jeder Staat habe eine bestimmte Sendung, die geographisch und historisch bedingt ist. Die Sendung der österreichischen Monarchie bestand nach Palacktz darin, eine Abwehr gegen die Türken, von Osten her, einen Wall gegen den Protestantismus und gegen die Einflüsse der fränzöfischen Revolution von Westen her zu bilden. Palacktz war überzeugt davon, daß der Zusammenschluß der Völker in der alten Monarchie eine Wohltat für diese Völker war; alles wurde jedoch dadurch verscherzt, daß man den slawischen Völkern nicht die ihnen gebührende Gleichberechtigung gewährte. Jede Nation habe von Natur ans das Recht, über sich selbst zu entscheiden. Das Recht auf ein selbständiges Staatsleben ist Naturrecht. Dieses Recht ging für die Tschechoslowakei nach dem Weltkriege in Erfüllung. Weiter sprach Dr. Krofta über die Haupteigen- schaften der führenden tschechoslowakischen Nation in diesem Staate. Er betonte, daß sowohl den Tschechen als auch. den Slowaken imperialistische Expansivitäl fehle, und führte an, daß man z. B. nie die Abtrennung von Schlesien durch Rückeroberung gutmachen wollte. Eine andere leitende Eigenschaft erblickt Krofta gleich Diasaryk in der Religiosität und im tie- f»N Demokratismus der Tschechen. Er führt die Friedensliebe der ganzen Nation auf die schweren Verluste der huffitischen Kriege und die daraus gewonnenen Erfahrungen zurück. Der letzte Abschnitt der Rede galt der Sendung der anderen Nationen in diesem Staate. Minister Dr. Krofta steht die Aufgabe des Sudetendeutschtums in der Tschechoslowakei im Mittleramte zwischen der slawischen und der deutschen Welt. Er zitierte in diesem Abschnitt verschiedene zustimmende Aussprüche namhafter deutscher Politiker und schloß mit der Feststellung. daß alle Probleme, die im Zusammenleben der Nationen der Republik austauchcn, im Sinne der Demokratie und der tlleichberechtigung zum Wohle aller gelöst werden i len. Der Beifall des überfüllten Saales war dir Antwort auf diese Aussührunaen. Der Streik der Prager Kohlenverlader vor günstigem Abschluß? Der Streikder Kohlen v e rl a d e r, Fuhrleute, Chauffeure und Hilfsarbeiter erstreckt sich auf sämtliche Kohlenhan- delssirmen Groß-Prags und auch ein Großteil der bei den Schächten beschäftigten Verlader aller Kategorien hat sich ihm angeschlossen. Der Versuch einer direkten Kohlenversorgung mittels Lastautos unmittelbar vom Schacht scheiterte. Ter Streikausschuß hat indessen die Kohlenversorgung L>er lebensnotwendigen Betriebe u.! Humanitären und kulturellen Institutionen(Elektrizitätswerke, Krankenhäuser. Theater. Lehranstalten) fichergestellt. Im Detailhandel machte fich bereits am zweiten Streiktag ein empfindlicher Kohlenmanael fühlbar, aber auch die Großfirmen waren durch die Folgen des durch ihr versuhtes Lohndiktat heraufbe- fchworenen Ausstandes stark betroffen, da ihnen durch die auflausenden Lagergelder beträchtliche Verluste erwachsen. ganz abgesehen von dem Ausfall des in der Hochsaison doppelt fühlbaren Lieferungsbetriebes. Während die Firmen am ersten Streikte»« alle Verhandlungen rundweg verweigert hatten, traten nachmittags die Vertreter der Arbeitgeber nach vorausgegangener interner Beratung mit den Vertretern der Arbeiterschaft in Verbindung. Die auf Eingreifen des ArbeitS- und Fürsorgeministeriums eingeleiteten Verhandlungen sind vorläufig noch nicht zum Abschluß gelangt, doch verlautet, daß fie sich günstig entwickeln und allgemein herrscht die Meinung vor. daß die Forderungen der Arbeiterschaft-auf Aufrechterhaltung der ihr zugebilligten achtprozentigen Lohnerhöhung sich durchsetzen werden. AusslugSzüge der StaatSbahn. Vom 4. bis 8. Dezember zur Nikolo-Feier auf die Sokolbaude Kc 280.—; zehntägiger Ausflug zur Schwarzwildjapd nach SmirdZenka(Slowakei) für 920 Kt, alles inbegriffen. Anmeldungen und Informationen im Basar neben dem Wilsonbahnhof. Tel. 883-85. Dienstliche Beschwerde an den Elnbrecherhäuptllns Prag.—rb—. Zehn Angeklagte saßen gestern auf der Anklagebank vor dem Strafsenat des GR. Dr. Cervinka. Vier Männer mit ihren Ehefrauen und zwei Junggesellen, von denen der eine al» Außenseiter nur der Borschubleistung angeklagt war. Die Angeklagten hatten in der Gegend von Zbiroh eine gut disziplinierte Diebs- und Einbrecherbande organisiert und die Gattinnen der Diebe arbeiteten nach besten Kräften mit, indem sie Mauer standen, das Diebsgut äufbewahrten und in Geld umsehtxn und sich anderweitig in untergeordneter Funktion nützlich erwiesen. Führer der Platte waren der 30jährige Josef Teska und der 42säh- riae Josef Kunc, ferner gehörten ihr als ausübende Mitglieder ein gewisser Adolf H r d i n a und Josef Böublik an. Mitangeklagt waren die Frauen der Genannten. Dann ist da noch der unbeweibte Bruder Hrdinas mit Vornamen Wenzel und ein gewisser, gleichfalls lediger Josef Brand. Die Anklage führt an, daß die Angeklagten in gegenseitigem Einverständnis nicht weniger als 14 Schweine, 28 Gänse, 26 Kaninchen, 55 Hühner und ein. mächtiges Kontingent von sonstigem Geflügel, von Butter, Eiern, Mehl, Rauchwaren usw. gestohlen haben, gar nicht zu reden von dem Bargeld, das ihnen so nebenbei in die Hände fiel. Die Bestohlenen sind zum Großteil arme Kleinhäusler. Sämtliche männliche Angeklagte wurden zu schweren Kerkerstrafen von fünfzehn, dreizehn und acht Monaten verurteilt, bis auf den nur der Borschubleiftung angeklagten Josef Brandt. Die Frauen kamen mit dreimonatigen Strafen davon. Das Bemerkenswerte an dieser Sache ist aber die Art, in der die Diebsbande, die durch nahezu zwei Jahre ihr Unwesen trieb, schließlich überführt wurde. Nachdem es den DiebSgefä^rten dank ihrer trefflichen Organisation immer wieder gelungen war, den Verdacht von sich abzuwälzen, ereilte sie schließlich doch das Schicksal. Einer der Komplicen, nämlich Josef Boblik, erfuhr, daß die andern hinter seinem Rücken„ein Ding gedreht" und ihn inn seinen Beuteanteil betrogen hätten. Er setzte sich hin und schrieb eine regelrechte Beschwerdeschrift an den Führer der Diebsbande Teska, in der er gegen ein solches Vorgehen feierlich Einsvrnch erhob. Der Zufall wollte eS, daß gerade an dem Tage, als dieser Rekurs eintraf, wieder einmal die Gendarmen bei Teska eine natürlich erfolglose Haussuchung hielten. Erst die Beschwerde deS verkürzten KinnpanS lieferte den erfreuten Hütern der öffentlichen Sicherheit schwär» cnss weiß den ersehnten Schuldbeweis gegen die Angeklagten. Iümst und Mssrn Prager Konzertsaal Nun find wir glücklich wieder so weit, daß He lleberflumng mit Konzerten das Publikum, kaum zwei Monate nach Beginn der neuen Konzerlsaison, konzertmüde gemacht hat. Das ist um so bedauerlicher, als gerade in der letzten Zeit einige Konzerte von außerordentlicher künstlerischer Bedeutung stattfanden, die eines Massenbesuches wert gewesen wären. Es sind die immer wieder beklagten Konzertsaalmißstände. die in der ersten Noveuüierhälfte in Erscheinung traten: die Gleichzeitigkeit mehrerer Konzerte an einem Wend einerseits und die ebenso nachteilige Gleichartigkeit von Konzerten innerhalb eines kurzen Konzerückschnittes anderseits. So wär diesmal in der BerichlSzert das Ueberwiegen pianiftischer Konzerte auffällig. Vier Pianisten waren zu hören, darunter drei von Weltruf und internationaler Bedeutung. Namentlich die beiden auS Rußland kommenden Kla- vierkünstler Alexander Brailowsky und Alexander Borowskh hatten einen sensationellen Erfolg beim Publikum. Es ist schwer, diesem oder jenem den Vorrang zu geben. Beide find phänomenale Erscheinungen ihrer Klavierkunst, beide eminente Techniker auf ihrem Instrumente, so vollkommen artistisch in dieser Technik, daß sie die Schwie- rigkeiten der gespielten Tonstücke weder erkennen noch ahnen lassen, beide sind sie Anschlagskünftler und Klangmeister von unglaublichem Farben- und Nuancenreichtum deS Spieles, beide Meister des Vortrages im geistig-inhaltlichen und ausdrucksmäßigen Sinn. Wenn vielleicht doch ein kleiner Unterschied in der Art ihrer Kunst wahrzunehmen ist, dann wäre er in der Stilbetonung bei Borowskh und in der faszinierenden Virtuosität bei Brailowsky zu suchen. Dieser Unterschied drückte sich mehr oder weniger schon in den BortragSprogrammen der beiden Künstler auS: Borowskh war als Bach- Spieler- gekommen, der die Klarheit, polyphone Gewalt und architektonische Größe Bachs wie heute kaum ein anderer zu offenbaren verstsht, Brailowsky als Chopin-Spieler, dem die unerhörte Mannigfaltigkeit des Klangreichtums bei Chopin, die spitzenartig duftige Leichtheit der Chopin- schen Ornamentik und die hravouröse Unbeschwertheit der technischen Finessen Chopins heute ehenfalls niemand nachspielt.— Ein Pianist großen Formates und von vielverheißender Zukunft ist auch Robert Goldsand, der auS Amerika kommt und zum erstenmale in Prag spielte. Seine Technik ist vollkommen, also allen Schwierigkeiten der schwierigsten Klavierstücke restlos gewachsen, seine Anschlagskunst besitzt die erforderliche Vielseitigkeit und sein Vortrag ß^rrät hohe geistige Intelligenz nicht minder wie stärkstes Einfühlungsvermögen in die interpretierten Werke. Ein Klavierkünstler, der die.Paganini"- > Variationen von Johanne- BrahmS mit so vielfältiger Ausdrucksgestaltung und mit so selbstverständlicher technischer Ueberlegenheit zu spielen vermag wie Robert Goldsand, trägt mit Recht den Meistertitel.— Weniger glücklich war in seinem diesjährigen Konzerte der Pianist Anton R e s l e r, den man schon besser spielen gehört hat. als diesmal beim Bortrage zweier Beethoven-Sonaten. Die geistige und seelische Disposition des Künstlers ist eben leider meistens entscheidend- kür seinen Erfolg-— Einen neuen und bedeutenden Geiger lernte man in Toscha Seidel kennen, einem Studiengenoffen der weltberühmten Geiger Elman und Milstein aus ! Rußland. Auch Seidel ist auf dem besten Wege, jenen | beiden im Weltruhm nachzufolgen. Denn auch er be- ! sitzt die bedeutende und hlendende Technik, den vollen großen Ton und die impetuose Art des künstlerischen Vortrages wie diese, ist vielleicht nur ein wenig leidenschaftlich gebändigter als diese beiden Wundergeiger und besitzt daher nicht das Faszinierende des Auftretens wie diese. An dem Pianisten W i t- kowsky hatte Seidel einen idealen Partner am Flügel.— Auch an guter und intereffanter Kammermusik war diesmal kein Mangel. Das .Trio i t a l i a n o". bestehend aus dem Geiger Poltronieri, dem Cellisten B o n u e c i und dem Pianisten und Komponisten Casella, das schon im vorigen Jahre durch sein stilsicheres und kultiviertes Spiel auffiel, wußte auch diesmal fcwohl durch sein schönes Programm als auch durch dessen meisterhafte Wiedergabe zu interessieren. Selten gehörte alte Werke, wie die Triosonate von Sam- martini, die Triosonate auS Joh. Seb. Bachs»Musikalischem Opfer" und Joseph Haydns»ungarisches" Trio, bildeten die erste Programmhälfte, ein gegenwartsnahes Trio von Pizetti die zweite.— Neu auf dem Prager Konzertpodium war die amerikanische Kammermusik- Vereinigung des„Curtis- Streichquartettes der Herren Brodsky, Jaffe, Aronov und Cole, das in Streichquartetten von Mozart. Beethoven und Doh- nanyi sehr guten Eindruck machte.— Einen sehr schönen und freundschaftlichen kammermusi- kalischen Sonderabend dankte man dem rührigen tschechischen Kunswerein»P r i t o m- n o st". Er war dem kammermusikalischen Schaffen des Heuer erst verstorbenen bedeutenden zeitgenössischen polnischen Tonsetzers Karol Szymanow- sky gewidmet und zeigte al- Proben dieses Ton- schaffeni neben Liedern, Violin- und Klavierstücken als markantestes Werk ein Streichquartett. Künftle- rische Mittler der Werke waren die Sängerin N o- pravilovä, der Geiger H a n o u s e k, der Pianist P o l i v k a und das Ondkikek« Quartett. EI. Wochenspiclplan des Deutschen Theater». Mittwoch halb 8: Arabella, B 2.— Donnerstag 8: Die Weher, Festvorstellung anläßlich des 75. Geburtstages von Gerhart Hauptmann, CI.— Freitag halh 8: Hansens Königreich, D.— Samstag halb 8: Madame Pompadour, BI.— Sonntag halb 3: Axel an der Himmelstür, 7: Lohengrin, C 1. Wochcnspielplan der Kleinen Bühne. Mittwoch 8: Acht Ruder im Takt, Bankb. 2 u. freier Verkauf,—> Donnerstag halb 8: Hilde und das Lotteriespiel.— Freitag 8: WeibSteufel. Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag 8: George und Margaret.— Sonntag 8: Glück, 8: Parkstraße 13. Vrreinsnaclikickten RW-Prag. Donnerstag, den 25l November NebungSabend auf der Hetzinsel, Beginn 8 Uhr. Ausklang der Herbstmeisterschaft in Westböhmen DaS Wetter hat eS mit den Fußballspielern am Sonntag nochmals gut gemeint, die Eisschichten waren bis auf die höchsten Plätze verschwunden. Die Spiele sind ziemlich erwartungsgemäß verlaufen, einige Resultate fielen jedoch unerwartet hach aus. An der Spitzenführung änderte fich nichts, trotzdem Falkenau und Reichenau spielfrei waren, allerdings stellt sich nunmehr Altröhlau mit Reichenau punktegleich. Dem ASV. Neudek ist im letzten Augenblick ein großer Wurf gelungen, 10:0 mußte sich Chodau geschlagen geben. Drahowitz dagegen ist nicht über GraSlitz hinweggekommen; auf GraSlitzer Boden ist es eben nicht leicht, zu gewinnen. Fischern gewann gegen Aich und sicherte sich den weiteren Anschluß nach oben. Maierhöfen ist weiter- im Vormarsch, es scheint, als wollte fich der Alt-Kreismeister seine verlorene Position neuerlich erobern. Der erste Neuschnee liegt zur Freude aller Win- tersportfveunde schon auf den Bergen. Doch dieser erste Schnee hat noch nicht eine genügende Unterlage; er ist also noch pulvrig. Skifahrer, welche dies nicht beachten, setzen fich besonders an steinigen Orten der Gefahr von mit Verletzungen verbundenen Stürzen auS. ES ist deshalb gut, derzeit nur Wiesengelände aufzusuchen. Besonders Anfänger seien aufmerksam gemacht, nur jene Gebiete aufzusuchen, welche die geringste Möglichkeit zu Unfällen gehen. Wer auch kein Wintersportler sollte auf den Abschluß einer diesbezüglichen Unfallversicherung vergessen. In der Atus-Union und von den Naturfreunden erhalten alle Interessenten, soweit sie nicht schon deren Mitglieder sind, erschöpfende Auskünfte. Die Ergebnisse: ASKGraSlitzgegenAtuS Drahowitz 4:1, Rapid Karlsbad gegen ASV Altrohlau 0:2, AtuS Fischern gegen Atus Aich 7:1, ASV Maierhöfen gegen Atus Neusattl 6:2, ASB Neudek gegen Rote Elf Chodau 10:0. D ie Tabelle: FFK. Falkenau.. 10 7 1 2 30:20 1*0 Atus Unterreichenau 9 6 1 2 32:16 18 ASB. Altrohlau. 9 6 1 2 31:17 13 ASV. Neudek.. 10 6 0 4 35:19 12 ASB. Maierhöfen. 10 5 1 4 30:17 11 Atus Drahowitz. 11 5 1 5 29:23 11 Atus Fischern., 10 4 2 4 22:17 10 ASK. Graslitz., 9 3 2 4 29:30 8 Rote Elf Chodau. 9 8 1 5 19:31 7 Atus Karlsbad.« 9 2 0 7 9:35 4 Atus Aich.., 10 2 0 8 13:40 4 Atus Neusattl., 4 1 0 3 5:17 2 Lkifahrern zur Beachtung! Wie gewonnen... Der Profiboxer Primo Car- nera. der«inst Weltmeister und Millionär war, ist nun gänzlich verarmt. Bor einem Londoner Gericht fand kürzlich eine Gläubigertagfahrt statt, bei der festgestellt wurde, daß von dem ehemaligen Vermögen CarneraS 4324 Pfund— Schulden übriggeblie- ben sind...' fiterafair Soeben ist uns das Weihnachts-Programm des HumanitaS-Verlages bekannt geworden. ES weist, zwar nicht an Menge, wohl aher an Namen, auf eine zielbewutzte Entwicklung des bereits innerhalb kurzer Frist stark beachteten Berlages hin. Friedrich Torberg kehrt wieder in fein eigentliches Gebiet zurück: zur Jugendpst-chologie, und erzählt in seinem Roman„Abschied" die Geschichte einer ersten Liebe. Ludwig Minder gestaltet Lehen und Persönlichkeit des österreichischen Thronfolger- Franz Ferdinand in dem sehr umfangreichen Roman»Der Thronfolger", und E r n st W e i ß zeichnet in„Der Verführer" ein packendes Bild der Entwicklung eines jungen Menschen, des Ringens nach Verstehen und Bemeistern des Lebens. Der Roman »Drei Schwestern" des bekannten Schweizer Autors Alexander Castell behandelt die Erlebnisse eines jungen SchtveizerS in Paris. Als Jungmädchenbuch bringt der HumanitaS-Verlag den mit großer Spannung erwarteten neuen, Bibi-Band „Bibi lernt Landwirtschaft"' von Karin Michaelis, den die Jugend mit Begeisterung lesen wird. Aii unsere Abonnenten und Genossen! Wir werden wie im Vorjahre die Neujahrs-Enthebungen in unserem Blatt veröffentlichen, wodurch den Genossen die mit den Neujahrsgratulationen verbundenen erheblichen Unkosten erspart bleiben. Die Enthebung kostet Kä 10*— und wird nach Orten geordnet, lediglich Namen und Beruf enthalten. Wir ersuchen alle Abonnenten, die tieferstehende Enthebungsbestellung freundlichst auszufüllen und umgehend an uns einzusenden. Die Bestellungen müssen bis spätestens 10. Dezember bei uns einlangen. DI« Verwaltung. ■—■"■■■- Leserlich auNllei!-■■■■■■■ Neujahrs-Enthebung für„Sozialdemokrat“ Ich bestelle hiemit unter dem Namen:.— Beruf: r—' Ort:—— eine Neujahrsenthebung zum Betrage von Kö 10.— und sende Ihnen diesen Betrag per Erlagschein ein. Unterschrift: Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder der Bezug durch die Poft monatlich fit 16.—, vierteljährlich Xi 48.—, halbjährig Kd 06— ganzjährig K 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei, öfteren Einschaltungen Preisnachlaß:- Rückstellung on Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeirungsfranka'ur wurde von der Bost- und Tele- graphendirektion mit Erlaß Nr. 18.800/VII/1080 bewilligt.(Kontrollpostamt Praha 25.— Druckerei:„Orbis". Druck-. VerlägS- und ZeitungS-A.-G. Prag.