Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Ginzelpreis 70 Heller Redaktion und Verwaltung: Brag XII., Fochova 62/ Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub Berantwortlicher Redakteur: Karl Rern, Prag Sonntag, 28. November 1937 Aus dem Inhalt: Die Angeklagten im Rutha- Prozeß SdP- Kassier als Einbrecher verhaftet Zienteck- Ortsgruppen in Böhmen Fürchterlicher Gattenmord aufgeklärt Nr. 280 17. Jahrgang Anschluß der Sowjetgewerkschaften an den IGB 17 deutsche Flieger Moška u.( Savas.) Die Vertre flüchten nach Oesterreich Um nicht wieder nach Spanien zu müssen ter der sowjetrussischen Gewerkschaftsorganisationen und die Delegierten des Präsidiums des Internationalen GeWie der Prager Preise" aus waren, jetzt auf Urlaub in Deutschland werkschaftsbundes in Amsterdam Leon Jouhaur, Schevenele und Wien gemeldet wird, ist dort am Sams weilten und wieder nach Spanien zu Sto I z haben am Samstag in Mos- tag abends bekannt geworden, daß sich rückkehren sollten. Sie wollten das aber kau ein Abkommen unterzeichnet, wel an der österreichisch- deutschen Grenze nicht tun und stellten sich deshalb den ches die Bedingung eines späteren bei Schärding einige deutsche Flieger österreichischen Behörden. Sie teilten Anschlusses der sowjetrussischen Ge- bei der Grenzpolizei gemeldet hatten, mit, daß insgesamt 17 deutsche Flieger werkschaftsverbände an den Amsterdamit der Mitteilung, daß sie in Spanien auf diese Weise geflüchtet sind. mer Internationalen Gewerkschafts. bund festsetzt. Der genaue Wortlaut des Abkom mens wird vorläufig nicht der Deffent Präsident Dr. Beneš lichkeit mitgeteilt werden. Dies wird erst geschehen, bis das Abkommen vom Vollzugsausschuß der Gewerkschaftsinternationale und von dem allgemeinen Kongreß der Arbeiterorganisatio nen der Sowjetunion genehmigt und bestätigt sein wird. Lebendiger Antifaschismus in Italien Das Sondergericht in Mailand hat eben einen Prozeß gegen 23 Bewohner des Dorfes Genzano beendet, die der antifaschistischen Propaganda und der Feindseligkeit gegen Mussolinis Intervention in Spanien angeklagt waren. Die Urteile bewegen sich zwischen einem und zehn 3ahren Kerfer. besichtigt den deutschen Sender Welle 269 " Die Frau im Dritten Reich ( J. J.) Wir veröffentlichen nachstehend einen dem Internationalen Frauenkomitee der S.A.J. vorgelegten Bericht über die Lage der Frau im faschistischen Deutschland. In der ersten Zeit nach der Machtergreifung gaben die Nationalsozialisten die Parole aus: Frauen, zurück ins Haus!" Aber je mehr die Aufrüstung wuchs, umso weniger war von diesem Schlagwort die Rede und um so mehr wurden auch die Frauen unter Kriegsge= es gestellt. Je mehr Arbeiter ihre Pläße in den Fabriten verlassen mußten, um den Wehrdienst oder den Arbeitsdienst abzuleisten, je mehr von ihnen zum Straßen- und Befestigungsbau ber= schickt wurden, um so mehr rückten die Frauen an die freigewordenen Plätze. Grafte Angaben über die Entwicklung der Frauenarbeit in den einzelnen Berufen sind faum zu erlangen, weil die Statistik im Dritten Reich teine Klarheit gibt, sondern dazu dient, die wah100 KW- Empfangsmöglichkeit fast in ganz Böhmen 100 KW- Empfangsmöglichkeit fast in ganz Böhmen ren Bustände zu verschleiern. Aber eines ist flar: die Arbeiterinnen können und dürfen nicht au= Prag.( Tsch. P. B.) Der Präsident der, seine Modulation wird auf der Endstufe borge- rück ins Haus", vielmehr hat die Zahl der InduRepublik, Dr. Edvard Beneš, besuchte Samstag nommen und bei der Sendung ist eine Hundert- striearbeiterinnen seit 1933 um etwa 350.000 den neuen Rundfunksender bei Melnik, der den prozentige Sicherheit gegen Störungen garan- zugenommen. Vor allem stieg sie nach der Einfulturellen Bedürfnissen der deutschen Bewohner tiert. Die Antenne( 130 Meter hoch, wiegt 43 führung der allgemeinen Wehrpflicht. Das Instis in ber Tschechoslowakischen Republik dienen soll. Tonnen) iſt eine Antifading- Antenne, das heißt, tut für Konjunkturforschung schäßt, daß die Der Sender, der mit besonderer Berück. daß ihr Empfang kein Schwinden( Fading) auf- Bahl der weiblichen Arbeiter im fichtigung der geographischen Siedlung der weist oder daß dieses Fading nur ganz unbedeu- Jahre 1937 um weitere 200.000, im Jahre 1938 um 300.000 steigen werde. Diese Entwick deutschen Bewohner der Tschechoslowakischen tend ist. # Republik in technischer Hinsicht auf das Das Prager Radiojournal, das das Pro- lung wird vom Regime gefördert, weil sie ein modernste ausgestattet ist, wird für einen gramm des Melniker Senders besorgen wird, ist wichtiges Glied der wirtschaftlichen Mobilmachung guten Empfang fämtliche Gebiete mit ihm durch ein Modulationstabel verbunden. darstellt. Das Problem, wie im Kriegsfall die ArNord, Nordost und Nordwest Sein eigenes Studio wird der Mělniker Sender beitskraft der an die Front rückenden Männer er böhmens erfassen und das Abhören fa st nicht haben. sezt werden fann, ist das wichtigste und schwie= für ganz Böhmen sichern. Die Montage ber radioelektrotechnischen rigste wehrwirtschaftliche Problem überhaupt. Den Präsidenten begleiteten u. a. Poft Einrichtungen beim Mělniker Sender begann Es fann nicht gelöst werden, ohne daß im tomGleichfalls vor dem Sondergericht findet derzeit in geheimer Verhandlung ein Prozeß minister Tučný, der Generaldirektor der heuer im August und wird bis zur ersten menden Krieg die Frauen noch stärker an die Argegen eine unbekannte Zahl von Männern statt, Post- und Telegraphen- Direktion Dr. Dunovský Dezemberwoche wahrscheinlich beendet beitspläße der Männer gestellt werden, als es bie der Spionage zugunsten Frankreichs und Sektionschef Ing. Strnad. Minister Tučný sein. Die Arbeiten beim Bau der Gebäude der schon im letzten Krieg in Deutschland der Fall beschuldigt find. stellte dem Präsidenten die Herren vor, die die Mělniker Sendestation dauerten ungefähr sechs In Padua und Bologna liefen kürzlich technischen Arbeiten leiteten, begrüßte ben Brä- Monate und es mußten dabei besonders schwie jetzt vorbereitet. Die„ Deutschland- Berichte" der schwie- var. Darauf werden die deutschen Frauen schon burch die Straßen Gruppen von Seimteh- fidenten in der neuen tschechoslowakischen Sende- rige Aushebungen auf felſigem Boden bewältigt Sozialdemokratischen Partei Deutschlands haben werden, die zweieinhalb Monate in Anspruch wiederholt Meldungen darüber gebracht, daß rern aus Abessinien mit Tricolore- Bän station und dankte ihm für den Besuch. dern, auf denen geschrieben stand: Gebt den| Der Präsident dankte für die Be- nahmen. Die Sto st en der gesamten Melniker Frauen in der letzten Zeit Gestellungsbefehle für Kosten Sendestation werden ungefähr 15 Millioafrikanischen Kämpfern ein Almosen!" Einige von den Demonstranten grüßung und fügte hinzu: ,, Gerne bin ich gekommen, denn mich frent nen Kč betragen. Das Material, das zum Bau wurden verhaftet, aber angesichts der Solida. die Entwicklung unseres Radio, des Rundfunks der Station und deren Inneneinrichtung verfassenden Waße in den Dienst der Landesand aller technischen Arbeiten, die Ihr Reffort, wendet wurde, ist ungefähr zu 30 Prozent eng verteidigung zu stellen, dient auch die ritätstundgebungen von feiten ber Bevölkerung wieder freigelassen. Herr Minister, unternimmt. Es hat dies technische liſchen und ungefähr zu 70 Prozent tschechoslo- Erziehung der Frauen in Deutschland. Das be und auch ziemliche politische Be- wakischen Ursprungs. ginnt bei den zehnjährigen Mädchen mit der deutung. Ich danke allen für die der Mělniker Besondere Fürsorge wurde der technischen zwangsweisen Einreihung in die„ Jungmädel" Sendestation gewidmete Arbeit, die angestrengt Ausstattung des Antennenmastes und inbeson in der Hitlerjugend, das setzt sich fort mit der bemüht waren, daß die neue Komponente unserer dere deffen Antifadingeigenschaft gewidmet, was Einspannung in den Frauenarbeitsdienst und in Rundfunktätigkeit in kurzer Zeit und dabei gut sehr dazu beiträgt, daß die Melniker Station den Landdienst. Etwa 10.000 Arbeitsmaiden" eben in den deutschen Gebieten unserer find augenblicklich ohne Entlohnung in Haus- und Republik, für die sie bestimmt ist, auch unter- Bandarbeit beschäftigt und betätigen sich dort unfreiwillig als Lohndrücker. Bis zum April 1938 tags sehr gut hörbar sein wird. Der Mělniker Sender, der sich bereits in foll ihre Zahl auf 25.000 wachsen. Nicht mitgeder allernächsten Zeit im Aether melden wird, zählt sind die sogenannten Haustöchter", 14- bis trägt den Namen des Präsidenten der Re- 15jährige Mädchen, die ebenfalls ohne Bezahlung publik Dr. Edvard Beneš. man nennt das schlicht um schlicht" unter Schelk Farhan hingerichtet aifa.( Reuter.) Scheik Farhan, der bom militärischen Antiterror- Gericht zum Tode verurteilt wurde, wurde Samstag vormittags in Affa hingerichtet. Damit wurde das erste Todesurteil dieses Gerichtes vollzogen. und vollkommen gebaut worden ist." Sektionschef Ing. Strnad gab eine detailVor dem britischen Konsulat in Damaskus lierte Erläuterung des neuen Senders, ſeiner fanden große Protestdemonstrationen gegen die Aufgaben bom technischen Gesichtspunkt, feiner Bollstreckung des Todesurteils gegen Scheich Far- Funktionen und Einrichtungen. Sodann fand han Saadi statt. 50.000 Menschen beteiligten sich eine eingehende Besichtigung der inneren an der Kundgebung. Zum Schutze des Konfulats elektrotechnischen Einrichtungen der neuen Sendestation statt. Der Präsident ließ sich durch zahl= mußte Polizei eingesetzt werden. reiche Fragen eingehend die einzelnen Bestand teile der technischen Einrichtungen und deren Eden noch immer krank 3wed erklären und zeigte auch das gleiche InterEden, der bekanntlich auf der Rückreise aus esse bei der Besichtigung des Gebäudes und deſſen mit Minister Tučný nach Prag zurück. Brüssel sich erkältete und sich bisher nicht aus Einrichtung. Bei der Besichtigung trug sich der den Fall der Mobilmachung erhalten haben. Dem Plan, die Frauen im Ernstfalle in um " Nach der Besichtigung dankte der Präsident dem Regiment fremder Hausfrauen arbeiten dem Minister Tučný und allen Faktoren der müssen. Wenn sie sich weigern, droht ihnen das Post- und Telepraghenverwaltung für alles, was Arbeitsamt mit Ausschluß aus der Stellenverihm in der Station gezeigt worden ist und fuhr mittlung. Aber auch die erwachsenen Frauen werden furieren konnte, ist abermals an Influenza er Präsident als erster Besucher der neuen Sende der Republik nicht nur sein lebhaftes Interesse schaft, in der NS- Voltsfürsorge, in der Arbeitsfönnen. Krawalle in Linz Linz. Samstag abends fand in den hiesigen station in das Gedenkbuch ein. gen ergänzen. Durch seinen Besuch bewies der Präsident vorbereitet: im Luftschutz, in der NS- Frauenauf ihre Aufgaben in der Landesverteidigung frankt und muß das Bett hüten. Man hofft an diesem neuen Sender, der eine beden front. Es ist heute faum möglich, sich dieser ArDer Präsident begab sich hierauf zum Fuß tende komponente der pofitiven beit für das Volksganze", d. h. für den natiojedoch, daß er am Montag schon soweit hergestellt sein wird, um an den Besprechungen mit des Antennenmastes und ließ sich auch dort die Lösung der Fragen unserer Minderhei= ben französischen Staatsmännern teilnehmen zu fachliche Erläuterung durch verschiedene Anfra- tenpolitik ist, sondern auch ein gleich inten- nalsozialistischen Staat und seine Kriegsvorberei fives Interesse der Regierungs- und politischen tungen zu entziehen, man mag dem System noch Bei der Besichtigung zeigte der Präsident Kreise. Der Postminister hat im Budgetausschußio feindselig gegenüberstehen. 3. B. dafür Intereſſe, ob technische Einrichtun des Abgeordnetenhauſes eben in den bergangschen arbeitenden Frauen vom Schicksal der MänSo unterscheidet sich das Schicksal der deutgen möglich sind, daß gleichzeitig in allen Ge- Tagen die Deffentlichkeit versichert, daß der Mělbieten unserer Republik, die von Deutschen be- niker Sender für unsere Mitbürger ner nur insofern, als ihre Löhne noch niedriger Volksgartensälen eine legitimistische Feier aus Anund ihre sozialpolitische Lage noch ungünstiger lag des Geburtstages Otto Habsburgs statt. Einige wohnt sind, die Rundfunkinteressenten unseren deutscher Nationalität bestimmt ist. Dieser Miffion des Meniker Senders wurde durch Gewerbeaufsichtsbeamten geht hervor, daß„ trozz ist. Sogar aus den letzten Berichten der deutschen Gruppen jugendlicher Nationalsozialisten suchten die Feier zu stören. Im Verlauf einer Schlägerei Rundfunk gleichzeitig hören können. Der Präsident erinnerte daran, daß die den Besuch des Präsidenten der Republik Nachärztlichen Bedenkens" zahlreiche Frauen in voller Gewerbeaufsichtsbeamten geht hervor, daß„ tros wurden einige Personen aus den Reihen der VerNachtarbeit beschäftigt sind, daß ihre Arbeitszeit anstalter leicht verletzt; einschreitende Wache drängte Lage unseres Staates in Europa nicht nur un bruck verliehen. vielfach den Zehnstundentag überschreitet, daß dann die Demonstranten aus dem Saal. die Schwerarbeit der Frauen zugenommen hat, daß zahlreiche schwangere Arbeiterinnen- obs Wahlkartell der Deutschen mit Tatarescu wir vom Zentrum überall leicht gehört werden Ein Flug nach Moskau Shanghai.( Havas.) Der Präsident gleich es auf dem Papier noch immer die SechsDer Melniker Sender wird auf der des Gesetzgebenden Rates Sunfo, der Sohn Wochen- Bestimmung der Republik gibt- fast Welle 269 Meter arbeiten und seine Anten- Sunjatsens, ist mit dem Flugzeug von Hankau bis zum Tage der Entbindung am Arbeitsplatz nenleistung wird 100 KW betragen. nach Moskau abgeflogen. Sunfo ist als An- bleiben. Die Fürsorge für hilfsbedürftige und Er ist von etwas abweichenderem Typ als hänger der chinesisch- sowjetrussischen Annäherung frante Frauen ist wesentlich verschlechtert worden. 13war wird mit den aus der Republik übernom die bisherigen tschechoslowakischen Sender, denn bekannt. Bukarest. Die Deutsche Voltsgemeinschaft in Rumänien, die Organisation der deutschen Minder heit, hat den Abschluß eines Wahlfartells mit der hält von der Regierung eine Reihe von fulturs nationalliberalen Partei bekanntgegeben. Sie ers politischen Zusicherungen. vorteilhafte Seiten hat, sondern auch verschiedene Vorteile bringt, z. B. gerade ir Rundfunk, to fönnen. Seite 2 Sonntag, 28. November 1937 Nr. 2k"t menen Einrichtungen— Müttererholungsheimen, Genesungsstätten usw.— lärmende Propaganda gemacht, aber beim näheren Zusehen stellt es sich heraus, daß viele Gebäude, die früher fürsorglichen Zwecken dienten, in SA- und HJ-Kasernen verwandelt worden sind und daß die verbleibenden fast nur jenen Frauen offen stehen, deren„Gebärtüchtigkeit" außer Frage steht, von denen der Staat also noch Soldaten erwarten kann. Zusammenfassend läßt sich sagen: die Arbeit der Frauen ist schwerer geworden— sie ersetzen schon heute vielfach den Mann, in der Fabrik wie auf dem Acker. Die Löhne sind gesunken, zumal besonders viele Frauen in jenen Betrieben arbeiten, die durch ständige Rohstoff-Knappheit zur Verhängung von Kurzarbeit gezwungen sind (Textil-, Leder-, Lebcnsmittelfabriken usw.). Preissteigerung und Lebensmittelmangel machen der berufstätigen Frau und der Hausfrau das Leben schwer. Oft werden Familienväter zwangsweise an entlegene Arbeitsplätze oder gar in andere Landesteile verschickt und verdienen dort so wenig, daß sie ihre Familien nur unzureichend unterstützen können. Die Hitlerregierung hat ihr Versprechen, sie werde die deutschen Frauen^„zu den glücklichsten der Erde machen", nicht gehalten. Auch die Lage der bürgerlichen! F r a u e n hat sich wesentlich verschlechtert. In s den gehobenen Berufen, vor allem in den akademischen, wurde die Parole„zurück ins Haus" tatsächlich befolgt. Hier zeigt es sich, daß die Verdrängung der Frau von gewissen Arbeitsplätzen mit grundsätzlichen Erwägungen nichts zu tun hat, sondern daß sie nur unter dem Gesichtspunkt der Konkurrenz mit den Männern erfolgt. Die Zahl der weiblichen Lehrkräfte an den Mädchenschulen nimmt ständig ab; gegenwärtig ist über die Studienassessorinnen eine sogenannte I Sperre verhängt, sie haben nicht einmal auf eine vorübergehende Anstellung Aussicht. Kein Wunder, daß sich(laut Statistischem Jahrbuch 1936)! im Wintersemester 1935-36 unter 5133 Kandi-! baten für den Erzieherberuf nur 703 weibliche Anwärter befanden. Die akademische Laufbahn* ist der Frau in jeder Weise erschwert worden,! Juri st innen werden, selbst wenn sie die höchsten Examina gut bestanden haben, nur noch im niederen Verwaltungsdienst beschäftigt; den Medizinerinnen stellen sich bei der i Suche nach einer Assistenzstelle in Krankenhaus! oder Klinik große Schwierigkeiten entgegen, die zum größten Teil auf den Widerstand der männlichen Kollegenschaft zurückzuführen sind. Das Studium in den verbleibenden Fächern verspricht wenig materiellen Erfolg, weil an gehobene Stellungen kaum zu denken ist. Das Frauenstudium in Deutschland ist ein Luxnsstudium für höhere Töchter gewordcrt. Ebenso schlecht sind die Aussichten auf einen — sei es auch nur kleinen— Beamtenposten. Die VersorgUNgsanwärjer aus dem Heer verdrängen die weiblichen Bewerber fast ganz. Während die Reichsverfaffung von 1919 alle Ausnahmebestimmungen für die weibliche Beamtenschaft beseitigt hatte, enthält das„Neue deutsche Beamtengesetz" vom 26. Jänner 1937 wieder eine Fülle von Zurücksetzungen. Möglich, daß die bürgerliche Frau, wenn sich der heute schon fühlbare Akademikermangel in bestimmten Berufen noch steigert, auch wieder in höherem Maße zur Arbeit zugelassen wird. Bisher jedenfalls wurde im Dritten Reich nur ein neuer Beweis dafür erbracht, daß im Bürgertum der Konkurrenzneid zwischen Mann und Frau eine weit größere Rolle spielt als in der Arbeiterschaft und daß frauenfeindliche Bewegungen Die Direktiven für Chautemps und Delbos bezirke des menschlichen Daseins gibt, die der Frau Vorbehalten find, daß es aber eine Sonder- freiheit, ein Sonderglück der Frau nie geben, — wie der Nationalsozialismus•— diesen Kon kurrenzneid in die Praxis umsetzen» Die deutsche Arbdterfrau wber bekammstmeh»>d«m je^^füh-_ len, daß ihr Schicksal mit dem Schicksal des gan- wird, wenn nicht das gesamte Proletariat im zen Proletariats eins ist» daß es Wohl Sonder-1 Borwärtsschrriten ist. Frankreich bleibt seinen Freunden treu! Paris. Der französische Ministerpräsident Chautemps und Außenminister Delbos habe» beschlossen, ihre Reise nach London zu beschleunigen. Sie reisen bereits Sonntag nachmittags ab, so daß sie in London noch vor Mitternacht eintreffen. Die Beratungen werden bereits Montag vormittags beginnen und Dienstag nachmittags beendet werden, damit die französischen Minister noch gegen Abend die Rückreise antreten können.» An amtlichen französischen Stellen wird betont, der französische Standpunkt—- abso- lut r T r e u c zu allen vorangegangenen Bündnissen und anderen Berpfllchtungen Frankreichs — bleibe unerschütterlich ohne Veränderung. Es komme daher keine wie immer geartete Berände- rnntz dieser Politik und der übrige« bekannte« politischen Grundsätze Frankreichs in Frage» Insbesondere nicht die der Treue zum System der Regionalverträge und der Abmachungen über die gegenseitige Hilfeleistung, die allen offen stehen und im Rahme« des Völkerbundes abgeschlossen wurden. Auch die Ablehnung zweiseitiger Nichtangriffspakte, dir Ablehnung der Politik ideologischer, gegeneinander stehender Blocke«sw. bleibt aufrecht. Darum werden die französischen Minister in London nicht über vermeintliche deutsche Folgerungen verhandeln» die durch eine gewisse Presse vergrößert wurden und die dielen Prinzipien der srauzöfischeu Politik zuwiderlaufen. Kolonlalfrasen Im Vordergrund? London.(Eigengericht.) Zu der Diskuffion, die die bevorstehenden französisch-englischen Verhandlungen zum Gegenstand hat, find am Samstag weiter« bemerkenswerte Beiträge zu verzeichnen. Der„Manchester Guardian" besteht darauf, daß die von ihm gemachten Mitteilungen über hie deutschen Forderungen den Tat-, fachen vollauf entsprechen. Wenn erklärt werde, daß kein Dokument, das die-deut- schen Forderungen enthält, vorliege, so müsse das Blatt kategorisch erklären, daß die von ihm ausgestellten Punkte weder durch.^Telepathie noch durch Hellseher entstanden seien. »»Evening Standart* will wissen» daß die französischen Minister die Absicht haben, die Kolonialfrage in den Mittelpunkt der Verhandlungen zu rücken»und sich bereit erklä- ren wollen» einen Beitrag zu einem gemeinsamen Angebot zu machen. Worin ein solches Angebot bestehe» würde» ist noch nicht zu sehen. Eine Rückgabe der früheren deutschen Kolonien kommt mch Ansicht der überwältigenden Mehrheit der britischen parlamentarischen Kreise nur für den Fall einer europäischen Gesamtrege- l« n g in Frage» die auch deutsche Garantien für Mitteleuropa in sich schließen müßte. Die größere machen» wobei die französische Regierung auf ihre vettraglicheu Bindungen an Prag Hinweisen kann. Da dir Anhänger der kollektiven Sicherheit auch in England über sehr stark« Positionen verfügen» sind Erfolgchancen der deutschen diplomatische« Offensiv« auf diesem Gebiet kaum mehr ernst zu nehmen. Was Oesterreich betrifft» ist man sowohl in Paris wie in London eher geneigt, Italien die Auseinandersetzung«fit seinem Bundesgenossen zu überlasse«. Weitere Punkte der Aussprache Die Halifax-Mission wird überdies nur eines der Themen sein: mit denen sich die bevorstehende englisch-französische Ministerkonferenz zu befassen haben wird. Lie Lage im Fernen Osten beunruhigt das Foreign Office und noch mehr die City in sehr hohem Maße. Ebenso wird die Mittelmeerfrage ausführlich erörtert werden, wobei die italienischen Feftungsbauten im Dodekanes in Betracht kommen, und schließlich die durch die amerikanische-englischen Verhandlungen aufgeworfenen wirtschaftlichen Fragen. Schachts Sturz Berlin. Gleichzeitig mit der Enthebung Dr. Schachts und der Betrauung Dr. Funks mit seiner Nachfolge wurden der Ministerialdirektor Karl Hauke zum Staatssekretär un Propagan daministerium ernannt. Gleichzeitig wurde der Pressechef der nationalsozialistischen Partei Otto Dietrich zum Staatssekretär und zum Pressechef der Reichsregierung ernannt. Der Chef der Reichskanzlei Dr. Lammers wurde zum Reichsminister ernannt. Paris. An ftanzösischen politischen Stelle« und in der Presse erblickt man in der Demission Dr. Schachts einen unbestreitbaren Sieg General GöringS. Hitler beließ Dr. Schacht, wie daS „Journal des Döbats" erklärt, lediglich auS i n« ternational-politischen Gründen im Ministeramte. Nunmehr sei jedoch klar, schreibt das Blatt, daß der Rücktritt Schachts den Steg des Generals Göring bedeutet, der Ähne jedes Gegengewicht oder Hemmnis zum absoluten Wirtschaftsdiktator des Dritten Reiches werde. Der Nachfolger Schachts, Funk, beuge sich vor dem Willen Görings. Auch der„TempS" meint, daS Scheiden Schachts aus dem ReichSwittschastSmi- nisterium bedeute, daß die Machthaber des Dritten Reiches entschlossen find, den bedauernswerten Versuch der Autarkisierung der deutschen Witt« schäft bis zum Ende durchzuführen. Der Präsident der Republik und Gemahlin besuchten Samstag nachmittags die Ausstellung des Lebenswerkes des Professors HanuS Schwaiger. Der Präsident verweilte über eine Stunde in der Ausstellung. Französischer Protest Segen die neueste Hetzkampagne der Italienischen Presse Wahrscheinlichkeit spricht einstweilen dafür, daß e- sich um wirtschaftliche Zngeständ- nisse handeln könnte, die sich etwa auf der Linie der jüngsten ftanzösischen Ideen bewegen würden, also deutscher Clraringvertrag mit Ko- lonien, Politik der offenen Tür ns«. EtwaS weitergehend sind gewisse Vorschläge, die eine Neuverteilung der Kolonialmandate durch den Völkerbund in Erwägung ziehe«. I« diesen Fällen aber erhebt sich sofort die Frage nach deutschen Gegenleistungen. Tschechoslowakei vor Ueberraschunsen sicher Jedenfalls wird immer deutlicher sichtbar, daß Franfteich keinesfalls bereit ist, Zugeständnisse in vezng auf die Tfchechoflowakei zu Paris.(Havas.) Der Generalsekretär im Außenministerium Alexis Leger fand sich Samstag vormittags beim italienschen Charge d'affaires Prunas rin und protestierte gegen di« scharfe Kampagne, die dir italienische Presse wegen der angeblichen italienfeindlichen Red» des ftanzösischen MarineministerS Campinchi in Toulon eröffnet hat. Der Generalsekretär sprach seine Verwunderung darüber aus, daß die der Regie- rungskontrolle unterstehende Presse ein« Polemik über eine Angelegenheit zu eröffnen vermag» die sich nicht ereignet hat, nnd daß sie diese Polemik trotz dem kategorischen Dementt des ftanzösischen Minister- fortsetzen kann. Er unterließ auch nicht hervorznhebe«, daß die heftige Kampagne der italienischen Presse dem gut«« Verhältnis zwischen beiden Staaten nur schaden könne. Alexis Leger fordette auch» daß dieser Kampagne Einhalt geboten werde. Der italienisch« Chargs d'affaires be- schränkte sich auf die Antwott, daß er sein« Regierung von diesem Schtttt unterrichten werde. der Kleine VON I II 6 I NE DABIT Berechtigte Uebertragnne aus dem Französischen von Bejot Jacques könnte ich mich in sllavischer Demut unterwerfen. Er weiß es, aber er treibt nicht Mißbrauch mit seiner Macht. Im Gegenteile er nützt sie viel zu wenig aus. Nie würde er so vettraulich werden wie LemoigNe. Fast könnte ich mich darüber bellagen. Wenn ich in seiner Nähe bin, erfüllt mich ein unsagbares Glück. Ich bewundere alles an ihm: seine Augen, seine Stirn, seine feinen Hände. Er macht sich nichts daraus. Ich muß mich beherrschen, um auf die Zuneigunq, die er seinem Freunde bekundet, nicht eifersüchtig zu werden. Man sieht die beiden immer zusammen. Ich möchte ihnen gleichen. Deshalb habe ich mir Hose und Rock vom Schneider paffend machen lassen. Wie Jacques ftage ich daS Haar ä la Drückeberger und feile mir die Fingernägel. „Du bist schick", sagt Lemoigne.„Hast du eine Freundin?" Er weiß genau, daß ich keine habe, denn ich gehe nur aus, wenn sie mich einladen. Und er weiß auch, wie hoch ich Jacques Freundschaft schätze. Denn eineS Tages fand ich auf meinem Brett einen Zettel mit der Warnung: „Es ist gefährlich, sein Tagebuch liegen zu lassen." Ich zerbrach mir den Kopf, wer wohl daS Heft gelesen haben möge, dem ich mich zuweilen anvertraue. Bis mich Lemoigne eines TageS zu den Versen beglückwünschte, in denen ich Jacques Schönheit gefeiert habe. Jacques hat natürlich keine Ahnung davon. Ich würde ihm die Verse nie zeigen, denn er fände sie nur lächerlich. Er nimmt, wie gesagt» wenig Notiz von meiner Zärtlichkeit. Er ist von Natur launisch und scheu. Die Grenzen unserer Freundschaft liegen fest und sind, trotz meiner Ergebenheit, unverrückbar. Die gute Kameradschaft, die mich anfangs glücklich machte, genügt mir aber nicht mehr. Ich leide unter der Gleichgültigkeit meines Freundes. Und es ist mein Traum, wenn ich schon Lemoigne nicht auS seinem Herzen verdrängen kann, ihm doch wenigstens unentbehrlich zu sein. Lemoigne lächelt über mein Bemühen. So sicher ist er seines EinftusseS auf Jacques. Ost verstehe ich nicht, was sie reden. Ich schäme mich, immer nur ihr Gast zu sein. Die Freundschaft, nach der ich mich so gesehnt hake, hat mir, statt deS Glücks, nur Kummer gebracht, einen Kummer, den ich nicht voranS- sehen konnte und für den eS keinen Trost gibt. Zuweilen läßt ein Blick JacqueS' mich wieder hoffen. Dann aber stürze ich um so ttefer. Wenn ich ein Mädchen liebte, könnte ich nicht mehr leiden. Manchmal Haffe ich JacqueS. Dann erscheint mir seine Schönheit grausam. Er ist unbekümmett, kalt, egoistisch. -» Wenn ich nächste Woche in Urlaub gehen will, muß ich mich vor zwei im Büro melden. Mama drängt mich. Vater kommt auch, schreibt sie. Ich möchte aber die Reise hmauSschieben, bis ! Jacques mitfahren kann. Meine Freude übettönt alle Gewissensbisse. Jacques! Wenn er wollte,.könnten wir die glücklichsten Menschen sein. Ich würbe ihn mit so viel liebevoller Aufmerksamkeit umgeben, daß er Lemoigne vergäße. Ich bin ganz allein in der Stube. Ich stehe an seinem Bett, mis dem seine Sachen unordentlich umherliegen. Ich nehme ein Stück nach dem anderen und lege es sorgfältig zusammen.| .Meiner!" Lemoigne setzt sich aufs Bett und sieht mich strahlend an. .„Ich habe eine gute Nachricht für dich", sagt er langsam.„Eben, als wir aus der Kantine kamen, Jacot und ich, haben wir vor dem Büro den letzten Regimentsbefehl gelesen." „So?.. „Ja, was ist dir denn?" „Nichts. Also, was stand in dem Befehl?" „Dein Name stand dttn. Du kommst an die Front." 5. Kapitel Man hat uns in einen Güterwagen verladen. Schon seit ftühem Morgen sind wir unterwegs, und das Rattern macht uns ganz kaputt. Wir stehen an der halboffenen Schiebetüre und sehen das Land an uns vorübergleiten. Es regnet, und die Gegend ist etwas bedrückend. Ich kauere mich auf den Boden. Jacques hat versprochen, mir zu schreiben. Wird er Wort halten? Und Lemoigne? Sie haben sich gestern große Müh« gegeben, mich zu trösten. Wir haben im Restaurant gegessen. Wir haben getrunken. Ich war, ftotz alledem, stolz auf meine neue blaue Uniform. Und die Worte meiner Freunde berauschten mich wie schwerer Wein. „Wir sehen uns vielleicht draußen wieder", sagte JacqueS.„Aber jedenfalls mutzt du mir deine Adresse geben, daß wir uns hinterher, wenn die Sache vorüber ist, treffen können." Jetzt bilden die Dörfer eine einzige riesen- große Stadt, mit Bahnhöfen, Fabttkcn, Gleisen. In der Ferne, unter einem rauchverhängten Himmel, sehen wir Patts. Der Zug hält. „Roisy-le-Sec", sagt ein Mann.„Man ist nicht mehr weit von Hause." Ich rufe: „Bist du auch aus Paname?" „Ein wenig. Und wenn man noch so lange fott ist, man behält's im Blute, was?... Die Straßenbahn! Man brauchte nur aufzuspringen." Mama würde glücklich sein, mich als Poilu zu sehen. „Hm, was meinst du?" „Ich will mich mal erkundigen." Nach wenigen Minuten ist er wieder da. „Wir liegen hier bis morgen", tuschelt er mir zu. „Sicher?"' „Scheint so. Jedenfalls kann man'S versuchen. Der Alte hat sich auch schon verdrückt. Kommst du mit?" ,Lo»l" Wir klettern hinaus, schlängeln uns zwischen Mei Wagenreihen hin, laufen ein Stück auf dem Bahnkörper. Ein Schnellzug braust pfeifend vorüber Wir überqueren eiNL Anzahl Gleist und kommen, außer Atem, an einen hohen Zaun. „Kannst du klettern?" ftagt mich der Kamerad. ,Loppl" Mit einem Satz sind wir auf der Straße. Ein gelber Sftaßenbahnwagen steht fahrtbereit. Wir steigen ein. Jeder Platz ist besetzt. Arbeiter, Arbeiterinnen. Ich sehe mich selbst beim AuSgang der Rord-Süd, mit schwarzen Händen und blauer Leinenhose. Es ist noch gar nicht st lange her. Man starrt uns an. Wir recken uns und sind ungemein stolz. Eine Frau flüstert ihrer Nachbarin zu: „Die jungen Kerlchen müssen auch schon in den Krieg." Der Wagen rattett, als wäre er lange nicht mehr geölt worden. Wft passieren dichtbevölkette Viertel. Plötzlich ruft der Schaffner:„Endstation!" Wir find an den Falsifikationen. „Treffpunkt hier", sagt mein Kamerad. ,(Fortsetzung folgt) Nr. 280 Sonntag, 28. November 1937 Sudetendeutscher Zeitspiegel SdP- Kassier als Einbrecher verhaftet Große Sensation in Maierhöfen bei Karlsbad Vor einigen Tagen wurde in Graslib] Geschäftsleiters und des Kassiers ein Einbruch verübt, bei dem den Tätern 22.000 befinden. Kč Bargeld und für etwa 10.000 Kč Schmuck Zwei äußerst agile Funktionäre der SdP in die Hände fielen. Die Nachforschungen der Ortsgruppe, darunter der Kassier Meier, wurBehörden hatten ein sensationelles Ergebnis: den verhaftet und dem Gericht eingeliefert. Ein Die Spur führte nämlich in ein Haus in Maier- weiterer Komplice ist flüchtig und dürfte sich nach höfen bei Karlsbad, an dessen Eingangspforte Deutschland gewendet haben. ein Schild mit der Aufschrift ,, Geschäfts stelle dersdP, Ortsgruppe Maierhöfen" prangt, ja sie führte in das gleiche Stockwerk, in welchem die Geschäftsstelle untergebracht ist und wo sich auch die Wohnungen des In der Wohnung Meiers spielte in den lezten Tagen ein teuerer Radioapparat, der wahr scheinlich von dem Erlös der Beute angeschafft worden war. Die ganze Affäre hat in der Karlsbader Gegend großes Aufsehen hervorgerufen. Fälschung von Ministerberichten Was sudetendeutsche Zeitungen über das Exposé des Gesundheitsministers berichten ähnlich lag, kam schwerkrank in Bodenbach an und mußte dem Krankenhause in Tetschen zugeführt werden. Betriebsausschuswahl bei der Firma Schäffer und Budenberg Auffig. Trotz größter Anstrengungen der DAG, bei der Betriebsausschußwahl einen größeren Erfolg zu erzielen, hat sich der Internationale Metallarbeiterverband be= hauptet. Von den 241 abgegebenen gültigen Stimmen erhielt er 163 Stimmen, vier Mandate und 23 Reststimmen. Die Liste gewann vierzehn Stimmen, die der DAG 19 Stimmen und ein Mandat. Der Mandatsgewinn der DAG tann als Erfolg kaum gebucht werden, weil bei der Betriebsausschußzwahl im Jahre 1935 der Liste dieser Gewerkschaft nur eine Stimme für das zweite Mandat fehlte. Mehr als zwei Drittel der Wahlberechtigten haben ihre Stimme für den Internationalen Metallarbeiterverband abgege= ben. Das ist ein erneuter Beweis, daß die Metallarbeiterschaft die erfolgreiche Tätigkeit der freien Gewerkschaften und ihrer Vertrauens Icute anerkennt. Schwerer Betriebsunfall. In der Aussi Schnupfen, Husten und Grippe, Was immer die SdP unternimmt, um den Dinge erfahren konnte: das Populationsproblem, ger Chemischen ereignete sich ein zweiter Anschein zu erwecken, arbeiterfreundlich und der Kampf gegen den Strebs, bie Bekämpfung der schwerer Unfall. Der 28jährige Schloffer ente sozial fortschrittlich zu sein, wird von der sude- Berufskrankheiten, die Heilfürsorge für Arbeits- aus Warnsdorf war im dritten Stockwerk mit tendeutschen Bürgerpresse mit dem größten Be- lose, die Jugendfürsorge, der Ausbau des Kran- Reparaturen an einem Aufzug beschäftigt, verlor hagen und in der größtmöglichsten Breite berichtenhauswesens, der Kampf gegen die Infektionstet. Man erinnere sich des berühmten SDP- krankheiten, die Arbeit für das Bäderwesen und Antrages ,, Arbeit für 300.000", auf dessen Ver- für die Körperkultur. Für die Offenheit, mit wirklichung man heute noch wartet.( Mittlerweile welcher der Gesundheitsminister sprach, muß ihm find 600.000 wieder in Arbeit gekommen das ganze Land dankbar sein. Er hat das Kindertrok dem Antrage der Sdp!) Man betrachte elend nicht verhehlt, das in vielen Gebieten das Theater, das alljährlich mit der Sudeten- unseres Landes herrscht, aber er hat diesen Tatdeutschen Volkshilfe aufgeführt wird: auch sie bestand zum Anlaß genommen, auf die Notwenwird als die ,, Rettung" des Sudetendeutschtums digkeit der Bekämpfung dieses Kinterelends zu hingestellt. Die Arbeit der Regierung hin- verweisen und hat Wege zu dieser Bekämpfung gegen wird entweder entstellt wiedergegeben oder genannt. Ein gewisser Teil der sudetendeutschen überhaupt verschwiegen. Das Elend der sudeten utschen Arbeitsmenschen wird, aus durchsich- Presse begnügt sich jedoch mit der Wiedergabe der tigen politischen Gründen, in der größten Aus- Feststellungen, die Dr. Czech über das Kinderführlichkeit geschildert; die Maßnahmen jedoch, elend machte, und im Handumdrehen wird aus die von den Regierungsparteien mit Erfolg den ziel und wegweisenden Darstellungen des gegen dieses Elend angewendet werden, darf, Gesundheitsministers ein politisches Agitationsebenfalls aus durchsichtigen politischen Gründen, mittel der Sdp: jetzt hat man es doch aus betein Leser der Henleinpresse erfahren. rufenem Munde, daß es bei uns ein Kinderelend Ein Musterbeispiel der Niedertracht lieferten gibt! Wie sollte man sich dieses politischen Schlaeinige dieser Zeitungen im Laufe der vergangenen gers etwa dadurch begeben, daß man verrät, mit Woche bei der Wiedergabe des interessanten und welcher Energie der Gesundheitsminister bon einer Fülle erfolgreicher Arbeit zeugenden gegen die Volkskrankheiten und gegen das KinderExposés des Gesundheitsministers. Dieser gab elend fämpft! So z. B. Hat die ,, Egerer Zeitung" eine erschöpfende Darstellung über den Stand aus dem ganzen Exposé Dr. Czechs lediglich die der Volksgesundheit, aber auch über die emjige, Feststellungen über das Kinderelend gebracht, zielbewußte und erfolgreiche Arbeit, welche das ohne auch nur ein Wort über die Folgerungen Gesundheitsministerium leistet. Man fennt die zu sagen, die Dr. Czech aus seinen eigenen FestZatkraft Dr. Czechs, die sich in allen bisher von stellungen zog. Denn diese Folgerungen beweisen, ihm verwalteten Ressorts bährt hat. Und doch mit welchem Ernst der Gesundheitsminister gegen war man von der Fülle der Arbeit überrascht, die von ihm selbst genannten llebelſtände kämpft. über die das Gesundheitsministerium berichten Und da der Gesundheitsminister ein deutscher fonnte und vor allem über das weitere Programm Sozialdemokrat ist, hält sich die Henleinpresse für dieses Ressorts, das, auf llebelſtände und Gefah- verpflichtet, seine Darlegungen zumindest durch ten auf dem Gebiete der Boltsgesundheit verwei- Verschweigen zu verfälschen. send, zugleich die Mittel und Methoden zu deren Beseitigung nennt. Diese niedrige Art jener gewissen Zeitungen ist wohl der sinnfälligste Ausdruck der..Anständigkeit" und Sauberkeit", die durch die gekommen sind. kurz alle Verkühlungen, werden durch die Massage mit ALPA Franzbranntwein vermieden. Wollen Sie stets gesund und widerstandsfähig sein? Massieren Sie Ihren Körper dauernd mit Alpa! Fragen Sie Ihren Arzt! Alpa gibt es nur in plombierten Originalflaschen! Ro Seite 3 Marianne: Ich bleibe bei meiner Freiheitsmütze Ab Dienstag Budgetdebatte im Plenum Prag. Das Abgeordnetenhaus hielt Samstag vormittags eine kurze Sißung ab, die zwei Zusatzverträge zu den Handelsverträgen mit Estland und Jugoslawien erledigte. Jm Einlauf befand sich der Bericht des Budgetausschusses über den Staatsvoranschlag und das Finanzgesetz für 1938. Die Budgetdebatte im Plenum wird in der nächsten Sizung am Dienstag, den 30. d. M., um 11 Uhr vormittags mit dem Referat des Generalberichterstatters Remeš eröffnet wer den. Für die Generaldebatte sind bisher u. a. die Führer der beiden stärksten tschechischen Barteien, die Abgeordneten Beran( Agrarier) und Hampl( Sozialdemokrat) gemeldet. Die De= batte dürfte die ganze Woche in Anspruch nehmen; die Abstimmung soll am Samstag, den 4. Dezember, erfolgen. Wie die Prager Presse" meldet, liegt in Sachen der Bedeckungsvorlagen zum Staatsvor= anschlag ein kollektiver Antrag der Koalition vor, die Geltungsdauer der neuen Steuergesetze im Gegensatz zur Regierungsfassung nicht mit funf, sondern bloß mit zwei Jahren zu be= messen. Dieser Antrag hat jedoch bisher nicht die Zustimmung des Finanzministers und der Regierung gefunden. Die meritorischen Arbeiten an den Steuervorlagen werden im Budgetaus schußkomitee der Regierungsparteien Montag nachmittags fortgesetzt. Mitteilungen aus dem Publikum. Nie wieder Grippe! Das sagt jeder, der sie einmal überstanden hat, der ihre Leiden gefühlt, um Arbeitskraft und Gesundheit gebangt hat! Aber mit dem Sagen allein ist's nicht getan: Sie müssen auch eitas tun! Spülen Sie täglich Ihren Mund mit ein in Alpa- Franzbranntwein, in Waſſer gtGesundheitsministeriums genannt, über die man Henleinbewegung über das Sudetendeutschtum giftschacht ab, wo er mit schweren inneren und löst, und massieren Sie Ihren Körper mit Alpa" I Es seien nur einige Arbeitsabschnitte des aus der nichthenleinistischen Presse intereffante Die Angeklagten äußeren Verlegungen liegen blieb. Der Verun- Dann kann die Grippe Ihnen nichts anhaben, dann glückte wurde ins Aufsiger Bezirkskrankenhaus sind Sie frisch, gestärkt, gesund! Darum empfiehlt gebracht. auch der Arzt ,, Alpa"! 1 Schanghais Zölle von den Japanern beschlagnahmt Höfe noch Flüsse dürfen in Hinkunft mit den Namen bezeichnet werden, die sie seit Jahrhunderten im Rutha- Prozeß führen. Ettore Tolomei, der römische Verivelschungs- Senator für Deutsch- Südtirol, hat für Als Hauptangeklagter im Rutha- Prozeß alle diese Namen italienische Bezeichnungen teils erscheint nun, nach dem Selbstmord Ruthas, der durch Ueberseßung konstruiert, teils frei erfun Bankbeamte Werner Weiß aus Franzendorf den: er hat diese in einem sehr teueren Lexikon, bei Reichenberg, als Hauptangeklagter.( Die An- das nicht weniger als 18.000 solcher Namen um England und Amerika protestieren flageschrift handelt von der„ Strafsache gegen faßt, herausgegeben außer in diesem Lerikon Werner Weiß und Genossen".) Angeklagt sind sind die Namen fast nirgends bekannt, auch die insgesamt zwölf Personen, und zwar Italiener fennen sich in ihnen nicht aus. außer Weiß und zwei Jugendlichen noch Senator Tolomai, der als hochoffizielle Perder Tertiltechniker Adolf Wagner aus Johannes fönlichkeit angesprochen werden muß... hat tal bei Reichenberg, der Medizinalſtudent Leo übrigens genau an dem Tage, da Mussolini HitWagner aus Reichenberg, der Hauptschriftleiter ler den Freundschaftsbesuch abstattete, den 82. ber Zeitschrift ,, Volf und Führung" Dr. Walter Band seiner großen Publikation ,, Archivo dell' ohn aus Reichenberg, der Chemiler Wilhelm Alto Adige" herausgegeben. Hier lebt sich ToloHoffmann aus Freiwaldau in Schlesien, der mais gewaltiger Haß gegen das Deutschtum so Rechtshörer Wolfgang Heinz aus Freudenthal eklatant aus, daß man anehmen müßte, es gebe in Schlesien, der Philosophieſtudent Anton Funk teine Achse Nom- Berlin. aus Prag, der Rechtshörer Kurt Franzte aus Zienteck- Ortsgruppen in Böhmen Freudenthal, der Hilfslehrer Karl Kundlatsch Der Brünner Führer der SdP- Opposition aus Kenderešov bei Mukačevo und der Handelsbertreter Heinrich Herrmann aus Freudenthal. faßte während der letzten Wochen auch in BöhDas Schicksal der Südtiroler men Fuß. Vor drei Wochen fand die erste Nonferenz der Vertrauensmänner Zientecks in Böhmen statt. Jett bestehen Ortsgruppen in Rei= chenberg, Böhm.- Leipa, Aussig und In einem Bericht der„ Bohemia" werden neue Einzelheiten über die Unterdrückung der Teplit- Schönau. südtiroler Deutschen bekanntgegeben. Es heißt dort: ,, Das Schicksal der Südtiroler Deutschen hat Wenn man ins Dritte Reich gerät. Ein Bodenbacher Einwohner war Tokio. In die Post- und Telegraphenämter und die Rundfunkstation der Internationalen Konzession in Schanghai wurden japanische Zensoren eingesetzt. Auch die chinefische Zollverwaltung in Schanghai, die bekanntlich durch internationale Verträge geregelt ist, wurde der japanischen Kontrolle unterstellt. In ausländischen Kreisen Schanghais werden ernste Befürchtungen laut, daß Japan überhaupt die ganze Internationale Niederlassung besetzen könnte. Der japanische Ministerpräsident Konoye hat ausdrücklich erklärt, was die Internationale Niederlassung in Schanghai betrifft, so bestehe die Möglichkeit, daß Japan seine Zuflucht zur Gewalt werde nehmen müssen. Die Entwicklung werde vollkommen von der Haltung der übrigen Mächte abhängen. London. Der britische Botschafter in To-| japanischen Regierung offiziell mitgeteilt, daß fio ist angewiesen worden, bei der japanischen Re- die Vereinigten Staaten jede Maßnahme mit gierung darauf hinzuweisen, daß die britische Re- wirklicher Unruhe aufnehmen würden, gierung bei jeder Aenderung des chinesischen Zoll- welche eine Aenderung des bisherigen Standes wesens vorher gefragt zu werden der chinesischen Zollverwaltung und eine Aendewünsche. rung in der Aufteilung der Zolleinnahmen beAuch die amerikanische Regierung hat der deuten würde. ,, Verschwörung gegen den Staat" Der Senat als Gerichtshof? Paris. Nach den letzten Verhaftungen ,, war und sich dann von ihm in Unfrieden trennte, deren Gesamtzahl 24 erreicht, hat die Polizei zeigen, daß der geheime Ausschuß nicht nur eine schen dem Dritten Reich und dem faschistischen..unbefugter" Weise über die Grenze geraten. anscheinend die wichtigsten Fäden des ausgebrei- royalistische Organisation war, sondern vor ist gerade in den letzten Monaten in ein Stadium üblich, in solchen Fällen den Betreffenden auf in der Hand. Die in Paris und auf dem Lande Regierungssystems zum Ziele hatte. Italien nicht nur um fein Haar gebessert, sondern In allen zivilisierten Staaten der Welt ist es teten Netzes der geheimen Verschwörerbewegung allem den Sturz des gegenwärtigen bollkommener nationaler Vernichtung getreten. Dem kürzesten und raschesten Wege wieder in vorgenommenen Hausdurchsuchungen erfolgen| So haben die noch bestehenden wenigen deutsch seine Heimat zurückzuschicken. Jm Dritten Reiche auf Grund gewiffer Spuren im Sinne der be- Untersuchungsrichter ein gemeinsames Schreiben, Verordnung des Bozener Präfetten Mastromattei gierungsrat, der erwähnte Arbeiter aber wurde Fliegergenerals i. R. Dusseigneur und als gewöhnliche Verbrecher vor. das Strafgericht sprachigen Zeitschriften von Südtirol durch eine ist das anders. Dort wurde zwar der Krebs Re- fchlagnahmten Dokumente. Die Verhaftung des in welchem sie fordern, daß die Verhafteten nicht althergebrachten deutschen Flurnamen nicht mehr dann über die Grenze geschickt. Ein anderer hindurch einer der Hauptmitarbeiter de la Staat vor den Senat kommen sollen, der in 1 September den strikten Auftrag erhalten, die erst drei Monate eingesperrt und des Herzogs Pozzo de Borgo, der Jahre gestellt, sondern als Verschwörer gegen den zu verwenden. Weder Berge noch Felder, weder Arbeiter aus Freiwaldau, bei dem der Fall Roques in der Organisation der Feuerkreuzler dieser Angelegenheit die höchste Instanz wäre. im Seite 4 Sonntag, 28. November 1937 Nr. 280 Ein fürchterlicher Gattenmord Seiten Die Musik sträubt sich Ueber die Lage im deutschen Musikinstrumentenmacher-Gewerbe berichtet der„Dresdner Anzeiger" in Nr/ 309 vom 8. November 1937: „Die Musikinstrumentenmacher haben seit der Wehrpflicht mit der Herstellung von Blasinstrumentengutzu tun. Auch den Zupfinstrumentenmachern geht es dank der Unterstützung der Parteigliede- rungen besser. In letzter Zeit haben die Hersteller von Blasinstrumenten gewisse S ch w i e r i g k e i t e n bei der Beschaffung des Rohmaterials. Zwar werden auch hier neue Werkstoffe herangezogen und Leichtmetalle, neuerdings sogar Glas benutzt. Aber ebenso wie bei den Holzblasinstrumenten, die ausländische Holzarten benötigen, können auch bei den Metallblasinstrumenten nicht ohne weiteres infolge derakustischen Gesetze Einsparungen und Umstellungen auf Leichtmetalle vorgenommen werden. Ebenso haben die Glockengießer, die im vergangenen Jahr 0.51 Millionen Kilogramm Glockenbronze verarbeiteten, gegenüber einem Durchschnitt der letzten Jahre von 1,2 Millionen Kilogramm bereits starke Einschränkungen und Umstellungen vorgenommen. Wenn man aus Glockenbronze Kanonen gießt, weiß man auch ohne Glocken, was es geschlagen hat. Aber der Flöte sind die deutschen Flötentöne anscheinend nicht beizubringen. Man sollte die akustischen Gesetze, um die sich die deutschen Lautsprecher ohnedies nicht kümmern, durch ein Dekret einfach außer Kraft setzen.(„Neuer Vorwärts".) Obersektionsrat erhält fünf Monate Kerker. Bor dem Strafsenat des Gerichtsrates Dr. Beinhauer beim Kreisgericht in Brünn wurde SamStag das Urteil in der Angelegenheit der Bestechungen bei der Lieferung von Heizanlagen für die Staatsbahnen gefällt. Der Angeklagte, Jng. Robert B o r l i c e k, Obersektionsrat des Eisenbahnministeriums aus Prag, wurde wegen des Verbrechens der Annahme von Geschenken in amtlichen Angelegenheiten zu fünf Monaten Kerkers, mit einer Faste alle 14 Tage und zum Verlust des Wahlrechtes verurteilt. Der Maschinentechniker Rudolf John aus Prag wurde des Verbrechens der Verleitung zum Mißbrauch der Amtsgewalt schuldig und zu vier Monaten Kerker, zu Fasten alle vierzehn Tage und zum Verluste des Wahlrechtes verurteilt. Bei beiden Verurteilten wurde die Strafe bedingt auf drei Jahre ausgesprochen. Diese Bedingtheit bezieht sich jeboch nicht auf die Beträge von XL 74.090.— und XL 23.309.—, die Jng. Vorli- Lek angenommen hatte und die zugunsten des Staates beschlagnahmt wurden. Die Verurteilten wurden zum Ersatz der Kosten des Strafverfahrens verurteilt. Der dritte Beschuldigte Jng. O K o l i n s k h, Sektionsrat des Eisenbahnministeriums, wurde freigesprochen. Die Eisenbahnverwaltung wird mit ihren Ansprüchen auf den Zivilrechtsweg, verwiesen. Zug gegen Auto. Am 26. November d. I um 16.17 Uhr stieß auf dem ungeschützten Bahnübergänge in Kilometer 10.04 der Strecke Vrane n. Vlt.—EerLany vor der Einfahrt in die Station Thnec n. S. der Personenzug 3626 mit dem Auto P 10602 zusammen. L.as Auto wurde beschädigt. Die Autoinsaffen Rhbka und Pala, Beamte der Firma„JanaLek", wurden ernsthaft verletzt und sofort in das Krankenhaus von Bene- sov gebracht. Der Bahnverkehr wurde nicht unter- Prag. Am Freitag wurde die Prager Kriminalpolizei durch eine Anzeige auf die Spur einer der entsetzlichsten Mordtaten der letzten Jahre geführt. Es handelt sich um die Untat des Cand. Jng. Kamil Horäk, der am 8. August seine Frau Anna auf brutalste Art getötet hat und deren Ermordung er dann in der raffiniertesten Weise zu verschleiern versuchte, was ihm auch ziemlich lange Zeit hindurch gelang. Tvs Ehepaar war seit einigen Wochen verheiratet, aber die Ehe zeigte bereits alle Symptome einer weitgehenden Zerrüttung. Angeblich war der junge Ehemann auf seine Frau eifersüchtig und warf chr vermeintliche Beziehungen zu einem ihrer früheren Verehrer vor. Dazu kamen materieUe Motive. Horäk, der bei einer Maschinenfabrik in der Ortschaft Hostivak bei Prag angestellt war, hatte nur ein sehr hescheidenes Einkommen, das zur Erhaltung einer Familie nicht hinreichte und die Schwiegereltern versagten die sehr notwendige Unterstützung. Jedenfalls waren, wie die Nachbarn bezeugen, Streitigkeiten unter den jungen Eheleuten an der Tagesordnung. Im August d. I. erfolgte die Katastrophe. Der Mörder erstattet die Abgängigkeitsanzeige Horäk erschien eines Tages auf dem zuständigen Polizeikommissariat und gab an, daß seine Frau nach einer häuslichen Auseinandersetzung die Wohnung verlassen habe und nicht wiedergekehrt sei. Einige Tage später wurde auf dem Mol- damrfer bei Roztok ein Frauenhut und ein Handtäschchen aufgefunden, welche um so leichter als Eigentum der Verschollenen identifiziert werden konnten, als in dem Täschchen alle Personaldokumente der Anna Horäk aufgefunden wurden. Außerdem fand sich ein von der Hand der Vermißten berrührender Brief vor, in welchem diese die Absicht aussvricht, ans dem Leben zu scheiden. Vorerst schien also ein Selbstmord infolge zerrütteten Familienlebens klar erwiesen. Immerhin gingen allerlei Gerüchte um, zu denen das sonderbare Verhalten des Witwers Anlaß gab,^den nun die Polizei unter unauffällige Beobachtung nahm. Den Anstoß zum Zugriff der Sicherheitsbehörden gab dann eine Anzeige, die den Verdacht nahezu zur Gewißheit werden ließ. brachen. Die Ursache des Unfalles wird untersucht.(Amtlich.) Lehrling tödlich verunglückt. Samstag früh sprang in der Haltestelle Brnönskö Jvanobice auf den abfahrenden Personenzug der Lehrling der 1. Brünner Maschinenfabrik, Karel Kuba. auf. Er geriet unter den Zug, wobei ihm beide Beine abgefahren wurden. Bon der Rettungsstation wurde er in das Brünner Krankenhaus gebracht, wo er kurz darauf starb. Merkwürdige Todesursache. Im staatlichen Krankenhaus in Slätinske Doly ist der 28jährige Leopold Taubmann seinen schweren Verletzungen erlegen. Vergangene Woche versuchte er eine Flasche Spiritus aus Rumänien zu p a s ch e n. Er stürzte in Selo Slatina vor dem Hotel„Kar- pathia", wo sich die Zollbrücke nach Marmaros Szigeti befindet, wobei die Flasche, die er in der Hose verborgen hatte, zertrümmert wurde und der Spiritus seine Kleidertränkte. Zufällig warf ein gerade Vorbeigehender einen Zigarettenstummel weg, von welchem der Spiritus Feuer fing, wobei auch die Hosen Taubmanns zu brennen begannen. Taubmann erlitt schwere Verbrennungen, denen er nunmehr im Krankenhaus erlag. DaS Massaker auf Haiti: 8000 Tote. Zu Anfang der Verhandlungen des Vertreters deS Staatssekretärs Welles mit dem Vertreter der Eine Haussuchung ergab allerlei sehr belastendes Material. Man entdeckte ungeschickt übermalteBlut- spritzer an der Wand, einen blutbefleckten Strick, unzureichend verwischte Blutspuren am Bettgestell und in der Bettwäsche und andere schwerwiegende Indizien. Es ist bemerkenswert, daß es gerade die unbedeutenden und scheinbar belanglosen Nebenumstände und Tatsachen waren, die einen lückenlosen Schuldbeweis erbrachten. Schließlich brach nach langstündigem Verhör der in Haft genommene Horäk zusammen und leate in der Nacht auf Samstag ein vollkommenes Geständnis ab. Schauerliche Einzelheiten Kamil Horäk ist geständig, am Abend des 7. August seine Gattin Anna mit einem Hammer erschlagen zu haben. Als sie nach dem ersten Hieb noch zuckte, versetzte er ihr zwei weiter« Schläge geaen den Kopf. Den Kopf der Toten, deren Gesicht er nicht seh en wollte, wickelte er in ein Polster und trug den toten Körper seiner Frau in das Badezimmer, wo er ihn in die mit Wasser gefilllte Wanne warf. Später zerschnitt er dann mit einem, vorher sorgfältig geschärften Küchenmefler die Leiche in kleine S t ü ck e, die er in einem kleinen Koksofen verbrannte, ebenso auch die Kleidungsstücke der Toten. Diese fürchterliche Arbeitdeuerte nahezu vierundzwanzig Stunden! Hierauf bemühte er sich. daS Verschwinden seiner Frau auf eine ihn entlastende Weise zu erklären. Er legte deren Hut und Handtä'chchen an der Uferstelle bei Roztok nieder und fiigte ein Briefftagment hinzu, daS tatsächlich von der Ermordeten herrührt, aber lange Zeit vor der Tat geschrieben ist. Die Ermordete gefiel sich früher in SePst- mordvhantasien, wie sie bei manchen Menschen keineswegs selten, aber regelmäßig nicht ernst gemeint find. In raffinierter Art machte fich Horäk bei seinen Bemühungen um die Verwischung aller Spuren«ine derartige briefliche Aeuberunq seiner ermordeten Frau zunutze. Die Erhebungen gehen weiter. Wie verlautet, soll noch eine dritte Person als Mitschuldiger an dieser Mordtat beteiligt sein. Republik San Domingo über die bekannten Massakers auf Haiti, an der Grenze dieser beiden Republiken, traf in Washington die Nachricht-in, daß die Zahl der Ermordeten die ursprünglichen Schätzungen weit übertriff, und das, durch die Wächter TvmingoS mindestens 8000 Personen ermordet wurden. Das Staatsdepartement ist durch daS furchtbare Morden erbittert. Einer der höchsten Funktionäre des Staatsdepartements hat erklärt, daß dieses Mossenmörden alle Schrecken übertreffe, die auf der westlichen Halbkugel je vorkamen. Das polnische Flugzeug, welches seit Dienstag dieser Woche in den mazedonischen Bergen verschollen ist, wurde Samstag nachmittags in der Umgebung von SvetivraL in Bulgarisch- Mazedonien gefunden. Das Flugzeug war gegen den Berg gestoßen und in Trümmer gegangen. Unweit der Flugzeugtrümmer wurden die Leichen der dreigliedrigen Besatzung und der drei Passagiere gefunden. Deutsches Flugzeug verunglückt. Das planmäßige deutsche Frachtflugzeug der Strecke London—Köln—Hannover—Berlin verunglückte am Freitag abends gegen 21.30 Uhr kurz nach dem Start auf dem Flughafen Croydon aus bisher unbekannten Gründen. Das Flugzeug geriet in Brand. Die dreiköpfige Besatzung kam dabei ums Leben. Mit Kind und Hund und Vogel•.. Kleine Erinnerungen an Engels Friedrich Engels wurde am 28. November 1820 geboren ' Die Arbeits- und Lebensweise berühmter Männer hat stets die Mit- und Nachwelt besonders interessiert. Die Biographie ist nicht zufällig oder willkürlich zur meistgelesenen Buchart geworden: es ist ein natürlicher Drang in den Menschen einer kleinen Zeit, das Leben großer Menschen kennen zu lernen; und wir tun vielleicht nicht genug, um diese Tendenz zugunsten derer auszuwerten, deren Leben und Werk uns besonders ans Herz gewachsen ist. Man läßt es meist mit einem Gedenken an die politische oder wissenschaftliche Bedeutung des Mannes getan sein, ohne sich an die alte Erfahrungstatsache zu erinnern, daß oft das Interesse an einer Person erst das Interesse an seiner Sache erweckt. So mag es entschuldigt werden, wenn wir hier ein paar liebenswürdige anekdotische Züge aus dem Leben jenes Mannes mitteilen, der als sein Freund und Helfer mit Karl Marx das wissenschaftliche Gebäude des Sozialismus errichtet hat: Friedrich Engels. Die ihn ist seinen letzten Lebensjahren selbst noch gesehen und erlebt haben, werden immer weniger, verschwindend gering die Zahl derer, die aus seinem Leben noch aus eigener Anschauung erzählen können. Denn„General", wie ihn die Freunde seiner großen kriegswissenschaftlichen Begabungen wegen zu nennen pflegten, ist 1898 gestorben: die meisten von uns waren dazumal noch Kinder. Und Kinder hatte Friedrich Engels in sein Herz geschloffen. Diesem Manne, der eine ganz ausgesprochene, tiefe Begabung zum Familienvater hatte, waren zu seinem größten Bedauern leibliche Nachkommen versagt: weder von Mary Burns, der durch zwanzig Jahre geliebten Freundin seiner besten Mannesjahre, noch von Lizzie, ihrer Schwester» die Engels» kurz bevor auch sie ihm starb, geheiratet hat, blieben ihm Kinder, die er doch so sehr liebte. So mußte er zu Fremden seine Zuflucht nehmen, und es ist bekannt, in wie rührender und großzügiger Weise er sich um das Schicksal der Marx-Kinder bemüht hat. Aber das genügte ihm keineswegs, und so nahm er einer Schwägerin der Geschwister Burns gern eines der zahlreichen Kinder ab, das denn auch in seinem Hause aufwuchs und unter dem Namen„Pumps"— einer echt engels'schen Erfindung I— den älteren Besuchern des Meisters noch bekannt ist. Ellen Mary Burns, wie sie wirklich hieß, wurde denn auch derart verwöhnt, daß sie, ohne je eine geistige Beziehung zur Welt des Generals zu finden, die ihr j entgegengebrachte Liebe schlecht lohnte, von Engels «früh verheiratet wurde, der schließlich für sie und die Familie ihres Mannes die Ueberfahrt nach Amerika bezahlte. Nie hat man wieder von ihr gehört. General, der 1888 über den großen Teich fuhr, um all die mit seiner Unterstützung aus den ElendSquartieren der englischen Fabrikstädte nach Amerika auSgewanderten Angehörigen der Familie Burns zu besuchen, hat ungern über das gesprochen, was er dabei zu sehen bekam. Man chatte feiste Güte einfach mißbraucht... Umso erfreuter war er, als er im Jahre 1894 noch einmal ein Kinderglück in seinem Hause werden sehen konnte. Im Feber dieses Jahres nämlich hatte seine seit 1890 ihn treu ver sorgende Helferin Louis« Kautsky(Karls erste, in gütlichem Einvernehmen geschiedene Frau, eine Wienerin) sich mit seinem Hausarzte Dr. Frey- berger verheiratet, und da Engels die Hilfe des Menschen, der seine Sekretärin und rechte Hand war, nicht entbehren wollte und sollte, so zog er ein paar Häuser weiter zu Freybergers und hat die letzten Monate seines Lebens mit ihnen zusammen verbracht. Freyberger, der erst vor Kurzem, 1934, gestorben ist, war ein Freund und Verehrer Generals, der keine Bezahlung von ihm annahm(Engels erwähnt es in seinem Testament!) und eine harmonische Ergänzung in das Leben des 74jährigen Mannes mit der^jährigen Frau brachte. Und im November kam ein Kind, ein Mädchen, das, lange bevor es geboren, natürlich bereits das lebhafteste Interesse Generals erregte. Ob er sich dann auch immer an die wohlverstandenen Gesetze der Kinderhygiene gehalten hat, mag derjenige jedenfalls füglich bezweifeln, der hört, daß es sich Engels nachts, wenn er mit Freunden zusammensaß, nicht nehmen ließ, das Baby persönlich aus seiner Wiege zu holen und vorzuführen. Das Kind von damals ist heute ein ernster, von der Zeit gereifter Mensch, Bankbeamtin in London und Stütze ihrer Mutter, der 78 Jahre alten, aber durchaus rüstigen und geistig bewundernswert jung gebliebenen Louise Freyberger. Diese erzählt uns gern und freudig aus dem Leben jener Jahre, und manche köstliche Reminiszenz kommt dabei zum Bbrschein. Da ist zum Beispiel jener sagenhafte „Carlo", der, ein schwarzer Hund von nicht ganz bestimmbarer Raffe, im Hause Generals dazu erzogen worden sein muß, andere Getränke dem Wasser vorzuziehen. Carlo wird übrigens auch in| Zweimal Tod durch den Strang. DaS Wiener Schwurgericht verurteilte Samstag mittags die Rosa Hasel und den Karl Dudek, die den Kokainhändler Leopold Käufer ermordet und beraubt und seine Leiche in den Hauptkanal geworfen haben, zum Tode durch den Strang. Bittgottesdienst gegen Hitler. Der Berliner „Times"-Korrespondent meldet, daß Freitag in der Berliner Emaus-Kirche ein Bittgottesdienst für die 146 verhafteten protestantischen Pastoren stattgefunden hat. Die Kirche sei iLerfüllt gewesen. Spiritisttscher Gesandter. Me schwedische Regierung hat die Demission des schwedischen Gesandten in London, Palmstierna, mit dem Datum ab 1. Jänner 1938 angenommen. Palm- stiernas Abberufung soll auf seine spiritistischen Neigungen zurückzuführen sein. Diese Woche der„Millionste". Das Post- und Telegraphenministerium teilt mit: Die Zahl der Konzessionäre unseres Rundfunks hat bereirS eine derartige Höhe erricht, daß in den nächsten Tagen, sehr wahrscheinlich am letzten Tage dieses MonatS die Erreichung der Million bekanntgegeben werden dürfte. Dar Ministerium macht daher alle, die an der Verlosungs-Aktion„der millionste Rundfunkteilnehmer" teilzunehmen beabsichtigen, aufmerksam, die Erfüllung der Bedingungen nicht hinauSzuschieben. Der Tag der Bekanntgabe. des millionsten Konzessionärs wird der letzte Tag sein, an dem das Postamt die gelbe Berlosungsanweisung i zur Beglaubigung und zur Absendung an das Postministerium überreicht werden kann. Nach diesem Tage werden Verlosungsanweisungen von niemandem mehr, in keinem Falle und unter keinen Umständen zur Verlosung entgegengenonunen werden. Kleine Aenderunge» am Wochenende. Vom Nordwesten her dringt nach Mitteleuropa etwas kühlere Luft«in, der Temperaturrückgang macht sich jedoch zunächst nur in den höheren Luftschichten geltend. Die Schneekoppe hatte am Samstagmorgen minus 5 Grad Celsius, nachmittags minus 9 Grab. In den Niederungen, wo die Bewölkung nach Schauern teilweise abgenommen hat, stieg die Temperatur dagegen stellenweise über plus 5 Grad an. Eine längerdauernde Besserung kann noch nicht erwartet werden.— Wahrscheinliches Wetter Sonntag: Veränderliche Bewölkung, nur verschiedentlich noch Schauer, namentlich auf den Bergen etwas kühler, westlicher bis nordwestlicher Wind.— WetterauS« sichten für M o n t a g: Allgemeine Wetterlage noch nicht stabil; Temperaturen im ganzen wenig der« ändert. Vom Rundfunk toHiMtnmrtes aus den Programmen» Montag* Prag I: 7: Morgenmufik, 10 05: Deutsche Presse, 11.35: Chorgesang auf Schallplatten, 12.10: Schallplattenkonzert, 14.05: Deutsche Sendung: Tr. Schierreich: Förderung-des Exports durch erleichterte Beschaffung von Exportkrediten, 16.35: Kompositionen von Schumann, 18.10: Deutsche Sendung: Zehn Minuten Lachen, 18.20: Dr Reich: Alban Berg und sein letztes Werk„Sulu", 18.35: Dozent Schild: Der Sieg des Lebens(Pflanzen kämpfen gegen die Kälte), 18.45: Deutsche Presse, 19.15: Militärkonzert, 20.20: Kompositionen von Bach.— Prag II: 11: Symphoniekonzert auf Schallplatten: Berlioz» Mozart usw., 14.20: Deutsche Sendung: Sonntag auf dem Dorf, Schallplattenrevue, 14.55: Deutsche Press:, 18.10: Händel: Sonate E-Dur.— Brünn: 12.35: Rundfunkorchesterkonzert, 17.40: Deutsche Sendung: Machunze: Handwerker oder Industriearbeiter?— Jurditsch: Ueber neue Bücher.— Preßburg: 15.15: Rundfunkorchesterkonzert, 16.35: Lieder von Schubert, 17.40: Tanzmusik.— Kaschau: 12.05: Schallplatten.— Mähr.-Ostrau: 17.55: Deutsche Arbei- tcrscndung: Eisler: Bücher und Leser.— Lieder von Camillo Horn, 22.15: Operettengesang. 'einem Brief der Mutter Karls, Minna Kautsky, erwähnt, die 1888 an Engels schrieb und aus einigen Seiten der Schilderung ihrer Londoner Eindrücke doch auch einen Platz findet, um dieses Wundertiers zu gedenken: es habe so nett unb vernehmlich geseufzt, schreibt sie, wenn es kein Bier mehr haben sollte... Als Carlo starb, nahm Friedrich Engels keinen neuen Hund in sein Haus. Aber er erzählte noch ost von ihm. Ein„großer, majestätischer Kater" namens Tidlums wird statt seiner später in Briefen erwähnt.„Sultan aller Kätzinnen von Regents Park Road und gewaltiger Kämpfer gegen alle Konkurrenten und Nebenbuhler", er kam mit Louise 1888 aus dem Hause Kautsky. Das letzte ist ein Kanarienvogel, dessen Namen—-er hatte bestimmt einen sehr charakteristischen!— wohl nicht mehr feststellbar ist. Vielleicht wird er Louise Freyberger noch einfallen — vergessen wir nicht: das alles ist vierzig bis fünfzig Jahre her! Rührendes Bild: der greift General geht im Zimmer umher, den Bogel auf der Hand vor sich hertragend, und singt ihm „Gaudeamus igitur", das alte Studentenlied, vor: das sollte er durchaus lernen,„Aber es klang schaurig falsch", lacht Louise in lebendiger Erinnerung, während sie es erzähll. Und also war es gut, daß der kleine Sänger andere Lieder vorzog. Denn Friedrich Engels, der ein Freund der Musik war- wenn auch nicht der allzu komplizierten— war gleichwohl herzlich unmusikalisch. Und es hätt? gut sein können, daß er besser von seinem Kanarienvogel gelernt hätte. Aber er sang. Er sang gern und laut, und sein altes, verblichenes„Allgemeines Deutsches Kommersbuch" aus dem Jahre 1869, das vor mir liegt, zeigt deutliche Spuren häufiger Benützung. Walther Victor.. Nr. 280 Sonntag, 28. November 1937 Seite 8 Wasch pulver wäscht für Sie.' I wo!- Un-er Waschpulver schafft*! im Handumdrehen- wenn's auch noc.t soviel Wäsche gibt--- »feien »ferf wir - tuni ««/Ar «MW und UM Aufgaben der Arbeitshygiene Ln einer kleinen, aber inhaltsreichen Broschüre veröffentlicht Doz. Dr. E. Kalmus einen im Feber 1937 auf einer Amtsärztetagung gehaltenen Vortrag über die gewerbehygienischen Bestrebungen im Ausland und in der Tschechoslowakei. Der Broschüre, welche eine ausführliche historische Darstellung des Themas gibt und durch einen reichhaltigen Literaturnachweis ergänzt wird, entnehmen wir im Auszug den Schlußab- fchnitt, der von den Bestrebungen des Gesundheitsministers Dr. Czech ausgehend, die Aufgaben der Arbeitshygiene folgendermaßen zusammenfaßt: 1. Auf dem Gebiete der Heranbildung von Medizinern und Technikern für diese Aufgaben müßten an den medizinischen Fakultäten ordentliche Lehrstühle für Pathologie und Hygiene der Arbeit errichtet werden. Soweit Einrichtungen (Laboratorien usw.) bereits bestehen, wie an der Klinik Prof. PelnatS und beim Hygieneinstitut der deutschen Universität in Prag(Pros. Dr. Löwy), sollten sie so bald wie möglich zu solchen Lehrstühlen erweitert werden. Auch der Unterricht an der Technik müßte ordentlich auSgebaut werden; Arbeitshygiene und llnfallsverhütung sollten als Pflicht- und Prüfungsgegenftand für alle Ingenieure eingeführt werden, welchen später Gesundheit, und Sicherheit der Arbeiter und des Publikums anvertraut werden sollen. Auch an den technischen Hochschulen sollten daher die entsprechenden Lehrstühle^bzw. Dozenturen geschaffen werdend- 2. Daneben wären notwendig Forschungsinstitute, die unabhängig von der Industrie die in Betracht kommenden Fragen erforschen und Gutachten für die Gewerbeinspekwrate und das Gesundheitsministerium zu erstatte« hätten. 8. Außer den Aerzten und Technikern brauchten auch die Schüler der höheren Fachschule»«ine entsprechende Belehrung, da sie später als Meister tätig fein sollen. Dieser Unterricht sÄlte größeres Gewicht auf die technologische Seite der Fragen und auf die Gefahrenmomente nß der Industrie und im Gewerbe legen. 4. Eine weit gründlichere Belehrung über die Unfalls- und gesundheitlichen Gefahren im Betrieb brauchte auch die Arbeiterschaft. Daher sollte dem Hygieneunterricht an den Fortbildungsschulen mehr Raum zugewiesen werden, und zwar wenigstens zwanzig Stunden. Der Unterricht sollte durch Betriebsbesichtigungen anschaulicher gemacht werden. 5. WaS die Institution von Aerzten für das Gewerbewesen betrifft, erscheint die von Minister Dr. Czech seinerzeit besprochene enge Zusammenarbeit zwischen den Gewerbeinspektoren und den zukünftigen Gewerbeärzten für unsere Verhält- niffe als das Vorteilhafteste. Diese Aerzte müßten selbstverständlich auch mit den Amtsärzten zusammenarbeiten. 6. Zur Förderung der gewerbehygienischen Bestrebungen erscheint die Bildung einer wissenschaftlich-praktischen Vereinigung nach dem Muster der deutschen Gesellschaft für Gewerbe- hygiene zweckmäßig. 7. Schließlich wäre die Wiederanbahnung von Beziehungen mit dem Ausland und die Wiederbelebung der internationalen Bestrebungen auf diesem Gebiete sehr vorteilhaft. Es wäre auch Man erhält für W 100 Reichsmark 613.— Markmünzen..... 670.— 100 österreichische Schilling.. 526.80 100 rumänische Lei.... 16.05 100 polnische Zloty..... 503.50 100 ungarische Pengö.... 550.56 100 Schweizer Franken.,. 656.50 100 französische Francs.,. 95.70 1 englisches Pfund.... 140.90 1 amerikanischer Dollar.,. 28.30 100 italienische Lire.... 119.40 100 holländische Gulden.,. 1574.— 100 jugoslawische Dinare...' 61.30 100 BelgaS 482— 100 dänische Kronen.... 629.— 100 schwedische Kronen.... 729.— notwendig, an den Hochschulen fachliche Sprachkurse einzurichten und die ftemde Fachliteratur den Hörern zugänglich zu machen. Mit der Landflucht und der Landarbeiter- frage beschäftigte sich eine Enquete in der Landwirtschaftsakademie. Landwirtschaftsminister Dr. Zadina führte hiebei aus, daß sich die landwirtschaftliche Bevölkerung von 1921—1930 um rund ein Achtel vermindert hat und die Zahl der Landarbeiter in den historischen Ländern in den letzten zehn Jahren um rund ein Viertel kleiner wurde. Die Ursache liegt darin, sagte Dr. Zadina, daß die landwirtschaftliche Arbeiterschaft das Bestreben nach Abwanderung zur Industrie zeigt, in der sie höhere Löhne und bessere soziale Verhältnisse vor; findet. Die Folgen seien für das Land Mangel an Arbeitskräften, vor allem in der Saison, und Arbeitsüberlastung der Land f r a u e n. Die, Fürsorge für die Sicherstellung der landwirtschaftlichen Arbeiterschaft sei daher das wichtigste Problem im Kampfe gegen die Landflucht. Es ginge vor allem darum, den landwirtschaftlichen Arbeiter an den Boden zu binden und nicht so sehr industrielle Arbeitslose auf das Land zu überführen. Als Maßnahmen, die beim landwirtschaftlichen Arbeiter vor allem das Gefühl der Minderwertigkeit verschwinden lassen sollen, schlägt der Landwirtschaftsminister vor: Eine geeignete Erziehung und ein richtiges Verhältnis des Landwirtes zu seinen Mitarbeitern, Erweckung und Erhaltung der Liebe zur Arbeit und zum Boden, wobei sich die landwirtschaftliche Arbeiterschaft ihrer sozialen Funktion bewußt werden soll, Einführung besonderer Kategorien von qualifizierten und daher leistungsfähigeren und besser bezahlten Arbeitern, Verbesserung der Stellung der Arbeiter in materieller Hinsicht, in welcher alles geschehen müßte, Schaffung besserer' Wohnungen als Voraussetzung zur Gründung einer Familie und schließlich Ermöglichung der selbständigen Bewirtschaftung von Grundstücken, die den Arbeitern eventuell als Teil des Lohnes gegeben^ würden, damit sie sich auch selbst als Unternehmer fühlten. Der Minister verwies zum Schluß darauf, daß der wirtschaftliche Ertrag der Landwirtschaft in einem derartigen Maße sichergestellt werden müsse, daß eine Erhöhung des Lebensstandards und des kulturellen Niveaus der Landwirte und der landwirtschaftlichen Arbeiter ermöglicht wird. Regelung der Schweinezucht. Die Zählung zum 1. Juli ergab eine Erhöhung der Schweinezahl um fast 674.000 und der Zuchtsäue um fast 91.000 gegenüber dem Vorjahre. Dieser beträchtlichen Erhöhung der Produktion konnte der, wenn auch etwas gestiegene Schweinefleischverbrauch nicht folgen. Das Landtvirtschaftsminfflerium hat deshalb die Landesbehörden angewiesen, Maßnahmen zu treffest, damit die RegienmgSberordnung Wer die Zucht und Mast von Schweinen, die bis Ende Juni 1939 verlängert wurde, eingehalten wird. Die Bezirksbehörden werden Kontrollen vornehmen und entsprechende Strafen verhängen, wenn die Bestimmungen der Verordnung überschritten werden. Der Konzernriese Witkowitz. Im Wttkowitzer Gewerke werden derzeit ca. 35,000 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. An Löhnen und Gehältern wurden in den ersten zehn Monaten dieses Jahres rund 360 Millionen XL ausgezahlt. Erzeugt wurden vom Jänner bis September dieses Jahres 750.000 Tonnen Roheisen, nahezu 800.000 Tonnen Rohstahl, Wer 600.000 Tonnen Walzware und 1.1 Millionen Tonnen Koks. Die 6 Elektrizitätszentralen produzierten 265 Millionen Kilowattstunden Strom. Die Bedeutung von Wiüowitz für den ganzen Staat ist daraus zu ersehen, daß es fast 80 Prozent aller bergbautreibenden und 51 Prozent aller Hüttenindustrien des Staates beherbergt. 70 bis 80 Prozent der gesamten tschechoslowakischen Steinkohlenförderung stammen aus dem Ostrau-Karwiner Gebiet. Deutsche Bemühungen um die Vereinigten Staaten Die deutsche Regierung hat die amerikanische Regierung informiert, daß sie eine Initiative begrüßen würde, welche die Löschung Deutschlands von der amerikanischen„schwarzen" Liste jener Nattonen ermöglichen würde, welche gegenseitige Handelsbegünstigungen nicht genießen, weil sie Amerika anders behandeln als andere Staaten. Der Washingtoner Reuter-Berichterstatter hat erfahren. daß dieses, deutsche Einschreiten einer von vielen Schritten ist, die Deutschland in der letzten Zeit unternahm, um alle Schwierigkeiten zu beseitigen, welche dem Abschluß eines Handelsvertrages mit den Vereinigten Staaten im Wege stehen. Deutschland informierte die amerikanische Regierung, schreibt der Reuter-Berichterstatter weiter, daß es durchaus mit dem Grundsätze der Meistbegünstigung übereinstimme, der die Grundlage des Handelsprogrammes des Staaatssekretärs Hüll darstellt. Das Staatsdepartement hat auf den deutschen Schritt noch nicht geantwortet. Mangel an Nachwuchs und Arbeitslosigkeit im technischen Beruf in Deutschland (IBP) Die öffentlichen Verwaltungen und Betriebe in Deutschland klagen lebhaft über den Mangel an Ingenieuren und Technikern, während die Reichsansialt von viertausend Arbeitslosen in diesen Berufen berichtet. Wer die Methoden der Arbeitslosenzählung kennt, weiß, daß es noch mehr sind. Die Reichsanstalt meint, daß den arbeitslosen Technikern ihre,.berufliche Einsatzfähigkeit verloren gegangen sei. Das stimmt nur insoweit, als viele erwerbslose Techniker wegen ihrer Gesinnung nicht als einsatzfähig anerkannt werden. Im übrigen ist aber die herrschende Arbeitslosig- kett nur eine Bestätigung dafür, daß die mit Aufträgen versehenen Betriebe auS Mangel an Rohstoffen vielfach nicht voll arbeiten können. Der tatsächlich bestehende Mangel an Nachwuchs ergibt sich aus den immer mehr sinkenden Besucherzahlen der deutschen Hoch- und Fachschulen. Die Hitlerjugend sorgt dafür, daß die jungen Deutschen ihr« Zeit mit militärischen Tag- und Nachtübungen ausfüllen. Für Berufsausbildung und geistige Entwicklung ist in Nazideutschland weder Raum noch Zett. Verlanget überall Volkszünder Macdonalds Heimkehr nach London Der Sarg mit den sterblichen Ueberresten des früheren englischen Premierministers Ramsay Macdönald, der auf einer Südamerikafahrt plötzlich gestorben war, traf jetzt an Bord des englischen Kriegsschiffes„Apollo" in London ein. Der Sarg wurde in der Westminster-Abtei aufgebahrt. Unser Bild zeigt den Augenblick, in dem der Sarg von Bord des Kriegsschiffes an Land getragen wurde. Y Pe r bl a geben naffee Das ist Qualität!$ dus/anU Abessinien noch nicht erobert Die„Basler Nationalzeitung" schreibt über die Lage in Abessinien und Wer den Rückttitt GrazianiS vom Posten des abessinischen Vize- königS u. a.: Als Ras Jmru gefangengenommen wurde, gab Rom— so wird erzählt— den Befehl, daß er sofort hinzurichten sei. Daraufhin sandte Gra« z i a n i an Mussolini das folgende Telegramm: „Ras Jmru ist ein Kriegsgefangener, der sich durch seine Tapferkeit ein Anrecht auf die Kriegsehren, erworben hat. Er hat sich ritterlich geschlagen, und ich weigere mich, ihn wie einen Feigling zu erschießen. An Stelle einer Antwort erhielt er den Auftrag, seinen Mann sofort nach Italien Werführen zu lassen. Hier wurde Ras Jmru offiziell auf die Lipari- Jnseln deportiert, in Wirklichkeit aber ist er tot. Dieser Vorfall zeigt, daß Graziani für die traurigen Ereignisse nach Kriegsende nicht verant« wörtlich zu machen ist. Er hat immer versucht, humane Methoden zur Anwendung zu bringen, doch die Befehle aus- Rom forderten ihn auf, so rücksichtslos wie möglich vorzugehen. Als sein Kollege de Bono die Anweisungen des Duce entgegennahm, ftagte er zynisch:„Wünschen Exzellenz ein Aethio- pien mit oder ohne Aethiopier?" Graziani dagegen hat jederzeit den höchsten Respekt für den Mut und die Ausdauer seiner Gegner bekundet. In intimem Kreise hat er sogar mehrmals seinem Abscheu für die Verwendung von Giftgasen Ausdruck gegeben, die allein-den raschen Sieg seiner Truppen umflicht hat. Hiernach braucht man sich nicht'länger zu wundern, daß Rom den„Rücktritt" dieses alten Militärs vom Posten des Vizekönigs genehmigt hat. Ein Abgeordneter im Unterhaus hat dieser Tage erklärt:„Abessinien ist nicht erobett, sondern lediglich besetzt!" Tatsächlich konttollieren die Italiener die Städte und ihre Umgebung. DaS übrige Land entzieht sich dagegen ihrer Konttolle. 25 Kilometer von Dessie liegt die Sttaße Asmara—Addis Abeba unter dem Feuer einer beträchtlichen äthiopischen Streitkraft. Kein italienisches Fahrzeug kann diesen Weg. benutzen. Aehnlich liegen die Verhältnisse in sämtlichen Provinzen. Ueberall haben sich Banden von Eingeborenen gebildet, die zuweilen nur 50 Mann stark sind, aber die Weißen beunruhigen, wo sie ihnen begegnen. Infolgedessen können die„Eroberer" nur noch in größeren Gruppen und in Begleitung von Tanks und Panzerwagen durchs Land reffen. Jeder ihrer Expeditionen werden Flugzeuge vorausgeschickt, die das Gelände zu rekognoszieren haben. Trotz diesen Vorsichtsmaßregeln sind seit dem Ende her Feindseligkeiten mehr Italiener getötet worden als während des ganzen Krieges. Partei und Jugend in Belgien. Der belgische sozialistische Arbeiterjugendverband„Junge Garde" ist erst jetzt von der Sozialdemokratischen Partei anerkannt worden. Bis vor kurzem duldete die„Lunge Garde", daß mit ihr zusammengehende Jungkommunisten zugleich Mitglieder der KP waren und das konnte die Sozialdemokratische Partei nicht gutheißen. Nachdem nun schon vor einem Jahr die sozialistische Arbeiterjugend Norwegens in einer Urabstimmung mit Wer 10.000 gegen—80 Stimmen die Zugehörigkeit zur KP als unvereinbar mit der Mitgliedschaft in der Soz. A.-J. erklärt hatte, ist es jetzt auch in Belgien so weit. Die Jungkommunisten ziehen die Zugehörigkeit zur„Jungen Garde" der Mitgliedschaft in der KP vor und deren Leitung macht gute Miene dazu, indem sie erklärt, nichts gegen die Aufgabe der Mitgliedschaft durch die Äugend zu haben. Ein Mittel» jemanden am Austtitt aus ihr zu hindern, hat nämlich auch die hplgische KP nicht.(bn) Aj s logal rl T, d 1 hilft rasch bei Schmerzen in den Gelenken und Gliedern, Kopfschmerzen und bei Erkaltungen. Haben Sie Vertrauen zu rogal. Ein Versuch überzeugt. Viele Ärztegutachten. In allen Apotheken er hältl. Kill*-u. 27*50. —. i, ii Seife 6 „Sozialdemokrat" Sonntag, 28. November 1937. Nr. 28V Warum ständig Ober Husten klagen? WALDEXTRAKT wird ihn sofort verjagen. Medizinalbonbons, acht nur mH dieser ScbtrtzmarkuI Hager Leitung. Prager Lebensmittelmärkte Gemüse. In dieser Woche find mehrere Gemüsesorten wieder teuerer geworden. Tomaten um 5 KL(jetzt 4 bis 20 Kc), Kohlrübe Bund um 60 Heller(jetzt 1-30 bis 2.40 Kc), Karotten ein Kilogramm um 20 Heller(jetzt 1 bis 1.20 KL), Kohl um 50 Heller per 1 Stück(jetzt 50 Heller bis 2 KL). Obst. Als Neuigkeit gibt es auf den Obstmärkten schon' die ersten heurigen Mandarinen(griechische und spanische) für 8 bis 12 KL und Orangen (spanische und italienische) für 6 bis 8 KL; heimische Weintrauben sind nicht mehr auf den Märkten, ausländische sind in dieser Woche' wieder nm 4 KL teuerer geworden(jetzt 14 bis 20 KL). Fleisch. Rindfleisch: Vorderes mit Zuwaage 9 bis 14 KL, Hinteres 11 bis 17 KL, Vorderes ohne Zuwaage 11 bis 16 KL, Hinteres 13 bis 19 Ki; Lungenbraten mit Zuwaage 18 bis 20 KL, ohne Zuwaage 20 bis 28 Kö; Schweinefleisch: Vorderes mit Zuwage 8—11 Kf, Hinteres 12—16 KL, Hinteres ohne Zuwaage 14 bis 20 KL, Vorderes 11 bis 14 KL; Kalbfleisch: Vorderes mit Zuwaage 8 bis 11 KL, Hinteres 11 bis 14 KL, Vorderes ohne Zuwaage 10 bis 13 KL, Hinteres 14 bis 22 KL; Schöpsenfleisch: Vorderes mit Zuwaage 8 bis 11 KL, Hinteres 10 bis 14 KL, Vorderes ohne Zuwaage 10 bis 13 Kö, Hin- (Slowakei) für KL 590.—. Eröffnung der neuen Strassenbahnlinie Kosite— Motol. Samstag nachmittags fand dih Eröffnung der neuen Straßenbahnlinie Kosire—Motol statt. Zu der Eröffnungsfeier hatte sich P r i m a t o r D r. P eterZenkl, Vertreter der Prager Elektrischen Unternehmungen,, der beteiligten Stadtbezirke und der Presse eingefunden. Die neue Strecke, die über zwei Kilometer lang ist, wird heute dem öffentlichen Verkehr übergeben werden. Bei der feierlichen Nebergabe verwies der Vertreter der Elektrischen Unternehmungen Hlaväkek auf die Tatsache, daß dieses neueröffnete Stück des Prager Straßenbahnnetzes in diesem Jahr bereits die fünfte neu eröffnete Straßenbahnlinie ist. Primator Dr. Zenkl übernahm! hierauf die neueröffnete Strecke mit warmen Dan- kcsworten an alle Mitarbeiter, die zum Vollbringen I dieses Projektes beigetragen haben, insbesondere auch an die Arbeiterschaft, die bei diesem Bau tätig war. tzöie der Primator hervorhob, bedeutet die Verwirklichung dieses Projektes eine soziale Tat im Interesse der arbeitenden Bevölkerung der Außenbezirke, die durch die neugeschaffene Straßenbahnverbindung eine verläßliche, regelmäßig« und billige Verbindung mit der inneren Stadt erhält. Anschließend fand eine Besichtigung der in Mowl neuerrichteten Remise statt. Filmpropaganda des Prager LuftschubdirnftrS. Samstag fand die fünfte„Filmmatinee" im Kino „Lucerna" statt, die den Zweck hatte, einerseits den Gedanken des Luftschutzes in breiteren Kreisen zu propagieren und andererseits die in diesem Resiort beschäftigten Organe mit den Fortschritten auf dem Gebiet des passiven und attiven Luftschutzes bekanntzumachen. Die Vorführung brachte eine Reihe sehr bemerkenswerter und eindrucksvoller Darstellungen aus dem In- und Ausland. Man sah di« Prager Organe des EPO bei ihren Uebungen. Ferner zeigte der Film die Organisation des französischen Fliegerabwehrdienstes. besonders im Kampf gegen die Giftgase, in eindrucksvollster Art. Die Vorführungen wären Wohl noch wirkungsvoller gewesen, wenn nicht einen Großteil der Vorführungen Darstellungen eingenommen hätten, die im wesentlichen auf französischem Dialog aufgebaut und fomit nur einer kleinen Minderheit der Zuschauer verständlich sind. Es mag auch dahingestellt bleiben, ob die Tonverfilmung einer von einem französischen Minister in französischer Sprache gehaltenen Ansprache auf das Prager Publikum die erwartete Wirkung üben kann. Bei Propagierungen einer Sache, die die breiteste Oeffentlichkeit angeht, kommt es doch wohl in erster Linie darauf an, die zu propagierenden Tatsachen in einfachster, lebendigster und allgemein verständlicher Weise den Zuschauern vor Augen zu führen. Ausflugszüge der Staatsbahn. 25. bis 26. Dezember inS Erzgebirge für KL 180.—; 25. Dezember bis 2. Jänner 1938 ins Erzgebirge für KL 520; 31. Dezember bis 2. Jänner 1938 nach Johannisbad für Kt 175.— und ins Erzgebirge für KL 200; 81. Dezember bis 9. Jänner nach Vysin RuKachy (Alovakei) für KL 590.—. Iümst und Mssen. Arbeifcrvorstellung Gastspiel Gisela Werbrzitt in dem Volksstück„Der goldene K r a n z", am Sonntag, den 12. Dezember, um halb 3 Uhr nachmittags. Karten täglich von 9 bis 12 und 2 bis 6 Uhr bei Opttker Deutsch, Koruna. Wo man bettelt,..(Die Ungeborenen) von Edmond Konräd(Ständetcheater). Der tschechisch« Dramatiker Edmond Konräd geht'einen folge- richrigen Weg als GesellschaftSkritiker. Sein Spiel „Das Rest" war ein' anschauliches Bild des durch neue Anschauungen„bedingten Familienzersalles. In seinem jüngsten Spiel betrachtet er aufmerksam die Wirrnisse der heuttgen Gesellschaftsordnung. Er wählt zwei typische Gestalten als Klaffenvertteter, um an ihnen das Auf und W der heuttgen Wirtschafts« ordnung zu zeigen. In den Mittelpunkt stellt er die Frage der ungeborenen Kinder, denen die Engherzigkeit und Unsicherheit den Eintritt in eine Welt verbietet,„wo man alles erbetteln muß." Da ist ein alter gewerbsmäßiger Bettler an seinem mit wütender Energie behaupteten Standplatz an der lebhaftesten Ecke der Großstadt,«in gewesener Riemer, an deffen starkem Regime im Hause sein« Ehe, seine Kinder und auch sein Vermögen zerbrachen. Er bettelt mit einer schauspielerischen Begabung, die durch einen strengen Vater gehemmt wurde, inmitten von gele« genüichen Bettlern, wie sie das Elend der Hauptstadt hervorbringt: den Briefpapier-, Kravatten« und Zeitungsverkäufern, neben politischen Emigranten und literaturverkaufenden Jünglingen. An dem Abend, da ihm sein bisher„treuer Klient" sein letztes Zwanzighellerstück gibt, nimmt der Bettler den nunmehr arbeit-- und wohnungslosen JUDr. Neprosil mit zu sich, wo sich aus dem humpelnden, einarmigen. alten Bettler«in stattlicher gesunder Mann und aus seiner Behausung eine geräumige Wohnung entpuppt. Hier ermöglicht der junge Advokat und Menschenverbesserer trotz' moralischer Einwände die geschäftlichen Transaktionen mit dem Kauf des ertragreichen Hauses für den gewesenen Bettler und kommt in«ine innige Beziehung mit der Vflegetoch- ter des Bettlers, mit einem Mädchen, daS- der Bettler seinerzeit zu seinem Gewerbe„erstand". Als es sich zeigt, daß die jung« Zorka ein Kind erwartet, steigt vor den beiden armen jungen Menschen eine Welt von Entsetzen und Furcht auf. Der Alte batte sich eine aus Gewalt und Macht über die Menschen beruhende Moral festgezimmert; daS Mädchen wehrt sich verzweifelt dagegen, sich das Kind wegnehmen zu lassen. In ihrer Leidenschaft und B-drängniS sehen sie keinen anderen Ausweg, als den Alten, der sein Testament zugunsten ZorkaS gemacht hatte, auf unauffällige Weile zu beseitigen. DaS gut« Ende kommt, als der Alte, von einer instinktiven Ahnung erfüllt, die Beziehungen der jungen Menschen, aber mich ibre geheftne Absicht zu erraten scheint, den jungen Mann auffordert, das Mädchen zu heiraten und zum Schluß erfahren muß. daß Schrecken und Gewalt kein dauerhaftes Mittel sind. Konräd hat mit sicherer Hand di« vielen Fragen der Gegenwart zu illustrieren, der heutigen Gesellschaftsordnung nur aus einem kleinen Winkel den Spiegel entgegenzuhalten versucht. Huao Haas gab als B-ttl-rtrne- der ein-n Beweis seiner charakterdarsi-llerffchen Kunst. Kobont als JUDr. Nevrosil war Tvvus deS iaus der Babn geworfenen intellektuellen Arbeiters. Frau S-ihalovä em Mädchen aus dem Volke, das daS Recht mik Liebe und das instinttiu- Mutt-rge« fühl zu verteidigen w-iß. Stück und Aufführung hatten einen starken Erfolg. m. i. Wochenspielplan des Reuen Deutsche« Theaters. Sonntag halb 3: Arel an der HimmelStür. 7: Lo- hengrin, CI.— Montag halb 7: Oberon, Theatergemeinde der Jugend(rote Karten) und freier Berkaus. Abonnement aufgehoben.— Dienstag 8 Uhr: Die Weber. A 2.— Mittwoch halb 8 Uhr: Madame Butterfly, B 1. neueinstudiert.— Donnerstag halb 8: Frauen von New Nork, C 2.— Freitag halb 8: Madame Pompadour, D.— Samstag halb 8: Die Fledermaus. Abonnement ausaeho- ben.— Sonntag halb 3: Parkstrab« 13. halb 8: Der König von Dbetot, B 2, Erstausführung. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Sonntag 8: DaS Glück. 8: Parksttaße 18.-— Montag 8 Uhr: Hilde und das Lotteriespiel. Bankbeamte 1 und freier Verkauf.— Dienstag halb 8: Drei Akte mit Musik, Erstaufführung. Mittwoch 8 Uhr: Nora. Bankbeamte 2 und freier Verkauf.— Donnerstag 8- Uhr: George und Margaret.— Freitag 8 Uhr: Drei Akte mit Musik, Theatergemeind« des Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag 8 Uhr: Reisebekanntschaft,(Firma)— Sonntag 8 Uhr: Acht Ruder im Takt, 8 Uhr: Drei Akte mit Musik. „Probleme und Aufgaben der deutschen Theater in der Tschechoslowakei." Anschließend Diskussionen. Reklamationen an das Klub-Sekretariat in Prag I., Krkzovnittä 8. Telephon 348-39. Eintritt nur gegen Vorweisung der Einladung. Soziales Institut. Am Donnerstag, den 2. Dezember, spricht I. Bild über„Die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Privatangestellten." Beginn halb 20 Uhr im W-.nter-Saal des Fürsorgeministeriums. Eintritt frei. Masaryk-Gesellschaft für Soziologie. Am 29. November spricht PHC Marie Kozäkovä über „Die Stellung der Frau in der USSR." Ott: Stu- denttnnenheim„Budei" in Prag H., Wenzigova 20. Beginn 20 Uhr. Eintritt frei. Dec Dün Fanny Elßler Die Geschichte der Wiener Tänzettn Fanny Elßler, zu deren Veröhrern der geistreiche Friedrich Gentz gehörte, bietet einen idealen Filmswff. Eine Episode mit dem Herzog von Reichstadt wird zu einer-bittersüßen Liebesgeschichte erweitett, um di« sich«in glänzender Bogen von Musik und Tanz rankt. Der Ufa-Film ist von verschwenderischer Ausstattung und unter Paul Martins Regie treten Ballett, und Tanz vor die Hof- und Staatsaffären. durchaus zum Vorteil des Filmes, der so das Auge mit prachtvollen Ballettszenen, das Ohr mit bester alttr und mittelmäßiger neuer Musik erfreut. Lilian Harvey enttattet voll ihre Tanzkunst, geizt nicht mit ihrem Zauber und ihren Reizen und ist auch schauspielettsch den nicht allzu großen Anforderungen durchaus gewachsen. Sie kehrt zu ihrem großen Anfangserfolg—„Der Kongreß tanzt"— zurück und die Kostüme der Metternichzeit schmeicheln ihrer fragilen Gestalt. Ein charakteristischer Gentz ist Willy Birg e l, und Rolf M o e b u s ein ansprechender Herzog von Reichstadt. Einen«iwas sehr preziösen Metternich hat sich Paul H o f f- nkann zurechtgelegt. Ein Film, den man durchaus zu den guten zählen darf. jk Fährmann Maria Das Urania-Kino bringt die Premiere eines offenbar älreren. romanrischen FilmeS,„Fährmann Maria", der uns in die Idyll« eines Heidedorfes fühtt und uns den Kampf eines tapferen heimatlosen Mädchens zeigt, das die einsame Fähre bedient. Schöne Landschaft, zauberhafte Aufnahmen aus einem kleinen Dorf, volkstümliche Gestalten und die schauttge Poesie des MooreS sind die Element« des FilmeS. Sybille Schmitz, Peter Voß und Aubert M o g spielen die Haupttollen der in ttaum- haften Zwielicht abrollenden Handlung.— Außer-1 dem bringt das Programm Sonettis Hunde« j spiele, heitere Dreffurakte. die viel Anklang fanden. jk „Der Erpresser" heißt ein tschechischer Film, deffen Handlungs-Kern einer Komörie hätte dienen können: der Angestellte eines großen, mit zweifel- hafttn Bilanzen arbeitenden Betriebes, entwendet einen die Firma belastenden Brief,■ verliert ihn auf der Flucht, erhält aber, weil der Generaldirektor ihn sin Besitz« des Filins glaubt, ein reichliche? Schweigegeld und einen großen Posten, wofür«r einen schön versiegelten Umschlag, der angeblich den kompromittierenden Brief, in Wirklichkeit aber nur einen Reklamezettel für„kalte Duschen" enthält, beim Notar hinterlegt. Es hätte sich, wie gesagt, eine Komödie daraus machen lasten, die Autoren aber und der Regiffeur Ladislav Brom haben«ine gedehnte, plumpe und pointenlose Geschichte daraus werden lasten, mit merkwürdigen Intrigen, langweiligen Herzenskonflikten und einem ganz unmotivierten moralischen happy end, das in der Verhaftung Sozialver$icherung$- Briefkasten W. R. Pilnikan: Teilen Sie uns noch mit, von Welcher Unfallversicherungsanstalt Sie die Rente bezogen haben(Prag oder Brünn?);-geben Di« uns ferner die Geschäftszahl- an, unter welcher die UVA. mit Ihnen korrespondiert, schließlich den Namen der Firma, bei welcher Sie den Unfall im Jahre 1928 erlitten haben, und den Namen der Firma, hei welcher Ihnen im Jahre 1937 der Unfall zustietz. Wir werden Ihnen dann raten, bzw. selbst das Erforderliche veranlassen, damit Ihre Rente ehestens flüssig gemacht wird. Invalidenrente G. R.: In dem uns zur Ein« sichtnÄme übersandten Bescheid der Zenttalsozialver« sicherungsanstalt ist die Höhe der Rente richtig berechnet. Der Erziehungszuschuß für die Kinder beträgt tatsächlich nur ein Zehntel der r e i n. n Rente, also der Rente ohne Staatsbeittag, ohne Alterszuschuß und'ohne Erhöhung wegen Hilflosigkeit. Für Kinder über 17 Jahre gebührt der Erziehungszuschuß nicht. der Direktoren und in der fröhlichen Wiedereinsetzung des erprefferischen Angestellten in seinen bescheidenen AnfangSpoften besteht. ES ist ein Film ohne Sinn, Ziel und Sttl, auch ohne darstellerische Leistungen— ein Produft, der zwar die Zahl-der heimischen Filme, aber nicht ihr Ansehen erhöbt. -eis« Urania-Kina Doppelprogramm„Fährmann Matta". Premiere des preisgekrönten Wysbarfilms mit Sybille Schmitz! Dazu„Sonettis Hundespiele". Normale Preise! Heute 2, 4. 6,(49 Uhr.— Montag: „G o l g a t h a", DuvivierS Meisterfilm mit Harr- Baur in deutscher Sprache. Premiere! Mitglieder frei! l-eceinsnacitnckten- Studentenbund im Allgemeinen Angestelltenverband.— Heim SmeLkh Nr. 22 8. Stock. Amtsstunden Montag und Freitag von 17 bis 18 Uhr und Mittwoch von 18 bi- 19 Uhr Borttag des Kol. cand. phil. Wank 29. November halb 20 Uhr nn Heim: Die Geschichte der Philosophie. Wochenprogramm: Diens tag, den 80. Novencker: D2AP- Heim, Ve Smeäkäch, 7 Uhr, Gruppe Prag n.:„Jugend in Deutschland", DSAP-Heim, Ve SmeLkäch, 8 Uhr, Gruppe Prag I.:„Heinrich Heine", FVSA- Heim, Spälenä, 8 Uhr, Gruppe Prag VH.:„Polittscher Bericht".— Mittwoch, den 1. Dezember: DSAP-Heim, Be SmeLkäch, 8 Uhr. Gruppe Prag XU.:„das Altertum— Geschichtsüberblick". Hochleistungs-DrabbSnke, Fräsmaschinen, Radialbohrmaschinen, Rohrwerke, Shaping- n. Hobelmaschinen Spannfutter in modernster Ausführung erzeugt: Werkzeugmaschinenfabrik Arno Plauert Warnsdorf, CSR.«« Vorträge Ein Bottras Professor Leo KeftenbergS über die Musikerziehung wird am Montag, den 29. November, um 20 Uhr im Saal des Gewerkschaftshauses Praha I, Na Perstyni 11, stattfinden. Veranstalter: die Liga für Menschenrechte. „Prags junge Deutsche— den jungen Spaniern" ist daS Thema einer Kundgebung, die von der Jugendkommiffion der Gesellschaft der Freunde deS demokratischen Spanien am Mittwoch, den 1. Dezember, um 8 Uhr abends im großen Saal des Handwerkervereins, SmeLky 22, veranstaltet wird. Karl Kern und Frau Gertrud Rybak sprechen über ihre Eindrücke in Spanien. Klut„Die Tat". Dr. Georg v. Terramare spricht am Donnerstag, den 2. Dezember, um 20 Uhr im Bankettsaal des Deutschen Hauses über Mitteilungen aus dem Publikum. Ein Watt an die Rheumatiker. Sie haben viel« lttcht schon alles mögliche vettucht, ohne daß Sie Ihre quälenden Schmerzen loswerden konnten. Machen Sie noch heute einen Versuch mit den prompt wttkenden, schmerzstillenden Togal-Tabletten. Togal hilft verläßlich, rasch und sicher auch bei Gicht-, JSchiaS-, sowie bei Nerven- und Kopfschmerze«. 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Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.- Rückstellung-on Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmatten.— Die Zeitungsfranka-ur wurde von der Post- und Tele- graphendirektion mit Erlaß Nr. 18.800/VII/1930 bewilligt.(Köntrollvosiamt Praha 25.— Druckerei:.Fttbis". Druck-, Verlags« und Zeitungs-A.-G. Prag.