1 I Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh/ Einzelpreis 70 Heller Redaktion und Verwaltung: Prag XII.. Fochova 82- Telephon 83077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern.Prag 17. Jahrgang Dienstag, 7. Dezember 1S37 Nu» den Inhalt: Audi Dr. Kreißl bridit mit Henlein Audi im Turnverband Generalreinigung Mlöodi zum Handelsminister vorgeschlagen Die Verhandlungen über die Bergarbeiterforderungen Nr. 287 Mißtrauen gegen Stojadinovic Aeußerungen zu seinem Rom*Besuch Der Sowjetgesandte in Athen flüchtet nach Frankreich Paris.(Havas.) Der Leiter der sow» jctrnssischen Gesandtschaft in Athen Alexander Barmin hat seinen Rücktritt erklärt. Er hat die Beziehungen mit seiner Regierung abgebrochen und sich nach Frankreich begeben. Barmin hat an den Zentralausschuh der Liga für Menschenrechte ein Schreiben gerichtet, in welchem eS u. a. heißt: »Die Moskauer Prozesse riefen in mir B e» siürzung und Entsetzen hervor. Es war mir nicht möglich, die Hinrichtung der alten Führer der Revolution gutzuheihen, trotz den Geständnissen, mit denen sie nicht sparten. Die Ereignisse der letzten Monate lassen keinen Raum mehr für Illusionen. Im Dienste der Regierung Stalins verbleiben, das hätte für mich das Versinken in die tiefste Demoralisation bedeutet, das hätte mich für meinen Teil mitverantwortlich gemacht für die Verbrechen, die Tag für Tag an dem Volk meines Landes begangen werden. Es wäre Verrat an der Sache des Sozialismus gewesen, der ich mein ganzes Leben geweiht habe. Ich gehorche meinem Gewissen und breche Wit dieser Regierung. Ich bin mir im klaren über die Gefahren, denen ich mich damit aussetze. I ch unterzeichne mein eigenes Todesurteil und setze mich den Anschlägen der gedungenen Mörder aus. Diese Vorstellung vermag in keiner Weise die Linie meines Handelns zu andern. Ich verrichte auf die- Pohlas der diplomatischen Immunität und bin nur noch ein politischer Flüchtling, der sich unter den Schutz der Gesetze und der öffentlichen Meinung des Landes stellt, dessen Gastfreundschaft er genießt. Ich habe meinem Gewissen gehorcht in der Ueber- -eugung, dadurch mehr denn je den Ideen Treue zu erzeigen, denen ich mein ganzes Leben hindurch gedient habe. Möge meine Stimme beitragen, die öffentliche Meinung aufzuklären über ein Regime, das tatsächlich jeden Sozialismus und jede Menschlichkeit verleugnet. Ein gefährliches Märchen London.(E i g e n b e r i ch t.) Der Belgrader Berichterstatter des Reuter-Büros wurde aus Jugoflawien ausgewiesen, weil er verantwortlich gemacht wird für einen Bericht im »Daily Telegraph". Dieser Bericht behandelt'die Wiedergabe des Verbotes eines Micky-Mouse- Streifens in einer Belgrader Zeitung. In diesem Filmstreifen wird das Märchen von einem jungen König erzählt, der von seinem bösen Onkel üm den Thron gebracht werden soll. Bor wenigen Monaten ist dieser Reuter-Kotrespondent, sein Name ist Harrison, mit dem höchsten jugo- slawi scheu Orden ausgezeichnet Worten. Gesandter Masaryk bei Eden London. Der britische Außenminister Eden empfing Montag im Foreign Office den tschecho- stowakischen Gesandten Jan Masaryk, den er in längerer Unterredung über die Halifax-Reise nach Deutschland und die in London geführten Gespräche der britischen und ftanzösischen Staatsmänner informierte. die Verzinsung des britischen Generalstabs London. Der britische Kriegsminister Hoare Belisha wurde vom oppositionellen Labour-Abge- vrdneten Green Wood über die kürzlich erfolgten Aenderungen in der Verwaltung seines Ressorts gefragt. Hoare Belisha antwortete, daß alle Blenderungen erst im Lahre 1938 wirksam würden. Für diese und alle weiteren Aenderungen seien Fähigkeit, Charakter und Diensteignung für das Amt die leitenden Gesichtspunkte, während Alter, resp. Senorität in der Rangliste weniger in betracht kamen. Es sei die Absicht, die außerhalb des Kriegsdienstes im Oberkommando Befindlichen mit der politischen Richtung im Ministerium jn Zusammenhang zu bringen, wodurch die. ivelche berufen sein werden, die Truppen in- Feld Kl führen, ein Höchstmaß an Verantwortung, der Gen^ralstab aber ein Maximum an Freiheit von administrativer Detailarbeit haben werde. Paris.(Eigenbericht.) Weit mehr als ans Warschau i der Blick der politischen Kreise auf Rom gerichtet. Man bemerkt, daß sich hinter dem glänzenden Empfang, der dem jugoslawischen Ministerpräsidenten in Rom zuteil wird, eine wohlvorberritete Demonstration gegen Frankreich verbirgt. Die Pariser Presse bringt einstimmig zum Ausdruck, daß sie der Zusammenkunft Muffolini-Stojadinoviä, die am Vorabend des Besuches Delbos' in Belgrad stattfindet, kein Vertrauen entgegrnbrin,en kann, namentlich wenn sie den theatralischen Cmpfangs- zeremonirn die gehässige Schreibweise entgegen- hält, welche die faschistische Presse Frankreich und England irgenüber anwenden. Bei allem Mißbehagen, das man Stojadinoviäs Extratouren gegenüber empfindet, glaubt man angesichts der innerpolitischen Opposition in Jugoflawien nicht an ein konkretes Ergebnis der Reife. Es verlautet im übrigen, daß selbst im jugoslawischen Kabinett über die Romreise Meinungsverschiedenheiten herrschten. Der Innenminister Korosec stimmte ihr nur unter der Bedingung bei, daß die Frage der flowenischen Minderheit in Italien in Rom zur Sprache käme. Man er» London.(Eigenbericht.) Kurz vor seiner Abreise aus Warschau erklärte DelboS, daß bei seiner kürzlichen Unterredung mit Neurath die Möglichkeit direkter deutsch- französischer Verhandlungen ins Auge gefaßt worden fei, ohne daß aber die Details für eine solche Zusammenkunft festgelegt wurden. Andererseits soll Neurath bei diesem Gespräch mitgeteilt haben, daß die Kolonialfrage nach Deutschlands Auffassung nicht innerhalb eines größeren Gesamt-Zusammenhanges zur Erörterung kommen dürfe. Deutschlands Recht auf Kolonien als Ausdruck der Gleichberechtigung Deutschlands müsse unabhängig von den anderen Fragen der internationalen Politik anerkannt werden. Es ist unter diesen Umständen schwer zu sagen, wie die Verhandlungen«eitergeführt werden können, da England und Frankreich in der Mitteilung nach den Londoner Besprechungen die Kolonialfrage ausdrücklich als Teilproblem einer europäischen Gesamtrrgelnng bezeichneten. Auch auS innerpolitischen Gründen wäre es der britischen Regierung nicht leicht, eine andere BorgangSweise zu akzeptieren und auf deutsche Gegenzugeständniffe zu verzichten. Ueber die Unterhandlungen in Polen selbst sprach sich DelboS sehr befriedigt aus. Die Stimmung in Warschau ist unzweifelhaft besser als in den letzten Jahren, besonders weil man in polnischen Regierungskreisen den Eindruck hat, daß Paris den Pakt mit der Sowjetunion zwar nicht preisgibt, aber in den Hintergrund treten läßt. Daß eine Kündigung des Paktes nicht geplant ist, hat Delbos dem Warschauer Geschäftsträger der Sowjetunion und dem polnischen Außenminister Beck ausdrücklich erklärt. Eine greifbare Besserung des Verhältnisses zwischen Paris und Warschau ist jedoch nur in zwei Punkten festzustellen: Polen erhielt, von Delbos auf Grund der Londoner Gespräche die Zusicherung, daß Hitler in Osteuropa nicht auf britisch-französische Duldung rechnen dürfe und Polen von allen etwaigen Verhandlungen über einen W e st p a k t beteiligt sein würde. Beck gab seinerseits die Zusicherung ab, daß Polen dem sogenannten Antikominternpakt nicht beitreten werde. innert sich dabei, daß Koroßer bei CianoS letztem Besuch in Belgrad allen offiziellen Empfängen ferngeblieben ist. Auch In London Mißtrauen London.(Eigenber ich t.) In Paris verkantet zur Reise des jugoflawischen Ministerpräsidenten Stojadinovic nach Rom, daß Italien sich bemühen werde, den Beitritt Jugoslawiens zum Antikominternpakt durchzusetzen. Es sei aber kaum anzunehmen, daß Stojadinoviö diesen Vorschlag annehmen könne, da er mit einer Stärkung der demokratischen Opposition zn rechnen habe, die seiner zweideutigen Außenpolitik mit schärfstem Mißtrauen gegenübersteht. ♦ Italien vor der Pleite London.(Eigenbericht.) Nene schwere Steuern werden in Italien alS unausweichlich angesehen. Die zwei bisher beschlossenen Vermögensabgaben— die eine vom Grundbesitz, die andere vom Aktienkapital— reichen nicht hin, das Defizit im Staatshaushalt zu decken. Dieses Defizit ist auf das Wettrüsten und auf die Ausgaben für Abessinien zurückzuführen. Auch die Handelsbilanz Italiens- ist außerordentlich ungünstig. Ihr Defizit ist in den ersten zehn Monaten fast 30 Millionen Pfund, als» fünfmal so groß wie im Vorjahr. Zn Londoner Kreisen meint man, Polen sei im Frieden Deutschlands Freund und im Kriege Frankreichs Bundesgenosse. Für den ersten Teil dieses Satzes liegt eine neuerliche Bestätigung insoweit vor, als Polen die französische Vermittlung im Verhältnis zu Prag ausgeschlossen hat. Die verschiedentlich gestellten Fragen, ob Delbos auch Budapest be- suchen werde, bat er geschickt beantwortet. Er erklärte, er werde Budapest auf der Reise von Belgrad nach Prag so früh morgens passieren, daß er nicht erwarten könne, der ungarische Außenminister könne zu so früher Stunde am Bahnhof sein. * In der Pressekonferenz auf der ftanzösischen Botschaft richteten die Journalisten an Minister Delbos zahlreiche Fragen, so u. a. über das Verhältnis Polens zum Antikominternpakt, über das Verhältnis zur Tschechoslowakei etc. Minister Delbos betonte, daß er auf diese Fragen als Gast nicht eingehen könne und daß die Bekanntgabe des Resultates seiner Warschauer Gespräche Sache des Ministers Beck und der polnischen Regierung sei. Ueber die Begegnung mit Reichsaußenminister von Neurath auf dem Bahnhofe in Berlin befragt, bemerkte Delbos, daß die Bedeutung dieser Begegnung nicht überschätzt werden dürfe, obwohl er von dieser Höflichkeitsgeste angenehm überrascht war. Kein Aufenthalt In Budapest Budapest. Außenminister Delbos erklärte dem Sonderkorrespondenten des„Magyar Orzag" in Warschau, er werde seine Reise von Belgrad nach Prag in Budapest nicht unterbrechen können. Obwohl er von einer Zusammenkunft mit dem ungarischen Außenminister von Kanya er- freut gewesen wäre, könne er doch nicht erwarten, daß dieser zu so ftüher Morgenstunde, zn der die Durchreise durch Budapest erfolge, am Bahnhof erscheine. Delbos versicherte den ungarischen Journalisten seiner Sympathien für Budapest und Ungarn. KB und Kasper Selbst wenn man nicht geneigt ist, die Bedeutung der Nachrichten über die Vorgänge in der SdP zu überschätzen, muß man zugeben, daß der Fall Kasper die bisher stärkste Erschütterung dieser größten deutschen Partei bcrbeigcführt hat; er hat zusammen mit anderen Ereignissen überdies die'strategische Kunst des„Führers" geof- fenbart, und die Erledigung des Falles Kasper durch die Parteiführung scheint nicht das Ende, sondern eher der eigentliche Anfang der Wirren innerhalb der SdP zu sein. Der Kameradschaftsbund, der die Führung der SdP in der Hand hat, ist zwar, gemeinsam mit dem jüdisch-liberalen„Montagsblatt", eifrig bemüht, die zahlenmäßige Bedeutung des Kasper- Haiderkreises abzuleugnen, der sich um den„Aufbruch" gruppiert. Es ist aber fraglich, ob nicht lediglich der heiße Wunsch Henleins der Vater dieser Verkleinerungsgedanken ist. Henlein hat vor mehr als Jahresfrist Rudolf Kasper wieder in die Parteiführung nehmen müssen. Wäre Kasper der bedeutungslose Mann gewesen, als den man ihn jetzt hinstellt, hätte sich der Kameradschaftsbund seinerzeit wohl nicht dazu herbeigelassen, mit ihm Frieden zu schließen. Kasper und Kreißl;— und wohl auch Dr. Lonak— kamen als Gegengewicht gegen die KB-Leute in den Führungsrat und ihre Berufung durch Henlein sollte die„Aufbruch"-Opposition versöhnen. Seit dieser Berufung hat sich das Ansehen des Kameradschastsbundes im völkischen Lager durchaus nicht gehoben, andererseits ist jedoch der„Aufbruch"-Kreis sichtlich gewachsen. Der Streich, den Henlein gegen die Opposition führt, entspringt also nicht dem Machtbewußtsein des„Führers" und noch weniger seiner— ohnedies nicht vorhandenen— männlichen Entschlossenheit, sondern er ist lediglich der Ausdruck für die Tatsache, daß die Opposition das Lavieren satt chatte und klare Entscheidungen forderte. Sie mußte befürchten, durch die Aufrechterhaltung des unklaren Verhältnisses vor ihrer Gefolgschaft moralisch diffamiert und für die Sünden der Parteiführung mitverantwortlich gemacht zu werden. Daß sie Henlein jetzt zwang, ihr den Fehdehandschuh hinzuwerfen, war ein mis- gezeichnetes taktische- Manöver. Durch die Ausnützung der im Bolte mehr als unpopulären Rutha-Affäre hat sie weit über ihren unmittelbaren Anhang hinaus das Verftauen der völkischen Sudetendeutschen zur SdP und insbesondere zu Konrad Henlein erschüttert. Zum ersten Male wagt es die Opposition, außer dem Kamerad- schaftsbund auch den„Führer" anzugreifen und auszüsprechen, daß er in Wahrheit ein Geführter ist. Der„große" Mann, den g e i st i g e n Anstrengungen wahrhaften FührertumS nicht gewachsen, kann oder will nicht mehr der Repräsentant des gesamten'völkischen Sudetendeutschtums sein, sondern hat sich nunmehr auch nach außen hin jenem Kamaradschaftsbund untergeordnet, der seit jeher für ihn denkt und durch ihn handelt. Der Kameradschaftsbund hatte innerhalb der SdP einen starken Anlauf zur sozialen Demagogie genommen. Aber es wurde allzu rasch klar, daß die SdP eine Fabrikantenpartei, daß sie eine Schutztruppe des sudetendeutschen. Unternehmertums ist. Es gelang ihr nicht, in den Arbeitern Verftauen zur„sozialen Mission" der Volksgemeinschaft zu wecken. Auch das fortwährende Schwanken zwischen der Loyalität zu Berlin und jener zu Prag, einerseits ein Ergebnis des Kampfes zwischen dem KB und dem„Aufbruch"-Kreis, andererseits Ausdruck der politischen Hilfslosig- keit des SdP-Führerklüngels, hat dessen und der Partei Ansehen nicht gemehrt. Auf dem Gebiete der sozialen Demagogie ist Herr Kasper weit eher zu Hause als eS der ahnungslose Henlein und die pfiffigeren Kameradschaftsbündler sind; diese, der ständischen Idee verhaftet, erblicken in der Arbeiterschaft ein O b j e k t ihres gottbegnadeten Führer-Handelns; von ihnen zu erwarten, daß sie der Arbeiterschaft mehr zubilligen als das Recht einer unbedingt„fa"-sagenden Gefolgschaft, hieße den KB-Leuten den Sprung über ihren eigenen Schatten zumuten. Das weiß die Richtung Kasper, das ist ihre Stärke. Ihr glaubt man die Arbeiterfteundlichkeit weit eher als dem KB und seinem Henlein. Und überdies hat Kasper noch von seinem Wirken in der DNSAP her eine alte Arbeitergefolgschaft. Seine soziale Demagogie operiert auf dem Boden der starken völkischen Ge«> polens Politik r im frieden Deutschlands freund, im Kriege Verbündeter Frankreichs Das Ergebnis der Delbos-Relse ' seite 2 D:^"aq, 7. Dezember 1937 Nr. 287 werkfchast, der DAT in Gablonz. Es ist aus allen diesen Gründen nicht anzunehmen, daß bei dem Tauziehen um die Gefolgschaft der völkischen Arbeiter Herr Henlein siegen wird. Die Kasper- Leute sind sehr Wohl imstande, dem KB die Hölle heiß zu machen, und sie werden, wie man aus verläßlicher Quelle weiß, ihren bisherigen Schritten auch den einer Parteigründung folgen lassen. Das stärkste Argument, das Henlein gegen Lebhafte FllegertStlgkelt In Spanien Barcelona. Das Ministerium für nationale Verteidigung gibt bekannt, daß am Samstag und Sonntag die feindlichen Flieger an der Ostfront eine lebhafte Tätigkeit entwickelten. Die Jagdflugzeuge der Regierung leisteten aber den gegnerischen Anflügen mit Erfolg Widerstand. Drei Jagdflugzeuge der Aufständischen und ein Bomber wurden abgeschossen. Der Angriff an der Ostfront auf bie' Regierungsstellungen bei Lecinosa in Aragonien wurde abgeschlagen. Samstag nachmittags unternahm eine starke Flugzeugstaffel.einen Erkundungsflug über Madrid, wurde aber durch das Feuer der Flugabwehrbatterien verscheucht. » Rom. In Genua kam es zu einer Meuterei von MO Matrosen. In Padua, Bologna und Palermo fanden antifaschistische Demonstrationen statt. Organ 6er SS konfisziert Wie„VeLerni Eeske Slovo" meldet, wurde die neueste Nummer des Organs der SS„Das schwarze Korps".(Berlin), welches in einer Auflage von ungefähr 300.000 erscheint, konfisziert. -Der Grund der Konfiskation ist der Leitartikel, .in welchem scharfe Angriffe auf das Kontrollamt für die Auflicht über die Erzeugung von Konfektion erhoben werden. die Kaspergruppe hat, ist sein Appell, die Einheit der SdP aufrechtzuerhalten. Aber die Einheitlichkeit einer Bewegung kann nicht deren politische Programm» und Erfolglosigkeit auf die Dauer ersetzen. Gewiß ist ein Parteiapparat stark— stark bleiben aber kann er nur dann, wenn er von einer Idee bewegt ist, statt«ine völlig leer» laufende Maschine zu sein. Die SdP ist eine solche Maschine. Sie mag sich noch Wetter drehen, aber sie beginnt schon heißzulaufen. Die Mörder Welchselbersers vor das Standgericht Wien. Bekanntlich wurde am 28. November in Neustift in Burgenland der 28jährig« Bauernsohn Johann Weichselberger durch mehrere Re- volverschüffe getötet. Die burgenländische Gendarmerie konnte bis jetzt 20 Personen verhaften, darunter den Lehrer Trattner sowie die Bauernsöhne Johann Neubauer, Adolf Gamauf und Joseph'Zieserl. Gegen diese vier Genannten wukde heute die Standgerichtsanzeige erstattet. Zwei andere Mitschuldige an dem Fememord, Lreymann und Arnhold, sind geflüchtet. In Karie s London. Die britische Regierung hat den Hohen Kommissär von Palästina, Wauchope, abberufen und ibn durch Sir Harold Mac Michaels ersetzt. Michaels war bisher Gouverneur von Tanganjika und ist Spezialist für die arabische Frage. London. König Leopold und die Königinmutter sind in London eingetroffen. Berlin. Für 1938 wurden folgende deutsche Kriegsschiffe in Bau gegeben: drei 35.000-Tonnen- Schlachtschiffe mit SOS-Zentimeter-Geschiitzen, zwei 1S.2S0-Tonnen-Flugzeugmutterschiffe, drei 10.000- Tonnen-Kreuzer, zwei 7000-Tonnen-Kreuzer, sechs Zer^örer, 12 Torvedoboote, 12 Minensuchboote und 24 Unterseeboote. Mltoch zum Handebmlnister vorgeschlagen Abgeordneter V&vra soll Parlaments- Vizepräsident werden Die tschechische Gewerbepartei hat am Montag in einer gemeinsamen Sitzung ihrer beiden Parkameatsklubs über Vorschlag des Äbgeord- neten P e k a r e k beschlossen, dem Ministerpräst- denten als Kandidaten für das durch den Tod Rajmaus verwaiste Handelsministerium den Abgeordneten Rudolf M l k o ch vorzuschlagen. Dieser Beschluß wurde einmütig und ohne Debatte gefaßt. Falls MlLoch ernannt wird, soll an seine Stelle der Abgeordnete VLra zum Vizepräsidenten des Abgeordnetenhauses vorgeschlagen werden. Zum Vorsitzenden des gemeinsamen Klubs der Abgeordneten und Senatoren der Partei wurde Abgeordneter O st r h gewählt, zum Vorsitzenden des Parlamentsklubs Abgeordneter P e k L r e k. Die Reichsleitung der Partei wird dem Vorsitzenden-Stellvertreter M l ö o ch sowie den Abgeordneten PekLrek, Ostrh und T h a l u p a und den^Senatoren Thor und K i a n i L k a übertragen. Der Klub beschloß, ein Manifest zu erlassen, das sich an alle Gliederungen und Anhänger der Gewerbepartei sowie an den gesamten Gewerbe-, Handels- und Unternehmerstand im Staate überhaupt richten soll. Da die rasche Besetzung des'verwaisten Handelsministeriums mit Rücksicht auf die schwebenden Verhandlungen über die Bedeckungsvorlagen zum Budget eine Staatsnotwendigkeit ist, dürfte die Ernennung Mläochs bereits in den allernächsten Tagen erfolgen. Atis dem Senat Im Senat hielt Montag der Vorsitzende Dr. Soukup dem verstorbenen Handelsminister Najmann in Anwesenheit des Ministerpräsidenten und zahlreicher Minister«inen sehr herzlich gehaltenen Nachruf. Nach Wiederaufnahme der Sitzung erstattete zunächst der Finanzminister ein Expost zum Budget; dann wurde die Vorlage über die Regelung der fabrikmäßigen Erzeugung von Kleidern in Verhandlung gezogen. ES handelt sich nm die Verlängerung der Regierungsverordnung 302/36, durch die di« Einführung der Arbeit am laufenden Band bei den großen Konfektion-firmen verboten wird. Diese Regierungsverordnung^ muß mit Rücksicht auk da- Erlöschen des Ermächtigungsgesetzes durch ein Gesetz verlängert we.den, um die Interessen der qualifizierten Heimarbeiter bis zum Abschluß eines Vertrage- in diesem Industriezweig« zu wahren. Bisher arbeiteten in der Konfektionsbranche zahlreiche qualifizierte Heimarbeiter, während fetzt das Bestreben besteht, an deren Stelle Maschinen treten zu lassen, zu deren Bedienung unqualifizierte Arbeiter ausreichen würden. Die Regierungsverordnung, die die Einstellung neuer Maschinen etc. an die Bewilligung der Behörden knüpft, praktisch also verbietet, soll bis Ende 1939 verlängert werden. Das entsprechende Gesetz wurde vom Senat in beiden Lesungen genehmigt. Weiters erledigte der Senat den provisorischen Handelsvertrag mit der Südafrikanischen Union und einen Zusätzanträg zum Handelsver- trag mit Frankreich, der uns gegenüber 1936 i die Möglichkeit einer 20prozentigen Erhöhung des . Exportes nach Frankreich sichert. Eine Rede des , SdP-Senawrs Liehm zu diesem Thema wurde von der Zensur an zwei Stellen beschlagnahmt. Frau Plaminkobä erinnerte den Redner im Schluß- I wort daran, daß es ja gerade die totalitären Staaten waren, die die Autarkie durchführten. Sie lehnte ferner die Behauptung ab, daß die Regierung der Frage gleichmütig gegenüberstehe, wie es dieser oder jener Bevölkerungsschichte.rgehe. Schließlich wurden noch einige Fristverlängerungen vorgenommen. Nächste Sitzung Montag, den 13. d. M., um 16 Uhr. Neues Assanierungsgesetz Der Regierungsentwurf über die Beseitigung von Bau- und Kommunikationsmängeln in den Gemeinden(Assanierungsgesetz), der vom Ministerium für öffentliche Arbeiten vorbereitet und eben dem Senat zur verfassungsmäßigen Behandlung vorgelegt wurde, soll insbesondere in Prag, Brünn und Preßburg eine solche Stadtregulierung ermöglichen, daß sie im Einklang mit den begründeten urbanistischen Bestrebungen und mst den Forderungen eines ordentlichen und sicheren Verkehrs in den Gemeinden steht. Die Initiative zur Durchführung dieser Aktion überläßt der Entwurf den Gemeinden, denen er gleichzeitig ein weites EnteignungSr e ch t zuerkennt. Rach diesem Gesetz wird eS möglich sein, die Assanierung ganzer mangelhafter Stadtteile durchzuführen und die einzelnen Baumängel und M sogenannten Baulücken ebenso wie Kommunikationsmängel in den Gemeinden zu beseitigen. Der vorgeschlagene Entwurf ermöglicht eS auch den Gemeinden, das Enteignungsrecht auf andere Rechtssubjekte zu übertragen. Zu einer solchen Uebertragung ist die Zustimmung der Staatsverwaltung notwendig. Die Bestimmungen dieses Entwurfes wurden im wesentlichen aus den vorbereiteten zwei Entwürfen der Bauordnung übernommen, welche wegen ihren außerordentlichen UmfangeS bisher nicht durchberaten werden konnten. Das Prager Assanierungsgesetz aus dem Jahre 1893 wird durch dieses Gesetz aufgehoben. Ole Bedeckungsvorlagen Das parlamentarische Dnbkomitt für die Bedeckungsvorlagen setzte am Montag seine Be- ratungen fort. Die Fragen, über die noch keine Einigung erzielt«erden konnte, wurden einer Koalitionsberatung vorgelrgt, die Montag abends unter Vorsitz des Ministerpräsidenten zusammentrat. Wie verlautet, wurden auch in dieser Beratung noch keine abschließenden Ergebnisse erzielt. Der BudgrtauSschuß» der am Nachmittag tagte, beendete inzwischen di« Generaldebatte über dir Bedeckungsvorlagen und vertagte sich dann auf Dienstag früh. Die tschechische Sozialdemokratie feiert, wie wir bereits berichtet haben, im Jahre 1938 das sechzigste Jubiläum ihres Bestandes. Sechzig Jahre sind verflossen, seit die Partei auf dem Parteitag in Bkevnov im Jahre 1878 gegründet wurde. Auf diesem Kongreß waren insgesamt 16 Vereine vertreten. Heute hat di« Partei 6482 OkgäNMt!Äftn''mit'’292‘5Ü0"' Mitgliedern und steht in engster Verbindung mit den Arbeiterturnern, die ungefähr 150.000 Mitglieder haben. Die Partei ist die älteste tschechische politische Partei in der Republik. Es ist bekannt, daß insbesondere seit dem gemeinsamen Parteitag in Smichov 1928 die tschechische Sozialdemokratie in Gemeinschaft mit der deutschen Sozialdemokratie arbeitet. Anläßlich des Jubiläums hat nun die Partei Klebemarken herauSgegeben, und zwar in zehn verschiedenen Sorten und fünf verschiedenen Farben, es ist darauf in Kürze die hauptsächliche Tätigkeit der Partei auf politischem, gewerkschaftlichem, genossenschaftlichem, wirtschaftlichem, sozialem und kulturellem Gebiet dargestellt. Die großen Feierlichkeiten der Partei werden im Juni 1938 stattfinden. Nanking verloren Vie Chinesen geben die Verteidigung auf London. Reuter berichtet ans Nanking, bie Einnahme von Nanking durch die Japaner sei in der Nacht auf Dienstag oder Dienstag früh zu erwarten. Die japanische Vorhut habe Montag um 1 Uhr mittag» nur noch drei Meilen von Nanking gestanden. Informierten Quellen zufolge, soll der chinesische Generalstab die Verteidigung Nankings abgrlehnt haben, weil die Militärexperten der Ansicht sind, daß sich Nanking nicht verteidigen läßt und daß die bei Nanking konzenttierten Truppen durch die UmfassnngSmanöver der Japaner bedroht sind. Bor dieser Gefahr zogen sich die chinesischen Abteilungen eilends auf das linke Nangtse-Ufer zurück. Die letzten Nachrichten ans Schanghai besagen, daß der ungewöhnlich rasche Vormarsch der Japaner sogar die amtlichen japanischen Stellen überrascht hat. Neue Zwischenfalle In Schanghai Schanghai. Ohne vorhergehende Verständi- gung der Polizei in der Internationalen Konzession drangen Montag vormittags zwölf mit Gewehren und Revolvern bewaffnete Mitglieder der japanischen Konsularwache in das britische Great Sostern Hotel auf der Nankinger Straße ein und verhafteten drei Männer und eine Frau, durchwegs Chinesen. Rach einem einstündigen Verhör in Honkau wurden sie wiederum auf freien Fuß gesetzt. Die japanische Polizei durchraste auf zwei Autos ohne Rücksicht auf die Verkehrssignale die Sttaßen. Dieser Vorfall deutet an, daß die Japaner in der Internationalen Konzession alle Maßnahmen, die sie für geeignet halten, auf eigene Faust durchzuführen beabsichtigen. Schanghai. Der Flußdampfee„Pinquo", der einer britische« Gesellschaft gehört, wurde bei Uh« durch Bomben eines japanischen Flugzeuges versenkt. Der Dampfer befand sich auf der Reise von Hanka« nach Nanking und hatte einige hundrrt chinesische Passagiere an Bord. SuhsinveN, der in Japan erzogen wurde, wurde zum Bürgermeister von Schanghai ernannt. Suhsinven dankt in einer Proklamation den Japanern, daß sie„Schanghai gerettet" haben, und verspricht volle Zusammenarbeit mit den japanischen Behörden. DER > VON EUGlNE DABIT Berüchtigte Ueberinson? aus dem Franztalerhen wm Bejot LEINE Plötzlich ein blendender Lichtschein, ein Dhrenbetäubender Schlag. Die Pferde steigen hoch. Salvat brummt. „Verdammt nahe." Mit einer Hand klammere ich mich an ihn, .mit der anderen an den Sitz. Die Ebene weitet sich... Nebelseen... Wüsteneien... Reste eines Wäldchens» vielleicht cruch eines Dorfs. Fumigny, versteint, verwüstet von einem Lavastrom. Furchen, Kanäle, Buckel, Löcher, Silhouetten und Zeichen der Unterwelt: Gräben, Gräber, Leichname... Gedunsene und geschrumpfte Formen, unbewegliche und gespenstig flatternde... Am Boden, Lehmformen gleich, die Leiter- sprossen emporklimmen und sich vorwärtsbewegen, tauchen Menschen auf, verschwinden wieder... Vor und hinter uns: das Toben der Hölle. Der Weg fällt ab. Es riecht nach Schwefel, Knoblauch und Terpentin. Keine Zeit, die Maske aufzusetzen. Wieder bergauf. Wir sind schon wett. -Mitten in der Feuerzone. „Vorwärts!" heult Pellegrin. Platzende Granaten, metallisches Getöse» dumpfes Simonen, Kreischen von Seide, die man zerreißt. Ein'blitzartiger Feuerstrahl, dann eine Detonation von unvorstellbarer Furchtbarkeit ».. Schreie... Schreie... Das Gesicht mit Schmutz bedeckt, will ich aufspringen. „Bist verrückt", schnauzt Salvat, mich gewaltsam festhaltend.„Wir kommen durch." Der Wagen macht einen Satz. Ich sehe an der Seite der Straße ein umgestürztes Fahrzeug liegen. Menschen, Körper, die sich bewegen. Ich schließe die Augen und lasse mich weitertragen. Salvat schüttelt mich. Ich starre ihn an mit offenem Munde. Wie ein Ertrinkender, der zum Leben erwacht. „Diesmal sind wir noch nicht dran", lallt er, blöde lächelnd. „Und die Kameraden?" Keine Antwort. „Sind wir bald da, Gleize?" Pellegrin holt uns mit dem Rest der Kolonne ein. „Fauchois hat's erwischt", berichtet er. Fauchois? Einer vom Jahrgang 17. Ich hatte nicht einmal Zett, ihn kcnnenzulernen. Nummer eins! Ein' Mann steht vor uns, wie aus dem Bo- den gewachsen. „Absteigen!" befiehlt er. Wir folgen ihm auf einem elenden Weg, auf dem reihenweise Wagen stehen. „Hier ist die Zentrale." Er zeigt auf zwei schwarze Löcher in halber Höhe einer Böschung. Er knipst seine elektrische Laterne an, und wir steigen hinter ihm die steile Leiter hinab, von deren Balken das Wasser tropft. Ich zähle dreißig Stufen. Eine Lust wie in einer Champignonzüchterei. Noch zwölf weitere Stufen. Meine Augen blinzeln, bis sie sich an die Dunkelheit gewöhnen. Das Licht einer Kerze beleuchtet den gangartigen Raum, der an einer von Hackenschlägen zerschrammten Wand aus kreidigem Gestein endet. An der Holzverschalung, zur Rechten und Linken, stehen Betten übereinander. Gleize zeigt mir das meine. Ich werfe meinen Tornister darauf. Ich habe ein Gefühl, als sollte ich ersticken. Ich öffne meinen Kragen, um diese mefitischen Dünste steier atmen zu können. „Du kommst mit. Kleiner", sagt Gleize. „Wir müssen die Lettung des Beobachters abgehen. Die Batterien sollen sich einschießen, sobald es hell wird. Lost" Ich setze den Helm wieder auf. Gasmaske und Revolver am Koppel, einen Telephonapparat auf dem Rücken, kletterte ich hinter dem Unter- ofsizier die Leiter hoch. Draußen wartet ein Telephonist von der Abteilung, die wir ablösen. Er zeigt uns am Ausgang des Unterstandes, in dem der Stab liegt, ein Kabel, das dem zickzackförmigen Lauf des Grabens folgt und auf freiem Felde geheimnisvoll in der Erde verschwindet. „Wollen sehen, wie wir durchschlüpfen", sagt er.„Nach Vassognes zu gast es." Zur Rechten Schutthaufen und klaffende HauSruinen: das Dorf, das ein Morast umgibt. Und hier, dieses Chaos, durch daS wir hiydurch müssen, war einst ein Kirchhof. Der Mond verbirgt sich. Ich sperre die Augen auf. Und sehe nicht mehr als zwei Meter Wegs und phantastische Gestalten, die zu tanzen scheinen. Wir kommen an die Stelle, an der wir vorhin abgestiegen sind. „Nach rechts?" fragt Gleize. „Das wäre richtig", gibt unser Führer zur Antwort.„Auf Oulches trommeln sie. Lausiger Abschnitt!" Sie gehen mit Riesenschritten über den moorigen, fast unwegsamen Boden, klettern über Hindernisse, bücken sich,' bleiben zuweilen stehen, um auf mich zu warten. Ich hole sie keuchend ein. Ich patsche durch den Schlamm, sinke ein, bleibe an Stacheldraht hängen, falle in einen mit Wasser gefüllten Granattrichter, richte mich hoch, laufe weiter. Und in all meiner Verwirrung denke ich:„Welches Glück! Noch keine Granate." Gleize macht halt. „Gib mir den Apparat.", Er kniet nieder, öffnet sein Messer, legt die Leitungsdrähte bloß, schließt sich an, schaltet ein und ruft mit einer kaum menschlich klingenden Stimme: „Hallo, Zentrale. Hallo... hallo!" „Sie antworten nicht", bemerkt unser Führer. „Das wundert mich eigentlich, obwohl..." Plötzlich ein feines Geräusch. Wir lauschen. „Zentrale?" ftagt Gleize.„Hier Störungssucher. Wir machen weiter." Schritt für Schritt folgen wir dem Kabel, das sich bald um einen Baumstumpf windet, M bald einer Erhöhung oder, einer Vertiefung anschmiegt oder sich in einem Laufgraben verliert- Alle hundert Meter bleibt Gleize stehen, um anzurufen. Nur die Zentrale antwortet. Gleize gerät in Wut. Ich flicke das Kabel. Meine Hände sind steif, meine Augen trübe. Geht es ihm nicht schnell genug, stößt er mich weg und macht die Arbeit selber fertig. Ich bleibe an seiner Seite und stage mich angstvoll, wann wir es endlich geschafft haben. Oulches lassen wir rechts liegen— die Batterien sind hier in voller Tätigkeit— und gehe" durch einen Hohlweg nach HurtebisG Es ist finster, daß wir auf allen Bieren kriechen. Ein Feuerball blendet mich, von dem eine nicht zu ertragende Helle ausstrahlt. Unmittelbar darauf ein Schlag, als berste die Erde. Ich werft mich auf den Bauch und bleibe, die Hände in de"' Lehm gekrallt, unbeweglich liegen. Wir sind nur noch 800 Meter vom Chelw" des Dames entfernt. Wir können nur noch langsam weiterrutschen. Hinter unS donnert Spett- fcuer. Die Leitung verläuft in nördlicher Ri^ tung. Vor TageSgrauen muß sie in Ordnung sti"> Die Explosionen folgen einander. Lenck- tende Garben steigen auf. tverfen feurige Spritz^ an den Himmel, öffnen sich und fallen. Die Feldbatterien speien Blitze, Gewehre und MaschineN- gewrhre knattern, Grabenqeschütze bellen, Schrapnells quarren. Amethtzstne oder saphirblau- Lichter, Fontänen von Diamanten, dann P*®* schwarz- Nacht. Ich rieche Pulverdampf und südlichen Gasgeruch. (Fortsetzung folgt-X Wr. 287 DienStag, 7. Dezember 1937 Seite 8 judetemleulsdito leUsnieod Ausslser Familie und weiblicher Deutschland-Kurier verhaftet Der Nussiger Staatspolizei war es nicht unbekannt geblieben, daß die in Aussig lebende, aus Hamburg,stztlmnende Gattin.d^s..Penkioruiw« K. Harke Sympathie für die reichsdeutsche NSDAP bekundete und Verbindung mit Verwandten in Deutschland und mit reichsdeutschen Stellen unterhielt. Bor wenigen Tagen plante die Frau ein Kaffeekränzchen, an dem mehrere ihrer von auswärts stammenden Verwandten teilnehmen sollten. Mittlerweile hatte die Polizei so viel Anhaltspunkte gesammelt, daß sie die Verdächtige verhaften konnte. In einer Grenzgemeinde war eine Frau von der Gendarmerie festgenommen worden, als sie die Grenze von Deutschland kommend überschritt. Bei der Leibesvisitation hatte sich umfangreiches belastendes Material gefunden, das die Verhaftung des weiblichen Kuriers und der Nussiger Frau Ä., ihres Gatten und ihres Sohnes rechtfertigte. Bei dem Verhör gestand der weibliche Kurier, für die Nussiger Pensionistengattin regelmäßig Botengänge nach Deutschland unternommen zu haben. Die Abfallsbewegung in der SdP Auch Dr. Kreiß! bricht mit Henlein Umbruch Im Deutschen Tumverband Der Abmarsch aus dem Führerkorps der SdP dauert an. Nach dem Abgang des Abgeordneten Wagner, der von der Partei eben so wie L i e b l zur Niederlegung des Mandates gezwungen werden soll, hat nun auch Dr. K r e i ß l, Anwalt in Bodenbach und Mitglied des SdP- Führerrates, als Verbündeter Kaspers Henlein den Rücken gekehrt. Angeblich wird ihm Dr. D a- d i d auf diesem Wege bald folgen. In Bodenbach fand zum Wochen-Ende eine große Tagung der Funktionäre des Deutschen Turnverbandes statt, in der unter anderem beschlossen wurde, nach Abschluß des Lei- paer Prozeßes die Homosexuellen aus dem Verband auszuschließen. Im Zusammenhang mit dem Ausschluß des Jng. Haider wurden sechs Gaujugendführer und ein Gauturnwart veranlaßt, ihre Aemter n i e d e r z u l e g e n, da sie sich weigerten, die geforderte Loslösung von Haider zu vollziehen. Ganz wie in der SdP will auch der Deutsche Turnverband der altnationalsozialistischen und „Aufbruch"-Revolte durch eine„General- reinigung" begegnen. Wer alles, außer den schon genannten Funktionären» dabei fliegen wird, läßt sich nicht Voraussagen; aber vermutlich wird sich unter den gemaßregelten Oppositionellen auch der Verbandsdietwart Kittel befinden. Die sudetendeutsche gleichgeschaltete Presse scheint wie vor den Kopf geschlagen zu sein; einige von den Blättern melden inunerhin bereits die Tatsachen, die von der Zerrüttung innerhalb der SdP-Führung zeugen. Hie und da werden aber auch schon vielsagende kritische Stimmen laut. Einzelne Blätter veröffentlichen den scharfen Artikel der PZD-Korrespondenz, die „Schluß mit den Affären" fordert, widrigenfalls„ein Kampf aller gegen alle" zu befürchten wäre. * Dr. Jonak bestätigt in einer von der „Bohemia" veröffentlichten Erklärung, daß die Meldung des(inzwischen eingegqpgenen) .Lämpfer", Jaksch und Jonak seien in einem Vorstadt-Caft beisammengewesen, eine L ü g e ist;„Ich habe", schreibt er,„noch niemals mit Herrn Abgeordneten Jaksch gesprochen." * Gleichfalls in der„Bohemia" stellt Rudolf Kasper fest, daß er seinen von uns veröffentlichten Brief an Henlein verschlossen ausschließlich an die Kreisstandesvertreter richtete; daß der Bericht veröffentlicht werden konnte, betrachtet Kasper als Beweis dafür,„wie Vor- und Zwischenfälle von dunklen Elementen provoziert werden", es sei„nicht schwer zu erraten", wo diese Elemente zu suchen sind, die ein derartig verwerfliches Spiel spielen." Er habe dem„Sozialdemokrat" und dem„Prager Mittag"(der den Bericht nach uns brachte, d. Red.) die Information natürlich nicht zukommen laßen und auch von den Kreis st andesvert r et e r n dürfte das, meint Kasper,„keiner direkt g e t a n" haben. Der„Sozialdemokrat", so schließt Kasper, soll bekanntgeben, von wem er die Berichte erhielt. - Wozu? Herr Kasper schreibt doch eben selber, daß es nicht schwer zu erraten sei, wer die „dunklen Elemente" sind, die uns bedienen! Also haben wir erst recht keinen Anlaß, die erfreulicherweise guten Informationsquellen bekanntzugeben, die diesen Bericht aus der SdP und andere zu uns führten und führen. Insbesondere Herrn Henlein laßen wir gerne dreimal raten. Die Verhaftung der Familie K. und ihrer Mittelsperson hat in Aussig berechtigtes Aufsehen erregt. Die SdP will " auch die Versicherungen‘ und Sparkassen gleichschalten! Die SdP bemüht sich durch ihre Ortsorganisationen, in die Raiffeisenkassen und die landwirtschaftlichen Darlehenskassen- einzudringen. Die Ortsorganisationen der SdP wurden vor kurzem beauftragt, Erhebungen darüber anzustellen, welche ihrer Mitglieder zugleich Mitglieder der Raiffeisen- und der Landwirtschaftlichen Darlehenskaßen sind. Mit diesen Gleichschaltungsbemühungen begnügt sich die SdP jedoch nicht. Sie versucht auch, die privaten Versicherungen in ihre Hand zu.bekommen. Insbesondere bemüht sie sich um die St. Florians-Versicherung. Im Bezirk Bergreichenstein hat man die SdP-Leute, die Mitglieder der St. Florians-Versicherung sind, veranlaßt, die Ausschreibung der Wahl eines Ortsausschußes zu verlangen, in dem die SdP selbswerständlich die Mehrheit haben soll. Den Mitgliedern wurden Unterschriftsbogen vorgelegt, auf denen es heißt: „Die gefertigten Anstaltsmitglieder(Versicherte) der wechselseitigen Versicherungsanstalt „St. Florian" in Eger machen von ihrem satzungsgemäßen Rechte nach 8 9 a der Satzungen Gebrauch und ersuchen ein hohes Präsidium um Ausschreibung der Wahl eines Ortsausschußes in der Gemeinde auf Grund des 8 18 der Satzungen. Die unterschriebenen Bogen wurden an den „Kameraden" Stuiber geschickt, den Kreisbauernführer der SdP in Mies. So will die SdP die wirtschaftlichen Institutionen der Bauern erobern und den BdL in ihnen entmachten. Es erübrigt sich noch, darauf hinzuweisen, daß die uns vorliegenden Unterschriftsbogen in- soferne eine Fälschung enthalten, als alle Unterschriften von einer Hand stammen. Die Deutschen Im Gendarmerie» und Poilzeldlenst Bei der Ueberprüfung der deutschen Ansuchen um Aufnahme in den Gendarmeriedienst, welche in der Zeit vom Frühjahr bis August 1937 eingebracht wurden, mußten die zuständigen Amtsstellen wnstatieren, daß eine ganze Reihe von Bewerbern die Staatssprache nur in ganz ungenügendem Ausmaße beherrschte. Ihre Ansuchen konnten daher nicht bis zu dem normalen Antrittstermin per 1. Oktober d. I. erledigt werden. Nun sieht aber das Gesetz über die Gendarmerie die Möglichkeit vor, solchen Bewerbern Dispens für die Dauer von längstens zwei Jahren zu gewähren. Die Zentral st elle der deutschen aktivistischen Parteien, weiche wegen der Handhabung dieser Bestimmung mit dem Ministerium des Innern verhandelte, erhielt die Zusage, daß von dieser gesetzlichen Möglichkeit in einem Ausmaße Gebrauch gemacht werden wird, daß dadurch die beruflichen Interessen der betreffenden deutschen Gendarmerie- Aspiranten selbst nicht beeinträchtigt werden. Diese Zusage wurde, in der Zwischenzeit auch realisiert, es wurde in allen vorliegenden konkreten Fällen eine Frist von einem Jahre für die genügende Erlernung der Staatssprache gewährt. Dadurch wurde die Erledigung dieser Ansuchen bis zu dem nächsten Aufnahmetermin— 1. April 1938— ermöglicht. Von ähnlichen Gesichtspunkten will sich das Ministerium des Innern auch bei der Aufnahme deutscher Bewerber in den staatlichen Polizeidienst leiten lassen. Diese Praxis entspricht durchaus dem Geiste der Regierungserklärung vom 18. Feber. 258 neue Parteimitglieder im Bezirk Kaa- den. Durch die Werbe-Aktion konnte nach den bisher vorliegenden Meldungen im Kqadener Bezirke der Stand der Mitgliedschaft seit dem 1; Jänner l. I. um 258 neue Mitstreiter erhöht werden. Als Werbeziel war der Bezirkorgani- sation gestellt worden, 100 neue Mitglieder der Vezirksorganisation zuzuführen. In der Ver- trauensmännerkonferenz am 25. August d. I. wurde jedoch beschlossen, dieses Ziel auf 200 zu erhöhen. Die vorliegenden Ergebnisse bewiesen jedoch, daß auch dieses Ziel im Kaadener Bezirke überschritten werden konnte. Haftentlassung und Psychiatrieruns abgelehnt Böhmifch-Leipa. Die Verhandlungen gegen Werner Weiß und Genossen wurden Montag in nichtöffentlicher Sitzung wieder eröffnet. Bei Beginn der Verhandlung verkündete der Vorsitzende den Beschluß, datz die Anträge der Verteidigung wegen Psychiatrierung der Angeklagten abgelehnt wurden. Hiemit fällt auch die Entscheidung über weitere Anträge der Verteidigung auf Haftentlassung. Dagegen wurden vom Gericht den Anträgen des Prokurators stattgegeben und zur Einvernahme der Untersuchungsrichter von Reichenberg und ein Beamter der Staatspolizei in Reichenberg, der die ersten Vorerhebungen gepflogen hatte, als Zeuge für Dienstag geladen. Die Verhandlung dürfte voraussichtlich dann so weit fortgeschritten sein, daß mit den Plädoyers begonnen wird. Peden Tutoys und Davids Sonntag fand in Reichenberg eine Plenarsitzung des Vollzugsausschusses der tschechoflowa- kischen nationalsozialistischen Partei, an der auch die politischen und gewerkschaftlichen Organisationen des Bezirkes Reichenberg teilnahmen, statt. Abgeordneter David erklärte, daß wir den Frieden, dieses wertvollste Gut der gesamten Menschheit, den Frieden unter den Staaten und Völkern, wünschen, wenn wir aber überfallen werden sollten, so werden wir uns wehren. In seinen weiteren Ausführungen hob er den Willen hervor, auch mit Deutschland in guter Nachbarschaft zu leben. Unbedingte Voraussetzung eines solchen guten Verhältnisses sei aber der gegenseitige Respekt vor dem Grundsätze der Nichteinmischung. Als innerpolitische Forderung seiner Partei führte Redner den Austausch der Refforts an, weil er in diesem Austausch ein Mittei zur Vervollkommnung des demokratischen Verwaltungssystems sehe. Der Minister für Post- und Telegraphenwesen Alois T u L n y erklärte, daß statistisch nachgewiesen wurde, daß bei den staat- iichen sozialen Unterstützungen in der Tsche- choflowakei in den von Deutschen bewohnten Gebieten mft gleichem Maße wie bei den Tschecho- flowaken gemessen werde und daß diese staatlichen Unterstützungen in den Jndustrieorten mit deutscher Bevölkerung intensiver sind, was auch von den Zuschüssen gesagt werden könne, welche der Staat für deutsche kulturelle Zwecke widme. (Hier irrt der Minister! D. Red.) Was die Beschlüsse vom 18. Feber d. I. anbeiangt, stellte er fest, daß die Aufnahme der Deutschen in den Staatsdienst gemäß der 22prozentigen Quote in einem Jahre nicht, verwirklicht werden könne. Das Budget Im Senat Montag nachmittags wurde das Budget im Senat aufgelegt und dem Budgetausschutz zugewiesen, der bereits heute die Debatte eröffnen wird. Der Ausschuß soll die Debatte bis einschließlich Samstag in vier Sibungstagen erledigen, der Mittwoch bleibt, als Feiertag sitzungsfrei. Im Senatsplenum erstattete Finanzminister Dr. K a l f u s ein einleitendes Expose, das sich bis auf geringe Aenderungen mit dem seinerzeitigen Expose im Abgeordnetenhaus deckte. Die Ausgaben für die Staatsverteidigung haben sich heuer inzwischen von 2709 auf 3096 Millionen erhöht. Gegenüber dem ersten Expose wurde die Schätzung der Mehreinnahmen aus den Steuern bei der Umsatzsteuer um 50 Millionen(von 382 auf 432 Millionen) erhöht, bei den Konsumsteuern um 50 Millionen(von 206 auf 156 Millionen) vermindert. Zur Prager deutschen Sendung im November Es gab im vergangenen Monat ein paar Sendungen, die über den Durchschnitt(der sich im übrigen mit ,^Lach"-Sendungjn, Schallplatten-Füllern und den üblichen unaktuellen Vorträgen recht breit« Machte) einigermaßen hervorragten. Der Gluck- Gedenktag gab Anlaß zu einem Experiment: Glucks Ballettmusik zum„Don Juan" war von Dr. Ernst .Latzko mit einem Text von Tirso de Molina, der wiederum nach dem Vorbild des Da Ponteschen Textes zu Mozarts„Don Giovanni" bearbeitet war, verbunden worden,— das Ganze also die opernartige Dramatisierung einer Ballettmusik, die den Willen erkennen ließ, das Interesse des Hörers zu erwecken, aber die Frage entstehen ließ, ob dieses Interesse sich unter solchen Umständen eigentlich aus den Stil und die Bedeutung der Musik Glucks richtete, die in der Ballettmusik zum„Don Juan" weniger erkennbar sind als in seinen gewiß schon historischen, aber eben historisch bedeutsamen Opern. Die halb musikalische, halb dramatische Sendung wurde unter Leitung Dr. Latzkos(der am Cembalo das Orchester führte) mit Goetz, Schmerzenreich, Furth und Margarete Schell als Sprechern interessant, wenn mich nicht überzeugend. Weniger experimentierend, aber auf jeden Fall erwähnenswert war die Gerhart Hauptmann-Feier der Prager deutschen Sendung zum 75. Geburtstage des Dichters. Vor die Frage gestellt; ob man eines seiner sozialen Jugendwerke oder eines seiner unecht klassi- zistischen Spätwerke bringen sollte, hatte man sich für etwas Mittleres entschieden: für die Bagabunden- Komödie„Schluck und Jau", die schlesischen Humor Mit Shakespearescher Narrheit und soziales Mitgefühl mit märchenhafter Ironie mischt. Das inhalllich unentschiedene, im Wechsel von Drastik und Poesie! reizvolle und in der Einfachheit der Handlung Volks-1 tümliche Stück wurde ohne große Veränderungen im Rundfunk wiedergegeben, von Victor Sordan sorg« fätig geleitet, mit Volker und Dudek in den dankbaren Titelrollen.— Der sudetendeutsche Dramatiker Franz Hauptmann kam gegen Ende des Monats mit seinem Schauspiel„Bauernkrieg" zu Gehör. Es war, unter Max Liebls Regie, im wesentlichen dieselbe Aufführung, die vor etwa Jah- resftist das Prager deutsche Theater dein Stück bereitet hatte. Die Original-Hörspiele des Monats, die„Heiratsprojekte" von Stern und die„Millionste" von V. H. Fuchs waren in ihrer dilettantischen Art so wenig hörenswert, daß man die mikrophonisierten Theaterstücke bei weitem vorzog. Interessanter waren di« Hörfolgen: die ein«,„M enschenhinter Gittern"(von Heinrich Fischer), brachte menschliche Dokumente berühmter Gefangener, beginnend mit dem leider zu wenig bekannten deutschen Freiheitsdichter Schubart, dann eine Szene aus„Dan- tons Tod" von Büchner, Briefe der Charlotte Cor« day,— eine Folge von Rezitationen und Dialogen, um deren Vortrag sich vor allem Hans Fürth und Hilde Maria Kraus verdient machten. Der Stoff den die Geschichte(ja, allein die Literaturgeschichte) für eine solche Hörfolge von den großen Gefangenen bietet, ist so umfangreich, daß nur eine Keine Auswahl möglich war. Aber daß auch hier noch der Zen« sor eingegriffen und damit die Fortführung des Themas bis in unsere Zeit verhindert hat, soll wieder einmal al» Beispiel dafür erwähnt werden, wie«ine übervorsichtige Zensur der in dieser Beziehung gewiß nicht kühnen Prager deutschen Sendung die Aufgabe erschwert, lebendig und zeitgemäß zu wirken. I Auch die andere Hörfolge dieses Monats, die Z o l a- > Folg«„Die Wahrheit ist auf dem Marsche"(die in der Reihe„Europäischer Geist" erschien) hatte sich I ängstliche Abstriche gefallen lassen müssen, obwohl sie an sich schon durch eine zu knappe Sendezeit eingeengt tvar. Daß die Prager deutsche Sendung die Aufgabe hat, neben dem„europäischen Gesst" auch den heimatlichen zur Geltung zu bringen, ist unbestritten. Die Frage ist nur, wie das zu geschehen hat. Zwanzig Minuten für den„europäischen Geist", aber eine Stunde silr eine Egerländer Dialekt-Sendung,— das scheint nicht ganz das richtige Verhältnis zu sein. Diese Egerländer Stunde von Rudolf Sabatil„Das Schäfoichta Fest" war wieder so eine gemütliche, mit Liedern und Anekdoten erfüllte Angelegenheit, die sicher zur Unterhaltung, wohl auch zux Heimatliebe beiträgt, aber wenig zum eigentlichen Verständnis der Heimat und ihrer Probleme. In dieser Hinsicht bot die Uebertragunz aus Steinschönau mehr: hier wurde— im Rahmen eines abwechslungsreichen, vom Steinschönauer Orchester und Gesangschor dargebrachten und mit ortsansässigen Komponisten aufwartenden Konzerts von Fachlehrer Albert Lorenz die Entstehung und die heutige Lage der Glas, und" Textil-Industrie von Steinschönau und Böhmisch-Kamnitz■ wenigsten» in Umrissen angedeuiet. Auch von der Landwirtschaft und den Baulichkeiten der beiden Städte war die Rede, dies allerdings nicht anschaulich genug rmd zu sehr im üblichen-Tone der Sommerfrischen- Reflame. Der übliche Ton-,— das ist auch das Erb- Uebel der meisten Borträge im Rundfunk. Der Berichterstatter kann selbstverständlich nur einen Teil von ihnen hören,— aber auch von diesem Teil erschien ihm im vergangenen Monat nur wenig bemerkenswert. Daß Professor P i c c a r d, der Stra- tosphärcnforscher, sprach(er hatte es vorher in der Prager„Urania" ausführlicher getan), war immer- I hin eine„Sensation". Ein anderer Ausländer, Herr Robert Bauer aus Wien, der in Prag nur als Reisender dex Vaterländischen Front aufgefallen war, ist— in einem Zwiegespräch mit Jng. Hokes über den Donauraum— nicht einmal eine Sensation gewesen. Ein wirklich bemerkenswerter politischer Bor, trag war der des Abg. Hacker über„ÄolkstumS- schuharbeit und Parteien". Besonders wirkungsvoll war im letzten Monat das Vortragsprogramm der Arbeitersendung. An erster Stelle sei der Vortrag des Abg. Wenzel Jaksch über die Friedensaufgabe der Sudeten- deutschen genannt, dessen weltpolitische Erwägungen gerade im Zusammenhang mit der Englandreise des Redners an Bedeutung gewannen. Der mahnende und überzeugende Vortrag der Abg. Irene K i r p a l über„Warum müssen die Frauen die Demokratie schützen?" wies auf den Wert der politischen Freiheit hin, deren Verlust gerade die Frauen, die ihre politischen Rechte so spät errungen haben, nicht geringschätzen dürfen. Eine Mahnung an die Jugend und ein Bekenntnis war Rudolf Geißlers Vortrag„Demokratische Selbsterziehnng der Jugend", ein aktueller geschichtlicher Rückblick Ernst Pauls Vortrag„Die sozialistische Internationale und der Friedensgedanke", ein gedankenreicher, anregender und auf die lebendige Bildungspraxis wirkender Vortrag war Paul Fürstenaus„Erziehung zur Schönheit".. Am Ende seien noch einige musikalisch« Sendungen erwähnt: ein Mendelssohn-Bartholdh- Konzert zum 90. Todestage des Meisters der deutschen Musikromantik, den man heute im Dritten Reich schamhaft(oder schamlos) verschweigt, weil er nicht„arisch" war, ein interessantes Konzert zeitgenössischer Musik, mit Liedern französischer Komponisten und eine Reihe von Aufrührungen heimisches i Komponisten, unter denen wieder Konecznh und Kurt i Seidl auffielen.,-—eis—, Seite 4 Jagesneuigkeiten Ueberanstrengte Lehrer Dienstag, 7. Dezember 1937 Efor Federation AĹnimese GulTURDI Accen Der Krieg in China 鬥大 Auf Verlangen der Japaner weisen die Behörden der Internationalen Niederlassung die als Antifaschisten bekannten chinesischen Persönlichkeiten des politischen und literarischen Lebens aus. Unser Bild zeigt eine Gruppe chinesischer Schriftsteller, die an der Beerdigung des von den Japanern erschossenen englischen Journalisten Pembroke Stephens teilnehmen Nr. 287 Der große alte Mann Ein Masaryk- Buch von Josef Hofbauer erscheint am 10. Dezember im Verlag Eugen Prager, Bratislava. Juhalt: T. G. Masaryk. Gedicht von Josef Hofbauer. Symbolischer AufBeweint von Millionen stieg Erzieher und Kämpfer- Anwalt der Frauen Im sterbens Freund der Arbeiter den Desterreich- Philosoph, Revolutionär, Staatengründer Der große Demokrat und die Deutschen Lea Die Wahrheit siegt. Sozialismus benslehrer Preis des etiva 220 Seiten starten Buches in Ganza leinen für organisierte Arbeiter Kč 24.Bestellungen nehmen entgegen: die Zentralftella für das Bildungswesen in Prag XII., Slezská 13; alle Kolporteure der Lokal- und Bezirksorganisationen und die Verwaltung des ..Kampf", Prag II., Lüßomoba 37. ( ITF) ,, Der Berliner Stadtschulrat, Dr. Meinshausen, behandelt in der Zeitschrift ,, Nationalsozialistische Erziehung" die Lage der Lehrerschaft in den großen Städten. Er schreibt, daß diese Lehrer an den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit angetommen seien, ja, daß sie sie vielfach schon überschritten hätten. Der Beweis dafür seien die hohen Erkrankungsziffern, die nicht für Drückebergerei sprächen, da sie vertrauensärztlich doppelt kritisch geprüft worden seien. Ein Lehrer, der außer seiner vielen Nebenarbeit im Beruf und in der nationalsozialistischen Bewegung täglich fünf Stunden unterrichte, sei am Ende der Woche so ziemlid; fertig mit seinen Kräften... Man werde sich ernstlich überlegen müssen, wo hier die rationelle Ausnüßung der Kraft aufhöre und wo der sich bitter rächende Raubbau an den Kräf ten der Lehrerschaft beginne. Dasselbe gelte für die Klassenfrequenzen, die man zwar mechanisch beliebig bis zur Zimmergrenze erhöhen könne, nicht aber in der Praxis, wo dann aus dem Zuge warf, konnte bisher nicht festge-| Kronprinz Rudolf durch eine fremde Hand aus auf der unteren Mittelstufe zwangsläufig Klas- stellt werden. Die Súteníková wurde in das der Welt geschafft wurde. Keine neuen Sensen von 50 bis 60 Schülern auch in der Groß- Strantenhaus nach Kladno transportiert, weil es fationen tönnen in diesem Falle unter keinen stadt entstünden. Wer kein Mitempfinden mit sich herausstellte, daß sie einer ärztlichen Be- Umständen erwartet werden. überanstrengten Lehrern habe, solle es wenig handlung bedarf, später wird sie dem Gericht Englisches Flugzeug in Italien abgestürzt. stens mit den Kindern haben..." übergeben werden. Das Neugeborene wurde auf Das Wasserflugzeug der Imperial Airivays Ge- daß in etwa 30 Jahren die rassische Einordnung Die Folgen dieser Ueberanstrengung der der Strecke noch lebend gefunden und in das sellschaft Thgnus" startete Sonntag vormittags der weitaus überwiegenden Zahl aller im Deuts vormittagsschen Reich lebenden Menschen aus den Familiens in büchern ersichtlich ist. Ein Familienbuch kann Lehrer sei ,,, daß junge Leute mit pädagogischen Krankenhaus nach Kladno gebracht, wo es aber i Brindisi zu einem Fluge nach London, ſchen Reich lebenden Menschen aus den Familienstarb. stürzte aber turz nach dem Starte ab. Von den Neigungen sich vielleicht von vornherein anderen Berufen zuwendeten".( Frankfurter Zeitung". Limonaden. Der Beirat für die Bekämpfung des zwei getötet, die übrigen verlegt. Unter den Ver- wird auch das religiöse Bekenntnis der Beteiligten Regelmäßige Kontrolle der Sodawäffer und 13 an Bord befindlichen Passagieren wurden auch für deutsche Staatsangehörige, die im Auss lande heiraten, angelegt werden. In Zukunft 28. Oktober.) Und aus Furcht vor einem noch alkoholismus im Gesundheitsministerium schlug letzten befindet sich auch der Marschall der Flug- in die Personenstandsbücher wieder eingetragen. stärkeren Zurückgehen des Lehrernachwuchses vor, die Qualität der Sodawässer und Limona- waffe John Sa Imond, der sich auf der Rüd- Beim Sterbevermerk mug die Todesursache anges wendet sich der Nazi- Schulrat gegen die Ueber den regelmäßig zu überprüfen, und zwar sowohl reise von einer Inspektionsreise im Orient begeben werden. anstrengung der Lehrer durch den Dienst" in das zur Erzeugung verwendete Wasser, wie auch fand. Das Wasserflugzeug war aus Indien komNazi- Organisationen. In Sachsen ist die Ab- die Rohstoffe, da natürlich Obstsäfte nur selten mend in Brindisi eingetroffen. Das Flugzeug kehr vom Beruf des Nazi- Lehrers so stark, daß Verwendung finden und an ihre Stelle meist Er wurde heuer im März in den Dienst gestellt. der Nachwuchs dem Bedarf nur noch zu 50 fabstoffe oder Chemikalien treten. Den Konsu Prozent entspricht.( Frankfurter Zeitung vom menten wird empfohlen werden, den natürlichen Obstsäften den Vorzug vor künstlichen Limonaden zu geben.( DND) 24. November.) Ein Bergarbeiter erschlagen Samstag wurde auf der Grube Kübeck in Kladno der Bergarbeiter J. Ma Is aus Hnidousy bei Kladno während der Arbeit getötet. Er war verheiratet und Vater dreier Kinder. Felsen stürzen auf Arbeiter Engersberger. Rache auf Haiti. ,, Associated Preß" meldet aus Trujilla auf San Domingo, daß nach Mit teilung der dominikanischen Regierung Sonntag gegen 30 haitische Eingeborene, die mit Aerten bewaffnet waren, das dominikanische Dorf Capp tille in der Nähe der Grenze überfielen und zahlreiche dominikanische Bewohner töteten. über dieses Kind im Familienbuch der Eltern. Damit ist der Zusammenhang mit den Nachfahren hergestellt. Die Durchführung dieser Regelung wird in späterer Zukunft einmal ermöglichen, die im Deutschen Reich ansässigen Familien durch die Geschlechter hindurch zu verfolgen. Im Familiens buch soll auch die rassische Einordnung der Ches gatten vermerkt werden. Damit wird erreicht, usa vom Zirkus oder von der Varieté- Bühne her Besser mit als ohne Bart! Alle Welt tennt in Miß Helen Burns, Lie Frau mit dem veritablen Vollbart. Dieser Tage erschien Miz Burns bei einem Arzt in Chicago, der Spezia ist im Elettrothieverfahren ist, und erklärte: ,, Bringen Sie mir schnell meinen Bart weg! Ich will nicht mehr aufs Verbot unwirksamer ausländischer Heilprä treten, sondern ich habe mich soeben verheiratet und parate. Auf Einschreiten des Gesundheitsminimöchte aussehen wie allen anderen Frauen." Der steriums sprach die Landesbehörde an den zustänArzt ging ans Wert, aber kaum hatte er begonnen, digen Stellen das Ansuchen aus, die Tätigkeit des China kämpft gegen den Vandalismus. da stürzte ein Mann aufgeregt in das Ordinationss Institut Pyrmoor" in Paris, das auf markt- Montag abends hielt in einer von der Liga für zimmer und schrie: Aufhören! Aufhören!" Es war schreierische Weise seine Präparate in der Tsche Menschenrechte veranstalteten Versammlung der der junge Ehemann, der erklärte, er sei arbeitslos, choslowakei anpreist, durch das Verbot der Eina chinesische Gesandte in Prag, Dr. Lone und wenn seine Frau ihren Bart nicht mehr hätte, fuhr dieser Präparate zu unterbinden. Zuborgiang, einen Vortrag, in dem er den Abwehr bekäme fie tein Engagement mehr, und beide wür wurde bereits vom Gesundheitsministerium der tampf des chinesischen Volkes gegen die japani- den verhungern. Aber kannst du mich denn mit Vertrieb der Pyrmorr"-Präparate in der Tsche- schen Angreifer mit dem Kampfe verglich, den Bart lieben?" fragte Helen Burns. Der Mann choslowakei verboten.( DND) das chinesische Reich vor zweitausend Jahren er- versicherte, er liebe fie so, wie sie sei, aber sie Ein Bezruč- Denkmal. In Schlesisch- Ostrau folgreich gegen die Hunnen führte. Damals ge- müsse weiter auftreten und Geld verdienen. Glüc wurde am Sonntag ein Denkmal des Dichters lang es China, seine Kultur und seinen Bestand licherweise war der Bart noch fast unversehrt, das Bezruč enthüllt. gegen die Barbaren zu verteidigen, denen Europa Baar zog glücklich und zufrieden ab, und Helen erlag. Daß es sich bei dem Angriff der Japaner Burns wird weiter die Freude des amerikanischen gegen China abermals um einen Barbaren- Ein- Birkuspublikums bleiben. fall handelt, bewies der Redner durch Hinweise ersten Volkszählung In einem Steinbruch in St. Florian( OberOesterreich) riß sich aus 20 Meter Höhe ein gewaltiger Granitblock los und zerbrach. Von den Steintrümmern wurde eine zwanziggliedrige Arbeitergruppe erfaßt. Acht Arbeiter wurden schwer verlegt, davon erlitten zwei tödliche Verlegun Kindertragödien. Aus oberösterreichischen gen. Zwei Stunden später ereignete sich in einem Provinzgemeinden wird eine Reihe von Kinderanderen Steinbruch derselben Gemeinde ein ähnliches Unglück. Ein Granitblod stürzte aus 30 tragödien gemeldet. In Niederthalheim fiel der Die Bevölkerung Bulgariens. Das bulgarische Meter Höhe ab und zermalmte den Arbeiter Start fünfjährige Bauernsohn Franz Stadlbauer in ein auf die von den Angreifern systematisch began statistische Amt hat soeben einen Bericht über die Gefäß mit siedendem Wasser und erlag in kurzer genen Grausamkeiten, die auch in Europa berech= Bevölkerungsbewegung von der Befreiung Bul Zeit den erlittenen Verbrennungen. In der Ge- tigtes Entseßen hervorgerufen haben. Japan gariens bis zum heutigen Tage herausgegeben. meinde Sierning kam die fünfjährige Tochter des führt Strieg nicht nur gegen Militär-, sondern Daraus geht hervor, daß im Jahre 1881 bei der Frecher Raubüberfall in Brünn. Am Mon- Arbeiters Steinfelder einem geheizten Ofen zu auch gegen Zivilpersonen, die japanischen Flie- Daraus geht hervor, daß im Jahre 1881 bei der tag furz nach Mittag hörten die Mieter des nahe, ihre Kleider fingen Feuer und das Kind gerbomben zerstören absichtlich Krankenhäuser 2,880.000 Personen festgestellt wurden, deren Zahl im damaligen Bulgarien Hauses Krapfengasse 19 aus der im zweiten starb bei der Ueberführung ins Krankenhaus. In und Einrichtungen des Roten Kreuzes, weder bis Mitte dieses Jahres auf rund 6,300.000 ange Stock gelegenen Wohnung der 49jährigen Pri- Wartberg traf das gleiche Schicksal das fünfjäh- Frauen noch Kinder werden geschont, und die wachsen ist. In Bulgarien ist die Zahl der Männer vaten Irma Löwy Hilferufe. Gleichzeitig lief rige Söhnchen der Dienstmagd Marie Ortner. chinesischen Bildungsstätten, Universitäten, Hochein junger Mann über die Treppe hinunter. Er schulen und Schulen, sind immer wieder das Ziel um 40.000 höher als die der Frauen. Die Dichte hat tourde im Parterre von Hausbewohnern ange= Lindbergh in Amerifa. Oberst Lindbergh japanischer Luftangriffe, und viele dieser Stulbon 29 auf 60 Personen pro Quadratkilometer zu halten und nun stellte sich heraus, daß der Jüng- und dessen Gattin sind heute ganz unerwartet in turstätten sind schon heute dem Erdboden gleich im Laufe dieser Zeit um 370 Prozent, die von Stara genommen. Die Bevölkerungszahl von Sofia hat sich ling, es handelt sich um den 19jährigen beschäf- New York eingetroffen. Seit der Zeit, da sich gemacht. Die Japaner geben offen zu, die chine- im Laufe dieser Zeit um 370 Prozent, die von Stara die den Bagora um 324 Prozent, jene von Burgas um 201 Lindbergh in England angesiedelt hatte, ist dies fischen Studenten wegen ihrer japanfeindlichen tigungslosen Beamten Josef BIqžovský die Frau Löwy überfallen hatte. Er war in die sein erster Besuch in Amerika. Es verlautet, daß Saltung„ bestrafen" zu wollen, in Wirklichkeit Prozent, von Plowdi um 133 Prozent und von Wohnung gekommen und hatte vorgegeben, ein das Ehepaar die Weinachtsfeiertage bei der Mut- aber wollen sie die chinesische Stultur überhaupt Barna um 101 Prozent erhöht. Zimmer mieten zu wollen. Er wollte die Miete ter der Gattin Lindberghs verbringen will. Oberst cusrotten, weil sie ein Volt ohne Bildung leich- Unbeständiges Wetter. Quer über Mitteleuropa gleich bezahlen, erklärte jedoch, kein Kleingeld zu Lindbergh reist unter dem Pseudonym Gregory. fer beherrschen zu können glauben. Als das verläuft eine wenig ausgeprägte Scheidelinie avis haben. Die Frau wollte ihm 500 Kč wechseln, als Internationaler Höhenrekord gebrochen. scheußlichste Kapitel des japanischen Vandalismus schen der kontinentalen und einer etwas wärmeren sie mit fünf einzelnen Hunderttronen- Noten in Kapitän Jan Cerbenta versuchte am Sonn- bezeichnete der Stedner die systematische Verbrei- maritimen Luftströmung. Infolgedessen herrscht bei der Hand zurückkam, warf sich B. auf sie, schlug tag den Internationalen Höhenrekord mit einem tung der Rauschgifte, die den Charakter eines uns meist unbeständige Witterung, jedoch im ganzen übernormale Temperaturen. Montag nachmittags sie nieder und würgte sie. Hiebei schlug er auch leichten Sportflugzeug zu überbieten. Er startete chemischen Krieges" angenommen habe und fiel Regen oder Schnee in einer breiten Zone von mit der Faust auf den Kopf. Die Löwy bat ihn, um 15.50 Uhr auf dem Flugzeuge Bibi Be 50 2 deren Ziel es ist, das chinesische Volf physisch und Ostböhmen bis zu der Mittelslowakei. Eine durch sie am Leben zu lassen, sie werde ihm das Geld und landete um 16.12 Uhr. Er erreichte eine moralisch zu degenerieren. Japan hat in Nord- greifende Aenderung ist vorläufig noch nicht zu ers geben. B. ließ von der Frau ab, nahm das Geld größere Höhe als sie der bisherige Rekordinhaber, china Fabriken errichtet, die täglich das fünfzehn warten. Wahrscheinliches Wetter und ergriff die Flucht. Dabei wurde er ange- der Franzose Lignel, mit 3600 Meter innehat, fache Quantum des in der ganzen Welt gefeßlich Dienstag: Biemlich bedeckt mit Niederschlägen, halten und der Polizei überstellt. Die Frau und überbot wahrscheinlich auch seinen lezten Re- erlaubten Opiums und Heroins erzeugen, und etwas fühler. Südost- bis Ostwind. mußte von der Rettungsabteilung ins Kranken- ford vom 29. Oftober mit 4579 Meter. Dieser diese Fabriken liefern nicht nur nach China, son- au siichten für Mittwoch: Andauer des haus gebracht werden, da sie eine Gehirnerschüt- Rekord wurde damals wegen eines Fehlers andern auch nach Nordamerika und Aegypten, so unbeständigen Witterungscharakters, Temperaturen wenia geändert. terung, eine Verlegung des Nasenbeins und dem barographischen Streifen von der internatio- oaß sie zu einer Gefahr für die ganze Welt ge= Blutunterlaufungen am Kopf erlitten hatte. nalen Fliegerföderation in Paris nicht anerkannt. worden sind. Der Redner gab am Ende der Außerdem erlitt sie einen Nervenchock. Die genaue Höhe des heutigen Fluges wird erst Ueberzeugung Ausdruck, daß China auch diesmal Die Kehle durchschnitten. In einem Durch- nach Dechiffrierung des staatlichen meteorologi- wie vor zweitausend Jahren den Kampf gegen Haus im zweiten Wiener Bezirk durchschnitt schen Institutes bekannt sein und sodann zur Ge- den Vandalismus siegreich bestehen werde. Montag vormittags der 27jährige Gärtnergehilfe nehmigung nach Paris gesandt werden. Kein Suchen nach der Großmutter mehr! Mydlik seiner 25jährigen Geliebten Leopolda Keine neuen Mayerling- Dokumente. Unter 3m Reichsgesetzblatt ist das neue deutsche PerBrag, Sender I: 7.30: Ronzert aus Karl3 Herer die Kehle, worauf er sich selbst Schnitt- dem Titel„ Die leßten Worte zu den Atten über senenstandgesetz veröffentlicht worden, das am bad: Verdi, Urbach, Kalman etc., 11.10: Wolfslies wunden beibrachte. Das Motiv der Tat ist Eifer- Mayerling" dementiert die ,, Wiener Zeitung" die 1. Juli 1938 in Kraft tritt. Die wichtigste der, 12.20: Konzert aus Preßburg, 14.20: Deutsche Arbeiterfenburg: Tippmann: sucht. Nachricht, daß bei der Wiener Polizeidirektion Neuerung des Gesetzes ist die Einführung eines Aus dem Nationaltheater: Smetana: Geheimnis, Gefinnung der Tat Neugeborenes fällt aus dem Zug. Sonntag noch Schriftstücke über die Ereignisse auf Schloß beim Registerbeamten geführten Familienbuches. Oper, 17.35: Deutsche Sendung: Leppin liest au früh fiel aus einem fahrenden Zug bei der Sta- Mayerling hinterlegt sind. Die entsprechenden Darin werden die verwandtschaftlichen Zusam- feinem Buch Brager Rhapsobie, 18: Hebertragung tion Nové Strašeci bei Kladno ein nattes neuges Nachforschungen, die in den letzten Tagen geführt menhänge der Angehörigen einer Familie ersicht aus Arbau: Konzert des Riesengebirgssinfonieorches borenes Kind auf die Eisenbahnstrecke. Nach der wurden, hatten ein negatives Ergebnis. In den lich gemacht, indem außer den Eltern von Ehe- sters, 18.50: Deutsche Presse, 20.05: Konzert der Ankunft des Zuges in Kladno wurde die 18jäh- österreichischen Archiven, so schreibt das Blatt schließenden auch deren spätere Kinder den Eltern tschechischen Philharmonie: Händel, Rouffel, Frand. rige landwirtschaftliche Arbeiterin Susanne Sú- weiter, befänden sich keine anderen Schriftstücke von Eheschließenden auch deren späteren Kinder 22.30: Jazzorchester. Prag, Sender II: 14.30: keniková verhaftet und festgestellt, daß sie im fah- über den Tod des Kronprinzen Rudolf als jene, eingetragen werden müssen. Jede Aenderung des Deutsche Sendung: 14.30: Ressel: Etwas über be Schuß der Tiere, 14.40: Schallplatten. renden Zug ein Kind zur Welt brachte. Wie das die der Archivar Dr. Oskar Mitis in seinem Personenstandes der Kinder wird vermerkt. Die Neugeborene von dem Zug auf die Eisenbahn- Buche verarbeitet hat. Es besteht kein Zweifel Eintragung der Heirat des Kindes unter Angabe 9.35: Rundfunkorchesterkonzert, 18: Deutsche Sens strede fiel, ob es nach der Geburt durch das Klo- darüber, daß es sich um einen Doppelſelbstmord der Stelle, wo für das Kind das eigene Familienburg 8.45: Klavierkonzert, 12.20: Rundfunkorches jettrohr herausfiel oder ob die junge Mutter es handelte, und daß es ausgeschlossen ist, daß buch geführt wird, beschließt die Eintragungen sterkonzert. Kaschan 20.15: Gesangskonzert. Wetters Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen: Mittwoch: Brünn Pref I Nr. 287 Dienstag, 7. Dezember 1837 und äoLlaiswLiM dec Kohlenverbrauch in zum Aus- Ankauf und Uebernahme der Bahn Reichenberg—Grottau. Am 2. und 3. Dezember wurden die meritorischen Verhandlungen betreffend die Uebernahme der Eisenbahnstrecke Rcichenberg— halten. Das Ziel aller wirtschaftspolitischen Maßnahmen müsse vor allem die Hebung der Ver- brauchskraft der Massen sein. Ohne eine solche gebe es keine wirkliche Gesundung unserer Wirtschaft. Dar Geschenk dieses Jahrhunderts ist Radio, das Geschenk dieses Jahres ist ein Gerat SYSTEM TELEFUNKEN» Ein solcher Apparat mit dem wunder* baren Klang, wie Sie ihn noch nie gehört haben, bereitet Ihnen und Ihren Lieben Tag für Tag die grösste Freude. Dr. Pischel ausgenommen. Die Verhandlungen werden in Berlin fortgesetzt werden. Steigerung des Frankreich- Exports der Gablonzer Bijouterie. Das neue Handelsabkommen mit Frankreich hat in der Gablonzer Bijouterie wesentliche Befriedigung hervorgerufen. Das französische Einfuhrkontingent für unsere Bijouteriewaren wurde von den früheren 1140 jetzt auf 1260 q erhöht, was in einer Steigerung des Ausfuhrwertes um etwa 1.8 Millionen KÖ druck kommen wird. Ursachen der Landwirtschaftsverschuldung (a. FI.) Bei 280 zum landwirtschaftlichen Ausgleichsverfahren angemeldeten Wirtschaften wurden die Ursachen der Verschuldung erhoben. Es gaben an: Investitionen(Bauten, Meliorationen, Elektrifizierung, Maschinen), 58 Prozent; Krankheit der Familienmitglieder, häufig langjähriges Leiden, 33 Prozent; Elementarkatastrophen, oft sich mehrere Jahre wiederholend, 82 Prozent; Umstehen der Haustiere(Pferde, Rindvieh, Borstenvieh), 31 Prozent; Kinderreichtum (mehr als vier Kinder), 25 Prozent; Verschuldung(durch Nichteignung und eigene Schuld), 16 Prozent; hohe Uebertrazsgebühren, 15 Prozent; Auszahlung an Verwandte bei Uebernahme der Wirtschaft, 15 Prozent; Kriegsschäden und Erneuerung der Wirtschaft nach dem Kriege, 8 Prozent; Uebernahme schon verschuldeter Wirtschaften, 7 Prozent; bei Versteigerung von Zwerg- besihen nicht genügende Nebenbeschäftigung, 6 Prozent; Bürgschaft für die Kinder und Verwandte, 5 Prozent; zu intensive Bewirtschaftung, 5 Prozent; Bürgschaft für andere Personen, 4 Prozent; Bodenzukauf, 4 Prozent; hohes Geldausgedinge, 4 Prozent; Abgabe aus dem Besitz, 4 Prozent; unglückliche Ehe, 2 Prozent; unmäßig hoher Pachtschilling, 2 Prozent; Streitigkeiten und andere verschiedene Ursachen, 6 Prozenr. Diese Zahlen zeigen eindringlich, daß es nicht genügt, eine landwirtschaftliche Entschuldungsaktion durchzuführen. ES ist vielmehr erforderlich, der Verschuldung vorbeugende Maßnahmen zu treffen. Der hohe Prozentsatz der Fehlinvestitionen erweist die Vertiefung der Aufklärungsarbeit in dieser Richtung für unbedingt nötig. Das Vcrsicherungslvesen müßte mit Beschleunigung von Staats wegen einer Regelung zugeführt werden. Die Notwendigkeit eines Pächterschutzgesetzes geht auch aus'dieser Erhebung wieder hervor. Rur durch weitgehende Beseitigung der Verschuldungs- Ursachen wird dieser wirkungsvoll begegnet werden können. Interessant ist, daß in den erhobenen Fällen nicht erwähnt wurde, daß die Landwirtschaftskrise schuldtragend sei, welche Begründung zur Entschuldung von agrarischer Seite bekanntlich immer wieder angeführt wurde. Nur bei Kleinlandwirten führte der Ausfall ihrer industriellen Nebenbeschäftigung zum wirtschaftlichen Ruin. — kein Einvernehmen und keine entscheidende Annäherung erzielt. United Mine Workers Journal"(U. M. W. I.), das Organ von I. Lewis, ist besonders pessimistisch und sagt, daß„wenig oder gar keine Fortschritte für eine friedliche Schlichtung deS Konfliktes erzielt wurden". Beide Parteien, so heißt es,„sprechen den Wunsch für eine Beilegung des Konfliktes aus; das ist jedoch der ganze Fortschritt, der erzielt wurde".„Die Frage des JnduftrieverbandeS ist immer noch die große Streitfrage", sagte PH. Murray, der Vorsitzende deS C. I. O. Das U. M. W. I. sagt in diesem Zusammenhang weiter:„DaS C. I. O. hat nicht die leiseste Absicht, von diesem Prinzip abzuweichen." DaS Blatt wirst in diesem Zusammenhang auf, inwieweit die drei Vertreter der A. F. of L. überhaupt beschlußfähig seien. Solange sie nicht die Befugnis hätten, bindende Beschlüsse zu fasten (waS von den Vertretern des E. I. O. bezweifelt lvird), müßte irgendwelche Abmachung der Exekutive der A. F. of L. unterbreitet werden:«Die Exekutive steht jedoch dem T. I. O. äußerst feindlich gegenüber, und eS besteht nicht die Sicherheit, daß es das Vorgehen seiner Vertreter bestätigen würde. In diesem Falle wäre ein lsebereinkom» men lediglich ein Papierfetzen." Demgegenüber wird, was die Vertreter des C. I: O. betrifft, gesagt, daß sie alle Vollmachten erhallen hätten, um ein definitives und bindendes Uebereinkom- men anzunehmen. Zum Schlüsse heißt eS:„Alles deut« daraus hin, daß die Besprechungen eine langwierig« Angelegenheit sein werden, die sich während Wochen oder Monaten hinziehen kann." Harrison, der Vorsitzende der Delegation der A. F. of L., sagte nach Schluß der Tagung: „Wenn Menschen«in großes Haus bauen, so nimmt die Arbeit ihren Fortgang, es dauert jedoch eine gewisse Zeit, bis dieses Haus, fertiggestellt ist." Die Besprechungen wurden dann auf Anfang Dezember vertagt. Hunderttausend Privatangestellte demonstrieren Die 250 vom Einheitsverband der Privatangestellten am Sonntag in der Republik abgehal- tcnen Versammlungen haben einen glänzenden Verlauf gehabt. Alle waren sehr gut besücht, zahlreiche überfüllt. Man zählte im ganzen etwa 100.000 Teilnehmer. Die große Kundgebung für das Lebensrecht der Privatangestellten proklamierte deren Anspruch auf einen gerechten Anteil an den Früchten der guten Konjunktur. Sie verlangte eine unmittelbare wirksame Hilfe für die Privatangestellten in ihrer bereits unerträglichen wirtschaftlichen Misere. Als Formen einer solchen Hilfe wurden eine allgemeine zeitgemäße Gehaltsregelung und eine ausreichende Teuerungszulage bezeichnet. Die Versammlungen sprachen sich fer- ner nachdrücklich für die rascheste Durchführung einer Reihe sozialpolitischer Reformen und wirtschaftspolitischer Maßnahmen aus. Unter den letz- ten wurden besonders eine mit allen Mitteln zu betreibende Exportförderung und großzügige weitgehende Investitionen genannt. Diese Mittel, sagte man, enthielten die Möglichkeit, innerhalb unserer Wirtschaft eine wirkliche Friedenskonjunk- tur zu entwickeln und sie für Engere Zeit zu er- ——, W... Vom Kindesmord freigesprochen Prag.—rb—. Vor dem Schwurgerichtshof des OGR Dr. Pazderskh war Montag ein zwanzigjähriges Mädchen des Kindesmordes angeklagt. Die Angeklagte war zuerst als Verkäuferin, dann, als sie diesen Posten verlor, als Hausgehilfin angestellt und wird von allen Leumundszeugen als außerordentlich brav, fleißig und anständig geschildert. Der Sachverhalt ist bei solchen Prozeffen stets der gleiche. Kurzes Liebesglück, Schrecken verheimlichter Schwangerschaft, an deren Ende die„Schande" Und die existenzielle Bedrohung drohen, unvermutete Niederkunft und zum schrecklichen Ende die Verzweiflungstat der Mutter. In diesem Falle geschah di« Tötung durch mehrere Messerstiche, die die Angeklagte ihrem Kinde kurz nach der Niederkunft beibrachte. Bor den Geschworenen verantwortete sie sich damit, daß sie nach Einsetzen der Geburtsschmer- zcn die klare Besinnung verloren und nicht mehr gewußt habe, was sie tue. Die Geschworenen bejahten nach langstündiger Verhandlung die Schuldfrage mit sieben Stimmen, so daß die erforderliche Achsstim» menmehrheit nicht erreicht wurde und der Schwurgerichtshof den Freispruch der Angeklagten her« kündete. New Nork.(HavaS.) Der Leiter des Ausschusses für die Industrieorganisationen John Lewis und der Vorsitzende der amerikanischen Arbeitsvereinigung, William Green, deren Organisationen bekanntlich lange Zeit hindurch gegeneinander einen harten Kampf führten, hielten Donnerstag nachmittags eine gemeinsame Beratung ab, in welcher die Möglichkeit einer Verbindung dieser beiden großen Arbeiter-Gewerkschaftsorganisationen besprochen wurde. Die Konferenz dauerte den ganzen Tag und wurde am Freitag fortgesetzt. Sie endeten jedoch ohne Einvernehmen oder eine Empfehlung für eine gemeinsame Front. Ueber die vorangegangenen Verhandlungen berichtet die Korrespondenz des Internationalen Gewerkschaftsbundes: (JGL) Nachdem die während des Amerikanischen Gewerkschaftskongresses vereinbarte erste Besprechung einer Abordnung von zehn Vertretern des Komitees für industrielle Organisation(C. I. O.) mit drei Vertretern des Amerikanischen GewerkschastsbundeS(A. F. of L.) stattgefunden hatte, wobei die beiden Parteien sozusagen ihre Höchstforderungen unterbreiteten, wurde eine weitere Sitzung für den November vereinbart. Diese Sitzung hat stattgefunden und vier Tage gedauert. Es wurden verschiedene Versuche gemacht, um an das eigentliche Problem, die orga- nisatorischc Frage, heranzukommen. Es wurde angeregt, Mr die einzelnen Verbände, auf deren Boden es zwischen dem C. I. O. und der A. F. os L. zu Grenzstreitigkeiten gekommen. ist, Komitees einzusetzen(d. h. ungefähr 20 Komitees von je sechs Mitgliedern), die die strittigen Fragen zu behandeln haben. Es wurde über die Frage der Rückkehr der früher der A. F. of. L. angehörenden Verbände' und die Eingliederung der neuen Verbände des C. I. O. gesprochen, ferner über das Problem, welche Industrien auf alle Fälle für Jndustrieverbände in Frage kommen. In allen diesen Punkten wurden— wie von beiden Seiten übereinstimmend mitgeteilt wird Grottau zwischen den Vertretern des Eisenbahn-, ihr Kohlenverbrauch auf 282.300 Tonnen, also 1 deS Finanz- und des Außenministeriums unter ..m.—..... 4 AA(1)—.—. hut- Qatlittta SjS«m« CC»m_ Gegenüber dem Jahre 1935 hat sich demnach der Kohlenverbrauch der tschechoslowalischen In dustrie um knapp drei Millionen Tonnen oder um annähernd 33 Prozent erhöht. Die bei weitem verhältnismäßig stärkste Zunahme verzeichnet die Maschinenindustrie. Von 148.300 Tonnen hat I jh* önOQ9 QAfl^nntien aKa I um nahezu 100 Prozent, zugenommen. Fast eben-!der Leitung deS Sektionschefs im Eisenbahnmini- so hoch ist die Steigerung bei den Eisen- und Hüt-| sterium Dr. S. Kamenickh und Vertretern des tenwerken. Reben der mäßigen Zunahme des. Reichs- und preußischen Berkehrsministeriums Kohlenverbrauchs der Gasanstalten bleibt auch die unter^FLHrung des Direktes der Reichsbahn Verbrauchssteigerung der Glas- und der Vor-'~ zellanindvstric hinter dem.Durchschnitt zurück. Der Verbrauchssteigerung an Kohle steht«ine erheb liche Zunahme der Steinkohlenförderung gegen über, die bekanntlich in den Herbstmonaten dieses Jahres eine neue Rekordhöhe erreicht hat. Die Verhandlungen über die Bergarbeiterforderungen Prag. Montag wurden im Ministerium für öffentliche Arbeiten die Verhandlungen über die Forderungen der Bergarbeiter zwischen den Vertretern der Unternehmer und den Vertretern der Bergarbeitergewerkschaftsorganisationen fortgesetzt. Die Verhandlungen wurden bisher nicht abgeschlossen und werden Dienstag fortgesetzt werden. Oer Kohlenverbrauch der Industrie An der Entwicklung des Kohlenverbrauchs der Industrie läßt sich die Lage der Wirtschaft mit einiger Zuverlässigkeit feststellen. In den letzten Monaten hat sich der Kohlenverbrauch der tschechoflowalischen Industrie bedeutend erhöht. Stellen wir die Kohlenbezüge der ersten neun Monate des Jahres 1937 der gleichen Zeit des Jahres 1985 gegenüber, so ergibt sich das folgende Bild. Es betrug Tonnen: Kreisparteikonferenz In Rumburg Samstag und Sonntag tagte die Kreis- onferenz der Kreisorganisation Bodenbach-Aussig- Warnsdorf der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Die Berichte, die am SamStag erstattet wurden, legen davon Zeugnis ab, daß die Kreisorganisation trotz den großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten der letzten zwei Jahre gewachsen ist: bei der letzten Werbeaktion wurden 3300 Neubeitritte erzielt. Am Sonntag erstattete der Kreisverträuensmann Bruno Grund das politische Referat. Seinen umfassenden Darlegungen über die Innen- und Außenpolitik folgte eine lebhafte Wechselrede, in der viele Delegiert: zu Fragen der Parteiarbeit, der Innen- und Außenpolitik und der Sozialpolitik Stellung nahmen. Diese fruchtbare Aussprache wurde mit einer wirkungsvollen Schlußbetrachtung, des Kreissekretärs Abg. Kogler abgeschlossen, der zu allen aufgeworfenen Fragen, zu den Anregungen und kritischen Bemerkungen Stellung nahm. — Die politische Entschließung, in welcher der Parteiführung das Vertrauen ausgesprochen wird, wurde einstimmig angenommen. Ebenso erfolgten die Neuwahlen einstimmig, durch die wiederum BrunoGrund und Franz Kögleran die Spitze der Kreisorganisation gestellt wurden. Zunt Kreiskaffiec wurde P o d z i m e l gewählt.— In einer begeisternden Schlutzansprache würdigte der.Vorsitzende P ö l z l das Ergebnis der Kreiskonferenz, die die Grundlagen für neue Erfolge unferer nordböhmischen Kreisorganisation fchuf. Mit dem Gesang der„Internationale" wurde die erhebende Tagung geschlossen. SONG der vollen* dete Volks super KS 1.860 ARIE der bewfihrte und modern ausgestattete Superhet Ke 2.700 HYMNUS der Grossuper mit allen Vorzügen, mit Senderspiegel, Raumstrahler,• Speziallautsprecher, u. s. w. Ke 3.190 Hymnus„U“ Ke 3.490 Ergebnislose Verhandlungen zwisdien A. F. of L. und C. J. O Jänner bis September 1937 1935 Bergwerke 143.400 93.400 Eisen- und Hüttenwerke 8,090.000 1,681.500 Maschinenwerkstätten. 282.300 148.800 Elektrizitätswerke 1,126.200 980.000 Gaswerke 203.400 182.000 Zuckerfabriken 441.500 288.200 Chemische Industrie 561.100 362.500 Bierbrauereien 216.900 144.800 Spiritusbrennereien 120.800 86.100 Glasfabriken 347.800 286.500 Porzellanindustrie 99.400 76.000 Ziegeleien 276.900 160.500 Daumaterialienindustrie 76.400 59.600 Zementfabriken 811.800 241.400 Textilindustrie 712.200 509.800 Holz, Papier, Zellulose 416.800 298.500 Verschied. Jndustriebranchen 690.000 684.000 Gesamtliefer. an Industrie 9,281.400 6,298.800 Man erhält für KE 100 Reichsmark.... 618— Mnrkmünzen.... . 672.50 100 österreichische Schilling • 528.50 100 rumänische Lei.. • 16.05 190 nolnische Zloty... • 503.50 100 ungarische Pengö.. • 550.50 100 Schweizer Franken. • • 656— 100 französische Francs. • . 95.95 1 englisches Pfund.. 141.— 1 amerikanischer Dollar. • • 28.30 100 italienische Lire.. • . 120 40 100 hollöndische Gulden. . . 1577.— 100 jugoslawische Dinare. * ♦ 63.05 100 Belgas..... 482.50 100 dänische Kronen.. » • 630— 100 schwedische Kronen., 1 e .729,— Sette« „Sozialdemokrat" Dienstag, 7. Dezember 1937 Nr. 287 Voranschlag der Stadt Präs kür 1938 Kunst und Wissen I chen der Tigerhais, denen er seinen Freund, der ihm RST. 5port-8piet-Körperpflege DereinsnacKricKien zu Pianos Harmoniums Kindrrfrennde. Mittwoch, den 8. Dezember, halb 10 Uhr vormittags. Treffpunkt vor dem Häuptern« gang des Michler Gaswerkes, Besichtigung desselben gemeinsam mit der S. I. AuSflugszüge der Stantsbahnen in der Weihnachtszeit: Vom 23. Dezember bis 2. Jänner Hohe Tatra 690 Kc, Beskiden 530 Kc, vom 23. bis 26. Dezember Gesenke 250 KC, vom 24. bis 25. Dezem» ber Böhmerwald 240 KL. Anmeldungen und Informationen im Basar neben dem Wilsoubahnhof, Telephon 38335. Hand und später seinen besten Bkatrosen an die rnörderiichen Raubfisch«, und ArbeitSzirkel Volkswirtschaft. Wir machen noch« mals darauf aufmerksam, das; dieser Kurs heute Dienstag pünktlich um 8 Uhr im Parteiheim beginnt. Bezirksvertretrmg: Donnerstag, den 9. Dezent« ber findet im Porteiheim, SmeLky(3. Stock), die nächste Sitzung der Bezirksvertretung statt. Bestimmtes und pünttlicheS Erscheinen Pflicht! Rhythmus und Darstellung. Sowohl im Rahmen des Klubs deutscher Schriftstellerinnen als auch beim eigenen intimen Abend im Klub deutscher Künstlerinnen, zeigte die deutsch-ungarische Irene von Töth—(in Prag längst bekannt, auch durch den Gedichtband„Prager Bilder") ihre weiteren Fortschritte, sowohl in der getanzten Grotesk«, als auch in der Darstellung von Dichtungen, wie„Die Flügel" von Eiva Roi, gelesen von Frau Irma Erben-Sedlaczek. Die Entwicklung der Darstellerin und Tänzerin zeigt« sich besonders in der Gestaltung von Dichtungswerken, wohl auch deshalb, weil I. v. Töth nun selbst zur Poetin gereift ist.— Beim Nikoloabend der D.E.G. und Akademischen Arbeitsgemeinschaft stellt« sich ein ganz anderer Typ von Tänzerin vor, die in genießerischer Weise sich selbst darstellend Stepptänze vorführte, di« an eine, allerdings weiße (14 Spiele. 18 Punkte. 88:27).. Den Tabellenschluß bilden der Reichenberger FK und der DKK Komotau. welche aus 14 Spielen bloß je acht Punkte errangen. Kapitän Tigerhai ist ein Hollywood-Film, dessen teils abenteuerliche, teils sentimentale Handlung unter Ozean-Fischern spielt, denen die Haifische des Pazifik züm Schicksal werden. Der portugiesische Kapitän, der Held der Oie DFV-Division machte Schluß Die sonntägige und letzte Runde der DFB-Division vor der Winter-Ruhepause brachte wieder einig« überraschende Resullate. Vorweg sei festgestellt, daß der TeplttzerFK auf eigenem Platze den T tau« tenauer DSV mit 10:0(6:0) abfertigte, obwohl die Sieger sich gar nicht anstrengien. Die Trautenauer. welch« zu Beginn der Saison als sogenannte UeberraschungSmannschaft gepriesen wurden, imponieren immer weniger.— In Prag kam der DFC wider Erwarten zu einem 2:0(0:0)- Sieg über den Warnsdorfer FK. Die DFS- Mannschaft bot das übliche Spiel der letzten Zeit: im Felde teilweise annehmbar, aber vor dem Tor« weiß sie sich wenig Rat. Ein Tor wurde unter der Schiedsrichters Augen aus krassem Abseits erzielt und das zweite schoß der Mittelläufer. Die Warnsdorfer enttäuschten, man hatte mehr von ihnen erwartet und nur wenige von ihnen konnten den Anforderungen gerecht werdend Das Spiel war wenig anregend und völlig niveaulos. Der äußere Rahmen obigen Spieles war ebenfalls nicht lobenswert; einige Zuschauer benahmen sich so, wie... gut, daß der benützte Slaviaplatz mit einem Gitter versehen ist!— Der Karlsbader FK machte daheim seine letzt«» Mißerfolge mit einem 3:2(2:0)-Erfolg über die SpBg Bodenbach noch effektvoller.— In Saaz schlug der DSV die Sportbrüder Schreckenstein sicher mit 3:0(1:0);’ BSK Gablonz gewann auf eigenem Boden gegen VfB Teplitz 6:0(2:0) und der Reichenberger F K verlor trotz des Platzvorteils gegen D S K G a b- lonz 2:3(1:2). Der Tabellenstand weist nun u. a. folgendes Bild auf: An erster Stelle steht weiter TFK, der au- 15 Spielen 30 Punkte und ein Torverhältnis von 89:14 erzielte. Sodann folgen der Warnsdorfer FK (15 Spiel«, 19 Punkte. 55:33) und TFC Prag Heute beginnt im Prager Rathaus die Beratung des Voranschlages der Gemeinde Prag für das Jahr 1938. Der Voranschlag ist ein umfangreiches Elaborat von über 200 Druckseiten und zeigt anschaulich die große wirtschaftliche Bedeutung der Hauptstadt und die Vielfältigkeit ihrer Aufgaben. DaS ordentliche Budget" der Stadt tveist einen Bedarf von rund KL 597,000.000.— aus. Dem entspricht eine Deckung von rund KL 507,000.000.—, so daß sich ein Ausfall von KL 90,000.000.— ergibt. Dieser Ausfall wird durch Gemeindezuschläge in der bisherigen Höhe von ungefähr KL 90,000.000 gedeckt, so daß das ordentliche Budget ausgeglichen ist, beziehungsweise noch einen Ueberschuß von KL 92.000.:— aufweist. Das ordentliche Budget ist gegenüber dem Jahre 1937 um 33 Millionen KL, gegenüber dem shthre 1936 um 57 Millionen KL gestiegen, gegenüber den Rechnungsergebnissen für das Jahr 1936. welche bereits vorliegen. um 40 Millionen KL. Das außerordentlich« Budget für 1938 enthält «inen Bedarf von KL 355,000.000.—. Hievon ist allerdings nur der Teilbetrag von KL 92,000.000.— sichergesrellt, während die Differenz von KL 263,000.000.— durch neue Gemeindeanleihen aufgebracht werden soll. Wenn zu den Ziffern, der Gemeindeverwaltung im engeren Sinne, noch die Ziffern der Voranschläge für das von der Gemeinde erhaltene tschechische Bolksschulwesen, die Voranschläge der Unternehmungen und Anstalten der Gemeinde und der Fonds und Reserven hinzugezählt werden, ergeben sich noch weitaus imposantere Zahlen. Der ordentliche Gesamtvoranschlag aller Gemeindeinstitutionen zusammen beträgt nämlich KL 1.329.000^000.— was eine Steigerung von KL 76,500.000.— gegenüber 1937 bedeutet. Das außerordentliche Gesamtbudget weist einen Bedarf von KL 596.000.000.— auf. dies ist ein« Steigerung gegenüber dem Vorjahre um KL 106,000.000.—. Diese Steigerung stellt eine Reflexwirkung des immer noch ansteigenden Wachstums der Stadt dar. Der größere Bedarf erfordert selbstverständlich eine erhöhte Deckung. Diese wird von einer Erhöhung des Erträgnisses einiger Gemeindeabgaben und Gebühren erwartet, die bei gleichbleibenden Sätzen eine steigende Tendenz aufweisen, ferner aus einer, wenn auch relativ nicht allzu bedeutenden Erhöhung. der Grundlagen für die Bemessung der Zuschläge zu den staartichen Steuern." Wir haben, seit unsere Partei im Prager Rathaus vertreten ist. stets zu den Grundzügen der Prager städtischen Finanzpolitik gewisse, aus unserer sozialistischen Ueberzeugung hervorgehende! grundsätzliche Vorbehalte gemacht und insbesondere stets darauf hingewirsen, daß der Anteil der Kon« "sumbesteüerung.M" ber Finanzierung der Gemeindeverwaltung unangemessen hoch ist und selbst durch eine nur mäßige Erhöhung der Zuschläge zu den direkten Steuern der Gemeinde sehr große finanzielle Mittel erschlossen werden könnten, die eine Entlastung des Konsums und eine weitere Erhöhung der sozialen Leistungen ermöglichen würden. Im heurigen Jahre müssen wir. ohne diesen grundsätzlichen Standpunkt zu verlassen, anerkennen, daß jetzt eine Erhöhung der Gemeindezuschläge tatsächlich nicht empfohlen werden kann. Von den neuen Steuervorlagen, die gegenwärtig im Parlament verhandelt werden, ist eine sehr starke Belastung der Steuerträger zu erwarten. In diesem Augenblick müßte die Erhöhung der Gemeindezuschläg« in der Hauptstadt eine ungünstige Rückwirkung auf di« gesamte' Steuerpolitik des Staates haben. Es würde den Rahmen dieser Darstellung über» schreitan, wenn wir im Detail die einzelnen Kapitel de§ Voranschlages behandelten. Es können daher nur einige besonders wichtige Momente hervorgehoben werden. Das Kapitel l Aa(Zentralverwaltung) steht als neuen Posten eine Ehrenpension von KL 100.000.— vor, wie dies im Vorjahre rechtskräftig beschlossen worden ist, und eine Entschädigung für jene städtischen Funktionäre, die ein Referat inne haben(gewählte Referenten,„amtsführende Stadträte"). Diese Neueinführung erfordert eine Erhöhung des. Aufwandes für„diverse Auslagen" um KL 350.000.—. Das Kapitel X(Soziale Fürsorge) hat einen Bedarf von rund KL 75,000.000.—<■ gegen rund KL 67,000.000.-—. für 1937. Der Schuldendienst der Gemeinde erfordert fast KL 148.000.000.—. Die Ausgaben für das Gesundheitswesen sind mit rund KL. 34,000.000 präliminiert, diejenigen für Kommunikationen mit rund KL 49,000.000. die Ausgaben für Schulwesen, Wissenschaft, Kunst und Kultus mit KL. 53,000.000.— Von den wichtigsten Einnahmeposten seien hier vermerkt: Erträgnisse.des Gemeindevermögens: rund KL 73,000.000, Gemeindeunternehmungen rund: KL 62,000.000.—, Gemeindeumlagen und Abgaben rund: KL 204,000.000.—. Hievon entfallen auf die Gemeindezuschläge zur Hauszinssteuer rund: KL 28.000.000.—, auf die Gemeindezuschläge zur all- Josefine Baker erinnerten. M. R.-W. des Neuen Deutschen Theaters. Glück auf der Wieden. Gast- DaS tschechoslowakische Fußballteam ist in Glasgow eingetroffen, wo es am Mittwoch daS Spiel gegen Schottlands Elf austrägt. Man hofft auf ein eb-nsolcher Abschneiden wie in London. Die Hrrbstmeisterschast der tschechischen Division Mittelböhmen gewann S K Lieben. DaS sonntägig« Spiel des Herbstmeisters mit Cechie Karlin endete siegreich mit 4:3(2:1). Er war ein äußerst hartgeführter Kampf, was schon daraus hervorgeht, daß in den 90 Minuten rund 43 Fouls bestraft werden mußten. Ein Liebener wurde wegen gefährlichen Spiels auSgeschloffen. Weitere Ergebnisse:. Bo- bemians gegen Äuselskv SK 9:1, Union Ziskov gegen Altbunzlau 4:1, SK Nufle gegen Sparta Kosir 4:1, Meteor VIII gegen Slavof VIII 4:4(2:1).— Mähren-Schlesien: Moravia Brünn gegen Kral Pole 2:1. Polonia Karwin gegen Mor. Slavia 2:2(2:1), Zabovresky gegen Arsenal Huffowitz 1:1. Sonstige Fußballergebniffe. Prag: Slavia geg. Viktoria ZiZkov 8:1(2:1), SKDejwitz gegen Sparta 3:2(0:1).— Nachod: SK Pardubitz gegen SK 4:3(1:2).— Kladno: SK gegen Sparta 3:3 (3:0).— Marienbad: FK gegen DTK Falkenau 5:4(3:1).— Komotau: DFK gegen DFC Görkau 7:1(4:1).— Schönpriesen: DFK Aussig gegen DSM 2:2(2:1).— Nestomitz: DFK gegen DSV Leitmeritz 3:2(3:1).,— Mähr.- Ostrau: Han. Slavia Kremsier gegen SK Schles.- Ostrau 4:3(2:2).— Preßburg:§SK gegen Ungarischer Westgau 7:3.(2:1)..— Budapest: Hungaria gegen Elektromos 4:1(4:1), Ferencvaros gegen TörAves 12:1(5:1), Ujpest gegen Phöbus 4:3(4:8).— Wien: Zidenice Brünn gegen Rapid 1:1(1:0), Wacker gegen Sportklub 2:2(2:0), Favoriten gegen Floridsdorf 4:4(2:0).— Wiener- Neustadt: Austria gegen Wr.-Neustadt 3:0(2:0). — M k tz: SK Pilsen gegen FC 4:3(2:1). Der Wiener Dreiklubkampf im Schwimme« zwischen Hagibor Prag. Bar Kochba Preßburg und Ha- koah Wien endete bei den Männern mit dem Siege Bar Kochbas mit 149 vor Hakoah 119 und Hagibor 91 Punften und bei den Frauen blieb Hakoah mit 46 vor Bar Kochba mit 29 Punften erfolgreich. Den kombinierten Wettkampf Wien—Preßburg gewann Hakoah mit 85:82 Punften. Die Schwimmerin KarpeleS(BK Preßburg) stellte über 200 Meter Brust mit 3:11.2 Min. einen neuen tschechoflowaki- schen Rekord auf.— Im Wasserball blieb Hagibor über Bar Kochba mit 8:5(4:5) siegreich. , Aljechin— neuerlich Weltmeister. Die im Haag gespielte 25. Partie wird erst am Dienstag beendet. Aljechin hat die bessere Qualität. Gewinnt er diese, so besitzt Dr. Aljechin 15.5 Punfte und damit neuerlich den Weltmeistertitel, den Dr. Euwe verteidigt. Der derzeitige Stand ist 14.5:9.5 Punkte zugunsten Dr. Aljechins. Bestegt— aber zufrieden. Die knappe Niederlage unserer Nationalmannschaft in England, die gemeinen Erwerbsteuer rund: KL 23.000.000.—, auf die Gemeindezuschläge zur besonderen Erwerbsteuer rund KL 31.000.000.—, auf die Zuschläge zur Rentensteuer und zur Steuer von höheren Dienstbezügen rund: KL 9,000.000.—. Eine sehr starke indirekte Besteuerung liegt in den präliminierten Einnahmen: Zuschläge zur Linienverzehrungsteuer: KL 16.000.000.—.; Zuckerabgabe: KL 3,200.000.—; Fleischbeschauabgabe: KL 8,500.000.—; Getränkeabgaben aller Art: KL 17.600.000.—. In der Kategorie der Konsumbelastung und indirekten Besteuerung gehören ferner folgende Gemeindeabgaben: Mietzinsabgabe: KL 75,000.000.—, Kanalisationsabgabe: KL 2.200.000. Elektrizitätsabgabe: KL 4.100.000.—. Zum Teile werden die breiten Massen auch belastet von der Bergnü- gungsabgabe im präliminierten Betrag von KL 16.000.000.—. Eine sehr starke Konsumbelastuna erblicken wir in dem Erträgnis der Verkehrsabgabe, welches mit KL 21,000.000 präliminiert ist und in der Müllab- fuhrabgabe. von KL 9,400.000.—. lieber die politische Stellungnahme unserer Partei zur Gemeindeverwaltung der Stadt Prag soll in einem besonderen Aufsatz die Rede sein. Egon S ch w e l b. „Was fordert die Düsend von der Demokratie?* Oeffentliche Versammlung mit Genossen Abg. K ö g l e r als Redner im großen Saal des Handwerkervereins, Prckg II., Ve SmeLkach 22, am Freitag, den 10. Dezember. Beginn halb 8 Uhr. Anschließend freie Diskussion.— Genossen und Genossinnen, kommt vollzählig dieser wichtigen Veranstaltung der SOZIALISTISCHEN JUGEND KREIS PRAG! Spielvlan Dienstag 8: Kleines spiel Gisela Werbezirk, AI.— Mittwoch 8 Uhr: Die Weber, B 2.— Donnerstag halb 8 Uhr: Der König von Nvetot. CI.— Freitag 8 Uhr: Die Weber, D.— Samstag halb 8: Kleines Glück auf der Wieden, C 2.— Sonntag halb 3: Der Gol- deneKranz. GastspielWerbe» zirk, Arbeitervorstellung, halb 8: Frauen in New Nork, A 1. Spielvlan der Kleinen Bühne. Heute Dienstag, abends 8 Uhr: George und Margaret. — Mittwoch 8 Uhr: Drei Akte mit Musik, Bankbeamte 2 und freier Verkauf.— Donnerstag 8: Hilde und das Lotteriespiel.— Freitag halb 8; George und Margaret, Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf..— Samstag halb 8: Kabale und Liebe, neuinszeniert.— Sonntag 3 Uhr: Glück. 8: George und Margaret. Jugend und Demokratie In einer Zeit des Niederganges des Kapitalismus, in der di« Widersprüche dieser GeseUschafts- ordnung immer größer, die Konjunkturphasen immer kürzer und unergiebiger werden, erscheint die Demokratie großen Teilen der herrschenden Klasse als ein« zu mild« und unsicher« Herrschaftsform Die Demokratie im bürgerlichen Staate gewährt jedem politische Freiheiten, die Möglichkeit, sein« Nieinung zu äußern und auf die gesellschaftliche Entwicklung Einfluß zu nehmen. Der Faschismus beraubt das Volk dieser Freiheiten, versklavt es und hält feine schöpferischen Kräfte in Ketten. Aus diesen Erwägungen ist di« Flucht'zum Faschismus aller Kner zu erklären, die das Rad der Geschichte aushalten möchten, die einem jeden Fortschritt abgeneigt sitü>. da sie dadurch ihre Herrschaft einbüßen könnten. Die Jugend jedoch, die ihren Platz in der Gesellschaft erst einnehmen soll, hat ein Interesse an dem Vorwärtsschreiten der Gesellschaft; denn nur dadurch ist Entfaftungsmöglichkrit aller ihrer körperlichen und geistigen Kräfte gewährleistet. Sie muß daher den Faschismus ablehnen, der ihr keinen i Raum zum Atmen, zum Leben bietet, sie muß zum\ Fortschritt, zur Demokratie stehen, wenn sie nicht körperlich und geistig verkommen will. Große Teile der Jugend wissen das bereits, lieber viele Fragen und Problem« herrschen allerdings auch unter ihnen verschiedene Meinungen. Diese sollten in offener und demokratischer Weise ausgetauscht werden. Die sozialistische Jugend ergreift die Jnitia- ttve: Am Freitag, den 10. Dezember, veranstaltet sie tm großen Handwerkervereinssaal, Prag II.. V« SmeLkach Nr. 22, eine öffentliche Versammlung. in der Abg. Franz Kügler aus Bodenbach zur Frage„W as fordert die Jugend von der Demokratie?" Stel- ! lung nimmt. In der folgenden Diskussion kann je- I der. welcher politischen Richtung er auch angehören mag, das Wort ergreifen und seine Meinung sagen. Die sozialistische Jugend wird sich mit diesen Meinungen in oflener und demokratischer Weise aus- einandersetzen. auch dann, wenn sie aus den Reihen jener kommest, die gar viel« Forderungen an die Demokratie stellen, ohne sich selbst zu ihr zu bekennen.. Jubiläumsfeier der OSC. Im großen Saal auf der Slawischen Insel begingen am Sonntag die tschechoslowakischen freien Gewerkschaften die Feier ihres vierzigjährigen Bestandes. Die deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei war durch ihren Vor- \ sitzenden Gesundheitsminister Dr. Czech, der Deutsche i Gewerkschaftsbund durch Anton Schäfer-Reichenberg vertreten. Fürsorgeminister Jng. NeLas, Senator NLmekck und Abg. Tayerle hielten Ansprachen, in welchen sie di« Entfaltung, Bedeutung und die Aufgaben der freien Gewerkschaften würdigten. Die Deutsche Hauptstelle für WvhnungS- und SiedlungSfürsorge veranstaltet am Freitag, den 10. Dezember 1937. halb 6 Uhr abends, im Dachgartensaal deS Deutschen Hauses(Prag II., Graben 26) einen Vortrag über düs Thema»Der Internationale Wohnungskongreß in Paris 1937 und di« so- zialpolittsche Bedeutung seiner Ergebnisse". Eintritt frei. Gäste willkommen. Aut» durchbricht Bahnschranken. In den frühen Morgenstunden des Montag kam es in der Liebener Primätorskä an den Bahnschranken der Strecke Prag—Lisä zu einem aufregenden Zwischenfall, der zu einer schweren Katastrophe hätte führen können, wenn nicht die Geistesgegenwart des Schrankenwächters im letzten Augenblick die Gefahr abgewendet hätte. Der von seinem betrunkenen Besitzer gesteuerte Mietswagen des Taxikonzessionärs Josef Rek- v i n d a aus Zijkov rannte gegen die herabgelaffe- nen Bahnschranken, durchbrach sie und blieb auf der Strecke stehen. Da der Wagen weder vorwärts noch rückwärts konnte, wäre eine schwele Katastrophe wohl unausweichlich gewesen, wenn eS nicht dem Schrankenwächter im letzten Augenblick gelungen wäre, seinen Kollegen, der den nächsten Streckenabschnitt gegen BhsoLany zu betreuen hat, zu verständigen, der eben noch Zett hatte, das Signal auf„Halt" umzustellen und den Zug zum Stehen zu hringen. Inzwischen hatte die Polizei den betrunkenen Autolenker festgenommen, der später den Versuch machte, sich vor den Zug zu werfen. Es wurde festgestellt, daß das Auto von drei Fahrgästen besetzt war, von denen indessen zwei Unbemerkt das Weite gesucht hatten. Der dritte Fahrgast tvurde besinnungslos mit einer ernsten Kopfwunde aufgefunden. Konstruktion und prachwolle Wiedergabe im wahrsten Sinne des Wortes auf den Spielplatz White Hart Lane gebracht hat. Bei Reportagen, deren Uebertra« gung oft mit großen Schwierigkeiten verbunden ist, muß der Empfänger auch die kleinsten akustischen Details zuverlässig und genau wiedergeben. Die kommende Saison bringt uns eine gctnze Reihe interessanter Reportagen. Benützen Sie daher diese Ge- i leyenheit und erproben Sie den Empfang am Gerät I Hymnus, das Ihnen jeder Radiohändler gerne unverbindlich vorführt. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich KL 16.—. vierteljährlich KL 48—. halbjährig KL 96- ganzjährig ¥ 192.—.— Inserate werden laut Taris billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.- Rückstellung-on Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken.—Die ZeiningSfranka'ur wurde von der Poft» und Teltz» graphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/VII/1SÜ0 bewilligt.(Äontrollpostamt Praha 25.— Druckerei:„Orbis", Druck-, Verlags- und 8eitungS-L.-G. Prag." •ef«OSfte,»le in«»der» Tuaer-eUmioen inseriere», ab« des» nicht berückgchtiaen. bekunde» damit, datz sie die wirt- schaltliche Bedrutnna der KanstraU unser« Leier»och nteiftt erkannt bade« oder nicht« kenne» wollen,-ieituua tetr» britzl. auch den AneeiaenteU beachte» und beim Llnlaui die Anlerente» bevoreuaen. Memand wird- sich Ge- schüttaieuteu ankdrSnaen, die tlrdelterkundlchaN nicht• IM HMtra miffee Kleinpiano»' -Pian-tt< Pedaizueaeeerg^ Günstige Preise, queme Haien, Tam« Miete mit KaufnuA lichteit, Reparatur«* Eilmmpflege, Mc»eltMorff* 3» 35 Staaten ftitntig vertrete» Fabrik:»rorgewald«. Handlung, Verliert bei einem Schiffbruch die rechte tausende Rundfunkhörer aufmerksam verfolgt haben, seinen besten Matrosen an die brachte im großen und ganzen allgemeine Zufriedenmörderischen Raubsiiche, und seine Ehe mit der heft. Noch zufriedener waren jedoch diejenigen Hörer, Tochter des toten Matrosen endet ebenfalls tm Zn. I welche den Verlauf des Meetings mit dem modernen di- Frau stbsp-nstig macht, vorw-rs-n will. abe^|'^""US System Telefunken, selbst sein Leben dabei verliert. Durch daS virtuose|^^^^^.^^^^^orragende Spiel Edward G. Robinsons(den man von""'“"** dem Gangster-Film„Die ganze Stadt spricht davon" und von dem Wildwestfilm„Die Spielhölle an der Goldküste" in Erinnerung hat) wird die wilde Gestalt des Kapitäns menschlicher und interessanter als sie erdacht ist. Selbst die Sentimentalitäten der Rolle erscheinen als glaubhafte Aeußerungen einer unbeholfenen und einfachen Natur. Die übrigen Hauptdarsteller freilich sind unzulänglich, nur in den Nebenrollen, unter der Schiffsmannschaft, gibt es gute Episodcnfiguren. Der Regisseur Howard H■ a w k s hat besonders die gefahrvollen Szenen auf hoher See effekwoll gestaltet, während ihm der Teil der Handlung, der auf dem Festland spielt, allzuoft herkömmlich und kitschig geraten ist. — eis—