Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme de» Montag täglich frSH/ Einzelpreis 70 Heller Redaktion und Verwaltung: Prag XL, Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Ker»,Prag Nur dem Inhalt: Urteil in Böhm.-Leipa morgen Hodia verhandelt mit den Polen Die Arbeitslosigkeit in den deutschen Bezirken Einmalige Aushilfe für die Bergarbeiter 17. Jahrgang Mittwoch, 8. Dezember 1937 Nr. 288 Französisch-polnische Freundschaft fest Eine Erklärung der beiden Außenminister Krakau.(Havas.) Die Außenminister D e l b o s und Beck empfingen während der Fahrt nach Krakau im Speisewagen die Journalisten, denen sie nach Abschluß ihrer gemeinsamen Besprechungen folgendes Kommunique übergaben: „Im Verlauf der Unterredungen, die Minister Delbos in Warschau mit allen führende« Persönlichkeiten der polnischen Politik hatte, wurde im Geiste loyaler Zusammenarbeit die Prüfung aller Probleme fortgesetzt, welche die franzöfisch- polnischen Beziehungen im" besonderen und den europäischen Frieden im allgemeinen berühren. Mehr als einmal wurde konstatiert, daß das seit dem Jahre 1821 bestehende französisch-polnische Abkommen ein daurprdes Grundelement der Politik der beiden Länder bildet, welche gleichzeitig im Interesse der Entwicklung des Friedens dauernde Beziehungen mit allen Völkern aufrechterhalten. Beide Außenminister bekräftigen gegenseitig den gemeinsamen Willen, auf allen Gebieten der Politik die vertrauensvolle Zusammenarbeit fortzusetzen, die stets den Interessen und Bestrebungen der beiden Völker entspricht und auf eine allgemeine Beruhigung und internationale Stabilisierung gerichtet ist". StojadlnovIC beschwichtigt Frankreich London.(Ei genberich t) Zmn Be» suche von Stojadinovii!, des jugoslawischen Ministerpräsidenten. in Rom, verlautet in Paris, daß eine weitergehende Bindung der jugoslawischen Politik in Rom als bisher nicht zu erwarten sei. Stojadinovic habe darüber beruhigende Zusagen »ach Paris gegeben.— Stojadinovic wird im Lanner auch Berlin besuchen. beim Papst Die Audienz Dr.. DtojadinoviL' beim Papst bauerte eineinhalb Stunden, die Unterredung mit Kardinal-Staatssekretär Pacelli 40 Minuten. Es wird versichert, daß diese Gespräche ausgesprochen herzlich waren. KStorornanlsch anerkannt Ein beispielhafter Beschluß der Schweiz Bern.(SDA.) Der schweizerische Nationaltat hat einstimmig die Gesetzesvorlage ange- twmmen, wornach neben der deutschen, der fran- -ösischen und der italienischen Sprache die rät>.- 1 o manische Sprache als schweizerische Natio- »alsprache anerkannt wird. In der Debatte be» lonten der Borstand des Departements für innere Angelegenheiten, Bundesrat Etter, und die Redner aller größeren Parteien die Notwendigkeit der An« Erkennung dieser Landessprache und Hecken hervor, aaß dies einen Schritt auf dem Wege der Erhaltung der Freiheit und Unabhängigkeit der schweizerischen Eidgenossenschaft bedeutet. Franco In Flöten t London.(Eigenbericht.) InLondon wird «er dort mitgeteilte Entschluß Francos,. eine wlockade der Valencia-Küste einzuachten, als ein Anzeichen dafür aufgefaßt, daß »ranco seine Hoffnung immer wenigem auf eine direkte militärische Entscheidung setzt, sondern sich auf die A ji«* u ngerungstaktik verlegen iustl. Franco^önnte nach dem geltenden Seerecht hie Blockade.nur dann verhängen, wenn ihm das "echt einer kriegführenden Partei zuerkannt und er außerdem imstande wäre, die Bwckade effektiv hu gestalten. Mit seinen maritimen Streitkräften «Mn er dies jedoch nicht. Auch das Minenlegen, «an Zwecke einer Lahmlegung der Handelsschisf- Mrt, widerspricht dem geltenden Seerecht. Aus Men Gründen hat England es abgelehnt, «je Mitteilung Francos über die Verhängung der Blockade zur Kenntnis zu nehmen.— In London chird des weiteren bekannt, daß Franco in letzter Zeit größere Zahlungen an Deutschland und Jta- «e» in der Form von Rohstoff- und Lebensmit» 'Lieferungen leisten mußte. Diese Lieferungen haben eine fühlbare Wirkun« auf die LebenSmit- E?lbersorgung in dem von Franco besetzten spanischen Gebiet. Nanking in Flammen? Die Chinesen vernichten ihre Vor dem Einmarsch der Japaner Hauptstadt Nanking.(Reuter.) Die Berteidiger der chinesischen Hauptstadt haben Nanking in Brand gesetzt. Die Munitions- und Betriebsstoff- lager, die Hangare und Werkstätten auf den Flugplätzen wurden systematisch vernichtet. Es geschieht zum erstmal in der Geschichte Nankings, daß dir Hauptstadt in die Hände von Ausländern fällt. Alle chinesischen Flugzeuge haben Dienstag bei Morgengrauen Nanking verlassen und find nach der neuen Basis im Innern des Landes abgeflogen. Die beschädigten Maschinen, die wegen Zeitmangels nicht mehr repariert werden konnten, wurden zerstört. Die chinesischen Militärbehörden haben den Befehl gegeben, drei große Brände zu legen. Zweck dieser Vernichtungsaktipn ist, alles zu zerstören, was dem Feinde als Obdach dienen könnte. Das gelegte Feuer hat die Gebäude an den strategisch bedeutsamen Stellen in Nanking zerstört. Die zurückweichenden chinesischen Truppen setzen auch die Dörfer in der Umgebung in Brand. _ Reisende aus Tschinkiang melden, daß die gesamte Bevölkerung dieses einst blühenden internationalen Hafens, insgesamt 130.000 Personen, auf das andere Ufer geflüchtet ist und daß die zurückgehenden Truppen die Stadt angezöndet haben. - Die Japaner besinden sich bereits in den Bororten Nankings, das von de« Zivil- und Militärbehörden schon früher verlassen wurde. MarschaU Tschiaugkaischek hat sich Diens tag vormittags im Flugzeug nach Rantschan begebe«. Einsetzung einer Vasallenresieruns? Tokio. Wie Domei mitteilt, erwartet man für den Fall der Einnahme der chinesischen Hauptstadt, daß die japanische Regierung in einer feierlichen Erklärung der chinesischen Regierung die Anerkennung entziehen werde. Anscheinend beabsichtigen die Japaner die Einsetzung einer chinesischen Basallenregierung in Nanking, doch wird angenommen, daß dies an dem festen Willen der rechtmäßigen Regierung zu weiterem Widerstand nichts ändern, daß also der Krieg fortdauern würde. Tschangkalschek nur knapp entronnen Von japanischen Fliegern hartnädcig verfolgt Nanking. tReuter.) Japanische Flieger verfolgten die schnelle, dreimoiorige Maschine, die Marschall Tschangkaischek, dessen Gattin und dessen australischen Berater Donald aus Nanking fortbracht». Dir Verfolgten und die Verfolger steigerten die Geschwindigkeit bis an die Grenze des Möglichen, doch gelang eS dem chinesischen Flugzeug, das einen Augenblick lang bereits eingeholt schien, schließlich den japanischen Fliegern doch zu entrinnen, welche die Verfolgung über Anking, der Hauptstadt der Provinz Anwei, aufgaben. polens Volk umjubelt Delbos London. fEigenbericht.) Die Be-! richte der französische« Presse über de« Besuch do« Delbos i« Warschau zeigen, daß die Maffen- stimmnng in Polen eindentiger als je für die innigste Freundschaft zwischen de« beide« Länder« spricht. In dieser Hinsicht war die Reise des französische« Außenministers.eine wahre Trinmphfahrt. Der polnische Außenminister, Beck, zeigte aber in den Sachfrage« keinerlei Neigung zu nennenswerten Zugeständnissen. Er will das„polnische Systems den Kordon neutraler Staate« rings«m die Sowjetunion, aufrechterhalte« und ausbauen und ist nicht bereit, durch ein Entgegenkommen an die Tschechoslowakei Deutschland zu verstimmen. * Delbos nach Bukarest Krakau.(PAT.) Der französische Außenminister Avon Dslbos ehrte Dienstag vormittags das Andenken des Marschalls Pilsudski durch einen Besuch beim Sarge im Schlosse von Wawel und fuhr mittags nach Bukarest ab. Bukarest.(Eigenbericht.) Die natio- nalzaranistische Opposition, der nunmehr auch Titulescu angehört, hat beschlossen, sich an den Empfangsfeierlichkeiten für Delbos nicht zu beteiligen. Dieser Schritt ist eine Demonstration gegen die Regierung Tatarescu. Labour-Führer in Madrid Auch französische Sozialisten In Spaniens Hauptstadt Madrid.(Ag. Esp.) Die britischen La- bour-Abgeordneten E. Attlee, Ellen Milkins o n und PH. Roel Baker besuchten mehrere Kriegsfabriken und den Leiter der Kommission für Sanität und Wiederaufbau der Hauptstadt, Julian B e st e i r o. Bei einem Empfang durch die Stadtverwaltung erklärte Attlee, daß sie durch ihre Aufnahme im republikanischen Spanien tief bewegt seien und er fügte hinzu, daß der grandiose Widerstand und die glänzende Arbeit, die sie gesehen haben, nicht nur für Spanien getan seien, sondern für alle Demokratien.— Me französischen Parlamentarier Jean Z y- romski.und Andrö Morizet sind hier eingetroffen. Zyromski äußerte sich in gleichem Sinne wie Attlee. Zur internationalen Lage sagte er, daß zu seinem tiefen Bedauern diese tn bezug auf Spanien unverändert zu sein schein«. Trotz der wachsenden Sympathie Frankreichs für seine Schwesterrepublik könnten Fortschritte nur mit einer Langsamkeit erzielt werden, die alle Freunde Spaniens und des Weltfriedens zur Verzweiflung bringen müßten. Der Verlust des Nordens sei für die Entscheidung nicht maßgebend. Diese falle an den Fronten von Madrid, Aragon und des Südens und dank der Regierung, der stärksten in der modernen Geschichte Spaniens, seien diese Fronten inuneinnehmbareFe- st u n g e n verwandelt, an denen sich der Faschismus hoffentlich ein für Älemal seine Zähne ausbrechen werde. Barcelona bombardiert Flugzeuge der Aufständischen bombardierten Dienstag gegen 15 Uhr Barcelona. Abends teilten die Behörden mit, daß bei diesem Fliegerangriff etwa 50 Personen getötet und rund 100 Personen verletzt wurden. Lesen die Aufnahme der küssen In den IGB London.(Eigenberich t.) Die belgischen Gewerkschaften haben sich gegen die Aufnahme der Russen in den Internationalen Gewerkschaftsbund ausgesprochen. Man erwartet, daß sich auch in den skandinavischen Ländern Widerstand gegen die Aufnahme der Russen geltend machen wird. Stalins Kampf gegen die Opposition Die»Berner Tagwacht", eines des führenden Organe der schweizerischen Sozialdemokratie, veröffentlicht interessante Enthüllungen des früheren Führers der schweizerischen Kommunisten Walter Bringolf, der erst vor kurzem aus der Kommunistischen Partei ausgeschieden ist. Die Darlegungen Bringolfs, die hauptsächlich den Kampf Stalins gegen die Opposition in Rußland schildern, berühren sich in vielem mit den Veröffentlichungen, die wir im letzten Jahr gebrächt haben. Sie bringen aber darüber hinaus neue bemerkenswerte Einzelheiten und enthalten Angaben, die bisher der westeuropäischen Oeffent- lichkeit unbekannt waren. Bringolf geht bei seinen Betrachtungen über den Charakter der gegenwärtigen Phase der russischen Entwicklung von der Tatsache aus, daß der enorme wirtschaftliche Aufschwung in der Sowjetunion, der Millionen Menschen in den Mechanismus der modernen Großindustrie und Technik hineinzog, gleichzeitig auch eine recht bedeutende Schicht fähiger und entwickelter Arbeiter und Bauern in den Vordergrund gerückt hat, die mehr und mehr das Bedürfnis nach Freihei t und S e l b st t ä t i g k e i t empfinden.- In derselben Richtung, zur Freiheit und Selbsttätigkeit der Bevölkerung, wird die Sowjetunion durch die Bedürfnisse der A r m e e und der Wirtschaft getrieben."Die Armee braucht, namentlich im Hinblick auf die drohende KriegS- ■ gcfahr, eine ununterbrochene Arbeit■ der Juhu« I strie und der.Landwirtschaft. Wie Bringolf behauptet, ist die Idee einer neuen Sowjetverfassung, die dem Volke mehr Freiheit sichern soll, in den Spitzen der R o te n A r m e e entstanden. ES unterliegt keinem Zweifel, schreibt Bringolf, daß eine ehrliche und vernünftige Verwirklichung dieser Idee eine neue Epoche in der Geschichte Sowjetrußlands einleiten würde. Das wäre aber notwendigerweise verbunden mit der B es e i ti» gung der Diktatur und der T er• rorherrs ch a f t. Das jedoch ist für S t a- l i n und den von ihm ge'chaffenen Apparat unannehmbar. Stalin und sein Apparat erwiesen sich als unfähig, den neuen Weg zu beschreiten. Stalin, dem es an jeder schöpferischen Phantasie mangelt, war außerstande, sich von den Fesseln seiner eigenen Vergangenheit zu befreien. Diesem Umstande ist es zuzuschreiben, daß gerade jene Artikel der neuen Verfassung, in denen der Bevölkerung gewisse demokratische Rechte und Freiheiten versprochen werden, im.Politbüro" gegen die Stimme Stalins angenommen wurden. Diese Tatsache wird dadurch nicht aus der Welt geschafft, daß die gesamte Sowjetpreffe Stalin als den eigentlichen Schöpfer der neiien Verfassung Preist, und daß diese selbst als»stalinistische Verfassung" bezeichnet wird. Die bedeutendsten Führer der Kommunistischen Partei und der Armee haben in den letzten Jahren fortgesetzt darauf hingewiesen, daß die bürokratischen Methoden des Stalin'schen Apparates mehr und mehr in schärfsten Widerspruch geraten mit den Tendenzen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung der Sowjetunion. Das gleiche ist von unzähligen Delegationen wirtschaftlicher und militärischer Organisationen Stalin berichtet worden, von dem die Aufhebung einer Reihe von Verfügungen und Dekreten verlangt wurde, die in bürokratischer Beschränktheit die neue Entwicklungsphase in der Sowjetunion ignorieren und ihren Fortschritt hemmen. Es ist allgemein bekannt, daß Stalin jegliche Kritik, selbst die kollegialste und sachlichste, stets als eine persönliche Beleidigung empfindet. (Hinweise darauf finden sich bereits in dem berühmten.Testament" Lenins, das die Engstirnigkeit Stalins geißelt.) Jede Kritik hat bei ihm stets das heftigste Mißtrauen geweckt. Sein Mißtrauen wurde noch verstärkt, als die Kritik, die ursprünglich aus den Kreisen der Wirtschaftsführer und Militärs kam, begeisterten Anllang fand bei solchen Oppositionellen, wie Sinowjew, Kamenew, Rykow. Bucharin usw. Der Verdacht, den Stalin schöpfte, war nicht völlig grundlos. Denn in führenden Kreisen begann man. angesichts des Widerstandes Stalins gegen Reformen, davon zu sprechen» daß es notwendig sei, personell« Aenderungen in der obersten Leitung tzes Staates und der Partei herbeizuführen. Es be- Seite 2 ftand der Plan, Stalin mit irgendeinem Ehren-| posten abzufinden, oder ihn sogar völlig aus dem politischen Leben zu entfernen. Mittwoch, 8. Dezember 1937 Steuervorlagen teilweise geändert Bevor alle diese Stimmungen und Pläne Differenzen wegen der Kunstfett- und Weinsteuer tonkrete Formen angenommen hatten, ging StaYin mit der ihm eigenen Unerbittlichkeit und von Nr. 288 den Weinbau vorzulegen, das alle bisherigen Ingleichheiten in diesem Produktionszweig beseitigt. Tatsächlich stellte der Referent den Antrag, die Vorlage von der Tagesordnung abzuseßen und eine entsprechende Resolution betreffend die Vorlage eines Weinbaugesezes zu fassen. Wie die Prager Presse" meldet, haben die teidigungsbeitrag und die Steuer Der Sozialdemokrat Chalupa wendete jedoch Härte zum Angriff über, ohne Rücksicht darauf, neuerlichen Beratungen der Koalition über die außerordentlichen Gewinnen beantragte der Referent ein, daß dieses Vorgehen absolut ungewohnt sei und welche Folgen seine„ Strafmaßnahmen" für die Bedeckungsvorlagen am Dienstag in vielen Bunk- einige Aenderungen. So sollen beide Steuern ein- das Schicksal der Vorlage so nicht gelöst werden innere und äußere Lage der Sowjetunion haben ten zu einer Verständigung geführt. Die Vertre- heitlich auf drei Jahre gelten. Im Paragraph 5 fönne. Ein Weinbaugeset sei schon seit acht Jahren würden. Alle anderen Erwägungen traten bei ter der einzelnen Koalitionsparteien hätten auch die Mindestabgabe vom Anlagekapital von 1.5 auf schaffen werden, daß der gestellte Termin auch wirksollen die Holding- Gesellschaften ausgelassen und in Vorbereitung; es müsse also eine Garantie ges ihm vor der Frage der Erhaltung seiner per von verschiedenen Abänderungsanträgen Abstand 1 Promille herabgesetzt werden. Ferner foll die lich eingehalten werde. Auch Dr. Klapka( Nat.sönlichen Ma cht in den Hintergrund. genommen; andere Bestimmungen feien aber noch Steuer von außerordentlichen Gewinnen eine Ab- Soz.) betonte, daß er mit dem Antrag des Referennicht feit vereinbart worden. Man rechnet aber zugspost bilden und binnen 60( statt 30) bamit, daß der Budgetausschuß die Abstimmung zahlbar sein. Ueber die Möglichkeit von vierteljähr. daß die Vorlage vom Standpuntte der Steuertechnit Tagen ten nicht übereinstimmen könne, obwohl er zugebe, über die Bedeckungsvorlagen am Donnerstag vor- lichen Zahlungen werde noch verhandelt. nehmen kann. Am selben Tag soll auch die noch und des Ertrages wenig befriedigend sei. Darauf Bezüglich der geplanten Erhöhung der Steuer erklärte sich der Referent damit zufrieden, daß der fehlende Vorlage über die Kartellabga= vonalkoholisierten" Weinen( mit einem Altohoi Regierung die Möglichkeit gegeben werde, darüber gehalt von mehr als 13 Prozent) erklärte der Re- noch zu verhandeln. Chalupa beantragte, die Steuer ben im Parlament eingebracht werden. ferent Martinásek plößlich, daß der Ministerpräsident erst bei 14prozentigen Weinen beginnen zu lassen, Der Budgetausschuß der Kammer mußte sich und der Finanzminister gegen die Zurück zie damit die Weinerzeugung aus Obst, Heidelbeeren etc. deshalb am Dienstag mit der Spezialde- hung dieser Vorlage nichts einwenden wür- nicht geschädigt werde. Auch über diese Vorlage Jagoda war jahrelang eng mit Stalin ver- batte über die erwähnten Vorlagen begnügen. den, falls der Ausschuß die Regierung beauftragt, wurde die Abstimmung bis zur nächsten Sizung bunden, mit dem er durch dick und dünn ging. Zur Annahme gelangte lediglich die Verlängerung spätestens bis Juni 1938 ein ordentliches Gefeß über vertagt. Roch während des ersten Prozesses gegen die der Zuschläge zur Ümfaz- und Lurussteuer bis Opposition im August 1936, der mit der Erschie- Ende 1938. Zu den übrigen Vorlagen brachten Wie Stalin feinen Vernichtungsfeldzug gegen feine Gegner geführt hat, ist allgemein bekannt. Bei der Schilderung dieses Feldzuges unterstreicht Bringolf besonders die Affäre des früheren Chefs der GPU, I a goda, über den neuerdings berichtet wurde, daß er im geheimen Verfahren zum Tode verurteilt worden sei. Das Budget im Senatsausschuẞ hung Sinowiews, Stamenews und anderer after die Referenten verfchiedene Abänderungsanträge Das Budget Bolschewisten endete, war Jagoda voll und ganz ein, soweit sie von der Koalition bereits vereinmit Stalin einverstanden. Aber nach diesem Pro- bart wurden. zeß begann Jagoda zu schwanken. Hier weist Bei der Verhandlung der Runstfett= Bringolf auf einen Vorgang hin, der bisher in und der Weinsteuer traten jedoch offene Westeuropa unbekannt war: In Verbindung mit Mishelligkeiten zwischen den agrarischen Refedem Augustprozeß wurde dem Zentralfomitee der renten und den Sprechern der tschechischen LinksKommunistischen Partei eine von 2000 alten parteien wie auch der Gewerbepartei zu Tage. Bolsche wisten unterzeichnete Ueber die Verlängerung der Krisenzuschläge zur Dentschrift überreicht, in der die Metho- Einkommen und zur Tantiemeniteuer referierte den Stalins flar und unzveideutig verurteilt Abg. Novak. Er schlug vor, diese Zuschläge nur wurden. Unter den Unterzeichnern befanden sich für drei und nicht für fünf Jahre festzulegen, da viele alte Freunde und Kampfgenossen Jagodas. auch der Wehrbeitrag nur für drei Jahre gelten soll. Vor die Notwendigkeit gestellt, harte StrafmaßBei der Spielkartenabgabe foll gemäß einer nahmen gegen die Unterzeichner des Memoran- Vereinbarung der Koalition der Stempel für Karten dums zu ergreifen, wurde Jagoda schwankend. aus dauerhaftem Material nicht 80, sondern blog 60 K betragen. Das führte zu seinem Untergang. Die strafende Hand Stalins traf ihn selbst. In Verbindung mit dieser Affäre schildert Bei der Steuer von Limonaden, Soda- und Mineralwässern empfahl der Referent einen Zusaß, wo durch der Finanzminister ermächtigt wird, die Steuer bei Limonaden und Sodawasser zu pauscha Iieren. Hackenberg spricht in der Generaldebatte Der Budgetausschuß des Senats eröffnete Leute in anderen Gegenden und vielfach durch Gene Dienstag früh die Generaldebatte über den rationen degeneriert ist. Staatsvoranschlag mit einem Referat des Bericht- In Besprechung der Arbeitslofenziffern weist erstatters 3 eman. In der Debatte sprach auch Hackenberg darauf hin, daß wir nicht nur in den Genosse Hackenberg, dessen Nede wir weiter Industriegebieten noch viele Arbeitslose haben, sondern auch noch viele tausende arbeitslose Bauarbeiunten im Auszug veröffentlichen. ter in den deutschen Gebieten. Bei dat öfentlichen Am Nachmittag setzte bereits die Spezial- Banten, die hier aufgeführt werden, werden oft debatte über die ersten drei Budgetkapitel ein. Arbeiter aus entfernten Bezirken Gegen Abend hielt Ministerpräsident Dr. Hodža berangebracht, während die deutschen Bauarbeiter ein längeres Schlußwort, das jedoch erst Mittwoch dieser Bezirke weiter ohne Beschäftigung bleiben! Es wären da viele dringende Inve ausgegeben werden wird. stitionen durchzuführen, Spitäler, Wasserleitun gen, Amtsgebäude usw. Sie zu unterlassen oder auf zufchieben, weil die nötigen Mittel nicht vorhanden find, ist ein unrichtiger Standpunkt, solange es noch hunderttausende Arbeitslose gibt. * Hackenberg kam zunächst auf die Mitarbeit des Spa rausichufies am Budget ausführlich zu sprechen. Es hat den Ausschuß mitunter sehr web getan, einzelne Budgetposten zu streichen. In Hinfunft wird man bei der Zusammenstellung des VorBringolf auch die Haltung des Marschalls B Iü= Die Klagen, daß die einzelnen Ressorts nicht anschlages doch etwas gründlicher vor entsprechend dotiert sind, sind allgemein. Wenn Milcher. Allgemein wurde Blücher in der Sowjet- Ueber die Kunst fettsteuer referierte der gehen müssen. Der Sparausschuß hat heuer nicht das liarden für Rüstungszwecke ausgegeben werden müſ union zur Opposition gezählt. Es besteht auch Agrarier Hruby in einem ungewöhnlichen Ton. Er ganze Material zur Hand gehabt, sondern nur die fen, dann leiden eben alle darunter; verantwortlich kein Zweifel, daß Blücher im wesentlichen mit behauptete, daß die Konstruktion des Gesetzes die Endsummen der einzelnen Ressorts und jene Posten, hiefür sind aber die Friedensstörer. Wenn wir Soseinen Kameraden aus dem Führerkreis der Roten volkswirtschaftlichen Interessen mißachte; namentlich deren Herablebung das Finanzministerium zialdemokraten den verschiedenen Drosselungen im Armee einverstanden war, die später erschossen sei es nicht richtig, daß der Regierungsentwurf die seit benatragte. Das ist aber keine richtige Kontrolle Budget zugestimmt haben, so tun wir dies nicht nur wurden. Das hinderte ihn jedoch nicht, als Rich- Schweinefett fallen lasse. Er zog alle Register auf. alle Bosten zu überprüfen und zu erwägen, ob wir uns sagen, daß wir in der Schuldenwirtschaft 1934 bestehende Beimischungspflicht von 5 Prozent Der Sparausschuß müßte die Möglichkeit haben, im Intereffe der Staatsverteidigung, sondern weil ter dem Gericht beizutreten, das seine Gesinum darzutun, daß durch die eintretende Verminderung man nicht irgendwo anders sparen könnte als gerade nicht so fortfahren können. Sonst würde die große nungsfreunde zum Tode verurteilte. der Fetteinfuhr aus den Staaten der Kleinen Entente dort, wo es das Finanzministerium vorschlägt. Die Gefahr einer Geldentwertung Von hohem Interesse sind namentlich jetzt, und aus Ungarn unsere Handelsbeziehungen geschä- iezige Form der Mitarbeit des Ausschusses hat entstehen, welche sich für die Bevölkerung noch viel eigentlich den Einfluß der Bürokratie des schlimmer auswirken würde, als die Drosselung des wo mit den Sowjetwahlen vom 12. Dezember ein digt werden würden. Der Sozialdemokrat Chalupa konstatierte Finanzministeriums gestärkt. Man müßte fünftig Budgets und die Bedeckung des Rüstungsaufwandes. neues Kapitel in der Geschichte der Sowjetunion daraufhin, daß der Berichterstatter über eine Vorder parlamentarischen Körperschaft den entsprecheneingeleitet werden soll, die Schlußfolgerungen, lage referiert habe, die nicht existiere; der Ne- den Einfluß einräumen. zu denen Bringolf gelangt. Nach seiner Auffas- gierungsentwurf sebe etivas ganz anderes voraus als Bei der Beurteilung der Einnahmenseite des Matouška( Nat. Ver.) für unhaltbar, daß die Von den sonstigen Rednern erklärte es Dr. fung hat der Terror in Rußland noch bei weitem das, was der Referent vertrete. Dr. Brdlit Budgets dürfen wir nicht übersehen, daß 1937 viel Staatsbetriebe weiter so wirtschaften wie bisher. nicht seinen Abschluß gefunden. Er zweifelt aber( gr.), ein bekannter Gegner der Kunstfettproduktion, fach Steuern für zwei Jahre einlaufen werden. Maigner( SDP) fündigt an, daß die Sop die nicht, daß. Stalin durch seine Terrorpolitik das erklärte, über die Aufhebung der Kontingentierung Daher sind nicht nur infolge der besseren Konjunktur fch wer ste Opposition treiben werde, solange Ende seiner Diktatur und seiner persönlichen ließe sich reden, wenn für Kunstfette ein so hoher Boll heuer höhere Erträgnisse zu erwarten. Wir dürfen nicht dem deutschen Volk( das heißt den Herrschaft vorbereitet. Die Opposition in der wie für Butter eingeführt und die obligatorische Bei- aber nicht allzu sehr hoffen, daß die Konjunktur an- Reuten!) der ihm gebührende Anteil am Staate geSowjetunion nimmt von Tag zu Tag zu und die mischung von heimischen Delsorten in der Höhe von halten wird. 30 bis 50 Prozent( 1) zum Gestehungspreis statuiert Zahl jener, die an die ungeheuerlichen Beschul- würde. Wenn es vielfach als großes Unrecht hingestellt Aus dem Referat Hubkas geht später hervor, Ostrý( Gew.- Pariei) erklärte, daß die wird, daß in vielen Tabakfabriken mehr deutsche daß der Umbau des Senats insgesamt auf 11 Mil digungen gegen verdiente Revolutionäre und Sache nicht vereinbart wurde und der Bericht des als tschechische Arbeiter beschäftigt sind, so muß man lionen kommen dürfte. Im Sibungssaal wird die Parteifunktionäre glauben, schmilzt immer mehr Referenten daher nicht Gegenstand der Verhandlung darauf verweisen, daß im alten Desterreich wie in alte Decke abgetragen werden müssen. Der Ausschuß zusammen. Es gibt in der Sowjetunion 20 bis fein fönne. Der Referent fündigte eine Ergänzung anderen Staaten Staatsbetriebe, insbesondere eben nahm den Antrag Subtas an, eine viergliedrige 30 Millionen Arbeiter, Bauern, Rotarmisten und zum Artikel III an. Tabakfabriken, in Not it and sgebieten Kommission zu wählen, die die Bauarbeiten beauf Sowjetangestellte, die eine gewisse Schulung Zur Regelung des Süßstoffmonopols errichtet wurden, um die Leute vor dem Hunger zu sichtigen und nach Möglichkeit beschleunigen soll. durchgemacht haben und die mit der Entwicklung lagen teine Abänderungsanträge vor. bewahren. Wenn Kollegin Blaminkova gestern er. Später bezeichnete frogner( SDP) den des Landes Schritt halten wollen. Stalin jedoch einem Koalitionsbeschluß dahin ergänzt werden, daß Staates der Bevölkerung in der Konjunktur verhält Selbst wenn die Resolution Jatsch verwirklicht würde. Die Vorlage über die Biersteuer foll nach Härte, daß es in den industriellen Randgebieten des 18. Feber schlechthin als einen Schlag ins Wasser". bemmt diese Entwicklung, er ist jest nichts wei- der gesamte Wehrertrag aus der Erhöhung dem nismäßig viel besser gegangen sei, so ist ihr zu ent- könnte die Regelung des sudetendeutschen Problems ter als ein Symbol des Rückschritts. Das Staate zugute kommt, die Selbstverwaltungskörper gegnen, daß auch in Konjunkturzeiten die Textil. auf administrativem Wege nicht zu einer befriedigen Urteil der Geschichte wird gegen Stalin und aus diesem Titel also keine erhöhten Zuweisungen gebiete um Trautena etc. aus gefpro- den Lösung führen. Die Gesetzesanträge der Sdp feinen Apparat gerichtet sein, mit diesen Wor-| erhalten. chene Elendsgebiete waren. Man findet fönnten ohne weiteres(?) in die Verfassung einges ten schließt Bringolf seine Darlegungen. Auch in der Vorlage über den Staatsver- dort einen Menschenschlag, der viel Kleiner als die baut werden. 32 DERKLEINE 8. Kapitel währleistet wird. Henlein [ spreche ich mit dem Alten, sobald er mal einen Sie schlafen schon auf den verlauften Stroh guten Tag hat." säcken in ihren fargähnlichen Nästen. Durch die Immer dieselben Gespräche, dieselben Re- Spalten der roh gezimmerten Verschalung fidert bolten, die sich beruhigen, sobald das Essen auf- Erde. Dazu die Ratten, deren man sich nicht ers gegessen ist. wehren kann. Sie sind riesengroß und unfagbar Es regnet und schneit. Die Geschüße bleiben im Kot stecken, die Lebensmitteltransporte verfinten. Man watet im Dreck auf den Wegen und VON EUGENE DA BIT tauchen da und dort unsere Unterstände auf wie lich eine Manille. Nach den in den Gräben ohne Lattenrost. Aus dem Sumpf Hinterher spielen die alten Leute gewöhn- widerlich. Sie laufen über die Betten und fressen tauchen da und dort unsere Unterstände auf wie lich eine Manille. Nach den üblichen rituellen alles, was sie finden. Aber das Leben im Unter Berechtigte Uebertragung aus dem Französischen von Bejot Inselchen. Vorreden beginnt die Partie. Unsagbar schmußige stand hat auch seine Vorzüge. Während die ans Niemals ging der Arbeitsdienst so über un- Starten werden geschivungen und, je nachdem, laut deren in die Stellung gehen, sind wir in Ruhe und Stimmen schlagen an mein Ohr. Männer fere Kräfte. oder leise ausgespielt. halbwegs geborgen. Salvat schnarcht, Cauvin gehen vorüber. Sie sehen uns nicht. Sie machen Seit sieben Uhr morgens arbeiten wir, um „ Ich hätte mich vor Kreuz in acht nehmen spricht im Traum, Béguel wälzt sich herum, daß einen Satz und verschwinden in einem Graben. einen Notausgang anzulegen. Béguel, Salvat und Die Leitung! Ich habe sie. Hier ist sie zer- Gleize handhaben Hacke und Schippe. Hinter ihnen müssen", sagt Cauvin, an seinem Stummel die Bretter Inarren. Die Leitung! Ich habe sie. Hier ist sie zer- richten Gradouble und Bruger, beide Zimmerleute kauend. Ich will an meine Eltern schreiben. Zuerst riffen, ein paar Meter weiter wieder zerrissen... ven Beruf, Grubenhölzer auf. Masse und ich, wir ,, Sonntest gegen mein As doch nicht an", er- lese ich ihre Briefe durch. Vaters Briefe sind latowie zerhackt. flärt Gleize. nisch; ein hastiges Gefrigel. Mamas Briefe ent schaffen die Erde weg. Wir füllen sie in Sörbe Laß die Spule ablaufen", befiehlt Gleize. und nehmen sie auf den Rüden. Die Leitersprof- bat notiert die Stiche auf einem alten Zeitungs- Herrn Gaston in Marcilly führt. Gradouble füllt die Becher. Der dicke Sal- halten alle Einzelheiten des Lebens, das sie bei Was hast du? Verwundet?" sen sind glitschig. blatt, dann stößt er Béguel an: Ich nehme einen Block. ,, Nein, nichts." Draußen, im Freien, leeren wir die Körbe ,, Rühre dich nicht von der Stelle. In fünf aus, verschnaufen, rauchen eine Zigarette. „ Liebe Mama! Minuten tommt ein Anruf." Er verschwindet mis unserem Führer. Plötzlich hören wir Béguels Grabesstimme. " He, Kameraden. " Du spielst aus. Aber mogle nicht." Ein wenig später schreit er: Béguel, du mußtest stechen. Verdammter Schwindler! Alles, was aus Paname kommt... " Was ist los?" fragt Cauvin. Man spielt nicht des Gewinns wegen", beGleize Yakonisch. merkt Ich lege mich platt auf die Erde. Hände und Gesicht sind mit Erde beschmiert. Sterben! Hier, an dieser Stelle. Ich ver- Rock und Gamaschen sind steif vom Lehm. Ich höhne mich selbst. Jezt ist es zu spät zum Das wasche mich nicht oft. Die Haare hat mir eines vonlaufen. Weit, weit weg möchte ich sein, in Tags Gradouble geschnitten. Schnurr- und Bakeiner Hütte auf freiem Felde leben. Nur bei fenbart wachsen. Jetzt sehe ich aus wie ein rich- grin Nacht würde ich mich hinausschleichen, um meine tiges Frontschwein. Nahrung zu stehlen, Gemüse, das ich roh berspeis sen würde, denn der Rauch könnte mich verraten... Brandgeruch... Lichtschein. Reises Klingeln. Ich strecke den Arm aus. ..Hallo, bist du's, Meiner? Hier Beobach tungsposten. Wir kommen." Wir sind gerettet. Für diesmal! Jm fahlen Licht des Morgengrauens gehen wir in die Stellung zurück. Cauvin bringt die Suppe. " Béguel höhnt, Salvat zeigt die Faust. Bellekommt und macht der Partie ein Ende. Jeder Ein ruhiger Tag:" An der Front nichts tehrt zu seiner Arbeit zurück. Wir tauern auf dem Boden des Unterstan- Neues." des. Ein in die Wand gebohrtes Bajonett dient Aber für uns hört die Schinderei nicht auf. als Kerzenhalter. Das Kochgeschirr zwischen den Die Beine sind steif. die Hände geschwollen. In Snien, löffeln wir unser Kartoffelwasser. Zu uns den Stiefeln steht das Wasser, der Kopf ist leer. feren Füßen ein Kommißbrot, eine Feldflasche, Salvat hält inne. ein Becher. Salvat gießt den Inhalt seines Napfes aus. " Solange du nicht für uns fochst, Cauvin, ist der Fraß nicht zu genießen." " Sag's dem Major." Béguel, der eine Konservenbüchse mit der Messerspize leer macht, sagt: Da uns der Küchenbulle im Stich läßt, " Worauf warten wir eigentlich noch, um Revolution zu machen wie in Rußland?" Niemand antwortet ihm... Die Kameraden gehen zu Bett. Ich sebe mich an den Telephonschrank. Für mich bedeutet das eine Ruhepause. Ich kann lesen oder schreiben. Oft übernehme ich noch den Dienst für die Kameraden. Deinen legten Brief habe ich erhalten. Hier geht alles gut. Mach Dir feine Sorgen. Der b schnitt ist ruhig. Man lebt fast so wie in der Etappe. Ich hoffe, bald Urlaub zu bekommen Falls man uns hier wegziehen sollte, tämen wit vermutlich in die Gegend von Reims. Die Bücher habe ich erhalten. Schicke mir mehr: von Zola, Maupassant und, wenn möglich, auch von Balzac Ich habe schon etwas von ihm gelesen, was man mir hier geliehen hat Es läutet. Ich lege meinen Bleistift auf Die Seite. " Hollo, ich höre." • " Fünfte Gruppe? Hier Division. Rufen Sie den Major. Schnell!" Einige Minuten vergehen. Leutnant Du moulin gibt mir Befehl, die Batterien zu alars mieren. Ich spreche möglichst leise, um die Kames raden nicht aufzuwveden. Sie werden sowieso bald in Wut geraten, denke ich. Ein erneuter Anruf. Leutnant Laclau gibt Schießbefehle durch. ( Fortsetzung folgt), BER Nr. 288 Mittwoch, 8. Dezember 1937 Geite 3 t t t де t t Heg el 3 5. I. ie T. ie je に r, ie 11 B 31 L e 出 D П B C Sudetendeutscher Zeitspiegel Urteil in B. Leipa am Donnerstag Einer dar Verteidiger zu 500 Kč Geldstrafe verurteilt Böhm.- Leipa. Das Tsch. Pr.-B. meldet über die Verhandlung am Dienstag: Nach Abschluß des Beweisverfahrens sprach Dienstag Prokurist Dr. Kotek, der zunächst dar auf hinwies, daß die Straffreiheit des widernatürlichen Geschlechtsverkehrs in einem Teile des Auslandes bisher nicht die von den Gesetz gebern erwarteten Erfolge gezeitigt habe. Nach einer oberstgerichtlichen Entscheidung genüge bereits mutuelle Onanie oder geistige Bereitschaft zum widernatürlichen Geschlechtsverkehr, damit der Strafbestand gegeben sei. Sich mit den einaclnen Angeklagten befassend, erklärte der Staatsantvalt, daß Werner Weiß, der zuerst selbst bon einem Aelteren verführt wurde, dieser Leidenschaft dann zum Opfer gefallen sei. Erklärung Wir haben in unserer Nummer 116 vom 14. Oftober 1937 unter der Ueberschrift ,, Die Gekränkten" über die Klage berichtet, welche die Zeitschrift ,, Sozialdemokrat" in Prag gegen den Politiker Konrad Henlein wegen dessen in Leitklären hiemit, daß es uns vollkommen ferne lag, merik gehaltener Rede angestrengt hat. Wir erdie Redaktion des ,, Sozialdemokrat" durch diesen 12. November die Anklage erhoben habe. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hätte das Urteil in diesem Verfahren bereits um einen Monat früher gefällt werden können. Es sei jedoch nicht Bericht zu beleidigen, daß wir uns mit der wiebie Schulb der Staatsanwaltschaft, daß die Saft bergegebenen beleidigenden Aeußerung Konrad Nach dem die Verteidiger ihre Plädoyers der Angeklagten solange dauerte. Die Polizei- Henleins weder identifizieren wollten noch identiabgeschlossen hatten, erhob sich der Staatsanwalt protokolle seien für die Verteidigung eine große fizieren und die von uns wiedergegebene Behaupzu einer längeren Replik, welche wichtige Details Enttäuschung gewesen, da in ihnen die Geständ- tung mit dem Ausdrucke des Bedauerns wideraus der Geschichte der Anklageerhebung enthielt. niffe der Beschuldigten protokolliert waren und rufen. Wir leisten der Redaktion des„ SozialDr. Motet konstatierte einleitend, daß die zwar in dem Wortlaute, den die Beschuldigten demokrat" auf diese Weise volle Genugtnung. Die Nedaktion des Verteidigung zu einem Teil kein hohes Niveau felbst den polizeilichen Protokollführern diktiert ,, Graslißer Volksblatt". gehabt habe, besonders als sie die Polizeibehörde hatten. und die Staatsanwaltschaft angriff. Er verwahre Im Laufe der Hauptverhandlung sei seitens fich energisch gegen diese Angriffe. der Verteidigung wiederholt der Vorwurf erho- Führer" alle miteinander einschlechte s Wohl sei schon vor der Aufnahme des Verfah- ben worden, daß einer der Angeklagten tot ist. Beispiel" geben, das„ das Vertrauensgut des rens bzw. bei seinem Beginn von politischen In den Akten dieses Verfahrens sei aber stets mur 19. Mai 1935 in Gefahr bringt"; nun müsse das Einflüssen gesprochen worden, die Agitation von zwölf Angeklagten die Rede und zwölf Angevon Mann zu Mann habe sich in einem politi- flagte sizen lebend auf der Anklagebant. schen Rahmen bewegt und gerade deshalb hat Dieses Vorbringen der Verteidigung ist auf die fich die Staatsanwaltschaft gegen den Ausschluß uninformierte Deffentlichkeit gerichtet, um das der Deffentlichkeit von der Hauptverhandlung gegenwärtige Verfahren herabzusetzen. ausgesprochen. Gegenüber dem Verlangen der Verteidigung, dies sen Sensationsprozeß mit einem fenfationellen Urteil zu beschließen, verlange er als öffentlicher Ankläger, das Gericht möge ein gerechtes Weiß und andere Angeklagte haben ihre in der Boruntersuchung abgelegten Geständnisse auf- Diese politische Agitation habe auch jetzt noch nicht recht erhalten und auch Dr. Walter Rohn habe aufgehört, erklärte der Prokurator. Er müsse tones im Zuge der Hauptverhandlung aufgegeben, statieren, daß es insbesondere der Verteidigung seine Schuld zu bestreiten, daß die Angeklagten bekannt sei, daß die Staatsanwaltschaft die Straf- Urteil fällen. untereinander strafbaren Geschlechtsverkehr ge-( aften gegen Werner Weiß und Genossen erst am Nach einer Unterbrechung der Verhandlung habt hätten. Werner Weiß und Kurt Franzke 27. Oktober d. 3. zugestellt erhalten habe und sprach ein Schlußwort namens der Verteidigung hielten auch ihre Geständnisse aufrecht, mit daß diese Atten noch am gleichen Tage über Dr. Kriegelstein sowie namens der ArgeHeinrich Nutha widernatürlich verkehrt zu Antrag der Verteidigung zur flagten Werner weiß, der um eine gerechte haben. Komplettierung zurückgeschickt worden find. Es Prüfung des Falles und um ein mildes Urteil bat. Die von den Angeklagten vorgebrachten Ein- fei ferner der Verteidigung bekannt, daß die ge- Die Verhandlung wurde um 18 Uhr geschloffen. wände zur Abschwächung ihrer Geständnisse in nannten Aften der Staatsanwaltschaft erst Der Vorfihende des Senates erklärte, daß die der Boruntersuchung wurden auch durch die Eine wieder am 6. November vorlagen und Urteilsverkündung Donnerstag, den 9. Dezember, bernahme des Untersuchungsrichters unt der Pos daß die Staatsanwaltschaft trotzdem bereits am vormittag3, erfolgen werde. lizeibeamten, die die Erhebungen geltitet haben, widerlegt. Die Untersuchungsbehörden haben den Angeklagten keine Tatsachen unterschieben und auch keine Geständnisse in den Mund legen wolYen, denn die Geständnisse erfolgten vollkommen Spontan. Die krankhafte Geschlechtsneigung Ruthas er= gebe sich auch aus zahlreichen seiner Schriftstücke, in denen rr die Frauenliebe ablehnt, weil diese der Männerfreundschaft abträglich fei. Abschließend verlangte der Prokurator die Bestrafung sämtlicher Angeklagter im Sinne der Anklage. Nach dem Plädoyer des Prokurators kamen fofort die Verteidiger zu Wort. Bei der Verteidis gung ist eine gewisse stoffliche Arbeitsteilung zu beobachten, so daß jeder Verteidiger neben den speziellen Interessen seines Klienten einen Teil der allgemeinen mit dem Verfahren zusammenhängen den Fragen behandelt. Der erste Verteidiger Dr. Lebeda versuchte, in dem Verfahren eine politische Note nachzuweisen. Der atveite Verteidiger, Dr. Jurna, führte u. a. aus, in dem bei der Neichenberger Polizeidirektion geführten Untersuchungsverfahren sei eine Persekution gegen das Sudetendeutsche Volk zu ersehen, und tritifierte auch in unzulässiger Beise die Staatsanwaltschaft, weshalb Prokurator Dr. Notek beantragte, Dr. Jurna möge gemäß§ 236, der St.-P.-O. belangt werden. Als Dritter sprach Dr. Osborne, der auf die verfaffungsmäßig gewährleistete Trennung der Staatlichen Verwaltung von der Rechtspflege hins wies und im Zusammenhang damit die Beweiss traft der polizeilichen Konstitute der Angeklagten anzweifelte. Nach der Nachmittagspause trat gegen 15 1hr der Senat zu einer neuen Beratung zusammen, um über den Antrag auf Disziplinierung Dr. Jurnas zu entscheiden. Nach Aufnahme der öffentlichen Nachmittagsfikung verkündete der Senatsvorsitzende Dr. Janoušek, daß Dr. Jurna auf Antrag des Staatsanwaltes zu 500 Kč Geldstrafe verurteilt wurde. Dann tam als nächster Verteidiger Dr. Her3og zu Wort, der trotz Verwarnung des Gerich tes eingehend über die Person Ruthas sprach und fich mit der Frage befaßte, welche Motive wohl aur Einleitung des Verfahrens geführt haben. Er erklärte, es sei dies der abgrundtiefe Haß des Zeugen Rudolf Hain, der alle Anstrengungen gemacht habe, um Material gegen Rutha zusam menzutragen. Die andern Umstände, um gegen Rutha vorzugehen, stammen aus den Turnvereinen, Wandervogelvereinigungen und aus dem Kameradschaftsbund Der Krach im Deutschen Turnverband " Die Hinausgeworfenen berichten Allmählich erfährt man die näheren Umstände, unter denen sich auf der Tagung des Deutschen Turnverbandes am Sonntag in Bodenbach die henleinmäßige Reinigung" vollzog. Dies mal tommen die Dinge mehr auf Umwegen zu unserer Kenntnis, über„ Rumburger Zeitung" und " Bohemia" vor allem. Enthobenen" sowohl der Sd als auch dem Turnverband nunmehr manche bittere Stunde bereiten werden. Die ganze Voltage meinschaft" ist in Gefahr, ins Rut fchen zukommen. Volk an die appellieren, die seinerzeit an es sich wandten; es besteht eine große Ver= trauensschuld dieser führenden Schicht.. und der Ernst der Stunde gebietet, sie dars an zu erinnern". Homosexuellen- Affäre in Freudenthal Wie der,.Pr. M." aus Troppau meldet. wurden 22 d- Angehörige aus Weidenau und Freudenthal von der Polizei bei unsittlichen Handlungen überrascht und ver haftet. Im Rahmen der Untersuchung ergab sich, daß diese Affäre weit größere Streise zieht, als man annahm. Um die Nationalität des Dr. Sebekovsky. Vor einigen Monaten wurde im Právo lidu" be= hauptet, Dr. Wilhelm Sebetovsky habe um die Aufnahme als aktiver Offizier der tschechos Slowakischen Armee angesucht und dabei als Nationalität tschechoslowakisch angegeben. Die Nachricht wurde seinerzeit vom Verteidigungsministe= rium dementiert. Das Blatt kommt nun nochmals darauf zurück und erklärt, daß sein seinerzeitiger Bericht insofern unrichtig war, als es sich nicht um ein Gesuch Dr. Sebekovskys um Einstellung als attiver Offizier gehandelt hat, sondern um das Gesuch, das Sebekovsky seinerzeit bei Ableis Herr Kasper unterdessen, unter ständiger stung der aktiven Präsenzdienstzeit um die AufBetonung seiner äußersten Zurückhaltung", be- nahme in die Reserveoffiziersschule abgab. In Die Rumburger Zeitung" berichtet unter nußt dennoch jeden Anlaß, um sich immer wieder diefem Gesuch habe er sich als t s ch e choslowaanderem, daß es sich bei den sechs hinausgelehn zum Worte zu melden. Zuletzt hat es ihm das tischer Nationalität bezeichnet. Tus ten Gaujugendwarten um die Führer der vertrauliche Rundschreiben Sebetobify 3 an- MNO habe seinerzeit durch das Dementi Herrn Gaue Böhmerwald, Westböhmen, Nordwestböhmen, getan, das wir in unserer Sonntagsmi.mmer ver- Sebelobsty ermöglicht, der Beantwortung der Nordböhmen, Mittelmähren und Südmähren han öffentlichten. Herr Kasper nennt es bezeich- Frage hinsichtlich der Angabe seiner Nationalität delt. Da es sich hier um Gaue mit vielen nend", daß wiederum wir diese vertraulichen In- für fünf Monate auszutveichen, heute werde aber zehntausenden Mitgliedern handelt, formationen in die Hände bekamen. Bezeichnend diese Frage neuerlich gestellt.( DND) darf man schon neugierig sein, ob mit den Gemaß für wen oder für was? Doch jedenfalls nur für Herrn Konrad Henleins Nerven. Das oriregelten nicht doch auch ein schönes Stück„ Ge- die Vertrauenssicherheit, die ringsum in der ginellste Argument gegen die SdP- Opposition hat folgschaft" Herrn Henlein Ade sagen wird. Denn Bolfsgemeinschaft" herrscht! der Tepliß- Schönauer Anzeiger" gefunden, der das war die Kardinalfrage in Bodenbach: Herr Kasper macht dann noch ein paar Be- in einem Leitartikel der Sorge Ausdruck gibt, daß Wer ist für, wergegen enlein? Und merkungen über„ Elemente, die seit Jahr und Tag die Nerven Konrad Henleins den Aufregungen während der Verbandsjugendwart Sorat für 1988 den erbärmlichsten Kampf gegen ihn führen und nicht standhalten könnten, denen sie fortwährend die Parole ausgab:" Der Iepte Pimpf deren Werkzeug der Abg. Knorre fei". Wir sind ausgesetzt sind: im eigenen Lager muß auf Konrad Senlein ausgebegierig, von Herrn Kasper direkt oder aber aus( zu dem sich der„ T.- Sch. A." ganz folgerichtig richtet sein", richteten sich ein halbes Dubend unseren Quellen, die den Herrschaften allmählich zählt. Die Red.) sollte man bedenken, daß man Unterkommandanten gegen Henlein aus. Das auf die Nerben zu gehen scheinen, Näheres über feines Mannes Nervenkraft durch Zwischenfälle soll nicht ohne Krach vor sich gegangen sein, zumal die für das Sudetendeutschtum so vorbildliche und immer wieder gefährden darf, die um so böser sich unter denen, die von Henlein abrückten, ver vorteilhafte wüste Auseinandersetzung der divers| wirken, als sie von Leuten verursacht werden, diente Funktionäre befinden, die die Be- sen Lager zu hören. denen man( 1) Vertrauen schenkte." Also gebt wegung feinerzeit aufbauen halfen. Die Brüger Zeitung" stellt fest, daß die Herrn Henlein Kraft durch Nervenschonung"! " Die jungen Herren, die hinter Henlein nicht mehr mittun wollen, genieren sich auch gar nicht, der Oeffentlichkeit ihren Standpunkt flarzumachen. 3hr Sprachrohr ist die" Bohemia"; dort verlautbart namens der abtrünnigen Gaujugendwarte iener von Prag- Graßen, ein Herr Bertl Fuchs, unter anderem folgendes: " " Bauten und Lieferungen Erfolge des 18. Feber ".. an deutsche Firmen # * Deutsche Firmen, Achtung! „ Auf der Amtswaltertagung des Deutschen Die Zentralftelle der deutschen aktivistischen| übergehend eine Arbeitsstätte gesichert. Die hier Turnberbandes... hat die Verbandsführung Parteien beschäftigt sich nicht nur unablässig mit angeführten Arbeiten repräsentieren einen Baufolgenschwere Entscheidungen gefällt. Vor allem der Frage der Neuaufnahme deutscher Bewerber muß festgestellt werden, daß die Verbandsführung in den Staatsdienst und mit den Wünschen der unsere schwersten Bedenken hinsichtlich der welt- Staatsangestellten, sondern verfolgt mit besonanschaulichen und fittlichen Reinheit führender derer Aufmerksamkeit auch die Vergabe staatlicher Die Zentralstelle der deutschen aktivistischen ParAmtswalter nicht entkräftigen konnte. Bauten im deutschen Gebiet, weil es hiebei um teien macht darauf aufmerksam, daß das Ministerium Wir mußten im Gegenteil mit Sorge erkennen, einen wichtigen Sektor der Arbeitsbeschaffung für nationale Verteidigung die Lieferung einer gandaß eine bestimmte Gruppe in der Jugendführung geht. Daß der zweckmäßige Kräfteeinsatz zu sichtfertigung von Uniformen sowie für sonstige Zwecke zen Reihe von Artikeln ausschreibt, welche zur Anvon der vorbedachten Absicht ausging, alle Amts- baren Erfolgen führt, zeigt folgende Zusammen- der Wehrmacht dienen. Diese Ausschreibung umwalter zu entlassen, die nicht ge to iIIt waren, stellung größerer Bauprojekte, die dank dem Ein- faßt: 1. Wollstoffe für Blusen, Kappen, Hosen, MänHandlungen zu decken, die mit den Ver- greifen der aktivistischen 3entral tel ust. 2. Ganzleinen- und Halbleinen- Waren für bandsgrundsäßen im Widerspruche stehen. stelle in den zurückliegenden Monaten und Sommeruniformen usw. 3. Baumwollwaren. 4. JuteWährend noch am Vorabend von der Verbands- Wochen deutschen Firmen zur Ausfüh- waren. 5. Posamentenwaren. 6. Zwirne und Garne. führung der unpolitische Charakter des Ver- rung übertragen wurden. Es handelt sich zu- 7. Bapierwaren( Notizblocks usw.). 8. Diverse Bürbandes hervorgehoben wurde, durchbrach die Ver- nächst um vier Zollamtsgebäude in sten für Kleider, Schuhe und Zähne. 9. Seilerwaren. 10. Schuhe. 11. Leder und Lederwaren. 12. Pelzbandsjugendführung diesen Grundsatz wenige den Bezirken Asch. Teplik und Traute waren. 13. Eisenbeschläge für Schuhe. 14. Eßschalen Stunden später in den Sonderberatungen. Man na u sowie im uItschiner Ländchen. Im und Besteckte. 15. Feldtrompeten& und Pfeifen. 16, versuchte uns fünstlich in einen Gewissenskonflikt Bereiche der Staatsbahnverwaltung wurde der Bestandteile für Eisenbetten. 17. Feldflaschen und zu treiben, indem man von uns ein neuer Bau einer Haltestelle in I.erm 3 Korte. 18. Abzeichen, Zahlen, Knöpfe, Hafteln, Rinliches Bekenntnis zu Konrad Hen- jdorf, die Heizhausbergrößerung in geln, Schnallen usw. 19. Schustergeräte, Eisen- und Tein forderte, obwohl ein solches Bekenntnis in- Numburg und die Errichtung des Admi- Holznägel ust. 20. Verschiedene Metallwaren. 21. folge der letzten politischen Tagesereignisse von uns n i st rationsgebäude 3 bei den Garagen Nähmaschinen für Schneider für Schneider und Schuster. als Barteinahme für eine bestimmte politische auf dem Bahnhof in Trautenau deutschen Chemische Erzeugnisse, und zwar Naphthalin, PußGruppe angesehen werden mußte. Mit Rücksicht Firmen übertragen. Aus dem Postressort mittel usw. 23. Diverse Holzwaren. 24. Sti- und auf Idee und Einheit des Verbandes, der über den sind besonders die Neubauten in Teplit- arten. Die Lieferfrist endet allgemein in der Zeit Bergsteigerausrüstungen. 25. Verschiedene Wareninnervölkischen Gegenfäßen zu stehen hat, konnten Schönau und Bodenbach hervorzuheben. zwischen April und August 1938. Letter Offert wir das Vorgehen der Verbandsjugendführung Schließlich waren die Bemühungen der Zentral- termin ist der 5. Jänner 1938, 12 Uhr mittags. Alle nicht mehr billigen. Die Verbandsjugendführung stelle der deutschen aktivistischen Parteien im näheren Bestimmungen enthalten die Detailbedinsah aber darin einen Grund, um uns von unseren Falle der Regulierung des Pokratik und gungen". Diese, sowie die für Lieferungen für den Aemtern zu entheben." Nestomis Baches in Leitmerih, Bedarf des tschechoslowakischen Staates geltenden Die Zeit" verschleiert sämtliche Tatbestände, bei dem Straßenbau Odrau- Boden allgemeinen Bedingungen, Beschreibung und Muster. gibt nur weniges davon ihren Lesern bekannt und stadt und im Falle des for stamtage Badiums folgt Interessenten auf Ersuchen gegen BarOffertformulare und Drucksachen zur Erlegung des Der Verteidiger appellierte an das Gericht, es versucht nach dem Rezept zu verfahren: Reden wir bändes in Weipert von Erfolg begleitet. zahlung oder Nachnahme der Hlavní oděvní a luž hundert fobý sklad in Brünn aus. Der deutsche Anspruch kann möge diesen Sensationsprozeß mit einem fenfatio- von etwas anderem. Aber es besteht kaum ein Dadurch wurde mehreren Zweifel darüber, daß die Ausgeschlossenen oder deutschen Arbeitern wenigstens vor- nicht nur anerkannt, er muß auch reklamiert werden. nellen Urteil beschließen, un es habe den Anschein, als ob sich dieses Verfahren auch gegen diese Vereine richten würde. Rutha, mit dem Redner bei der Polizei gesprochen habe, babe wiederholt erklärt, daß gegen ihn ein Rufmord verübt würde. Der nächste Verteidiger Dr. Kriegelstein, der Vertreter Dr. Walter Rohns, erklärte, der verliegende Straffall sei ein Drama, dessen Opfer ein„ titanenhafter Charak ter"( gemeint ist Rutha! Die Red.) sei. Der Prozeß sei ein Torso und werde es deshalb bleiben, weil Rutha tot ist. Dr. Walter Rohn habe sich, als er von dem Tode Ruthas erfuhr, zu einer Generalbeichte veranlaßt gesehen und habe Angstgeständnisse 22. 9 Mr. 289 Mittwoch, 8. Dezember 1937 ■ Der unbekannte Vertrauensmann Seile 4 * i I Ein Cranach entdeckt? Bei Erneuerungs- ! arbeiten in der St. Gandolfskirche in Bamberg wurde ein Bild entdeckt, das die Sachverständigen sozialdemokratischen Beratung alle diese Sozial-, Verwaltungs- und Organisationsfunktionäxe beisammenzusehen und zu hören, wie sie. sich ihre Erfahrungen und Sorgen vom Herzen reden, so ist man erschüttert ob des Ausmaßes der Arbeit, das auf jedem einzelnen dieser Menschen lastet, ob der schlichten Größe, mit der jeder seine Last so unverdrossen trägt, daß man glauben darf, es sei ihm Bedürfnis und Freude, den Mitmenschen selbstlos zu dienen. Am vergangenen Sonntag konnte man das große Erlebnis selbstloser sozialistischer Nächstenliebe wieder einmal stark empfinden: das war bei der Rumburger Kreiskonferenz der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Gewiß— dieses Erlebnis kann man bei jeder anderen sozialdemokratischen Konferenz auch haben; wo immer sozialdemokratische Vertrauensleute zu ernster Arbeit sich versammeln, ist diese sittliche, oder, wenn ihr wollt, im Grunde genommen tief religiöse Gesinnung lebendig: die Bereitschaft, sich für den Nächsten, sich für die große Idee der Menschenliebe zu opfern, die das eigentliche Wesen der sozialistischen Arbeiterbewegung ist. Nach jeder solchen Tagung möchte man jedem einzelnen Mann, jeder einzelnen Frau dankbar die Hand drücken für das schöne Erlebnis tätiger menschlicher Güte, das ihr Auftreten vermittelt. Welch eine Sachkenntnis, welch eine Tatkraft lebt und webt in den wegweisenden Worten der Hauptredner, welch ein Verantwortungsbewußtsein spricht aus ihnen! Und ob auch jeder der Debattenredner klagt, ob jeder Beschwerden über die Vernachlässigung seines Tätigkeitsgebietes oder seiner Schutzbefohlenen durch die öffentliche Verwaltung vorbringt: immer geschieht es für di« Im Sozialpolitischen Ausschuß des Senates entspann sich am Dienstag eine rege Debatte über das Expose des Gesundheitsministers Dr. C z e ch, das den Ausschußmitgliedern schriftlich überreicht worden war. Die größte Aufmerksamkeit war der Populationsfrage und den Berufskrankheiten gewidmet. Alle Redner betonten die unbedingte Notwendigkeit eines systematischen Mutterschutzes und des systematischen Kampfes gegen die Kindersterblichkeit, einer Vertiefung und Verbesserung der Fürsorge vor der Geburt und eine Verbesserung der gesundheitlichen Fürsorge nmnentlichch auf dem Lande. Minister Dr. Czech dankte in seinem Schlußwort den Ausschussmitgliedern für das Verständnis, das sie den Bemühungen des Ministeriums entgegenbringen. Der finanzielle Stand des Staates gestattet eS derzeit nicht, daS Popnla- tionSproblem in seiner ganzen Breite zu lösen. Deshalb müsse man in erster Reihe mit dem gesundheitlichen Sektor beginnen. Die erste Sorge ist die Erhöhung deS Schutzes der Mütter und Kinder. ES besteht der Plan, gynäkologische und Säuglingsavteilungen an den öffentlichen Krankenhäusern zu errichten und die Fürsorge vor der Geburt zu vertiefen. Auch eine Borlage über schulärztliche Pflege und ein Programm zur stiste- malischen Bekämpfung der Herzkrankheiten wurde ausgearbeitet. Der Minister lehnt kategorisch jede Möglichkeit der Einführung einer Zwangs- früher. Mit dem Erlebnis gemeinsamen Wollens im Herzen, hämmert er, heute wieder im Alltag, helfend und beratend an dem Bau einer besseren, einer sittlichen Welt; der Gedanke an sie glüht in ihm, e r macht ihn gut und stark, e r läutert ihm zu reinstem Menschentum. Und darum ist die sozialistische Idee cbeno unüberwindlich wie ihre Vollstreckerin, die sozialistische Arbeiterbewegung. 4 Nebel. Innerhalb eines Tiefdruckbandes, das hinweg bis in die Ukraine erstreckt, verläufi ein« Grenze zwischen kalter Luft über dem Nordosten und wärmerer Luftmassen über dem Südwesten des Festlandes. An der erwähnten Grenze bilden sich einzelne kleine Störungen..Der Wind ist allgemein schlvach und die Wetterverteilung Wer dem Binnenland dabei sehr ungleichmäßig. Eine wesentliche Aenderung ist zunächst nicht zu erwarten.—» Wahrscheinliches Wetter Mittwoch: Bei schwachem Wind beträchtliche lokale Bewölkungsunterschiede, stellenweise nebelig, nur vereinzelt leichter Niederschlag, namentlich im Südwesten des Staates. Temperaturverhältnisse im allgemeinen ohne größere Aenderung, jedoch- ungleichmäßig verteilt« Temperaturen in Abhängigkeit von der Bewölkung. — Wetteraussichten für Donnerstag: Weitere WitterungSentwicklung unsicher. st e r i l i s i e r u n g ab, da sie mit dem Prinzip der Demokratie und der Menschlichkeit unvereinbar sei. Was die Berufskrankheiten betrifft, so arbeitet der Minister an der Errichtung von Lehrstühlen an allen Universitäten sowie an der Einführung einer gewerbeärztlichen Inspektion. Für die Joachimsthaler Bergarbeiter wurde eine Beratungsstelle eröffnet. In den von Diphtherie betroffenen Gegenden werden noch Heuer ärztliche Kurse veranstaltet werden, gleichzeitig wird dafür gesorgt werden, dass die E p i d e m i e- Autokolonne in den bedrohten Orten recht- zeifig eingreifen kann. Unbemittelte Personen werden den Impfstoff umsonst erhalten. Dem Problem der körperlichen und insbesondere der Wehrerziehung widmet das Ministerium ständige Aufmerksamkeit. Die erforderlichen Budgetmittel sollen allmählich erhöht werden. Der Minister informierte dann den Ausschuß über den neuen Entwurf eines Krankenhausgesetzes. Sobald die mit der Staatsverteidigung zusammenhängenden dringenden Fragen gelöst sein werden, wird es notwendig sein, sich mit aller Krafi der Verteidigung der Volksgesundheit zu widmen, denn die Erhöhung deS gesundheitlichen Niveaus der Bevölkerung ist das erfolgreichste Mittel zur Stärkung der Staats- Verteidigung. Der Minister ersuchte den Ausschuß, diesen Bestrebungen seine Unterstützung zu leihen. causa Tuka sei weder innerpolitisch noch außenpolitisch aktuell und Sidor habe mit seiner Rede lediglich einen Angriff gegen»die Institution .der Berufszeugen" beabsichtigt. 90 Häuser weggeschwemmt. Der Hochwasser j führende Lbafluß und seine Zuflüsse haben über- all schweren Schaden verursacht.. Etwa 200 Meter der Eisenbahnstrecke wurden mitgerissen. Das Wasser der hochgehenden Flüsse Sitnice und Man nimmt das Wirken des sozialdemokrati- schen Vertrauensmannes im Alltag als etwas Selbswerständliches hin. Da sitzt ein Mann in der Sozialkommiffion der Gemeinde oder des Bezirkes. Hunderte, tausende Fälle werden im Laufe der Zeit an ihn herangetragen. Er wird gebeten, dies und jenes zu tun, wird interpelliert oder auch beschimpft— und am nächsten Tage setzt er, alle Stunden seiner Freizeit opfernd, die gestern unterbrochene Tätigkeit unverdrossen fort.— Da ist einer in der Gemeindestube, ist Mitglied des Stadtrates oder einiger Kommissionen und ständig lebt er in engstem Kontakt mit den Bewohnern der Gemeinde, auf das Wohl des Gemeinwesens und jeder seiner Glieder bedacht.— Dort arbeitet einer in der Krankenhausverwaltung, ehrenamtlich, aber umso eifriger, und tausend Kleinigkeiten sind zu tun. Das Werk ist in Ordnung und wächst— seht die Freude, die dem Helfer aus den Augen leuchtet!— Hier ist eine Arbeiterin in der„Arbeiterfürsorge" tätig. Die Ausgesteuerten kommen zu ihr, denn ihre Kinder haben keine Kleider und kein Brot; Alters- und Invalidenrentner sind da, klagen ihr Leid, wollen Auskunft oder Unterstützung ihrer Ansuchen. Dort sind die Mitglieder des Betriebsrates um ihre Kollegen be- nsiiht, hier wirken Arbeiter in den Verwaltungsorganen der Krankenkassen— und viele andere „begnügen" sich damit, das komplizierte Räderwerk der sozialistischen Organisationsmaschinerie in Gang zu halten. Dies alles fällt, wie gesagt, gar nicht mehr auf. Hat man aber einmal Gelegenheit, bei einer Postbeutel mit 100.000 KC gestohlen «öniggrätz. Dienstag zwischen 18.48 und 19.27 Uhr wurde aus dem Staatsbahnautobus auf der Linie Holice—Pardubitz voa einem unbekannten Täter ein Geldsack mit eine« Betrage von 108.400 KC entwendet. Der Diebstahl wird untersucht. Bereinigung Im Geiste des Prag.(Tsch. P.-B.) Der Vorsitzende de: Regierung, Dr. Milan Hodja, empfing Dienstag im Ministerratspräsidium die Delegation des Verständigungsausschusses der polnischen Parteien. In der Delegation war die polnische Volksparte: durch die Herren Dr. Buzek und Pastor Berger, die polnische sozialistische Partei durch Prof. B a d u r a und Sekretär Kotarba und der Verband der bäuerlichen Katholiken durch den Abgeordneten Dr. Wolf und das Mitglied der mährisch-schlesischen Landesvertretung, I u n g a, vertreten.— Alle Sprecher betonten in ihren Kundgebungen die Loyalität der polnischen Bevölkerung zur Republik und sprachen die Ueber» zeugung aus, daß ihre Interessen und Bedürfnisse im Rahmen der Verfassung und der Gesetzgebung der Tschechoslowakischen Republik voll befriedigt werden können. J Der Vorsitzende der Regierung betonte in seiner Antwort, daß die Forderungen und Wünsche, die ihm eben verdolmetscht wurden, nicht im Widerspruche stehen mit der tschechoslowakischen Verfassung, und erflärte, daß diese Forderungen im Geiste des Regierungsbeschlusses vom 18. Feber l. I. über die Gründsähe der Minderheitenpolitik, die alle Nationen in der Republik betrifft, zum Gegenstand von Erwägungen in der Regierung und von Verhandlungen mit den zuständigen Ministerien werden gemacht werden. Dr. HodZa würdigte insbesondere, daß der Verständigungsausschuß aus freien Stücken und aus eigenem Antrieb mit den Regierungsfaktoren in Fühlung getreten ist. Die Audienz des Verständigungsausschusses wurde nach der Kundgebung des Sekretärs Ko- tarba beendet, der dem Vorsitzenden der Regierung für die herzliche Aufnahme dankte und die Ueber- zeugung aussprach, daß der heutige Tag zur Stärkung des gegenseitigen Vertrauens beitragen werde, wobei er hervorhob, daß der Verstand!-. gungsausschuß in der Demokratie den einzigen Weg erblicke, auf dem die polnische Bevöl- den Knie«. Wer eine derartige Bemerkung einem andere« gegenüber macht, mntet ihm etwas' Nndeutscheszu»nd kränkt ihn damit in seiner MamreSehre". Nur vor dem„F ü h r e r" darf man, ja, muß man. Und je devoter man rutscht und je eifriger man seine Stiefel leckt, als um so besserer Deutscher wird man betrachtet. Unlautere Machinationen. Bor dem Senat i deS KreiSgerichteS Pilsen hatte sich Dienstag der 37jährige Ausgedinger Josef I a n a u s ch aus Blisowa zu verantworten, der als Kassier des Spar- und Borschußvereines in Blisowa durch verschiedene unlmitere Machinattonen rund KL 125.000.— veruntreut hat. Janausch wurde zu zwanzig Monaten schweren Kerkers, verschärft durch einmonatliche Faste, unbedingt verurteilt. Moloch Berkehr. Der Direktor des Institutes für Berkehrsforschnng an der Havarduniver-; Ein reiches Programm Dr. Czechs Die Senatsdebatfe Ober das Expose des Gesundheitsministers 1 ten von allen möglichen Leuten, die Gespenster ia | ihren Schlössern, Wohnungen oder Kellern haben, Schwerkraft^ und elettrische" Messungen^ Die'eL-' Halifax liebt es besonders, diese„wahrheitsgetreuen" ”"•»■■——---—•' Berichte in literarischer Form zu verarbeiten und dann, wenn irgendmöglich mit voller Namens- und Adressenangabe, in SonntagSzeitungen zu verösfent- lichen. Wie es heißt, ist Halifax eben dabei, einen neuen Band von Gespenstergeschichten herauszubringen. * Der Mann, der jene Derse schrick, dürste 1 kaum bereft seiner jemandem auf den Knien zu^schka haben 4^^ser'zum"Einstur7gebrachtt rutschen. Aber nach emem Gerrchtssaalberrcht der_ G^z Griechenland wurde in diesen Tage« .Frankfurter Zeitung" darf daS in Deutschland von heftigen Unwettern heimgesucht. Die schwer- Hodza verhandelt mit den Polen 18. Feber kerung der Republik zu einer besseren Zukunft gelangen wird. Die Forderungen der polnischen Minderheit Zu der Vorsprache polnischer Minderheitsvertreter beim Ministerpräsidenten Dr. Hodja erfährt der DND, daß die überreichte Denkschrift, vor allem folgende Forderungen enthält: Schlüsselmäßige Vertretung im Staatsdienst und in den staatlichen Unternehmungen, Berücksichtigung bei Staatslieferungen und Subventwnen, Zuerkennung der Staatsbürgerschaft an alle mindestens 15 Jahre auf tschechoflowakischem Gebiete lebenden Polen, vöflige Freiheit der Tättgkeit der polnischen Vereine und Organisationen, sowie der wirtschaftlichen Tätigkeit polnischer Unternehmungen, Verkehrsexleichterungen zwischen dem tschfl. Grenzgebiet uüd Polen‘ Und Erleichterung der kulturellen Beziehungen der polnischen Minderheft in der Tschechoslowakei mit Polen, Erneuerung des Arbeitsverhältnisses für alle aus politischen Gründen entlassenen Polen, insofern nicht Gerichtsurteile vorliegen, Wiederaufnahme und Entschädigung der polnischen Eisenbahnarbeiter und Beamten, entsprechende Beschäftigung von Arbeitern und Beamten polnischer Nationalität in den Privatbetrieben, insbesondere im Bergbau, Verhinderung des Zuzugs andersnationaler Elemente in die überwiegend polnischen Gemeinden und grundsätzliche Bevorzugung der ansässigen polnischen Bevölkerung bei der Vergabe von Ar- beftsplätzen, Verhinderung jeder Entnationalisierung, Zuerkennung einer entsprechenden Anzahl von Kinokonzessionen usw. Auf dem Schulgebiete wird vor allem die Verstaatlichung des polnischen Privatgymnasiums und anderer Lehranstalten, die Abberufung tschechischer Lehrer won polnischen Schulen und ihr,e Ersetzung, durch Polen und die Umschulung polnischer Kinder aus tschechischen Schulen in polnische Schuftm gefordert.,(DND) : Deutsche Sendung: Ing. Buschel: Ins i Winterlager, 18: Jugendstunde mit Musik. 18.20: ! Landwirtschaft, 18.45: Deutsche Presse. 18.55: Ans anderen» für dje MUmenschen, die das Bedürfnis nach einer Ernährungskarte haben, nach einigen zusätzlichen Rentenkronen, nach ein'm Spitalsbett, einem Platz im Siechenhaus, nach ärztlicher Hilft und nach tausend anderen Dingen haben. Einer um den anderen tritt auf; und jeder beklagt es, daß er nicht soviel helfen kann, wie er gern möchte, jeder ruft die Partei an, den und jenen Uebelstand abschaffen zu helfen— und doch haben alle zusam men das Gefühl, daß es dabei wieder nur aus ihren Willen und ihre Kraft ankomme, denn die Partei— das sind s i e, und durch die Partei müssen sie sich selbe r, müssen sie sich für ihre Mitmenschen helfen. Zetert nur, ihr Geg ner aller Schattierungen, über den„Materialis mus" der sozialistischen Bewegung! Die Selbst losigkeit, die Hilfsbereitschaft, sie sind doch nur in i h r lebendig! Da hat der Führer der Volksgemeinschaft angesichts der himmelschreienden Not zehntausen der Volksgenossen das kühn-hochmütige Wort ge- prägt, e r könne warten. Und tatsächlich sind er keitserscheinungen des Körpers, der Seele und ihr« und seine Leute mit nichts anderem beschäftigt als Behandlung. 17.15 r Kompositionen^von Foer^L mit dem Schmieden von Formeln und hohlen. Phrasen. Der unbekannte sozialistische Vertrau- gegangen mit dem Bewußtsein, daß die Armen,! P„g, Sender II: 14.20: Deutsche Sendung: Prof, daß die Arbeiter ebensowenig warfen könnenwie' Zsichert: Liebe und Eifersucht, 14.80: Opernarien. ”* 14.55: Deutsche Presse, 18: Männergesangsvereinkonzert. 20: Schallplatten.— Brünn 15.15: Rundfunkorchesterkonzert: Grieg, Sibelius. 17.40: Deut- sche Arbeitersendung, Hönlinger: Aufbau unseres Staates, 10.15: Beliebte Melodien.— Kasch«* 12.05: Schallplattenkonzert.— Mährisch-Oftra« 12.85: Militärmusik, 17.55: Deutsche Sendung: Ständig!: Bergluft, Rundfunkspiel. 20.40: tschechische Opernstunde.-—>—- J Vom Rundfunk Empfehlenswertes au« den Programmen* Donnerstag: Prag, Sender I: 7: Morgenmusik, 10.05? Deutsche Presse, 12.05: Schallplattenkonzert, 14: , Deutsche Sendung: Dr. Pulay: Ueberempfindlich- Deutschiand 1937 In einer kleinen bayerischen Stadt, nahe unserer Grenze, fand man kürzlich einen Mauer» Anschlag mft folgendem bezeichnenden Vierzeiler: „Die Straßen«erden immer glätter, Die Führer immer fetter. Die Arbeiter immer dürrer, Dafür sorgt schon der Führer". Wer genug Phantasie besitzt, wird sich vorstellen können, was dem Verfasser oder dem Ver» breiter dieser Verslern passieren würde, wenn man sie erwischte. WL. t, niemand:| ften Verheerungen wurden aus Thrazien gemel- „Während eines StretteS, bei dem sich die bet. Dort wurden mehrere Dörfer von den ange- Gegner beschimpft hatten,«ar anch die Bemerkung schwollenen Gebirgsbächen vollkommen über- des OberlandeSgerichteS Köln als strafbar bezeich net. I« der Begründung erklärte das Gericht! unter anderem, daß diese Bemerkung nicht nur' eine Drohung sei, sondern auch eine Beleidigung, o. a n,.., und Mißachtung im Sinne des Paragraphen 135' Luk«^ Cranach zuschreiben. Es hagelt sich um StGB darstelle.„Ein deutscher Mann rutscht Allerheiligen-Bild, das nach Abschluß der nie und unier keinen Umständen auf, Arbeiten in der Kirche aufgestellt werden soll. Demonstratton der Berliner Auslandjournalisten. Der Berliner Korrespondent der„Bafler Nachrichten", Hermann Bökchenstein, dem die deutschen Behörden die Erneuerung der Aufenthaltsbewilligung verweigert haben, ist Montag abends aus Berlin abgereist. Etwa 50 Vertreter der Auslandspresse hatten sich auf dem Bahnsteig eingefunden, um so dem Journalisten ihre Sympathien zu bekunden. Raubüberfall. In der Gemeinde Makovce im Bezirke Veils Kapusany in der Osfflowakei drangen in der Nacht auf Dienstag sechs maskierte bewaffnete Männer in den Laden des Israel Silber ein, wo sie 600 XL entwendeten. Gegen Silber gaben sie einige Schüsse ab, di« diesen aber nicht trafen. Den Tätern gelang es, zu entkommen. Lord Halifax steht Gespenst«. Bis zu seiner SRL.., Reise nach Deutschland war Lord Halifax lang« sität hat berechnet, daß im kommenden Jabre nicht so im Auslande bekannt wie seine anderen rund 40.000 Menschen bei Verkehrsunfällen ihr Ministertollegen. Dagegen kennt ihn das englische Leben werden lassen müssen. 125.000 Amerikaner Publikum außerordentlich gut, wenn auch nicht so werden mff Gründ von Berkehrsunfällen arbekts- sehr aus feiner-polttischen wie vielmehr aus seiner unfähig werden,(ths I literarischen Tätigkeit. Lord Halifax beschäftigt sich Auf der Eisscholle.(Taß) Der Chef der"ämlich in seinen Mußestunden damit, Gespenstersowjetrussischen Polarstation.Nordpol" Papanin geschichten zu schreiben. Sie sind ganz besonders gut. teilt mit, daß die Station auf der treibenden Eis-«nd die Zeitungen reißen sich nach ihnen. Sie er« ''cholle 200 Tage lang ununterbrochen wissen- sch'-nen wiederholt in Tages- und Wochenzeitunge«, schastliche Arbeit leistet und daß sie ihre inter-' und sie sind dann sogar gesammelt und in einem essanten Beobachtungen beenden will und daher viel gekauften Bande von Gespenstergeschichten Herden Abflug verschieben will. Die Polarexpedition ausgegeben worden. Halifax ist sozusagen Expert in befindet sich nunmehr in einem vöflig unerforsch-\ Gespensterseherei, denn er erhält dauernd Zuschrift ten Gebiet und ergänzt planmäßig die geophy-, fischen Erkenntnisse durch zahlreiche magnetische,| schölle ist vom Nordpol bereits 1200 Kilometer' entfernt und ihre.Fahrgäste" sind entschlossen, noch einmal soviel zu driften, um möglichst viele wissenschaftliche Beobachtungen zu sammeln und mft iw die Heimat zu bringen. Rückzug Sidors..Lid. Noviny" verweisen auf einen Artikel in der Dienstag-Ausgabe des_ .Sloväk", der eine Antwort an Justizminister' sich von den britischen Inseln über Mitteleuropa Dsrer sein soll, aber in Wirklichkeit ein völliger*’ ra“£l-!-* Rückzug Sidors ist. In dem Artikel heißt es, die Nr. 288 Mittwoch, 8. Dezember 1937 Volkswirtschaft und Sozialpolitik Die Arbeitslosigkeit in den deutschen Bezirken Die Steigerung im November war kleiner als in den andern Bezirken, aber der Rückgang seit 1936 ist kleiner als im tschechischen Gebiet tschechische Bezirke deutsche Bezirke 45.697 24.394 Wir brachten in der Sonntagsnummer den ber 1937 betrug fic 50.154). Von diesem RückBericht über das Steigen der Arbeitslosigkeit im gang, der 48 Prozent entspricht, entfallen auf: November, aus welchem hervorging, daß in Böhmen die Arbeitslosenzahl um mehr als 40.000 oder rund 28 Prozent, in Mähren- Schlesien um und es beträgt daher der verhältnismäßige Rückfast 25.000 oder rund 49 Prozent gestiegen ist. gang in den Aus den jetzt vorliegenden Berichten aus den einzelnen politischen Bezirken ergibt sich folgendes: Böhmen: tschechischen Bezirken in den deutschen 49 Prozent 45 Prozent. In beiden Ländern zeigt sich also, daß das Von den 190.000 Arbeitslosen, die in ganz industrielle Gebiet, in welchem sich die Krise früBöhmen gezählt wurden, leben 124.000 in den her und weitaus stärker ausgewirkt hat als in den überwiegend deutschen Bezirken. Das ist ein un- vorwiegend landwirtschaftlichen Gegenden, der trüglicher Beweis dafür, daß trok der wirtschafts Entwicklung jeßt, wo sie sich trot Hemmungen lichen Besserung nicht die Notwendigkeit aufge- zum Besseren wendet, nicht schnell genug folgen hört hat, für diese Grenzgebiete durch Export- tann. förderung, Investitionen, produktive Arbeitslosenfürsorge und nicht zuletzt durch die ordentliche tschechische Bezirke deutsche Bezirke 24.159 17.705 und es beträgt die Steigerung in den tschechischen Bezirken in den deutschen 58 Prozent, 17 Prozent. [ der Vertreter der Gewerkschaften einigte man sich darauf, daß über die Forderungen des Ostraus Startiner Reviers die Verhandlungen am 9. d. M. vormittags im Arbeitenministerium beginnen werden, und zwar in Anwesenheit der Vertreter der Bergarbeiterorganisationen, welche die Forderungen im Revier unterschrieben haben, und der Vertreter der Direktorenkonferenz des OstrauKarwiner Reviers. Am Freitag, den 10. d. M. werden die Verhandlungen über die im nord= böhmischen und altenauer Re bier vorgelegten Forderungen beginnen. Die Verhandlungen über die Forderungen der Bergarbeiter aus den andern Revieren werden im Arbeitenministerium schrittweise angesetzt werden, je nachdem sich die Verhandlungen über Ostrau und Nordböhmen entwickeln." Seite Annabella und Conrad Veidt in dem Film„ Rote Soutane". Nener Generaldirektor der Škoda- Werke. Der Verwaltungsrat der Skoda- Werke in Pilsen Vorschlag einer allgemeinen Abgabenordnung, hielt am 7. d. M. eine Sibung ab, in welcher über der Vorschlag betreffend die Organisierung der Antrag des Vorsitzenden des Verwaltungsrates Feldwirtschaft im Unternehmen der staatlichen Dr. Karl Loevenstein der bisherige Zentraldirek Forste und Güter und der Vorschlag betreffend tor Ing. Wilhelm Hromádka zum Generaldirek die Organisierung des Unternehmens der tsches tor der Gesellschaft und gleichzeitig die bisherigen choslowakischen Staatsbahn vorbereitet werden. Direktoren Ing. Anton Fried, Josef Modrý und Verzögerung der Verhandlungen mit SüdIng. Adolf Vamberstý zu Oberdirektoren ernannt afrifa. Die„ Times" melden aus Pretoria, daß wurden; ferner wurden zu stellvertretenden Ober- die laufenden Besprechungen über ein Handelsdirektoren Direktor Tr. Kamil Kleiner und Direk abkommen zwischen der südafrikanischen Union for Wenzel Skřivánek ernannt. Ferner wurde die und Frankreich bzw. der Tschechoslowakei nicht erfreuliche Entwicklung der Tätigkeit des Unter- früher zu einem Abschlusse gelangen können, ehe nehmens festgestellt, die sich sowohl auf einen sehr tommen ist. erheblichen lebertrag von Aufträgen aus dem nicht der neue Handelsvertrag zwischen der süda Vorjahre als auch auf einen unversiegbaren Ein- afrikanischen Union und England zustandeges lauf von Bestellungen aus allen Gebieten der Tätigkeit des Unternehmens im heurigen Jahr, insbesondere aus dem Ausland, stützt. Gerichtssaal Durchführung der Unterstüßungsaktionen Anglei Zwischenlösung in den chung an das übrige Staatsgebiet herbeizufüh ren, die bisher noch nicht gelungen ist. Es ist zwar Bergarbeiterverhandlungen festzustellen, daß die Arbeitslosigkeit im November Prag.( Tsch. P.-B.) Dienstag wurden im in den deutschen Bezirken weniger gewachsen ist Ministerium für öffentliche Arbeiten die Verband als in den tschechischen, in diesen ist hingegen Tungen über die Forderungen der Bergarbeiter eine günstigere Entwicklung festzustellen, wenn zwischen den Vertretern der Unternehmer und der Kommiffion für die Dekonomisierung der man das Vorjahr zum Vergleich heranzieht. Gewerkschaftsorganisationen fortgefeßt. Es wurde öffentlichen Verwaltung. Der engere Ausschuß Von den 40.000 im November neu gemel- ein Abkommen erzielt, demzufolge die Lohnforde der Kommission hielt Montag eine Sigung ab. Aus Eifersucht? deten Arbeitsuchenden entfallen auf: rungen auf Grundlage einer einmalinen Aushilfe in der er die in den einzelnen Arbeitsausschüssen Prag. Rudolf Šimek ist heute erst 24 Jahre werden gelöst werden. Weber ihre Höhe wird mit vorbereiteten Vorschläge behandelte und genehalt, aber bevor er vor die Geschworenen fam, stand Rücksicht auf die verschiedenen Verhältnisse in den migte. Auf administrativem Gebiet sind dies er schon wiederholt wegen fleinerer Delifte vor Geeinzelnen Gebieten etappenweise nach Revieren, u. a.: der Kompler von 36 Vorschlägen auf richt und fünf Vorstrafen wegen Diebstahls und ähn und amar wiederum beim Ministerium für öffent Dekonomisierung des Dienstes bei den Belicher Kleinigkeiten hätten auch dann genug über ihn liche Arbeiten in Prag verhandelt werden. Zu- irtsfinanzdirektionen und der ausgesagt, wenn er es verstanden hätte, seine Auserst werden Verhandlungen mit dem Oftrau- Kar- Kompler von 108 Vorschlägen betreffend die reden glaubwürdiger vorzutragen. Von der Volks Wenn man weiter geht und nach der üblichen Un- winer Revier am Donnerstag, den 9. Dezember, Organisierung der Gebührenagenda und schule, die er sieben Jahre lang besuchte, über die terteilung die rein deutschen( 80 bis 100 Pro- und am Freitag, den 10. Dezember, mit dem schließlich auf dem Gebiete der staatlichen Unter- Lehrzeit bis zu dem Word, der ihn vor die Geschwozent) von den andern deutschen Mehrheitsbezir- nordböhmischen und dem Falkenauer Revier statt- nehmungen der Vorschlag betreffend die Orga- renen brachte, läuft eine gerade Linie. ten( 50 bis 80 Prozent) scheidet, ergibt sich in finden. Die Verhandlungen mit den übrigen Re- nisierung der Unternehmungen der sta a t- jährigen Hausgehilfin Božena Hanoustová, die seine Simet machte heuer die Bekanntschaft der 20den ersteren eine Steigerung um 10.404 oder 13 bieren werden nacheinander in den folgenden Tichen Berg und Hüttenbetriebe. Bergangenheit nicht kannte. Die Bekanntschaft Prozent, in den letzteren eine solche von 7301 Tagen durchgeführt werden. Die erwähnten Vorschläge werden nunmehr von dauerte drei Monate. Im August besuchten die beioder 29 Prozent. der Kommission den zuständigen Ministern zur den eine Tanzunterhaltung in Bizfob. Simet, an Ungünstiger wird das Bild, wenn man unDazu meldet das„ Pr. Lidu":„ In den Ver- weiteren Behandlung unterbreitet werden. Wei- geblich aus Eifersucht, rief dort einen Streit mit tersucht, in welchem Grade seit November 1986 handlungen über die Bergarbeiterforderungen ters wurden die Vorbereitungen durchberaten, einem gewissen Termát hervor, mit dem sich das die Arbeitslosigkeit zurückgegangen ist. In ganz fuhr man Dienstaa um vier Ihr nachmittags im die zur Durchführung der einheitlichen Anlage Mädchen unterhielt. Als er vom Portier an die Luft gesetzt wurde die Hanousková blieb aus Furcht Böhmen fant die Arbeitslosenzahl von Ministerium für öffentliche Arbeiten unter dem der Gemeindebudgets, zur Schulung zurück, obwohl Simet ihren Mantel mitgenommen 280.000 im November 1936( davon 172.000 in Vorsitz von Sektionschef Dr. Hrdlička fort. Bei und Ausbildung der Beamten der staatlichen hatte lief er nach Hause und schickte feine Mutter den deutschen Bezirken) auf rund 190.000 im Eröffnung der Beratungen empfahl der Norfibende Administrative gemacht wurden. Der engere in die Reſtauration, um dem Mädchen eine Uhr ab November 1937( davon 124.000 in den deutschen beiden Vertragsparteien die Unterbrechung der Ausschuß nahm auch den Bericht über den Fort- zuverlangen, die er ihm geschenkt hatte. Noch wäh Bezirken.) Von dem Gesamtrückgang von rund 89.000 bisherigen Gesamtverbandlungen und schlun vor, gang der Arbeiten in den einzelnen Arbeitsaus- rend des Streites, den die Frau verursachte, erschien in ihnen beginnend mit dem Donnerstan schritt- schüssen und Subkomitees zur Kenntnis, in denen Simek wieder. Mit einem langen Küchenmesser fiel 32 Prozent) entfallen auf: weife in Revierfettionen im Arbeiten- u. a. der Vorschlag über die Organisierung der er Termát an, der ihm noch glücklich ausweichen ministerium fortzufahren. Nach einer Beratung öffentlichen Bautätigkeit, der konnte doch nur mit einem Messerschnitt durch Rock und Hemd in unmittelbarer Nähe des Herzens. Nun fiel Simek die Hanousková an, die sich nicht mehr retten konnte. Mit einem Stich in die Brust, der bis zerrte sie noch an den Haaren, bis er vom Portier niedergeschlagen wurde. Das Mädchen starb im tschechische Bezirke deutsche Bezirke 41.157 47.705 und es beträgt der verhältnismäßige Rückgang in den tschechischen Bezirken 38 Prozent in den deutschen Bezirken 28 Prozent 16.867 7.601 * Englands Notstandsgebiete: Geringe Besserung aum Serzen drang, stürzte sie zu Boden. Simer * Krankenhaus. Angesichts der starken Steigerung der Ar- 145 und 60 Jahren) hat sich sogar verschärft. Eine beitslosigkeit in England, wie sie aus der Ver- Besserung ist vor allem in den alten Stapelindu Šimet, ein unscheinbarer kleiner Bursche, tuberKohlenbergbau, Eisen und Stahl, fulös, mit dem Benehmen und dem Slang übelster In den rein deutschen Bezirken( 80 bis 100 Pro- öffentlichung der November- Statistit über den strien zent) beträgt der Rückgang 32.744 oder 26 Pro- Arbeitsmarkt hervorgeht, verlangt„ Daily He- Schiffbau zu bemerken, aber ihre Grenzen sind Vorstadttypen, verantwortet sich wie er eben kann. zent, in den andern deutschen Bezirken( 50 bis rald" eine entschlossene und konstruktive Politik schon in der Konjunktur deutlich sichtbar. Auch Manches weiß er, manches gibt er nicht zu; die Tat 80 Prozent) 14.961 oder 31 Prozent. Es ist zu der britischen Regierung zweds. Verbesserung der haben gewisse Gebiete vom Rüstungsboom über will er in Truntenheit, aus Eifersucht und aus ut berücksichtigen, daß ein absolut größerer Rückgang Wirtschaftslage. Es wird darauf verwiesen, daß haupt nichts verspürt. Der Versuch einer Ver- darüber begangen haben, daß seine Mutter beleidigt Die Zeugen fagen übereinstimmend geger doch perzentuell fleiner sein muß, da eben die die Zunahme der Arbeitslosigkeit im November pflanzung neuer Industrien in die Notstandsge- wurde. Arbeitslosenzahl im deutschen Gebiet eine wesents des Vorjahres nur rund 16.000, im November biete beginnt die ersten Früchte zu tragen. Gillet ihn aus. Die Verhandlung vor dem SchwurgerichtsDie lich höhere ist. 1935 jogar nur 2972 betrug, gegen rund verlangt energisch eine Einflußnahme des Staa- ſenat Dr. Mareček wird zwei Tage dauern. Anklage vertritt Staatsanwalt Dr. Tržický. 109.000 im November des laufenden Jahres. tes auf die Standortswahl der Industrien, ferner Mähren- Schlesien: eine Vorbereitung von Arbeitsbeschaffungsauf Ausweis für den Monat November Ganz ähnlich ist die Entwicklung in Mähren- Der erste Bericht des neuen Kommissärs für trägen schon in der Konjunktur, um in Anbetracht ( Die erste Zahl bedeutet Parteifonds, die eingeSchlesien. Dort entfallen von den im November die Notstandsgebiete, Sir George Gillet, behan- der langsamen Arbeit der Lokalbehörden alles für Klammerte Wahlfonds.) neu gemeldeten rund 25,000 Arbeitslosen auf: delt das Problem nicht minder offenherzig als den entscheidenden Zeitpunkt vorgekehrt zu haben. die Berichte seines Vorgängers Sir Malcolm Die Notstandsgebiete sind, wie man sieht, Bodenbach: 6400( 1600) Kč; Brünn: tschechische Bezirke Stewart. Im letzten Jahr ist die Arbeitslosigkeit für England ein genau so großes Problem wie 800( 200) Kč; Sarlsbad: 6320( 1580) Kč; deutsche Bezirke in diesen Gebieten gefunten, es gibt dort jedoch für die Tschechoslowakei. Auch dort ist der Unter- Landskron: 520( 130 Kč; Prag: 654( 160) immer noch über 200.000 Arbeitslose und der schied zwischen Krisen- und Prosperitätsgebiet so Kč; Pilsen Budweis: 1760( 440) Kč; Prozentsak ist in diesen Gebieten mehr als dop- bedeutend wie bei uns, und auch in der Erklärung Pre ßburg: 240( 60); Reichenberg: 640 pelt so groß wie der Durchschnitt und vier- bis dieser Erscheinung und den vorgeschlagenen Ge-( 160); Sternberg: 2850( 660) Kč; Tepfünfmal so groß wie in den Prosperitätsgebieten. genmitteln herrscht fast vollständige Ueberein- lit- Saaz: 3200( 800) Kč; Trautenau: Das Problem der alten Arbeitslosen( zwischenstimmung. 1280( 320) Kč; Troppu: 960( 240) Kč. der politischen Persönlichkeiten, die sie an der Ar- samtstaatliche Politik gedacht wird, daß alle sozial beit gesehen haben, die Jüngeren werden manches politischen Errungenschaften seit 1918 gebührend erfahren, was ihnen bisher völlig unbekannt ge- gewürdigt werden und daß der Autor Gelegen wesen ist. Aber auch derjenige, der das politische heit findet, sein Verständnis für soziale Probleme Leben seit dem Jahre 1918 mitgemacht hat und zu befunden. Nicht unerwähnt möge bleiben, daß vom Mittelpunkt der tschechoslowakischen Innen- Slepetat auch den Mut hat, an gewissen politischen politik nicht weit entfernt ist, wird eine Menge Erscheinungen Kritik zu üben, auch wenn es sich rade vom Standpunkt der jüngsten Politik von des tschechoslowakischen Staatslebens handelt. Details erfahren, die weniger bekannt, aber ge- hiebei um einflußreiche politische Persönlichkeiten Buche sagen, daß es vieles bringt und daher jedem Interesse sind. So kann man von Klepetař' und es beträgt daher die Steigerung in den tschechischen Bezirken in den deutschen zählen. in 58 Prozent 36 Prozent Seit 1918... bei einem Landesdurchschnitt von 49 Prozent. Bu den deutschen Bezirken sind hier auch Troppau und Neutitschein gerechnet, die zwar keine deutsche Minderheit von mehr als 50 Prozent haben, aber doch mehr als zwei Fünftel deutscher Bewohner Unter diesem Titel hat Dr. Harry Ke Ye pe Seit November 1936 ist die Arbeitslosigkeit tat ein Buch herausgegeben, in welchem er eine gang Mähren- Schlesien von 144.713 um flüssige, leicht lesbare Tarstellung der politischen 70.091 auf 74.622 zurückgegangen.( Im Otto- Entwicklung der Tschechoslowakei seit dem Umstura Journalist und politischer Publizist erhebt nicht Journalist und politischer Publizist erhebt nicht den Anspruch darauf, ein wissenschaftliches Wert unter Benübung aller gedruckten und ungedruckten Quellen und nach allen Regeln historischer Quellentritit geschrieben zu haben das ist bei Dar 528.50 möglich, aber es ist ihm gelungen, ein für stellungen der jüngsten Geschichte auch schier jeden politisch Interessierten anziehendes Buch herauszubringen, das ebenso informativ wie gut herauszubringen, das ebenso informativ wie gut geschrieben ist. Man erhält für 100 Reichsmark Markmünzen • 100 österreichische Schilling 100 rumänische Lei 100 polnische Zloty. 100 ungarische Pengö. 100 Schweizer Franken 1 englisches Pfund 100 italienische Lire . 9 Kč 618.672.16.15 506.550.50 657.50 95.95 100 französische Francs . 141.75 1 amerikanischer Dollar. 100 holländische Gulden 28.35 120.40 1577.• 63.30 482.50 630.729, 100 jugoslawische Dinare 100 Belgas 100 dänische Kronen 100 schwedische Kronen. 9 E Das Buch wird mit Nußen sowohl von Angehörigen der älteren wie der jüngeren Generation gelesen werden. Die Welteren werden sich gerne der Ereignisse erinnern, die sie mitgemacht, etwas. Begrüßenswert ist, daß der Autor insbeson famkeit zuivendet. Von 1918 an werden die verdere der sudetendeutschen Politit seine Aufmertschiedenen Phasen in der Haltung der deutschen Parteien in der Tschechoslowakei ausführlich dargestellt, wobei das soll anerkennend hervorge= hoben werden niemals daran vergessen wird, daß die deutsche Sozialdemokratie einen Teil des Sudetendeutschtums bildet und oft entscheidend die sudetendeutsche Politik beeinflußt hat. Bis in die jüngste Gegenwart wird so eine Schilderung der *) Harry Klepetat: Seit 1918... Eine Ge- deutschen sozialdemokratischen Politik in diesem schichte der Tschechoslowakischen Republik. Verlag Lande gegeben. Dazu kommt noch, daß auch sonst die Bedeutung der Sozialdemokratie für die geJulius Kittls Nachfolger, Mähr.- Ostrau, kann über einige Flüchtigkeitsfehler( so z. B. ent Angesichts dieser und noch anderer Vorzüge sprechen die Angaben über Josef Seligers Krant auf die tieferen historischen Busammenhänge ein. heit und Tod nicht ganz den Tatsachen) hinwegs gesehen werden. Wohl geht der Autor weniger auf die tieferen historischen Zusammenhänge ein, erzählt mehr die an der Oberfläche geschichtlichen Lebens sich abspielenden politischen Geschehnisse und zeigt die handelnden Personen auf der Bühne der politischen Geschichte. Dafür entwirft er da von ein buntes Bild, das man mit Spannung vor sich abrollen sieht, so daß man befriedigt auch belehrt das Buch aus der Hand legt. aber Im Interesse der realpolitischen Erziehung der Sudetendeutschen ist dem Buche weite Vers E. St. breitung zu wünschen. Seife 6 „Sozialdemokrat" JiiethSet 1937. Nr. 288 Kroger Rettung Nächste Woche.— Luftschutzübung An zwei Tagen der kommenden Woche, und zwar am Dienstag und am Mittwoch, werden in Prag Luftschutzübungen abgehalten, welche das Landesamt in einer Verlautbarung gestern ankündigte. Es handelt sich diesmal um Tagübungen, welche durch Si- renenzeichcn— drei Minuten lang währende, durch kurze Intervalle unterbrochene Signale— angezeigt werden. Den Schluß der Uebung wird wiederum ein . Sirenensignal— dieses jedoch ohne Unterbrechungen —- bekanntgcben. Das Alarmzeichen wird von allen Fabriksirenen loeitergegeben werden. Für die Uebung gelten im allgemeinen dieselben Vorschriften wie für die letzte Prokst: Fußgänger haben in den Haustoren Deckung zu suchen, Fahrzeuge haben am Straßenrand zu stehen; rlle Fenster und Haustüren müssen geschlossen sein. Hier ist auch die wichtigste Neuerung bei den angesagten Uebungen. denn die Ueberwachung dieser letztgenannten Weisung wurde den Hauswachen Übertragen, welche für die Einhaltung der Vorschrift verantwortlich gemacht werden. Masaryk und d’e Natonalltätenfrase (M. Gr.) Die Tschechische Gesellschaft für das Studium der Minoritätenfragen veranstaltete gestern einen Vortrag des Außenministers Dr. Krofta über„Masaryk und die Nationalitätenfrage". In diesem Vortrag befaßte st h Minister Krofta ausschließlich mit den Formulierungen Masaryks zu diesem Problem in der Vorkriegszeit. Er wies an Hand zahlreicher Zitate nach, daß die Stellungnahme Masaryks zu dieser Frage, ausgenommen eine ganz kurze Periode, als der junge Masaryk seine Schrift„Plato als Patriot" abfaßte, schon immer dieselbe war wie nach dem Kriege, als er den hohen Poften des Staatspräsidenten bekleidete und nun auch Gelegenheit fand, seine Anschauungen oft in die Tat umzusetzen. Masaryk wandte sich schon immer gegen eine falsche Auffassung des Patriotismus, die sich damit begnügt, die fremdeNation zu has- sen, ohne aber für die eigene etwas Fruchtbares zu vollbringen. Er trat! immer, in seinen Schriften und in seinen Reden wie| auch in seiner Praxis gegen den negativen Patrio- tismüs auf und predigte einen aktiven Patriotismus. Seine Humanität war nie romantische Phantasterei, sondern ernste Arbeit und er legte immer Gewicht darauf, daß auch der Arbeiter, das Proletariat, als ein genau so wertvolles Mitglied der Nation betrachtet werd«, wie die sozial besser gestellten Schichten. Masaryk glaubte nick an„die auserwählte Nation", er bestreitet Zeit seines Lebens die Auffassung, daß es„höhere und niedrigere Rasten gebe, ein Herrenvolk, welches dazu berufen sei, über.die Niedrigere Mässe zu regieret!, die eS bloß als Material betrachte". Nicht einmal die farbigen Raffen seien zur Sklaverei bestimmt.. Der Redner erläuterte' dann Masaryks Auf- faffung über die historische Aufgabe jeder Nation und über die spezielle Taktik eines kleinen Volkes, welches nie das große Volk nachahmen dürfe, sondern seine eigenen Wege zu gehen habe. Er faßt den Nationalismus durchaus, nicht als entgegengesetzt oder als der Menschheit untergeordnet auf. Die Menschheit setzt sich aus Nationen zusammen, deshalb ist es notwendig,'in erster Linie zu Hause für sein Volk zu arbeiten, um derart mittels des eigenen Volkes auch der Menschheit zu dienen. Ein besonderes Kapitel wurde der Stellungnahme Masaryks zum tschechischen Staatsrecht gewidmet. welches er im Gegensatz zu Rieger und Kramak verwarf; an seine Stelle setzte er das natürliche Recht des tschechischen Volkes, worin sich schon die ersten Ansätze zur Idee des zukünftigen selbstän digen Staates bargen. Wenn sich' die Tschechen bloß aut das historische Recht beschränkt hätten, wäre die Einbeziehung der Slowakei' in den Rahmen der Republik unmöglich geworden. Die Voraussicht Masaryks bewährte sich auch in dieser Hinsicht. Der Schluß der Rede galt den wirtschaftlichen und kulturellen Bindungen der Tschechen und der Deutschen in der Republik. Politische und kulturelleZusammenarbeitunter ihnenseisehrgut möglich, beteuerte Masaryk immer, und zwar aufGrundge- genseitigerFreiheitundfozia- ler Gerechtigkeit. Das Publikum, unter welchem fich Vertreter vieler offizieller Körperschaften befanden, lohnte den wie immer aufschlußreichen Vortrag des Außenministers mit herzlichem Beifall. Budgetberatungen im Stadthaus. Gestern begannen die Budgetberatungen der Stadt Prag. Sie wurden von Dr. Stüla, dem Finanzreferenten der Stadt, eröffnet. Es referierte der Vertreter der Gemeinde-Finanzkommission, Jng. Cvrk. Dann gab namens sämtlicher Parteien der Rathausmehrheit, und zwar sowohl der tschechischen als auch der deutschen, der tschechische Sozialdemokrat Dr. Langer eine Erklärung ab. An der Debatte selbst beteiligten stch nur Kommunisten und Ligisten. Bei Blattschluß dauert die Sitzung fort. Es steht schon jetzt fest, daß das Budget mit einer an Einstimmigkeit grenzenden Mehrheit angenommen werden wird. Wir werden einen ausführlichen Bericht über die Budgetberatungen in der nächsten Ausgabe unseres Blattes bringen. Auch den Flüchtlingskindern eine Freude bereiten. Die vor einiger Zeit gegründete Zentrale Hilfsstelle für deutsche Flüchtlingskinder(Vorsitzende Frau Marie~^molka) versucht, den deutschen FlüchtlingS- „Was fordert die Jugend von der Demokratie T* Oeffentliche Versammlung mit Genoffen Abg. K ö g l e r als Redner im großen Saal des Handwerkervereins, Prag II, Ve Smeckach 22, am Freitag, den 10. Dezember. Beginn halb 8 Uhr. Anschließend freie Diskussion.— Genossen und Genossinnen, kommt vollzählig zu dieser wichtigen Veranstaltung der SOZIALISTISCHEN JUGEND KREIS PRAG! lindern, ohne Ansehen der Raffe, Religion oder der Parteizugehörigkeit der Eltern, Hilfe zu gewähren. Sie konnte ihrey etwa 150 Schützlingen, im Sommer eine Ferienercholung bereiten und gibt tonen finanzielle Unterstützung. Für, den 18. Dezember bereitet sie ein Kinderfest vor mit Bewirtung und Geschenken. Sie wendet sich an alle gutgesinnten Menschen, die für di« Not der heimatlos gewordenen Kinder Ohr und Herz haben, mit der Bitte um Sach- oder Geldspenden. Geldspenden an Bankhaus Petschek& Co., Prag II., Postsparkasse Nr. 50439, mit dem Zusatz „für das Konto K. A. 5442". Sachspenden werden gerne abgeholt. Benachrichtigung an die Zentrale Hilfsstelle, Prag Xll.. Belgicka 26, Tel. 516-44. Die Deutsche Hauptstelle für Wohnungs- und Siedlungsfürsorg« veranstaltet am Freitag, den 10. Dezember 1937. halb 6 Uhr abends, im Dachgartensaal des Deutschen Hauses(Prag II, Graben 26) einen Vortrag über das Thema„Der Internationale Wohnungskongreß in Paris 1937 und di« sozialpolitische Bedeutung seiner Ergebniste". Redner: Bürgermeister L. Pölzl. Eintritt frei. Gäste willkommen. JGutst und Mssen Der König von Yvetot Jaques Dbert, der Komponist der am Sonntag im Neuen DeutschenT Heater erstaufgesührten komischen Oper„Der König von Vvetot". gehört zu den populärsten und erfolgreichsten zeitgenössischen französischen Tonsetzern; er ist gleichzeitig eines der glänzendsten und markantesten Talente der jüngsten französischen Schule. Seine großen Erfolge blieben aber nicht nur auf sein Heimatland Frankreich beschränkt;«ine Suite sympho- niqüe, ein blendendes Saxophonkonzert, der Operneinakter„Angelique" und letztlich die Oper„Der König von Vvetot" fanden auch außerhalb Frankreichs«in« beim Publikum und bei der Kritik gleich begeisterte Aufnahme. Da dieser ausgezeichnete Tonsetzer gerade bei uns sehr wenig bekannt ist. muß man unserem deutschen Theater Dank wiffen, just eines der letzten Werke Jberts, das überall, wo es bisher zur Aufführung gelangte, glänzenden Erfolg hatte, dem Prager Publikum vermittelt zu haben. Der„König von Vvetot" ist eine typische französische Lustspieloper, ein« richtige opera buffa, die .an die alte Operntradition anknüpft; in der Form und in der melodisch-thematischen Gestaltung. Darum gibt es durchaus selbständige Nummern in dieser Oper, Arien. Ensembles. Chöre, die durch di« Handlung aufhellende Dialog« miteinander verbunden sind; darum findet man auch richtige Melodien, die sich sogar des Volksliedes bedienen, in ihr. Der Komponist hat Form und Wesen seiner Oper selbst erklärt; daß er nämlich die Partitur mit der gleichen Strenge«mworfen habe, wie sie die klassische italienische opera buffa auszeichnet, mit Solis und Ensembles. Auch die bedeutende und entscheidende Stellung des Chores in der Oper bewnt der Komponist, indem er darauf hinwenst, daß die Aufgabe des Chores in dessen ständiger. Anteilnahme an der Handlung begründet sei. Jberts Musik zum.Fkönig von Vvetot" offenbart ebenso großes Können in formaler und satztechnischer Hinsicht wie glänzende Jnstru- mentiexungsgabe als Ausdrucks- und Charakteri- fierungskunst, sie ist im buffomäßigen Sinne ebenso schlagfertig wie stimmungssicher in lyrischer Hinsicht, wobei allerdings das lyrische Element oft das heitere überwuchert; sie ist vor allem durch Feinnervig- keit und Geist ausgezeichnet, versteht es, die lyrischen Momente mit allen Schattierungen differenzierten Klanges auszustatten, versteht es. das bewegte Leben der Szene in den entsprechenden leichtbeschwingten und frischen musikalischen Rhythmus umzusetzen, ist reich an impreffionistischen Reizen und Stimmungen und zeichnet sich durch eine Ton und Wort zu musterhafter lustspielmäßiger Unbeschwertheit verbindende Deklamation auS. Stoff, Handlung und Text der Oper haben ihre Librettisten Jean L i m o s i n und Andrö de la T o u r a s s e nach einem Gedichte Berängers verfaßt. durchaus im Sinn« des Komponisten als Libretto zu einer komischen Oper im alten Stil mit Dialog und'Musikalischen Nummekn. Dre Handumg der Oper, die allerdings als satirffch-zeitlos aufzu- faffen ist, entspricht in der Hauptsache übrigens sogar der geschichtlichen Wahrheit von dem kleinen Ope- retten-Königreich Vvetot: Jeannot, König der Ortschaft Vvetot. ist bei seinen biederen, spießbürgerlichen Untertanen sehr beliebt; von seiner treu ergebenen Dienerin Jeanetton wird er heimlich geliebt. Einiger gestohlener Apfelbäume wegen wird er schuldlos in einen Krieg verwickelt. Da er ihn gleich in der ersten Schlacht verliert, kommt es' zur Revolution, bei der aber mehr Alkohol als Blut fließt; der König wird entthront und die Republik ausgerufen. Aber die treue Jeanetton rettet ihren König; sie setzt ein« erfolgreiche Gegenrevolution der Frauen in Szene, gibt dem König Königreich und Thron zurück und feiert zum Schluß mit ihm Hochzeit. Opernchef Karl R a n k l hatte der Oper eine i in der Sorgfalt der Durchführung mustergültige I musikalische Wiedergabe zuteil werden laffen, die rhythmisch wirkungsvoll gegliedert war. wen«, auch da und dort noch mehr prickelnde Beschwingtheit am Platze gewesen wäre, die vor allem aber in der wundervollen Transparenz der lyrisch-impreffionisti- schen Stellen seine außerordentliche Kunst der dynamischen Abtönung zeigte; auch die schöne Geschloffen- heit seiner Ensembleführung machte wiederum den stärksten Eindruck und ermöglichte«in musikalisches Gesamtbild von einheitlichster künstlerischer Schönheit. Besten Eindruck machten auch die Bühnenbilder von Frank S ch u l t e s, die das Spießbürgerlich- Verträumte ebenso glücklich bewnten wie das Parodistisch-Bizarre. Den bizarren, grotesken und satirischen Ton hielt auch der Regiffeur Dr. Friedrich S ch r a m m bei den szenischen Details und bei den buntbewegten, lustspielmäßig lebendig wirkenden Gruppierungen der Szene ausgezeichnet fest. Di« Hauptrolle der Jeanetton fand durch Frl. Harriet H e n d e r s eine geradezu ideale gesangliche und darstellerische Wiedergabe. Die riihrende Schlichtheit und Zurückhaltung im Wesen der liebenden Jeanetton liegt ihrer eigenen Art ebenso wie die süße Innigkeit und Ausdruckswärme der impreffionistischen Gesangslyrik Jberts. Eine durchaus tüchtige Leistung, gut charakterisiert im schauspielerischen und lobenswert durchgeführt lrn gesanglichen Sinn, öot auch Herr P a w e l« tz in der zweiten Hauptrolle der Oper als König. Es war«in besonderes Kennzeichen dieser ausgezeichneten und stimmungsstarken Opernaufführung. daß selbst die kleinen Partien des Werkes— und das sind mehr als ein ganzes Dutzend— mit durchwegs besten Kräften besetzt waren; mit den Damen Kindermann, Stevens. M«- dak, Rahn, Merz, Wanka usw.. und den Herren: Andersen. F.i s ch e r. L i b a l, Guttmann, Schipper, Göllnitz,usw. Hervorragendes leistete der reich verwendete Chor. Außerordentliches das O r ch e ft e r. Das sehr zahlreich erschienen« Publikum war von der Erstaufführung hochbefriedigt und kargte nicht mit Bestall, den es sogar wiederhole bei offener Szene spendete und für den sich mit allen den zahlreichen künstlerischen Mithelfern auch der erschienene Komponist wiederholt bedanken konnte. Hoffentlich sorgt nun auch dqs Publikum dafür, daß sich das köstliche Werk recht lang im Spielplan erhält. E. I. Karten.für die Vorstellung der Deutschen Volksbühne sind bis Samstag bei Optiker Deutsch zu haben. Spielplan des Renen Deutschen Theaters. Mittwoch 8: Die Weber, B 2.— Donnerstag%8 Uhr: Der König von Vvetot. CI.— Freitag 8 Uhr: Die Weber, D.— Samstag halb 8: Kleines Glück auf der Wieden, C 2.— Sonntag halb 3: Der Gol« deneKranz. GastspielWerbe- zirk, Arbeitervorstellung, halb 8: Frauen in New Vork. A 1. Spielplan der Kleinen Bühne. Heute, Mittwoch 8 Uhr: Drei Akte mit Musik. Bankbeamte 2 und freier Verkauf.— Donnerstag 8r Hilde und das Lotteriespiel.— Freitag halb 8: George und Margaret, Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf.— Samstag halb 8: Kabale und Liebe, neuinszeniert.— Sonntag 3 Uhr: Glück. 8: George und Margaret. Veremsaacknckten- RW, Prag. Donnerstag, den 9. Dezember 1937. Uebu>igsabcnd auf der Hetzinsel. Beginn pünktlich um 20 Uhr. Ole Krankheit der Minner ISCHIAS entsteht durch Ueberanstrengung im Beruf und Sport. Tief unter das Gewebe ausstrahlende Wärme des Pistyaner Schlammes beruhigt den Nerv. Behandelt zu Hause mit Pistyaner Schlammwürfel„Pi-Qa". Haupt!.: F. Kunerle, Praha, Starornöstske näm. 22. 4436/1 HANDELSMINISTERS J. V. NAJMAN Abgeordneten der Nationalversammlung, Vorsitzendenstellvertreters der Närodni rada usw. « Prag, den 4. Dezember 1937. DER REICHSVOLLZUGSAUSSCHUSS DER TSCHECHOSLOV ARISCHEN GEWERBE- UND HANDELSPARTEI gibt zusammen mit den Landesvollzugs-Äusschüssen Böhmens, Mähren-Schlesiens, der Slovakei und Karpathorußlands in tiefer Trauer der tschechoslovakischen gewerbe- und handeltreibenden Öffentlichkeit die traurige Nachricht von dem plötzlichen Ableben des Vorsitzenden der Tschechoslovakischen Mittelständischen Gewerbe- und Handelspartei, des RUDOLF MLÖOCH, Vizepräsident der Tschechoslovakischen Gewerbe- und Handelspartei. Der Erweck er und Mitbegründer einer selbständigen politischen Gewerbe- und Handelsbewegung, ein hervorragender Organisator, rin unerschrockener Verteidiger der gerechten Bürgerrechte und ein unermüdlicher Kämpfer für die berechtigten Forderungen des Gewerbestandes hat uns verlassen. Sein ganzes Leben hat er dem Kampf um die Sicherung der Existenz der Gewerbetreibenden, der Kaufleute und des gesamten Rüttelstandes geweiht. Er hat sich um alle diese Schichten des Bürgertums unvergängliche Verdienste erworben. Er verläßt uns im besten Mannesalter, inmitten einer intensiven und erfolgreichen Arbeit für Staat und Stand, tiefbetrauert vom gesamten Gewerbe- und Handelsstand und zum Leidwesen aller, die mit ihm zusammengearbeitet und die ihn gekannt haben. Wir nehmen von dem teuren Verblichenen Mittwoch, den 8. Dezember, um 3 Uhr nachmittag in der Trauerhalle des Krematoriums der Hauptstadt Prag Abschied........ J. E. SVOBODA, y Generalsekretär der Tschechoslovakischen Gewerbe* und Handelspartei. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins HauS oder bei Bezug durch die Post monatlich sti 16.—.^vierteljährlich Kd 48.—, halbjährig Kö 96.- ganzjährig K 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.- Rückstellung oon Manuskripten erfolgt- nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfranka'ur wurde von der Post- und Tele- graphendirektiou mit Erlaß Nr. 13.800ZVIIZ198Q bewilligt..tKontrpllpostamt Praha 25.— Druckerei;„Orbis", Druck-, Verlags«, und Leituugs«L.-G. Prag.