Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 70 Heller - Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Aus dem Inhalt: Um das Reichenberger Stadttheater Das Land Böhmen für das neue Krankenhausgesetz Delbos in Bukarest Ehrung Attlees durch die spanische Armee Die Entrechtung der Deutschen in Polen Redaktion und Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub Donnerstag, 9. Dezember 1937 17. Jahrgang Ministerpräsident Dr. Hodža: Der 18. Feber- der richtige Weg! Die aktivistische Forderung nach beschleunigter Erfüllung berechtigt/ Zurückweisung der SdP und Henleins Der Ministerpräsident hat in seiner Rede im Budgetausschuß des Senats fast ausschließlich über nationalpolitische Fragen gesprochen. Er hat sich neuerdings zum 18. Feber bekannt und im umwunden zum Ausdruck gebracht, daß bei der Durchführung der Abmachung ein rascheres Tempo notwendig ist. Ebenso klar hat Dr. Hodža gleichzeitig die nationalistische Kritik von tschechischer und von SdP- Seite zurückgewiesen. Der Ministerpräsident sagte u. a.: Der 18. Feber hat auf der einen Seite Erwartungen, auf der anderen Seite Be für ch tungen geweckt. Diejenigen, welche wegen des 18. Feber, ob nun im Sinne des tschechischen oder des deutschen Nationalismus Befürchtungen hegen, deutschen Gebiete nicht vernachlässigt, und daß fie ihre größte Aufmerksamkeit jenen Gebieten widmet. wo die größere Not herrscht. Die Not trifft teine Auswahl zwischen den Völkern, die Republik trifft ebenfalls keine Auswahl zwischen der nationalen Zugehörigkeit, wenn sie denen zu helfen hat, für die sie die Verantwortung trägt. Radikalismus ist Anachronismus Die Herren aus der SDP beschweren sich über den Geist der Unnachsichtigkeit in der tschechoslowatischen öffentlichen Meinung. Zugegeben, daß eine gewisse Mißstimmung vorhanden ist. Alles hat sicher feine Gründe. Soferne es sich aber um das Parlament handelt, tommt es auf die Ursachen und Konfeqenzen an. Vor eineinhalb Jahren haben die ReNr. 289 Ein Wort zu rechter Zeit ,, Einer gerechten, eingehenden und der ganzen Welt verständlichen Lösung unserer Minderheitenprobleme tann sich niemand widersetzen, der diesen Staat liebt." Diese schönen, von politischer und staatsmännischer Einsicht erfüllten Worte hat am Wort hören durfte, als er mit der ersten Wolfs. Dienstag im Budgetausschuß des Senates Minischulklasse angefangen in einer fremden Sprache sterpräsident Dr. Hodža gesprochen. Er hat damit die Notwendigkeit einer Lösung des nationalen unterrichtet werden mußte. Problems aus den Eristenzinteressen dieses Staates begründet. Das demokratische Deutschtum Entnationalisierung ein Verbrechen! fann dieser Auffassung des Regierungschefs um so eher zustimmen, als sich hier das Staatsinteresse mit dem Volksinteresse deckt. Es liegt im Es war die von euch so kritisierte Tschechoslowakische Republik, welche die slowakischen Deutschen rettete. In diesem Staate drohte den Deutschen keine Ge- Lebensinteresse des sudetendeutschen Volksstamfahr auf dem deutschen Gebiete in der Umgebung mes, daß er wirtschaftlich, sozial und kulturell bon Dur oder Reichenberg. Sie war bedroht in der mit der Mehrheitsnation gleichgestellt werde Slowakei. Ich kenne keinen verantwortlichen Tiche und daß dies geschehe, ohne daß der Frieden chen oder Slowaken, welcher wünschen würde, daß Europas erschüttert wird. Das ist der Sinn der sich im Organismus dieses Staates die infettiöse Vereinbarungen vom 18. Feber. Wenn die Fäulnis einer ungerechten Minderheitenpolitik ein- deutsche Sozialdemokratie all ihren Einfluß dazu Opposition eine Resolution abgestimmt, welche der dieses Verbrechen gegen unseren Staat niemals beRegierung die Aufgabe stellt, sie möge aus dem Er- gehen. trag der Staatsverteidigungsanleihe eine ange messene Summe für Investitionen in den deutschen Gebieten aufwenden. Es vergingen aber keine drei Wochen und bitte ich um Geduld, ebenso die, welche irgendwelche gierungsparteien zusammen mit der sudetendeutschen niste, Wir werden diese Schuld und diese Sünde, ia verwendet, daß der 18. Feber aus einem Ideal Erwartungen an ihn geknüpft haben und die sehen, daß sie sich noch nicht erfüllt haben, weil sie sich nicht so rasch erfüllen konnten. Die radikale tschechische Anschauung, die im Abgeordnetenhause fundgegeben wurde und tagtäglich in der tschechischen Oppositionspresse sich fundgibt, klingt ir. dem Sinne aus, daß durch den Regierungsbeschluß bom 18. Feber die tschechischen nationalen, sozialen und wirtschaftlichen: Interessen geschädigt worden jeier Einer, gerechten, eingehenden und der ganzen Welt verständlichen Lösung unserer Minderheitenprowir hörten von einem repräsentativen Manne der SDP den bekannten Ausspruch, er wolle lieber mit Deutschland gehaßt sein, als daß er aus dem Haffe gegen Deutschland irgendwelche Vorteile ziehen würde. Es ist doch begreiflich, daß unsere Deffentlichkeit zu zweifeln begann, ob auch andere Abkommen, die auf Wir werden uns nicht beirren lassen! Weder durch günstige, noch durch ungünstige Kritiken aus den eigenen Reihen oder aus denen der Opposition läßt sich die Regierung beirren. Sie ist sich dessen bewußt, daß der Weg, der am " Wirklichkeit werde, handelt sie im tiefsten Intereffe des Sudetendeutschtums und des demokratischen Staates, in dem wir leben. Es zeugt vom Verständnis des Ministerpräsidenten, wenn er den Eifer der demokratischen Parteien, den Beschlüssen des 18. Feber zu Leben und Verwirklichung zu verhelfen, anerkennt. Wenn die deutschen Akti18. Feber angetreten wurde, richtig ist. Sie will bisten", so sagte er, bei der Durchführung des 18. Feber angetreten wurde, richtig ist. Sie will Regierungsbeschlusses vom 18. Feber ein raiche biesen Weg weiter gehen, troh allen Hindernissen res Tempo verlangen, so fann man ihnen zu psychologischer, administrativer und technischer Art. Stimmen". Die deutschen Regierungsparteien werDie Regierung wird Ihren Parteisubjektivismus blemte kann sich jedoch niemand widersetzen, der dem Boden des Barlamentes erzielt wurden, nicht Dr. Godža wendet sich dann in einem historischen ein Wort, das für alle jene eine Mahnung ist, mit ihrem staatspolitischen Objektivismus besiegen. den sich bei ihren weiteren Bemühungen auf die fes Wort des Ministerpräsidenten berufen können, von jemandem, der außerhalb des Parlamentes Rückblick gegen die Behauptung, daß die Minderhei steht, gestört würden. Und diese Störung war teitenpolitit des Staates durch ausländischen Druck be- welche den Bestrebungen der deutschen Aktivisten neswegs die einzige fein Verständnis oder passiven Widerstand ents einflußt wurde oder wird. Er seßt dann fort: Wenn wir über die Entwicklung der tschechoslowa- gegensetzen. tischen Demokratie sowie über die Lösung der Mino- Der Ministerpräsident hat diese Rede zu der ritätenprobleme sprechen, so müssen wir zwei charaf- felben Zeit gehalten, da er die Vertreter einer teristische Züge unserer Verfassung und Verfassungs- andern nationalen Minderheit empfing: der Popraris vor Augen haben. Es sind dies unsere delen. Es ist kein Zufall, daß dies zur selben Zeit mokratische Selbstverwaltung und das Prinzip der Proportionalität in der Demo- geschah, da der französische Außenminister Delbos fratie. Die Proportionalität bildet einen charakteris in Warschau weilte. Frankreich hat ein bedeutenstischen Zug unserer Demokratie dort, wo sich ihre des Interesse daran, zwischen seinen beiden VerQuelle befindet, d. H. im Wahlsystem. Ferner ist die bündeten Polen und der Tschechoslowakei Proportionalität die Methode der Demokratie in der eine Annäherung herbeizuführen. Ebenso groß ist Regierung und sie kann einen guten Behelf auch für das Interesse der Tschechoslowakei selbst, das undie Regelung der Minderheitenfragen darstellen. Die leidliche Verhältnis zu Polen zu bessern. Ein Hindemokratische Selbstverwaltung im weiten Rahmen diesen Staat liebt. Der 18. Feber ist auch Gegenstand der kritischen Analyse von seiten der deutschen Aktivisten. Die Forderungen: Konstruktive Arbeit und moralische Konsolidierung Wenn Senator frogner den Vorwurf aus rückweist, daß sich die judetendeutsche Bewegung radifalisiert, so bestehen wir dennoch darauf, daß sie fich in der Tat radikalisiert. Die Entwicklung führt aber keineswegs zum Radikalismus. Von seinen Führern erwartet das europäische Volt mit Recht etwas anderes, als Radikalismus. Es erwartet von ihnen konstruktive Arbeit und moralische Konsolidierung. Wenn die deutschen Aktivisten bei der Durchführung des 18. Febar ein rascheres Tempo verlan= gen, so kann man ihnen zustimmen. Wenn sie mit meinem Ziffernangaben polemisieren, so muß ich sie in aller Kollegialität aufmerfiam machen, daß sie sich im Irrtum befinden. Die Biffern find richtig! Es ist ungefund, die Oeffentlichkeit im geringsten Zweifel darüber zu lassen, daß die Politit, die die Regierung macht, und die die akti bistischen deutschen Parteien unterstüßen, ihre Biele fennt, und sie systematisch und konsequent berfolgt. Der 18. Feber weist sicherlich ernsthafte und Wer diese Entwicklung nicht verstehen will. der wird wesentliche Fortschritte aus. Sofort nach dem 18. enttäuscht werden. Feber haben wir eine heifle Sprachenfrage geregelt, Ich bin erstaunt über den Mut der Opposition. nämlich die Korrespondenz der Bezirksämter mit den welche da behauptet, in der Tschechoslowakei bestehe Gemeinden. Wenn es uns gelungen ist, diese Frage ein Bestreben nach Ent nationalisie zur Zufriedenheit der Minderheiten und ohne Schärung. Wollten wir dies tun, so hätten die Deutbigung der staatlichen Interessen zu regeln, so, ist dies ichen bei uns keine zwei technischen och nicht nur ein Beweis des guten Willens der Regie ich u Ien, teine Universität und feine andere tung und der Administrative, sondern gleichzeitig ein Schulen, welche sie besigen. Entnationalisierung Beweis, daß wir fähig sind, auf der Basis des der- wurde getrieben, als zeitigen Gesetzesstandes auch die Sprachenfragen zu lösen. Wirtschaftsfragen während des alten Regimes in der ganzen Slowakei der Deutsche in dar Schule kein deutsches der tschechoslowakischen Verfassung bietet alle Mög- dernis dieser Annäherung ist aber die Unzufrie lichkeiten, damit sich jede Bewegung durchsetzen könne, denheit der polnischen Minderheit und das eininsoferne sie mit der Einheitlichkeit des gangs zitierte Wort des Ministerpräsidenten gilt Staates vereinbar ist. Sie gibt der Bevölkerung auch für die Lösung der polnischen Frage in der die Regierung in den autonomen Orts-, Bezirks- Tschechoslowakei. Vom Standpunkt des Sudetenund Landesausschüssen. Sie enthält alle entscheiden- deutschtums wird man es begrüßen, wenn auch den Elemente der sogenannten Kulturautonomie in der heimischen polnischen Bevölkerung ihr Recht Form von Ortsschulräten sowie der zweiteiligen Lan- wird. Der Kampf des aktivistischen Sudetendesschulräte. Die Verfassung der Tschechoslowakischen Repu. deutschtums ist auch ein Kampf für die übrigen blik bildet sicher eine unverhältnismäßig stärkere GaMinderheiten, für die Polen ebensogut wie für rantie aller Minderheiten- und Regionalrechte als die Magyaren. Allerdings muß nachdrücklich darjegliche Künstliche Konstruktionen. auf hingewiesen werden, daß alle Minderheiten gleich, d. h. ihrer Zahl entsprechend behandelt werden müssen der Gedanke der Proportiona lität tann von jedem akzeptiert werden,„ der diesen Staat liebt". In der Politik der Regierung gegenüber den voltlichen Minderheiten darf kein Opportunismus obwalten, d. h. es darf nicht eine Minderheit besonders bevorzugt werden, bloß des wegen, weil man es aus augenblicklichen außenpolitischen Gründen braucht. Die Minderheitengleich gerecht allen Minderheiten gegenüber sein. Die Kämpfe in den Nankinger Vorstädten Auch auf diesem Gebiet gilt feine opportunistische spielen sich in dichtem Nebel und Rauch ab, in den sondern grundsäßliche Demokratie, die nach allen die ganze Stadt gehüllt ist. An zahlreichen Stel- Seiten den Staatsbürgern mit gleichem Maß zus tenteils durch Fliegerbomben verursacht wurden. und zum Staat erfüllen. Nanking wird noch verteidigt Tschangkaischeks Elite- Truppen angekommen Der Vorsitzende der Regierung reagierte sodann auf die Beschwerden, daß in sozialer und wirtschaftspolitischer Hinsicht nichts Bemerkenswertes zugunsten der deutschen Gebiete geschehen sei. Wenn der Chef der Regierung und der Finanzminister nachweisen können, daß z. B. die Staatsgarantien und Subbentionen für die Industrie der deutschen Gebiete größer find, als in den tschechischen Gebieten, dann Nanking.( Reuter.) Die Elite- Division Vorvosten haben bereits zwei von den 18 Toren politik der Regierung muß grundsäßlich, das ist muz vor diesem Faktum sicherlich auch die oppo- des Marschalls Tschangkaischek ist in Nanking Nankings erreicht. fitionelle Kritik haltmachen. Die Regierung will aus eingetroffen, um die dortige Garnison zu verSie hätte auch diese Tatsache nicht konstatiert, wenn stärken und die weniger ausgebildeten Provinzdie Beschwerden in dieser Hinsicht nicht ständig Gegenstand der politischen Agitation wären. Mit viel forps zu ersetzen, welche aus Nanking abberufen len find nämlich Brände ausgebrochen, die größ- mißt, wenn diese ihre Pflichten zur Demokratie leicht die Not in den Grenzgebieten unsere Schuld? wurden. Die Republik berträgt ruhig jeden Vergleich, was die Wie verlautet, forderten die Japaner den Die heftigste Schlacht scheint in der östlichen Vor- Immer deutlicher erkennen alle Tschechen, Mittel anbelangt, die sie dafür aufwendet, um die Befehlshaber der Nankinger Besatzung, General Stadt Nankings stattgefunden zu haben. In dem welche die wahrhaften Interessen dieses Staates Not ,,, die gottgegebene", au mindern. Als die WirtZenichentſchi, auf, zu kapitulieren, bevor noch der Viertel des Sunjatsen- Mausoleums steckten die sehen, daß die Tschechoslowakei ihren Minderheis flomatijdje Grſcheinung unsere Textilinduſtrie traf. Bersuch eines gewaltsamen Eindringens in die Chineſen alle Luxus- Villen in Brand. Nach Ein- ten Gerechtigkeit widerfahren lassen muß, weil glaubten auch angeſchene deutsche Volkswirtschaftler. Stadt unternommen würde. Gleichzeitig forder- bruch der Dunkelheit hörten die Kämpfe größten- dies die Stellung des Landes in Europa vefestigt, daß die Arbeitslosigkeit in der Textilindustrie einen ten die japanischen Militärbehörden die auslän teile auf. Die chinesischen Abteilungen, die das dem Staat größere internationale Sicherheit gibt fait ftationären Charakter annehmen werde. Diese bischen Konsularfunktionäre auf, für die Eva- zwischen zwei Hügeln versteckte Dorf Tunlin be- und dem europäischen Frieden dient. Die Schweiz, Beſſimiſten waren dann allerdings angenehm über- kuierung ihrer Staatsangehörigen aus Nanking setzt halten, haben aus Norden und Nordwesten die schon 1918 und 1919 von einsichtigen tsche= rascht, als sie sahen, daß es auch in den am ärgsten zu sorgen. Für den Fall, daß die Chinesen die Verstärkungen erhalten. Südwestlich von Nan- chischen Politikern als Ideal eines Staates hinbetroffenen deutschen Gebieten nicht etwa der deut Kapitulation ablehnen, sind die Japaner der An- king haben drei japanische Regimenter, unterstützt gestellt wurde, in welchem mehrere Völker zufrieichen Opposition, sondern der Regierung der Repus ficht, daß die Hauptstadt der Schauplatz einer von motorisierten Einheiten, vergeblich das Dorf den leben, hat nicht zuletzt allen Stürmen und blit durch eine konstruktive Wirtschaftspolitik gelun gen war, die Not zu lindern, und die Arbeitslosigkeit äußerst blutigen Schlacht werden wird. Den lez- Tunhua angegriffen. Zwei andere japanische Wettern der Geschichte, allen Kriegen und Revoauch in diesem Sabre um 54 Prozent zu senken. Das ten Berichten aus Nanking zufolge ſchlichen die Regimenter wurden südlich von Nanking bei lutionen standgehalten, weil sie den sozialen und it ein Beweis, daß die Regierung der Republik die Japaner die Stadt immer enger cd thre Jinhan aufgehalten. fulturellen Bedürfnissen der deutschen, französi Geile 2 Donnerstag, 9. Dezember 1937 Nr. 28" scheu und italienischen Bevölkerung Rechnung ge- rragen hat: Sie hat erst vor kurzem das Rhäto» Romanische als vierte Landessprache anerkannt, obzwar von vier Millionen Schweizer Bürgern nur»3.000(also etwas mehr als ein Prozent) diese Sprache sprechen! DaS ist eine Politik, die nicht vom Machtgedanken, sondern von staats» männischer Einsicht bestimmt ist und die jenen Schweizer Patriotismus gezeugt hat, den Europa bewundert. Möge die tschechoslowakische Politik von derselben Einsicht geleitet sein, das Ziel, Friede nach außen, Friede im Innern, ist dessen wert. Die deutsche Sozialdemokratie, welche den Vereinbarungen vom 18. Feber zum Siege verhelfen will, indem sie für ihre Verwirklichung mit aller Kraft eintritt, kämpft damit für die edelsten Ideale der nationalen Freiheit und sozialen Gleichheit. Vie deutsche Fräse Erwägungen Peroutkas In den„Lidove Noviny" schreibt F. Peroutka: Es ist vollkommen im Interesse dieses Staates, so viel wie möglich durch seine Taten und Einrichtungen zu beweisen, daß er sich den Minderheiten gegenüber gerecht benimmt. Wenn das jemand nicht begreift, wenn er nichts anderes trifft, als sich auf die Souveränität zu berufen und darauf, daß wir machest können, was wir wollen, dann eignet er sich zu allem anderen eher als dazu, daß er in dieser schweren Zeit, wo Ueberlegung und Vorsicht denselben Wert haben lote Tapferkeit, zu irgend einer Anteilnahme in der Regierung zugelassen werde. Diese Bemerkungen scheinen unvermeidlich zu sein, denn hie und da gibt ei Anzeichen, als ob unserer Regierung das Uebereinkommen vorgeworfen werden sollte, das sie mit den aktivistischen Deutschen am 18. Feber schloß. Wir verlangen nur soviel, daß daraus, was einer im Interesse des Staates macht, der andere nicht versucht, ihm eine Schlinge um den Hals zu drehen. Wenn jemand nicht dafür Verständnis hat, daß es unumgänglich ist, unsere deutsche Frage so zu lösen, daß wir die Diskussion über sie mit jedem führen können, wozu liest er wohl auch nur Zeitungen? An ruhigeren Zeiten war«S möglicher, nachsichtiger zuzusehen, wenn irgend eine Partei die Wahlen mit dem Stichwort gegen ein Uebereinkommen mit den Deutschen gewinnen wollte. Heute müssen wir uns um viel schwerwiegendere Dinge kümmern als darum, was die Aktion gegen das Uebereinkommen vom 18. Feber jemanden in den Wahlen eintragen könnte. Die Regierung handelte, als sie dieses Uebereinkommen schloß, auf Grund ihrer Kenntnis der Situation, wie sie.der breiteren Oeffentlichkeit-gar nicht zugänglich ist, Und, sie handelte so, wie sie eben gehandelt hat, deshalb, weil sie eS für unvermeidlich erachtete. Kritisieren kann sie nur der, der von sich überzeugt ist, daß er in die internationalen Zusammenhänge wenigstens so weit etngeweiht ist, wie die Regierung auf Grund ihrer vertraulichen Informationen eingeweiht ist. Nie hat man einen erhebenderen Anblick, als wenn weniger Informierte strenges Gericht halten über besser Informierte. Nehmt wenigstens diese Botschaft entgegen: Schon lange lag nichts so stark im Interesse dieses Staates— und folglich auch dieser Nation— als daß mit der Regelung der deutschen Frage in unserem Staate die europäische öffentliche Meinung übereinstimmt. 38 DER KLEINE VON EUGENE DABIT Berechtigte(Jebert raren? mi dem Franvtaieehen von Rejot Dumpfes Dröhnen. Die dreizehnte Batterie, nicht weit von uns, gibt Salvenfeuer. Erst langsam, dann in immer schnellerem Tempo. Andre Schläge: 103er. Eine Explosion, daß die Erde bebt. Mein Licht verlöscht. Tastend-zünde ich es wieder an. „Decamp... die Division!" Leutnant Dumoulin steht neben mir, mit offenem Rock und verstörter Miene. Er fuchtelt wild mit den Händen. „Raus aus den Betten", brüllt er.„Marsch! Der Boche greift an." Dann stürzt er hinaus. Die Kameraden stehen auf. Mit zerzaustem Haar und schlaftrunkenen Mienen. „Was ist denn schon wieder los?" Sie fahren in ihre harten Schuhe und in ihre verkrusteten Gamaschen. Sie nehmen Helm und Gasmasken. Alle sind verstummt, umdüstert. Draußen tobt ein Gewitter, das einen Augenblick abebbt, nur um dann mit desw größerer Wut loSzupraffeln. Die Einschläge kommen immer näher. Ein süßlicher Geruch dringt in den Unterstand. GaS? „Die Division!" fordert eine barsche Stimme. Leutnant Laclau. Ich rufe. „Die Division antwortet nicht mehr." Ein Befehl Pellegrins: „Storungssucher hinaus!" Salvat und Gradouble sind die ersten Dann Cauvin und Bruger. Schließlich bin ich mit BLguel dran. Land Böhmen für das neue Krankenhausgesetz Montag, den 6. Dezember, hat in P-rag eine Sitzung der Gesundheitskommission der Landesvertretung stattgefunden. Als erster Punkt stand auf der Tagesordnung der Entwurf deS Gesetzes über die Rechtsverhältnisse der Heilanstalten. Ein Subkomitee hatte zu diesem Entwurf ein Elaborat ausgearbeitet, das der Sitzung vorgelegt wurde. Einleitend wird der Gesetzentwurf grundsätzlich begrüßt, weil dadurch die Gesundheitsfürsorge gehoben wird. Dem Entwurf komme durch die Regelung der Fürsorge für die unheilbaren Kranken große soziale Bedeutung zu. Wenn dieser Entwurf Gesetz wird, dann wird die Entlassung unheilbarer Kranker aus den Krankenhäusern nicht mehr ohncweiteres möglich sein, wenn nicht die Aufnahme in andere Anstalten sichergeftellt sein wird. Dann wird auf die einzelnen Bestimmungen des Gesetzentwurfes eingegangen, und in einzelnen Fällen darauf verwiesen, wo der Entwurf das Organisatwnsgesetz Nr. 125 berührt und im Widerspruch mit einzelnen Bestimmungen steht. So z. B. bei der Festsetzung der Kompetenzen des Landesausschusses und der Landesvertretung nach 8 53 des zitierten Gesetzes. Das Elaborat weist dann auf die Veränderungen hin, die die Durchführung des Gesetzentwurfes in finanzieller und wirtschaftlicher Hinsicht hevbeiführen wird, ohne daß im Entwurf die Frage der Bedeckung sichergestellt wäre. Die Hinweis« beziehen sich also auf praktische Erfahrungen und erstreben die Ergänzung des Entwurfes in dieser Richtung. Der Gesetzentwurf deS GesundheitSministe- riums stellt ein großes Reformwerk dar. Es ist selbswerständlich, daß eine so große Reform Veränderungen im jetzigen Zustand herbeiführen muß. Das Eläborat, über das der tschechische Sozialdemokrat Nowak berichtete, wurde von der Kommission einstimmig gutgeheißen. In der Sitzung wurden dann noch Anträge verhandelt, die von der Landesvertretung der Kommission zugewiesen wurden. Eine längere Debatte rief der Antrag Mälzer auf Bewilligung der Hospitation für die Schwestern des Roten Kreuzes in den.Krankenhäusern hervor. Die Entscheidung fiel schließlich zustimmend aus. Gegen den Antrag des Landesvertreters Knecht! auf Errichtung von gynäkologischen Abteilungen bei den öffentlichen Krankenhäusern wurde vor allem eingewendet, daß nur pathologische Geburtsfälle nach den bestehenden Bestimmungen in das Krankenhaus Aufnahme finden sollen. Landesvertreter Lorenz sprach aus sozialen Gründen für den Antrag. Bei der Behandlung von Anträgen betreffend die Förderung der Population wurde einige Male auf die Initiative des Ministeriums für öffentliches Gesundheitswesen auf diesem Gebiete hingewiesen. Delbos In Bukarest London.(E.-B.) Der französische Außenminister Delbos kam Mittwoch vormittags in Bukarest an. Die starken persönlichen Spannungen in der rumänischen Politik bereiten Delbos eigenartig« Schwierigkeiten. Ein ursprünglich vorgesehener Empfang in der französischen Gesandtschaft, zu dem traditionsgemäß auch die Führer der Opposition eingeladen werden sollten, mußte fallen gelassen werden, da das Verhältnis zwischen Manin und TituleScu auf der einen, und König Tarol und Tatarescu auf der anderen Seite ein Zusammentreffen unmöglich macht. Es wurde daher der dritte Tag des Aufenthalts in Bukarest für Delbos und offizielle Veranstaltungen fieigehalten. An diesem Tage wird Delbos mit den Führern der Opposition zusammentreffen. Das Mittwoch-Programm deS fianzösischen Außenministers umfaßt eine Audienz bei König E a r o I und einen Empfang der Besuche des Ministerpräsidenten TatareScu und des Außenministers Antonescu sowie Erwiderung dieser Besuche. * » Nack Ankara eingeladen Aus Ankara wird gemeldet, daß Delbos zu einem Besuch in Ankara eingeladen wurde, da die Türkei das Bedürfnis habe, das Verhältnis zu Franfieich wieder zu bessern, das seit der Affäre von Alexandrette getrübt ist. Das Kommunique Uber den Besuch Stojadinovid Rom. Ueber die italienisch-jugoflawischen Besprechungen in Rom ist am Mittwoch abends eine amtliche Mitteilung ausgegeben worden, in der es heißt, daß sich die Beziehungen zwischen Italien und Jugoslawien in vollständiger Ueber« einstimmung mit den Vereinbarungen von Belgrad vom 28. März d. I. weiterentwickeln. ES sei festgestellt worden, daß dem Willen zur freundschaftlichen und vertrauensvollen Zusammenarbeit, der in diesen Vereinbarungen, erklärt worden ist und der auf dem Vorhandensein vielfältiger gemeinsamer Interessen beruhe, die politische Aktion der beiden befreundeten Nachbarstaaten voll entsprochen hat und daß die Vereinbarungen von Belgrad bereits ausgezeichnete praktische Ergebnisse gezeitigt hätten. Es werde deshalb der Entschluß bestätigt» im gemeinsamen italienisch-jugoflawischen Interesse und für die Festigung bei Friedens und der Ordnung diese Zusammenarbeit auf allen Gebieten immer herzlicher und enger zu gestalten. Ole klseme Garde mordet Bukarest. Das Innenministerium teilt amtlich mit, daß am 8. Dezember in der Gemeinde Herentseshti bei Lugoj(im rumänischen Banat) zwei Mitglieder der liberalen Partei von zwei Mitgliedern der Eisernen Garde ermordet wurden. Die Täter sind verhaftet worden. Dodd zurückgetreten London(Eigenbericht.) Der amerikanische Botschafter in Berlin, Dodd, ist zuruckgetreten. Dodd hat aus seiner Abneigung«egen die Nazis so wenig Hehl gemacht, daß er mit den deutschen Amtsstellen nur durch seine Sekretäre verkehrte. Er hat nun selbst demissioniert. Auch Deutschland will Im Nahen Orient FuS fassen In Damaskus ist dieser Tage der Reichsführer der Hitlerjugend Baldur von Schirach eingetroffen, wo er mit Vertretern der syrischen Regierung und den Führern der syrischen nationalen Bewegung Besprechungen hatte. Bon Damaskus begibt sich von Schirach nach Beirut und dann nach ll0nnCC01l1 ldr müsset unau». ■ gesetzt für die Verbreitung unserer Zeitung agitieren. Setzt euch überall für unsere Parteipresse ein. In das Heim des Arbeiters gehört die Arbeiterpresse.■. f Darum, Genossen glfl||||]| v| I und Genossinnen UyEElEXLEa Bagdad. Für die nächste Zeit wurde auch der Besuch deS deutschen Reichspropagandaministers Dr. Goebbels in Aegypten angekündigt. Daß es sich dabei um bloße Vergnügungsreisen handelt, wird niemand annehmen. Nachdem Italien im Rahen Orient seine antienglische Propaganda entfaltet hat, geht nun auch der Bundesgenosse im Norden an die Arbeit, sicher nicht zur Freude Italien?, welches so auch in Asien einen Konkurrenten erhält, den es nicht einmal in Mitteleuropa gerne sieht. Der 1GB zum spanischen Gewerkschaftskonflikt London.(Eigenbericht.) Eine außerordentliche Sitzung des Vorstandes des JGB unter Vorsitz von Sir Walter Citrin« beschäftigte sich Dienstag und Mittwoch mit dem Konflikt innerhalb des spanischen GewerkschaftSbundeS. Die Delegierten beider Gruppen, geführt von G o n» zales Genia im Namen der Mehrheit und Largo Caballero im Namen der Minderheit, nahmen an den Beratungen teil. Amerikas Rüstungen Washington.(Reuter.) Einer MitteUung des amerikanischen Handelsministeriums zufolge haben die amerikanischen Gesellschaften in den ersten nenn Monaten dieses Jahres 2757 Flugzeuge, davon 484 Maschinen militärischen Typs erbaut. Das Marineministerium hat am Dienstag vier Bauaufträge in der Höhe von 29 Millionen Dollar vergeben, und zwar für ein 9000 Tonnen große- Zerstörer-Begleitschiff,«inen 8300 Tonnen großen Tender für die Marineflugwaffe und zwei Zerstörer'zu je 1500 Tonnen. Kritik an Stojadlnovk wird unterdrückt Belgrad.(E.-B.) Die führende Belgra« der Zeitung»Politika", die vor einigen Monaten gezwungen wurde, ihren Leitartikler, den ehemaligen Minister Paluöic, zu entlassen» ist von einem dauernden Berdote bedroht. DaS Blatt ist kurz hintereinander zweimal konfisziert worden. DaS einemal, weil es nicht ausführlich genug Über den Empfang des Ministerpräsidenten Stojadinovit bei Mussolini berichtete, daS zweitemal, weil es zu ausführlich über den Empfang Stojaöinoviä beim Papst referierte. Ein drittes Verbot würde nach jugoflawischem Recht die dauernde Einstellung und das Verbot für die Redakteure, ihren Beruf weiter auSzuÜben, zur Folge haben. Die„Pole- tika" steht den demokratischen Kreisen nahe, die für«ine Zusammenarbeit mit der k ra t i« scheu Bauernp. artei in der Innenpolitik und mit Frankreich und der Tschechoslowake i in der Außenpolitik eintreten. „Die Leitung der fünfzehnten Batterie ist futsch", sagt Gleize. „Geh sie mal ab. mit Masse." Gewöhnlich begleite ich einen Alten. Ich mache mich fertig. Masse nimmt den Apparat, und wir steigen hinaus. Masse ist mein Jahrgang. Ich kenne ihn kaum. Er hat ein Kinderkörperchen, ein blasses, sanftes Gesicht. Er ist ganz still. Nur zuweilen erschüttert ihn ein trockener Husten. Wir kommen auf die Sfiaße. Rechts das Dorf: zerfallen« Mauern, geschwärztes Gebälk, Dächer, die an gebrochene Riesenflügel erinnern. An der einzigen Front, die noch aufiecht steht, liest man: Hilfsposten BassogneS. Wir halten uns links. Nach einer Weile versuchen wfi, die Zentrale zu erreichen. Pelle- grin antwortet. Weiter. Große Kaliber sausen dröhnend über unsere Köpfe. 77er oder 105«r schlagen um Oulches ein. „Vielleicht läßt sich die Bruchstelle bald finden?" meint Masse. Mit geheuchelter Ruhe antworte ich ihm: „Habe keine Angst. Die deutsche Artillerie schießt schlecht." Ich habe kaum ausgesprochen, als ein Schrapnell über dem Wege platzt. Die Ladung schwirrt um unsere Köpfe wie große, lärmende Insekten. Mass«, bist du verwundet? Er steht aus. Totenbleich. „Der Boche hat uns entdeckt", sagt er mit tonloser Stimme. „Nein, er kann uns nicht sehen. Aber.eS ist vielleicht besser, übers Feld zu lausen. Wenn wir nach OulcheS kommen, finden wir die Leitung wieder." „Kennst du den Weg?" „Ich bin ihn schon einmal mit Beguel gegangen." Mir scheint, daß sich die Gegend in einer Woche sehr verändert hat. Die Erde ist zerwühlt, von Schlammlachen überschwemmt. Ich erinnere mich einer mächtigen BaumeS mit gesplittertem Stamm, der einsam aufragte, eines Stachel- drahwerhauS, eines ChauffeewärterhäuschenS. Nichts mehr von alledem. „Kennst du den Weg genau?" „Man muß sehen. Jedenfalls find wir hier einigermaßen granatensicher." Wir kommen durch Gräben, in denen Helme neben Uniformfeyen und verwesenden Ueberresten liegen, dann wieder durch fissch ausgehobene, bereit, die Verteidiger aufzunehmen. Beißender Dunst weht uns ins Gesicht. Wir laufen schneller. Wir kommen in ein schauerlich verödetes Tal, durch das sich eine Spur schlängelt. Wir folgen ihr. Sie führt zu einem Friedhof. Fünfzig Kreuze: teils neue, schwarz gestri« chene, auf denen man die Namen noch deutlich lesen kann; teils alte, vom Regen verwaschene, windschief oder bereits zu Boden gesunken. Ich hebe eins auf. Aber wo soll ich es einpflanzen? Im Weitergehen spreche ich vor mich hin: „Jean Mahaut... Jean Mahaut." Masse nimmt meinen Arm. „Laß uns eilen!" Ich stecke mein Kreuz aufs Geratewohl in die Erde. Und im selben Augenblick hebt ein Trommelfeuer an. Wir flüchten in einen verlassenen Graben. «Wir werden uns verirrt Hachen", sagt Masse. „Glaubst du? So gehen wir denselben Weg zurück und bleiben bei der Leitung. So machen ei Gleize und Bäguel jedesmal." „Sie halten uns gewiß für tot. Wenn nun eine Granate einschlägt..." „Mut, mein Lieber." Wir hocken, dicht aneinandergedrängt, auf dem Boden eines feuchten Loches. Die Geschosse p-asseln kn regelmäßigen Abständen nieder. > Masse zittert. Ich drücke seine Hand und versuche. ihn zu beruhigen. Ich möchte so gern tröstliche Worte finden. Da mir leite passenden in den Sinn kommen, zwinge ich mich, über unser Abenteuer zu lachen. Ich fiage ihn: „WaS warst du in Zidfl?" „Zeichner. In Rouen." „Mein Vater ist auch draußen. Und deiner?" „Ist tot Meine Mutter dreht Granaten.* Er erzählt mir von einer Vergangenheit, die meiner eigenen Jugend ähnelt. Das macht ihn ruhiger, beschwichtigt seinen Aufiuhr. „Wollen wir?" Wir kriechen hinaus. Die Schießerei ist noch nicht abgeflaut, aber der Boche hat das Feuer weiter nach hinten verlegt. Wir irren. Schiffbrüchige auf einem bewegten, grauen Meer, in dem die Gräben sich heben und senken wie die Wellen. Wir taumeln, rutschen aus, stürzen. Einer sucht den anderen zu halten. Wir haben den Weg verloren. Die Nacht wird uns überraschen. Ich denke an Gleize und seine Kaltblütigkeit- Er hätte uns todsicher aus der Patsche geholfen. Masse folgt mir wie ein Junge. Ich mutz ihn retten, ich muß einfach! Zum erstenmal sehe ich eint Pflicht vor mir. Kämpfen? Erne viel einfachere, weniger glänzende Pflicht: einem Kameraden beizustehen in seiner Rot. Ich sage ihm: t „Warte hier. Ich will die Leitung suchen- Ich laufe los. Bald begegne ich einein Essenträger, der mir den Weg zeigen kann. Endlich. Ich bin bei der Leitung und kai----------------««— v ligen Weihnachtszeit vom 16. Dezember bis 6. JäN- | ner geöffnet fein. Auskünfte kostenlos durch- das I Kuratorium in Prag II., Ra Zborenci 18, Telephon 1 478-41 bis 478-43. Schottland gegen Tschcchossowakei 5:0(3:0h Das Ergebnis dieses am Mittwoch in Glasgow ausgetragenen Kampfes wirkt gegenüber dem in der Visswoche gegen England erzielten Resultat wie, eine kalte Dusche. Zwar sollen die tschechoslowakischen Stürmer immer wieder versucht haben, das Resultat zu korrigieren, aber was nicht gehalten und nicht daneben ging, wurde zum Teil zur Ecke abgewehrt und von den acht tschechoslowakischerseits erzielten Eckstößen konnte keine erfolgreich abgeschloffen werden. Die Schotten, die schon seinerzeit in Prag mit 3:1 gewannen, blieben auch daheim ein dem Resultat nach überlegener Sieger. Während di« Mannschaft der Tschechoflowakei sich gegen England wenn, auch mit viel Glück aus der Affäre zog. gegen Schottland blieb sie beinahe alles schuldig und der Achtungserfolg von London fand daher keine weitere Bestäti- gung des spielersschen Könnens. Inhaber, der D a l a i L a m a, ist bekanntlich vor mehr als zwei Jahren gestorben. Die Suche nach—.„—,—, dem Gefäß seiner Seele soll vor fünf Monaten traditionsgemäß die Führer der Partei ihren Platz Erfolg gehabt haben, indem ein zweijähriges^den leer. Georg- Lansburh Attlee und Staffoxd KL'L Wederaufe^tehung UMM.|££«S ÄTÄ L chen Königs erkannt wurde. Die endgültige Be- sMst, paß LänSbury der Führer der Parlaments-, stätigung ist aber Sache des Taschi Lama und da fraktwn wurde. Aber sein stark religiös gefärbter er sie nicht ausgesprochen, hat man auch noch Pazifismus brachte ihn bald in Gegensatz zu seiner nichts von der feierlichen Einführung und Thron-] Partei. Lansburh lehnt"Gewalt unter allen Um« besteigung des Kindleins Lius dem Potala, dem heiligen Berg bei Lhasa» gehört. Andrerseits kann aber nur der Dalai Lama maßgebend feststellen, 1 in welchem kleinen Jungen jetzt die Seele des Taschi Lama auferstanden ist. Also herrscht in dem höchsten Lande der Welt zur Zeit ein doppeltes Interregnum. Allerdings ist der 23jährige Abt des Lamaklosters Re-Ting gegenwärtig geistlicher\ Regent und soweit weltlich überhaupt regiert; wird, geschieht das schon auch. Wer nun auf die, obersten Stellen kommt, ist schleierhaft. England, Rußland, China und gewiß auch Japan haben nämlich großes Interesse daran, ihnen dienstwil- j lige Leute an der Spitze jenes weiten Landes auf, hem„Dach der Welt" zu haben.,(bn) Schlittenfahrt in den Tod. Bei der Station! Ugalen(Nordkurland) überfuhr ein Schnellzug an einem ungeschützten Bahnübergang den Schlit ten einer Hochzeitsgesellschaft. Vier Personen wurden getötet, eine fünfte fchwer verletzt. Der.... Schlittenlenker hatte beim Wettfabren mit ande-. Einzelgänger immer Toleranz aufgebracht^ h ist sogar sofort patentiert worden, und die Nach- Zeitung„La Petite Gironde" Informationen- ahmung wird stteng bestraft. Man kann sie im sammelte. Gleichfalls von den Rebellen erschossen Schaufenster der betreffenden Firma bewundern; die wurden zwei Redakteure der Zeitung„La Carbe"( Taschen stehen in einer ebenso originellen Dekora- (Der Nachmittag), Heriberto d'Estella e Melle tion wie der Einfall selbst, nämlich in einigen Dutzenden von Zeitungen aller Parteirichtungen, auf denen man die Schlagzeilen„Cagoulards" lesen kann. Die Verlosung der Gewinste der ersten Klaffe der 38. Klaffenlotterie wird am 18. Dezember 1937 um 18 Uhr im Ziehungssaale der Direttion der Staatslotterien, Prag I.. Kozi ul. 4, beginnen und wird am 20. Dezember 1937 um 8 Uhr fortgesetzt werden. Verlost werden im ganzen 3000 Gewinste im Gesamtbetrag« von 1,177.040 Kä, welche den Spielern ohne Abzug misgezahlt werden. Von höheren Gewinsten werden auSgelost: Ein Gewinn zu 120.000 KL, einer zu 50.000 KL, drei zu je 20.000 KL, fünf WM W MW 'Jim? WM s s- Rr. 289 Donnerstag, 9. Dezember 1937 Seite!> IMbuürhdiaft und Dr. Hodza über den Staatsvoranschlas .Sn seiner Rede im SenatsauSschuß sprach Ministerpräsident Dr. Hodza auch über die Tätigkeit der parlamentarischen. Sparlommission bei der Vorbereitung des Voranschlags. Er konstatierte, daß bereit- die Regierungsorgane das Budget sehr bedeutend reduziert haben, verglichen mit deg Forderungen der einzelnen Ressorts, welche das Finanzministerium um 2.334,542.090 KL gesenkt hatte. In Zusammenarbeit mit der Sparkommission entschied die Regierung über eine weitere Senkung des staatlichen Budgetentwurfes um 112,639.000 KL. Aus diesem Ergebnis ist klar zu sehen, daß sich die Zusammenarbeit der Regierung mit der Spar- und Kontrollkommission auf gesetzlicher Grundlage und unter genauer Berücksichtigung der Wirksamkeit und Kompetenz der Regierung wie der Kontrollkommission bewegte. Regierung und Parlament, sagte Dr. Hodza, können in der Ueberzeugung einig sein, daß unser Budget den ungeheuren Aufgaben entspricht, di« unser in der Zukunst harren. Im Rahmen der Kräfte des Staates und seines Volkes arbeiten wir für den Frieden, einerseits mit gutem Willen, andererseits durch die wirtschaftliche, finanzielle und militärische Konsolidierung. Alle Lasten, welche uns das Budget in wirtschaftlicher, finanzieller und sozialer Hinsicht auferlegt, bewegen sich im Rahmen der Tragbarkeit. Vergleichen wir unser Budget und die Art, auf welche wir die erhöhten Ansprüche decken wollen, mft den Budgets und der Belastung der Steuerzahler in fast allen europäischen Staaten, so sehen wir, daß unser Budget einerseits ein Beweis unserer stabilen Wirtschaft ist, andererseits des entschiedenen Willen unseres Volkes, im Rahmen der wirtschaftlichen und finanziellen Tragbarkeit alles zu tun, was notwendig ist, damit der Staat seine Positionen nach innen und außen wahren kann. Am Beginn seiner Darlegung konstatierte Dx. Hodja, daß in den Staatsbetrieben, besonders in den D r u ck e r e i e n, die dem Ministerratspräsidium unterstehen, eine Reorgant s