gentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Anonnhme de» Montag täglich früh/ Einzelpreis 70 Heller Redaktion und Verwaltung: Prag XU., Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl K ern, Prag Aus dem Inhalt: „Volksgemeinschafts“-Kampf zwischen Unternehmer und Angestellten SdP-Arbeiter, die nicht für Henlein kämpfen wollen Ausfuhrrückgang im November Bededcungsvorlagen angenommen 17 Zahrgana Freitag, 17. Dezember 1937 Nr. 296 Ein Bund des Friedens Delbos würdigt die tschechoslowaklsch*französlsche Freundschaft Das Prager Programm des französischen Außenministers Delbos wurde am Donnerstag durch einen Besuch Delbos beim Außenminister K r o f t a eingeleitet. Delbos begab sich sodann auf die Burg und von dort in das Prager Rathaub, wo er vom Primator Dr. Z e n k l, dessen Stellvertretern und dem Rationalverteidigungsminister M a ch n i k begrüßt wurde. Im Primatorensaal, wo sich der Stadtrat versammelt hatte, drückte Dr. Zen kl in einer französischen Ansprache die Genugtuung der Prager Bevölkerung über den Besuch auS. Delbos dankte in einer herzlichen Rede. Bormittags nahm dann Delbos an einer großen Feier teil, die im Smetanasaal zum Gedächtnis an die Anerkennung der tschechoslowakischen Armee durch Frankreich vor zwanzig Jahren abgehalten wurde. Bei diesen offiziellen Veranstaltungen wurde Delbos stürmisch gefeiert. Um 13 Uhr wurde der französische Außenminister vom Präsidenten der Republik in besonderer Audienz empfangen, bei der ihm der Präsident den Weißen Löwen-Orden I. Klasse verlieh. An diese Audienz schloß sich ein Dejeuner an. Eine Rede Hodzas Herr Minister, vor zwanzig Jahren hat Frankreich und seine großen Verbündeten- und Freunde unser BlutzeWniS entgegengenommen und mit sei- uen Berbündeten uns als Mitkämpfer im Weltkrieg ausgenommen. Nehmen Sie heute mit gleichem Vertrauen wie vor Avanzig Jahren den Beweis unserer moralischen, wirtschaftlichen, politischen und militärischen Konsolidierung entgegen und erachten Sie uns auch weiterhin ständig als verläßliche Mitarbei- ter an der Friedenssicherung in Europa. Wir begrüßen in Ihnen den Sendboten der französischen Demokratie, aber auch den Sendboten der europäischen Eintracht. Sie haben sich in uns im Kriege nicht getäuscht. Sie werden sich in uns auch bei der Arbeit an der Erneuerung des internationalen Vertrauens und für die internationale Verständigung nicht täuschen. Jetzt, da wir uns dem zwanzigsten Jahre unseres Bestandes nähern, können wir konstatieren, daß die Nation, welche die Verantwortung für diesen Staat trägt, dreie zwanzig Jahre gut genützt hat. um auf diesem historischen Boden i ihre Position zu stärken. Deshalb ist dieser Staat nicht nur bereit, sondern auch fähig, alle seine Verpflichtungen zu erfüllen, mögen sie nun auS den geschriebenen und unterschriebenen internationalen Verträgen erfließen oder aus der Moral interna tionalen Politik oder aus der Weisheit. die die Grundlage jeder Politik des Friedens ist. Unser Volk hat seine Sendung voll erkannt, die ihm die politische Entwicklung und die Geographie Mitteleuropas auferlegen. Das Gebiet der Tschechoslowakei ist jener Punkt Europas, wo sich Deutsche und Slawen berühren, wo also die Möglichkeiten für Konflikte gegeben sind und wo gleichzeitig auch die Möglichkeiten gegeben sind; das freundschaftliche Zusammenleben der Ausländer dieser zwei großen Stämme Mitteleuropas vorzubereiten und sicherzustellen. Die Hauptaufgabe der Tschechoslowakischen Republik ist die Vorbereitung und Organisierung des Friedens zwischen den Rassen und Völkern in diesem Teil Europas. Unter diesem Gesichtswinkel ist die Tschechoslowakei auf der Basis ihrer staatlichen Souveränität eine sichere Stüde der nationalen und in-» rernationalen Eintracht, die eine der Vorbedingungen der Konsolidierung und des Friedens in Mittel- Aussprache Delbos-Hodia Prag.(Tsch. P.-B.) Ter Außenminister der französischen Republik Avon Delbos suchte Donnerstag nachmittags den Vorsitzenden der Regierung Dr. Milan Hodjaim Ministerratspräsidium auf. Ten Minister Delbos begleitete der französische Gesandte in Prag, bevollmächtigter Minister Graf de Lacroix. Die Aussprache dauerte anderthalb Stunden. Sie wurde im Geiste des völligen freundschaftlichen Einvernehmens geführt und ihren Gegenstand bildeten alle Fragen, die gegenwärtig im Vordergründe der Interessen der europäischen öffentlichen Meinung stehen. Der Vorsitzende der Regierung Dr. Hodja wird den Besuch des Ministers Delbos auf der Gesandtschaft der französischen Republik erwidern. Bei der Feier im Smetanasaal sprachen zunächst General i. R. H u s ä k und Nationalverteidigungsminister M a ch n i k, sodann Delbos und der Vorsitzende der Regierung Dr. H o d Z a. Alle Redner würdigten die Bedeutung der Armeegründung vor zwanzig Jahren. Delbos feierte in einer schwungvollen, rhetorisch' ausgezeichneten Rete die Verbundenheit der Tschechoslowakei mit Frankreich und die Taten der Legionen im Weltkrieg und schloß mit den folgenden Worten: .Indem ich mich vor Eueren Fahnen zwanzig Jahre nach dem Wiedererstehen der tschechoslowaki- schen Armee verneige, grüße ich fromm im Namen Frankreichs das Gedenken jener, deren Tod Böhmen wiedererweckte und die Tschechosiowakei schuf. Mit ihnen grüße ich alle Kämpfer, die heldenhaft für ihr Vaterland gefallen sind. Und ich bin mir gewiß, daß ich die Gefühle jener Kameraden, die sie überlebten, wiedergebr, wenn ich der Hoffnung Ausdruck verleihe, daß diese Toten in Frieden in einer wieder- nm befriedigten Welt ruhen werden. europa ist. Wir sind uns voll bewußt, ein wie großes und gewichtiges Interesse sich daran-knüpft, haß in Mitteleuropa zwischen den Donaustaaten ein möglichst fester modus vivendi organisiert werde auf der Grundlage der gegenseitigen Nichteinmischung, auf ter Grundlage der Gleichberechtigung und auf der Grundlage der Kooperation. Wir sind uns auch voll bewußt, daß wir dem europäischen Frieden und den Interessen der europäischen Zivilisation dienen werden. wenn wir aus allen unseren Kräften zur Vertiefung der guten Beziehungen mtt unseren großen Nachbarn beitragen werden. Donnerstag abends gab Minister Dr. Krofta im Prager Repräsentationshaus ein Abendessen zu Ehren des ftanzösischen Außenministers. Die beiden Minister tauschten dabei Trinksprüche aus. Dr. Kroftas Ansprache Für die Tschechoslowakei sagte Dr. Krofta u. a., hatte die internationale Zusammenarbeit, welche wir lange Jahre mit Frankreich gemeinsam durchführten und welche durch den VökkerbundSpakt und den sich aus ihm ergebenden Prinzip der kollektiven Sicherheit bestimmt wurde, stets einen besonderen großen Wert. Diesen Grundsätzen, welche wir für den allgemeinen Frieden und für die Sicherheit sowohl Frankreichs als auch der Tschechosiowakei für wichtig ansehen, bleiben wir auch heute gemeinsam mit Frankreich treu. Auch heute glauben wir, daß unsere inttme Zusammenarbeit und unser festes Bündnis, welches auf diesen Grundsätzen beruht, wirklich hie Sicherheit unse- rer Länder garantiert. Es bleibt jedoch der hervorragende Charakterzug unserer Politik, daß wir wünschen und aufrichtig bemüht sind, daß keiner von uns des Beistandes des, anderen gegen jegliche äußere Versuche der Bedrohung unserer Sicherheit bedürfe. Da wir keinerlei expansive Gelüste hegen, nach einer machtmäßigen Expansion kein Verlangen tragen, wünschen wir nichts sehnlicher als den Frieden. Bereits am Ursprung unserer Bundesgenoffenschaft wurde konstatiert, daß sie keine Offensivspitze gegen irgendjemanden enthält, daß es ein Bündnis zweier Staaten ist. welche sich nach dem Frieden sehnen, der gerade zum Zwecke der Erhaltung dieses Friedens abgeschloffen wurde. Wir wissen, daß wir gerade bei diesem Streben nach Konsolidierung und Ruhe, welche aufrichtig auf den Frieden mit allen, insbesondere auch mit allen unseren Nachbarn gerichtet ist, den gleichen Bestrebungen und den gleichen Zielen auf Ihrer und ganz Frankreichs Seite begegnen, das dem Frieden ebenso ergeben ist wie wir. Die Antwort Delbos' Minister Delbos sagte in seiner Antwort: Die Freundschaft Frankreichs für Ihr Land ist vor jedweden Prüfungen geschützt. Niemals wird sich die Tschechosiowakei ihre- Ehrgeizes begeben, eine akttve Komponente der europäischen Demokratie zu sei». Wir sind Demokraten durch die Entwicklung unserer Geschichte, durch unsere soziale Struktur und durch die traditionelle Leidenschaft unseres Volkes, sich unter allen Umstän- dcn die Freiheit des Individuums, der Volksgruppe und der Ration und die GewiffenSfteiheit zu wahren. Wir lehnen jede Teilnahme an ideologischen Kämpfen ab, dir die Machtkonflikte nicht mildern, sondorn vertiefen und wir sehen gerade in unserer demokratischen Objektivität die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit allen, die sich um eine Gesamtregelung der internattonalen Verhältnisse in Europa bemühen. Das Volk, das zum ersten Male im Weltkriege vor zwanzig Jahren von Frankreich. in die europäische Zusammenarbeit eingeftthrt wurde, bekundet Frankreich und seinen Freunden seine Dankbarkeit nicht mit Worten, sondern durch diese Tar- kache, daß es an einem kritischen Punkte der europäischen Machtströme ausdauernd und unerschütterlich auf der Wacht der Menschheit und ihrer Sehnsucht nach Frieden steht, und daß es diesem edlen Ziele seine ganze Kraft widmet. Wir gehören zu denen, die im Laufe der Jahrhunderte und dann im Weltkriege es verstanden haben, Opfer zu bringen für Ziele, welche die eigenen Ziele der Nation, aber gleichzeitig die gemeinsamen Ziele der europäischen Konsolidierung gewesen sind. Wir.gehören zu denen, die niemals, weder zu Hause, noch in den großen Konflikten der Geschichte, der Verantwortung ausgewichen sind. Wir gehören zu denen: die sich zu schlagen; aber auch zu versöhnen wußten und die ihr ganzes nationales Streben stets und auch heute in das allgemeine Interesse Europas und der Menschheit einzugliedern verstanden. Herr Minister, es kann für mich keine geeignetere Gelegenheit geben als die Jahresfeier der tschechoslowakischen Armee unter der Teilnahme des Repräsentanten Frankreichs, um Ihnen hier im Namen der Tschechoslowakischen Republik zu erklären, daß wir zu denen gehören wollen, die ein Recht haben, einen neuen Frieden in diesem Teil der Welt mftanfznbaue«. i denn sie ruht auf unerschütterlichen Grundlagen. Das gleiche Ideal des Friedens und der allgemeinen Zusammenarbeit, di« gleiche Zuneigung zum Völkerbünde und zu dessen hoher moralischer Auffassung der Brüderlichkeit und Gerechtigkeit, dieselbe Sicherheit, daß die Respeftierung der Unabhängigkeit und Souveränität der Staaten durch den ausgeprägten Sinn für die Rechte und Pslichren aller Staaten gesichert werden muß; derselbe Glaube an das Regime der demokratischen Gleichheit, das durch die Harmonisierung der Ordnung mit der Freiheit unseren beiden Völkern ermöglichen muß, daß sie sich voll entwickeln können; dieselbe Ueberzeugung, daß die Verschiedenheit der Regime und Methoden die Staaten nicht hindern darf, in gutem Einvernehmen zu leben: Diese vollkommene Identität der Ansichten, zu der das ttefe Bewußtsein der engen Interessengemeinschaft kommt, hat in den Abkommen ihren Ausdruck gefunden, die wir abgeschlossen haben; Frankreich, das fest und treu an den Verträgen festhält, die es mit der Tschechoslowakei unterzeichnet hat, sieht in ihnen den öffenttichen Ausdruck der festen Bande und der gegenseitigen Verpflichtungen, welche die berden Völker verknüpfen, die gleich entschlossen zu allen Opfern für ihre Verteidig ungund zu jedem Friedensstreben sind. Von dieser Zuneigung zu dem Frieden hat Frankreich ebenso wie die Tschechoslowakei der Welt wiederholte Beweise geliefert. Es gibt keinen Staat, demgegenüber eS Haß oder Groll empfinden würde. Frankreich ist bereit, ohne Hintergedanken mü allen ausrichtig zusammenzuarbeiten. Auf diese Harmonie ist die Brüderschaft unserer beiden Nationen gerichtet, die, ihres Mutes und ihres Patriottsmus sicher, stolz den Friedenswillen verkünden können, von dem ihre gemeinsamen Bestrebungen durchdrungen sind und der den Anlaß zu der Reise gab, die ich unternehme. Diese Reise hat tatsächlich zum Gegenstand, den dauernden Wert der Abkommen und Freundschaften Frankreichs zu erweisen, ferner, alles anzustreben, was die internationale Spannung mildern, die Regelung der trennenden Fragen vorbereiten und zu der breiten und fruchtbaren Zusammenarbeit führen kann, von der Sie gesprochen haben. Japanische Sorgen Zur Lage im Fernen Osten Nicht so leicht zwar, als es sich die Japaner vorgestellt haben, ist es ihnen nach einem mehrmonatlichen Feldzug doch gelungen, Chinas Hauptstadt zu besetzen. Wie groß die Verluste der japanischen Armeen sind, wird in den Heeresberichten verschwiegen, noch weniger ist bekannt, wie groß die finanziellen Opfer des Krieges sind, welche die durch unerhörten Steuerdruck ausgepreßten japanischen Bauern, Kleinbürger und Arbeiter zu tragen haben. Aber mit der Eroberung der chinesischen Hauptstadt ist der Feldzug weder militärisch noch politisch gewonnen. Die chinesische Regierung hat sich vorläusig in die Weite des chinesischen Raumes zurückgezogen, wohin ihnen die japanische Armee— eingedenk der Niederlage Napoleons in Rußland— nicht weit folgen wird. Den Chinesen bleibt also ein starkes Widerstandszentrum, in den» es möglich sein wird, die Armee zu sammeln, zu reorganisieren und sie für einen Angriff auf die von den Japanern besetzten Landstriche vorzubereiten. Aber selbst wenn Tschangkaischek nicht angreifen wird, ist die Tatsache des Bestandes einer nationalen Regierung und einer nationalen Armee in Ostchina eine ständige Bedrohung für den von den Japanern besetzten'breiten Küstenstreifen. Die Japaner werden gezwungen sein, eine große Besatzungsarmee auf dem ostasiatischen Festland zu unterhalten, eine viel größere-als sie bisher in dem Schattenftaat Mandschukuo brauchte. Schon die bisherige Expansion hat Japan an den Rand des finanziellen-Abgrundes gebracht, der weitaus überwiegende Teil der Staatseinnahmen mußte fü. das Militär und die Zinsen der Staatsschuld in Anspruch genommen werden— eine ständige große Besahungsarmee auf dem Festland wird die Staatsausgaben völlig verzehren. Aber selbst eine große Armee kann die Riesengebiete Chinas nicht so besetzen, daß die Ruhe im Lande gesichert wird." In China haben seit jeher Räuberbanden, die sich für reguläre Soldaten ausgcgeben haben, eine rege Tätigteit entfaltet und es war ost schwer zu unterscheiden, ob der Führer eines solchen Haufens ein General oder Räuberhauptmann ist. Wenn sich in dem dicbtbe» völkerten Lande, in welchem immer wieder Hungersnöte ausbrechen, wo also der Beruf des sich durch»Requisitionen" erhaltenden Soldaten immerhin begehrenswert erscheint, diese altchinesische Einrichtung mit einer nationalen Ideologie wird umhüllen können, diese Soldatenhaufen nun als Träger des Unabhängigkeitskampfes auftreten können, dann werden die Japaner kein leichtes Spiel haben, zumal ihre Besatzungstruppen von den regulären chinesischen Armeen vom Innern des Landes her ständig bedroht sein werden. Es ist schon aus der jetzigen Art der Besetzung ersichtlich, daß die Japaner nur die hauptsächlichen Verkehrswege wie Straßen upd Eisenbahnen sowie die größer» Orte fest in der Hand haben. Wenige Kilometer von Peking soll schon die Besetzung schütter sein und so erklären sich dft Ueber- fälle auf schwache japanische Abteilungen, die an der Tagesordnung sind. Unlängst sind auf diese Art in Hopei, einer Küstenprovinz, von der man glaubte, daß sie von den Japanern bereits völlig beherrscht ist, sieben japanische Flugzeuge von einer kleinen chinesischen Abteilung vernichtet worden. Zur endgültigen Befriedung Chinas wird also noch lange eine große japanische Armee notwendig sein und ein geschickt gefühlter Kleinkrieg wird den Japanern viel Schaden zufügen können. Die Japaner habest' die Küstenprovinzen deshalb so rasch besetzen können, weil sie das Meer beherrschen— China hat praktisch überhaupt keine Flotte— je weiter sie ins Innere des asiatischen Festlandes eindringen, desto mehr verschwindet für sie dieses Moment der Ueberlegen- beit und desto günstiger wird die tnilitärische Lage für die Chinesen. Einen Krieg gewinnt der, welcher die letzten Schlachten siegreich schlägt und nicht die ersten. Auch den Weltkrieg hat die deutsche Armee, eines der hervorragendsten, intelligentesten und bestorganisiertesten Heere, welches die Weltgeschichte gesehen hat, nicht gewonnen, weil Deutschlands die politischen und wirtschaftlichen Kräste- verhältnisse eines langen Krieges falsch eingeschätzt hat. Die Japaner sollten also nicht nur das Beispiel von 1812, sondern auch das von 1918 vor Augen haben. Vestigia terrent: Die Spuren schrecken! Mitarbeit an der Neuordnung Europas ««« Unerschütterliche Freundschaft Delbos: Gleich entschlossen zu allen Opfern für die Verteidigung wie für Jedes Friedensstreben Seite 2 Genosse Zischka zu den Bedeckungsvorlagen: Freitag, 17. Dezember 1937 Wer über die neuen Steuern schimpft - mag sich bei den Faschisten bedanken! Im Abgeordnetenhaus sprach Donnerstag mittags Genosse 3ischka unter gelegentlichen Geplänkeln mit der SdP zu den Bedeckungsvor lagen, deren Kompromißcharakter er hervorhob. Er konnte unschwer nachweisen, daß unsere Partei in den vorausgegangenen Koalitionsverhandlun= gen die Interessen der deutschen Arbeiterschaft wirksam vertreten hat und daß die Schuld daran, daß wir so große Teile des Nationaleinkommens für unproduktive Zwecke verwenden müssen, ausschließlich dem Faschismus anzulasten ist. Zifchka führte u. a. aus: Wir wissen schon, was es heißt. neue Steuern in der Höhe von fast 100 Kč pro Kopf und Jahr zu be= schließen, und es ist flar, daß wir nur in Würdigung der außerordentlichen ernſten Situation, in der sich Europa gegenwärtig befindet, bereit sein können, dafür die Verantwortung mit zu übernehmen. Es war eben der Fehler der europäischen Demokra tien, daß sie zugelass sen haben, daß mit Mitteln der Gewalt Politik gemacht wird. Verhältnisse anders geworden. Diefen geänderten Verhältnissen muß man auch Rechnung tragen und unser Steuerivesen einer gründlichen Reform unterziehen. Die Personalsparmaßnahmen Nr. 296 Neue Waffenlager in Paris entdeckt Paris. Die staatliche Sicherheitspolizei ent deckte Donnerstag im Nordteile von Paris neue große Waffenlager. Es wurden auch etwa 150 Kilogramm Explosivſtoffe vorgefunden. lich gekämpft. Wir haben das Bewußtsein, unsere Pflicht erfüllt zu haben. Wenn wir nun für die Vorlagen stimmen, dann entsprechen wir dem ernsten Gebot der ernsten Stunde.( Lebhafter Beifall.) Zu dem Kompler der Vorlagen, die uns heute beschäftigen, gehören auch die PersonalSparmaßnahmen. Wenn man in einer Versammlung draußen über die Staatsangestellten zu reden beginnt, hört man ein Murren. Wir haben aber den Mut, den Arbeitern, die den Bezirkshauptmann berantwortlich machen für den Entzug der Lebensmittelfarte, zu sagen, daß das Gros der staat die Bevölkerung greift ja auch bei anderen Artikeln lichen und autonomen Angestellten nicht aus Bezu Surrogaten, weil sie das Geld für die besseren zirkshauptleuten oder Kreisgerichtspräsidenten beBon deutscher Regierungsseite sprach außerdem Naturprodukte nicht aufbringt. Es ist Vorsorge ge- steht, sondern daß die schlechtbezahlten Eisenbahner Dr. Loki cha( Chr.- Soz.). der erklärte, daß die troffen, daß die billigen Margarineforten nicht und Postboten, die Hilfskräfte in den Kanzleien, die deutschen Christlichsozialen für die Gesebe stimmen verteuert werden dürfen. Das ist für unsere Arbei- große Menge der Tabatarbeiterinnen zu ihnen ge- werden, weil sie den Frieden wollen. Ohne das ter von großer Bedeutung, da sie ja ohnehin nur für hören. Das sind Hunderttausende wirklich prole Rüstungserfordernis wäre das Budget aktiv. Stun die billigsten Sorten Interesse haben können. tarischer Elemente. Die Milderungen der Ge- ba( Agr.) reagierte auf die gestrige Erklärung des baltsabzüge werden zweifellos von den Staatsange- Abg. Salat in der Tuka- Sache und gibt der Hoffftellten mit Dank quittiert werden. Freilich wird es nung Ausdruck, daß sich die Hlinka- Partei schon nicht auch Menschen geben, die überhaupt nicht zufrieden mehr auf solche Abwege begeben werde. Ing. zustellen sind.( Zwischenrufe bei der EdP.) Mich Peschka( SDP) behauptet, daß durch die neuen befremdet nur die Tatsache, daß bei der Behandlung Steuern die Gewerbetreibenden dreimalio der aktiven Angestellten ein anderer Makitab ange it a rt als die Firbefoldeten überlastet würden. Auch wendet wird als bei den Pensionisten.( Neue Zwi- au dieser offenkundigen Unwahrheit schwiegen die fchenrufe.) Dieses zweierlei Maß darf nach meiner Arbeitervertreter der SdP still! Dem Liga- Abgeordund nach der Auffassung meiner Freunde abfolut neten Ing. Schwarz wurde wegen Ueberschreitung ein Präzedenfall fein. der Redefrist das Wort entzogen. Hruby( Agr.) suchte die Behauptunger zu entkräften, daß die Bauern weniger zur Staatsverteidigung beitragen als die anderen Bevölkerungsschichten, Als Genosse Zischka von den Gegenfäßen innerhalb der Koalition sprach. wagte Herr Birke unvorsichtige Zwistenrufe, die ihm übel bekamen: Birke( SP):" Daß Ihr nur die Spannungen zuaebt!" 3ischka:„ Das liegt im Wesen ieder Koalition. Nur daß wir nicht wie ihr die Spannungen Surch Ohrfeigen und Hinauswürfe zu lösen verfuchen." Dr. Eichholz( SDP):„ Ihr habt Euren Doktor Franzel hinausgeworfen und wir Kainer!" 8ischka:„ Dr. Franzel ist freiwillig aus geschieden. Bei der SdV treten jest viele Leute frei willig aus und viele andere werden hinausgeworfen!" Dr. Eichholz:„ Wir sind zehnmal so stark wie Ihr und können darum auch zehnmal so viele Leute hinauswerfen!" Wenn Mussolini auf die Kraft der Waffen schwört und auch in Deutschland das Schlagwort geprägt wird, daß Kanonen wichtiger sind als Butter, dann find eben die andern in einer Zwangs I age; fie können einfach nicht warten, bis eines Tages fich die Mündungen diefer Kanonen gegen fie selbst richten! Die Tragödie in China ist ein Beiten, spiel dafür, was geschehen kann, wenn ein Volk nicht genug Waffen hat, um einen räuberischen Einfall abzuwehren. Ein Werk des Kompromisses Die Bedeckungsvorlagen tragen einen Kompromißcharakter, fie sind das Spiegelbild der Zusammensetzung der Koalition. Das erklärt auch die Vielheit der Vorlagen. biele Bischka:„ Wenn Sie dieses Tembo einhal dann wird bald der Vorsprung der SdP verschwunden sein!" Dak das Mineralwaffer höher beftenert mird, würde für die Arbeiterfchaft teine wesentliche Rolle spielen. Drückender ist aber. daß auch Soda wasser und Limonaden besteuert werden fol Yen. 1eber die Erhöhung der Biersteuer wird überall in der Rebith: aefchimpft werden. Dieienigen aber, die beim Bier ihren Aerner abrennieren mollen, mönen dann wenigftens auf ione schimpfen, die verft dobon geredet haben, daß Kanonen wich tiger find ala Butter! Wir haben in den Ausschüssert und in der Koalition um die Berücksichtigung der berechtigten Ansprüche der breiten Massen unseres Volfes wirkHeute Abschluß der Parlamentstagung Differenzen in der Zuckerfrage Generaldebatte wurde der Ausschuß aber neuerlich auf Freitag vertagt. Im Senat ben Eigenbedarf der Rübenbauern, während die Agrarier, solange in dieser Frage nicht eine Einigung erzielt ist, die Verlängerung der Kollektivverträge im Ausschuß nicht durchlassen wol len. Nachdem der landwirtschaftliche Ausschuß am Nach dreitägiger Debatte nahm das Abge- Abend nach dem Plenum erneut zusammenberuVormittag ergebnislos getagt hatte, wurde er am ordnetenhaus am Donnerstag abends die Bedek- fen, um eine Einigung zu erzielen. Nach einer tungsvorlagen zum Budget für 1938 sowie die beiden Vorlagen über die Neuregelung der Gehaltsabzüge bei den Staatsangestellten und bei den höchsten Würdenträgern des Staates an. Durch eine Reihe von Abänderungsanträgen der Koalition wurden alle Bedeckungsvorlagen, soweit sprachen am Donnerstag in der Budgetdebatte Die Steuerleistung der Arbeiter für den Wir haben uns febr enerniich dafür eingefekt. sie es nicht schon waren, einheitlich bis Ende weitere 14 Redner, darunter von deutscher Seite Staatsverteidigungsbeitrag beginnt bei einem Reinberdienst von 198 Kč pro Woche; hier beträgt die dak auch iene Kreise der Bevölkerung die beer ges 1940, also auf drei Jahre, terminiert. Dr. Braß( Sdp) über Hochschulwünsche und Mehrbelastung 15 Heller pro Woche oder 60 Heller ftellt find als die Arbeiter, und auch die Wirts Die sonstigen Aenderungen wurden bereits Schulfragen überhaupt. ScharnagI( Chr.pro Monat. Man kann nicht sagen, daß diese direkte haft au den neuen Stenerlosten beitragen. So Steuerleistung untragbar wäre. Bei höheren Ein- l die kartelstener 60 Millionen eintragen. bermerkt. Es handelt sich u. a. bei der Weinsteuer Soz.) erklärte, seine Partei halte an dem Benahmen wird sie natürlich unangenehmer. Ich würde Sier muß es Mufaabe der Renierung sein darüber um die Rubilligung eines steuerfreien Quantums schluß vom 18. Feber fest, von dem sie eine Wienur wünschen, daß alle Arbeiter dieses Staates in zu machen, dok dieser Betran nicht schließlich doch in für den Eigenbedarf und bei den Kartellgebühren dergutmachung der Folgen der Zurücksetzung des um eine Neufaffung der Paragraphen 1 und 11. Sudetendeutschtums erwarte. Sechir( Agr.) die Lage kämen, den Wehrbeitrag bezahlen zu müs- irgendeiner Form auf den Konfum# herwälzt wird. Demnach find a Ile Kartellverträge nach dem verlangte unter lebhaften Protesten der Kommusen, denn es gibt noch Hunderttausende, die leider Große Steuerreform nötig iveniger als 193 Kč pro Woche verdienen. Startellgesetz gebührenpflichtig, wobei als Grund- nisten die Verwirklichung der landwirtschaftlichen Annefichts eines Dukends neuer Steuern eraist lage die Gesamtsumme der Zahlungen für inlän- Entschuldung. Ing. Maruša( Nat.- Soz.) Herr Dr. Peters hat gestern hier darauf aufs merksam gemacht, daß wir durch die neue Steuer- fich die Frage, ob nit eine Reform unfe belaftung die weitere soziale Entwicklung estomps res ganzen Steuerfystems zweck- dische Lieferungen und Leistungen dient, auf deren urgierte die Errichtung eines LuftfahrtministeUmsatz sich der Kartellvertrag bezieht und die in rums, Dr. Sobotka( Tsch. Volksp.) befaßte tieren". Gewiß schafft die gegenwärtige politifche mäßiger wäre. der Zeit seiner Wirksamkeit getätigt wurden. Entwicklung nicht gerade günstige Vorausseßungen Wir haben in den letzten Jahren grundlegende jich mit dem Geburtenrüdgang und machte dafür die leichten Ehescheidungsmöglichkeiten verant für bedeutende sozialpolitische Erfolge in nächster Bus Renderungen auf dem Gebiete der Juftig und der funft. Aber man kann den kommenden Dingen nicht Verwaltung, aber auch der Organisation unserer Auf der Tagesordnung der nächsten Sibung wortlich. Brodeck( Soz.- Dem.) befaßte sich tatenlos entgegensehen und sich tiefer Resignation Verteidigung beschlossen.( Hier kommt es zu einem am. Freitag um 10 1hr stehen die terminierten mit den Forderungen der Eisenbahner und trat bingeben! Uns wundert nur, daß die Arbeiterver- Gepläntel mit der SdP. der Zischka vorhält, daßfezialpolitischen Vorlagen und weiters im Interesse der Staatsverteidigung für treter in der SdP schweigen, wenn Herr Dr. Peters die fürglife Ernennung des früheren nationalsozia- der Bauregreß. Falls nicht irgendwelche eine Förderung des Automobilismus ein. Wir die 440 Millionen gern auf indirekte Steuern liſtiſchen Abgeordneten Simm zum Bürgerschul- Schwierigkeiten eintreten, soll die Vorweihnachts- brauchen nicht nur gute Wagen, sondern auch gute abwälzen möchte.( Zwischenrufe.) direktor am besten beweise, wie es um Bei der Margarinesteuer sind die nen" bestellt ist, die nach den Behauptungen des scision noch am selben Tage abgeschlossen werden. Chauffeure. Am Freitag soll die Debatte abgeschlossen Gegensäße in der Koalition das ist kein Geheim- SDP- Redners Eichholz angeblich heute noch wie es heißt, wird das Haus dann erst wieder nis auch weiterhin latent. Man will uns ein- gegen ehemalige Nationalsozialisten und Deutschna- Ende Jänner zur Beratung des Rechnungs- werden und noch die Abstimmung stattfinden. reden, daß wir hier einen Sektor der plan wirt- tionale ununterbrochen verübt werden.) abschlusses für 1936 zusammentreten. Auch die schaftlichen Produktion vor uns hätten. Das Beratungen über die Neufassung des Parteienauf- Neuer Vizepräsident des Abgeordnetenhaustimmt nicht. Wir verstehen unter Planwirtschaft lösungsgesezes werden für Jänner zurückgestellt. ses. Das Abgeordnetenhaus wählte am Donnersdie planmäßige Deckung des gesamten Bedarfes. Differenzen gibt es im landwirtschaftlichen tag an Stelle des Gewerbeparteilers Mlčoch, Darnach müßte man also so viel Kunstfett erzeugen, als die Bevölkerung eben braucht! Wir würden der Ausschuß noch hinsichtlich des Numerus clausus der zum Handelsminister ernannt wurde, dessen agrarischen Argumentation, daß alles gefchehen für Zuckerfabriken. Die sozialistischen Parteien Stiubkollegen Wenzel Vávra zum Vizepräsidenmüsse, um einen höheren Konsum der tierischen berlangen eine andere Aufteilung des Rübenton- ten des Hauses. Vávra nahm die Wahl an und Fette herbeizuführen, ohne weiteres beipflichten, aber tingents und ein steuerfreies Sirupquantum fürleistete sofort die vorgeschriebene Angelobung. 40 DER KLEINE T Bischka fährt dann fort: Mit Recht kann man fordern, daß man auch das Werk einer großen Steuerreform neuerdings in Angriff nimmt, denn leider trägt die Reform vom Jahre 1927 feinen Kompromißcharakter in dem Sinne, daß man auch ein wenig mehr an die Arbeiter gedacht hätte. Seinerzeit war es die Bürger foalition, die diese Reform beschlossen hat, seither sind aber die Epilog Es ist Nacht. Der Zug rollt. Ich size in einer Ecke, die Hände in den Taschen, die Beine weit von mir gestreckt, und genieße. Ich summe vor mich hin, als führe ich VON EUGENE DA BIT in Urlaub. Berechtigte Uebertragung aus dem Französischen von Bejot Ein Offizier bleibt vor meinem Abteil stehen. Ich grüße ihn nicht. Und stellte er mich deshalb zur Rede, ich lachte ihm ins Gesicht. Denn mit der Armee habe ich nun nichts mehr Vorsichtig wasche ich sein Gesicht, seine Brust und die gräßlich verstümmelten Arme, die zu tun. eigentlich nur noch Stümpfe sind. Dann hülle ich den Körper in meine Zeltbahn und wende mich ab, weil ich es nicht ertragen tann, diese steife, leblose Sache, die soeben noch voller Lebensgier und schönheit war, länger anzusehen. Leutnant Dumoulin kommt herzu. ,, Was ist eigentlich geschehen? Was hatte er hier, in diesem Winkel, zu suchen?" Ich erkläre ihm den Zusammenhang. Als er ihn kennt, geht er, schimpfend und topfschüttelnd. weiter. Kameraden haben Schaufeln und Hacker. geholt. Gleize und ich heben den Leichnam auf. Der Weg ist schlüpfrig, wir müssen langsam gehen. Am Ziel legen wir unsere Last wieder ab. Ein Friedhof mit Kreuzen, die deutsche Inschriften tragen. Die Kameraden schaufeln ein Grab. Ein dumpfes Geräusch. Hände voll Erde. Die legten Grüße für meinen toten Freund. Ich habe eine braune Jacke und braune Hosen an und trage dazu eine Müße, die man mir auf der Demobilmachungskammer gegeben hat. Dieser bürgerliche Anzug gefällt mir. Ich streiche über den samtartigen Stoff. Besser jeden falls als das Graublau der Uniform! Keinen Helm mehr, feinen Tornister, teine Leder gamaschen... man fühlt sich leicht und so be weglich, daß man immerzu lachen könnte. Nur einen Brotbeutel habe ich behalten, vollgestopft mit sogenannten Frontandenken, die ich nach Paris mitnehme. mit Krimskrams, Während ich eine Zigarette rauche, stülpe ich meine Müße auf den Zeigefinger und versetze sie in rotierende Bewegung. " schied haben wir uns das Versprechen gegeben,| rufen: Guten Tag. Ich komme zurück, gehöre uns zu schreiben. wieder zu euch." Von den Monaten, die auf den Krieg ge= folgt sind, weiß ich eigentlich nicht mehr viel. Da war ein Tag fast wie der andere. Man drückte sich hinter der Front herum, in irgend einem Lager, wo das Material sortiert und in Ordnung gebracht wurde. Zwischendurch war ich Die Gleise vervielfältigen sich. Noisy- leSec. Ein Maschinenschuppen. Ah, mein Abstecher nach Paris, als es zur Front ging! auch im Elsaß. Dann wieder Kasernendienst, richtig. Boitiers. Der richtige Friedenskommiß. Von den genau so dumm und stumpfsinnig wie in Kameraden rückte einer nach dem anderen ab. Ich brachte sie alle zur Bahn und dachte dabei: wann bist du nun endlich an der Reihe? Vater war schon längst entlassen. Jeden Morgen zählte ich die Tage, die ich noch aushalten mußte, ehe auch ich nach Hause konnte. Meine Freude ist nicht ungetrübt. Ich omme allein. Masse sollte mich, ich wollte ihn besuchen. Aus... Man ruft: ,, Chateau- Thierry." Ich wische die Scheibe ab. Rechts und links der Strecke das weite Land. Höfe, Teiche, Büsche und Wiesen mit brüllendem Vieh. Keine Spur mehr von den Kämpfen, die hier tobten. Der Zug fährt an einem verlassenen Lager Ein Mitreisender fragt mich: Sind wohl glücklich, daß Sie's hinter sich borüber, beim Rangierbahnhof von Baires Torch, wo man die Urlaubsscheine abstempeln haben?" mußte. " Na ob! Die sehen mich nicht wieder." Gestern war ich noch Gefangener. Im Büro Haufen Die Bannmeile beginnt. Ich sehe aus dem Fenster. Sacré- Coeur! Diesmal ist die Sache Die Bremsen Inirschen. Der Zug hält. Ich steige als letter aus. Mein Herz klopft so stark, daß ich eine Minute stehenbleiben muß, um es zu beruhigen. Ein Vorortzug fährt ein. Die Menschen springen auf den Bahnsteig, ehe er hält. Sie stoßen mich, drängen mich vorwärts. Während ich den Bahnhof verlasse, fühle ich nach meinem Brotbeutel und nach meiner Brieftasche. Ich gehe an einem Gitter hin. Durch die Stäbe sehe ich einen Play, einen Boulevard. Wagen rollen vorüber, eine endlose Reihe. Menschen wirbeln durcheinander. Ein Lärm! Ich halte mir die Ohren zu, schlösse am liebsten auch die Augen. Nur mit Mühe komme ich weiter. Die Reise liegt mir in den Knochen, Freude und leberraschung rauben mir die Luft. Ich fühle mich wie ein Fremder inmitten dieser hastenden Menge. Niemand hat einen Blick für mich. Ich bin ein schlecht angezogener Irgendwer, der an Mauern hinstreicht. Ich gehe schneller. Hauptmann tommt mir entgegen. Mal sehen! Hände in den Taschen, starre ich ihm tühn und Gleize sucht ein Streuz, fribelt Masses Namen und erst dann hat man die Gnade gehabt, mir Steinbrüche mit Schutt und Gerümpel. Die unbefangen ins Gesicht. darauf und pflanzt es in den Hügel. Jch bleibe allein. zu sagen: " Sie sind frei. Verblühen Sie." Der Himmel hellt sich auf. In der Ferne Ich war mit Bruger und Gradouble zusammen. ziehen Truppen in guter Ordnung. Transport- In der Kaserne haben wir uns nicht aufgehalten, folonnen folgen einander. Bald kommt der Sondern wir haben uns, bis unser Rug abfuhr, Friede! Aber der Gedanke macht mich nicht in ein Café gefeßt. Die Alten waren nicht dabei. glücklich. Denn Masse ist nicht mehr da. Béguel, Gleize, Salvat, Cauvin sind schon zu Hause. Wir haben nur von ihnen gesprochen und an den Tag ihrer Abfahrt erinnert. Beim AbIch balle die Fäuste und gehe langsam zurück. Baustellen zu verkaufen, Wasserlachen, Strede ist schwarz von Eisenschlade. Verkümmerte Bäume und Lichtmaste flankieren sie. Eine Stadt. Männer Kleine, weißgetünchte Häuser, Hütten, fast wie an der Front. Eine Straßenbahn hält. und Frauen stürzen sich darauf. Sirenengeheul, Klingelsignale. Fabrikschornsteine rauchen. Auf den Bahnhöfen wartende, zeitungslesende Reisende. Sie heben den Kopf, wenn der Schnellzug vorüberbraust. Ich möchte ihnen zuUnd dente: Ich bin ja frei, Gott im Simmel!" Ich komme an einem Warenhaus vorüber mit meinem Entlassungsgeld lönnte ich mir eine Menge kaufen. Ich muß lachen. Vor einem Spieçel bleibe ich stehen und mustere mich. Dann gehe ich in eine Bar und trinke einen Kaffee mit Num. Jetzt bin ich in meinem Viertel! ( Fortjehung folgt). Nr. 296 T Freitag, 17. Dezember 1937 Sette 8 Die Kriesspartei setzt ihren Willen durch „Wir kämpfen nicht für die Fahne Henleins... I“ weiter getragen, auf der kein Konrad Henlein steht.(Begeisterter Beifall.) London.(Eigenbericht.) Die Ber-- suche Roms und Berlins, China zu Verhandlungen mit Japan zu bewegen, werden in London als nunmehr endgültig gescheitert angesehen. In Tokio scheint die extreme Richtung innerhalb der Osfizierskreise, die die völlige Unterwerfung Chinas fordert, gesiegt zu haben, wie die am Dienstag erfolgte Ernennung des Admirals Suetsugn zum Innenminister und auch den Baron Asakis zum Gesundheitsminister beweist. Am gleichen Tage erklärte auch Ministerpräsident Prinz Kanoe, daß der Fall Nankings nur das Vorspiel zu den eigentlichen und voraussichtlich lange währenden Feindseligkeiten darstelle. Andererseits deutet nichts darauf hin, daß die Stellung Tschangkaischeks innerhalb Chinas bedroht. oder seine Absicht, den Krieg fortzusetzen, erschüttert sei. Jenseits von Nantschanz werden die japanischen Truppen auf ihrem Vormarsch in jenes gebirgiges Gelände kommen, wo sich seinerzeit die kommunistischen Truppen trotz ihrer schlechten Ausrüstung fünfeinhalb Jahre im Guerillakrieg gegen die überlegen bewaffnete Armee der Zentralregierung behaupten konnten. Japan, so meint man, unterschätzt bei weitem die Schwierigkeiten, die ihm auf dem Wege zu seinem Ziele noch bevorstehen. Ueber formale Proteste beabsichtigen auch die Vereinigten Staaten vorläufig nicht hinauszugehen, obwohl die Stimmung der Oeffentlich- keit immer aufgeregter wird. Staatssekretär Hüll wurde Mittwoch in einer Pressekonferenz gefragt, ob die Regierung der Bereinigten Staaten eine Flottenkundgebung entweder allein, oder gemeinsam mit EnglanlLerwägen könne. Staatssekretär Hüll ließ daraufhin erklären, daß die Bundesregierung niemals irgendeine Flottenaktion im Fernen Osten in Erwägung gezogen habe. Eine Erklärung über eine mögliche Aenderung des Standpunktes Hat Staatssekretär Hüll nicht abgegeben. Schanghai. Der Chef der japanischen Flugwaffe in China, Kontreadmiral Mitsunami, ist nach Tokio abberufen worden. Wie hiezu verlautet, soll er seiner Funktionen enthoben werden. Seine Abberufung steht im Zusammenhang mit den Zwischenfällen an dem Jangtse-Fluß. Heue Mobilisierung In China Hankau. Nach hier vorliegenden Meldungen hat die chinesische Regierung einen antijapanischen Nationalverband gegründet, dessen Zentrale in Hankau sitzt und der Nebenämter in allen Bezirken hat. Der Verband hat fünf Abteilungen für Militär, Verwaltung, Wirtschaft, Finanzen und Landwirtschaft. Gleichzeitig proklamierte die chinesische Regierung das zweite Stadium der Mobilisierung. In acht Südprovinzen sollen umfangreiche Rekrutierungen vorgenommen werden. Allein in Kwangsi sollen, wie bereits gemeldet, 15 neue Divisionen mit 300.000 Mann aufgestellt werden. Boykott gegen die Angreifer London.(Hs.) Im Exekutivausschusse der Weltfriedens-Vereinigung(RUP) wurde einstimmig beschlossen, mit 1. Jänner des nächsten Jahres in der ganzen Welt einen Boykottjapanischer Erzeugnisse zu proklamieren, zu welchem Zwecke alle 39 in der Vereinigung organisierten Gruppen im Jänner ein genaues Programm ausarbeiten sollen. Zu diesem Zwecke sollen Plakate, Flugzettel und Broschüren ausgegeben werden, in denen Japan als Angreifer bezeichnet wird. In einer Resolution, die angenommen wurde, heißt es u. a., daß alle dem Frieden ergebenen Regierungen aufgefordert werden, alle Maßnahmen zu treffen, die zu einer Beendigung des japanischen Angriffes führen können und China rationelle Hilfe zu leisten. In dem gleichen Sinne appelliert das Exekutivkomitee an alle Organisationen der Industrie und des Handels. Der Ausschuß verurteilte ferner die ausländische Intervention in Spanien... Vorstoß der Arbelter-Oppossition In der SdP Der„Volkswille" berichtet über eine Zusammenkunft der oppositionellen SdP-Arbeiter in P r a ch ä t i tz und zitiert aus" dem Hauptreferat, das dort gehalten wurde, unter anderem das Folgende: »Man hat uns das Blaue vom nationalen Himmel versprochen, nur um«ns auS der sozialdemokratischen Gewerkschaft herauszureißen. Wir haben an die Ehrlichkeit völkisch eingestellter Menschen geglaubt und haben die Gewerkschaft gewechselt. Wir sahen unter den vielen Gewerkschafts- führergestalten, die uns vorgestellt worden sind, aber nur einen im gewerkschaftlichen Kampfe', das war Kasper... Deshalb mutzte Kasper langsam aber sicher kaltgestellt werden. Man m'tz- brauchte seinen abgelegten Eid zu einer bedingungslosen Treue und Gefolgschaft sowie zum Gehorsam und knebelte ihn mit parteiamtlichen Aufträgen... Als er sich gegen diese wehren wollte, kam es zum offenne Konflikt zwischen ihm und der Parteileitung. Sie nahm daher die Watschenaffäre im Prager Deutschen Haus als einen willkommenen Anlatz, um Kasper nicht nur billig los zu werden, sondern ihn auch als einen„Schädiger der Volksgemeinschaft", bzw. als einen Geächteten an den Pranger zu stellen. Doch wir Prachatitzer Arbeiter sagen: Kasper, recht hast g'habt! Und wenn die Führertreuen Dir das Recht zu dieser Watschen streitig gemacht haben, so geben wir Dir das Recht zu noch hundert Watschen!(Großer Beifall.) Wenn also unser Ge- werkschastskampf auf der Straße Konrad Henleins nicht mehr vorwärts getragen werden kann, dann wird er eben aus einer anderenStraße Aber kämpfen müssen und werden wir, und zwar nicht für die als heilig erklärte und alle Stände umfassende Fahne Konrad Henleins, sondern für uns Arbeiter und unsere Familien(Ungeheurer Beifall.) Noch nie sind wir so gottverlassen dagestanden, wie heute auf den Platz, auf den uns die gebracht haben, die wir vorher nicht gekannt haben und die plötzlich mit einer roten Fahne und den Zeichen SHF drauf als Führer vor uns gestanden sind. Wir haben uns mit einem blinden Vertrauen hinter sie gestellt und haben ihren Worten geglaubt, uns einer Zukunft entaegen zu führen, in der jeder Arbeiter, wenn auch. nicht jeden Sonntag, sein Huhn im Topfe, so wenigsten- doch eine ganze Hose am Hintern hat. Sehen wir uns heute diese akademisch gebildeten Führer an. Alle sitzen mit horrenden Monatsgehältern in Parteikanzleien und uns pfeift noch immer der Wind durch die zerrissenen Hosen. Wielangenoch, frage ich Sie?" Die auf eigene Faust und ohne Wissen der Ortsleitung durchgeführte Arbeiterversammlung hat nach ihrem Bekanntwerden eine große Bestürzung bei der Orts-, Bezirksund Kreisleitung hervorgerufen. Man hört, daß die rebellierenden Parteimitglieder wegen parteischädigenden Verhaltens und wegen Disziplinlosigkeit aus der Partei ausgeschlossen werden. Gegenwärtig werden darüber noch bei der Kreisleitung Beratungen gepflogen. Kart« zu dem japanischen Eroberungszug über Schanghai nach Nanking'■-f?' Errichtung eines Angestellten-Betriebsausschusses- „Störung der Ordnung im Betriebe“ Volksgemeinschafts-Angestellte gegen Volksgemeinschafts-Unternehmer! Kündigung des ersten Vertrauensmannes! Neuer Schweizer Bundespräsident Bern. Die Schweizer Bundesversammlung wählte mit 15 von 18 gültigen Stimmen den gegenwärtigen Vizepräsidenten des Bundesrates, Dr. Johannes Baumann, zum Bundespräsidenten für 1938. Zum Vizepräsidenten wurde mit 148 von 168 gültigen Stimmen Bundesrat Philipp Etter bestimmt. Beide gehören dem Bundesrat fett etwa vier Jahren an. Bundespräsident Dr. Baumann, der der freisinnig-demokratischen Partei angehört, leitet gegenwärtig das Justiz- und Poliqeidepartement. Vizepräsident Etter leitet das Departement des Innern und ist Mitglied der katholisch-konservativen Partei. Demonstrationen gegen Carol London.(Eigenbericht.) Infolge der rumänischen Zensur erfährt man erst heute über eine große Demonstration gegen den rumänischen König und die Madame Lupescu. Diese Demonstration wär am vergangenen Sonntag. Ihr Ausgang war eine Versammlung der Ratio-- nalzaranistischen Bauernpartei, in de? Manin sprach. Im Anschluß an die Versammlung zogen etwa zehntausend Bauern gegen den Königspa- last. Sie konnten erst mit Mühe nach dem Einsatz von Soldaten vertrieben werden. Bukarest. Amtlich wird mitgeteilt, daß das Innenministerium den ihm unterstellten Behörden den Auftrag erteilt hat, jedermann, der bei öffentlichen Versammlungen in irgendeiner Form den König, die Mitglieder der königlichen Familie oder die Monarchie angreift, unverzüglich der zuständigen Staatsanwaltschaft anzuzeigen.(Wegen eines Vergehens in dieser Richtung wurde bereits gegen den Kammerkandidaten der Nationalen Bauernpartei Serdici das Verfahren eingeleitet.) Das Innenministerium hat femer das bisher nur in Bukarest bestehende Verbot politischer Kundgebungen unter freiem Himmel auf das ganze Land ausgedehnt. Blutiger Wahlkampf Bukarest. Die Blätter berichten von Zusammenstößen in verschiedenen Orten Rumäniens. 11. a. wurde in einer deutschen Gemeinde im Banat ein Mitglied der offiziellen deutschen Minderheitspartei, der„Deutschen Volksgemeinschaft in Rumänien", von einem Mittzlied dec oppositionellen„Deutschen Bölkspartei Rumäniens" erschossen. In einer altrumänischen Gemeinde in Rosnov wurde aus einer Gruppe von Propagandisten der Eisernen Garde auf liberale Parteianhänger geschossen. Die Regierung hat weitere Sicherheitsmaßnahmen verfügt. Nicht schadel Genf. Die italienische Regierung sandte dem Sekretariat des Internationalen Ar- beitsamtes eine Note, in der sie mitteilt, daß sie mit 15. Dezember aus dieser Organisation austritt. Der provisorische Direktor des Internationalen Arbeitsamtes Phelan hat dem italienischen Außenminister Ciano den Empfang des Telegramms bestätigt, mit benv Italien seinen Austritt anzeigt. Das sagenhafte Kapitel der„Volksgemeinschaft" erfährt eine neue Bereicherung durch einen Vorgang, den die völkische Angestellten-Gewerkschaft, der GdA, der Oeffentlichkeit unterbreitet. In.der Lackfabrik Dür sch m i d t in Aussig, die nach der Angabe des Betriebsinhabers 175 pensioflsversicherte Angestellte beschäftigt, haben die Deutschen Angestellten-Gewerkschaften durch ihre Vertrauensmänner das Verfahren zur Wahl des Angestellten-Betriebsausschuffes angebahnt. Obwohl der 8 1 des Betriebsausschußgesetzes ausdrücklich anordnet, daß ein Betriebsausschutz zu wählen ist, wenn im Betriebe mindestens 30 Arbeitnehmer dauernd beschäftigt sind, und daß selbständige Angestellten- oder Arbeiter-Ausschüsse zu bilden sind, wenn jede Gruppe mindestens 20 Wahlberechtigte zählt, weigert sich die Firmenleitung, der Errichtung des selbständigen Angestellten-Ausschuffes zuzustimmen, weil angeblich„bloß" 35 Angestellte an der Betriehs- versammlung teilnahmen, die den Beschluß auf Errichtung eines Angestellten-Ausschuffes faßte. Der erste Vertrauensmann brachte die Angelegenheit vor die Schiedskommission. Der B e- triebsinhaber erklärte dort, daß er die Errichtung des Betriebsausschusses avlehne, well er in ihm eine Störung der Ordnung im Betriebe erblicke, ungeachtet der gesetzlichen Vorschrift, daß die Be- triebsäusschüsse bei der Aufrechterhaltung der Ordnung und Disziplin im Betriebe m i t z u- wirken haben. Am Montag ließ der Dienstgeber den ersten Vertrauensmann der Angestellten seinen Dienst nicht länger verrichten und kündigte ihm. Dieses Borgehen wird eine Strafanzeige und eine Anzahl weiterer Maßnahmen zur Folge haben./ Wir mischen uns in den häuslichem Streit der Firma Dürschmidt und ihre Angestellten nicht ein, müssen aber doch feststellen. datz der Vorgang ein bezeichnendes Licht wirft auf die Zustände, die in all den Gruppen vorhanden sind, die sich um die Partei der„Volksgemeinschaft" scharen. Znaimer SdP gespalten Wie wir erfahren, fand am Dienstag, den 14. d. M.. in Znaim eine Sitzung des„Auf- bruch"-Kreises statt, in der der Bruch mtt Henlein offen zutage trat. Veranlaßt wurde diese Sitzung anscheinend durch eine Gauamtswafter- Tagung des Südmährischen Turngaues, di« am Sonntag in Brünn stattfand und in der Henlein di: Gefolgschaft verweigert wurde. Weser offene Bruch ist hauptsächlich auf die R u t h a- A f f ä r e und auf die Auseinandersetzungen zwischen Kams- radschaftsbund- und Aufbruch-Kreis zurückzuführen. In der Leitung der neuen„Aufbruch"- Ortsgruppe soll sich unter anderen der O ll m a n n des völkischen Turnvereines, Doktor Harald Schindler, befinden, der seit der Gründung der SdP hervorragend in ihr gewirkt hat und mit den nun viele Turner die Skung gemacht haben sollen. Die Sohrusaner Vorfälle bei der Bezirkswahl vor Gericht In der Nacht vor den Bezirkswahlen im Mai 1936 ist es in Sobrusan zu politischen Zusammenstößen gekommen. Die Folge war eine Reihe von Gerichtsverhandlungen, in deren Verlauf Emil Pilz aus Wschechlab wegen Körperverletzung verurteilt wurde. Emil Pilz hatte selbst gegen die Genossen Weiß und Vorsteher Vrba eine Strafanzeige erstattet und hiebei die beiden Genossen beschuldigt, sie hätten ihn schwer verletzt. Im Verlaufe der Untersuchung, welche ein halbes Jahr dauerte, und der Hauptverhandlungen haben sich die Behauptungen als unglaubwürdig herausgestellt. Bei der am 14. Dezember 1937 stattgefundenen Hauptverhandlung beim Kreisgericht in Brüx wurden die Genossen Weiß sind Vorsteher Vrba von der Anklage frei- gesprochen, wobei das Gericht in der Begründung ausdrücklich hervorhob, daß dem Emil Pilz kein voller Glaube beigemessen werden kann. Berdächtig. Der Kassier der SdP in T a- ch a u wurde wegen des dringenden Verdachts verhaftet, an einem eben schulentlassenen Mädchen eist Sittlichkeitsverbrechen begangen zu haben. Außenminister Delbos auf der Burg Seite 4 Tagesneuigkeiten Freitag, 17. Dezember 1937 Das neue Krankenhausgesetz kenhauswesen entscheidend das Interesse des kranken Menschen sein muß, der sobald wie möglich seine Gesundheit und seine Arbeitsfähigkeit wieder erlangen will. Die Novellierung Nr. 296 des Gesetzes für die Gemeindeund Bezirksbediensteten Die Fische lernen spinnen ejen ausgearbeitet hat. In der Debatte Das liegt auch im Interesse der Wirtschaft und des Antrag gestellt, das Innenministerium zu erfuWollfasern aus Fischeiweiß * Das ist die neueste Errungenschaft der deutschen Ersatzwissenschaft, über die in deutschen Beitungen berichtet wird: ..Nachdem das Fischeiweiß seinen Wert als Nahrungsmittel erwiesen hat, ist es jetzt gelungen, eine Eiweißfajer aus dem Fischeiweiß, die isch wolle, zu gewinnen. Der Zusammenarbeit Dr. Mecheels, der Deutschen Eiweißgefell schaft Hamburg und einer großen Textilfirma ist der Erfolg zu danken. Das Verfahren Hiltner- Mecheels ermöglicht die Synthese awischen Zellulose und Fischeiweiß und schloß die Versuche zur Herstellung einer Fisch ze II to II e erfolgreich ab. Wolle besteht bekanntlich aus Eiweiß und Baumivolle aus Zellulose. Die bisher bestehenden Zellwollen wurden ebenfalls aus Bellulose hergestellt; es war deshalb unmöglich, fie mit Wolle au mischen und mit Wollfarbstoffen zu färben. Das neugefundene synthetische Eiweißmolekül liefert, in geeigneter Weise versponnen, eine verschleißfeste, wollähn liche Fajer, die sich wie Naturwolle mit Wollfarbstoffen färben läßt. Sie besteht vorläufig aus 80 Prozent Bellulose und 20 Prozent Fisheiweiß. Jedoch soll der Eiweißgehalt erhöht werden und damit der Holzverbrauch eingeschränkt werden." In einer anderen Notiz wird vorsichtig nur bon einer woll ähnlichen Faser gesprochen, die für die Textilindustrie zur sogenannten Animalisierung der Bellwolle herangezogen wer den könne, die aber die gleichen wärmenden Eigenschaften wie die tierische Wollfaser haben soll. In der Industrie soll sich das Fischeiweiß übrigens auch schon als Mittel für Fettungen, Glanzappreturen und Imprägnierungen glänzend bes währt" haben. Wie wird das bei der Fischwollsein? Wenn ein Anzug anfängt sich glänzend" zu bewähren, sind seine besten Beiten schon vorbei. Da man jest in Deutschland darauf bedacht sein muß, mit einem Mittel gleich mehrere Nöte zu bekämpfen, foll das Fischeitveiß auch als Na hrungsmittel eine wichtige Rolle spielen und Eier sparen helfen. Dafür hat man auch schon eine Verrechnung aufgestellt: Jetzt werden jährlich noch etwa 800 Millionen Gier verbaden. Führt man eine 50prozentige Verwendung des hochwertigen und völlig geruch losen Fischeiweißes durch, so werden nicht weniger als 400 Millionen Hühnereier für den Haus haltbedarf frei. Und die Hühnereiereinfuhr, die für 1936/37 mit 88,2 Mill. Mark errechnet wurde, tönnte ganz beträchtlich eingeschränkt werden." Der böhmischen Landesvertretung Yag in der eben stattgefundenen Session zur Aeußerung der Entwurf des neuen Krankenhausgesetzes vor, In der Märzsession der böhmischen Landes welchen das Ministerium für öffentliches Gesundvertretung hatte Dr. Hahn, Reichenberg, den darüber sagte Landesvertreter 2 cren 3- Teplit: Staates selbst, Wir haben auch die Pflicht, für den chen, daß eine Novelle des Gemeinde- und des Der Gesezentwurf stellt einen Teil des groß- unheilbaren Kranken zu sorgen und dafür will Bezirksbediensteten- Gesetzes aus dem Jahre 1920 zügigen Versuches dar, unser Gesundheits- auch dieser Gesezentwurf Borsorge tragen. Wer die den gefeßgebenden Köperschaften vorgelegt werde. wesen zu vereinheitlichen und es auf eine mo- Verhältnisse auf diesem Gebiete tennt, muß es be- Die Landesvertretung hat nun diesen Antrag derne Grundlage zu stellen. Es gibt wohl grüßen, daß der Gesezeniwurf hier für diese be a um Beschluß erhoben. Vorher sprach niemanden, der die Verbesserungsbedürftigkeit unseres dauernswerten Menschen eine Verbesserung vorsieht. Dr. Hahn über die Angelegenheiten der Gegesamten Gesundheitswesens leugnen würde. Es ist wenn der Entwurf Gesez wird, dann ist es nicht meindebediensteten und der Bezirksstraßenwärter. heute mehr denn je notwendig, daß die Gesundheits- mehr ohne weiteres möglich, unheilbare Krante aus Seiner Rede entnehmen wir: fürsorge verbessert wird, denn im Wettkampf der den Krankenanstalten zu entlassen. Das Gesetz wird Dem Motivenbericht zum Antrag muß auch noch Nationen auf dem Gebiete der Wirtschaft und Kul- dann unvermeidlich auch eine Verbesserung unseres hinzugefügt werden, daß auch die Unsicherheit des tur geht es um jeden einzelnen gesunden Menschen. gesamten Sie ch enhauswesen 3 nach sich Disziplinarrechtes eine Novellierung Die moderne Wirtschaft und der moderne Verkehr ziehen müssen. Der Gesezentwurf stellt einen großen des Bedienstetengesetzes notwendig macht. Das Gesetz enthält die Bestimmung, daß ein haben die Gefahrenquellen für den Menschen Reformversuch dar. Es ist daher begreiflich, daß er wesentlich vermehrt und daher ist auch eine fyste- einschneidende Aenderungen auch in den bisherigen definitiver Gemeindebediensteter nur auf Grund eines ordnungsmäßigen Disziplinar matische Abwehr dieser Gefahrenquellen geboten. Rechtssphären hervorruft. Wenn aber darauf Be- verfahrens nach Analogie der Staatsbedien= dacht genommen wird, daß Menschen höher steten entlassen werden kann. Im Jahre 1920 wurde Der Gefeßentwurf und alle sonstigen Bemühungen stehen als Normen, dann wird es möglich dazu eine Durchführungsverordnung erlassen, durch des Ministeriums für öffentliches Gesundheitswesen sein, alle bisherigen Erfahrungen auf dem Gebiete welche Disziplinarkommiffionen erster und zweiter dienen diesem Gedanken. Es soll eine einheitliche der Krankenhausverwaltung bei der endgültigen Instanz geschaffen wurden. Infolge von EntscheidunRegelung unseres ganzen Anstaltswesens erzielt saffung des Gesetzes zu berücksichtigen. Es sollte gen der obersten Gerichte hat dann im Dezember werden. Der Gedanke dieses Gesetzes ist zweifellos aber von allen Faktoren, die in Betracht kommen, 1936 das Innenministerium seinen Erlaß zurüdein Fortschritt über den bisherigen Zustand hinaus alles getan werden, um die Gesetzwerdung des Ent- gezogen und die Kommission zweiter Instanz hat ihre Tätigkeit eingeste II t. Daraus ergibt würfes zum Heil und Segen unserer Kranken und sich zur Genüge, daß diese Angelegenheit dringend und daher anzuerkennen. einer gefeßlichen Regelung bedarf. Es ist klar, daß bei jedem Eingriff in das Kran- des Staates zu fördern. der Straße verunglückten Fußgängern Beiträge gezahlt werden sollen. Vom 1. Jänner an wird die Gesellschaft auch eine eigene Zeitung ,, De Boetganger" herausgeben. Das Organ der Deutschen Volkspartei Rumäniens verboten. Wie hier schon berichtet, hat die Deutsche Boltspartei Rumäniens mit der liberalen Regierungspartei ein Wahlabkommen getroffen, weil die Regierung versprochen hatte, der Prinz Bernhard schwer krank. Es hat sich Deutschen Volkspartei einige Mandate für die gezeigt, daß die Verlegungen des holländischen Rammer zu sichern. Diese Freundschaft scheint Prinzgemahls Bernhard schwererer Art find, als schon in die Brüche gegangen zu sein. Das Innen- ursprünglich gemeldet wurde. Sein Zustand bessert ministerium hat das Organ der Deutschen Volks- sich zwar ständig, er muß jedoch noch immer das partei Rumäniens, die Tageszeitung" in Braso Bett hüten und darf nicht einmal mit seiner Frau ( Stronstadt) auf unbeſtimmte Zeit verboten. Die sprechen. deutschen Hitleristen Rumäniens erhalten schon vor der Wahl ihren Lohn für die Anbiederung an die halbfaschistischen Liberalen. th. Mord im Parlament. Im Parlament der argentinischen Provinz La Plata tötete der Abges ordnete Bezzone den Abgeordneten Chiapara durch fünf Revolverschüsse. Was das Bezirksbediensteten- Gesetz betrifft, find ee hauptsächlich die Dienstverhältnisse der Be= airtsstraßenwärter, die einer Revision bringend bedürftig sind. würde. Auch die Zuteilung von Kleidungsstüden ist nicht einheitlich, sofern sie überhaupt erfolgt, ebenso die Zulage für Werkzeuge und für separate Arbeitsleistungen. Die Bezirksstraßenwärter in manchen Bezirken erhalten weniger als 2000 Kč jährlich, nur wenige Bezirke gibt es, in welchen das Durchschnittseintommmen 9000 Kč übersteigt. Diese unheilvolle Bersplitterung in der Lohnregelung ist auch die Urfache von ungenügenden Bensions- und Versorgungsgehälter und macht es den Straßenwärtern unmög lich, nach Ablauf der gegebenen Frist in Penſion zu gehen, natürlich auf Kosten der Jüngeren und Hilfsangestellten. Die böhmishe Landesvertretung beschloß bereits 1928, alle Bezirke aur Gleichstellung ihrer Straßenwärter mit den staatlichen aufzufordern, dieser Aufforderung hat jedoch nur ein Teil der Bezirke entsprochen. Die Dienst- und Wohnderhältniſſe der Bezirksstraßenwärter wurden zuletzt durch Geum die Wenn wir die Arbeitsleistungen des Straßenwärters vom frühesten Frühjahr bis zum spätesten Herbst beobachten und den traurigen Stand unserer Bezirksstraßen erwägen, müssen wir zur Ansicht kommen, daß diese Straßenwärter für ihre schwere Arbeit ich I echt bezahlt find. Es muß aus erwogen werden, daß der Bezirksstraßenwärter nicht nur Aufseher, sondern auch ausführender Arbeiter ist. Es kommt noch dazu, daß die durch Pensionierung oder Absterben freigewordenen Stel Vegetarianer- Diftatur in Frederidstown. Ten nicht befest werden, weshalb der betreffende Vegetarianer- Diftatur in Frederickstown. Straßenabschnitt gewöhnlich zwischen zwei angrenDurch einen puren Zufall hat die Stadtverwal- zende Abshnitte verteilt und jedem der Straßentung von Frederickstown im Staate Alabama wärter ein Teil der freigewordenen Straße zugege Ein schauerlicher Fund. Dieser Tage ent- eine Mehrheit von überzeugten Vegetarianern ben wird, ohne daß ihm auch an Lohn zugegeben deckte ein Jäger im Walde bei Dijon( Frank- erhalten. Das ist sehr merkwürdig, denn in Alas reich) die Leiche eines Mannes, die mit gefessel bama wird viel Viehzucht getrieben, und die Viehten Händen und Füßen an drei Bäumen mit züchter haben durchaus Interesse daran, daß Hängeschlössern befestigt war. Die Leiche war fast Fleisch abgesetzt wird. Aber die Stadtväter von ganz berwest und teilweise vom Wild verzehrt. Frederickstown sind der Meinung, daß vegetaUnter der Reiche waren vier Leintücher ausgerische Speisen bekömmlicher sind, und sie haben breitet und in der Nähe fand man zwei Fläsch darum eine Sondersteuer auf Fleisch in Höhe von chen und ein Trinkglas. Die Leiche hat sicher ein 100 Prozent beschlossen. Diese Steuer soll für halbes Jahr im Walde gelegen. Ob Selbstmord vegetarische Propaganda in ganz USA verwendet oder politischer Mord, wird von der französischen werden. Die Fleischfresser" von Frederickstown Ersaz, wohin man blidt. Ja, es geht schon Polizei noch untersucht. Ein Beutel mit deut- erklären aber diesen Beschluß für ungefeßlich und toeiter: Deutschland muß schon um den Ersay schem, französischem und schwedischem Geld sowie haben die Entscheidung des Gouverneurs von des Erfaße 8 bemüht sein! In dieser Be- eine Visitkarte einer Gräfin Kerstin- Hamilton Alabama angerufen. ziehung ist in der oben zitierten Notiz das Einge- veranlaßte Nachforschungen in Schweden, die zur ständnis interessant, daß es notwendig ist, den Erkennung des Toten führten. Gräfin Kerstins Holzverbrauch einzuschränken. Hamilton ist die Frau des Direktors der Schwes Bellwolle wird aus Holz erzeugt, aus deutschem dischen Telegraphengesellschaft und hat erklärt, Wald. Und um diesen deutschen Wald scheint es daß es sich um Dr. Heinrich Hellmund Lebenslängliches Irrenhaus für einen Droh- iet im Jahre 1919 geregelt, die der staatlichen durch den Kundigen allmählich bange zu werden. Denn handelt, einen reichsdeutschen Juden, der an der brief an Queen Victoria. Im Alter von 83 Jah- eine Verordnung im Jahre 1928. Seit 1919 haben es wird jetzt schon ein derartiger Waldra u b- Volkshochschule in Hamburg philosophische Vor- ren ist ein gewisser Harry Wyndham Carter sich jedos die Wirtschafts- und Teuerungsverhält bau getrieben, daß nach den ernsthaften Be- lesungen gehalten und tausende begeisterte An- im Irrenhaus des Gefängnisses con Broadmoor nisse wesentlich geändert. Hoffen wir also, daß die Landesvertretung den Weg finden möge, fürchtungen urteilsfähiger Kenner die deutsche hänger gehabt, sieben dicke Bände über das gestorben. Er hat 43 Jahre im Screnhaus ver- Gleichstellung der Bezirks mit den staatlichen Stra Waldwirtschaft für fünftige Zeiten gefährdet Wesen der Welt geschrieben hat, aber von den bracht, ohne im geringsten geistesfrank zu sein, er Benwärtern endlich zur Tat werden zu lassen! wird. Nun schert es die Machthaber des tausend- Nazis aus seinem Lehramt gejagt wurde und betrat es als 40jähriger Mann und konnte nie jährigen Dritten Reiches zwar wenig, was in zuerst in die Schweiz reiste. Sein Schicksal ging wieder in die Freiheit kommen. Der Grund, fünfzig oder hundert Jahren sein wird. Nach uns ihm so zu Herzen, daß er dort in eine Nerven- warum er vor einem Menschenalter eingesperrt die Sintflut. Aber es gibt anscheinend doch noch flinik gebracht werden mußte. Darauf lebte er wurde, war ein Drohbrief, den er an Queen Leute, die sich um die Zukunft einige Sorgen in Paris, übersiedelte bald nach Dänemark und Victoria gerichtet hatte. Wie dies bei solchen Vermachen. Und darum müssen die Fische spinnen weiter nach Stockholm, wo er sehr bald viele brechen in England üblich ist, wurde auch der Freunde gewann. Gräfin Hamilton, die stark Schreiber dieses Briefes als unzurechnungsfähig philosophisch interessiert ist, gehörte zu ihnen und erklärt. Weder der Tod der Queen Victoria noch bezeugt, daß Dr. Hellmund nun wieder unge- der Wechsel von drei Königen hat seinen unvor mein klar dachte. Er trat sehr bescheiden auf, aber stellbaren Leiden inmitten der Irren ein Ende die Hochschulen wurden doch auf ihn aufmerksam machen können. und er fonnte Vorlesungen an den Universitäten Kopfprämien in Griechenland.( ITF) Die Stockholm, Upsala und Lund halten. Mehrmals griechische Diktatur hat für die Ergreifung frühebesuchte er Stopenhagen und schrieb ein neues rer Arbeiterführer Kopfprämien ausgelobt; sie großes Werk ,, Die ewige Weltordnung", das in naher Zukunft in Schweden erscheinen sollte. Das Manusfript ist im Besiz der Gräfin Kerstin Hamilton. Vor einem halben Jahr teilte er seinen Freunden mit, daß er nach Frankreich reisen müsse, um sich zu habilitieren und ernsthaft mit seinen Feinden zu reden". Er fuhr über Deutschland( ba er nicht ausgebürgert war und der Umweg biel teurer gekommen wäre) und von Hamburg schrieb er der Gräfin, daß es ihm gut gehe. Dann fuhr er nach Frankreich und weder seine Hamburger Freunde, noch seine alte Mutter in München oder die Gräfin Kerstin- Hamilton Die Kosten der Weltausstellung. Der Vor- haben je wieder etwas von ihm gehört, doch konnte fizzende des französischen obersten Kontrollaus die Letztere feststellen, daß er in Paris angefomschusses Caillaux meint in seinem Bericht über men war, wo er mit einem Professor der SorVom Schulrundfunk. Der Ausschuß für Schul das finanzielle Ergebnis der Pariser Weltaus- bonne eine Vortragsreihe verabreden wollte. rundfunk beim Ministerium für Schulwesen und stellung, zur Bezahlung aller Rechnungen der Von da fehlt jede Spur bis zu dem traurigen Wolfsaufklärung hielt seine Jahresversammlung ab. Ausstellung würden noch mehr als 500 Millio- Fund, der jetzt aufzuflären versucht wird.( bn.) Aus dem Geschäftsbericht des Inspektors Pátek geht Prag, Sender I: 10.05: Deutsche Presse. 10.15: nen Francs erforderlich sein, wobei die mit emer Reges organisches Leben im Eismeer. In hervor, daß an den Volksschulen von insgesamt Deutsche Sendung: Für die Frau. 10.30: Tonfilmeventuellen Verlängerung der Ausstellung ver- seinem Bericht über die zweihunderttägigen Ar- 2,212.000 Schulen etwa 48 Prozent Rundfunk hö lieder. 12.10: Opereitengesang. 14.00 Deutsche Genbundenen Auslagen noch nicht berücksichtigt beiten der Winterstation auf dem Nordpol sagt ren, regelmäßig jedoch nur 15.2 Prozent. An den dung: Fröhliches Wochenende. 17.55: Deutsche SenMittelschulen hören regelmäßig Rundfunk nur dung: Sportborschau. 18.00: Wenn sich das Jahr zu wären. Der Gesamtaufwand der Ausstellung Papanin, daß an 15 Stellen Tiefenmeſſungen 1.2 Prozent. Betont wurde die positive Zusammen- Ende neigt. 18.45: Deutsche Breffe. 18.55: Deutiche wird mit 1.5 Milliarden Francs angegeben. und an 26 Stellen hydrologische Untersuchungen arbeit mit den Elternvereinigungen, das Unterrichts- ftualitäten. 19.20: Aleine Instrumentalrebue, Außer 76 Millionen, welche die Stadt Paris durchgeführt wurden. Es wurde festgestellt, daß ministerium hat für den Ankauf von Empfängern Brag, Sender II: 14.20: Deutsche Sendung: Jaträgt und 150 Millionen, welche die Ausstellung inmitten des Gismeeres reges organisches Leben 200.000 Kč bereit gestellt. Als eine bemerkenswerte netschef: Musikwissenschaft. 14.55: Deutsche Breise. selbst einbrachte, muß der Staat den Rest von herrscht. Die Expedition stellte die Regeln fest, Taifate wurde hervorgerufen, daß 3. B. der deutsche 18.15: Salonorchester. 1250 Millionen tragen. nach denen sich das Polareis bewegt und stellte Schulrundfunk heuer auch unter der Schuljugend in funtorchefterfongert. 17.40: Deutsche Sendung: InDeutschland und Oesterreich starke nerhuber: Wieder etwas über die Familie, regelmäßige meteorologische Beobachtungen an. Beachtung gefunden hat. Der Mittelschulrundfunk Opernarien, 19.20: Deutſche und liche" iſche Stin,, Gesellschaft der Fußgänger." Im Haag verzeichnet 51 Programmeinbeiten in 16 ordentlis der zufammen bei einer Weihnachtsunterhaltung. wurde eine„ Gesellschaft der Fußgänger" ge- chen und zwei außerordentlichen Programmen. Breßburg: 10.15: Schallplatten. 15.15: Konzert. gründet, welche die Vertretung der Interessen der Von den Bostämtern Spitzberg und Eisenstein 1. Kaschau: 12.05: Opernduette. 22.30: RundfunkMähr.- Ostrau: 18.00: KlavierFußgänger zum Ziele hat, aufklärend wirken will um den Wünschen und Bedürfnissen der Skifahrer orchesterkonzert, und einen Fonds gründen wird, aus welchem auf und Touristen entgegenzukommen, hat sich die Post- fonzert, Jernen. Ein Sterilisierungsprozeß. Donnerstag wurde in Wien ein neuer Sterilisierungsprozeß gegen den bulgarischen Medizinstudenten Erwin Danusi und 16 Mitschuldige durchgeführt, die wegen schwerer Körperverlegung in zwölf Fällen durch die Sterilisierung von Männern vor Gericht gestellt wurden. Danusi erhielt zwei Jahre schweren Kerkers, drei seiner Mitangeklagten zwei bis dreieinhalb Monate, weitere zehn Angeklagte erhielten vier Monate Gefängnis, drei wurden freis gesprochen. Nur Bolitische kommen auf den Richtblock! Wir lesen in der„ Frankfurter Zeitung": Der Führer und Reichskanzler hat den 27jährigen Engelbert Gorgon, der in großer wirtschaftlicher Notlage sein uneheliches Kind kurz nach der Geburt getötet hatte und deshalb vom Schwurgericht in Gleiwitz zum Tode verurteilt worden war, zu einer fünfzehnjährigen Zuchthausstrafe begnadigt Sieben Menschen verbrannt. Bei dem Brand einer Streichholzfabrik in Chicago verbrannten sechs Arbeiterinnen und ein Arbeiter. Zahlreiche andere Arbeiter wurden zum Teil schwer verletzt. Die ganze Fabrik wurde innerhalb weniger Minuten eingeäschert, zahlt für jeden ehemaligen Abgeordneten 75.000 Drachmen, für andere führende Funktionäre 50.000 Drachmen. Für das Ermöglichen der Festnahme eines aus dem Konzentrationslager geflüchteten früheren kommunistischen Abgeordneten wurde, wie die Frankfurter Zeitung" am 31. Ottober meldete, ein zusätzliches Kopfgeld von 30.000 Drachmen festgesetzt. Offiziell wird dieses Kopfgeld nur für Sommunisten" gezahlt. Aber die griechische Diktatur bezeichnet, genau so wie die Terroristen in Berlin und Rom, alle Stämpfer als Kommunisten". So hat sie auch zahlreiche ehemalige leitende Funktionäre der von ihr gleichgeschalteten" freien Gewerkschaften unter dem Borwand, fie feien, kommunisten", verhaftet. verwaltung entschloſſen, in der Winterſaiſon 1937/38 den Telephondienst bei den Bostämtern Spitzberg und Dezember 1937 bis 10. Jänner 1988 einschließlich Eisenstein 1 zu verlängern. In der Zeit vom 20. wird bei diesen Aemtern ununterbrochener Telephondienst von 8 bis 21 Uhr eingeführt. In der Reit vom 27. Jänner 1987 bis 5. Feber 1988 wird der Telephondienst von 8 bis 19 Uhr, nach Bedarf bis 21 Uhr, verlängert werden. Unbeständig. Die Druckstörung, welche wäh rend der Nacht auf Donnerstag sehr ergiebige Niederschläge im mittleren Teil der Republik gebracht hatte, zieht nunmehr nach Polen ab. Der Zufluß warmer Luft aus dem Südwesten gegen das Binnenland wird nunmehr nachlassen, trotzdem dürfte es auch in den nächsten Tagen im Karpathengebiet der Republik wärmer als im Westen bleiben. Donnerstag nachmittags berzeichnete Prag plus 1 Grad, Užhorod jedoch plus 10 Grad. Stellenweiſe fällt Regen, in den böhmischen Ländern verschiedentlich Freitag: Noch vorübergehend bewölkt, jedoch Abnahme der Niederschlagsneigung. Im Karpathengebiet leichter Temperaturrüdgang, im Westen Temberatur ohne wesentliche Aenderung. Wetter aussichten für Samstag: Unbeständig, verfchiedentlich Niederschläge, weitere Verringerung des Temperaturgegensatzes zwischen West und Ost. Schnee. Wahrscheinliches Wetter Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen: Samstag Brünn: 12.35: Rund Nr. 296 Freitag, 17. Dezember 1937 Seite S Der Außenhandel Im November Ausfuhrrückgang gegenüber dem Oktober Ausfuhrsteigerung seit Jahresbeginn 3664 Millionen Die Außenhandelsziffern für den vergangenen Monat zeigen, verglichen mit den Oktoberziffern, eine beträchtliche Steigerung der Einfuhr und einen Rückgang der Ausfuhr. Die augenscheinlichste Folge davon ist, daß der Export zwar noch um mehr als 182 Millionen den vorjährigen Novemberexport übersteigt, daß aber der Prozentsatz dieser Steigerung gegenüber dem in Reiner Warenverkehr Einfuhr Ausfuhr__ Aktivum(+) bzw. Passivum(—) 1987 985,425.000 1.046,632.000 + 61,207.000 Im Vergleich zum heurigen Oktober ist die Einfuhr von 959 Millionen auf 985 Millionen gestiegen, die Ausfuhr von 1125 Millionen auf 1047 Millionen zurückgegangen. Innerhalb der Einfuhr ist jedoch eine Verschiebung eingetreten, die günstige Prognosen für die weitere Entwicklung stellt: Es ist nämlich der Import von Fertigwaren kleiner als im Oktober, hingegen ist der Import von Rohstoffen um mehr als 120 Millionen größer geworden. Das bedeutet, daß sich die Industrie mit Rohstoffen eindeckt, um dem Bestellungseingang entsprechen zu können. Bei der Ausfuhr ist als wichtiger Umstand festzustellen, daß die Ausfuhr von Fertigwaren den heurigen elf Monaten erreichten zurückblekbt. Der November 1937 übertrifft den vorjährigen um 21 Prozent, die Monate Jänner bis November zusammengenommen übertreffen aber di« gleiche Periode des Vorjahres um 52 Prozent, also mehr als die Hälfte. Die Gesamtziffern für den November lauten: 1986 869,868.000+ 115,557.000 868,656.000.+ 182,976.000 — 6,212.000 im Vergleich zum Oktober von 828 auf 782 Millionen zurückgegangen ist. Im Vergleich zum Vorjahr ist eine Steigerung von 587 Millionen um 145 Millionen zu verzeichnen, also um ein Viertel. So wie bei der Gesamtausfuhr ist auch bei der Ausfuhr von Fertigwaren festzustellen, daß sie im November hinter dem Durchschnitt der ersten elf Monate des Jahre- zurückbleibt. In der Periode Jänner bis November beträgt die Steigerung gegenüber 1936 fast die Hälfte, nämlich 49 Prozent. Für diese elf Monate ergeben sich nachstehende Gesamtziffern: Reiner Warenverkehr Einfuhr Ausfuhr Aktivum 1937 8.893,162.000 10.771,490.000 878,328.000 Die im ganzen betrachtet doch günstige Entwicklung unseres Außenhandels spricht aus den Ziffern, die besagen, daß heuer die Einfuhr um drei Milliarden größer ist als im Vorjahr, die Ausfuhr sogar um mehr als dreieirchalb Milliarden. Die Ausfuhr von Fertigwaren, der für unsere Industrien wichtigste Posten der Statistik, ist in den elf Monaten auf 7766 Millionen ge- 1936 6.887,446.000 4- 3.005,716.000 7.106,529.000+ 3.664,969.000 219,083.000 stiegen; er betrug im Vorjahr 5212 Millionen, ist also heuer um mehr als zweieinhalb Milliarden größer geworden. Da die Ausfuhr schneller gestiegen ist als die Einfuhr, ist auch das heurige Aktivum in elf Monaten bedeutend größer. Bon den vorjährigen 219 Millionen ist eS auf 878 gestiegen. Wirtschaftsplan der ZSVü für das Jahr 1938 Die Versichertenanzahl heuer um 200.000 grOBerl Unter dem Vorsitz des Abgeordneten H a m p l fand Donnerstag die Plenarsitzung des Ausschusses der Zentralsozialversicherungsanstalt statt. Den wichtigsten Verhandlungspunkt bildete der Wirffchaftsplan für die Vermögenslage der Zentralsozialversicherungsanstalt im Jahre 1938. Der Wirtschaftsplan schätzt die Einnahmen an Versicherungsbeiträgen äußerst vorsichtig auf 520 Millionen, die Einnahmen aus Zinsen auf 305 Millionen, die Amortisierungseinnahmen auf 180 Millionen. Außerdem rechnet man mit Einnahmen aus den Zahlungen der Zentralbruder- lade mit 35 Millionen, welche aus der Sicherstellung der Bruderladenversicherung bei der Altersversicherung resultieren. Auf der Ausgabenseite wird mit BersicherungSleisttmgen in der Höhe von 850 Millionen, abgesehen vom Staatsbeitrag, gerechnet. Für das künftige Jahr verbleiben 575 Millionen als Kapital, mit welchem disponiert werden kann. Im Wirtschaftsplan bleiben dem staatlichen Kreditbedarf 180 Millionen, den staatlichen Fonds 124 Millionen, demnach insgesamt dem staatlichen Bedarf 254 Millionen Vorbehalten. Für den Ankauf nichtstaallicher Papiere mit Mündelsicherheit werden 60 Millionen, für die Pflichteinlag« bei der ReeSkompte- und Lombardanstalt 60 Millionen, für Hypothekardarlehen nach dem BauförderungSgesetz, insbesondere für den Bau der Familienhäuser, 30 Millionen, für Hypothekardarlehen an landwirtschaftliche Güter, und Zinshäuser 30 Millionen, WSWWmWWamWWWVmW^WWWWWWWWMW bei den Kinderfreunden und den Roten Falken kannst Tu Samstag, den 18. Dezember, um 4 Nhr nachmittags zwei Stunden Frohs'nn erleben. E« gibt kein einstndiertrs Programm mit zitternde» Kinder-„Künstlrrn". Wir schöpfen ohne lange Vorbereitung au» dem Bern der JngendfrSh- lichkeft. Dir Kinder unserer Genoffen und Gesinnungsfreunde verden bet der Veranstaltung selber mittnn können. Die Erwachsenen erlebe» rin Stück eigener Kindheit wieder. Die Jugendgenoffen und-Genossinnen bringen durch die Teilnahme ihre Deroundenheit mit uns zu« Ausdruck. Kommet alle SamStag, den 18. Dezember, tn den grohen Saal deS Deutschen Handwerkerorrein», Smeökyl— Ein- tritt frei! für Meliorationsdarlehen 8 Millionen, für Kommunaldarlehen 60 Millionen, für Hypothekardarlehen an industriellen und gewerblichen Zwecken dienend« Objekte 45 Millionen in Rechnung gestellt, abgesehen von dem Betrag für die Finanzierung der Exportkredite mir staatlich« Garantie. Direktor Dr. K l u m p a r gab nähere Erläuterungen zu dem beantragten Wirffchaftsplan. Er verwies insbesondere auf die erhöhten Einnahmen der ZentralsozialversicherungsanstaU an Beiträgen, die sich für die ersten elf Monate des I Jahres 1936 auf Kt 883,042.028.28, gegenüber Kd 446,608.717.39 im Jahre 1937 belie- fen. Der Versichertenstand im Jänner 1937 war gegenüber Jänner 1936 um 150.996 höher, im Oktober 1937 überstieg er um 203.888 den Stand des Jahres 1986. Der durchschnittliche jährliche Bersichertenstand wird im Jahre 1987 um beinah« 200.000 Versicherte höher al- im Jahre 1936 fein. Im laufenden Jahre hat auch das Lohnniveau der Arbeiter eine Besserung erfahren. Im Oktober 1937 waren in die niedrigsten drei Klassen 44.59 Prozent eingereiht, im Jahre 1936 49.84 Prozent; in den höchsten drei Klassen waren im Jahre 1987 19.22 Prozent, im Jahre 1936 jedoch nur 16.13 Prozent eingereiht. Die Zentralsozialversicherungsanstalt ist sich dessen voll bewußt, daß die staatliche Finanzverwaltung im künftigen Jahre große Kredit- ansprüche, insbesondere im Hinblick auf die notwendigen Interessen der Staatsverteidigung stellen wird. Sie hält es für die Pflicht der öffentlichrechtlichen Anstalten, in erster Linie diesen Bedarf zu berücksichtigen und deshalb wurde beschlossen, die Quoten für die einzelnen Arten der Darlehen gegenüber den Vorjahren nicht zu erhöhen, wiewohl die Einnahmen der Anstalt höher sind, und auf rigorose Weise auch alle übrigen Kreditmffprüche einer Ueberprüfung zu unterziehen. Falls der Beschäftigungsgrad eine Stabilisierung erfahren sollte, kann damit gerechnet werden, daß der staatlichen Finanzver- waltung außer des bereits erwähnten Kredits von 130 Millionen auch noch weitere Beträge werden zur Verfügung gestellt werden können, so daß sich im nächsten Jahre der von der Zentral- sözialversicherungSanstalt dem Staat als Darlehen zur Disposition gestellte Gesamtbetrag, abgesehen von den Darlehen an die staatlichen Fonds, 200 Millionen nähern wird. _ Der Wirtschaftsplan wurde hierauf in unveränderter Fassung genehmigt. Ferner wurden genehmigt: Rach dem von Direktor B y d r a erstatteten Referat die Aende- rung der Dienst- und Disziplinarordnung für die Angestellten der Krankenversicherungsanstalten und nach einem Bericht deS Direktors Dr. Stern die Aenderung der Geschäftsordnung der Zentralsozialversicherungsanstalt. Agger Geltung Kundgebung der Bankbeamten Für Donnerstag nachmittags hatten di« Organisationen der Prager Bankbeamten, der Verband der Bank- und Sparkafsenbeamten, daS Sdrujseni und der Skontiftenverband. eine Versammlung in den Saal der Produktenbörse einberufen, die einen Massenbesuch aufwieS. Die von den Sekretären Na- vratil und Wimmer(tschechisch) und Meller(deutsche gehaltenen Referate, die schärfste Kritik an dem Verhalten der Prager Großbanken gegenüber den berechtigten Forderungen ihrer Angestellten übten, ton^-n lebhaften Beirall bei den versammelten. Die Redner wiesen daraufhin, daß die Leitungen der Prager Großbanken, als sie 1983 die Bezüge ihrer Beamten rigoros abbauten, das versprechen gegeben haben, die erste Gelegenheit zur Wiedergutmachung zu benützen. Obgleich sich aber das BankgesckLft schon seit 1935 wieder günstig entwik- kelt hat und in den letzten beiden Jahren im Zeichen der Konjunktur stand, haben es die Leitungen der Bebca. Union- und Länderdank bis heute abgelehnt, über di« im Okwber vorgelegten Forderungen der Beamten zu verhandeln. Die Bankbeamten verlangen die zehnprozentiae Erhöhung der Bezüge der Schema-Beamten, rückwirkend ab 1. Juli 1937. Die Bankleitungen haben, ebe noch Verhandlungen begonnen haben,'di« Rückwirkung abgelehnt. Die Bankbeamtm fordern weiter die Regelung der Ein- Bezirksorganlsation Prag der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Freitag, den 17. Dezember, findet um 8 Uhr abends im Kleinen Saal des Handwerkervereines, DmeLky, ein« Partriversammlung statt mit dem Thema „Das demokratische Prinzip in der Geschichte des tschechischen Volkes". Referent: Dr. Emil Strauß. kommenSverhältnisse der jüngeren Angestellten und die Regelung der Pensionen und Kinderzulagen. Die Redner wiesen besonders auf di« elenden Verhältnisse der in der Zeit der Rationalisierung, als.Hilfskräfte"' bei der Union-Bank eingestellten Kollegen hin. die heute nach zehn Dienstjahren 750 Kc Monatsgehalt beziehen. Sie Lebenshaltung der Bankbeamten droht sich durch die neuen Steuern weiter zu verschlechtern, während die Banken an den Gehaltskürzungen eingestandenermaßen 90 Millionen tKö verdient haben, die leftenden Funktionäre sich auch in den Krisenjahren Gehälter von Hunderttausenden auszahlen ließen und sich entsprechende Pensionen sicherten. In letzter Zeit ernennen die Großbanken neue leitende Funktionäre, weigern sich /stier, abgebaute Beamte der sanierten Geldinstitute einzustel- l-n, D!-Feschellym. daß die Banken, hie Forderun- gen ihrer Angestellten mühelos erfüllen könnten, wenn die Direktoren sich mit Miniftergehältern begnügten, fand einmütige Zustimmung bei den versammelten. Wechsel Im Theaterverein Neuer Obmann: Dr. Hans Binghoffer Donnerstag hielt der Ausschuß des Deutschen Theatervereins eine Sitzung ab, die über den Rücktritt des langjährigen verdienswollen Obmannes des Theatervereins, Herrn Tr. Karl Wolf« Zdekauer, zu beschließen hatte. Der Rücktritt des bisherigen Vorsitzenden erfolgte aus Gesundheitsrücksichten. Dr. Hans Ringhoffer wurde einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt; er nahm die Wahl an. Dem scheidenden Vorsitzenden wurde für seine vorbildliche Arbeit der Dank ausgesprochen. Sine außerordentliche Generalversammlung des Theatervereins, die im Jänner statffinden wird, wird ihn zum Ehrenpräsidenten des Theatervereins wählen. Tie Sitzung sprach des weiteren Herrn Rat D l a u h y den Dank für seine Arbeit als Kassier aus, die er durch nahezu 50 Jahre leistete. Die Herren Dr. Friedrich Beck, Dr. Ferdinand Groß, Ministerialrat Dr. Eugen L i r s ch und Dr. Karl Schreitter-Schwarzenfeld wurden in den Ausschuß kooptiert, Herr Dr. Beck wurde mit der Führung der Kaffageschäftc betraut. Herrn Richard Rosenheim wurde der besondere Dank für die Abfassung der Theatergeschichte ausgesprochen, ebenso wurde Moritz Deutsch herzlichst gedankt, der der Initiator dieses Werkes ist. Elnhelts-Taxl: Kk 2 50 Die Preiskommission des böhmischen Landesamtes hat den Vorschlag der Subkommissjon auf Einführung eines einheitlichen Preistarife» für alle Autodroschken angenommen. Der Einheitstarif wird 2.50 KL pro Kilometer betragen und soll ab 1. Jänner kommenden JahreS in Kraft treten. Nmst unA Mssen Der Weihnachtsspielplan des Deutschen Theaters SamStag. den 25. Dezember, nachmittags. „Frauen i n R e w N o r k". KL 2.20 bis 20.—— SamStag abends Erstaufführung „Andri Chönier". Oper von Giordano(A2), — Sonntag, den 26. Dezember, nachmittags, Gastspiel Gisela Werbezirk„S ch o t t e n r i n g“ Kc 2.50 bis 20.—. Sonntag abends, neuinszeniert, „Wiener Blut", Operette von Johann Strauß WELLINGTONwärmen wie ein Ofen Knöchel- Meltonschuhe mit Krimmerkragen. 19.,, Sozialdemokrat" Freitag, 17. Dezember 1937. Mr. 296 PRAKTISCHE GESCHENKE Auch für die anspruchsvollsten Damen haben wir eine reiche Auswahl von Schuhen Rata 15: 1 Kollektion 9 Gummisoldaten Kε9-> 27-30 KZ 25.31-34 Kč 2912.In roter und blauer Farbe. Praktische Meltonschuheeinfacher Verschluss. TRAUTES HEIM... in warmen, weichen und bequemen Hausschuhen. 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