Erscheint mit Ausnahme des Montag tSglich früh/ Einzelpreis 70 Heller Redaktion und Derwaltung: Prag XL, Fochova 62- Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag pur dem Inhalt: Delbos’ Schlußwort Partei-Gründung der SdP-Opposition Die SdP und die Frauen Französische Stimme zur sudetendeutschen Frage Sonntag, 19. Dezember 1937 Nr. 298 17. Jahrgang Abwarten gegenüber Deutschland die einzis richtige Politik Die Auffassung In Pariser Linkskreisen Drei britische Schlachtschiffe nach China? London, tEigenbericht.) Das britische Kabinett hat beschlossen, drei britische Schlacht, schiffe bercitzustelle«, die nötigenfalls nach China abgehen sollen. Damit soll die Jntereffengemein. schäft zwischen England«nd Amerika hervorgeho. ben werden. Man hofft, daß diese Zusammenarbeit stärkste Wirkung auf Tokio ausüben wird. Der britische Admiralstab hat erklärt, daß die Abkommandierung dieser drei Schlachtschiffe keinerlei Folgen für die strategische Situation in Europa habe» würde. Der„Star" berichtet von einer wtchtigen Sitzung deS Unterausschusses des britischen Ber- teidigungsrates, in welcher alle Pläne hinsichtlich der Bereitschaft im Fernen Osten, vor allem hinsichtlich der Verteidigung Hongkongs, beraten«nd festgelegt und die Verstärkung der Flotte im Fernen Osten beschlossen worden sei. Tlmes-Korrespondent als Augenzeuge Der Ueberfall gefilmt? London. Die britische Samstag-Morgenpresse veröffentlicht lange und ausführliche Berichte von zahlreichen Augenzeugen über die Versenkung der .Panay". Besonders die Schilderungen des an Bord deS Schiffes gewesenen Korrespondenten der .T i-m es" in' Nanking, M a c d o n a l d, sind wohl die dramatischesten.' Sie vermitteln ein erschreckendes Bild japanischer Kriegsführung. Der genannte Berichterstatter schildert auch eingehend die Schreckensszenen bei der Besetzung Nankings durch die japanischen Truppenabteilun» gen und berichtet über zahllos eExekutio- n e n usw. Ein auf der„Panay" befindlicher englischer Kameramann hat, wie mitgeteilt wird, die ganze Bombardierung im Bilde Fstgehalten, welcher Film möglicherweise als Beweis bei den Verhandlungen mit Japan eine Rolle spielen dürfte. DaS amerikanische Admiralsschiff„A« gu- ft a" wird Sonntag nach Manila in Dee gehen. DaS zur Untersuchung des Panay-Zwischenfalles eingesetzte Gericht hat bereits die Einvernahme der Zivilzeugrn beendet. Die Einvernahme der Zeugen aus den Reihen der Marinrangehörigen der Vereinigten Staaten wird unterwegs nach Manila durchgeführt werden. Japan bestreitet Verwendung von Maschinengewehren Schanghai.(Reuter.) Die japanischen Militärbehörden haben eine neue Untersuchung des„Panah"-Zwischenfalles, und zwar infolge der wiederholten Behauptungen angeordnet, daß das Kanonenboot vor seiner Versenkung von japanischen Schiffen unter Maschinengewehrfeuer genommen worden sein soll, was die japanischen Kreise bisher chestreiten. Nongleons bedroht? Hongkong.(Reuter.) Dreißig japanische Kriegsschiffe aller Kategorien versammelten sich unweit von Amoy bei Kimoi. Informationen aus Amoy' zufolge ist die Lage hier sehr gespannt. Meldungen aus dmtlichen Kreisen zufolge werden entlang'der Grenze von Hongkong in einer Länge von 32 Kilometern Befestigungsarbeiten durchgeführt» welche einem etwaigen Einfall den Truppen den ersten Widerstand entgegensetzen sollen. Drei javanische Torpedobootzerstörer beschossen am 16. Dezember die Stadt Bntun bei Amoy, woraus geschlossen wird, daß es sich um einen Landung.s versuch gehandelt Hal. Sie wurden jedoch durch daS Feuer der chinesischen Küstenbatterien vertrieben. Lieber Einstellung als japanische Zensur DaS in Schanghai erscheinende einflußreiche chinesische Blatt„S i n w a n p a o", dessen Direktion die japanische Zensur angenommen hat, hat SamStag früh sein Erscheinen eingestellt, da die Redakteure und Angestellten in den Streik getreten sind. Die Streikenden besetzten die Räumlichkeiten des Gebäudes und fordern, daß daS Blatt eher sein Erscheinen in Schanghai einstellen solle, als sich der Zensur durch die Japaner zu unterwerfen. Paris.(E.-B.) Hier wird hrrvorgehobe«, daß die Prager Gespräche eine vollständig« Ueber- rinstimmung in den außenpolittsche« Fragen zwischen Frankreich und der Tschechoslowakei gezeigt hätten, was für die anderen Staaten, die Delbos auf seiner'Reise besuchte, nicht im gleichen Maße zutreffe. Da in Paris der Eindruck besteht, daß die Prager Gespräche von Einfluß auf die weiteren Verhandlungen mit R om und Berlin sein können, versucht man sich klarzumachen, welches die Grenzen einer deutsch-tschechoslowakischen Verständigung sein können. In Kreisen, die dem General st ab nahestehen, wird ebenso wie in Linkskreisen dabei«in gewisser Zweifel an der Taktik von Delbos sichtbar. Man hält die Vereinbarung vom 18. Feber für die gegebene BasiS a l l e r innenpolitischen Zugeständnisse, die Prag den britischen Wünschen, deren Bote Delbos war, machen könnte. So macht Pertinax darauf aufmerksam, daß in allen Wesentlich erscheinen namentlich die Ausführungen des Ministerpräsidenten H o d j a, der von der Sendung der tschechoslowakischen Staates in Mitteleuropa sprach, innerhalb dessen sich Deutsche und Slawen berührten, so also einerseits die Möglichkeit für Konflikte gegeben sei, andererseits aber auch di« Möglichkeit bestünde, da- freundschaftliche Zusammenleben der Ausländer dieser beiden große« Stämme Mitteleuropas vorzubrreiten«nd sicherzn- stellen. Die Hauptaufgabe der Tschechoslowakischen Republik sei die Vorbereitung und Organisierung des Friedens zwischen den Rassen und Völkern Mitteleuropas. London.(Eigenbericht.) Zn der neuen amerikanischen Rote an Japan wird bekannt, daß sie auf Grund der letzten Meldungen über den „P a n a y"-Zwischenfall erfolgte. Der amerikanische Kongreß hat es taktisch für richtig gehalten, angesichts der starken Erregung in den Vereinigten Staaten die Führung der Außenpolitik völlig in die Hand Roosevelts zu legen. Daß Roosevelt persönlich zu scharfen Maßnahmen, wie sie auch in Marinekreisen gewünscht werden, bereit ist, unterliegt keinem Zweifel, Die in Washington ziemlich offen geführte Debatte über die Möglichkeiten einer Flottendemonstration gegen Japan zeugt dafür. Alle Wahrscheinlichkeit läßt aber annehmen, Fragen, die mtt der Landesverteidigung zusammenhängen, die Tschechoslowakei «.nm ö glich Konzessionen machen könne. Die Gegensätze innerhalb des Landes könnten aber gemildert werden, wenn die Kolonisattonswünsche Deutschlands im slawischen Land anfgegrbrn würden. Solange aber der deutsche„Drang n ach dem Oste n" andauert, würde die Tschechoslowakei sich selbst zum Verlust einer neuen Schlacht auf dem Weißen Berg verurteilen, wenn sie darauf einginge, weniger einheitlich«nd weniger geschlossen zu sein. Auf der Linken wird weiter hervorgehoben, daß es angesichts der Zugeständnisse, die Dr. Benes für die Läge der Deutschen in L-w Tschechoslowakei zu machen bereit sei» Deutschland auch seinerseits Zugeständnisse machen müßte. Darüber sei aber trotz den seit zwei Monaten versuchten Unterhandlungen k e i n F o risch r i t tzu erzielen gewesen. Solange in Berlin kein Zeichen deS Willens ehrlicher Zusammenarbeit sichtbar werde, sei A t w a r t e n die richtige Politik. ’t-et Grlmbsatz ber lUlelchberechkkgung sein muß, beweist di« Erfahrung anderer Nation«- liiätenstaaten. Niemaird wird heute behäup- ten können, daß dieses Ziel in der Tschechoslowakei auch nur annähernd erreicht sei. Im Gegenteil. Ueberall in der Well besteht heute der Wunsch, daß die Spannungen, wie sie von Prag aus- g ehe n(!) endlich behoben werden möchten. Opfer vom Standpunkt wahrer Demokratie und rechtverstandener Friedensgesinnung kommen hiebei um so weniger in Frage, als es sich geradezu um den Beweis solcher Gesinnung handelt.„Opfer" hat höchstens jener tschechische Chauvinismus zu bringest, der den Weltkrieg in seinen Folgen verewigen möchte und der heute mit anderen Mitteln, mit der Uebermacht eines Regierungsapparates, seine feindseligen Ziele gegen das Deutschtum durchzusetzen wünscht. Wohl selten'ist ein Augenblick psychologisch so günstig für einen Entschluß gewesen, im wohlverstandenen Interesse des tschechischen Voller selbst dem Frieden und der Gerechtigkeit den pflichtgemäßen Beitrag zu daß Roosevelt von einem solchen Projekt Abstand nehmen wird, da eine Flottendemonstration nach amerikanischer Auffassung nur dann in Japan Eindruck machen würde» wenn man zu«och schärferen Maßnahmen im Notfall bereit wäre. Dazu ist aber die amerikanische Oeffentlichkeit noch nicht genügend erzogen. ES kann aber bei Andauern oder bei Wiederholung solcher Zwischenfälle in Bälde dazu kommen, daß die amerikanische Oeffentlichkeit auch st ä r k st e Maßnahmen gegen Japan akzeptieren würde. Washington sucht die Gelegenheit auSzunützen, um alle ökonomischen Recht« der fremden Mächte in China zu sichern. Mit London besteht ein ständiger Kontakt. Das Ergebnis Der Sinn meiner Reis« war, der europäischen Entspannung und Verständigung zu dienen, die Treue zu den eingegangcnen Verpflichtungen und die innige Verbundenheit mit den Freunden Frankreichs zu manifestieren. Mit diesen Worten, die der französische Außenminister Samstag vormittags, unmittelbar vor seiner Abreise nach Paris, in Prag zu den Journalisten sprach, hat Delbos selbst das Ergebnis seiner Reise nach Warschau, Bukarest, Belgrad und Prag gekennzeichnet. Frankreich wird seinen Verbündeten die Treue halten, das gilt besonders der Tschechoslowakei gegenüber, die seit dem Abschluß des Bündnisses mit Frankreich, seit mehr als 13 Jahren, durch ihre Politik niemals den geringsten Zweifel an ihrer Vertragstreue hat aufkommen lassen. Diejenigen, welche die Lockerung des Verhältnisses zwischen den beiden Staaten angestrebt haben, werden gut daran tun, alle diesbezüglichen Hoffnungen schwinden zu lassen. Das Resultat der. Aussprachen des französischen Außenministers mit Benes, Hodza und Krofta ist die> völlige Harmonie in der Auffassung der europäischen Lage und der sich daraus ergebenden Aufgaben Frankreichs und der Tschechoslowakei. Was die Demokraten an diesem Bündnis besonders befriedigt,, ist die Tatsache, daß dieser Bund dem Frieden dient.'Im französischen Volke ist- daS Bedürfnis, nach Frieden ein tiefes, es ist eng verbunden mit den politischen Idealen der Brüderlichkeit und Menschlichkeit, die hinter der gegenwärtigen französischen Regierung stehen. Dem Zweck der„Entspannung und Verständigung" hat nach seinen eigenen Worten auch Delbos' Reise gedient, die„allgemein« Zusammenarbeit" ist die Methode der beiden Sraaten, wie es in dem amtlichen Kommunique heißt. Die französische Außenpolitik hält ebenso wie die unsere daran fest, daß der allgemeine Friede nur durch allgemeine Abmachungen erhalten werden kann und da*» zweiseitige Verträge keine Sicherheit gegen einen allgemeinen Weltbrand bieten, wobei für begrenzte Probleme zweiseitige Verträge schon einen Nutzen haben können. Aber der Zusammenhang des kleinsten zwischen zwei Staaten stritti- gen Problems mit den großen die Völker bewegenden Fragen ist ein so enger, daß nur das Zusammenwirken aller den haufenweise in Europa liegenden Zündstoff unschädlich machen kann. Delbos hat sich in Prag überzeugst, daß die Linie der tschechoslowakischen Außenpolitik gerade und ungebrochen ist, daß man in Prag trotz der zenttalen Lage deS Staates nicht nervös ist. Wir sind friedliebend, aber vorbereitet. Der französische Außenminister ist auch mit der Ueberzeugung abgereist, daß die Tschechoslowakei auf ein gutes Verhältnis mit allen ihren Nachbarn mit Zähigkeit und Geduld unermüdlich hinarbeitet. DaS gilt gegenüber unseren Schicksalsgefährten im Donauraum genau so wie unserem größten Nachbar gegenüber. Die Größe der beiden Staaten, um die es sich hier handelt, schließt jede Agressivität der Tschechoslowakei von vornherein aus. Allerdings ist jede Einmischung des Dritten Reiches in die inneren Verhältnisse der Tschechoslowakischen Republik unmöglich. Wir sind ein souveräner Staat mit einer demoiratischen Verfassung, ein Land, das sein Eigenleben führt und das, wie der Besuch Delbos' wieder gezeigt hat, Freunde in der Welt besitzt. Deutschland ist iy Zentraleuropa nicht allein, eS ist ein Partner neben anderen und die demokratischen Deutschen dieses Landes werden sich am allerwenigsten Weisungen, die aus Berlin kommen, fügen. Möge Herr Henlein ängstlich die Wetterfahne auf seinem Haus betrachten, die ihm anzeigt, wie der Wind aus Deutschland weht. Weder wird die Sympathie Berlins Herrn Henlein in die Regierung bringen, noch wird die SdP in die Lage kommen, Deutschlands Einfluß auf die Tschechoslowakei zu stärken. Erfreulich ist, daß während der Anwesenheit des französischen Ministers in Prag auch über die Handelsbeziehungen der beiden Länder gesprochen wurde. Wir hoffen, daß die tschechoslowakischen Wünsch: Herrn Delbos deutlich gesagt wurden. Daran ist die sudetendeutsche Industrie, daran sind die deutschen Arbeiter dieses Londe» lebhaft interessiert. Unser Handelsverkehr mit Frankreich ist seit Jahren passiv, die Steigerung unserer Ausfuhr von Glas, Porzellan, Textilien. Papier, Leder usw. ist für uns ein Lebensbedürfnis- Bei den Berlin sucht sich einzuschalten Un.er neuen Ausfallen gegen Prag Berkin.’ Die„Deutsche diplomatische Korrespondenz", die dem Reichsaußenministerium untersteht, veröffentlicht eine längere Betrachtung über den Deldos-Besuch in Prag, worin eS u. a. heißt: Man wird in Paris und in Prag sicher sem 'können, daß ein derartiges Programm, aufrichtig durchgeführt, nirgend» auf Widerspruch stoben wird.... Daß Voraussetzung für den fried-[ leisten. Pazific-Flotte zum Auslaufen bereit Kommandierender Admiral bei Roosevelt* Washington.(HavaS.) Admiral L e a h y, der Kommandant der amerikanischen Seestreitkräfte, hatte Samstag eine Unterredung mit Präsident Roosevelt über den„Panay"- Zwischenfall. Di« amerikanischen Marinekreise hegen volle» Vertrauen zur amerikanischen Flotte «nd meinen, daß im Falle der Notwendigkeit einige Stunden genügen, damit die Einheiten der Pazific-Flotte in China eintreffen,« m jeder Eventualität zu begegnen. Eine solche Demonst ration hätte individuellen Charakter, denn die öffentliche Meinung Amerikas ist in ihrer Mehrheit gegen«ine gemeinsame Demonstration mit England, insbesondere in dem Falle, wen« der Anstoß dazu auS England käme. Es soll jeder Schein vermiede« werden, alS ob die Bereinigte« Staaten nur eine Figur auf dem britischen Schachbrett wären. Nach dem Besuche des Admirals Leahy beim Präsidenten Roosevelt wird nach einer Reuter- Meldung erklärt, daß die Lage ziemlich gespannt sei. Admiral Leahy fügte hinzu, Amerika habe im Pazifik soviel Schiffe, alS es dort vorläufig-rauche. Doch keine Flottendemonstration? «elfe 2 Sonntan, 19. Dezember 1937 Nr. 298 kommenden wirtschaftlichen Verhandlungen muß unbedingt getrachtet. werden, größere Ausfuhrkontingente für unsere Waren zu erzielen— dann wird das wirtschaftliche Ergebnis der Prager Lage des französischen Außenministers dem politischen gleichwertig sein. Herr Delbos hat seine Ausführungen vor den Prager Zeitungsleuten mit den schönen Worten geschlossen, daß beide Länder ,„dem Gedanken der Freiheit, der Brüderlichkeit, des Aufstiegs und des sozialen Fortschritteszu dienen bestrebt sind." Er hat zwar gemeint, daß man deshalb keinen Block der Ideologien aufrichten müsse— das hat er als Außenminister eines Landes gesagt, dessen Außenpolitik Europa nickt Deltas abgereist Prag. Der französische Außenminister Avon D e l b o s ist Samstag mittags nach dreitägige« Aufenthalt von Prag nach Paris abge» reist. Ebenso wie sein Eintreffen gestaltete sich auch die Abreise zu einer herzlichen Manifestation der tschechoslowakisch-französischen Freundschaft. Bei der Fahrt-um Bahnhof wurde Delbos, der sich in Begleitung Kroftas befand, von der Bevölkerung herzlichst begrüßt. Auf dem Bahnhof verabschiedeten sich von ihm namens der Regierung die Minister Dr. Franke und Dr. K a k- f u s. Bei einem kurzen Aufenthalt in Pilsen begrüßte Bürgermeister Pik den Gast. I» Eger stieg der Minister in einen Schlafwagen um, der an den normalen Pariser Schnellzug angchängt wurde. Gesandter Dr. Osusky begleitete den Minister nach Paris. Abschledstelegramme Delbos richtete beim Verlassen der Tschechoslowakei an den Präsidenten Dr. Benes ein Telegramm, in dem es heißt: »Ich bin glücklich, daß mein Besuch in Ihrem Lande Gelegenheit geboten hat, daß sich die französisch-tschechoslowakische Freundschaft aufs neue in ihrer ganzen Spontaneität und Herzlichkeit manifestierte. Ich werde der französischen Ration darüber getreulich berichten." An Minister K r o f t a telegraphierte DelboS: Bon, meinem allzukurzen Aufenthalte bei Ihnen nehme ich daS tiefe Bewußtsein mit, daß unsere Staaten in ihren Interessen eng solidarisch und in ihren Gefühlen brüderlich verbunden bleiben." Dienstag Bericht an den Ministerrat Paris. Dienstag tritt unter dem Vorsitze deS Präsidenten der Republik«in Ministerrat zusammen, bei welchem Außenminister D el b os einen ausführlichen Bericht über seine Reise erstatten wird. Ein außenpolitischer Sieg der SdP? Prag. Das Tschechoslowakische Pressebüro meldet: Bei der am 18. Dezember vom Minister für äußere Angelegenheiten Dr. Krofta veranstalteten Rezeption wurden neben anderen Par- lamentsvertretern über yren eigenen Wunsch dem französischen Außenminister auch die Vertreter der Äidrtedeutschen Partei Abg. Kundt und Sena- tor Pfrogner vorgestellt. In einer allgemeinen Unterredung wurde». a. auch verschiedener Härten des StaatsvertridigungsgesetzrS Erwähnung zerreißen, sondern jeden Haß in den Beziehungen Frankreichs zu allen Staaten vermeiden will. Die Sozialisten der Tschechoslowakei bekennen sich ebenso wie jene Frankreichs zu den Idealen der Demokratie und der Menschlichkeit. Sie wollen keinen Krieg, weil dieser den Untergang Europas bedeuten würde. Es kann aber kein Zweifel bestehen, auf welcher Seite die sozialistischen Parteien der beiden Länder gemeinsam mit ihren Gesinnungsgenossen in aller Welt in dem großen Ringen zwischen Äarbarei und Menschlichkeit stehen und daß sie mit aller Kraft bestrebt sein werden, der Demokratie, dem sozialen Fortschritt und dem Aufstieg der arbeitenden Klassen zum Triumph zu verhelfen. getan, welche vor allem die Interessen der Grenzbevölkerung berühren. Minister Delbos bemerkte während der Unterredung, er sei selbstverständlich weit davon entfernt, sich in dir inneren Angelegenheiten der Tschechoslowakei einzumengen. Es zu ist vor allem zu bemerken, daß die Nachricht der Wahrheit nicht entspricht. Die beiden Herren haben weder an dem einen noch an dem andern Abendessen teilgenommen und daß die»Zeit" die unwahre Behauptung ihren Lesern statt eines Nachtmahls serviert, verrät nach allen Gesetzen der Psychologie, daß da» Blatt es gern gesehen hätte, wenn Kundt und Pfrogner eingeladen worden wären. In Wirklichkeit waren die beiden Herren zu der Rezeption geladen, die Minister Krofta seinem Gast zu Ehren Donnerstag gegeben hat und zu welcher neben hunderten anderer auch Vertreter der einzelnen parlamentarischen KlubS, der SdP ebenso wie der Kommunisten, eingeladeN waren. Die Sehnsucht nach der Teilnahme an einem Abendessen der beiden SdP-Parlamenta« rier mit Delbos scheint genau so groß gewesen zu sein wie die Geschmacklosigkeit, anläßlich deS Besuches des französischen Außenministers aus einer — noch dazu nicht erfolgten— Einladung zu einem Abendessen politisches Kapital zu schlagen. ist natürlich, sagte er, daß er als Minister eineS verbündeten und befreundeten Staates wünsche, daß sich di« Einheit des tschechoslowakische» Staates immer mehr stärke. Beide Vertreter der Sudetrndeutschen Partei erklärten, daß ihre Partei die Einheit des Staate» nicht antasten wolle. Sie sprachen schließlich den Wunsch auS, daß es Minister Delbos gelingen möge, die An- näberung zwischen Berlin und Paris unter Hinblick darauf zu verwirklichen, daß jede Besserung in diesem Wnne ihrer Meinung nach auch auf die Brziehunqen zwischen der deutschen und der t^che- choslawakischen Bevöl'erunq in der Republik«inen günstigen Einfluß haben müsse. * Die Herausgabe dieses Meldung war mit Rücksickt darauf nötig, daß die»Zeit" aus der einige Minuten währenden Begegnung zwischen Telbos und den beiden SdP-Parlamentariern eine politische Sensation und einen außenpoliti- siben Erfolg der SdP gemacht hat. Dem französischen Außenminister wurden bei dieser Rezeption einigeDutzend Leute vorgestellt; außer solchen, die dies wünschten, auch solche, die die Aenße- rung eines solchen Wunsches gar nicht erst nötig batten.— Der deutsche Rundfunk hat bei der Wiedergabe der obenstehenden Meldung die Haubt- bejonung darauf gelegt, daß die SdP die Einheit des Staates»nicht antasten" wolle. Das ist den beiden Herren übrigens miss Wort zu glauben, iwn es ist bekanntlich das Ziel der SdP, dir Tschechoslowakische Republik als Ganze? der Hit- lerpolitik untrrzuordnen.— Herr Kundt hat also .gewünscht, Herrn, Delbos vorgestellt zu werden. Diesem Wunsche wurde entsprochen. DaS ist alle». Unwahre Berichterstattung der..Zelt** Anläßlich des Delbos-Besnches L Achten Sie aber darauf, daß Sie wirklich Alpa bekommen! Franzbranntwein zum Beispiel, ist so ein liebevolles Geschenk: so eine Flasche hält so lange und Jedesmal ist die Wirkung eine so wohltuende, so erfrischende, daS jedesmal vom Neuen. Freude über das Geschenk herrscht! Und Alpa ist ein Geschenk, das sogar vom Arzt empfohlen wird! Kein Pakt Prag'Bsrlln Eine Aeußerung der Madame Tabonis Nicht, was man schenkt, wie man schenkt: darauf kommt’s an! In einer kleinen Aufmerksamkeit, die nur ein paar Kronen kosten muß, liegt oft eine ganze Welt von Liebe, Aufmerksamkeit, Innigkeit.... Der Die gestrige»Zeit" berichtet in fetten Let tern, daß sowohl an dem Abendessen, das der I Minister Krofta. zu Ehren des französischen Außenministers Delbos im Czernin-Palais gab. als auch an dem Dineck in der französischen Ge sandtschaft»neben den Mitgliedern der Regie», rung und der Diplomatie auch Abgeordneter' nisse der Reise des französischen Außenministers Der Klub„Die Tat" veranstaltete am Frei-, tag nachmittags aus Anlaß der Anwesenheit französischer Journalisten in Prag im Hotel Am- baffador einen Tee, bei dem die bekannte Außenpolitikerin des Pariser»Oeuvre" Madame Ta« bois, über ihre Prager Eindrücke und die Ergev- Delbos berichtete. Madame Tabouis äußerte ihre Befriedigung darüber, daß in der Tschechoslowakei die Politik seit Gründung des Staates im gleichen Geiste und auf der gleichen Linie geführt werde und daß alle Vorkehrungen für die Sicherheit deS Staates getroffen wurden. Sie sei über» Kundt und Senator Pfrogner teilnahmen". Damit soll augenscheinlich der Eindruck erweckt werden, als ob die beiden genannten der SdP angehörenden Parlamentarier sozusagen mit»den Mitgliedern der Regierung und der Diplomatie" auf gleich und gleich gestellt worden wären. Da« 42 DERtfLEINE VON lUGlNE DABIT Barachtlgta üebrtragnw«** aas dem Fran-r'd*ha von Bejcl Sie versinkt eine Weile in Schweigen. Dann sagt sie:»Jetzt will ich den Tisch abräumen." Auch ich stehe auf, gehe ans Fenster und ziehe die Vorhänge zurück. Frauen und Kinder laufen die Rue Mont- calm entlang. Jetzt kommt ein Leichenzug. ES ist ja der Weg zum Friedhof von Saint-Ouen. Der Zug verschwindet. Die Fenster meiner alten Schule sind erleuchtet... Die Höhen von Argenteuil, der Festungsgürtel, vie Fabriken, die Rauchflocken ausstotzen: alles schwimmt im Nebel: Ich höre Pfiffe und das Donnern der Eisenbahn. Ich sehe daS Bild mit den Augen meiner Kindheit. Ich sehe die leichten Wölkchen, die eS im Frühling erheitern werden, die kräftigen Töne, dte ihm der Sommer geben wird. Und ich stelle mir einen mit Sternen übersäten Augusthimmel vor. »Weiht du noch Bescheid?" fragt Mama. »Man hat viel gebaut seit dem Kriege, aber die Aussicht ist noch immer hübsch. Wie oft bin ich, als ich allein war, am Fenster gestanden und habe hinauSgesehen, als wenn ich ruck erwartete... Man hat mir unlängst eine andere Wohnung angeboten. Aber wozu umziehen? Der Wirt läßt nichts mehr machen, das ist richtig. Dann tapezieren wir die Wohnstube eben selbst. Wir haben unsere Ruhe und leben wieder still und bescheiden wie 1914." Wie wohltuend ist daS Dämmerlicht I Ich erinnere mich vergangener Tage, an denen ich, auf der gleichen Stelle, der Nacht entgegen« träumte. „Es ist, als wäre nie Krieg gewesen." Mama zieht ein Schubfach auf und entnimmt ihm ein Paket, das sie auf den Tisch legt. „Eure Briefe. Nicht zu wenig. Willst du deine sehen?" Ich blättere in den Briefen, wie sie mir in. die Hand kommen. Hier ist einer aus Poitiers.‘ ES war kalt, aber wir lebten in einer tzarmen Stube, hatten reichlich zu essen.(Es war die Zeit, in der ick Schwachsinn simulierte.) Ein anderer berichtet von meiner Ankunft in Bassog- ms, einem ruhigen Abschnitt, und von einem Abstecher nach Oul Delbos gab der großen Freude und tiefen Bewe- ' gung Ausdruck, die sein Aufenthalt in Prag für ihn bedeutete, und dankte den Staatsmännern der ' Tschechoslowakei, der gesamten Bevölkerung ohne ! Unterschied der Nation und der Presse für' den großartigen Empfang, den man ihm bereitet hatte. Der SiNn seiner Reise war, der europäischen Entspannung und Verständigung zu dienen, die Treue zu den eingegangenen Verpflichtungen und die innige Verbundenheit mit den Freunden Frank- ! reichs zu manifestieren. Dies sei auf die schönste : Weise gelungen. DaS moralische Ergebnis der ! Prager Entrevue ist als überaus zufriedenstellend | zu bezeichnen. Es handelt sich nicht darum, neues | zu setzen, sondern die beiden Regierungen hatten ; nur das Bedürfnis, ihrer Harmonie, ihrem„Parfait accord" sichtbaren Ausdruck zu geben. Das ' Band zwischen Frankreich und der Tschechoslowa- i kei ist so stark, daß, um daS unter Beweis zu stel- i len, es einer Reise Delbos nach Prag nicht be- I dürft hätte. Aber die ganze Tiefe dieser Berhun- I denheit sollte auf diese Weise klargestellt werden. ! Und Delbos ist glücklich, seststellen zu können, mit , wieviel Kraft und Glanz sich daS gegenseitige Gefühl nun erst recht wieder gezeigt habe, Delbos macht sodann besondere Verbeugungen vor der großen Persönlichkeit Ben ess, der in Frankreich so populär ist wie in derTschechoslowakei selbst, von der Ueberlegenheit Hvh^saS.vor der Klarheit Kroftas, die alle zusammen mit Frankreich im Sinne, der Nationen für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden arbeiten. Substantiell berichtigt Delbos noch einmal den Irrtum: daß ihm von irgendwelcher Seite ein Memorandum überreicht worden sei. Alle Problem« wurden als gemeinsam mit voller lieberem« stimmung besprochen, im Geiste der Völkerbundes und der kollektiven Sicherheit, deren Prinzip aber nicht dabei hinderlich sein solle, Differenzen mit Nachbarn bilateral zu regeln. DaS Verhältnis nicht nur zur Tschechoslowakei, sondern zur Kleinen Entente überhaupt sei durch die Reise noch befestigt worden. Wirtschaftlich und kulturell seien die Aussprachen überaus fruchtbar gewesen. ES geht hier um mehr als um jene„fraternite", mit der man daS freundschaftliche Verhältnis zwischen Ländern zu bezeichnen pflege; es handle sich hier um eine Brüderlichkeit oder Bruderschaft d e s H e r z e n S, die sich dahin demonstriere, daß DelboS das Gefühl habe, als sei er zu Hause geblieben, denn im geistigen und moralischen Sinne seien die beiden Staaten so sehr benachbart, daß er die Tschechoslowakei als eine Verlängerung Frankreichs empfinde. Dem Gedanken der Freiheit, der Brüderlichkeit, des Aufstiegs, des sozialen Fortschritts sei man durchaus auf gleiche Weise zu dienen bestrebt, ohne aber einen Block der Ideologie aufrichten zu wollen. Tn- Credo der Völker müsse nicht gleich sein, man könne auch mit den anderen zu friedlichen Beziehungen gelangen. Dr. Krofta unterstrich in einer kurzen Erwiderung die völlige Uebereinstimmung zwischen den Staatsmännern und Völkern der beiden Länder und insbesondere den Umstand» daß diese Entrevue keineswegs irgendwelche Aenderung der politischen Prinzipien des einen oder des anderen Landes bedeute. In diesem Sinne wäre, wie Delbos richtig gesagt hätte, seine Reise wirklich nicht notwendig gewesen. Das Festhalten an den Gedanken der kollektiven Sicherheit sei absolut und eS stehe nicht im Widerspruch dazu, wenn irgendwelche bilaterale Verträge ins Auge gefaßt werden, denn bilaterale Verträge werden ja so vielfach abgeschlossen. Alles geschehe im Einklang mit den Ideen des Völkerbunds zum Zwecke möglichst guter allgemeiner internationaler Zusammenarbeit und ausgerichtet auf möglichste Befriedung der Welt. SA-Waffenlager— ein Jahr Kerker Der Schwursenat in Klagenfurt verurteilte Johann Schurz aus Engelsdorf in Kärnten, bei dem im Frühling d. I. ein Waffenlager gefunden wurde, zu einem Jahr schweren Kerkers. Die gefundenen Waffen gehörten den illegalen nationalsozialistischen SA-Abteilungen. Nr. 298 Sonntag, 19. Dezember 1937 Seite 3 An unsere Abonnenten, Kolporteure und Inserenten Anläßlich des Weihnachtsfeiertages am Samstag, den 25. Dezember, entfällt unsere Sonntagsausgabe vom 26. Dezember. Da die Ausgabe vom Samstag, den 25. Dezember, schon Freitags in den Abendstun. den expediert wird, ist das Blatt am Samstag zeitig früh in allen Orten. Das Blatt liegt somit drei Tage auf und ist für Insertion besonders gut geeignet. Die Verwaltung. Teruel abgeschnitten Barcelona. Das Ministerium für National verteidigung meldet amtlich: Trotzdem bei Teruel dichtes Schneetreiben herrscht, setzen die Regierungstruppen die Kriegsoperationen fort. Die am Freitag eroberten Stellungen haben die Möglichkeit geschaffen, die Stadt vollkommen einzuschließen, die jetzt ganz abgeschnitten ist. Die Offensive ist ein Beweis für die große Bedeutung, welche diesem Abschnitt im Norden der Provinz Guadalajara beigemessen wird. Auch die republitanischen Brigaden, die in diesem Ge biete Befestigungsarbeiten durchführen, haben eine fieberhafte Tätigkeit entfaltet. Insbesondere wurden tief unter der Erde neue Unterstände ge= baut und maskierte Deckungen für Maschinenge= wehrnester in Form fleiner Forts errichtet. Bald wird es ein Jahr her sein, daß an der Guadalajara- Front eine heftige Offensive der Franco- Truppen entbrannte, seit dieser Zeit hat sich die Situation insbesondere durch die Errichtung der erwähnten Befestigungen erheblich ge= ändert, so daß hier für die Franco- Truppen neue große Hindernisse entstanden sind. * In ununterbrochenen 72stündigen Kämpfen haben die Regierungstruppen bei Teruel ein Gebiet von mehr als 600 Quadratkilometer besetzt. Die Offensive wurde bei einer Kälte von mehre= ren Grad unter Null und bei einem Schneesturm, der mit einer Geschwindigkeit von 80 Kilometer pro Stunde über das Land hinwegfegte, begonnen. Das hinderte die republikanischen Flieger jedoch nicht daran, die feindlichen Stellungen wirkfam zu bombardieren.dlf x: d and fals; Pariser Lob für Dr. Czech Paris.( Eigenbericht.) Madame Tabouis veröffentlicht im ,, Deuvre" den Bes richt über eine Unterredung mit dem Gesundheitsminister Dr. Czech, von dem sie sagt, daß er einer der fleißigsten und unermüdlichsten Mis nister der Tschechoslowakei ist. Madame Tabouis würdigt auch die Arbeit Dr. Czechs als Vorsißender der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei und sagt, daß Dr. Czech mit dem größten Eifer und der größten Gewissenhaftigkeit um das Wohl des Volkes besorgt ist und daß seine Partei es verstanden hat, die Demokratie erfolgreich mit zu verteidigen. Das oben erwähnte Gespräch betraf die aktuellen ideellen Probleme der Politik, insbe= sondere die Frage der Zusammenarbeit der Deutschen und Tschechen in der Tschechoslowakischen Republik. In Polens Konzentrationslagern Warschau. Wie die Blätter melden, wurde bon Organen der politischen Polizei die seit längerer Zeit auf Warschauer Boden wirkende ,, Un= abhängige sozialistische Partei" ausgehoben und der Führer dieser Partei Dr. Strut mit zahlrei chen Parteimitgliedern verhaftet. Die Verhaftun gen erfolgten unter der Beschuldigung kommunis stischer Propaganda. Vier der Verhafteten wurden in das Untersuchungsgefängnis, die Uebrigen in das Konzentrationslager in Bereza Karuffa ge= bracht. Gleichzeitig fanden in den letzten Tagen Massenverhaftungen unter den Warschauer Kom munisten statt, die ebenfalls in das Konzentra= tionslager in Bereza Kartusta geschafft wurden. Britischer Kriegsrat konstituiert London. Wie gemeldet wird, wird der neue Söchste militärische Rat gebildet, dessen Vorsißender Kriegsminister Hoare Belisha ist. Stell bertretender Vorsitzender ist der Kapitän Donald Sterlin Palmer. Mitteilungen aus dem Publikum. Viel Gutes für wenige Kronen! Das ist nur durch ein Geschenk möglich, das das Nüßliche mit dem Angenehmen verbindet, durch ein Geschent, das dem Beschenkten lange gute Dienste leistet, das der Ge Der Alpafundheit, dem Wohlbefinden dient! Franzbranntwein ist so ein Geschenk: lange hält die Flasche aus, denn schon wenige Tropfen erfrischen herrlich und Alpa" ist, das ist bekannt, zu einer ganzen Reihe vorteilhafter Zwecke zu verwenden. Alpa gibt es nur in plombierten Originalflaschen! GUTE UND PASSENDE GEC GESCHENKE GEC Alle Sorten Schokolade SchokoladenDessert Bonbonnieren Kakao Wein, Liköre Punsch Fischkonserven Lebzelt u. Marzipanwaren Kakes und Teegebäck Oblaten und Waffelwaren Taschentücher In Cellophan- u. 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Dezember in 3 auch tel. Der wichtigste Beschluß der Konferenz war die Gründung einer eigenen Partei, die den Namen ,, Sudetendeutsche völkische Partei( SdvP) tragen soll. Außerdem wurde beschlossen: Beitragssperre und Verwendung der Beiträge für die SdvP, Um= tausch der SdP- Legitimationen gegen Legitimationen der neuen Partei, Abbestellung der SDPPresse. Das zitierte Blatt gibt dann den Inhalt einer Rede wieder, die Dr. Jonak auf dieser Konferenz hielt und in der er sich schärfstens gegen Henlein und gegen die Politik der Kameradfchaftsbundes wandte. Die beschlossene behördliche Anmeldung. der neugegründeten SdvP habe jedoch nicht zum feft= gesetzten Termin durchgeführt werden können, da sich herausstellte, daß das SDP- Sekretariat in Neutitschein nach dem Ausschluß des Bezirksleiters Pala ky und der Amtsenthebung des Sekretärs Weber sich nun ganz in der Hand des Ing. Knob lo ch befindet, der treu zum KB hält. Tatsache sei jedoch, daß bereits am zweiten und dritten Tag nach dieser Oppositionskonferenz mehrere Ortsgruppenleiter im SdP- Sekretariat mit hunderten von SdP- Legitimationen erschie= nen, um diese, getreu den Beschlüssen, gegen neue Legitimationen der SdvP umzutauschen. Ing. Knobloch schickte jedoch alle wieder heim, mit der Versicherung, daß doch alles noch im Guten ge= regelt werden würde. Doch dürfte es in den nächsten Tagen zur behördlichen Anmeldung der Sdvp kommen. Herderpreis und Herderehrung 1937. Am 18. Dezember, dem Todestag Herders, der zugleich auch der Tag ist, an dem Dr. Eduard Beneš Präsident wurde, hat die erste Herderpreis- Jury die Namen der Preisträger bekanntgegeben. Der vom Schußverband Deutscher Schriftsteller in der Tschechoslowakei gestiftete und vom Präsidenten Dr. Beneš gespendete Preis im Betrage von 5000 Kč wurde diesmal zwischen zwei deutschen Schriftstellern geteilt, deren Werke die deutsche Kultur im Sinne Herders fördern. Es sind dies: Rudolf Fuchs und Josef Mühlberger. Die Herderpreis- Ehrung erhielten: Thomas Mann, F. C. Weiskopf und Heinrich Fischer. Neue Parteimarken. Die Reichspartei gibt für das Jahr 1938 wieder neue Marken aus. Wir ersuchen daher alle Kreis-, Bezirks- und Lotalorganisationen, auf diesen Umstand Rücksicht zu nehmen, die Bestellung der neuen Marken rechtzeitig vorzunehmen, bzw. alte Marken einzutauschen, Aus der Atus- Union ATUS UNION Die Gewinner des Weihnachts- Preisausschreibens für die Kinder in der Union wurden am 16. Dezember durch Auslosung ermittelt. Angehörige der Schülerabteilung hatten aus den 262 richtigen Lösungen die hundert Gewinner zu ermitteln. Vorher waren über 800 Einsendungen als falsch ausgeschieden worden. Es gewannen: 1. Preis ( ein Fahrrad): Arno Teubner,.. Weißkirchen a. N.; 2. Preis( 1 Paar Ski): Marianne Riedel, Wernersreuth; 3. Preis( 1 Baar Schlittschuhe): Karl Spousta, Seestadtl; 4. Preis ( 1 Rodel): Walter Terwenta, Lerchenfeld; 5. Preis ( 1 komplette Turnkleidung): Walter Foltin, Dittersdorf; 6. Preis( 1 Wintersport- Pullover): Paula Hoffmann, Wernersdorf; 7. Preis( 1 UnionJugendhose): Franz Bräuer, Bruch; 8. Preis ( 1 Rucksack): Verena Grundl, Seestadtl; 9. Preis ( 1 Eßschale mit Besteck): Waltraud Behnelt, OberTeutensdorf; 10. Preis( 1 Brotjack): Rolanda Schus bert, Gesteinigt. Die Gewinner des 11. bis 100. Preises erhalten Schachspiele, Bücher, Turnkleidungsstücke, Wandermesser, Brotdosen, Kalender und Verbandsabzeichen. Die Namen sind in der Kinderzeitung Junge Kraft" angeführt. " 1000 Rinder für die Atus- Union wurden bei dem ersten Preisausschreiben für die Atus- Union getvorben. Die Beteiligung war von der Werbung eines neuen Freundes für die Schülerabteilung abhängig. Viele von den 886 Einsendern der Lösung haben zwei und noch mehr Kinder geworben. Dies ist schon ein beachtenswerter Werbeerfolg bei der Jugend in der Atus- Union. Die Fußballer tagen. Zu einer großen Beratung traten am 18. und 19. Dezember in Aussig die führenden Fußballfunktionäre des Verbandes und der Kreise zusammen. Für die Fußballsparte werden neue Sagungen, welche mit 1. Jänner in Kraft treten werden, ausgearbeitet und für das Frühjahr wird eine großangelegte Werbung vorbereitet, Scite 4 Der ,, Populaire" und die sudetendeutsche Frage Aus Anlaß des Prager Besuches des französischen Außenministers Delbos beschäftigt sich ..Le Populaire", das Zentralorgan der französischen Sozialisten, in seiner Nummer vom 17. Dezember in einem Aufsaß seines Außenpolitifers André Leroux mit der Frage der Minders heiten in der Tschechoslowakei. Wir zitieren aus dem Artikel das Folgende: ..In dem Toast, den Dr. Krofta Herrn Delbos darbrachte, erklärte der tschechoslowakische Außenminister, daß die Tschechoslowakei im Innern, hin sichtlich der Minderheit eine gerechte und mensch-= liche Politik" betreibe. Die Wahrheit dieser Bes hauptung ist unbestreitbar. Nur schlechter Wille oder Unwissenheit können jemanden daran hindern, das anzuerkennen. Vor gar nicht so langer Zeit sagte ein englischer Minister einem tschechoslompafischen Staatsmann, die Prager Regierung hätte den Sudetendeutschen gestatten müssen, Schulen zu haben. Dieser britische Staatsmann er wird übrigens zu den höchstqualifizierten gezählt hatte keine Ahnung davon, daß die deutsche Minderheit der Tschechoslowakei eine Universität, zwei technische Hochschulen, 90 Mittelschulen, 198 Ges werbeschulen, 447 Bürgerschulen und 3298 Volfs= schulen besitzt. Darüber hinaus verfügt diese Minderheit über unzählige kulturelle Institutio nen, Zeitungen, Zeitschriften etc. Und wenn man Hinzufügt, daß sie ihre Attivität auf allen Gebieten des wirtschaftlichen Lebens entwickeln kann, daß tie im Parlament durch eine ihrer numerischen Stärke genau entsprechende Zahl von Abgeord neter und Senatoren bertreten ist, dann kommt man zu dem Schluß, daß keine Minderheit, sei es in Deutschland, in Bolen, in Italien oder in welchem Lande immer, jene Freiheiten genießt, die der tschechoslowakische Staat den Sudetendeutschen gewährt." Das zitierte Blatt beschäftigt sich dann mit den Beziehungen zwischen Tschechen und Slowaken, mit ber ungarischen und der polnischen Minderheit und kommt dann auf das& e ber- Abkommen zu sprechen: = Sonntag, 19. Dezember 1937 Der Brief an den Weihnachtsmann Volksentscheid! Die werten Kameraden", die diesen Utas lesen, werden durchaus das Gefühl haben, sich in einer Dependance des Dritten Reis ches zu befinden.. ... Der Kampf in der M. Trübauer Sdp Mähr. Trübau. Wie vor kurzem zu lesen war, hat sich der SdP- Bezirk Mährisch- Trübau hinter Dr. Jon at gestellt, der hier lebt. Se nlein war damit nicht einverstanden. Um das Vertrauen des Führers wiederzugewinnen, wurde eine Resolution zur Wahrung der Einheit beschlossen und Senlein bekam eine telegras phische Loyalitätserklärung. Ja, die Bezirksleitung schliest jetzt auch Leute aus, die zu Dr. Jonat halten. Damit sind aber die oppofitionellen Strömungen nicht aus der Welt geschafft. Der Aufbruch- Kreis gewinnt an Boden und auch die Turner sind von oppositionellen Strömungen erfaßt. Ohne den Einfluß des Dritten Reiches würde dieses Feber- Abkommen die schrittweise und befriedigende Lösung aller Problem gestatten, welche die Beziehungen zwischen dem tschechoslo wakischen Staat und der deutschen Minderheit aufwerfen. Die einzige wahre Schwie rigteit für eine solche Lösung besteht lediglich in der Parteien le in s. Prag wird es nicht entgegennehmen, daß die Einheit des tschechoslowakischen Staates in Frage gestellt würde, um so weniger, als die Deutschen, welche heute in die fem Raum leben, niemals einen Teil des Reiches Am Freitag veranstaltete die Sd eine Wer bildeten, mit Ausnahme jener, die sich in dem fleinen Sultichiner Ländchen befinden. Prag ver- sammlung, in der ausgerechnet der Abgeordnete steht es, System mit Geduld, Festigkeit mit Ge- olube die Situation retten sollte. Es ging rechtigkeit zu verbinden. Und schon zeigen sich sehr bewegt zu und Herr Holube bekam eine innerhalb der Henleinbewegung Misstimmigkeiten, Reihe wenig angenehmer Zwischenrufe zu hören. hervorgerufen zum Teil durch die Erschütterungen Dr. Jonak, der an der Versammlung teilinfolge des Ruthailandals und vor allem durch den nahm, durfte nicht sprechen, da die führenden Kampf, den im Schoße der Henleinpartei die Ars Leute offenbar Angst vor der Wirkung seiner beiteropposition zu führen beginnt, deren Führer Rede hatten. Dr. Jon at wird in der nächsten Zeit eine eigene Versammlung ab halten. Henlein eben beseitigte. Unter allen Ländern, deren Grenzen im Gefolge des Weltkrieges festgesetzt oder geändert wurden, hat die Tschechoslowakei praktisch das liberalite Regime für die nationalen Minderheiten verwirklicht. Demokratie im Innern und Demofratie in der internationalen Welt: das sind zwei Aspekte ein und desselben Geistes und 23illens." Die SdP und die Frauen Und der Volksentscheid... Tagesneuigkeiten Die Sowjetwahlen Die Sowjetpresse und die ihr botmäßigen kommunistischen Zeitungen in den verschiedenen Staaten überfließen vor Begeisterung über das Wahlergebnis, das Stalin in dem demokrati scheſten Lande der Welt" erzielt hat. Stalin hat nämlich sogar den Redord Hitlers geschlagen und fast hundert Prozent bekommen, während sich Hitler mit nur 97 Prozent zufrieden geben mußte. Niemand hat daran gezweifelt, daß Stalin einen solchen Sieg" erringen wird. Man wundert sich höchstens darüber, daß die Sowjetpresse über das Ergebnis so überrascht tut und es als einen Vertrauensbeweis für Stalin feiert dieselbe Presse, die sich an Hohn und Spott über nicht genug tun fonnte. die Abstimmungsmanöver des Herrn Goebbels Militärverrat Nr. 298 Brag. Der Senat für Angelegenheiten des Militärverrates beim Kreisstrafgericht in Prag berurteilte am Samstag nach zwveitägiger Prozeß berhandlung den 27jährigen Gärtnergehilfen Bruno Schmidt aus Joachimsthal und den 24jährigen Malergehilfen Franz Krause aus Joachimsthal wegen des Verbrechens des Militärverrates nach§ 6, 3. 2, Abs. 1, des Gesetzes zum Schuße der Republik zu schwerem Kerfer, und zwar Bruno Schmidt auf die Dauer von vierzehn Jahren und Franz Krause auf die Dauer von zehn Jahren samt den entsprechenden Verschärfungen, den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte sowie zu einer Geldstrafe bei Bruno Schmidt in Höhe von 5000 Kč und bei Franz Krause in Höhe von 3000 Kč. " Politische" Einbrecher. Freitag drangea in das Gebäude des Wiener- Neustädter Bezirksgerichtes Einbrecher ein und entwendeten zahlreiche politische Gerichtsakte. Der erste Schritt zum Donau- Oder- Kanal. Am Samstag wurde bei Koblov ein neues beivegliches Oder- Wehr in Betrieb genommen, das ein Bestandteil der großen Oder- Regulierung ist und nicht nur.die endgültige Kanalisierung der Stadt Mähr. Ostrau ermöglicht, sondern auch zur Schiffbarmachung dieses Flusses wesentlich beiträgt. Der Bau stellt eigentlich das erste große Objekt eines Donau- Oder- Kanals dar. Der Bau war mit großen Schivierigkeiten verbunden, weil das durch den Bergbau unterminierte Terrain ein schweres Hindernis bildete. Der Bau erforderte einen Aufwand von rund acht Millionen Kč, wobei gegenüber dem Voranschlag bedeutende Era sparnisse erzielt wurden. Bei dem Bau waren während der vierjährigen Baudauer ständig 100 Arbeiter beschäftigt. Eine Flugzeugkatastrophe. Ein von Fort Allemand in Algerien kommendes Sanitätsflugzeug stürzte in den algerischen Bergen ab. Die drei Mitglieder der Besatzung famen ums Leben, während der einzige Flugreisende, ein kranter Soldat, ohne jede Verlegung davontam. Ruhiges Wetter. Störungsreste, die sich über dem Binnenlande behaupten, werden weiterhin ihren Einfluß auf die Witterung ausüben. Obgleich die Ergiebigkeit der Niederschläge im allgemeinen abge nommen hat, fällt noch immer an vielen Orten Schnee, in den Niederungen des Karpathengebietes Regen. Eine durchgreifende Besserung fann zunächst nicht erwartet werden. In den Niederungen Mitteleuropas wurden Samstag nachmittags meist blus 1-2 Grad, in Karpathorußland und in Ungarn plus 6 Grad, in Rumänien noch bis zu plus 16 Grad Wahrscheinliches Wetter berzeichnet. Sonntag: Ziemlich ruhig, aber noch unbeständig und vorwiegend bewölft. Stellenweise Niederschläge, besonders in der Osthälfte des Staates; zum Teil nebelig. Temperaturen im ganzen ohne größere Aenderung, im Karpathengebiet ein wenig fühler. Wetteraussichten für Montag: Noch feine durchgreifende Aenderung. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen: Montag Die Parallelen sind auch sonst frappant: Hier wie dort wird durch Abstimmungen" erwiesen, daß das Volk fast hundertprozentig ,, in grenzenloser Begeisterung" hinter dem Führer steht. Hier wie dort aber werden Oppositionelle kurzerhand hingerichtet. Als ob ein System, das im Volfe so verantert ist, wie es die Wahlergeb nisse scheinbar beweisen, auf die Sonderjuſtiz Prag, Sender I: 7.00: Morgenmufif. 10.05: gegen die Opposition nicht überhaupt verzichten Deutsche Breffe. 11.85: Schallplatten. 14.05: Deut fönnte! Die Opposition fönnte doch in solchen sche Sendung: Der Weihnachtsmarkt und das Ges Eystemen angesichts der durch die Wahlergeb- werbe. 18.10: Deutsche Sendung: Zehn Minuten nisse" festgestellten Stärke der Regierung doch Lachen( A. Roda Roda). 18.20: Besuch am Weihhöchstens ein heiterteit erregender harm- nachtsmarkt, Hörbild. 18.45: Deutsche Breffe. 20.55: loser Faktor sein. Und doch jetzt man gegen sie etc. 22.40: Deutsche Presse. Rundfunkorchesterkonzert: Hába, Dvořák, Smetana Prag, Sender II: den Henter in Bewegung, bietet man gegen sie 14.20: Deutsche Sendung: Bittner: Bedeutung der den ganzen staatlichen Propagandaapparat auf! Weihnachtsfrippe. 14.30: Flucht aus dem Winter: Ein merkwürdiger Widerspruch, dessen Vorhan- abenteuerliche Fahrt nach dem Süden. 14.55: DeutBrün.: 15.15: densein allein schon genügt, die Wahlkomödie zu iche Presse. 18.10: Harfentonzert. kennzeichnen. Rundfunkorchesterfonzert. 17.40: Deutsche Sendung: Dr. Steinermayer: Sterne über den Menschen Musikeinlage. Breßburg: 17.40: Klavierfonzert. 22.30: Tanzmusit. Kaschau: 12.05: Populäres Konzert. Mähr. Ostrau: 17.55: Deutsche Arbeitersendung: Luise Sedlaček: Die Frau und die Fachorganisationen. Dienstag Wahlen in der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundheit In der Vorstandssitzung vom 15. d. M. wurde das Präsidium der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundheit wiedergewählt: zum Vorsitzen. den JUDr. Ing. Adolf Riedel, Direktorstellvertreter in der Zentralsozialversicherungsanstalt; zu Stellvertretern des Vorsitzenden: Ministerialrat Doz. Noch schöner wird aber das ,, Wahlergebnis" Dr. Theodor Gruschta, Univ.- Prof. JUDr. Ernst in der Sowjetunion durch die Tatsache, daß die Der Vorweihnachtswind hat uns ein paar Hoyer, Univ.- Prof. MUDr. Ernst Singer, tcmmunistische Presse über den ,, Block der KomWeisungen zugetragen, die von unterschiedlichen Vorstand des Deutschen Hygienischen Institutes; zum munisten und Parteilosen" jubelt, der dem Hauptstellen der SdP an die Gliederungen" hin- Schriftführer: JUDr. Franz Korei3, Vereinis bolschewistischen Regime angeblich Festigkeit verausgegeben wurden. Eine dieser Weisungen, gung deutscher Krankenversicherungsanstalten; zum leiht und es unerschütterlich macht. Die Parteidatiert vom 7. Dezember aus Eger und gezeichnet Zahlmeister: Sektionsrat JUDr. Ernst Krasney; losen das sind, nach der Rechnung der bolsche= unter anderem von Dr. Friz ö II ner für das als Beiräte: Primarius MUDr. Franz Altmann wistischen Wahlstatistiker etwa jene 85 Prozent Deutsche Sendung: Für die Frau. 11.05: Deutscher Schulungsamt des Herrn Henlein, beschäftigt sich Eger, Oberrat Oswald Dertl; als Fachberater des des Volkes, die außer den etwa 14 Prozent, die Schulrundfunk. 14.00: Deutsche Sendung: Aus dem mit der Gründung neuer Anfängergemeinschaf- Präsidiums und des Vorstandes: Univ.- Prof. Dr. die herrschende kommunistische Oberschicht bilden, tschechoslowakischen Kulturleben, Otto Pid: Das kriten". Es handelt sich da um Rednerschulen und Berthold Epstein, Univ.- Prof. MUDr. Hermann ihre Stimmen in die Waagschale geworfen haben. tische Gewissen eines Volkes, zum 70. Geburtstag der leichen, für die unter anderem kennzeichnend Knaus, Univ.- Prof. MUDr. Karl Häupl, Univ. Da bleibt doch überhaupt kein Restchen mehr Saldas. 15.15: Opernvoripiele. 17.30: Beethoven: ist, daß sie jene minderwertige Stel Prof. MUDr. Julius Löw h, MUDr. A. Gatter übrig für andere denn solche kommunistische Geigenquartett B- dur. 18.10: Deutsche Sendung: ung der Frauen andeuten, die für die nas mann, MUDr. Walter Koerting, MUDr. Otto und parteilose Stimmen! In der Sprache ge- Aus dem Schazkästlein des deutschen Weihnachtstionalsozialische Politik im Reich Gebot ist. Wörts Nitsche- Asch. Doz. MUDr. Egon Weinzierl, jhulter Sozialdemokraten sind die Parteilojen lich heißt es da: u. a. Interessant war der Bericht JUDr. F. Koreis im allgemeinen allerdings die Indifferenüber die Tätigkeit des Rechts- Ausschusses, aus wel ten. Diese sind aber nach der neuesten stalinisti chem zu ersehen war, mit welchem Ernst die Deutsche schen Lesart die verläßlichsten Bundesgenossen der Arbeitsgemeinschaft zu den ihr gestellten Aufgaben sozialistischen Bewegung. Stellung nimmt. Die Zeilnahme von Frauen an den Aufbaugemeinschaften ist unter allen Umständen unzulässig. Die Nameradinnen nehmen an den Frauengemeinschaften teil." 1 Prag, Sender I: 10.05: Deutsche Presse. 10.15: liedes: Reichenberaer Volfschor. 18.45: Deutiche Preſſe. 18.55: Aus dem deutschen Kulturleben. platten. 14.20: Deutsche Sendung: Winternis: Der Bilanz entgegen, Schallplatten. 14.55: Deutsche Prag, Sender II: 11.00: Russische Musik auf SchallPresse. 18.00: Liederkonzert. Brünn: 12.35: Militärmufif. 17.40: Deutsche Arbeitersendung: Otto Langer: Aftuelle Angestellten ragen. Sosialinformationen, Landwirtschaft. Preßburg: 17.30: Lieder von Nedbal. 21.25: Beethoven: Klaviertrio. Kaschau: 11.05: Solistenkonzert. 12.05: Schallplatten. Mähr.- Ostrau: 16.10: RundfunkorchesterDas Arbeitsprogramm für die Nur, daß die stalinistische Organisation nächste Zeit wird hauptsächlich der Mitwirkung be: eben nicht die sozialistische Bewegung ist, sondern Die Herren von der SdP werden schon wis der Wehrerziehung, dem weiteren Ausbau der Schul- sich immer mehr von ihr wegentwickelt. Die Parsen, war um sie diese Teilung der Geschlechter zahnpflege, der Bekämpfung der Rheuma- und Herz- tellosen werden von den Stalinisten jetzt in den dur führen. Und wenn auch teine fachlichen krankheiten sowie der Verbreitung von volksgesund Himmel gehoben. Die Sozialdemokra Gründe dafür maßgebend sein sollten, so ist ihnen heitlichen Lehren durch den Rundfunk gewidmet fein. ten aber werden in die Sowjetterker geworfen fonzert. 18.10: Deutsche Sendung: Landwirtschaft. jedenfalls das Beispiel des Dritten Reiches Befehl. Nach Abschluß der von allen Anwesenden mit Inter- und auf die Soloweski- Inseln gebracht, die esse verfolgten Sigung hielt Univ.- Prof. Dr. E. Trokkisten" werden erschossen. Will man die Eine andere Weisung der Egerer Hauptstelle Soner ein Referat leber Rechtsfragen", in welchem Wahlfomödie richtig verstehen, wird man immer der SdP trägt das Datum vom 8. Dezember L 3.. er hauptsächlich für die Valorisierung der im fogedaran denten müſſen! ist gleichfalls von Dr. Sö II ner mitgezeichnet nannten Epidemiegefes( Ges. Nr. 67/1918) feftge- 1 und betrifft die Einsichtnahme in die ständigen setten Entschädigungsbeträge eintrat und weiter die Wählerverzeichnisse. Darin heißt es: " Ziehung der Klassenlotterie ( Ohne Gewähr.) Brag. Bei der Samstag Ri: bung der Klasse der 37. tschechoslowalischen Klassen120.000 Kč 102.688. 20.000 Kč 41.108, 65.190. Dem Gesundheitsminister Dr. Ludwig Czech Notwendigkeit der Einsetzung von Sanitätsräten in hat die Liga für Menschenrechte den folgenden lotterie wurden nachstehende Gewinste gezogen: I. Durchführung des Gesetzes vom 13. Juli 1922, Nr.| Brief geschickt:„ Herr Minister, die Liga für 236, Reg.- Ver. Nr. 24/1923, betonte, welche die Menschenrechte in der Tschechoslowakei bittet Sie, Grundlage für eine geregelte präventive Gesund ihren Dank für die Entschiedenheit zu empfangen, beitsfürsorge stand. mit welcher Sie im Namen der Menschlichkeit und der Demokratie den aus den Kreisen der Sudeten deutschen Bartei stommenden Vorschlag auf gefeßmäßige Einführung der Sterilisation zurüdgewie sen haben." ,, Diese Wählerverzeichnisse werden die- Grundlage für die im Jahre 1938 mit Bestimmtheit stattfindenden Gemeindewahlen bilden. Diese Wah le. terden einem Voltsentscheid gleich Tommen darüber, ob die Politik der Versprechun Dieser Vortrag wurde von dem fachlich berus gen oder die Politik der Forderung nach Generals fenen Bublifum mit großem Interesse aufgenommen, Lösung der judetendeutschen Frage vom Volte wie dies aus der anschließenden Debatte zu ersehen gebilligt wird." Ivar. 10.000 Kč 62.461, 72.600, 26.584, 32.081. 5000 Kč 50.214, 26.034, 99.186, 72.614, 57.036, 103.441, 103.917, 83.054, 96.174, 118.325. 2000 Kč 13.980, 104.616, 71.076, 68.669, 111.150, 1505, 102.743, 81.386, 68.575, 102.485, 106.667, 12.266, 36.394, 10.076, 105.340, 34.382. Nr. 298 Sonntag. 19. Dezember 1937 Seite 5 Gefährliches Photographieren. Die Belgrader Polizei hat. den Photographen verboten, Momentaufnahmen. von Privatpersonen auf der Straße herzustellen. Bis vor kurzem hatte es buchstäblich an jeder Straßenecke mindestens einen fliegenden Photographen gegeben, der die Passanten aufnahm und ihnen die bekannten Koupons in die Hand.drückte, gegen deren Rückerstattung sie aus dem.Atelier ihr Bild abholen konnten. Nun haben sich aber kurz hintereinander mehrere Fälle ereignet, in denen Ehemänner die Handtaschen ihrer.Frauen durchsuchten, Koupons fanden und damit zum Photographen gingen, um die fertigen Bilder der Z-rau als Ueberraschung vorzulegen. Indessen war die Ueberraschung in vier Fällen ganz auf feiten der Ehemänner: ste sahen ibre Gattinnen auf dem Bild Arm in Arm mit anderen Männern. Die Frauen hatten diese Begegnung verschwiegen. Einer der Gatten, verprügelte seine Frau, zwei verprügelten die Photopartner, deren Namen und Adressen sie kannten, der vierte zertrümmerte das Atelier des Photographen und strengte Ehescheidungsklage an. Als sich die Dinge innerhalb weniger Tage so weit entwickelt hatten, untersagte die Polizei die Stxa« henphotographie überhaupt. Die Photographen haben sich beschwerdeführend an das Ministerium gewendet und geltend gemacht, daß eS nicht ihre Schuld sei, wcnn die Belgrader Ehemänner indiskret und die Ehefrauen zumindest unvorsichtig seien. Der Mustergatte— unmöglich! Seit Jahren hat die Frau des ehrenwerten Reverend Israel M. Noe, Mrs. Ellen M. Noe, um ihre Scheidung gekämpft. Aber der Grund, der sie zur Scheidungsklage veranlaßte, war selbst für Amerika so ungewöhnlich, daß die Sache sich von einem Gericht zum anderen hinschleppte, ohne daß der Prozeß entschieden werden konnte. Mrs. Ellen M. Noe hat nämlich ihrem Gatten nichts vorzuwerfen, aber das ist es ja gerade^ Sie hat in der Begründung der Scheidungsklage erklärt, daß der Reverend der ideale Gatte sei, aufmerksam und treusorgend, daß er keinerlei Laster und Fehler besitze und daß er überhaupt in geistiger und moralischer Beziehung eine Höbe erreicht habe, die die Fürsorge einer Frau vollkommen überflüssig mache. Sie wisse wirklich nicht, was ste in dieser Musterehe noch solle, zumal da sie den glücklichen Zustand des Reverends mindestens zum Teil auf ihren guten Einfluß zürückführen dürfe, und sie möchte gern««inen wideren minder vollendeten Mann heiraten, um auch ihn einmal so weit zu brrngeN. Die Richter zerbrachen sich den Kops, das Oberste Gericht der Stadt Nashville erklärte sogar ausdrücklich, volles Berständnis für den Fall zu haben, und die Absichten der Frau seien unbedingt lauter, aber di« Ehe wurde trotzdem nicht geschieden, weil einfach kein Scheidungsgrund da fvar. Jetzt stat'der Reverendselbst,ber Ange« t legcnheit ein Ende bereitet, indem er. erkiäües daß er sich in den Jahren, wo er ohne MrS. Ellen leben mußte, in jeder, auch in moralischer Beziehung so verschlechtert habe, daß er wieder Zuflucht in seiner Ehe suchen müsse. MrS. Ellen, hat sich scheinbar von der Richtigkeit dieser Angaben überzeugt, denn sie hat ihn wieder bei sich ausgenommen und die Scheidungsklage zurückgezogen. Ein«Luftschutzministrrium in England. Wie „Daily Herald" Meldet, wird der Chef des britischen Luftschutzes, der neuernannte General- Inspektor Hodsoll, als beratendes Mitglied des Reichsverteidigungsrates Großbritanniens sein. Amt, das bisher eine Abteilung des britischen Innenministeriums bildete, wird nunmehr ein selbständiges Ministerium sein und zwar das vierte Der Schatz der Armada Holländer wollen die'„Florida" heben MTP London, Mitte Dezember. Dreieinhalb Jahrhunderte ruht die Karavelle„Florida" in der Tobermory-Bai an der Küste Schottlands, und die Erinnerung an dieses Goldschiff der großen Armada, die hier 1588 versenkt wurde, taucht in mehr oder weniger großen Abständen immer wieder auf. Soeben erst hat ein holländisches Unternehmen das Recht erhalten, nach der„Florida" zu suchen, und mit den Mitteln der modernen Technik dürfte die Hebung nicht allzu schwierig sein, obwohl erst vor 15 Jahren ein englisches Syndikat das gleiche erfolglos versucht hat. Schon relativ kurz nach dem Untergang des Schiffes, kaum 70 Jahre danach, hat ein Schwede versucht, daß Gold der Armada vom Meeresgrund heraufzuholen; das war 1661, und er mußte die Erlaubnis dazu vom Earl of Argyll erhalten, der seinerseits 20 Jahre vorher als rechtmäßiger Besitzer des Wracks von Karl I. anerkannt wurde. Em Jahrzehnt lang nach diesem Schweden versuchten sich verschiedene Leute im Tauchen nach dem spanischen Gold, sie holten auch einige Dukaten herauf, einige Messinggefätze und Holzstücke, aber der Schatz selbst blieb unzugänglich. Dann dauerte es volle 200 Jahre, bis man wieder an die„Florida" dachte, und erst in unserem Jaht- bundert wurden neue Versuche gemacht, so zum Beispiel 1903 durch eine Glasgower Versicherungsgesellschaft. die wiederum beim Herzog von Argyll die Erlaubnis einholen mußte, und 1909 durch den Amerikaner Colonel Foß. Immer blieb alles erfolglos, das Meer hütet den spanischen Schatz. Der Untergang der„Florida" ist übrigens sozusagen nur ein Zufall gewesen. Mit den«1-° deren von den Engländern versprengten Schiffen der Armada segelte auch die Karavelle„Florida" ziel- und planlos umher. Der Kapitän kannte die fremden Gewässer nicht, kam in ein Unwetter und wurde in die Tobermory-Bai-abgetrieben. In dieser Gegend führten damals die MacLeans of Duart Castle gegen die MacDonalds of Islay einen kleinen Privatkrieg, wie das zwischen schottischen Edelleuten im 16. Jahrhundert gang und gäbe war. Mac Lean, ein Vorgänger der modernen Aufrührer, erbat die spanische Intervention gegen seinen Todfeind, und die Mannschaft der „Florida", 300 Mann stark, leistete ihm Waffenhilfe. Dafür versorgte er sie mit Lebensmitteln. Aber MacLean war außerdem ein Schotte und darum nicht nur geizig, sondern auch wild auf die spanischen Dukaten. Er verlangte für die Lebensmittel das Gold, aber der Kommandant der„Florida", Don Fareija, offenbar ein edler Spanier, verweigerte jedes Geschäft. DiacLean war wütend; er fand, daß Krieg Krieg sei und Geschäft Geschäft, und daß beides niiteinander nichts zu tun hätte. Die Spanier mußten also bestraft werden. Er befahl einem seiner Getreuen unter Einsatz seines eigenen Lebens, das Schiff mit Pulver in die Luft zu sprengen, was auch in einer stürmischen und düsteren Septembernacht 1588 geschah. Die„Florida" ging mit Mann und Maus unter, aber bis heute weigern sich die toten Spanier, den Schotten das Gold herauszugeben. Ob sie den Holländern freundlicher gesinnt sind, wird von dem neuesten Taucheranzug des Ingenieurs Van der Boom abhängen. Bcrteidigungsministerium Englands. Somit werden folgende vier Verteidigungsministerien bestehen: Für Kriegswesen, für Marine, für die Luftwaffe und für den Luftschutz. Frühlingserwachcn. Vor dem Pariser Jugendgericht wurde der Fall Henri Geatz verhandelt, der angeklagt ist, am 28. Mai 1936 sein« Freundin Su« zanne Lay über da» Geländer einer Brücke auf den Eisenbahndamm heruntergestoßen und so getötet zu haben. Es ist eine Kindertragödie, die sehr stark an Wedekinds„Frühlingserwachen" erinnert und ungewöhnliches Mitleid für das Mädchen erregt. Su- zanne Lay war bei ihrem Tode noch keine 16 Fahre alt, ihr Freund war damals noch nicht 17. Zwischen den beiden jungen Leuten hatte sich ein Liebesverhältnis entspannen, dar nicht ohne Folgen blieb. Als die kleine Suzanne ihrem Freund von dieser Tatsache Mitteilung machte, vermied er es zuerst, chr. weiter zu begegnen. Vierzehn Tage lang blieb. 'Suzanne"in Tränen aufgelöst» bi» ste eine» Tages strählend nach Hause kam und mitteilte, sie habe Henri getroffen, er habe sich mit ihr verabredet, um einen Ball in Maison Lafitte zu besuchen, und habe ihr erklärt, sie würden nun bald heiraten, da seine Eltern ihr« frühere Weigerung, die Erlaubnis zur Ehe zu geben, nicht mehr aufrechterhielten. Pünktlich holte Henri sie ab, di« jungen Leute wurden untergefaßt und voller Zärtlichkeit in Maison La, fitte gesehen, aber auf dem Rückweg« spielt« sich das Drama ab. Henri Geay behauptet jetzt, er habe eine neue Auseinandersetzung gegeben, und Suzanne hätte Selbstmord verübt, aber er mußte dann zugeben, daß er sie über das Geländer gestoßen hatt«, auf das sie sich geschwungen hatte. Die Verteidigung des jungen Mörders lag in den Händen de; berühmten Anwalts Moro-Giasteri. Henri Geay wurde zu sechs Jahren, Zuchthaus verurteilt. Schutzbündler in Sowlethaft Unter der Ueberschrift„Sozialistische Flüchtlinge verlassen das Sowjetreich" berichtet der „Daily Herald": Im Februar 1934 verließen 600 Schutzbündler ihr niedergeschlagenes Wien und traten in die Tschechoslowakische Republik über. Später gingen sie in die'Sowjetunion. wo sie mit offenen Armen empfangen wurden. Ihre Familien folgten ihnen. Jetzt nach drei Jahren kehren sie, schwer enttäuscht, in Gruppen nach Oesterreich zurück, wo sie schwere Freiheitsstrafen zu gewärtigen haben.' Einer der Rückkehrer berichtet, daß zu Beginn des Monats Oktober 1937 auf der Liste des Moskauer österreichischen Konsulats 180 Schutzbündler standen, die auf ihr russisches Ausreisevisum warren. Die-Mehrzahl jener, welche ssich nun wieder in ihrer Heimat befinden, haben einen Monat Haft abgesessen, während dem das„Ausmaß ihrer Schuld" vom Februar 1934 untersucht wurde. Arbeitslosigkeit ist ihr weiteres Schicksal. Die Ausweisungen aus der Sowjetunion sind offenbar nicht auf Grund einer allgemeinen Verfügung erfolgt, sie werden aber nichtsdestoweniger mit großer Systematik durchgeführt.„Meine Arbcitserlaubnis in der UdSSSR," erklärt einer von den Schutzbündlern, „lautete ursprünglich nur für e i n I a h r. Später wurde sie auf drei Monate begrenzt, nach Ablauf welcher sie erneuert werden mußte. Zuletzt betrug die Gültigkeitsdauer nur noch zehn Tage, da beschloß ich, das Land zu verlassen." Ein anderer Oesterreicher, der in l Charkow gearbeitet hat, berichtet, daß in dieser Barnabas Von Ernst Kreische Barnabas kannte den Hunger, den Schmutz und das Berlassensein. Wenn er sich aber einmal! satrgegessen hatte, dann lag er irgendwo draußen in den Feldern, sah den ziehenden Wolken zu, spielte mit taumelnden Faltern und kannte reine Wünsche. Sein Leben war ihm wie eine Kette wahllos aneinander gereihter böser und schöner Träume. Manchmal sah er in den blauen Flecken zwischen den segelnden Wolken ein junges und doch so sonderbar zerfurchtes Gesicht; es war in ein dunkles Kopftuch gehüllt und hatte große, unsäglich traurige Augen. Er wußte, es war das Gesicht seiner Mutter, so wie er es in der Erinnerung behalten hatte seit damals, da man ihn abends spät an ihr dürftiges Sterbelager gebracht hatte. Die ersten Hosen trug er an jenem Tage und gerade dieser Freudentag mußte so traurig enden. Drei Tage später tropften seine«aus ei nun dunklen, schmerzenden Unterbewußtsein geweinten Tränen in ein offenes Grab, und von da ab war er allein. Wer sein Vater war, wußte Barnabas nickst. Seine Kindheit verbrachte er in einem Waisen» bause. Als man ihn dort entließ, empfand er nichts, keine Dankbarkeit, kein TrennungSweb, aber auch lein« Bangigkeit vor dem Kommenden, das dunkel und gleichsam ohne Zukunft vor ihm lag. Die Heimat, die er als Kind verlassen hatte und die er nun als Jüngling wiedersah, bot ihm nur karge Erinnerungen. Er hütete die Schafe des Bürgermeisters, zerkleinerte die Holzscheite der Pfründner, trug Kisten und rollte Fässer m die Warenlager der Kaufleute, und wenn er nichts zu tun hatte, dann lag er draußen in de-' Feldern oder lungerte in den winkeligen Gassen der kleinen Stadt umher, die von einer alten Vergangenheit träumte. An einem Sommertage stand Barnabas auf dem Marktplatze. Die Glocken der nahen Kirche hatten-eben zu Mittag geläutet, als drei große- buntgestrichene Wagen knarrend aus der Hauptstraße schaukelten und dann stehen blieben. Barnabas lehnte gegen den Pfahl einer zerschlagenen Gaslaterne und sah mit schläfrigen Augen blinzelnd nach den Wagen hinüber, die kleine Fenster unter den gewölbten Dächern zeigten, auf denen dunkle Rohre schmälenden Rauch in die | mittagsschwüle Luft bliesen. Ein paar Lunger i kamen über den Platz gesprungen und standen nun mit offenen Mäulern vor den seltsamen - Wagen, deren geheimnisvollen Innern noch seltsamere Gestalten entstiegen: Männer mit breitkrempigen Hüten und bunten Gewändern, Frauen in grellfarbenen Röcken, auch einige Kinder m>t schmutzigen Gesichtern und braunen Füßen. Nun erschien auch der Polizist des Ortes. Er schritt bedächtig gegen die bunte Gruppe, wie eben em § Mann, der genau weiß, was er zu tun hat, und sein langer Säbel schien alles Sonnenlicht einzufangen. Barnabas hob den Kopf und witterte. Von den Wagen herüber wehte ein feiner Duft von heißer Brühe und gebratenem Fleische. Plötzlich spürte er einen bohrenden Hunger und er ging mit langsamen Schritten dem verheißenden Dufte entgegen. Er sah. wie emsige Hände mit wuchtigen Hieben stählerne Blöcke in den Boden trieben und mit flinken Griffen ein Geländer zusammenschlugen, an das etwa ein Dutzend kleine Pkerde gebunden wurden. Viele Gaffer drängten heran, denn in einem der Käfige hockte mit gebogenen Beinen Konsul, der Menschenaffe, das Wundertier mit den tausend Kunststücken, die einzig; Attraktion, die der kleine Wanderzirkus aufzuwe»» sen hatte und die Hoffnung seines Gebieters, des Signore Fageiti, der in glanzledernen Schaftstiefeln und mit einer langen Peitsche unablässig die Wagenfront auf und abschritt. BarnabaS hatte kein Geld, um in den Zirkus zu gehen, der schon am nächsten Tage wie von Zauberhänden gleich einem vom Winde geblähten hellen Geheimnisse aus der Erde wuchs. Aber seit der Zirkus im Orte war, hatte Barna-- bas eine Beschäftigung, die ihm zusagte. Er half die Pferde tränken, stopfte die Löcher zu, die von den respektlosen Händen zahlungsunfähiger Zaungäste in die Leinwand des Zeltes geschnitten wurden, und erwies sich auch sonst brauchbar genug, um am Abende mit einem Freischein für den letzten Platz der Vorstellung beiwohnen zu dürfen, die so lange dünn an Produktionen war, bis der Menschenaffe Konsul erschien und die unglaublichsten Dinge vollbrachte.„Allons, Konsüll" rief Fagetti mit einer Stimme, die immer wie ein wehes Schluchzen klang. Und Konsul fletschte die Zähne, stellte sich auf den Kopf, schlug das Rad, erhob sich zu seiner ganzen Grüße und reichte dann Fagetti bis zur Nase, die das Tier in anhänglicher Liebe abschleckte. Dann erklomm Konsul mit Windeseile das wackelige Trapez, schwang sich durch die Luft und landete m-t einem prächtigen Salto auf dem spärlichen Sande der kleinen Manege. Sein Herr aber verne-gt« sich, als habe er selbst^ soeben den, gewagten Sprung getan, und das entzückte Publikum warf Nüsse, verzuckert« Brezeln und rotwangig« Aepfel gegen Konsul, der mit zuckenden Flanken im Sande sah und teilSnabmSloS nach allen den gleichsam für ihn vom Himmel gefaUenen G-» nüffen sah. Dies alles wiederholte sich wohl eine Woche lang bis zu jenem Tage, da Barnabas eine fürchterliche Entdeckung machte. Er hatte das Wass'r zu den Pferden getragen und wollte nun wie jeden anderen Morgen Konsul besuchen, für den er heute eine besondere Ueberraschung im Hcsensacke Jeanne Ha r l o w in dem Film„Saratoga". Stadt mindestens zehn Schutzbündler im Gefängnis sitzen. Derselbe Schutzbündler ging, wegen dieser Verhältnisse nach Moskau, wo er im österreichischen Konsulat wohnte, übrigens zusammen mit mehreren Landsleuten. Wir blieben auf dem Konsulat bis zu unserer Abfahrt." Der nicht besonders gute Anzug eines der Heimkehrer hatte 670 Rubel gekostet(ungefähr 3550 KL). Die Frau dieses sozialistischen Kämpfers sagte, sie habe alles verdiente Geld auf Nahrungsmittel vertuenden müssen, und erläuterte dies mit den Preisen für Mehl(4.5 Rubel das Kilogramm, d. s, 24 KL).,(bm) Deutliche Sprache Attlees London.(Ag. Esp.) Der„Daily Herald" veröffentlicht am Montag einen Artikel von Major Attlee über seinen Besuch in Spanien. Nachdem der Führer der Labourparty seine Liebe und Bewunderung für das heldenhafte spanische Volk ausgesprochen, erklärt er, mit äußerster Scham, über die britische Negierungspolitik zurückgekehrt zu' sein, denn diese als„Nichteinmischung" ge» ! tarnte Politik sei die ganze Zeit über gegen die Interessen der gesetzlichen Regierung Spaniens gerichtet gewesen und habe nicht nur zugunsten i der spanischen Rebellen gehandelt, sondern auch der ausländischen Mächte, die in ihrem eigenen Interesse einen Angriff, itAterrMIDen Haben. Er sei voll Erstaunens über die so kurzsichtige Gleich-' gültigkeit der britischen Regierung gegenüber den wirklichen Interessen Englands. Wer das tapfere >und vorzüglich ausgebildete Volksheer und die Moral der Zivilbevölkerung gesehen habe, der .wisse, daß ohne die ausländische Einmischung der Krieg längst beendet wäre, obwohl man die Regierung an der Ausübung ihres Rechtes gehindert hat, Waffen zu ihrer Verteidigung und zur I Niederschlagung eines Aufruhrs zu kaufen. Durch die fortgesetzte Nachgiebigkeit gegenüber der einseitigen Einmischung mache die britische Regierung sich mitschuldig am Mord der Demokratie. Alle Völker aber, denen die Demokratie teuer ist, müßten mit aller Kraft dem spanischen Volk helfen, wenigstens durch Sendung von Lebensmitteln für seine Frauen und Kinder. trug: eine Handvoll süßer Mandeln, die er im. Vorübergehen dem Krämer aus der offenen Auslage geschöpft hatte. Wie gewöhnlich hob er den Lappen vom Gittergestäbe des Käfigs. Aber sch>m im nächsten Augenblicke sprang ihn das Entsetzen an: Konsul lag langgestreckt auf den Wollfetzen, mit aufgesperrtem Nachen, auf dem die. Zunge welk und spitz zur Seite hing. In den dunklen Pupillen der verglasten Augen spiegelte sich d'e junge Margensonne. Barnabas tat einen mächtigen Schrei und lockte so Signore Fagetti herbei, der Sekunden später im blau und weißge- streisten Unterkleide vor dem Käfig stand und seinem ersten Schmerze durch wüste welsche Flüche Luft machte. Dann wandte er sich zu Barnabas, der mit hängendem Kopfe dastand und noch immer die Mandeln in der Hand hielt.„Tot!" sagte er.„Unersetzlich!" Er suchte nach einem besonderen Fluche und da er nicht gleich einen fand kratzte er sich den Kopf, dessen krauses Haar noch vom Schlafe zerwühlt war. Barnabas nickte. Er blinzelte mit halbgeschloffenen Augen, wie es seine Art war, wenn ihm ein Gedanke kam.„Er war wie ein wirklich>.r Mensch—" sagte er dann,„so groß und so sehr gescheit. Aber ein Mensch ist doch noch gescheiter.. Ich meine so ein Mensch, der auch so turnen kann, und der in das Fell da hinein patzt—' Der Signore horchte auf.„Du meinst?" fragte er dann und machte eine Bewegung dazu, als würde er etwas Unsichtbares in einen Sack, nähen.— „Ja!" nickte BarnabaS.„Das meine ich. Das muß doch gehen, oder nicht? Wenn wir das FeU hübsch sauber abziehen. Er war so groß-wie ich. und ich kann auch turnen, und noch ganz andere Sachen kann ich machen—" Fagetti legte ihm die Hand auf den Mund, er sah scheu um sich. Niemand war in der Nähe, nur aus einem der W i- genfenster schüttete die Frau Direktor soeben mit resolutem Schwung das Wadhwasser. Barnabas spuckte durch di« Zähne.„Also abgemacht? Zwei- Tritt 6 Sonntag, 19. Dezember 1937 Rr. 298 MMl! Mil WM Das Ergebnis der Revierverhandciingen Prag.(Tsch. P.-B.) Die Verhandlungen über die Auszahlung einer einmaligen Aushilfe an die Bergarbeiter zum Zwecke der Liquidierung der gestellten Forderungen', zu denen es über Anregung der Regierung unter der Leitung des Ministeriums für öffentliche Arbeiten kam, wurden im Laufe der Woche mit Erfolg nn nordböhmischen, Ostrau-Karwiner, Pilsener, Falkenauer, Kladnoer und Rositzer Revier abgeschlossen. Die einmaligen Aushilfen, die jeder in der Grube beschäftigte Arbeiter erhält, sind danach gestaffelt, ob der Arbeiter ledig oder verheiratet ist und werden in zwei Raten ausgezahlt werden, mit Ausnahme des Rositzer Reviers, wo eine einzige Aushilfe noch vor Weihnachten ausgezahlt wird. Danach erhalten: Im nordböhmischen Revier(Privatgruben) Ledige 230 KL, Verheiratete 330 KL; im Ostrau-Karwiner Revier Ledige 180, Verheiratete 260 KL; im Pilsner Revier(Gruben der Westböhmischen Bergwerks-A.-G.) Ledige 155 KL, Verheiratete 230 KL; im Falkenauer Revier Ledige 150 KL, Verheiratete 220 KL; im Kladnoer Revier Ledige 120 KL, Verheiratete 200 KL; im Rositzer Revier Ledige 80 KL, Verheiratete 150 KL. Die Verhandlungen sind noch nicht abge- schlossen in Schatzlar, Schwadowitz und Handl ovä. Die Beendigung wird noch vor Weihnachten erwartet. Ostböhmisdier Textilvertrag auf 40 weitere Bezirke ausgedehnt Das Ministerium für soziale Fürsorge hat nach Uebereinkunft mit dem Handelsministerium dje. Verbindlichkeit des sogenannten ostböhmischen Textilarbeitervertrages, welcher am 22. April 1937 abgeschlossen wurde, auf folgende Gerichtsbezirke ausgedehnt: Boskovice, Brandt)- n. Labem, Bystiice nad Pernstejnem, DaLice, Böhmisch- Aicha, Habry, Holice, Chlumec nad Cidlinou, Chrudim, Jiöin, Neuhaus, Jglau, LedeL nad Sä- zavou, Libochovice, Leitomischl, Laun, Kuttenberg, Mestec Krälove, Nechanice, Deutsch-Brod, Nova Bystrce, NovL Benätky, Neustadt in Mähren, Nym- burk, Pardubitz, Pilgram, Polnä, Prag-West, Rakonitz, Rokitnitz im Adlergebirge, RiLany, So- bcslav, Schildberg, Stecken, Tabor, Tischau, Groß- Mescritsch^ Wtschau. Hohenstadt und Zbiroh. . Vertrag mit Mexiko Prag. Am 17. Dezember wurde in Mexiko ein tschechoslowakisch-mexikanischer Handelsvertrag vereinbart, der einen Rahmenvertrag auf der Grundlage der Meistbegünstigungsklausel darstellt, der von beiden Seiten verfassungsmäßig behandelt werden muß. Der Kohlenversand stark über Borjahrshöhe. Vom Jänner bis September 1937 kamen insgesamt. 651.900 Waggons Braunkohle zur Verladung gegen 589.500 Waggons in der gleichen Vorjahrszeit. Eine weit stärkere Steigerung erfuhr die Steinkohlenverladung, nämlich von 461.900 auf 656.700 Waggons. Belegschaftserhöhung auf den staatlichen Berg-' und Hüttenunternehinungc». Im Vermal in der Woche Fleisch, dann Zigaretten uno was ich sonst noch brauche!" Der Direktor schien noch Zweifel zu hegen.»Hier aber nicht!" meinte er vorsichtig.„Wir müssen schon heute weiterzie- ben. Im nächsten Ort kannst du es dann probieren." So kam es, daß Barnabas bereits am nach« sten Abende einem sehr geehrten Publikum als „Konsul, der Menschenaffe" vorgestellt.wurde. Signor Fagetti rief:»Allons, Konsul!". Und Konsul war unübertrefflich. Er sprang in toll-n Sätzen durch die Manege, turnte auf dem Trapez, fuhr auf dem Zweirad und sang sogar eia Lied ohne Worte, das er selbst auf der Viol-ne begleitete. Das Publikum raste und Signore Fa- getti strahlte. Und Konsul Barnabas brachte jed m Abend ein neues Programm. Mit den vielen Nüi- sen und Brezeln wußte er allerdings nichts anzufangen. Aber einmal traf ihn ein gut gezielter Apfel auf den Kopf. Er hatte gerade den großen Sprung vom Trapez getan und hockte schweratmend im Sande. Sein Auge suchte den Täter einen robusten Jungen mit frechem Gesichte, auf dem ein hämisches Lächeln spielte. In diesem Augenblicke vollzog sich in ihm eine Wandlung. Er wußte selbst nicht warum, aber er fühlte sich beleidigt. Nicht als Mensch, sondern als Affe. Nur widerwillig schlüpfte er diesmal aus dem Felle, um im unruhigen Halbschlummer eine: verlorenen Nacht böse zu träumen. Er fürchtete sich mit einem Male vor den Nüsien, Brezeln, Aepfeln, vor den knallenden Peitschenschlägen Fagettis, und er begann die Menschen zu hasten, die solcherart die Gesinnung ihrer Seele zu einem- Tiere entblößten. Er fürchtete die Nächte, in denen er sein Menschtum verlor und ganz der tote Affe Konsul-war, dessen armseliges Leben er. fort- sctzte. Schließlich schlüpfte er nachts in das Affen- teü mW schlief in dem Käfig... Künftiges Kanonenfutter So werden die japanischen Kinder verhetzt! Sie berauschen sich an den blutigen Siegen der Väter und spielen selbst Krieg. laufe eines Jahres konnten die staatlichen Berg- und Hüttenbetriebe ihre Arbeiterzahl um 1700 erhöhen. Gleichzeitig wurden 200 höhere Angestellte"neu ausgenommen. Arbeitercntlastungrn. Das Blechwalzwerk Karlshütte hat in der vorigen Woche 80 Arbeiter entlasten. Es ist mit weiteren Entlastungen zu rechnen. Die Elektroindustrie voll beschäftigt. Die Elektro-Jndustrie ist anhaltend gut beschäftigt. Bis jetzt war auch kein Nachlassen des Bcstel- lungseinlaufeS zu verzeichnen. Im Export findet besonders der kleine Elektromotor und die elektrischen Schweißapparate guten Absatz. ES wird mit einem vollen Bcschästigungsstand- für das ganze Jahr 1938 gerechnet. Geringe Schweine- und Fetteinfuhr. In den ersten elf Monaten 1937 kamen 224.000 Stück Schweine zur Einfuhr gegen 258.000 in der gleichen Vorjahrszeit. Die Fetteinfuhr ging bon 145.000 Meterzentner auf 212.008 Meterzentner zurück. Der Teeverbrauch der Tschechosiowakei steigt. In den.xrsten fünf Monaten des lausenden Tee-., jahrcs betrug die' Tee^Eiriftih^.d'er^fchechosto^ wakei 329.000 lbs gegen nur 311.000 lbs in der gleichen Borjahrszeit. ! Insolvenzen in den Handelsgcwerbcn im November. Nach der amtlichempStatistik wurden im verflossenen Monat 19 Konkurse(im Oktober 18) über das Vermögen von Warengeschäftsinhabern verhängt und das Ausgleichsverfahren in 43 Fällen(im Oktober 34) eröffnet. Rückgang der landwirtschaftlichen Ausgleiche. Aus der letzten amtlichen Statistik geht hervor, daß im November die Anzahl der landwirtschaftlichen Ausgleiche gemäß Regierungsverordnung Slg. Nr. 76/1936 zurückgegangen ist, und zwar von 208(im Oktober 1937) auf 191, wobei die gesamte Ueberschuldung unmerkbar zugenommen hat(11,131.768 KL im Oktober, gegen 11,068.817 KL im November). Eines Sonntags, sie waren den ersten Tag in einer größeren Stadt, fand ihn Fagetti im Käfige. Vielleicht ahnte er unbewußt, was in Barnabas vorging und eben deshalb brüllte er:»Was willst du hier? Komm heraus und gib den Pferden das Wasser!" Barnabas schrak empor.„Komin heraus! Heraus!" schrie Fagetti erbost, und als Barnabas nicht gehorchen wollte, schlug er m't der Peitsche nach ihm:„Allons, Konsul!" Der Hohn dieser Worte traf Barnabas wie ein schmerzender Hieb. Er sprang auf die Beine und hängre sich dem alternden Manne knurrend an den Hals. „Zu Hilfe!" gurgelte Fagetti. Die Türen der Wagen öffneten sich. Da ließ Barnabas von ihm ab und rannte in mächtigen Sätzen davon, an ein paar Menschen vorbei, die, starr vor Schreck, stehenblieben, weiter, durch die Gasten, über Plätze und mit einerN Male flog er gegen ein- Schar Kinder, die laut schreiend auseinanderstoben. Er kam zu Falle, kugelle wie, ein großes haariges Bündel einige Schritte, weit über das Pflaster bis zu dem Stamme eines Baumes und■ blieb füx einige Augenblicke erschöpft liegen. „Haltet ihn!" lärmten die Leute hinter ihm. „Fangt ihn! Er ist toll! Ein toller Affe ist los!" Gierige Hände griffen zu. Er biß nach ihnen sprang auf die Beine und hastete den Stamm hinauf. Drunten standen dunkel und drohend Hunderte von Menschen. Er aber saß hoch oben im Gezweige und spie herab auf sie. Eine Pickelhaube glänzte im Sonnenschein.„Nicht schießen!' schrie Signor Fagetti, der atemlos gelaufen kam. »Nicht schießen! Er ist ein Mensch!" Das hörte Barnabas noch. Das kleine, belle Wölkchen aber, das sich zur selben Sekunde von der gleißenden Pickelhaube zu Höfen schien, dünkte ihm wie ein plötzlicher wuchtiger^Schlag auf den Kopf. Sein letztes Empfinden war eine ungeheuere Leere, in die er haltlos stürzte. Roosevelts neues Lohn« und Arbeitsgesefe gefallen? Washington.(Reuter.) Das Repräsentantenhaus hat mit 216 gegen 198 Stimmen be» schloffen, das Gesetz über die Löhne und die Arbeitszeit an den Arbeitsausschuß des Repräsentantenhauses zu verweisen. Damit erscheint der Entwurf eigentlich abgelehnt. Französische Arbeitslosigkeit. In der ersten Dezemberwoche ist die Zahl der französischen Arbeitslosen auf 337.983 Personen gestiegen, gegen 332.850 in der Vorwoche. In der gleichen Vorjahrszeit wurden 407.332 Beschäftigungslose gezählt. Die englischer Notstandsgebiete waren im Unterhaus Gegenstand einer Debatte, die durch die Arbeiterpartei hervorgerufen wurde. Die Kritik, welche die Labour Party an der Passwität der Regierung übte, stieß jedoch auf taube Ohren. Das Unterhaus hat den Antrag der Labour Party, der Regierung wegen ihrer Industrie-Politik insbesondere in den von der Krise betroffenen Gebieten eine Rüge zu erteilen, abgelehnt. Schwedens Handschuhindnstrie fordert erhöh-' fen Zollschutz. Die schwedischen Erzeuger von Lederhandschuhen brachten bei den zuständigen Stellen den Antrag auf eine Zollhinaufsetzung auf Lederhandschuhe ein. Tie Tschechoslowakei ist am schwedischen Handschuh.narkt stark interessiert. In den ersten zehn Monalen bezog Schiveden aus der Tschechoslowakei für 7.1(i. V. 5.4) Millionen Lederhandschuhe und war damit viertbester Kunde der Tschechoslowakei. Aus aller Welt Spanisches aus Dänemark. Zwischen den baskischen Kindern, die in Kopenhagen unterge- bracht sind, und ihren Alterskollegen von der dänischen Arbeiterjugend werden jetzt häusig Fußballspiele ausgetragen, wobei sich die kleinen Spanier meist als die Beweglicheren erweisen und ost gewinnen.— An der Universität Kopenhagen lehrte seit 19 Jahren ein Dr. Bratli die spanische Sprache. Er war von Madrid dafür angestellt, wie■ auch Dänemark Lehrer des Dänischen an ausländischen Universitäten erhält. Als nun der spanischen Gesandtschaft bekannt wurde, daß Dr. Bratli im Unterricht Franco- Zeitungen, wie„ABT", verwendet, berichtete sie nach Hause und der Lehrauftrag wurde zurückgezogen. Herr Bratli, der behauptet, kein Faschist, sondern ein Anhänger der vorigen (gleichfalls demokratischen) Regierung zu sein, möchte nun als Privatdozent weiterlehren, aber dazu müßte er Kopenhagener Doktor sein. Er hat aber sein Diplom von Madrid. bn. Konferenz gegen die Heuschrecken. Die Regierung des Libanon hat für Dezember eine Konferenz zur Bekämpfung der Heuschreckenplage zusammenberufen, an der die Vertreter Syriens, des Libanon, des Irak und der Türkei teiksiehmen werden. Den unmittelbaren Anlaß zur Einberufung der Konferenz hat die Tatsache gegeben, daß gerade in diesem Jahre die von Heuschrecken angerichteten Schäden in diesen Ländern besonder», groß waren. Im Mittelpunkt der Konferenz werden die Vorträge über die Erfolge stehen, die man mit dem»Petroleumgraben"-System gemacht hat: das ganze Land wird, soweit es bedroht ist, durch Gräben zerteilt, die unmittelbar vor Auftauchen der Jnsektenschwärme mit Petroleum gefüllt werden. Sowie der Schwarm nahe genug herangekommen ist. wird die Flüssigkeit in Brand gesteckt. Die hohe Rauch- und Flammenmauer verhindert i das weitere Vordringen der Insekten. Um den Schwarm endgültig zu vernichten, wird ihm auch der Rüchzug abgesperrt: auf beiden Seiten und im Rücken werden ebenfalls Petroleumgräben äusge« hoben und angezündet, so daß die Heuschrecken in einem brennenden Viereck rettungslos eingeschlossen find.• Man erhält für KL 100 Reichsmark.... 628.— Markmünzen... 9 680.— 100 österreichische S chilling • 528.50 100 rumänische Lei.. 9 16.20 100 polnische Zloty.. 9 9 508.50 100 ungarische Pengö.. 9. 9 551.50 100 Schweizer Franken. - 9■ 656.50 100 französische Francs. 9. , 9 96.20 1 englisches Pfund.. 9 141.25 1 amerikanischer Dollar. . 9 28.30 100 italienische Lire.. 9 9. 115.40 100 holländische Gulden. 1577— 100 jugoslawische Dinare. 9 62.05 100 BelgaS 482 50 100 dänische Kronen.. 631.— 100 schwedische Kronen.. *. • 729.— Bernard Shaw oder Shirley Trmple? Die Studenten der schottischen Universität St. Andrews lieben Bernard Shaw ganz besonders und haben schon seit langem di« Absicht, ihn an ihre Hochschule zu fesseln- Als vor einigen Jahren der Posten des Rektors der Universität vakant wurde, schlugen sie, und zwar in durchaus ehrerbietigen Formen, Shaw vor, seine Kandidatur dafür aufzustellen, seine Wahl sei absolut gesichert. Shaw in seiner beliebten Arr antwortete mit einem Telegramm, daß er sich als nicht genügend unbedeutend fühle, um diesen Postens anzunehmen. Jetzt steht wieder die Wahl des Rektors von St. Andrews bevor, und wieder find die Studenten an Shaw herangetreten, allerdings telegraphierten sie diesmal:»Wir halten Sie. für den Unbedeutendsten der Unbedeutenden." Rückantwort war bezahlt, und zwar, da fie auf eine ausführlich« Stellungnahme von Shaw rechneten, für volle 90 Worte. Shaw telegraphierte aber ein einziges Wort, nämlich:.Nein." Woraus die Studenten von St. Andrews, denen man wirklich. Witz zugestehen muß, der fich sogar mit dem Shawschen messen kann, ein neuer Telegramm absandten:„Erträgen Si«, bitte, noch einmal. In der Stichwahl stehen Sie und Shirley Temple." Rückantwort war diesmal nicht bezahlt und Shaw meldete fich auch nicht.'•■ ßencsttssacck Der gelbe Diamant Vier Sachverständige im Widerstreit Prag.—rb— Vor dem Strafsenat der GR Dr. R o s e k wurde ein Preetz verhandelt, der in mehrfacher Hinsicht interessant ist. Der Angeklagte, Inhaber einer Trödlerkonzeffion, stellt den Sachverhalt folgendermaßen dar: Eines Tages seien bei ihm ein guter Bekannter und Geschäftsfreund erschienen und habe ihm einen gelben Diamanten zum Preise.a>ott-7LNt».KL der«, kaufen wollen.. Der verhältnismäßig billige Preis dieses aus Rußland stammenden Edelsteines, wurde dadurch erklärt, daß dieser Diamant einen kleinen Fehler aufwies, der bloß für Fachleute erkennbar war. Als Nichtfachmann habe der Angeklagte das Gutachten verschiedener Sachverständiger«ingeholt. die ihm übereinstimmend den geforderten Preis als übertrieben bezeichnet hätten. Run ist dieser Diamant aber auf ungeklärt« Art verloren gegangen und der Angeklagte hat tatsächlich alle möglichen Vorkehrungen getrosten, um den Diamanten tvieder zu erlangen. Er erstattete die Verlustanzeige, verständigte alle Versatzämter, setzte sich mit dem StraßenreinigungSrefe» rat des Magistrats in Verbindung, um an den Stellen, wo dieser Stein eventuell verlorengegangen sein konnte, gründliche Suche zu halten. Als alle Mibe vergebens war. habe er dem Verkäufer freiwillig, den ursprünglich geforderten Kaufpreis von 7500 KL bezahlt, obwohl er ihn für übertrieben erachtet« und von dem verlorenen Stein überhaupt keinen Nutzen hatte. Der Verkäufer behauptet nun demgegenüber, daß er sich bei der Erstellung des Angebotes g e i r r t habe. Der Stein sei nicht 7500 KL, sondern an 30.000 KL wert. Der ursprünglich genannte Verkaufspreis habe sich auf ein Karat bezogen und da der Stein vier Karat wog, bewege sich der angemessene Preis um den Betrag von 30.000 KL. Der Verkäufer erstattete gegen den Trödler die Stra f-, a n z e i g e, in der er der Vermutung Ausdruck gab. daß dieser von Anfang an den großen Wert des irrtümlich zu niedrig taxierten Steines erkannte und diesen bloß deshalb fälschlicherweise als verloren ausgegeben habe, um sich das kostbare Stück mit. der Bezahlung eines unverhältnismäßig geringen Preises aneignen zu können. So stand Aussage gegen Aussage und beide Parteien konnten mit Zeugen aufwarten, die in. ihrem Sinne aussagten. Kompliziert wurde die. Situation noch durch den Umstand, dgß die geladenen Sachverständigen sichln einem geradezu grotesken Widerstreit Aer den Wett eines solchen Steines-befanden. Die von verschiedenen- Sachverständigen etttatteten Schätzungen eines solchen Steines gehen in solcher Weise auseinander, daß die einen einem solchen Stück nicht einmal den Wert von 7500 KL zuerkennen wollten, während andere bereit waren, dem Stein einen Wert von 10.000. 15,000, ja sogar Loer 30.000 KL zuzugestehen. Der Verteidiger Dr. Mellan unterzog di« Anklage einer schatten Kritik, der sich der Gerichtshof in allen wesentlichen Punften anschloß und den Angeklagten fx ei sprach. Unzucht wider die Natur Prag.—rb— In geheimer Verhandlung war gestern vor dem Strafsenat des GR Dr. Krys- tüfek der in Eisleben bei Halle geborene und nach Berlin zuständige Architekt Paul Köster der widernatürlichen Unzucht angeklagt.- Wie aus dem östentlich verkündeten Utteil hervorging., bat sich der Architekt, der in Prag eine Reihe großer Bauprojekte durchqefühtt hat. an zwei Soldaten und einem Arbeitslosen in widernatürlicher Att vergangen. Das Urteil lautete auf vier Monat« Kerker bedingt. Sonntag, 19. Dezember 1937 «r. 298 Seite 7 Vie Tschechen und die Demokratie Im Rahmen einer Parteiversammlung der Deutschen sozialdemokratischen Bezirksorganisation Prags hielt Freitag, den-17. Dezember, im Hand« Werkerverein in Prag Genosse Dr. Emil S t r a u h einen Bortrag über..Das demokratische Prinzip in der tsh ethischen Geschichte". Der Vortragende ging davon aus. daß'die' Staatsverfassungen nicht vom Nationalcharakter, sondern von den jeweiligen gesellschaftlichen'Zuständen abhängen. DaS zeigt sich auch in der tschechischen Geseichte und die stärke de- mokratise Ideologie des tschechischen Volkes sei eben daS Ergebnis der Geschichte des Volkes. So ist der Schöpfer der tschechischen Schriftsprache Hu» ein sozialer Revolutionär gewesen, ein Führer im Kampfe gegen die herrschenden Klassen, wahrend Martin Luther der Schöpfer der deutschen Schriftsprache, der größte Feind der«rufständischen Bauern gewesen »ei Und an der Seite des Fürsten und nicht deS Volkes gestanden habe. Ebenso war die grobe geistige Bewegung, die an die Hussitenzeit anknüpft, demokratisch und revolutionär. Der grobe Friedensapostel Peter ChelLickh hat die Herrengeburt als etwas IsnhriftlicheS bezeichnet und her grobe Pädagoge Ämos CoMenius hat die allgemeine Schulpflicht gefordert, weil' er vom gleichen Recht aller Menschen ausgegangen ist. Ebenso ist der Aufstieg der Tschechen im IS. Jahrhundert Hand in Hand mit der Entfaltung der Demokratie gegangen. Im Gegensatz dazu ist es im deutschen Volke niemals gelungen, di« nationale Einheit mittels der Demokratie zu verwirklichen. Weder die aufständischen Bauern deS 16. Jahrhunderts, noch die Revolution der Bürgertums im IS. Jahrhundert vermochte die Einheit deS Deutschtums zu verwirkliche». DaS Deutsche Reich hak Bismarck durch Blut und Eisen geschaffen und der'Glaube an die Gewalt wurde nationale Tradi- rron' im deutschen Volke. Deshalb hat das demokratische Deutschtum in seinem Volk« viel größere Schwierigkeiten zu überwinden als die tschechische Demokratie. Um so größer ist die Mission des demokratischen Deutschtums, zumal in der Tschechoslo« tbakei, da dir deutsch« Demokratie in Deutschland und Oesterreich heute nur ein unterirdischer Leben führen kann. Je mehr die sudetendrutsche Demokratie ihre gesamtdeutsche Aufgabe erkennt, desto eher wird sie ünstande sein, ihre geschichtlich« Leistung zu vollbringen. Die Anwesenden spendeten den instruktiven Ausführungen des. Vortragenden reichen Beifall. R. L. Prager Lebensmittelmärkte WeihnachtMtlmmung auf den Märkten und tat den Gassen Alle Prager Obst- und Fleischmärkte, Gassenläden und AuSlagesenster find im Zeichen der Weih- nachtsfeiertage. Neben den ständigen Märkten ha« beu-sichchoch WeihnachtKnärkt«. etabliert. Der größte unter ihnen ist am Karlsplay. Welt'er schon am 2. Dezember eröffnet wurde. Jetzt sind auch Märkte w der Ritter- und in der Melantrich«Gaffe eröffnet worden. -c Nicht unbemerkt bleibe der WrihnachtSmarkt ,Aa Kampi" in Prag III, wo man Tonwaren zu Haufen bekommt. - Die Preis« sind im wesentlichen unverändert ge- bliebenr Gemüse. Häuptelsalat ist wieder um 50 Heller per-Stück teuerer geworden(jetzt—.60 bis 2 Kt). Spinat verkauft man um 1.20 bi« 2 K{ per 1 Kilogramm. Kartoffeln gewöhnliche 60—70 Heller. Dlauaugen V0 Heller, Kipfel prima 1.20 KL Obft^ Ausländische Aepfel sind um 1 KL teuerer geworden(4—12 KL), Orangen ebenso um 1 KL tcuerrr<6.60 bis 9 KL), Mandarinen sind um 2 KL billiger geworden<6—8 KL). Herbstschwimme sind nicht mehr auf den Märkten.«S gibt nur Champions um IS—20 KL Geflügel und Wild find im ganzen zu dey bisherigen Preisen erhältlich: Gans 1 Kilogramm 10 biS 13 KL, Schmalzganz 12 bis 14 KL. abgehackt 14—IS KL, GanSieber-um Rösten Stück 8—8 KL. Gansgekröse Stück 9—12 KL. ohne Magen 8 bis 6 KL. Hausente Stück 26—40 KL. Huhn 1 Kilogramm IS KL, Stück 10—25 KL, Henne Stück 16—85 KL, Tauben Paar 12—18 KL. Perlhenne Stück 18—25 KL, Kapauner 1 Kilogramm 20 bis 22 KL, Fasanen Stück 16—26 KL, Rebhuhn Stück 6—S KL. Hasen im ganzen 1 Kilogramm 7 KL. abgezogen Vorderteil 4—6 KL, Hinterteil Stück 13— 26 KL. Rehfleisch Brust 10 KL. Schulter 14 KL, Schlegel 18—20 KL, Hirschfleisch vorderes 6—10 KL, hinteres 16 KL. Schwarzwild 10 bis 18 KL. Fische. Karpfen 1 Kilogramm 13.60, Hecht 16—18, Schleie 8—12, Aal 80—38, Fotellen 14— 18, Lachs 40—50, Seelachs 5—12, Stockfisch 6—12 KL. Fleisch. Rindfleisch: Vorderes mit Zuwaage 9—14 KL, Hinteres 11—17, Vorderes ohne Zuwaage 11—16, Hinteres 13—19, Lungenbraten mit Zuwaage 18-7-20, ohne Zuwaage 20—28, Schweine- flci'ch: Vordere- mit Zuwaage 8—11, Hintere» 11 bis 15, Vorderes ohne Zuwaage 10—18, Hintere- 13—18. Kalbfleisch: Vorderes mit Zuwaage 9 bis 12, Hinteres 11—14, Vorderes ohne Zuwaage 11 bis 14, Hinterer 14—24. Schöpsenfleisch: Vorderes mit Zuwaage 8—11, Hintere- 10—14, Vordere- ohne Zuwaage 10—18, Hintere- 12—10 KL Der Klub deutscher Künstlerinnen und Kunstfreund« veranstaltet im Lause Perlltstn 6/1 eine WeihnachtS-BerkaufSausstellung, die noch bi- mit 22 Dezeucher geöffnet bleibst E- sind Arbeiten von Künstlerinnen und Kunstgewerblerinnen aus Prag, BöbmeU und Mähren ausgestellt. Gemälde und Graphik. Kleinplastik, Stickereien. Trachten und ähnliche Handarbeiten, kunstgewerbliche Erzeugnisse aller Art dar:'nter Bastarbeiten au» Haida und Keramik aus Lrw'n bei Auscha. Besondere Beachtung verdienen dk» V'"nen. von Künstlerinnen entworfenen, von Heimarbeiterinnen ausgeführten Klöppelspihen, di« die.Gesellschaft zur Förderung der Heimarbeit für Rothau und Umgebung" ausstellt. Ferner macht der Klub auf den erblindeten akademischen Bildhauer Erich Hübner aufmerksam, der in Karlsbad lebt. Mitten in folgreichem Schaffen ist er durch Krankheit erblindet, aber auch jetzt noch setzt er seine künstlerische Arbeit fort. Lediglich nach dem Gefühl seinerHänd« formt«! plastische Porträts. DaS aus- gestellte Porträt einer.Schülerin mit Rosen" legt Zeugnis.ab für das Bemühen des Künstlers, der der hilfreichen Unterstützung dringend bedarf.— Der Klub deutscher Künstlerinnen und Kunstfreunde, der seit etwa 25 Jahren besteht, betätigt sich vor allem auf dem Gebiet« der Wohlfahrtspflege. Seit dem Kriege unterhält er au- Spenden und Sammlungen «ine Mittelstandsküche, in der er unbemittelten Kunststudieretidtn. hauptsächlich Frauen und Mädchen, ständige Freitische gewährt, di« jeweils zu Beginn des Schuljahres vergeben werden. eh ÜUS der Partei Vezirk-organisatio» Prag der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Montag, den 20. Dezember findet im Parteiheim, SmeLky, die fällige Obmännerkonferenz statt. Die Vertreter der einzelnen Organisationen werden ersucht, rhre Programme schrifüich mitzubringen, um einen rascheren Verlauf der Besprechungen zu erreichen! Vrrttnsnacilrickten Sozialistischer Juqrndvcrband, Kreis g Prag. Wochenprogramm: L n Dienstag. 21. Dezember, DSAP- Mtow 1 M Heim. 7 Uhr, Gruppe Prag H: .Politische und fiqiabe Demokratie", s USt. Gruppe Prag I:.Volks-' sozialiSmuS". FBSA-Heim, 8 Uhr, Gruppe Prag VII:-.Buntes Heim".— Mittwoch, 22. Dezember: Abfahrt in- Riesengebirge. Nähere» bei den Funktionären. Mitteilungen aus dem Publikum. ES kommt vom Himmel. Go sagte man einst, wenu man etwa- besonders Gute- meinte. Seitdem die Menschen den Himmel erobert haben, muß leider damit gerechnet werden, daß auch BöseS vom Himmel kommt. Sie schützen sich dagegen, indem Sie schon jetzt für nur KL 69.— ein Fatra-GaSma-ke kaufen. Sorgen sind Angelegenheiten deS Manne». Früher sorgten die Frauen für die Wäsch«. Die Männer gingen am Waschtag in schlecht,.! Laune weg und kehrten erst dann zurück, wenn schon alle- gewaschen war. Heute ist dies schon ander». Heute sorgen„Dreimänner" für die Wäsche. Ihr Waschpulver reinigt die Wäsche schon während deS AuSkocheni. Mit ihrer Terpentinölseife werden die sehr schmutzigen Stellen nur leicht nachgewaschen. Die Wäsche ist im Ru rein, blendend weiß— wie von der Rasenbleiche. Im Anto mit Kohle heize»— wäre sehr unpraktisch und dann unaushaltbar, deshalb zieht sich der Autofahrer in erster Reihe wärmendes und leichtes Schuhwerk an. Fragen Sie«inen bekannten Autofahrer, der vorige» Jahr in Bala-Diplomat-Schuhen lange Winterreifen im Auw gemacht hat. wie zufrieden er war. Bestimmt kommen Sie in den nächsten Mi- I nuten in die Bata«Verkaufsstelle und verlangen di« so bewährten und diesmal noch vervollkommneten Baka- Diplomat-Schuhe. Ein Fimmel für Häuslichkeit... wird in der nächsten Zeit zur Freude aller Hausfrauen— und Mütter ausbrechen. Gatten und Kinder werden nicht bereit sein, die Wohnung zu verlassen. Sie werden all« lieber mit einem Buche oder bei einer Hausarbeit sitzen, die Füße in den so wohligen, weichen Hausschuhen Bata. In jeder Baka-BerkaufSswlle können Sie jetzt schon die neue, reichhaltige Hausschuhe- Kollektion sehen. Nach 8 Uhr keine Nervosität... Ja aber, kann man denn Nervosität mit einem Lichtschalter auslöschen, so wie dal Licht? Nein, aber man kann auf der Straße nicht in Hausschuhen gehen und sich nur freuen, daß man abends nach Hause kommt und in weich«, warme, wohlige Baka-Hau-schuhe schlüpft, die einen allen Kummer, alle Sorgen— und alle Nettositar sofort vergeffen lasten. Stellen Sir auf den Gabentisch, was er besonder» liebt— Marmelade,/ Jam, Kompott, Honig, PickleS oder eine andere Delikateste— aber in Glaspackung, damit Sie auch sicher wiffen, daß der Inhalt tadellos ist. 2 JCuftsi mut Mssen Prager Oper in Bodenbach. Im Städtethegter Tetschen-Bodenbach gelangt am 16. Jänner PucctniS „Tosca" unter der Musikleitung H. G. Schicks mit Fine Reich-Dörich, Kutt Erich Preger und Josef Hagen a. G. zur.Aufführung.(DTD) Wochenspielplan deS Reue« Deutschen Theaters. Sonntag 2s4: Hänsel und Gretel, 7%: Kleines Glück auf der Wieden, D.— Montag 6%: Kabale und Liebe, Theatergemeinde- der Jugend-(grüne Karten) und freier Verkauf, Abonnement aufgehoben.— Dienstag 7%: Schottenring. Gastspiel Werbezirk, A 1-,— Mittwoch 7%: Frauen in New Nori, B 2.— Donnerstag und Freitag geschloffen. — Samstag 2%: Frauen in New Aork. 7%: Andre ChLnier, Erstaufführung, A 2.— Sonntag 2%: Schottenring. Gastspiel Werbezirk, 7%.: Wiener Blut, neueinstüdiert. Bl. Wochrnspielplan dm Kleinen Bühn«. Sonntag 3: Paßstraße 13, 8: Firma.—- Montag 8: Drei Akte mit Musik, Bankbeamte l und freier Verkauf.— Dienstag 8: Kabale und Liebe, Bankbeamte II und freier Verkauf.— Mittwoch 8%: Axel an der Him- melstür, volkstüml. Vorstellung.— Donnerstag 8: Acht Ruder im Takt, Theatergemeinde des Kulturverbandes und freier Verkauf.— Freitag: geschlossen. — Samstag 8; Georg und Margaret. 7*4: Erinnerst du dich? Erstaufführung.— Sonntag 3: Firma, 8: Erinnerst du dich? Der Dior Schwarzes Gold Unter den vielen Hollywood-Filmen, die in der amerikanischen Vergangenheit spielen, ist dieser Film aus den sechziger Jahren des vorigen Jahrhundert»/ bett"bei: armenisch« Regisseur Ruben Manrou- lian geleitet bat. der malerischste und stimmungsvollste. Die Filmbilder sehen hier wahrhaftig wie alt« Photographie» aus, die Kostüme und Inneneinrichtungen der Zeit find reizvoll verwendet,«in j Kabarett und ein ZirkuS von anno dazumal,«ine i alte Eisenbahn,«in Rummelplatz— ja selbst die Natur hat etwa» von jener Vergangenheit, in der e» noch keine Telegraphenstangen. Autostraßen uns Flugplätze g