Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Cinzelpreis 70 Heller Redaktion und Verwaltung: Prag XII., Fochova 62 Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub- Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Prag Aus dem Inhalt: Massenverhaftungen von SdPFunktionären in Nordböhmen Beim Deutschen Turnverband: ,, Es steckt in jedem ein Schweinehund!" Auch der Senat in Ferien 17. Jahrgang Mittwoch, 22. Dezember 1937 Deutscher Sender in Belgien Teruel erobert! Brüffel.( hs) Die Regierung hat beschlossen, in der Nähe der Stadt Eupen eine Rundfuntsendestation zu errichten. Die Sendestation foll Organisationen zur Verfügung gestellt wer ben, welche Sendungen in deutscher Sprache veranstalten. Auslaufbefehl an USA- Kriegsschiffe Ein glänzender Sieg der Republikaner Nr. 300 Sessionsschluß Nun hat auch der Senat seine Tagung abs. geschlossen und damit sind die diesjährigen parla mentarischen Arbeiten beendet. Niemand wird bes streiten können, daß das Parlament in wenigen Barcelona. Nach fiebentägigen Kämp-| feindliche Verteidigungslinie rings um Teruel Wochen ein sehr reiches Arbeitsprogramm erledigt. fen erfochten bie republikanischen Truppen einen schon am Sonntag zertrümmert, doch leisteten ver- hat, wenn es auch zumeist wenig populäre Dinge der glänzendsten Siege des Bürgerkriegs auf sprengte Trupps der Aufständischen noch am Mon- waren, mit denen sich unsere geseßgebenden Kör, einer strategisch entscheidenden Position: am tag an wichtigen strategischen Punkten Wider. perschaften befassen mußten. Denn neben der Genehmigung des Staatsvoranschlages, die zum Dienstag find die Soldaten der Republik in stand. Der Vormarsch von Süden her war insbe- obligatorischen Bestand jeder Herbstfession gehört, Teruel eingezogen. Damit ist die östlichste Po- fondere durch eine in dem Dorfe Villa Espefa ver- waren es vor allem Steuervorlagen, die zur VerLondon.( Eigenbericht.) Neun amerikanische Torpedobootzerstörer verließen voll- fition der Faschisten gefallen, von der auß fie fdjanzte Kolonne der Aufständischen aufgehalten, handlung standen. Indessen ist sich niemand im kommen unerwartet und plöslich den Hafen von einen großangelegten Durchbruchsversuch unter die heftigen Widerstand leistete. Dieser Wider- Zweifel darüber, daß die unbestreitbar drückenden San Pedro mit versiegelter Order. Die Mann- nehmen wollten, deffen Ziel es gewesen wäre, stand wurde im Laufe des Montag gebrochen. tarischen Beschlüsse sind, angesichts der weltpoli Lasten, die das Ergebnis der jüngsten parlamen schaften und Offiziere, die sich auf Weihnachts- Katalanien vom übrigen Spanien abzuschneiden. Zugleich schoben die vom Often her eingeleiteten tischen Situation unvermeidlich waren und widerurlaub befunden hatten, sind zurückberufen wor- Teruel ist von Madrid 200 Kilometer entfernt, Operationen die angreifenden Regierungstruppen spruchslos hingenommen werden mußten. Hat doch, den. Ueber die Bestimmung der Schiffe wurde in einem von der Zeit" allerdings zensurierten von der Küste des Mittelmeeres kaum 100 kilo-| bis an die Mauern der Stadt heran. amtlich noch feine Erklärung abgegeben. Raisus seiner Rede, sogar Herr Dr. Peters zuAus halbamtlicher Quelle wird gemeldet, meter. Der Angriff der Republikaner hatte die geben müssen, daß in der allgemeinen Aufrüstung daß neun Eskadrillen Erkundungsflugzeuge, dars auch, die Tschechoslowakei zu rüsten genötigt ist. unter drei große Wachflugzeuge, den Befehl ers Ein Erfolg der Chinesen ** " hielten, sich sofort zu ihrer Basis bei San Diego Nach der Eroberung von Villa Espefa fonnte gebrüdten Straße nach Saragossa die einzige Ver- Mit umso größerem Rechte fönnen alle aufrich zu begeben und startbereit zu bleiben.( San der Konzentrische Angriff auf die Stadt erfolgen, bindung der Stadt mit der Francoetappe. Am tigen Demokraten feststellen, daß das Parlament Bedro liegt 200 Kilometer nördlich von San in der die Aufständischen noch die strategisch wich- Dienstag teilte der Verteidigungsminister Prieto in seiner Herbsttagung eine harte, aber unabweisDiego entfernt und ist einer der Haupthäfen Kas tigen Punkte Alter Friedhof und Kaserne der in Barcelona den Journalisten mit, daß die Repu- liche Pflicht erfüllt hat. liforniens am Pacific.) Zivilgarde behaupteten. Auch diese Pofitionen blikaner Teruel erobert haben. Der Jubel über Unser Parlamentarismus hat damit aber wurden nach heftigem Ranipfe im Laufe des diesen glänzenden Erfolg der republikanischen auch seine Leistungsfähigkeit und Raschheit der Dienstag in unwiderstehlichem Angriff der Nes Waffen ist im republikanischen Spanien grens Entschließung neuerlich bewiesen. Den Reford des publifaner eingenommen. Gleichzeitig mit der zenlos. großen Faschistenrates, der seinem Herren und vollkommenen Eroberung von Teruel wurden hef Meister in wenigen Minuten die Ermächtigung tige Angriffe der feindlichen Entsaztruppen bluTeruel ist die Hauptstadt der gleichnamigen zu einem Entschlusse von der Tragweite eines tig abgewehrt. Die Angriffe auf den Ring der Probing im Osten Spaniens. Die Stadt hat etiva Austrittes aus dem Völkerbunde erteilte, ist die Belagerer setzten fich auch am Dienstag, aller 12.000 Giniwohner und liegt 892 Meter über Nationalversammlung freilich nicht annähernd dings erfolglos, fort. Dienstag früh fonnten die dem Meer am linken Ufer des Guadalaviar, der nahegekommen, aber ein solches Beispiel ist auch Republikaner ihre Linien bis an die Eisenbahn hier den Afambrafluß aufnimmt. Teruel ist auf feineswegs vorbildlich für ein demokratisches Par schieben, wodurch das Schidfal der Stadt besie- einen steilen Hügel gebaut, der eine gute Vertei- lament. Vielmehr können unsere Abgeordneten gelt war. Die Eisenbahn war neben der schon eins Idigung der Stadt ermöglicht. Shanghai.( Habas.) Aus Hankau wird gemeldet, daß in Tatunpao etwa 20.000 chinesische Soldaten, die sich auf dem Rückzuge aus Nanting befinden, der 18. japanischen Infanterie- Diviſion in den Rücken gefallen sind. Sobald dies bekannt wurde, find die chinesischen Truppen west lich von Wuhu gleichfalls zum Angriff überge gangen. Es ist eine Schlacht im Gange, in der die Chinesen das lebergewicht haben. Verstärkungen für Franco London.( Eigenbericht.) Italien hat siebenbis achttausend Araber nach Spanisch- Marotto geschickt und sie dort in die spanische Fremdenlegion eingliedern lassen. Nach der Ausbildung wurden sie nach Spanien befördert, wo sie in den Reihen der Franco- Armee gegen die Republik fämpfen. Knapper Sieg Tatarescus Großer Wahlerfolg der rumänischen Faschisten sich zugute halten, daß sie ein überreiches Programm nicht einfach mechanisch abgewickelt, sons dern wirklich durchgearbeitet haben. Die Budgets beratung ist dabei freilich zu furz gefommen. Die, Notwendigkeit, für einen wesentlich erhöhten Staatsaufwand die Bedeckung zu finden. batte die Einbringung des Voranschlags verzögert und das mit die fnappe Zeit der vierfachen Verhandlung Verbündeten) steht mit knapp über der Hälfte der in zwei Ausschüssen und zwei Plenarberatungen Mandate, die ihr auf Grund der Prämie sowie noch weiter verfürzt. Wenn auch der Spar- und auf Grund des Proporzes zufallen, an der Spiße. Stontrollausschuß, also eine parlamentarische Stör Es folgt die nationale Bauernpartei, welche etwa perschaft, an den Vorarbeiten beteiligt war und 21 bis 22 Prozent aller Stimmen auf sich vers wenn das Parlament auch aus der Not cine Tueinigt hat. Die nationale Bauernpartei behaup- gend machte, indem sich die Debatte über den Vortet, sie hätte eine viel größere Stimmenzahl er- anschlag auf eine große und grundsätzliche polis reichen können, wenn die Wahl völlig unbeeintische Aussprache konzentrierte, so wollen wir die flußt gewesen wäre. Unmittelbar nach der natio- einmal im Jahre wiederkehrende Gelegenheit, die nalen Bauernpartei kommt die Eiserne staatliche Administrative der parlamentarischen Garde mit etwa 20 Prozent der abgegebenen Kontrolle zu unterwerfen, in Hinkunft nicht verNach dem Ergebnis der Kammerivahlen vom Stimmen. Dieser Erfolg der Eisernen Garde zichten. Als Positivum der politischen Aussprache Sonntag dürfte in der am 17. Feber 1938 zu lenkt die Aufmerksamkeit aller politischen Kreise ist auch die parlamentarische Sanktionierung der sammentretenden Deputiertenkammer des ruma in hohem Maße auf sich. An vierter Stelle dürfte nationalpolitischen Beschlüsse zu werden, wobei nischen Parlaments die Vertretung der Parteien die national christliche Partei stehen, die Abgeordneten der sudetendeutschen Partei Handelsvertrag mit Ungarn( nationalliberale Bartei und ihre fartellierten dentén. die folgende sein: Die Regierungsparteil an fünfter Stelle die liberalen Diffidurch ihre Zustimmung zur Resolution Jafsch und Beneš nach Paris Sicherem Vernehmen nach ist Staatspräsident Beneš zu einer Reise nach Paris eingeladen worden. Auch diefe Reise soll der Festigung der französisch- tschechoslowakischen Beziehungen dienen und dürfte beim Befuche von Delbos in Prag besprochen worden sein. vom Ministerrat genehmigt Bukarest. Aus den im Laufe der Nacht bis 6 Uhr früh mitgeteilten Teilwahlziffern geht hervor, daß die Regierung in 40 von 73 Wahl bezirken mit 41,2 Prozent aller abgegebenen Stimmen an der Spite steht, also einen Wahl sieg errungen hat. In Bukarest ist das Ergebnis folgendes: von etwa 60.000 abgegebenen Stimmen entfielen auf die Regierungsliste 23.000, auf die Nationale Bauernpartei 14.000, auf die Eiferne Garde 13.000, auf die Liberalen Diffidenten 4000 Stimmen. P Die Grenzen englischer Geduld Chamberlain vor dem Unterhaus Genossen das Werk bejahen mußten, das sie vordem als nationalen Berrat" geschmäht hatten. Prag. Der Ministerrat hielt Dienstag Die Bedeckungsvorlagen, in die auch der nachmittags die letzte Sizung vor Weihnachten Bauregreß einbezogen wurde, hat das Parlament ab. Er beriet und genehmigte den neu vereineiner sehr ernsten. kritischen und fruchtbaren Bebarten Handelsvertrag mit Ungarn ratung unterworfen, qus der sie mit manchen einschließlich des Abkommens über die Regelung fachlichen Abänderung und alle mit einer dreis des Grenzverkehrs. Weiter wurde das HandelsLondon.( Eigenbericht.) Die Party den Austritt Italiens aus dem Völkerbund jährigen Befristung hervorgingen. Wenn dabei abkommen mit Afghanistan genehmigt. Unterhausdebatte vom Dienstag brachte nicht viel feineswegs bedauert, da Italiens Zugehörigkeit an dem gesamten Bedeckungsplan, der ja schon Gleichfalls genehmigt wurde das Abkom- Nenes, da Chamberlain den gegenwärtigen zu Genf eine der Ursachen für die Schwäche des aus eingehenden Regierungs- und Koalitionsbemen über die kulturellen und fünstlerischen Be Zeitpunkt nicht für geeignet erachtet, eingehendere Völkerbunds gewesen sei. Besonders eingehend ratungen hervorgegangen war, nichts grundstürziehungen zwischen der Tschechoslowakei und Erklärungen abzugeben. Immerhin war die Zu- wurde die Lage im Fernen Osten behandelt und zendes geändert wurde, so kann daran nur ein Dänemarf, welches vom Schulminister bei rückhaltung bemerkenswert, mit der sich der Mini- Chamberlains Rede war in diesem Punkte ziems Temagoge, der Einnahmsquellen aus dem Aermel feiner diesjährigen Rejje nach Kopenhagen abge sterpräsident über die Halifax- Neife äußerte. Er lich scharf. Englands Geduld dürfe nicht dahin schüttelt, etwas zu mäkeln finden. Nicht sehr ernst schlossen wurde. Schließlich wurden die mit dem sagte, die Regierung habe von dieser Neife fein ausgelegt werden, daß es seine internationalen ist freilich auch die Beurteilung der Steuervors Abkommen über die Sozialversicherung in Franks unmittelbares Ergebnis erwartet. Es feien nur Verpflichtungen und den Schutz der britischen Ins lagen durch jene bürgerlichen Pressestimmen, die reich zusammenhängenden Maßnahmen geneh- Gespräche, nicht aber Verhandlungen gewesen und teressen vergessen werde. auf der einen Seite die Ueberwälzung auch der migt. daher seien auch keine Vorschläge gemacht und direkten Steuern auf den Konsum voraussagen, Auch die Mittel für die Durchführung der keine Versprechungen abgegeben worden und es um andererseits im selben Atemzuge über die Ers produktiven Arbeitslosenfürsorge im Jahre 1938 sei fein Abschluß erfolgt. Andererseits erklärte tötung der Unternehmungsluft zu flagen. Viels wurden genehmigt. Chamberlain aufs Deutlichste, daß sein Ziel weimehr haben die sozialistischen Parteien, indem sie Ferner hat der Ministerrat n. a. auch das ter eine Generalregelung bleibe, deren London. Der Austausch von flugtechnischen die Verlegung des Schwergewichts auf EinfomJänner avancement für Staatsange- Voraussetzung gegenseitige Zugeständnisse feien. Informationen mit dem Ziel der Koordinierung men und Ertrag und die möglichste Einschränkung. ftellte in allen Zweigen der Staatsverwaltung Da Deutschland alle Gegenleistungen für kolo- der britischen und der französischen Luftwaffe von Konjumbelastungen verfochten, ihre Pflicht und der staatlichen Unternehmungen beschlossen. niale Zugeständnisse abgelehnt hat, ist nicht recht wird demnächst in London beginnen. Der Aus- durchaus erfüllt. . Das Margarinekontingent für 1938 Der dienstägige Ministerrat hat das Kon tingent für die Produktion von Kunstspeisefetten für das Jahr 1938 mit 7350 Waggons festgesetzt. Gleichzeitig wurde die Wirksamkeit des Viehsyndicates bis Ende März 1938 verlängert. Militärische Zusammenarbeit Paris- London zu sehen, worin die Basis einer Generalregelung tausch wurde vergangene Woche zwischen dem bri- Inmitten dieser an sich schon rein quantita noch gefunden werden könnte, um so mehr, als tischen und dem französischen Luftfahrtministe- tiv sehr beträchtlichen Arbeit hat das Parlament Chamberlain ausdrücklich betonte, daß für ihn rium, wie der„ Daily Telegraph" erfährt einge- jedoch noch eine ganze Reihe weiterer Vorlagen wirtschaftliche und politische Probleme eng verleitet und soll nunmehr fortgesetzt werden. Es bes verabschiedet, deren Behandlung durch die geießbunden bleiben. Drohungen feien nicht der rich steht beiderseits, berichtet das Blatt, der Wunsch gebenden Körperschaften eine im allgemeinen tige Weg, so fügte Chamberlain hinzu, eine all- ber engsten Busammenarbeit in allen militärischen Trubel nahezu übersehene grundsäßliche Bedengemeine Regelung herbeizuführen. Belangen zwischen Frankreich und England, so- tung hat. Durch die Ersetzung einer Anzahl von Aus der Rede des Führers der Arbeiterpar mit nicht nur in der Luftwaffe, sondern auch im terminierten Verordnungen, die auf Grund des tei, Attlee, ist hervorzuheben, daß die Labour Heere und in der Flotte. Ermächtigungsgesetzes erlassen worden waren, Seite 2 An unsere Abonnenten, Kolporteure und Inserenten Anläßlich des Weihnachtsfeiertages am Samstag, den 25. Dezember, entfällt unsere Sonntagsausgabe vom 26. Dezember. Da die Ausgabe vom Samstag, den 25. Dezember, schon Freitags in den Abendstun den expediert wird, ist das Blatt am Samstag zeitig früh in allen Orten. Das Blatt liegt somit drei Tage auf und ist für Insertion besonders gut geeignet. Die Verwaltung. durch Gesezesbeschlüsse ist nämlich die Ablösung des Regimes der Notverordnungen durch den nor malen Weg der Gesetzgebung eingeleitet worden. Die Tragweite der Tatsache, daß in einer Beit der noch keineswegs erloschenen Erpansionslust des Faschismus unser Parlament die Kraft gefun den hat, die vorübergehend unter dem Druck der schwersten Wirtschaftskrise teilweise auf die Res gierung übertragene Befugnis der Normengebung wieder in vollem Umfange an sich zu ziehen, sollte nicht gering geschäßt werden. Stonkret bezieht sich nunmehr die Wiederherstellung der gefeßlichen Grundlage auf die Regelung der Staatsange stelltenbezüge, auf einige fleinere wirtschaftspoli tische Maßnahmen, aber auch auf einige wichtige sezialpolitische Vorkehrungen, nämlich die Rege lung des Staatszuschusses zur Arbeitslosenunter stützung, die Unkündbarkeit der Kollektivverträge und die Maßnahmen gegen Betriebsstillegungen. Bei der letzteren Vorlage hat Abg. Taub, indem auf seinen Antrag der Endtermin der Geltung von dem überlasteten Jahresende auf den 31. März 1939 verlegt wurde, einen Beitrag zur Verbesserung der parlamentarischen Regie gelie fert, vor der gerade die Freunde unseres Parlas mentarismus am wenigsten leugnen wollen, daß sie noch mancherlei zu wünschen übrig läßt. Zu diesen Regiefehlern, an denen auch die Regierung nicht unschuldig ist, gehört nicht in legter Linie gerade die überhaftende Arbeit unter dem Druck von furzen Terminen, geradezu ein tlassisches Beispiel dafür ist das verschärfte Bars teienauflösungsgesetz, gegen dessen Tendenz fein Demokrat eine Einwendung erheben wird, das aber in der Fassung seiner Bestimmungen un flar und widerspruchsvoll ist. Indem das Parla ment das erkannte und sich die gründliche Durch beratung des Entwurfes in einer vom Drude der Zeitnot freien Atmosphäre vorbehielt, hat es un serem Parlamentarismus wiederum einen Dienst erwiesen. Mittwoch, 22. Dezember 1937 Neue Lasten- um Schlimmeres Abschluß der Weihnachtssession zu verhindern! Eine Erklärung unseres Senatsklubs zu den neuen Steuern Nr. 300 im Interesse der Wirtschaft eine unbedingte Notwendigkeit ist. Nur mit äußerstem Widerstreben nehmen wir zur Kenntnis, daß den Pensionisten nicht die gleichen Vorteile zugewendet werden, wie den akti ben Staatsangestellten. Hier vermissen wir zu un serem Bedauern die Einsicht der Finanzverwaltung. Benfionen find teine Geschenke, sondern wohl erwor bene Rechte. Wir erwarten, daß die Regierung dem Prag. Entgegen den ursprünglichen Dis- qute Recht und unterschriebene Berträge allein nicht von allen brei in Betracht kommenden Ausschüssen pofitionen beendete der Senat bereits Dienstag genügen, um die Sicherheit eines Staates zu ver- geäußerten Verlangen, dieses effektive Unrecht schleunach 14stündiger Sitzung in der zwölften Nacht- bürgen. nigst zu beseitigen, nachkommen wird. Der Senat stunde sein Borweihnachtspenfum. Ursprünglich vielleicht bei weitem nicht so gefährdeten Lage find diesem Berlangen den entsprechenden Nachdruck ber Sowie andere Länder, die in einer ähnlichen, wird durch Annahme der beantragten Refolutionen war noch eine Sihung für Mittwoch in Aussicht vielleicht bei weitem nicht so gefährdeten Lage find diesem Verlangen den entsprechenden Nachdruck berwie wir wir verweisen auf die Schweiz, bie nor- leihen. genommen worden, doch hegte das Präsidium bischen Staaten, besonders aber auf England Sweifel, ob in dieser Sigung noch die nötige Prä- müssen auch wir unsere Armee ausge Das Steuersystem reformbedürftig senz vorhanden sein werde, und so entschloß man stalten, um jeben Ueberfall auf unser Land von fich, auch die legten Programmpunkte, den Re- vernherein zu einem riskanten Unternehmen zu gelage eingein au befaffen. Aber es muß gefaat wer greß sowie die Verlängerung der Kollektivver- stalten. Arbeitslosenunterstützung, der Maßnahmen gegen träge, des Staatsbeitrages zur gewerkschaftlichen Betriebsstillegungen und des Numerus claufus für Zuckerfabriken noch in einer Nachtsikung zu erlebigen. Am Nachmittag gab im Namen unferes Klubs Genosse Grünzner folgende Erklärung zu den Bedeckungsvorlagen ab: Entgegen ihren Abfichten hat die Regies rung eine ganze Reihe bon Gesetzesvorlagen der Nationalversamm fung zur Beschlußfaffung borgelegt, wel che mit wenigen Ausnahmen der Bevölke tung neue Lasten auferlegen. überzeugt, daß die Regierung dies nicht gern getan hat und swingende Gründe borlagen, welche die Regierung zu diesem Schritte nötigten. Wir find Vor allem war es das Bestreben, ein Budget vorzulegen, welches nicht mehr fiktiv war und durch den Staatsrechnungsabschluß widerlegt wird, wie dies in den letzten Jahren der Fall war. Hiedurch wurde einerseits das Vertrauen in die finanzielle Gebarung des Staates untergraben. anSererseits wuchs die innere Schuld des Staates in bedrohlicher Weise. Wir hoffen, daß diefes Budget wahr fein und den an dasselbe geknüpften Erwartungen entsprechen wird, daß uns der Abschluß für das Jahr 1938 nicht eine neuerliche Enttäuschung bereitet. bereit sind, alle Opfer für die Unabhängigkeit und Der Erklärung anderer Parteien, daß sie vorbehaltlos und unbedingt zum Staate stehen, daß sie Unverfehrtheit unferes Landes zu bringen, daß fie dieses Land gegen jeden Angriff von außen mag er von welcher Seite immer kommen, bis zum äußer ften abzuwehren entschlossen sind, schließen wir uns an. Wir knüpfen aber daran die ebenso unbedingte Entschloffenheit, auf in unferer inneren Bolitik keine Verletzung der Demokratie und der Freiheit feiner Bewohner zu bulben und alles zu tun, um die nationale Gerechtigkeit und Gleichheit zu verwirklichen. Damit glauben wir, am besten den Interessen unseres Volkes, aber auch des Staates zu btenen. Von diesen Gesichtspunkten ausgehend, ist unsere Stellungnahme zu den heute zur Beratung stehenden Vorlagen gegeben. Wir berkennen durchaus nicht, welch schwere neue Lasten unserer Bevölkerung auferlegt werden, einer Bevölkerung, die jahrelang unter einer furchtbaren Krise gelitten hat, die noch bei weitem nicht beseitigt ist, deren Wirkungen noch jahrelang fühltar fein werden und die zweifellos in den nächsten Monaten eine Verschärfung erfahren wird. Wenn jemals, so hätte gerade jebt unser Wolf eine längere Periode der Ruhe, des gesicherten Friedens benötigt, um sich dem Wiederaufbau der bielfach zusammengebrochenen Wirtschaft widmen au tönnen. Die Nuhe, mit welcher die Bevölkerung die neuten schweren Lasten auf sich nimmt, entivringt sveifellos dem Bewußtsein, daß diese Lasten, so lower fie find, Schlimmeres verhindern sollen. Unverantwortliche Personen und Mächte hindern uns daran, uns ungestört unferen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Aufgaben zu widmen, und so werden wir mit Aufbietung aller unserer Kräfte das nahezu lette, was uns noch geblieben ist, verteidigen unsere Freiheit! Man bätte nun der Ansicht sein können, daß Wir berkennen nicht, daß die neuen Steuern die gebesserte wirtschaftliche Lage auch in erhöhten Eingängen aum Ausdrude fommen und eine Er- nur farver au ertragen find, daß sie eine Verschlech höhung der Steuern überflüssig machen wird. Dem| terung der Lebenshaltung des arbeitenden Voltes stehen aber die wesentlich erhöhten Ausgaben des nach sich ziehen werden. Zum Teile direkt, zum Teile Staates entgegen, welche durch die unbedingt not- insbesondere bei steigenden Weltmarktpreisen wendige Ausgestaltung unserer Armee entstehen. auch indirekt. Nur böfer Wille wird in Abrede stellen können, daß Alle unsere Bemühungen waren darauf gerich Es würde zu weit führen, sich mit jeder Vorden, daß unser Steuersystem einer gründlichen Remedur bedarf. ie des Einkommen in boller öhe erfaßt wird. Wir berlangen, daß von der Einkommensteuer Wir sind überzeugt, daß, wenn dies der Fall wäre. eine ganze Reihe drückender Steuern überflüssig würde. Es ist dies aber nicht nur eine Frage der Beschaffung von Einnahmen des Staates, sondern vor allem eine Frage der Steuer moral, die leider in unseren besibenden Klassen viel zu wünschen übrig läßt. Diesen Widerstand zu brechen, liegt im eminentesten Interesse des Staates, wie der Bevölkerung. Wenn die Ausschüsse bei dieser Gelegenheit die Frage der Reformunfereröffents lichen Verwaltung anschneiden und verlan cen, daß diefe brennende Frage endlich einmal einer Lösung augert wird, so geschieht dies deshalb, weil wir uns dessen bewußt sind, daß ohne eine ge ordnete Verwaltung auch eine Ordnung in der Steuerverwaltung und Einhebung niemals zu er reichen sein wird. Seit Jahren beschäftigt uns die Reform der Verwaltung. Das was wir bisher über das Ergeb nis dieser jahrelangen Beratungen der hohen Büros fratie hören, tann uns nicht befriedigen. Wir find vielmehr zu der Ueberzeugung gelangt, daß diefe Frage von der Bürokratie als der uns mittelbar Beteiligten und Interessierten überhaupt nicht gelöst werden kann. sondern daß einzig und allein das Parlament a's der berufene Vertreter der Interessen der Bevö.terung geeignet ist, diese Frage endlich zu bereinigen. Wir werden daher der vorgeschlagenen Resolution stimmen. Zusammenfassend wollen wir sagen: Wir bewilligen die neuen Steuern, weil die Ausgleichung des Budgets und die Landesverteidigung dies erfor bern. Wir erwarten aber, daß jeder Heller dieser oft vnter schwersten Entbehrungen gebrachten Opfer der Bevölkerung zweckentsprechend verwendet wird. dere auch das Ministerium für Landesverteidigung. Alle Zweige der Staatsverwaltung, insbeson müssen sich dessen bewußt sein, daß diese unerhörten Opfer nicht der Bereicherung einzelner oder gewisser Bevölkerung nicht die Gewißheit hätte, daß dem so Schichten der Bevölkerung dienen dürfen. Wenn die hieran unsere Regierung ein Verschulden trifft. tet, die neuerliche Belastung der wirtschaftlich schwaiit, so müßte ein tiefes Miztrauen Plab greifen, das Unsere auswärtige Politit war stets friedlich, wir chen Schichten der Bevölkerung nach Möglichkeit ein die Grundlagen unseres Staates erschüttern würde. baben nie ma Is jemanden bedroht, im Vertrauen zufchränken. Wir glauben, daß uns das nach Maß wir glauben, daß duch in dieser Beziehung auf unsere gerechte Sache, unsere Friedensliebe. gabe unferer Kräfte gelungen ist. unsere Bündnisse und den Völkerbund hat unfer Staat durch viele Jahre die Ausgaben für die Armee auf das notwendigste beschränkt. Es kann aber der Beite nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt. Die internationalen Verhältnisse haben in den lezten Jahren eine Entwicklung genommen, welche deutlich zeigt, daß leider nicht alle Staaten von den gleichen friedlichen Absichten beseelt find wie der So fällt die Bilanz der letzten Parlamentstagung, bom Standpunkt des Barlamentarismus gesehen, ungeachtet gewisser technischer Mängel, im ganzen positiv aus. Wir können mit Genug tuung sagen, daß es heute in unserem Lande nicht mehr um die Gristenz der parlamentarischen De Der Ueberfall auf Abessinien und China, die mokratie geht, welche die Feuerprobe des faschis Einmischung in den spanischen Bürgerkrieg, der einstischen Ansturmes bestanden hat, sondern um ihre| feitige Bruch gefchloffener Verträge, die drohende Ausgestaltung und Vertiefung. Und das bedeutet, Sprache der Bresse einiger Länder, the offenes Be im Europa von heute sehr viel. tenntnis zur Gewaltpolitit haben bewiesen, daß das Der Steinklopfer Von Thyde Monnier Am Tag, wo er gestorben ist, da ist eine Frau aus Chateauvieur gekommen, die Klara hat sie geschickt, sie soll schaun, ob er nicht zu ihr wohnen tommen will. Die Frau hat gesagt: ..Blind sind Sie, allein mit dem Mädel, was ist das für ein Leben?" Da hat der Vater gesagt ,, Bad deine Sachen zusammen, du gehst zur Schwester wohnen. Nimm alles mit!" ,, und du?" sag ich. ,, Sümmer dich nicht." Ich sag mir ,,, er wird auch kommen" und ganz glücklich, daß ich zur Schwester komme, pad ich ein Stofferl. Wie ich weggeh, da gibt er mir ein Busserl. Das war schon seit Jahren nicht vorgefommen: ,, Sei schön brab", sagt er mir. Ich gch fort mit der Frau. Er schaut mir von der Tür her nach. Ich seh ihn noch mit seinen roten, halb geschlossenen Augen. Und am nächsten Tag ist man uns holen getommen, die Stlara und mich, wir sollen zu ihm ins Spital. Der Arme hat sich eine Dynamit patrone in den Mund gesteckt und hat sie angezündet. Weißt du, Dynamit vom Steinbruch, dort ist das immer zu haben, aber sie ist nicht richtig losgegangen, und es hat ihm nur ein Stück vom Stopf, bom Arm und bom Bein weggerissen, und tagelang hat's gedauert bis er gestorben ist. Und so bin ich bei der Klara in Chateauvieur geblieben." Oft hat mein verstorbener Vater der Kara die Geschichte erzählt, und die Mara hat sie wie der mir erzählt. Er hat gesagt, daß er sich so ges stellt hat, wie wenn er sich nig draus gemacht hätt' aus dem ganzen Lurus und da hat der Herr angefangen ihm zu erzählen, was alles geschehn war, mit ihm und mit dem Mädel, das sich umunfere. Das Staatsangestelltenproblem Wir begrüßen es, daß die harten Maßnahmen, welche seinerzeit gegen die Staatsangestellten getrof fen wurden, wenigstens einigermaßenge mildert werden, wenn wir auch nicht berkennen, daß durch die Erhöhung beitehender und die Einfüh rung neuer Steuern die Kürzung der Abzüge wieder wenigstens zum Zeile wettgemacht wird. Immerhin mögen die Staatsangestellten bedenken, daß die neuen Lasten auch die anderen Schichten der arbeitenden Bevölkerung treffen, ohne daß diese die Möglichkeit haben, im Wege eines Gesezes eine Erhöhung ihrer Beauge au erreichen. Wir zweifeln allerdings nicht daran, daß eine Erhöhung des Lohnniveaus auch Siehst du, so war mein Vater, ein Charakter, was? ,, Du bist nach ihm geraten, was?" sagt eine Kontrolle des Parlamente 3 notwendig wäre. alles tun wollen, um die Berteidigung unseres Ban Wir werden für die Vorlagen stimmen, weil wir des. seine Unversehrtheit, seine demokratischen Grundlagen und seine Freiheit gegen jeden keind ficherzustellen. Gerade wir, die wir an den Grenzen des Lanbes wohnen, haben alle Ursache, ein Unglück zu verhindern, das ja in erster Linie uns treffen würde. enn es trotzdem deutsche Parteien gibt, welche die Borlagen ablehnen, so handeln sie unverantwortlich nicht nur gegen den Staat, sondern vor allem gegen das deutsche Volk. Wir benüßen die Gelegenheit, um neuerlich und mit aller Entschiedenheit unser Bekenntnis Aum Gerechtigkeit au wiederholen und gleichzeitig unfer Staate, zur Demokratie, zu nationaler und sozialer leidenschaftlichen Entschlossenheit Ausdruck zu geben, den Faschismus und seine Vertreter, insbesondere in den Reihen unseres eigenen Voltes zu bekämpfen. Senator Meixner bekennt sich zum zum Faschismus valebr Senator Maigner( Sd) ruft dazwischen: gebracht hat, und wie es ihm keine Rub läßt, daß er vor lauter Gewissensbissen nicht schlafen fann in der Nacht, seitdem seine Frau gestorben ist, und daß er sich alt fühlt und allein, arm an Jean. allem, mitten in seinem Brachtschloß. Und so ,, Nein, eher nach meiner Mutter. Sie war spricht er immer fort und fort. Na, schön, mein ein bissel schwermütig wie ich, scheint's, aber erVater läßt ihn reden, der Herr spricht noch im- innern tu ich mich nicht, ich war noch zu klein, mer und er nimmt den Benediftiner aus der wie sie gestorben ist. Herstrant war fie. Immer Stredenz, schenkt die Stamperin voll, schaut sich hat sie gesagt, lang wird sie's nicht machen. Wie meinen Vater von hinten und von vorn an; oft hat mir die Klara erzählt, wie mein Vater schließlich ist er doch mit seiner Geschichte fertig einmal in der Früh, beim Aufwachen, die Mutter" Das wird Euch nichts nühen!" Diese Entgleisung, und endlich schießt er Ios: falt neben sich im Bett gefunden hat. In der die eine Verteidigung und damit eigentlich ein diret Nacht war ste gestorben, ganz heimlich, ganz tes etenntnis zum aichi 3 mus allein, teinen hat sie aufgeweckt. Dem Vater hat's beinhaltet, ruft einen Entrüstungssturm hervor. In ein' Sieb verseht, wo es doch damals schon an- den Belfall für den Redner mischen sich die empörgefangen hat bergab zu gehen mit seinem Augen- ten Feststellungen unserer Genossen: Jetzt habt Ihr licht. Den Star hat er sich angeweint und dadurch Euch öffentlich zum Faschismus bekannt!" Jest ist nir besser geworden, und noch dazu Stein- feid 3hr entlarvt!" Den Herren von der Sd geht flopfer! Wenn er sich auch große Brillen aufgebann erst langfam ein Licht auf, wie sehr der Zwifcht hat, viel hat's nicht genußt, hie und da sind ..Du heißt Antoine", das ist einer von metnen Namen." ,, Oder ein Name wie ihn ein jeder haben tann, Herr Notar, angefangen bei einem Heilis gen, aber den Jhren, den eigentlichen, den haben Sie mir nicht gegeben." ..Das ist es ja, Antoine." Ich versteh nur, daß meine Mutter sich im Fluß ertränkt hat und daß sie in ihrer schönsten Jugend durch Ihre Schuld gestorben ist." # Mein Vater läßt ihn nicht aussprechen. ,, Warum haben Sie ihn mir nicht am Tag doch die Splitter in's Aug' gekommen. So ist es fchenrufer unbedachterweise fich selbst und fie alle gegeben, wo ich geboren bin, diesen Namen? gegangen bis ich zehn Jahre alt war. Fröhlich damit bineingelegt hat... Wenn Sie meiner Mutter die Ehr' wiedergegeben var's zu Hause nicht, ohne Mutter, mit einem Fast alle Redner gaben- ohne Unterschied, hätten, nachher hätt' ste nicht ins Wasser müssen." finsteren Vater, der nie ein Wort zu uns geredet ob Koalition oder Opposition ,, Wegen meiner Stellung, Antoine, das hat. dem Unwillen Damals ist die Klara mit dem Chavanne Ausdruck, daß der Senat in solche Zeitnot ge mußt du verstehen?" bekanntgeworden. Er war ein Sénès aus Cha- drängt wurde. Da auch die Abwesenheit des teauvieur, ein Gliedcousin von meiner Großmut Finanzministers bemängelt wurde, erklärte der ter, die, von der ich dir die Geschichte erzählt hab; Vorsitzende, daß Dr. Kalfus Montag und auch hübsch und lieb war meine Schwester damals, das noch im Laufe des Dienstag von den Verhandkannst du mir glauben. Sie war ganz vernaret lungen im Ministerrat in Anspruch genommen in den Burschen und er ist in's Haus gekommen. war, jedoch zur Abstimmung erscheinen werde. ber mein Vater wollt von ihm nig wissen, weil Gegen 7 Uhr abends fand dann auch in Aner im Ruf gestanden ist, daß er trinit. Da ist die wesenheit des Finanzministers die Abstimmung Klara eines Morgens, mir nig dir nig, auf und über die zehn Bededungsvorlagen( einschließlich davon mit ihm und sie sind nach Chateauvieur zweier Verlängerungen) und die beiden Bor wohnen gegangen, in die Kurze Straße, wo die lagen über die Gehaltsabzüge statt. Familie Sénès ein Haus gehabt hat, das, wo Dann schritt der Senat noch an die Verabsie heute noch wohnen. Darum nennen sie meine schiedung des Regresses und der anderen Schwester heute noch die Robade". weißt, in sozialpolitischen Vorlagen, und zivar in getrennunserm Dialekt heißt das die, was sich hat rau- ter Debatte. In dieser Nachtsizung ergriff auch ben, na, entführen lassen. noch Genoffe Regal das Wort, Der Notar läßt den Kopf hängen. ..Dabran ist nig mehr zu ändern, ihr böses Schidial hat es ihr eingegeben, daß sie sich um gebracht hat, aber deswegen hab' ich bich ja heut fommen laffen, und jetzt hör zu, was ich dir zu fagen hab: Antoine, wenn's bir recht ist, nachher tu ich dich legitimieren." Und ich, Herr Notar, ich scheiß auf Sie!" Sonst sagt mein Vater nir; er steht von seinem Stuhl auf und geht. Allein steigt er die Stiegen hinunter, ganz aus Marmor waren sie, und bevor er hinausgeht spuckt er die Tür an. Nr. 300 Mittwoch, 22. Dezember 1937 Seite 8 Verfolgung der unabhängigen Sozialisten In Polen Warschau.(PAT.) Der Innenminister ließ in Warschau sowie in allen übrigen polnischen Städten eine Kundmachung plakatieren, in welcher proklamiert wird, daß die sozialistische unabhängige Arbeitspartei illegal ist und m der diese Partei als von der kommunistischen Partei abhängig bezeichnet wird. Wer immer dieser Partei beitritt, setzt sich den Folgen der strengsten Vorschriften des Strafgesetzes aus. Die sozialistische unabhängige Arbeitspartei setzt sich aus LinkSmit» gliedern der polnischen sozialistischen Partei zusammen, die aus dieser Partei ausgetreten waren und eine eigene polittsche Gruppe bildeten. StoladinovIC: Außenpolitik unverändert Belgrad. In der Sitzung deS Finanzausschusses der Skupfchtina erstattete in Anwesenheit der Mitglieder der Regierung und zahlreicher Abgeordneter und Senatoren Ministerpräsident und Außenminister Dr. Stojadinoviö ein kurzes Exposs über die Außenpolitik Jugoslawiens. Die Kürze seiner Ausfiihrungen begründete Dr. Sto« jadinoviä mit seiner Erkrankung, ferner mit dem Wunsch, dem Skupschtina-PIenum ein ausführ-, licheS Exposs über die gesamte jugoslawisch-, Außenpolitik zu erstatten, weiter damit, daß nichts geschehen ist, tva» die Grundlinien der jugdslawi- schen Außenpolitik ändern würde. Mussolini brüskiert van Zeeland London.(Eigenbericht.) Mussolini hat es abgelehnt, den früheren belgischen Ministerpräsidenten van Zeeland zu empfangen, der sich für einige Tage im Zusammenhang« mit der von ihm im Auftrage Englands und Frankreichs angestellten Untersuchung über den Welthandel in Rom aufhält. Angeblich ist dieses Verhalten Mussolinis als Protest gegen die Teilnahme Belgiens an den Sanktionen auszulegen, die seinerzeit über Italien wegen seines Einfalls in Abessinien verhängt worden waren. Bei der Ablehnung deS Empfange» durch Mussolini hat wohl auch die Tatsache«ine Rolle gespielt, daß van Zeeland bei den Brüsseler Nachwahlen im April dieses Jahre» der siegreiche Gegenkandidat de» Faschisten Degrelle gewesen ist. Degrelle war da» politische Ziehkind Mussolinis, der ihm für die Wahlpropaganda auch die Radiostation Turin zur Verfügung gestellt hatte. Mussolini In Skandinavien abgeblltzt London.(Eigenbericht.) Italien hat auf dem Umweg über Holland versucht, die skandinavischen Länder als Teilnehmer an der sogenannten Oslo- Konferenz zur Anerkennung der abessinischen Eroberung zu gewinnen, um dadurch auf England einen Druck ausüben zu können. Dieser Versuch Italien» ist an dem Widerstand Norwegens und Schwedens gescheitert, die sich auf die Völkerbund-Verpflichtungen berufen. Italien scheint sein« Bemühungen in Holland allerding» noch nicht aufgegeben zu haben. Unruhe In Kairo London. Die latente Kabinettskrise in Aegypten, die seit einiger Zeit besteht, spitzt sich zu und wird von London nicht ohne einige Besorgnis verfolgt. Der britische Botschafter in Aegypten Sir MileS Lampson hatte Montag eine Unterredung mit dem König im königlichen Palaste, nachdem er zuvor Ali Mäher Pascha, den Berater des Königs und angeblich präsumptiven Ministerpräsidenten gesprochen hatte. Die Demonstrationen zugunsten der Wafd-Partei dauern in Kairo an und werden hauptsächlich von Arbeitern unternommen. Die Demonstranten rufen hiebei: »Entweder Naha» oder Revolution",«Weder Rücktritt deS Kabinetts noch Entlassung", schließlich»Zuerst Verfassung und dann der König". »Daily Telegraph" berichtet, daß Kairo voll widersprechender Gerüchte sei. Doch keine Milchpreiserhöhung in Prag? Wie aus dem Bericht über den dienstägigen Ministerrat hervorgeht, hat der Ministerrat, Richtlinien für Maßnahmen durchberaten, um in kürzester Frist die Milchpreise bei den Landwirten für Lieferungen nach Prag zu»regeln", d. h. wohl erhöhen zu können, ohne daß die Preise für die Verbraucher erhöht werden. Gleichzeitig wurde eine Kundmachung über die weitere zeitweilige Ermäßigung der Beiträge für den Milch« auSgleich^ondS für Böhmen genehmigt und für die erst« Halbjahr 1938 auch für die Slowakei. Parteigenossin! Parteigenoffe! Bist Du schon Mitglied der KßnderfreunSer wenn nicht, dann tritt bei. „9reuntf tung zur Ablegung einer Lenkerprüfung besteht wird gefahndet. I jedoch nicht. Auch Umsatzsteuerpauschale genehmigt Der dienstägige Ministerrat hat bereits die notwendigen DurchführungSvorschriste» zu den Bedeckungsvorlagen genehmigt, soweit sie sofort nach der verfassungsbihigen Erledigung der entsprechenden Gesetze erlassen werde» müssen. Gleichzeitig wnrden auch die zur Durchführung deS BedeckungSplanes erforderlichen administrative« Maßnahme» genehmigt, soweit es sich»m die Pauschalierung der Umsatz- st e u e r bei einigen Waren« und Produktionsgattungen handelt. WeiterS wurden die Durchführungsverordnung zum Finanzgesetz für 1938, die neuen Vorschriften über den Staatsbeitrag zur gewerkschaftlichen Arbeitslosenunterstützung und eine weiter« Verordnung genehmigt, welche die Verrechnung der eingezahlten PenfionSversicherungSbeiträge beim Ueberttitt aus dem Prioatdienst in den DtaatS- und öffentlichen Dienst regelt. Ausslger Maut-Einnehmer veruntreut 36.000 Ki Aussig. Anfang August diese» Jahre» nützte der Aussige: Maut-Einnehmer Willibald > P e ch r r einen kurzen Urlaub de» JnspektionS- ' organek aus, um 86:000 Kc an Mautgeldern zu i veruntreuen. Da er sich einen Pah besorgt hatte . und da er entfloh, bevor die Veruntreuung entdeckt wurde, war«S gewiß, daß«S sich um eine vorbedachte und vorberettete Tat gehandelt hatte. \ Montag wurde Pecher von der Ausslger Polizei in Bodenbach angehülten, verhaftet und dem Bezirksgericht eingeliefert. Massenverhaftunsen von SdP-Funktionären Im Gablonz-Tannwalder Gebiet Dir BezirkSstell« der SdP für den Bezirk Tannwald in Tiefenbach wurde, wie die»Zeit" meldet, am SamStag von der Staatspolizei durchsucht. Es wurden verschiedene Schriftstücke beschlagnahmt. Am gleichen Tage verhaftete die Polizei den Leiter de» Bezirke», LandeSver» t r e t e r Wilhelm D r e h l e r, außerdem den Bezirksgeschäftsführer Mfred John und den Bezirkswerbeleiter Rudolf U m a n n. Am Sonntag nahm dir Staatspolizei in der Wohnung de» K r e i s g e- schäftsführers Gustav W a g n e r in Gablonz eine Haussuchung vor. Nach deren Beendigung wurde Wagner in Haft genommen. Den iAngestellten der Kreisgeschäftsstelle Karl Wabe r s i ch holte die Polizei aus seiner Wohnung in Puletschnei und nahm ihn ebenfalls in Ge» lvahrsam. Am Montag wurde die Durchsuchung der KreiSgeschästSstelle in Gablonz fortgesetzt und auf die BeztrkS-undOrtSstellen erweitert. Außerdem wurde der Geschäfte« f ü h r e r de» Bezirke» Gablonz Franz S e i b o t b in Haft genommen. Die Polizei beschlagnahmt« verschiedene Schriftstücke und Bücher. Der SdP-Abgeordnrte Obrlik interveniert« bei der Gablonzer Polizeidirektion, wo ihm aber keine Auskunft über die Ursache der Verhaftungen und den Stand des Verfahrens erteilt wurde. Wie der »Zett" von der Polizeidirektion in Gablonz mitgeteilt wird, handelt es sich nicht um Verhaftungen wegen Verdachtes von Straftaten oder Verbrechen nach 8 6 des Schutzgesetzes. Ein ungetreuer Postbeamter. Der bei der Komotauer Post beschäftigte Postrevident, Gustav K. wurde verhaftet und dem Bezirksgericht ein geliefert, weil ihm nachgewiesen werden konnte. daß er ein Paket mit einer Decke, 8a» auf die sem Postamt aufgegeben worden war, entwendet hatte. Die Decke konnte bei einer Haussuchung auch gefunden werden. Außerdem fand man auch noch anderes belastendes Material. Bemerkens wert ist, daß es sich um einen alten Angestellten handelt, der kurz vor der Pensionierung stand. . Wer ist di« Unglückliche? Im Egerer Kran kenhaus liegt ein« etwa 88jährige Frau, di« am Samstag abends auf der Straße bei Franzensbad mit einer Schädelfraktur aufgefuaden j wurde. Durch«inen unglücklichen Zufall dürfte sie; vor ein Lastautomobil geraten sein, das vorbeifuhr und sie schwer verletzte. Die Frau hat noch immer nicht da» Bewußtsein erlangt, an ihrer Genesung I wird gezweifelt. Sie hatte keine Dokumente bei sich, j Sie ist 167 Zentimeter hoch, gut genährt, hat graue Haare, ein ovale» Gesicht, eine mittlere Stirn, schie«> Staatsgebiet der Fall ist— die Lenker von fcrfarbige Augen und«ine stumpfe'mittlere Nase.! Motorrädern ohne Beiwagen und von Fahr- Die Hände sind abgearbeitet, auf der Brust hat sie rädern mit eniem Hilfsmotor sZylinVerinhalt von an der rechten Seite eine Warze in der Form emes Erbsenkorns. Sie trägt ein Leinenhemd, eine Liiere weiße Leinenhose, blaue Samtkleider und einen Seite 4 Mittwoch, 22. Dezember 1937 Nr. 300 Tagesneuigkeiten Deutsche Gegenwart Hamburg. Den Eltern und Frauen und den nächsten Familienangehörigen von Militärperso nen, die sich in Spanien bei den Francotruppen aufhalten, sind Schreiben zugegangen, nach denen jie Weihnachtspakete im Höchstgewicht bis zu zehn Kilogramm nach Spanien senden können. Die Pafete mußten bei dem Frachtkontor Matthias Rohde und Co, Hamburg 1, Ferdinandstraße 38-40, eingeliefert werden. Die Beförde rungskosten bis Hamburg waren von den Absendern zu tragen. Bei der Firma Rohde wurden die Parete seefähig verpackt und verladen. Die Weiterbeförderung erfolgt durch die Firma, die heute fast ausschließlich mit der Verfrachtung von Striegsmaterial und Waffen nach Franco- Spanien beschäftigt ist. Die Autoschienenbahn Hannover. Das Kinderspielzeug steht dieses Jahr ganz im Zeichen der Hitleraufrüstung. Es gibt alles; was die verschiedenen Formationen des neuen deutschen Heeres an Ausrüstung und Waf fen bejizen. Sogar der schießende Soldat" ist da. Wenn man ihm leicht auf den Tornister drückt, gibt er Feuer. Die Nachrichtenabteilung ist vertreten. Sie stellt Soldaten, die auf Teles graphenmasten klettern. Aber die größte Ueber- fache ins Meer ab. Drei Mann der Besatzung| Chefredakteur der Nordschleswigschen Zeitung". raschung ist die Fernzündung. Bei dem Spielzeug kamen dabei ums Leben, während die drei übrigen Wardel, zu 50 Kronen Strafe verurteilt hat. ohne jede Verlegung davonfamen. Die Verurteilten hatten die dänischen Gerichte In Italien wurde eine neuartige Autoschinenbahn ausgeprobt. Es ist eine Betonstraße, die in der Mitte eine breite Leitschiene aus Beton hat, neben der die Räder der Lastwagen rollen. Auf dieser Autoschienenbahn sollen ganze Wagenzüge bis zu zehn Anhängern fahren können. Geplant ist, diese Bahn vor allem für die Erschließung der italienischen Kolonien zu verwenden. fonnen Kinder Brücken und Unterstände ganz naturecht in die Luft sprengen. Zählung der leerstehenden Wohnungen. Das Statistische Staatsamt nimmt eine Zählung der leerstehenden Wohnungen in der Republik vor. Als Stichtag der Zählung gilt der 15. Dezember 1937. Neustadt( Pfalz). Der große Fortschritt im Bau von Kinderspielzeug hat die nationalsozialis stische NS3- Rheinfront" ordentlich in Schwung gebracht. Da schreibt am 11. Dezember dieses Streit der Lodzer Straßenbahner. In Lodz Jahres ein Mann über das neue Spielzeug fol- brach am Dienstag ein Streit der Angestellten der gendes:„ Wie wenig Möglichkeiten des Spieles Straßenbahn aus. Der Streit hat ökonomischen boten zum Beispiel früher unsere Bleisoldaten, Hintergrund. Die Streifenden fordern eine 15die kaum anders, als in der Paradeuniform auf- bis 20prozentige Erhöhung der Gehälter und zubauen waren und wie lebendig wird heute das Löhne. Der Straßenbahnverkehr blieb den ganzen Soldaten und Kriegsspiel durch die zahlreichen Tag über in Lodz eingestellt. Soldatentypen, die in der Gefechtslage gezeigt| werden. Mancher Vater wird über diesen Phanta- Bensionsbezüge der englischen Parlamentsmitglie Benfion für englische Barlamentarier. The jizreichtum der Fabrikanten etwas stöhnen, da der der sollen gemäß dem Vorschlag der zuständigen Junge seinen Geldbeutel zu oft in Anspruch parlamentarischen Studienkommission nach einer nimmt; insgesamt sollten wir aber froh sein, daß zehnjährigen parlamentarischen Tätigkeit 150 die Fabrikanten so phantasiereich geworden Pfund Sterling( 21.000 Kč) jährlich betragen. sind..." Werden die Italiener Aegypten trockenlegen? Im Gasthaus erschlagen. In das Gasthaus News Chronicle" schreibt, im anglo- ägyptischen Zum Bahnhof" in Maierhöfen kamen Montag Parlamentsausschuß sei über die Gefahr beraten abends der 39jährige Martin Baumgartner worden, welcher Millionen von Aegyptern drohen aus Altrohlau und der 27 Jahre alte Anton würde, wenn die Italiener in Abessinien am oberen Schäier aus Fischern, beide Arbeitslose, die Nil den Plan einer Aenderung des Bewässerungsihren Lebensunterhalt mit Hausieren verdienten. ſyſtems durchführen würden. Major Frank New Plößlich entstand zwischen den beiden ein Streit. hauſe, ehemaliger Generalinspektor des Bewässe der zu Tätlichkeiten führte. Der Wirt und vier rungsdienstes im Sudan, sprach die Hoffnung aus. andere Gäste mischten sich ein, drückten den daß die taliener nicht auf dem Plan einer Fäl Baumgartner zu Boden und schlugen mit Fäusten lung der dichten Wälder beharren werden, die den auf ihn ein, bis er fein Lebenszeichen mehr von Tana- See umgeben und grundlegenden Einfluß fich gab. Inzwischen waren Polizei und Gens auf das Flußsystem des Nil haben. darmerie verständigt worden, die sofort auch zwei Aerzte Herbeiricfen. Diese konnten aber nur noch den Tod Baumgartners fonstatieren. Er war erschlagen worden. Im Zuge des Verhörs wurden Anton Schäfer, ferner der Gastwirt und die vier Anton Schäfer, ferner der Gastwirt und die vier erwähnten Gäste verhaftet und dem Bezirksgericht Karlsbad eingeliefert. " Nenes Strafgesetzbuch in der Schweiz. Der Nationalrat hat in seiner Schlußabstimmung mit 138 gegen 36 Stimmen das neue Schweizerische Strafgesetzbuch angenommen, das das Ergebnis einer 40jährigen Arbeit der schweizerischen juristi einer 40jährigen Arbeit der schweizerischen furistis schen Fachleute ist. wegen eines Urteiles gegen einige National sozialisten scharf angegriffen, die einen dänische Gutsbefizer, der ein Gut auz deutscher Hand gefauft hatte, mißhandelt hatten. dazu doppelt so viel Mischlinge, die ein elendes Da sein führten. Besonders Tasmanien, so erflärt man, werde sich niemals von dem Vorwurf der Austilgung seiner Eingeborenen durch Vernachlässigung befreien fönnen. In Neusüdwales sank die Zahl der Einge borenen in 100 Jahren von 40.000 auf 5000, in weiteren 50 Jahren auf 500, in Victoria von 12.000 auf 50. Die Krankheiten der Eingeborenen würden unbehandelt gelassen. Die Schußzonen für Einges borene in Mittelaustralien seien ein schlechter Witz, eine Schaustellung und ein Bluff. E3 müsse eine zentrale Eingeborenenverwaltung geben, die medizi nische Pflege beschaffe und bessere soziale Verhältniffe herbeiführe. Ein letter Rettungsversuch müsse gemacht werden, denn neuerdings seien auch Aufs Lösungserscheinungen unter den Stellen zu merken, die sich bisher ihr Stammesleben noch erhalten hätten. USA: 129 Millionen Einwohner. Nach der Erhebungen des Volkszählungsamtes betrug die Bevölkerung der Vereinigten Staaten ohne die Schutzgebiete am 1. Juli d. J. rund 129,257.000. Damit ergibt sich eine Durchschnittszunahme von 822.000 feit dem Juli 1936. Die Bevölkerung des zahlenmäßig größten Staates der Union, New Yort, betrug am 1. Juli rund 12,959.000, die des Staates New Jersey 4,343.000. Beide Staaten nahmen im Ießten Jahr nur um 24.000, bzw. 15.000 Personen zu. Diese Tatsache ist auf die niedrige Einwandes rungsziffer und den allgemeinen Zug nach dem Westen zurückzuführen. Leberwurstein Scheidungsgrund! Vor lure 3cm wurde berichtet, daß der Eisenbahnbeamte Charles A. Stiff Scheidungsklage- gegen seine Frau angestrengt hat, weil sich diese von ihm entfremdet hatte. Den Beweis dafür sah er unter anderem Sarin, daß sie ihm niemals mehr Leberwurstbrote mitgab, und Leberwurst war sein ein und alles. Den Mangel an Lebertvurst bezifferte er mit der phanDas neue Wahlrecht Ungarns. Die ungari tastischen Summe von 250.000 Dollar, die er jeden sche Preſſe beschäftigt sich in den letzten Tagen falls als Ersaz forderte. Der Richter lehnte aber eingehend mit der neuen Wahlrechtsvorlage. Nach diese Forderung ab. Leberwurst tönne selbst in einer dieser Vorlage sollen nur diejenigen Bürger, die erschütterten Ehe einen solchen horrenden Wert nicht das 26. Lebensjahr vollendet, mindestens zehn haben. Die Entscheidung ist zurückgestellt worden, Jahre Staatsbürger sind, mindestens sechs Jahre Eis Charles A. Stiff andere Scheidungsgründe findet. die Volksschule besucht oder eine entsprechende Bildung aufweisen und sechs Jahre an einem Orte wohnen, wahlberechtigt sein. Bei Staatsbeamten follen erst nach vollendetem 30. Lebensjahr das genügt die zweijährige Ortsansässigkeit. Frauen Wahlrecht erhalten. Abgeordnete können nur Perfonen werden, die das 30. Lebensjahr vollendet haben. Das Abgeordnetenhaus soll insgesamt 245 Abgeordnete zählen.( th) Die kürzeste Heirat der Welt. Das mohaminedanische Cherecht erlaubt Scheidungen, die selbst die bieten. So konnte sich in dem bulgarischen PomatenRekorde des Scheidungsparadieses von Reno überdorfe Nuriste der fall ereignen, daß der Befizzer des Dorfgasthofes, ein Mohammedaner, zum Sche riasbeamten ging und von ihm mit einem jungen Mädchen getraut wurde. Er ging mit seiner Frau, nach Hause, als sie aber bei der Hochzeitstafel den Braten auf die Erde fallen ließ, ärgerte er fich so, daß er zum Scheriasbeamten zurüdlief, die Scheibung beantragte, und tatsächlich innerhalb 75 Minuten nach seiner Verheiratung wieder ein freier Mann Ein verwegenes Verbrecherstück. In einem Hotel im Londoner Westend logierten sich drei sehr elegant angezogene Männer ein, die kurz nach ihrer Ankunft im Hotel die Filiale eines großen französischen Juweliergeschäftes telephonisch an- war. riefen und die Entsendung einer Auswahl von Ein Kinderfreunde- Rafender. Der Gau Teplits Diamanten verlangten. Der Angestellte des Schönau des Arbeitervereines Kinderfreunde" hat Unternehmens erschien über diesen telephonischen einen sehr hübschen Kinderfreunde- Kalender 1938" Auftrag im Hotelzimmer, wo er sofort von den herausgegeben. Es ist eine bandliche, kindertümliche Männern ergriffen, gefnebelt und gefesselt wurde. Broschüre, die auch Erwachsene mit Nußen und VerDie Verbrecher nahmen ihm dann die ganze Dia- anügen lesen werden. Auslieferung: Gaufefretariat mantensendung ab und flüchteten aus dem Hotel. der Kinderfreunde". Teplitz- Schönau, Uherrstraße 7, Der Wert der geraubten Diamanten wird auf 2,25 Millionen Kč geschätzt. Die nördlichste Abgeordnete der Welt wie: dergewählt. Bei den kürzlich stattgefundenen kanaMrs. Marta Blad wiedergewählt worden. Sie dischen Wahlen ist die 62jährige Abgeordnete vertritt den nördlichsten Wahlkreis der Welt, YuKältewelle in der Schweiz. In niedrigen ton, der fast vollkommen jenseits des 60. Breiten Lagen der Schweiz ist ein ungewöhnlich starker grades liegt und eine unendliche Fläche von einer Frost eingetreten. Bei vollkommen klarem Wet- halben Million Quadratkilometer darstellt. Es ist ter werden Temperaturen bis minus 18 Grad die wildeste und einsamste Gegend Kanadas, aber gemeldet. Eine magere Amnestie. Infolge der heurigen Weihnachtsamnestie in Oesterreich sind auch 70 politische Delinquenten begnadigt worden, die sich in der Haft der beiden Landesgerichte in Wien befanden. Diese Amnestierten sind auf freien Fuß gesetzt worden. Unter den amnestierten politischen Häftlingen befinden sich zwölf Frauen. Gegen die Bahnschranken. Am 21. d. M. fuhr bor 17 Uhr beim Bahnübergang bei der Station Slatina bei Brünn ein Lastkraftwagen gegen die geschlossenen Bahnschranken. Hiebei fuhr der Wabier leben 1805 wahlberechtigte Personen. 1500 gen gegen eine Lokomotive, welche die Strecke davon tennt Mrs. Blad persönlich, denn sie tam passierte. Der im Wagen ſizende Chithändler 1898 mit ihrem Manne, der ebenfalls AbgeordStan. Sto da aus Olmüß und seine Gatim neter war, nach Buton und kennt hier jede SiedAnna wurden hiebei schwer verleßt, der Mitfahre: lung und fast jeden Menschen. Sie faßt die BerHermann Spielbogel aus Sternberg erlitt tretung dieser einsamen Jäger sehr ernst auf, sie Icichtere Verlegungen. Das Auto wurde start behat den ganzen Sommer über damit zugebracht, schädigt. Den Unfall untersucht die Direktion dec sie aufzusuchen und mit ihnen über ihre Wünsche tschechoslowakischen Staatsbahnen in Brünn. Der Terror in Palästina. Die Kämpfe zwvi- und über die Wahlen zu sprechen, und sie hat Arbeitszeit auch für Autolenker. Bei vielen schen der Polizei und bewaffneten Aufständischen manchmal hunderte von Kilometern quer durch die Auto- Unfällen wurde in letzter Zeit als Grund banden hänsen sich in der letzten Zeit, insbeson- Tundren reisen müssen, um einen einzigen Mann des. Unfalls Uebermüdung des Chauffeurs ermits dere in der Umgebung von Tulfarem. Die Poli- zu besuchen. Sie wurde 1922 zum erstenmal auf telt. Im Hinblick darauf haben nun einige Ve- zei hat dort einige verdächtige Personen angehal- 15 Jahre ins Parlament als Nachfolgerin ihres girlsbehörden Kundgebungen ausgegeben, in denen ten. In Tulfarem sind zwei Häuser, die terroris damals erkrankten Gatten gewählt, und die Mändarauf aufmerksam gemacht wird, daß sich die stischen Führern gehörten, mit Dynamit in die ner des Yukon sind ihr auch jest treu geblieben. Vorschriften für die achtstündige Arbeitszeit auch Luft gesprengt worden. Am Sonntag entführten Der Hafen des Königs Salomo. In unmitauf jene Personen bezieht, die in ihren Diensten Terroristen einen jüdischen Polizisten, der später telbarer Nähe des heutigen Tel- Aviv, einige Kilo Autolenfer beschäftigen. Auch die Arbeitszeit die tot aufgefunden wurde. meter nördlich der Stadt, ist ein steinerner Kai fer darf nicht länger als acht Stunden binnen Baskenkinder in Dänemark. Rund 50 bas- ausgegraben worden, der ganz offenbar der Ha24 Stunden und höchstens 48 Stunden wöchentlich währen. Die Uebertretung dieser Vorschriften wird mit Geldstrafen bzw. Gefängnis bestraft. Holländer im Naturfreundehaus Peter. Die Holländischen Naturfreunde unternehmen ihre erite größere Erfurfion im Jahre 1938 in der Zeit vom 5. bis 20. März zum Naturfreundehaus nach Veter ( Riesengebirge). Es wird während dieser Zeit für " bureau" in Amsterdam unternommen. Es ist auch die holländischen Gäste ein eigener Stifurs abgebalten. Die Reise selbst wird vom. Arbeiders Reiss damit zu rechnen, daß im Sommer nächsten Jahres unsere französischen Freunde durch ihre eigens für die Urlaube gefchaffene Zentralstelle Reisen in die Heime unserer Naturfreunde unternehmen. Schlechteres Wetter. Unter Einwirkung eines Druckhochs, dessen Zentrum Dienstag nachmittags über Sachsen lag. bat sich der Himmel über der Westhälfte Mitteleuropas teilweise ausgeheitert und die dürfte jedoch nur von vorübergehendem Charakter Niederschläge haben nachgelassen. Die Besserung fein, da sich der Himmel über Weitfrankreich ernent bewölft. Stellenweise fällt dort Regen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß wärmere maritime Luft, die dortbin an der Vorderseite einer ozeanischen Störung von Südwesten vordringt, auch in unseren Gegenden eine Verschlechterung in den nächsten Tagen veranmittwoch: Wechselnd bis vorwiegend bewölkt, nech bereinzelte Schneeschauer, und zwar besonders in der Ofthälfte des Staates, Verschärfung des Nachtfrostes, Temperaturen untertags nahe dem Gefrierpunti, in Böhmen Frühnebel, rubia. Wetterausjidten für Donnerstag: Ziemlich heiter oder Nebelgewölt, Frost, in Böhmen später vom Westen her Runahme der Niederschlagsneigung, auf den Bergen Erwärmung. laffen könnte. Wahrscheinliches Wetter Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen: Donnerstag: fische Flüchtlingsfinder find hier in einem Heim fentai eines alten Hafens gewesen sein muß. Aus untergebracht, während andere von Familien weiteren Funden, insbesondere Mauerresten und aufgenommen wurden. Diese 50 Bastentinder Töpfereien, schließt man, daß dieser Kai vor etwa ( DND) nun haben, ohne davon etwas zu verraten, aller- drei Jahrtausenden angelegt wurde. Er würde Maximal- und Minimalpreise der Prager hand hübsche Spielsachen hergestellt, um sie als damit in die Zeit König Salomos fallen, und Prag, Sender I: 10.05: Deutsche Presse, Hotels. Die Stadt Prag wandte sich an den Zeichen ihrer Dankbarkeit dänischen Altersgenoffen man hätte einen der wichtigsten Häfen der Antike 10.15: Russische Musik, Schallplatten, 11.05: Sa Hotelierverband mit dem Ersuchen, daß im kom zu schenken. Nun, wo die Sachen fertig sind, entdeckt. Ionorchefterkonzert, 12.10: Schallplatten: Mozart menden Jahre anläßlich der in Prag stattfinden haben die fleinen Fabrikanten sie dem Heimleiter Eine aussterbende Rasse.( AP) Etwa 1800 etc. 14: Deutsche Sendung: Hiebsch liest ein Weihden Hockey- Weltmeisterschaften ein offizielles Ver- übergeben. Einige Firmen haben weitere Spiel australische Eingeborene haben fürzlich eine Bitts Finale, 14.10: Etwas übers Stilaufen, 17: Brager nachtsfapitel aus seinem Roman: Das göttliche zeichnis der Hotels mit festen Minimal- und Magis fachen dazugespendet und auf Vorschlag der Basten schrift an den englischen König gefandt und um Maß Blechquintett, 17.50: Deutsche Sendung: Jugendmalpreisen, die nicht überschritten werden dürfen, wurde eine Lotterie eröffnet, deren Gewinne eben nahmen zur Verhütung eines Auslöschens ihrer Rasse stunde, 18.15: Redaft. Schimetschet: Sportvorschau, herausgegeben werde. Dieses Verzeichnis soll so diese Erzeugnisse sind. Sie ist von der Behörde und um Bulassung eines schwarzen Vertreters im 18.20: Landwirtschaft, 18.45: Deutsche Breffe, dann durch die Reisebüros an die ausländischen genehmigt worden. Die Lose werden auf den australischen Parlament gebeten. Im übrigen wird 18.5: Aus dem deutschen Stulturleben, 19.15: Besucher zur Verteilung gelangen.( DND). Straßen angeboten, fleißig gekauft und so wird auch von englischer Seite eine vernichtende Anklage Militärmufit. Brag, Sender II: 14.20: Deutsche 78 Schulkinder verbrennt. In der südlich noch eine schöne Summe für das Kinder- Kon- über die Vernachlässigung der australischen Urein Sendung: Bed- Utis: Neue Briefmarken Osata gelegenen Provinz Wakayama( Japan) ist tor", die Zentrale des Kinderhilfswerkes der das wohner ausgesprochen. Es wird erklärt, die Behaups Kulturspiegel, 14.30: Gesang auf Schallplatten, eine achtklassige Boltsschule durch Feuer vollfomnischen Demokratie, zusammenkommen. tung, daß die Weißen in Australien eine aussterbende 14.55: Deutsche Preſſe, 18. Salonquartett: Léhar, Fučit. men vernichtet worden. Nach bis jetzt vorliegen- Dänemark straft Nazis. Der Berichterstatter und verkommene Rasse vorgefunden hätten, sei unDeutsche Arbeitersen. den Nachrichten sind bei dem Unglück 78 Schul- des Savasbüros in Kopenhagen teilt mit: Die finnig und eine Beschönigung der Behandlung der dung: Schramet: Aktuelle Probleme unserer Zeit, Musikeinlage, 20.55: Rundfunkorchesterkonzert. finder ums Leben gekommen. Sonntagsausgabe es ,, Sozialdemokraten" brachte Eingeborenen. Erst später seien die Ureinwohner zu Breßburg: 12.35: Rundfunkorchesterkonzert, Wieder ein Flugzeugabsturz in Italien. Ein die Nachricht, daß das Gericht in Apenrade in einer aussterbenden Rasse geworden bzw. gemacht 21.15: Novák: Weihnachtsfonate.- Rafchan 15.15: Wasserflugzeug der Marinebasis in Beindisi stürste Dänisch- Schleswig den führer der deutschen Min- worden. 1788 bei der Ankunft der Weißen seien es Leichte Mujit. Mährisch stran 17.55: Deutsde unmittelbar nach dem Start aus unbetenater Urs berheit, Biter, zu 60 Tagen Kerler, den 500.000 getvesen. Heute gebe es weniger als 50.000, Sendung: Gregner: Weihnachtsfrieden, Brünn 17.40: ein Nr. 800 Mittwoch, 22. Dezember 1937 über dem Voranschlag. Dieser Ueberschuß wird zen Krisenjahre einen Teil der Belegschaft be= jedoch eine Aenderung auf Kosten der staatlichen schäftigt hatte. direkten Steuern infolge der Abrechnung der Selbstverwaltungszuschläge im Jahresabschluß erFROHE WEIHNACHTEN fren in Stadt und Land mit DR.OETKER Backpulver Volkswirtschaft und Sozialpolitik Steuerertrag 250 Millionen Der Außenhandel mit Getreide. Im Novem ber wird wieder eine größere Einfuhr von WeiDer Bruttoertrag der Steuern und Abgaben zen( 81.000 q) hauptsächlich aus Rumänien verin den Monaten Jänner bis November betrug zeichnet. Seit Jahresbeginn wurden rund 184.000 ( in 1000 Kč): q Weizen( im Vorjahr 3700 q), 354.000 gegenüber a Roggen( 6300 g), 642.000 q Mais( 927.000 1937 1936 q) eingeführt. Ausgeführt wurden seit Jahresbe 2.293,541+ 503,836 ginn 2,200.000 q Weizen( 670.000 q), 1335 2.444,447+343,338 q Roggen( 13.000 q), 600.000 Meterzentner 725,797+ 54,231 Mahlprodukte( 335.000 q). + 127,846 Verbrauchssteuern 2.041,685 direkte Steuern Umsatzsteuer Zölle Gebühren Monopole zufammen: 1.451,604 63,561 + + Die Zemstá banka( früher Landesbank des 53,568 Sönigreiches Böhmen) wird vom 29. Dezember 14,534 1937 angefangen an Werktagen die Jänner- Cou 9.020,635+1.097,353 pons Nr. 84 ihrer 4% Fondsschuldscheine, Nr. Der Reinertrag nach Abzug der Anteile der 2 ihrer 42% Kommunalschuldscheine, Emission Selbstverwaltung und der Ueberweisungen an die nach 1./1. 1936, Nr. 2 ihrer 41% Meliora Fonds betrug im Zeitraum Jänner bis Novem- tionsscheine, Emission nach 1./1. 1986, Nr. 8 ber 1987( in 1000 Kč): ihrer 5% Kommunalschuldscheine und Nr. 8 ihrer 5% Meliorationsscheine an ihren Stassen in Prag, Breßburg und Užhorod einlösen. direkte Steuern 1.962,365 659,936 694,014 Verbrauchssteuern 1.646,958 Umsatzsteuer Zölle Gebühren Monopole zusammen: 1.382,261 63,562 6.409,096 Gegen die Stillegung gebenüber dem Voranschlag +186.307 12,438 + 5,139 +65,950 5,021 +12,045 +251,980 des Schwarda- Betriebs Ausbau von Gdingen mit englischer Hilfe. Ter polnische Hafen Gbingen wird mit Unters stübung einer privaten englischen Gruppe ausges baut, mit dem Ziel, die Werft zur Vervollständigung der polnischen Handelsflotte auszugestalten. Die Kriegsschiffe werden weiter in Frankreich, Holland und Rußland gebaut werden. Durch den Ausbau Gdingens werden in erster Reihe die Danziger Werften getroffen werden. Diese pol nischen Bindungen sind auch politisch außerordents lich aufschlußreich. Die Gewerkschaften der Tertilarbeiter Haben Die Handelsbeziehungen Italiens mit Deutschan die maßgebenden Regierungsstellen ein Me- land haben sich im letzten Jahr sehr zu Ungunsten über dem Voranschlag morandum gerichtet, das sich gegen die Stillegung Staliens entwickelt. Da sich die Ausfuhr Deutschdes Schwarda- Betriebs in Rosenthal bei Teplih lands nach Italien weit stärkter entfaltet hat als Nach der Veröffentlichung des Finanzmini wendet. Siezu ist zu bemerken, daß im Teplißer umgekehrt, ist das italienische Handelspassivum im steriums war der Bruttoertrag der Steuern Gebiet erst vor kurzem die Porzellanfabrik der Verkehr mit Deutschland sehr gewachsen. Italien und Abgaben im November 1.049,141.000 und Firma Egon Stein in Tellnitz und die Zement- versucht nun, einen Ausgleich durch die Steigerung. übertraf damit den vorjährigen November um fabrik in Mariaschein stillgelegt wurden. Die des Exports von Rohstoffen aus den italienischen 183,667.000 kronen. In den Monaten Jänner Schließung auch der Rosenthaler Fabrik hätte Kolonien zu schaffen. Andererseits erwarte bis November 1937 war der Ertrag ber Ertrag heuer baber ein bedrohliches Antvachsen der Arbeits- Deutschland eine Entschädigung für den Entgang, 9.020,635.000, das ist um 1.097,353.000 Stro- losigkeit im Tepliker Gebiet zur Folge. In dem der durch die vergrößerten Einkäufe Jugoslawiens nen mehr als im Vorjahr. Memorandum wird darauf hingewiesen, daß eine an italienischen Fertigwaren aufzuweisen ist. Nach Abzug der Selbstverwaltungs- und Einschränkung oder gar Stillegung der Schwarda- Vorarlberg zieht Gewinn aus dem Oftafien Fondsanteile verbleibt nach der vorläufigen Be Fabrit ungerechtfertigt sei, da genügend Bestel- Strieg. Die Vorarlberger Stickereifabriken, die in rechnung ein Reinertrag von 841,048.000 lungen vorliegen. Es wird ferner vorgeschlagen, den letzten Jahren unter der chinesischen und Kč im November und von 6.409,096.000 Kč in die Tertilni Společnost" in Prag als die der japanischen Stonkurrenz zu leiden hatten, haben in den Monaten Jänner bis November. Dies bedeu- zeitige Eigentümerin möge aus den Reihen der den letzten Wochen eine große Menge von Aufter, daß die im Staatsvoranschlag vorgesehenen seriösen, fapitalsfräftigen Interessenten jene trägen erhalten, durch welche die Waren aus den Ziffern im November um Kč 281,810.000, ſeit wählen, die den Betrieb in Rosenthal voll und beiden erwähnten asiatischen Ländern erfest wer Jahresbeginn um 251,980.000 Kč übertrof- uneingeschränkt aufrechterhalten würden. In No- den sollen. fen würden. senthal sind derzeit 190 Arbeiter beschäftigt. Die direkten Steuern und die Umsatzsteuer Vorjahr günstigere Tendenz auf. Der Reinertrag weisen auch im November eine gegenüber dem Die Leineniveberei Seidel in Deutschpraus der direkten Steuern übersteigt nach die nib ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten und sen vorläufigen Ergebnissen die Voranschlags- stellt vorübergebend den Betrieb ein. Durch diese quote für die elf Monate um 186 Millionen Stros Maßnahme werden über 80 Arbeiter befchäftis nen. Bei der Il mfabiteuer ist im November Sungslos, nachdem die Firma während der gan infolge der vierteljährigen Zahlung das Defizit gegenüber der Budgetquote für elf Monate auf 12 Millionen gesunken, so daß erwartet werden fann, daß auch die Umsatzsteuer im Dezember die Budgetziffern ganz erreichen wird. wird Meinl Seite 5 Jab02 AUF DEN FESTTISCH GEHÖREN DIE GUTEN MEINL- WEINE 99 99 99 Literflaschen schon von.. Kč 10'30 1/1 Flaschen 12Inel. Flasche aufwärts; Flaschenrückkaufspreis Kč 1Verlangen Sie die ausführliche Weinliste in allen Filialen der Firma JULIUS MEINL Weinkellereien nitätsrechte des absoluten Herrschers in Anspruch nehmen aber niemals, auch nicht in der Blütezeit der absoluten Monarchie im 18. Jahrhundert, war dies den Göttingern gegenüber üblich ge= wesen. Die Göttinger Sieben wurden ohne Vers fahren und Urteil nur ihres Amtes entfeht. Ihre förperliche Integrität wurde nicht bedroht. 100 Jahre später wird man in Deutschland ohne Vers fahren und Urteil von Staats wegen umgebracht. In den Schriften der Zeit, zu denen die Frankfurter Beitung" doch in hervorragendem Maße gehört, ist das durchaus nicht, weder auffallend, noch nicht auffallend ber meritwor en! Was niemals, auch in der Blütezeit der absoluten Monarchie nicht, den Göttingern gegen über üblich gewesen ist, wurde von dem, was im Dritten Reich üblich ist, weit in den Schatten ge= Vor Beginn der Verhandlungen England- stellt. Sieben Professoren davongejagt? Eine USA. Anfangs Jänner begibt sich eine britische lächerliche Zahl, gemessen an der Schwere des Mission von Wirtschaftsfachverständigen nach Schlages, der gegen die Sieben geführt worden ist: Doch es dauerte nicht lange, fo waren Washington, die über den englisch- amerikanischen alle aus Göttingen bertriebenen Professoren Handelsvertrag beraten werden. Der Führer der beltischen Delegation wird der britische Botschaf wieder an andere deutsche Universitäten berufen. ter in Washington fein. Die Regierungen 30gen gerne für ihre eigenen Hochschulen Vorteil aus den Verlusten Göttingens, auch war ihnen bewußt, daß zum wenigstens die Brüder Grimm und Wilhelm Weber aus der Entwidlung ihrer Wissenschaft nicht hinweggedacht werden konnten und sich eine dauernde Stellung in der deutschen Geistesgeschichte bereits damals errungen hatten". Mannesmut vor Despotenthronen Durch die günstigen Zollerträge mitb in Deutschland geschätzt? der vorjährige November um 7 Millionen, die Budgetquote für den November 1987 um 9 Millionen und für den Zeitraum Jänner bis Novem ber 1987 um 5 millionen übersteigen. Eine neue Groteske aus dem Dritten Reich " Wir haben vor kurzem der Göttinger Sie- 1 Freilich dürfte dieses be stimmte Ort" nicht so mit allem stomfort des Sadis mus ausgestattet gewesen sein, wie die deutschen mus ausgestattet gewesen sein, wie die deutschen Stonzentrationslager 100 Jahre später. Wer waren- Ehre ihrem Namen! diese Sieben? Der gebesserte Ertrag der Verbrauchs- ben" gedacht, jener sieben Hochschulprofessoren, vor 100 Jahren, nicht etwa in der Gegensteuern sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch die vor 100 Jahren, nicht etwa in der Gegen gegenüber dem Boranschlag zeigte sich auch im wart- lieber ihr Brot einbüßen, als einem Herr wartlieber November 1937. In den heurigen elf Monaten scher dienen wollten, der die Verfassung gebrochen brachten die Verbrauchssteuern um 65 Millionen und die Rechte des Volkes beseitigt hatte. Es entbehrt nicht der Stomit, ja es grenzt schon an das mehr ein als der Voranschlag erwartet hatte. Der Brutto- Ertrag der Gebühren war Gebiet der Groteskkomit, daß der hundertjährigen im November 1987 fleiner als im Vorjahr. Ob- Wiederkehr dieses Ereignisses, dieses Beweises von woh! er im Zeitraum Jänner bis November um Mannesmut einem Despoten gegenüber, auch 53 Millionen größer ist als im Vorjahr, bleibt in Deutschland gedacht wird. Tatsächlich er doch hinter der Budgetquote für diese elf Mo- widmet ein Professor Dr. Franz Schnabel in nate um rund 5 Millionen zurück, das ist um un- der Frankfurter geitung" diesem Jahgefähr denselben Betrag, um welchen der Novem restag einen langen Artikel und man fommt aus ber hinter der Budgetquote zurückbleibt. Bei den dem Staunen nicht heraus, wenn man schwarz relativ veränderlichen Ergebnissen dieser Post ist auf weiß sieht, was im Dritten Reich alles in vorläufig nicht abzusehen, wie das Dezemberers Druck gelegt werden kann, ohne daß sich die Ver= gebnis im Vergleich zum Vorjahr und zum Bud- tern zur Wehr sehen. Was ist also in Göttint, das damals zum Königreich Hannover gehörte, get sein wird. bor 100 Jahren vorgefallen? Der Ertrag der Monopole war auch im November 1987 befriedigend. Er übersteigt in elf Monaten die Budgetquote um 12 Millionen. Insgesamt ist der Brutto Ertrag im November 1937 um 183 Millionen besser als im Vorjahr und in elf Monaten um 1097 Millionen besser als 1936. Der gesamte Reinertrag im November 1937 ist um 281 Millionen größer als die Bubgetquote. In den elf Monaten zeigt sich vorläu fig ein Mehreingang von 251 Millionen gegenMan erhält für 100 Reichsmark Markmünzen . 100 österreichische chilling 100 rumänische Lei 100 polnische Zloty 100 ungarische Bengö • Kč 628.685.528.50 16.35 508.50 551.50 96.20 100 Schweizer Franken 656.50 100 französische Francs 1 englisches Pfund. 141.25 1 amerikanischer Dollar 28.30 100 italienische Lire 116.40 100 holländische Gulden 1577.100 jugoslawische Dinare -> 100 Belgas 100 dänische Kronen • 100 schwedische Kronen B 61.68 482.50 631.729.Am 11. Dezember 1837 erschien im Königreich Hannover ein fönigliches Restript, durch das sieben Professoren der Universität Göttingen ihres Lehramtes entsetzt wurden. Wieviele Professoren aller deutschen Hochs schulen wurden wohl seit 1933 ihres Lehramtes entfept? Viele von ihnen haben nicht einmal so viel zur Begründung ihrer Amtsentsegung beige tragen, daß sie gegen die Beseitigung der Berfas fung protestiert hätten, wie die Göttinger Sieben. Die verbliebenen aber stehen vor jedem SA- Rüpel Habt acht. Bei der Aushändigung des Entlassungsrestriptes durch den Prorektor wurde dreien bon ihnen angefündigt, daß sie die Universität und das Land zu verlassen hätten. Das wäre natürlich im Dritten Reich nicht möglich, daß man solchen schlappen Gesellen noch felbst die Möglichkeit eröffnet, ins Ausland zu gehen! Tafür aber das Folgende, was die" Frankfurter Beitung" aus dem Jahre 1887 zu berichan weiß: und daß, falls fie dies aus frelem Antrieb nicht innerhalb von drei Tagen täten, eine Untersuchung gegen sie mit aller Strenge durchgeführt werden solle, zu welchem Ende sie sodan an einen bestimmten Ort im Königreich würden ge= bracht werden. Die sieben Entlassenen waren die Historiker Dahlmann und Gervinus, der Jurist Albrecht, der Orientalist Ewald, der Physiker Wilhelm Weber und die Brüder Grimm; die drei Ausgeiviesenen waren Dahlmann, Gervinus und Jakob Grimm -fie verließen alsbald das Land. Der Vorgang erregte ein ungeheures Aufsehen, zahlreiche Flug schriften aus allen Teilen des deutschen Vaterlans des ergriffen Partei für die Gemaßregelten, eine öffentliche Meinung bildete sich über den Grenzen der Einzelstaaten hinweg, überall wurde für die Bedrängten gesammelt; wohin fie tamen, bereitete man ihnen Festgelage und Huldigungen. Nein, da gibt es keine Parallele zur Gegenwart und wohl deshalb hat sich die Frankfurter Seitung" bedenkenlos zur Veröffentlichung dieses Gedenkartikels bereitgefunden! Noch dazu wäre diesen sieben sonderbaren Schwärmern, wie uns Prof. Schnabel verweist, jeder Gewissenskonflitt erspart geblieben, wenn sie dem König, der die Verfassung gebrochen und beseitigt hatte, den Treueid geschworen hätten, denn sie hatten ja in ihrem Wirkungsbereich weder verfassungsmäßige noch verfassungswidrige Verfügungen zu treffen gahab. Was sagt man nun dazu? Aber diese Männer leiteten dennoch gerade aus ihrem Berufe die innere Berechtigung für ihr Vorgehen her. Wenn der Landtag und die Minifter schwiegen, fühlten sich diese sieben gedrängt, zu reden. Aber jeht begibt sich die Frankfurter Bei tung", die sich jüngst darüber empört hat, daß man bor 1300 Jahren 4500 Sachsen ohne ge richtliches Verfahren hingerichtet haben soll, als wären sie Insassen von Dachau gewesen, auf Glatteis: Ohne Berfahren und Urteil... Nichts ist in den Schriften der Belt auffal Tender vermerkt worden als die Tatsache, daß die Absetzung erfolgt war ohne Verfahren und Urteil. Der Monarch betrachtete ja das Staatsgrundgeset als erloschen und konnte daher die Souverä*** reach Ganz so, wie 100 Jahre später! Die Deutsche Universität in Prag . B. zieht natürlich jene Vorteile aus den Verluften Deutschlands, zumal ihr ja bewußt ist, daß B. zieht natürlich jene Vorteile aus den Verse mancher der aus Deutschland Davongejagten aus der deutschen Wissenschaft nicht hinweggedacht werden fann und sich eine dauernde Stellung in der deutschen Geistesgeschichte bereits errungen hat! " Und " wenn man schließlich in einer in Deutschland gedruckten Zeitung in den Tagen, da tie deutschen Emigranten vom Bölkischen Beob achter" und von seinem hiesigen Bruderblatte, der Beit", beschimpft werden, weil irgendein Deutscher, der mit ihnen nichts zu tun hat, in Paris. gemordet hat, wenn man dort ein Wort der Achtung und Schäßung von Emigranten lieft, wennin diesen Tagen tatsächlich eine deutsche Zeitung. die folgenden Säße zum Drucke befördert: Bon den zahlreichen Flugschriften aber, die um das Göttinger Ereignis geschrieben und ges druckt worden sind, wird die von Jakob Grimm auch heute noch mit Nußen gelesen; denn sie ges hört zu den klassischen Aufsäßen des großen Prosaisten. Er mußte sie in der Schweiz erscheinen laffen. Sie trägt den Titel: Ueber seine Ents Tassung" und das Datum vom 16. Januar 1838. Am Eingang liest man die oft zitierte Szene, wie der Gelehrte am 16. Dezember 1837 über die Grenze ins Hessische sich rettet und dort, in seinem eigenen Geburtslande es erleben muß, daß eine Großmutter zu ihrem Enkel sagt:„ Gib dem Herrn eine Hand, er ist ein Flüchtling". " Wenn man das in einer deutschen Zeitung bon 1987 liest, dann kann man nur sagen: Gib dem errn eine Ohrfeige, erist ein deutscher Journalist." Josef Hofbauer: g Dorf in Scherben Breis fart. Kč 32.-, geb. Kč 88.-. Zu bezieher durch die Zentralstelle für das Bildungswesen in Brag XII, Sleffa 13/ V. Sö-te ft „Tozialdemokratt' Mitttvoch, 22. Dezember 1937. Nr. 300 Träger Leitung Aus aller Welt Südafrika wird Wüste? Die Ursache der ständig drückender werdenden Trockenheitsperioden in Südafrika erblicken die Geologen darin, daß die Sandwüste Kalahari sich langsam, aber unaufhaltsam vom Westen her über die Südafrikanische Union ausbreitet, so daß der Feuchtigkeitsgehalt der Luft, ständig abnimmt. Auch der Ngami-See trocknet bereits aus.;• Falls keine Arnderung des Klimas eintritt, wird sich Südafrika— wie die Forscher erklären— im Laufe von hundert Jahren in eine Wüste verwandeln. Charlie Chaplin unauffindbar. Charlie Chaplin hat jetzt in.Wirklichkeit die Rolle gespielt, die er so oft in seinen Filmey darstellte: wer kennt nicht den armen Charlie, der wegen irgend welcher Kleinigkeiten von der Polizei verfolgt wird, sich hinter Zäunen verbirgt, sich möglichst verkleidet und alles tut, um ja /nicht gefaßt zu werden? Nun, Charlie Chaplin wünscht auch jetzt von einem wirklichen Gerichtsvollzieher-Nicht gefaßt zu werden, aber da er im Leben keineswegs«in.armseliger Landstreicher ist, sondern «in großer Herr, so muß der Beamte sich verkleiden und ihm Nachläufen— Charlie sitzt einfach zu Hause und ist für niemanden zu sprechen. Es handelt sich um die Zustellung einer Klage in dem Prozeß zwischen der Tobis und Chaplin, und das amerikanische Gesetz schreibt vor, daß die Zustellung unbedingt persönlich erfolgen muß. Der Sheriff I. P. Lavelle versucht dies nun seit vollen 14 Tagen zu tun, und bisher erfolglos. Er kam einige Male in voller Amtskleidung, und Charlie war nicht zu Hause. Dann kam er' ein paar Mal als Privatmann, und mußt« erfahren, daß Charlie keine Besucher empfängt. Dann verkleidete er sich als Messenger-Boy, der einen dringenden Brief abzugeben hatte, Charlie ließ sagen, er lese überhaupt keine Briefe, weder dringende noch andere. I. P. Lavelle nahm ein großes Wäschepaket und setzte sich die Mütze einer bekannten Wäscherei auf, umsonst, man sagte ihm, daß Charlies..Wäsch« zuj Hause gewaschen würde. Endlich erschien er im Frack mit Monokel, und zwar abends, als Gäste im Hause Chaplin waren, aber man schlug ihm die Tür vor der- Nase zu. und sagte, er sei nicht eingeladen. Ein Roman auf Zahlunasbrfehlen. Vor kurzem erschien in Paris der Erstlingsroman eines jungen Schriftstellers Leon G a v r o i s, zu dessen Bekanntwerden die höchst merkwürdige Art des Manuskripts entschieden viel beigetragen hat. Der Verfasser war vorher wenig bekannt. Er arbeitete gelegentlich an Zeitungen und Zeitschriften mit, veröffentlichte Feuilleton- und Erzählungen, er konnte damit aber nicht auskommen, und so war der Gerichtsvollzieher «in ständiger Gast in seiner Wohnung. In Frankreich dauert er relativ sehr lange, bis es wirklich zur Pfändung kommt.. In jedem einzelnen Fall müssen Dutzende• übst Zählüng-befchley,■ bip gefürchteten „blauen Zettel", überreicht sterbe«. Auch Gavrois ethielt sie. und da wiederum Dutzende von Klagen glei<^eitig gegen ihn liefen, bekam er Hundert« von Zahlungsbefehlen. Er beachtete sie nicht weiter, aber er warf sie auch nicht weg, denn die Rückseite ist unbedruckt sind eignet sich ausgezeichnet zum Niederschreiben mehr oder minder unsterblicher Werke. Dies tat GavröH und er brachte das seltsame Manuskript zum Berleger, der schon allein diese Idee als ausgezeichnete Reklame erkannte und das Buch sofort annahm.. Nationalistische Kulturkritik Prag.—rb— Ein in der Zeitschrift ,Hej Ruv" am 1. September 1936 veröffentlichter Aufruf an die Jugend, der von einer Reihe führender tschechischer Künstler und Schriftsteller unterzeichnet war. steigerte das Mißfallen des'Literatur- und Kunstkritikers der„N a r o d n i L i st v" zu einem Ausfall gegen dessen Autoren, den er hauptsächlich gegen die bekannten Schauspieler und Direktoren des..Befreiten Theaters" Vostovec und Werich richtete. Der Erguß dieses Autors. I. O. N o v o t n Ü. strotzte geradezu von.gröbsten Beleidigungen und Anrempelungen. Da war. in bezug auf das Wirken Voskove: und Werich die Rede von„greulicher Blasphemie" von„widerwärtigem Humbug", von„verbrecherischem Pharisäertum", das darin bestehe, daß„unter den: Mäntelchen des sozialen Empfindens eine verzweifelte Jugend in den gedanklichen und moralischen Nihilismus hereingezogen werde" nsw. Gestern fand vor dem Pressesenat des GR. Dr. I l l n e r die Verhandlung aegen den Autor und den damaligen Verantwortlichen Redakteur der.Aärodnt Listv" statt, die damit endete, daß der Verfasser dieser Schimpfern zu 8009 XL bzw. dreißia Tagen Arrestes, der verantwortlich« Redakteur Mal zu 1000 Xc oder zehn Tagen Arrestes verurteilt wurde Kubanische Pässe aus b Ossel Prag.—rb— Wie bereits mehrfach berichtet, haben zwei exotische Herren, die sich für Kaufleute aus Kuba auSgaben und sich auch mit kubanischen Pässen auswiesen, am 6. November den Prager Bankier Voticky um dreihunderttausend XL in einem Hasardspiel erleichtert. von dem sie behaupteten, daß es in ihrer Heimat allgemein gespielt werd« und den Namen„Nationale" führe. In Wirtlichkeit war es eine Abart des Hasardspieles Baccarat, durch welches die>e Herren in kurzer Zeit zu dem ansehnlichen Gewinn kamen. Auf Anzeige des geschädigten Spielpartners wurden sie in Haft genommen und wegen unerlaubten Zieles zu je neuntausend Xi Geldstrafe verurteilt. tzvas für sie nicht allzuviel bedeutete, denn sie waren überaus reichlich mit Geld versehen, so reichlich. daß die Prager Polizei lveitere Erhebungen ein- leitete, um sich Gewißheit über die wahre Identität der Herren Mariano Feren Boncomte und Antonio j Molmi zu verschaffen, die nach den Daten ihres > Passes beide Großkaufleute waren, von denen der | Erstgenannt« angeblich vor allem Börsengeschäfte be» i trieb, während der andere sich in der Obst- und Gemüsebranche betätigte. In der Untersuchungshaft legten beide das Geständnis ab. daß die Pässe nicht die Wahrheit über ihre Personalien enthielten. Mariano Boncompte heißt in Wirklichkeit ManuelFerrer und stammt auS Barcelona, sein Gefährte hat noch > weiter nach Kuba, denn er ist«in gebürtiger R u- ! m ä ne und beißt eigentlich AlerMarkovici ; Dieser benanWt, er habe sich dem MiliMdrenss ift feiner Heimat entziehen wollen, während Feerer möglichst weit von den spanischen Kriegsschauplätzen entfernt sein wo: Neben dieser Abneigung gegen das Äriegshan^::if ist den beiden Kumpanen ein ausgeprägter Geschäftssinn eigen, der ihnen in Paris allerlei nicht näher geklärte, aber zweifellos sehr ein« klägliche Geschäfte glücken ließ, wie der reich« Inhalt ihrer Geldtaschen beweist- Nach eigener Aussage fanden sie aber, daß die Konjunktur in Frankreich nachlasse und wollten daher ihr Tätigkeitsgebiet in die Tschechoslowakei verlegen, wo sie sich bessere Geschäft: versprachen. Da-sie aber ihre wahren Namen nicht nennen wollten, wandten sie sich an einen Beamten des Brüsseler kubanischen Konsulates, der ihnen für ein Honorar von je 2000 XL regelrechte k u b an isch'ePässe— allerdings auf falsche Namen auSstellte. Da somit eine eigentliche Fälschutia einer öffentlichen Urkunde, wegen welches Verbrechen sie vor dem Strafsenat deS GR. Dr. Vycpälek angeklagt waren, nicht gegeben erscheint, wurden sie nur wegen Uebertretung d«S Betruges durch Falschmeldung zu vierzehn Tagen strengen Arrestes unbedingt verurteilt und di« Landesverweisung nach verbüßter Strafe ausgesprochen. Die Aktion deS Weibnachtsbaumes der Republik in Gross-Prag hat am Dienstag den Betrag von 1.5 Millionen XL erreicht: ES ist dies das- größte Erträgnis, das seit Begründung dieser Mion in der Stadt Prag(heuer ist di« 13. Feier) erzielt wurde. Ein Information-- und Kassen-Bür» der Bitt»- bosbetriebe der Staatsbahnen wurde im Basar beim Wilson-Bahnhof errichtet. Bürostunden: an Wochentagen von 7 bis 15 Uhr für den Kaffendienst, von 7 bis 17 Uhr für den Informationsdienst; an Sonn- und Feiertagen von 8 bis 12 Uhr für den Informa» tion-dienst. Telephon 394-9-0. AnSflngSzüqe der Staatsbahnen i 23. Dezember bis 2. Jänner: Gesenke. 520 XL; 24. Dezencher bis 2. Jänner: Spindlermühle, 6ss0 XL; 31. Dezember bis 2. Jänner:-Erzgebirge, 200 Xi; 31. Dezember bis 9. Jänner: Vv§nL Ru^bachy 590 XL. Anmeldungen und Informationen im Basar neben dem Wilson-Bahnhof, Telephon Nr. 383-35. W'ntersport-Nückfabrkarten in dir Slowakei. Di» Direktion der Staatsbahnen in Prag bewilligt« die Ausgabe von RelationSfahrkarten von Prag-Wilkon- Bahnhof in die Stationen Jasina(ermäßigter Rückfahrtpreis 3. Klaffe 182 XL). Rachov(176 Xi), Uzok(166 Xi). Volovec(166 Xi). Kunst und Wlesen- Bedenkliches Niveau verraten die Weihnachtsspielpläne fast aller sudetendeutschen Bühnen. Der TTD registriert: In Aussig wird am ersten Werh- nachtSfeiertag nachmittags und abends.Vorstadtzir- kuS" gespielt; in Brünn bringt das Schauspielhaus SamStag nachmittags.Frauen in New Aork" und abends.The Tompson Brothers", das Deutsche Haus Samstag nachmittags..Der Lauf ins Glück" und abends„Casanova"; Eger bringt am Samstagnachmittag und am Sonntagabend Stolz'.ServuS. Servus" unter dem Schweizer Titel.Grüezi", am Samstagabend den.»Opernball" und Sonntqgnach- mittag.Die Kosakenbraut"; in Gablonz wird am ersten Feiertag nachmittags um 14,30 Uhr»Kleines Bezirksgericht", um 17.15 Uhr»Dichter und Bauer" und abends»Die Tanzgrnfin" gespielt. JäLttN- dorf dringt TamSrag abends»Polnische Hochzeit"; Leisineritz Samstagnachmittag»DaS Gaffenmädel" und abends»Grete im Glück"; Mähr.-Ostrau SamStag nachmittags»Hilde und die Million" und abendS .Parfümerie"; Reichenberg Samstag nachmittags »Katja, di« Tänzerin" und abends»Liselott von der Pfalz"; Saaz Samstag nachmittags»Warum lügst du. Eherie" und abends»Bei Kerzenlicht"; Troppau Samstag um 14 Uhr»Die goldene Mühle", um 17 Uhr»Polnische Hochzeit" und abends»The Thompson Brothers".— Also neben wenig Gutem viel Wertloses! Hugo HaaS als Dr. Galen im Film„Weiße Krankheit". Wochenspielplan des Neue« Deutsch« Theaters. Mittwoch 7% Uhr: Frauen in New Uork. B 8. — Donnerstag und Freitag geschloffen.— Samstag 2^: Frauen in New Aork. 7%: Andri Chinier, Erstaufführung, A 2.— Sonntag 2ss>: Schottenring.' Gastspiel Werbczirk. 7l4: Wiener Blut, neueinstudiert, B 1. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Mittwoch 8 Uhr: Axel an der Himmelstür, volkstümliche Vorstellung.— Donnerstag 8: Acht Ruder im Takt. Theatergemeinde de- Kulturverbandes und freier Verkauf.—Freitag: geschloffen. — Samstag 3: Georg und Margaret. 7%: Erinnerst du dich? Erstaufführung.— Sonntag 3: Firma. 8: Erinnerst du dich?/ Mitteilungen aus dem Publikum. Unangenehme Weihnacht-Überraschungen? Wie peinlich, wenn sich ein Geschenk als minderwertig opex verdorben herausstelltl Wer Marmeladen, Kompotte oder ander« Delikateffen in GlaS schenkt, erspart'sich und dem Beschenkten solche Enttäuschungen!‘ T? T" 1•""'y** S Betrieb-versRtMüiiß Gewerkschaftsversammlung, GenossenschaftSbersammlung, Wählerversammlung, Frauenversammlung, poliüschen Versammlung, Bersammlung oder Sitzung einer proletarischen Organisation sollt Ihr für die Genoffen! Genossinnen! tz» h» t» WaldemkratW Mchresie intensivste Werbearbeit leisten. Aus Saladas Stadt Von Dorothea Markovits Der Tag war heiß, aber jetzt gegen Abend kst die Lgft wunderbar mild und duftig und unter den Palmen des Ezbekija-Parkes wandelt das Polt von Kairo friedlich einher. Ganz wie bxi uns im Juni ist dieser ägyptische Feber- Sonntagnachmittag. Durch dunkles Grün älter Bäuiye spielt die Sonne weich auf üppige, gepflegte Rasenflächen nieder und Vögel zwitschern da und.dort im Laub. Wer ahnte heute, daß sich hier«inst ein großer, ungesunder Teich zwischen den Häusern der aufstrebenden Stadt breitete, bis gegen Ende des vorigen Jahrhunderts ein französischer. Gartenbaumeister aus dem fruchtbaren Schlammbpden dies leuchtend frische Wunderwerk. des. Parkes schuf! Nur die hohen Palmen und rytfn Tarbuschs der Männer— fälschlich Fes genannt— betraten den schläfrig blinzelnden Augen, wo sie sich eigentlich befinden. Auch die Terrasse und der Kaffee sind heimatlich; bis sich auf- einmal das Fremdartige deutlich bemerkbar wacht: mächtig lärmend dringt plötzlich ein Lastauto in die Stille des Parks und lädt auf hem Platz gerade vor uns eine Menge kleiner Musikanten gb. Es ist das Orchester der Waisenknaben/ Las'sich jetzt zum Sonntagskonzert in dem offnen, runden Pavillon gruppiert. Und schon'schmettern sie einen europäischen Marsch mit viel Elan und falschen Tönen in den friedlichen Abend hinaus. Dann folgen einige Stücke arabischer Musik voll seltsamer Eigenart Sie klingt stark'ans Türkische an,' hat aber doch ihren eigenen Charakter, das Sich-immer--wiederhole» eines Motivs, wodurch das Ganze so eintönig wird. Auch ist unser Ohr an die Bierteltöne nickt gewöhnt und-kann, ihnen keine-Schönheit abgewinnen. So kommt es, daß wir trotz wirklichen Interesses dennoch bald genug bekommen und das»kleine" Orchester, während es gerade au' afrikanischen Dudelsäcken einen tollen Tanz aufführt. lächelnd, verlassen./. Durch den Park, an der Oper vorbei, wo heute Richard Tauber singt, bummeln wir durch die Altstadt weiter, kaufen um 1^ Piaster(etwa 2 XL) einen Bund mit 18 Bananen und stehen nach etwa halbstündiger Wanderung mit einem Mal wieder auf einem gepflegteren und parkierten Platz, vor uns zwei der größten Gotteshäuser Kairos: die alte Sultan-Hassan-Moschee und die moderne Gami el Rifai. Es sind gewaltige Gebäude und ihre schönen Silhouetten heben sich mächtig gegen den Abendhimmel. Noch 200 Schritte weiter und wir stehen überrascht: ein zu Wirklichkeit gewordenes Märchenbild l Da. wo die Straße zwischen den beiden Moscheen eine Wendung macht, öffnet sich plötzlich der Blick hinauf zur Zitadellenhöhe, von wo in diesem Augenblick wie eine unendlich zarte Piston die Alabastermoschee in rosenfärbigem Widerschein der Abendsonne herniederleuchtet. Ein wundervoller Bau, der mit seinen zierlich schlanken Minaretten mehr ein Werk und Teil des Himmels als der Erde scheint. Noch heute seh ich ihn vor den geschloffenen Augen zwischen den dunklen Mauern der Moscheen rechts und links im Vordergrund, in feinem Himbeerrot als unwirklichen Hauch im lichten Blau des Abendhim« mcls schweben— einmalig und unvergeßlich l Still und verlassen liegt heute der Saladin- platz in den ersten Schatten. Die Phantasie aoer belebt ihn mit den abenteuerlichen Gestalten von Menschen und Tieren. Alljährlich einmal sammeln sich hier Karawanen aus Nubien, dem Sudan. Libyen und allen Gegenden Aegyptens, um gemeinsam gegen Mekka zu ziehen. Da gibt «» stolze, prächtige Berber, sehnige Beduinen, dunkle Nubier und hagre Fellachen des Nillandes. Ihre weißen Burnuffe leuchten in der grellen Sonne. Dazwischen ruhen schöne Kamele. Maultiere und Esel, die tapferen Kameraden der Menschen auf den weiten Ritten durch die einsamen, unberechenbaren Meere deS Sandes. Doch' die Sonne läßt uns keine Zeit zum Traumen, sie sinkt rasch und wir wollen sie noch auf der Hübe erreichen. Die Straße empor, durch einige Tore, eilen wir auf Saladins Spuren weiter. Hier lag einst eine Araberburg, der Ursprung Kairos. Erst zur Zeit der Kreuzzüge läßt der kurdische Söldnerführer Salah el Din, der große Kalif und Sultan, von drüben aus Giza die Steine der kleinen Pyramiden herüber holen und erbaut die Zitadelle neu. Er läßt die Stadt mit einer mächtigen Mauer umgürten und macht sie so erst zu el Kahira, der Siegreichen.— Heute dehnen sich auf dem nicht enden wollenden Plateau Kasernen, Wohnungen, Friedhöfe, Moscheen und. wieder Befestigungsanlagen. Doch plötzlich ist die Straße zu Ende und Mauern umgrenzen uns ringsum. Auf einer Holzstiege ersteigen wir den Rundgang, erreichen einen kleinen Eckturm— und gebannt stehen wir vor dem Ausblick, der sich uns durch die hohen Schießscharten bietet." Fast unmöglich ist es, das ganze Bild, wie wir es mit den Augen in einem umfassen, mit Worten ebenso zu schildern. 50 bis 70 Meter stürzt der Blick entlang der Festungsmauern jäh hinab in ein Wüstental, durch das ein tiefes, trocknes Flußbett sich eingräbt, und jenseits steigen kahle, steil abgebrochene Höhen zu einem höher liegenden Plateau an, dem Mokattäm. Ohne Karte wandernd wähnten wir uns bereits dort oben, nicht ahnend, daß ein solches Tal voll weichen, tiefen Wüstensandes und eine steile Steigung uns noch davon trennte. Aber wie wenn die Welt zu Ende wäre, wie wenn ein Messer Gottes die Stadt mit scharfen Schnitten entlang der Feftungsmauern aus der Wüste geschnitten hätte, so unmittelbar schließ', hier die Fruchtbarkett des Niltales mit den Werken der Menschen an die wilde, kompromißlose Ursprünglichkeit der Natur. Die einzigen Zeugen menschlicher Nähe sind zwei Wege; der eine führt über ein« Brücke gaiiz gerade und steil zum Bek- taschi-Derwischkloster auf das Plateau hinauf, der andere steigt links hinüber an den Höhlen der alten Steinbrücke vorbei auf die Höhen. Dort, wo sich die beiden Wege trennen, gleich an der Brücke, liegt eine stille, einsame Moschee— und das ist alles. Sonst nichts als Sand und Felsen. Aber die Farben, diese Farben, die mir jeder Minute der weit drüben im Westen sinkenden Sonne wechseln! Als wir kamen, war alles leuchtend gelb, vom lichtesten Ocker bis ins dunkelste Rostrot, dazu ein blauer, leuchtender Himmel. Dann wandelt sich alles mählich in Rosa und Purpur, der Himmel dazu merkwürdig grünlich und rosa schimmernd, bis endlich alles immer mehr in zartes Lila und Heliotrop bis zum dunkelsten, samtigen Violett sich löst. Himmel und Erde verfließen in dieser einen Farbe, werden einige Momente ganz ätherisch, bis die ersten, starken Schatten der hereinbrechenden Nacht sie. wieder in sich selbst verwandeln. Aber auch all, die feinen, unnennbaren Zwischentöne, dieses Singen und Klingen der Luft in unendlicher Stille, die merkwürdige Plastik und Nähe aller Dinge, das stark gewölbte Firmament gleich dem Rundhorizont einer Bühne, gegen den sich die scharfen Konturen unwirklich zeichnen,— all das nehmen wir auf mit sämtlichen Sinnen und es bleibt uns unauslöschlich eingeprägt.-. In ruhiger Pracht versinkt die Sonne jenseits der Stadt und des Niltales in der Wüste, wir grüßen Noch einmal in der Ferne die Pyramiden und setzen uns in die Mauerfenster, um unsere Bananen zu verzehren. Ganz dunkel ist es geworden. Bon der Höhe kommt ein kleiner Zug— Beduinen hätte ich fast gesagt, denn so wirken sie in diesem Rahmen.' Sie ziehen mit-ihren zweirädrigen'Karren gegen die Stadt,- die Laute ihrer seltsamen Sprache tönen in die- Stille zu uns herauf und wir träumen uns in ferne, längst vergangene Zeiten. Doch der Dämmerung folgt rasch Finsternis und wir wenden uns- zurück zur Stadt. Im schwarzen Himmel steht- jetzt noch dunkler die Alabaster-» mosSee und über ihr glänzen die ewigen Sterne und die schmale Sichel des wachsenden Mondes. So ist-eS> auch heute noch— Tausend und eine Nacht. 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