Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 70 Heller Redaktion und Verwaltung: Prag XII., Fochova 62 Telephon 53077- Herausgeber: Siegfried Taub Berantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Brag 17. Jahrgang Samstag, 25. Dezember 1937 ОБЛ Aus dem Inhalt: Weihnachtsbotschaft des Präsidenten der Republik Winterhilfsaktion des Fürsorgeministeriums Vorstoß über Teruel hinaus Nr. 303 19/ smo Das Fest der Liebe einem Reiche der Gerechtigkeit und des Friedens, mehr als Traum und Hoffnung: eine Möglichfeit, und Wahrscheinlichkeit, und sie ließ ihn vor den Augen der Kämpfenden erstehen als mensch= heitliche Notwendigkeit. Daß das Weihnachtsfest auch in dieser Zeit,[ listische Bewegung trugen die ersten sich ihr an- daß nicht nur sie das Tun der Menschen und der werden wollen, sich die Freiheit selber erkämpfen daß es auch in diesem Jahr, während zwei Kriege schließenden Arbeiter ihr Christentum hinein, ja Menschengruppen bestimmen, daß es noch andere, müssen oder sie wird ihnen nie zuteil, die Era weite Länder verwüsten und Hunderttausende sie sahen oft im Sozialismus eine Erneuerung ja jogar stärker wirkende gesellschaftliche Kräfte fenntnis des Klassencharakters der Gesellschaft und dem mit modernsten technischen Mitteln wütenden und Verwirklichung des Christentums. Als im gibt und daß ein und dieselbe Idee in verschie- der gesellschaftsgestaltenden Kraft der WirtschaftsTod zum Opfer fallen und in allen, in ausnahms Jahre 1863 zwei Arbeiter aus Asch sich an den denen Köpfen sich verschieden umformt. Den Ar- entwicklung, das war die Ueberwindung des los allen Ländern der Erde gerüstet wird wie nie Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein wandten men' und Gedrückten war das Christentum durch sozialistischen Utopismus und sie erst machte aus zuvor, nicht nur als Familienfest und Volksfest und damit jenen Briefwechsel begannen, der zur die Jahrhunderte Lehre der Liebe, Verheißung des dem Sozialismus, also aus dem Wunsche nach gefeiert wird, sondern als Fest der Liebe, daß die weihnachtliche Liebes- und Friedensbotschaft auch in dieser Zeit der Unruhe und der Beklemmung und des Kriegslärms und des Waffensammelns verkündet wird, das mag vielen wie furchtbar bitterer Hohn erscheinen. Aber nur wer nicht tiefer zu schauen vermag und unvertraut ist mit den tiefsten Sehnsüchten der Menschenherzen, wird darüber, daß trok Krieg und Kriegsangst und inmitten des Wettrüstens zu Weihnachten auch diesmal wieder und mehr und lauter als sonst vom Frieden gesprochen und die Liebe gepriesen wird, die Menschenliebe, verächtlich zu lächeln vermögen. Denn in Wahrheit geht nicht das Streben der Volksmaffen nach dem Krieg, sind ihre Herzen nicht erfüllt von Haßgedanken. Nein, sie wollen den Frieden! Sie wollen, daß Liebe das Verhalten des Menschen zum Menschen und von Volk zu Volf regle. Und weil es innerstem, tiefstem, schönstem Menschenbedürfnis entspricht, deshalb bleibt Weihnachten das Fest der Liebe! Nie hätte das Christentum fiegend vom bor beren Orient aus über das ganze Abendland ziehen fönnen, wäre nicht die Zeit reif gewesen für das Christentum, hätten nicht die gesellschaftlichen Verhältnisse im römischen Weltreich die Herzen empfänglich gemacht für eine Lehre, die nicht den Krieg, sondern den Frieden und die Liebe ver= kündete, die nicht die Macht pries, sondern den Geist, nicht die Herrschaft, sondern die Freiheit der Person. Weil in den Menschen und wäre ihnen das auch in noch so geringem Maße zum Bewußtsein gekommen das Bedürfnis nach Liebe überstark geworden war, weil sie nach dem Frieden sich sehnten, deshalb fonnte und mußte die Lehre von der Menschenliebe sie gewinnen. KRESSINES 24 થ Verteidigen wir die Demokratie, auf daß wir bauen können an der neuen Gesellschaft, die den endlichen Frieden bringen wird! Immer aber blieb in der sozialistischen Bes wegung der Strom der Liebe eine sie tragende Kraft. Ja, die Arbeiter waren, zum Kampfe gezwungen, immer wieder, zu hartem und oft opfers reichem Kampf. Aber ihr Kampf galt er Vers wirklichung der Liebesideale, der großen unsterb lichen Ideale der Humanität! Und Sozialisten gibt es, nicht bloß einzelne, sondern ganze Gruppen und Parteien, die ihren Sozialismus auch heute noch, wenngleich auf andere Art als die Utopisten, aus dem Christentum, aus der Lehre Jesu ablei ten, ihn christlich- sittlich begründen. Auch diese Sozialisten aber wissen, daß sie ihre 3deale nut fämpfend zum Siege führen können! Ja, es ist dasselbe Wollen, diefelbe Sehnsucht, das gleiche Verlangen nach Frieden und nach Liebe im Mits einanderleben der Menschen, die das Christentum groß machten, die in der Zeit des Kapitalismus in den Herzen von Millionen sozialistischer Arbeiter leben! Und dieses innersten Gehaltes des Sozia lismus, feines ethischen Kerns, seiner Humani tätsideale wollen wir vor allem zu Weihnachten gedenken. Ja, es ist auch den fämpfenden Arbeitern ein Fest des Friedens und ein Fest der Liebe! Aber sie wissen auch, daß erst der Friede gesichert werden muß, daß die Liebe erst befreit werden muß, ehe das Weihnachtsfest mehr sein fann als Feier des schönsten Traumes der Menschheit. Nicht um des Kampfes willen fämpfen die Arbeiter, sondern weil sie dazu gezwungen sind. Und ihr Stampf, der ihnen so viel Mißachtung und Verun glimpfung und Haß eintrug, war nie gewollt als blutiger Kampf, und nie war sein Ziel Herrschaft, sondern die Aufhebung aller Herrschaft. Niemand hat das schöner und eindringlicher und begeister ter berfündet als Ferdinand Lassalle, der Erwets ker der deutschen Arbeiter, und so recht als Abschluß einer Weihnachtsbetrachtung geeignet, weil Aber dem Christentum erging es wie es noch jeder großen Idee erging: Es wurde ausgelegt und gedeutet und umgeformt, man brachte es zustande, sich zum Glauben an die Gleichheit aller vor Gott zu bekennen und doch Gotteskinder brutal zu unterbrüden, sich zur Liebeslehre zu befennen und doch Haß zu säen und Kriege zu führen und die Gewalt zu verherrlichen. Das Christenfum eroberte einen Großteil der Erde, aber je Gründung einer Ortsgruppe in Asch führte, schries| Sieges der Liebe und darum auch tröstender so flar, so lauter den Liebesgehalt des Sozialisa größere Massen es gewonnen hatte, um so mehr ben sie, daß sie nach der reinen Christenlehre leb- Glaube an Herstellung der Gleichheit zwischen mus und der Arbeiterbewegung erklärend, scheinen wurde die Welt und wurde das Leben entchrist ten und die Bibel ihre Richtschnur sei; folglich allen Gottestindern, den Besitzenden wurde es uns die Worte aus seinem„ Arbeiter- Programm" licht. Aber in den Massen, ja, gerade in den Mas- lieben, achten und ehren wir jeden Menschen, zu einer strengen Autoritätslehre, in deren Namen zu sein, die das sagen, daß, wer die Idee des Arsen der Unterdrückten und Entrechteten, der Ar- welcher Konfejjon er auch angehören mag. Nicht sie die Unterwürfigkeit und Demut und den Ge- beiterstandes als das herrschende Prinzip der Gea men und Elenden blieb durch die Jahrhunderte der Name, sondern die Tugend macht den Chri- horsam der Beherrschten forderten. So gab es seit sellschaft anruft, damit keinen trennenden Schrei die tiefe, die untilgbare Sehnsucht nach Frieden sten... Soweit wir uns in das Programm des langem zwei Arten des Christentums, zwei Deu- ausstößt, sondern vielmehr einen Schrei der Verund nach einem brüderlichen Zusammenleben der Herrn Lassalle durch Ihr höchst geehrtes Antworts tungen der Lehre, und je mehr die Armen, die be- föhnung,„ einen Schrei, der die ganze Gesellschaft Menschen lebendig, und wann und wo immer sie schreiben und durch die vier uns gesendeten Drud drückten Arbeitsmenschen erkannten, daß die Ver- umfaßt, einen Schrei der Einigung, in den alle sich erhoben, im Versuche, ihre Stnechtschaft abzus schriften eingeweiht haben, kann es kein anderes fündung der Liebeslehre allein ihre Not nicht zu einstimmen sollten, welche Bevorrechtung und Unwerfen, taten sie es als Christen, beriefen sie sich Seil der Menschheit geben als die Ausführung wenden vermochte, daß sie ihre Anerkennung als terdrückung eines Volkes durch privilegierte auf das Christentum. So war es nicht nur in den dieser allerwichtigsten Aufgabe des Arbeiterstan- vollwertige Menschen, daß sie ihre Freiheit sich er- Stände nicht wollen, einen Schrei der Liebe, der, großen revolutionären Bewegungen im Mittel- des und Herr Lassalle und respektive elle Sub- kämpfen mußten, um so rascher kam die Arbeiter seitdem er sich zum ersten Male aus dem Herzen alter und am Ausgange des Mittelalters, wie iekte, die sich mit ihm an die Spike stellen, sind bewegung in Fluß und um so breiter und mäch- des 2 Ites emporgerungen, für immer der wahre tiger wurde ihr Strom. Die leberwindung des Schrei des Volfes bleiben, und um seines Inhalts etwa im großen deutschen Bauernfrieg. Auf die für Erlöser der Staatsübel anzuerkennen." Aber gerade das Schicksal des Christentums Glaubens an die Macht der Liebe und der Ver- willen selbst dann noch Schrei der Liebe sein wird, Liebeslehre Jesu beriefen sich die großen sozialistischen Utopisten, und noch in die moderne sozia- zeiat. daß es nicht auf die Ideen allein ankommt. nunft allein. die Erkenntnis. dak iene. die frei wenn er als Schlachtruf des Volkes ertönt." Seite 2 SamStag, 35. Dezember 1837 Nr. SOS Vie Veihnachtlbotrchakt su§5psnien Nun»feiert* das unglückliche Spanien die zweite Kriegs-Weihnacht. Unendliches Leid ist über das Land gekommen, Tod und Entbehrung zeichnen ihre Spuren in das Antlitz dieses stolzen Volks. Wie lange noch? Das ist die Frage, die uns alle bewegt. Mft welchem Ende? Das ist die zweite Frage, die wir stellen. Diese spanische Weihnacht ist von einem Freudefunken erhellt: T e r u e l, eine befestigte Stadt, die sich schon seit Beginn des Bürgerkriegs in den Händen der Rebellen befindet, ist von den Republikanern erobert worden. Die letzten Reste versprengter Phalangisten, die sich noch in der Stadt befinden, können an dieser Tatsache nichts mehr ändern. Die Fahnen der Republik wehen von allen Bergen in der Umgebung von Teruel, sie wehen über der Stadt. Eine strategische Gefahr ist gebannt, die drückend war: die Zerschneidung des republikanischen Spanien durch einen Vorstotz von Teruel gegen die Küste ist unwahrscheinlich! geworden, der ganze Offensivplan der Franco- Armee, dessen Verwirklichung seit fünf Wochen aufgeschoben wird, wurde über den Haufen geworfen. Ungeheuer ist der moralische Eindruck dieses Sieges in der spanischen Republik, in der ganzen Welt:«S ist erwiesen, daß die Sache der spanischen Republik besser steht denn je. Die Franco- Propaganda in Spanien und in aller Welt, die den Sieg der Rebellen als eine unumstössliche Tatsache verkündete, ist auf das glänzendste widerlegt worden. Die Bedeutung des Sieges von Teruel ist aber nicht nur im Strategischen und Moralischen zu suchen. Viel wichtiger ist dieser Sieg als Ausdruck der Kampfkraft und des Kampfwerts der spanischen Volksarmee. Die ersten Niederlagen der RepMik waren vor allem auf das militärische Missverhältnis -wischen den Kräften der Regierung und jenen der Rebellen zurückzuführen. Die Volksmilizen waren schlecht bewaffnet, hatten kein Kommando — und duldeten auch keinS l—, kämpften in losen Verbänden, hatten keine Rachschuborganisatimr. keine Artillerie, keine Fahrzeuge. Ein Offizierskorps war nicht vorhanden, der Armee fehlte die einheitliche strategische Leitung. All dies wurde von Woche zu Woche, von Monat zu Monat besser. Noch vor der Umwandlung der Milizen in die Volksarmee, die, gegliedert in reguläre militärische Verbände, einem einheitlichem Kommando gehorcht und von Offizieren geführt wird, wuroe die Schlacht von Guadalajara im März diese» Jahres geschlagen. Sie wurde der erste grosse Sieg der republikanischen Waffen, ein Sieg, der im Abwehrkampf errungen wurde und Madrid zum zweiten Male rettete. Im Juni wm die Reorganisation de» Heeres vorläufig beendet. Der spanische Generalstab trat in Funktion, die Vereinheitlichung des Kommandos hatte Fortschritte gemacht, das junge, aus Freiwilligen aller Bevölkerungsschichten gebildete Offizierskorps hatte im Laufe des Krieges einige Erfahrungen gesammelt, die Nachschuborganisation war verbessert worden, die Disziplin der Truppen hatte einen hohen Grad erreicht: es konnte die erste organisierte Offensivhandlung der Republikaner gesetzt werden; aber hier, bei der Schlacht von Brunete, handelte es sich um einen ersten Versuch, der nur von einem verhältnismässig geringen lokalen Erfolg begleitet war. Es zeigte sich» dass zwar die Soldaten und Offiziere genügend Kriegserfahrung haben, dass aber die Bc-' waffnung der Armee unzureichend ist und dass insbesondere Offensivwaffen fehlen. Die Gegner gruben sich dann an den Hauptfronten fest. Franco zog wertvolle Kräfte nach dem Norden ab, errang hier einen»Sieg*, obwohl ihn die Tapferkeit der Basken und der Asturier zwang, ungeheure Mittel einzusetzen. Der unerwartet lange und heftige Widerstand, den die Republikaner im Norden auf einem von vorneherein verlorenen Posten leisteten, schaffte der republikanischen Armeeführung einen entscheidenden Zeitgewinn: während es der republikanischen Leitung durch die Abkommandierung von Francotruppen nach dem Norden erleichtert worden war, die Hauptfronten zu hallen, wurde im Hinterland die Durchorganisierung der republikanischen Armee vollendet. Die Kriegsindustrie wurde auf Höchstleistung gebracht, die Armee wurde motorisiert, die Flugwaffe und die Tankwaffe auSgebaut, die Artillerie ergänzt. Neue Rekrutierungen füllten die Armee auf, aus der planmässig und erfolgreich störende politische Einflüsse entfernt wurden. Erst vor wenigen Wochen hat der Verteidigungsminister Prieto die Abschaffung der politischen Kommissäre verfügt. Der Zeitgewinn, den die für die Republik optisch sehr verlustreichen Kämpfe im Norden bedeutete, war vor allem ein militärischer Kraftgewinn. DaS haben Kenner der spanischen Verhältnisse immer gewusst und gesagt, und ihre Ansicht wurde jetzt durch den Sieg von Teruel bestätigt. Dass der Bürgerkrieg solange dauert, ist kein Zeichen für die Schwäche der Republik, sondern eher ein Beweis für die Schwäche der Faschisten. Deren militärische Ueberlegenheit war früher so gross, dass man sich kaum erklären kann, wie sie das Kunststück zuwege brachten, die militärisch schwache Republik nicht zu besiegen, obwohl doch Franco auch italienische und deutsche Unterstützung hatte. Die spanische Republik hat mehr Zeit als die spanischen Faschisten! Ihre militärische und politische Kraft wächst, während jene der Faschisten abnimmt. Es ist bemerkenswert, dass die Offensive von Teruel die erste war, die mit motorisierten Abteilungen durchgeführt wurde. Der gleichzeitige Zangenangriff vom Norden und vom Süden her, der grosse Verbände der Verteidiger ganz einfach abschnitt, kam so schnell und so überraschend, dass der Erfolg um so sicherer war, als es— eine Folge der gesteigerten Disziplin in der republikanischen Armee!— gelungen war. das Geheimnis der AngriffSvorbereitungen bis zum letzten Augen blick zu wahren. Das war bei früheren Offensivstössen, insbesondere aber bei* dem Kampfe um Brunete, nicht erreicht worden. Bei Teruel handelte es sich aber auch nicht um einen Angriff isolierter Verbände, sondern um die Erfüllung eines vom Generalstab sorgfältig, ausgearbciteten PlanS, welcher der strategischen Kunst des jungen Generalstabschefs Rojo alle Ehre macht. Man hatte bei diesem Angriff mft allen Möglichkeiten gerechnet, auch mit der Möglichkeit von Gegenangriffen im Rücken der vorstoßenden Truppen. Diese Gegenangriffe wurden aufgefangen, wodurch die Zernierung TeruelS und die schliessliche Eroberung der Stadt ermöglicht wurde. Der spanischen Republik haben in den letzten Wochen grosse BerpflegungSschwierigkeiten gedroht. Aber die Sorge ist jetzt nicht mehr so brennend wie etwa zu Ende Oktober. Die Blockade- Ankündigung Francos hat sich als großsprecherischer Bluff erwiesen. Die RegierungShäfen wer- Der amtliche Frontbericht Barcelona. Ag. Esp. Das BerteidigungSmini- sterium gibt unter dem 23. Dezember bekannt: In de» erste» Morgenstunden find die letzten Rebellenstellungen in Teruel gefallen, im neuen Friedhof bei Santa Barbara und Elman- snelo. Unsere Truppen beherrschen die ganze Lpe- rationSzone. Mittwoch abends ist eine Kompagnie Maschinen- Gewehrschützen, Donnerstag eine den nach wie vor von Lebensmittelschiffen angelaufen.'Es fehll an Milch und Fleisch, alle anderen Lebensmittel sind in zureichenden Mengen vorhanden. Die Verpflegung der Bevölkerung ist also sichergestellt. Die Moral der Republikaner ist im Hinterland und an der Front unerschüttert, der Wille zum endgültigen Sieg ist lebendiger denn je. Der Erfolg von Teruel wird diesen Siegeswillen nur noch steigern. Man darf die begründete Hoffnung haben, dass Spanien keine dritte Kriegsweihnacht erleben wird, sondern dass die nächsten Wochen und Monate im Zeichen weiterer Siege der republikanischen Truppen stehen werden. Die Waag« des Sieges neigt sich der Republik zu. Daran können auch etwaige örtliche Misserfolge und Rückschläge nichts ändern.- Spaniens Volk blutet seit käst anderthalb Jahren für seine Freiheit. Es wird nicht vergeblich geblutet, nicht vergeblich gekämpft I haben. K. K. Kompagnie Infanterie von den Rebelle» zu uns übergegangen. Die Truppen, die Teruel im Sturm genommen haben, räumten mft den letzten Rebel» lcnnestern im Stadtinnern, im Seminar und im Zivilgouvernement auf.' Donnerstag nachmittags waren bereits drei Viertel der Zivilbevölkerung von Teruel aus der Stadt auSgezogen. Einige Rebellen führer, die sich unter der Zivilbevölkerung befanden, find isoliert worden. Bon Barcelona ist eine Karawane mit Lebensmitteln und Kleidungsstücken für die Zivilbevöllerung unterwegs. ArveitS-«nd Wohlfahrtsminister Avuade leitet daS Fürsorgewerk von hier aus. Rebellenflugzeuge warfen Bomben auf Puebla deBalverde» wo zahlreiche Flüchtlinge, Frauen und Kinder, Schütz ge« funden habe«. Glücklicherweise hatte der Mordanschlag keine Folgen. Entlarvter Faschistenschwindel Paris.(Ag. Esp.) Auf eine telegraphische Anftage hat der spanische Botschafter vom Verteidigungsminister Prieto aus Teruel die Antwort erhalten, dass an der Meldung, die Rebellen unter General Aranda hätten ihre verlorene Stellung LosmoroneS wiedererobert, kein wahres Wort ist. Der Minister fügt hinzu, dass keine der vor der Einnahme Teruels von der Vollsarmee besetzte Stellung wieder an den Feind gefallen ist, und dass alle seine(des Feindes) Anstrengungen völlig gescheitert sind. ««« Zehn Kilometer hinter Teruel! Säuberung In der eroberten Stadt Bareelona. Nach den auS Teruel vorliegende« Berichten wurden dort auch die letzten Rrbellennester auSgeräumt. Der hartnäckige Widerstand, den die versprengten Teil« der Besatzung in vereinzelten Gebäuden leisteten, ist darauf zurückzuführen, daß es sich bei ihnen nicht um rekrutierte Soldaten handelt— von diesen ist ein erheblicher Teft zu den Republikanern übergegangen—, sondern um Phalangisten, die wahrscheinlich annehmen, daß sie keine Gnade zu erwarten haben. Die gesamte Besatzung Teruels war etwa 10.800 Mann stark, davon wurden bisher gegen 5000 Mann gefangen, ein großer Teil der Rebellentruppen fiel in den Kämpfen. ES konnte sich also bei den letzten Widerstandsnestern nur um versprengte und kleinere Gruppen handeln, so daß die Annahme, es könnte sich hier in Toledo die Geschichte oes AlcazarS von Toledo wiederholen, vollkommen abwegig ist. Die faschistische Propaganda will allerdings den Berlust von Toledo nicht zngeben und kann eS auch nicht, eS würde sonst daS gauze von ihr aufgebaute Lügengebäude zusammenstürzcn, in dessen Schutz die Rebellengenerale leben. Die Front befindet sich zehn Kilometer von Toledo entfernt und man weiß, daß sich für die Rebellen der Weg zieht... Ihre Angriffe, im Rordwesten von Teruel, die einen Durchbruch der republikanischen Front zum Zwecke einer Befreiung der in Toledo eingeschlossenen Besat- zungSreste bezweckten, kamen nicht nur zu spät, sondern wurden auch alle abgeschlagen. Mr laßt den Armen schuldig werden... Ton Margarete Neumann Marion und Adele schliessen einen Liebes- pakt, dem keine Eheversprechungen vorausginzen oder folgten. Adele fragt nach solchen Dingen nicht. Marion berührt das Thema. Einmal müsse man davon sprechen. Einmal werde ich reisen müssen ». hinaus... in di« Welt... »Ja, Geliebter, ich weiß, dann wirst du mir schreiben, ich werde immer bei dir sein, alles mit dir erleben!* Marion erschrickt über die Tiefe dieser Liebe. Er küßt ihre Augen, ihren Mund. »Mein Mädel! mein liebes» fleines Mädel!* Nachher lebt Dele nur noch der Erinnerung. Zärtliche Briefe kommen, voll des Dankes an die schöne Zeit. Dann verstummen auch diese Boten de» Gedenkens an die Vergangenheit. Die Jnflatton fraß alle Ersparnisse. Adele musste irgendwie versuchen durchzukommen, wollt« sie nicht durch Selbstmord, wie viele andere, daS Leben abschliessen. Nichts als einige Möbelstücke, die Keram« Modelle und daS Türschild:„Adele Brrgner, Kunstgewerblerin* erinnern an daS frühere Leben de» alternden Mädchen». Geft Jahren ist Del« Heimarbeiterin, sie nähte, was sie gerade zugeteilt bekam, Schürzen, Unterhosen, Bauchbinden, das aber taten nur die Hände. Im Kopf, tief drinnen, modellierte sie, hielt Zwiegespräche mit Marion. Rur diese Zweispaltung ihres Wesen» ließ sie da» erbärmliche Leben ertragen. Längst ist sie ein« der ärmsten Proletinnen, fand weder den Weg zu einer politischen, noch gewerk« jchaftlichen Organisation. Sie selbst merkte nichts I von dem Unterschied, der sich in ihrer gesellschaftlichen Stellung vollzog. '„Dele Bergner, Kunstgewerblerin!* ja, und nicht» anderes. Dann kam wieder ein kleiner Aufstieg. Die Firma„Wollheim", der sie früher Modelle lieferte, erinnerte sich an sie. Statt Unterwäsche, näht Adele nun Felle, manchmal bekam sie den Auftrag, ein Modellstück zu liefern. Versuche der vielen anderen Heimarbeiterin- nen der Firma Wollheim, Adele Bergner zu bewegen, sich der Interessengemeinschaft anzuschlie« hcn, scheiterten an dem Unverständnis Adele», an ihrer Furcht vor jeder Art Kollektivismus. Dem schweren Schicksalsschlag, der sie dann gerade an dem Tag ttaf, als sie selbstzuftieden und stolz auf ihren Erfolg bei Wollheim», in die Einsamkeit ihrer Stube flüchtete, stand sie deshalb völlig emsam, hilflo» und innerlich gebrochen gegenüber. Hilfe! Von der nahen Turnruhr schlägt es zwölfmal. Der Westwind trägt den Schall über die Dächer der Stadt, durch die schmale Gaffe, bis in Adele Bergner» Stube. Gleichzeitig versucht ein kecker Sonnenstrahl der Wintersonne in den Raum einzudringen, wo das Mädchen, im Traume lächelnd, entrückt der Gegenwart, friedlich schläft. Es ist Hochsommer. Grinzing! „Noch einen Schluck, Del«!* „Ich bin— ja— schon— beschwipst— Liebster I* «Deine Augen leuchten so schön, Dele!" „Marion, küsse mich!" „Und wie wundervoll du in dem Tape aussiehst, Liebling!" „Eape?? Ich? Im Hochsommer? Du trämnst wohl, Liebster?" „Sieh, da» herrliche Silbergrau in deinem Haar! Ich muß es küssen!" „Nicht doch! O, Marion! Sieh dort die grauen Wollen— es donnert schon, ich fürchte mich so!" Bumbumbum! Adele hat Angst vor Gewitter, selbst im Traum. Bor Angst erwacht sie, sitzt auf: Bumbumbum! H—i—I—fel H—i—l—sei Adele schaut um sich. Träumt sie noch immer? Um Christi willen, nein, gellende Hilferufe sind deutlich vernehmbar. Wer ruft? Adele ist aufgesprungen. Entsetzt steht sie, horcht. Ja, dort, von Weiler» Wohnung muffen die Rufe kommen. ,4?ilfe! Hilfe!" dann nichts mehr. Adele steht noch ein Weilchen, lauscht, kein Laut mehr dringt an ihr Ohr. Da faßt sie den Entschluß, sich um nichts mehr zu künunern. „Was geht das mich an? Wer weiß, wen der Alte wieder mal bei sich hat! Kümmere ich mich darum, weiß Gott, muß ich vielleicht als Zeugin vor Gericht aussagen." Adele geht leise in die Nische, holl verschiedene» Material. Beginnt die mitgebrachten Felle zu sortieren. Jetzt sitzt sie an der Wand, dicht an der Tür, die auf den Korridor führt. Noch schlägt da» Herz ungleichmäßig, die unverhoffte Störung aus dem tiefen Schlaf ist noch nicht überwunden. „Es ist doch hellichter Tag! Kein Mensch dringt um diese Zett in eine Wohnung ein! Es ist also wirklich nur„Tratsch", was die Nachbarschaft über Weiler verbreitet, er nimmt Burschen in seine Wohnung." So tröstet sich Adele und die fllnken Finger fassen nach der übernommenen Ware. Die ist kostbar, bevor sie verarbeitet wird, will Adele prüfen, ob sie nicht schadhaft ist. Beschädigte Felle sorttert sie aus, legt sie beiseite. Nachdem sie diese Vorarbeit erledigt hatte, erhebt sie sich, will das Mittagmahl aufwärmen. Kaum nähert sie sich einen Schritt dem Tischchen, wo der Spirituskocher steht, zuckt sie zusammen. Ganz deutlich vernimmt sie ein Geräusch, als ob ein« Tür geöffnet oder geschloffen würde, dann ein Rascheln. als ob jemand die Mauer im Vorbeigehen streife. Adele ist nervös, sie weicht zurück, unheimlich ist ihr zumute.«Ich bin überarbeftetl Was ich mir alle» einbilde I" tröstet sie sich. Sie lauscht wieder, e» ist alles ruhig, ftiedlich, nur der Wecker tickt aufdringlich laut. Adele beruhigt sich, nimmt sich vor, die Nervosität zu überwinden. Bald riecht es in der Stube nach Sauerkraut. Hungrig, aber ohne Appetft ißt Adele, dabei gewohnheitsmäßig hastig, den Mahlzeiten widmet sie wenig Zeit. „Gott im Himmel!" Wieder erschrickt Adele. Wer rumort denn schon wieder nebenan? „Man kommt ja nicht zur Ruhe, ist denn der Alte heute ganz besessen?" Der Aerger über den Nachbar gibt Adele den Mut, den die aus dem Schlaf jäh Erwachte vorhin nicht hatte. Adele geht energisch zur Tür, enffernt die Sicherheitskette, öffnet und schaut - hinüber. Weilers Türe ist nur angelehnt, Adele bleibt vor ihrer Türe stehen, ruft aber laut: »Herr Weiler! Herr Weiler l* Kein« Antwort, aber Schritte nähern sich. »Pst! Machen Sie keinen Lärm, kommen Sie herein!" antwortet die Binder. Sie kommt aus der Wohnung Weilers, faßt Adele beim Arm, zieht das Mädchen mit zurück in Weilers Küche, durch das Zimmer in«ine kleine Kammer. Adele will schreien, so unheimlich erscheint ihr die Binder, keinen Ton bringt sie über die,Lippen. Die Binder aber lacht. Ihr Finger spielen mtt Geldstücken. Wie ein kleines Kind schaut sie auf die Münzen. Eine Handvoll reicht sie Adele. Die wehrt ab, die Münzen fallen auf den Fußboden. Jetzt lenken die rollenden Geldstücke des Mädchens Blick auf sich. Alles wankt rings um Adele, di« Kammer dreht sich, der Boden schwantt: »Mord! Hilfe! Hilfe!" ^Fortsetzung folgte Nr. 303 Samstag, 25. Dezember 1937 Ins Jubiläumsjahr der Republik Die Weihnachtsbotschaft des Präsidenten der Republik Geite 3 Alle tschechoslowakischen Sender übertrugen Freitag abends die heu-[ Feber 1937, der nur all das zur Durchführung, denken, was ihn begleitet hat, sondern durch die rige Weihnachtsbotschaft des Präsidenten der Republik: Am Schlusse meiner vorjährigen Weih nachtskundgebung habe ich gesagt: Ich glaube, daß das kommende Jahr unserer Demokratie er möglichen wird, die Leistungen, die sie heuer voll bracht hat, zu verdoppeln, und daß sie unseren Staat durch erneute Anstrengung im Innern und nach außen hin weiter festigen wird. Und nachdem ich betont hatte, daß ich nicht an einen Krieg glaube, sprach ich die Ueberzeu gung aus, daß Europa der Friede erhalten bleiben wird. Auch heuer trete ich mit einer Friedensbotschaft vor Sie hin. Ich wiederhole, was ich bereits mehrmals gesagt habe: Das gefähr I ich ste Nachkriegsjahr war das Jahr 1936. In diesem Jahre wichen die europäischen Staaten unter dem Einfluß der Entwicklung der Machtverhältnisse unter ihnen freiwillig oder unfreiwillig, von der bisherigen Polikerbundes gefunden hatte, ab und gingen offentit, die ihren Ausdruck im Gleichgewichte des Völ kundig zu einer Periode abermaliger diretter Rivalität und direkten Messens der Kräfte untereinander über. Das Jahr 1936 war sohin ein Jahr des Umbruches und neuen Kräftegewinns im interrationalen Konzerte auf seiten der autoritativen Mächte zu Ungunsten der übrigen Großmächte und Staaten. Wiedererwachen der Demokratien Das Jahr 1937 brachte jedoch bereits wie der den Ausgleich der Kräfte zwischen diesen beiden Lagern. Am Ende des Jahres 1937 sehen wir, daß die französisch- britische Zusammenarbeit neuerlich intensiver geworden ist, daß eine Annäherung der Vereinigten Staaten von Amerika stattgefunden hat sowie das sich die Spannung zwischen Deutschland und dem Sowjetverbande beruhigt hat. mende Jahr wird das gelten. Es ist dies ein neuer mächtiger Pfeiler, welcher der Konsolidierung unseres Staatsgebäudes und seiner Sicherheit dienen soll. Die Opfer notwendig, aber zeitlich begrenzt Ich weiß, daß das für die gesamte Bevölferung mit beträchtlichen Opfern verbunden ist. Allein es handelt sich da um eine Investition, welche uns heute vor ärgeren Ereignissen schützt und welche nicht länger dauern wird als notwendig ist. In weiteren zwei Jahren werden die laufenden ordentlichen Budgets hinreichen, um diese Erfordernisse zu decken. Nicht minder wichtig ist das Jahr 1937 deshalb, weil es die allmähliche Ausgleichung und Normalisierung unserer Staatsfinanzen und Zeit der Krise bedeutet. Wir alle wissen, daß überhaupt unserer Wirtschaftsverhältnisse seit der unsere Bedürfnisse im nächsten Jahre finanzielle Wachsamkeit und eine gewiß sehr bedeutende technisch- finanzielle Anspannung erfordern werden. Aber bei unseren geordneten Budgetverhältniffen werden wir auch das in voller Ordnung bewältigen. Vergleichen wir, um wieviel gröBere Schwierigkeiten die übrigen europäischen Staaten haben, die um vieles reicher sind als wir! bringt, was in diesen Dingen schon in unserer Erinnerung daran, was uns der Aufbau des Verfassung vorgeschrieben ist, und das ergänzt, Staates und damit eines neuen Lebens und was hier schon unsere Regierungen seit dem einer neuen Welt als Pflicht auferlegt, durch die Jahre 1919 getan haben. Es wurde hierüber Betonung dessen, was wir in diesen zwanzig schon alles gesagt, was zu sagen möglich ist. Ich Jahren Gutes für den Staat, für seine Bevölkeselbst habe das in meiner Kundgebung vom 28. rung aller Klassen und Nationalitäten getan Oktober betont, und es haben das der Herr Mi- haben, durch die Erwägung, wie uns alle in dienisterpräsident und die anderen Herren Minister sen zwanzig Jahren das Leben zusammengeführt in ihren Reden bei der Budgetdebatte klargelegt. und gegenseitig genähert hat, und was noch Heute zweifelt an der Verwirklichung dieser Be- dazu fehlt, damit wir untereinander jen... Geist schlüsse- wie ich hoffe- niemand mehr. Sie der Solidarität, des guten Willens und der Liebe sind in die Bahnen geleitet, in denen ausbilden, an den heute jeder gern in seinem ſie automatisch weiterlaufen wer Familienkreise denkt. Der Hauptzweck dieses Juden, bis zu ihrer vollen Durchführung. biläums muß sein, alle Bedingungen zu schaffen, Daß die Durchführung solcher Dinge Zeit ver- um in unserer Nachkriegszeit eine wahrhafte langt, muß jeder verstehen, der gut politisch denkt Versöhnung im Innern und nach außen hin in und der die Kompliziertheit aller politischen Ge- die Wege zu leiten. fchehnisse kennt. Ich habe hier volles Vertrauen zu under anderen ferer Bevölkerung, möge sie zu welcher Nation Niveau und guten Willen, wünscht sich Ruhe, Zuimmer gehören. Sie hat ein hohes politisches fammenarbeit und eine friedliche Entwicklung und respektiert den Mitbürger Sprache, seine Ansichten, seine Gefühle und seine Tradition. Aus diesem meinen Glauben schließe ich bei uns niemanden aus: Weder von der Negierungsmehrheit noch von der Opposition, weder von links noch von rechts. Das Jahr 1937 brachte uns einen großen, Als grundlegend für die Entwicklung unse- unvergeßlichen Schmerz: Am 14. September verließ uns unser erster Präsi rer inneren Verhältnisse halte ich das, was in dent. Der Staat und die Nation, die einen soldiesem Jahre für das gemeinsame Verständnischen Mann hatte, hat sich selbst, hat der heutigen zwischen unseren Minderheitennationalitäten und Beit und der ganzen Welt etivas zu sagen. Und der tschechoslowakischen Mehrheit geleistet wurde. sie hat die große Pflicht, in seinem Geiste ihre Es bleibt ein großes hiſtoriſches Datum für Geschicke weiter zu lenken. Gedenken wir alle unsere karpathorussische Bevölkerung, daß das heute wiederum dieser unserer großen Pflicht. Gesetz über die Autonomie ihres Landes beschlosfen und durchgeführt wurde. Die nationale Befriedung wird ganz durchgeführt werden Die letzten Monate des Jahres 1937 waren mit diplomatischen Verhandlungen ausgefüllt, Ein wichtiger innerpolitischer Faktor in der welche ohne Zweifel- ungeachtet dessen, Entwicklung des Staates ist der Regierungsbe mittlerweile ein neuer Krieg im Fernen en schluß über die Minderheitenfragen vom 18. ausgebrochen ist besagen, daß an einen europäischen Krieg nicht gedacht wird, daß die Möglichchkeit eines solchen weit geringer ist als in den vorhergegangenen Monaten und Jahren. Es ist zu sehen, daß die Großmächte alle ohne Ausnahme, wenn sie gegenseitig ihre Kräfte beob achten und messen, zu dem Schlusse gelangen, daß ein Krieg in Europa eine Bilanz zeitigen würde, die einer Katastrophe gleichkäme, und daß er keine Lösung brächte. 1938- ein Jahr der Verhandlungen Wenn ich im Jahre 1936 ein Jahr schwerer Krisen und im Jahre 1937 ein Jahr des Ausgleiches der Kräfte erblicke, scheint es mir, daß das Jahr 1938 ein Jahr der Verhandlungen, des Diskutierens, der Suche nach einem Einvernehmen und schließlich auch des Abschlusses wenigstens teilweiser und vorläufiger Vereinbarungen sein sollte und voraussichtlich auch sein wird. Die schöne Weihnachtszeit hener, die Zeit neuen Erwachens, leitet uns das Jubiläum des 20jährigen Bestandes unserer Republik ein. Jubiläumsfeiern im Geiste des Aufbaues Wir werden es keineswegs in der Weise feiern, das wir des Krieges und alles dessen geSoziale Weihnachtsbotschaft Winterhilfsaktion des Fürsorgeministeriums Das Ministerium für soziale Fürsorge führt, wie in den vergangenen Jahren, auch heuer wieder in der Winterszeit eine Hilfsaktion für die Arbeitslosen durch, in deren Nahmen sie außer ben ordentlichen Unterstützungen in Form von Lebensmittelanweisungen Personen, die den für die Winterhilfsaktion ausgegebenen Richtlinien voll entsprechen, auch Nahrungsmittel zugeteilt werden. Bis jetzt wurden den Arbeitslosen Mehl, Fett und Kartoffeln zugeteilt. Die Zuckerverteilung und die Verteilung von Kohle, die von den staatlichen und privaten Gruben gespendet wurde, ist in vollem Gange, wobei das Ministerium für foziale Fürsorge die betreffenden Beförderungsgebühren trägt. Für die Kinder arbeitsloser Familienerhalter wurde ohne Rücksicht darauf, ob der FamilienUnd ich würde mir wünschen, daß in diesem Jahre jeder reife Bürger bei uns, ob Mann oder da wolle, ausführen wird. Welch gewaltiger Aufgabe vornehme, die er sodann, geschehe was Frau, in diesem Geiste sich selbst eine persönliche Schritt nach vorwärts wäre das! Möge jeder von uns an diesem Tage, der der ganzen christlichen Welt ein Symbol der Liebe, des Friedens und des guten Willens, der Freude, der Hoffnung und der Wiedergeburt ist, daran denken, daß das menschliche Glück des Einzelnen, der Klassen und der Nation zuletzt immer nur auf der Ruhe und dem Frieden des Herzens und der Seele nur dann dem Menschen gegeben wird, wenn er imftande ist, sich mit Liebe und gütem Willen stets und unter allen Umständen positiv zu seinem Nächsten einzustellen, wer immer es auch sei, positiv zu seinen Bestrebungen, Gefühlen und Bedürfnissen; wenn er imstande ist, aus seinem Herzen und seiner Seele alles Negative, alles Haßerfüllte, alles Destruktive und Leidenschaftliche, sei es nun auf politischem, sozialem, wirtschaftlichem oder nationalem Gebiete, Her= auszureißen, wenn er des Entschlusses fähig ist, feinen Tag in Haß und Aerger zu verbringen, und wenn er weiß, daß er keinen Tag vorübergehen lassen soll, an dem er nicht neben seiner täglichen Arbeit eine Tat vollbracht hätte, die nach dem Kriterium des Absoluten gewertet werden tann: eine Tat, die aus dem guten Willen und der Liebe nicht zur Partei, nicht zur Klasse noch auch nur zur Nation entspringt, sondern aus dem allgemeinen menschlich großen, reinen und guten Willen und der Nächstenliebe, Die heutige Zeit sucht solche Leute. Nur diese erhalter den Bedingungen der Richtlinien oder den gesetzlichen Vorschriften über die Arbeitslosen- bezwingen das heutige Chaos der Herzen und unterstützung mit dem Staatsbeitrag entspricht, Seelen, den heutigen Zerfall der Nationen und eine Weihnachts- Zuschusaktion der Welt. Ich wünsche Ihnen allen, daß in undurchgeführt. Die Zuweisung von Lebensmittel- ferem Staate, in diesem Staate, der beffer als karten für die einzelnen Familien richtet sich nach andere dem Chaos und Zerfalle widersteht, der der Zahl der unversorgten Kinder von Kč 20.- ein Staat der Ruhe und der Ordnung ist und bleibt, der sich wirklich täglich vervollkommnet, bis Kč 40.-. konsolidiert und festigt, der geschehe um uns allen seinen Bürgern herum was da wolle und allen seinen Nationen Ruhe, Frieden, friedliche soziale Entwicklung, Ordnung, anständiges Leben und Prosperität erhält, daß es in diesem unserem Staate viele solche Bürger gebe. Städte und Bezirke, die von einer außerordentlichen Arbeitslosigkeit betroffen wurden, erhielten, insoferne sie aus eigenen Mitteln für die Linderung der Not der Arbeitslosen selbständige Aktionen durchführten, Staatszuschüsse in einer Gesamthöhe von 2,500.000 Kč. In der Winterhilfsaktion wird im Jänner und Feber des kommenden Jahres fortgefahren werden. Romantik und Realität ! Euch allen, allen Menschen, die guten Willens sind, wünsche ich Ruhe und Frieden und unserem Staate ein schönes Jubiläumsjahr. goldene Berge versprachman glaubt so gerne an ein Wunder, wenn alle Wege, die ins Freie führen, verrammelt scheinen. Die Bedingungen für diese Entwicklung sind in Europa vorhanden: Die spanische Revolution und das Interventionsprogramm sind, wie es den Anschein hat, hinsichtlich ihrer internationalen Seite in Liquidation begriffen. Es wird daraus bereits wieder eine rein innere spanische Revolution. Deutschland konzentriert sich auf seine Verhandlungen mit den Westmächten, und Sowjetrußland widmet sich mehr seinen inneren Fragen. Im Mittelmeer dauert Weder in England noch in Frankreich findet Ziel und Inhalt jeder Politik hängen von Ausdruck, die 1929 eingesetzt hat und noch in wohl die Spannung noch an, allein die Situation den gesamten Lebensverhältnissen ab, in der sich keinem Lande völlig überwunden ist. An Stelle sich in der Jugend die romantische Stimmung hat sich infolge des Wegfalles der spanischen jede Generation befindet. einer aufsteigenden Entwicklung der kapitalisti- der jungen Deutschen. Die Aussichten, ein UnterFrage bedeutend vereinfacht. Die Reise des Lord Die Menschen des 19. Jahrhunderts sind schen Gesellschaft trat eine absteigende, an Stelle kommen im Leben zu finden, ein schüßendes Dach Halifax nach Deutschland hatte wenigstens in einer Zeit unerhörten Fortschritts aufgewach- allgemeinen Fortschritts Verfall, der Nahrungs- über dem Kopfe zu haben, sind in diesen Ländern, drei wichtige Ergebnisse: Die klare Konstatierung, sen. Zu Beginn des Jahrhunderts reiste man spielraum wurde kleiner, die Aussichten für die welche der Jugend lockende Aussichten in den Ko=" daß die Westmächte unter gewissen Umständen be- noch mit Postkutsche und Segelschiff, zu Ende des heranwachsende Generation verzweifelte. Nicht lonien bieten, viel größer als im deutschen reit sind, über die Kolonialfrage zu Jahrhunderts durchraste man mit Eisenbahn und mehr Sicherheit konnte die Jugend empfinden. Sprachbereich. Auch die tschechische Jugend hat es verhandeln, daß sie ein sehr starkes Interesse an Dampfschiff die Welt, um bald darauf noch Ratlosigkeit in bezug auf die Wahl der Eristenz, feit zwanzig Jahren weit besser als die judeten der Aufrechterhaltung der Ruhe und des Friedens rascher mit Auto und Flugzeug Erde und Aether Unsicherheit, was die Zukunft anlangt, wurde deutsche. Wie viel Stellungen im Staatsdienst, in in Mitteleuropa haben, und daß sie zu durchqueren. Um 1800 hatte Europa nicht die allgemeine Stimmung. Der Glaube an den Industrie, Handel, in den Banken, an Universitä= Berhandlungen und ein lebereinkommen einmal 200 Millionen Einwohner, um 1900 menschlichen Fortschritt wurde erschüttert, das ten und wissenschaftlichen Instituten, in den histomit Deutschland für möglich halten. aber 500 Millionen und 40 Millionen waren Vertrauen in die Vernunft schwand, auf dem rischen Ländern, in der Slowakei und KarpathoEs sind sohin heute bessere Voraussetzungen nach Nordamerika ausgewandert. Die wirtschaft- Felde des Niederganges und der Unsicherheit er- Nußland haben sich der heranwachsenden tschechifür diplomatische Unterhandlungen gegeben. Auch liche und technische Entwicklung hatte es möglich blühte der Glaube an die Gewalt, mit der alles schen Generation erschlossen! Die tschechische Juunser Staat ist dafür vorbereitet. gemacht, daß vor dem Weltkriege um 300 Mil- geändert werden, an das Wunder, das kommen gend konnte den Glauben an die Wirklichkeit des Die letzten Verhandlungen in London, die lionen Menschen in Europa mehr lebten als hun- müsse, an den einen Mann, der alles wieder Lebens bewahren, an den Staat und die Wirtschaft, an die Gesellschaft, die ihr so viel EntfalNeise des Ministers Delbos zu uns und ihre Er- dert Jahre zuvor und daß sie besser lebten als ins richtige Geleise bringen werde. tung ihrer Kräfte möglich machte und so viel Sigebnisse sowie die Stellungnahme der Berliner und, die Zeitgenossen Napoleons. Es war die Zeit des Dieser Glaube breitete sich dort am meisten cherheit fürs Leben bot. Ist es ein Wunder, daß Prager Regierung zu all diesen Begebenheiten Aufstieges von Bürgertum und Proletariat, eine aus, wo die Weltkrise am ärgsten gehaust hat: im Tegen davon Zeugnis ab, daß sich unfere gesamt- Epoche, die jedem einzelnen große Entwicklungs deutschen Sprachgebiet Europas. Deutschland, die diese Jugend realpolitisch wurde und nüchtern tem Wege find. und das wir, wie wir hoffen, in West- und Mitteleuropa keinen Krieg gegeben. Desterreich wurden das Zentrum des gewaltigen das Mittelalter pries und von alter Kaiserherr= europäische Politik bewährt hat, daß wir auf gu- möglichkeiten bot. Von 1871 bis 1914 hatte es deutschen Grenzgebiete der Tschechoslowakei und dachte, während ein großer Teil der deutschen Jugend romantischen Träumen nachjagte, entweder auch auf dem Wege zu einem Einvernehmen mit man war stolz auf Fortschritt und Frieden Das Erdbebens, das in immer neuen Stößen den alten unferen Nachbarn uns befinden. Proletariat mußte sich gewiß erst in schweren Erdteil erschütterte. Steiner Ingend Lage wurde lichkeit schwärmte oder noch weiter zurückging, in Kämpfen seine Lebenshaltung erhöhen, aber die so verzweifelt wie jene der deutschen, die für sich die Zeit, da man in Europa Bären jagte und von Induſtrie breitete sich aus, immer mehr Men- keinen Platz an der Sonne fah und deren Glauben ter alten Germanen will man wieder ins Leben Land zog. Sogar Religion und Bräuche die heran- an Entwicklung und Vernunft am schwersten leischen tamen in den Fabriken unter wachsende Generation der Vorkriegszeit jah eine den mußte, die sich abkehrte von dieser Welt, in erwecken in einer Zeit, da man am Rundfunkgewisse Möglichkeit des Aufstieges vor sich, was der sie keinen Aufstieg sah und die Flucht antrat apparat sibt oder in die Stratosphäre fliegt. Ver= in die Gefilde des Mythos und eines Wahnes, zweiflung und holder Wahn hatte von der deut ihr Zuversicht und Sicherheit gab. in dem die Gefeße der Logik und realen Erkennt schen Jugend Besiz genommen. nis keinen Wert hatten. So wurde die deutsche Jugend empfänglich für eine Religion, die ihr| detendeutschen Jugend, Lebensmöglichkeit und Innere Konsolidierung In unserem innerpolitischen Leben haben wir ein Jahr voll schwerer und wahrhaft erfolgreicher Arbeit hinter uns. Die fast siebenjährige Wirtschaftskrise ist definitiv Zeiten der Arbeit und des Eriverbes gewichen. Die Jahre 1936 und 1937 sind bedeutungsvolle Jahre für unsere Armee. Auch für das kom Der Weltkrieg hat die Verhältnisse in Europa bedeutend geändert. Das tam insbesondere in der großen Krise der Wirtschaft zum Land zu Dem deutschen Menschen, bei uns der fu Nr. 303 Ecite 4 Samstag, 25. Dezember 1937 Aufstieg schaffen, ist die große Aufgabe. Die Sinn der Heranwachsenden sudetendeutschen Ges englischen Militärstadt am Ufer des Suezkanals Vereinbarungen vom 18. Feber haben den Sinn, neration wiederkehren, der notwendig ist in Wis- in der Nähe der Salzseen haben bereits begonder heranivachsenden deutschen Generation in senschaft und Leben, in Beruf und Arbeit, in diesem Lande größeren Lebensraum zu geben, Staat und Familie. Die sudetendeutsche Jugend die Bahn frei zu machen dafür, daß unsere Jugend fann ihren Weg nur gehen im Krieg oder Frie. sich betätigen und ihre Kräfte regen tann. Wird den. Krieg bedeutet Europas und der jeßigen Gedie judetendeutsche Jugend die Möglichkeit eines neration Untergang. So bleibt nur der Weg Aufstieges, der ihr dadurch geschaffen wird, se- demokratischer Verständigung von Volk zu Volt. hen dann wird sie den Glauben an die reale Es ist ein steiniger Pfad, aber er muß geWelt wiedergewinnen, den sie verloren hat und gangen werden, soll das Sudetendeutschtum und verlieren mußte, als sie alle Wege zu Beruf und mit ihm Europa nicht ertrinken in einem Meer Arbeit abgesperrt sah. Dann wird der nüchterne von Blut und Tränen. E. St. Weltpolitik rund um das Mittelmeer Großmächte und Küstenstaaten Ein Mitarbeiter unseres Blattes, der die Enttvidlung am Mittelmeer aus nächster Nähe aus einem der Brennpunkte des Geschehens verfolgt, sendet uns einen Artikel, der, wie die Leser sehen werden, sehr informativ ist und viel Neues bringt. Rüstendes Mittelmeer Die Auswirkungen der italienischen Truppenversammlungen in Libyen auf das Tempo der Rüstungen im Mittelmeer sind ein neues Zeug nis für die Labilität der gesamten Situation des neuen europäischen Balkan. Es gibt zwar ein Auf und Ab in den politischen Beziehungen, das zwischen Freundschaftsbeteuerungen und Dios hungen hin und her pendelt, aber die militärischen Borbereitungen bewegen sich unverändert in der einmal begonnenen Bahn mit der wachsenden Schnelligkeit einer Kugel, die sich ihrem Ziel nähert. Drud Italiens auf diesem Gebiete macht, wird der heutige Vorsprung taum sehr schnell einzuholen sein. Biel interessanter und von grundlegender Zukunftsbedeutung für die Gestaltung der militärischen Verhältnisse als die Maßnahmen der europäischen Mächte selbst ist die Art, in der England Aegypten seine Verteidigung organisies ren läßt. Morgen werden nämlich das jüdische wie das arabische Palästina, Transjordanien und England zu einem Staatenbund zusammenzu die kleinen Staaten um den Persischen Golf, die schweißen sucht, um eine für die lokalen Bedürfniffe ausreichende Armee auf die Beine zu bringen das gleiche tun. nen. Sie wird insgesamt 25.000 Menschen nes ben der aktiven Truppe auch Handwerkern, Verwaltungspersonal wie den Familien von Offizieren und Mannschaften Unterkunft gewähren. Als Termin ihrer Fertigstellung wird das Jahr 1943 genannt. Im Zusammenhang wird der Neubau und die Erweiterung des ägyptischen Bahn- und Straßenneßes so beschleunigt, daß es zum großen Teil schon im Laufe des Jahres 1988 für militärische Zwede verwendbar sein wird. n.Saragossa Albarracin Montes C Alfambra Alfambra Celadas Teruel universales Villel 0 5 10 15 km avia la Puebla d. Valverde Valencia Zum Sieg von Teruel Aegyptens Rolle bei der Verteidigung des Sudan wird sich nicht auf die Stellung von zwei Bataillonen Infanterie beschränken. In feinen Aufgabenkreis fällt weiter die Küstenverteidigung, die Luftabwehr und die Ueberwachung der Sauptlast der Abwehr von inneren Unruhen und Grenze gegen Erythräa und Abessinien. Die Angriffen von außen her ist dem im südlichen Zusammentritt des neuen Parlaments zu erwarSudan stationierten Elitetruppe, dem Sudan ten sind. Defence Corps, das unter der Führung von 70 Die demokratische" Dimineata" zählt die englischen Offizieren steht und aus Angehörigen Stimmen zusammen, welche auf die Parteien en: der friegerischen Stämme jener Gegenden in fallen sind, die für das verfassungsmäßige parjährlich wachsender Zahl rekrutiert wird, zuge- lamentarische Regime eintreten. Das Blatt dacht. tommt zu dem Ergebnis, daß rund 1,700.000 In der gleichen Richtung bewegen sich auch Stimmen für diese Parteien abgegeben wurden, Englands Bemühungen um die dauernde Siche während den Parteien, welche den autoritären leberwachung der Grenzen und des Gebirgslan- zufielen. rung Transjordaniens gegen die Wüste und die Staatsgedanken vertreten, bloß 690.000 Stimmen des von Palästina, dem Zentrum des letzten arabischen Aufstandes. Das transjordanische kannten Ziffern 88 Liberale, fünf Kandidaten der Für den Senat sind nach den bisher beFrontier Corps hat vor Kurzem eine Verstär Zu einer Armee, die zahlenmäßig und ihrer tung seiner Kampfmittel jogar durch Artillerie Nationalen Bauernpartei und vier Kandidaten der Leistungsfähigkeit nach europäischen Ansprüchen erhalten und für den palästinensischen Grenz Eisernen Garde gewählt worden. genügt, wird Aegypten nicht so schnell fom- dienst ist eine aus Engländern, Juden und Aramen. Dazu fehlen dem Lande neben einer weht bern bestehende Spezialtruppe ähnlichen Charal fähigen Bevölkerung neben einer soldatischen ters geschaffen worden. fähigen Bevölkerung neben Tradition auch die finanziellen Hilfsquellen. In den nächsten fünf Jahren soll die Effektivitärte des ägyptischen Heeres die Zahl von 30.000 Mann erreichen. Das Maximum des ErreichbaUngeachtet dessen ist die Haltung der drei ren wird in der Ausbildung von Spezialtruppen großen Mächte in der Art ihrer Rüstungen nicht wie Fliegern, Tankgeschwadern und zur Luftabganz einheitlich.& rant reich überträgt die wehr bestehen. Unter dem Druck Italiens werden im Mutterland angewandte Verteidigungsme diese Anstrengungen verstärkt und beschleunigt. thode auch auf sein Kolonialreich im Mittelmeer Fünfzig in England bestellte Erkundungs- und und sucht seine Druckpunkte durch Massierung Bombenflugzeuge werden nicht, wie ursprünglich großer Verbände von Eingeborenentruppen un- beabsichtigt, im Laufe des nächsten Jahres, sontermischt mit Fremdenlegionären, Kolonialinfan- dern schon im Feber zur Ablieferung gelangen. terie und europäischen Spezialtruppen hinter Für ihre Unterbringung werden die vorhandenen nach allen Regeln der Kunst ausgebauten Befe- Militärflugpläge in großer Eile vorgrößert und stigungslinien zu sichern. Was in dieser Hinsicht modernisiert. in Tunis getan wurde, ist klassisch und wird morgen auch in Algier und in Marokko geschehen, Englische Truppen werden weiter nicht nur wenn es die Umstände erfordern sollten. Mit weiter den Schutz des Suezkanals behalten, sonBizerta als Brüdentopf wurde in der Richtung dern auch das Rückgrat der Verteidigung Aegyp auf Ben Gandara an der italienisch- libyschen tens bilden. Die Vorarbeiten zum Bau einer Grenze eine Stette bon pberirdischen und unsichts baren Befestigungsverten angelegt, die den Namen ,, die tunesische Maginotlinie" führt. ,, Ein Gewinn Frankreich wird nicht nur im Libanon und in Syrien, sondern auch in Nordafrika den milifür die Demokratie" tärpolitischen Spuren seines Bundesgenossen ,, Populaire" über die Delbos- Reise folgen und Italien wird sich diesem Beispiel auf die Dauer nicht entziehen können. Unter diesen Paris. Der sozialistische Populaire" bes Umständen wird sich als wichtigstes Stampfmittel faßt sich im Leitartikel, der allgemein Léon im Bordern Orient für die Zukunft nicht das Blum zugeschrieben wird, mit der Deibos- Reise. Massenheer erweisen, sondern fleine Ver. Der Artikel inüpft an verschiedene Stritiken und bände von Berufsfoldaten, die in sich an den Widerhall an, den diese Reise in Frankmit allen Waffen versehene kleine Heere dars reich und im Auslande wedte, und widerlegt insstellen und die imstande sein werden, auf einem besondere die Auffassungen, wonach der französ erstklassigen Straßennes einen Bewegungskrieg sische Außenminister mit dieser seiner Reise mit Fronten über Kontinente hinweg zu führen, Deutschland oder Italien nahetreten wollte, uno wenn nicht eine Verständigung zwischen den rivas listerenden Mächten doch noch dazu führen wird, die Rüstungspolitik gegeneinander durch eine Zu sammenarbeit für die friedliche Erschließung und Besiedlung der als Kriegsschauplatz gedachten Gebiete zu führen. Japaner über englischem Hoheitsgebiet England legt toeiter das Hauptgewicht auf die Hegemonie zur See. Mit der französischen Flotte als Appendir fühlt es sich dank seiner numerischen Ueberlegenheit gegenüber der Ahse 35 Minuten früh überflogen 15 japanische FlugHongkong.( Reuter.) Freitag um 8 Uhr Rom Berlin zur Zeit so sicher, daß sein Tempo beim Ausbau seiner Flottenstüßpunkte langsamer zeuge die Insel Lantan, welche ein Teil der britizu werden beginnt. Die ursprünglich geplante fchen Kolonie Hongkong ist. Auf ihrem Rückfluge Gibraltarisierung Ryperns wird nicht mit einem Male fondern in Etappen erfolgen. Auch der Ausbau von Haifa und Atabah ist auf eine weite Sicht verschoben worden. Dagegen werden die englischen Abwehrstellungen am Golf von Aden verstärkt, da ihm Roms Freundschaft mit König Yahia von Yemen unbequem zu werden droht. passierten sie die Insel um 9.30 Uhr. Die FlugBenge flogen infolge der dichten Wolken sehr niedrig und wurden von den Bewohnern der Insel deutlich beobachtet. Schanghai.( Reuter.) Der amerikanische Generalkonsul in Schanghai erhob bei den japani schen Behörden scharfen Protest gegen die Schmäschen Behörden scharfen Protest gegen die Schmähung der amerikanischen Flagge, welche sich japanische Soldaten in Wuhu am 22. d. M. zuschulden fommen ließen. Die Sicherung seiner Einflußsphäre auf dem Kontinent wird durch die Neugestaltung seiner Beziehungen zu Aegypten und den übrigen halb selbständigen Staaten des Vordern Orients und durch die Unmöglichkeit bestimmt, an den vielen Gefahrstellen die für Abwehr und Verteidigung nötigen englischen Truppen einzuseßen. Die Frage ihres Ersatzes durch Hilfsheere der Bun desgenossen und Spezialtruppen aus besonders Totio.( Reuter.) Die japanische Antwort friegstüchtigen Eingeborenen tritt immer mehr auf die amerikanische Note wegen des Panay" in den Vordergrund. Hierbei spielen englische Zwischenfalles wurde am Freitag überreicht. Man Offiziere die Rolle des aufsichtführenden Bera- ist der Ansicht, daß heute auch die Antwort auf die ters und Instruktors für die Uebergangszeit. britische Note überreicht werden wird, doch ist die Italien sucht seine militärischen Aufgaben als Folge der wachsenden Erkenntnis, diß ihm Ueberraschungserfolge dank der Aufmerksam keit der anderen Seite unmöglich sind, auf zwei seinen Mitteln entsprechende zu fonzentrieren. Im Mittelpunkt des italienischen Plans für die Altivität zur See steht gegenwärtig die Insel Pantellaria, deren strafegischer Wert darin besteht, daß sie nur 110 Kilometer von Sizilien und 85 Kilometer von der afrikanischen Küste liegt. Sie foll als Basis für den einzigen Versuch dienen, den Italien attiv auf dem Meere unternehmen fann, das Mittelmeer zwischen Sizilien und Nordafrika zu sperren und Gibraltar von Suez zu trennen. Zu diesem Zwecke ist die Insel zu einem Flotten und U- Bootstüßpunkt ausgebaut worden. Da Italiens weiße Armee für einen Strieg gegen nach europäischem Muster ausgebil dete Truppen, die dazu mit europäischen Kriegs mitteln ausgerüstet sind, nicht ausreicht, steht es dieser Eventualität gegenüber vor einer schwieri gen Aufgabe: der Schaffung einer Armee non Eingeborenen nach französischem Muster, die bei dem großen zeitlichen Vorsprung Frankreichs, und seinen größeren finanziellen und technischen Hilfsmitteln Jahrzehnte von angestrengter Arbeit und Aufwand von Geld benötigen wird. Bei den Anstrengungen, die Frankreich unter dem Tokios Antwort überreicht " informiert. britische Botschaft in Tokio darüber bisher nicht Hankau in japanischen Händen Hankau In japanischen Händen Schanghai. Nachrichten aus Schanghai zufolge haben die japanischen Abteilungen in vier Kolonnen einen Angriff auf das Haupttor der Stadt Hankau unternommen und sind in die Stadt eingedrungen. sagt: Der französische Minister ist vollauf berech= tigt, seinen Freunden einen Besuch abzustatten, ohne daß die dittatorischen Staaten daran ein ohne daß die dittatorischen Staaten daran ein Aergernis nehmen müßten, insbesondere wenn es winister Dewos ist, der diesen Staaten häufig Beweise seines uniches nach Versöhnung und Einverneymen geliefert hat. Als Beweis dessen, daß dieiaysianzier Hitler an der Reise Delbos' feinen Anstoß nahm, wird der Umstand ange= führt, daß er auf den Berliner Bahnhof den Außenminister von Neurath entjandte, um den französischen Außenminister von Delbos zu bes grüßen. In der zat hat jedoa) die Hundreise des französischen Außenminisers zu den verschieden ten 3ntriguen sowohl gegen die französische Innenpolitit( Ausgabe der zusammenarbeit mit den Kommunisten und mit der Volksfront durch die Radikalsozialisten) als auch gegen die Außenpolitik Anlaß gegeben. Es ist jedoay Tatsache, sagt der " Populaire" zum Schluß, daß der Besuch des französischen Außenministers seitens der breiten Massen in allen von ihm besuchten Staaten sehr günstig vermerkt wurde und einen wertvollen Ans Rumänische Entscheidung flang gefunden hat. Das Gesamtergebnis dieser erst im Feber Reise ist ein Gewinn für die Demokratie, ein Gewinn für den Völkerbund und somit ein Gewinn Bukarest. In der innerpolitischen Lage für den Frieden. Rumäniens ist eine gewisse Klärung insofern eingetreten, als nunmehr feststeht, daß dem neugewählten Barlament, das am 17. Feber zusam- Verfassungsänderung mentreten wird, einige wichtige Gesetzesvorlagen zur Beratung und Verabschiedung vorgelegt wer= den sollen. Es handelt sich hiebei vor allem um das Budget der Periode 1938/39 sowie um eine Vorlage betreffend das Avancement der Offiziere. Es trifft alfo zu, daß Entscheidungen weittragen den Charakters, wenn überhaupt, so erst nach dem Spanische Kinder, deren Gesichter vor Freude strahlen. Die Kinder haben eben Geschenkpakete erhalten. in Dänemark ( Aeropreß.) Die dänische Regierung plant eine Verfassungsänderung, die sich u. a. erstreckt auf eine Abschaffung der Ersten Kammer, des Landsthings, eine Herabjeßung des attiven und passiven Wahlrechtaiters von 25 auf 21 Jahre, auf die Schaffung eines Gesetzes über die Verantwortlichkeit der Minister anstelle des bestehenden Reichsgerichts, die Errichtung eines Rechtsrates und die Einführung von direkten Voltsabstimmun gen. Am wesentlichsten ist der Uebergang vom 3iveis zum Einkammersystem, der den Bruch mit einer 100jährigen Tradition bedeutet. Man zweifelt aber nicht, daß diese Forderung durchgehen wird, da die fonservative Opposition sich ent= schlossen hat, dieser Forderung der Sozialdemo Iraten und Radikalen feinen Widerstand mehr engegenzujeßen. Die Bauern- Linte, die sich zudem im Südgang befindet, kann nicht allein dieses Projekt torpedieren. Wenn die neue Verfassung in Kraft tritt, wird der Folkething den Namen Reichstag führen. Die Zahl der Abgeordneten soll erhöht werden. Die Zustimmung der Bevölkerung ist gewiß, da der Landsthings sich keiner allzugroßen Beliebtheit erfreut. Galt er doch als die Kammer der Priveligierten, der großen Steuers zahler. Daher fann die Regierung mit einer starten Mehrheit in der Frage der Verfassungsreform rechnen. Es ist sogar zu erwarten, daß ihre Popularität durch die Durchführung einer so lange erwarteten Reform sich noch erheblich steigern wird. Die Stabilität des demokratischen Regimes in Dänemark wird dadurch eher noch eine weitere Festigung erfahren. Nr. 303 Samstag, 25. Dezember 1937 Sudetendeutscher Zeitspiegel Der Neubau des Aussiger Krankenhauses" So schönes Brot Kollaudierung des chirurgischen Pavillons Aufsig. Dieser Tage fand die Kollaudierung der Bezirksvertretung bestätigt, durch den Dr. des Gebäudes der Chirurgischen Abteilung des Friedrich Friedl zum Konsiliararzt der AbMasaryk- Krankenhauses in Aussig statt. Die Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie geteilung besteht aus einem achtstödigen Haupt- wählt wurde. Dr. Friedl, der lange Jahre und trakt und einem Tratt mit drei Operationsfälen, zuletzt als erster Assistent abwechselnd an der sie besitzt insgesamt 408 Räumlichkeiten und 417 gynäkologischen und geburtshilflichen Abteilung Krankenbetten, ferner vier Betriebsaufzüge und der Klinik Prof. Dr. H. K na us in Prag ta zwei Krankenaufzüge. Die Speisen werden den tig war und bereits als Assistent unter Prof. Kranken mit Hilfe besonderer Wagen zugeführt, Weibel und Prof. Schenk gearbeitet hat, überso daß außer der Köchin und dem Patienten nie- nimmt am 1. Jänner 1938 die Leitung der Armand mit ihnen in Berührung kommt. Leiter teilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am der Chirurgischen Abteilung ist Primarius Dr. Masaryk- Krankenhaus in Aufsig, die mit allen Sch war z. Bauführer und Autor der Innen- modernen Einrichtungen wie z. B. mit einer einrichtung ist Ing. Ferd. Kosat. Röntgen- Tieftherapie und einer Radiumstation Das Landesamt in Prag hat den Beschluß versehen ist. Konrad Henleins Valuten- Affäre Wir haben gestern über die Mitteilung der Nationalbank berichtet, welche wegen der Auslandsreisen Konrad Henleins herausgegeben und worin festgestellt wurde, daß Herr Henlein bei seinen Auslandsreifen nicht um zuteilung fremder Valuten angesucht habe. Einen ähnlichen Kommentar wie wir knüpft an diese Nachricht das Právo Lidu". welches schreibt: ,, Bekommt Henlein keine Valuten von der Nationalbank, woher nimmt er dann die ausländischen Baluten für seine Auslandsreisen? Wir wollen doch nicht glauben, daß er sich fie auf irgendeine ungefeßliche Weise erwirbt oder daß er tschechoslowakische Valuta ins Ausland pascht, was übrigens ziemlich schwierig wäre. Ebenso ist es nicht möglich, daß ihm für seinen Aufenthalt in den erstklassigen Londoner Hotels das genügen Das deutsche Schulfunkprogramm im Frühjahr und Sommer 1938 Das Frühjahrs- und Sommerprogramm enthäit neunzehn Sendungen für Kinder vom zehnten bis zum bierzehnten Lebensjahre( Oberstufe), während achtzehn Sendungen den Kindern unter zehn Jahren ( Unterstufe) borbehalten bleiben. würde, was man aus der Tschechoslowakei ohne besondere Bewilligung der Nationalbank ausführen tann. Es bleibt also der Verdacht, daß er diese Gelder erst jenseits der Grenzen bekommt, wo er Freunde hat, die ihm alles zu seinem kostspieligen Leben im Ausland verschaffen. Mit 300 Kč in 20- Kč- Noten kann man nicht nach London für einen Monat fahren. Vielleicht wird also Herr Konrad Henlein selbst das Geheimnis der Herfunft seiner Valuten und Gelder, für welche er im Ausland lebt, lüften." Der Deutsche Turnverband schnorrt bei Sozialdemokraten Der Deutsche Turnverband ist für seine Turnhalle Asch, weil es ihr schlecht geht. schnorren gegangen. Den persönlich nicht Ers reichbaren wurden mit der Post nebst dem Schnorrformular( und natürlich nebst Erlag: schein) ein halbes Dußend Postkarten eigener Turnverbandsfechsung ins Haus gesandt, auf daß die glücklichen Empfänger sich zu den Feiertagen an einem der kernigen Aussprüche Konrad Henleins erfreuen. Merkwürdig ist, daß diese fostbare Sendung, völlig richtig adressiert, auch non olet deutschen sozialdemokratischen Parteifunktionären zugedacht wurde. Man fragt sich: ist die Not im Deutschen Turnverband schon so groß, daß man Geld zu nehmen bereit ist, woher immer es fomme? Hat die berühmte Bei den Sendungen für die Oberstufe handelt es völlische Opferfreudigkeit unter Henlein sich so sich zumeist um deihensendungen, die sich über einen entwickelt, daß man das ,, völkische Erziehungs: Längeren Beitraum erstrecken. Solche Reihen find: wert" nurmehr mit Hilfe ni ch t bölfischer SpenOpernquerschnitte( z. B. Beethovens den aufrechterhalten könnte( wobei man sogar ..Fidelio". Smetanas..Dalibor"). Querschnitte Herr Hitler, mal herhören!- von Jude 1 durch das deutsche Drama( Goethes Egmont", Leffings Minna von Barnhelm"). Binkepinte nnehmen möchte? Aber wenn man Querschnitte durch unsere Wirtida ft( Repor- fchon so weit ist glaubt man wirklich, daß es tagen: Braunkohle" ,,, Eisen und Stahl", Orgelbau auch nur einen deutschen Sozialdemokraten gebe. in Jägerndorf,( Instrument e): Volksinstru- der seine Kronen also zum Fenster hinaus- und mente". Klingendes Blech". Streichinstrumente". den bölfischen Turnlehrern hinwerfen würde? Die Heimatliche Landschaft innerhalb der Repu- Sonderbare Dinge, die sich da ,,, Julmond 1937" blik wird in Sendungen, wie Frühlingsfeier in Wie- in Konrads Lager abspielen! schau"... Volkslied und Volksmusik in der Zips" ,,, Mas rienbad und der Kaiserwald". Trautenau und der Flachs"...Ein Tag im Altvatergebirge", geichildert. Der Deutsch kunde dienen Sendungen über den Minnegefang(..Herr Walther zieht in den Frühs Ing"), über alte deutsche Sagen( ,, Gudrun"), über einheimischen Sagen(..Der starke Schmied und der Nachtjäger") und Bräuche(..Lustige Fasching in Brachatit"). Eine eigene Sendung eröffnet den Schülern den Blick in das Leben einer tschechischen Kleinstadt in Vergangenheit und Gegenwart( Leitomischl) und eine Relation führt die Hörer in den..Himas laja", die Sendung Verpflegsdienst in unserer Armee" dient als Erläuterung militärischer Formationen der Wehrerziehung. Die Sendungen für die Unterstufe lehnen fich zumeist an den Ablauf der Jahreszeiten an. In der llebergangszeit vom Winter zum Frühjahr mag die Sendung..Hustenteufelchen" der Gesundheitslehre nüßen, Unsere lieben Tiere" dient dem Tierschutz. In den ersten Vorfrühlingswochen sind die Kinder noch ans Haus gefesselt und der Schulfunk belebri und unterhält mit Relationen über den..Briefkasten an der Ecke" und Ordnung ist ein streng Gebot"; sobald aber die ersten warmen Frühlingstage kom men, paßt sich der Schulfunk dieser Jahreszeit an. 11. z.in Sendungen, wie., Was lispelt aus dem Grase hervor?"( Blumenschub), oder..Nun schüttelt euch die Federn, ihr Winterschläfer all". oder..Wir fingen frisch und wohlgemut"... Im dunklen Teich der Frösche Reich".... Wie ich eintret' in den Wald. alles rings um mich erschallt". Daneben laufen Sendungen zur..Sachkund e". z. B...Unser täg lich Brot" berherrlicht den Bauernstand, oder ..Abends, wenn es dunkel wird". wobei über den Sicherheits- und Beleuchtungsdienst in einer fleinen Stadt berichtet wird. Festsendungen ehren die Mutter am Muttertag:.. Wir spielen und singen für die Mutter" und..So weich und warm heat dich kein Arm, als wie die Mutier dich umfängt". Staatliche Feiertage und Würdenträger werden im Programm selbstNun wird es langsam verständlich berücksichtigt Sommer und da führt der Schulfunk die Kinder in die Badeanstalt" und gibt Verhaltungsmaßregeln über richtiges und fachgemäßes Baden, daneben schildert der Schulfunk in Märchenform die Qual som merlicher Trockenheit in einer Funkbearbeitung der Storm ichen Erzählung Die Regentrude" und schließlich werden die beliebten Ausflüge unternommen, der Schulfunk schließt sich an mit den Sendun gen:„ Peters schönster Ausflug mit Mundharmonika, flängen" und Mein Lager im Moose, der Himine! mein Zelt: Ich fahr' in die Welt". us der tus- Union Aus Unfallversicherungsbeitrag Scite 5 ATUS UNION für Wintersportler Mit 31. Dezember 1937 verlieren die für dies und auch noch Speck!" In den jüngsten Deutschland- Berichten der ses Jahr gelösten Sparten- Beitragsmarken der Sopade finden wir unter anderem folgenden Wintersportler ihre Gültigkeit. Für 1938 werden charakteristischen Bericht: feine solchen Beiträge mehr eingehoben, da WinterEin Deutscher kommt in eine ausländische sportunfall- Versicherung nunmehr im MonatsbeiWirtschaft im deutschsprachigen Gren 3- trag inbegriffen ist. Den Wintersportlern wird jegebiet. Er setzt sich an einen Tisch zu einigen doch empfohlen, den Jahresbeitrag für die Ergän Leuten, die ihm völlig unbekannt sind. Der eine zungs- Unfallversicherung per Kč 6. zu leisten. zieht ein Stück Brot mit Speck heraus. Der Deut- Ueber die Leistung dieser Versicherung gibt jeder fche sagt staunend:„ Das ist aber eine Seltenheit! Vereinskassier bereitwilligst Auskunft. Informat o= So schönes Brot und auch noch Speck. So et nen hierüber enthält auch der Unionkalender 1938 was gibt es bei uns in Deutschland und Ratgeber" Nr. 2. „ Aber", sagt der andere, nicht mehr." Ihr lebt doch in einem großen, stolzen Reich." Was nüßt uns ein großes Reich, wenn wir nichts zusagen haben! Kommen Sie ein mal vier Wochen zu uns, aber nicht als Gast, sondern wie einer, der unter uns lebt. Dann wer den Sie erfahren, wie„ gut" es uns geht." " " Der Deutsche fährt nach Hause, in eine Stadt, die ungefähr 400 Kilometer von dem Ort der Unterhaltung entfernt liegt. Die Begegnung in der Wirtschaft hatte er bereits vergessen, als er eines Tages einen Geschäftsfreund besuchte, der eine Rolle in der Partei spielt. Der fragte ihn beim Abschied:" Sagen Sie, Herr X., waren Sie nicht in 9.?"" Ja, vor einigen Wochen." Wintersporttreffen im Iser- Gebirge Durch den 4. Kreis( Reichenberg) wird ein Wintersporttreffen am 23. Jänner 1938 in Deis sendorf- Marienberg veranstaltet. Interessenten für die sportlichen Wettkämpfe melden sich bei Gustav Möldner, Gablonz a. N., Mühlgasse 43. Staatliche Ski- und Eislauf- Lehrgänge Während der Semesterferien 1938 finden acht staatliche Stilauf- und zwei Eislauf- Lehrgänge in folgenden Orten statt: wwwww Stifurje: Böhmerwald Prof. Dr. Burdar, Böhmisch- Krumau, Gymnasium. Kaiserwald Prof. Gattermann, R. G., Karlsbad. Erzgebirge Fachlehrer Sandner, Oberleutensdorf. Nordböhmen Wie war denn das im Gasthaus... mit dem Prof. Staocklöv, Gymnasium, Mariaschein. RieBrot und dem Speck?" Der gute Mann stand sengebirge Prof. Meißner, Oberaltstadt. Alt= sprachlos und verständniskos da. Der andere be= bater Prof. Breuer, Realgymnasium, Oderberg. ruhigte ihn:„ Diesmal haben wir die Angelegen Beskiden- Brof. Richter, Auffig, Doranthitraße. heit nicht weiter verfolgt, seien Sie aber fünftig vorsichtiger." Slowakei berg. Prof. Nistler, Realgymnasium, OderEislauffurse: Jsergebirge: Friedrichswald bei Die Prager Deutsche Arbeitersendung Reichenberg, Frau Prof. K. Hergel, Reichenberg, bringt in dieser Woche: Hauptmannstraße. Altvater: Karlsbrunn Dipl. Sportlehrerin Frizi Meßner, Troppau. Samstag, 25. Dezember, 14.20 bis 14.30: Teilnahmsberechtigt sind die Vereinsübungs Die eines guten Willens find( Josef Hofbauer). Sonntag, 26. Dezember, 14.20 bis 14.30: leiter, Professoren, Lehrer und Kandidaten für die Demokratische Weihnachtsgedanken( Karl Kern) 14.30 bis 14.35( Strašnice):" Für Volk und Frie- licher Besuchsnachweis wird erteilt, 50 Prozent 4. Fachgruppe: Turnen an Bürgerschulen. StatFahrpreisermäßigung gewährt. Anmeldungen Mittwoch, 29. Dezember, 13.40 bis 13.50: bis 3. Jänner 1938 an den jeweiligen Leiter zu richten. Zuschüsse an Uebungsleiter der Atus- Union fommen nicht in Frage. Alle obenangeführten Kure finden in der Zeit vom 30. Jänner bis 5. Feber den". Arbeitsmarkt. Mittwoch, 29. Dezember, 18.20 bis 18.40: Die Position der Sudetendeutschen im europäischen Umbruch( Abg. Wenzel Jaksch). Mittwoch, 29. Dezember, 18.40 bis 18.45: Soziale Information. Freitag, 31. Dezember, 18.35 bis 18.45: Aktuelle zehn Minuten. Samstag, 1. Jänner, 14.20 bis 14.30 Uhr: Unser Neujahrswunsch( Hans Licht wit). 1938 statt. find Das Union- Verbandsabzeichen aus Stoff tirb Mitte Jänner an die Mitglieder geliefert wer den können. Bestellungen sind möglichst vereinsweise zu sammeln. Ausgegeben wird das Abzeichen für Hemd oder Leibchen und besonderes für den Winter sport- Pullover. Für den kleinen Grenzverkehr" aus Deutsch land herüber gibt es eine neue Bestimmung: Wer einen Grenzausweis für zwei Tage haben will. Was wird mit dem Spiritus? muß durch einen von der zuständigen Polizeibehörde abgestempelten und mit Lichtbild versehe= nen Ausweis seine politische Zuverlässigkeit nach weisen. Ohne dieses Papier stellen die reichsdeutschen Grenzstellen keine Ausweise mehr aus. Das Fuft der Lieben www Im Fernen Osten Der Weihnachtsengel hat auf einem neutralen Schiff Zuflucht vor den Kriegsgreueln gesucht. 2X sudetendeutscher Weihnachtsmann Der Wohlhabende für den Volksgenossen Unternehmer und der Armselige für den Volksgenossen Arbeitnehmer. Im Dritten Reich ,, Ach ist das Talglicht verschwenderisch mit seinem Fett, das verstößt ja gegen den Vierjahresplan. Und in Spanien spricht Franco: ,, Heute mußt Du Heide alleine auf meine Landsleute schießen. Ich feiere nämlich das Fest der chriftlichen Nächstenliebe." " In der letzten Nummer der„ Přitomnost" beschäftigt sich der bekannte Spiritusmann Karel Kubat mit der Frage der kommenden RegeYung der Spirituswirtschaft und schreibt u. a.: Ta das Parlament in die Ferien gegangen ist und bis Neujahr nicht mehr zusammentreten wird, können wir die Bilanz des Jahres 1937 mit der Feststellung abschließen, daß die Frage der Neuregelung der Spirituswirtschaft auch in diesem Jahre ungelöst blieb. Das Ergebnis der Zeis tungsfampagne ist vorläufig das, daß der alte Vertrag zwischen Staat und Spiritusverwertungsgesellschaft nicht erneuert wurde und daß die Kompetenz dieser Gesellschaft stets nur für kurze Zeit berlängert wird. Es ist dies sicherlich ein unwürdiger Zustand, der durch das Zaudern der entschei denden Faktoren hervorgerufen wird. Wollt ihr wissen, welche Erfolge die in der Přitomnost" veröffentlichten Artifel hatten, dann muß ich bekennen, daß diese Erfolge sehr flein sind. Sie liegen einzig darin, daß heute unter dem Druck und der Kontrolle der öffentlichen Meinung niemand den Mut hat, öffentlich die Erneuerung des alten, für den Staat so ungünstigen Vertrags durchzusetzen. Die Versuche um eine Neuregelung ( es waren deren einige) scheiterten daran, daß bisher keine solche Lösung gefunden wurde, die eine Einigung in der Koalition ermöglicht hätte, da der Standpunkt der Agrarpartei auf den Widerstand der übrigen Parteien, welche dem bisherigen System ihr: Zustimmung nicht geben wol len, stößt. Das Problem bedroht also die ruhige Zusammenarbeit der Koalitionsparteien. Beide Lager sind sich dessen bewußt, daß hier die Gefahr der Entstehung einer schweren Regierungskrise mit allen unangenehmen und gefährlichen Folgen liegt. Deswegen werden die Verhandlungen über diese Frage ständig auf eine spätere Zeit verschoben und einzig deswegen akzeptieren alle als Notausgang die Verlängerung des Lebens der Gesellschaft, welche sich des Vertrauens nur einer Partei er= freut. Mitteilungen aus dem Publikum. Rheuma? Nehmen Sie den Alpa- Frangbranntwein. Durch Massagen mit dem Alpa erzielen Sie große Linderung. Die schmerzenden Körpersteller brauchen natürliche Erwärmung; diese wird Ihnen durch den erreichten besseren Blutkreislauf zuteil. Alpa gibt e nur in plombierten Originalflaschen! Achten Sie di her beim Einkaufe darauf, daß Sie wirklich Alpa bekommen! Seite 6 Samstag, 25. Dezember 1937. Nr. 303 Jagesneuigkeiten Tage der Sammlung Das glitzernde Wunder Wanderer, Touristen, Sportler fördert durch Beitritt die Bestrebungen des Touristenvereines ,, Di e Naturfreunde". Mitglieder des Vereines können Personen ohne Rücksicht auf das Geschlecht werden, die einer Ortsgruppe beitreten und sich verpflichten, die Sagungen und Beschlüsse vollinhaltlich anzuerkennen und einzu halten. Die Mitglieder haben das Recht, unsere Na turfreundehäuser, Ferienheime, Schutzhüt ten und Bootshäuser in der Tschechoslowakei, Schweiz, Ungarn, Holland, Jugoslawien, Frankreich, Amerifa usw. bei Wanderungen, Ferienfahrten und Urlauben zu bedeutend ermäßigten Preisen zu benüßen. An den zu jeder Jahreszeit unter kundiger Führung veranstalteten Wanderungen können die Mitglieder ohne jede andere Gegenleistung teilnehmen. Außerdem werden alljährlich Ferie n= reisen und Urlaubsfahrten nach den schönsten Gebieten des Jn und Auslandes zu möglichst geringen Kosten geführt. In vielen Ortsgruppen bestehen Unterab teilungen, bato. Seftionen und Arbeitsgemeins schaften zur Pflege des Jugend- und Kinderwanderns, des Kletterns im Fels, für Wintertouristik, Rada Sport, Wasserwandern, Wandermusik, Natur- und Heimatkunde, Photo- und Lichtbildwesen, Samariter abteilungen, Wander- Auskunftei und Urlaubsberas tung, ferner stehen reichhaltige Bibliotheken zur Verfügung. Zwei touristische Zeitschriften, das Vereinsorgan ,, Berg Frei!" mit wissenswerten Mits teilungen aus der Touristenwelt und„ Der Natura freund" mit vielen Jllustrationen und guten Aufäzen. Lebhaften und wichtigen politischen Beratungen und Auseinandersetzungen, fieberhafter Arbeit der Millionen Hände, die das Christ. Kindl" zu bereiten halfen, emfigen Auf und Ab an überladenen Auslagen vorbei und ununterbrochenem Hin und Her in Kaufläden soweit das Geld dazu reichte dem ganzen vorweihnachtlichem Getriebe ist die ,, stille Nacht" gefolgt, reihen sich die Tage an, an denen wenigstens ein Teil der sorgengedrückten Menschen ein wenig pflegt verschnaufen zu können, Festesfreude zu genießen, Richter aufleuchten zu sehen in den Augen beschenkter Kinder, die, wenn sie nicht zu den Allerärmsten zählen, nun doch wieder einmal fich satt essen, Süßigkeiten schlecken, Nüsse fnabbern und in Mutters Küche die Düfte schnuppern können, die ihnen für Mittag oder für Abend ,, was Feines" verheißen. Wohl ihnen, wenn sie zu diesen in aller Bescheidenheit Glüd. lichen gehören. Für Tausende bleibt auch in diesen Tagen Schmalhans Küchenmeister- nicht zu reden von jenen, die neunzehnhundertsiebenunddreißig Jahre nach Christi Geburt in entchristlichter Umgebung Kanonendonner hören, Todesschreie der Väter, Verzweiflungsrufe der Mütter. In unzähligen Kirchen singen fie: Christ ist erstanden, der Retter ist da! Das gilt für die vielleicht, die hingewandt sind an ein Jenseits, das für die Martern des Diesseits zum Schneidern gehört, spricht: über die Qualität| Gruppe von Mädchen das Schiff nach der Feier entschädigen soll. Aber wer fest auf dieser Erde der Stoffe, über die Behandlung der verschiedenen verlassen wollte, brach der Landungssteg ein und Die Mitglieder sind bei allen touristischen Una steht, gläubig in dem Sinne, daß hier her. Stoffe, über die richtige Farben- und Muster- 16 Mädchen fielen ins Wasser, 15 von ihnen konnternehmungen gegen Unfall versichert. Busatzversta nieden Erlösung erwartet wird und doch auch wahl, über das Machen der Schnitte, über das ten gerettet werden, während die Suche nach der cherungen gegen geringen Brämienzuschlag. endlich kommen muß, der denkt mit Schaudern Buschneiden, das Schneidern, das Ausfertigen, Sechzehnten ergebnislos blieb. furz über alles, aber auch alles für die Schnei an die Verfassung einer Welt, in der an zu derin irgendwie wichtige. Die Aufsabreihe ist reich mindest zweien Enden nicht Friedensglocken illustriert, eine Fülle guter flarer Zeichnungen dem Hudsonfluß hindurch Machattan mit Weehanken läuten, sondern Schrappnells die Lüfte und die erläutert den Text. Jede Frau, die aus Sparjam in New Jersey verbindet, wurde Dienstag nach drei Menschen zerreißen. Den Unglücklichen dort teitsgründen zum Selbstschneidern gezwungen ist, einhalbjähriger Bauzeit, feierlich eröffnet. Der und den ungezählten Opfern tyrannischen Re- aber auch die vielen Frauen, denen es Freude Tunnel ist 1564 Meter lang und hat bis zur Fer- ahnpreis- und Fahrtermäßigun gierens an so vielen Stätten der Erde feien auch macht, selber zu schneidern, werden aus den Auffigstellung eines Paralleltunnels, der im Jahre gen sowohl für einzelne Mitglieder als auch für und gerade in diesen Tagen unsere Gedanken fäßen Friedl Reitmanns sehr viel lernen. Und nicht völlig entzogen. Nicht, daß jemandem der Lehrgang foftet wirklich nicht mehr als 60 felbst diese fargen Stunden frohen Ruhens und Heller wöchentlich! Soviel kostet nämlich das EinFeierns gekürzt oder getrübt werden sollten! welt". Das Vierteljahrsabonnement beträgt Ke zelheft der illustrierten Wochenschrift FrauenWir alle brauchen Erholung aber 7.50.- In Nr. 1 neuen licht eine sollen uns klar darüber sein, wozu vor allemt aber auch ein neuer Roman zu erscheinen,„ Die tigen Brotpreise in den verschiedenen Ländern. Da den gesundheitlichen Gefahren der modernen Berufswir ihrer bedürfen; um Kraft zu schöpfen für glühende uge I", der neueste Roman unferer eigenen Lage Mühen, aber auch um in solcher Sammlung immer wieder neuen und stärkeren Mut zu fassen, auf daß wir mithelfen fönnen bei den weiteren, größeren, umfassen deren Aufgaben, die unser als Glieder einer unkulturbedrohten Kulturmenschheit harren. Sammelt Guch im Innern, damit Ihr nach außen gesammelt seid! " Kč der Prager Dichterin Hanne Fischer. Die" Frauenwelt" bringt fortlaufend die Fortsetzung zweier illustrierter Romane, in jedem Hefte eine Kurz geschichte, Aufsäße, Rätsel usw. Man abonniert die Frauenwelt am besten sofort bei den Austrägern oder bei der Verwaltung in Prag XII., o fang des neuen Romans und der Beginn der chova 62/ V. Nicht vergessen, damit nicht der AnAuffäße über das Schneidern versäumt wird! Per New- Yorker Lincoln- Tunnel, der unter 1941, vollendet werden soll, zwei Fahrbahnen in Berüßung in entgegengesetter Richtung. schrift des französischen Bäckerverbandes veröffent Wieviel kostet unser täglich Brot? Die Fachzeits Ermäßigungen in Höhlen( Macocha, diverse flos wakische Höhlen, Edmundsklamm, Wilde Klamm usw., Prebitschtoraussicht) und anderen Aussichtspunkten, sowie in den Objetten des tschechischen Arbeiters Touristenvereines dieselben Begünstigungen wie deren Mitglieder. Die Mitglieder genießen ferner erhebliche Gruppenfahrten. Die Gegenleistung der Mitglieder für die anges führten Einrichtungen besteht in einem geringen Jahresbeitrag. Unsere touristische Betätigung muß naturgemäß tätigkeit entgegenwirken. Daher werbe jedes tätige Mitglied für den Touristenverein ,, Die Naturfreunde" und arbeite mit ihm im Dienſte der Menschheitsbe bergefährte und Mitarbeiter ist willkommen! freiung und des kulturellen Aufstieges. Jeder Wanfreiung und des kulturellen Aufstieges. Jeder Wandergefährte und Mitarbeiter ist willkommen! Touristenberein ,, Die Naturfreunde" eichsausfchuz Auffig. nach kostet ein Kilogramm Brot in Frankreich 2.60 Francs, in England 2.65, in Deutschland 4.15, in Belgien 2.75, in Holland 3.40, in Dänemark 6.00, in Schweden 6.35, in Norwegen und Bolen je 6.70, in Finnland 5.30, in Rumänien 1.90, in Defter reich 2.65, in Bulgarien 1.40, in der Tschechoslomatei 2.45, in Jugoslawien 2.05, in Italien 3.25, USA je 3.25 France. Der französische Verbraucher in Britisch- Indien 3.00, in Astralien, Chile und den bezahlt also für sein Brot doppelt sobiel wie der ist jeder nichtgleichgeschaltete Schriftsteller deutscher Eingeschränkter Autobusverkehr. Die Direk bulgarische, aber noch lange nicht soviel wie in Finn- Sprache, der bor März 1933 längere Beit in tion der Staatsbahnen in Prag gibt den Reisen- land, Polen, Norwegen oder Dänemark. Eine wirk- Deutschland gelebt hat, ohne Rücksicht darauf, ob ben, die die Absicht haben, heute die staatlichen lich autreffende Bewertung dieſer gewaltigen Breis- er zur Zeit seinen Wohnsiz innerhalb oder auf.rAutobusse zu benüben, bekannt, daß infolge des unterschiede ist freilich nur möglich, wenn man die besteht aus den Schriftstellern: Egon Erwin Rich, halb Deutschlands hat. Das Preisrichterkollegium andauernden Glatteises der Autobusverkehr auf Bedeutung berücksichtigt, die das Brot für die Bolts- Klaus Mann, Ludwig Marcuse, Gustav Regler, Hans einigen Linien zeitweise unterbrochen ist und nur ernährung dieser einzelnen Länder spielt. So würde Siemsen. Kein Mitglied des Vorstandes des SDS, unregelmäßig aufrechterhalten wird. Die Staats- ter Holländer, dem eine Anzahl ebenso wertvoller Seftion Frankreich ist an dem Preisausschreiben bahndirektion empfiehlt daher, soweit als möglich Nahrungsmittel zur Verfügung stehen, den täglichen teilnahmeberechtigt. Nichtteilnahmeberechtigt ist ferdie Bugsverbindungen zu benüßen. Brotgenuß im Notfalle entbehren tönnen, während ner derjenige, der bereits mit einem der ständig zur die Bewohner Frankreichs, der Tschechoslowakei, Verteilung gelangenden Literaturpreise ausgezeich Deutschlands oder Desterre che faum ohne ihr ,, täg- net ist. Zum Heine- Preis 1937 brauchen die Einsendungen nicht anonym zu erfolgen. Die Manulich Brot" auskommen würden. stripte sind bis zum 15. Feber 1938 in deutscher Sprache an die Adresse Deutsche Freiheitsbibliothet, 65 Bld. Arago, Paris 13" mit dem Vermerk Seine- Preis" einzusenden. Den Manuskripten muß ausreichendes Rücksendungsporto( internationale Rückportoscheine) beigefügt werden. Der Preis wird am 10. Mai 1938 zur Verteilung gelangen. Welche Frau will für 60 Seller wöchentlich schneidern lernen? Gewiß jede, die noch nicht schneidern kann, und wer ein wenig vertraut tit mit dem Schneidern, wird sich gern vervollkomm: nen wollen. Und das soll gegen Erlag von bloß 60 Hellern wöchentlich möglich sein? Es ist nicht nur möglich! Sondern: wer an diesem so ungemein billigen Lehrturs teilnehmen will, bekommt noch allerlei besondere Draufgaben. Kochrezepte und Ratschläge für den Haushalt zum Beispiel. Spionen- Austausch. Donnerstag nachmittags Nun, das Rätsel, wieso es möglich ist, einen so fand in der Grenzstation Apach zwischen den billigen Sturs zu veranstalten, ist leicht gelöst: der französischen und den deutschen Behörden der Kurs ist ein Fernfurs und beginnt in Nr. 1 des Austausch von vier Spionagehäftlingen statt. Von der Weihnachtsfeier in den Tod! neuen Jahrganges der Wochenschrift Frauenwelt" zu erscheinen. Unter dem Titel wir( Havas.) An Bord des Dreimasters ,, Ange", welschneidern" beginnt Fried I Reitmann cher der Ausbildung von Kadetten dient und zur eine Aufsapreihe, in der sehr ausführlich und ganz| Beit in Auteuil an der Seine vor Anker liegt, allgemein verständlich über alles, was irgendwie fand Donnerstag abends eine Feier statt. Als eine " Stimme im Aether schalldichten Wänden, durch die nicht der leiseste Laut von draußen drang, streifte ihn wiederum die Reiner Zufall war alles und doch spannte Empfindung, ein wie sonderbares Beginnen es sei, es einen freundlichen Bogen von Land zu Land. mit lauter Stimme in diese Einsamkeit hineinzuZufall war es, daß er im Nadio einspringen sprechen, ohne den fühlbaren Kontakt mit auch nur mußte, weil der vorgesehene Sprecher erkrankt einen Zuhörer. Aber da war das Mikrophon und war. Es war nur ein fleiner Text zu sprechen, der das Kabel, und irgendwo da und dort in der Stadt die fünf Minuten zwischen zwei Sendungen aus und im Lande hörten vielleicht Leute aus dem füllte und ohne Nennung des Sprechers im Pro- Lautsprecher seine Stimme wie er vorhin die des gramm stand. anderen Sprechers, ohne hinzuhören. Zwischenbrein prüfte er mit einem Blick die Uhr, das beUnd nun saß er in dem kleinen Raume mit harrliche Vorrücken des Minutenzeigers, über den den schalldicht verkleideten Wänden, der einer Sta- der dünne Sekundenzeiger rückweise hinkreiste wie bine im Innern eines Schiffes glich, weil er feine ein ruhelofer Schatten. Und als der Zeiger die Fenster hatte. Auf einem Tischchen vor ihm stand vorgeschriebene Minute zugleich mit den Worten das Mikrophon. Daneben ging lautlos eine Uhr, des letzten Sazes erreichte, ließ der Sprecher laut deren Sekundenzeiger Ruck für Ruck das Riffer- los das Blatt sinken. Der Ansager, der hinter seiblatt umkreiste. Aus dem Lautsprecher sprach eine nem Rücken bereit gestanden hatte, sprach die Stimme. Auf die Worte des unsichtbaren Spre- Schlußworte ins Mikrophon, schaltete ab und nun chers achtete er nicht; nur das Verstummen dieser war es wieder ein Raum, in dem man nach BeStimme ging ihn an. Und als sie schwieg, trat der lieben sprechen und sich bewegen durfte. Aber erst Ansager heran, drückte auf den kleinen Hebel am als er unten die Halle passierte und auf die von Apparat jest war der stille Raum und das leis Straßenbahnen und Autos durchtofte Straße trat, seste Geräusch darin an das unsichtbare, geheim fühlte er die Stadt wieder um sich. nisvolle Netz angeschlossen. Der Ansager sprach die ankündigenden Worte und verschwand lautlos. Und nun begann er zu lesen. Ein Blick auf die Uhr: vier Minuten blieben ihm. Er hörte den Stlang jeiner eigenen Stimme, die gleichsam bei Bedeutung aber bekamen diese vier Minuten für ihn erst, als einige Tage später ein Brief aus dem anderen Lande eintraf, in dem der Satz stand: Gestern diese Stimme! Wir haben sie gang deutlich bernommen!" " Die Ausschreibung des Heine- Preises 1937. Der Schußverband Deutscher Schriftsteller". Settion Paris gibt die Bedingungen bekannt zur Teilnahme am Heine- Preis 1937". Der Preis von 1000 Francs wird ausgesezt für das beste, in Buchform noch unveröffentlichte Wert der schönen Literatur in deutscher Sprache. Teilnahmeberechtigt " Die Zeitschrift Die Dezembernummer des„ Weckruf" ist er= schienen. Der einleitende Artikel Die neuen Geger Zeit nicht wiedergesehen hatte und den Um- tränkesteuern" präzisiert die Stellung der Alokoholständen nach auch nicht so bald wiedersehen würde. gegner zu den neuen Steuern. Ein größerer Artikel eines Wiener Genossen schildert in ergreifender Und das war ein Zufall, der ihm wie ein märchen- Weise das Umsichareifen des Alkoholismus uner haftes Wunder in unserer doch so gar nicht wun- dem austrofaschistischem Regime und zeigt, wie schier derbaren Zeit erschien: zufällig vielleicht, bestimmt sich die Auflösung des Arbeiter- Abstinentenbundes m aber völlig ahnungslos, hatten die fernen Freunde Oesterreich rächt. Stürzere Artikel berichten über den gerade an diesem Abend und um diese Zeit unter Alkoholismus in Polen und über die Antialkoholden vielen Sendern gerade diesen eingeschaltet. bewegung in diesem Lande, besonders unter der Und völlig unerwartet and vom Zufall aufs freu- ukrainischen Bevölkerung. Eine Reihe Notizen zu digste überrascht, hatte sie die Stimme des Freundem Thema Sind und Alkohol" ergänzen den interessanten Inhalt des Blattes. des erkannt. Sie hatten ihn sprechen hören, vier ist von der Geschäftsstelle des A. A. B. in TeplitMinuten nur, aber über Länder und Grenzen und Schönau, Theresiengaffe 18, zu beziehen, BezugsHindernisse hinweg und durch den Rauber unsicht preis jährlich 9 Kč. barer Wellen mit einemmale so nabe, als säße er Zufluß warmer Luft. Obwohl fich über dem: bei ihnen im Rimmer. Das war ein Wunder, an Binnenland hoher Druck erstreckt, ist das Eindrindeffen. Möglichkeit der Sprecher vorm Mikrophon gen wärmerer Luft vom Westen her gegen unsere Genicht mit einem Gedanken hatte denken können, biete von leichtem Schneefall oder Sprühregen be= und die Freude darüber sprach aus dem Briefe. aleitet. In Böhmen hat sich an vielen Orten Glatteis vernommen!" Das war ein Zaubermärchen unse- fant die Temperatur noch auf minus 15 Grad Celsius ,, Diese Stimme! Wir haben sie ganz deutlich ausgebildet. In einigen Tälern des Karpathengebietes, wo die Nacht auf Freitag vorwiegend heiter war, rer Zeit, die uns so oft durch die Technik ernich bis minus 17 Grad Celsius. In Böhmen ist im Laufe tert und entzaubert erscheint. Es spannte einen des Freitag vormittags Tauwetter eingetreten, auch hellen Bogen über die Tage, über die Ferne bins auf dem Fichtelberg stieg die Temperatur auf plus weg, einen Bogen der Freude, der zwei Punkte 1 Grad Celsius. Der allmähliche Zufluß wärmerer der Welt, weit voneinander getrennt, aufs herz ozeanischer Luft wird noch anhalten. Wahrschein lichste verband. Und mit der frohen Kraft einer Itches Wetter Sam& ta a: Schwacher Wind, ziem Weihnachtsbotschaft flang es in ihm wieder: Wir lich bewölkt und vielfach neblia, in der Westhälfte des haben die Stimme vernommen! Ueber Grenzen Staates in den tieferen Lagen Tauwetter, auf den hinweg und allen Hindernissen zum Troß find wir Often des Staates weiterer Temperaturanítica. Steine Bergen Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt: im einander nahe, ihr in jenem und wir in diesem nennenswerten Niederschläge. Wetteraussichten für Lande, Menschen, verbunden in Gesinnung und Sonnta a: Alaemeiner Witterungscharakter noch wenig verändert. ihm selbst zu bleiben und sich dem Raume nicht mitzuteilen schien. Und während er las, allein und Das berührte ihn wie eine unmittelbare Befür eine Weile der Welt entrüdt, umschlossen von i gegnung mit den fernen Freunden, die er seit lan- i gleichgestimmter Freundschaft! Nr. 303 In dieser Nacht... Von Anton Tschechow Die junge bleiche Frau blickte ins Weite. Neben ihr wendelte eine schmale Treppe hinab zum vereisten Meer. Die Frau blickte auf die weite Fläche. Strömender Regen verschleierte den Horizont. Sie hüllte sich frösteĭnd in ihren feuchten Pelz und dachte: Was mag sich dort draußen zutiagen? Dort, in dieser undurchdringlichen Finsternis ist der Mann, der Gutsbesizer Litwinow, mit seinen Fischern. Wenn der Sturm sie nicht im Schnee vergraben hat, eilen sie jetzt dem Lande zu. Das Eis muß bald brechen, denn einem solchhen Sturme fann es nicht widerstehen. Werden die schweren Fischerschlitten das rettende Ufer roch rechtzeitig erreichen? Die junge Frau will die schmale Wendel treppe hinabeilen, doch das Geländer ist morsch, die Stufen naß und schlüpfrig. Sie setzte sich und versuchte, die Treppe hinabzugleiten. Heftig heulte der Sturm, riß ihren Belz auf und drohte ste hinabzuwehen. Die Kälte drang zu ihr. Aengstlich tastend, flüsterte sie: O heiliger Nikolaus! Wann nimmt diese verwünschte Treppe ein Ende? Neunzig Stufen waren es, die sie hinab mußte. Dabei krachte die Treppe und drohte jeden Augenblick zusammenzubrechen. Endlich, nach Langen, bangen Minuten war die Frau unten am Meer angekommen. Hier tobte der Sturm noch ärger als oben; der Regen fiel in Strömen. ,, Wer ist da?" rief eine männliche Stimme. ,, Ich bin es, Denis!" Denis war ein alter, graubärtiger, fräfs tiger Mann. Auf seinen Stock gestübt, blickte er aufs Meer hinaus. Erstaunt fragte er: Sind Sie es wirklich, Natalja Särgejewa? Bei solchem Wetter? Was wollen Sie hier? Sie werden sich noch ernstlich erfälten. Gehen Sie lieber nach Hause, Natalja Särgejerna!" Blötzlich hörte man ein Schluchzen. Das war ja die Mutter des Jewffej, der gleichfalls mit Litwinow hinausgezogen war. Denis jagte seufzend zur Alten: ,, Du bist schon siebzig Jahre alt und benimmst dich wie ein Kind. Stehen wir nicht alle in Gottes Hand? Bei deinem Alter und deiner Schwäche solltest du beim warmen Ofen liegen. Geh heim, Mütterchen!" ,, Und mein Jewssej! Ich habe ja nur den einen, Denisfuschka!" Ich sage dir: Wir stehen alle in Gottes Hand! Wenn dein Sohn nicht im Meere umtommen soll, so mag das Eis brechen, ihm wird nichts geschehen. Soll er aber nach Gottes Willen fein Leben verlieren, so dürfen wir dagegen nicht murren; weine nicht, Alte! Dein Jewffei ist nicht allein; Andrej Betrowitsch und die andern sind in der gleichen Gefahr!" Mit zitternder Stimme fragte Natalja Gärgejewna: Ob sie wohl noch am Leben sind, Denisfuschka?" Wer kann das wissen, gnädige Frau! Wenn fie gestern oder vorgestern nicht im Schneesturm umgekommen find, so werden sie, wenn das Eis nicht vorher bricht, heil nach Hause kommen Was für ein fürchterliches Wetter! Gott sei ihnen gnädig!" Ist nicht dort jemand auf dem Eis?" fragte plötzlich die junge Frau. Sie schien sich zu fürchten, denn sie wich einige Schritte zurüd. Denis blickte aufmerksam in die Finsternis: " ,, Nein, liebes Frauchen, niemand kommt". sprach er. Dort im Boot sikt Beiruschta, der Narr, und tut, als rudere er... Petruschka, bist du es?" ..Ich bin's, Großväterchen, ich fann es kaum noch länger aushalten!" Dicht am Strand lag auf dem Eise ein Kahn, in dem ein langer Bursche saß. Das war Bes truschka, der Dorfnarr. Mit zusammengebiffenen Zähnen saß er da, am ganzen Körper zitternd, und blickte in die dunkle Ferne, als erwartete auch er etivas. Seine Hände ruhten auf den Rudern, sein linkes Bein hatte er unter sich gezogen. ..Unser Narr hat Schmerzen", sprach Denis und näherte sich dem Boote. ,, Sein Bein tut ihm weh, das macht ihn noch ganz verrückt. Gehe lieber in deine warme Hütte! Hier in der Nässe und Kälte leidest du noch mehr!" Petruschka schwieg. Er zitterte und verzerrte sein Gesicht vor Schmerz. Dic linke Seite tat ihm so weh, dort, wo der Hauptnerb fitzt. ,, Geh, Petruschka, und leg dich zum warmen Ofen, dann vergehen deine Schmerzen, bis zur Frühmesse, so Gott es will! Ich ahne etwas!" sagte Petruschka darauf. ,, Was denn, Narr?" ,, Das Eis bricht!" ,, Woher weißt du das?" Samstag, 25. Dezember 1937 Deutsche Marseillaise O deutsches Volt. Wie sankst du tief, du einst der Völker Morgenrot, als Luther seine Thesen rief, als Hutten starb den Heldentov, als Geusen fuhren übers Meer für freies Wort und freie Lehr'. O deutsches Volf, wie lange noch? O deutsches Volt, wirf ab dein Joch, wirf ab das Joch der Tyrannei, sei wieder frei! Dein Winkelried brach im Gefecht der Freiheit löwenkühn die Bahn. Dein Schiller fang von Menschenrecht, wie feiner es zuvor getan. Wo für die Freiheit floß das Blut, dort zahlten Deutsche den Tribut. O deutsches Volf, wie lange noch? O deutsches Volt, wirf ab dein Joch, wirf ab das Joch der Thrannei, sei wieder frei! Wo jauchzend flang der Menschheit Schwur vom Rhein bis zu der Oder hin, ist jetzt ein großer Friedhof nur, und deine Besten liegen drin. Ja, lebten Schiller, Goethe heut', fie wären alle stumme Lent'. deutsches Volf, wie lange noch? O deutsches Volt, wirf ab dein Joch, wirf ab das Joch der Tyrannei, fei wieder frei! Wo Kant vom ewigen Frieden fang, die Freiheit starb, das Recht verdorrt. Der Gute atmet schwer und bang, der Henker hat das letzte Wort. Aus tausend Kerkermauern gellt ein Ruf, ein Schrei in alle Welt: O deutsches Bolt, wie lange noch? O deutsches Voff, wirf ab dein Joch, wirf ab das Joch der Tyrannei, sei wieber frei! Doch nein, das ist nicht deutsche Luft, wo man in Feffeln schlägt den Geift. Nein, dreimal Hundsfott, Lügner, Schuft, der dieses Deutschland Deutschland heißt! Der gute Deutsche kennt ja nur bei Tag und Nacht den einen Schwur: O deutsches Volf, wie lange noch? O deutsches Volt, wirf ab dein Joch, wirf ab das Joch der Tyrannei, fei wieder frei! Georg Mannheimer. Der Alte horchte auf und vernahm ein Ges| schlungen hat!" Verzerrten Gefichts riß er sich räusch, das weder dem des Sturmes noch dem von seiner Frau los:..Dein Wille geschehe!" des Regens glich. Recht hatte der Narr. Nun würde Litwinow kaum mehr mit seinen Leuten noch rechtzeitig das Land erreichen, um Weihnachten zu feiern. ..Ja, das Eis bricht!" sagte Denis. Das alte Weib schrie laut auf und sank um. Die junge Frau, vor Kälte und Frost zitternd, näherte sich dem Kahne und lauschte. Auch sie hörte das unheimliche Getöse. Vielleicht ist das nur der Sturm?" fragte sie.., Bist du auch sicher, sie. ,, Bist Denis, daß es das brechende Eis ist, was man bernimmt?" ,, Um unserer Sünden willen, gnädige Frau, hat Gott es so gewollt!" antwortete Denis und redete weiter auf die junge Frau ganz leise ein. Gehen Sie doch hinauf, gnädige Frau, Sie sind " ja ganz durchnäßt!" Alle, die am Strande standen, vernahmen blößlich ein findisches, glückliches Lachen. Es tam von den Lippen der bleichen Frau. Fast weinend flüsterte Denis: Sie hat den Verstand verloren!" Der Mond trat aus den Wolfen hervor und ließ alles beffer erkennen; das schneebedeckte Meer, die blasse Frau, Denis und Petruschka, den Dorfnarren und einige Bauern, die am Strand berumſtanden. Da erscholl ganz nahe ein Krachen, dem ein zweites und sogleich ein drittes folgten. Unmits telbar darauf brach ein fürchterliches Getöse Yos. Die Eisfläche wurde zu einer dunklen, wogenden Masse. Das Ungetüm war erwacht und begann fein Zerstörungswert. Das Heulen des Sturmes, das Brausen der kahlen Bäume, des Petruschka Gestöhn und das Glodengeläute der nahen Dorffirche, alles wurde vom furchtbaren Brüllen des aufgepeitschten Meeres übertönt. ,, Alle schnell hinauf!" rief Denis.., Gleich wird das Ufer überschwemmt werden! Hinauf in die Kirche! Kommen Sie, gnädige Frau! Es war Gottes Wille!" Er wollte sie stützen, doch sie schob ihn bei feite. Ruhig und mit erhobenem Haupte schritt sie der Treppe zu. Sie war nicht mehr totenbleich, ihre Wangen waren leicht gerötet. In ihren Augen glänzten keine Tränen mehr, auch ihre Hände zitterten nicht. Oben angelangt, blieb sie wie erstarrt stehen: Vor ihr tauchte ein hoher, stattlicher Mann in Wasserstiefeln und kurzem Pelz auf, der ihr zurief: ,, Natascha, fürchte dich nicht, ich bins!" Schnell lief er die Stufen hinunter zum Kahn, wo Petruschka, der Narr, von einem Fuß auf den andern hüpfte und mit vor Schmerz zusammengebissenen Zähnen den Kahn in das Wasser schob. ,, Wo willst du hin?" fragte Litwinow. Schmerzen nicht mehr ertragen. Die Toten leiIch will mich ertränken, ich kann meine den doch nicht!" dem Narren, und brüllte seiner Frau zu: Na Litwinow sprang in das Boot, gefolgt von tascha, lebe wohl! Im heutigen Schneesturm wird dein Herzenswunsch in Erfüllung gehen! Mit Gott!" Der Narr ruderte kräftig los, und das Boot schwamm den hohen Wellen entgegen. ..Fest vorwärts, Petruschta, weiter, immer weiter!" rief Litwinow. Er hielt sich am BootsNie wieder Grippe! Das sagt jeder, der sie einmal überstanden hat, der ihre Leiden gefühlt, um Arbeitskraft und Gesundheit gebangt hat! Aber mit dem Sagen allein ist's nicht getan: Sie müssen auch etwas tun! Spülen Sie täglich ihren Mund mit ein paar Tropfen ALPA Franzbranntwein, im Wasser gelöst, und massieren Sie Ihren Körper mit Alpa! Dann kann die Grippe Ihnen nichts anhaben, darn sind Sie frisch, gestärkt, gesund! Darum empfiehlt auch der Arzt Alpa! Alpa gibt es nur in plombierten Originalflaschen! Seite 7 nicht, fie loszureißen. Und nun war es ja auch biel zu spät. Eine mächtige Eisscholle rauschte über den Kahn und befreite Petruschka auf ewig von seinen Leiden. Bis zum Morgen stand das bleiche, junge Weib am Meeresufer. Dann brachte man es nach Hause, vollkommen erschöpft. Auch im Bett flüsterte sie fiebernd noch immer fort:..ehre um!" In dieser Heiligen Nacht hatte sie ihren Mann lieben gelernt. ( Aus dem Russischen übersetzt von May R. Funte.) Unglaublich, aber wahr Im Wiener Saturn- Berlag erschien kürzlich das Buch ,, Unglaublich, aber wahr" von Robert J. Nipley, einem Amerikaner, der mit erstaunlichem Fleiß eine Fülle der seltsamsten Tatsachenberichte aus alter und neuer Zeit und aus allen Zonen der Erde gesammelt hat. Folgende Proben aus diesem Buche mögen zeigen, wie unterhaltsam es ist, wie sehr es aber auch zum Nachdenken anregt. Lente, die nicht wissen, wo Gott wohnt " Ein an Gott" gerichteter Brief wurde im Jahre 1926 bon Liptau in Deutschland nach Nom gesendet. Er tam zurüd mit dem Bermert: Adressat unbekannt!" Auch eine Lösung der Dienstbotenfrage Gräfin Elisabeth Bathory, die berühmte unga rische Tigerin"( 1560-1614), ermordete in sechs Jahren 650 ihrer Dienerinnen. Da sie eine Adelige war und die Mädchen ihr als Leibeigene gehörten, wurde sie nicht bestraft. Der Mann mit der goldenen Nase Tycho Brahe, der bekannte dänische Astronom, verlor seine Nase in einem Duell. Er ließ sich darauf bin eine goldene Nase anfertigen, die er mit gement in seinem Gesicht befestigte. Auf allen Porträts, die deutlich zu sehen. vir bon Brahe befizen, ist die goldene Nase ganz Shakespeares Tochter konnte weder lesen noch schreiben. "> Madame de Maintenon, die Geliebte Ludwig XIV., wurde zweimal wöchentlich zur Ader gelassen, um über die Geschichten, die man am föniglichen Hof erzählte, nicht erröten zu können. Vater und Sohn branchen nur ein Paar Schuhe! Beide heizen Albert Farler, beide haben ein Bein verloren der eine das linte, der andere das rechte und beide haben dieselbe Schuhgröße. Sie leben in Kildohan in Manitoba, Kanada. + Am 2. Dezember 1927 fiel die kleine Maria Finster in Wien vom Dach eines Hauses. Sie fiel in die Arme ihrer Mutter, die gerade zu dieser Beit auf der Straße vor dem Hause vorbeiging, und blieb sc heil und unverlegt. Die echte ägyptische Finsternis! Ein Krug, von dem behauptet wird, er ent halte die echte ägyptische Finsternis, die Moses über die Aegypter brachte, wird als Reliquie in Doberan in Mecklenburg aufbewahrt. Er Benjamin Franklin hatte viel zu tun war der ,, erste zivilisierte Amerikaner"; war der jüngste Sohn eines jüngsten Sohnes eines jüngsten Sohnes; war der erste amerikanische Philosoph; war der erste amerikanische Gesandte; war der Erfinder der Harmonika; war der Erfinder des Schaukellehnstuhles; war der Erfinder der Straßenlampe; war der erste politische Karikaturist Amerikas; war der beste Schwimmer seiner Zeit; war der Gründer der ersten Leihbibliothek; war der Entdecker des Golfstromes; Natalja Särgejewa wankte. Sie erkannte mar der Erfinder des Blizableiters; ihren Mann. Er schloß sie in seine Arme, hob sie war viermal Präsident von Pennsylvania; auf und füßte sie. Er roch nach Branntwein und führte die Beförderung von Zeitungen durch die schien nicht mehr ganz nüchtern zu sein. Dann Poft ein; fuhr er fort: Freue dich, Natascha, daß ich ents fommen bin. Mit meinen Leuten zog ich nach ffizzierte als erster den Weg der Nordoststürme; Tangerog und erreichte glücklich das Land. Ich schmerzerfüllte, weibliche Stimme: ,, Kehre um!" führte die öffentliche Straßenreinigung ein; fuhr sogleich hierher und bin eben angekommen." In diesem ,, Kehre um!" vermeinte er einen entdeckte die Identität des Blizes mit der ElektriSie erblich, zitterte, starrte ihn erschrocken Verzweiflungsruf zu hören. Nochmals erflang zität; in der kalten Weihnacht dieses verzweifelte an und brachte kein Wort hervor. rande fest und sah zum Ufer zurück. Natascha war nicht mehr zu sehen, der Strand war seinen Blicken entschwunden, da vernahm er eine .. graphie; ..Ich höre Geräusch, und der Wind weht..Wie durchnäßt du bist! Wie du zitterst!" Stehre um!" Sein Herz stürmte, er wußte, daß schrieb die ersten amerikanischen Epigramme; Mit diesen Worten drückte er sie wieder an sich, sein Weib ihn zurückrief. Die Kirchenglocken er- war der Erfinder der kaufmännischen Reklame; von drüben her. Dort geht es schon Yos!" Da horcht der Alte in die Ferne, aber er und auf seinem wein- und freudetrunkenen Ge- langen. Das heilige Christfest hatte begonnen. war der Autor des gekürzten englischen Gebetbuches; bernahm nur das Heulen des Sturmes und das ficht glänzte ein kindliches Lächeln. Er dachte: Sie und wieder rief die flehende Frauenstimme war der erste Reformator der englischen OrthoJa, diese Worte hallten im Rauschen des Regens. Eine halbe Stunde ver- bat hier in diesem Wetter gewartet. Ist dies nicht Stehre um!" ging in schweigender Erwartung. Nun ließ der Liebe?... Doch als Antwort auf sein Lächeln Krachen der Eisschollen, im Heulen des Sturmes war der Vater der modernen Zahntechnik; Regen nach, und es niefelte nur noch. In der und im Klang der Weihnachtsgloden Da rief Litwinow dem Narren zu: ,, Rudere organisierte die erste amerikanische Feuerwehr; Dunkelheit hoben sich am Strande einige mensch war der Gründer der Demokratischen Partei; liche Schatten ab, und auf der weißen Schneezum Strand zurüd!" organisierte die modernen Bostbehörden; decke erkannte man leicht den Kahn. Man hörte Glodengeläute vom alten Kirchturm oben im war der Pionier des heutigen Wahlsystems für den fleinen Fischerdorf. Dieses Läuten sollte den vom Schneesturm überraschten Menschen den Weg weisen. ..Großvater, hörst du, wie das Wasser fummt?" entrang sich der Frau ein durchdringender, herzzerreißender Wehruf, den sie nicht zu unters drücken vermocht hatte. Dieser Schrei verriet alles; die erzwungene Ehe, Widerwillen gegen den Säufer, Seelenangst vor Vereinsamung und die gescheiterte Hoffnung auf ein baldiges Wits ventum. Leiden, Tränen und Schmerzen widerDoch Petrusch hörte nicht. Mit zusammengebiffenen Zähnen blidte er sehnsüchtig in die Ferne und ruderte weiter. Wer rief ihm ,, Kehre um!" zu? Niemand. Schon jahrelang plagte ihn hallten barin. Nur zu gut hatte der Mann be- der unerträgliche Schmerz. Litwinow packte ihn, griffen: Du bist untröstlich, weil mich der um ihn zur Rückkehr zu zwingen, aber des NarSchneesturm nicht begraben, die See nicht ver- ren Hände waren wie Stahl, und er vermochte Kongreß; war der erste, der das Wesen der Erkältung ertannte; führte das erste Ventilationssystem ein. Srfte S Nr. 393 meinen„Czar" bei der italienischen Oper in Szene setzen werde. Für die Oper selbst erhalte ich leider- nichts, da das Recht des Antors im liebenswürdigen freien England keinen Wert hat." Es wirkt erschütternd nach allen Erfolgen des Komponisten und offenbart die große Not Lortzings. wenn er in einem Briefe vom 1. August 1850 sei» nem Freunde Düringer verzweifelt schreibt: „Ich führe jetzt ein Leben, in welchem du mich nicht wiedererkennen würdest... Damit du nicht wieder schimpfst, weil ich dir kein Vertrauen schenke, so gestehe ich dir, was ich noch keinem gestanden, daß ich durch die letzten Verhängnis vollen Jahre, das viele Uebersiedeln, die mehr« fache Engagementslostgkeit und hauptsächlich durch den seit drei Jahren gänzlich von mir ge- schreibt er an Reger,„vom-„Czaren" bereits die • achte Auflage gemacht und ich habe dafür 4V FriedrichSd'or erhalten— aber im ganzenll" Und die- aufführenden Opernbühnen, voran die Hoftheater, lassen sich reichlich Zeit, den armen, darbenden Komponisten zu honorieren. Ändere Bühnen wieder— auch hier spielen wieder die Hoftheater die nobelste Rolle— lassen LortzingS Opern jahrelang liegen, ohne sich zur Aufführung zu entschließen. So muh Lortzing am S. Jänner 1847 nachfolgenden bezeichnenden Brief an die Intendanz des Hoftheaters'in Oldenburg richten: „Es ist bereits ein undeinhalbes Jahr ver- flosien, seit ich dem Hoftheater-in Oldenburg auf Bestellung des Herrn Häser die beiden Opern „Czar und Zimmermann" und den„Wlld- Stills Nacht, heilige Nacht! Hundert Jahre „Zar und Zimmermann“ Die Schicksale der Oper in Selbstzeuq- nissen ihres Schöpfers Albert Lorfeing Am 22. Dezember waren es hundert Jahre, daß Albert Lortzings komische Oper„Zar und Zimmermann" in Leipzig zur Erstaufführung gelangte. Die außergewöhnliche Popularität dieser Oper, ihre Erfolge, die nur noch von jenen des Weberschen „Freischütz" übertroffen wurden, rechtfertigen es, ihren 100. Tauftag in Erinnerung zu bringen. Schon auch um ihres Schöpfers willen, der ja.zu Lebzeiten nichts von seinen Werken hatte, obwohl sie gefielen; der darben mußte, weil seine musikalischen Arbeiten so schlecht bezahlt wurden, der trotzdem immer heiter und freundlich blieb ,— als Mensch und Künstler— so daß man ihn den heitersten Musiker Deutschlands nennen konnte, dem das große Verdienst gebührt, den glänzenden französischen Spielopern eines Boieldieu, Adam und Ander erfolgreich auch die deutsche Spieloper gegenüber gestellt zu haben, und der mi! seinen Opern noch heute auf der Opernbühne lebendig ist. Lortzings Spielopern„Die beiher: Schützen",„Der Wildschütz",„Der Waffenschmied". „Undine" und vor allem„Zar und Zimmermann" entzücken und unterhalten auch heute noch das Publikum,- wenn man sich ihrer erinnert und ihnen eine entsprechende, leicht beschwingte Aufführung zuteil werden läßt. Der„Zar und Zimmermann" war jene Oper Lortzings. die für seine Laufbahn als Opernkomponist entscheidend wurde; denn sie brachte ihm den ersten großen Erfolg und damit das Vertrauen auf sich selbst. Den Text zu dieser Oper hat Lortzing, wie zu den meisten seiner Opern, selbst geschrieben. Denn er war Komponist, Dichter, Schauspieler und Dirigent in einer Person. DaS Schicksal des„Zar und Zimmermann" bestimmte nicht seine Leipziger Erstaufführung, sondern- seine ein Jahr später in Berlin erfolgte Aufführung. Bon dem großen Erfolg dieser Berliner Aufführung war Lortzing selbst überrascht. J>t einem Briefe an den Redafteur des„Freimütigen" in Berlin, Glaßbrenner, schreibt er aus Leipzig am 13. Jänner 1839: „Du beschämst mich in der Tat— so viel Lob, als du über mich oder mein Opus es heute weiß, was für mich das Nötigste, das Unentbehrliche gewesen wäre.., Man fürchtet sich ja auch, wenn man Kinder hat, vor dem Altwerden, aber ohne sie ist es ganz unerträglich sinnlos! Vielleicht kann ein Mann nicht so mit ganzem Wesen lieben wie wir. Dann ist es eben besser, wenn ich bei einem anderen Manne bin, an den ich mich nicht allzu sehr verschwende. Man kann es auf die Dauer nicht ertragen, daß man dem geliebten Mann nichts weniger als die Welt bedeutet. Bei einem Menschen, der einen selber nicht viel angeht, ist das nicht weiter tragisch. Mir scheint, das ist verrückt. Aber soll ich mich zu Tode grämen, weil es eigentlich das Vernünftigere wäre? Unter allen meinen Freundinnen sind diejenigen, die ihre Männer lieben, am meisten zu bedauem. Sie denken an nichts, als in seinen Augen musterhaft dazustehen. Sie haben stets ihren unsichtbaren Oberlehrer über sich, auch wenn der Mann gar nicht so ist und es gar nicht will. Sie hasten nach Hause, wenn sie ahnen, daß er sic erwartet. Wenn es bei einer Teeplauderei am schönsten ist, müssen sie fort. Sie kommen nicht um fünf Minuten zu spät zum Mittagover Abendessen. Sie schauen keinen Mann an. Sie richten sich mit ihren Toiletten, Gesten, ihren Büchern ganz nach seiner momentanen Laune und seinen momentanen Geschäften. Erinnerst Du Dich? Als der Arzt mir kürzlich wegen meiner Luftröhrengeschichte nur fünf Zigaretten täglich erlaubte, mußte ich mir das Rauchen ganz abgewöhnen. Es war mir eine zu arge Qual, alle Tage durch das geringe Quantum nur gereizt zu werden. Ich will jetzt mal sehen, wie ein Leben schmeckt, das nicht ganz vernünftig und programm- I mäßig verläuft. Schließlich wird ja doch niemand anders den Schaden tragen, der wohl dabei nicht ausbleibt. So gehe ich denn also— wie man so sägt— in mein Verderben. Mit einem Menschen, der mich momentan amüsiert. Ich bin ein wenig neugierig, wie meine Nachfolgerin ausschen wird. Wirst Tu Dir eine vom gleichen Typ aussuchen? Oder möglichst das Gegenteil? Wenn Du nur etwas vorurteilsfreier wärest, könnten wir ja in Korrespondenz bleiben. Be« Gott, ich glaube wirklich, ich werde Dich ewig lieb hahen, was Du Deinerseits mit Ehrlichkeit ganz gewiß nicht behaupten kannst. Vielleicht wird es meine Nachfolgerin besser haben; vielleicht wirst Du durch mich g-lernr haben— ich könnte das Ganze vor Neid und Wut sein lassen, wenn ich daran denke. Aber Du wirst Dich ja nicht ändern! Dazu bist Du viel zu ein-, gebildet und zufrieden. Trshalb mache ich-s jo vor allem: um einer Einbildung einmal eins zu versetzen. Noch etwas! Ich habe so viel Vertrauen zu Dir, daß ich Dir nicht verschweige, daß wir zwar nach Hollywood gehen— und nun weißt Du auch, mit wem ich verschwinde—aber wir müssen uns zuerst nach Paris wenden wegen ein paar Ergänzungsengagements. Ich kann Dir wohl so viel Geschmack zutrauen, daß Tu uns nicht verfolgen läßt..." Dr. Fromisch saß eine Weile still. Dl« Zigarre war ihm ausgegange:. Er sah ihre blauschwarzen Augen unter den Hellen Brauen und noch viele helleren, fast rötlichen Haaren vor sich, ihre schlanken Glieder in ihrer übermütigen Beweglichkeit und in der schlaffen Demut der Hingabe. Er hörte die etwas gebrochene» immer ein wenig ironische Stimme, und er erkannte jetzt in der Erinnerung einen verschämt mitschwingenden, kleinen, kindlich-weichen Gefühlston, der vergeblich mitschtvang und wart te, bis man ihn hörte. Dr. Fromisch erkan,.te: Cr war ein unfähiger untalentierter Verliebter und alles, was ihm zu versuchen übrig blieb, war lächerlich sinnlos, wenn es möglich gewesen, daß sie all die Zeit über nicht gemerft hatte, wie sehr er sie liebte. Nr. 303 SamStag, 25. Dezember 1937 Sette 11 »MM M WM Die Tschechoslowakei in der Weltproduktion (b) Vergleichen wir die Gestaltung der in« dustriellen Produktion der Welt und der Tschechoslowakei in der Perwde seit 1929 bis Mitte 1937, so ergibt sich das folgende Bild: Es betrug der Index der Industrieproduktion: Well ahne Lowjctrußlaud Xf<üe4«fl«Mlei 1929 100 100 1930 86,3 89,2 1931 74,8 80,7 1932 63,0 63,5 1933 71,3 60,2 1934 77,0 66,5 1935 85,2 70,1 1936 95,4 80,2 Juni 1937 106,2(Mai) 98,7 Aus dieser Gegenüberstellung des indu- striellen Produktionsindex der Welt— den wir der vom Völlerbund herausgegebenen„Weltwirt« schaftlichen Uebersicht" für 1936/37 entnehmen .— mit dem der Tschechoslowakei geht hervor, daß sich der Rückgang der industriellen Produktion in unserem Staate bis zum Jahre 1931 in langsamerem Tempo vollzog als im Wrltdurch» schnitt. In jenem Jahre lag die Industrieproduktion der Tschechoslowakei um 19,3 Prozent unter dem Stand von 1929, während die Industrieproduktion der Welt bereits um 25,2 Prozent ringe« büßt hatte. Im Jahre 1932 liegt die Indexziffer der tschechoslowakischen Industrieproduktion nur unbedeutend unter dem Weltindex. Erst vom Jahre 1983 ab bleibt für die folgenden Jahre die industrielle Erzeugung unserer Wirtschaft weit hinter dem Wettdurchschnitt zurück. Der größte Abstand wird im Jahre 1936 erreicht. Mit einem Produktionsinder von 80,2 ist die tschechoslowakische Jndustrieerzeugung im Jahresdurchschnitt 1936 noch um 19,8 Prozent vom Stand des JahreS 1929 entfernt, während die Jndustrieerzeugung der Welt nur noch 4,6 Prozent aufzuholen hat. In den ersten Monaten des Jahres 1937 konnte die Industrie unseres Staates ihre Erzeugung über den Welldurchschnitt auSwetten. Im Mai betrug der Wettindex 106,2, der der Tschechoslowakei 101,2. Der Unterschied betrug demnach in diesem Monat nur noch 5. In den späteren Monaten verzeichnet unsere Jndusttieerzeugung wieder einen leichten Rückschlag, doch dürfte auch der Weltindex der Industrieproduktion sich kaum wesentlich weiter erhöht haben. Innerhalb- der. bedeutenden europäischen Staaten rangiert nach der Annahme der industriellen Produktion vom Jahresdurchschnitt 1936 bis Mitte 1937 die Tschechoslowakei an dritter Stelle. Ihr Produk- tionLindex ist in dieser Zeit von 80,2 auf 98,7, also um rund 23 Prozent gestiegen. Nach der Völlevvunds-Statistik erhöhte sich der Produk- twnsindex: in Oesterreich von 81,0 auf 112,0 oder um 40 Prozent, in Holland von 71,9 auf 102,5 oder um 42,5 Prozent» in Deutschland von 106,3 auf 118,1 oder um 11,1 Prozent, in Schweden von 129,0 auf 142,0 oder um 10 Prozent, in Dänemark von 124,0 auf 134,0 oder um 8 Prozent, in England von 116,2 auf 125,5 oder um 8 Prozent, in Belgien von 87,1 auf 90,8 oder um 3,7 Prozent und in Frankreich von 70,3 auf 72,4 oder um 3,4 Prozent. Also nur Oesterreich und Holland konnten in den ersten sechs Monaten des laufenden JahreS das Tempo des tschechoslowakischen JnduftrieaufschwungS überholen, wobei noch zu berücksichtigen ist, daß Holland bis Ende 1936 noch weit zurückgeblieben war. In den einzelnen Produkttonsgebieten ist durch den Rückgang in den Krisenjahren und durch die ungleiche Intensität des Konjunktur- aufschwunges eine Veränderung des Anteils der tschechoslowakischen Produktion an der Wettproduktion festzustellen. So hatte die Steinkohlenproduktion der Wett im Jahre 1929 1 Milliarde 329 Millionen Tonnen betragen. Die Tschechoslowakei förderte im gleichen Jahre 16.521.000 Tonnen, so daß ihr Anteil an per Weltförderung im Jahre 1929 rund 1,2 Prozent betrug. Im Jahre 1936 bettug die Weltproduktion 1.234,900.000 Tonnen, die tschechoslowakische Produktton 12,850.000 Tonnen. Die Weltproduktion konnte sich dem Stande von 1929 mehr nähern als die der Tschechoslowakei, so daß deren Anteil auf 1 Pro« zent im Jahre 1936 zurückging. Noch stärker ist der Anteilverlust an der Weltförderung von Braunkohle. 1929 wurden insgesamt 230,2 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert, dagegen 1936 222,2 Millionen Tonnen. Die Weltförderung war demnach nur noch um 8 Millionen Tonnen niedriger. Die Braunkohlenförderung der Tschechoslowakei aber ist von 22,6 Millionen Tonnen im Jähre 1929 auf 16,1 Millionen Tonnen im Jahre 1936 zurückgegangen. Sie bleibt damit noch um rund 25 Prozent hinter 1929 zurück und ihr Anteil an der Wcltförderung ist ungleich tiefer als im letzten Hochkonjunkturjahr. Bemerkenswert ist auch die Gegenüberstellung der tschechoslowakischen und der Weltproduktion in Rohstahl und Roheisen. In Rohftahl wurde 1936 von der Weltproduktton mit 119,9 Millionen Tonnen fast die gleiche Höhe erreicht wie 1929, wo sie 121,9 Millionen Tonnen b,etrug. In der Tschechoslowakei liegt jedoch im Jahre 1936 die Produktion.mit 1,6 Millionen Tonnen noch um etwa 28 Prozent niedriger als im Jahre 1929, wo sie 2,2 Millionen Tonnen erreichte. Bei Roheisen konnte sich die'Weltproduktion 1936 wieder bis zu 90 Prozent dem Stande von 1929 nähern, während die tschechoslowakische Produktion erst 70 Prozent jenes Standes erreicht hat. Obwohl gerade die Roheisen- und Rechtsunsicherheit< Immer wird die Bedeutung des Handels- vertreters hervorgehoben, dem als Mittler im in» ternationalen Güteraustausch eine wichtige Aufgabe zukommt. Die Heranbildung geeigneter Persönlichkeiten, die mtt den nötigen Branchenkenntnissen ausgestattet, recht viele Fremdsprachen beherrschen sollen, um in den Auslandsstaaten unsere tschechoslowakischen Jndustrierzeugnisse im gesteigerten Umfange an den Mann zu bringen, wird dabei immer wieder zum Ausdruck gebracht. Dieses Verständnis läßt jedoch bisher auf sozialpolitischm Gebiete stark zu wünschen übrig. Würdigt die Arbeitgeberschaft die ungemein ver- antworttiche Funktion des Handelsvertreters? Trägt die Gesetzgebung der Bedeutung der Handelsvertreter im Wirtschaftsleben zufriedenstellend Rechnung? Die Wirtschaftspiloten sind Stiefkinder unserer Gesetzgebung. Unsere Behörden beurteilen die Tätigkeit der Geschäftsreisenden noch aus der Vorkriegszeit und haben die längst vollzogene Strukturwandlung im Verhältnis des Vertteters zu seinem Hause nicht erfaßt. Die Tendenz, das Geschäftsrisiko auf die Schulter des wirtschaftlich schwächeren Handelsvertreters abzuwälzen, macht sich immer stärker fühlbar. Die sogenannte»Mitnahme" der Vertte« tung bürgert sich immer mehr ein, wobei Reisende mit eigenem Auto gesucht sind. Abgesehen davon, daß der Vertreter für die Auwspesen, also für Benzin, Reparaturen, Reinigung, Abnützung usw. selbst aufzukommen hat und alle durch die Reisetätigkeit entstehenden Ausgaben für Hotelübernachtung und Verpflegung wochenlang aus eigenen Mitteln bestreiten muß, ja unter Umständen mehrere Monate warten darf, bis er aufgrund hereingebrachter Geschäftsausträge die erste Provisionsabrechnung zu Gesicht bekommt, erlebt er zumeist die grötzte Ueberraschung, sofern er beim Abschluß seines Vollmachtsvertrages als „Generalvertreter" oder»Reisechef"— Titel sind billig und verpflichten zu nichts— nicht die entsprechende Vorsicht walten ließ. Die ungerechtfertigte Kürzung der Pcovi- .swnsabrechaung des»Außenministers" des Hau-. scS, die Verweigerung von Zuschüssen zur JahreS«, karte oder zu den vorher aus eigenen Barmitteln verausgabten Reisespesen vermag nur der zu beurteilen, der selbst, wenn auch nur vorübergehend, als Vertreter tätig war. Unter dem Deckmantel der Freizügigkest des„selbständigen Kaufmanns" hat sich im Bertreterberufe ein A u s b e u- tungssystem breit gemacht, das nach Beseitigung schreit. Auf dem Umwege über das Delkredere wird versucht, das Arbeitgeberrisikö auf den Vertreter zu überwälzen, der auch sonst dem Hause für die„Bonität" des Kunden haften soll. Der Unternehmer entschlägt sich jeder wie immer gearteten Verpflichtung, fordert aber von dem angeblich selbständigen Kaufmann, der sein »Repräsentant" beim Kunden ist und den er mit der Legitimation der Handelskammer als seinen bcvollnlächtigten„Handelsvertreter" ausstattet, tunlichst tägliche Berichterstattung, intensive Bearbeitung des Kundenkreises und strengste Wahrung aller Geschäftsgeheimnisse. Wehe aber dem Handelsvertreter, der zufällig krank wird oder den ein unvorhergesehenes Unglück ereilt. Da— wie unsere Verwaltungsbehörden so schön sagen-— in seinem Falle kein Verhältnis der Unterordnung und Gebundenheit vorliegt, weil in der ausgestellten Legitimation der Handelskammer, in der täglichen Berichterstattung, in dem Verkauf nach vorgeschriebenen Preisen, in der Wahrung der Geschäftsgeheimnisse» in der Regelung der Reklamationen beim Kunden und in ihrer ständigen Bearbeitung kein Bestand Rohstahlproduktion in der Tschechoslowakei in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres stark angestiegen ist, ist doch eine wesentliche Aenderung im Verhältnis zur Weltproduktion nicht zu verzeichnen, da auch die Weltziffern eine beträchtliche Erhöhung erfahren haben. Gegenüber dem ersten Halbjahr 1936 verzeichnet allerdings die Tschechoslowakei im ersten Halbjahr 1937 von allen Rohstcrhl erzeugenden Ländern mit 57,1 Prozent die stärkste Zunahme. ler Handelsvertreter eines Dienstverhältnisses erblickt werden kann, da der Vertreter über die Zusammenstellung der Reiseroute selbst zu disponieren vermag und nur im Provisionsbezuge steht, also damit gestraft ist, daß ihm sein Arbeitgeber kerne festen Bezüge zu«eben gewillt ist, hat er keinen Anspruch auf Anerkennung des Angestelltenrechtes, keinen Anspruch auf Entgelt im Erkrankungsfalle, auf Krankengeld, auf Arzt und Medikamente aus einer öffentlich-rechtlichen Versicherung, keinen Anspruch auf Urlaub, noch weniger auf dessen Bezahlung, keinen Schutz vor ungerechtfertigter Entlassung, kein Klagerecht vor dem Arbeitsgericht, keine Hoffnung, im Falle eingctretener Berufsunfähigkeit Anspruch auf Invaliden- oder Altersrente erheben zu können, weil— nun, weil eben kein Verhältnis der Unterordnung und Ge« Wirtschaftliche Englische Erfahrungen In der„Hospodärstä Politika" befindet sich ein Auffatz von Milos S t ä d n k k, in welchem dieser die Maßnahmen beschreibt, welche in den englischen Notgebieten— distrast areaS— zur Bekämpfung des Notstandes der industriellen Massen angewandt werden. Wir geben einiges auS diesem Artikel nachstehend wieder, da ja dieses Problem auch bei uns sehr aktuell ist, und wrr allen Grund haben, aus den englischen Erfahrungen zu lernen. Das Problem der von der Wirtschaftskrise besonders arg betroffenen Gebiete ist noch nicht gelöst. Es hat sich zwar infolge des Wirtschaftsaufschwunges vereinfacht, aber es bleibt noch immer, da eS sich gezeigt hat, daß eS nicht überall zu einem wirklichen wirtschaftlichen Aufschwung gekommen ist. Gerade aus diesem Grunde erfordert das Programm unsere Aufmerksamkeit. Dabei ist zu beachten, daß jedes Notgebiet eine besondere Physiognomie hat. Vergleichen wir etwa Nord- und Südböhmen: Hier Mangel an Kapital'und Ausfuhr von Arbeitskraft, dort ge- njiaend. KApital,.u»K.Mapgel an qualifizierten Arbeitern. Gewisse. Umstände sind. jedoch. Men Notgebieten gemeinsam, wie die englische Erfahrung gezeigt hat. Was hat man in England getan? Im Dezember 1934 hat ein besonderes Gesetz„Spezial Areas Bill" zwei Kommissäre mit großen Vollmachten eingesetzt. Der Bericht des Kommissärs Sir Malcolm Stewart lautete, daß die Arbeitslosigkeit insolange nicht bedeutend abnehmen wird, solange es nicht zur Gründung neuer Unternehmungen und zur Erweiterung bereits bestehender Industrien kommen wird. Auf Grund dieses Berichtes wurde im Jahre 1936 eine eigene Gesellschaft eingesetzt, um kleinen Unternehmern, welche sich in den Notgebieten(Südwales, Durham und Tyneside, West Cumberland, mittleres Schottland) festsetzen wollen, finanzielle Hilfe gewährt, soweit sie nicht Bankkredit auf normalem Wege erhalten. In dieser wurde die Gesellschaft unterstützt durch den sogenannten Nuffield Trust, welcher 43 industriellen Unternehmern eine finanzielle Aushilfe von 1,346.000 Pfund Sterling gewährte. Im März 1937 wurde das Gesetz noch vervollständigt und es wurde den Kommissaren möglich gemacht, Darlehen zu gewähren, welche die Mieten für die neugegründeten Unternehmungen, die Gebühren und die Steuern auf die Dauer von fünf Jahren decken sollen. Außerdem wurde der Regierung empfohlen, den betrefefnden Unternehmern den Wehrbeittag zu erlassen. Das eng- bundettheit, kein Dienstverhältnis vorliegt» dos allein zur Anmeldung bei der Pensions- ustd Krankenversicherungsanstalt berechtigen lvürde. Kurz für ihn gibt eS keinerlei sozialen Schutz, wogegen sein Haus ihm gegenüber das Recht auf Ausbeutung in unbeschränktem' Umfange hat. Nach der gegenwärtigen Rechtslage stehen in der Praxis dem Unternehmer alle R e cht e, dem Handelsvertreter dagegen alle Pflichten zu. Im November hat das Subkomitee des so- zialpolittschen Ausschusses zu dem von den freigewerkschaftlichen Reisendenverbänden(der Union der Geschäftsreisenden im EBP und dem Bunde der Vertteter und Reisenden im AAB, Allgemeinen Angestelltenverband, Reichenberg) vor zwei Jahren überreichten Gesetzentwurf des Geschästs- reisendengesetzes Stellung genommen. Obgleich die Vertteter der ffchechischen Gewerbepartei und der Nationalen Vereinigung die Dringlichkeit dieses Gesetzes verneinten, hoffen die Geschäftsreisenden und Provisionsvertreter doch, daß ihrem Verlangen enffprochen und mit ihrer bisherigen Rechtlosigkeit Schluß gemacht wird. Die zuständigen Berufsverbände der Handelsvertreter erwarten, daß die breite Oeffentlichkeit, vor allem aber alle werktätigen Kreise, das nur allzu berechtigte Begehren einer Berufsgruppe unterstützen, deren arbeitsrechtliche Sicherstellung tim Gesamtinteresse der tschechoslowakischen Wirtschaft und damit auch des Staates gelegen ist. E. F, Plohs. Notgebiete lische Schatzamt selbst wurde ermächtigt, Darlehen in der Höhe von zwei Millwnen Pfund Sterling zu gewähren, wovon bisher 532.500 Pfund ausgezahlt wurden. Außerdem wird die Bürgschaft für Darlehen gewährt, und zwar bisher im Betrage von vier Millwnen Pfund. Nach Mitteilungen des Wirtschaftsberaters der englischen Regierung, Lord Portal, wurden bisher durch die Tätigkeit zweier Gesellschaften„Trading estantes Companies" in den Rotgeviete« 25 neue Fabriken errichtet, 56 find im Bau und 6 werden vorbereitet. An Stelle von Sir Malcolm Stewart als Regierungskommissär für die Notgebirte ist in letzter Zeit Sir George G i ll e t getreten. Dieser berichtet, daß die Zahl der ArbeitSwsen in den Notgebieten im Dezember 1934 348.992, im September 1937 210.608 betragen hat. In dieser Zeit ist die Anzahl der Arbeitslosen in den Notgebieten demnach um 38.8 Prozent gesunken. Dem hält nun der Verfasser des Artikels in der Hospodätskä Politika" entgegen, daß in 22 Beziäen Böhmens, in welchen mehr als 80 Prozent Deutsche wohnen, die'Arbeitslosigkeit' im Dezember 1984 l39.560, i'm'September' 1937 aber nur 66.817 betragen hat. DaS war also ein Rückgang von 52.3 Prozent. Wenn auch der Rückgang der Arbeitslosigkeit in den deutschen Gebieten der Tschechoslowakei in den letzten Jahren unbezweifelbar ist, und il Kampfe gegen die Arbeitslosigkeit auch hier be deutende Erfolge errungen wurden, so gibt eS doch noch ganze Gegenden, in denen der Aufschwung wenig fühlbar wird und in denen man die Erfahrungen des englischen Wiederaufbaues, der vor allem in der Schaffung von neuen Industrien,svBerettstellung des Kredit- hiefür und Gewährung besonderer Begünstigungen liegt, verwerten könnte. Rationalisierung und Angestellte In der Zeitschrift„Weg der Wirtschaft" befaßt sich S. A. Hauser mit den Wirkungen der Rationalisierung auf die Angestellten. Er veröffentlicht eine Statistik, die interessant ist. Es handelt sich hiebei um die Anglobank, in der Ende 1932 1147 Böamte und 335 Skontisten, im August 1937 aber 1026 Beamte und 870 Skontisten angestellt gewesen sind. Während sich also die Anzahl der Beamten um 10.5 Prozent verringert hat, ist die Zahl der Skontisten um 10.4 Prozent gestiegen.— In derselben Nummer dieser Zeitschrift findet sich auch ein Aufsatz von Alfred Werre„Was geschieht mit den älteren Angestellten?" Die Locarno-Katze Paris.(MTP) Vor einigen Tagen^erstarb in Paris der Inhaber eines»zoologischen" Geschäftes, Leon Camouche. Derlei Geschäfte gibt es in Paris eine ganze Menge, und sw sind vor allem am Seine-Kai gegenüber dem Justizpalast konzenttiert. Hier kann man Tauben, preisgekrönte Hennen, Karnickel, Kanarienvögel, Hunde und Katzen kaufen— von den Aquarien ganz zu schweigen. Die Kundschaft setzt sich in der Regel aus dem Mittelstand zusammen, aus Portiersfrauen und alwn Tanten, die sich hier ihre Lieblinge hown. Aber Zion Camouche hat es seinerzeit fertig gebracht, in seinen Laden Fremde und Staatsmänner anzulocken. Eine Zettlang gab eS eine wahre Pilgerfahrt dorthin, und vor fünfzehn Jahren waren alle Zeitungen voll von Bildern, die nicht nur den Laden und Löon Camouche, sondern vor allem die-Locarno-Katze" zeigten. Damit hatte eS eine besondere Bewandtnis. Unmittelbar nach der Locarno-Konferenz kam eine Anekdote in Umlauf, von der böse Zungen behaupten, daß sie Lion Camouche selbst erfunden hat. Da aber die historische Unterredung zwischen Briand und Stresemann tatsächlich unter vier Augen vor sich gegangen war, konnte man die Richtigkett dieser Anekdote zunächst nicht nachprüfen. Kurz gesagt handelte es sich um folgendes: Briand und Stresemann saßen einander gegenüber und waren von tiefstem Mißtrauen gegeneinander erfüllt. Die Verhandlungen stockten immer wieder, Briand brummte in seiner Art» und Stresemann schaute erbittert in die Luft. Schon schien es soweit, daß man ohne Resultat auseinandergehen würde. Da plötzlich kam eine entzük- kende kleine Katze, genannt Jossie, in den Raum. Briand begann das Tier sofort zu streicheln, auch Stresemanns Gesicht hellte sich auf, auch er sttei» chelte die Katze, und siehe da, so fanden sich die Hände beider Staatsmänner zu einem energischen Freundschaftsdruck. Die Katze hatw die Locarno- Konferenz gerettet! Unmttwlüar nachdem diese Anekdote bekannt wurde, wurde ein geräumiger und auSgepolster- ter Käfig vor daS Geschäft von Camouche gestellt. Eine Tafel verkündete, daß dies die berühmte Locarno-Katze Jossie sei. Sehr bald fand sich ein Amerikaner, der sie für viel Geld kaufte, und Ca- mouche beschaffte ihm sogar Dokumente, daß die Katze tatsächlich aus Locarno stammte. Einige Wochen später prangte am Läden ein Brief auS Amerika, worin der Käufer bestätigte, daß die Katze auch ihm Glück gebracht habe: seine Tochter, die an Kinderlähmung gelitten hatte, war gesund geworden. Und wieder einige Wochen später erschien erneut Jossie im Käfig. Jedem, der es hören wollte, versicherte Camouche, daß der Amerikaner eine Weltteise angetreten und ihm die Katze zurückgebracht habe. Wieder fanden sich Käufer, aber seltsamerweise gaben sie alle die Katze zurück, denn in kurzen Abständen baute Camouche den Käfig immer wieder auf. Das Tier wurde auch langsam älwr, aber eS war immer die authentische Jossie, und Camouche, der stolz in einem Fauwuil vor seinem Laden saß, erzählte zum hundertswn und' tausendsten Male jedem ihre Ge- schichte. Rur ein einziger Mann ist auf dwse Geschichte nicht hineingefallen, und daS war Briand. Camouche hatte nämlich eines Tages den Einfall. Briand eine junge Katze zu schicken, von der er erklärte, sie sei die natürlich« Tochwr von Jossie. Jossw habe ihm Glück gebracht, und als Zeichen dec Dankbarkeit solle Briand daS kleine Twr behalten. Briand antwortete schriftlich, daß er mit bestem Dank ablehnen müsse, da er sich erstens an keine Jossie erinnere und zweitens sich um ein« Katze in seinem Haushalt nicht kümmern könne. Camouche, keineswegs über diese Abfuhr verlegen, rahmte den Brief ein und hängte ihn neben den Käfig der Locarno-Katze Sette 12 „Sozialdemokrat" SamStag, 25. Dezember 1P37. Nr. 303 OLLA — ÄrZfcp IkUauSSteffuM nlsCm>ig", Silvesterrevue mit G. Werbezirk. Samstag, 2.30:„Hänsel und Gretel". 730: „D i e Z a u b e r f l ö t e". Sonntag. 2.30: .Kleines Glück auf der Wieden", Gastspiel Werbezirk. 7.80:„Wiener Blut. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag, 8.00:„George und Margaret". 7.30: „Erinnerst du di ch?". Erstausführung. Sonntag, 3.00:„Firma".' 8.00„Erinnerst du dich?". Montag, 8.00:„W a r u m»lüqst du, ChLrie? Dienstag: 8.00:„George und Margaret". Mittwoch,8.00:„H i l de un,d daS Lotteriespiel(Bankangestellten und freier Verkauf). Donnerstag, 8.00:..Erinnerst du dich?" Freitag, 7.30:„George und Margaret". 10.30:„Sie, Johann", musikalisches Lustspiel, Erstaufführung. Samstag, 3.00„Kabale und Liebe". 8.00:„Erinnerst du di ch?". Sonntag, 3.00:„Hilde und das Lotteriespiel". 8.00:„Erinnerst du dich?". Der Nkur Die Festung des Schweigens Marcel L' Herbier, der Regisieur des Films .Klär zum Gefecht", hat wieder Annabella in den Mittelpunkt einer sehr männlichen und sehr spannenden Handlung gestellt: diesmals ist es eine filmische Erzählung von polnischen Revolutionären gegen den Zarismus, zu denen eine junge Frau gedes Burgtheaters sich überhaupt noch bereit fand, als Greis seine. große Kunst an die Wiedergabe eines Fuhrmannsschicksals zu wenden, markiert lapidar den Wendepunkt, an dem daS deutsche Drama und seine Diener angelangt waren. Im Sommer dieses Jahres gab es im„Sommertheater" unerhörte Skandale bei der a n t i s o- zialistischen Komödie„Familie Wawroch" von Franz Adamus(Armin Bronner), dem Vater Arnolt Bronnens. Die Sozialdemokraten beider Nationen hatten die Galerie besetzt und unterbrachen die Aufführung fortgesetzt durch Sprechchöre und Zwischenrufe. Im Publikum entstand eine Panik, die Direktor Kurz dadurch zu beschwichtigen versuchte, daß er— den Burenmarsch anstimmen ließ. Schließlich wurde die Galerie durch Polizei geräumt und das literarisch wertlose Stück schlecht und recht zu Ende gespielt. Nach einer Wiederholung, für die man (verstärkte Polizeibereitschaft aafgebpten hafte, ver», schwand es für immer vom Spielplan. Stot gleichen Jahre wurde sein wertvollstes Gegenstück, Hauptmanns„W eber", inP r e ß b u.r g erlaubt. Für die übrige Monarchie blieb es nach wie vor Vorboten. Auch dem kommenden Jahr geben Gäste und Festspiele die charakteristische Note. Man erlebt zum ersten Male die„Carmen" der Gutheil-Schoder, Kainz als Leutnant in„Morituri", als„Franz Moor", als„Cyrano", als.Iiudorff" in.Rosenmontag". Man feiert ibn besonders, als er Friedrich Adlers meisterhafte Bearbeitung der„Zwei Eisen im Feuer" von Calderon in die Sphäre höchster darstellerischer Kultur emporhebt, man genießt den unvergleichlichen Sprecher in einer Vorlesung, deren Höhepunkt die„Kraniche des Jbikus" bildeten. Und man entzückt sich an Girardis unsterblichem»Valen- tiN" im„Verschwender". Damit aber ist das Füllhorn der Gaben noch lange nicht erschöpft, das Angelo Reumann in diesem einen Jahr über die Prager ausgießt. Nach einem Gluck-Zyklus und einem Ring- Zyklus kommt es in den Maisestspielen zu der ersten Verdi-Stagione unter dem genialen Arturo Vigna. Höhepuntt dir„Aida" mit der de Macchi als„Aida", Signorino als „Radamas", Brombara als„Amonasro" und Ärimondi als„König". Das Finale des zweiten Aktes"mit dem stupenden Efiekt der an die Rampe vormarschierenden Fanfarenbläser löst eine südliche Ekstase von Begeisterung aus, die man in Prag nicht für möglich gehalten hätte. Mit dieser Stagione und mit diesem Dirigenten siegte Reumann noch ost in Prag und einmal(1902) auch in Berlin. Trotzdem ist von mindestens ebenso einschneidender-Bedeutung der Abschluß dieser Maifeftspiele: ein Gastspiel des.Deutschen Theaters" inBerlin unter Otto Brahm. Es bringt Tolstois„Macht der Finsternis", von Hauptmann der„Biberpelz" und „Michael Kramer", Halbes„Jugend" und Ibsens „Volksfeind". Unerhörte Begeisterung auch hier das Echo bei Publikum und Kritik. Die gleichfalls geplante Aufführung der.Weber" wird von der Zensur verboten, Otto Brahm läßt das Werk in einer Matinee von seinen Schauspielern, denen auch Reinhardt noch angehörte, vorlesen. Er selbst hält die einleitende Conference. Emil O r l i k entwirft ein Plakat, das Reinhardt auf den jungen Prager Meister aufmerksam macht, die erste Brücke zur dauernden Verbindung Orliks mit Berlin. Roch vom Vorlesepult herunter schlägt das herrliche Werk wie ein Blitz ein. Trotzdem das Theater nicht sonderlich besucht und die Kritik knappe zwanzig Zeilen lang ist. Der Ernst der Zeit hatte zum erstenmal aus Dichtermund zu den Gemütern gesprochen. Die Wahrheit war auf dem Marsche und nichts, auch nicht die k. k. Zensur vermochte sie aufzuhalten. So wenig wie jenen anderen Marsch, den Wahlrechtsmarsch, der 60.000, der wenige Jahre später dem Geist der Reattion sein erstes warnendes.Bis hierher und nicht weiter!" entgegenrief. Wochenspielplan des Reuen Deuttchen Theaters. Samstag, 2.30 Uhr:„Frauen in New N ork". 7.30:„A n d r i C h L n i e r". Erstaufführung, A. 2. Sonntag, 2.30:„Schotten» hört, deren Vater als Hochverräter hingerichtet wurde. Sie verübt ein(mißlungenes) Attentat gegen den russischen Gouverneur von Warschau, ihr Bräutigam und Mitverschworener wird zu lebenslänglichem Kerker verurteilt, während sie, um ihn zu retten, den Kommandanten der Festung heiratet, in der die Revolutionäre ihre Strafe verbüßen. Die Situatton treibt unaufhaltsam dem dramattschen Höhepuntt zu, als der Kommandant den Verdacht schöpft, daß seine Frau in heimlichem Schriftwechsel mit den Sträflingen steht, und als sie erfährt, daß ihr ehemaliger Bräutigam erschoßen werden soll, weil er sie nicht verraten wollte. Sie bekennt ihre schuld an dem Attentat,. ein Aufstand der Gefangenen verhindert die Hinrichtung der Verurteilten, der Festungskommandant ist genötigt, auf seine eigene Frau zu schießen.— eine sehr aufregende, mit Tod und Freiheitsgesang endende Handlung, die aber in L'Herbiers Inszenierung gar nicht reißerisch, sondern künstlerisch wirkt. Mit einer Artistik, die mehr als Routine ist. kat die Regie für eine von Uebertreibungen und aufdringlichen Effekten freie Darstellung und für inter- essante, in ihrer Mischung von Licht Und Schatten malerische und lebendige Bilder gesorgt, so daß der Film vor allem ein Schau-Spiel, ein Spiel fürs Auge geworden ist. Bilder vom 14. Juli und von einem Gesandtschaftsball in Paris find ebenso gelungen wie die Szenen in den Festungsmauern und im Steinbruch der Sträflinge, alles in einem Stil zwischen Theater und Wirklichkeit, der dem Stil der Handlung entspricht. Annabella hat wieder eine große Rolle und spielt sie mit Feinheit, Anmut und Hingabe: keine Tragödin und Heroine, sondern eine Liebende, die Opfer bringt. Eindrucksvoll ist Pierre Renoir als Kommandant, sympathisch Bernard Lanceret als gefangener Revolutionär, vor allem aber gibt es ein gutes, auch in den Massenszenen spürbares Zusammenspiel.—eis— Filme in Prager Lichtspielhäusern Urania-Kino:„Rosl vom Traunsee."— Adria: „Rekrut Willi« Winkie." Sh. Temple. A.— Alfa: »SBeifee Krankheit." Tsch.— Apollo:„Liebling der Matrosen." D.— Avion:„DieFestung des Schweigens." Annabella. Fr.— Bajkal: .Unter vier Augen." A.— Beranek:„Philosophen- Historie." Tsch.— Fertig:.Es war die Zeit der Lie^." A.— Flora:»Broadway-Melodie 1938." A. — Hollywood:.Das Dorfmädel." Tsch.— Hvkzda: Die neuesten Allotria des Micky-D.onald- Jeanette Mae Donald in dem Mm„Es war der Liebe Zett". Kreditanstalt der Deutschen reg.seu.m.b.-. P7üg II, Durchführung aller Geldgeschäfte. Derwaltungo-Kapital 1 Milliarde K& Haltungs-Kapital 95 Millionen KC. 81 Niederlassungen. Sozialvertich s rungt- Briefkasten F. W., Kaiserswalde: Der tschechosl.-deutsche Sozialversicherungsvertrag vom 21. März 1931 enthält keine Bestimmung, wonach Beiträge, die zur: reichsdeutschen Invalidenversicherung entrichtet wurden, hier von der Z. S. B. A. in Prag rentensteigend zu berücksichtigen wären. Dem zitierten Vertrag zufolge haben vielmehr die Versicherungsanstalten beider Staaten so vorzugehen, daß sie die Versicherungszeiten ,m anderen Staate nur für die Aufrechterhaltung der Ansprüche und für die Zurücklegung der vorgeschriebenen Wartezeit anrechnen. Soweit dann unter Berücksichtigung der vorerwähnten Bestimmung nach den für die entsprechende Anstalt gettenden gesetz- ! lichen Vorschriften Anspruch auf Rente besteht, bemißt die Anstalt dieselbe- auf Grund der, an sie entrichteten Beiträge. A. Sch. Der Anspruch Ihres Vaters aus der reichsdeutschen Invalidenversicherung erscheint sehr zweifelhaft, weil es gleichzeitig an mehreren Voraussetzungen für die Zuerkennung einer Rente mangelt. Der tschechofl.-deutsche Sozialversicherungsvertrag findet nämlich nur dann Anwendung, wenn der Ver- sicherungsfall(d. i. der Eintritt der Invalidität, die Vollendung des 65. Lebensjahres oder für Hinterbliebenenrenten der Tod des Versicherten) nicht vor dem 1. Dezember 1933 eingetreten ist. Ihr Vater bat aber bereits im Jahre 1932 das 65. Lebensjahr vollendet, somit vor Inkrafttreten des Sozialverfi- cherungsvertrageS. Weiters sind die Ansprüche Ihres Vaters aus der reichsdeutschen Invalidenversicherung in der Zeit von 1911 bis 1916, 1919 bis 1922 und von 1922 bis 1926 nach den Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung erlösche»: denn nach deutschem Rechte bleiben die Ansprüche nur gewahrt, wenn der Versicherte alle zwei Jahre wenigstens 20 Wochenbeiträge leistet oder wenn die Zeit zwischen dem Beginn der Versicherung und dem Versicherungsfall zu Dreivierteln mit Wochenbeiträgen gedeckt in. Durch die Versicherungszeit bei der Z. S. B. A. iii Prag können die erloschenen Ansprüche, selbst wenn der angeführte zwischenstaatliche Vettrag Anwendung finden könnte, nach der Ansicht der meisten deutschen. LandLsve?stcheruttgSanstälteü''Äicht wieder qufleben,' weil der genannt Vertrag«ine ausdrückliche Bestimmung hierüber nicht enthalte. Diese Auftastung hat auch das Reichsversicherungsamt in Berlin als oberste Rechtsmittelinstanz in einer kürzlich ergangenen Entscheidung vertreten. Aussicht gnf eine günstige Erledigung des Rentenansuchens bestünde nur dann, wenn Ihr Vater seit(sparens) 1913 eine Unfallsrente von wenigstens 20 Prozent bezieht(auch von einer hiesigen Unfallsversicherunganstalt) oder wenn dex Sozialvertrag entsprechend abgeändert bzw. ergänzt würde.., Pluto-Trios.— Juliö:.DieFestungdes Schweigens." Fr.— Kinema d. Bl. B-: Journale, Grotesken, Reportagen.— Koruna(Akt.-Th): Journale, Grotesken, Reportagen.— Kotva:.Der Zinker."— Lucent«:„Es war die Zeit der Liehe." A.— Metro:»Das Dorfmädel." Tsch.— Passage: »Es war die Zeit der Liebe." A.— Radio:»Liebe und Menschen." Tsch.— Skaut:»Unter vier Augen." A.— Svitozor:»Rekrut Willie Winkie." A..■—- Beletrhy:„Unentschuldigt« Stunde." D. — Alma:»Broadway Melodie 1938." A.— Belvedere:»Der Erpresser." Tsch.— Beseda:„Philo- sophen-Historie." Tsch.— Carlton:»Philosophen- Historie." Tsch.— Illusion:»Darf ich bitten?" A. — Lido II:„Unter vier Augen." A.— Louvre:„Der Erpresser." Tsch.— MaeeSka:„Unter vier Bugen." A.— Olympie:„Philosophen-Historie." Tsch.•— PerStyn:„Broadway Melodie 1938." A.— Rory: „Der Erpresser." Tsch.— Tatra(Weinberge):»Der Erpresser" Tsch.— It Bejvodn:„M oderne Zeit." Ch. Caplin.— Baldek:„Broadway Melodie 1938." A. MtteiklurgLirclee»Urania« Reudeker Kinderorchester am 1. Jänner, halb 4 und um 8 Uhr. Urania-Kino Weihnachtspremiere:„Rosl vom Traunsee", Volksoperette aus Oesterreichs Alpen, mit Stüwe, Worell, Bespermann, Gülstorf, Schlettow usw. Ott» Hauser singt Wiener Lieder! Attualita-Premiere l Normale Preise! Samstag, Sonntag 11, 2. 4, 6, K9 Uhr. Silvester im Urania-Kino:„Ehe m. b. H.", ein tolles Lustspiel mit Moser, Morgan!.Chaplin als Gehilfe". Mitternachts-Variete. Verlosung! Vorverkauf eröffnet! Verlanget überall Vplksziinder Nr. 303. Samstag, 25. Dezember 1937 Waldextrakt Huslen u Grippe SMBSSFALT Prof Jay Dr JAROMIR BULIR Wenn froh erklingt Dreivierteltakt, vor Grippe schützt dich WALDEXTRAKT. Medizinalbonbons, echt nur mit dieser Schutzmarke! Waldextrakt Weisen Sie Nachahmungen zurück! Sport- Spiel- Körperpflege Verbandstag des finnischen Arbeitersports( TUL) Anfang Dezember 1937 fand in Helsinki der 8. Kongreß des US statt, an welchem alle 17 Streise, bertreten durch 70 Delegierte( wovon 17 Frauen) teilnahmen, und einen ruhigen sowie fachlichen Verlauf nahm. Als Gäste waren durch Delegierte ber treten: Die SASI Estland, AJF Norwegen, sowie 9 verschiedene Arbeiterorganisationen Finnlands. Verbandsvorsitzender Vilppula eröffnete die Tas gung. Die Tätigkeitsberichte der Jahre 1934 bis 1937 wurden genehmigt und gaben Beugnis von der erfolgreichen Arbeit des TUL, dessen Mitgliederzahl in dieser Zeit um 8000 gewachsen ist. Der wich tigite Punkt der Tagung bildete die Frage der Zufammenarbeit mit den bürgerlichen Sportoraaniias ionen. Da die meisten Debattenredner der Ansicht waren, daß diese Frage noch nicht genügend geklärt fei, wurde ein Antrag angenommen, die Entscheidung über die Zusammenarbeit einem nächsten Kongres zu überlassen. Einstimmig wurde nach einem Referat Seistanens beschlossen, die SASI zu ersuchen, die nächste Arbeiter- Olympiade i: Helsinki zu veranstalten. Von Für Ihr Auto und Radio 3906 ELKA- Akkumulatoren den weiteren Anträgen wäre zu vermerken, daß die Gewichtsgrenzen im Bogen und Ringen ein wenig verändert wurden und fünftig besondere Leichtathletitmeisterschaften für Frauen durch sowie für jene der Sportler eine B- Klasse einzuführen. Bei den Wahlen ergaben sich einige Veränderun gen. An Stelle Vilppula( welcher eine Wiederw.ihl ablehnte) wurde Urho Rinne zum Verbandsvor fizenden, Armi Heiskanen zum Vizevorsißenden und Bilppula, Laherma. Lestinen, Buori und Genofsin Taisto als Befiber gewählt. Hauptsekretär A. Haini und Greta Rajala als Frauensekretärin wurden in ihren Aemtern neuerdings bestätigt. Das Satus- Verbandsturnfest( Schweiz) findet am 6. und 7. August 1938 in Biel, im Kanton Bern, statt. Die Vorarbeiten hiezu sind schon im Gange und es wird auch mit einer Teilnahme aus dem Auslande gerechnet. Wie wir hören, will der Verband der DTI eine Delegation zu diesem Feste entsenden. Schwimmwettkampf Paris USO gegen Lille 35:10. In Paris fand vor kurzem der SchwimmRüdkampf zwischen USO Paris und Lille mit obigem Endergebnis statt. Bon den Ergebnissen sind u. a. bemerkenswert: Männer 400 Meter Freistil: Magnone( B) 5: 35.8 Min.( neuer FSGT- Reford, alte Leistung: 5:45 Min.); 100 Meter Brust: David ( B) 1: 21.4 Min.; 3mal 50 Meter Lagen: Paris 1:42 Min.; 100 Meter Freistil: Somerlynek( 2) 1:11 Min.: 100 Meter Rüden: Triquet( B) 1: 22.6 Min.( neuer Junioren- Reford, alte Leistung 1:24); Frauen: 100 Meter Rücken: Yvonne André( P) 1: 49.4 Min.( neuer Bariser Reford): 100 Meteri Brust: Duquesnoy( B) 1: 51.4 Min.( neuer BariFer Junioren- Rekord). Wasserball: USO Paris gegen Lille 4: 3. Gegen die Olympiade in Tokio nimmt der ..Populair e"( Paris) in folgender bemerkens werter Weise Stelluna:..Nein, es ist nicht möglich, daß die Olympischen Spiele in Tokio stattfinden, wo eine Regierung von Mördern sitzt." Wachsender Umfang der Heilfürsorge der Ersten Prager K. V. A. Die Seilfürsorge der Ersten Prager Krantenversicherungsanstalt der Handels- und Privatangestellten in Prag II., Jungmannova 29, weist im Jahre 1937 eine weitere Ent wicklung auf, von der besonders manche Zweige hervorzuheben sind. Diese Anstalt zäh! ı gegenwärtig rund 90.000 Versicherte, Familienangehörige nicht gerechnet, hat daher für ca. 150.000 Personen zu sorgen. Wie in den vorhergehenden Jahren, so hat die K. V. A. auch im heuriger Jahre den Volks und Beruf 3. frankheiten ihr Augenmerk gewidmet, wo. bei das vorbeugende Heilverfahren nicht bernachlässigt oder übersehen wurde. Wenn im allgemein behauptet wird, daß die Tubertu Iose in den lebten Jahren merklich abnimmt, muß bemerkt werden, daß die Behauptung bei der K. V. A. nicht zutrifft, da der Prozentiaß der on Tuberkulose Erkrankten nicht nur nicht sinft, for dern eine st eigende Tendenz aufweist. Diei Steigerung ist damit begründet, daß die Ge burtsichrgänge der Jahre 1914 bis 1918 er Sozialdemokrat" werbstätig werden und die Kriegs- und Nachfriegsfolgen in bezug auf die Unterernährung und die Krankheitsfeime gegenwärtig zum Vorsche treten. Als ein Zeichen der gegenwärtigen Zeit un des gesamten Lebenstempos treten öfter als frit: her die Nervenerfrantungen auf. deren Zahl von Jahr zu Jahr zunimmt und insbesondere bei Büroangestellten zum Vorscheine tommt. Diese Erscheinung ist ebenfalls ein Reichen der Zeit, welches auf die Mechanisierung, Ma schinisierung und Rationalisierung zurückzuführen ist, welche insbesondere bei weiblichen Kanzleikräften deutlich zu Tage tritt. Die Krankenber- 288 ficherungsanstalt hat in Anbetracht aller diefer Umstände eine besondere Einstellung in der Heils fürsorge verfügt und weit über den Rah= men der gefeßlichen Leistun= gen Verpflichtungen übernommen, um bei vortommenden Fällen, welche nicht als Erkrankunge: im Sinne des Geseßes anzusehen sind, jedoch später zur Arbeitsunfähigkeit führen fönnten, prä ventiv zu wirken. Sie hat durch dieses Vorgehen sehr viele schwere Strankheiten abgetvendet. Im laufenden Jahre wurden in Lungenfanatorien 248 Patienten mit insgesamt 29.675 Verpflegstagen behandelt, in Nervenheilanstalten 548 Patienten mit 12.604 Verpflegstagen, in den Kurorten 1076 Pa tienten mit 19.184 Verpflegstagen und in den Erhaltungsheimen 1048 Fälle mit 19.912 Verpflegstagen. Im Sanatorium Sas opz wurden 1653 Patienten mit 22.158 Ver: pflegstagen behandelt. Insgesamt wurden also 4573 Patienten mit 103.497 Verpflegstagen in Heilanstalten und Kurorten behandelt, was eine außertourliche Mehrleistung über den Rahmen des Gesetzes hinaus bedeutet. In den Ambulato rien der Krankenversicherungsanstalt wurden bis zum 15. Dezember I.. 327.569 Ordinatio nen absolviert. In die Kinderferiento Ionien wurden im Heurigen Jahre 391 Stinder auf Kosten der K. V. A. entsendet. Die Krankenversicherungsanstalt bereitet für das nächste Jahr neue großzügige Aktionen vor, welche ausschließlich der Gefundung der Mitglieder zugedacht sind, und ver handelt mit einer Reihe von Heilanitalten weger Abschluß von neuen Verträgen. Daß sich diese Krankenversicherungsanstalt der Beliebtheit der Mitglieder erfreut, beweisen die unzählinen in fragen und Anfuchen von Brir tangestellten und Arbeitgeberfirmen wegen Aufnahme zur Verfiche tung, welche aus allen Gebieten der Republik einlaufen. ohne daß die K. V. A. eine wie immer geartete Propaganda machen würde. FRÖHLICHE WEIHNACHTEN UND EIN GLÜCKLICHES NEUES JAHR wünscht 219591 Glückauf 1938! Mitteilungen aus dem Publikum. AUTO In 19 Staaten Europas wird nach dem glei chen Originalrezept dasselbe Edelprodukt erzeugt, welches bei urs unter den Namen ,, Marsmalz" be fannt und beliebt ist. Bitte beachten: Marsmalz nur echt mit Namen ,, Mars" auf jedem Würfel. Von Millionen Menschen wird seit einem Jahrzehnt in 19 Staaten Europas das gleiche Edelprobukt bevorzugt, das man bei uns als Marsmal; fennt und schäßt. Bitte beachten: Marsmalz nur echt mit Namen ,, Mars" auf jedem Würfel. Hochleistungs- Drehbänke, Reichenberger Sparkasse Fräsmaschinen, Radialbohrmaschinen, Rohrwerke, Shaping- u. Hobelmaschinen Spannfutter in modernster Ausführung erzeugt: Werkzeugmaschinenfabrik Arno Plauert Warnsdorf, CSR. Die 3898 Mineralöl- Raffinerien Vacuum Oil Company A.-G., Prag; Raffinerie Kolin Fanto- Werke Aktiengesellschaft Prag; Raffinerie Pardubice und Neu- Oderberg Apollo Mineralölraffinerie A.-G., Bratislava; Raffinerie Bratislava und Mähr.- Schönberg Přívozer Mineralölwerke A.-G., Mähr. Ostrau Přívoz Kraluper Mineralölraffinerie, Prag; Raffinerie Kralupy Südkarpathische Mineralölraffinerie und Handelsaktiengesellschaft, Prag; Raffinerie Mukačevo H 百 君 Weinberger& Ortner, LeginaM cha'any liefern Qualitäts- Betriebsstoffe für Kraftfahrzeuge, Traktoren und Dieselmotoren 3988 Gemeinde- und Bezirkssparkasse Gegründet im Jahre 1854 Postsparkassen- Konto Prag Nr. 9323, 25085 und 33531 Fernsprecher Reichenberg 3941 Hauptanstalt: Reichenberg, Schloßgasse 9 Zweiganstalt: Reichenberg, Altstädter Pl. 2 Reichenberg,„ Am Kranich" Hanichener Straße 12 Zweiganstalt: Zweiganstalt: Georgswalde, Fernspr. Nr. 13 Postsparkassen- Konto Nr. 89.020 Unbeschränkte Haftung der Stadtgemeinde und des Bezirkes Reichenberg 4461 3899 tob ŠKODA Seite 13 KAREL LETZEL Náchod 4347 FÄRBEREI DRUCKEREI UND MECH. WEBEREI LIEFERANT DES GEC.- VERBANDES Die erste Dampfmolkerei und Käserei Gratzen, Böhmerwald empfiehlt ihre erstklass. Erzeugnisse Beachten Sie die Schutzmarke! 93 Kaufe bei unseren Inferenten! DĚLNICKÉ PEKÁRNY V PRAZE ARBEITER- BÄCKEREIEN PRAG Zentralbüro: Prag VII., Belského 469.- Tel. 74107 ALLEN unseren Abnehmern und Freunden danken wir aufrichtig für das seltene Entgegenkommen, das sie uns durch das ganze Jahr gewidmet haben. Gleichzeitig wünschen wir allen dauernde Gesundheit und ein glücklicheres Neues Jahr und bitten, daß Sie uns das bisherige Vertrauen auch weiterhin entgegenbringen. Unser besonderer Dank gilt den Hausfrauen. Sie kaufen unser Brot a n meisten Und sie erstehen auch die Qualität des Brotes zu schätzen. Wir versichern.' hnen auch im Jahre 1938 entgegenzukommen. Verlangen Sie in allen Geschäften unser Brot und Gebäck. balbjährig Kč 96 Die Verwaltung Bezugsbedingungen: Bei zustellung ins Haus oder bei Lezug durch die Poft monatlich Kč 16.-, vierteljährlich Kč 48 ganzjährig K 192.-. Znierate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. Rückstellung on Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken. Die Zeitungsfranfa ur wurde von der Posts und Tele graphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt.( Kontrollpoftamt Braba 25. Druderei: Orbis". Drud. Verlags- und Beitungs- A.- G. Prag. Seite I< „Sozialdemokrat" SamZtag, 25. Dezember 1937 Nr. 303 Bank der Cechoslovakischen Legionen 4 Platz-Exposituren:: 22 Filialen in Pra^ II.. Na Poiitt 5 Saison Wechselstuben Nachttresor bei der Exposltfar Prag I. im■•«■lala der Handel*- und Gewerbekammer Aktienkapital: Kl 70,000.000.—/ Reservefonds: Ki 65,000.000.— Tetesr.-Adresse: leglobanka, Prag. Telephon-Serie: 265-5-1, 301-4-1. Bankgeschäfte aller Art Anglo- Elementar Versicherunns- Aktiengesellschaft in Wien Direktion für die CSR in Prag Generalagentschaft Reichenberg empfiehlt sich zum Abschluß von 390? Feuer-, Unfall-, Haftpflicht-, Einbruch-, Auto-, Transport-, Glas-, Maschinenbruch-, Zeitkarten-, Reisegepäck- und Wetter-Versicherungen zu kulantesten Preisen Bargarantiemittel In dar&R 63 Millionen Büros: Prag, Närodni tf. 17, Reichenberg, Schützengasse 2t, Brünn, Theatergasse B Werdet Mitglieder SKD! IKD hat Verkaufstellen in den Bereichen von Reichenberg, Haida, Turnau, Gablonz u. Tannwald. Zusammen 58 Verkaufstellen. IKD versorgt zu Konkurrenzpreisen 6000 Verbraucherfamilien. IKD gibt 2*/, Prozent Rückvergütung und bietet seinen Mitgliedern außerdem weitere Begünstigungen. Information in allen Verkaufstellen oder in der Zentrale Reichenberg, LastenstraBe 2.— Telephon 4133. Z RIUNIONE ADRIATICA DI SICURTÄ IN TRIEST Aktieakapital end sonstige Garant iemittel Ende 1935 Lire 1.000,000.000.— Gegründet 1838 Direktion für die Cechoslovakische Republik in Prag II., im eigenen Palais, Ecke NArodnf und Jungmannora tMda Telephon- Nr.: 30751 Serie, 24772, 3X690, 31691, 39497 39498 Versicherungen auf leben, gegen Fener nnd Hagelachlag, Versicherung von Transporten gegen Besch&digiuigen, Diebstahl, Abhandenkommen, Einbrnehdiebstahl nnd Glasbruch-Versicherungen. * Versicherungen gegen Betriebsstillstand infolge Brand, Versicherungen gegen Masehlnenbruch, Unfall-, Haftpf'.lebt- und Auto Versicherungen. Ueher Wunsch werden von der Direktion Prospekte und detaillierte Kostenberechnungen gratis sur Verfügung gestellt. 4078 Bergwerksgesellschaft Ztz Dr. Ins- Leopold Prochäzka& S. Reiss In PILSEN Wichtig für diejenigen, die den Ertrag ihrer Ersparnisse erhöhen wollen 41/20/0 Verzinsung(netto) gewährt die HypoteSnf banka Öeskä (früher Hypothekenbank des'Königreiches Böhmen), in ihren 4/20/0-(gen Pfandbriefen die auf den Zusteller lauten, von sämtlichen Kupon ab gaben befreit und durch eine erste Hypothek sichelgestellt sind. Garant!“ des Landes Böhmen— Mündelgeldsicherheit— Börsenvermerk. Leichte Möglichkeit täglich zu verwerten. Unentgeltliche Aufbewahrung und Verwaltung. Zemskä banka (früher Landesbank des Königreiches Böhmen) Zentrale: PRAHA- Filialen: Bratislava- Uzhorod Alle Bank- und Börsen-Transaktionen Geldeinlagen in laufender Rechnung, gegen Einlagsbüehel und Kassenscheine Langfristige Kommunal*, Meliorations- und Eisenbahndarlehen- Baukredite Eigene Emission von Schuldscheinen mit der Haftung des Landes Böhmen, in der Slovakei und in Karpathorußland mit Staatsgarantie Individuelle Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren, getrennt von den eigenen Beständen und den Wertpapieren dritter Personen Sicherheits- Stahlschrankfächer-Vermietung Für die seitens der Bank übernommenen Verpflichtungen haftet das Land Böhmen BÖHMISCHE INDUSTRIAL BANK Aktienkapital und Reservefonds Kl 137,000.000"— Zentrale In Prag, Na Prikopö Nr. 18 FILIALEN in: Aussig, Beneiov, Beroun, Böhm. Krumau, Bratislava, Brno, Bfeclav, Cäslav, Ceske Budejovice, Cesky Teäin, Domazlice, Dvür Krälove n. L., Gablonz a. N„ Hodonin, Hradec Krälove, Iglau, Jindrichüv Hradec, Kladno, Klatovy, Komotau, Kolice, Kutnä Hora, Laibach, Louny, Mähr. Triibau. Mistek, Mladä Boleslav, Moravskä Ostrava, Nächod, Olomouc, Pardubice, PlzeÄ, Pferov, Pribram, Rakovnik, Roudnice n. L., Semily, Strakonice, Sternberg i. M., Tibor, Troppau, Uherske Hradi&ti, Üsti n. Ort, Vysoke Myto, Vyikov, Weipert, Znaim, Zwittau EXPOSITUREN in: Prag VIL(Holeäovice),Strossmayerovo näm. 976,Prag VIIL (Libe&), Krälovskä tf. 890, Prag XI(Zifkov), Husova tf. 45, Prag XIL(Kgl. Weinberge), Rubeäova uL 27, Prag XVI.(Smichov), Palackeho tf. 20 BAHNHOF-WECHSELSTUBE in: Cesk6 Velenice DURCHFÜHRUNG ALLER BANK-, B ÖRS EN- U. WECHSLERGESCHÄFTE KREDITBRIEFE, UEBERWEISUNGEN UND AUSZAHLUNGEN AUF ALLE PLÄTZE DES IN- U. AUSLANDES INFORMATIONEN IN FINANZIELLEN ANGELEGENHEITEN WERDEN BEREITWILLIGST UND KOSTENLOS ERTEILT Moderne Panzer-Schrankfächer(Safes) 4460