Sozialdemokrat Zentralorgan der Deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh Einzelpreis 70 Heller Redaktion und Verwaltung: Prag XII., Fochova 62- Telephon 53077 Herausgeber: Siegfried Taub Verantwortlicher Redakteur: Karl Kern, Brag - 17. Jahrgang Carol beruft die Rechte Mittwoch, 29. Dezember 1937 Kabinett Goga bereits ernannt und vere: digt Bukarest. Die Regierung Tatarescu hat am Dienstag demissioniert. Im 4 Uhr nachmittags wurde Ministerpräsident Tatarescu, welcher noch am Vormittag einem Ministerrat präsidiert hatte, vom König in Audienz empfangen. Nach Beendigung der Audienz gab Tatarescu der Presse folgende Erklärung: " Obwohl die Regierung im Senat eine große Mehrheit besitzt, kann sie sich in der Kammer nicht auf eine eigene Mehrheit stützen. Angesichts dieser Lage, welche die Durchführung des Regierungsprogramms unmöglich macht, verlassen wir nach vierjähriger fruchtbarer Arbeit die Regierung. Um 4 Uhr habe ich dem König die Demission der Regierung überreicht. Die Wahlen vom 20. Dezember haben keine Unterstützung zur weiteren Fortführung unseres Programms gebracht. Wir beugen uns diesem Spruch." Am Nachmittag empfing der König den zweiten Präsidenten der nationalchristlichen Partei Goga in Audienz. Nach dem Verlassen des königlichen Valais teilte Goga mit, daß er mit der Regierungsbildung auf breitester Basis beauftragt worden sei. Die nationale Bauernpartei erklärt, daß die einzig normale Lösung der Krise die Berufung der nationalen Bauernpartei zur Regierung wäre. Sie werde jede andere Kombination entschlossen bekämpfen.\ Aus dem Inhalt: Dr. Jonak packt aus Der deutsche Sender und seine Bedeutung Das Presseabkommen mit Deutschland Das Unglück Uime rumänische von Bergreichenstein Nr. 305 Es fragt sich nur, ob auch die rumande Die Krise in der SdP Außenpolitik sich ändern wird eine Frage, an deren Beantwortung die Tschechoslowakei sehr Mit dem Abflauen der Wirtschaftskrise sest interessiert ist. Es fann geschehen, daß in dieser Hinsicht in den nächsten Stunden beruhigende Er- die Neubildung des Klassenbewußtseins bei jenen flärungen erfolgen werden und festgestellt wird. Fabrikfarbeitern ein, die nach jahrelanger Arbeitsdaß sich der Kurs der rumänischen Außenpolitik losigkeit endlich wieder vor der Maschine stehen nicht ändern wird. Ob eine solche Erklärung nur und verdienen, aber auch Gelegenheit haben, die ein taktischer Schachzug ist oder ob das auch die arbeiterfeindliche Haltung der Unternehmer aus wirkliche Absicht der neuen Herren Rumäniens eigenster Erfahrung wieder kennenzulernen. Viele ist, wird bereits die allernächste Zukunft lehren. Dieser Arbeiter waren in der Zeit der Arbeitslosigkeit verzweifelt und geistig vollkommen entwurzelt. Viele von den Jungen waren überhaupt Die Parole: Nationalismus noch nie in Arbeit gewesen. Der Gedanke der Volksgemeinschaft war der Strohhalm, an den sie Bei der Vereidigung der Regierung, die noch sich flammerten. Sie hatten ja teine Gelegenheit, Dienstag abends erfolgte, wies der König in einer den Unternehmer am Montag auf die Probe zu Ansprache darauf hin, daß er nicht ohne genaue stellen, der sie am Sonntag bei der SdP- KundUeberlegung diesem Kabinett in dieser schweren Stunde die Führung des Landes übergeben habe. gebung Stamerad" genannt hatte. Diese Geles Sie betreten, sagte er, einen neuen Weg, deffen genheit haben sie jetzt wieder. Und der Glaube an Leitmotiv der Nationalismus ist. Das die Wolfsgemeinschaft zerstiebt angesichts der harist eine schöne Losung, aber auch eine Losung, die ten sozialen Wirklichkeit wie eine Seifenblase. schwer zu erfüllen ist. Schließlich, Der„ Kamerad" Unternehmer fürzt die Löhne und Arbeiter schlecht verwies der König darauf, daß die Losung ,, Gott, behandelt seine Volksgenossen König und die Nation" die beiden Glaubensrich- und die Arbeiter lernen im Betrieb die alte Drei bisherige Nationalzaranis'en gewonnen tungen der Gegenwart umfaffe. Die Kraft des Wahrheit kennen, daß sie zusammenhalten müs Nach der bisher nur offiziös bekanntgeworde= Bon den bisherigen Mitgliedern der Na- Nationalismus, beruhend auf dem Fundament des sen, um den Unternehmer zur Anerkennung ihrer Landes, welches der Bauer ist, das seien die Sym- Rechte, ihrer menschlichen Würde und zum Zah nen Ministerliste wird die nationalchriftliche Partei tionalen Bauernpartei wurden für bole der Einigung innerhalb der Regierung. len erträglicher Löhne zu zwingen. Die Wahlen, folgende Ministerien besetzen: Ministerpräsident: Octavian Goga. Aeußeres: Dr. Istrate Micescu( erst vor kur zem aus der liberalen Partei übergetreten). Finanzen: Savu. Industrie: Gigur gn( bekannter Großindustrieller). Unterricht: Betrovici( Universitätsprofeffor in Jaffy). Kultus: 2 up a 3. Genoffenschaften: Ghitcescu. fisenden). das neue Kabinett gewonnen: Inneres: Calinescu. Ackerbau: Potar ca. Justiz: Na bulescu Mehedinti. Als parteilo& gelten: Luftfahrt und Marine: I ri mescu. Armee: General Antonescu. Zu Unterstaatssekretären wurden ernannt: im Ministerratspräsidium o dos( bisher ProArbeit: Georg C u z a( Sohn des Parteivor grammdirektor des rumänischen Rundfunks), im Außenministerium Lucian Blaga( Pressechef Gesundheit: Dr. Banu. der rumänischen Gesandtschaft in Bern) und im Ohne Portefeuille: Professor A. C u 3 a( Partei- Kriegsministerium die Generale Teodorescu vorsitzender). und Gla k. * Ministerpräsident Goga versicherte den König die in den letzten Monaten in die Betriebsausin längeren Ausführungen der unbegrenzten Erschüsse vieler großer Firmen durchgeführt wurden, gebenheit und Opferbereitschaft. Titulescu In Wien brachten denn auch den völkischen Gewerkschaften, die der Volksgemeinschaftsideologie der SdP nahesstehen, schwere Niederlagen, während die freien London.( Eigenbericht.) Zur Betrauung Gewerkschaften große Erfolge erzielten. Dieje Gogas wird aus Bukarest gemeldet, daß der König gelverkschaftliche Umorientierung der Arbeiter durch diesen Schritt sowohl Maniu( National will besagen, daß die Arbeiter der sachlichen ge= zaranist) als auch Codreanu( Führer der wertschaftlichen Arbeit den Vorzug gegenüber der Eisernen Garde) treffen wollte, die beide nicht nur bölkischen Phrase geben, von der die Henleingeihm selbst, sondern auch seiner Umgebung gefähr- werkschaften leben. Die Arbeiter geben der Er lich werden können. Der Rücktritt Tatarescus er- fenntnis, daß die fachliche Arbeit für sie wich folgte unter größter Erregung, da über die Nach- tiger ist als die völkische Phrase, zunächst einmal folge überhaupt nichts feststand. Goga rechnet da im Betrieb Ausdruck. Das ist ganz selbstverständ mit, die„ Eisernen Garden" zersetzen zu können lich. Aber ebenso selbstverständlich ist, daß aus und auch Anhänger der Nationalzaranisten zu ge- dieser Versachlichung des Arbeiterdentens ein winnen. politischer Gesinnungswandel erwächst, sofern = Es wird mit Interesse vermerkt, daß Titu diese. Arbeiter bisher der, EdP nachliefen. Sie lescu Montag abends in Begleitung seines müssen und werden bald bemerken, daß die soziale Privatsekretärs Bukarest verlassen hat. Er traf Arbeit der Gewerkschaften politisch fundiert und Dienstag vormittags in Wien ein und erklärte unterstüßt werden muß, soll sie erfolgreich und dort Journalisten, daß seiner Reise keinerlei poli- von Dauer sein, und sie werden erkennen, daß tische Bedeutung zukomme, sondern daß er lediglich eine solche politische Unterstüßung gewerkschafts den Wiener Nasenspezialisten Profeffor Dr. Neu- licher Arbeit nicht von der Unternehmerpartei des mann tonfultieren wolle. Neuer Vorstoß gegen die Rechte Militärische Besetzung der Schanghaler Konzession angedroht der Ausländer Herrn Konrad Henlein, sondern nur von der den freien Gewerkschaften nahestehenden und mut ihnen fooperierenden sozialdemokratischen Partet zu haben ist. Es gibt Leute, die sich darüber wundern, daß die Abwanderung der Arbeiter von den Henleingewerfschaften gerade in jenen Betrieben am augenfälligsten ist, deren Inhaber eifrige SdP- Leute sind. Uns wundert das nicht. Gerade Diese Unternehmer verförpern den Widerspruch am augenfälligsten, der zwischen den jalbungsDie Regierung Tatarescu, welche in Nu- det, dann droht die Gefahr, daß sein Kabinett in mänien durch vier Jahre das Heft in der Hand eine antiparlamentarische Strömung gerät, also gehabt hat, ist nun infolge des für sie ungünsti- auch in Rumänien ein diftatorisches Regime playgen Wahlausfalles zurückgetreten. Ihre in den greift, wie es in Polen und Jugoslawien der Fall Wahlen eingegangene Verbindung mit fleineren ist. Aber selbst, wenn Goga eine parlamentarische Gruppen hat ihr nichts genügt, sie hat die vier Mehrheit sich zusammenflaubt, selbst dann bedeuzig Prozent der Stimmen, welche der sie erreichen- tet eine Regierung Goga ein Einschwenken der den Gruppe wenigstens die Hälfte der Mandate rumänischen Innenpolitik nach rechts. der rumänischen Kammer sichern, nicht erreicht und verfügt demnach über feine parlamentarische Mehrheit. Mit dem Rücktritt des Ministerpräjis denten endet kein ruhmreiches Kapitel der rumä nischen Innenpolitit. Tatarescu ist aus der liberalen Partei hervorgegangen, aber liberal war seine Regierungsweise nicht. Sein Innenminister hat die meiste Rücksicht auf die faschistische Rechte genommen, was ihm oft gewichtiger erschien als die staatliche Autorität. Die staatliche Exekutive, London.( Eigenbericht.) Während To- den englischen Behörden in Schanghai mitzuteilen, vollen sozialen Worten der SdP und ihren ioziainsbesondere die Polizei, ist von Faschisten durch- tis am Dienstag dem britischen Botschafter die daß Japan, falls feine„ Garantien" für die len Taten aufflafft. Den Arbeitern verspricht jetzt und die Regierung Tatarescu hat wenig da- Entschuldigung Japans für das Bombardement Sicherheit der Japaner in der Internationalen der Herr Henlein, den Unternehmern aber gibt Konzession gegeben würden, selbst die erforder- er. Die Arbeiter sind jedoch nicht auf den Kopf gegen getan. Einas positiver ſchließt die Bilanz des englischen Kanonenbootes„ Ladybird" lichen Schritte zur Herstellung dieser Sicherheit gefallen, und so lernen sie in den Betrieben der des zurücktretenden Ministeriums in außenpolitischer Beziehung ab. Die Befürchtungen, die man übergab, kündigten gleichzeitig die japanischen Mi- unternehmen würde. Das bedeutet, daß Japan Henlein- Unternehmer noch rascher als anderswo nach dem Rücktritt Titulescus gehegt hat, die litärbehörden in Schanghai einen neuerlichen die Absicht hat, die Internationale Konzeffion mi- jenes Klassenbewußtsein, das bei den Betriebslitärisch zu besetzen. rumänische Außenpolitik werde in das Schlepptau Borstoß gegen die Ausländer und namentlich ratswahlen zum Ausdruck kommt. Die SdP schafft Deutschlands und Italiens geraten, haben sich England an. In London wird darauf hingewiesen, daß den Klassenkampf nicht ab: die unsozialen Sdpnicht bewahrheitet, Minister des Aeußern AntoUnternehmer givingen die Arbeiter erst recht, den die Zahl der Bevölkerung innerhalb der Konzession Klassenkampf zu führen. Im Betriebe eignen sich nescu hat an dem Bündnis mit Frankreich und In der Internationalen Konzession, in welfth infolge der Kämpfe auf vier Millionen die Arbeiter die Fähigkeiten an, die soziale Phrase an der Kleinen Entente festgehalten. cher britische Polizeitruppen Dienst verNach parlamentarischer Tradition müßte sehen, wurde Dienstag morgens auf ein Boot mit Menschen erhöht hat, wovon fast die Hälfte chine- von der sozialen Realität zu unterscheiden. Dies nun die zweitgrößte rumänische Partei, die Na- tapanischen Soldaten von einer Brücke aus eine fische Flüchtlinge feien. Keine Polizei der Welt ser geistige Prozeß, von dem die Henleinarbeiter tionalzaranisten, mit der Bildung der Regierung Handgranate geschleudert, durch welche ein iapa- tönne unter solchen Umständen eine Garantie da- jetzt erfaßt sind, wird sich fortseßen, um so mehr, betraut werden, die bei den Wahlen an 90 Man- nischer Soldat verwundet wurde. Ein ähnlicher für geben, daß solche Angriffe, die überdies häufig planmäßig gefördert wird. als er von den freigewerkschaftlichen Arbeitern date erhalten hat( gegen 150 des bisherigen Re- Zwischenfall hatte sich Montag an genau der gleigierungsblocks). Das ist nun nicht geschehen. chen Stelle ereignet. Die japanischen Militär- durch i apanische Provokationen ( Die Nationalzaranisten sind eine demokratische behörden nahmen diese wahrscheinlich ven ihnen hervorgerufen werden, restlos verhindert werden Bauernpartei, die an den parlamentarischen Re- felbst arrangierten- Zwischenfälle zum Anlaß, könnten. gierungsmethoden festhält, die aber viele Demos fraten dadurch enttäuscht hat, daß sie sich der faschistischen„ Eisernen Garde" genähert hat). Mit der Bildung der Regierung wurde jedoch der Führer der nationalchristlichen Partei Goga Vorsteß nach Südchina Die Krise der Henleinpartei ist aber auch aus der Tatsache erkennbar, daß auf Befehl des Hauptrates innerhalb der SdP feine Neuwahlen borgenommen werden dürfen. Das will befagen, daß die Mandate der jebigen Funktionäre um ein Mac a v. Die Japaner beginnen nun auch begleitet. Macao liegt gegenüber der britischen ganzes Jahr verlängert werden. Wir müssen schon fagen, daß es so etwas noch in feiner Partei ge= betraut, hinter dem nicht mehr als etwa vierzig in Südchina Truppen zu landen. Die schweren Besitzung Hongkong. Abgeordnete stehen und der selbst in Verbindung Schiffsgeschütze der japanischen Flotte beschossen Viel beachtet wird weiter die Meldung, daß geben hat, die Wert darauf legt, als demokra mit der ebenfalls rechtsstehenden Partei Prof. die Insel Vonn am, südwestlich von der portu- i a m vor allem mit japanischer Unterstützung tische Partei betrachtet zu werden. Zwar weiß man, daß die Wahlen" innerhalb der SdP Jorgas nicht einmal über 15 Prozent der WähTerstimmen verfügt, im Parlament also eine un- giesischen Kolonie Mac a o, worauf etwa 200 fieberhaft aufrüstet. Von Siam aus könnte die bri- ohnehin nur bedingten Wert haben, weil sie nichts beträchtliche Minderheit darstellt. Wenn Goga japanische Schützen landeten. Der Truppentrans- tische Seefeftung Singapore ohne weiteres anderes sind als verschleierte Ernennungen. Um so auffälliger ist die Beseitigung auch dieses feine breitere Grundlage seiner Regierung fin- port wurde von einigen japanischen Kriegsschiffen wirksam bedroht werden. " Seite 8 Mittwoch, 29. Dezember 1937 Nr. 308 innerparteilichen demokratischen Dekorums. Sie ist ein Ausdruck der Fürcht, von der die herrschende Führerclique der SdP erfüllt ist: bei Neu» Wahlen könnten sich zumindest in den. unteren Körperschaften Anhänger der Opposition einnisten und so etwas darf es in einer„demokratischen" Partei doch auf keinen Fall geben. Da soll es schon lieber nickt einmal den Schein demokra» tischer Neuwahlen in den Parteikörperschaften geben! Vor den Wahlen des Jahres 1933 sind die Henleinleute mit der Parole krebsen gegangen:„Bonzen im Speck, Volk im Dreck!" Mittlerweile hat sich herausgestellt, daß die SdP von einer wahren Bonzen-Hierarchie regiert wird, die schon bei der geringsten oppositionellen Regung innerhalb der Partei um ihre Pfründen und schö nen Posten fürchtet. Die Bonzen wollen im Speck bleiben und ungestört genieben. * ES wird vielleicht Sudetendeutsch« geben, die auch dieses neue Theater der SdP als berechtigt ansehen und verteidigen. Die SdP-Arbeiter aber sagen sich, daß die einzige Antwort, die auf das Wahlverbot innerhalb der SdP gegeben werden kann, die ist, bei den Wahlen in die Betriebsausschüsse Rote zu wählen. Wir haben keinen Grund, über diese Entwicklung innerhalb der SdP nicht erfreut zu sein. Man darf im Gegenteil erwarten, daß sich die Aeußerungen der Angst und der Sorge über die weitere Entwicklung der SdP bei den SdP-Führern in der nächsten Zeit häufen werden. Auch das Seminargebäude besetzt Barcelona.(Ag. Esp.) Verteidigungsminister Prirto erklärte Dienstag abends um 19 Uhr 15 bei Beginn des Ministerrates den Journalisten, daß auch das Seminargebäude in Trruel in dir Hand der Regierungstruppen gefallen sei. In Tcruel haben die Regiernngstruppe» Sonntag morgens 200 politische Gefangene der Rebellen befreit, darunter mehrere Greise«nd dreißig Frauen, die alle wegen angeblicher Sympathien mit der Republik verhaftet worden waren und als Geiseln benützt werden sollten. Das Tor des Gefängnisses neben dem Seminar lag unter dem ständigen Feuer der Rebellen, aber die republikanischen Truppen brachen mit Hacken in mehrstündiger Arbeit eine große Bresche in die Mauer, so daß die Gefangenen die benachbarten Häuser erreichen konnten, die bereits von Republikanern besetzt waren. Auf dem Seminargebäude war Dienstag mrhreremale die weiße Fahne gehißt, dann aber wieder eingezogen worden. Zahlreiche Gefangene bestätigen, daß zwischen den Anhängern und den Gegnern der Uebergabe heftig« Auseinandersetzungen geführt wurden. Zwischen Rebellrnflugzengen«nd republikanischen Flugzeugen kam es Dienstag früh vei Ternel zn einem heftigen Lnftkampf, bei dem drei Jagdflugzeuge der Rebellen abgeschoffen wurden. Auf Regierungsseite wurde eine Maschine außer Gefecht gesetzt. Hitler-Besuch in Danzig abgesagt London.(Eigenbericht.) Die für Mitte Jänner vorgesehene Reise Hitlers nach Danzig ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden, da sich die Danziger Behörden für außerstande erklärten, die persönliche Sicherheit Hitlers zu garantieren. Die Danziger Polizei hatte von dem Gestapo-Chef Himmler verlangt» daß dieser mindestens 5000 Gestapo- Beanite zur Verstärkung nach Danzig schicke. In Berlin befürchtete man jedoch, daß Pole« gegen eine solche Invasion in Danzig protestieren würde. So wurde schließlich der ganze Plan fallen gelassen. Die Erklärung der Danziger Behörden, daß sie die Sicherheit Hitlers nicht garantiere» könnten, darf als Beweis dafür gewertet werden, daß die Opposition in Danzig sehr stark ist. Während der WeihnachtSfeiertage hielt sich der polnische Außenminister Beck bei dem polnischen Geschäftsträger in Danzig ans. Er hatte auch Unterredungen mit dem Hochkommissär deS Völkerbundes Professor Burckhart. Wahrscheinlich wurde Beck über die Absicht der Danziger Nationalsozialisten informiert, die Reichsmark neben dem Danziger Gulden zur Landeswährung zu machen. Polen hat schon einmal die Danziger Behörde« vor diesem Versuch der wirtschaftlichen Gleichschaltung gewarnt. Amerika zieht Erkundigungen ein Washington. Staatssekretär Hall teilte am Dienstag mit, daß er daS amerikanische Generalkonsulat in Schanghai angewiesen habe, umgehend festzustellen» ob die neuen japanischen GrrichtSvorschriften im Jangtsegebiet bedeutete», daß verhaftete Amerikaner nicht mehr vor ein territoriales amerikanisches Gericht kommen, sondern von Japanern durch einen Besatzungsgerichtshof abgeurtcilt würden. Im letzteren Falle würde leicht eine erneute Spannung zwischen den Bereinigten Staaten und Japan eintreten können. De Valera am Ziel Dublin. Um Mitternacht auf Mittwoch verschwindet der Freistaat Irland und an seine Stelle tritt ein neuer Staat mit dem offiziellen Namen„E i r e", d. i. Irland, so wie es die neue Verfassung, die Mittwoch früh in Kraft tritt, vorschreibt. Ministerpräsident de Valera wird d-n Amtstitel„T a o i s e a ch", d. h. Führer innehaben. Es wird ferner ein neues ständiges Organ, d. i. der S t a a t s r a t errichtet. Die gesetzgebend« Gewalt wird sich in Händen des„Dafi", der Kammer und des Senates befinden. Der Senat wird am 19. März konstituiert werden und 60 Mitglieder zählen, von denen sechs die Universitäten, 43 die Kammern und die Grif- schaftSregierungen wählen und 11 der„Führer" ernennen wird. Der Senat wird das Inkrafttreten von Gesetzen verzögern können. Das Presseabkommen mit Deutschland und seine juristischen Voraussetzungen Von Dr. Egon Schwelb Was politisch zu dem Abkostimen über einen„Pressefrieden" zu sagen ist, über den nach unwidersprocheneWoffiziellen und offiziösen Mitteilungen zwischen der tschechoslowakischen Regierung und den Machthabern des Dritten Reiches verhandelt wird, ist in diesem Blatte bereits gesagt worden,( Siehe den Leitartikel vom 23. Dezember 1037.) Der Zweck dieser Zeilen ist es, die Rechtslage darzustellen, von welcher die tschechoslowakische Regierung bei diesen Verhandlungen ausgehen und mit welcher sie rechnen muß. Die deutschen Unterhändler verlangen nach den Meldungen u. a. das Verbot der in der Tschechoslowakischen Republik erscheinenden sogenannten„Emigrantenblätter", und das Einfuhrverbot für einzelne in Frankreich erscheinende, unter die Kategorie der Emigrantenzeitungen faUeitd« Druckschriften. Die Unterdrückung der in der Tschechoslowakischen Republik erscheinenden sogenannte« Emigrantenblätter Nach 8 113 der tschechoslowakischen Sei« fassungsurkunde istdie Freiheit der Presse, sowie das Recht, sich ruhig und ohne Waffen zu versammeln und Vereine zu bilden, gewähr! ei st et. Es ist daher grundsätzlich nicht gestattet, die Presse einer Präventivzensur zu unterwerfen. Nach 8 117 der Verfassungsurkunde kann jedermann innerhalb der Grenzen des Gesetzes seine Meinung durch Wort, Schrift, Druck, Bild und dergleichen äußern. Nach 8 113, Abs. 3 der BerfassungSurkunde können durch ein Gesetz insbesondere für die B e- teiligung von Ausländern an politischen Vereinen Beschränkungen eingeführt werden. Auf diese Weise, nämlich durch ein Gesetz, kann bestimmt werden, welchen Beschränkungen die Grundsätze der vorstehenden Absätze während eines Krieges oder dann unterliegen, wenn innerhalb deS Staates Ereignisse eintreten, die in erhöhtem Maße die republikanische Staatsform, die Verfassung oder die öffentliche Ruhe und Ordnung bedrohen. Daraus folgt: a) Da es grundsätzlich nicht einmal gestattet ist, die Presse einer Präventivzensur zu unterwerfen, ist es um so weniger gestattet, die Presse mit Wirkung für die Zukunft, also gleichfalls in präventiver Weise, überhaupt zu. verbieten. b) Wenn bestimmt wird, daß für die Beteiligung von Ausländern an politischen Vereinen durch einfaches Gesetz Beschränkungen eingeführt werden können, so folgt daraus, daß die im 8 113' Abs. 1 gewährleistete Freiheit der Presse, Versammlungsfreiheit und VereinSftei- heit nicht nur den Inländern, sondern nach unserer Verfassung auch den Ausländernzusteht und nur für das Gebiet des Vereinswesens eine Sonderbehandlung der Ausländer, nämlich die Beschränkung der Beteiligung an politischen Vereinen, verfassungsmäßig zulässig ist. Auch die Fassung des 8 117 („jedermann"), läßt keinen Zweifel darüber übrig, daß auch ein Ausländer innerhalb der Grenzen des Gesetzes.seine Meinung durch Wort, Ihr laßt den Armen schuldig werden... Von Margarete Neumann Adele schweigt. Sitzt, zermartert das Hirn. Sie kann den Untersuchungsrichter nicht überzeugen. Sie sagt nur immer wieder:„Ich bin unschuldig!" „Abführen! Bergner, Sie werden noch bereuen, uns die Arbeit so schwer gemacht zu haben! Gut, Ihre Sache— wie Sie wollen!" Im Gefängnis Ueber den Dächern von Wien scheint die Sonne. Diesmal nicht im Traum AdeleS, sondern in Wirklichkeit. Ihre Strahlen putzen die lleberreste des Winters weg, Spatzen lärmen in den Dachrinnen, eine Amsel lockt hoch oben auf dem Blitzableiter, den Adele durch das Fenster der Zelle sehen kann. Fieberhaft wird der Prozeß vorbereitet. Tut nichts, wenn die Bergner— sie ist ein verstocktes Frauenzimmer— noch immer leugnet. Die Hacke, mit der sie den Hieb gegen Weiler führte, hat man bei Weiler in der Wohnung gefunden. Die Spuren seines Blutes waren noch vorhanden. Man hat auch den Mann und die Tochter der Binder vorsichtshalber verhaftet. Denn in dem einen Punkt glaubte man auch der Binder nicht: daß die beiden Frauen nichts an sich genommen hätten. Sichert sich die Binder in dieser Beziehung? Will sie davon nichts sagen, weil sie hofft, wenn sie ihre Strafe verbüßt haben wird, holt sie sich die Beute? Sir rechnet damit, daß die Bergner■— als Haupttäterin— niemals mehr dazu Gelegenheit haben wird. Darum leugnet sie wohl in diesem Punkte. Daß sie aber dem Mann und der Tochter auch nichts von dem Versteck erzählt habe, glaubte man nicht. Beide wurden gründlich verhört, schließlich aber konnte man sie nicht weiter in Hast lassen, die zwei wußten scheinbar wirklich nichts. Polizei, Untersuchungsrichter und Staatsanwalt stehen da vor einem noch ungelösten Rätsel. Sonst sprechen aber sämtliche Indizien dafür, daß die beiden Frauen einen Raubmord begangen, ihn vorsätzlich begangen haben. Der Prozeß wird sicher auch noch das Versteck der Beute an den Tag bringen. Adele Bergner steht vor dem Fenster ihrer Zelle. Die nie sehr roten Wangen sind ganz blutleer, die Augen, ausgeruht, durch Nachtarbeit nicht entzündet, glänzen unnatürlich in dem mageren Gesicht. Adele kommt sich so eigen vor. Als ob ihr Ich irgendwie von ihr abgefallen wäre. Die, die an dem Fenster steht, ist nicht auf Erden, sie lebt entrückt aller Gegenwart. Oft träumt sie in wachem Zustande so lebhaft wie eben jetzt. , Der kleine schwarze Sänger, mit dem gelben Schnabel, es ist— Marion I „Fliege zu mir!" lockt er. „Ich bin im Käfig, Geliebter! Picke mit dem Schnabel die Glasscheibe durch, dann bin ich ftei und fliege mit dir in den Himmel!" Die Haftpsychose gaukelt Adele manchmal ganz sonderbare Bilder vor. Dann weicht sie zurück vom Fenster, durckquert den schmalen Raum ruhelos. Abwehrend hält sie die Arme vor sich, flüstert: „Geh, geh! Ich habe dich nicht hören wollen! Rein» hörst du! Schrei nicht so, der Wärter wird es hören!" „Mörder! Hilfe!" W e r hat gerufen? Adel« erwacht aus dem Fieberwahn. Glaubt die Hilferufe Weilers genau zu hören. Sie flüchtet in die Ecke der Zelle, bebt am ganzen Körper. Nach solchen Stunden beginnt die Selbftpeinigung, die Selbstanklage. Sie findet keinen Schlaf und wenn, dann steht der alte Weiler riesengroß vor ihr, seine Arme strecken sich ihr entgegen, er preßt sie an sich, drückt zu — der Brustkorb schmerzt schon— Adele schreit — erwacht schweißgebadet. Ihr Hirn, früher gewohnt, Modelle auszudenken, arbeitet während des unfreiwilligen Müßigganges irre. Manchmal rafft sie sich zum Widerstand auf. Dann führt sie Selbstgespräche: „Ich hätte feinen Tod verhindern können, wenn ich rechtzeitig Hilfe geholt hätt-l" „Ich bin mitschuldig an seinem Tod, weil ich ihn habe ermorden lassen, aus Bequemlichkeit, aus Furcht vor den Unannehmlichkeiten, vielleicht als Zeugin aussagen zu müssen!" Immer noch lockt der Amselruf hoch oben auf dem Blitzableiter. Adeles Ohr vernimmt ihn deutlich. „Wer so ftei sein könnte!" denkt sie schmerzlich.„Aber ja, es liegt doch nur an mir! Ich habe dem Untersuchungsrichter selbst noch nie erzählt, daß ich die Hilferufe horte, daß nur das meine ganze Schuld ist, eine Schuld, die mir den Schlaf, den Verstand raubt!" Mittags, als die Wärterin das Essen bringt, bittet Adele: „Ich möchte zum Untersuchungsrichter!" Schneller, als Adele ahnt, wird der Wunsch erfüllt. „Na also! So eine Einzelhaft macht den verstocktesten Verbrecher kirre!" denkt der Untersuchungsrichter. Adele sitzt vor ihm. Jetzt, nach der'langen Zeit der Haft, noch immer durch di« Haftpsychose gehemmt, ist sie wieder hilflos. Sie hört sich reden, sie tut es mechanisch. In ihr spricht ein zweites Ich. Adele träumt. Ein kleines Mädchen. weiß gekleidet, Blumen im Haar, ist sie. Kniet neben vielen weißgekleideten Mädchen. Halb betäubt von dem Weihrauch folgt sie der Zeremonie des Priesters. „Kommt alle, die Ihr reinen Herzeris seid. Schrift»^Druck, Bild und dergleichen äußern kann, v c) Schließlich ergibt sich daraus, daß Beschränkungen der Preßfreiheit nur während eines Kriege- oder während des sogenannten Aus- nahmezustandeS zulässig sind. Das Ü>e riassungSgesetz vom 9. April 1920,^Slg. Nr. 293 über den Schutz der Freiheft der Person und des Hauses, sowie des Briefgeheimnisses bestimmt im 8 13, daß nur durch Gesetz bestimmt werden kann, welchen Einschränkungen die Bestimmung pes 8 113 der Verfassungsurkunde während eines Krieges oder dann unterliegen, wenn im Innern des Staates oder an seinen Grenzen Ereignisse eintreten, die in erhöhtem Maße die Integrität deS Staates, seine republikanische Form, die Verfassung oder die öffentliche Ruhe und Ordnung gefährden. Im Sinne des 8 113 der Verfassungsurkunde und des 8 13 des VerfassungSgesehes über den Schutz der Freiheit der Person und des Hauses sowie des Briefgeheimnisses ist das Gesetz über außerordentliche Verfügungen vom 14. April 1920, Slg. 300, erlassen worden. Dieses Gesetz bestimmt in seiner nach dem Hitlerumsturz verschärften Fassung der Novelle vom 10. Juli 1933, Slg. Nr. 126, daß während eines Kriegeoder dann, wenn im Innern des Staates oder an seinen Grenzen Ereignisse eintreten, die in erhöhtem Maße die Integrität des Staates, seine demokratisch-republikanische Form, die Verfassung oder die öffentliche Ruhe und Ordnung gefährden, außerordentliche Perfügungen erlassen werden können, die unter anderem die Pressefreiheit einschränken oder aufheben. Die nach diesem Gesetze zulässige außerordentlichen Verfügungen können längstens auf die Dauer von drei Monaten und nur insoweit angeordnet werden, als sie unumgänglich notwendig sind. Zu den außerordentlichen Verfügungen ist ein vom Präsidenten der Republik genehmigter Beschluß der Regierung notwendig. 8 10 dieses Gesetzes bestimmt nun, daß während der Geltung der außerordentlichen Verfügung die staatlichen Sicherheitsbehörden die Herausgabe und Verbreitung von Druckschriften einschränken, besonderen Bedingungen unterwerfen undimFalleäußerster Notwendigkeit ihre Herausgabe ein stellen können. Daraus geht also hervor, daß die Verfassungsurkunde, ferner das VerfaffungSgesetz Nr. 293/20 sowie das Gesetz über außerordentliche Verfügungen in seiner verschärften Fassung aus dem Jahre 1933 die Einstellung von Zeitungen nur für die Dauer des Ausnahmezustandes kennen, und auch da nur im Falle äußer st er Notwendigkeit. Selbst das S t a a t S v e r t e i d i- gungsgesetzNr. 131/36 läßt besondere Vorkehrungen auf dem Gebiete des Pressewesens nur für den Fall der Wehrbereitschaft(Mobilisierung oder Kriegszustand) zu und kennt nur für die Zeit der Wehrbereitschaft in seinem 8 125 das Verbot der Herausgabe und Verbreitung von Druckschriften, durch deren Inhalt die Interessen der Verteidigung des Staates oder andere wichtige Interessen der Tschechoflowafischen Republik oder ihrer Verbündeten oder die öffentliche Ruhe und Ordnung gefährdet werden könnten. Die tschechoslowakische Gesetzgebung hat sich allerdings darüber, daß das Verbot einer Druckschrift außerhalb des Falles des Ausnahmezustandes mit der BerfassungSurkunde im Widerspruch steht, hinweggesetzt, und läßt— wenn wir von Gelobt bei Christus dem Erlöser» demütig, ftomm und gläubig zu bleiben!" „Ich frage Sie, Adele Bergner, die Sie freiwillig zu mir kamen, sind Sie mitschuldig an dem Mord?" „Ja!" antworten die kleinen weißgekleideten Mädchen dem Priester. Adele hört auch ihr eigenes klares, ruhiges„Ja!" Das Brausen der Orgel, den Thor» sie ist entrückt, fühll sich innerlich glücklich. „Dann unterschreiben Sie das Protokoll!" Jäh erwacht Adele. Schaut auf, sieht den Mann vor sich, der ihr einen beschriebenen Bogen Papier vorlegt. Mechanisch übernimmt sie aus des Untersuchungsrichters Hand die Feder, unterschreibt. „Sie haben uns fast sieben Monate auf dieses„Ja" warten lassen. Adele Bergner. Tut nichts! Halten Sie sich bereit, ich werde Sie später nochmals einvernehmen, für heute genügt mir das Geständnis! Führen Sie die Frau ab!" befiehlt er der Wache. Adele hört den Klang der Sfimme, versteht nicht den Sinn der Worte. Sie hat, so glaubt sie, endlich die Lücke ausgefüllt, die zwischen ihrer Handlung: dem Nachsehen auf dem Korridor und ihrem ruhigen Verweilen vorher in der Stube, war. Sie ist überzeugt:„Jetzt wird man verstehen, warum ich so verstört war. Ein Mensch, der kurz vor dem Auffinden eines Ermordeten dessen Hilferufe hörte, sie unbeachtet ließ, ein Mensch mit Verantwortungsgefühl muß ja die Ruhe und Fassung verlieren, denn er hat aus egoistischen Regungen einen Mitmenschen hilflos zugrunde gehen lassen." Der Untersuchungsrichter aber hat an diesem Tage eine la!:ge Unterredung mit dem Staatsanwalt. Die Anklage kann abgefaßt werden ohne weitere Verhöre der Bergner. Ihr Geständnis genügt. Man muß sich nur noch über den Tag des Prozesses einigen. (Fortsetzung folgt.) Nr. 305 dem Parteienauflösungsgesetz aus dem Jahre 1933 absehen die Einstellung von Druckschriften gemäß§ 34 und§ 34a des Gesetzes zum Schuße der Republik Nr. 50/1923 in der Fassung der Novellen Nr. 124/1933 und Nr. 140/1934 zu. Selbst nach diesen Schutzgesetzbestimmungen, deren Verfassungsmäßigkeit, wie gesagt, sehr problematisch ist, ist die Einstellung einer perio dischen Druckschrift an die Vorausseßung gebunden, daß durch den Inhalt dieser Druckschrift in relativ furzer Zeit durch gerichtliches Erkenntn: 3 der Tatbestand bestimmter schwerer Verbrechen oder Vergehen nach dem Gesetze zum Schuße der Republik festgestellt worden ist und daß das Gericht ausgesprochen hat, daß die Herausgabe der Zeitschrift eingestellt werden kann, weil mit Grund zu befürchten ist, daß die erwähnten Schuß gefeßverbrechen und Vergehen durch den Inhalt der Druckschrift auch weiterhin begangen werden. Da es nun bekannt ist, daß durch den Inhalt der als Emigrantenblätter bezeichneten Bei tungen teineswegs Schutzgeseydelikte der im§ 34 und 34a festgesetzten Art begangen worden sind, da demgemäß kein Gericht der Republik ausgesprochen hat und aussprechen konnte, daß die Eins stellung der Blätter zulässig ist, ist es flar, daß die tschechoslowakische Regierung kein geset liches Mittel hat, die Einstellung dieser Bläts ter zu erzwingen, und zwar gleichgiltig, ob sie von tschechoslowakischen Staatsbürgern oder Ausländern herausgegeben werden. Die tschechoslowatische Staatsverwaltung hat, wie wir gesehen haben, zwar nicht das Recht, wohl aber die Macht, den Herren des Dritten Reiches zuliebe, die Einstellung der Emigrantenzeitungen zu erzwingen. In einer Zeit, in der Ausländer im allgemeinen und Emigranten im besonderen mehr oder weniger außerhalb der Rechtsordnung stehen, kann die Staatsverwaltung allerdings, indem sie den Emigranten auf ande ren Gebieten, insbesondere auf dem Gebiete der Fremdenpolizei, Nachteile androht, von den Emigranten erzwingen, daß sie auf die weitere Herausgabe von Zeitungen verzichten. Sie tann also eine Unterlassung erzwingen, auf die sie tein Recht hat. Wenn dies nicht die Staatsverwaltung, son: dern ein Privatmann begeht, macht er sich, wie § 1 des Terrorgesezes Nr. 309/1921 besagt, ,, unbeschadet der Strafbarkeit der Handlung nach anderen Strasbestimmungen" einer Nötigung schuldig. Wenn sich die tschechoslowakische Staatsberwaltung berpflichten sollte, die Emigrantenzeitungen zu unterdrücken, verpflichtet sie sich, zu einer im innerstaatlichen Recht rechtswidrigen, in der Verfassung und in der einfachen Gesetzgebung nicht begründeten Maßnahme. Das Einfuhr- und Verbreitungsverbot im Ausland herausgegebener Druckschriften der Emigranten § 10 der Pressenovelle Nr. 126/1933 in der Fassung des Gesetzes Nr. 140/1934 besagt, daß das Ministerium des Innern im Einvernehmen mit dem Ministerium des Aeußeren ausländischen periodischen Drudschriften das Recht der Beför Mittwoch 29. Dezember 1937 Sudetendeutscher Zeitspiegel Dr. Jonak packt aus Manipulationen mit Einladungen nach Nürnberg Jonak spricht " 1 Seite 3 in einer Oppositionsversammlung Die Oppositionsbewegung innerhalb der Mährisch- Trübauer SdP zieht weitere Streise. Es ist Man erinnere sich an den Krach in der SdP.| Führerpiedestal gehoben und als einer unter nicht bei den Ausschlüssen der letzten Zeit geblie der durch die Vorgänge um das Ehrengericht Gleichen in den Streis der SdP- Leitung wer ben, welche die henleintreue Bezirksleitung vorges gegen Dr. Brand hervorgerufen wurde. Der denkt dabei nicht an den Kameradschaftsbund? nommen hatte, sondern es hat auch eine ziemliche Spruch des Kollegiums, welches Henlein selbst gestellt wird. Saßungswidriger Handlungen wird A.zahl von Mitgliedern dieser Volksgemein eingesetzt hatte und das gegen Dr. Brand ent- die SdP- Leitung beschuldigt. Doch gerade schaft" aus freiem Entschluß den Rücken gefehrt. schied, wurde vom Führer zuerst nicht anerkannt; weil Konrad Henlein nicht persönlich be- Aber nicht nur gewöhnliche Mitglieder, sondern Dann änderte der Führer zwar seine Haltung, schuldigt wird, sagt die Erklärung über ihn: auch Funktionäre, welche dort immerhin etwas ließ aber die Richter im Ungewissen und richtete Henlein, der Jonak ernannte, dann absetzte mitzureden gehabt haben, vollzogen diesen Schritt. gegen sie zwei öffentliche Erklärungen, welche die und aus der Partei ausschloß, Henlein, der nach Die soziale Gerechtigkeit" innerhalb der Sdp so unrühmlich verlaufene Aktion ,, Wir schlagen den Satzungen der Partei der unumschränkte hat bereits so starke Formen angenommen, daß zu!" einleitete; schließlich sprach er dem von ihm Führer ist und mit seiner Person alles verant- Arbeiterstandesvertreter ihr davonlaufen. So ist selbst eingesetzten Ehrengericht den Charakter wortet, ist eben nicht der Führer. Er ist allen- auch einer gegangen, welcher der Bezirkssozialeines Ehrengerichtes ab. falls einer der führenden Amtswalter und fommission als Mitglied angehört. trägt nur deshalb die größere Verantwortung, Die Gruppe in Mähr.- Trübau, die sich um weil er fich so bereitwillig in die Rolle gefunden Dr. Jonak sammelt, hielt am 22. Dezember zus hat, die ihm zugedacht wurde. nächst eine§- 2- Versammlung ab, an welcher 90 erstattete Dr. Jonak selbst, wobei auch Behauptun bis 100 Oppofitionelle teilnahmen. Das Referat gen, die unlängst der Abgeordnete Hollube aufgestellt hatte, als unwahr bezeichnet wurden. In iener Versammlung sollen auch Beschlüsse über organisatorische Aufgaben für die nächste Zeit( Parteigründung?) gefaßt worden sein. Textilindustrie Als Henlein vor dem Daubaer Gericht darüber aussagen sollte, hinterließ er den pein lichen Eindruck, daß er sich ohne leitende Hand im Irrgarten der eigenen Führerherrlichkeit nicht mehr auskennt. Und nun deutet vieles darauf hin, daß wir vor einer Neuauflage dieſes erheiternden Schauspiels stehen. Dr. Gustav Jonak, der abgesezte und ausgeschlossene Generalsekretär der Sdẞ, sandte den bürgerlichen Blättern eine Erklärung zu seinem Ausschlusse, die folgenden Wortlaut hat: ,, Verschiedene Darstellungen führender Amtswalter der Sdẞ, darunter Konrad Henleins, die sich mit den Gründen meines Ausschlusses aus der Sd befassen, veranlassen mich festzustellen, daß es nicht den Tatsachen entspricht, ich hätte mich geweigert, mich einer parteiamtlichen Untersuchung zu unterwerfen. Ich habe im Gegenteil sofort nach meiner Enthebung um Einleitung eines Ehren schiedsverfahrens ersucht, nach 14 Tagen jedoch vom Leiter des Arbeitsamtes der SdP. Lammel, die Aufforderung erhalten, mich vor einem Untersuchungsausschuß in Prag einzufinden. Ich ber wies darauf, daß es sich offenbar um ein Mißberständnis handle, da sabungsgemäß für diesen Fall ein Ehrenschiedsverfahren zuständig sei. Außerdem erhielt ich von der Zusammensetzung dieses Untersuchungsausschusses erst nachträglich durch Zeitungsmeldungen Kenntnis. Auf meine schriftliche Urgenz bezüglich der Durchführung des fabungsmäßigen Ehrenschiedsverfahrens erhielt ich überhaupt teine Nachricht. Damit hat die Edp= Führung ihren eigenen Satzungen zuwider gehandelt und mir die Möglichkeit einer Rechtfertigung innerhalb der Partei wissentlich genommen. Eine Veröffentlichung der betreffen den Schriftstüde behalte ich mir vor. Dr. Gustav Jonat." Man kann nicht sagen, daß diese Erklärung irgendwie gehässig wäre, doch läßt sich auch nicht übersehen, in welcher Weise Henlein von seinem eines persönlichen Beschlusses Henleins trägt, Obwohl der Ausschlußz Jonaks die Form denkt Jonak nicht daran, sich an ihn zu halten und die Leute um ihn und hinter ihm zu übergehen. Sein Angriff geht gegen die SDP- Leitung, die Kameradschaftsbündler! Daß er mit diesen noch manches auszutragen hat, illustriert ein Bericht, der in Sdß- und Oppositionskreisen kolportiert wird. Es wird berichtet, daß zum Nürnberger Parteitag außer Henlein noch Frank, Kasper, Streift und Jonak offiziell eingeladen wurden. Kundt war zwar nicht offiziell eingeladen, er fuhr aber doch nach Nürnberg mit der Preffefarte Dr. Sebekowskis. Dem damaligen Generalsekretär der SDP, eben Dr. Jonak, wurde die Einladung nicht übermittelt. Sie wurde zurückschalten aber nicht in Deutschland. Erst als les vorüber war, teilte man Dr. Jonat ironisch mit, daß auch für ihn eine Einladung angekommen sei! Eine Abneigung gegen Reisen nach Deutschland war in der SdP bisher nicht festzustellen. Wenn also der Generalsekretär der Par tei auf so einfache Weise an der Fahrt nach Nürnberg gehindert wurde, muß man die Beweggründe dazu anderswo suchen. Der Kampf zwischen Dr. Jonak und seinem Preis auf der einen, der Führerschicht in der EdP auf der andern Seite ist durch die letzte Erflärung des Ausgeschlossenen in eine neue Phase getreten. Dr. Jonak hat sich die Veröffentlichung der Schriftstücke vorbehalten. vermutlich in der Annahme, daß die Sdß sich gezwungen sehen muß, zu seiner Erklärung Stellung zu nehmen. berung burch Boſt und Eiſenbahn entziehen oder Der deutsche Sender und seine Bedeutung ihre Verbreitung überhaupt verbieten fann, wenn sie den in§ 2, Abs. 1 oder 2 beschriebenen Charafter haben. Paragraph 2 handelt vom Kolportageverbot und die Bestimmung besagt also, daß die Einfuhr einer im Auslande herausgegebenen Zeitung unter den gleichen Voraussetzungen ver boten werden kann, unter denen die Landes: behörde über eine Druckschrift das Kolportages berbot verhängen kann. Es ist also das Verbot der Einfuhr solcher ausländischer Druckschriften zu lässig, welche direkt oder indirekt die Selbständigteit. verfassungsmäßige Einheit, Integrität, demofratisch- republikanische Staatsform oder demokratische Ordnung der Tschechoslowakischen Republik untergraben oder schmähen oder welche die Schamhaftigkeit gröblich beleidigen. Ebenso kann die Kolportage einer Druckschrift und dems gemäß die Verbreitung einer ausländischen Druds schrift verboten werden, welche die öffentliche Ruhe und Ordnung, insbesondere durch ihren unwahren oder die Wahrheit entstellenden Inhalt gefährdet. die Es ist nur notwendig, den hier wörtlich zitierten Inhalt des Gejezes durchzulesen, um festzustellen, daß er auf die in Frage fommenden Druckschriften wie die Faust aufs Auge paßt. Minister Nečas über den Rundfunk • und Geburtenziffern Unter Hinweis auf das Erposé des Gesundheitsministers haben die deutschen Aerzteverbände festgestellt, daß an der höheren Säuglingssterblichkeit in den deutschen Gebieten der Republik außer den Auswirkungen der Wirtschaftskrise auch noch ein besonderer Umstand eine Rolle spielt: die Tatsache, daß die Bezirke mit der größten Textilindustrie mit die geringsten Geburtenzahlen aufweisen. Dies steht weiterhin damit im Zusammenhang, daß in der Textilindustrie eine außer ordentlich hohe Anzahl von Arbeiterinnen beschäftigt wird. Der Gesundheitsverwaltung wird des wegen empfohlen, sich mit diesem wichtigen Problem zu befaffen und die nötigen Folgerungen zu ziehen.( DND) General Motors entlassen 30.000 Arbeiter New York. Der Automobilkonzern General Motors hat befchloffen, mit Wirkung vom 1. Jänner 1938 30.000 Arbeiter und Angestellte zu entlassen. Begründet wird diese Maßnahme mit dem allgemeinen Geschäftsrückgang währead der vergangenen drei Monate in fast allen Zweigen des amerikanischen Wirtschaftslebens. Große Kursstürze in New York New York. Die Effektenbörse hat Dienstag einen der schlimmsten Tage seit einer langen Die Rundfunkzeitschrift„ Svět mluví" hat wird. Die Demokratie diftiert nicht, sie überzeugt. Reihe von Wochen erlebt. Allgemein wurde vers den Fürsorgeminister Ing. Nečas nach seiner In dieser Funktion sieht der Minister die grund- fauft und zum Schluß der Börse war die MehrMeinung über die Möglichkeiten demokratischer legende Aufgabe des Rundfunks. Es geht in der zahl der Kursgewinne seit Mitte Oftober verloren. und staatsbürgerlicher Propaganda durch den Demokratie aber nicht nur darum, zu sagen was Die wichtigsten Wertpapiere gingen bis um fünf Rundfunk befragt. Ing. Nečas spricht in seiner getan wurde, sondern vor allem auch darum, die Punkte zurück, viele von ihnen santen auf das Antwort vor allem davon, was der Bevölkerung weitesten Kreise zu aktiver und schöpferischer Mit- tiefste Niveau des letzten Jahres. 2,380.000 Atdurch den Rundfunk mitgeteilt werden muß, wenn arbeit, nicht zu blog passiver Aufnahme der Tat- tien haben den Besizer gewechselt. Die Vaisse der Rundfunk positive Arbeit leisten soll: die sachen zu gewinnen. Der Melniter Sender, sagte wurde durch Befürchtungen hervorgerufen, daß Arbeit auf sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen Ing. Nečas, wird nicht umsonst eine Etappe auf sich wiederum die Kluft zwischen den großen Gebiet, die Arbeit in der Selbstverwaltung, in dem Wege zur nationalen Verständigung, ein Unternehmungen und der Regierung verbreitert Schulwesen, auf dem Gebiet des Gesundheits- lebendes Instrument des Austausches kultureller habe. Ebenso konnten die Nachrichten aus der wesens usw. Neben guten Technikern, Ingenieu- Güter zwischen Deutschen und Tschechen, eine Stahl- und Automobilindustrie keineswegs beren, wissenschaftlichen Arbeitern, Aerzten und demokratisch- republikanische Institution im Geiste ruhigen. Juristen braucht die Demokratie auch gute Journalisten, Librettisten, Dramatiker und Dichter. die es verstehen, den Menschen das nahe zu bringen, was für das Volk getan wurde und was in demokratischer Zusammenarbeit vorbereitet Das neue Postgebäude des humanistischen Deutschtums genannt. Dieser Sender ist ein deutscher Sender in einem demofratischen Staat, im Herzen Europas, und da= durch ist seine Bedeutung für den Staat und den demokratisch- humanistischen Gedanken gegeben. Jm Souterrain werden Keller, Magazine und die Kesselräume für die Zentralheizung uns tergebracht werden. Im Parterre sind die Räume für den Nachtdienst, Post- und Paketverkehr, ferner in dem Tratt in der Dresdner Straße die Stassen- und Schalterräume für den Geldverkehr vorgesehen. Das erste Stodwerk wird in seiner Postzollamt enthalten. Hebung der„, Panay"? Schanghai. Das Schiff ,, Soffie", das einer britischen Firma gehört und acht russische Taucher sowie 70 chinesische Arbeiter an Bord hat, befindet sich auf der Fahrt nach Nanting, um den Versuch zu machen, das Kanonenboot Bi nay" zu heben. Das Kanonenboot Oahu" bes gleitet die Sossie" auf der ganzen, auf etwa vier Tage berechneten Fahrt. " in Bodenbach Dank der Initiative der Sozialdemokraten Auch das Verbot von im Auslande gedrucks ten Zeitungen, die soweit sie sich mit der Tsche in der Bodenbacher Stadtvertretung und dem choslowakischen Republik beschäftigen, sich für die Entgegenkommen der Stadtvertretung entsteht Selbständigkeit, verfassungsmäßige Einheit, In- nun an der Ede Lastenstraße- Dresdner Straße tegrität und demokratisch- republikanische Ordnung ein neues, dem Bedürfnis der Zeit entsprechendes ganzen Ausdehnung die Sortierräume und das fontrolle ein reichsdeutscher Personenwagen aus werden. Wir müssen allerdings fonstatieren, daß im Falle der jetzt in Paris erscheinenden Arbeiter Beitung" eine derartige, unſerer Ansicht nach gesezwidrige Maßnahme bereits er folgt ist. Im zweiten Stockwerke werden das Tele: graphenamt und Kanzleien untergebracht werden. Das dritte Stockwerk ist für Dienstwohnungen bestimmt. tragen. Geschmuggelte Naziliteratur Wien. In Schärding wurde bei der ZollPassau angehalten. In dem Wagen wurden na tionalsozialistische Bücher und parteiamtliche Schus lungsbriefe, die zur Verbreitung in Oesterreich be= stimmt waren, gefunden und beschlagnahmt. Die vier Insassen des Autos, darunter zwei SSMänner aus Passau, wurden festgehalten. Kolporteure und Inserenten der Tschechoslowakischen Republik ge genjene Postgebäude, nach dessen Fertigstellung ein arges Mächte erponieren, die diese Rechtsgüter bedro- Uebel beseitigt sein wird, das in der völligen Unhen, fann also nur unter Verlegung oder gewalt zulänglichkeit des bisherigen Postgebäudes be samer Anwendung der Normen des innerstaat- freht. Der Baubeginn wurde dadurch beschleunigt, lichen tschechoslowakischen Rechtes durchgeführt daß die Stadtgemeinde die erforderlichen Grundstücke unentgeltlich beigestellt hat. Dem ener Der Bau, der im Laufe des kommenden nischen Eingreifen der Stadtvertretung und vor Jahres fertiggestellt sein dürfte, wird von der allem des sozialdemokratischen Bür- Jahres fertiggestellt sein dürfte, wird von der Firma Kargel, Bodenbach, ausgeführt. Die Baugermeisters Stekler iſt es que irtoften dürften etwas über zwei Willionen Ke be- An unsere Abonnenten, zu danken, Kč fast sämtliche Arbeiten an heimische firs men vergeben wurden, wodurch eine ganze Neihe hiesiger Firmen zu Verdienst kommen und viele heimische Arbeiter Brot und Arbeit finden. Sektionschef Bartoš in Penfion. Der PräsiDas Gebäude wird in der Dresdner Straße dent der Republik sprach dem Sektionschef des Ministerratspräsidiums Rudolf Bartos bei dessen drei Stockwerke, in der Lastenstraße zwei Stock Scheiden aus dem aktiven Dienst Dank und Aner- werte hoch sein. Vom zweiten Stockwerk aus wird fennung für seine langjährigen Dienste aus. Der es durch eine Brücke direkt mit dem Bahnhof verVorsitzende der Regierung Dr. Milan Hodža tunden werden und da auch die Bahnpost in dem empfing Sektionschef Bartos, der die Funktion des neuen Gebäude untergebracht wird, erfährt auch Präsidialchefs im Präsidium der Regierung durch der Bahnhof eine notwendige Entlastung. 17 Jahre innehatte und verabschiedete sich von ihm durch eine herzliche Ansprache, Das Gebäude besteht aus zwei Trakten. Die verbaute Fläche beträgt 771 Quadratmeter. Fünftes Treffen der Arbeiter- Winter- Touristen und Sportler, verbunden mit Wettläufen am 5. und 6. Feber in Ladung im Erzgebirge. Standort die Touristenbaude der tschechischen Arbeiter- Touriſten. Teilnahmsberechtigt Naturfreunde, Atus und DTJ. Gäfte zugelassen. Meldungen bei den Verbandsleitun gen bis 25. Jänner. Disziplinen: 1. Kombinierter auf 16 Kilometer mit 4- Kilometer- Hindernislauf. 2. Mannschaftslauf: 8 Kilometer. 3. Frauen: 6 KiloDas Ministerium für Schulwesen und Volksbildung spendete einen Vokal für den FrauenTauf. Instruktionen bei den Verbandsleitungen. meter. Anläßlich des Neujahrstages am Samstag, den 1. Jänner, entfällt unsere Sonntagsnummer vom 2. Sänner. Das Blatt liegt sonach drei Tage auf und ist für Insertion besonders gut geeignet. Die Verwaltung. Seite 4 Mittwoch, 29. Dezember 1937 Das Unglück von Bergreichenstein Jagesneuigkeiten Das Unglück von Eine Erinnerung Die Ursache: Falsche Weisungen aus Ruzyně? Amtl.ch: Noch keine Klarheit Kr. 305 dor hat sich ein starkes Erdbeben ereignet. Dret Berfonen famen ums Leben, eine große Zahl tvurde verletzt. Schlacht mit bolivianischen Bauditen. Wie mus Cochabamba gemeldet wird, ereignete sich großen Gruppe von Banditen. Bei dem entstan= denen Feuergefecht wurden acht Banditen und zivei Polizisten getötet. Die drei Todesopfer der Flugzeugkatastrophe| Aufzeichnungen der Flugplätze und Peilstationen dort ein Zusammenstoß zwischen Polizei und einer am Knappenberg wurden bereits nach Prag über- verglichen werden müssen. Wie wir erfahren, wird der Neue Vor- geführt, nachdem am Montag die Obduktion vorwäris" im Zeichen jenes sogenannten„ Pressefrie- genommen worden war. Der Pilot Lehký wird dens", zu dem das Dritte Reich nicht das geringste Donnerstag im neuen Prager Krematorium einbeitragen wird, im Jänner sein Erscheinen einstel- geächert werden, Dr. Flanderka wird eben len und in Paris herausgebracht werden. Dieses falls in Prag begraben werden. Die Leiche des gestellt, daß das Flugzeug und dessen Motoren wahr- Personen sind hier an spinaler Kinderlähmung Zurückweichen vor dem Druck der Faschisten ers innert an ein ähnliches Vorkommnis in der Zeit des Sozialistengefeßes. Damals erschien das Organ der reichsdeutschen Sozialdemokraten, der „ Sozialdemokrar", in der Schweiz und Bismard mischte sich mit dem gleichen Erfolg in die schweizerischen Verhältnisse ein wie jetzt Herr Goebbels in die tschechoslowakischen. Franz Mehring schreibt darüber: " Die einzige Aftion der auswärtigen Politik unter Kaiser Friedrich war die Austreibung des " Sozialdemokraten" aus der Schiveiz. Durch persönliche Stränkung des schweizerischen Gesandten in Berlin, durch drangjalierendes Lärmen des deutschen Gesandten in Bern, nicht zuletzt auch durch, Zugeständnisse, die den Interessen der schweizerischen Industrie für die demnächstige Erneuerung des deutsch- schweizerischen Handelsvertrags bersprochen wurden, ließ sich der Bundesrat in Bern dazu breitschlagen, im April 1888 Bernstein, Motteler, Schüler und Tauscher aus dem eidge nössischen Gebiete zu weisen. Als Vorivand mußte die Schreibweise des„ Sozialdemokraten" dienen, wodurch die schweizerische Gastfreundschaft gemißbraucht und die guten Beziehungen zu einem befreundeten Staate gefährdet sein sollten. Darüber sagte Otto Lang, ein schweizerischer Beamter, bei einem den Ausgewiesenen gegebenen Ab schiedsfeste das gute Wort:" Es ist in der Weltgeschichte noch jedesmal etwas laut hergegangen, wenn große Dinge im Werden waren. Das Völkerglück ist keine Frucht, die im Sonnenscheine gedeiht, nein, in Sturm und Wetter ist sie gereift." Die Vertriebenen selbst aber erflärten in einem Aufruf„ an alle Freunde der Freiheit und des Rechts in der Schweiz", nicht eine einzige Handlung sei ihnen nachgewiesen worden oder könnte ihnen nachgewiesen werden, die sich als ein Verstoß gegen das gemeine Recht qualifiziere, weder Vorbereitung noch Aufforderung, noch auch nur Ermunterung zu gewalttätigen oder hochberräterischen Unternehmungen. Was ihnen schuld gegeven werde, das bewege sich auf dem Gebiete der Meinungsäußerung durch die Presse, auf einem Gebiete, für das die eidgenössische Verfassung volle Freiheit gewährleiste. Der wahre Grund für die Ausweisung seien die Enthüllungen des„ Sozialdemokraten" über das schmachvolle Treiben des deutschen Lochspizzelwesens, wofür Buttfamer seine Rache nehme. Durch die Ausweisung würde die Schweiz zum Büttel der Bismarc'schen Polizei erniedrigt. In allen aufrechten Bürgern der Schiveiz rief der Gemaltaft tiefe Beschämung un Entrüstung hervor. Zahlreiche Kundgebungen der Sympathie begleiteten die Ausgewiesenen. und Schweizer Bürger, in erster Reihe der wackere Conzett, sicherten das ungestörte Weitererscheinen des Sozialdemokrat" im bisherigen Geiste und Tone. Jedoch um auch den Schein eines äußeren Druckes zu vermeiden, wurde er vom Oktober 1888 " ab in London herausgegeben." Der„ Patrla"-Skandal vor dem Gericht Beim Kreisgericht in Brüg begann der Pro zeß gegen die Funktionäre der Gemeinnüßigen Bau und Zivedspargenossenschaft" Patria", die am 30. Dezember 1931 gegründet wurde, aber Radiotelegraphisten Au struc wird nach Frankreich übergeführt werden. Die mit der vorläufigen Untersuchung betraute Spinale Kinderlähmung in Australien. 1300 Kommission des Arbeiten- Ministeriums hat festscheinlich bis zum letzten Augenblick in vollstän= crfrankt. Bisher hat die Epidemie 72 Todesopfer gefordert. diger Ordnung waren und daß die unmit telbare Ursache der Havarie in der un genügenDie Michailow- Mazedonier rühren sich! In Die Resultate der bisherigen Untersuchung den Flughöhe zu suchen ist. An der Unglücks- letter Zeit läßt sich eine lebhaftere Tätigkeit der sind noch nicht bekannt; den Meldungen eines stelle war es nicht möglich, festzustellen, warum das revolutionären Gruppe der Michailow- Anhänger, Brager Boulevardblattes, das unter Berufung auf Flugzeug mit seinen ordentlich funktionierenden Mo- und zwar sowohl in Bulgarien als auch im Auss Informationen aus Kreifen der Berufsflieger von toren und mit Benzinvorräten, welche für zwei und lande, namentlich in den Vereinigten Staaten, einem Verschulden des Flugplakpersonals in tenteils mazedonischen Ursprungs bejizen. Iwan Ruzyně zu berichten wußte, tritt der Verband der auch mehr Flugstunden ausreichten, nicht in einer feststellen, die eine bulgarische Emigration größFlieger entgegen. Das spricht jedoch dafür, daß sich die Besatzung Michailowo, der nach dem Mai- Umsturze des Jah des Flugzeuges nicht bewnt war, fich res 1934 in die Türkei geflüchtet war, ist fürzüber einem Gebiete von einer Höhe von rund 1000 lich mit seiner Frau nach der Insel Prinkipo int Meter zu befinden Das aufgefundene Band des Tou- Marmara- Meere übergesiedelt. Vor Kurzem renregistrators und der Barographen des Flugzenges wurde ein neuer Revolutionsausschuß eingesezt, spricht vielmehr dafür, daß sich das Flugzeug bis zum Mite Witem stehen. Diese Personen spielten bisan dessen Spize Mile Kerstew Ante Debnicki und letzten Augenblicke in einer horizontalen Fluglage befand, und daß es mit einer Geschwindigkeit von rund 220 Kilometer gegen die Bäume flog. Der abends erscheinende A- Zet" meldet fedoch, daß das Flugzeug von der Station Ruzyně. die annahm, daß es sich verirrt habe und norit lich von Brag sei, die drahtlose Weisung erhielt, füdwestlich zu fliegen. Da der Pilot aber füdwestlich von Brag war, bedeutete dies. daß er getreu diefer Instruktion statt in der Richtung nach Bran in der entgegengesetzten, dem Böhmerwald an, flog. In der normalen Höhe von 1000 Metern fliegend. raste das Flugzeug in den Wald auf dem 1080 Meter hohen Knappenberg, wo es zerschellte. größeren Höhe flog. her in der Michailow- Bewegung eine untergeords nete Rolle. Der mazedonische Revolutionsauss schuß entsandte auch Auslandsvertreter nach Berlin, Budapest und Wien. Das Peilgerät des Flugplazes Ruzyně wurde technisch überprüft und es wurde gefunden, daß es Telegraphische Glückwünsche. In der letzten Zeit ordentlich arbeitet und keine technischen Fehler auf wurden sechs neue Arten von Telegrammschmud blanketten ausgegeben; zu den Weihnachtsfeiertagen Die Trümmer der Maschine wurden an Ort weist. Das Logbuch des Bordfunkers auf dem Flugund Stelle von Kommissionen unterfucht, die nach zeuge gelangte erst am 28. Dezember, um wurde am meisten das Blankett Lg 12 mit einer Bergreichenstein einerseits vom Ministerium für 19 Uhr( 1) in den Besitz der Untersuchungskommis- Winterlandschaft verwendet, dessen Autor der Maler öffentliche Arbeiten dirisiert wurde, andererseits sion und konnte bisher fachmännisch nicht studiert und Graphiker Karel Vik ist. Für Neujahrsglüdvon der Flunaefellschaft Air- France. deren Flug werden. Bis zu dieser Zeit befand es sich in der Hand wünsche eignet sich außer diesem Blankett insbeson zeure den Dienst auf der Strecke Wien- Brag der die polizeiliche Untersuchung des Falles durchfüh- dere noch das Muster 255 von der Malerin Fi versehen. Die unversehrt nebliebenen Apparate renden Polizeiorgane und wurde erst nach Abschluß scherová- Svéchová mit vier die Symbole des Glüds murden versiegelt und nach Pras gefchickt, wo die des entsprechenden polizeilichen und gerichtlichen Un- bringenden Kindern. Die Glückwunschtelegramme Anzeinungen der Flunzeugbefassung mit den tersuchungsprotokolles ausgefolgt. zum Neuen Jahr sind um die Hälfte bis zu drei Vierteln des bollen Sapes verbilligt. Im Verkehr mit dem Auslande sind verbilligte Glückwunschtelegramme nur bis 6. Jänner erlaubt.( Vom Post- und Telegraphenministerium.) worauf sie flüchteten. Unterwegs zwangen sie ein! Auto zum Stehen, in welchem sich ein Kapitän befand, den sie fesselten und auf die Straße war fen. Die Behörden verständigten die Gendars merie in Sidi- el- Abes, die Hindernisse auf der Straße bei Timuna errichtete. Die Flüchtigen versuchten, die Hindernisse mit großer Geschwin digkeit zu nehmen, worauf die Gendarmerie auf das Auto feuerte, das schließlich zum Stehen gebracht wurde. Die Soldaten flüchteten jedoch in den nahegelegenen Wald. Nur mit Hilfe von Verstärkungen gelang es, die Geflüchteten stellig 31 machen und zu verhaften, außer einem, der vermißt wird. Einer der Fremdenlegionäre wurde bei der Schießerei getötet und einer verwundet. Die Flüchtigen erklärten, daß sie nach SpanischMaroffo gelangen wollten. 100.000 Grammophon- Platten verbrannt Der tschechoslowakische Generalfonful in Chicago. Jaroslav Smetanta, ist Montag nach einer Operation im Alter von 56 Jahren gestorben. Er gehörte zu den Mitarbeitern der tschechoslowakischen Revolution und leitete das General fonsulat in Chicago durch 17 Jahre. Unbeständig. Eine leichte Druckstörung, die sich über Dänemark ausgebildet hatte, hat Dienstag in Deutschland und in der Westhälfte der Republik leichte Schneefälle veranlaßt. In den Karpathenländern ist es dagegen stellentveise ziemlich heiter. Im ganzen Binnenlande herrscht andauernd Frost, in den Nie Maurice Ravel gestorben. Dienstag früh starb in einer Pariser Klinik in der Rue Boileau der bekannte französische Komponist Maurice Ra- derungen von rund minus 5 Grad Celsius. Nunvel im Alter von 62 Jahren. Doppelfelbstmord. In einem Hotel im zehnten Wiener Bezirk haben sich Montag nachts der 24 Jahre alte Kaufmann Karl Senhofec und deffen 17jährige Geliebte Gertrude Joff erhängt. Sie verübten die Tat wegen einer Krankheit Senhofers. Der britische Kreuzer Orion", der eine Tonnage von 7000 Tonnen befiẞt, ist bei New Orleans in den Vereinigten Staaten mit einem holländischen Dampfer zusammengestoßen. Der hiebei entstandene Schaden soll nicht groß sein. mehr ist auch eine neue Drudstörung über der Adria entstanden, deren Einfluß sich allmählich nordwärts ausdehnen dürfte; in Jugoslawien fällt seit Dienstag morgens andauernd Schnee. Wahrschein liches Wetter Mittwoch: Andauern der winterlichen Witterung, jedoch im ganzen voraussichtlich leichte Frostmilderung. Vorwiegend bis wechselnd bewölft, stellenweise leichte Schneefälle, schtvacher Wind. Wetteraussichten für Done nerstag: Unbeständig, zeitweise Schneefall, Frost. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen: Donnerstag: Brag, Sender I: 10.05: Deutsche Presse, London. In einer der Hauptgeschäftsstraßen im Londoner Westen entstand am Montag abends in den Lager- und Geschäftsräumen der Gram- mehren sich in Paris mit Raubüberfällen verbun Banditenunwesen in Paris. In letzter Zeit mophonfabrik His Masters Voice" ein Groß- dene Diebstäble. Während des Montags allein feuer. Obwohl 30 Feuerwehren und 250 Feuer- haben sich der Pariser Polizeichronik zufolge vie: 12.10: Schallplatten, 14: Deutsche Sendung: Dr. wehrmänner vier Stunden hindurch das Feuer bes solcher Fälle ereignet, hievon ein Straßenüber Holländer: Musikalische Weltgeschichte, 15.15: Ston kämpften, brannte doch das ganze Gebäude aus. fall, ein Ueberfall in einem Juweliergeschäft und zert des Prager Quartetts. 17.50: Deutsche Sens Etwa 100.000 Grammophonplatten und zahl- wei Ueberfälle auf ältere Geschäftsfrauen. Zwei dung: Lieder alter Meister, 18.10: Landwirtschaft, reiche Grammophon- und Radioapparate wurden Personen wurden hiebei schwer verlegt. In allen 18.45: Deutsche Preſſe, 18.55: Aus dem deutschen Kuiturleben, 20.45: Konzert der Hichechischen bernichtet. Fällen gelang es den Tätern- größtenteils jun- Bhilharmonie: Novál, Foerster, 22.30: Beethoven: nen Leuten zu entkommen. Sonate B- Dur. Prag, Sender II: 14 20: Erdbebenserie in Mittelamerika. In den letz Deutsche Sendung: Kleines Solistenfonzert, 14: 5: Brünn 16.10: Rundfunfor be en vier Tagen wurden in Merifo insgesamt 18 Deutsche Presse, sterfonzert: Mozart, Bruch etc. 17.40: Deutsche Das Epizentrum leichte Erdbeben verzeichnet. Arbeitersendung: Wilhelm Nießner: Aus der ( der Mittelpunkt) befindet sich in Süd- Merito Vergangenheit der Arbeiterbewegung. Preßberg an der Grenze zwischen den Staaten Daraca und 11.05: Militärmusik. Kaschan 12.05: SchallGuerrero. Montag nachmittags ereigneten sich platten. Mährisch- Ostrau 17.55: Deutsche Sene besonders starke Erderschütterungen. In Salva- duna: Kinderstunde: Lieder und Chansons. Zelluloid explodiert sieben Todesopfer Tokio. Durch eine Explosion von Zelluloidspielwaren brach in einem Eisenbahnwagen eines Eilzuges in der Gegend von Moje( Japan) Feuer aus. Zwei Waggons wurden vollständig zerstört. Sieben Personen kamen ums Leben, 34 wurden eine schlafende Frau, die sie mit vorgehaltenen Revolver zwangen, ihnen Geld zu geben. Di: folgte ihnen in ihrer Angst auch 400 Kč aus. Daraufhin begaben sie sich in das erste Stockwer! dieses Hauses, wo sie den Bruder der überfalle nen Frau antrafen, dem sie 3000 Kč abnahmen. Nach verübter Tat verschwanden die Eindringlinge wieder auf dem gleichen Wege. Eine Personenbeschreibung, von ihnen fonnte nicht gegeben werden, weil sie die überfallenen Personen mit einer Taschenlampe blendeten. Der eine der Täter trug eine Holzhacke in der Hand. schon nach drei Jahren in Zahlungsschwierigkeiten geriet. Die Anflage ist gegen die Funktionäre Adolf Nenger, früher Mühlenbesizer in Einsie del bei Marienbad, Rudolf Stengel, Otto 3 Ieger, Baumeister Friedrich Krumpholz, verletzt. sämtliche aus Saaz, und Julius Frodi aus Mährisch- Altstadt gerichtet. Man wirft den An- Wildwest in Saaz. Dienstag nachts um geklagten Massenbetrug vor, bei dem viele hun: Uhr stiegen bisher unbekannte Täter durch ein derte fleine Leute verbluteten, während die Funk- ückwärtiges Fenster in eine in der oberen Vortionäre der Genossenschaft die einzigen Nutznießer itadt in Saaz gelegene Billa ein, überraschter waren. Die vorgenommenen Revisionen ergaben tie Unrichtigkeit aller Bilanzen in den Jahren bon 1932 bis 1934. Die Führung der Bücher wird von der Anflage als„ bewußt liederlich und gewissenlos" bezeichnet. Die ausgewiesene Kassabarschaft führte Direktor Renger immer in der Tasche bei sich. Private Ausgaben für Autorepa raturen usw. berrechnet Herr ,, Direttor Renger" immer der Genossenschaft. Die Eintragungen in das Kassabuch wurden von den Revisionsorganen als„ bollfemmen wertlos" bezeichnet. Die Schät zungen bei der Erteilung von Darlehen waren „ bewußt falsch". Direktor Renger, der am 14. September 1934 verhaftet, am 30. November derung. Um den gegen sie erhobenen Vorwürfen Eisenbahn fördert private Autobusbeför1934 jedoch wieder entlassen wurde, nahm nach seiner Enthaftung sofort seine Tätigkeit in Serbegegnen, ist die Eisenbahnverwaltung dazu " Patria" wieder auf. Schließlich legt die An- übergegangen, die ihr durch das Autogefeß einflage dem Adolf Renger noch zur Last, daß er bei eräumte Vorzugsstellung so wenig als möglich; einem am 7. Oftober beim Saazer Bezirksgerich zu benüßen. Bei 874 neuen Autobuslinien, die geleisteten Offenbarungseid bewußt verschwieg, daß haben die Staatsbahnen nur in acht Fällen von seit Herausgabe des Gesezes eingeführt wurden, er in Görlig in Schlesien ein Haus im Werte von er in Görlig in Schlesien ein Haus im Werte von dem ihnen zustehenden Vorzugsrecht Gebrauch 24.000 Mart besitzt. Bei seiner Einvernahme befannte er sich nur bezüglich des falschen Offen- Von 382 Gesuchen privater Autobustransporgemacht und staatliche Autobuslinien errichtet. barungseides für schuldig. teure um Steuerermäßigung haben die Staatsbahnen nur 30 nicht zur günstigen Erledigung empfohlen, wobei es sich zumeist um GesuchsOran. In der Nacht von Samstag auf steller handelte, die sich beim Betrieb ihrer TransSonntag plünderten fünf Soldaten der Fremden porte Unregelmäßigkeiten zuschulden kommen Legion von Oran das Arsenal in Ain- el- Hadschar, ließen.( DND), Meuternde Fremdenlegionäre New Yorks neuer Schneesauger versagt in den Vororten Der neuartige Schneesauger, der von der New- Yorker Stadtverwaltung mit großem Erfolg zur Straßenreinigung der Innenstadt eingesetzt wurde, sollte jetzt auch in den gartenstadtähnlichen Vororten ausprobiert werden. Dort hat sich die neue Einrichtung jedoch nicht bewährt, denn die Saug kraft der Maschine war so start, daß nicht nur die Schneebecke, sondern auch darunterliegende Niess lagen und Grasnarben der Partive je emporgerissen und durch den Führungsschacht seitlich herausgeworfen wurden. Dabei sind verschiedene der neuen komplizierten Reinigungsmaschinen beschädigt worden. Hier sieht man einen Schneesauger in Tätigkeit. Nr. 305 Volkswirtschaft und Sozialpolitik Ergänzungswirtschaften Mittwoch, 29. Dezember 1937 Seite 5 wegs befriedigende Lösung der dringendsten Pro-| Finanzkrise betraut wurde, soll die Redaktion fahren keine Möglichkeit, sie zu entlarven und dess bleme herbeizuführen, blieben bisher leider ohne Er- seines Berichtes darüber beendet haben. Infor- halb kann der Faschismus fortfahren, aus den folg. mationen der Pariser Blätter zufolge beabsichtige materiellen und moralischen Leiden der Nation Aus der Fülle der Probleme seien hier nur Van Zeeland u. a. die Errichtung eines inter seinen Vorteil zu ziehen und sie in derselben Zeit Unsere landwirtschaftlichen einige hervorgehoben. Da ist in erster Linie die Frage ,, wer ist Landwirt?". So oft eine landwirt- nationalen Währungsausgleich zu verlängern und zu erschweren, da er sie zu schaftliche Hilfsaktion durchgeführt wird, drängen fonds, eine im großen und ganzen dem fran- heilen sich rühmt. die Agrarier darauf, daß sie den Nur- Landwirten zösischen Vorschlag vom Jahre 1931 ähnliche In der Tschechoslowakei gibt es 1,625.705 land- zugute kommt, während man alle jene, die noch Lösung, vorzuschlagen. wirtschaftliche Betriebe. Unter den landivirtschaftli- irgend einer Nebenbeschäftigung bedürfen, ausschlie chen Berufstätigen finden wir jedoch bloß 886.997 Ben will. In den meisten Fällen ist es aber doch so, daß selbständige Besizer. Verfolgen wir die Statistik gerade Leßtere die Unterstübung am bringendsten weiter, so sehen wir, daß es im ganzen Staate nur bedürften. Andererseits werden diese kleinen Besizer 844.968 Wirtschaften gibt, die als selbstgenügsame wiederum unter Berufung auf ihr Häuschen und ( selbständige) Betriebe anzusehen sind. Alle übrigen, die paar Streifen Feld in ihren Rechten als Arbeialso 780.737 Betriebe, find Ergänzungswirtschaften. ter verkürzt. Von der Ernährungsaktion werden sie Das sind solche Betriebe, deren Befiger zur Beitreis von vornherein ausgeschloffen. Man geht aber sogar trieben: Betriebsgröße tschechischen Bezirken in% bis 1 Heftar 82.0 80.7 Von 1 bis 5 Heftar Bon 5 bis 10 Hektar Von 10 bis 20 Hektar 41.5 32.9 10.3 3.6 5.6 2.5 um " Ausland Mussolinis letzte Karte schen Afrika hinzustellen bemüht ist. und der weiß es nicht auf die Man darf also nicht etwa damit rechnen, daß die Unruhe und Unbefriedigtheit, von der weiteste Schichten des italienischen Volkes erfaßt sind, schon einen Vorteil für die Antifaschisten bes deutet, es handelt sich vielmehr darum, diesen Seelenzustand der Betrübtheit und Unzufriedens heit auf eine andere und höhere Bahn zu führen und in eine positive Kraft der Opposition und des Biderstandes zu verwandeln, die Italiener begrei fen zu machen, daß der Krieg nicht eine Entwicks lungsnotwendigkeit der Nation ist, sondern viels mehr die letzte Karte, die die Dittatur in dem schrecklichen Spiel, bei dem sie die eigene Rettung mit den Interessen des Landes verwechselt, auszuspielen bereit ist. Die Italiener müssen begrei fen lernen, daß der Krieg, für den Mussolini rüstet, ein Krieg des Faschismus und nicht Itas liens, daß der wahre Feind des italienischen Vols tes im Innern des Landes zu suchen ist. Amerika und der Völkerbund Die Londoner Presse verfolgt mit größter Aufmerksamkeit die Haltung der Vereinigten Staaten gegenüber den japanischen Neutralitätsverlegungen in China. Das Telegramm des bet den letzten amerikanischen Präsidentenwahlen ges schlagenen republikanischen Kandidaten Alf Lans Don an Roosevelt, in dem Landon erklärt, daß ganz Amerika hinter Roosevelts Politik gegenüber Japan stehe, ist in England mit großer Genugs fuung aufgenommen worden, und noch größere Bedeutung hat man der Antwort beigemessen, die Roosevelt auf dieses Telegramm gab; in dieser Antwort hieß es nämlich:" Während unserer lan gen Geschichte haben wir Amerikaner immer Sie Vorstellung zurückgewiesen, daß wir eine absolute Sicherheit dadurch erreichen können, daß wir die Augen vor der Tatsache verschließen, ein Teil der großen Welt andrer Nationen und Völker zu sein, ob uns diese Tatsache nun gefällt oder nicht. Des halb müssen wir zu einem gewissen Maß von Zus sammenarbeit bereit sein, ja, auch zur Führers schaft bei der Erhaltung einer Politik, die dent legten Ziel des allgemeinen Friedens dient." Von der„ British United Preß" wird auch auszugs weise ein Beitungsartifel mitgeteilt, den jüngst Oberst House, der bedeutendste außenpolitische Mitarbeiter des Präsidenten Wilson, veröffentlicht hat.„ Wenn der große Krieg in Kürze ausbre chen sollte", schreibt Oberst House,„ müßte das Kommando eventuell an die Vereinigten Staaten übergehen. Die Welt blickt auf die Vereinigten Staaten, aber wir werden sie nicht enttäuschen." In einem Leitartikel kommentiert der Daily Herald" den Stimmungsumschwung in Amerika und erklärt:„ Wir wollen eine Voraussage für das Jahr 1938 riskieren. Das nächste Jahr wird einen Stimmungswandel zugunsten der Idee des Völkerbundes, ja des Völkerbundes selbst bringen. Wir sagen vorher, daß die Periode der Resignation vorüber ist und daß das nächste Jahr sehen wird, wie die friedlichen Nationen ihren Weg zu rück nach Genf nehmen werden. Und warum wer den sie nach Genf zurückgehen? Nicht wegen eines besonderen Anwachsens des internationalen Idealismus, nicht wegen einer rein intellektuellen Be fehrung. Die friedlichen Nationen werden nach Genf zurückgehen, weil die Tatsachen sie dorthin führen werden und weil es feinen anderen Weg zur Sicherheit gibt." tung ihres Lebensunterhaltes noch einen anderen Bes so weit, daß man dem Gebirgler mit ein, amei Kü ruf ausüben müssen. In 190.782 Fällen ist die hen und einigen Strich minderwertigen Grundes Der jüngsten Nummer des in Paris erscheiLandwirtschaft noch Hauptberuf. in den übrigen feine berechtigten und erworbenen Ansprüche auf die nenden Organs der italienischen Sozialisten 589.955 jedoch nur mehr Nebenberuf. Als Neben- Unterstübung nach dem Genter Systeme streitig Giustizia& Libertà" entnehmen wir berufsgruppen tommen in erster Linie die selbstän- macht. Man übersieht dabei vollständig, daß diese folgende interessante Ausführungen: digen Handwerker und Gefäftsleute des Landes in fleinen Befiber in der gleihen bedürftigen Lage sind, Betracht. Sie machen etwa ein Fünftel aus. Dann wie die städtischen Arbeitslosen. Sie sind vollstän- In Italien haben manche geglaubt, daß der haben wir jene Besizer, die gleichzeitig land- und dig auf sich selbst angewiesen und haben meistens leichte Sieg in Abessinien dazu beitragen forstwirtschaftliche Arbeiter sind. Sie befinden sich in eine zahlreiche Familie. Das Häuschen, in vielen werde, den materiellen und moralischen Druck des der gleichen Rahl wie erstere. Und fließlich haben Fällen start verschuldet, ist keine Begünstigung für Faschismus zu mildern. Aber die Enttäuschung wir die Gruppe der Arbeiter in der Industrie und sie. Es muß deshalb gefordert werden. daß allen durch Abessinien war grausam. Das Kaisertum im Bergbau, die fast die Hälfte aller jener landwirts ienen Kleinlandwirten, die auf eine Lobrarbeit an- ist keine Realität, deren Wert und Wohltaten das schaftlichen Besitzer erreicht, denen die Landwirtschaft gewiesen sind, in der Zeit der Arbeitslosigkeit auch Land fühlen würde, sondern nicht viel mehr als nur Nebenberuf ist. Es sind selbstverständlich die die Einrichtungen für die Arbeitslosen vor allem ein rhetorischer Titel, der mit pompösem Getöne fleinsten Besizer, die hauptberuflich einem Erwerb die Arbeitslosenunterstübung zugute fommen. Die amtlichen Handlungen erfüllt. Niemand glaubt in der Industrie nahgehen müssen. Ferner müßte als selbstverständlicher Grundsat anIn den Sudetenländern gibt es 118.535 deut- erkannt werden, daß alle landwirtschaftlichen Grund- mehr an die Reichtümer Abessiniens und an die sche und 826.099 tschechische Nebenberufswirtschaf- und Viehbefizer ohne Rücksicht auf das Ausmaß der Möglichkeit, daß aus jenem fernen Lande, in dem ten. Von ihnen haben fast zwei Drittel nur einen landwirtschaftlichen Hilfsaktionen teilhaftig werden. der Kleinkrieg nicht zu Ende kommt, eine Voltslandwirtschaftlichen Besitz von höchstens 1 Heftar Darüber hinaus geht es die Schaffung kolonie entstehen würde. Selbst die Hierarchie muß und etwa ein Drittel von 1 bis 5 hektar. Nur ein einer neuen Eristenzgrundlage für tausende Er- das Scheitern der Versprechungen und Hoffnunganz kleiner Reſt entfällt auf die übrigen Befißgrö- gänzungswirtschaften. Viele müssen leider damit gen zugeben, die die Regierung zur Zeit des abesBen. In den einzelnen Betriebsgrößengruppen wurde rechnen, ihre industrielle Beschäftigung in dem nö finischen Unternehmens getan und geweckt hat. die Landwirtschaft als Nebenberuf wie folgt be- tigen Maße nicht wieder erlangen zu können. Auf- Eben deswegen aber läßt man die Erinnerung gabe des Staates müßte es nun sein, ihnen die Ver und das Interesse wieder aufleben, indem man größerung ihres Grundbefizes au ermöglichen, damit In den überwiegend vor allem aus den Ergänzungsbetrieben mit mehr Meldungen von blutigen Zusammenstößen mit deutschen Grundbesitz selbstgenügsame Wirtschaften werden. nicht unterivorfenen Stämmen verbreitet oder Ein Teil des nationalen Unrechtes, das bei der Bo- ganze Spalten der Blätter damit füllt, daß Mardenreform begangen wurde, könnte dabei wieder gut- schall Graziani als Vizekönig durch den Herzog gemacht werden. Der von den tschechischen Restauts- bon Aosta und Lessona als Kolonialminister durch befizern oftmals schlecht bewirtschaftete frühere deut- Mussolini ersetzt wurde- Aenderungen, die man sche Besitz wäre in erster Linie zu diesem Zwecke zur als den Beginn einer neuen und natürlich noch Wir sehen, daß bis 1 Hektar Besitz vier Fünftel Verfügung zu stellen. Die vom Abgeordneten Jatsch und von 1-5 hektar im deutschen Gebiete nach über im Verein mit dem deutschen Kleinbauernverband glücklicheren Epoche in der Geschichte des italieni40 Prozent der Betriebe im Nebenberuf bewirt mit Erfolg betriebene Aktion zur Kultivierung unschaftet werden. Im deutschen Gebiete finden wir fruchtbarer Grundstücke im Böhmerwalde mit Unter- Auch im Hinblick auf Spanien fann der auch einen bedeutend höheren Anteil der Nebenbe- ftübung des Landes ist ebenfalls ein wertvoller Bei- Faschismus rufswirtschaften als im tschechischen( 43.4 gegenüber trag zur Verbesserung der Lebensgrundlage unserer Zustimmung des Volkes rechnen, das auch in die41.1 Prozent). Während die Zahl der selbständigen Gebirgslandwirte. ser Hinsicht unveränderlich feindselig eingestellt Betriebe im deutschen Gebiete nur wenig geringer ist Selbstverständlich sollte mehr als bisher darauf ist. Selbst in gewissen nationalen Bürgerfreisen ( 45 gegenüber 45.7 Prozent), ist die Zahl jener gesehen werden, daß auch in unseren induſtrieärme- haben die von der Regierung zur Unterſtügung Wirtschaften, wo die Landwirtschaft Hauptberuf iſt, ren Land- und Gebirgsdörfern Arbeiten durchgebereits beträchtlich fleiner( 11.6 gegenüber 13.2 führt werden, wobei die Ergänzungswirtschaftler ihrer Interventionspolitik in Spanien vorgebrach Prozent). Der bedeutend höhere Anteil der Neben- ebenfalls Beschäftigung erhielten. Es wäre einmal ten Argumente keinen Widerhall gefunden. Die berufswirtschaften im deutschen Gebiete ist darauf ernstlich zu prüfen, ob die Aktion zum Baue von Familien jener, die da hinuntergegangen sind, zurückzuführen, daß dieses vorwiegend im Futter- modernen Düngerstätten und Zauchegruben nicht in um Hunger zu leiden, fühlen wahrhaftig nicht baugebiete liegt und weniger ertragreich ist. In dem größerem Umfange ermöglicht werden könnte. Viel patriotische Beglückung über eine solche Intervenberwiegend tschechishen Getreide- Kartoffelbauge- leicht wäre es auch möglich, die Bestimmungen über tion. Und die Familien der Gefallenen weinen im biet zum Beispiel ist nur etwa ein Viertel der Be- die Begünstigungen bei Hausreparaturen auch auf Stillen.. triebe, die im Nebenberuf bewirtschaftet werden, die kleineren Gemeinden auszudehnen, um auch die während es in dem vorwiegend deutschen Futter- Baubewegung auf dem Lande etwas zu beleben. Bur Die Wahrheit ist, daß der afrikanische wie baugebiet fast 50 Prozent find. Im Laufiber Gebirge Fortführung der Elektrifizierung der Land- und der spanische Angriffstrieg nur die Not und Unerreicht die Zahl der Nebenberufswirtschaften fast Gebirgsgemeinden wären die nötigen Mittel flüssig terdrückung des Volkes vermehrten. Aber seit 15 zwei Drittel aller Landwirtschaftsbetriebe. Aber auch zu machen. Jahren gewöhnt, schweigend zu ertragen, beraubt in den nordwestböhmischen Industriebezirken, die im Zusammenfassend wollen wir nochmals fest- jeder gefeßlichen Möglichkeit der Kritik und der Getreidebaugebiete liegen, überſteigen teilweise die halten, daß fich unfere staatlichen Stellen, vor allem freien Meinungsäußerung, reagiert das italieNebenerwerbsbetriebe bedeutend die selbstgenügsamen. das Landwirtschaftsministerium, stets vor Augen hal- nische Volk nicht etwa mit gefährlicher GehorsamsSo btragen die letzteren im Bezirke Dur nur 320, ten sollten, daß die 1,625.705 landwirtschaftlichen verweigerung, wohl aber mit Unruhe, mit Beeritere aber 874, im Bezirke Tetſchen 1066 und Betrieben tiefgehende wirtſchaftliche und soziale trübtheit, mit einem Seelenzustand, der zwischen 2970. Die Zahl der Betriebe, wo die Landwirtschaft Differenzierungen aufweisen, die in der Gesetzgebung Hauptberuf ist, ist in diesen beiden Bezirken Klein. mehr als bisher Beachtung finden müßten. a. f. zeitweiser Unzufriedenheit und verbitterter ReSie beträgt 164 und 244. signation schwankt. Gerade dieses SeelenzustanDie Landesbank in Prag teilt mit: Ende des aber bedient sich das Regime, um seine Poliunsere zur Landwirtschaft gezählte Bevölkerung in Juni und Dezember eines jeden Jahres werden til des Abenteuers und Terrors zu rechtfertigen hohem Maße eine landwirtschaftlich- industrielle tft. Je nach der Höhe des Anteils der Eristenzgrund- die fälligen, nicht behobenen Zinsen von Ein- und fortzusehen, Terror und Abenteuer stehen zuLage am landwirtschaftlichen oder industriellen Be- lagsbücheln zum Kapital zugeschlagen, ohne einander in Wechselwirkung. Nachdem der Faschismus jede Möglichkeit rufe werden landwirtschaftliche oder industrielle In- daß es nötig wäre, die Einlagsiereſſen in den Vordergrund treten. Mit großen 5üche I be hufs 3insenzuschreibung des Widerspruches unterdrückt hat, nüßt er gerade Deutlichkeit wurde gezeigt, daß in den Sudeten eigens vorzulegen. Die gesetzlichen Be- die Beunruhigung der Massen aus, um sie nach ländern nur 45 Prozent, im ganzen Staatsgebiete ftimmungen betreffend die Verjährung von drei- feinen Launen zu lenten. Er schiebt den anderen etwa 55 Prozent der landwirtschaftlichen Besize rein jährigen Zinsenrückständen finden auf die Inter- die eigene Schuld zu, macht den Egoismus zulandwirtschaftliche Interessen haben. Alle übrigen effen von Einlagen gegen Büchel keine Anwen- friedener Staaten für das Elend verantwortlich, wird, sind eine Reihe bekannterer Bersönlichkeiten Betriebe sind mehr oder minder an einer industriellen oder handwerklichen Beschäftigung interessiert. Wir dung. Für das abgelaufene Semester werden die unter dem das italienische Volk leidet, und be feit der Errichtung der Diftatur verhaftet worden. fennten zeigen, daß die Betriebe im deutschen Ge- 3insen bei nächster Vorweisung des Einlags- müht sich, die blutige Politik der Aufrüstung als Unter ihnen befinden sich auch Bernardes, der ehes biete mit ihren ärmeren und zum Teil auch verwü- rüchels mit dem 17. Jänner 1938 ang es eine vorübergehende Notwendigkeit zur Lösung steten Böden in hohem Maße industrielle Hauptstangen eingetragen. des Problems nationalen Lebens und nationaler malige Präsident von Brasilien, ferner Oliviera, der beshäftigung erfordern. Die nordböhmischen Klein- Van Zeelands Bericht fertiggestellt. Der Größe hinzustellen; die Nation werde durch den frühere Gouverneur von Sao Paulo, Carlos, der befizer fanden dieſe in den dort heimischen Indus ehemalige belgische Ministerpräsident Van Bee- Sieg und dann durch die Freiheit für die harten ehemalige Stammerpräsident, Mangabeira, der früs firiezweigen, die Böhmerwaldler als Wanderarbeiter, land, der im Frühjahr dieses Jahres von der Prüfungen entschädigt werden, die sie jetzt über bere Außenminister, sowie eine Reihe von Paclás Beit der Wirtschaftskrise wurden die meisten der in britischen und der französischen Regierung mit sich ergehen lassen muß. dustriellen Beschäftigung beraubt. Not und Ent- der Durchführung einer internationalen Enquete behrungen zogen in ihre Hütten ein. Der farge Er- über die Lösung Diese Skizzierung beleuchtet die Tatsache, daß wie Maurer, Zimmerleute, in den Städten. In der Rio de Janeiro. Wie erst jest bekannt mentariern, fünf demokratisch gesinnte Generale, Jedes dieser faschistischen Motive ist eine zwei Obersten und der Chef des Flughafens bon der Weltwirtschafts- und Lüge. Aber in Italien besteht ohne schwerste Ge- Rio de Janeiro. Tolle Wetten in USA 247 Fliegen. trag aus der Landwirtschaft reicht zur Bestreitung des Lebensunterhaltes bei weitem nicht aus. Aber auch heute sind viele von ihnen noh ohne Arbeit. Aus dem Verlust ihrer eigentlichen früheren Beschäftigung, aber auch bereits aus der Tatsache, auf zwei Existenzgrundlagen angewiesen zu sein, ergeben sich zahlreiche Probleme, die noch ihrer Lösung harren. Es wäre sehr wünschenswert, wenn sich eine staatliche Stelle dieser Fragen annehmen und sie in ihrer ganzen Bedeutung aufrollen würde. Versuche, eine halb- Wette abzuschließen, wer von ihnen die größere Man erhält für 100 Reichsmark 4 Kč Markmünzen 100 österreichische Schilling 100 rumänische Lei • 9 . 608.665.526.50 16.35 507 50 551.50 656.50 96.20 141.25 28.30 121.40 • . 1577.100 polnische Zloty 100 ungarische Bengö 100 Schweizer Franken 100 französische Francs 1 englisches Pfund 1 amerikanischer Dollar 100 italienische Lire 100 holländische Gulden 100 jugoslawische Dinare 100 Belgas 90 61.05 483.100 dänische Kronen -> • 631.100 fchwedische Kronen 729.Es war im Staate Ohio. Dort hatten zwei ehrenwerte Farmer eines Tages den Einfall, eine Anzahl Fliegen finge. Mit der bloßen Hand und in der Zeitspanne von einer Stunde. Die ,, Sekun danten" mußten den beiden Wettbewerbern die Linte am Rücken festbinden, und dann ging es im fliegenreichen Stall des einen los. Der jenige, welcher diese Wette vorgeschlagen hatte. unterlag, weil er es ,, nur" auf 176, sein Gegner aber auf 247 liegen brachte. waffe, auch nicht mit Lasso und Peitsche, nein. Mit Je einer Sodawasserflasche traten sie an. Dann begannen sie sich gegenseitig so lange anzusprißen. tis der eine der Duellanten tapitulieren mußte. Grußtriumphe. gebung und allein beginnen die Säuglinge erst zu weinen, dann zu schreien, zu brüllen. Wie alle Babys es tun. Hier hat es sich sicher aber um die für die Kulturwelt so wichtige Entscheidung ivelches der Kindchen am lautesten schreie ges handelt. Das wurde festgestellt bei dem Säugling, den man troß geschlossenen Türen noch im zehnten Rimmer hat brüllen hören. Der Sieger, oder vie's mehr die Siegerin, denn wie vorauszusehen, wac es ein Baby weiblichen Geschlechts, das alle überschrie, erhielt einen Hampelmann und ein Diplom. Daraufhin soll das Kind noch mehr gebrüllt haben... Heißer Moffa. Ein sehr bekannter Politiker und ein ebenso populärer Filmstar, und zwar ein männlicher, stritten, wer von ihnen die größere Volkstümlich feit befize. Ein gemeinsamer Bekannter schlug nun ein Mittel vor, das den Nachweis zu erbringen vermag, wer von den beiden eiflen Gentlemen im Rechte wäre. Sie sollten unter Kontrolle der an wesenden Tischrunde auf die Straße gehen, und zwar jeder abwechselnd auf der einen oder anderen Einen noch blödsinnigeren Wettbewerb haben Gebseite, und die Unparteiischen sollten in angefie vor furzer Zeit in Teras ausgeflügelt. Reha messener Entfernung als Puntterichter sozusagen sie vor kurzer Zeit in Teras ausgeflügelt. Zeha mitgehen und die Grüße zählen und notieren. Ge- Bewerbern wurde je eine Tasse brühend heißer Zwei Cowboys in Buffalo liebten ein- und sagt, getan. Der Abgeordnete wurde von den Vor- Motta ſerviert. Die Konkurrenten mußten nun fo dasselbe Mädchen. Das kommt vor. Das Mädchen übergehenden um einige dubendmal weniger ge- stark und unausgesetzt blasen mit dem bloßen war anscheinend beiden Jungens aut und schwankte grüßt als der Filmheld, der jetzt nun neben andeMund-, bis der Kaffee auf Zimmertemperatur bei der Entscheidung. Das wäre auch nichts Ungren auch einen Grußtriumph feiern konnte. gefunken war, was mittels fleiner Thermometer wöhnliches gewesen. Ungewöhnlich war nur de festgestellt wurde. Bei dieser ,, Veranstaltung" war Art, wie die beiden Rivalen den Kampf um di wieder das männliche Geschlecht siegreich. holde Schöne austrugen. In der rauchges hwängerten..Bar" des Ortes stellten sich die zwei zum Duell. Nicht etwa mit einer Schuß- oder StichEin Sprißduell. Babyschrei- Olympiade. Eine Flucht von zehn nebeneinanderliegender Bimmern. Ins erste werden Babys gebracht. Der Raum ist groß und kahl. In der unbekannten Ums Was soll der arme Europäer zu all dem jagen? Er fann es nicht fassen und wird es nie verstehen. Seite 6 „Sozialdemokrat" Mittwoch, 29. Dezember 1937. Nr. 305 Der kifiegeiufo Maschein ist zur Bezahlung der(Uowiemaitegeftuhr zu verwenden 1 Wer im Mücfcstoude WeiH, schädigt die Partei und deren Iresse Die Verwaltung Aus aller Welt Der strafwürdige Kutz. Aus Irland kommt eine Kunde, die vermutlich alle Liebespärchen da« von abhalten wird, die grüne Insel zu besuchen oder jedenfalls den Ort Dundalk zu meiden. Dort hat sich folgendes ereignet: ein junges Mädchen aus Glasgow verbrachte ihre Ferien in dem Nachbarort Blackrock. Sie lernte einen jungen Iren kennen, es.ntspann sich ein Flirt, und eines Tages küßten sich die jungen Leute bei einem Spaziergang. Dies batten aber drei Mitglieder des„Blackrock Vigrlance Committee" gesehen, die offenbar nicht nur über Parkwege und Bänke, sondern auch über die Moral von Dundalk und Umgebung zu Wachen hatten. Jedenfalls nahmen sie„Anstoß". Die Sache kam vor Gericht, und das junge Mädchen kann noch von Glück sagen, daß der Termin erst nach ihrer Abreise ’ staltfand. Sie wurde nämlich von den gestrengen Richtern in contumatiam zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Sie wird nie wieder nach Irland kommen können, ohne ihre Strafe abbüßen zu müssen. Was den jungen Mann betrifft, so kam er mit einer Geldstrafe davon; vermutlich haben die Richter angenommen, daß rin Ire sowas nicht tun könne, ohne von einer Schottin verführt zu werden. Das Dritte Reich in Rumänien. Im Bukarester Justizgebäude, welches unter anderem den Obersten Gerichtshof und die Staatsanwaltschaft, aber auch das Präsidium der Advokatenkammer und deren Disziplinarrat beherbergt, tragen sich seit Monaten Szenen der folgenden Art zu: Linksgerichtete Advokaten oder Advokaten jüdischen Glaubens werden unter einem Borwand in das Büro des Disziplinarrates gerufen. In diesem ziemlich großen Räum stehen rechtsradikale Elemente von der Türe an bis zu dem Tisch, an welchem der Disziplinarrat amtiert, Spalier. Die Eintretenden müssen, um zum Disziplinarrat zu gelangen, dieses Spalier passieren. Hierbei werden sie mit Fäusten oder Schlaginstrumenten miß», handelt. Es sind auch bereits Fälle vorgekommen, in welchen zwei auf diese Weise vor den Disziplinarrat geladene Advokaten von diesen Elementen gezwüngeit würden, sich gegenseitig zu verprügeln. Der Aweck der Uebung ist, jüdischen oder linksgerichteten Advokaten auf diese Weise nahezulegen, sich aus der Advokatenliste freiwillig streichen zu lasten, um die»Nationalisierung" der Bukarester Advokatenkammer herbeizuführen. In der Preffe darf nichts von diesen Vorfällen erwähnt werden, die Regierung sieht tatenlos zü. Die Berzeltung im alten Japan. Aus Anlaß der Zwischenfälle auf dem Dantse und der Forderung, daß die schuldigen Japaner bestraft werden müßten, erinnert der„Matin" an einen Vorgang, der 70 Fahre zurückliegt. Damals sind die Japaner diel schärfer vorgegangen, und die Schuldigen haben eme Strafe erlitten, die ebenso grausam wie eindrucksvoll war. Am 8. März 1868 wurde eine Schaluppe des im Hafen Osaka ankernden französischen Kriegsschiffes„Düpleix" ohne irgendwelchen Anlaß von den Japanern beschoffen, wobei elf Mann der Besatzung schwer verwundet wurden. Auf den Protest des französischen Gesandten gab die japanische Regierung mit äußerster Schnelligkeit, und zwar genau acht Tage später, eine Antwort. Sie drückte nicht nur, wie heute auch, Entschuldigungen aus, sondern teilte mit, daß 18 Marinesoldaten und zwei Offiziere, die die Schießerei veranlaßt hatten, öffentlich Hara- k.ri begehen würden. Kommandant und Offiziere deS„Düpleix" wurden gebeten, an der Vergeltung teilzunehmen. Tatsächlich beschloß auch der Kommandant und eine Gruppe von Offizieren, sich da» barbarische Schauspiel anzusehen. Aber die Franzosen hielten er nur bis zum elften Harakiri au». Tie Szene war so fürchterlich, daß sie die japanischen Militärbehörden baten, die letzten neun zu begnadigen, was auch nach vielem Hist und Her geschehen ist.. Sprechend« Bücher. In London ist ein neuer „Verlag" gegründet worden, der allerdings kein« Bücher drucken, sondern nach einem besonderen Verfahren Filmstreifen und die dazu gehörige Wiedergabeapparatur herstellen wird. Die Gesellschaft, die ihr Geschäft mit einem Aktienkapital von 150.000 Pfund beginnt, will die Rechte für die Herausgabe der Best-Seller der letzten Jahre erwerben, die man auf diese Weise nicht mehr zu lesen, sondern Nur noch abzuhören braucht. Ganz ähnlich wie beim Tonfilm wird das ganze Buch vor einem Mikrophon vorgelesen und auf den Filmstreifen gebracht. Der Apparat läßt dann nachher die Stimme aus einem Lautsprecher wieder erklingen. Diese„sprechenden Bücher" werden allerdings' vorläufig wirkliche Luxusausgaben sein, denn die Apparatur dürfte zwischen 25 und 70 Pfund, die Tonstreifen selbst werden allerdings nicht viel teuerer zu stehen kommen wie ein übliches Buch, die billigsten sollen sogar nur 2 Schilling 6 Pence kosten, die teuersten gerade ein Pfund. Vier Stund«» Revision— 69 Bestrafungen. Zwischen halb 5 Uhr nachmittags und halb 9 Uhr abends wurde auf der Landstrabe nach Beneschau ein« Proberevision' vorgenommen;' während dieser Zeit passierten 93 Kraftwagen und 115 Radfahrer die Landstraße. Hievon wurden drei Personen angezeigt, 69 bestraft, fünf Autofahrer und drei Radfahrer ermahnt. Bestraft wurden 34 Autolenker wegen ungenügender Beleuchtung der rückwärfigen Registernummer, einer wegen Ueberladuga des Wagens und 85 Radfahrer wegen Nichteinhaltung der Berkehrsvorschrifien. An Strafgeldern wurden im ganzen 896 Ki eingenommen. Einbrecher verhaktet. Bor einigen Tagen wurde in der Wohnung des B. Bros in Kyje«in Einbruch durch zwei unbekannte Täter vr-übt; der eine davon der mehrfach vorbestrafte Franz Fiala, wurde gestern ermittelt, als seine Geliebte einen Pelz, der aus dem Einbruch stammte, zu verkaufen versuchte. Er ist vor kurzem aus der Zwanaarbeitsanstalt entwichen, wo er auch seinen— bisher nicht gefundenen— Komplicen kennen lernt«. Eine Haussuchung in seiner Wohnung in Suchdol förderte gestohlene Gegenstände itn Werte von 3000 Ki zutage. Rauschgifthändlerin verhaftet. Detektive der Rauschgifiabteiluna verhafteten gestern die 44jährige Portiersnattin Gisela Krvötüvek aus Prag I unter dem Verdacht des Rauschgifthandels. Die Hausdurchsuchung fördert« 150 Gramm Kokain in verschiedenen Tiegeln und Fläschchen zutage: anßerdem wurde in einer Glühbirne aus Milchglas Kakain und Heroin gefunden. Die Kryßtüvek wurde nach Pankrad gebracht und die Anzeige an den Magistrat erstattet TodeSsturz ans dem Ankobns. Gestern fiel in Lieben der 37iäbriae Jokef Grüs aus einem fahrenden. vom Cbaufsenr Franz Mudrunka gelenkten Autobus und blieb bewußtlos liegen. Er wurde mit einer Gehirnerschütteruna und einem Schädelbruch ins Krankenhaus auk der Bulovka gebracht. Die Verletzungen sind tödlich. Da» Referat für AuSflnaSzüae ter Staatsbahnen veranstaltet folgende Reuia''''serkursionen: 81. Dezember bis 2. Jänner nach Spindlermichle 240 Ki. in den Böhmerwold 245 Ki»ns Erzgebirge 200 Ki und ins Riesenaebirge mit Motorzug und Nachtlager 75 KU. Anmeldungen und Informationen im Bakar neben dem Wilsonbahnhof in Prag, Telephon 888—85. Dor Ball des Angestellten-Verbandes findet am 19. Feber im Deutschen Haus, Säulensaal, statt.— Musik Dolf Langer.— Reklamationen an Ernst Strnad, Prag II, Fügnerovo näm. 4. Xun&l and WU&tn Prager Konzertsaal Der Konzertsegen in den Prager Konzertsälen war auch im Dezember noch reichlich genug;' bis knapp vor den Weihnachtstagen waren wir mit Konzerten aller Art versorgt. Das künstlerisch bedeutendste und erfolgreichste unter diesen Borweih- nachtskonzerten war zweifellos das vom Radiojournal veranstaltete Symphonie« k o n z e r t mit dem weltberühmten spanischen Celli ft e n P a b l o E a s a l s als Solisten und Alexander Zemlinsky als Gastdirigenten der Tsch e- chischenPhilharmonie. EasalS spielte als Hauptvortragsstück das wundervoll lebendige, echt romantische A-Moll-Konzert von Robert Schumann; mit der ganzen bezaubernden Süße seines unvergleichlich warmen Tones, mit beglückender Vollendung im Technischen und mit erlebnishafter BortragSgestaltung. Zemlinskys StabführungSwun- der war di« Vierte Symphonie Gustav Mahlers, die«r— der berufenste Mahler-Apostel unserer Zeit — mit intensivstem Ausdruck und ekstatischer Auf- schwungskraft zelebriert«.— Intimeren Charakter hatte das vorweihnachtliche und letzt« diesjährige Konzert des Deutschen Kammermusik« vereins, daS in der Hauptsache Konzert« musikauSdem 18. Jahrhundert bescherte; neben VivaldiS A-Moll-Konzert und Johann Sebastian Bachs berühmten Doppelkonzert für Violine in D-Moll als interessantestes Programmstück ein Cembalokonzert von Johann Christian Bach, dem sogenannten englischen Bach und jüngsten Sohn des großen ThomaSkanwrS. Künstlerische Mittler der Werke waren die ausgezeichnete Reichenberger Cembali st i n Maria Heller und das Wiener Geis gerpaar Christa Richter und Georg SteL- n« r, deren vornehme Kunst man noch von ihrer seinerzeitigen künstlerischen Tätigkeit in den sudetendeutschen Provinzstädten in bester Erinnerung hat. Die modernen Gaben diese» Kammermusikkonzertes waren eine polyphon schön entwickelte Sonate von dem deutschböhmischen Komponisten Arthur Willner und.W«ihnachtS"-Dariationen von einem jungen Wiener Tonsetzer llray.— Kammermusikalische Besonderheiten, darunter namentlich außerordentlich charakteristische und zeitgemäße Kantaten von Hani EiSler, hörte man in einem der zahlreichen, von der unermüdlichen musikkulturellen Arbeit der Veranstalter Zeugnis gebenden Konzerte des tschechischen KunstvereineS„Piitomnost". Wertvolle Neuheiten dieses Konzerte» waren unter vielen anderen Stücken auch ein« durch ungewöhnliche Vitalität de» Rhythmus auffallende Klaviersonat« von Alois Häba und eine Grupp« origineller und ausdrucksprägnanter Lieder von Isa K r e j i1.— Unter den Solistenkonzerten muß an erster Stelle jene» des heimischen Pianisten und Klaviermeisterlehrers der Prager Deutschen Musikakademie Prof. Franz Langer genannt werden, eines Künstlers. der seinem Instrument mit der ganzen inneren Hingabe seines echten MufikertumS dient, der in der Brillanz feiner Technik, in dem Ruancenreichtum seiner Anschlagskultur und in der Stilvollkommenheit des Vortrages zu den besten zeitgenössischen europäischen Pianisten gehört.— Einen in Prag noch unbekannten. aber noch keineswegs innerlich zu engst mit seiner Kunst verbundenen russischen Pia- nisten lernt« man in Schura Tscherkaskij kennen, bei dem die Technik vorläufig noch allzusehr über der geiftigen Bedeutung des Spieles steht.— Ein künstlerisches Ereignis war dagegen das Konzert des weltbühmten spanischen Meisters der Gitarre Andres Segovia. In der virtuosen Vollkommenheit seines Spieles, in deffem unerhörten polyphonen Reichtum und in der ganz ungewöhnlichen Vielseitigkeit und Mannigfalfigkeit seiner VortragS- gestaltung bewies er neuerdings seine gegenwärtig unerreichte Meisterschaft.— Zwei Violin« Konzertabend e sind noch als bemerkenswert zu erwähnen. Den einen, zugunsten der.Gesellschaft zux Unterstützung arbeitsloser Intelligenzler", bestritt der bereits wohlakkredidierte hervorragende tschechische'Geiger Basa P k i h o d a mit einem teil? geistig anspruchsvollen, teils publikumsgefälligen Programm, den anderen eine in den Prager Konzertsälen noch fremde, namentlich technisch bedeutende Geigerin Helen« Teschner TaS.— Eine Neuerscheinung auf dem Prager Konzertvodium War auch die südslawische Piani st in Dora G u s s i ch- F c t l e r. eine junge Vertreterin ihres Faches, deren tiefer künstlerischer Ernst ebenso sympathisch berührte und für sie sprach wie ihr in der Technik, Anschlagskultur und Vortragsgestaltung gleich Hochstehendes Spiel von ihrer künstlerischen Sendung überzeugte. Auch ihr Programm, das Best« vom Bekttn bietend, offenbarte die hohe Musikkultur der Künstlerin.— Schließlich ist zu berichten, daß auch daS rührige Tschechische Staatskonservatorium noch knapv vor Weihnachten einige seiner vorbildlichen öffentlichenMusikabende ins Werk gesetzt hatte. E. I. Spielplan deS Deutschen Theaters. Mittwoch, 7.30:„A n d r i C h e n i e r". Donnerstag, 7.30:„W i eitet Blut". F rei- t a g, 7.00: ,,S' chottenring", Gastspiel Werbezirk. 10.15:„Schaut her, wir sind' 8!", Silvesterrevue mit G. Werbezirk. Samstag, 2.80:„Hänsel und Gretel". 7.30: „Die Zauberfläte". Sonntag, 2.30: .Kleines Glück auf der Wieden^, Gastspiel Werbezirk. 7.30:„W teilet Blut". Spielplan der Kleine» Bühne. Mittwoch, 8 Uhr: .Lilde und das Lotteriespiel",(Bankangestellten und freier Verkauf). Donnerstag, 8.00: .Erinnerst du dich?" Freitag, 7.30: Georg und Margaret". 10.30:„S i e, I o- Han n", musikalisches Lustspiel, Erstaufführung. Samstag, 3.00„Kabale und Liebe". 8.00:„(5 eorgu» d Margaret", Der Mm Die Zelt der l.lebe „Bul läsky ias" hat man hi^r einen amerikanischen Film genannt, der mit dem tschechischen EpoS Mächas, dem jene Zeil« entstammt, nur die Verbindung von Mai und Liebe gemein hat. Die Hersteller in Hollywood, die ihr Produkt„Mayttme" nannten, waren ehrlicher und haben sich auf die selige Operette »Wie«inst im Mai" berufen, die sie auch zu Ge- sangSzwecken ausgeplündert haben. Aber sie haben sich damit nicht begnügt; dieser Film ist ein musikalische- Riesen-Ragout geworden, zu dem Meyerbeer und Tschaikowski(dieser, ohne genannt zu werden für eine angeblich französische Oper), Bellini und Puccini und der Komponist deS schönen Neger-Liedes „Cary me back to old Virginia" beitzeuern mußten. Wenn man in Hollywood einen Sänger-Film macht, ist man mit Anleihen nicht kleinlich. Aher auch mit Ausgaben nicht; man bat Opernbühnen und festlich« Zuschauerräume verwendet, Pariser Straßen und prunkvoll« Hotelzimmer aufgebaut, ein amerikanische» Maifeft und ein» in St. Cloud und sogar«inen Hofball bei Napoleon III. auf di« Leinwand gebracht, alles, um die großartige Karriere einer Sängerin zu zeigen, die ihren russischen Lehrer heiratet, obwohl sie sich in einen amerikanischen Bariton verliebt hat. auf dem Gipfel ihres RyhmS den Geliebten heiraten will, aber erleben muß, daß ihn der bisherige Gemahl erschießt. Und nun sitzt sie— so beginnt der Film— al» alte Frau in ihrem blühenden Maien- Ehemänner gesucht 1 Das war schon damals so, zur Zeit unserer Ur-Ur-Urgroßmütter: die jungen Mädchen wollten heiraten.„Ich muß dieses Jahr noch einen Mgnn haben", sagte manche,„es gehe, wie es wolle!"—„Ach, ein Mann, ein Mann, ein Mann! hat er gleich kein' guten Fetzen an!" In der Weihnachtsnacht konnte man erfahren, ob man im kommenden Jahr in den Ehestand treten würde: man warf einen Schuh über die Schulter; traf er die Wand, dann blieb man im Haus, traf er die Tür, dann wurde man aus dem Hause geholt. Schlug auf den Lärm ein Hund an, dann mußte man aufpaffen, aus welcher Richtung diese Antwort kam; von daher würde der Freier auftauchen. Die Mägde und das weibliche Gesinde sprachen in der Andreasnacht ein besonderes Gebet, „vermöge dessen sie um ein Mann eyfrig und inständig bitten, auch wenn sie sich gantz nackend dabey ausziehen müssen"; denn wenn sie diese Zeremonie genau einhielten, dann erschien ihnen in der Nacht ihr künftiger Liebster. An unsere Leser I Die allgemeine Teuerung hat auch die Herstellifhgskosten der Zeitungen gesteigert. Die Papierpreise sind in die Höhe gegangen, ebenso die Druckkosten(diese u. a. auch durch die Erhöhung der Arbeitslöhne) und die Kosten für die Berichterstattung. Diese Tatsachen, die bei anderen Blättern schon vor drei Monaten zu einer Erhöhung des Bezugspreises führten, zwingen auch uns, wenn wir Inhalt und Umfang des Blattes auf der gewohnten Höhe halten wollen, den Bezugspreis zu erhöhen. Die Preissteigerung wird monatlich 1 Ki betragen, so daB unser Blatt ab 1. dünner 1938 monatlich 17 Ki statt 16 Ki kosten wird.* Der Einzelpreis des Blattes betrug bisher 70 Heller und wird ab L Jänner 75 Heller betragen. Wir sind davon überzeugt, daß unsere Leser die Gründe würdigen werden, die uns zu dieser Maßnahme zwingen und daß uns die Treue unserer Leser erhalten bleiben wird. garten und erzählt einem jungen Mädchen, das Sängerin werden will, warnend und mit Erfolg die Geschichte, daß man die Liebe nicht dem Ruhute opfern soll. Die Geschichte ist keineswegs neu, aber sie wirkt immer wieder, weil sie erstens die Leute tröstet, die kein« Aussicht haben, berühmt zu werden— und weil zweitens ein Stück Wahrheit darin steckt, daß red« große Begabung und Leistung Opfer an privatem Glück erfordern. Der Star des Sängerfilms ist die aus der„Lustigen Witwe" und„San Francisco" bekannte Jeanette Macdonald, die hier ein reiches, englisch und französisch gesungenes Lieder- und Arienprogramm absolviert. Man glaubt ihr ztpar nicht ganz die welterobernde Opern-Primadonna. aber ihre Stimme ist rein und angenehm und auf seltene Art mit körperlicher Anmut und Schauspiel-Talent verbunden. Ihr Partner ist der Bariwn Nelson Eddy, der sich in geziemendem Abstand von ihr hält. In einer Opernszene wirken Sänger des Donkosaken- chors mit. Und die einzige nichtsingenede Hauptrolle hat der tüchtige Schauspieler John Barrymore. —eis— Sport-Spül-JC&qwpffegt „Der nationale Ausgleich im Sport bereits vollzogen." Unter diesem Titel schreibt Wer dieses aktuelle Thema im„MontaaSblatt" der Vorsitzende der CsAF. Prof. Dr. Rudolf Pelikan, u. a. folgend«»: „Wir diskutieren nicht über den nationalen Ausgleich, sondern wir haben ihn bereits. Uns Sporller kann daher die heutige nationale Erregung kalt lassen, sie kann uuS nicht treffen. Wir haben uns schon vor vielen Jahren ausgeglichen.. ,"— Wir werden auch den Ausgleich im bürgerlichen Sport zur Kenntnis nehmen, aber— obwohl unS dieser nicht viel angeht— wir können ihn z. B. bei den diversen internattonalen, sogenannten Länderkämpfen gerade nicht wahrnehmen. Ein:— mehr wäre wobl schon nicht nach dem nationalen Schlüssel— deutscher Fußballer im Verbandsteam der CKlF in den letzten Jahren würde mehr für den Ausgleich sprechen als der schönste Weihnachtsartikel. Bevor man vom nationalen- Ausgleich in so hochtrabenden Worten spricht, müßten die verantwortlichen Faktoren auch seine wahr« Bedeutung und seinen hohen moralischen Wert sich zu Herzen nehmen; dann wollen wir die Letzten sein, welche es nicht zur Kenntnis nehmen Eishockey. Komotau: DFK gegen Prager LTC Reserve 1:1..Witkowitz: Sparta Prag gegen Team der Eisenwerke 8:2.— Reinerz < Preußisch-Schlesien): Troppauer EV gegen Breslauer EB 8:1 und gegen WSB Weißwaffer 0:0.— S t. Moritz: EHE St. Moritz gegen Amsterdam 3:0, gegen OueenS Club London 10:0 und gegen CSH Brüssel 8:2; Berliner SC gegen Brüssel 9:2 und gegen Amsterdam 1:0.— Davos: HC gegen Orford 10:0.— Klagenfurt: Berner SC gegen AC 3:2 und 0:2. Die Eishockeyspiel« um de»„Spengler-Cup" in DavoS ergaben am Montag folgend« Ergebnisse: Der LTC Prag schlug die Cambridge-Studenten mit 10:0 und HC Davos die Oxford-Studenten 7:1. Am Dienstag gewannen die Prager gegen den Berliner Schlittschuhklub 8:1. Es gab auch einfachere Orakel, um über den künftigen Ehemann Bescheid zu erhalten. Das Mädchen nahm ein rohes Ei und schlug es in ein Glas Brunnenwasser; aus den Figuren, die sich dabei bildeten, konnte man den Stand oder das Handwerk des Mannes erraten. Klopfte das Mädchen in der Christnacht an das Hühnerhaus und es krähte der Hahn, dann bekam sie einen Mann, gackerte die Henne, dann bekam sie keinen. Sicherer freilich als die Orakel waren schon damals die Heiratsvermittlerinnen. Wenn sie eine wirklich vorteilhafte Partie zustandebrachten (die meisten Eltern wollten für ihre Tochter hoch hinaus!),-bekamen-sie den„Koppelpelz", der natürlich nicht wirklich ein Pelz sein mußte,, sondern eben nur irgendein ansehnliches Geschenk. Die Männer wieder, die ach! so gesuchten Ehemänner- sahen- vor allem auf die Mitgift: „Goldgelbe Haar-und ein bleyerner Beutl kommt nicht an, aber bleyerne Haar und ein goldener Beutl erhalten-das Lob und siegen aller Orten ob." — Nur sind und waren leider die goldenen Beutel ein viel seltener-Artikel als das schone goldene Haar! B e z u g S b e d t n g u n g e n: Bei Zustellung m» Hau» oder der Bezug durch die Post monatlich Ki 16.—. vierteljährlich Ki 48—. halbjährig Ki 96- ganziädrig V 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.- Rückstellung.on Manuskripten erfolgt nur bei Einsendung der Retourmarken— Di? ZeitungSfranka'ür wurde vou d-r Post- und Tele« graphendirektion mit Erlaß Nr. 18.800/VII/1980 bewilligt. kKontrollvostamt Braba 25— Druckerei:.Orbis". Druck-. Verlag»- und ZeitungS-A.«G. Prag.